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Konzerte

ICH MÖCHTE MICH SELBST ZITIEREN: „ES GIBT NUR GUTE ODER SCHLECHTE MUSIK“ mantik daran, die mich quasi ohne Ende inspiriert. Individualität und Freiheit stehen an vorderster Stelle – man muss und kann seiner Kreativität grenzenlosen Lauf lassen. Wie hat das mit Dir und der Musik seinen Anfang genommen?

14.10.2017 - MYSKYLOUNGE/KEMPTEN Amerikanischer Roots-Rock trifft auf psychedelische Klänge der 60er Jahre und eine Prise Voodoo-Magie – fertig ist The Howlin' Max Messer Show! Am 14. Oktober spielt der Augsburger Musiker mit Band in der mySkylounge Kempten und beweist, dass – auch wenn es auf den ersten Blick befremdlich wirken mag – die von Mythen umrankte Religion sehr gut mit Rock'n'Roll harmoniert. Wir haben versucht, das Zwielicht ein wenig aufzuhellen und Howlin' Max Messer im Interview über seine Anfänge in der Musik, seine Inspiration und das Allgäuer Publikum befragt. Die erste Frage, die mir auf der Seele brennt, seitdem ich mir ein Musikvideo von Dir angesehen habe: Warum Voodoo? Guten Tag und Hallo erst einmal! Mein Name ist Howlin’ Max Messer und ich bezeichne mich als Musiker, Voodoo-Meister, Monster Of Ceremony und Gesamtkunstwerk. Eine sehr gute Frage, auf die es viele Antworten gibt – am einfachsten kann ich das in der gegebenen Kürze wahrscheinlich so erläutern:

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Voodoo per se ist eine uralte, afrikanisch-stämmige Religion, die viel mit Natur und Spiritualität zu tun hat. Was mir schon immer gefallen hat, ist der enorme mystische Aspekt dieses Glaubens, sowie die große Freiheit dessen Auslegung, was es in dieser Form heutzutage kaum noch gibt. Und warum passen ausgerechnet Voodoo und Rock'n'Roll so gut zusammen? Es gibt keine festen Regeln, alles ist frei und individuell gestaltbar. Ebenso sehe ich meine Musik – ich wollte mir noch nie Scheuklappen anlegen lassen, nur um exakt in ein bestimmtes Genre, etc. hineinzupassen. Außerdem liebe ich natürlich die ganze archaische, wild-verwegen, exotische Ro-

Musik und Kunst haben mich seit jeher in den Bann gezogen – ich zeichne, male und schreibe nach wie vor sehr gerne, wenn die Zeit es zulässt. Meine wahre Liebe war aber schon immer die Musik. Angefangen von ersten schrabbeligen Akkorden auf irgendeiner uralten Klampfe, über erste Gehversuche in frühen Punkrockbands, hin zu Rockabilly/Psychobilly und danach mit etwas mehr Backgroundwissen über den Blues hin zur Amerikanischen Rootsmusik, nicht ohne dabei auch diverse Abstecher in die 60er zu Garage, Surf, Beat, Psychedelic, Latin, usw. zu machen. Ebenso ist die ganze Indie-Sache natürlich nicht spurlos an mir vorübergegangen. Im Endeffekt möchte ich mich selbst zitieren: 'Es gibt nur gute oder schlechte Musik'... Welcher Filmtitel würde Deinen Stil am besten beschreiben? Am ehesten wahrscheinlich eine Mischung aus Blue Velvet, Lost Highway, Perdita Durango, Silence Of The Lambs und Nosferatu... Woher ziehst Du Deine Inspiration? Das Leben ist meine Inspiration. Wenn man mit offenen Augen und Ohren durch die Welt geht, stellt man fest, dass die wirklichen Dramen sich oftmals direkt vor der eigenen Nase abspielen.

Das Ganze vermischt mit der uralten Blues-Thematik von der Beziehung zwischen den Geschlechtern und der daraus resultierenden Parallelität zwischen Liebe und Hass. Schlussendlich noch gewürzt mit etwas obskur-verstörender Wüsten-Dschungel-des-Todes-Thematik, die sowohl Ängste als auch Sehnsüchte in jedem von uns weckt – sofern man es zulässt. Mit welchem Claim würdest Du für Dein frisch erschienenes Album werben? „Join me on a ride through the depths of my dark, old soul – I’m sure we’ll find what you’re looking for...“ Hast Du Erfahrung mit dem Allgäuer Publikum? Bisher noch relativ wenig, obwohl ich viele Freunde und Bekannte aus der Region habe. Außerdem hatten wir 2015 mit Steve Train’s Bad Habits, eine weitere ausgezeichnete Band aus Augsburg, in der ich am Kontrabass zugange bin, bereits die Ehre als erste Band überhaupt in der mySkylounge zu spielen. An das damalige Publikum, sowie an die Veranstalter habe ich ausschließlich positive Erinnerungen! Auf was können sich die Zuschauer in der mySkylounge freuen? Nun, ich will nicht zu viel verraten – man kann sich aber auf eine krachig-twangige, musikalische Achterbahn gefasst machen, bei der für jeden etwas dabei ist. Außerdem werde ich wieder einmal versuchen dem Begriff „Show“, der ja auch in unserem Bandnamen vorkommt, eine tiefere Bedeutung zu geben, was mir mit meinen exzellenten Mitmusikern, die sich ebenfalls für nichts zu schade sind, sicherlich gelingen wird! „On the kalfou is where I’ll meet you, putting my spell on all of you!“

10.2017

Allgäu LiveIn (10.2017)  

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