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t– i e b r – in A eine d l a b d ... es wir n e b e gg n u h c ntli e ff ö r Ve eit! Z s n gebt u


Kollaboration bedeutet Verantwortung teilen und gemeinsam tragen. Kollaboration bedeutet aber auch alleine Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen. Kollaboration heißt somit: Vertrauen in die eigene gestalterische Entscheidung, sowie in die Kenntnisse und Entscheidungen der Anderen. Wir haben festgestellt: Es gibt eine Art Grundgerüst der Kollaboration welches aus acht Elementen besteht. Zwischen diesen Elementen spannen sich verknüpfende Rituale wie zum Beispiel das gemeinsame Kochen am Nachmittag.


Thema Kollaboration & Design Designer_innen Lisa Kiehn & Stefanie Kuppert & Veronica Remmele Pr端fer_in Prof. Yvonne Doderer & Prof. Herman Verkerk FH D端sseldorf, 2013

Diese Bachelorthesis ist in allen Teilen unter Anwendung der Kollarborationsmethode gemeinschaftlich angefertigt. Alle Quellen sind entsprechend gekennzeichnet. feel free to copy, 2013


1 Kollabor 2 Thema 3 Methode

4 Kollaboration

5 Schlussfolgerung


6 Werkstatt

7 Designprozess 8 Experimente 9 Ausstellung 10 Literatur


Drei DesignerInnen ein gemeinsamer Deckel: wir gr체nden das Kollabor. Wir tauschen unsere Ideen unsere Ziele, Pl채ne, Inspirationen und W체nsche. Gemeinsam sind wir mehr als die Summe unserer Teile.


1 Kollabor


Art and design schools still nuture the image of the genius. Originality is rewarded as a higher standard than communication. And copying is considered a sin. (open design now, 173)


Diese Bachelorthesis ist von drei Designerinnen in allen Teilen gleichberechtigt erarbeitet worden. Ist es dir wichtig, dass diese drei Personen namentlich genannt werden? Oder steht die Arbeit im Mittelpunkt und die Gestalterinnen treten in den Hintergrund? Warum verkauft sich Design besser, wenn es einen Namen trägt? Oder ist diese Annahme ein Trugschluss? Warum gibt es die wertende Verknüpfung in der Öffentlichkeit von den Begriffen Star (eine vermeintliche Einzelperson) und Design? Warum fördern Institutionen den kreativen Einzelkämpfer? (Vergleiche Bachelorprüfungsordnung FH Düsseldorf: (...) Bei der Abgabe des Bachelor-Reports haben die Kandidaten_innen zu versichern, dass sie ihren Report - bei einer Gruppenarbeit ihren entsprechend gekennzeichneten Anteil der Thesis ( ... )) Wir wissen, die Welt ist äußerst komplex. Doch wie die Philosophen_innen Martha Nussbaum und Amartya Sen sind wir uns sicher, dass wir menschlichen Wesen zu viel mehr in der Lage sind, als das was uns die Institution der modernen Gesellschaft ermöglicht. Poeple´s capacities for cooperation are far greater and more complex than institutions allow them to be. (Richard Sennet, together, 29) Wir meinen: Wir alle sitzen im gleichen Boot. Wir als Gestalter_innen haben das Werkzeug der visuellen Kommunikation, wir können vernetzten und verknüpfen, wo andere Disziplinen auf die Unsicherheiten der verbalen Kommunikation angewiesen sind. Und aufgrund dieser Basis fordern wir: ändern anstatt hinnehmen. Wir erschaffen neue Tatsachen: das sogenannte KolLabor. Bestehend aus den Begriffen Kollaboration und Labor gibt es uns die gedankliche sowie räumliche Sicherheit an dem Thema unserer Bachelorarbeit forschen zu können. Unser Thema? Da beisst sich die Katze in den Schwanz: wir untersuchen als DesignerInnen-Gruppe die Designprozesse in Gruppen. Für uns ist die Schnittstelle die Kollaboration. Der Designprozess kann natürlich immer auch von einer Einzelperson durchlaufen werden. Was sind aber die Besonderheiten des gestalterischen Prozesses innerhalb von Gruppen (die nicht nur aus Gestaltern bestehen müssen)? Zum Beispiel folgendes: Innerhalb der Kollaboration ist für die Teilnehmer_innen jeder einzelne Schritt des Designprozesses nachvollziehbar. Der_die Betrachter_innen hingegen kann nicht identifizieren, welche_r Designer_in welchen Beitrag an der Arbeit geleistet hat. Wir hoffen an diesem Punkt auf Eure Neugierde mit uns diesen gemeinschaftlichen Weg zu gehen. Ihr werdet es nicht glauben, aber Kollaboration ist ein menschliches Bedürfnis.


Kommt hinter Euren Macs hervor, legt das Herz auf die Zunge und auf die Hand und werdet Teil unserer Reise. Macht mit! Denn Kollaboration ist Zukunft!


Nat체rlich sind unsere Eltern stolz auf uns. Obwohl sie nicht ganz verstehen, was wir in den letzten f체nf Jahren gemacht haben. Sie h채ngen unsere Illustrationen auf, benutzen unser Porzellangeschirr und fragen sich heimlich: was ist dieses Design eigendlich?


2 Thema


KOLLABORATION UND DESIGN EINE AUSSTELLUNG


Was machst du? Ich mache Kommunikationsdesign. Was? Kommunikationsdesign. Also machst du Werbung? Nein. Ich mache Kommunikationsdesign. Diese Situation ist kennzeichnend für eine ganze Branche, die mit einem großen Imageproblem zu kämpfen hat. Der Beruf, der die Fähigkeit der Kommunikation in seinem Namen trägt, hat genau mit diesem entscheidenden Aspekt seiner Disziplin sehr große Probleme. Dabei schauen wir auf eine Geschichte zurück, in der gestalterische Schulen die Ausgangsbasis neuer gesellschaftlicher Werte und sogar von Kulturreformen waren. (Wir denken an den Jugendstil, den Werkbund, Bauhaus, Ulm...) In der heutigen Zeit hingegen taucht der Begriff Design in den unmöglichsten Kombinationen auf – da sind wir wieder bei dem Image. Der Begriff leidet in den letzten Jahren unter einem massiven Verfall der Wertigkeit, die Inhalte sind Innen wie Außen verschwommen. Und leider haben wir – im Gegensatz zu den Architekten_innen – keine Berufsgenossenschaft oder Kammer, die diese für uns nach außen repräsentiert. (Vergleiche: Markus Frenzel, Was heißt hier Designkultur, 13-19) . Jede_r ist jederzeit noch immer sein_ihr eigene_r Kapitän_in. Das Meer ist schließlich groß genug! Ist es das? Worin liegt dieses Einzelkämpfer_innentum begründet? Wir haben uns auf die Suche nach Antworten gemacht. Der Designprozess in Gruppen. Unser Thema besteht aus vielen Teilbereichen, die wir zuerst theoretisch genauer bestimmen wollen. Vielleicht sehen wir dann ein wenig klarer? Zuerst haben wir den Begriff Design, dann den Prozess. Die Kombination beider Begriffe ist der Designprozess. Und das alles noch in Gruppen. Es liegt an uns, diese theoretischen Überlegungen in der Praxis real miteinander zu vernetzen. Die Schlüsselfragen drehen sich somit um das Verständnis des kollaborativen Designprozesses und die daraus resultierenden praktischen Anwendungen. Gestaltung fängt beim Denken an und das Denken beim Menschen. Design wird von Menschen gemacht. Oft von mehreren Menschen aus vielen Disziplinen. Das nennt man


die Kommunikation, die Sprache. Und da fangen dann auch die Mißverständnisse an. Es ist auch völlig einleuchtend, dass ein_e Ingenieur_in eine andere Sichtweise auf das Projekt hat, als der_die Designer_in. Oliver Tessmann beschreibt diese Unterschiede in seinem Buch Collaborative Design Procedures for Architects wie folgend One major reason is seen in the different nature of problems both diciplines have to deal with. While engineering problems can be approached with scientific rigor, predefined methods – architects have to incorporate many aspects which are not only non-quantifiable but furthermore their quality depends on subjectieve criteria. (10) Auch wenn wir an dieser Stelle nicht auf die Klischeehaftigkeit des Subjektivitätsbegriffs bei gestalterischen Tätigeiten eingehen wollen, können wir festhalten, dass beide Parteien durch ihre Spezialisierung eine andere Sprache sprechen. Im folgenden gemeinsamen Prozess sollte eine gemeinsame Sensibilität für das Ausloten der Gemeinsamkeiten und der Unterschiede herausgebildet werden. Und das Erkennen, dass diese vielstimmige Sichtweise, die Diversität, der eigendliche Vorteil von Gruppen ist. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese Vorteile auch wirklich voll und ganz auszuschöpfen. Und genau für diese Prozesse interessieren wir uns. Welche Prozesse finden in Gruppen statt, die gemeinsam erfinderisch und schöpferisch arbeiten? Was ist die Besonderheit einer Kollaboration und warum ist genau diese Art der Zusammenarbeit geradezu prädestiniert für die fantasievolle und ideenreiche Arbeit der Designer _innen miteinander oder in Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen? Welche Formen der visuellen Kommunikation wählen wir aus, um diese Informationen zu vermitteln? Gruppen können hierarchisch oder heterarchisch sein. Aus zwei oder zweihundert Designern_innen, Architekten_innen, Handwerkern_innen – generell Spezialisten_innen bestehen. Sie können produktiv und weniger produktiv sein. Demokratisch und weniger demokratisch. Da wir in der sich ständig weiter vernetzenden Welt immer auch auf andere angewiesen sein werden, ist es an der Zeit, diese versteckten Prozesse in Gruppen aufzudecken. Wir wollen nicht mehr blind sein, uns gegenseitig bekämpfen, unser Ego in den Vordergrund drängen, nur schöne Oberflächen ohne Inhalt gestalten. Wir wollen in das Auge des Sturms blicken und mit voller Kraft durch ihn hindurchfahren Mit wachen Augen haben wir an uns selbst beobachtet, dass viele Prozesse innerhalb unserer Gruppe automatisch und unbewusst passieren und uns daran hindern, unser ganzes Potential als


verbindendes Element der verschiedenen Disziplinen auszuschöpfen. Oder wie sagt Otl Aicher (aicher, die welt als entwurf, 25): Die Welt ist in einem eigenartigen Zustand. Wir entdecken das Waldsterben, tun alles mögliche dagegen, und es nimmt weiter zu. Wir entdecken Schadstoffe in unserer Atmosphäre, wir tun alles mög-liche dagegen, und die Verseuchung nimmt weiter zu. (...) hier wäre Design gefragt, denn wir sprechen von Produkten, die ausschließlich von Menschen hergestellt werden. Hier wäre Design gefragt, das kritisch ist, Dinge in Frage stellen kann, das analytisch ist und Wurzeln aufdecken kann. (...) je bedenklicher der Zustand der Welt ist, um so schöner soll sie werden. Wir wollen die Muster des Designprozesses bewusster wahrnehmen, analysieren und sie visuell auch für andere erfahrbar machen. Unser Ziel ist es, einen Raum für dieses Thema zu öffenen und zur Auseinandersetztung damit anzuspornen. Wir wollen eine Atmosphäre schaffen, in der Probleme erkannt und kreative Lösungen gefunden werden können.Wir sind keine Zuckerbäcker_innen, Schöntüncher_inne und Unter-den-teppich-kehrer_innen. Wir sind Visionäre_innen, Utopisten_innen, Weltenerschaffer_innen, Zauberer_innen und Zerstörer_innen. Wir können mit unseren Bildern Meinungen schaffen. Wir haben eine Verantwortung. Wir sollten unsere Methoden und unsere Ansichten, genauso wie unser Design, immer wieder überprüfen, verwerfen, verändern und weiterentwickeln Versteht uns bitte nicht falsch. Wir sehen den Menschen und die gestalterischen Prozesse nicht als eine Maschine, die eine Bedienungsanleitung benötigt. Jedoch sehen wir Design als die umfassende Gestaltung der gesamten menschlichen Umwelt. Und auch der_die Gestalter_in und seine_ihre Mitgestalter_innen oder Mitstreiter_innen in einem kreativen Prozess benötigen hin und wieder eine Optimierung. Vor allem in der heutigen Zeit! Wir leben in einem neuen Design-Zeitalter. 12-Jährige können Photoshop bedienen und kommunizieren ihre Ideen blitzschnell über die sozialen Netzwerke. Jede_r hat freien Zugriff zu unterschiedlichen gestalterischen Mitteln und auch die Plattform, die damit entstandenen Ergebnisse mit der Öffentlichkeit zu teilen. Oder auch folgendes Modell funktioniert einwandfrei: der Kunde selbst kann durch die Personalisierung des Designprozesses in die Gestaltung des Produktes eingreifen. Open source ist die Möglichkeit, über das Internet Kollabrationen einzugehen. Wie in der realen Gesellschaft, basiert die


designer_in, der_die gestalterische Einzelkämpfer_in in einer solchen Welt? Oder wie es in dem Buch collaboration now steht: Don´t designers know how great free collaboration can be? Are they afraid of trying? Do they just need a helping hand? Or is the problem that what works for code just doesn´t really translate into the design process? (172) Die Kehrseite des Gruppengedankens ist hiermit auch zusammengefasst: In einer Welt, in der unsere Normalbiographie auf Einzelleistungen ausgerichetet ist und im Prinzip unsere gesamte Sozialisierung auf Konkurrenzdenken basiert, ist es eventuell schwierig, den Gedanken der Kollaboration anzunehmen. Wir wollen hiermit kein Plädoyer für die Gruppenarbeit vorlegen, die um jeden Preis jeder-zeit angewendet werden soll. Es gibt genug Situationen, in denen wir alleine an einem Thema arbeiten sollten und die Gruppe dazu nicht benötigen. Andererseits gibt es jedoch auch komlexe Themen, die ohne die vielstimmige Arbeit einer Gruppe nicht zu realisieren wären. Und: die alle Lebensbereiche einnehmende Unsicherheit (was ist falsch? was ist richtig? wo arbeite ich heute? wo morgen?) könnte durch das Arbeitsmodell der Kollabora-tion eine neue Form der Sicherheit bieten. Nur wenn wir die Prozesse der Arbeit in Gruppen systematisieren, werden wir deren ganze Produktivität und Möglichkeiten ausschöpfen können und im Gegensatz hierzu die Konflikte minimieren oder besser als Teil des Prozesses akzeptieren und nutzen lernen. Wir verweisen an dieser Stelle auf die von Irving Janis 1972 und 1982 enwickelte modellhafte Beschreibung von Fehlverhalten innerhalb von Gruppen. Es ist seitdem als Groupthink - Modell bekannt. In diesen Gruppen werden Warnungen von Außen übergangen, es ensteht die Illusion der Unverwundbarkeit. Kurz gesagt: die Gruppe geht davon aus, gute Arbeit zu leisten, obwohl sie ihre Problemlösung auf ein paar wenige Alternativen eingeschränkt hat. Die Kollaboration ist eine Methode, um dieses Groupthinking zu umgehen. Einzelne Gedanken und Kritik sind äußerst erwünscht. Entscheidungen werden immer in Verhandlungen getroffen. Die Gruppe darf und soll sich nach außen öffnen, um neue Impulse zu bekommen. Genauere Informationen zu diesem Modell können unter anderem auf folgender Homepage Stand Mai 2013 - nachgelesen werden: (http://www.utwente.nl/cw/theorieenoverzicht/theory%20clusters/organizational%20 communication/groupthink.doc/l)


Wir haben also einen Vorschlag. Wir wollen mit unserer Arbeit Impulse geben,die die gemeinsame Gestaltung veranlassen. Vielleicht ist es dann auch möglich, eine Vernetzung untereinander herzustellen. Wir wollen auch weiterhin die theoretische Seite dieser Themenstellung beleuchten und ein Netz der Informationen weben. Wenn dieses Netz trägt, haben wir die Möglichkeit, unsere Inhalte, Methoden, Ursachen und Wirkungen genauer zu erforschen und unsere Ideale und Möglichkeiten besser in der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Denn: Kooperation muss wieder erlernt werden. Und dies kann nur geschehen, wenn deren Mangel erkannt und auch benannt wird. Wir stellen also erneut fest: den Kommunikationsdesignern_innen krankt es an der Kommunikation. Und das, obwohl wir auf eine Geschichte zurückblicken, die die Problemlösung und Verbesserung der Lebensumstände als oberstes Ziel ansah und noch immer ansieht. Oder anders ausgedrückt: Definition of Design as changing existing Situation into preferred ones. His newer situation wants disciplinary resources, something beyond style magazines and latest trends, as it goes beneath the surface to the core of design-driven development. It wants ideas about design process and method, research data and its analysis, knowledge of the past and the purpose of building something appropriate to the present or future, and such resources and their integration (...). (Design Integration Research and Collaboration, 8) Wie wir sehen, steckt dieser Teilbereich der Designdisziplin noch in seinen Kinderschuhen. Otl Aicher beschreibt diesen Zustand und dessen Ursache – wenn auch mit weniger optimistischen Worten – folgendermaßen: Design und Architektur sind in einer tiefen Krise. Sie laufen Gefahr, zum Handlanger von Moden zu werden. Sie sind nicht mehr aus dem Argument und aus der Beweggründung abgeleitet wie Wissenschaft und Technik, sondern aus der Laune, dem ästhetischen Zufall, je nachdem, welche Kunst man gerade anbetet und ausschlachten kann. Das hat zum guten Teil seine Ursachen darin, daß es keinen Beruf gibt, der sich mit Theorie und Geschichte des Designs beschäftigt... (die Welt als Entwurf, 18) Bei der Ausbildung in den Universitäten und Fachhochschulen werden die einzelnen Disziplinen nebeneinander anstatt verknüpft unterrichtet. Und es werden zwar Gruppen-


innewohnt, weggerannt. Dabei stärkt genau dieser Konflikt, diese Auseinandersetzung mit anderen, die eigene künstlerische Stimme. Die gestalterische Intuition wird genau in solchen Momenten geschult und herausgebildet. Wir sind unser Leben lang in einer gestalterischen Ausbildung, in einem Bootcamp für unser Bauchgefühl. Und dann rennen wir weg, weil wir das Ruder über die visuellen Mittel nicht aus der Hand geben wollen. Wir vermuten: Je stärker das Wissen über die eigenen Methoden ist, umso konstruktiver und vielschichtiger können die Prozesse und die Ergebnisse innerhalb der Gruppe sein. Als Schwerpunkt haben wir uns mit den gestalterischen Prozessen innerhalb von Gruppen beschäftigt, die als Methode die Kollaboration anwenden. Der gestalterische Prozess liegt in der gegenseitigen Inspiration, der konstruktiven Kritik, dem Verhandeln und dem Tragen beziehungsweise Abgeben von Verantwortung durch Vertrauen. Die Kommunikation besteht aus Austauschbeziehungen. Innerhalb der Kollaboratin ist der_die Gestalter_in jedoch weitgehend autark. Er_sie kann seine_ihre Methoden weiterhin anwenden und in die Gruppe integrieren. Somit gibt es unserer Meinung zwei Prozesse, die innerhalb der Arbeit mit anderen gleichzeitig stattfinden: Es gibt zum einen den gestalterischen Prozess der Gruppe, zum anderen die kreative Einzelperson, die anhand der anderen Arbeiten und Meinungen ihren eigenen erfinderischen Geist hinterfragen und weiterentwickeln kann. Die Vernetzung beider Prozesse findet durch die Kommunikation statt. Etymologisch ist das Wort Kommunikation vom lateinischen Begriff communicare abzuleiten, welches etwas gemeinsam machen, etwas vereinigen, (mit) teilen, teilnehmen lassen und besprechen bedeutet. Wir berufen uns genau auf diesen Aspekt des Vereinenden. Der Wortstamm des Begriffs Kommunikation stammt vom lateinischen communio und bedeutet Gemeinschaft. Das Meer der sprachlichen Kommunikation: hier ist der Ort der Missverständnisse, die den menschlichen Alltag prägen und uns aber auch bereichern. Wir als Gestalter_innen haben jedoch noch andere Formen der Kommunikation, anhand derer wir die sprachlichen Defizite ausgleichen können. Diese Formen der beispielsweise visuellen Kommunikation, sind ein wertvolles und sehr machtvolles Instrument. Hierbei sei auch darauf hingewiesen,


dass die Sprachwissenschaften davon ausgehen, dass wir nur das denken können, was wir auch aussprechen können. Zwar ist die Kausalität dieser Theorie nicht eindeutig geklärt – jedoch ist dies auch ein spannender Punkt, den wir als Kommunikationsdesigner_innen beachten sollten. Emotionen lassen sich zum Beispiel oft nicht hinreichend ausdrücken. Wir kennen dies nur zu gut. Wir fühlen und bleiben stumm zurück, wenn wir es dem Anderen mitteilen wollen, aber nicht können. Es gibt im Deutschen zum Beispiel wenig beschreibende Adjektive für unseren Geschmacks- oder Geruchssinn. Der Mensch als visuelles Wesen hat somit Sinne, die er den anderen Mitmenschen nur kläglich über die Sprache vermitteln kann. Otl Aicher sagt hierzu: Design bezieht sich auf Sachverhalte, es ist der Sprache verwandt. Auch die Sprache ist so viel Wert wie ihre Fähigeit, Sachverhalte wiederzugeben. Ihre Leistung besteht darin, auch diejenigen Sachverhalte wiedergeben zu können, die sie bislang nicht ausgesprochen hat. (die welt als entwurf, 19) Das Training, dass wir auf unsere sprachlichen Fähigkeiten anwenden sollten, kann man natürlich auch auf der Training unserer gestalterischen Mittel anwenden. Können wir nur das gestalten, was wir auch denken können? Oder können wir nur das gestalten, was wir auch sagen können? Wir sagen, es schlummert sehr viel mehr zwischen den Zeilen, als man zuerst vermuten darf. Wir gehen davon aus, dass wir als Gestalter_innen als Schnittstelle der unterschiedlichsten Lebensbereiche fungieren und somit wertvolle und wichtige Werkzeuge für das Zusammenleben und die Kommunikation der Zukunft entwickeln können. Wir haben als zyklische Spezialisten_innen mit dem Werkzeug der Kommunikation eine einzigartige Position innerhalb der Gesellschaft inne – und können unsere kom-munikativen Fähigkeiten dazu nutzen, unter anderem wichtige und soziale Fragen der Zukunft, deutlicher in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen. Wie können wir die Prozesse innerhalb von Gruppen analysieren? Ist die Kollaboration für Gestalter_innen eine Möglichkeit sich als Gruppe zu organisieren und trotzdem als selbstständige kreative Persönlichkeit eigenveranwortlich arbeiten zu können? Welche Mittel können wir entwerfen, um die Kollaboration als Arbeitsmodell attraktiver zu machen? Was ist dabei unsere Methode? Emotional sind wir stark mit dem Thema vernüpft. Wir haben uns über unsere Arbeiten


kennengelernt und viele Projekte während dem Studium zusammen realisiert. Das hat manchmal gut – manchmal weniger gut geklappt. Wir haben Konflikte – und diese können manchmal sehr tief gehen, da in unserem Beruf Privates und Berufliches viele Mischfarben annehmen kann (oder man bildet sich ein, dass die Entscheidung über die Logofarbe geradezu existentiell ist – aber dazu kommen wir später noch). Wir haben erkannt, dass wir mit unseren Erlebnissen anderen Gestalter_innen während Ihrer Ausbildung aber auch im jetzigen Berufsleben eine Art Logbuch an die Hand geben können, damit sie selbst die passenden Mittel für sich und Ihre Gruppe entwerfen können. Der_die Farbenblinde weiß auch erst über sein (angebliches) Manko, wenn ihm_ihr jemand von Blau und Rot erzählt. Ist dieses Defizit dann wirklich ein Mangel oder eine Besonderheit? Gruppen und ihre kreativen Prozesse sind so vielfältig wir Ihre Teilnehmer_ innen und die geforderte Aufgabenstellung. Uns geht es darum, Anregungen zu schaffen – gedanklich sowie räumlich. Wir haben uns den Rahmen des KolLabors gegeben. Das Wort Kollaboration in Kombination mit dem Wort Labor gibt uns genau den gewünschten experimentellen, aber auch wissenschaftlichen Freiraum, den wir uns für dieses Thema gewünscht haben. Es ist inspirierend und herausfordernd, an diesem Punkt der Ausbildung selbstbeauftragt arbeiten und forschen zu können. Wir sind auf die nächsten 5 Wochen und die enstehenden Anregungen, Verknüpfungen und Erlebnisse sehr gespannt und freuen uns darauf, diese mit Euch teilen zu können. Das Schiff verlässt den sicheren Hafen. Die Segel sind gesetzt. Wir hoffen auf den Rückenwind der Intuition und vertrauen auf die Wellen der gemeinschaftlichen Kommunikation. Lass uns neue Kontinente entdecken, die für uns alleine nicht erreichbar sind!


Wir gehen von uns aus. Unseren Erfahrungen die wir in den letzten Jahren gemeinsam als Gestalter gesammelt haben. Wir stellen uns in den Mittelpunkt und entwickeln unsere eigene Methode. Die Kollaboration im Designprozess.


3 Methode


Wir verfahren methodisch in unserer Bachelorthesis frei nach der Idee von Aicher nach eigenen Ideen (...) leben, eigene Entwürfe (...) machen (...), nach eigenen Konzepten (...) verfahren. Wir gehen also zuerst von uns aus. Von unseren Erfahrungen, unserer Intuition als Gestalterinnen. Und während unserer Forschung haben wir in den letzten Wochen feststehende Rahmenbedingungen gefunden, die allen Kollaborationen zugrunde liegen. Aber zuerst zu unserer eigenen Methode. Unser Prozess für diese Bachelorarbeit lässt sich in drei große Phasen unterteilen, die zeitlich nacheinander gestaffelt sind und aufeinander aufbauen. Zuerst haben wir mit einem analytischen Rückblick auf unser Studium begonnen. Hieraus haben wir unsere Fragestellung entwickelt. Für die theoretische Analyse unserer Bachelorthesis haben wir uns ein reales Projekt gesucht. Derzeit befinden wir uns in der letzten Phase, der Phase der Experimente und der realen Umsetzung. 1. Rückblick: Zuerst haben wir gemeinsam unsere Studienarbeiten analysiert. Was hat geklappt, wo hatten wir welche Schwierigkeiten? Intuitiv haben wir das Gespräch, die Kritik der Anderen gesucht. Sehr schnell ist uns dabei aufgefallen, dass wir uns auch am meisten für unsere gemeinsamen Arbeiten interessieren. Wir konnten bei vielen das innewohnende Potential erkennen. Manche Ideen sind jedoch erkennbar nicht ausgereift und wir haben uns gefragt, woran das liegen kann. Einmal haben wir uns zum Beispiel in der theoretischen Phase eines Projektes verrannt und hatten dann gegen Semesterende keine Zeit mehr, für die angemessene Realisation. Wir haben uns somit gefragt, welche Gemeinsamkeiten es zwischen den Arbeiten geben kann. Wo ist der entscheidende Optimierungsbedarf? Wir haben diese Gemeinsamkeit gefunden: wir haben nie genug Zeit darauf verwendet, unsere eigenen gestalterischen Methoden zu analysieren und zu optimieren. Durch diese Überlegungen ist das Thema für unsere Bachelorthesis entstanden. Sehr schnell kamen wir somit unter anderem zu dem Fazit, dass wir an unserer täglichen Kommunikation arbeiten müssen. Wir haben einen Terminplan für die Wochen bis zu unserem Abschluss und tägliche Skype-Termine eingerichtet. Dies mag simpel klingen, aber wir haben in unserer Recherche herausgefunden, dass gerade in diesem ersten organisatorischen Schritt, in dem noch keinerlei Gestaltung gefragt ist, die Basis einer gut funktionierenden Kommunikation und die Basis für den Erfolg der Gruppenarbeit liegt.


2. Aktion und theoretische Übertragung Als nächstes haben wir als Forschungsgrundlage für die Bachelorthesis ein reales Projekt in München gemeinsam umgesetzt. Wir wollten uns bewusst von der Realisation eines Projekts unter Unterrichtsbedingungen lösen. Die Aufgabenstellung war: Paul Huf, ein Fotograf aus Berlin, arbeitet seit mehreren Jahren in München mit minderjährigen Flüchtlingen, die ohne Familie nach Deutschland geflohen sind. Er bietet Workshops an, in denen sie sich selbst zu einem vorgegebenen Thema fotografieren können oder von ihm fotografiert werden. Im März 2013 hatte er die Möglichkeit seine Bilder im Rahmen einer Einzelausstellung der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Diese Ausstellung zu gestalten war unsere Werkstatt – unser Ort, an dem wir unsere Gestaltung und auch unsere Kommunikation innerhalb sowie außerhalb der Gruppe doku-mentieren und analysieren konnten. Aus dieser Arbeit ist somit nicht nur eine Ausstellung in München, sondern auch die Analyse unseres Designprozesses entstanden. Wir haben es bereits erwähnt: die Schlange beißt sich in den Schwanz. Wir gestalten während wir unsere Gestaltungsprozesse hinterfragen, dokumentieren und gemeinsam analysieren. Um hierbei nicht den Kopf zu verlieren heißt es auch wieder: Struktur ist der Schlüssel und der funktionierende Rahmen, über den nicht mehr weiter nachgedacht werden muss. Wir haben uns also Dokumentationsmöglichkeiten überlegt und diese in einem rotierenden System angewandt. Es gab zum Beispiel die Aufgabe der fotografischen Dokumentation. Dann die Ebene der emotionalen Dokumentation. Es gab bewusst gewählte Pausen und intuitiv haben sich auch durch die Arbeit zusammen gemeinsame Rituale herausgebildet. Aus diesem gesamten Material haben wir die Essenz zu einem Designprozess eingeschmolzen. Gewürzt mit ein wenig Theorie aus der Soziologie, dem Personalmanagement, von Spezialisten für Kreativitätstechniken, aus der Psychologie und vielen anderen.


3. Die Vernetzung Wie bei jedem Designprozess gibt es ab einem gewissen Punkt kein Zurück mehr. Alle kleinen Einzelteile tanzen wie verrückt vor dem inneren Auge herum, die Skizzen flattern an der Wand – aus dem Sturm wird das Konzept geboren. Es ist ein magischer Moment, den jede_r Gestalter_in kennt und auf den wir vertrauen. Steht das Konzept, sind klare gestalterische Entscheidungen getroffen und die Realisation kann beginnen. Wir haben zuerst mit der Kombination der Methode der Kollaboration und der des Labors das Kol-labor gegründet. Hiermit können wir klar nach außen kommunizieren, wo unsere gemeinsamen Ideen und Konzepte zusammenlaufen. In einem Gespäch haben wir weiterhin festgestellt: Gestaltung ist immer auch eine Reise ohne klare Route. Wir haben bemerkt, dass wir eine Art inneres Bild für unsere Bachelorthesis benötigen, um uns gemeinsam auf Kurs zu bringen. Etwas, dass unser gemeinsamer emotionaler Kern und Verbindungspunkt mit dem Thema Designprozess in Gruppen beschreibt. Wir benötigten ein Bild, einen Vergleich, eine Umschreibung, die dann mit Emotionen aufgeladen werden konnte. Über die Umschreibung des Designprozesses als Reise ohne genaues Ziel sind wir auf Kolumbus gekommen. Ein Reisender der gemeinsam mit seiner Schiffscrew Indien erobern wollte und dabei einen ganz anderen Kontinent entdeckte. Für uns ist das eine ziemlich passende Beschreibung für die Situation, in der wir uns gerade befinden. In unserem Beruf werden wir immer wieder mit den Meinungen und Haltungen anderer Menschen konfrontiert, mit denen wir gemeinsam an einer Idee, an einer Vision arbeiten. In der Gestaltung entzieht sich vieles der rationalen Erfassung. Wir kommunizieren am besten in Bildern um unser Innerstes nach Außen tragen zu können.


Wir sind uns einig, dass wir uns nicht einig sind. Und das ist auch gut so.


4 Kollaboration


Kollaboration kommt von dem lateinischen Wort laborare, welches für das Wort arbeiten steht. Mit der Vorsilbe kol, welche die Bedeutung mit, zusammen oder gemeinsam hat, ist die Bedeutung des Wortes das gemeinsame Arbeiten zur Erreichung eines Ziels gemeint. Und bekanntlich erreicht man gemeinsam mehr als alleine. Wir gehen davon aus, dass das Modell der Kollaboration für den Beruf des_der Designers_in am besten geeignet ist, um im kreativen Prozess zu möglichst vielfältigen Ergebnissen zu gelangen, an denen alle zu gleichen Teilen verantwortlich beteiligt sind. Von entscheidender Bedeutung für die Kollaboration ist, dass die Einzelnen ihre Ideen und Zweifel ausdrücken können. Ihre Besonderheiten als gestalterische Persönlichkeiten mit den dadurch entstehenden Konflikten, sind der entscheidende Vorteil gegenüber Einzelpersonen oder der Methode der Kooperation. In der Kollaboration ist sich jede_r einig, dass man sich uneinig sein wird, da das Verhandeln die Schnittstelle zwischen dem Indivduum und der Gruppe ist. Der den menschlichen Beziehungen immer innewohnender Konflikt wird als produktive Antriebskraft gesehen. Aber versteht uns nicht falsch: wenn die Aufgabe eine Hierarchie benötigt, wird diese gebildet. Wenn eine_r in der Gruppe der Experte_in für ein Thema ist, dann kann er alleine Entscheidungen treffen. Kollaboration bedeutet Verantwortung teilen und gemeinsam tragen. Kollaboration bedeutet aber auch alleine Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen. Kollaboration heißt somit: Vertrauen in die eigene gestalterische Entscheidung, sowie in die Kenntnisse und Entscheidungen der Anderen. Kollaboration heißt Zuhören und von und mit anderen Lernen. Jan Schmalz sagt in seinem Buch Zwischen Kooperation und Kollaboration, dass die Besonderheit der Kollaboration (im Gegensatz zu der Kooperation) in der heterarchischen Arbeitsstruktur liegt. Er schreibt: Das Konzept der Heterarchie bezeichnet eine völlige Gleichordnung von Akteuren mit symmetrischen Positionen innerhalb eines sozialen Netzwerks. Diese bleibt allerdings nicht lange bestehen, da es zu einer Ausprägung verschiedener Rollen und Funktionen kommt. Der entscheidende Unterschied zur hierarchischen Organisation ist jedoch, dass diese Rollen sich dynamisch und kompetenz-


effizient in der Behandlung spezifischer Probleme und Aufgaben erweist. Jegliche Entscheidungsfindung beruht auf Verhandlung.Heterarchie ist das jede_r darf alles-Prinzip, die Handlungsfreiheit spielt eine große Rolle. Der_die Einzelne verfügt über die Freiheit, Art, Umfang und Zeitpunkt seiner_ihrer Beiträge selbst zu steuern. Jede_r kann sich also gemäß seiner individuellen Kompetenzen, Interessen und Zeitressourcen beteiligen und in die Arbeit einbringen. Die Arbeit des_der Designers_in besteht aus der zyklischen Einarbeitung in komplexe Themenzusammenhänge. Gerade diese intensiven Phasen der Zusammenarbeit mit Spezialisten_innen aus verschiedenen Disziplinen und die hieraus entstehenden gegenseitigen Inspirationen sind geradezu dazu prädestiniert, das Konzept der Kollaboration in den Designprozess zu integrieren oder sich dieser Methode mit Ihren Besonderheiten bewusst zu werden. Was genau ist die Besonderheit der Kollaboration? Nun, im besten Fall ist sie die beste gesellschaftliche Alternative zu dem Verhalten Ich gegen die Anderen und schafft eine Verbindung von Menschen, die unterschiedlicher Meinung sind. Richard Sennett beschreibt dies in seinem Buch together (2012, 6). Er sagt: In this book, I want to focus on a small corner of what might be done about destrucitve cooperation of the us-against-you sort, or about cooperation degraded into collusion. The good alternative is a demanding and difficult kind of cooperation; it tries to join people who have seperate interests, who do not feel good about each other, who are unequal, or who simply do not understand one another. Er beschreibt das Verbinden von unterschiedlichen Menschen, die sich nicht einig sind. Und ja – es wird gestritten. Oder vielleicht treffender und weniger emotional formuliert: es wird verhandelt. Hier kommen wir auch zu einem weiteren wichtigen Punkt innerhalb des Spektrums der Kollaboration: Zusammen an einem Thema arbeiten oder darüber zu reden macht den Akt noch lange nicht kollaborativ. Die Verbindung alleine reicht noch nicht aus. Es geht auch um den Erfolg der Kollaboration. Und dieser entsteht erst, wenn die Gruppe etwas erreicht, was eine_r alleine nicht erreicht hätte.Die Kollaboration war generell erfolgreich, wenn sich die einzelnen Beteiligten während des gesamten gestalterischen Prozesses mit dem angestrebten Resultat identifizieren können, wenn sie das Gefühl haben, dieses mitgeprägt zu haben. Der größere Aufwand liegt – im Gegen-


satz zu einer Einzelarbeit – in der Kommunikation untereinander. Nur diese schafft die Grundlage für ein vielschichtiges Arbeitsresultat. ( vergleiche: vom labor zum projekt, 302) Thomas Kvan schreibt in seinem Buch Automation in Custruction in seinem Kapitel mit der Überschrift Collaborative design: what is it? (2000; vergleiche 1-7) davon, dass für ihn kollaborieren heißt: zusammenarbeiten, besonders in literarischer, künstlerischer und wissenschaftlicher Arbeit. Und er definiert diese Arbeit besonders über den Akt des gemeinsamen Problemlösens. Er schreibt Indeed, the Oxford English Dictionary defines collaborate as to co-operate, especially in literary, artistic or scientific work, deriving from the Latin words collabore, to work along side one another. Collaboration can be thought of as joint problem solving. It means working with others with shared goals for which the team attempt to find solutions that are satisfying to all concerned. Das siebenseitige Kapitel kann online hier nachgelesen werden : http://web.arch.usyd.edu.au/~rche0750/DESC9177_July2008/Readings/Week1_Reading.pdf Bei kollaborativem Design arbeiten die Einzelnen sehr intensiv miteinander, beobachten und verstehen die Schritte des_r Anderen, die Gründe dahinter und die Absicht. In jeglicher Phase des Design kann der_die Betrachter_in nicht identifizieren, welche_r Designer_in welchen Beitrag geleistet hat. Hierbei gibt es Phasen bestehend aus paralleler Experten_innntätigkeit von kurzer Dauer, eingeklammert von gemeinschaftlichem Verhandeln und Evaluieren. Die Gestaltung findet auch immer wieder getrennt statt, individuell oder parallel, nicht gänzlich und andauernd miteinander verbunden. Jeder bringt Vorschläge aus seiner Sichtweise ein. Diese verwandeln sich während dem Diskurs, da das gegenseitige Verständnis füreinander umfassender wird. Abhängig von dem Auftrag ist die Organisation der Kollaboration enscheidend für den Erfolg. In dem Buch Collaborative Design in Virutal Enviroments wird einleitend dieser Prozess wie folgend erklärt: Managing collaborative design process. In a design project, collaborative work involves the interleaving of individual and group activities. Managing this process over the several months of a design project requires considerable explicit and implicit communication between collaborators. Individuals need to negotiate shared understanding of design goals, of design decomposition and resource allocation, and of progress on specific tasks. It is important that collaborateurs know what is currently being done and what has been done in context of goals. (2011,4) Die Herausgeber reden im weiteren auch von What


You See Is What I See. Diese Form der spezialisierten Verhandlung unter Kollaborateuren ist auf die gegenseitige Aufmerksamkeit gerichtet, den Vorschlag des anderen in seiner ganzen Komplexität und Andersartigkeit verstehen zu wollen. Kollaboration ist sehr zeitintensiv und setzt einen Beziehungsaufbau voraus und ist laut Kvan besonders passend für sehr spezielle Probleme, die eine solche enge Vernetzung des Designprozesses und seiner Teilnehmer_innen benötigt. Sie ist ein tieferer, persönlicherer und synergistischerer Prozess als reines Zusammenarbeiten. Der Designprozess als solcher besteht aus Verhandlung, Einigung und Kompromissen um Erfolg zu erzielen. Für uns ist die Verhandlung als verbindendes Element innerhalb der Kollaboration von entscheidender Bedeutung. Wir verhandeln in jeder Phase des Prozesses. Wenn wir eine Arbeit, eine Skizze oder einen Prototypen präsentieren, treten wir auf die Bühne der Verhandlung. Und ohne das Werkzeug der konstruktiven Kritik, werden wir sehr schnell in Stromschnellen geraten. Wir sagen Euch an dieser Stelle: übt Kritik genauso wie das Verteilen von Lob. Es stärkt die Fähigeit eurer Gruppe mit Mißerfolgen und schwierigen Phasen umgehen zu können. Richard Sennett hat in seinem Buch together ein Kapitel mit dem Titel indirection. Hier beschreibt er eine Möglichkeit der Kommunikation unter der Verwendung des Kunjunktivs, die ihm bei musikalischen Proben aufgefallen ist (...) discussions were couched in terms of possibly and perhaps and i would have thought. (...) Rehearsals went more effectively because this subjunctive mood opened up a space for experiment. (together, 22) Wenn ihr Euch für dieses Thema interessiert, Frank Berzbach hat in seinem Buch Kreativität Aushalten die emotional manchmal schwierig aushaltbare Situation der Kritik und ihre Bedeutung für die eigene Arbeit sehr treffend beschrieben Nichts motiviert mehr, als ernst gemeinte Anerkennung. Hiermit gemeint ist nicht, dass Fehler verschwiegen werden, sonder mehr, dass Kritik wohlwollend und nicht verletzend geübt wird. Mit Lob sollten wir uns nie zurückhalten. Lob tut gut und vermehrt sich. (...) Kritik muss Menschen motivieren, eine noch bessere Lösung zu finden, dies muss ihr vorrangiger Sinn sein. Alles andere wirkt kontraproduktiv. (35) Zusammenfassend kann also gesagt werden: Der kreative Designprozess wird von einzelnen Phasen der Arbeit und gemeinsamen Phasen des Verhandelns abgelöst. Nur so


kann das gesamte Potential der Einzelpersönlichkeiten in Verbindung mit der objektiven Vielstimmtigkeit der Gruppe genutzt werden. Meine kreative Meinung wird innerhalb der Gruppe konstruktiv kritisiert, ich trete in Verhandlung mit den Anderen. In der Verbindung mit anderen Ansätzen und Ideen lässt sich der gestalterischen Prozess wie eine Spirale visualisieren, die immer schneller in Richtung Ziel voranschreitet. Wir haben weiterhin herausgefunden, dass diese Art der Kommunikation, also das Zusammenfügen individueller Ansichten und Pläne, zu einer Grundfähigkeit des Menschen gehört und dort die Basis zu seiner kooperativen Fähigkeit liegt. John Searle nennt dies die sogenannte Wir Intentionalität. Er geht davon aus, dass Menschen zu individueller und gemeinsamer Intentionalität fähig sind. Sie können Gedanken teilen, gemeinsame Ziele anstreben und gemeinsame Pläne entwickeln. Für ihn sind gemeinsame Ziele nicht einfach die Schnittmenge individueller Ziele. Und die gemeinsamen Pläne entstehen nicht einfach nur aus dem Zusammenfluss individueller Pläne. (Vergleiche: Zur Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit, 12) Kollaboration ist einfach immer Austausch. Ob wir alleine arbeiten oder in einer Gruppe. Wir leben nicht isoliert auf einer Insel. Und somit haben wir es in unserem Leben immer mit der Begebnung mit anderen Menschen zu tun. Somit schöpfen wir vielleicht unsere Ideen aus uns selbst, aber diese wiederum sind blühendes Gewächs unserer Sozialisation, den Vorstellungen und Ideen unserer Freunde, Freunden von Freunden, unserer Familie, der Geschichte unserer Familie, dem Flug der Biene, dem Rauschen des Meeres. Immer treten wir in Kontakt. Wir gehen in die Ferne nur um immer wieder zu uns – zu unserer eigenen schöpferischen Stimme – zurück zu kommen.


Gestaltung bedeutet: Reduktion von Komplexit채t.


5 Schlussfolgerung


Wir halten an dieser Stelle fest: Kollaborationen im Designprozess sind eng mit ihren Zielen, ihrem Team, ihren Rescourcen und Bedingungen verkn端pft. Wir haben festgestellt: Es gibt eine Art Grundger端st der Kollaboration welches aus acht Elementen besteht. Zwischen diesen Elementen spannen sich verkn端pfende Rituale wie zum Beispiel das gemeinsame Essen am Nachmittag.


VERTRAUEN & VERANTWORTUNG VERHANDLUNG & RITUAL LOB & KRITIK INSPIRATION & AUSTAUSCH


Ein gedanklicher und ein realer Ort für Experimente und Überlegungen. Wir haben alle drei während unserem Studium Porzellankurse an der Uni Krefeld besucht. Die Werkstatt als Ort des Austausches mittels Objekte ist eine starke Methode der Kollaboration die uns auf unserem künstlerischen Weg entscheidend als Gruppe und als Einzelpersönlichkeiten geprägt hat.


6 Werkstatt


Wie bereits in dem letzten Kapitel erwähnt, lebt die Kollaboration von dem Austausch mit der Gedankenwelt der anderen Mitglieder deiner Crew. Wir wollen Euch an dieser Stelle in einem Exkurs kurz die fünf Austauschbeziehungen nach Richard Sennett vorstellen, da wir deren Kenntniss als Teil einer funktionierenden Kollaboration im Designprozess sehen. Wir müssen sie auch nicht lang erkären – die kurze Nennung reicht unserer Meinung nach völlig aus, sich eigene Gedanken zu diesem Thema zu machen. Weitere Informationen dazu können in seinem Buch together auf Seite 72 bis Seite 86 nachgelesen werden. Das Spektrum der fünf Austauschbeziehungen bewegt sich von dem alstruistischen Austausch (Selbstopfer), über den Win - Win Austausch (beide Seiten profitieren von der Situation), zu dem differenzierten Austausch (die Unterschiede der Partner werden verdeutlicht), weiter zu dem sogenannten Null - Summen - Austausch (Nutzen der einen Seite auf Kosten der Anderen), bis hin zu dem sogenannten The - Winner - Takes - it - all Austausch, in dem der Gewinner alles behält. Das kommt Euch bekannt vor? Natürlich! Kreative Prozesse sind voll von bewussten und unbewussten Konkurrenzkämpfen. Der Konkurrenzgedanke herrscht vor, wenn wir unsere_n Kollegen_innen keine konstruktive Kritik geben. Wir schwächen damit die Möglichkeit den_die andere_n zu stärken und unsere innovative Position klarer durch den_die andere_n erkennen lernen zu können. Und wie immer im Leben: hinterfragt die Institutionen. Hinterfragt Euch und Euren Kurs. Seid Ihr noch auf der Zielgeraden oder befindet Ihr Euch in einer Konkurrenzsituation die Eure eigene schöpferische Arbeit und Meinung schwächt? Oder seid ihr der Ansicht der Wettbewerb mit den anderen ist das Salz in der Suppe, das Benzin in Eurem Tank? Dann hinterfragt auch das und schaut, zu welchen neuen gestalterischen Methoden Euch dies führen kann. Wir aber fragen uns: welche Mittel gibt es, um den alltäglichen Kampf zu schwächen und die Kollaboration und damit uns selbst zu stärken? Wir schauen an dieser Stelle zurück in der Geschichte der sozialen Verbindungen mit einer kreativen Verknüpfung und entdecken die mittelalterlichen Gilden und die gemeinschaftliche innovative Arbeit in den Werkstätten. The workshop has been since ancient times a model for sustained cooperation. In the ancient world – in both China and Greece – the workshop appeared as the most important


institution anchoring civic life. (Sennett, together, 56) Die Arbeit war in den Werkstätten zum ersten Mal klar organisiert und präzise aufgeteilt. Die Kontinuität und die generationsübergreifende Weitergabe der Fähigkeiten schaffte neue Werte innerhalb der Gesellschaft. Weiterhin war die Werkstatt ein kultureller Ort, in dem Rituale, wie zum Beispiel der Ehrenkodex, entwickelt wurden. All diese sozialen Spielregeln konnten sich vor allem deshalb herausbilden, weil die spezialisierten Werkzeuge und Arbeitsgeräte ein dauerndes Umherziehen verhinderten. Natürlich ist eine Werkstatt heute – und war es auch damals – hierarchisch gegliedert. Der Vergleich mit der Kollaboration scheint somit nicht direkt auf der Hand zu liegen. Denn dort ist die Struktur nicht von Beginn an festgelegt und wird erst herausgebildet, wenn dies benötigt wird. Jedoch gibt es bereits in der Werkstatt das verbindende Element des differenzierten und auch Formen des win-win Austausches. Der experimentelle Prozess der Arbeit unterstützt diese Form der Arbeits- und gleichzeitig Lebenseinstellung. Richard Sennet schreibt Experiment invites the dialogic conversation, the open-end discussion with others about hypotheses, procedures and results. (together, 115) Neben dem Experiment, war das machtvollste Instrument für die Stärkung von sozialen Bindungen (und somit auch der der Kollaboration) das Ritual. Dieses spielte eine entscheidende Rolle für die gleichbleibende Qualität und Produktivität der Mitarbeiter und schaffte eine Balance zwischen der Gemeinschaft und dem Gedanken der Konkurrenz. Der entscheidende Punkt der Rituale der mittelalterlichen Gilden war die Betonung der Einzigartigkeit des Individuums und die Bereicherung für die Gemeinschaft, die hierdurch entsteht. Richard Sennett beschreibt ein wiederkehrendes Ritual, welches den Jugendlichen nach der Ausbildung in die Gemeinschaft der Gilde aufnahm (together, 110-111): Within each workshop, ritual paid a special kind of tribute to skill. The apprentice presented at the end of his training a piece of work called the chef d´oeuvre which showed to the workshop what he could achieve so far. (...) the rituals aimed at judgement of a man-made object on its own merits, and the object had to speak for itself. Auch Otl Aicher sieht in der Werkstatt den Ort der gelungenen Zusammenarbeit. Hier wird nicht geplant und verwaltet, sondern entwickelt und entworfen. Im Prozeß von Überprüfung und Korrektur wird der Entwurf zum richtigen Ergebnis gesteuert, dieses Prinzip der Steuerung der Alternativen erlaubt den beispielgebenden Beginn im Beste-henden. (Otl Aicher, Welt als Entwurf, 12-13) experiementeller verfolgt und realisiert werden.Die Arbeit war in den Werkstätten zum ersten Mal klar organisiert und präzise


Ein weiterer Ort des gemeinsamen Lernens und Arbeitens ist das Labor. Hier kรถnnen auch Projekte ohne genaue Zielvorstellung experiementeller verfolgt und realisiert werden.


Acht Elemente der Kollaboration und acht Schritte im Designprozess. Ihr könnt natürlich eine ganz andere Methode für Eure Gruppe entwickeln. Kleider von der Stange werden für die Masse entwickelt und passen einfach nicht jedem. Wir stellen Euch unseren Weg vor und hoffen, dass Ihr etwas für Euch nutzen könnt.


7 Designprozess


DIE ACHT SCHRITTE DES DESIGNPROZESSES SIND WIE DIE STERNBILDER FÜR DIE ALTEN SEEFAHRER. SIE HABEN AUCH NACH BEKANNTEN FORMEN IM HIMMEL GESUCHT UM SICH BESSER ORIENTIEREN ZU KÖNNEN.


Der Begriff Prozess findet im lateinischen seinen Ursprung und wird mit einem Vorgang oder einem Entwicklungsgang übersetzt. (Haimel, Fremdwörterlexikon, 309) An dieser Stelle wird der Prozess auch als Ablauf und der Fluss und die Transformation von Material, Informationen, Operationen und Entscheidungen beschrieben. Andere wiederum definieren den Prozess als eine Abfolge einzelner Tätigkeiten, die zu einem bestimmten Zeitpunkt oder durch ein definiertes Ergebnis beginnt und zu einem bestimmten Ende und einem messbaren Resultat führt. (...) Somit lassen sich sowohl ein Prozessbeginn als auch ein Prozessende ermitteln. Ebenso lässt sich jeder Prozess in einzelne, aneinander gekettete Aktivitäten aufteilen, wobei die Aktivitäten sich verzweigen können und nicht ausschließlich in Reihe verlaufen müssen. (Kruse und Kramer,Prozessoptimierung, 52) Der gestalterische Prozess im Besonderen ändert immer wieder sein Gesicht, kann aufgebaut und zerstört werden. Oder beibehalten und verfeinert. Kenntnisse über die eigenen Methoden und zeitlichen Abfolgen dieser Methoden schärfen die eigene Arbeitsweise, decken gleichbleibende Handlungsmuster auf und lassen uns bewusster handeln. Er ist kein statisches Objekt dessen einzelne Punkte zeitlich nacheinander abgearbeitet werden können. Er ist ein äußerst komplexer und mehrschichtiger Vorgang. Generell ist der Designprozess im besondern natürlich nicht an eine Gruppe gekoppelt. Er läuft immer intuitiv ab, wenn der Mensch gestalterisch in seine Umwelt eingreift. Wir haben aber bereits festgehalten, dass die gestalterische Arbeit in Gruppen einer Art systolischen und diastolischen Aktivität gleicht. Wir nähern uns an, um uns dann wieder zu entfernen. Es gibt somit im besten Fall einen gemeinsamen Prozess und einen parallel stattfindenden Prozess, den der_die Gestalter_in allein durchläuft. Wie in dem vorherigen Kapitel erwähnt, sind wir derzeit in der dritten und letzten Phase unseres eigenen Designprozesses für die Bachelorthesis. Und da jede Reise wenigstens ein kleines Grundgerüst an Struktur benötigt, wollen wir euch nicht länger auf die Folter spannen und an dieser Stelle die einzelnen Phasen des gestalterischen Prozesses in Gruppen darstellen. Er ist der Rahmen für den_die Gestalter_in innerhalb dem wir hinterfragen, entwerfen, verwerfen, fantasieren, erfinden, nachdenken, bauen... und kommunizieren.


Die einzelnen Phasen des Prozesses dienen also zur groben Orientierung und werden bei jedem neuen Projekt, bei jeder Fragestellung weiter optimiert. Die Phasen enden mit sogenannten Meilensteinen, das sind Entscheidungen, die getroffen werden müssen, um die nächsten Schritte machen zu können. Aber auch diese sind natürlich nicht vollkommen unverrückbar und können, falls es nötig sein sollte, angepasst werden. Wir haben einen Startpunkt für unsere eigene Reflektion gelegt und teilen sie hier mit Euch. Der Prozess ist wie die Sternbilder für die alten Seefahrer. Sie haben auch nach bekannten Formen im Himmel gesucht um sich besser orientieren zu können.


-1° ANHEUERN O° DIE LEGENDE 1° DIE REISETASCHE 2° DAS MEER 3° DIVE DEEP 4° DAS HANDWERK 5° LAND IN SICHT 6° KONTINENT


-1° ANHEUERN Erfassen der Kontaktdaten Je nach Anforderung und Projekt wird die Gruppe in dieser Phase zusammengestellt. Das Zusammenbringen von Innovatoren_innen aus unterschiedlichen Disziplinen ist die Basis mannigfaltiger Ideen. Woher kommt Ihr? Was sind Eure Besonderheiten? Die Aufgabenstellung entscheidet an diesem Punkt, ob die Struktur der Gruppe flach oder hierarchisch, offen oder geschlossen gegliedert ist. Aus dem Arbeitsprozess heraus werden sich die einzelnen Rollen herausbilden und können auch wieder getauscht werden – in einer Kollaboration sind sie nicht von Beginn an festgelegt. Wieviele Mitglieder hat Euer Team? Welche gruppendynamischen Prozesse können durch diese Anzahl enstehen? Ihr seid alle für den Erfolg des Abenteuers verantwortlich. Macht Euch den Anforderungen entsprechend schlau. Bei drei Personen kann es zum Beispiel passieren, dass sich zwei Personen einig sind und der Dritte mit seiner gestalterischen Meinung alleine ist. Vergesst nie: Die Wahrnehmbarkeit der Leistung einzelner Gruppenmitlglieder ist Vorraussetzung für den Erfolg einer Gruppe. Und das Ausblenden von Minderheitenmeinungen führt zu schlechteren Ergebnissen – auch wenn die Mehrheit der Gruppe davon ausgeht, besonders gut zu kooperieren. Minderheitenmeinungen können immer wichtige Impulse geben.


Kollaborateure

Adressen / Telefonnummern / email / skpe / dropbox / facebook / _______ / ______

-1


O° DIE LEGENDE Was bring ihr Mit? Wo kommt ihr her? Ihr braucht eine Legende. Was brauchen wir? Ja, eine Legende. Vertraut uns. Es ist wie die Maßstabfestlegung bei einer Karte – da Ihr an diesem Punkt noch nicht genau wisst, wo die Reise hingehen soll, benötigt Ihr trotzdem Sicherheiten und Struktur. Die Informationen und Ziele für das Projekt müssen klar und für alle verständlich kommuniziert werden. Die Rahmenbedingungen werden gemeinsam erarbeitet. Wie werden Dokumente gespeichert und benannt? Wieviel Zeit ist für das Projekt vorhanden und wann müssen welche Phasen des gestalterischen Prozesses abgeschlossen sein? Wann können Pausen eingelegt werden und wann muss das Projekt an Tempo gewinnen? Ihr könnt auch gerne persönlich werden: Woher kommen die einzelnen Mitglieder des Teams, was ist Ihr Schwerpunkt? Oft wird dieser Punkt übersprungen oder ihm wird nicht genug Zeit gewidmet. Alle wollen direkt ins Wasser rennen ohne genau zu wissen, wie tief es ist. Eine gelungene Kollaboration kann jedoch unserer Meinung nach nur in einer Atomsphäre entstehen, in der jede_r Teilnehmer_in als wichtiges Mitglied des Teams geschätzt wird. Die Kollaboration ist kein Zustand, der von Beginn an in der Gruppe vorhanden ist. Es gibt drei Phasen, die aufeinander aufbauen – und am Ende steht die Kollaboration. Zuerst müsst Ihr Euch also kennenlernen. Ihr erarbeitet Eure Legende. Noch seit Ihr kein Team! Ihr tauscht Informationen aus. Die zweite Phase ist mit Kommunikation und Kennenlernen verbunden. Zeigt Euch Eure Arbeiten, stellt Euch vor, kocht zusammen oder macht einen Ausflug. Auch wenn dies nur ein Nachmittag ist – ihr werden Euch in einer enstpannten Atmosphäre kennen lernen und im späteren Abauf davon profitieren. Auch hier gilt wieder unser Mantra: Ihr wisst intuitiv was am besten für Euch und für Euer Projekt ist, wenn ihr Eure Situation reflektiert. Und es ist immer beruhigend zu wissen, dass die meisten orginellen und schöpferischen Ideen in den zwanzig Prozent unserer Zeit passieren, in denen wir nicht arbeiten, sondern zusammen in der Sonne sitzten und unsere Gedanken und Ideen wie von alleine vernetzten.


Große Unternehmen profitieren bereits von diesen Überlegungen und haben diese Gedanken nicht nur auf Ihren Designprozess, sondern auch auf die Gestaltung Ihrer Räumlichkeiten übertragen. Denn wir wissen ja: je besser unser Arbeitsplatz ist, umso besser ist auch unsere Arbeit. Der Raum kann Euch auch voneinander trennen und hiermit die Kollaboration unterbinden. Aber mit dem Wissen, dass die Kollaboration aus Phasen der gemeinsamen Arbeit besteht und auch aus Phasen, in denen ihr alleine an dem Thema arbeitet, wisst ihr, was ihr zu tun habt. Der Erfolg der Kollaboration hängt auch von anderen Faktoren ab, die ihr in dieser Phase des Designprozesses miteinander entwickeln oder untereinander austauschen könnt. Wenn ihr ein gemeinsames Manifest benötigt: do it. Motiviert Euch, kommuniziert, feiert Eure Diversität als Vorteil, teilt Eure Erfahrungen und gestalterischen Ansichten, unterstützt Euch und findet Lösungen. Findet über diesen Weg eine gemeinsame Sprache. Ohne Wertung kann eine Sensibilität für die Disziplin des Anderen stattfinden. Zu der Legende, also den gemeinsamen Absprachen, gehören naürlich auch die Regeln über den Austausch von konstruktiver Kritik. Also, wir organisiert Ihr Euch am besten?

Die Zukunft sollte man nicht vorhersehen wollen, sondern möglich machen. Antoine de Saint-Exupéry


VERGESSE ALLE GESTALTERISCHE REGELN EXPERIMENTIERE LASSE DICH TREIBEN JEDE_R IST EIN ANFÜHRER_IN VERTRAUEN ROCKT SEI WIRKLICH NEUGIERIG HÖRE NIE AUF FRAGEN ZU STELLEN BLEIBE MAL LANGE WACH STEHE MAL RICHTIG FRÜH AUF ALKOHOL KANN HELFEN SCHAFFE DEIN KREATIVES CHAOS HÖR AUF ALLES ZU ÜBERANALYSIEREN GEH RAUS UND MACHE FEHLER REDEN IST GOLD LERNE JEDEN TAG NEUES


HÖRE AUF DEINEN BAUCH SCHAFFE RITUALE HABE SPASS NIMM DICH NICHT ZU ERNST BEHALTE DIE FINANZIELLE KONTROLLE ERKENNE WAS DU GUT KANNST LASS DEN REST BLEIBEN SEI STOLZ AUF DEINE ERGEBNISSE HÖRE LAUT MUSIK VITAMINE SIND GUT KOPIERT EUCH SCHLAGE ÜBER DIE STRÄNGE VERTRAUE AUF DEINE GRUPPE SEI AUTHENTISCH LASS AUCH MAL DIE ANDERN ENTSCHEIDEN


1° DIE REISETASCHE Entdecke... Wie packt man eine Reisetasche, wenn das Ziel unbekannt ist? Richtig. Man packt für heiße und für kalte Tage. Und für alle Temperaturen dazwischen. Im gestalterischen Prozess ist das ähnlich. Wir beobachten wertfrei, stellen Fragen, schauen hinter die Fassade. Seid wirklich und wahrhaftig neugierig. Findet Regelmäßigkeiten. Ihr erarbeitet gemeinsam eine Recherche zur Problemfindung. Alle umliegenden Bereiche werden fein abgeklopft und zusammengetragen. Es geht in dieser Phase um Komplexität. Immer stehen wir im Kontakt mit den Ergebnissen der anderen Mitglieder. Diese Verhandlungen verhindern, dass wir uns mit den ersten Ideen abgeben. Oder uns zu tief in kleine Teilaspekte einarbeiten. Denn was sind schon die ersten Ideen? Sie sind meistens oberflächliche Risse an der Fassade. Nur gemeinsam können wir Arbeiten entwerfen, die sich nicht innerhalb kürzester Zeit visuell abnutzten. Es liegt ganz an Euch wie Ihr Eure Inspirationen und Informationen sammelt. Manche Gestalter_innen recherchieren tagelang im Internet, um zu sehen was andere gemacht haben. Ihr stellt Euch mit dieser Methode in Konkurrenz zu einer fremden Idee. Ihr könnt natürlich andere Methoden analysieren. Hört auf eure eigene visuelle Stimme. Es gibt einen Prozess, der sich kulturelle Homogenisierung nennt. Wir alle lesen die gleichen Zeitschriften und Blogs, schauen die gleichen Serien und richten unsere Wohnungen ähnlich ein. Hinterfragt Euren Geschmack! Richard Sennett beschreibt diesen Prozess wie folgend: Modern society is producing a new character type. This is the sort of person bent on reducing the anxieties which differences can inspire, wether these be political, racial, religious, ethic or erotic in character. The person´s goal is to avoid arousal, to feel as little stimulated by big differences as possible. (...) But so is the homogenization of taste. Cultural homogenization is apparent in modern architecture, clothing, fast food, popular music, hotels... an endless, globalized list. Everybody is basically the same, expresses a neutrality-seeking view of the world. The desire to neutralize difference, to domesticate it, arieses from an anxiety about difference, which intersects with the economics of global consumer culture. (...) modern society is de-skilling people in praciticing cooperation. (sennett, together, 8)


2° DAS MEER Definiert das Problem, findet eine Fragestellung, Experimentiert. Diese Phase wird auch manchmal mit to find the need umschrieben. In der vorherigen Phase habt ihr einen Berg an wertfreier Inspiration zu der Fragestellung angehäuft. Jetzt geht es um deren Reduktion. Was ist die Kernfrage? Was genau will der Kunde? Am Ende werdet Ihr den Bedarf und die Notwendigkeit für die Gestaltung herausgefunden haben. Der Weg dortin führt Euch über Taten. Denn Taten schaffen visuelle Standpunkte. Zeigt Euch was Ihr meint und lasst Experimente zu. Lasst geschehen und lasst Euch treiben. Ihr habt als Gestalter_innen eine manuelle Intelligenz – und die ist mehr Wert, als jede Recherche, was ein_e Designer_in vor Euch zu diesem Thema realisiert hat. Generell gibt es innerhalb Eurer Gruppe keine konkurrierenden Ideen. Nutzt die kooperative Kraft der visuellen Kommunikation. Wir haben bereits darüber gesprochen. Die Sprache allein bringt Euch in diesem Punkt nicht weiter. Go wild. Go crazy. Alles ist erlaubt. Kennt Ihr sogenannte Kreativitätstechniken? Die meisten haben den Ansatz, euer laterales Denken anzuregen – und auch diese kommen mit auf die Reise. Wir nutzen in unserer Gruppe zwei unterschiedliche Methoden, um Ideen zu generieren, wenn wir gerade nicht genau wissen, wie es weiter gehen soll. Eine Methode ist die der unterschiedlichen Rollenverteilung, die sich je nach Phase und Tag abwechseln kann. Mit dieser Form der Organisation werden Rituale und Verantwortungen verteilt. Ihr verbindet Euch mit der Idee und gewinnt neue Ansichten. Wie das funktioniert? Jede Gruppe braucht bei ihren Treffen zum Beispiel eine_n Skipper_in. Diese_r ist für die zeitliche und organisatorische Struktur und somit für den Ablauf des Tages zuständig. Richtig, es gibt jemanden, der den Ton und die Richtung angibt. Er_sie weiß genau, in welcher Phase des Prozesses die Gruppe gerade steht. Und er_sie unterbindet auch Diskussionen, die ins Nichts führen. Der_die Navigator_in kümmert sich um die einzelnen gesammelten Informationen. Schreibt mit, dokumentiert, sammelt, archiviert und macht die Infomationen somit jederzeit für die anderen zugänglich. Er_sie wertet nicht. Alle Informationen werden parallel aufgenommen. Der_die Proviantmeister_in kümmert sich um die Pausen. Der_die Pirat_in kritisiert und hinterfragt. Was stimmt an der Idee nicht? Wo liegen die Schwächen? Der_die Seismograph_in ist für die für die emotionale Lage


der Crew zuständig und unterstützt den reflektierenden Moment dieses Speils. Der_die Utopist_in unterstützt die positiven Aspekte der Idee und ist optimistisch. Versteht ihr was wir meinen? Bei Interesse – wir haben diese Idee aus dem Buch Think von Edward de Bono. Er nennt diese Technik das sogenannte Hütchenspiel. Für uns ist entscheidend, dass mit dieser Methode die Kollaboration durch ein Ritual (denn die Übergabe dieser Rollen oder die Verteilung kann von Euch als Ritual gestaltet werden) gestärkt wird. Die Schwächung der Gruppe entsteht seiner Meinung nach durch die Tendenz zu beweisen, dass jemand anderes falsch liegt. Das geht mit den sechs Hüten nicht. Wenn man hier angeben will, dann geht das nur, indem man unter dem jeweiligen Hut die bessere Leistung bringt. Er hat auch eine Methode entwickelt, die er Bewegung (de Bono, think, S49) nennt und die durch Zufallswörter generiert wird. Er geht davon aus, dass wir mit einem zufällig gewählten Wort neue Ideen zu einem ganz spezifischen Thema generieren können. Er sagt Tatsächlich bezieht sich jedes Zufallswort auf jedes Thema. Logiker würden darauf hinweisen, dass dies kompletter Unsinn ist. Und doch ist es völlig logisch – im Universum der asymmetrischen Muster. Generell ist sein Buch eine Fundgrube für die sogenannten Kreativitätstechniken. Aber seid beruhigt – wir als Gestalter_innen wenden viele dieser Techniken intuitiv an. Es geht uns an dieser Stelle darum dass Ihr genau dies reflektiert, damit Ihr Eure Methode Mitgliedern aus eurer Gruppe, die eventuell andere Techniken anwenden, erklären und beibringen könnt. Das meinen wir wenn wir sagen, Ihr sollt Eure Methoden teilen. Ihr könnt einen innovativen Methodenkatalog erfinden, in dem Ihr Eure Ideen bezüglich der Ideengenerierung festhaltet. Ein weiterer wichtiger Punkt in dieser Phase des Prozesses ist die Empathie. Ihr gestaltet schließlich nicht in den leeren Raum hinein. Meistens habt Ihr eine_n Kunden_in und nur in Rücksprache mit diesem_r kann zielgerichtetes Design enstehen. Deshalb ist die breit gefächerte Recherche umso wichtiger. Wenn Ihr die Komplexität der Welt des_r Kunden_in kennen lernt, dann könnt Ihr auch die Fragestellung konkretisieren. Und die Fragestellung und die Welt des_r Kunden_in beinhaltet natürlich auch immer schon die zielgerichtete Antwort. Findet Euren eigenen Rhythmus zwischen gestalterischem Experimentieren, Recherchieren, Skizzieren, Verwerfen und neu Überdenken. Entscheidend ist, dass die anderen verstehen, was Du mit Deinen Ideen kommunizieren willst. Die perfekte Ausführung der Ideen ist an dieser Stelle noch nicht relevant. Wendet das What You See Is What I See Prinzip an, um genau verstehen zu lernen, was die anderen mit Ihren Vorschlägen sagen wollen.


Findet euren eigenen Rhythmus zwischen gestalterischem Experimentieren, Recherchieren, Skizzieren, Verwerfen und neu Ăœberdenken hin und her zu segeln.


Kollaborateure

wo sind eure inseln?

skipper_in navigator_in fotograf_in proviantmeister_in pirat_in seismograph_in

achtet auf den ablauf der meetings. zeitplan und organisation schreibt mit was wichtig ist und kopiert zum schluss die seiten dokumentiert das meeting und sortiert die fotos sorgt f端r pausen und verpflegung hinterfragt das projekt aus verschiedenen blickwinkeln k端mmert sich um die emotionale balance.

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3° DIVE DEEP Das Produzieren von gestalterischem Überschuss Die Grundidee für Euer Konzept, die Fragestellung und alle genaueren Definitionen habt Ihr durch Experimente und Skizzen in der letzten Phase gemeinsam entwickelt. Jetzt geht es darum, dieses Konzept immer enger und genauer zu definieren. Die einzelnen Vorschläge zu einem großen Ganze zusammenzuschmelzen. Alle im Vorhinein Erarbeiteten Informationen verweben sich am Ende dieser Phase zu einem Ganzen. Oder anders gesagt When design knowledge is well known and a design problem boils down to picking up a solution from a set of known entities, factual abduction can be used. At this moment, however, abduction cannot explain creative design, when a design solution is generated “out of the blue”, but it can explain when multiple (known) theories are combined to produce a new solution that was unknown before. (Design Integrations: Research and Collaboration, 59) Ihr filtert und analysiert alle bereits entstandenen Ideen. Aus diesem Grund ist die Absprache bei der Dokumentation so wichtig. Nur so habt Ihr genug Material, um zwischen den einzelnen Phasen hin und herspringen zu können. Wenn Ihr jetzt bemerkt, dass euch ein entscheidender Punkt fehlt – geht zurück. Die Crew hat sich jetzt zusammengefunden, Rituale haben sich herausgebildet. Es kristallisieren sich ab diesem Punkt auch festere Rollen heraus. Je nach Interesse haben sich während der Forschung und den Experimenten Schwerpunkte bei den einzelnen Mitgliedern ergeben. Dies ist der Vorteil der Kollaboration. Genau diese Schwerpunkte können jetzt in weiteren Experimenten und Skizzen konkretisiert werden. Ihr steht in einem regen Austausch miteinander. Vorschläge, Verhandeln und Entscheiden finden in einem immer schnelleren Rhythmus statt.


4° DAS HANDWERK Reduktion und die Realisation der gestalterischen Mittel Ihr habt in den letzten Wochen recherchiert, skizziert, gebaut und viel miteinander verhandelt. Jetzt können wir mit unseren Sauerstoffflaschen hinunter in die Tiefsee und von der Makro- in die gestalterische Mikrostruktur eintauchen. Oder wie bei den Bildhauern: die grobe Form steht. Jetzt geht es um die wirklich feinen Details. Gestaltung schöpf aus dem Übermaß. Ihr habt all diese feinen Abstufungen der Gestaltung in der letzten Zeit ausgelotet. Jetzt heißt es die Essenz zusammenschmelzen und den ganzen visuellen Ballast über Bord zu werfen. Zeit ist an dieser Stelle kein Kriterium. Nur weil etwas lange gedauert hat ist es noch lange nicht gestalterisch wertvoll. Am Ende des Prozesses werden schneller konkretere Anwedungen entwickelt. Und alte entsorgt. Und jetzt geht es an den Kern: Welche Materialien sind neu auf dem Markt? Wieviel Kapital habt Ihr genau für die einzelnen gestalterischen Elemente zur Verfügung? Welche technischen Möglichkeiten der Realisation sind umsetzbar? Die Anwendungen werden entwickelt, einzelne Varianten hinzugefügt. Es wird geklotzt, gebaut, geschraubt, gelötet, gelasert und tausend Dinge mehr. Ihr werdet in diesem Teil des Prozesses sehr konzentriert viele Dinge gleichzeitig realisieren und Momente, die wir Meilensteine nennen, erleben. Unserer Meinung nach ist es wichtig für die Gruppe, solche Meilensteine – also Zwischenerfolge, zu zelebrieren.


5° LAND IN SICHT Das Begleiten was andere machen Wir wollen Euch nichts verheimlichen und Euch ist es hoffentlich an dieser Stelle des Designprozesses auch bewusst geworden: Ihr werdet Kompromisse eingehen müssen. Große wie kleine. Aber auch ihr seid an diesem Punkt ein_e besondere_r Spezialist_in für das Projekt geworden. Und die anderen vertrauen in Eure Entscheidungen. Ihr habt Ideen weitergegeben und Inspiration von anderen erhalten. Das Teilen innerhalb des gestalterischen Prozesses hat nichts mit Kopieren zu tun. Es ist ein Wachsen anhand der Fähigkeiten der anderen. Und: Verantwortung rockt! Jetzt geht es um den Aufbau, den Druck, die Präsentation. Ihr seht das Land und wisst ganz genau was getan werden muss. Ihr werdet mit neuen Spezialisten_innen in Kontakt treten. Ihr betreut den Druck oder ihr arbeitet gemeinsam mit dem_r Schreiner_in an dem finalen Ergebnis. Am Ende werdet ihr das Ergebnis endlich dem_r Kunden_in übergeben und / oder der Öffentlichkeit präsentieren. Was sagt der_die Kunde_in? Wie ist die generelle Resonanz? Die letzten Wochen und Monate habt ihr gemeinsam auf einem Schiff verbracht und jetzt seht ihr endlich wieder das Land. Ihr werdet Kritik bekommen. Und Lob. Schaut, was ihr daraus macht. Und vergesst nicht Euch ausgiebig über die Ergebnisse zu freuen.


6° KONTINENT Abschliessen und reflektieren Der letzte Champangner ist getrunken, die Koffer sind gepackt. Ihr könnt das Schiff verlassen und die Heimreise antreten. Findet einen guten Abschluss für Euer Projekt. Wie wird dieses verpackt? Wie kann es so abgeschlossen werden, dass es jederzeit wieder begonnen werden kann? Ist die Dokumentation vollständig? Welche Fragen und Rechnungen sind noch offen und müssen beglichen werden? Wer ist für was zuständig? Genau wie am Anfang Eurer gemeinsamen Reise ist es auch hier wichtig, die Aufgaben gut zu organisieren. Sonst rennen alle vom Boot und der, der als letztes dort steht, muss es wintersicher machen. Das geht natürlich nicht. Entwickelt Strategien für diese Phase. Was hast du als Gestalter_in an dem Projekt gelernt? Wo warst du genervt oder was hat besonders gut geklappt? Reflektion ist der Schlüssel für Entwicklung. Und jetzt: rein in das nächste Abenteuer!


Wir haben uns w채hrend dem Studium 체ber unsere Arbeiten kennen gelernt. W채hrend der letzten Jahre haben wir verschiedene Projekte realisiert. An dieser Stelle zeigen wir Euch exemplarisch drei Projekte, die wir ganz bewusst f체r den Bachelor entwickelt und realisiert haben. Ganz nach dem Motto: Was nutzt ein Gruppe von Gestaltern in Gedanken?


8 Experimente


TÄTÄRA


Im Rahmen unseres letzten Semesters an der FH Düsseldorf haben wir uns schon im November 2012 viel vorgenommen. Eine Schmuck-Kollektion mit anschließendem Verkauf auf Designmärkten im Winter und die Konzeption und Realisation einer Ausstellung in München im März 2013. Bei allen Anwendungen haben wir versucht unsere gemeinsame Arbeit reflektierend zu analysieren. Was klappt gut? Sind wir alle mit den Ergebnissen zufrieden? Wie können wir unsere Arbeit noch verbessern? Aus diesem Grund haben wir diese Arbeit entwickelt. Aus diesem persönlichen Antrieb haben wir die Arbeitsmethode der Kollaboration an unseren Designprozess angepasst - oder umgekehrt. Die Kausalität wollen wir an diesem Punkt noch nicht festlegen. Auf den folgenden Seiten geben wir einen Einblick in diese ganz realen Projekte, die wir in den letzten Monaten gemeinsam realisiert haben. Sie zeigen unsere Arbeitsweise, geben Einblicke in unsere kreativen Abläufe und sind Teil unserer Endausstellung an der FH Düsseldorf. Alle Wege führen gemeinsam zu unseren Abschluss. Und jeder einzelne Teil ist wichtig.


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TÄTÄRÄ, Dezember 2012 Entwicklung, Konzeption und Realisation der Schmuckmarke TÄTÄRÄ. Wir verkaufen gemeinsam online auf Dawanda und haben den Schmuck im Winter 2012 auch auf Design Weihnachtsmärkten wie den HolyShitMarket in Köln verkauft. Drei Silben, drei DesignerInnen. Auch hier ist das Konzept klar auf die kollaborative Arbeitsmethode gerichtet. Einzelne Schmuckstücke hat jedoch zum Beispiel nur Lisa in Israel angefertigt. Die Kommunikation nach außen ist trotzdem aus Imagegründen die gemeinsame Werkstatt. Wir haben gemerkt, dass es für den Kunden im direkten Kontakt mit uns schwierig ist zu akzeptieren, dass wir nicht sagen wollen wer genau was gemacht hat. Wir haben angefangen genau dieses Verhalten zu hinterfragen... Zu diesem Zeitpunkt haben wir auch noch nicht reflektiert zusammen gearbeitet. Es gab Kommunikationsprobleme, Egoprobleme - also der ganz normale Wahnsinn, wenn drei Menschen mit einem ganz eigenen ästhetischen Anspruch aufeinander treffen. Aber trotzdem haben wir gemerkt, dass wir gemeinsam einfach viel schneller viel mehr realisieren können. Die Anfänge für eine genauere Betrachtung von unserem Designprozess waren gemacht. Wir wollen auch ganz ehrlich sein: es wurde geflennt, gemotzt, geflucht, geraucht und getrunken. Und ganz viel Design produziert.


Ketten und Ohrringe Baum


Ketten und Ohrringe Nachtfalter


Brosche Herz


Porzellankette Krabbe


Plakate, Auswahl


Shop


AUSSTELLUNG


Ausstellung, März 2013 Entwicklung, Konzeption und Realisation der Fotografieausstellung You have to be as cool as Alain Delon in München für den Künstler Paul Huf. Wir haben versucht, mit unserer Ausstellung einen gedanklichen Subtext bei dem Betrachter anzuregen. Durch die Performance, die Autorität von dem Ministerium und die zwei Textebenen, die auf verschiedenen Plakaten neben den Bildern gezeigt wurden konnte sich der Betrachter selber eine Meinung zu dem Thema machen. Wie haben während der drei Wochen mit dem Jugendlichen selber, aber auch mit den verschiedenen Institutionen gesprochen. Uns ist aufgefallen, dass - wie so oft - mehrere Wahrheiten gibt. Wir wollten genau diese Zwischenstimmen mit unserem Konzept kommunizieren.


Performance


1. Januar GEBURTSDATUM / DATE OF BIRTH / DATE DE NAISSANCE unter 16

Fake Bundesministerium

über 16

UNTERSCHRIFT / SIGNATURE / SIGNATURE GÜLTIG BIS / DATE OF EXPIRY / DATE OF D´EXPIRATION 12. April STAATSANGEHÖRIGKEIT / NATIONALITY / NATIONALITÉ deutsch NAME / SURNAME / NOM

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND FEDERAL REPUBLIC OF GERMANY / REPUBLIQUE FEDERALE D `ALLEMAGNE

You have to be as cool as Alain Delon Eine Ausstellung mit Fotoarbeiten von Jugendlichen unbegleiteten Flüchltingen die in München leben Künstlerischer Leiter/Kurator: Paul Huf Ausstellungsdesign und Gestaltung der Kommunikationsmittel: www.rosafakire.de Pasinger Fabrik: August-Exter-Str. 1 in 81245 München www.pasinger-fabrik.com / www.paulhuf.de www.jugendhilfe-justm.de / www.buntstiftung-muenchen.de

INFORMATIONSMINISTERIUM FÜR MINDERJÄHRIGE UNBEGLEITETE FLÜCHTLINGE IMfMuF

FLÜCHTLINGS PASS


deutsch NAME / SURNAME / NOM

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND FEDERAL REPUBLIC OF GERMANY / REPUBLIQUE FEDERALE D `ALLEMAGNE

12. April STAATSANGEHÖRIGKEIT / NATIONALITY / NATIONALITÉ

GÜLTIG BIS / DATE OF EXPIRY / DATE OF D´EXPIRATION

UNTERSCHRIFT / SIGNATURE / SIGNATURE

unter 16

über 16

1. Januar GEBURTSDATUM / DATE OF BIRTH / DATE DE NAISSANCE

You have to be as cool as Alain Delon

INFORMATIONSMINISTERIUM FÜR MINDERJÄHRIGE UNBEGLEITETE FLÜCHTLINGE IMfMuF

IDD<<TEMPORÄRE<<AUFENTHALTSGENEHMIGUNG<<FÜR<<DIE<< DAUER<<DER<<AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG<<YOUHAVETOBEAS<< COOLASALAINDELON<<KULTURFABRIKPASING<<52344446700 3D<<90111192<188082270<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< 0


Video Installation


Leitsystem innerhalb der Ausstellung


Plakate


FESTIVAL DER KOLLABORATION


Festival der Kollaboration, Juni 2013 Wir haben im Rahmen unserer Bachelorarbeit einen Designprozess mit den Besuchern eines Parks in Köln - dem Rathenauplatz - realisiert. Wir haben uns vorher verschiedene öffentliche Plätze in Köln angesehen und nach unseren Kriterien untersucht. Wir suchten einen Ort, der schon eine gewisse gemeinschaftliche Basis aufweist und der von vielen Menschen aus der ganzen Stadt besucht wird. Am Rathenauplatz gibt es bereits eine Bürgerinitiative, die Caritas hat jeden Donnerstag einen mobilen Spielewagen, es gibt einen Biergarten, zwei Spielplätze, genügend Sitzmöglichkeiten und einen festen Halt in der anwohnenden Gemeinde. Weiterhin ist das Publikum bunt gemischt. Und nun zu einem der ausschlaggebenden Punkten für uns: nach einer Aussage von einer Anwohnerin leben die Besucher eher nebeneinander statt miteinander. Eine gute Basis für neues Blut, frischen Wind und vor allem: Kollaborationen. Unsere theoretische Analyse hat ergeben, dass es immer wiederkehrende Muster gibt, die allen Kollaborationen innewohnt. Das Ritual ist der die Gemeinschaft zusammenhaltende Kleber. Anhand von diesen Mustern haben wir verschiedene Aktionen gestaltet, die die Anwohner des Rathenauplatzes zu kollaborativen Handeln inspirieren sollen. Wird dieses Experiement gelingen? Was wird klappen und wo werden wir unsere Ideen und Konzepte anpassen müssen? Uns ist wichtig einen Raum zu öffenen in dem es die Möglichkeit gibt, sich mit dem Thema der gestalterischen Kollaboration und deren Besonderheiten auseinanderzusetzen und die Teilnehmer anzuregen, selber nach Lösungen für den Prozess zu finden. Denn genau so sind vor selber mit dem Thema umgegangen. Wir sagen immer noch nicht, dass Kollaboration immer und jederzeit die beste aller Möglichkeiten ist gemeinsam zu arbeiten. Sie ist eine von mehreren Möglichkeiten. Vor allem ist unsere Form der Kollaroration noch einmal eine besondere Form, da wir alle gleichberechtigte Partner im gestalterischen Prozess sind. Es gäbe natürlich auch die Variante der hirarchischen Kollaboration. Im Fall des Rathenauplatzes haben wir eine Mischform generiert. Wir als Gestalter und Planer des Festivals wissen schließlich mehr über die Inhalte der einzelnen Veranstaltungen. Wir wissen, was wir gerne an diesem Tag erreichen würden. Wir sind zwar Teilnehmer, jedoch geben wir mit der Gestaltung einen Weg vor. Weiterhin dokumentieren wir den Vorgang und untersuchen die Ergebnisse. Wir Planen. Realisieren. Experimentieren. Gestalten. Analysieren um dann wieder von vorne beginnen zu können. Wir sind so etwas wie Kunde und Designer in einem. Methodisch wollen wir an dieser Stelle auf die Künstlerin Jeanne


van Heeswijk und vor allem auf ihre Arbeit der Public Faculties verweisen. Public Faculy seeks to ‘draw out’ the anticipated conversations and findings by slowly building a visual analogy of its presence in the city. By taking these conversations outside it undertakes strategies for rethinking, redefining and re-entering public space through collective cultural action. Ihre Arbeiten und Ideen waren eine wirkliche Inspiration für uns. Wir bewegen uns in der Stadt, wollen mit den wechselnden Besuchern des Parks einen kompletten Designprozess zu dem Überthema Schiff anleiten, moderieren und begleiten. Warum also genau der Rathenauplatz? Der Rathenauplatz ist ein 2,77 Hektar großer Park im Zentrum des urbanen Lebens von Köln. Die direkte Umgebung ist sehr stark bebaut, das Leben ist geprägt von Studenten, Kneipen, Familien, Restaurants ... Dies merkt man dem Park auch an. Das Publikum ist stark durchmischt. Es gibt einen sehr gut besuchten Biergarten in dem neben Eltern (die den direkt angrenzenden Spielplatz und ihre Kinder in direkter Sichtweite haben) Studenten und Berufstätigen einen kompletten Bereich des Parks bevölkern. Uns ist jedoch auch aufgefallen, dass ein ganzer Teil des Parks auffällig wenig von Besuchern genutzt wird. Wir beginnen somit zuerst mit unserer Standortanalyse: Wie bereits erwähnt, gibt es mindestens acht Bereiche, die allen Kollaborationen innewohnen. Diese Bereiche sind: Lob und Kritik, Inspiration und Ritual, Austausch und Verhandlung sowie Vertrauen und Verantwortung. Diese Bereiche sind der prozesshafte Kleber zu denen wir einzelne inspirative Experimente initiieren werden. Wie bei jedem gestalterischen Projekt gibt es auch ein reales Ziel, welches wir aber nicht von Anfang an direkt kommunizieren wollen. Die Aura des Geheimnisvollen soll unser Projekt umwehen und somit das Ritual, den Klebstoff der Kollaboration, unbewusst anregen. Beginnen wollen wir an dieser Stelle mit der Standortanalyse des Rathenauplatzes. Wo liegt dieser? Ist die Umgebung stark bebaut? Und da dies ein Festival der Kollaboration ist, wollen wir auch mit anderen in Kontakt treten. Wir nähern uns langsam aber sicher dem Kern des Pudels...


FESTIVAL DER KOLLABORATION AUF DEM RATHENAUPLATZ 14. JUNI - 23. JUNI

www.kollabor.net & www.facebook/kollabor2013


LASST UNS GEMEINSAM ETWAS AUSHECK EN ! Donnerstag, 13 Juni ab 12 Uhr Etwas aushEckEn kollaboration mit der caritas köln & dem schauspieler Boris Banischewski Freitag, 14. Juni um 17 Uhr BaumpiratEn schatztauschBasar inspiriere lieber ungewöhnlich! Dienstag, 18 Juni ab 12 Uhr rEvErsE Graffiti kollaboration mit sei Leise Donnerstag, 20. Juni ab 12 Uhr zusammEnwachsEn Ein Experiment mit sitzmodulen 22. Juni ab 12 Uhr DiE iDEE von EinEm schiff kommt alle! Es wird geplant, geklebt und gebaut! 23. Juni ab 12 Uhr schiffE wachsEn nicht auf BäumEn Das ritual 20 uhr Grillen am aachener weiher


Analyse und Vorarbeit

BoissereestraĂ&#x;e

RoonstraĂ&#x;e


Rathenauplatz


Besucher

durchschnittlich ca 5 - 20 Besucher

durchschnittlich ca 0 - 4 Besucher

durchschnittlich ca 20 - 150 Besucher

durchschnittlich ca 4 - 15 Besucher


Aufteilung

Basketballplatz

Botcha - Spielf채che

Spielplatz und B채nke

Biergarten

Obdachlose


Nutzung Detail

Bänke, zwei

Grünflächen, Rasen & Bäume

Spielplätze

Basketballplatz Wege, Schutt


Symmetrie

Das Gebiet um den späteren Rathenauplatz lag außerhalb der Stadtmauer und diente als freies Feld dem Ackerbau. In der Mitte des Viertels sollte an der Roonstraße ein Park in Dreiecksform entstehen. Er war als Festplatz, mit Königsdenkmal, Flaggenmasten und Springbrunnen konzipiert. Der sogenannte „Volksgarten“ wurde schließlich jedoch an anderer Stelle in Köln realisiert. Bis zum Jahr 1890 war die Roonstraße nur mäßig bebaut. Der für den Ackerbau günstige Boden lag in einer Senke, die erst nach Aufschüttung - das Material stammte aus dem Abriß der Stadtmauer - als Bauland nutzbar wurden. Noch heute sind die Keller aus diesem Grund doppelt unterkellert und teilweise noch immer feucht. Die Senke wurde jedoch nie ganz eben aufgeschüttet und blieb als tieferliegendes, immer noch sehr feuchtes Land unbebaut.


Historisches

Da man mit diesem Gebiet nichts anfangen konnte, wurde es in eine Grünfläche umgewandelt. Verwirklicht wurde eine vom städtischen Gartendirektor Adolf Kowallek vorgeschlagene Begrünung des ca. 27.700 m² großen Platzes: Rundum eine Allee mit Platanen, in der Mitte eine mit Sträuchern umrandete Rasenanlage. Insgesamt wurden mehr als 200 Bäume und 260 Meter blühende Sträucher, insbesondere Flieder, gepflanzt. An zwei Punkten legte man Kinderspielplätze an, zahlreiche Bänke boten ausreichende Sitzgelegenheiten. Um den Platz mit den angrenzenden Straßen zu verbinden, wurden entsprechende Wege angelegt. Eine Benennung des Platzes nach König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795–1861) scheiterte 1887 in der Ratsversammlung, woraufhin man sich auf den Namen Königsplatz verständigte. Nach der Ermordung Walther Rathenaus im Juni 1922 erfolgte auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion im Stadtrat 1923 die Umbenennung in Rathenauplatz. Den Namen dieses ihnen verhassten Juden und Repräsentanten der Weimarer “Systemzeit” ersetzten die Nazis sofort nach ihrer Machtergreifung 1933 durch den ihres “Märtyrers” Horst Wessel. Seit dem Ende der NS-Zeit heißt der Platz gegenüber dem mächtigen Synagogenbau an der Roonstraße wieder Rathenauplatz. (http://de.wikipedia.org/wiki/Rathenauplatz_%28K%C3%B6ln%29)


Wir haben uns für den Rathenauplatz - einer auf einem ehemaligen Sumpfgebiet angelegte Grünfläche - verschiedene, aufeinander aufbauende gestalterische Aufgaben überlegt, die die Besucher zu kooperativen Gestaltung anregen. Wir werden die von uns analysierten und abstrahierten Werkzeuge auf diesen speziellen Ort anwenden und für diesen urbanen Kontext nutzbar machen. Wie bei jedem gestalterischen Projekt gibt es auch hier ein Ziel: am Ende der auf einen Zeitraum von 2 Wochen angelegten Phasen des Designprozesses sollen die Besucher ein Schiff bauen und in einer feierlichen Zeremonie bis zum Aachener Weiher tragen. Dort wird das Schiff getauft und in einem symbolischen Ritual ins Wasser gelassen. Wir sind während diesem Projekt Mentoren, Ansprechpartner, Beobachter und Gestalter in einem. Die einzelnen Phasen des Designprozesses haben wir auf die für den Rathenauplatz gestalteten Projekte angewandt. Grob lassen dich die Phasen noch einmal zusammenfassend als Sammeln, Produzieren von gestalterischen Regeln, Schaffen von Überschuss und schließlich der reduzierten Auswahl der Mittel mit deren Realisation beschreiben.Genau diese einzelnen Phasen wenden wir wie folgend auch im Rathenauplatz an. Als organisatorische Grundlage haben wir weiterhin das zweite Ergebnis unserer theoretischen Arbeit angewandt und zu den einzelnen Elementen, die allen Kooperationen innewohnen, die einzelnen Phasen unseres Projektes gestaltet. Auf der nächsten Doppelseite sieht man die von uns entwickelten Runen, die wir für die acht Bereiche des Designprozesses entwickelt haben. Wir werden diese unterschiedlich anwenden, unter anderem werden wir den Park inhaltlich analysieren und dementsprechend den Runen zuweisen.


-1° ANHEUERN O° DIE LEGENDE 1° DIE REISETASCHE 2° DAS MEER 3° DIVE DEEP 4° DAS HANDWERK 5° LAND IN SICHT 6° KONTINENT


Abstraktion und Signaletik

VERTRAUEN & VERANTWORTUNG INSPIRATION & AUSTAUSCH VERHANDLUNG & RITUAL LOB & KRITIK


Mobile Stellw채nde Skizze

Material: Kantholz 50 / 50 / 3.500 (1720 x 8 = 13.760) >> 4 x (14.000) 50 / 50 / 4.500 (8 x 1100 = 8.800) >> 2 x (9.000) 50 / 50 / 4.000 (8 x 1000 = 8.000) >> 2 x (8.000)

172

Pappelsperrholz 5 / 2220 / 1720 >> 4 x

100 110


Anwendung Skizze

BAUMPIRATEN SCHATZTAUSCH BASAR

AUSHECKEN

PROJEKTINFO

PROJEKTINFO

Denissi beaquis alis essedipid que sit rero tem enis maximos molorestrum ressendunt. Aditi temporem dolo cum sunture qui omnihilitate eumque eos erum ex eos as delignam quodit latia pe preperiandes mi, corupti iscienes autempeditem que

Denissi beaquis alis essedipid que sit rero tem enis maximos molorestrum ressendunt. Aditi temporem dolo cum sunture qui omnihilitate eumque eos erum ex eos as delignam quodit latia pe preperiandes mi, corupti iscienes autempeditem que

DOKUMENTATION

DOKUMENTATION

KOMMENTARE

KOMMENTARE

INSPIRATION

AUSTAUSCH

LOB

KRITIK


Anwendung & Funktion

Die Stellwände ermöglichen eine Markierung des Ortes und sind weiterhin als prozesshafter Informationspunkt gedacht. Sie können unterschiedlich aufgestellt verschiedene Funktionen haben: sie werden zu einer Theaterbühne bei dem Projekt Etwas Aushecken oder sie stehen weit geöffnet und laden zur direkten Kommunikation ein. Die Parkbesucher können sich auf der Vorderseite über die vorherigen Schritte des Prozesses informieren. Die Rückseite sammelt die Unterschriften der Teilnehmer, im Laufe der zwei Wochen entsteht eine anwachsende Liste der Kollaborateure.


Mรถglichkeiten Aufbau


Bau der Stellw채nde


I

Schiff

DER BAUMPIRATEN SCHATZTAUSCHBASAR

Jeder Designprozess ist dadurch gekennzeichnet, dass er einen klaren Anfang und ein klares Ende haben. Unser Anfang ist der Baumpiraten Schatztauschbasar. Denn: zuerst sollen sich die einzelnen Besucher des Parks näher kennenerlenen. Die Vernetzung soll intuitiv, inspiriren und durch Objekte stattfinden (die urbane Werkstatt). Ideen werden gesammelt - ohne Zensur, ohne genaue Richtlinien. Wir geben während dem ganzen Projekt den gestalterischen Rahmen. und leiten somit im Hintergrund. Die Kollaboration findet vor Ort anonym durch die Objekte und online mit der Dokumentation der Teilnehmer und der Vernetzung der Einzelnen über Facebook statt. Die Kommunikation von uns mit den Besuchern erfolgt über die Beschilderung der Aktion und die Erstbefüllung von einzelnen Gläsern durch uns. Den Ablauf erklären wir mit Einladungen, die in jedem Glas liegen und gleichzeitig als Sammelliste des Inhalts fungieren. Sprachlich liest sich dies wie folgend: Trau dich und schaue in die Tüten! Tausche deine Gedanken, Objekte, Poesie oder Fundstücke aus dem Park oder deinem Rucksack mit den anderen Beuchern des Rathenauplatzes - jede Form von Austausch und Inspiration ist erlaubt.


Lageplan Rathenauplatz

I


Schilder

INSPIRIERE LIEBER UNGEWÖHNLICH

www.kollabor.net


INSPIRIERE LIEBER UNGEWÖHNLICH

www.kollabor.net


Print

BAUMPIRATEN SCHATZTAUSCH BASAR

Toll wäre es, wenn du deinen Schatz fotografierst und auf unserer facebook Seite postest. Nimm doch die Rückseite als Hintergrund. Dann kannst du dein Glas mit wechselndem Inhalt weiterverfolgen.

Tausche deine Schätze mit Anderen! Poesie, Gedanken oder kleine Fundstücke – Alles ist erlaubt!

www.kollabor.net & www.facebook.com/kollabor2013

Inspiriere lieber ungewöhnlich!

NAME

LISTE

INHALT

GLAS #

GLAS 12

BAUMPIRATEN SCHATZTAUSCH BASAR


Print Anwendung Beispiel


I

FAZIT

Wir haben mit dem Schatztauschbasar auf das Vertrauen und die Neugierde der Besucher des Rathenauparkes spekuliert. Nach einem Tag war unser Schild geklaut. Und nach einer Woche haben wir nur noch 15 Tüten von über 40. Trotzdem waren viele der Anwohner sehr überzeugt von der Idee Objekte und Gedanken an diesem Ort zu tauschen. Trotzdem: keiner der Besucher hat seinen Tausch fotografiert und online hochgeladen. Die meisten Baumpiraten am Rathenauplatz waren Kinder. Sie haben auch direkt verstanden, als wie Ihnen erklärt haben dass man in Vorleistung tritt, wenn man etwas tauscht. Es geht um Vertrauen und um Inspiration. Die Bürgerinitative ist bereits in Kontakt mit uns getreten dieses Projekt auch in Zukunft weiter zu verfolgen - diesmal über einen längeren Zeitraum und mit finanzieller Unterstützung der Stadt.


I

II

Schiff

ETWAS AUSHECKEN Bühne frei für die Kinder des Rathenauplatzes. Es gibt nicht nur zwei Spielplätze, sondern auch einen mobilen Spielewagen der Caritas Köln, der jeden Donnerstag bei Wind und Wetter seinen Anker vor Ort lässt. Wir kollaborieren mit der Caritas und bauen eine Theatersituation für die Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren auf. Weiterhin haben wie einen Theaterschauspieler angesprochen der mit den Kindern verschiedene Rollenspiele zu unserem Thema erarbeiten wird. Als letzte professionell Kollaboration haben wir den Kölner reversiblen Graffittikünstler Sei Leise eingeladen, der unsere Symbole zu diesem Thema auf den Boden des Rathenauplatzes sandstrahlen wird. Der Boden ist somit auch für andere Gruppen markiert und kann weiterhin für die kreative Ideenfindung genutzt werden. Gerade für Kinder ist der Wechsel und das Spiel mit den Rollen - zum Beispiel der Optimist oder der Pessimist - ein wichtiger Bestandteil des direkten Leben der eigenen Kreativität. Wir sind sehr gespannt, auf was für fantasievolle Ideen uns die Kinder des Rathenauplatz bringen werden! Anschließend noch einmal die einzelnen Rollen, die für diesen Tag von entscheidender Bedeutung sein werden. Skipper_in. Diese_r ist für die zeitliche und organisatorische Struktur und somit für den Ablauf des Tages zuständig. Richtig, es gibt jemanden, der den Ton und die Richtung angibt. Er_sie weiß genau, in welcher Phase des Prozesses die Gruppe gerade steht. Und er_sie unterbindet auch Diskussionen, die ins Nichts führen. Der_die Navigator_in kümmert sich um die einzelnen gesammelten Informationen. Schreibt mit, dokumentiert, sammelt, archiviert und macht die Infomationen somit jederzeit für die anderen zugänglich. Er_sie wertet nicht. Alle Informationen werden parallel aufgenommen. Der_die Proviantmeister_in kümmert sich um die Pausen. Der_die Pirat_in kritisiert und hinterfragt. Was stimmt an der Idee nicht? Wo liegen die Schwächen? Der_die Seismograph_in ist für die für die emotionale Lage der Crew zuständig und unterstützt den reflektierenden Moment dieses Speils. Der_die Utopist_in unterstützt die positiven Aspekte der Idee und ist immer optimistisch.


II

II

Lageplan Rathenauplatz


I

II

FAZIT

Wir hatten an diesem Tag wirklich viel zu tun. Wir wollten unsere Stellw채nde fertig bauen und auch noch nebenbei mit dem Schauspieler die Rollenspiele mit den Kindern erarbeiten. Merke: immer nur eine Sache ist realisierbar. Und wenn man voher noch nie mit Kindern gearbeitet hat, dann sollte man auch nicht zu viel von sich selber erwarten. F체r die Kinder war der Tag ein voller Erfolg und wir haben viel Zuspruch f체r unsere Idee bekommen. Ein Kind erkannte sogar: Es haben noch nie so viele Kinder an einem Ort an einem Spiel gespielt. Ein Paar Aspirin sp채ter war auch alles wieder gut.


I

II

III

REVERSE GRAFFITI

Der Rathenauplatz wird von verschiedenen Menschen auf ganz unterschiedliche Weise genutzt. Für die Penner ist er ein Treffpunkt, für die Boulespieler ist der steinige Untergrund der perfekte Ort für Ihre liebste Nachmittagsbeschäftigung. Die Eltern sitzten im Biergarten und können gleichzeitig ihre spielenden Kinder beobachten. Jeder Teil der Gesellschaft hat seinen eigenen Platz innerhalb des Parks inne - die Penner findet man nicht auf dem Kinderspielplatz und die Boulespieler nicht auf dem Basketballfeld. Es ist eine ganz klare Aufteilung erkennbar. Jeder im Park hat seine Rolle. Und jede Rolle ist ein Bestandteil der Gesellschaft. Die Symbole, die wir für den Rathenauplatz entwickelt haben, sollen auf die Besonderheit jedes einzelnen Mitglieds einer Gruppe aufmerksam machen. Wir wollen den Verhandlungsprozess - die direkte Kommunikation anhand von unserer theoretischen Analyse- anregen. Wir haben entsprechende abstrakte Symbole entwickelt und diese als temporäre Markierungen im Park angebracht.

Schiff


Lageplan Rathenauplatz

III

III


PROVIANTMEISTER_IN

SEISMOGRAPH_IN

KRITIKER_IN


DOKUMENTAR_IN


I

II

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FAZIT

Für Sonnenempfindliche Menschen sind direkte Temperaturschwankungen im Sommer ziemlich anstrengend. Da ist dann auch das Alter egal. Für den Kartoffelessenden Mitteleuropäer sind alle Temperaturen über 34 Grad eher schwieriger zu ertragen. Genau so heiß war es an dem Tag, an dem wir uns überlegt haben mit einem Sandstrahler von uns entworfene Motive in die Bodenplatten des Rathenauplatzes zu malen. Wir haben die Schablonen von der Klebefolie auf die Überträgerfolie geklebt. Dann auf die Bodenplatten aufgebracht. Um nach drei Stunden Arbeit zu bemerken: Die Bodenplatten sind nicht dreckig genug um mit dieser Methode ein zufriedenstellendes Resultat zu erreichen. Von der Schwitzerei unter dem Mundschutz und der Augenschutzbrille abgesehen. Und so ein Kompressor für den Sandstrahler ist nicht gerade leise. Rings um un haben sich viele Menschen in den Schatten verkrochen und schlecken Eis. Doch mit der Methode der Kollaboration ist es Möglich einen Mißerfolg zu einem Erfolg umzudrehen. Innerhalb kürzester Zeit wurde eine neue Methode mit den Besuchern des Platzes ausprobiert und schließlich auch realisiert. Reverse Graffiti mit Sonnenschutz.


I

II

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DAS SCHIFF

In der letzten Phase des Designprozesses kommt alles zusammen. Wir haben Materialien gesammelt und diese von den Anwohnern des Rathenauplatzes geschenkt bekommen. Die B端rgerinitative und die Mitarbeiter des Biergartens haben uns geholfen wo sie nur konnten. Und wir haben in den letzten Tagen viele Menschen kennengelernt, die nun auch offen f端r diese Idee sind. In gemeinschaftlicher, kollaborativer Arbeit wird ein Schiff entwickelt und gebaut. Die Verhandlung findet 端ber Objekte und direkte Taten statt. Das Festival der Kollaboration ist ein voller Erfolg - woher wir das wissen? Wir haben das Ergebnis - ein ganz reales, f端r jeden erkennbares Ergebnis.

Schiff


Lageplan Rathenauplatz

Schiff


Im Designprozess der letzten Monate haben wir ein Übermaß an Möglichkeiten entwickelt. Nun heißt es: Einschmelzen zur Essenz. Einschmelzen für die Ausstellung im Rahmen der Werkschau der FH Düsseldorf.


9 Ausstellung


In den letzten Monaten haben wir genug Material gesammelt um unser Ziel - eine Ausstellung im Rahmen unserer Bachelorprüfung - realisieren zu können. Wir haben einen großen theoretischen Überbau und genug Experimente um unsere Idee der gemeinsamen Arbeit im Designprozess unter Anwendung der Kollaboration kommunizieren zu können. Wir werden auch unsere Prüfung anhand von unseren Ergebnissen als einen Prozesshaften Ablauf gestalten. Es wird Essen geben, einen die Kommunikation und Inspiration anregenden Raum und Broschen, die uns und den Prüfern gewissen Rollen innerhalb der Gruppe zuschreiben. Wie ihr seht - alle Wege führen zur Kollaboration. Und alle Wege führen Richtung Zukunft. Und jetzt: Sommer!


Wir empfehlen zu der Literatur entweder einen Soja Chai Tee mit Brandy oder eine heiße Sojamilch mit Likör 43 (Hot Tiger) zu genießen. Weiterhin sollte im Hintergrund das neue Album Mala von Devandra Banhart laufen. Lege die Beine hoch und entspanne dich. Und wenn du Hunger hast gibt es natürlich nur vegane oder vegetarische Speisen.


10 Literatur


BÜCHER, GELESEN & ZITIERT Bas van Abel, Lucas Evers, Roel Klaasen, Peter Troxler, Open design now, Creative Commons 2011 Otl Aicher, Die Welt als Entwurf, ernst und sohn 1991 Edward de Bono, think, mvg Verlag 2010 Frank Berzbach, Kreativität aushalten, Verlag Hermann Schmidt Mainz 2011 Scott Doorley und Scott Witthoft, make space, Wiley 2012 Markus Frenzl, Was heißt hier Designkultur?, Trademark Publishing 2009 Fakultät Gestaltung Bauhaus-Universität-Weimar, Vom Labor zum Projekt, Verlag der Bauhaus-Universität-Weimar 2011 Haimel, Fremdwörterlexikon, 2007 Thomas Kvan, Collaborative design: what is it?, 2009 Sharon Poggenpohl und Keiichi Sato, Design Integration: Research and Collaboration, Intellect Ltd 2009 John Searle, Zur Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2011 Richard Sennett, together, penguin books 2012 Jan Schmalz, Zwischen Kooperation und Kollaboration, kommunikation@gesellschaft 2007 Oliver Tessmann, Collaborative Design Procedures for Architects, books on demand 2008


BÜCHER, GELESENEN & NICHT ZITIERT Walter Benjamin, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, edition suhrkamp 1977 Terry Eagleton, Was ist Kultur, C.H. Beck 2001 Friedrich Schiller, Über die ästhetische Erziehung der Menschen, Reclam 2000 Michael Schrange, Shared Minds: The new technologies of collaboration, random house 1990 Marije Vogelzang, eat love, BIS publishers 2008 Xiangyu Wang und Jerry Jen-Hung, Collaborative Design in Virtual Environments, Springer 2011


WEITERFĂ&#x153;HRENDE WEBSEITEN, Stand Mai 2013 http://homepage.univie.ac.at/Andreas.Olbrich/entscheidung.html http://web.arch.usyd.edu.au/~rche0750/DESC9177_July2008/Readings/Week1_Reading.pdf http://dschool.stanford.edu/ http://www.steelcase.com/en/products/category/integrated/collaborative/room-wizard/documents/threesixty%20collaboration%20white%20paper%20v2.6.pdf http://productfour.wordpress.com/2010/03/20/its-not-the-same-thing-the-3-types-of-collaboration/ http://www.designcouncil.org.uk/ http://www.designingcollaboration.com http://officesnapshots.com/2012/04/16/tips-to-help-you-plan-and-design-for-collaboration/ http://wideopenschool.com/class/Public%20Faculty%20no.4. http://www.utwente.nl/cw/theorieenoverzicht/theory%20clusters/organizational%20communication/ groupthink.doc/


EIGENSTÄNDIGKEITS ERKLÄRUNG


Eigenständigkeitserklärung Hiermit bestätigen wir, dass wir die vorliegende Arbeit selbstständig mit der Methode der Kollaboration gemeinschaftlich verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt zu haben. Die Stellen der Arbeit, die dem Wortlaut oder dem Sinn nach anderen Werken (dazu zählen auch Internetquellen) entnommen sind, wurden unter Angabe der Quellen kenntlich gemacht.

Vielen Dank an die Unterstützung, positive Verstärkung und offenen Ratschläge von Prof. Dr. Yvonne Doderer & Herman Verkerk. Auch Sie sind ein Teil unserer Idee.



Kollaboration & Design