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17. Jahrgang / September 08

LJKE-Bayern Info-Dienst

Landesverband Jugendkunstschulen und Kulturpädagogische Einrichtungen

Gewaltig!

Was die können, wenn man sie lässt!


Im p r e s s u m

In h a lt

In f o D ie n s t 1 7 . Ja h r g a n g , 2 0 0 8

R e d a k t io n :

Katharina Steppe, LJKE Bayern e.V. Albert Greiner Str. 40 86161 Augsburg Tel.: 0821 555 910 email: katharina.steppe@t-online.de

T h e a t e r a r b e i t m it J u g e n d l i c h e n a n d e n M ü n c h n e r K a m m e r s p ie l e n

S e it e 4

R e a l i s i e r t e E n e r g ie im K in d e r S h o w T h e a t e r

S e it e 6

G e s c h ä f t s s t e ll e S ü d :

W a s K in d e r u n d Ju g e n d lic h e a l l e s m ü s s e n , w e n n m a n s ie n u r lä s s t

S e it e 8

… u n d w as Lerno rte m i t B il d u n g z u t u n h a b e n

S e it e 1 0

Irene Fritz, KulturWerkstatt Kalmreuth 2, 92685 Floß

K in d e r w o r t e

S e it e 1 3

… w e n n e in K ü n s t l e r i n d ie S c h u le k o m m t

S e it e 1 4

Elke Bauer, Karl-Michael Brand, Ruslan Herzhov, Biggi Liebich, Friederike Sachs, Brigitte Schorn, Erich Schrievers, Antje Schulz, Bernd Rummert, Katrin Wali

B e it r ä g e :

W arum K u n st?

S e it e 1 5

S t im m e . B e w e g u n g . S p i e l

S e it e 1 7

In t e g r a t iv e S p ie l- u n d K u lt u r p ä d a g o g ik

S e it e 1 8

Titel: Kammerspiele München, “Vollmigrativ Halbintegriert” Rückseite: Schule der Phantasie, Wolfratshausen Nicht namentlich gekennzeichnete Fotos stammen von den jeweiligen Projekten, bzw. aus der Redaktion

B ild n a c h w e is :

S t ä r k e n s ic h t b a r m a c h e n

S e it e 2 1

M in i M ü n c h e n

S e it e 2 2

W e lt w is s e n d e r S i e b e n j ä h r i g e n

S e it e 2 4

T e r m in e

S e it e 2 6

M a r k t p la t z

S e it e 3 6

B lü h e n d e L a n d s c h a ft e n K in d e r - u n d Ju g e n d b ild u n g in d e n R e g io n e n

B a y e r n l ie s t

S e it e 4 4

Ute Haas, PA/Spielen in der Stadt Romanstr. 74 80639 München

G e s c h ä f t s s t e ll e N o r d :

Das nächste InfoDienst-Thema:

Redaktionsschluss: 1. Februar 2009

Auflage: 1.200 Stück Kontrast-Druck Augsburg

Der Infodienst ist der Landesfachservice der

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Mitglied in der Landesvereinigung Kulturelle Bildung


“Gewaltig”

“Gewaltig!” – zu Beginn sollte der Arbeitstitel für diese Ausgabe einmal mehr auf die “Bildungsfernen” in dieser Gesellschaft blicken: auf eine Gruppe, die aufgegeben ist und die sich – vermeintlich – selbst aufgegeben hat, die bereits kindlich und jugendlich “gewaltig wirkt”; eine Gruppe, die stört, und die diszipliniert, integriert und geheilt werden muss. Da war er, der Defizitblick und der Therapie und Präventionsanteil, den die Kulturelle Bildung vielerorten ja tatsächlich leistet. Im Verlauf kam die Kehrtwendung: wo Defizite bloßgelegt werden sollten, verbargen sich Potentiale. Da war sie: Lernlust in der Praxis! Die kulturelle Bildung stellt ein sehr dynamisches Feld: sie bewährt sich in einer ständigen Wechselbeziehung

zwischen den Potentialen, die die Kinder und Jugendlichen mitbringen. und den Potentialen der Einrichtungen mit seinen erwachsenen Spezialisten aus Theater, Kunst, Spiel, Musik, Tanz, Film und Jugendarbeit. Und nur aus einem wachen, wertschätzenden und aufmerksamen Miteinander entwickeln sich nachhaltige und ernsthafte Bildungsprozesse. Das kulturpädagogische Feld in Bayern ist ausgebaut und Kinder und Jugendliche erleben viele Orte mit hohem Aufforderungscharakter, Orte, die Platz haben, für ihre Lern- und Lebenslust. Diese Bildungs. Lern- und Erlebnisorte sind gut verteilt, und sie sind zu einem großen Anteil privat getragen: prekär, prekär … Katharina Steppe

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Theaterarbeit mit Jugendlichen an den Münchner Kammerspielen von Elke Bauer

Theaterarbeit mit Jugendlichen hat die Aufgabe, die Initiation in diese Welt zu begleiten. Es geht darum, das Faszinosum, das Lebendige, das Wunderbare, das das Medium Theater in seinem Zugriff auf Welt, Gesellschaft, Leben des Einzelnen in der direkten Begegnung mit seinen Zuhörern, Zusehern ausmacht, rüberzubringen und zu ermöglichen. Ich wähle bewusst ermöglichen, nicht vermitteln. Gerade Jugendliche sind hochsensibel und hochresistent gegen den pädagogischen Imperialismus. Theater soll ja nicht belehren, sondern auf das Erringen des eigenen, autonomen Urteils und Standpunktes Lust machen. Theater-Spiel ist für Jugendliche ein aufregendes Abenteuerland, in dem sie sich ausprobieren, an ungelebte Seiten ihrer Persönlichkeit herantasten, sich erforschen und die grundlegende Erfahrung machen: ich habe Fantasie, ich kann sie auf der Bühne verwirklichen, ich bin aus mir heraus meiner selbst mächtig. D. h.: Ich kann Bedingungen schaffen, Umstände ändern, letztlich: ich kann mein Leben selbst in die Hand nehmen. Bei Jugendlichen ist heute oftmals eine große Unselbständigkeit festzustellen, eine Abhängigkeit von Leitung und Wertung. Insbesondere die Merkmale gut und schlecht haben sich durch das Zensurensystem eingeprägt.

dem Schlüssel “Eintrittskarte” hin und wieder für drei oder vier Stunden betritt. Es geht um das Grundprinzip Öffnung. Zentrales Anliegen der Münchner Kammerspiele ist eine gesellschaftsreflektierende Kommunikation zwischen dem Theater und dem Publikum. Ziel ist dabei sowohl die Kunstvermittlung, als auch die Ermöglichung von Kunst. Wir machen Theaterarbeit mit Jugendlichen, um bei ihnen die Leidenschaft fürs Theater zu wecken, um ihnen eine künstlerische Möglichkeit des Selbstausdrucks zu bieten. Wir machen es, um Jugendliche bei der Kunst des Zuschauens, bei der Entschlüsselung der Theaterbildsprache zu unterstützen. Wir wollen ihnen nicht sagen, wie sie etwas zu sehen haben, sondern sie darin unterstützen, dass sie es sehen. UND Wir machen es, um in Kontakt zu neuen jugendlichen Sichtweisen auf Welt zu bleiben.

M8MIT! ist das Label für unsere Theaterjugendclubs. M8MIT! ist die Aufforderung sich einzumischen und mitzumachen. Und mitmachen kann jeder zwischen 15 und 21, der neugierig auf Theater ist, ohne Begabtenprüfung, Casting und Beitragszahlungen. In den Theaterjugendclubs werden die Jugendlichen bei ihrer Auseinandersetzung mit der Kunstform Theater Eigenständigkeit und Lust am Erfinden, Bauen, Unternehmen, Verändern der Welt, (auf der Bühne zumindest) von Theaterschaffenden professionell unterstützt. Dabei geht es um einen Umgang mit Wirklichkeit sowie mit also die Welt als eine veränderbare erfahren, sind Ziele bei der Theaterarbeit mit Jugendlichen. Kreativität ist der Sehnsüchten, Utopien und Illusionen. Es geht um Theater Weg, bei dem alle einen Teil ihrer Persönlichkeit entfalten das Ausdruck und Einmischung ist. können. Theater ist Ensemble-Kunst und führt zu einem In den Jugendclubs findet künstlerische Arbeit statt, bei der Themen und Inhalte genauso wichtig sind, wie die konstruktiven Miteinander. Auseinandersetzung mit ästhetischen Fragen. In diesem Theater ist dann nicht mehr Konsumobjekt – sondern es Sinne, fordern wir die Jugendlichen dazu auf, sich gemeinleistet das, was eine Aufführung allein nicht immer leisten sam mit uns, mit einem Thema auseinander zu setzen, kann: es beeinflusst Leben und Denken nachhaltig, erwei- dass für uns aktuelle gesellschaftspolitische Relevanz hat. In dieser Spielzeit war unser Spielzeitthema MIGRAtert und bereichert. TION/DA KANN JA JEDER KOMMEN. Die inhaltliche Folie dient als Hintergrund bzw. Ausgangspunkt für ein Die Münchner Kammerspiele sind keine sozialpädagogivielfältiges Formenspiel. sche Einrichtung. Am Anfang geht es darum, den Konsumenten den ProduWir machen Theaterarbeit mit Jugendlichen um des zenten in sich zu zeigen, anfassen zu üben also HemmunTheaters willen. Es ist unsere feste Überzeugung, dass Theater dialogisch angelegt sein muss, um legitim zu blei- gen abzubauen und das funktioniert über den Aufbau von ben. Das Theater ist kein hermetischer Ort, den man mit Vertrauen. D.h. wir machen Spiel und Spaß, reden viel

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Theaterarbeit für das Stück “SIE” über uns und das Thema, was es mit uns zu tun hat und versuchen nach und nach szenische Umsetzungen für die Kristallisationspunkte zu finden. Dabei ist die wichtigste Methode das gemeinsame Fantasieren, Experimentieren und Improvisieren. In dieser Spielzeit sind mit 100 Jugendlichen sechs Produktionen entstanden, die in ihrer Unterschiedlichkeit gezeigt haben, was Theater alles sein kann und darf: Romanadaption am Mikrofon, poetisches Bildertheater, Stückadaption laut-schnell-schrill, Improvisation mit Theorietexten und autobiographisches Theater mit Videosequenzen oder eine Mischung von allem. Diese Produktionen waren als Stellungnahmen aus jugendlicher Perspektive eine Bereicherung unseres Spielzeitthemas. Unsere Theaterarbeit mit besonderen Zielgruppen, beispielsweise mit sozialbenachteiligten oder straffällig gewordenen Jugendlichen, unterscheidet sich nicht von der Arbeitsweise in unseren M8MIT!-Gruppen. Im Zentrum stehen die Jugendlichen, die wir dabei unterstützen ihre Sicht auf Welt auf die Bühne zu bringen.

Zur Autorin: Elke Bauer ist seit September 2002 Theaterpädagogin an den Münchner Kammerspielen. Zuvor arbeitete sie als Theaterpädagogin an der Theaterpädagogischen Fabrik der Altenburg-Gera-Theater GmbH und am Schnawwl, dem Kinder- und Jugendtheater am Nationaltheater Mannheim. Sie studierte an der Hochschule der Künste Berlin mit den Schwerpunkten Theaterpädagogik, Schauspielperformance und Produktionsdramaturgie. Elke Bauer Theaterpädagogik, Münchner Kammerspiele Falckenbergstraße 2, München 089-23336817 theaterpaedagogik@muenchner-kammerspiele.de

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Was Kinder alles können! Realisierte Energie im KinderShowTheater von Ruslan Herzhov

Gewaltig, was Kinder alles können! – so denken viele Menschen. Kein Wunder, denn mit vielen Dingen, die Kinder so gerne haben, können nicht alle Erwachsene zurechtkommen: iPod, MP3-Player, Handys mit allem drum und dran, ganz zu schweigen von Computerspielen … Manche Tanten und Onkels kriegen beinahe Ehrfurcht, wenn sie sehen, wie locker die Kids damit umgehen. Na klar, je älter die Menschen werden, desto schwieriger fällt es ihnen, etwas Neues zu erlernen. Aber ist das der einzige Grund, warum die Kleinen den Großen in einigen Punkten um Einiges voraus sind? Man kann natürlich sagen, dass es nichts anderes ist als der so genannte “Generationenkonflikt”, den es schon immer gab. Das stimmt, wenn es um Geschmack, Mode, moralische Werte oder Umgangsformen geht. Wir sprechen aber über Fähigkeiten und Leistungen, sowohl physische als auch geistige. Da muss doch was anderes dran sein als ein banales Missverständnis zwischen Menschen verschiedener Altersgruppen aufgrund unterschiedlicher Erziehung und sozialer, politischer und wirtschaftlicher Umwelt. Ich, zum Beispiel, glaube an die Evolution. Das heißt: ich widerspreche nicht der Tatsache, dass früher die Menschen dümmer waren als sie heute sind. Und logischerweise halte ich es für möglich, dass unsere Nachkommen noch schlauer werden. Und damit nicht genug: wenn man genau nachdenkt, kommt man zum Schluss, das die Evolution sich beschleunigt (im Sinne je weiter, desto schneller). Das ist doch genauso wie mit dem Geld: je reicher man wird, desto leichter wird es, noch mehr Geld zu verdienen. Mit dem geistigen Reichtum ist es nicht viel anders. Die Geschichte zeigt es klar und deutlich: wenn man früher mehrere Generationen brauchte, um primitive Werkzeuge aus Stein zu verbessern, so kommt heute jede Saison eine neue Computergeneration auf den Markt. Also, Menschen (sprich Erwachsene) verändern die Welt und die Welt verändert die Menschen (sprich Kinder). Und die Frage, ob der Mensch im Laufe der Zeit sich wirklich verändert oder einfach lernt schon immer da gewesenes Potential besser zu nutzen halte ich in diesem Zusammenhang eigentlich für unwichtig. Übrigens, die Mystiker sprechen in letzter Zeit immer öfter von “Indigo-Kindern”. Damit sind Kinder mit besonderen Fähigkeiten gemeint. Der Name kommt von der angeblich blauen Aura der Wunderkinder. Aber bleiben wir lieber bei der Tatsache. Und die Tatsache ist, dass Kinder oft unterschätzt werden und als Folge – unterfordert. Und unterforderte Kinder lassen ihre ungenutzte Energie

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oft durch Aggressionen und andere dumme Sachen heraus. Also, Zusammenfassung: es könnte durchaus sein, dass “Problemkinder” (Übersetzung: Kinder, die gerne Ärger machen) einfach zu viel unrealisierte Energie haben, mit welcher sie nicht zurecht kommen. Sie, liebe Leser, können an dieser Stelle sagen: aber solche Kinder sind oft nicht besonders gut in der Schule. Also von wegen “unterfordert”! Doch vergessen Sie bitte nicht, dass schlechte Leistungen in der Schule nicht nur von unzureichenden Fähigkeiten kommen, sondern auch von mangelndem Interesse an Lernen. Persönliches Interesse ist die beste Motivation, um etwas zu erreichen. Einfacher ausgedrückt, Lernen muss Spaß machen! Wenn Sie jemandem etwas beibringen möchten, versuchen Sie dafür sein Interesse zu wecken, dann wird er es von allein lernen. Das gilt auch für außerschulische Aktivitäten. Klar, alle Eltern möchten nur das Beste für ihre Kinder. Die Frage ist aber, was das “Beste” ist? Wo soll man sein Kind hinbringen? Die Auswahl an Freizeitaktivitäten ist wirklich riesig – von Sportvereinen über Tanzgruppen bis zu Musikschulen. Natürlich entscheidet meistens das Kind selbst, wohin es will und die Eltern unterstützen es idealerweise dabei. Doch woher soll das Kind wissen, ob es für ihn das Richtige ist, wenn es noch nicht probiert hat? Das dauert schon einige Zeit, und nicht selten ist es so, dass das Kind doch anders entscheidet. Dann probiert man woanders. Diese “Odyssee” hat natürlich ihre positiven Seiten: so sammelt man Erfahrung, lernt mehrere Sachen kennen … Aber dieses Hin und Her! Anmeldung, Abmeldung, Gebühren, und wenn das richtige nicht gefunden wird, dann kommt die Frustration und am Ende mangelhaftes Selbstvertrauen. Die Logik bei der Auswahl ist in den meisten Fällen ziemlich einfach: ist das Kind hyperaktiv, kann keine Minute ruhig sitzen – bringen die Eltern es zu einem Sportverein, wo es sich richtig austoben kann. Die Gedanken der Eltern hierbei ist praktischer Natur: kommt das Kind erschöpft nach Hause, hat man seine Ruhe. Das ist zwar gut für die Eltern, aber vielleicht braucht das Kind genau das Gegenteil. Vielleicht muss es lernen, sich zu beherrschen und zu konzentrieren. Jetzt sind wir bei einer rhetorischen Frage gelandet. Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen. Und was ist nun besser, seinen Stärken nachzugehen und sie weiterzuentwickeln, mit der Hoffnung auf diesem Gebiet ein Experte zu werden oder mehr Aufmerksamkeit seinen


Schwächen zu widmen, um diese zu reduzieren? Die Lehrer haben ihre eigenen Interessen, für sie ist das Ergebnis wichtig. Der Fußballtrainer beispielsweise interessiert sich nicht für Mathematiknoten seiner Spieler, für ihn ist es wichtig, dass sie die Bälle ins Tor schießen und ob sie rechnen können oder nicht kann ihm egal sein. Die Eltern sollten aber andere Prioritäten haben: Das Kind hat das ganze Leben noch vor sich und es ist wichtig, dass es für seine Zukunft etwas mitnimmt, damit es in der Welt besser zurechtkommt. Wenn man seinem Kind eine kurzweilige Freude bereiten will, kann man in einen Freizeitpark oder ins Kino gehen oder ihm ein Eis kaufen. Wenn man jedoch sein Kind einem Pädagogen anvertraut, um etwas zu lernen, dann geht es um mehr als auf das

hier-und-jetzt-orientierte Vergnügen. Oben wurde zwar bereits angesprochen, dass Lernen Spaß machen soll, aber es soll nicht nur um Spaß gehen! Ich bin selbst Pädagoge und leite ein Kindershowtheater. Meine Motivation bei der Arbeit mit Kindern besteht nicht darin, von ihnen etwas zu nehmen, sondern ihnen etwas zu geben und zwar etwas, was sie in ihrem Leben wirklich gebrauchen können. Und eine Theatergruppe ist meiner Ansicht nach eine gute “Tarnung”, um das zu erreichen. Theater ist eine sehr komplexe Kunstform, denn Schauspieler müssen nicht nur schauspielern, sondern auch oft singen, Musikinstrumente spielen, tanzen, Körpereinsatz zeigen und schließlich ein gutes Gedächtnis haben, um die vielen Texte zu merken. Sie müssen also die meisten Eigenschaften haben, die ein harmonisches, gut entwickeltes Gesellschaftsmitglied vorweisen sollte. Und all das (und noch vieles mehr) versuche ich in meinem Unterricht den Kids zu vermitteln. Deswegen heißt meine Gruppe “Showtheater” – das Wort „Show” benutze ich nicht etwa weil es cool klingt (oder nicht nur), sondern weil der übliche Theaterbegriff für uns etwas zu eng ist. Unter dem Be-

griff “Show” (zu Deutsch: Schau oder im engeren Sinne Sehenswürdigkeit) kann man sich mehrere Kunstarten vorstellen: Wenn Delphine springen, ein Orchester spielt, David Copperfield etwas verschwinden lässt; wenn Shaolinmönche kämpfen oder wie bei der “Appassionata” die Pferde tanzen, das alles passt zu dem Begriff “Show”. Sogar eine Sportveranstaltung wie Olympische Spiele gehört dazu. Darum lernen meine Theatermitglieder alles Mögliche (und Unmögliche), denn wer weiß, welche Fähigkeiten sie auf der Bühne brauchen werden. Und wenn man jetzt im letzten Satz das Wort “Bühne” durch “Leben” ersetzt, verstehen Sie, worum es geht. Wie ein Klassiker einmal sagte: “Das Leben ist ein Theater und wir alle sind Schauspieler.” Na gut, das sind alles schöne Wörter, aber nun zeige ich nach welchem Prinzip mein Unterricht aufgebaut ist. Also, wir lernen schauspielern und ein wesentlicher Bestandteil ist das Sprechen – Deutliche Aussprache, Akzentsetzung, Pausen richtig aushalten, Intonation, Lautstärke – wir arbeiten mit der Stimme. Jetzt sind wir beim Gesang gelandet und dafür braucht man musikalisches Gehör und Rhythmusgefühl. Über die Musik gehen wir zum Tanz über. Beim Tanz lernt man mit seinem Körper zu arbeiten – Feinmotorik, Koordination, akrobatische Elemente, allgemeine Körperbeherrschung. Auch Pantomime kommt nicht zu kurz mit Mimik und Gestik – und das sind wichtige Bestandteile des Schauspiels und hier schließt sich der Kreis. Man kann sich fragen, ob da nicht zu viel von den Kindern abverlangt wird, aber … unterschätzen Sie die heutige Jugend nicht, denn es ist gewaltig, was alles Kinder können! zum Autor: Studium im Fach Regie/staatl. Hochschule für Kunst und Kultur in der Ukraine; Studium der Musikpädagogik, Nürnberg-Augsburg; Privatunterricht in Gesang; Schauspieler in Kirovograd (Drama, Oper, Ballet), Sport- und Kunstlehrer; Engagements im Showbusiness, Grand-Prix Auszeichnungen in der Ukraine. Kindershowtheater “Aliens”, Nürnberg. “Kompetenznachweis Kultur”– Berater und u.a. Teilnehmer an der internationalen Konferenz für Menschenrechte, Kulturbotschafter in Seoul. Ruslan Herzhov, Steigerwaldstr. 26, Nürnberg, 0911 5675979 und 0174 6175598

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Gewaltig – was Kinder und Jugendliche alles müssen, weil man sie nur lässt Die Kulturpolitischen Mitteilungen druckten in einer Ausgabe diesen Jahres eine Analyse des Erziehungswissenschaftlers Prof. Dr. Thomas Ziehe ab, der einen gegebenen gesellschaftlich-kulturellen Ist-Zustand beschreibt, und damit sehr scharf die Anforderungen bloßstellt, welchen die Jugendlichen heute ausgesetzt sind und /oder welche sie auch bedienen. Thomas Ziehe ist in der pädagogischen Diskussion in den späten siebziger Jahren vor allem durch seine Thesen zum Neuen Sozialisationstyp (NST) bekannt geworden. Offenheit und Entgrenzung bergen Freiheiten einerseits – wenn man Kinder und Jugendliche aber “nur lässt”, also nur sich selbst überlässt, wird das zur Last! Unter bewusster Abwandlung des Titelthemas werden hier Auszüge aus genanntem Beitrag zitiert:

“Die Alltagskultur, in deren Selbstverständlichkeiten die Jugendlichen heute hineinwachsen, ist nicht mehr wie früher vorwiegend normenreguliert, sondern sie ist eher präferenzbezogen, also an persönliche Vorlieben und Empfindlichkeiten orientiert. Dies ist Folge einer umfassenden Enttraditionalisierung, durch die wir alle in den letzten 30 Jahren hindurch gegangen sind.” Das bringt für den Einzelnen eine höhere Orientierungslast mit sich. “Positiv gesehen zeigt sich hier ein erhöhtes Maß an motivationalen Freiheiten. … Optionalität beinhaltet ebenso die Möglichkeit, abwählen zu können; in Optionalität ist auch eine Kündigungs-Disposition eingebaut. … und die Vermeidung von Unbehagenszonen wird ein stetig mit-laufendes Alltagsmotiv. In den Sozialwissenschaften haben die Grundbegriffe Kultur, Gesellschaft, Persönlichkeit einen hohen Strukturierungswert. “; Prof. Dr. Thomas Ziehe beschreibt entlang dieser Begriffe die brisanten Prozesse einer zunehmenden Ent-Strukturierung.

“Die Individuen werden nur noch in einem schwachen Sinne von einer Allgemeinkultur gesteuert, das frühere Prestigegefälle zwischen Hochkultur und Allgemeinkultur ist heute in einem enormen Ausmaß enthierarchisiert. ... Früher war die Hochkultur eine Art symbolischen Dach für die Gesellschaft, auf das sich die Menschen normativ zu beziehen hatten. … Jetzt (wird) es zur individuellen Option des Einzelnen, inwieweit er sich auf die Hochkultur einlassen möchte. …

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Die Alltagswelt, die die heutigen Jugendlichen umgibt, ist mit der Populärkultur fast bis zur Unkenntlichkeit verschmolzen.” .Die Sozialisationsumwelt erlaubt es, sich, wenn situativ gewünscht, in eine Parallelwelt zu den Elterninstanzen und den Institutionen zu begeben. Und ein weltweites Angebot an Bild-, Musik- und Informationsströmen beständig durchzumustern und selektiv wahrzunehmen. “Ein zweiter Modernisierungseffekt betrifft die Umgangsstile der Jugendlichen.” Strengere Verhaltens- und Disziplinierungskontexte gehören mehr oder weniger der Vergangenheit an. “Die sozialen Lebenswelten waren umfassend verregelt, disziplinäre und rollenbezogene Verhaltensnormen sicherten die Feinregulierung der zwischenmenschlichen Verkehrsformen und der innerpsychischen Selbstbeobachtung. Die früheren Regelsysteme beinhalten ebenso die deutliche Unterscheidung von sozialen Geltungsbereichen. – das bedeutete insbesondere, die private und die öffentliche Sphäre auseinanderhalten zu können sowie äußere Symbolsysteme und innere Phantasievorgänge nicht in eins zu setzen. Diese Unterscheidungen wirkten sich aus bis in die mikrosozialen Feinheiten der Verhaltensstile und Selbstbilder. … Das ist aus heutiger Sicht lange her. Nun werden Phänomene der Aufhebung von Geltungssphären- und des Fortfalls von Selbstrücknahme … auffällig. … Pubertierende erfahren somit ihre entwicklungsbedingte Entgrenzungslust nicht im Kontrast zur Sozialwelt der Erwachsenen, sondern allenfalls als verschärfte Variante dessen, was sowieso alltäglich ist. Im Gruppenverhalten kumulieren die individuellen “Nervositäten” zu einem unüberschaubaren Interaktionsmix von offizieller (Unterrichts-) Oberfläche und themenfernem Nebengeschehen, das an den Rändern ständig ausfranst. … Im institutionenbezogenen Verhalten haben die Jugendlichen erhebliche Probleme damit, Regeln, Zeitstrukturen und Verabredungen einzuhalten. … Ebenfalls von Informalisierung und Unterstrukturiertheit tangiert sind veränderte Modi der individuellen Wahrnehmung. … Die Wahrnehmungsbeschleunigung bedeutet eine Gewöhnung an “Fragmentierungen, Segmentierungen, Abbrüche, Überblendungen und Zusammenballung von Augenblicksmomenten” … Subjektiv bevorzugt wird der Modus des Gleitens und Springens, eher abgelehnt werden Wahrnehmungsmodi, die langsamer Natur sind oder linear strukturiert sind.


Ein drittes Phänomen kultureller Modernisierung bezieht sich auf das Verhältnis zum Selbst, zur eigenen Innenwelt und ihren Motiven. “Die Gesellschaft forciert die Selbstbeobachtung. “ Die klassischen Fragen, Wer bin ich? Was will ich? werden psychologisiert und veralltäglicht. … Die Sonderwissensbestände der Psychologie und der Sozialwissenschaften sind in das Alltagswissen eingegangen, sie werden inzwischen sogar in den Nachtmittags-Talkshows und simulierten Therapiesendungen von den Mitwirkenden zur Selbstbeschreibung verwendet.” Die Verletzbarkeit wird größer, gleichzeitig das Angebot grandioser, perfekter Lösungen. Dazwischen kann eine gefährliche Kluft entstehen. Außerdem wird es “durch die Vielzahl der (abstrakten) Möglichkeiten subjektiv immer aufwändiger für sich selbst feste Prioritäten setzen zu können .” Das kann dazu führen, dass man die Angebote nicht hierarchisert, sondern alle zusammen abwählt. Den Pädagogen erscheinen solche Jugendlichen typischerweise als wie betäubt, mit pädagogischen Angeboten der thematischen Mitbestimmung und der Selbstmotivierung im hoch individualisierten Lernarrangement sind solche Jugendlichen eher überfordert. Denn es “ist dies ein Problem nicht so sehr mit der Umsetzung des Wollens, als mit der Bildung des Wollens.” “Die heutige Adoleszensphase bedeutet, mit einer doppelten Entstrukturierung zu tun zu haben. Der Umbau der Subjektivität, sozusagen die innere psychische “Großbau-stelle”, muss bewältigt werden, während parallel hierzu das gesellschaftlichen Umfeld immer unübersichtlicher und instabiler wird. Die biografischen Fahrpläne sind nicht mehr eindeutig.

durchkreuzen. “Das Selbstbewusstsein der Jugendlichen sei, so lautet die einleuchtende Interpretation des Choreographen, so gering, dass sie es kaum ertragen könnten, dass überhaupt eine ernste Anforderungssituation aufgebaut wird. … Ich führe dieses Beispiel wegen der Bedeutung des Settings an. “ (Zu Beginn der Probe wird jeder Teilnehmer aufgefordert, eine immer gleiche Eingangsposition einzunehmen – sie sollen sich bewegungslos vor die leere Hallenwand stellen und für eine Weile konzentriert verharren.) “Eine gekonnte Künstlichkeit der Situationsgestaltung verführt im guten Sinne des Wortes dazu, sich auf fremde Situationen einzulassen. Nicht die Annäherung an das immer schon Bekannte, nicht die Einebnung der Differenz zu den Alltagsroutinen wird hier angeboten, sondern umgekehrt: die Erfahrung einer kleinen, festgelegten Außeralltäglichkeit.” Den erwähnten Entzug und der Lustlosigkeit von Kindern und Jugendlichen können “Wollensideale” aufbrechen. Das hört sich sehr heilig an, wird aber recht konkret: es geht darum “im Inneren Möglichkeiten auszuprobieren”, die innere Kommunikationsfähigkeit zu erhöhen; “Diese wiederum dürfte gebunden sein an die Möglichkeiten der Symbolisierungsfähigkeit . Also ob wir erlernen, für die wertende Bestimmung unserer Wünsche ein Artikulationsmedium zu finden, seien es Worte oder Bilder.” Um einen Wunsch längerfristig umsetzen zu können, bedarf es der Kraft, erreichbare und hinreichende Zwischenziele zu setzen. Und der imaginativen Fähigkeit, sich ein Bild machen zu können, wie gut man sich fühlen werde, wenn man etwas “gelernt” hat. Prof. Dr. Thomas Ziehe nennt das das “affektive Futur II”. Dazu gehört die Fähigkeit zum Stolz, zum Selbstgenuss, zur Vorfreude. “Zwischen Stolzbedürfnis, stabiler Vorfreude und Erweiterung von Ich-Möglichkeiten besteht ein enger Zusammenhang . Die Erweiterung der Ich-Möglichkeiten ist aber nichts anderes als eine Erweiterung des eigenen Motivationshorizontes: Man wird phantasievoller hinsichtlich dessen, wie und was man “wollen” könnte.”

“In therapeutischen und sozialpädagogischen Kontexten gibt es den Begriff des Settings, und er bezeichnet das Gesamt an Regeln und Übereinkünften. … Sie bergen Normalitätsdefinitionen, Zielvereinbarungen und Sinnzuordnungen. Ein Setting hat also nicht nur eine ordnungstechnische Bedeutung, sondern darüber hinaus schützende, bedeutungsgenerierende und expressive Wirkungen. Ein Setting kann schützende Rituale der Anerkennung von formalen und persönlichen Unterschieden zwischen den beteiligten Personen beinhalten.” Settings können eine Gegenaufmerksamkeit bilden, “die die diffusionierenden Folgen der erwähnten Subjektivierung Prof. Dr. Thomas Ziehe hielt den Gesamtbeitrag im März und Informalisierung durchaus abmildern können. “ 2008 auf Einladung der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen und der Kinderwerkstatt Frankfurt. Abdruck durch die Prof. Dr. Thomas Ziehe wirft dabei einen Blick auf die mit Kulturpolitische Gesellschaft e.V. Bonn, “Rhythm is it” verfilmte Arbeit des Choreografen Royston Kulturpolitische Mitteilungen, 121. II/2008. Maldoom. Im Film wird deutlich, wie sich einige Jugendliche gegen das Arbeiten in Teilen sperren und die Prozesse

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Was Kinder und Jugendliche können, und was Lernorte mit Bildung zu tun haben von Erich Schriever

Wenn in Deutschland über Bildungsfragen diskutiert wird, geht es meist ausschließlich um den Bildungsauftrag von Schule. Dabei ist in internationalen Zusammenhängen längst klar, dass Bildung von morgen eine ganzheitliche Bildung sein muss, zu der neben Wissen und Methodenkenntnissen auch die sozialen und emotionalen Kompetenzen des Menschen gehören. Dieser Anspruch bedeutet, dass Bildung nicht allein in der Schule stattfindet. Für die Selbstbildung und Selbstaneignung von Daseins- und Überlebenskompetenzen erlangen informelle Lernorte eine immer größere Bedeutung. In künstlerisch-kreativen Werkstätten, in kulturellen Projekten und Initiativen wird Lust am Lernen und Entdecken sowie Kreativität gefördert, Eigenverantwortung und Eigeninitiative ermöglicht und die Herausbildung einer eigenständig und sozial verantwortlich handelnden Persönlichkeit unterstützt. Eine Grundlage von Allgemeinbildung zu haben, lesen, schreiben, rechnen zu können ist wichtig, aber genau so wichtig ist es, zu entdecken und zu erkennen, welche ganz eigenen Stärken und Ziele man hat. Damit kann man eine Grundsicherheit erreichen, mit der sich aktuelle und künftige Anforde rungen sehr viel leichter bewältigen lassen!

eigenen szenischen Filmideen bis zur Musikclip- bzw. Kurzfilmproduktion. Parallel zu den Themen “Gewalt, Rassismus / Toleranz und Demokratie” standen auch die kreative und produktive Bearbeitung der Alltags- und Zukunftsfragen (z.B. Drogen, Sucht und Gruppenzwang sowie Zukunftsängste) im Mittelpunkt der erarbeiteten Song- und Filmproduktionen. Im Zentrum der Live-Präsentation der Projektergebnisse im Forum des Berufskollegs standen dann auch zwei produzierte Rap-Songs als Live- und Musikvideo-Produktion sowie 3 Kurzfilme zu den Themen der Jugendlichen. Welche Wirkungen diese Veröffentlichung erbracht hat, wird durch einen Auszug aus einem Presseartikel der Lippstädter Nachrichten deutlich: Kreativität setzt Courage frei! Schüler sind jetzt viel selbstbewusster! Von den “Sons of Gastarbeita” stammte die Musik, die Texte haben die Schüler aber ebenso selbst geschrieben wie die Drehbücher. Auch das Filmen, Schneiden und Nachvertonen haben die Schüler übernommen, wenn auch mit professioneller Hilfe. So haben die Teilnehmer nicht nur Medienkompetenz erlangt, vor allem das gewonnene Selbstbewusstsein kann ihnen keiner mehr nehmen.

Was Jugendliche können, von denen man nichts erwartet – ein Beispiel. Multimediales Bildungsprojekt “Rap für Courage – XXL” zum Thema: Gewalt, Rassismus – Toleranz und Demokratie mit arbeitslosen Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund. Mit “Rap für Courage – XXL” entstand für Schüler/innen und Lehrer/innen von Sonderklassen im Berufsbildungszentrum eine neue Lernwelt. Im Rahmen des Projektes konnten sie aktiv Medienkompetenzen erlangen und in Eigenregie umsetzen. In diesem Lern- und Erfahrungsprozess wurden sie von bloßen Medienkonsumenten zu Medienproduzenten. In den 8 intensiven Projekttagen bekamen sie einen überschaubaren Einstieg in die Praxis und Theorie der Musikproduktion – vom Texte schreiben bis zur Live-Performance – von Text- und Soundproben über das Kennenlernen der Aufnahmetechnik bis zum Abmischen der Endproduktion. einen intensiven Einstieg in Praxis und Theorie der Video-/Filmproduktion: vom Kennenlernen der Kameratechnik über Bildgestaltung bis zur Inszenierung von

Erfahrungen im Prozess – Was Jugendliche können, wenn man eine andere Lernsituation ermöglicht Unsere Erfahrungen zeigen, dass, sobald die Schüler/innen ihre Angst verloren haben Fehler zu machen, sobald sie aus sich heraus kommen und sich als Person ernst genommen fühlen, entwickeln sie Power und Ergeiz und Kontinuität sowie eine Reihe von Kompetenzen, die sie selbst nicht bei sich vermutet und die andere ihnen vorab auch nicht zugeschrieben hätten.

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Zitat eines Teamers: “Und die Jugendlichen haben gemerkt, die nehmen das tatsächlich ernst. Daraufhin haben die richtig geackert und stundenlang durchgearbeitet, was im Unterricht sonst gar nicht der Fall ist. Anfangs, so am ersten Tag, löste die Pausenklingel noch so was wie den Pawlowschen Reflex aus: Beim Klingeln sausten sie sofort raus. Hinterher war das das Klingeln und keiner hat mehr darauf reagiert. Das machte die Lehrer fassungslos: “Was habt ihr mit den Kids gemacht? Die können sich doch sonst keine 15 Minuten konzentrieren. Und die


sind jetzt über vier bis fünf Stunden konzentriert bei der Sache!” Wie beteiligte Jugendliche ihren eigenen Lern- und Erfahrungsprozess beschreiben und was sie für sich erkannt haben, dazu ein paar Beispiele: Julian, 17 Jahre, ohne Schulabschluss: “Ich finde es einfach klasse, mit einer Kamera arbeiten zu dürfen und mit einer Gruppe von sehr unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu kommen, gemeinsame Themen auszudenken und zu filmen. Durch die Fähigkeiten, die ich in dieser Woche im Medienbereich erlernt habe, gehe ich jetzt viel kritischer mit meinem Medienverhalten um. Das, was ich für Werte als Mitglied dieser Gesellschaft empfinde, aber noch nicht so genau benennen konnte, kann ich nun genauer mitteilen.” Jessica, 17 Jahre, ohne Schulabschluss: “Das Schauspielern vor der Kamera macht mir sehr viel Spaß. Ich hätte nie gedacht, dass ich ein Talent dafür habe. Mir hat auch das Filmen Spaß gemacht. Ich hätte nie gedacht, dass ich mit der Kamera so gut umgehen kann. Seit wir das Projekt hatten, komme ich viel besser mit der Klasse klar. Schule macht mir seitdem irgendwie viel mehr Spaß als vorher.” Kristina, 16 Jahre, ohne Schulabschluss: “Ich habe zum ersten Mal kennen gelernt, wie man eine Kamera bedient und führt und wie wir von einem Drehbuch zu einem Stück mit Schauspielerinnen und Action kommen. Es ist eine besondere Erfahrung, mich und meine schlummernden Fähigkeiten auf so vielen neuen Ebenen kennen und schätzen gelernt zu haben. Ich habe mich schon früher öfter gefragt, wie man gewisse Dinge beim Filmen so macht und einige Fragen dazu kann ich mir jetzt klar beantworten. Seitdem wir das Projekt gemacht haben, bin ich viel offener geworden und rede auch mehr. Ich stehe jetzt viel mehr zu meiner Meinung als früher.”

und inhaltlich habe ich so viel gutes Neues in dieser Projektwoche über mich gelernt, dass ich das gerne für mich in mein weiteres Leben mitnehmen würde. Es hat Spaß gemacht, mit der Kamera zu filmen, obwohl ich am Anfang so skeptisch war, und auch filme zu produzieren und selbst vor der Kamera zu stehen. Aber nicht nur die Filmgruppe, auch die Rapgruppen waren spitze. Fazit An den Selbstaussagen und Einschätzungen sowie an den Projektergebnissen wird m.E.n. deutlich, welche Lernlust, Bildungsmöglichkeiten und Kompetenzentwicklungen bei diesen “vom Bildungssystem aufgegebenen” Jugendlichen möglich wären, wenn schulisch andere Formen des erfahrungsorientierten Lernens und der Wissensvermittlung Anwendung finden würden. Was sind wir für eine Gesellschaft, die diesen Jugendlichen, die aus welchen Gründen auch immer, in der Sackgasse Berufsvorbereitungs- und Arbeitslosenklasse gelandet sind, keine wirkliche Zukunfts- und Entwicklungschance geben, obwohl wir sie eigentlich in der Zukunft dringend benötigten. Stattdessen schicken wir sie in den Kreislauf von Billiglohnjobs und Hartz IV ohne Perspektive! In diesem Zusammenhang sind wir froh, ihnen durch die Projekterfahrungen und den “Kompetenz nachweis Kultur” (KNK) ein Stück Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Anerkennung mit auf den Weg geben zu können.

Erich Schriever Spiel- und Theaterwerkstatt Haus Villigst, Schwerte Marcel, 16 Jahre, ohne Schulabschluss: c/o Amt für Jugendarbeit der EkvW “Im Projekt respektiert man jede Kultur (der anderen Teilnehmerinnen) und arbeitet mit vielen Kulturen zusam- Tel.: 2304 755194, www.aej-haus-villigst.de men und erfährt dadurch viel über sich. Auch menschlich Leitung Servicestelle Kompetenznachweis Kultur – NRW

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Kinder Worte

“Ich fühle mich. Als wäre ich aus einem Flugzeug gesprungen!” Mahdi, 12 Jahre nach der Aufführung eines eigenen Theaterstücks der Erziehungshilfe der heilpädagogischen Tagesstätte München-Feldmoching, Projektleitung: Franz Kierschner

“Oguzhan ist erst 10 Jahre alt, aber heute ist er ein Star. Er stürmt über die Bühne, rast in großem Bogen um die anderen Kinder herum und streckt ein Buch in die Höhe – als wolle er sagen: “Seht her! Das hier ist unsere Geschichte, unser Buch! Zusammen haben wir Seite um Seite gefüllt!” Oguzhan rennt, so schnell er kann; dabei strahlt er wie ein Fußballer, der gerade das Golden Goal versenkt hat. Als die anderen einen Kreis bilden und sich gegenseitig die Arme über die Schultern legen, wird Oguzhan langsamer; dann stellt auch er sich dazu. Es geht hier um das Buch, auch. Vor allem aber geht es hier um das Team.”

Aus einem bayernweiten Tanzprojekt “Kids on Stage”, Grundschule an der Rennertstrasse, München- Neuperlach mit der Choreografin Sabine Haß; Quelle: Kati Thielitz, Süddeutsche Zeitung, August 08, 179

“Der Schuppen wird der schönste Schuppen auf der ganzen Welt. Malen ist das Leben!” Rukia

“Zuerst wusste ich gar nicht, was ich malen sollte. Aber dann dachte ich, ich explodiere, weil mir plötzlich soviel einfiel.” Fernando

“Wir haben uns nicht auf die Finger geklopft. Das war schön!” Lisa und Lea

“Wir haben uns auf den Finger geklopft. Aber es war trotzdem schön.” Timon und David. “Ein Luftschloss fliegt von selbst und fliegt dahin, wo es will.” KikI Kinder der Grundschule an der Wilhelmstr. 29, München im Projekt “Kinder treffen Künstler”, Sommer 08

“Ich habe gelernt, dass man Geduld haben muss. Also Geduld ist schon, also das geht nicht von heute auf morgen, sondern da brauchte man schon Wochen, um ein Plakat herzustellen. Also, das war schon harte Arbeit, bis wir das hatten. Ich hab gelernt, dass man Geduld braucht für so eine Arbeit, dass da sehr viel Schweiß hinter steckt.”

Männlich, 17 Jahre – aus einem Theaterprojekt. Zitiert im Bericht “Ich lerne zu Leben.” eine Evaluation von Bildungswirkungen, Werner Lindner, Unna, 2003

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GEWALTIG – … wenn ein Künstler in die Schule kommt von Bernd Rummert

Gewaltig kommt von Gewalt Gewaltig sind die Probleme der Schüler, die der Gewalt von anderen ausgesetzt sind. Gewaltig sind die Probleme der Schüler, die Gewalt ausüben. Gewaltig sind die Probleme der Eltern und Lehrer, die sich mit Gewalt an Schulen auseinandersetzen müssen. Gewaltig können die Chancen sein, wenn es gelingt, präventiv zu arbeiten.

begannen zwei Kinder eine Kugelbahn zu bauen. In kürzester Zeit entstand aus dieser Idee ohne Zutun der Erwachsenen ein großes Gemeinschaftprojekt, bei dem schließlich die ganze Klasse (über zwanzig Kinder) beteiligt war.

2. Fortlaufendes Kunstprojekt im Rahmen einer Kunst AG an einer Hauptschule unter Einbeziehung der Aktion „Künstler in die Schulen”. Die Teilnehmer dieser Kunst AG kamen aus verschiedeKann Kunst an Schulen in der Gewaltpräven- nen Jahrgangsstufen (5. bis 9. Klasse). Sie trafen sich tion hilfreich sein und können Künstler dabei wöchentlich für zwei Schulstunden und konnten mit unterstützend wirken? ihrem Kunsterzieher größere Gestaltungsprojekte verZwei Projekte, an denen ich als Künstler beteiligt war, sol- wirklichen. len hier vorgestellt werden. Bei einem Teil der Projekte wurde ich im Rahmen der Aktion „Künstler in die Schulen” einbezogen. 1. Zwei Tage Kunstprojekt für Grundschüler im Rahmen einer Schullandheimmaßnahme: Grundschüler der vierten Bei unserem ersten Zusammentreffen bekamen die Klasse verbrachten zusammen mit ihrer Lehrerin zwei Schüler die Möglichkeit, mich zu meiner Arbeit und zu Tage in einer Kunstschule. meinem künstlerischen Werdegang zu befragen. Auch Während sich die Lehrerin um den allgemeinen Ablauf meine Stellung als Bildhauer innerhalb der Gesellschaft (Mahlzeiten, Spiel- und Ruhezeiten) kümmerte, übernahwar für die Kinder und Jugendlichen so interessant, dass men zwei Künstler die Leitung der Aktionen. die Fragestunde sich über 90 Minuten hinzog. Die Kinder sollten an diesen zwei Tagen die Gelegenheit Das Hauptprojekt, das der Kunsterzieher und ich gemeinbekommen, kreative Erfahrungen zu machen, ohne den sam durchführten, sollte innerhalb der Schule – nämlich Zeitdruck der wöchentlichen Kunststunde zu erleben des Eingangsbereiches – einen dauerhaften Standort eroder einem Notendruck ausgesetzt zu sein. halten. Wir als Künstler konnten nicht nur den Schülern neue Mit Hilfe eines Holzgerüstes, Zeitungspapiers, KlebebänMöglichkeiten der Kreativität vermitteln, auch für die teildern und Kleidungsstücken sollten lebensgroße Figuren nehmenden Lehrkräfte war die Maßnahme eine neue Erentstehen. fahrung. Die Schüler bekamen den Auftrag, sich für bestimmte Beispiele aus durchgeführten Kunstprojekten: Stellungen der Figuren zu entscheiden und sich Plätze im Wir sind zu Beginn des Aufenthaltes mit den Kindern Eingangsbereich zu suchen, an denen diese Puppen denkin den Wald gegangen und haben Material gesammelt. Die bar wären. Bestandteil des Auftrages war auch, mögliche Kinder brachten Stöcke, Rinden, Pflanzen, Schnekkenhäu- Gefährdungen durch die Figuren und eventuellen Vandaser, Steine, usw. mit. In der Kunstschule wurde lismus an Ihnen zu vermeiden. das Gesammelte unter Einbeziehung von anderen MateIn Gemeinschaftsarbeit wurde das bewegliche Gestell von rialien (Ton, Gips, Ytong, Schnüre, usw.) zu Gebilden den Schülern aus Dachlatten gefertigt. Die Ausformung verarbeitet. des Körpers entstand durch Zeitungspapier, das mit KleAn einem Tag wurde den Kindern ein großer Berg Ton bebändern umwickelt wurde. Mit Hilfe von Kleidungs(im wahrsten Sinn des Wortes) zur Verfügung gestellt. stücken, die die Teilnehmer der Kunst AG spendeten, Sie nahmen sich davon, so viel sie wollten und gestalteten wirkten die Puppen lebensecht – so sehr, dass sie nach ihmit ihren Tonklumpen eigene Kreationen. Bereits das rer Installation von einigen Lehrkräften für Schüler gehalSchlagen des Tones bereitete ihnen sichtliches Vergnügen ten wurden. und kanalisierte überschüssige Kräfte. Irgendwann

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Meine Schlussfolgerungen aus diesen Erfahrungen: Gewalt und ihre Auswirkungen durch die Durchführung von Kunstprojekten vollständig aus Schulen verbannen zu können, ist eine Illusion. Wenn ich aber die Kinder und Jugendlichen dabei beobachte, wie sie beginnen, ihre Kreativität auszuleben und ihre psychischen und physischen Aktivitäten in konstruktive Bahnen lenken, bin ich überzeugt, dass Kunstprojekte in der von mir beschriebenen Art Gewaltprävention zumindest unterstützen. Wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche durch Projekte dieser Art Modelle erleben, die ihnen alternative Möglichkeiten aufzeigen, Aggressionen abzubauen ohne Gewalt ausüben zu müssen. Bernd Rummert Freier Bildhauer Konradshofen s. a. Volksschule Diedorf, www.vsdiedorf.de

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Warum Kunst? Versuche einer Erklärung oder Gedankenkonstruktion? von Biggi Liebich

Auch wenn ich mich nun schon seit mindestens zwanzig Jahren mit der Frage beschäftige, was Kunst sei, habe ich immer noch keine ausreichende Erklärung dafür gefunden. Die angetragene Frage, warum ich Kunst mache und warum ich Kunst mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen praktiziere und mich mit ihnen damit auseinandersetze, kann ich natürlich nur unzureichend beantworten. Deshalb versuche ich mich so langsam an das Thema heranzuschleichen: „Was ist Kunst für mich?” Tja, da fängt schon das Dilemma an: Ist es die hervorragende Torte meiner Nachbarin? Ist es das wunderbar erzählte Märchen? Ist es der Spagat der sechsjährigen Anna? Ist es das erste klar gesprochene Wort des behinderten Mathias? Ist es das kunstvoll geschmiedete Amulette aus dem 14. Jh.? Ist es die Malerei des Jonathan Meese? Der Begriff Kunst entsteht offensichtlich in Verbindungen mit besonderen oder genialen Fertigkeiten von Menschen Aber da sagt mein innerer Kritiker, Kunst ist mehr, kann mehr und mir fallen folgende Stichworte dazu ein:

Ein anderes Sehen, ein Beobachten, ein Herausschälen aus dem Alltäglichen, laterales Denken, die eigene Horizonterweiterung, unbekannte Wege gehen, experimentieren, in Frage stellen, das Bestehende mit Neuem verbinden, Auseinandersetzung, Forschung, Erweiterung des momentan Bekannten, ja, es ist, … diffus, nicht nur etwas Rationales, es ist das Tun (die Körperlichkeit) mit dem Denken (Seele). Vielleicht ist deswegen folgender Tatsache logisch: die Bundesregierung hat die Künstlersozialkasse an den Kranken und Sozialversicherungen der Bauern orientiert. Wie wahr: die Bauern nähren das Wohl des Leibes, die Künstler nähren das Wohl der Seele.

Kunst bestehend aus den Fertigkeiten, das habe ich begriffen, ist pures Kunsthandwerk. Noch in der Renaissance galten Künstler als Handwerker, aber Michelangelo Buonarroti ärgerte sich so darüber, dass Bildhauer ausschließlich als Handwerker gesehen wurden, dass er es mit seinem überragenden Gemälde in der sixtinischen Kapelle allen bewies: Kunst ist mehr als ein Handwerk. Kunst ist emotional spürbar.

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Immer wieder höre ich das Wort „Qualität”! Es hat mich zeitweise schier verrückt gemacht. Was ist denn Qualität? Wer setzt das fest? Welche Maßstäbe werden dafür gesetzt? Wenn ich manchmal durch die Museen streife und Werke sehe, frage ich mich häufig, warum hängt das hier? Ich kann mit dem Bild schier gar nichts anfangen! So ging es mir auch eines Tages, als ich durch die Ausstellung von Monika Brandmeier im Hamburger Bahnhof in Berlin lief: Auf Augenhöhe waren waagerechte weiße Din-A4-Blätter mit spärlichsten Zeichnungen – hier ein Strich und da ein Punkt, in feinen Holzrahmen gerahmt, eines neben das andere gehängt. Vielleicht waren es 100 Stück? Jedes Exponat wurde von mir gedanklich mit jeder Menge Fragezeichen bombardiert. Am Ende wurde ich schon fast wütend. Anschließend fuhr ich mit dem Zug fünf Stunden nach Hause. Mir gingen die Bilder nicht aus dem Kopf, aber nicht, weil ich mich fragte, warum sie dort hingen, nein, weil die Exponate mich beschäftigten. Ich verstand die Zeichnungen nicht, aber sie lösten in mir eine innere Musik und Poesie aus, ich war aufgewühlt und wahnsinnig neugierig geworden. Als ich zu Hause ankam, rief ich sofort meine Tochter an, die in Berlin lebte und bat sie, zur Ausstellung zu fahren, um mir den Katalog zu besorgen, den ich überglücklich ein paar Tage später in den Händen hielt. Ich setzte mich noch mal mit den Werken auseinander. Und dann brach ein Sturm an schöpferischem Tun in mir aus. Ja, vielleicht ist es das, warum ich mich mit Kunst und Kunst zusammen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auseinandersetze. Ich möchte ihnen den Weg zu diesem inneren Reichtum zeigen.

Röttenbach, den 21.09.08 Biggi Liebich Kunst und Kurse Jugendkunstschule Tel 09195/ 3705, www.atelier-biggi-liebich.de … wem die Kunst das Leben ist, dessen Leben ist eine große Kunst …


Stimme Bewegung Spiel von Antje Schulz

Ich biete Projekte und Kurse mit Stimme und kreativpädagogischem Theaterspiel – Jeux Dramatiques – an. Die Projekte können mehrtägige Workshops, Ferienkurse oder wöchentlich fortlaufende Angebote sein. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht der einzelne Mensch mit seinen individuellen Möglichkeiten. Ich arbeite mit Erwachsenen, Familien, Jugendlichen, behinderten Kindern/ Jugendlichen.

Zurückhaltung wird mehr und mehr spielerisch ausprobiert. Partnerübungen und Warm-ups helfen, den eigenen Körper bewusster wahr zu nehmen. Oft werden kleine Choreographien zu den Songs selbst entwickelt. In Stimmprojekten ist ein Auftritt oder eine aufgenommene CD immer ein schönes Ziel. Für ein gemeinsames Projekt und das gemeinsame Ziel, sein Bestes zu geben, ist Klebstoff für die Gruppe.

Eigen - Sinn ist lernbar. Es ist der Spaß am eigenen Tun, die Identifikation mit sich und seinen Ideen. Ich erlebe immer wieder, dass im kreativen Tun Menschen eigene Grenzen überschreiten. Die eigene Stimme über freies Tönen und Singen zu entdecken und eigene Improvisationsideen oder Songs einzubringen, ist immer ein spannender Lernprozess. Denn mit Stimme zeigt man viel von sich selbst (personare = durchtönen). Die Motivation sich zu zeigen, genug Mut und Selbstbewusstsein zu sammeln, um die Lust auf Bühne zu spüren, sind im Laufe eines Projekts natürliche Bedürfnisse. Motivation findet auf einer persönlichen Ebene statt.

Es braucht nicht nur sängerisches und darstellerisches Können, sondern auch soziale Kompetenz, um mit anderen einen Song auch wirkungsvoll auf der Bühne zu präsentieren. Oft entwickeln Jugendliche ihren ganz besonderen Ehrgeiz was z.B. das Auswendiglernen der Songtexte oder ihr Bühnenoutfit betrifft. Die Ergebnisse sind immer sehr individuell und zeigen junge Persönlichkeiten mit Potenzial! Ich bin jedes Mal begeistert!

Die Verbindung von Stimme und Körper bietet mehr Möglichkeiten sich auszudrücken. Nach anfänglicher

Antje Schulz atelier für stimme & spiel Schranke 5, 90489 Nürnberg Tel.: 0911 9894584 atelier@koerper-atem-stimme.de www.koerper-atem-stimme.de

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Integrative Spiel- und Kulturpädagogik

18 Jahre ECHO e.V. München und Dachau. Eine Idee wird erwachsen – von Katrin Wali, Karl-Michael Brand, München Die Initiatoren haben etwas Patina angesetzt, das Haupthaar ist leicht angegraut oder sie haben sich ganz von derlei unnützem Tand getrennt. Die Idee dagegen ist vitaler denn je und zu einem eigenständigen lebendigen Arbeitsfeld mit vielerlei Schwerpunkten und einer Menge junger Akteure geworden … Wo 1990 sieben Studenten in einem Münchner Wohnzimmer einen Verein konzipierten mit dem Ziel, soziale Integration mit Mitteln von Spiel- und kultureller Bildung erlebbar zu machen und dieses Anliegen – ohne es zu thematisieren – über gemeinsame Erlebnisse im Lebens- und Lernumfeld der Kinder voranzutreiben und mit einem geliehenen Spielmobil der Pädagogischen Aktion/SPIELkultur Aktionen in Kooperation mit Einrichtungen der Behindertenhilfe und mit Stadtteilbezug durchführten, die „für die einen noch spannend und für die anderen noch machbar” waren, steht heute ein stabiler, selbständiger, durchaus renommierter Träger für modellhafte, barrierefreie Projekte mit Schwerpunkt Kunst, Theater, Zirkus, Medien und Erlebnispädagogik mit Partnern auf kommunaler und überregionaler Ebene.

Der Sinn und Zweck: Integration? – Inclusion! Das Wort Integration kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Wiederherstellung, Erneuerung. Allgemein wird mit Integration die Einfügung beziehungsweise Eingliederung in ein Ganzes, aber auch Anpassung oder Angleichung bezeichnet. Insoweit ist der Begriff mehrdeutig, so dass es gegebenenfalls notwendig wird, seine konkrete Bedeutung im jeweiligen Kontext zu er-mitteln. In der Sozialpädagogik geht es schwerpunktmäßig um die soziale Integration von gesellschaftlichen Minderheiten und Randgruppen. Hier wird soziale Integration in der Regel als Anpassung an das Normengefüge und den Lebensstil einer Gesellschaft oder Gruppe verstanden, wobei abweichende Verhaltensweisen (abweichendes Verhalten) zugunsten eines Anpassungsprozesses allmählich aufgegeben werden sollen. Der Anspruch, den ECHO e.V. schon bei seiner Gründung mit dem von ihm eingeführten Begriff der integrativen Spiel- und Kulturpädagogik verfolgte, spielt mit den Möglichkeiten einer Begriffsentwicklung, für deren Formulierung die ECHO Gründer 1992 bei Ihrer Erstveröffentlichung als Forderungskatalog noch manch derben Knuff von Seiten der offiziellen Vertreter der Behindertenarbeit einstecken mussten, die aber mittlerweile selbstverständlicher Teil offizieller Richtlinien geworden ist.

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Soziale Integration wird zunehmend als offener wechselund gegenseitigen Lernprozess zwischen der Bevölkerungsmehrheit und den verschiedenen Minderheiten verstanden, der auch abweichende Eigenbereiche und Verhaltensweisen von Minderheiten innerhalb der Gesellschaft anerkennt. Integration wird hier also gesehen als die Vervollständigung eines unvollständigen Ganzen und berücksichtigt die Bedürfnisse von Menschen mit Handicap ebenso wie die von Menschen mit Migrationshintergrund oder Forderungen der Genderpädagogik nach dem ganz einfachen Motto „Es ist normal, verschieden zu sein!” Der praktische Arbeitsansatz lässt sich als Destillat aus spiel- und kulturpädagogischer Praxis und Theorie, sowie Wissen und praktische Erfahrungen von Heil und Sonderpädagogik beschreiben. Der Mobile Kulturpädagogische Dienst Ausgehend von dem Erfolg des ersten kommunalen Angebotes entwickelte der Verein mit Hilfe des Deutschen Kinderhilfswerkes Anfang der 90er Jahre für Behinderteneinrichtungen, die dieses Angebot nicht nutzen konnten, ein Spielmobilangebot über Münchens Grenzen hinaus. Seit diesem Projekt arbeitet der Verein mit wachsendem Erfolg als freier, überregionaler Anbieter längst über den Bereich der Behindertenhilfe hinaus auch für Kommunen und Kultureinrichtungen – aber immer nach den Grundsätzen des eingangs erwähnten Integrationsgedankens. ECHO e.V. konzipiert auf Anfrage zu verschiedenen Themen Programme jedweder Größe nach Bedarf. Neben Spielbusangeboten (Äktsch, Wasser, Jahrmarkt, Grünwerkstatt für Kids) und thematischen kulturpädagogischen Spielräumen (Einstein, Valentin, Mozart, Karl May, Mittelalter, Spielstadt Spielhausen) umfasst das Angebot den Circus Krullemuck (incl. zwei festen Kinderzirkusschulen in Dachau und München), die Theaterwerkstatt Mimikriii (zu Themen wie Mozart, Schiller, Stadtgeschichte, Commedia dell Arte etc.), eine mobile Internetzeitungsredaktion Gazettoni (2006 mit dem Preis Wege ins Netz des Bundeswirtschaftsministerium ausgezeichnet), die Beuys-Akademie, einen mobilen Kinderkunstraum und ein Kinderwerkstattmuseum Verwunderkammer . ECHO e.V. ist mittlerweile einer der verantwortlichen Mitveranstalter des Münchner Kinderkultursommers und des Dachauer Zeltkulturfestivals Amperitiv und realisiert ein eigenes ganzjähriges Kinder- und Jugendliteraturprogramm in Kooperation mit der Stadtbücherei Dachau. Thematische Feriencamps mit Übernachtung mehrmals


im Jahr runden das Programm ab. ECHO ist einer der Hauptinitiatoren eines Netzwerkes Inclusion für München und von „Schwerelos”, dem Zusammenschluß der Münchner Kinderzirkusinitiativen und natürlich aktives Mitglied in den relevanten überregionalen Netzwerken (LJKE Bayern, LKB, BAG und LAG Zirkuspädagogik, BKJ etc.) Die Besonderheit der Angebote des „kulturpädagogischen Dienstes” ist die Verbindung mit Fortbildungseinheiten für die Mitarbeiter der Einrichtungen vor Ort und deren Einbindung in konkrete Projektarbeit zum Zweck der Eigenqualifizierung. Quax, Zentrum für Freizeit und kulturelle Bildung in der Messestadt Riem ist Münchens größte regionale Kinder und Jugendkultureinrichtung und wurde von ECHO geplant und wird seit 2000 vom Verein alleinverantwortlich betrieben in einem barrierefreien Haus, bestehend aus offenem Kinder- und Jugendzentrum, Spielmobil, Kinderwerkstattmuseum, Kinder- und Jugendkulturwerkstatt, Kunstgalerie mit Ausstellungen von Outsiderkünstlern, Kinder- und Jugendstadtteilbibliothek, Musikprojektwerkstatt, Abenteuerspielplatz und einer schulbegleitenden Einheit. Die Einrichtung legt also ihre inhaltlichen Schwerpunkte auf Kinder- und Jugendkultur und Bildung. Programmschwerpunkte sind Spiel, Theater, bildende Kunst, Medien, Museumspädagogik aber auch schulbegleitende Maßnahmen aller Art. Die Angebote richten sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Im Kontext dieser Einrichtung wurden neue Möglichkeiten zur Kooperation mit der Behindertenhilfe auf Augenhöhe, aber auch differenziertere Arbeitsansätze zur Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, verhaltensoriginellen Jugendlichen auch in der Berufsfindung (hier wurde ein Modell KoCheck mit Möglichkeit zum Erwerb des Kompetenznachweises Kultur entwickelt) und in der konkreten Kooperation mit Schule nötig. Da die Einrichtung in einem neu entstehenden Großstadtteil (Messestadt Riem) mit all den damit verbundenen Problemen liegt, wurde auch Partizipation und Planungsbeteiligung bald ein zentrales Thema (2007 konnte der Verein in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung hierzu ein ganzjähriges Modellprojekt mit abschließender überregionaler Tagung realisieren). Schulservice Traditionell gab es von jeher Tagesangebote für Schulen. Im Laufe der Zeit entwickelten die Internetzeitung, die Theaterwerkstatt und vor allem der Zirkus Serviceangebote in verschiedenen Größen, die direkt auf Schulen zugeschnitten waren (von Eintagesangeboten bis zu Projektwochen für ganze Schulen). Die seit der PISA-Diskussion stärker werdende Diskussion um Ganztagesschule wurde von ECHO als einem Anbieter offener Strukturen zuerst

konkurrenziell und damit bedrohlich wahrgenommen, bis klar wurde, dass Schulen zur Realisierung von Ganztagesangeboten auf die Hilfe professioneller Anbieter der kulturellen Bildung angewiesen sind. Die schulergänzenden Maßnahmen des Echo e.V. umfassen zum momentanen Zeitpunkt ein Angebotsspektrum für rhythmisierte Ganztagesklassen in mehreren Hauptund Förderschulen sowie ein schultypenübergreifendes Angebot (qualifizierte Nachmittagsbetreuung mit Nachhilfezentrum und Nutzung der offenen kulturpädagogischen Angebote) im Projekt Quax , weiter ein vollstationäres Angebot der offene Ganztagesschule in einer Hauptschule, sowie verschiedene stationäre und mobile Projekte zu den unterschiedlichsten Themen und mit verschieden kulturellenSchwerpunkten. Im Zentrum der Arbeit mit und an den Schulen steht der integrative kulturpädagogische Ansatz des Echo e.V. Diese Grundidee mit ihren Ansprüchen an Ästhetik im Sinne von Aisthesis (Empfindung der Wahrnehmung), Selbstständigkeit der teilnehmenden Klientel, Raum für Kreativität, Toleranz für Erfolg und Scheidern steht nicht selten konträr zu den Wertigkeiten von schulischem Arbeiten. So ist das Überzeugen des Kooperationspartners Schule durch professionelle Arbeit und nachhaltige Ergebnisse eine Aufgabe der Kulturpädagogen in diesem Arbeitsfeld geworden. Denn für die jeweilige Zielgruppe einen größtmöglichen Erfahrungsraum zu schaffen, geht nur durch sinnvolle Synergien zweier gleichberechtigter Kooperationspartner. Am Ende aller ergebnisorientierten Vermittlungsprozesse steht eine Gesamtinszenierung in der die Arbeit der Kinder und Jugendlichen präsentiert wird. So ist neben dem Erlernen der einen oder anderen Kulturtechnik das gemeinschaftliche Schaffen eines Gesamtwerks und die öffentliche Präsentation ein zentraler Punkt in unserer Arbeit. Hier erzielen die Kinder und Jugendlichen Erfolge, die ihnen sonst verwehrt bleiben. In den betreuten Nachmittagsangeboten werden den Kindern und Jugendlichen Hilfestellungen im Bereich der formellen schulischen Bildung gegeben. Hier wird Wert auf individuelle Betreuung und methodische Flexibilität gelegt. Wenn man nun nochmals das geistige Auge zurück nach 1990 schweifen lässt: eine jener echten Erfolgsstories, wie es sie im Arbeitsfeld der kulturellen Jugendbildung seit jeher immer wieder gab und die immer verknüpft sind mit dem Willen zur ständigen Innovation. Zentrum für Kulturelle Bildung Echo e.V. Helsinkistraße 100, München 089-94304847, www.echo-ev.de

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Verfolgung, “Praxisforschungsprojekt – Leben lernen” Institut für Angewandte Kulturelle Bildung e.V. München 20


Stärken sichtbar machen Zitate aus dem “Kompetenznachweis Kultur” “Ich stecke mir beständig hohe Ziele, aber ich genieße den Moment.” Andrea

“Das Theaterspielen hat mir die Angst genommen, wenn ich vor Menschen handeln oder sprechen soll. Es kostet mich keine Überwindung und ich habe keine Angst und kann mich auf meine Aufgabe konzentrieren. Ich habe gelernt, unter Stress immer noch einen klaren Kopf zu behalten und produktiv zu sein.” Sadaf, 19 . “Durch den Kompetenznachweis Kultur sind mir meine Stärken erst richtig bewusst geworden. Manches war mir so selbstverständlich, dass ich es gar nicht als eine Kompetenz erkannt habe. Das waren echte Aha-Erlebnisse.”

“Die künstlerischen Tätigkeiten (…) wirken doch nach. Ich habe gelernt, dass Sprache ein wichtiges Kommunikationsmittel ist. Ich getraue mich jetzt in der Öffentlichkeit laut zu sprechen, aus mir herauszugehen. Die Stimme ist aussagekräftig. Damit kann ich jetzt viel besser umgehen.” Raphael, 17 J. “Ich merke immer wieder, dass ich mich in andere Menschen reindenken und zu deren Situation Stellung beziehen kann.” Anna, 19 J. “Man kann mal Sachen machen, die man sonst nicht machen kann.” Markus, 17 J.

“Katja ist eine sehr gute und aufmerksame Zuhörerin. (…) “Ich habe gelernt, spontaner zu sein, ohne groß nachzudenken einfach etwas machen.” Katja, 18 J., Theaterwerkstatt für behinderte und nicht behinderte junge Menschen “Oft sind es gerade Isabellys Ideen und Impulse, welche die Gruppe weiterbringen.”

“Florian unterstützt die Zirkusleitung bei der Vermittlung von circensischen Künsten in den jüngeren Gruppen. Für die jüngeren Teilnehmer repräsentiert er mit Begeisterung ein Vorbild, welches einfühlend und hilfsbereit auf die Probleme des Einzelnen eingeht.” “… Mittels Rollenarbeit, Improvisation und Spiel, Schauspiel- und Tanztraining entwickelten die Mädchen ein eigenes Drehbuch. Für Ausstattung oder Wahl der Drehorte zeigten sie sich ebenso mitverantwortlich wie für die Vorbereitung und Durchführung der Filmpremiere, die den Abschluss des Projekts bildete. … Nadine kommentiert zum Abschluss des Projekts: Wir können stolz auf uns sein. Wir haben voll viel geschafft.”

“Süha S. hat neben ihrem tänzerischen Talent vor allem Selbstbewusstsein und Durchhaltevermögen bewiesen. Ihre künstlerischen Aufgaben setzte sie, auch in Soloparts, mit einem besonderen Einfühlungsvermögen um. Durch ihre Toleranz, hinsichtlich der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit anderer Teilnehmer, war sie bereit, auch lange Übungsphasen mit Geduld und Konzentration durchzuhalten. Bei der Arbeit mit Tanzlehrern, Choreographen, Klein- und Großgruppen war Süha S. immer kooperativ und sehr verantwortungsbewusst.” “Martins Aufgabe war es u. A. den Probenplan selbstständig zu erstellen und in eigener Verantwortung dafür zu sorgen, dass alle Proben plangemäß durchgeführt werden konnten. Probleme löste er mit großem Einfühlungsvermögen und sein Organisationstalent war für die Theatergruppe eine wichtige Unterstützung.”

Durch “… das Theaterspielen habe ich viel über das Präsentsein im Raum gelernt, mal bewusst im Mittelpunkt zu stehen, das war wichtig, … man spielt ja nicht nur auf der Bühne, sondern auch im privaten Leben …” Nina 22 J.

“Ich habe in der Kunstschule gelernt zu meinem Anderssein zu stehen.” Jost 17 J.

“Ich bin 24 h am Tag, 7 Tage die Woche Kunst.” Andreas

Zusammenstellung: Brigitte Schorn, Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung, Remscheid, BKJ und Edith Eichhorn, Kind und Werk, Rosenheim Der Kompetenznachweis Kultur ist ein Zeugnis, das Jugendliche in den kulturpädagogischen Einrichtungen in Deutschland erhalten können. Der Dialog mit dem Jugendlichen über seine eigenen Stärken ist dafür ein grundlegender Bestandteil. Informationen zum Kompetenznachweis Kultur bei der LJKE Bayern 21


Mini-München: Eine Stadt in und aus Kinderhand von Friederike Sachs

Schon wenn man sich die Geschichte von dem nun seit 30 Jahren stattfindenden MiMü (kurz für “Mini-München”) anschaut, wird hier eine erstaunliche Rolle klar, die Kinder spielen können: Die Kinderspielstadt in der bayerischen Hauptstadt im Jahre 1979 sollte ein einmaliges Angebot werden, doch auf das damalige Bitten und Drängen der damals teilnehmenden Kinder gab es sie ein paar Jahre später wieder – im zweijährigen Rhythmus bis heute. Und nicht nur in München: die Idee der Pädagogen (u. a. unter der Leitung von Frau Margit Maschek) von Kultur und Spielraum e.V. hat viele Ableger in der ganzen Welt gefunden. In Mini-Bozen, in Mini-Yokohama oder in Düsseldörfchen. Unter einer Kinderspielstadt ist ein scheinbar riesengroßes Chaos zu verstehen, bei dem jedes Kind haargenau weiß, was es zu tun hat. Eine ganze Stadt, mit all ihren Arbeitsplätzen und Vorkommnissen, wird nachgespielt. Es gibt Cafés, ein Fitnessstudio, eine Bäckerei, eine Druckerei und vieles mehr. Die Kinder müssen sich, um einen Job oder Ausbildungsplatz zu bekommen, am Arbeitsamt anstellen. Hier werden über 700 Jobs und an der Hochschule bis zu 500 Studienplätze angeboten. Des Weiteren lernen sie dort auch gleich zu Spielbeginn, dass es nicht immer der Wunscharbeitsplatz ist, bei dem man letztendlich seinen Beruf ausüben kann. Aber an dieser Stelle greift eine für das kindliche Spiel entscheidende Regel: Es ist möglich mit etwas anderem wieder völlig von vorne zu beginnen! Oder aber, falls etwas nicht wunschgemäß verlaufen ist, dasselbe noch einmal zu versuchen. Es besteht die Wahl zwischen handwerklichen Tätigkeiten, einer Professur, der Zeitungsredaktion, dem Stadtrat, und vielem, vielem mehr. Die Kinder können sich aussuchen und ausprobieren, was ihnen am meisten Spaß macht. Sie können Dinge wahrnehmen und ausprobieren, von denen sie bisher vielleicht nur etwas gehört haben und dadurch erfindet sich MiniMünchen jeden Tag im Spiel und nach der Idee der Kinder neu. Eine wirklich existierende Stadt ist auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten. Trotz dieser unterschiedlichen Tätigkeiten ist die Bezahlung in sog. “MiMüs” für alle pro Spielzeiteinheit gleich. Der Oberbürgermeister erhält genauso viel Lohn wie eine Studentin, die sich gerade eine 20-minütige Vorlesung über Würmer angehört hat. Denn, wer arbeitet oder studiert, kann “MiMüs” verdienen und damit im Gasthaus essen, ins Kino und Theater gehen, im Supermarkt einkaufen, sich ein Grundstück pachten oder sein Geld auf ein

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Sparbuch einzahlen. Seinen Lohn kann man aber erhöhen, indem man selbst ein Dienstleistungsgewerbe eröffnet. So begegnet einem beim Besichtigen MiniMünchens ein achtjähriger Taxifahrer, der mit stolzgeschwellter Brust einen Fahrgast in seinem selbstgebauten Fahrzeug herumfährt. Das dieser älter ist als er selbst, ist ihm völlig entgangen, denn er und nicht sein Konkurrent wurde als Chauffeur gebucht. Die verdienten MiMüs können nun in Essen investiert werden, welches natürlich auch von Kindern zubereitet worden ist, wenn auch, wie in allen anderen Bereichen, unter der Aufsicht von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter. Was neben der unglaublichen Lebensspielvielfalt, an der die Kinder teilnehmen können, erstaunlich ist, ist der Lerneffekt: Alles geschieht ohne Lernziele, die erreicht werden müssen. Doch dadurch, dass das soeben erlernte, wie eine Ausbildung in der Gärtnerei, auch gleich angewendet werden muss, wird es ganz nebenbei gelernt. Fast schon erschütternd ist, dass 70 % dessen, was man in seinem Leben lernt, einem in der Kindheit beigebracht wird. Kindern in der Spielstadt wird also eine gewaltige Portion an Wissen geboten und mitgegeben. Sei es nun bei den chemischen Versuchen im stadteigenen Labor oder als Nachrichtensprecherin in MüTV. Außerdem ist noch eine fantastische Weiterbildungsvariante die Universität in MiMü, zu der neben den Kinderprofessoren auch die Eltern als Gastdozenten eingeladen werden. So erfährt man aus erster Hand, also von einem Informatiker beispielsweise, was es mit den Mikrochips auf sich hat oder von einem Zahnarzt, aus was die unterschiedlichen Zahnfüllungen bestehen. Um eine solche Kinderspielstadt mit ca. 2000 kleinen Bürgerinnen und Bürgern pro Tag in “geordneten” Bahnen halten zu können, gibt es eine Vielzahl von Regeln, an die sich gehalten werden muss. Diese werden den Kindern zu Anfang erläutert, es gibt eine Polizei, die nach dem Rechten sieht (mithilfe eines Polizisten aus dem echten Leben) und ein Gericht, falls es wirklich hart auf hart kommen sollte. Diese Regeln können allerdings von den Kindern per Ratsmehrheitsbeschluss geändert werden. Von erwachsener Hand, den Veranstaltern von Kultur und Spielraum e.V., gibt es nur Sanktionen, wenn ein Kind die allgemeine Sicherheit verletzt hat oder einem anderen Kind Schaden zufügt. Ansonsten wird nach Möglichkeit versucht, die Widrigkeit auf der Spielebene zu beheben, wobei dann auf die Spielstadtpolizei zurückgegriffen wird.


Trotzdem können schwerwiegendere Probleme auftreten, wie beispielsweise Übergriffe von wegen Überfüllung ausgeschlossener Kinder, die unbedingt in die Spielstadt gelassen werden wollen. Ein Brennpunkt ist außerdem das Nebeneinander der unterschiedlichen Altersstufen, was nicht immer gut verläuft, wie im richtigen Leben auch. Und, was schon etwas kontrovers ist, ist die Korruption der Polizei, die ihre Macht gelegentlich missbraucht. Erstaunlich ist dabei, dass es vor allem die anderen Kinder sind, die mit unglaublichem Eifer und Ernst darauf bedacht sind, dass von ihren Mitspielern die Regeln eingehalten werden. Die Erkenntnisse der Kinder, die sie dort gewinnen, sind wahr und trotzdem erstaunlich: Die Wahltage zum einen, die mit einem richtigen (und überzeugenden) Wahlprogramm der verschiedenen Parteien ausgestattet werden, sind wirklich wichtig und entscheidend für das Leben in der Stadt. So kann der gewählte Bürgermeister Arbeitslosengeld einführen oder die Lohnsteuer erhöhen und nur durch die Wahl kann die Bürgerschaft darauf Einfluss nehmen. Oder wenn eine Liebe ernster wird und in der Kinderspielstadt die Hochzeitsglocken läuten, dann ist das eine schöne aber auch teuere Angelegenheit. Aber noch schlimmer wird es, wenn diese Verbindung wieder getrennt wird: Fazit: Heiraten und scheiden lassen sind ein teures Geschäft. Auch eine völlig neue Erfahrung für die Kinder ist es, wenn sie durch ein Delikt vor den Richter geführt werden. Jetzt können sie nicht für sich selbst sprechen, sie brauchen einen Anwalt und es wird nicht nur ihre Ansicht angehört, die ja die entscheidende ist, sondern auch die des Klägers. Sie sind völlig der Rechtssprechung des Richters ausgeliefert und müssen sich seinem Urteil beugen. Außerdem ist in einer Spielstadt die Müllabfuhr der mächtigste und prestigeträchtigste Beruf. Wenn nämlich die Müllmänner nicht mehr bereit sind, aus welchen Gründen auch immer, den Abfall vor diesem Geschäft oder jener Gastwirtschaft zu beseitigen, dann wird es dort schmutzig und die Kunden bzw. Gäste bleiben aus. Aber, so schön sich das bisher anhört, ist es nicht ein Schritt zurück in die Vergangenheit, als Kinder noch wie kleine Erwachsene angezogen und behandelt wurden? Als Kinder keine Kindheit haben durften und gemeinsam mit ihren Eltern arbeiten gingen? Erst seit dem 17. Jahrhundert ist der anthropologische Status des Kindseins erlaubt, aber wie ist dieser scheinbare gedankliche Schritt „zurück nach” Mini München zu verstehen? Bazon Brock gibt darauf beim Fachtag in MiniMünchen folgende Ant-

wort: Dadurch, dass Kinder jederzeit ihren Job kündigen können, ist alles reversibel, also wiederholbar. Es ist kein Rückschritt. Sie können ihre Erfahrungen machen und sind frei im Neubeginn des “alten” Spiels. … Und was haben die Kinder gezeigt? Beispielsweise ist da der Taxifahrer, der einen viel älteren Fahrgast durch die Stadt fuhr; er hatte das Wesentliche erkannt. Nicht das Alter des anderen war entscheidend, sondern was er selbst ihm entgegenbrachte. Eine 12-jährige Spielstadtprofessorin erzählte vor den versammelten Pädagogen des Fachtages ruhig und entspannt, warum sie sich diesen Beruf ausgesucht hatte. Er mache ihr am meisten Spaß und sie wisse jetzt schon, dass sie bei allen Referaten im nächsten Schuljahr viel sicherer auftreten werde. Außerdem hatte sich der Universitätsvorstand einen guten Werbeslogan ausgedacht, um Professoren anzuwerben: “Nutz dein Wissen, werde Prof!” Friederike Sachs, Studentin, Lehramt für Realschule Seminar: Methoden außerschulischer Bildung, Erlangen Dozentin: Regina Münderlein Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

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Weltwissen der Siebenjährigen

Dem Vater beim Rasieren zugeschaut haben Die Erfahrung machen können, dass Wasser den Körper trägt Schaukeln können Einen Schneemann gebaut haben, einen Damm im Bach, ein Feuer im Freien anzünden und löschen können Windlicht, Windrad erproben Butter machen, Sahne schlagen Rühren, schnipseln, schälen, kneten, durchs Sieb passieren Reise: die Familie in einer anderen Umgebung wahrnehmen In einer anderen Familie übernachten Spenden, dem Bettler in den Hut Das Märchen vom Holzlöffel kennen und andere elementare Gleichnisse von Aussetzung und Geborgenheit Wunderkammer Museum: die Botschaft der Dinge, ihr Fortbestehen, ihr Altern Ein Gefühl dafür, dass die Großmutter anders aufgewachsen ist Krankheit kennen … und Pflege Eine Sammlung angelegt haben Eine Ahnung von Welträumigkeit, von anderen Ländern haben Ein Geheimnis für sich behalten können Auf einen Baum geklettert zu sein In einen Bach gefallen zu sein Seinem Alter voraus gewesen sein, einem Erwachsnen etwas erklärt haben Sich selbst schön machen wollen Eine Botschaft geschrieben zu haben Die eigene Singstimme finden Die eigen Kraft dosieren können (trommeln, massieren) Gewandert sein Wissen, was man in der Natur essen kann und was nicht. Den eigenen Pulschlag gefühlt haben Einem Meister, einem Könner begegnet zu sein, neben ihm gearbeitet zu haben. Was Siebenjährige können/erfahren haben sollten; ein Panorama nach 150 Gesprächen, Aus: Weltwissen der Siebenjährigen von Donata Elschenbroich, München, 2001

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Integrative Kulturp채dagogik, Echo e.V., M체nchen

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Rosenheim 10. bis 29. Okt.

Kunst aller ART – 30 Jahre Kinderund Jugendkunstschule Kind und Werk e.V. Im 30- jährigen Jubiläumsjahr präsentiert sich die Kinder- und Jugendkunstschule Kind und Werk e.V. mit einer Ausstellung in den Räumen der Volksbank Rosenheim. Gebündelt mit der Phantasie und Kreativität der jungen “Künstler” im Alter von 2 1⁄2 bis 18 Jahren entstanden ausgefallene Werkstücke und Objekte, die bei dieser Gelegenheit einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden. Weitere Infos: Kinder- und Jugendkunstschule Kind und Werk e. V., Rosenheim Tel. 08031-37946 / www.kindundwerk.de Ingolstadt 13. Okt.

Senioren im Museum. Angebote für eine neue Zielgruppe Das Seminar thematisiert die Entwicklung unsrer Gesellschaft, das Thema Kompetenzerhaltung, körperliche und psychosoziale Veränderungen im Altern, Sinn- und Wertorientierung im Alter. Stadtmuseum Ingolstadt; Anmeldung, Info: Landesstelle f. nichtstaatliche Museen, München, Tel.: 089 210140 28, Dr. Wolfgang Stäbler, wolfgang.staebler@blfd.bayern.de München 13./14. Okt.

Verständigung mit Migranten – Gelungene Kommunikation trotz unterschiedlicher Herkunft Sei es in der Arbeit mit Klienten oder in der Zusammenarbeit mit Kollegen: Missverständnisse und Schwierigkeiten kann man vermeiden, die aus kulturellen oder sprachlichen Unterschieden resultieren. Das Seminar führt von der Eigenwahrnehmung über Beispiele aus der Praxis zum besseren Verständnis von Menschen mit Migrationshintergrund auch in Konfliktsituationen. So können Gespräche mit Kindern, Jugendlichen und deren Eltern erfolgreicher und damit für beide Seiten zufriedenstellender geführt werden. INPUT e.V., MünchenTel. 089 291 604 63 Berlin 13. / 14. Okt.

Internationale Fachkonferenz “Moving beyond Mobility” Interkulturelles Lernen in Austauschprogrammen. Eine Konferenz unter der Schirmherr-

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schaft von Ján Figèl, Mitglied der europäischen Kommission und verantwortlich für Bildung, Ausbildung, Kultur und Jugend. Sie richtet sich an ForscherInnen, PraktikerInnen und Interessierte an internationalem Jugendaustausch und interkulturellem Lernen und wird sich auf Wirkungen, Erfolgsstories und Hindernisse von Austauschprogrammen beziehen. Über 70 SprecherInnen aus 15 Ländern werden ihre Forschungs- und Praxisprojekte vorstellen. s.a. http://int.bkj-remscheid.de Wiesenfelden 14. Okt.

Wie Fische küssen Mit Musik, Malerei, Tanz und Spiel lässt sich Natur kindgerecht verpacken. Das Thema “Wasser” soll mit MultiplikatorInnen kreativ umgesetzt werden. Kontakt: Werkstatt für Ökologie & Sozialarbeit, Georgensgmünd, Tel.: 09172 / 6677863, www.haemmerleinsmuehle.de Frankfurt am Main 15. bis 19. Okt.

Zukunft Bildung” auf der Frankfurter Buchmesse In der globalisierten Wissensgesellschaft erhält Bildung einen immer größeren Stellenwert. Die Frankfurter Buchmesse startete bereits 2006 den international angelegten Themenschwerpunkt “Zukunft Bildung”. Inklusive ist der Bildungskongress “Lernende Gesellschaft” mit einem Fachtag “Lehrer und Schule” und einem Fachtag “Lebenslanges Lernen” mit den Schwerpunkten “Lernort Kita”, “Lernort Alltag/Arbeitsplatz” und “Lernort Bibliothek”: www.buchmesse.de München 15. Okt. bis 11. Jan

Karl Valentin. Filmpionier und Medienhandwerker Eine Ausstellung im Deutschen Theatermuseum in den Hofgarten-Arkaden: Karl Valentins groteske Bühnen-, Film- und Sprachwelt wird mit zahlreichen Exponaten illustriert u.a. mit Lichtbildern, Schallplatten und einigen seiner schönsten Filmszenen. www.stmwk.bayern.de/kunst/museen/theater museum Berlin 16. / 17. Okt.

Phantasie fürs Leben. 40 Jahre Jugendkunstschulen 2008 begehen die Jugendkunstschulen in

Deutschland ein besonderes Jubiläum: Vor 40 Jahren wurden die ersten Einrichtungen gegründet. Seit 30 Jahren ist mit der LKD NRW e.V. der älteste Landesverband aktiv. Vor 25 Jahren wurde der bjke e.V. gegründet. 2008 ist auch für die kulturelle Bildung ein besonderes Jahr: Nach vierjähriger Arbeit hat die Enquete-Kommission »Kultur in Deutschland« einen wegweisenden Abschlussbericht vorgelegt, dessen Herzstück die kulturelle Bildung ist. Etliche Empfehlungen beziehen sich auf den Auf- und Ausbau von Jugendkunstschulen. Denn: Trotz guter Konzepte – so eine Kernaussage – hat kulturelle Bildung in Deutschland immer noch “ein Umsetzungsproblem”. Konzeptionell sind sie aber gut darauf vorbereitet, der hochaktuellen Dimension kultureller Bildung Profil und Gestalt zu verleihen. Dies gilt insbesondere überall dort, wo der soziale und kulturelle Zusammenhalt unserer Gesellschaft eine offene, inkludierende Bildungspraxis erfordert: Die ganzheitliche Frühförderung bedarf einer neuen Qualifizierungs- und Vernetzungsinitiative der Bildungspartner. Der demographische Wandel schafft neue Mehrheiten im Bereich 50 plus. Der interkulturelle Dialog findet in der kulturellen Bildung den Weg zu gleichberechtigter Teilhabe. Ähnliches gilt für das Integrationspotenzial kultureller Bildung. Und nicht nur in den Städten, sondern gerade auch in den strukturschwächeren Regionen setzen Jugendkunstschulen nachhaltige Akzente: www.bjke.de Göttweig 16. bis 18. Okt. BLICK IM 21. JAHRHUNDERT Zweite internationale bildwissenschaftliche Konferenz Wohl niemals zuvor haben sich die Welt der Bilder und die Methoden Bilder zu erzeugen so nachhaltig verändert wie in unserer jüngsten Gegenwart. Second Life, Micromovies, Flickr, Virtual Reality, You Tube, Visual Music, wissenschaftliche Visualisierung, Google Earth etc. sind Schlagworte, die für eine Vielzahl neuer Möglichkeiten individuell Bildmaterial zu produzieren, projizieren und zu versenden stehen. Die bildgeschichtliche Entwicklung aus Innovation, Reflexion bis zum Bildverbot erreicht im 21. Jahrhundert neue globale Verflechtung. Diese Veränderungen treffen unsere Gesellschaften weitgehend unvorbereitet. Dennoch wird erkannt, dass wir ohne weiteren Ausbau neuer Formen der Visualisierung


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und Ordnungen der Sichtbarkeit, ihrer Reflexion und Kritik, die Wissensexplosion unserer Zeit nicht verarbeiten können. Welche Inspirationen erfahren neue Bildwelten aus der Kunst? Welchen Einfluss hat das Medium auf den ikonischen Charakter der Abbildung? Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich für Bildvermittler und Museen durch die Liquidität des Bildes? www.donau-uni.ac.at/dbw/goettweig2008 Remscheid ab 16. Okt.

Kindermuseum Berufsbegleitende Fortbildung mit 4 Kursphasen 1. Phase: 16. – 19.10.2008 (in Wolfenbüttel), 2. Phase: 8. – 12.12.2008 (in Remscheid), 3. Phase: 27.2. – 3.3.2009 (Remscheid) Die Zahl der Kindermuseen und Ausstellungen für Kinder in Deutschland wächst rasch. Neugründungen wird seit dem PISA-Schock ein besonderes öffentliches Interesse entgegengebracht. Hier ist ein Arbeitsfeld für Pädagogen, Künstler, Ausstellungsgestalter und Museumsexperten entstanden, die sich auf das Entwickeln von attraktiven Lernfeldern mit ästhetisch-bildnerischen Mitteln spezialisieren. Diese Fortbildung bietet einen umfassenden Überblick. Akademie Remscheid für musische Bildung und Medienerziehung Tel.: 02191- 794-225, www.akademieremscheid.de München 17. / 18. Okt.

Fortbildung zum 'Kompetenznachweis Kultur' (1. Kurseinheit / die 2. Kurseinheit findet am 3./ 4. April 2009 statt Wo: München, Glockenbachwerkstatt, Atelierhaus Baumstrasse 8 Adressaten: Mitarbeiter und Selbständige in Kunstwerkstätten und Kulturläden, aus Theater und Tanz, in Spielmobilen, im Museum, in der Jugendarbeit ... Aus Ihrer Arbeit ist Ihnen klar, dass Kinder und Jugendliche in der künstlerischen und kulturellen Praxis lernen. Wichtig wird, diese vielen und wichtigen Entwicklungen sehen zu lernen, bewusst zu machen und zu benennen – und den Jugendlichen auch als “Zeugnis” mitzugeben. Die Fortbildung schärft den Blick für das eigene Arbeiten. Und sie ermöglicht Ihnen darüber hinaus, den Kompetenznach-

weis mit Jugendlichen in Ihren Einrichtungen zusammen zu erarbeiten und auszustellen. Der Schulungsblock ist der erste Teil eines zweiteiligen Verfahrens. Danach gehen Sie in die Praxis zurück – mit dem Besuch eines zweiten Reflexionsblockes erhalten Sie das Fortbildungszertifikat. Leitung: Mirtan Teichmüller / Kosten (incl. Verpflegung): 135,- EUR (Mitglieder des LKJE Bayern erhalten einen Teilnahmezuschuss) Servicestelle Bayern: LJKE Bayern e.V. s. Impressum; auch: www.lagspuk-bayern.de www.kompetenznachweiskultur.de Kochel am See 17. bis 19. Okt.

Bausteine kommunaler Kulturpolitik in Bayern Mit Beiträgen zu „Zukunftsthema Kulturelle Bildung”: zur Aktualität kultureller Bildung in Stadt / Land / Bund spricht Prof. Dr. Wolfgang Zacharias. Brigitte Grande von der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. und KinderKultur e.V. Tutzing, regt an: „Das Bohren dicker Bretter, Kulturelle Bildung in kommunaler Verantwortung”. Einen weiteren Tagungsschwerpunkt bilden Kunst und Kultur in der Stadt mit einem Rückblick auf die “Kunsträume Bayern”. Leitung: Haimo Liebich, Kinder- und Jugendmuseum München, Stadtrat der LH München, Mitglied des Bayerischen Städtetags Dr. Uli Glaser, Geschäftsführer der Landesgruppe Bayern der Kulturpolitischen Gesellschaft, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Sozialreferat Stadt Nürnberg Georg-von-Vollmar-Akademie e.V., Schloss Aspenstein, Kochel am See. Tel. 08851 780 www.vollmar-akademie.de München, 18. Okt.

Tanzwerkstatt 2008 der LAG Tanz in Bayern Workshops von Tanz und Bewegung mit Kindern über Griechische Tänze, Schuhplatteln zu Brasilianischen Tänzen, Paso Doble, Bauchtanz-, Zigeuner- und Schottischen Tänzen u.v.m. , Eine Welt Haus München. LAG Tanz in Bayern e.V., Susanna Skalli, München, Tel. 089 781718 E-Mail: susannaskalli@web.de München 21. bis 24. Okt.

SYSTEMS 2008 Education Area Die 27. SYSTEMS, Internationale Fachmesse

für Informationstechnik, Telekommunikation und Neue Medien: Neue Messe München. Tutzing 20. bis 22. Okt.

Bundesweite Fachtagung “Der Zukunft das Wasser reichen” Die Tagung richtet sich an MultiplikatorInnen der Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung. In Vorträgen, zahlreichen Workshops und einem „Markt der Möglichkeiten” wird das Thema handlungsorientiert unter ethischen, ästhetischen, gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Aspekten beleuchtet. Workshops mit innovativen Methoden einer zukunftsorientierten Umweltbildung: von Akteursnetzwerken, Exkursionen, Naturerfahrungen bis hin zu interkulturellen, interreligiösen, künstlerischen und philosophischen Zugängen. Außerdem Good-Practice-Beispiele aus der bayerischen Wasserkampagne „WasSerleben 2008”. Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU), Bundesverband und Landesverband Bayern, vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz sowie von der Evangelischen Akademie Tutzing. www.umweltbildung-in-bayern.de, Anmeldung und Flyer zum Download: www.umweltbildung.de Nürnberg 20. bis 22. Okt

Kulturelle Vielfalt und Teilhabe Bundesfachkongress Interkultur Die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten und die interkulturelle Öffnung von Institutionen in verschiedenen kommunalen Handlungsfeldern stehen im Mittelpunkt. Der Kongress ist Teil des Bundesprogramms “VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt Toleranz und Demokratie”, mit dem die Bundesregierung ihre Arbeit gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus intensiviert. Stadt Nürnberg, Amt für Kultur und Freizeit. Tel.: 0911 231-3325 www.bundesfachkongress-interkultur.de München 22. Okt.

Eröffnung des Inter@ktiv – Herbstevents 2008 “kulturell verNETZT” Infos und Programmheft zum Download mit den vielfältigen Vorträgen, Tagungen, Workshops, Spielaktionen und Events des Herbstevents: www.interaktiv-muc.de

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Berlin 22. Okt. Preisverleihung zum Wettbewerb MIXED UP: Kultur und Schule … neue Wege in der Schulentwicklung Unter der Schirmherrschaft der Bundesjugendministerin Ursula von der Leyen vergibt die BKJ auch in diesem Jahr wieder ins-gesamt vier Kulturpreise im Wert von je 2.500 Euro an Träger und Einrichtungen der Kulturellen Bildung, die sich durch ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit allgemein bildenden Schulen auszeichnen. Dabei sind große Theaterund Opernhäuser bundesweit ebenso aktiv wie Stadtteilinitiativen, lokale Vereine und freischaffende Künstlerinnen und Künstler. Das Jazzmobil der Landesarbeitsgemeinschaft Jazz Niedersachsen e.V. qualifizierte sich mit seinen ungewöhnlichen Musikworkshops. Das Freiburger Aktionstheater PAN.OPTIKUM überzeugte mit ihrem Theaterprojekt „Beeing Tween”, das unterschiedlichste Schulformen vom Gymnasium bis zur Schule für Körperbehinderte im künstlerischen Schaffensprozess miteinander vernetzt. Mit einem besonders innovativen Konzept machte die Stiftung Zuhören auf sich aufmerksam: Ihre Hörclubs an Grundschulen ermöglichen Kindern, ihre Zuhörfähigkeit auf kreative Weise weiterzuentwickeln. Der unter dem Motto „Wer krempelt die Schule um? Schulentwicklung mit Kunst und Kultur” ausgelobte Sonderpreis „Kulturschule” geht nach Hamburg an die Ganztagsschule Chemnitzstraße. Gemeinsam mit dem Stadtteilzentrum HAUS DREI sowie zahlreichen weiteren Kooperationspartnern ihres Quartiers hat sich die Schule in den Prozess einer kulturellen Schulentwicklung begeben. Die offizielle Vergabe der MIXED UP-Kulturpreise wird in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin stattfinden. Gerd Hoofe, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wird den Wettbewerbsgewinnern die Preise überreichen. Um die Potenziale und Grenzen von KulturSchulen wie der preisgekrönten Hamburger Schule näher zu beleuchten, steht der an die Preisverleihung gekoppelte BKJ-Fachtag unter der Überschrift „Auf dem Weg zur KulturSchule – Schulentwicklung mit Kunst und Kultur?”. Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) e. V., Remscheid Wettbewerb MIXED UP www.kultur-macht-schule.de

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Remscheid 22. bis 25. Okt. Medienberatung Koloquium. Die Qualifizierung zum Medienberater richtet sich an besonders spezialisierte Fachkräfte der Jugend-, Bildungs- und Kulturarbeit. Nach einer zwei- bis dreijährigen Fortbildung an der Akademie Remscheid, die im Baustein-System absolviert werden kann, eignen sie sich weitere Kenntnisse und Fähigkeiten an, um Institutionen, Verbände und Teams in Fragen der Mediennutzung und der Medienkompetenz zielgerichtet beraten zu können. Akademie Remscheid Tel.: 02191- 794-225 www.akademieremscheid.de

München 23./24. Okt. “Kultur bildet Stadt” Kulturelle Bildung in kommunaler Verantwortung – von Anfang an und lebensbegleitend – ist ein sowohl kulturpolitisch wie auch schulund jugendpolitisch hochaktuelles Thema. „München kann in diesem Bereich eine schon lange bestehende „fortschrittliche Tradition” vorweisen. Das 1990 erstmals vom Münchner Stadtrat verabschiedete und 1999 fortgeschriebene, „Kommunale Gesamtkonzept Kinder- und Jugendkulturarbeit in München” diente als Vorbild auch für viele ähnliche Konzepte in Deutschland. Eine darauf aufbauende Neufassung, die das gesamte Spektrum der Kulturellen Bildung in München abbilden soll, wird derzeit erarbeitet. Auch die Leitlinie Bildung, deren Entwurf vor kurzem vom Schulreferat vorgelegt wurde, befindet sich in ihrer einjährigen Öffentlichkeitsphase. Ziel ist es, die Kooperation und Vernetzung zwischen Kultur, Schule und Jugendhilfe weiter ausbauen und qualifizieren.” So die Aussagen der Stadt München. Veranstalter: Schulreferat, Sozialreferat, Kulturreferat in Kooperation mit zahlreichen Partnern; Gasteig. Koblenz 24. Okt. 1. Kunstschultag Rheinland-Pfalz Rheinland Pfalz startet durch und baut neue Jugendkunstschulen aus. Hierfür stellt die Landesregierung jährlich 250.000 EUR zur Verfügung. 2008 kamen 34 Antragsteller in den Genuss der Förderung. Die LAG Soziokultur und Kulturpädagogik e.V. wurde mit der Begleitung und Unterstützung der Initiativen

beauftragt. Der 1. Jugendkunstschultag widmet sich mehreren Themen: er blickt auf die Shell Jugendstudie 2006, stellt sich die Frage nach der Einbindung von Benachteiligten und der Kooperation mit Schule u.a.. Anmeldung: Kulturbüro Rheinland Pfalz der LAG Soziokultur und Kulturpädagogik e.V. , Koblenz, Tel.: 0261 98 21150 www.kulturbuero-rlpde Frankfurt am Main 24. bis 26. Okt. Theatrale Räume 23. Bundestagung Theaterpädagogik Die Tagung widmet sich der elementaren Frage: Wie können in der außerschulischen und schulischen Theaterarbeit künstlerisch ansprechende Theaterräume geschaffen werden? Es gibt in der Theaterlandschaft seit geraumer Zeit spannende Ansätze, in welchen die Eigenart und Atmosphäre von Räumlichkeiten entscheidend Einfluss auf die szenische Gestaltung nehmen: „ortsspezifisches Theater”, „site-spezific-Theatre„. Bundesverband Theaterpädagogik, Köln, www.butinfo.de; Tagungsort: Schultheater Studio / TPZ Frankfurt. München 25. Okt. bis 8. Nov. Gegenwelten – 11. Internationales Festival des zeitgenössischen Tanzes Ausgerichtet von der Landeshautstadt München, Kulturreferat. www.dance2008.de München 27. Okt. Mit den Augen hören Mit den Ohren sehen Museen sind Orte, in welchen alle Sinne angesprochen werden. Information und Anmeldung: Landesstelle f. nichtstaatliche Museen, München, Tel.: 089 210140 28, Dr. Wolfgang Stäbler, wolfgang.staebler@blfd.bayern.de Remscheid ab 27. Okt. Leitung einer Holzwerkstat in der Jugendarbeit Berufsbegleitende Fortbildung, 3 Kursphasen 1. Phase: 27. – 31.10.2008, 2. Phase: 9. – 13.2.2009, 3. Phase: 9. – 13.9.2009. Für das Werken und Gestalten mit Holz ist aktuell ein großes Bedürfnis spürbar – bei Kindern und Jugendlichen ebenso wie bei


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Erwachsenen. Ziel dieser Fortbildung ist es, die Teilnehmenden zu befähigen, eine Holzwerkstatt für das Werken und Bauen mit Kindern und Jugendlichen sachkundig einzurichten und zu leiten. Beispielhaft werden Kleinmöbel, Holzspielzeug und Musikinstrumente angefertigt. Akademie Remscheid, Tel.: 02191- 794-225, www.akademieremscheid.de

Tutzing 29. bis 30. Okt. Macht bloß keinen Fehler! Fehler machen gehört zum Lernprozess und hat nachhaltige Lerneffekte. Unsere Schulen aber sanktionieren Um- und Irrwege. Wie sieht eine positive Fehlerkultur aus? Nicht nur die Schule sollte auch ein Raum sein, in dem „negatives Wissen” seinen Platz hat, da es uns davor schützt, falsch zu denken, zu handeln oder zu entscheiden. Tutzinger Netzwerk für Schule und Lehrer www.ev-akademie-tutzing.de Einsendeschluss ist der 1. November 2008 Wettbewerb um die besten soziokulturellen Projektideen Seit mittlerweile zwanzig Jahren fördert der Fonds Soziokultur Projekte, die kulturelle

und soziale Veränderungen unserer Gesellschaft künstlerisch aufgreifen und bearbeiten. Mainstream zählt nicht, Soziokultur war schon früh an Vielfalt interessiert, als in der Kulturpolitik noch nicht so oft von Diversity die Rede war: Fantasie, Überraschung und Querdenken, Offenheit und die Bereitschaft, Neues zu entdecken, Fremdes zuzulassen und kennen zu lernen. Vor allem beharrt sie darauf, dass sich Politisches, Soziales und Kunst nicht trennen lassen, ohne dass eine der Sphären beschädigt wird. TrägerInnen soziokultureller Projekte können sich beim Fonds Soziokultur um Fördermittel bewerben. Informationen über die Förderpraxis und Anregungen für die eigene soziokulturelle Praxis findet man in der „Kulturszene”, den Jahresberichten des Fonds. Ausschreibungen 2009: Fonds Soziokultur e. V., Bonn, Tel.: 0228 97144790, www.fonds-soziokultur.de. München 1. bis 7. Nov. Mathe erleben! Den Abschluss des Mathematikjahres können Kinder ab 9 Jahren die Herbstferien über im Deutschen Museum spielerisch erleben.

Kultur & Spielraum e.V. und viele Partnerbieten Matheexperimente und -workshops, die nicht nur Spaß machen, sondern auch Bezüge zu anderen Wissenschaften und zur Kunst verdeutlichen. Den Abschluss der Ferienwoche bildet das Mathematiktheater von Kindern für Kinder “Nullkommanichts – oder: Die Magie der Zahlen” im Ehrensaal des Deutschen Museums und das Matheforum rund um knifflige Fragen der Mathematik. www.mathe-inmuenchen.de Berlin 2. bis 4. Nov. Symposium zur Musiktheaterpädagogik Es geht um die Verortung der Musiktheaterpädagogik im Opernhaus, Mehrspartentheater, u.a.. Zahlreiche Konzepte stellen mal das Kunstwerk, mal den Betrachter, mal den Prozess in den Vordergrund; Pädagogische Ziele konkurrieren mit Marketinganforderungen, Spielplangestaltungen kollidieren mit schulischen Rahmenrichtlinien … Auf dem Symposium sollen auch konkrete Sachritte zur Vernetzung der Musiktheaterpädagogen eingeleitet werden. www.ism-online.de

Zwischen Isartor und Maximilianstrasse: 850 - Jahrfeier München Projektleitung: Gabriele Hüttl, Wolfratshausen Antoon Versteegde, Sylvia Dekker NL

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Remscheid 3. – 7. Nov. Spielketten, Bewegte Reise mit Phantasie Werkstattkurs: Spiele durch Geschichten und Erzählungen miteinander zu verbinden und so ein phantasieanregendes Erlebnis für die Teilnehmergruppe zu schaffen, ist Ziel des Kurses. Vorgestellt werden Spielketten zum Kennenlernen, für große Gruppen, für sportliche Anlässe, für Feste und zum Bearbeiten spezieller Themen. Die Teilnehmenden lernen, was es über Spielketten zu wissen gilt: von der Ideenentwicklung über die Umwandlung von Spielen bis zum Erfinden der passenden Geschichten. Neben der Vermittlung von Methoden stehen die Erprobung der Spielketten und ein Spielleitertraining für die Praxis im Mittelpunkt. Akademie Remscheid Tel.: 02191- 794-225, www.akademieremscheid.de

München 6. bis 8. Nov Bildung – was sonst?! Aneignungsprozesse und Vermittlungsformen in Museen Jahrestagung des Bundesverbandes Museumspädagogik Museen sind Foren für Laien wie für Experten, Orte, an denen Wissen vermittelt wird und Selbstbildung stattfindet. Werden Museen diesem Bildungsauftrag gerecht und wie erfüllen sie ihn? Welchen Beitrag leisten sie in dem weiten Feld der kulturellen Bildung? Welche Vermittlungsformen bieten Museen ihrem vielfältigen Publikum und welche Wirkungen verursachen Museumsbesuche? Infos und Anmeldung: Landesarbeitskreis Museumspädagogik Bayern Fax 0911 /1331-318; e-mail: lakmpb@museumspaedagogik.org

Wolfenbüttel 7. bis 9. Nov. Die Kunst der richtigen Vermittlung Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Tel.: 05331 808-411, www.bundesakademie.de München 10. Nov. Podcasting mit Kindern Das Podcasting bietet die Chance, selbst aufgenommene Dateien ins Internet zu laden und allen zugänglich zu machen: Themen sind Geschichten, Lebensalltag, Tagesgeschehen.

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Das Medium bietet die Möglichkeit über eine Kommentarfunktion in Interaktion zu treten. Zielgruppe: Medienpädagogen, Mitarbeiter aus Spielmobilen, Tageseinrichtungen, Schule Spiellandschaft Stadt München, Kinderinformationsladen Albrechtstr, 37, 089 - 12799666 www.spiellandschaft.de

Remscheid ab 10. Nov. Bewegung – Musik – Objekt Rhythmische Grundlagen ästhetischer Praxis Berufsbegleitende Fortbildung, 3 Kursphasen 1. Phase: 10. – 14.11. 08, 2. + 3. Phase: 2009 Vorgestellt und in Kleinprojekten erprobt werden die ästhetischen Zusammenhänge von Musik und Bewegung, von Raum- und Zeiterfahrung, von Wahrnehmung und Gestaltung. Angesprochen sind Lehrer/innen und Pädagogen, die nach einer zeitgemäßen ästhetischen Bildung und nach Wegen zur Erschließung von Kunst mit Jugendlichen suchen. Akademie Remscheid Tel.: 02191- 794-225, www.akademieremscheid.de

Remscheid 10. bis 14. Nov. Sprach-Kultur Sprache fördern, Identität entwickeln, Kulturen kennen lernen: Sprachliche Kompetenz kann durch die vielfältigen Möglichkeiten von Literatur effektiv und mit Spaß gefördert werden. Rund ein Viertel der in Deutschland geborenen Kinder wachsen mehrsprachig und in interkulturellen Lebenssituationen auf. Dieser Kurs wendet sich an Erzieherinnen und Pädagogen, die Freude an verschiedenen Herkunftssprachen haben und sich in ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf Entdeckungsreise in die Welt der SprachKulturen machen möchten – im Kindergarten, in der Schule oder anderswo. Akademie Remscheid, Tel.: 02191- 794-225, www.akademieremscheid.de

Remschied 10. bis 14. Nov. Stay tuned! Podcast und Internetradio in der Jugendarbeit Werkstattkurs: Die Verbreitung von Podcasts und Internetradio hat rasant zugenommen. Bei Jugendlichen hat dadurch das Radio wieder einen deutlich höheren Stellenwert erhalten. Mit einfachen technischen Mitteln werden eigene Beiträge erstellt, die im Internet einer großen Zuhörerschaft zugänglich gemacht werden können. Das können Inter-

views, Diskussionen und Features ebenso sein wie Hörspiele, Parodien, Comedies und Klangexperimente. In diesem Kurs werden Möglichkeiten des Podcasting vorgestellt und praktisch erprobt. Die Einrichtung einer eigenen Podcastplattform wird anschaulich erklärt. Akademie Remscheid, Tel.: 02191- 794-225, www.akademieremscheid.de

München 12. Nov. Fachtag „Kinder in der Wissensgesellschaft” Medienkompetenz für alle! Bahn frei für eine gleichberechtigte Zukunft! Groß, klein, weiß, farbig, arm oder reich – jeder Mensch ist anders. Die Verschiedenheit der Menschen stellt eine besondere Vielfalt dar, die für Abwechslung und Spannung sorgt. Oft sind aber mit der sozialen Herkunft auch die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten beschränkt. Es ist ein Ziel der Pädagogik, jedem Kind die besten Chancen auf seinem jeweiligen Bildungsweg zu geben. Dazu gehört auch eine Beteiligung an der Medienwelt mit ihren vielfältigen Partizipationsmöglichkeiten. Der diesjährige Fachtag soll u.a. die Relevanz der Medienkompetenz für individuelle Bildungsgeographien hinterfragen. Den Erfahrungshintergrund zum Austausch und zur Diskussion liefert das Projekt „MultimediaLandschaften für Kinder”. Ort: Bayerische Landeszentrale für neue Medien; Veranstalter: SIN – Studio im Netz e.V., Schul- und Kultusreferat/Abteilung Kindertageseinrichtungen der LH München Zielgruppe: Pädagogisch Verantwortliche in Kindertageseinrichtungen Anmeldung: bis spätestens 29. Okt. SIN – Studio im Netz e.V. Tel. 089/724677-00; E-Mail: sin@sin-net.de München ab 13. Nov. 7. Kinder-Krimipreis München Krimi-Schreibwettbewerb für Kinder Jahr für Jahr zücken hunderte Kinder Feder, Tastatur und Bleistift und verwenden ihren Erfindergeist auf spannende Kriminalgeschichten. Die Unterlagen gibt es ab 13. Nov.; Anmeldung zu den über 20 Schreibwerkstätten in Schulen, Bibliotheken, Kinder- und Jugendkultureinrichtungen und im Münchner Literaturhaus: www.kulturundspielraum.de und www.stadtbibliothek-muenchen.de. Kulturreferats, Jugendkulturwerk, Kultur & Spielraum e.V. und die Stadtbibliotheken.


T E R M IN E Weimar 14. bis 16. Nov. 4. Fachtagung der BAG Zirkuspädagogik mit dem Thema „Gesundheit, Sicherheit und Qualifizierung” Weitere Informationen www.bag-zirkus.de

Wolfenbüttel 14. bis 16. Nov. Alt bewährt und neu erfunden: Museums-pädagogik für Schule und Schülergruppen Museumspädagogik nutzt zunehmend nicht nur das besondere Potenzial des Museums – seine Aura, seine authentischen Objekte, seine Arbeitsmöglichkeiten und seine Erlebnisatmosphäre, sondern entwickelt auch ganz wesentlich das Moment der nichthierarchischen Kommunikation. Angelika Wuszow ist seit 1985 ist sie Leiterin der Museumspädagogik des Ruhrlandmuseums Essen. Ihre Arbeitsschwerpunkte und Publikationen liegen in den Themenfeldern Museologie, Bildung im historischen Museum, interkulturelle museumspädagogische Projekte sowie Theaterpädagogik. Bundesakademie für kulturelle Bildung, Wolfenbüttel, Tel.: 05331.808-411 www.bundesakademie.de München 17. / 18. Nov. “Kinder haben Rechte” Bundesweite Fachtagung. Informationen: Jana Frädrich Kinderbeauftragte LH München, Tel.: 089/233-49555

Remscheid 17. bis 21. Nov. Wahrnehmungstraining für pädagogische Fachkräfte visualisieren – bewegen – musikalisieren Werkstattkurs mit Forum: Eine sensible, konzentrierte Wahrnehmung ist die Basis für jeden wirkungsvollen Bildungsprozess. Ganzheitliche Wahrnehmungs- und Handlungsprozesse mit musikalischen, motorischen und visuellen Spielen und Übungen werden erarbeitet. Das so entwickelte Wahrnehmungskonzept wird in Kleingruppen erprobt, präsentiert und für die berufliche Arbeit reflektiert. Auf dem anschließenden Forum werden viele weitere Projekte und Konzepte dieser Art vorgestellt. Akademie Remcheid, Tel.: 02191- 794-225, www.akademieremscheid.de

München 19. Nov. KinderUni + plus – Kinder stellen die Hochschule einen Tag lang auf den Kopf! Der 19. November ist schulfrei – an der KinderUni an der Hochschule München gibt es an diesem Tag durchgehend Workshops, Laborbesuche, Kantinenpausen, Bibliotheksbesuche, Bewegungsspiele, Experimentierstationen wechseln sich ab mit Vorlesungen und der Gelegenheit, eine eigene Wissenschaftssendung zu produzieren und eine Sondernummer des spitzers – der Zeitung für das junge München. Jedes Kind stellt sich seinen Tagesplan nach Interesse und Ausdauer selbst zusammen. www.kinderuni-muenchen.de

Jahren formulierte? Gelingt bei Kindern und Jugendlichen die von Kemp vorgeführte rezeptionsästhetische Analyse von Betrachterfunktionen im Bild noch? Kann die Befassung insbesondere mit Kunst vergangener Epochen überhaupt noch eine Rolle spielen? Oder erhält sie vielleicht gerade unter den aktuellen Bedingungen des Bildersehens neues pädagogisches Gewicht? Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel in Kooperation mit dem Fachverband für Kunstpädagogik (BDK e.V.) Tagungsleitung: Dr. Sabine Baumann Tel: 05331 808 434 www.bundesakademie.de

Wolfenbüttel 23. – 25. Nov. München Werkstatt: Sponsoring 20. Nov. Rohlinge sind die Werkstücke, die in einer Internationaler Kongress Werkstatt zu einem vollständigen und praxi“Computerspiele und Gewalt” stauglichen Produkt bearbeitet werden. RohNeue Ergebnisse der Medienwirkungsforlinge sind auch Ihre ersten Ideen und Vorstelschung. Pädagogische und politische Konselungen, Ihre Grobkonzepte und Projektentquenzen würfe für die Suche nach Sponsoren. AngeComputerspiele unterscheiden sich nach Insprochen sind besonders Museumsmitarbeihalt und Modus der Repräsentation. Actions- ter ... Teilnehmer werden für die Präsentation piele sind schnell und fixieren den Spieler auf Ihrer Planung angemessen Zeit und Raum zur Exzesse des virtuellen Tötens und Orgien der Verfügung haben. Wesentliche Materialien, Gewalt, die einer sensiblen und humanen Per- wie Sponsoringleitfaden, Sponsoringbroschüsönlichkeitsentwicklung bei Kindern und Jure o.ä, sollten daher mitgebracht werden. gendlichen entgegenwirken. Gleichzeitig wird Dozent: Jörn Brunotte gründete 2001 seine von interessierten Kreisen in Politik, WirtFirma :beramus – Museumsberatung Berlin. schaft und Wissenschaft behauptet, die WirSeit einem Jahr ist er darüber hinaus Gekungsforschung habe keine oder nur widerschäftsführer von Culture to go GbR, einer sprüchliche Ergebnisse hervorgebracht und es Agentur, die sich auf mobile digitale Kulturgäbe keine Auswirkungen von virtueller Geführungen spezialisiert hat. www.beramus.de walt auf das Verhalten von Kindern und Juund www.culture-to-go.de. gendlichen. Der Kongress will “dieser geziel- Bundesakademie für kulturelle Bildung ten Desinformation neue Ergebnisse der Me- Wolfenbüttel, Dr. Grünewald Steiger, dienwirkungsforschung entgegensetzen sowie Tel. 05331.808-425, www.bundesakademie.de politische und pädagogische Konsequenzen daraus ableiten.” Internationale MedienforLoccum scher präsentieren vier neue Längsschnittstu- 24. bis 26. Nov dien. Der Kongress richtet sich an WissenZur Bildung befähigen schaftler, Lehrkräfte und Multiplikator/-innen Wie kann das Bildungsscheitern der jungen aus den Bereichen (Medien)Pädagogik, Schule männlichen Migranten überwunden werden? und Jugendarbeit sowie an Eltern. Evangelische Akademie Loccum, Hochschule München und LMU München, Tel.: 05766 - 810, www.loccum.de www.hm-medienkongress.de München Wolfenbüttel 25. Nov. 22. / 23. Nov. Pädi 08 – Verleihung des Ist der Betrachter noch im Bild? Pädagogischen Interaktiv-Preises Ist der Betrachter angesichts der globalen Alljährlich verleiht das SIN – Studio im Netz Verfügbarkeit digitaler Bilder und ihrer beden Pädagogischen Interaktiv-Preis “Pädi” schleunigten Wahrnehmung noch „im Bild”, für die besten multimedialen Produkte für wie Wolfgang Kemp es vor über zwanzig Kinder und Jugendliche.

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T E R M IN E Im Mittelpunkt der Verleihung stehen die Kinder: rund 600 kleine und große Gäste. SIN – Studio im Netz e.V. Veranstaltungsort: Kulturzentrum Gasteig, Um Anmeldung wird gebeten: Tel.: 089-72467700, sin@sin-net.de. s.a.: www.pädi.de (mit Umlaut!)

München 27. Nov. Kultur in Deutschland – Herausforderung für die Kommunen Kulturreferat der Landeshauptstadt München Referatsleitung Werner Schmitz, Burgstr. 4, 80313 München

Wolfenbüttel 30. Nov. bis 2. Dez. Interkulturelle Arbeit mit Jugendlichen: Herausforderung für die Museumspädagogik Museen als akzeptierte Orte der Freizeitgestaltung? Ausgehend vom Projekt „Forschen In Eigener Sache / FIES” werden die Wege von der Idee zum Konzept, Fragen der Finanzierung, Umsetzung und Auswertung und die Möglichkeiten eines längerfristigen Arbeitens vorgestellt und diskutiert. Bundesakademie für kulturelle Bildung, Wolfenbüttel,, Tel.: 05331 808-411, www.bundesakademie.de

Remscheid 4. / 5. Dez. Schöne Neue Medienwelten Medienpädagogisches Forum für Fotoprojekte mit Kindern, Podcasting in der Jugendarbeit, Web 2.0 Anwendungen in virtuellen Communities und Partizipationsmodelle von Massenmedien. Akademie Remscheid, Tel.: 02191 7940, eee.akademieremscheid.de Gauting 9. / 10. Dez. Jugendarbeit und Schule in Kooperation – eine Zwischenbilanz Auf welche Weise kann Jugendarbeit im Gesamtzusammenhang lokaler Bildungspartnerschaften beteiligt sein? Welche Rahmenbedingungen sind dafür erforderlich? Institut für Jugendarbeit Gauting, Tel.: 089 - 893 233 33, www.institutgauting.de

Berlin München 3. bis 5. Dez. 27.bis 29. Nov. Kongress „Vision Kino 08 Film – „Ich hab gar nicht gemerkt, Kompetenz – Bildung” dass ich was lern” Film als Medium der interkulturellen VerstänLernkultur und Wirkungen Kultureller Bildigung und Element von Integration wird ein dung in Kooperationsprojekten mit Schule. Schwerpunktthema. Im Rahmen des europäiAbschluss-Tagung des „PraxisforschungsproBewerbungsfrist: 15. Dez. schen Jahres des interkulturellen Dialogs und jekts – Leben lernen”. Im „PraxisforschungsPlusPunkt Kultur der Diskussion über Migration und soziale projekt – Leben lernen” wurden durch die ... ist ein bundesweit ausgeschriebener ProBenachteiligung von Kindern und Jugendlichen jektwettbewerb für Engagementprojekte besondere Akzentuierung der künstlerischen soll das Potential der Filmbildung in diesem Mittel Tanz, Theater und Film Wirkungen in bzw. -konzepte in der Kultur höchst relevanten Bereich deutlich gemacht der kulturpädagogischen Arbeit mit Kindern In den vergangenen Jahren hat sich in der werden. Der Kongress findet in Kooperation und Jugendlichen untersucht. Kultur im Verbund mit freiwilligem Engagemit der Bundeszentrale für politische Bildung Parallel dazu wurden Möglichkeiten und ment viel bewegt. Es entstanden wegweisenund mit Unterstützung des Medienboard Ber- de und nachhaltige Projekte wie das FSJ KulGrenzen in der Zusammenarbeit von kultulin-Brandenburg sowie des Hauptstadtkulturreller Kinder- und Jugendarbeit und Schule tur. Diese überaus positiven Erfahrungen mit fonds statt. www.visionkino.de systematisch ausgelotet.Thematischer Angeljungem Engagement in der Kultur möchte die punkt der Tagung sind Erfahrungen, Ergebnisse und Erkenntnisse aus der zweijährigen Begleituntersuchung im „Praxisforschungsprojekt – Leben lernen”, das vom „Institut für Angewandte Kulturelle Bildung” und der „Pädagogischen Aktion / Spielen in der Stadt” zusammen mit drei Münchner Partnerschulen durchgeführt wurde.Referenten sind u. a. Prof. Andreas de Bruin, Prof. Max Fuchs, Prof. Burkhard Hill, Prof. Joachim Kahlert, Prof. Eckhardt Liebau, Prof. Wolfgang Zacharias, die Projektleiter sowie Kultur-, Schul- und Sozialpädagogen aus der Projektpraxis. Hochschule für angewandte Wissenschaften – FH München PA/ Spielen in der Stadt e. V., Institut für Angewandte Kulturelle Bildung e. V. und Hochschule München in Kooperation mit dem Kultur- und Schulservice MUC und der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung e. V. Weitere Infos, Kontakt und Programm auf: www.lebenlernen.org Die Liebe zu den drei Orangen, Commedia dell´arte nach Carlo Gozzi, Eine FestSpielHaus-Produktion, München

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BKJ mittels neuer Ideen sowie Kooperationen weiterentwickeln. Matthias Riesterer , Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- & Jugendbildung e.V. Projektleitung PlusPunkt Kultur, Berlin, T. 030 32529629, www.plus-punkt-kultur.de

Aschaffenburg ab 15. Dez. Seminare des Instituts Psychologie und Sicherheit „Alltägliche Gewalt an Schulen – Vorbeugung & Umgang mit auffälligen Jugendlichen” zu Umfang, Ursachen & Präventionsansätze von Gewalt und Präventionskonzepten und “Krisenteams an Schulen” … Weitere Einzelheiten: Dr. Jens Hoffmann & Isabel Wondrak GbR Dipl.-Psychologen, Tel.: 06021-4395066, www.institut-psychologie-sicherheit.de,

Einsendeschluss 15. Jan. Bundeswettbewerb “Video der Generationen 2009” Die Teilnahme ist in zwei Kategorien möglich. Im „Allgemeinen Wettbewerb” sind Produktionen aus allen Themenbereichen zugelassen. Beim diesjährigen Sonderthema “Keine Panik!” sind Filme gefragt, die von persönlichen Herausforderungen und Konflikten erzählen. Die Wahl der filmischen Gestaltungsmittel ist in beiden Kategorien freigestellt: vom Zeitzeugen-Portrait über Dokumentation oder Spielfilm bis zum Animationsfilm oder Experimentalvideo. KJF-Medienwettbewerbe, Video der Generationen 2009 Remscheid, T. : 02191 - 794 238, www.video-der-generationen Und: Deutscher Jugendvideopreis 2009 Bundeswettbewerb für Video und Animation Der Wettbewerb richtet sich an alle unter 26 Jahren. Das Themen-Special 2009: “Heim@tBilder”. Die Teilnahmeinfos befinden sich auf www.jugendvideopreis.de.

Gauting 15. / 16. Jan Spiele und Übungen in Konfliktsituationen Praxisbeispiele und Methoden richten sich besonders an Fachkräfte in der Ganztagsbetreuung: der Marathon Mittagessen-HausaufgabeFreizeit erzeugt Dynamik und Anspannung. Abfedern können Spiele zum Austoben und zur Konzentration, um den Spagat Lern- und Frei-Zeit positiv zu gestalten. Institut für Jugendarbeit Gauting, 089 89 32 33 0, www.institutgauting.de

Augsburg 16. / 17. Jan Kinderzeichnung und jugendkultureller Ausdruck Zweitägiges Forschungssymposium zur Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung der Kinderzeichnung und dem jugendkulturellen Ausdruck. Universität Augsburg, Info und Anmeldung: http://kinder-jugendkulturkongress.de/

Waldmünchen 16. bis 18. Jan dokumentarisch filmen Video-Filmer ab 16 Jahren und Erwachsene stellen sich Fragen zum Blickwinkel im Interview, zu Montagetechniken, Wirkung von Musik u.a. . Jugendbildungsstätte Waldmünchen Tel.: 09972 94140, www.jugendbildungssaette.org München bis 25. Jan. Walt Disneys Wunderbare Welt und ihre Wurzeln in der europäischen Kunst Diese faszinierende, multimediale Ausstellung bietet überraschende Einblicke in die Bildwelt des Meistererzählers Walt Disney (19011966). Jeder kennt die großen Klassiker des Zeichentrickfilms, wie Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937), Fantasia (1940) oder Das Dschungelbuch (1967). Dennoch bemerken nur die wenigsten, wie tief die Bilder dieser Filme in der europäischen Kunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurzeln. In der Gegenüberstellung von Originalzeichnungen, Malereien, Figurmodellen und Filmausschnitten des frühen Disney Studios (1928-1967) mit Gemälden und Skulpturen von Künstlern der deutschen Romantik, des französischen Symbolismus, der Viktorianischen Malerei und des Surrealismus zeigt die Ausstellung konkrete Verbindungen zwischen der populären und der hohen Kunst, zwischen Literatur und Film sowie zwischen der amerikanischen und europäischen Kultur. www.hypo-kunsthalle.de Dortmund bis 25. Jan EVET – Ja, ich will Erstmals werden deutsche und türkische Hochzeitsriten und –moden im Vergleich gezeigt. Bei der deutsch-türkischen Begegnung zum Thema Hochzeit zeigt sich: es gibt

Unterschiede und Gemeinsamkeiten, Exotisches kommt manchmal aus dem eigenen Land und: Brautkleider bleiben kulturübergreifend attraktiv, auch wenn sich die Zeiten und der Stellenwert der Ehe geändert haben und noch ändern. Zur Ausstellung ist ein deutsch-türkischer Katalog erschienen. Herausgeber sind Wolfgang E.Weick, Alfried Wieczorek, Gisela Framke und Petra Hesse-Mohr. Museum für Kunst und Kulturgeschichte, www.evet-jaichwill.de

Tutzing 13. bis 15. Feb. Kultur: für Wen? Die gegenwärtigen Prozesse sozialen Wandels erfordern Umdenken auch im Kulturbetrieb. Die Frontenbildung „Hochkultur” und “Kommerzialisierung” ist überholt. Wie stellen sich die Akteure auf die veränderten Erwartungen eines ausdifferenzierten Kulturpublikums ein? Evangelische Akademie Tutzing, Tel.: 08158251146, www.ev-akademie-tutzing.de München 20. Feb. 3. Kunstpädagogischer Tag des BDK-Bayern Interdisziplinäre Bildforschung. Institut für Kunstpädagogik der LMU München mit dem BDK Bayern, Fachverband für Kunstpädagogik; für Kunstlehrerinnen und –lehrer aller Schularten aus ganz Bayern aus. Mehr Info: www.kunstpaedagogischer-tag.de

München bis 1. März Iss Was?! Die Ausstellung zum Entdecken und Schmecken für Kinder und Jugendliche ab fünf Jahren. Eine Entdeckungsreise zu Lebensmitteln, Geschmack, Verarbeitung, Gewinnung, Sinnlichkeit, Kochlöffel, gesundem Leben uvm. Kinder- und Jugendmuseum München, Tel.: 089 54540880, www.kindermuseum-muenchen.de Gauting 3. bis 5. März Sehen, Hören, Riechen, Experimentieren Der Sinnesparcours von Hugo Kükelhaus Spielerische, modellhafte Experimente, handwerkliches Arbeiten, methodische Anleitung Institut für Jugendarbeit Gauting, 089 89 32 33 0, www.institutgauting.de

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T E R M IN E

Tutzing 12. März Mit Gefühl lernen Für erfolgreiches Lernen reichen Leistungsstandards nicht aus. Die neurowissenschaftliche Lernforschung zeigt, welche Rolle Emotionen für den Lernerfolg spielen und stützt den Wert reformpädagogischer Ansätze für Wissens- und Wertevermittlung. Evangelische Akademie Tutzing Tel.: 08158 - 251 146, www.ev-akademie-tutzing.de Nürnberg 18. bis 20. März Praktikanten erfolgreich anleiten Rolle und Aufgabenstellung der Praxisanleitung, Planung des Lernens, Einbindung ins Team, Anleitungsgespräche und Beurteilungen. … Institut für Jugendarbeit Gauting, 089 89 32 33 0, www.institutgauting.de

Oberspitzenbach 22. bis 27. März Beginn der Grundausbildung Zirkuspädagogik Die Beschäftigung mit der Figur des Clowns leitet die Grundausbildung ein: Improvisation, Spielregeln, Körpertraining, Komik … JoJo, Zentrum für Artistik&Theater, Oberspitzenbach, Tel.: 07682 909601, www.jojo-zentrum.de Gauting 23. bis 25. März Humor und erlebnisaktivierende Methoden in Pädagogik und Beratung Es geht um den gezielten Einsatz von Sprache und erlebnisaktivierenden Methoden in Pädagogik und Beratung, um Elemente der ressourcenorientunwerten Ansatzes und um die Spielregeln eines professionellen Humors. Praxisorientiertes Seminar; Institut für Jugendarbeit Gauting, 089 89 32 33 0, www.institutgauting.de Gauting 23. bis 25. März Handyclips – Neue Möglichkeiten einer niederschwelligen Medienarbeit SMS, Foto, Film. Das Handy ist multifunktional und hat auch kreative Möglichkeiten. Übungen im Filmen, konvertieren, schneiden

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werden ergänzt durch Stichworte wie Kostenfalle, Gesundheit uvm.. Institut für Jugendarbeit Gauting, 089 89 32 33 0, www.institutgauting.de Bonn

31. März bis 2. Apr. Weltkonferenz Bildung für nachhaltige Entwicklung Startschuss zur 2. Halbzeit der UN-Dekade Deutschland ist Gastgeber der Weltkonferenz Sie wird von der UNESCO und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung in Kooperation mit der Deutschen UNESCOKommission organisiert. Zu der Konferenz werden 700 Teilnehmer aus allen Weltregionen erwartet.

München bis August 2009 “Kein Land war zu sehen” Robinsonaden in der internationalen Kinder- und Jugendliteratur Kennen Sie Alexander Selkirk? Nein? – Aber von Robinson Crusoe haben Sie sicherlich schon gehört! Alexander Selkirk, ein 19-jähriger schottischer Seemann, war das historische Vorbild für Daniel Defoes Inselheld. Anfang des 18. Jahrhunderts verbrachte er vier Jahre auf einer einsamen Insel im Pazifik. Die Internationale Jugendbibliothek widmet ihre neue Jahresausstellung der Geschichte von “Robinson Crusoe” und dem nach ihm benannten literarischen Genre, der Robinsonade, die von der meist unfreiwilligen Isolation einer oder mehrer Protagonisten auf einer Insel, fernab der vertrauten, vermeintlich zivilisierten Welt, erzählt. Eine Vielfalt, die manch einen überraschen wird: Neben kunstvoll illustrierten Robinsonaden aus dem 18. und 19. Jahrhundert stehen moderne Ausgaben sowie einige Pop-UpBücher und historische Papiertheater. Neben den Büchern begleiten Textzitate, Kommentare, Landkarten und „Fundstücke” die Besucher auf diesem Streifzug durch literarische Inselwelten. Internationale Jugendbibliothek, Schloss Blutenburg, Tel.: 089/891211-30


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M a r k t p la t z Landtagsbeschluss vom 5. Juni 2008: “Kulturelle Bildung als gleichwertiges Bildungsziel Der Freistatt Bayern bekennt sich zu der Zielsetzung, die Vermittlung kultureller Bildung an allen allgemein bildenden Bildungseinrichtungen als gleichwertiges Bildungsziel anzuerkennen.” Begründung: “Kulturelle Bildung wird in der Schule bisher noch nicht als integraler Bestandteil von Bildung verstanden, sondern als zusätzliches und damit auch oft genug als zu vernachlässigendes Angebot aufgefasst. Neben den versetzungsrelevanten Fächern wird den Potenzialen von Kunst und Kultur nach wie vor zu wenig Beachtung geschenkt. Die Jugendkulturstudie 2005 hat gezeigt, dass bei der Nutzung kultureller Angebote ein gravierendes Gefälle zwischen Kindern und Jugendlichen aus kulturaffinen Elternhäusern und bildungsfernen Schichten besteht. 17 Prozent aller Jugendlichen zwischen 14 und 25 Jahren waren noch nie in einer Theateraufführung, in einem Museum oder in einem Konzert. Durch den Schulunterricht, der im Vergleich zu individuellen privaten Zusatzangeboten, alle Kinder erreicht, wird kulturelle Bildung zu wenig vermittelt. Kulturelle Bildung ist unverzichtbarer Teil einer umfassenden Persönlichkeitsbildung. Musik, Theater, Spiel und Tanz, Medien und Literatur stärken die kreativen und emotionalen, die kognitiven und sozialen Fähigkeiten junger Menschen. Der subjektorientierte Ansatz kultureller Bildungsarbeit knüpft an den Bedürfnissen und Stärken von Kindern und Jugendlichen an, ermöglicht individuelle Erfolgserlebnisse von Integration und Teilhabe und ist damit von hoher gesellschaftspolitischer Relevanz. Angebote aus der Musik, der Rhythmik, dem Spiel und der bildenden Kunst, das Hören und Erzählen von Geschichten, ein spielerischer Umgang mit Sprache und dem eigenen Körper fördern Sinne und Motorik genauso wie die Freude am Spiel und die Neugierde, sich auszuprobieren. Kulturelle Bildung von Anfang an wird die Chancen für ganzheitliches Lernen und umfassende Bildung für alle Kinder verbessern helfen.”

Wahlprüfsteine der Kulturpolitischen Gesellschaft (Landesgruppe Bayern) zur Landtagswahl 2008: Fragen zur Kulturpolitik an die Bayerischen Parteien zum vierten Mal nach 1994, 1998 und 2003 hat die kulturpolitische Gesellschaft, Landesgruppe Bayern, zur Landtagswahl 2008 kulturpolitische Fragen an die bayerischen Parteien gestellt: 11 Fragenkomplexe standen zur Beantwortung an – und CSU, SPD, Grüne/Bündnis 90, FDP und Linke antworteten detailliert, während die Freien Wähler keine Aussagen zu aktuellen kulturpolitischen Fragen zu Papier brachten. Im Folgenden sind einige Kernaussagen zusammengefasst: Gleich die erste Frage wurde von allen Parteien besonders ausführlich beantwortet: Ging es doch um den Ausbau der kulturellen Bildung – und Bildung war das Schwerpunktthema des

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gesamten Landtagswahlkampfs. Die CSU will Engagement für kulturelle Bildung zum generellen Kriterium für staatliche Förderung machen und sieht künftige Förderungsschwerpunkte in den Bereichen Integration und ehrenamtliches Engagement, u.a. durch die Einführung einer „Ehrenamtscard”. Die SPD verweist auf den großen Rückstand, den Bayern bei kulturellen Bildungsangeboten gegenüber anderen Flächenstaaten hat und setzt auf die Ganztagsschule. Sie hat konkrete Forderungen aus Gesprächen mit Künstlern und Kulturvermittlern entwickelt, die bessere Vernetzungen u.a. mit einer „Kommission für kulturelle Bildung”, eine stärkere Verankerung der kulturellen Bildung in den schulischen Lehrplänen, regionale Konzepte für kulturelle Bildung in Kindergärten und Horten und eine eigenständige Berücksichtigung der kulturellen Bildung bei der Zuschussvergabe durch den bayerischen Kulturfonds vorsehen. Die Grünen befürworten ebenso wie die FDP einen Ausbau der Institutionen für kulturelle Bildung (z.B. Musikschulen, Jugendkunstschulen, Kooperationen Schule und Kultur) und befürworten auch eine institutionelle Förderung einer Landesstelle für kulturelle Bildung. Die FDP merkt kritisch (und aus Sicht der Kulturpolitischen Gesellschaft zutreffend) an: “Von Ausnahmen abgesehen scheint es dennoch so, dass der Alltag der meisten Schulen und vieler Kulturinstitutionen noch nicht durch eine verbreitete Praxis kultureller Bildung bestimmt ist” und legt auch den Finger auf die Wunde der “rigiden Abgrenzung” der Ressorts Kulturpolitik, Bildungspolitik, Jugendpolitik. “Die Linke” fordert einen “Kulturpass”, der für sozial Schwächere Angebote kultureller Bildung offen hält. Zum Thema “Interkulturalität” verweist die CSU auf ihr10-Punkte-Programm zur Integration (inkl. Sprachförderung und Einbürgerung) und betont die “Prägekraft einer Leitkultur” für das Zusammenleben der Kulturen, verbunden mit “positiver Offenheit” gegenüber den Beiträgen anderer Kulturen. Die SPD definiert die interkulturelle Arbeit als “Querschnittsaufgabe für alle kulturellen Einrichtungen”, um einen Beitrag zur gleichberechtigten Teilhabe am Leben aller Menschen, unabhängig der Herkunft, zu leisten. Die Grünen sehen das kulturelle Potential der Menschen mit Migrationshintergrund in Bayern “durch die staatliche Kulturförderung bisher kaum wahrgenommen”. Bei der Frage nach Teilhabe und Mitwirkung aller Bevölkerungsschichten an der Kultur verweist die CSU auf die bayerische Stärke der Verbindung von Tradition und Moderne, und will deshalb Brauchtum bewahren und weiterentwickeln, Spitzenleistung und Breitenförderung verbinden. Schwerpunkt für die Zukunft sei deshalb die kulturelle Bildung. Verantwortlich: Dr. Uli Glaser, Geschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft, Landesgruppe Bayern.Die Auswertung der “Kulturpolitischen Wahlprüfsteine 2008” steht allen Medien für Print- und Internetznutzung zur Verfügung. Um einen Nutzungshinweis wird an clug@nefkom.net gebeten.Die kompletten Antworten der Parteien finden sich unter www.kupoge.de


z t al p t k r a M

Bildung in Deutschland 2008 2. Nationaler Bildungsbericht 17 Mio Menschen nutzen in Deutschland Bildungsangebote, 1,5 Mio Menschen sind mit den pädagogischen und wissenschaftlichen Aufgaben betraut, jährlich werden 140 Mrd. Euro für das Bildungswesen aufgewendet. Allerdings ist der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt rückläufig und die Weiterbildungsbeteiligung stagniert. Das ist eine Diskrepanz zischen öffentlicher Rhetorik zum lebenslangen Lernen und der tatsächlichen Beteilung der Bevölkerung. Ein Rückgang ist auch bei den Maßnahmen der außerschulischen Jugendbildung zu verzeichnen. Der von Bund und Ländern (BMBF und KMK) in Auftrag gegebene Bericht wurde unter der Leitung des Deutschen Instituts für Internationale pädagogische Forschung (DIPF) erarbeitet. Nach dem Schwerpunkt 2006 “Bildung und Migration” sind 2008 die “Übergänge Schule – Berufsausbildung – Hochschule – Arbeitsmarkt” im Fokus gewesen. Der Bericht kann kostenlos heruntergeladen werden: www.bildungsbericht.de

Kulturförderfonds Die Kulturstiftung des Bundes hat bis 2013 die Finanzierung bundesweit tätiger Förderfonds garantiert: der Deutsche Literaturfonds, der Fonds Soziokultur, der Fonds darstellende Künste sowie die Stiftung Kunstfonds erhalten weiterhin Mittel in derzeitiger Höhe von 1 Mio Eur jährlich. www.kulturstiftung-des-bundes.de Förderung von Jugendkultur – und Fachkräftebegegnungen 2009 Im Herbst liegen wichtige Abgabetermine! Informationen für eine Antragstellung zur Förderung von Begegnungen 2009 sind bei folgenden Zuschussgebern zu finden: Deutsch-Französisches Jugendwerk, Deutsch-Polnisches Jugendwerk, DeutschTschechisches Koordinierungszentrum Tandem, DeutschIsraelisches Koordinierungszentrum ConAct, Stiftung DeutschRussischer Jugendaustausch und Programm Internationale Jugendarbeit des Bundesjugendministeriums (BMFSFJ). S.a. http://int.bkj-remscheid.de/ 20 Jahre Fonds Soziokultur Seit mittlerweile zwanzig Jahren fördert der Fonds Soziokultur Projekte, die kulturelle und soziale Veränderungen unserer Gesellschaft künstlerisch aufgreifen und bearbeiten. Er vergibt jährlich Fördermittel in Höhe von 1 Mio. Euro und wird gespeist aus Mitteln der Kulturstiftung des Bundes. In seiner zwanzigjährigen Fördertätigkeit hat der Fonds über 10.000 Anträge bearbeitet, gut 1.000 Projekte wurden mit über sieben Mio. Euro gefördert. Weitere 25 Mio. Euro haben die Projektträger an Eigen- und Drittmitteln mobilisiert. Die Soziokultur ist aus der Neuen Kulturpolitik der 1970er Jahre im Westen Deutschlands entstanden.

“Kultur von allen und für alle” war und ist ihr Anliegen. Soziokulturelle Projekte setzen die Theorie in die Praxis um. Programmatische Essentials waren und sind: Öffentlichkeit und Teilhabe, Bildung und Aufklärung, Vielfalt und Identität, Alltag und Kontext, denn “Kultur ist alltäglich”, sowie Befähigung und Ermutigung. Entsprechend der Ressourcen Interesse, Zeit, Geld und Bildung sind die Ressourcen und damit die Teilhabechancen ungleich verteilt. Soziale und kulturelle Exclusion gehen Hand in Hand. „Das soziokulturelle Projekt hat sich in diesem Zusammenhang immer auch anwaltschaftlich und in einem kompensatorischen Sinne verstanden.” (Norbert Sievers, Geschäftsführer des Fonds Soziokultur e.V., Kulturpool. Mitteilungen, 121)

20 Jahre Kinderkommission des Deutschen Bundestages Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages setzt sich für die Interessen von Kindern in allen Lebensbereichen ein – dazu gehören Sicherheit im Straßenverkehr ebenso wie Gesundheit und Bildung. Sie fordert unter anderem: einen Ausschuss „kulturelle Kinder- und Jugendbildung” bei der Kultusministerkonferenz (KMK), der sich als ressortübergreifendes Netzwerk sowohl aus Vertretern/innen der Länder (Ressorts: Kinder und Jugend, Bildung, Kultur) als auch aus externen Experten/innen, z.B. der BKJ zusammensetzt; die Vernetzung von kommunalen Bildungs- und Kultureinrichtungen (mit schulischen und außer-schulischen kulturellen Bildungsangeboten) zu fördern; freien Eintritt in alle kulturellen staatlichen Einrichtungen für Kinder; die Aufnahme und Ausweitung von kulturellen Programmen und Projekten in den „Nationalen Integrationsplan”; eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, die zur festen Verankerung des gesellschaftlichen Bewusstseins über die große Bedeutung von Kunst und Kultureller Bildung beiträgt. Außerdem sollte die Schlüsselrolle von Eltern und Schule stärker Berücksichtigung finden. Die BKJ begrüßt die Forderungen der KiKo zum Thema “Kinder und Kultur” und ihr Anliegen, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen, nachdrücklich und steht der KiKo mit ihren 51 Mitgliedern aller Sparten der Kulturellen Bildung bei deren Umsetzung gern zur Verfügung. Die BKJ verfügt bereits über ein Netzwerk kommunaler und bundesweiter Einrichtungen und engagiert sich in Partnerschaften, z. B. mit dem Bundeselternrat und zwischen Kultur und Schule.

Was wissen Kulturanbieter von den kulturellen Interessen und Gewohnheiten von Menschen mit Migrationshintergrund? Noch immer wissen Kulturanbieter, -verwalter und -politiker wenig über diese relevante und stetig wachsende Zielgruppe, ihre Wertorientierungen, Lebensziele, Wünsche und Zukunftserwartungen. Zum ersten Mal wurden die Lebenswelten und Lebensstile von Menschen mit unterschiedlichem Migrations-

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M a r k t p la t z hintergrund, so wie sie sich durch das Leben in Deutschland entwickelt haben, mit dem Ansatz der Sinus-Milieus untersucht. Im Auftrag der Kulturabteilung des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen wurde im Rahmen einer Pilotstudie von Meral Cerci in Dortmund ein Fokus auf das Thema Kunst und Kultur gelegt. Eingebettet in den ganzheitlichen Ansatz der Lebensweltanalyse wurden pro Milieu die Einstellungen und Motive herausgearbeitet und folgende Fragen beantwortet: Welchen Stellenwert hat das Thema Kunst und Kultur im Leben der Zielgruppe? Und: Welche Kulturangebote werden in den verschiedenen Milieus genutzt und warum? Es existiert außerdem Film-, Video- und Audio-Material im Auftrag der interkultur.pro . Die beiden Studien werden im Modul “Daten, Fakten, Lebenswelten” der interkultur.pro regelmäßig unterschiedlichen Zielgruppen vorgestellt. Somit soll der Wissenstransfer in Nordrhein-Westfalen und bundesweit sichergestellt werden. Präsentation: “Lebenswelten und Milieus der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland” : www.nrw-kulturen.de

Mehr Bildungschancen für Migrantenkinder: Grünbuch der EU eröffnet Debatte Die EU-Kommission will mit einem Grünbuch über die Bildungssituation von Kindern mit Migrationshintergrund das Nachdenken über eine Verbesserung der Bildungssysteme in den Mitgliedstaaten anstoßen. Mit dem neuen Grünbuch “Migration & Mobilität: Chancen und Herausforderungen für die EU-Bildungssysteme” reagiert die EU-Kommission auf neue Anforderungen an die Bildungspolitik der Mitgliedstaaten infolge von Einwanderung und EU-interner Mobilität. … s.a. http://int.bkj-remscheid. Interkulturelle Theaterarbeit Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Spiel Theater e.V. hat mit einer vom Bundesbildungsministerium geförderten Untersuchung eine Datenbank zur Theaterarbeit in Migrationskontexten zusammengestellt, welche die Vernetzung der Akteure vorantreiben soll. www.bag-online.de Kanadas Schulen und ihre Zuwandererinder Kanadas Schulen nehmen einen der ersten Plätze in den PISA Ranglisten ein. Der Einfluss der sozialen und der kulturellen Herkunft auf den Schulerfolg ist relativ gering. Bereits nach einer Generation können Kinder aus Zuwandererfamilien gleich gut lesen und rechnen. Die meisten kanadischen Schulen differenzieren meist erst mach der 8.Klasse intern in hochschulvorbereitende und berufliche Bildungsgänge. Kanada ist ein klassischen Einwanderungsland und verfolgt eine selektive Einwanderungspolitik. Rund 65 Prozent der Neubürger sind qualifizierte Fach- und Führungskräfte (!) aus Europa und Asien. Bereits nach 3 Jahren können sie einen Einwanderungsantrag stellen.

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Kanada versteht sich als multikulturelle Nation, das ist seit 1988 gesetzlich im Canadian Multiculturalism Act festgeschrieben.

Das Simon Bolivar Jugendorchester steht unter der Leitung von Gustavo Dudamel. “Eine staatliche Musikstiftung, die in Venezuela jeder nur “el sistema” nennt, hat das Land vom Regenwald bis zur Küste mit Núcleos, Musikschulen überzogen. Die Kinder kommen von überall her, vor allem aber aus den Barrios, den Elendsvierteln. Sie kennen weder Brahms noch Beethoven, sondern die Musik der Strasse: Autolärm Geschrei und Schüsse. ... Irgendwo schmettert eine Trompete. In einem der quadratischen Übungsräume sitzt eine Geigerin hinter der Glastür und übt ein Tremolo. Aus dem Auditorium hört man Hämmer, dort wird noch gebaut. Jede Etage hat Internetanschluss, und jeder Schüler hat Zugriff auf eine digitale Musikbibliothek. 25 Millionen Euro hat Tómas Lugo, Venezuelas wohl bekanntester Architekt, in diesem Kasten aus Waschbeton und Stahl verbaut. Sieben solche Zentren sollen im Land noch entstehen- in Europa findet sich kaum Vergleichbares.” Josè Antonio Abreu ist der Gründer des Jugendorchesters, “und er hat das Sistema ins Leben gerufen. Das war 1975, als die beiden Sinfonieorchester, die es damals in Venezuela gab, ausschließlich mit ausländischen Profimusikern besetzt waren. Es war auch die Zeit des Ölbooms, und so gelang es dem populären Komponisten, das Gesundheitsministerium ins Boot zu holen, um die musikalische Ausbildung von Kindern zu subventionieren. Heute gehören fast 300.000 Kinder und 15.000 Lehrer zu diesem System, 800 Musikschulen verteilen sich übers Land.” Im vergangenen Sommer war das Simon Bolivar Jugendorchester in Europa. Voraussichtlich 2009 läuft bei Arte der Film “El Sistema” (www.el-sistema-fim.com.) (Quelle: Chrismon, 08.2008, Frankfurt a. Main) Europäisches Jugendforum schlägt einen “Qualitätssicherungsrahmen” für nicht-formale Bildung vor Eine Road-Map bis 2015 soll einen umfangreichen Diskussionsund Einigungs-Prozess organisieren. Das Europäische Jugendforum macht mit seinem im Mai verabschiedeten “Politik-Papier zu nicht-formaler Bildung: Ein Rahmenwerk für die Definition und Sicherung von Qualität” (Policy Paper on Non-Formal Education: A framework for indicating and assuring Quality) einen großen Aufschlag. s.a. http://int.bkj-remscheid. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss das Internet als Chance zum Dialog und zur Förderung der Bildung von Kindern und Jugendlichen im Sinne seines Auftrags nutzen. “Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Teilhabe an Kultur und Bildung!” – eine Stellungnahme der Bundes-


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vereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V.: Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen sind mehr denn je auch Medienwelten. Das alltägliche Leben – Bildung, Arbeit und Freizeit – wird zunehmend digital. Für die heranwachsende Generation hat sich das Internet zu einem wichtigen Medium für die soziale Kommunikation entwickelt. Mit den damit verbundenen Chancen und Herausforderungen befasst sich der Arbeitskreis Medien in der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) und verweist auf die besondere Verantwortung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Bereits im März 2008 plädierte die BKJ beim Fachtag der ARD Gremien für mehr Partizipation der Jugendlichen bei der Programmgestaltung und betonte, dass die Präsentation und die behandelten Themen kinder- und jugendrelevant sein müssen und Möglichkeiten zur aktiven Teilhabe bieten sollten. Die BKJ unterstützt daher die Bemühungen des öffentlichrechtlichen Rundfunks, diese Zielgruppe inhaltlich und technisch besser und nachhaltig zu erreichen und hierfür auch neue Wege über das Internet zu beschreiten. Wichtig sei es, die verschiedenen Formate auf ihre Relevanz für die Lebenswelt junger Menschen und auf ihre Partizipationspotenziale abzuklopfen. Die BKJ plädierte zugleich an den Gesetzgeber, für die notwendigen Rahmenbedingungen Sorge zu tragen und dies im weiteren Verfahren zur Änderung des Rundfunkstaatsvertrags angemessen zu berücksichtigen. Insbesondere sollten die Fristenregelungen für Online-Publikationen sowie die Regelungen der unentgeltlichen Archivnutzung auf Bildungsangebote entfallen. Gerade die öffentlichen Archive hätten eine herausragende Bedeutung für das Lernen und die Bildung von Kindern und Jugendlichen heute. Sehen Lernen Die Kampagne will in NRW die Öffentlichkeit für die gebaute Umwelt sensibilisieren und die Bevölkerung stärker für die Belange der Baukultur gewinnen. www.sehenlernen.nrw.de www.literturdoener.de Auf der Internetseite dreht sich ein Fleischspieß mit Zitaten ausgewählter Werke der Weltliteratur. Zu jedem Spruch können per Mausklick Autor, Titel und Inhaltsangabe abgerufen werden. Für die Seite zeigt sich der Reclam-Verlag verantwortlich. Die Lesestart Initiative Die Hälfte der Erstklässler bekommen von ihren Eltern nicht vorgelesen. Jetzt können Kinderärzte Lesekoffer an ihre kleinen Patienten verteilen. Über die deutsche “Lesestart”-Initiative informiert die Stiftung Lesen unter www.lesestart-deutschland.de. Dort können sich auch Kinderärzte anmelden, die sich beteiligen wollen.

FLIMMO-Kinderbefragung: Was Kinder mit dem Fernsehen anfangen, hängt von Geschlecht, Alter und ihrer sozialen Umwelt ab. Schon im Vorschulalter unterscheiden sich Mädchen und Jungen, die Unterschiede prägen sich im Altersverlauf weiter aus. Dabei spielt auch das soziale Umfeld eine wichtige Rolle. Das ist ein Ergebnis einer FLIMMOKinderbefragung, an der 96 Kinder zwischen 3 und 13 Jahren teilgenommen haben. Bei den Fernsehanfängern steht generell Unterhaltsames und Wissenswertes im Vordergrund. Von „Zoosendungen” bis hin zu „SpongeBob” reicht das Spektrum ihrer Favoriten. Während die Mädchen eher kleine Abenteuergeschichten rund um kindliche Figuren oder niedliche Phantasiewesen bevorzugen, hat ein Teil der Jungen schon kämpferische Helden im Blick. Überraschend ist, dass einige Kinder detailliert von ihrer Lieblingsserie erzählen können, ohne sie – so die Eltern – je gesehen zu haben. Merchandisingprodukte, Spielzeug und Erzählungen von Freunden eröffnen schon den Jüngsten Zugang zu Fernsehangeboten, die im Elternhaus tabu sind. Je älter die Kinder werden, desto mehr wachsen die Ansprüche an das Fernsehprogramm. Neben der gemeinsamen Vorliebe für Unterhaltsames und Spannendes gibt es ab dem Grundschulalter zunehmende Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während sich die Mädchen häufiger Serien aus dem Kinderprogramm sowie Kinder- und Jugendfilmen zuwenden, werden sogenannte Reality-Shows (z.B. Das Familiengericht) hauptsächlich von Jungen angesteuert. Auch die Spielfilme des Erwachsenenprogramms sind für Jungen deutlich attraktiver, bei einigen stehen schon actionhaltige Spielfilme auf dem Programm. Für Mädchen darf es durchaus auch spannend und abenteuerlich zugehen, allerdings ohne drastische Gewalteinlagen, wie z.B. bei Kim Possible. Die unkonventionelle Zeichentrickheldin bietet den weiblichen Fans Identifikationspotential abseits traditioneller Geschlechterklischees. Auf Gefühle und Beziehungen im Programm richten in diesem Alter fast ausschließlich die Mädchen ihr Augenmerk, sei es bei Casting-Shows wie Germanys Next Top-Model, Soaps oder der Internatsserie Schloss Einstein. Für die meisten Jungen gewinnt das Thema Beziehungen erst ab Anfang des Teenageralters an Bedeutung. Die Befragung wurde im Juni 2007 durchgeführt. Der vollständige Bericht mit den Ergebnissen: www.flimmo.de. JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

Die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) ist eine Studie des Robert Koch-Instituts zum Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen im Alter von 0-17 Jahren. Ziel der Studie ist es, umfassende Daten zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu erheben,

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M a r k t p la t z zu analysieren und die Ergebnisse an die Politik, die Fachwelt und die allgemeine Öffentlichkeit weiter zu geben. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, den Wissensstand über den Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zu verbessern. Sie sollen helfen, Problemfelder und Risikogruppen zu identifizieren, Gesundheitsziele zu definieren und Ansätze für Hilfsmaßnahmen und Vorbeugung zu entwickeln und umzusetzen Themenschwerpunkte waren: Körperliche Beschwerden und Befindlichkeit, akute und chronische Krankheiten, Behinderungen, Gesundheitsrisiken, Unfälle, Psychische Gesundheit und Verhaltensauffälligkeiten, Subjektive Gesundheit (Lebensqualität), Soziale Kontakte, soziales Netz, Unterstützungssysteme, Personale Ressourcen (Schutzfaktoren für eine gesunde psychische Entwicklung), Ernährung, Essstörungen, Adipositas, Schilddrüsengesundheit, Jodversorgung, Gesundheitsverhalten und Freizeitaktivitäten, Medikamentenkonsum, Impfstatus, Inanspruchnahme medizinischer Leistungen. Die Studie befindet sich in der Auswertungsphase. Im Februar 2007 wurde eine Broschüre mit ersten zentralen Ergebnissen an die Studien-Teilnehmer versendet. www.kiggs.de

Akademiker pur? An den Hochschulen studieren immer mehr Kinder aus Akademikerfamilien, sie stellen bis zu 60 Prozent aller Studierenden. Konstanzer Wissenschaftler hatten im Auftrag des Bundesbildungsministeriums 8.350 Studierende von Universitäten und Fachhochschulen befragt. Als Hauptgrund für eine soziale Kluft sieht die Studie Probleme bei der Finanzierung des Studiums.

Verbund europäischer Lernwerkstätten gegründet 1981 wurde der Begriff erstmals in die pädagogische Diskussion eingeführt: Lernwerkstätten sind Orte des Staunens und Erfindens, Lernwerkstätten sind Räume in Bewegung, Lernwerkstätten sind interaktiv, das Lernen in der Lernwerkstatt ist individuell! Lernwerkstätten provozieren über Haltungen und Rollenverständnis von Pädagoginnen und Pädagogen neu nachzudenken. Dr. Hartmut Wedekind leitet die Grundschulwerkstatt der Humboldt Universität zu Berlin und ist Vorsitzender des Gründungsvorstandes des Netzwerks europäischer Lernwerkstätten. Das Netzwerk will das Konzept und die Strategie schützen, sichern, ausbauen und multiplizieren. www.velw.org

Gemeinsam und lebenslang lernen … in Europa Die Akademie Remscheid koordiniert ein didaktisches Projekt im GRUNDTVIG-Programm: „Lernen wie Pippi Langstrumpf: Interdisziplinäre System-Bildung für das Lernen der Erwachsenen” – so lautet der Titel eines neuartigen didaktischen Projekts auf europäischer Ebene, für das die Akademie Remscheid den Zuschlag erhalten hat. Dahinter stecken fünf Einrichtungen der Erwachsenenbildung in fünf verschiedenen Ländern Europas. Sie treten entsprechend dem GRUNDTVIG-Programm für

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Lernpartnerschaften miteinander in Kontakt, tauschen ihr Know-how untereinander aus und entwickeln kleine gemeinsame Projekte. Die Zusammenarbeit und der Austausch im GRUNDTVIG-Programm haben vor allem das Ziel, persönliche und institutionelle Kontakte in Europa zu festigen. Inhaltlich sollen die Projekte dazu beitragen, den Gedanken des lebenslangen Lernens praktisch umzusetzen und auch ältere oder benachteiligte Lernende in einer neuen didaktischen Haltung zu unterstützen. “Interdisziplinäre System-Bildung bewährt sich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bestens. Das wollen wir auch für die Erwachsenenbildung nutzen”, erläutert Roland Oesker aus Remscheid das Konzept. www.akademieremscheid.de

Die Website der Weltkonferenz Bildung für nachhaltige Entwicklung ist online Die Webseite der UNESCO-Weltkonferenz Bildung für nachhaltige Entwicklung ist online. Sie bietet umfassende Informationen zu der Weltkonferenz, die vom 31. März bis 2. April 2009 in Bonn stattfindet, unter www.esd-world-conference2009.org. Die dreisprachige Webseite (Englisch, Französisch, Deutsch) informiert über die Konferenzziele und Programmplanungen, den internationalen Konferenzfachbeirat sowie über Teilnahmebedingungen und Möglichkeiten, am Rahmenprogramm der Weltkonferenz mitzuwirken. Regelmäßig erscheinen auf der Website aktuelle Informationen zu vorbereitenden Konferenzen, Treffen des Fachbeirats und vieles mehr. Zu Lande, zu Wasser und in der Luf Geschichten von jungen Menschen und Tieren Das Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF) hat in seinem Onlinemagazin Top-Videonews eine neue Themenausgabe und Filmempfehlungen veröffentlicht. Kinder lieben Tiere und entsprechend beliebt sind Tierfilme. Sie zeigen exotische Wesen in freier Natur. Sie erzählen von Freundschaft, Abenteuer, Freiheit und Wildnis. Aber sie erinnern uns auch an die Verantwortung, die wir gegenüber der Natur haben. In den vom KJF empfohlenen Filmen erfahren Kinder, dass sie Tiere nicht vereinnahmen können und jedes Wesen seine eigene Natur und sein eigenes Recht hat. An Tierfilmen lässt sich auch das Dilemma zwischen Natur und Zivilisation ablesen. Wo menschliches Leben sich ausbreitet, bleibt wenig Platz für Flora und Fauna. Der direkte Link zu den KJF-Empfehlungen: http://www.top-videonews.de/themen/tierfilm.htm Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland, Remscheid Qualifizierte Kräuterpädagogen Zu Heil- und Aromapflanzen, Kosmetik und der Lust auf die heimische Pflanzenwelt: Eine staatlich zertifizierte Qualifizierung zum Kräuterpädagogen wird von der Gundermannschule


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angeboten. Sie richtet sich an Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung (Landwirte, Pädagogen, Biologen...) Die Qualizierungsmaßnahme wurde von der Ethnobotanikerin und Naturpädagogin Dr. Birgit Klemme und dem Biologen Dr. Dirk Holtermann entworfen und wird ständig weiter entwickelt. Gundermannschule, Meerbusch, Tel.: 02157 128520, www.gundermannschule.de und: Landwirtschaftsamt Weilheim-Schongau, Tel.: 0881 9940, inge.duerrenberger@alf-wm.bayern.de, www.un-kraut.de/weilheim

EURYDICE – künstlerische und kulturelle Bildung Das europäische Bildunsginformationsnetz führt im Auftrag der Europäischen Kommission in den Mitgliedsstaaten eine Studie zu “künstlerischer und kultureller Bildung” an allgemeinbildenden öffentlichen Schulen durch. Die Ergebnisse sollen im “Europäischen Jahr der Innovation und Kreativität 2009” vorliegen. www.educult.at Tanzplan Deutschland Seit 2005 fördert die Kulturstiftung des Bundes den Tanzplan Deutschland, um die professionelle Tanzausbildung in Deutschland zu qualifizieren. Aus- und Fortbildungsangebote für Tanz und Tanzpädagogik unter: www.tanzplan-deutschland.de Schulen tanzen Dem Bundesverband Tanz in Schulen e.V. wird die Finanzierung bis 2010 sichergestellt: Tanz soll in den Stundenplänen fest verankert werden, die Strukturierungs- und Vernetzungsarbeit ausgebaut und die Qualität weiter gesichert werden. www.bv-tganzinschulen.de Zusatzausbildung Erfahrungsfeld Theater – ... theatrale Kompetenzen erwerben Ein Kooperationsprojekt des Instituts für Jugendarbeit des Bayerischen Jugendrings KdöR und dem Verband Bayrischer Amateurtheater e. V. Bez. Obb. / ab Februar 2009 Theater kann zum Ereignis, zum Spiegel der Gesellschaft werden. In einer Umgebung, die zunehmend auf Individualismus ausgelegt ist, kann Theater als Mittel gemeinschaftlichen Arbeitens ein Erfahrungsfeld sein, in der die Begegnung von Mensch zu Mensch mittels darstellender Kommunikation in vielfältiger Weise möglich ist. Die Teilnehmer/innen lernen verschiedene Ansätze des Ensembletheaters kennen. Hierbei wird ein Weg von der freien Improvisation für Spieler über die aktive Handhabung von Methoden bedeutender Theatermacher und Theaterpädagogen bis hin zur Rollen- und Szenenarbeit nach literarischen Vorlagen gegangen. Daneben liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Anleitung, Beobachtung und Auswertung von Gruppenaktionen. Dabei wird das Ziel verfolgt, Methoden und Techniken der

theaterpädagogischen Gruppenarbeit zu entwickeln, die zum einen dem Produkt und zum anderen dem Prozess gerecht werden und die eine fruchtbare und flexible Wechselwirkung erlauben. Insbesondere wird auf den Transfer und die Einsatzmöglichkeit in der Jugendarbeit wert gelegt. Die Fortbildung richtet sich an alle, die Theaterarbeit im beruflichen oder ehrenamtlichen Rahmen initiieren (wollen), insbesondere Pädagogen/innen, Lehrer/innen, Erzieher/innen, Jugendleiter/innen, sowie alle anderen Theater-Interessierten. Bewerbungen bis 12. Dezember 2008 an: Institut für Jugendarbeit, Gauting, 089 893233, www.institutgauting.de

Das Figurentheater-Kolleg Ist eine seit 1977 anerkannte staatliche anerkannte Weiterbildungseinrichtung in den Bereichen Darstellender- und Bildender Kunst, Pädagogik und Therapie. Von April bis Juli 2009 finden die nächsten Orientierungswochen statt. Die Workshopangebote vermitteln Kenntnisse im Spiel mit der Marionette, im Umgang mit einem “Humor ohne Grenzen”, dem “Zirkus der Dinge” / Experimente mit Materialien, oder dem Bau eines Kofferschattentheaters, sowie in der “Öffentlichkeitsarbeit und Werbung.” Figurentheater-Kolleg, Bochum, Tel.: 0234 284080, www.figurentheater-kolleg.de Happy Birthday! Fünf Sinne zum fünften Geburtstag von „Panoptikum” ... das hatte sich heuer das seit 2000 alle zwei Jahre vom Theater Mummpitz ausgerichtete Nürnberger KJT-Treffen auf die Fahnen geschrieben. Zum Beispiel mit dem dänischen „Bühnenkunstexperiment” „Kaleidoskop”, einer Eigenproduktion der Gruppe „Carte Blanche” aus Viborg, die wie eine szenische Kükelhaus-Installation wirkt: Wo Alice ins Wunderland noch gefallen ist, kriechen Große wie Kleine, Alte wie Junge durch einen mit rotem Samt ausgeschlagenen Geburtsschlauch in einen windschiefen, Raum; weitere Tunnelgänge zweigen ab in weiche, geheimnisvoll ausstaffierte Maulwurfshöhlen. Nicht mehr als zehn Leute haben in solch einem Nest Platz, sind allein mit einer Herz-, Pik- oder Kreuzdame, sind allein mit ihrem und ihres Nachbars Herzschlag, den sie mit einem Stethoskop erhören können - ein rätselhaftes Zauberreich, in dem einem jegliches Zeitgefühl abhanden kommt. Viele europäische Gruppen, so Festivalchefin Andrea Erl, setzen sich mit anderen theatralen Erfahrungen auseinander, holen sich Inspirationen insbesondere aus der Bildenden Kunst, bevorzugt von Installationen oder geben Aufführungen einen mehr oder weniger starken (interaktiven) Performance-Charakter. Wie das “Studio ORKA” aus dem belgischen Gent, das zur “Bodenuntersuchung” angereist ist. Eine Minikamera, in 15 Meter Tiefe versenkt, bringt eine kleine Welt zündholz-

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M a r k t p la t z großer menschlicher Wesen auf den Schirm. Auf den Hörsinn hatte es das Theater Sgaramusch aus Schaffhausen abgesehen, denen mit “Queen” (Regie: Carol Blanc) ein grandioser Festivalauftakt gelang. Im Glashaus sitzt man bei “Qué Pasa?” von “Tweetakt Festival & Storm” aus Utrecht, und das ist vollgestopft mit Büchern, so dass – buchstäblich – kein Platz mehr ist zum Sitzen. Dann entsteht eine abwechslungsreiche Choreographie, die nur ein Ziel hat: den Bau eines neuen Bücherregals, das im finalen Popcornregen von vier kreiselnden Akkubohrern endlich gehalten wird. Manche Aufführung fand im nigelnagelneuen Theater der “Pfütze”, dem anderen freien KJT Nürnbergs mit überregionaler Bedeutung, statt. Erst im November war der moderne, flexible Bau auf 500 qm Grundfläche, den der Unternehmer Gerd Schmelzer von Stararchitekt Volker Staab hat bauen lassen, in bester (und teurer!) Innenstadtlage eingeweiht worden. Ein starkes Zeichen der Nürnberger für die zentrale Bedeutung von Kinderkultur und damit für die Zukunft ihres Gemeinwesens! Mit gerade mal 180.000 Euro hat das Theater Mummpitz zehn europäische und vierzehn bairische Produktionen nach Nürnberg und in den korrespondierenden Festivalort Augsburg gebracht … Panoptikum hat sich endgültig etabliert, nach fünf Ausgaben und acht Jahre nach seiner Gründung. Happy Birthday! (Text, gekürzt/ von Tristan Berger)

10 Jahre Jugendkunstschule Atelier Biggi Liebich, Röttenbach Das Atelier Biggi Liebich in Röttenbach blickt auf 10 Jahre erfolgreiche Jugendkunstschularbeit zurück und feierte dies Jubiläum am vergangnen Juni. Neben einer Ausstellung der Arbeiten der KursteilnehmerInnen konnten die zahlreich erschienenen Besucher auch aktiv werden: Malen, ein Steckspiel zusammensetzen und Bambusstäbe zu einem Fantasieturm zusammenbauen. Biggi Liebich erklärte einführend den Werdegang ihrer Jugendkunstschule, ihre Philosophie für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Danach demonstrierte sie mit zwei Malschülerinnen eine Mal-Performance, wie Phantasie freigesetzt werden kann. Die wunderbar teils skurrile Musik der Musikschule Hemhofen unter Leitung von Petra Pelzer war dazu bestens geeignet. Der Landrat Eberhard Irlinger und Röttenbachs Bürgermeister Ludwig Wahl schätzten in Ihren Reden solcherart Aktivitäten sehr und hoben die Wichtigkeit und Förderung von Jugendkunst überhaupt hervor. Das griff Dr. Peter Eichner-Dixon, der Leiter der Jugendkunstschule Erlangen gleich auf, indem er die Wertigkeit und Förderbedürftigkeit solcher Einrichtungen unterstrich. Denn Jugendkunstschulen bieten nicht nur das allseits Bekannte, sondern konfrontieren darüber hinaus mit dem kreativ,

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ästhetisch Anderen. Eine Ausstellung des Jugendkunstschulprojektes von Biggi Liebich: eine Installation von 3000 handgemalten Schmetterlingshände im Kunstverein Erlangen demonstriert genau das. www.atelier-biggi-liebich.de

Mephistos Erben – Innovationspreis Spielmobil 2009 Mit diesem Preis zeichnet die BAG Spielmobile zusammen mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bundesweit beispielhafte Projekte der Spielszene aus: “Mephistos Erben – Spielgeräte des 20. Jahrhunderts selbst gemacht”. Für die Spielgeräte müssen folgende Kriterien zu-treffen: Einfach sein und nicht teuer, Originalität besitzen im Sinne des Querdenkens, Neuartigkeit und Spielwert müssen erkennbar sein; sie müssen selbsterfunden sein. Bewerbungen bis 30.07.2009 bei BAG Spielmobile e.V, München; Gerd Knecht, www.spielmobile.de

www.machwasdraus.de Die Internetseite bietet einen Überblick über die Fördermöglichkeiten von Jugend in Aktion in den Bereichen Jugendinitiativen und Jugend-Demokratie-Projekte. Sie enthält neben Downloads zur Antragsstellung Projektbeispiele und Empfehlungen zur Projektplanung.

rausvonzuhaus Daten zur Jugendmobilität im Überblick Das Team Eurodesk hat jetzt auf seiner Infoseite www.rausvonzuhaus.de alle im Internet vorhandenen und bekannten Statistiken zur Mobilität von Jugendlichen systematisch zusammengestellt und verlinkt. Das ist eine große Hilfe für alle, die sich über internationale Jugendarbeit und internationalen Austausch informieren wollen oder nach Zahlen und Fakten zu diesen Bereichen suchen. Immer noch: Hangingaround/HeimatQuartier Ein von der EU gefördertes europäisches Kunstprojekt ist dem Müßiggang auf der Spur. Das Künstlerkollektiv artscenico/Ruhr schlendert mit „Hanging around” über andere kulturelle Pfade. Die Fotografen, Autoren, Musiker und Performer erforschen das Leben jenseits der Arbeitswelt. www.hangingaround.de

myspace.com/ dichter.ran Unter dem Titel DICHTER RAN! gehen Münchner SchülerPoetry-Slams dieses Jahr in die vierte Runde. Der erste Slam der Saison findet am 28.11. im Foyer der SchauBurg / Theater der Jugend am Elisabethplatz statt. Den Dichterwettstreit kann man auch erlernen: www.schauburg.net und www.myspace.com/dichter.ran Alte Meister Second Life


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Im Mai 2007 eröffnete die Gemäldegalerie Alte Meister eine Dependance in der Wüste. Natürlich nur rein virtuell: Das Museum steht in der Online-Welt von Second Life®. Dreidimensional und maßstabsgetreu: „Gemäldegalerie Alte Meister@Second Life”; www.skd-dresden.de

Oskars Reisen im Deutschen Museum Oskar ist die Hauptfigur der Hörspielreihe, die das Deutsche Museum für Kinder heraus gibt. Seit 1994 denkt sich Gabi Rebling Geschichten um die Exponate aus. Oskar führt jetzt auf den Mond, in ein altes U-Boot und durch die unendliche Welt des Wissens. WEIDEN SCHAFFT LEIDEN SCHAFT 15 STADTTEILE 15 KANALDECKEL KunstRäume Bayern: Kepler Gymnasium Weiden in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kultur, Stadtgeschichte und Tourismus. Schülerinnen und Schüler des Kepler Gymnasiums unter der Leitung von Axel T Schmidt schaffen zusammen mit der Bevölkerung ein mehrteiliges Denkmal im öffentlichen Raum der Stadt. Im Fokus stehen die fünfzehn Stadtteile Weidens, deren Geschichte und Geschichten die Grundlagen für fünfzehn Bildmotive liefern. Diese werden, als gusseiserne Medaillons in Kanaldeckel eingesetzt, einen Stationenweg durch das gesamte Stadtgebiet markieren und so die weit auseinander liegenden Stadtteile verbinden. www.weidenschafftleidenschaft.de

mam – und sie ist bei der gemeinsamen Theaterproduktion dann auch nur noch als Projektion auf der Leinwand zu sehen, weil sie tatsächlich schon wieder mit ihrem Vater die Koffer packen musste ... Stefan Kaeggi und Lola Arias sind zuständig für die Lausanner Produktion. Sie haben zuerst die Kinder gesucht, und dann mit ihnen die Texte entwickelt bearbeitet und fixiert.

Who am I? What am I? Where am I? Jedes Kind verkleidet sich gerne – alles Wege, die Identität herauszufordern. In jeder der 70 Fotografien von Aura Rosenbergs Kunstprojekt arbeitet die Künstlerin mit einem Kind und mit einem anderen Künstler. Zusammen entwickeln diese Drei auf spielerische Weise das einzelne Porträt. Die Kinder lernen, indem sie spielen. Dagegen erlaubt die Kunst den Erwachsenen manchmal erst wieder, spielerisch zu agieren. Aura Rosenberg, bei Hatje+Cantz, 2008 Die LAGSpuk heißt jetzt LJKE Bayern e.V. – Landesverband Jugendkunstschulen und kulturpädagogische Einrichtungen.

Das Wunder von Bremen So heißt ein beeindruckender Dokumentarfilm über das Jacobs-Sommercamp, auf dem Kinder aus Bremer Einwandererfamilien ihre Deutschkenntnisse aufbessern – mit einer Mischung aus Theaterspielen, Unterricht, Sport und Spiel. s. auch archivderzukunft.de

Skaetistan “Skaetistan” heißt das australisch-afghanische Unterrichtsprojekt, es kostet 100.000 Dollar im Jahr, eine Friedenmission anderer Art: Kinder trainieren ihr athletisches Talent, Behändigkeit und Eleganz, Körpereinsatz – mitten in der Stadt, im öffentlichen Raum: Asphaltsurfen mit dem Skateboard in Kabul.

Airport Kids Die Truppe Rimini Protokoll hat für ihr neues Projekt die ganz jungen “Global Player” gesucht – und gefunden: Moderne Nomaden – nämlich Kinder leitender Angestellter bei Philipp Morris, Tetra Pak, Nestlé, o.a. Sie wechseln die Orte und sie wechseln die Sprache, und tief in der Erinnerung bleibt die Ecke im Moskauer Wohnzimmers, die ein Zuhause war. Kristina ist aus Moskau, Juliette aus Rom, Sarahs Vater ist aus Angola und Clyde kommt aus Indien, wie die 8 jährige Gari-

10 Jahre Jugendkunstschule, Atelier Biggi Liebich, Röttenbach

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B a y e r n lie s t Bayerns Weg in die Bildungsgesellschaft Zwei Bände dokumentieren die Bildungsexpansion im Land: die Mittelschicht drängt nach oben, der Babyboom füllt die Schulen, das Schulgeld wird abgeschafft, eine Durchlässigkeit forciert. Der Autor Norbert Lehning hat als Dissertation Daten und Material zusammengestellt, was eine Fundgrube für Bildungspolitiker innerhalb und außerhalb der Institutionen werden kann. C.H. Beck Verlag, 2008, ISBN 978-3-406-10744-3.

Glossar des urbanen Raumes Wie wird Stadt „geträumt”. Wo lässt sich „träumen”? Anlässlich des Symposiums Kunsträume Bayern – Kunst im Juni 2008 in Ingolstadt, gibt das Urban Research Institute in Kooperation mit dem Arbeitskreis für gemeinsame Kulturarbeit bayerischer Städte e.V. das Glossar heraus. Im Zentrum der Publikation steht die Frage, wie der Mensch durch sein eigenes Handeln seine Umgebung zum urbanen Raum werden lässt und diese als Stadt begreift. In 124 Einträgen greifen Künstler/innen BegrifDie Welt als Spiel fe von Ampel und Ausweichen bis zu Zentrum Band I: Kulturtheorie: Digitale Spiele und und Zwischenraum auf und gehen der Frage künstlerische Existenz, Band II: Theorie und nach dem „Wo bin ich?” nach. Praxis künstlerischer Bildung; Die Stadt in Worten, so wie sie von den Der Kunst- und Philosophielehrer Carl-Peter Künstlern gesehen wird, auf 64 Seiten im Buschkühle steht in der verlängerten Linie der Postkartenformat. Das Glossar erscheint am künstlerischen Theorie und Praxis von Joseph 27. Juni 2008 als Beitrag zu den Kunsträumen Beuys. Der 1. Band umkreist das Phänomen Bayern und wird in allen teilnehmenden Städ„Spiel”, dessen ästhetische und erlebnisorien- ten über die Veranstalter erhältlich sein – sotierte Qualitäten in enger Verbindung zu lange der Vorrat reicht. Kunst, Kreativität, künstlerischen Strategien www.urban-research-institute.org und Prinzipien. Kontakt: Dr. Christine Fuchs, Band II bezieht dann eben die Strategien des AK gemeinsame Kulturarbeit bayerischer künstlerischen Tuns in die Bildungsprozesse Städte e.V., Ingolstadt , Tel: 0841-305 1868, mit ein …; Oberhausen, Athena-Verlag 2007 www.kunstraeume-bayern.de

über den Verlauf schöpferischer Prozesse. Für Eltern Großeltern, Pädagogen und interessierte Laien … Hedwig Rost / Jörg Baesecke, Verlag Wilfried Nold, Frankfurt/M., ISBN 978-3-935011-62-4. Empfehlunmg d.Tristan Berger, Unterhaching

Ins Museum Alfred Czech (MPZ München) und Ernst Wagner (ISB München) haben ein informatives Heft „INS MUSEUM” bei KUNST+UNTERRICHT u.a. mit einem Beitrag von Irene Fritz, Kunstwerkstatt Kalmreuth über ihre Arbeit mit Flüchtlingskindern im “Internationalen Keramik-Museum Weiden” vorgelegt:http://www.friedrichonline.de/go/03458EE15D214BF2BE7BCBC270D3C 981;

Intergenerative Videoarbeit Ein Handbuch des Kinder- und Jugendfilmzentrums (KJF) zu intergenerativen Medienprojekten Eine Fülle an Praxisberichten mit Anregungen und Tipps für medienpädagogische Angebote bietetdas im Juni 2008 veröffentlichte Praxishandbuch, das über die Videoarbeit für Jung und Alt informiert. Das Handbuch basiert auf den langjährigen Diskriminierung geht uns alle an Höher als der Himmel, Erfahrungen verschiedener Initiativen und Eine DVD wurde von Moosacher Schülern tiefer als das Meer Fachautoren und dem Medienwettbewerb produziert: Spots gegen Ausgrenzung. Sie soll Ein Erzähl- und Theater-Werkbuch zum zukünftig in Schul- und Jugendeinrichtungen Nachahmen und zum phantasievollen Weiter- “Video derGenerationen”. Bereits seit 1998 richtet das KJF den vom Bundesministerium gezeigt werden können. Info und Bezug: spinnen: Mit ihrem „Erzähl- und Theaterfür Familie, Senioren, Frauen und JugendgeförJugendtreff Mooskito, München, Werkbuch” geben Hedwig Rost und Jörg derten Bundeswettbewerb Video der GeneraTel.: 089 140 3850 Baesecke nun Einblick in ihre Arbeitsweise, tionen aus. Das Handbuch ist beim KJF erhältverraten ihre „Baupläne” und Spielanleitungen, lich – Bestellung per mail gegen VersandkoDynamische Erlebniswelten versammeln zwanzig besondere Geschichten Ästhetische Orientierungen in phantastischen aus ihrem Repertoire – zumeist Stoffe aus der stenpauschale in Höhe von 2,50 Euro oder Bildschirmspielen, Lars Zumbansen, kopaed oralen Überlieferung, Volksmärchen aus aller gegen Zusendung einesmit 1,45 Euro frankierten und adressierten A4-Briefumschlags. Verlag, München 2008, Kontext KunstpädaWelt, Sagen und Balladen. gogik Band 16, Tel.: 089.688 900 98, Das Besondere an diesem Theater sind seine Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland, Remscheid„Intergenerative Videoarbeit”, ISBN 978-3-86736-116-3 Ausdrucksmittel, banale Alltagsgegenstände, kostümiert mit nichts als Phantasie: eine Gur- Tel.: 02191-794238, www.video-der-generationen.de Gemeinsam Erinnern Brücken Bauen kenscheibe ist der Mond und ein GurkenSeit drei Jahren hat eine bilaterale Arbeitsschäler der Löwe. Objekt-, Figuren-, MiniaturInterkulturell mit Medien gruppe als Kooperationsprojekt des BayeriPuppen- oder Erzähltheater? Vermutlich von erweiterte Dokumentation der gleichnamigen schen Jugendrings (BJR) mit der Stadtverwal- allem etwas. tung Jerusalem in Kooperation mit ConAct an Zu jeder Geschichte beschreiben sie ihre Stil- Tagung mit Beiträgen aus der Medienpädagogik, Kommunikationswissenschaften, Migratider Erstellung eines Handbuches zur Vorbemittel – Das Modell eines einfachen japanionsforschung, Jugendsoziologie, interkulturelreitung und Durchführung bilateraler Gedenk- schen Papiertheaters, das Kamishibai, wird feiern gearbeitet. Nun ist es fertiggestellt. Das ebenso vorgestellt wie Notenbeispiele, kleine ler Pädagogik und Jugendmedienschutz. „Medien sind Schrittmacher bei der Integration – Handbuch, eine zweisprachige Sammlung von Papiermechaniken, der Umgang mit AlltagsTexten, Informationen und Methoden, soll dingen und anderem Material oder das Finger- insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Die Nutzung und den im Austausch Aktiven eine Hilfe sein, die Fadenspiel. Gestaltung von Medien hängt weniger von Erinnerung an den Holocaust und deutsch-is- Darüber hinaus enthält das Buch Angaben raelische Gedenkfeiern zukünftig noch ertrag- über die Herkunft der Stoffe, einige grundsätz- ethnischen als vielmehr von sozioökonomischen Faktoren ab. In der Beschäftigung mit reicher zu gestalten. liche Betrachtungen über Erzählkunst und

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B a y e r n lie s t Medien liegen daher Chancen, Benachteiligungen abzubauen und gelingende Integration zu ermöglichen”, so das Fazit der interdisziplinären Fachtagung. JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, Helga Thenert (Hg) Interdisziplinäre Diskurse Band 3 ISBN 978-3-86736-049-4 kopaed Verlag, München,Tel.: 089.688 900 98.

978- 3-531-15218-9 Kultur – Teilhabe – Bildung Reflexionen und Impulse aus 20 Jahren 39 Beiträge aus 20 Jahren nehmen Bezug auf Wissenschaftsdiskurse in der Kunst- und Bildungstheorie, der Anthropologie und Soziologie. Der Autor, Max Fuchs, ist Professor für Kulturarbeit und langjähriger Vorsitzender der BKJ und des Deutschen Kulturrates. Im Kern geht es um die professionelle Reflexion der Interkulturelle Bildung – Künste, ihre Wirkungsmöglichkeiten in den Ein Weg zur Integration verschiedenen Kontexten Kultureller BilDokumentation einer Tagung, 2007 dungsarbeit und um die Anforderungen an eiPraktische Erfahrungen, theoretische Erklärun- ne kulturpädagogische und kulturpolitische gen, politische Forderungen … Fachlichkeit. Hg.: Institut für Kulturpolitik der Kulturpoliti- Max Fuchs, kopaed Verlag, München 2008, schen Gesellschaft., Schriftenreihe Kulturelle Bildung, vol. 9 Klartext Verlag, Bonn, Tel.: 089.688 900 98, ISBN-10 3-86736-039 Essen, ISBN 978-3-8375-0074-5 Kulturelle Bildung im Alter Keine Zukunft war gestern. Das Institut für Bildung und Kultur, Remscheid Punk in Deutschland gibt einen Überblick über die wichtigsten AkPunk in Deutschland schreibt Geschichte. teure, Praxisfelder, Trends Bedarfe und EntIn Form von Essays, Interviews, Szenegewicklungsperspektiven und beschreibt eine schichten und Bildern erzählt die IG Dreck auf Vielzahl guter Praxisbeispiele. Papier als Herausgeber von 30 Jahren Punk in Von Kim de Groote und Flavia Nebauer, Deutschland. ISBN 978-3-940213-45-7 München 2008, ISBN 978- 3 - 86736-037-1 Klaus Farin vom Archiv der Jugendkulturen e.V. bietet die Möglichkeit, das Buch zum Sub- Kulturpolitik für Kinder skriptionspreis zu beziehen, wenn man bis Eine Studie über das Recht auf ästhetische zum 15. Oktober 2008 vorbestellt und bezahlt Erfahrung und künstlerische Praxis in / 20 statt 28 Euro). Details zum Buch: Deutschland. www.jugendkulturen.de/shop/punk.html Kinder haben ein Recht auf Kunst und Kultur. So die Kinderrechtskonvention der UN. Doch Kinder! wenn in Deutschland von Kultur die Rede ist, Der Film Kinder! ist eine Dokumentation des geht es meist nicht um Kinder. Und wenn von Journalisten und Filmemachers Reinhard Kahl. Kindern gesprochen wird, geht es meist nicht Hauptdarsteller sind Kinder im Alter von null um Kultur. Eine Studie des Instituts für Kulturbis zehn Jahren. politik der Universität Hildesheim hat jetzt Der Film ist dem Lerngenie der Kinder auf der erstmals untersucht, welche Rolle die junge Spur. Der Film zeigt die Entfaltung der „kultu- Generation in der Kulturpolitik der Länder rellen Intelligenz” unter anderem in der „Lern- spielt. Eine erste Erkenntnis ist, dass Kinder werkstatt Natur” in Mülheim an der Ruhr, in als Zielgruppe vor allem im Zusammenhang Daniel Barenboims Musikkindergarten Berlin, mit Kultureller Bildung Berücksichtigung finin der Schweizer Primaria, die Kindergarten den. Ergebnis der Studie ist auch ein klares und Schule integriert. Plädoyer für eine eigenständige Konzeption eiwww.archivderzukunft.de ner Kulturpolitik für Kinder, ihrer Umsetzung auf kommunaler und regionaler Ebene sowie Kinder- und Jugendarbeit wirkt in der schulischen und außerschulischen kultuKinder- und Jugendarbeit wurden von Werner rellen Bildung. Lindner und seinem Team intensiv und „nah Wolfgang Schneider, kopaed Verlag, München dran” auf ihre Wirkungen und Effekte unter2008, Schriftenreihe Kulturelle Bildung, sucht. Ausgewählte Beispiele aus der Praxis vol. 11, ISBN-10 3-86736-311-0 dokumentieren die Vielfalt der Arbeit, die Lebensweltorientierung der Strategien, die BeKunst verbindet Menschen deutung von Räumen und Personal … Interkulturelle Konzepte für eine Gesellschaft Werner Lindner (Hg.), Wiesbaden 2008, ISBN im Wandel: Der Band gibt einen Einblick in die

Zonen der Probleme und Erfahrungen aus zahlreichen Projekten, vor dem Hintergrund eines von der nordrheinwestfälischen Landesregierung initiierten Landes-Projektes. Die Texte sind in englisch, russisch und türkisch übersetzt. Der Band enthält zahlreiche Netzanschriften. Tina Jarman (HG.), Bielefeld 2008, ISBN 978 - 389942-862-9 Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2008 Der aktuell erschienene Report der Bertelsmann Stiftung liefert eine transparente Darstellung der bestehenden sechzehn Systeme der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland. Die Untersuchung hat drei Schwerpunkte: Teilhabe, Investitionen und Qualität. Mediageneration – Jungen und Mädchen und Jugendmedienkulturen Die seit 1987 vom JFC Medienzentrum Köln verantwortete Schriftenreihe MedienConcret wird nun ab der Ausgabe 2008 gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF) herausgegeben. Zahlreiche Analysen und Hintergrundbeiträge untersuchen in der aktuellen Ausgabe aktuelle Medienangebote im Hinblick auf ihre Faszination für Jugendliche wie auch auf die von ihnen vermittelten Weltbilder, wobei insbesondere auf geschlechtsspezifische Unterschiede geachtet wird. Zahlreiche Materialienfür die praktische Arbeit ergänzen das Themenheft. Kinder- und Jugendfilmzentrum, Remscheid, Tel.: 02191-794233 , E-Mail: info@kjf.de JFC Medienzentrum Köln, Tel.: 0221-13056150, info@jfc.info, www.medienconcret.de Migration, Medien und Schule Fotografie und Video als Zugang zu Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund Im Rahmen eines internationalen EU-Forschungsprojekts bekamen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund aus Asien, Europa, Afrika, Nord- und Südamerika die Möglichkeit mit Fotografie und Video zu arbeiten, Einblicke in ihre Lebenswelten zu geben und sich über Ländergrenzen hinweg auszutauschen. Medien erweisen sich als Integrationschance, die im Kontext von Schule, Ganztagsschule und Jugendarbeit noch stärker wahrgenommen und genutzt werden sollte – im Kontext von Sprache, Identität und interkulturel-

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B a y e r n lie s t Der belgische Fotokünstler Jean-Paul Deridder hat die Bretterstadt seit 1998 auf stillen Schwarz-Weiß Fotografien festgehalten: fantasievolle Bauwerke und Skulpturen der Kinder-Architekten – Sinnbilder des freien Spiels und der freien Aneignung des öffentlichen Raums. bei Hatje+Cantz, 2008

und Bildungsarbeit haben kann. Da jede neue Wahrnehmungstechnologie nicht nur zu Erweiterungen sondern auch zu Reduzierungen früherer Kompetenzen führt, sind mit Web 2.0 auch Risiken verbunden. Unser Verhältnis zur Welt und damit auch unsere Vorstellung von Wirklichkeit werden von Mobiles Atelier – den benutzten Medien beeinflusst Kunstprojekte für Kindergärten Unsere armen Kinder Jürgen Ertelt / Franz Josef Röll (Hrsg.), Vier Künstlerinnen aus Hannover haben mit Wie Deutschland seine Zukunft verspielt Ulri- kopaed Verlag, München 2008 der Stiftung Kulturregion Hannover das mit ke Meyer-Timpe beleuchtet Kinderarmut in Tel.: 089.688 900 98, ISBN-10 3-86736-031-6 dem Zukunftspreis Jugendkultur 2007 der Deutschland und belegt einmal mehr das PhäPWC-Stiftung ausgezeichnete, Pilotprojekt nomen der „Vererbbarkeit„. „Die allermeisten Wert der Vielfalt “Mobiles Atelier” zur künstlerischen Arbeit (betroffenen) Kinder leiden keinen Hunger, sie Die Dokumentation des zweijährigen ANUmit Kindern im Vorschulalter entwickelt. NRW-Projektes „Bildungsoffensive Wert der U.a. mit dem Ziel, künstlerische Arbeit stärker haben fürsorgliche Eltern, die alle Mühen auf sich nehmen, um sie hinreichend zu ernähren. Vielfalt” liegt in einer Printversion und einer in den Kindertagesstätten zu verankern, verBeim Kampf gegen Kinderarmut geht es in er- CD vor. Klassischen Ansätze der Umweltlegten die Künstlerinnen ihre Ateliers in die Kindergärten. Die Ergebnisse des Pilotprojek- ster Linie nicht darum, Hunger zu vermeiden. pädagogik werden um den interdisziplinären Wo es an Geld mangelt, müssen Kinder mit Ansatz erweitert. Heraus kamen 16 Module tes sind jetzt, in einen Katalog zusammengevielen Einschränkungen leben. Sie werden zu für Globales Lernen zu den Themen Boden, fasst, erschienen, der hier bestellt werden Außenseitern in einer konsumorientierten Klima, biologische Vielfalt, Fremdarten und kann. www.mobilesatelier.info Gesellschaft. Finanzielle Armut schlägt sich Nutzpflanzen, Wald und Ressource. nieder im Fehlen von Freunden, und sehr häu- Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft Ohne Kunst wäre das Leben ärmer Zur biografischen Bedeutung aktiver Theater- fig in zu geringer Bildung. Die Ursache liegt in Natur- und Umweltbildung, Bd. 14, einem dichten Geflecht aus Diskriminierung www.anu-nrw.de Erfahrung, Vanessa-Isabelle Reinwand, und fehlender Förderung., aus schlechten Rahkopaed Verlag, München 2008, menbedingungen im familiären Bereich und, Wisst ihr, was gestern passiert ist? Kulturelle Bildung vol. 8, schlimmer noch, im gesellschaftlichen Umfeld. Kinder erzählen und spielen Playbacktheater ISBN 978-3-86736-038-8 So bleiben arme Kinder ohne Chance” – und Playbacktheater – das ist das szenische Gedas Rad der Wiederholung läuft weiter. Die stalten zuvor erzählter, scheinbar wenig beSpinat und Spiegelei Beobachtungen sind alle nicht neu. deutsamer Alltagsereignisse. Kunst und Umwelt, Kultur und Ökologie Ulrike Meyer-Timpe appelliert aber nicht Gitta Martens, Dozentin und Leiterin des Unter diesem Titel stellte der BJKE, Bundes(nur) an das Mitleid der Gesellschaft, sondern Fachbereichs Theater an der Akademie Remverband Jugendkunstschulen und Kultursie argumentiert mit dem ökonomischen Scha- scheid, hat das erste Grundlagenwerk zum pädagogische Einrichtungen in seiner August den, der einer Gesellschaft mit immer weniger Playbacktheater verfasst. Es enthält eine umAusgabe des Infodienstes Projekte zwischen Biologie und Kunst, Stadt und Natur, zu Was- Kindern und einem immer höheren Fachkräf- fassende Darstellung der Funktionen und Wirkungsweisen dieser theaterpädagogischen Meser und Energie und vielem mehr zusammen. temangel entstehen. „Die Umweltbewegung „Lust auf Leben wecken.” ist darin der Aufruf hat es vorgemacht: Solange sie allein die Zer- thode und viele Anleitungen und Anregungen störung der Natur und das Aussterben von für deren Einsatz in der Grundschule und in von Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Direktor des Freizeitgruppen mit Kindern. Kriminologischen Forschungsinstituts Nieder- Tier- und Pflanzenarten beklagte, gab es besachsen über Möglichkeiten, eine Trendwende stenfalls ein wohlmeinendes Nicken. Erst seit- Gitta Martens, Deutscher Theaterverlag Weinheim, 2008 weg von den Bildschirmen hin zu aktivem Na- dem sie ökonomisch argumentiert und auf turerleben einzuläuten. Außerdem ist ein Bei- Schäden für die Volkswirtschaft trag von Prof. Dr. Gerhard de Haan, dem Lei- verweist, folgen plötzlich Taten.” ter des Instituts für Erziehungswissenschaften Ulrike Meyer-Timpe, Pantheon Verlag 2008 an der FU Berlin und Vorsitzenden des NatioWeb 2.0: Jugend online nalkomitees der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung” vorangestellt – sowie als pädagogische Herausforderung von Thomas Krüger, dem Präsident der Bun- Navigation durch die digitale Jugendkultur Die Beiträge beschäftigen sich mit den grundlegendeszentrale für Politische Bildung. Bezug: LKD-Verlag, Unna, Tel.: 02303 69324, den Veränderungen, die durch Web 2.0 ausgelöst werden. Es werden schon jetzt verbaerbel.mueller@bjke.de wirklichbare, aber auch zukünftige Bildungsszenarien – von Wikis zu Second Life bis IPStadt der Kinder 2005 ist der Abenteuerspielplatz in der Alten TV – beschrieben und es werden die PotentiaSchönhauser Strasse in Berlin verlegt worden. le ausgelotet, die das Medium für die Jugendler Kommunikation via Internet. Peter Holzwarth, Schriftenreihe Medienpädagogische PraxisforschungBand 3, kopaed Verlag, München 2008, Tel.: 089.688 900 98, ISBN-10 3-86736-052-9

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Bildung sichtbar machen! Der Kompetenznachweis Kultur

Lernen bei uns ist anders. Es fußt auf Freiwilligkeit, Partizipation und Eigeninitiative. Es ist vielfältig, unlinear. Kindern und Jugendliche kommen zu uns, um ihre Ideen einzubringen, um sich auszuprobieren, um Andere zu kennen, um Spaß zu haben, um zu arbeiten und um etwas zu erlernen

Wenn sie in Ausbildung und Beruf treten, liegt hinter ihnen ein ganzer Kosmos an Erlebtem, Erarbeitetem, Erfahrungen ... Bisher gab es dafür keinen sichtbaren Nachweis.

Der “Kompetenznachweis Kultur” ist eine kleine Mappe, die der Jugendliche als “Zeugnis” (im wahrsten Sinn des Wortes) mit auf den Weg “in die Welt” bekommt. Um den Kompetenznachweis Kultur in der Praxis anzuwenden, müssen Sie als Fachkräfte ihren Blick schärfen.

Dafür hat die BKJ (Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung) sensible Tableaus entwickelt, Diese Tableaus sind systematisch aufgebaut, transparent für Dritte und leicht anwendbar. Dabei sind sie gleichzeitig so offen, dass sie die Besonderheiten jedes einzelnen Jugendlichen individuell anerkennen. Praxisnahe Fortbildungen werden regelmäßig in Bayern angeboten. Sie bestehen aus 2 Schulungsblöcken und einer Praxisphase dazwischen. Der Abschluss – ein bundesweit anerkanntes Zertifikat zum/zur Berater/in – ermächtigt zur Vergabe des Kompetenznachweises Kultur. Der nächste Fortbildungsworkshop in Bayern beginnt am 17. / 18. Okt. Leitung: Mirtan Teichmüller, Organisation: Katharina Steppe, www.ljke-bayern.de

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“Schaumstoff-Werkstatt, Schule der Phantasie, Wolfratshausen”

Mann muss etwas zeigen, was noch geheimnisvoll sein kann. Das bringt die Sinne in Bewegung, weil sie begreifen möchten.

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Ljke infodienst 2008  

Ljke infodienst 2008  

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