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LIPSIA JOURNAL Heft 35

November 2016

Das vereinsblatt des leipziger rassegeflügelzüchtervereins 1869 e. v.

Rund um die LIPSIA Bundesschau

TRADITION NEU ERLEBEN


Ehrentafel des Leipziger Rassegeflügelzüchtervereins 1869 e.V.

Ehrenvorsitzende Walter Göserich Dr. Lothar Heinrich

Ehrenmitglieder

Christoph Günzel

09328 Lunzenau 04451 Borsdorf

01920 Haselbachtal

Prof. Dr. H.J. Schille 01445 Radebeul Günter Zwintscher

04613 Lucka

Günter Schneider

98547 Viernau

Dietmar Kleditsch

01917 Kamenz

Reiner Wolf

09488 Schönfeld

Dr. Manfred Golze

04703 Bockelwitz

Bernd Dietrich

04425 Taucha

Günter Matthäi

04159 Leipzig

Heinz-Günter Sallas 04159 Leipzig Werner Karge

04318 Leipzig

Rainer Möller

04159 Leipzig

Siegfried Oswald

04318 Leipzig

Brigitte Heinrich

04451 Borsdorf

Dr. Karin Göserich

09328 Lunzenau

Helga Schlegel

04158 Leipzig

Urs Freiburghaus

3506 Grosshöchstetten


Vorwort Liebe Mitglieder, ein abwechslungsreiches und nicht immer optimales Zuchtjahr ist nun bereits schon wieder Geschichte. Anfängliche witterungsbedingte Schwierigkeiten konnten hoffentlich durch eine gute Nachzucht in den Folgemonaten ausgeglichen werden. Nun steigt das Fieber aller Zuchtfreunde den Lohn für die aufopferungsvolle ganzjährige Arbeit in Form von Ehrungen und Preisen für die gefiederten Lieblinge zu erhalten. Unsere jährliche Fachexkursion bei sonnigen Wetter nach Dresden hat den mitgereisten Mitgliedern unseres Leipziger Rassegeflügelzüchtervereins sehr gefallen und vielleicht konnten in den Gesprächen und bei den Besuchen in den Zuchtanlagen wertvolle Tipps und Erfahrungen ausgetauscht werden. Ein herzlicher Dank für die Mühen gilt an dieser Stelle nochmals den Zuchtfreunden Dietmar Dietze und Siegfried Schneider, welche uns einen Einblick in ihre hervorragenden Zuchtanlagen gewehrten. Auch im kommenden Jahr werden wir diese Tradition in unserem Vereinsleben fortführen. Die Vorbereitungen für die diesjährige LIPSIA Bundesschau laufen auf Hochtouren. Im Dezember werden die zahlreichen angemeldeten Besucher nicht nur unser Rassegeflügel bewundern können. Die Kaninchen werden gemeinsam mit uns Ihre Sächsische Landesschau auf der Leipziger Messe durchführen und auch die Kanarien sind wieder mit dabei. Somit können wir unser wunderbares Hobby sicherlich einem noch breiteren Publikum zeigen. Da Leipzig nun wieder auf der ganz großen Fußballbühne präsent ist, werden wir während der Schautage ein Spiel zwischen Feder und Haar veranstalten. Unsere traditionelle LIPSIA-Bundesschau ist verbunden in diesem Jahr mit der 98. Nationalen Bundessiegerschau in den Messehallen von Leipzig und wird der Höhepunkt für alle Mitglieder sein. Auch in diesem Jahr werden wieder viele fleißige Hände, die zum Gelingen der Schau beitragen benötigt. Schon im Vorfeld sei allen Mitarbeitern und Helfern gedankt, die zum Erfolg unserer LIPSIA beitragen. Ein Jahr vergeht wie im Flug und schon wieder stehen Weihnachten und der Jahreswechsel vor der Tür. Ich wünsche allen Mitgliedern ein frohes, friedliches und erholsames Fest mit ihren Liebsten sowie alle Gute und vor allem Gesundheit im neuen Jahr.

Herzlichst Andreas Reuter


Vorstand Vorstand des Leipziger Rassegeflügelzüchtervereins 1869 e.V. 1.Vorsitzender

2. Vorsitzender / Datenschutzbeauftragter

Andreas Reuter Methewitz 5 04539 Groitzsch 034296-41402 Dirk Neumann Haubitzer Straße 1 04668 Grimma 0152-22635877

1. Kassierer

Dr. Gerald Sehmisch 04349 Leipzig Pöppigstraße 29 0151-65106068

1. Schriftführerin

Steffen Kretzschmar Lindenstr. 6 04769 Salbitz 035268-83733

stellv. Kassierer

Lutz Witt

stellv. Schriftführer

Jens Vogel

Archivar

Dr. Lothar Heinrich

Ringwart

Dr. Gerald Sehmisch

Vorsitzende der Revisionskommission

Doreen Kalusok

Zuchtwart Groß- u. Wassergeflügel

Dr. Manfred Golze

Zuchtwart Hühner

Bernd Dietrich

Zuchtwart Zwerghühner

Ruben Schreiter

Zuchtwart Tauben

Matthias Beutel

LIPSIA Ausstellungsleitung Ausstellungsleiter

Stellv. Ausstellungsleiter

Timo Berger Wickershain 46 034341-44496

04643 Geithain

A. Reuter / D. Neumann / Dr. G. Sehmisch

Ausstellungskassiererin

Doreen Kalusok

Technischer Leiter

Matthias Beutel

Stellv. Technischer Leiter

Bernd Ferl


Vorschau 98. Nationale Bundessiegerschau & 120. LIPSIA Bundesschau Nach den Schau ist vor der Schau. D.h. bereits ab Januar haben wir begonnen die diesjährige LIPSIA zu planen. Der Termin unserer 120. LIPSIA rückt immer näher und die Meldeergebnisse lassen wieder eine großartige Schau erwarten. Nun steht ist die Zeit der Ernte einer Zuchtsaison mit dem Ausstellen der gefiederten Schönheiten wieder gekommen. Die Begeisterung und Vorfreude bei allen Züchtern auf ein Wiedersehen mit Freunden in den Leipziger Messehallen wird hoffentlich mit ausgezeichneten Ergebnissen belohnt.

Leipzig ist das Mekka der Liebhaber und Züchter aus der ganzen Welt geworden und ist wichtiger Bestandteil im Terminkalender. Unter dem Motto Tradition neu Erleben und zu Gast bei Freunden stehen uns wieder erlebnisreiche Tage bevor. In diesem Jahr werden neben dem Rassegeflügel auch wieder Exoten, Kanarien Ziergeflügel und Rassekaninchen zu bewundern sein. Der Dank gilt schon jetzt an das gesamte Organisationsteam der LIPSIA für das Engagement und natürlich auch den vielen fleißigen Helfern, ohne die so eine herausragende Schau nicht möglich wäre.

Jede helfende Hand ist gern gesehen. Wer Zeit hat und mithelfen möchte, meldet sich bitte bei Dr. Gerald Sehmisch unter: 0151-65106068


Vorschau 98. Nationale Bundessiegerschau & 120. LIPSIA Bundesschau Traditionell sind unsere sächsischen Heimatrassen wieder im LIPSIA-Hof zu sehen. Sicherlich einer der besonderen Anziehungspunkte der LIPSIA. Viele Hauptund Sonderschauen tragen ihre Wettbewerbe aus und zeigen den sehr hohen Qualitätsstand unseres Rassegeflügels in Deutschland. Erstmals wird in diesem Jahr als besondere Ehrung der LIPSIA Silbertaler vergeben.

Viel Spaß auf der 120. LIPSIA Bundesschau


Informationen Tauben Bernburger in Bernburg

Bericht und Fotos: Tom Moss / USA

Im Januar 2014 hatte ich das Glück und das Vergnügen insgesamt 5 Züchter von Bernburger Trommeltauben zu besuchen. 3 von den Züchtern wohnen im Großraum Bernburg. Es gibt keinen schöneren Platz als Bernburger Trommeltauben in der Heimatstadt Bernburg zu sehen. Mit meinem Freund Andreas Reuter fuhr ich nach Bernburg und wir besuchten zuerst Raik Renneberg. Raiks Familie züchtet diese Traditionsrasse seit einigen Generationen. Zudem ist Raik Renneberg der 1, Vorsitzende des Sondervereins der Bernburger Trommeltauben, der 1908 gegründet wurde. Nachdem wir uns seine Taubenschläge mit den Bernburger Trommeltauben angesehen hatten, wurden wir zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Bei dieser Gelegenheit konnten wir viel über die Geschichte der wunderbaren Trommeltauben erfahren.

Neben den Deutschen Doppelkuppigen Trommeltauben, von denen die meisten Trommeltauben abstammen, gibt es insgesamt 8 weitere Trommeltauben-Rassen. Die Trommeltauben wurden in der Regel nach einer Stadt oder Region


Informationen Tauben benannt, in der sie erzüchtet wurden. So sind dies Altenburg, Bernburg, Dresden, Franken, Harzburg, Schmölln und das Vogtland.

Bei den großen Ausstellungen in Deutschland kann man alle Trommeltauben bewundern. Die größten Kollektionen stellen dabei die Altenburger und die Deutschen Doppelkuppigen Trommeltauben auf den Schauen. Leider hat sich die Zahl der Bernburger Trommeltauben auf den Ausstellungen in den letzten 10 Jahren sehr rückläufig. Ein Grund dafür ist u. a. dass neue Rassen wir die Englischen Trommeltauben die Herzen der Züchter in Deutschland erobern. Besonders charakteristisch bei allen Trommeltauben, so auch bei den „Bernburgern“ ist die einzigartige rhythmische Stimme dieser Rassen. Oftmals kann man sich 30 Sekunden oder länger daran erfreuen. Beide Geschlechter haben diese Stimme und setzen sein besonders gern bei der gegenseitigen Begrüßung im Nest ein. Wenn man diesen wundervollen Gesang einmal gehört hat, möchte ihn keiner mehr missen. Unsere Bernburger Trommeltauben sind ein Teil unserer deutschen Geschichte und ein Kulturgut so Raik Renneberg


Informationen Tauben Die Vorfahren unserer heutigen Bernburger Trommeltauben waren erstmals auf den Taubenmärkten im Raum Anhalt-Bernburg im 18. Jahrhundert gesehen. Begehrt waren die „Bernburger“ durch ihre Größe, Farbe und dem Gesamteindruck sowie der einmaligen Stimme. Der Herzog Viktor Friedrich von Bernburg war ein leidenschaftlicher Züchter dieser Trommeltauben auf seinem Schloss. Bis 1959 bevölkerten die Bernburger Trommeltauben den Taubenschlag des Schlosses. Ca. 1890 erhielten die Trommeltauben aus dem Bernburger Raum offiziell ihren Namen. Doch erst 1927 wurden die Bernburger Trommeltauben auf Bestreben des Sondervereins als Rasse anerkannt und konnten somit auf Ausstellungen präsentiert werden. Ein großer Verlust in der Zucht wurde durch den 2. Weltkrieg verursacht. Etwa 7 Bernburger Trommeltauben überlebten. Unter enormen Anstrengungen konnten die Mitglieder des Sondervereins die Zucht in den darauffolgenden Jahren nach 1945 wieder beleben.

Heute zählt der Sonderverein ca. 30 engagierte Mitglieder, die sich dem Erhalt des sachsen-anhaltinischen Kulturgutes leidenschaftlich hingeben. Auf den Ausstellungen können die Besucher die Bernburger Trommeltauben in schwarz, rot, gelb, blau und Andalusier bewundern. Im Jahre 2008 feierten die Mitglieder des Sondervereins das 100-jährige Bestehen und konnten sich über Anerkennung ihrer Arbeit und eine


Informationen Tauben Unterstützung seitens der Stadt Bernburg freuen. Diese Art von öffentlicher Hilfe können wir in Kalifornien leider nicht verzeichnen. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen auch das Schloss von Bernburg zu fotografieren. Schließlich ist das Schloss sehr eng verbunden mit der Entstehung und Förderung dieser wunderbaren Taubenrasse. Selbst der Zoo von Bernburg pflegt die Tradition und die Besucher können die Bernburger Heimatrasse ansehen und werden begeistert sein von der Schönheit und dem Klang der Trommelstimme. Wünschen wir den Bernburger Trommeltauben weiterhin viel Erfolg und mögen sich noch neue Zuchtfreunde für diese reizvolle Rasse begeistern.

Foto. R. Proll

VDT Champion & Best in Show 2013 in Leipzig


Informationen Tauben Wunderbare Wandlung bei Sächsischen Schildtauben vom “hässlichen” Entlein zum wunderschönen Schwan

Fotos: A. Reuter

Foto: Rudi Proll


Informationen Zwerghühner Schauvorbereitung Zwerghühner und Hühner

Fotos: Ruben Schreiter

Schauvorbereitung beginnt bereits bei der Wahl des richtigen Bruttermins, der auf die Entwicklungsdauer der jeweiligen Rasse (Unterschied Hahn / Henne beachten) und den Zeitpunkten der geplanten Schauen abgestimmt sein muss. Verblühte Tiere können nie ihre volle Rassigkeit zeigen.

Getreu dem Motto „Optimale Haltung ist die beste Schauvorbereitung“ sind Idealbedingungen während der Aufzucht der Schlüssel für eine erfolgreiche Schauteilnahme. Hierzu zählen u.a.: rassegerechte Unterbringung, strukturierte Ausläufe, optimales Stallklima, beste Tiergesundheit (Prophylaxe z.B. durch Futterzusätze und Impfungen, Parasitenfreiheit).


Informationen Zwerghühner Die absolute Mehrzahl der Rassemerkmale wird durch das Gefieder (mit)bestimmt. Zur gewollten Federausbildung ist eine gezielte Fütterung in Abhängigkeit von Rasse / Farbe und Geschlecht unabdingbar. Kleinere Anteile (1…3%) an methioninhaltigen Futtermitteln, wie Bierhefe, Milchpulver oder Fischmehl sind der Ausbildung einer breiten Feder sehr dienlich.

Durch die Trennung der Geschlechter herrscht mehr Ruhe in den Aufzuchtherden und Beschädigungen von Gefieder, Kämmen werden verhindert.


Informationen Zwerghühner

Eine gewisse Zutraulichkeit ist Grundvoraussetzung für ein ansprechendes Stellen im Schaukäfig. Tierbegutachtungen in der Züchterhand aber auch das Füttern von Leckerbissen (Toastbrot, Käse etc.) fördern die Mensch-TierBeziehung. Ein Gewöhnen an den Schaukäfig ist für die potentiellen Schaukandidaten sehr wichtig, wenn sie sich dort optimal präsentieren sollen. Tiere werden für einzelne Stunden / wenige Tage in den Käfig gestellt oder dieser ist den Tieren im Stall / Auslauf frei zugänglich.


Informationen Zwerghühner „Putzen bringt Nutzen“ – damit ist das Entfernen ganzer Federn am Federgrund mit einer kleinen Schere gemeint. Dies kann der exakten Abgrenzung von Farbfeldern, der Verbesserung der Gleichmäßigkeit bestimmter Zeichnungen und der Korrektur von Strukturmerkmalen (Haube, Schopf) dienen. Putzen kann auch der Optimierung der Formkonturen dienen. Durch das Entfernen einzelner besonders flaumreicher Federn kann die Schenkelfedersichtbarkeit und – festigkeit oder auch den Oberlinienanstieg mancher Rassen verbessert werden. Ein Vollbad ist für die reine Farbe weißer Tiere wichtig, bringt aber auch für die Form bei mancher Rasse das i-Pünktchen. Eine bewährte Abfolge zum Vollbad bei Hühnern: 1. Säubern der Füße unter fließendem Wasser, 2. Waschgang in Eimer o.ä. mit Waschzusatz (z.B. Rei in der Tube), 3. Ausspülen der Waschzusätze unter klarem fließenden Wasser, 4. Tauchgang mit Essigwasser und Zusatz ätherischer Öle, 5. Trocknen bei 22…25 °C.

Letzter Schliff kurz vor dem Einsetzen: Gründliche Reinigung der unbefiederten Körperregionen mit Zahnbürste o.ä. Anschließendes Einschmieren jener Regionen mit Öl, Alkohol, Kammglanz o.ä. (Vorsicht bei Fett: führt zu Flecken auf der Feder). Für optimale Kondition zur Schau werden teils unterstützende Präparate verabreicht, z.B. Vitaminpräparate oder Kollostrumextrakt.

Ruben Schreiter


Informationen HĂźhner Die Vielfalt der HĂźhner in Kopf- und Kammformen

Fotos: Holger Schellschmidt


Informationen Hühner


Informationen Hühner

Araucana Hühner Fotos von Araucanas: Holger Schellschmidt

Die stammen aus Südamerika, speziell aus dem Andengebiet Chiles und Argentiniens. Die Hühner wurden bei den gleichnamigen Indianern Araucanas entdeckt und lebten dort halbwild. Durch Kreuzungen mit europäischen Rassen wurde das Aussehen der Araucanas maßgeblich verändert. Einige Eigenschaften der Rasse gab es jedoch bereits zu Zeiten der Indianer, wie die Schwanzlosigkeit, die Bommeln und türkisfarbene Eier. Erste Versuche der Erzüchtung der Zwerg-Araucanas wurden in Deutschland nach dem Vorbild der Großrasse bereits 1967 unternommen. Jedoch erst 1981 erfolgte die Anerkennung durch den Bundeszuchtausschuss. Araucanas und Zwerg Araucanas sind in verschiedenen Kopfvarianten anerkannt. So werden sie mit Bommeln ohne Bart, mit Bommeln und Bart und mit Bart ohne Bommeln gezüchtet. Besonders Augenmerk wird auf die Farbe der Eier gelegt. Araucanas werden in den anerkannten Farben gezüchtet: Wildfarbig, Blau-Wildfarbig, Goldhalsig, Blau-Goldhalsig, Silberhalsig, Gold- & Blau Weizenfarbig, Schwarz, Schwarz-Rot, Blau, Blau-Rot, gesperbert und Weiß. Das Gewicht beim Hahn liegt bei 850 Gramm und bei der Henne bei 750 Gramm. Das grüne Ei wiegt im Minimum 32 Gramm.


Informationen Hühner


Informationen Ziergeflügel Faszination Ziergeflügel beim Züchter und auf der LIPSIA Bundesschau Vergesellschaftung von Zierenten

Dr.Martin Linde

Fotos: Dr. Martin Linde / Andreas Reuter

Die Vergesellschaftung von Wasserziergeflügel ist gut möglich. Einige Dinge sind aber zu beachten. Es sollten keine aggressiven Arten vergesellschaftet werden. Wobei manche Arten nur in der Brutzeit territorial reagieren. Ebenfalls gibt es unter einigen Arten die Neigung zur Bastardisierung. Im Sinne der Arterhaltung ist das grundsätzlich zu vermeiden. Zum Beispiel erbringen die Arten der Stockentengruppe fruchtbare Bastarde. Auch Glanzenten (Cairinidae) produzieren z. B. Mit Gründelentenarten (Anas spp.) Bastarde, die allerdings unfruchtbar sind. Bei Vergesellschaftung während der Aufzuchtphase kann es auch zu Fehlprägungen kommen. Vor allem Meeres- und Feldgänse können so zeitlebens einen artfremden Partner anhimmeln und den Arteigenen Partner links liegen lassen. In eigener Anlage hatte ich folgende Arten problemlos vergesellschaftet: Fuchslöffel-, Blauflügel-, Europäische Krick-,Knäck-, Hottentotten, Neuseelandtauch, Zimt-,Rotschulter-, Marmelund Baikalenten, Zwergsäger, Kappensäger, Nordamerikanische Ruderenten und Mähnengänse


Europäische Löffel-, Peposaka-, Indische Fleckschnabel-, Braut-, Mandarin-, Schnatter-, Bahama-, Phillipinen-, Sichel, Europäische Pfeif-, Spieß-, Chile-Pfeifenten und Kastanienenten

Hawaii-, Zwerg-Schnee-, Streifen-, Kaiser-, Weißwangen-, Zwerg-Kanada-, Rost-, Brand- und Mähnengänse sowie Paradieskasarka


Informationen Ziergeflügel Vogelmalaria- die Gefahr für arktische Entenvögel Vogelmalaria ist eine, unter den Züchtern noch relativ unbekannte Krankheit die in unseren Breiten vor allem nordische Entenvögel befällt. Sie endet meist tödlich und kann zum Verlust der gesamten Zuchtgruppe führen. Der Erreger Vogelmalaria wird, genau wie die humane Malaria von einem Blutparasiten hervorgerufen. Es sind sogenannte Hemoprotozoen oder auch Plasmodien. Diese Erreger zirkulieren im Blut und befallen so alle Organe im Körper. Sie dringen in die Zellen ein und machen sich deren Stoffwechsel zu Nutze. Die Zelle geht dabei zugrunde. Im Bild sind rote Blutkörperchen einer Nordischen Eiderente zu sehen. Die dunklen Kerne sind typisch für Vogelblut. Die eingedrungenen Plasmodien violett dargestellt. Die Symptome Infizierte Tiere zeigen zuerst Apathie und Fressunlust. Sie Versterben binnen weniger Tage bis Wochen. Im Körper verursachen die Plasmodien eine Blutarmut, die der Körper nicht kompensieren kann. Durch das massive Freiwerden von Hemoglobin aus den zerstörten roten Blutkörperchen kommt es zu Nierenschäden, bis hin zu Niereninsuffizienzen. Die Blutbildenden Organe, wie Knochen und Milz sind entzündet. Ebenfalls die Lungen und die Leber zeigen deutliche Entzündungszeichen. Die Übertragung Malaria ist eine Vektorenkrankheit. Das heißt sie brauchen ein Vehikel, das sie von Wirt zu Wirt transportiert. Dieses Vehikel sind in unseren Breiten stechende Insekten. Vor allem Stechmücken und Kriebelmücken können Plasmodien tragen. Die Therapie Die beste Möglichkeit sich vor aviärer Malaria zu schützen wäre, das Einfliegen der übertragenden Insekten zu vermeiden. Das hieße aber den Bestand nahezu hermetisch abzuriegeln und ist kaum jemandem wirklich möglich. Ebenfalls kann man Wasserstellen, in denen sich die Insekten vermehren, in der Nähe der Zuchtanlage vernichten. Tümpel, Regentonnen oder ähnliches können trockengelegt werden, um so den Trägertieren die


Informationen Ziergeflügel Vermehrung zu erschweren. Aber auch nicht jede Mücke trägt Plasmodien. Sie müssen die Plasmodien erst von einem Wirt, einem infizierten Tier ohne Symptome aufnehmen. So sind Zuchtanlagen in der Nähe von Wasservogelzuchtgebieten besonders gefährdet. Therapeutisch kann man einer erfolgten Infektion, sollte sie denn rechtzeitig erkannt worden sein, nur durch Gabe spezieller antiparasitärer Mittel wie Mefloquin oder Proguanil Herr werden. Großer Nachteil ist die tägliche orale Gabe. Die Tiere müssen ständig gefangen werden. Da die Infektion im Frühsommer am wahrscheinlichsten ist, fällt die Behandlung in die Zuchtzeit und der Behandlungsstress macht eine Zucht unmöglich. Eine weitere Therapiemöglichkeit ist es, resistente Tiere zu züchten, also immer mit den Tieren zu züchten die eine Infektion im Bestand überlebt haben oder gar nicht erkrankt waren. Hierbei ist eine parallele Ausschaltung der Vektoren eher kontraproduktiv. Allerdings ist diese Aussicht bei kostenintensiven Arten nicht besonders befriedigend. Welche Arten sind gefährdet und warum? Neueste Untersuchungen haben gezeigt, dass circa 57% aller Anseriformen der gemäßigten Breiten Vogelmalaria tragen. Die Tiere erkranken nicht an der Infektion, da sie über die Jahrtausende der Evolution eine natürliche Resistenz ausgebildet haben. Gefährdet sind vor allem nordische Enten.

Meines Kenntnisstandes wurden klinische Erkrankungen durch Plasmodien bei Nordischen Eiderenten (Somateria mollissima borealis), Scheckenten (Polystica stelleri), Mittelsägern (Mergus serrator), Samtenten (Melanitta fusca), Trauerenten (Melanitta nigra), Brillenenten (Melanitta perspicillata), Prachteiderenten (Somateria spectabilis) und Plüschkopfeiderenten (Somateria fischeri) nachgewiesen, aber auch Enten der Südhalbkugel, wie Dampfschiffenten (Tachyeres spp.) sind gefährdet. Es sind Arten die eine stark maritime Lebensweise aufweisen. In diesem Lebensraum sind nahezu keine stechenden Insekten zu finden. Und selbst wenn Mücken vorhanden sind, tragend die Mücken des arktischen Raumes keine Erreger. Es bleibt zu hoffen, dass sich die gefährdeten Arten aklimatisieren und so größere Verluste ausbleiben. Dr. Martin Linde


Termine 2017 Foto: Karin Wolters

Foto: Rudi Proll

Foto: Holger Schellschmidt

03.01.2017

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Pommerngans - Traditionsrasse von der Insel Rügen Referent: Dr. Manfred Golze

07.02.2017

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Starwitzer Flügelsteller - Vitalität und Schönheit Referent: Matthias Beutel

11.03.2017

Jahreshauptversammlung 14.00 Uhr "Kulturhaus Sonne" Schulstraße 10 in 04435 Schkeuditz

04.04.2017

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Dresdner und Zwerg Dresdner - Geschichte und Zucht Referent: Ruben Schreiter

02.05.2017

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Chinesentauben "Rasse des Jahres" Referent: Hans-Joachim Gerber

06.06.2017

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Altenburger Trommeltauben mit charismatischer Stimme Referent: Stephan Haftendorn

04.07.2017

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Japanische Legewachteln Referent: Andre Mißbach Thema: Schönheit und Vielfalt der Mövchen Referent: Bernd Dietrich

Unsere regelmäßigen Monatsversammlungen finden in der Gaststätte "Fortuna Klause" 04319 Leipzig, Riesaer Straße 101 statt. Telefon: 0341-2522741


Termine 2017

Fotos: Karin Wolters

12.08.2017

Fachexkursion

02.09.2017

Mitgliederversammlung 10.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema:Hamburger & Zwerg Hamburger mit prächtigem Farbenspiel Referent: Stefan Heidrich Thema: Startauben - fluggewandtes Farbentaubenjuwel Referent: Ulrich Urwank

03.10.2017

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Faszination Lockentauben Referenten: Jörg Biedermann / Reinhard Liebert

07.11.2017

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: VHGW und Bergische Hühnerrassen Referent: Ulrich Krüger

02.12.2017

12.12.2017

121. LIPSIA Bundesschau und VDT Schau Züchtertreff auf der LIPSIA 15.30 Uhr im Kongreßzentrum

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Themen: Auswertung der LIPSIA Bundesschau und Warzenenten Geschichte, Entwicklung & Zuchtstand Referent: Dr. Manfred Golze

Unsere regelmäßigen Monatsversammlungen finden in der Gaststätte "Fortuna Klause" 04319 Leipzig, Riesaer Straße 101 statt. Telefon: 0341-2522741


Informationen für Mitglieder

Der Mitgliederausweis hat nur seine Gültigkeit, wenn er vom 1. Kassierer für das Jahr abgestempelt wurde. Ringbestellung Die Ringbestellung für 2017 ist bei unserem Ringwart Dr. Gerald Sehmisch bis 15.09.2016 (Hauptbestellung) vorzunehmen. Dr. Gerald Sehmisch Pöppigstraße 29 04349 Leipzig 0151-65106068 Mit der Bestellung wird die Zahlung fällig, also im Vorhinein zu bezahlen. Ansonsten kann die Bestellung nicht bearbeitet werden. Pro Ringgröße kann nur in 10er Sprüngen die Bestellung erfolgen. Erster Termin für die Nachbestellung ist der 15.01.2017. Der Betrag kann auch auf das folgende Konto bei der Sparkasse Leipzig überwiesen werden. DE40 860 555 9210 900 43 585 Während den monatlichen Versammlungen Anfangs 2017, können die Ringe dann in Empfang genommen werden. Falls die Ringe per Post zugestellt werden sollen, bitten wir dies bei der Bestellung anzugeben und gleichzeitig das Porto zu entrichten.

Jahresbeitrag Foto: Andreas Reuter Mitgliedschaft im Leipziger Rassegeflügelzüchterverein von 1869 e.V. Bitte bei der Überweisung des Mitgliedsbeitrages die neuen BIC und IBAN Nummern unseres Vereinskontos beachten

Bankverbindung: Sparkasse Leipzig BIC: WELADE8XXX IBAN: DE 97 8605 5592 1161 1015 58


Veterinärmedizin

Die Geflügelleukose – ein unterschätztes Problem bei Rassehühnern? Bestimmte Erkrankungen der weißen Blutkörperchen (bzw. deren Vorläuferzellen) des Geflügels, die mit der Entstehung von Tumoren einhergehen, werden auch als Aviäre Leukosen bezeichnet - abgeleitet vom lateinischen Wort avis für Vogel und vom altgriechischen Begriff leukós für weiß. Die Erreger sind Viren (Gattung Alpharetrovirus der Familie Retroviridae), aus deren Familie viele Vertreter als Auslöser von Tumorerkrankungen bekannt sind. Die dänischen Wissenschaftler Ellermann und Bang konnten bereits 1908 zeigen, dass sich Leukose bei Hühnern durch Blut übertragen lässt und dass es sich beim Auslöser nicht um ein Bakterium handeln kann (Abb. 1). Nur wenig später, im Jahre 1911, gelang es dem US-amerikanischen Forscher Peyton Rous, einen Extrakt aus Muskeltumoren von Hühnern in gesunde Hühner zu injizieren und damit dieselben Abb. 1. Buchtitel von Ellermann Tumoren hervorzurufen (Rous-Sarkomaus dem Jahr 1918. Virus). Er erhielt für seine Entdeckungen 1966 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Untergruppen der Aviären Leukoseviren Bei den Aviären Leukose-/Sarkom-Viren (ALSV) unterscheidet man anhand von Oberflächenstrukturen 6 verschiedene Subtypen (A, B, C, D, E und J). Die Subtypen A-D befallen vor allem Hühner von Legetypen, die Subtypen F-G Fasane und der Subtyp J vordergründig Hühner von Mastrassen. Mit Ausnahme des Subtyps E handelt es sich um infektiöse, sogenannte exogene Retroviren. Der Subtyp E ist hingegen ein sogenanntes endogenes Retrovirus: Seine Erbsubstanz ist in allen Zellen des Geflügelorganismus ins Genom integriert (Provirus) und wird über die Keimbahnzellen übertragen (vererbt). Übertragung und Krankheitsentstehung Die Virusübertragung erfolgt vertikal, das heißt von den Elterntieren auf die Nachkommen, vorrangig von der Henne auf das Küken. Die auf diesem Wege oder in der frühen Lebensphase infizierter Hühner bilden keine Antikörper gegen das


Veterinärmedizin Virus (Immuntoleranz), bleiben aber lebenslang infiziert und scheiden den Erreger über Speichel, Haut, Federn und Kot aus. Von geringerer Bedeutung ist die horizontale Übertragung (Ausnahme Subtyp J), also die Ausbreitung innerhalb einer Tiergruppe. Mögliche Eintrittspforten des Erregers sind dann Haut, Schnabel, Auge und Nase. Eine Gefahr der Virusübertragung besteht auch beim Impfen, Blutprobenentnahmen und bei der Geschlechtsbestimmung (Sexen). Durch die Viren kommt es zu einer ungehemmten Wucherung unreifer Zellen des blutbildenden Systems. Nach einer vier- bis fünfwöchigen Verzögerung entstehen Tumoren in der Bursa Fabricii, einem im Kloakenbereich liegenden Abwehrorgan der Vögel. Durch die Ausschwemmung in andere Organe kommt es zur Entstehung von Metastasen. Symptome Leukoseviren aller Untergruppen können verschiedene Tumoren auslösen, z.B. in Leber, Milz, Nieren und Knochenmark (Abb. 2). Betroffene Tiere zeigen Schwäche und Abmagerung, zum Teil Blutarmut (Anämie) und äußerlich sichtbare bzw. tastbare Tumoren in der Leibeshöhle. Erkrankungsfälle treten bei den Untergruppen A-D in der Regel ab dem 4. Lebensmonat, beim Subtyp J bereits ab der 4. Woche auf. Bei Infektionen mit dem letztgenannten Subtyp findet man gehäuft auch knotige Verdickungen an Knorpel-Knochen-Grenzen (v. a. im Rippenbereich).

Abb. 2. Tumorös veränderte Milz (links

Trotz hoher Infektionsraten in unten) und Leber eines Huhnes mit betroffenen Beständen (über 75 Geflügelleukose. %) erkranken meist nur 1-3 % der Tiere mit Todesfolge. Wirtschaftliche Schäden durch diese Infektionskrankheit werden damit nicht durch die Tierverluste, sondern durch Legeleistungs- und Wachstumsdepressionen, verminderter Eiqualität sowie Immunsuppression einhergehend mit erhöhter Anfälligkeit für andere Erreger (z.B. Atemwegs- und Darmerkrankungen) verursacht. Darüber hinaus ist die Geflügelleukose eine wichtige Differenzialdiagnose zur Marekschen Krankheit, die durch ein Herpesvirus ausgelöst wird (Abb. 3; Tabelle 1). Tabelle 1. Vergleich zwischen lymphoider Leukose und der tumorösen Form der Marekschen Krankheit des Huhnes


Veterinärmedizin Parameter Lymphoide Leukose Mareksche Krankheit Alter bei Erkrankung über 16 Wochen über 4 Wochen Krankheitsdauer mehrere Monate meist wenige Wochen Erkrankungsund unter 5 % bis zu 50 % Verlustrate Abmagerung ja ja Bewegungsstörungen nein ja tastbare Tumoren ja ja Herkunft der entarteten B-Lymphozyten T-Lymphozyten Zellen (aus: Siegmann O, Neumann U. Kompendium der Geflügelkrankheiten. 6. Auflage)

Abb. 3. Granulomatöse Entzündung der Milz eines Huhnes mit Marekscher Krankheit. (Foto: Dr. Michael Hardt, LUA Sachsen)

Diagnose und Bekämpfung Im Labor ist ein Nachweis des Virus, von Virusbestandteilen (Eiweiße, Erbsubstanz) oder von Antikörpern möglich. So können beispielsweise virusspezifische Eiweiße aus (Brut-)Eiern (Eiklar) oder Kloakentupfern detektiert werden (Abb. 3). Da eine Behandlung erkrankter Tiere nicht möglich und ein Impfstoff gegen die Erkrankung nicht vorhanden ist, sollte das Ziel eine Senkung des Erregerdrucks durch Selektion Virus-ausscheidender Hennen sein. Als Zeitraum für eine Eliminierung des Virus durch Diagnostik und Zuchtausschluss positiver Tiere werden für Wirtschaftsgeflügelbestände 2-3 Generationen (Subgruppen A-D) bzw. 6 Generationen (Subgruppe J) angegeben. Aufgrund der geringen Biosicherheit in Rassegeflügelzuchten (Ausstellungen, Zukäufe, Brütereien) erscheint eine dauerhafte Erregerelimination nicht bzw. nur bei flächendeckender Kontrolle erreichbar. Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Züchtung resistenter Rassen/Linien. So ist aus der Literatur bekannt, dass bestimmte Linien eine genetische Resistenz gegen verschiedene aviäre Leukosevirus-Subgruppen aufweisen. Situation in Sachsen Durch den Ausschluss Antigen-positiver Bruteier vom Schlupf konnte in der Wirtschaftsgeflügelzucht die Häufigkeit des Vorkommens von Leukoseviren stark reduziert werden.


Veterinärmedizin In Kernherden wurde eine Erregerfreiheit erreicht. In Rassegeflügelzuchten und Hobbyhaltungen muss aber weiterhin mit Leukoseviren gerechnet werden. Im Rahmen des Marekprogrammes der Sächsischen Tierseuchenkasse wurden bisher 100 Tiere an der LUA Sachsen untersucht. Davon konnten bei fünf Tieren tumoröse Veränderungen festgestellt werden, die durch Leukoseviren verursacht worden waren. Da allerdings nur bei Tieren, bei denen im Rahmen der Sektion auch Tumoren festgestellt wurden, Untersuchungen zum Nachweis von Leukoseviren folgten, waren möglicherweise mehr als diese 5 % der Tiere Virusträger (R. Küblböck, Geflügelgesundheitsdienst, persönliche Mitteilung). Bisher liegen für die sächsischen Rassegeflügelbestände keine Studien zur Verbreitung von Leukoseviren und zur Häufigkeit dadurch verursachter Tumorerkrankungen vor. In einer eigenen Untersuchung wurden bisher Abb. 3. Leukoseviren können über das aus fünf Rassehühnerbeständen je 10Brutei von der Henne auf das Küken 20 Tiere mittels Kloakentupfer getestet. übertragen werden. Ein besonderes Dabei konnten in drei Zuchten (60 %) Leukoseviren nachgewiesen werden. Risiko für die Erregerübertragung In den betroffenen Beständen waren zwischen verschiedenen Beständen zwischen 50 und 90 % der besteht in Brütereien. untersuchten Hühner positiv. Aufgrund (Foto: Cornel Wiedemann) dieser Ergebnisse scheint es durchaus lohnenswert, Untersuchungen zur Verbreitung von Leukoseviren beim Rassegeflügel an einer größeren Stichprobe durchzuführen. Maßnahmen zur Bestandssanierung könnten bei Auftreten von aggressiven Subtypen mit höherer Tumorentstehungsrate an Bedeutung gewinnen. Allerdings erscheint eine Senkung des Infektionsdruckes in positiven Beständen bereits jetzt sinnvoll, um Leistungsminderungen und erhöhter Krankheitsanfälligkeit bedingt durch eine virusbedingte Störung des Immunsystems vorzubeugen. Dr. Markus Freick


Veterinärmedizin Projekt des SRV Der Sächsische Rassegeflügelzüchterverband startet noch in diesem Jahr ein Projekt zum Thema Geflügelleukose. Dieses hat folgende Ziele: Sensibilisierung der Züchter bezüglich Vorkommen und Bedeutung der Geflügelleukose Organisation und Finanzierung einer Einstiegsdiagnostik als Dienstleistung für die Züchter mit dem Fernziel der Senkung des Infektionsdruckes in den Beständen Schätzung der Verbreitung aviärer Leukoseviren in sächsischen Rassehühnerzuchten Zunächst sollen 50 Rassehühnerzuchten in Sachsen beprobt werden, die möglichst gleichmäßig im Bundesland verteilt liegen sollten. Je Bestand werden 10 Kloakentupferproben von (zukünftigen) Zuchttieren auf das Vorkommen von Leukoseviren getestet. Ablauf: Anmeldung der Teilnahmebereitschaft auf freiwilliger Basis (Meldung per Email: mfreick@gmx.de oder über die KV) bis 25. November 2016 Ausgabe des Probenmaterials zur Lipsia-Schau am Stand des SRV Probenahme durch Züchter oder Hoftierarzt (Kloakentupfer) und Beantwortung eines Fragebogens Einsendung der Proben an das Institut für Virologie der VMF Leipzig durch den Züchter (Postweg) bis 15. Januar 2017 Übernahme der Laborkosten durch den SRV Befundmitteilung an den Züchter Auswertung der Ergebnisse und Festlegung des weiteren Vorgehens

Interessierte Züchter werden gebeten, ihre Teilnahmebereitschaft bis zum 25.11.2016 anzumelden.


Weihnachtliches Die alte Blaue Meine Eltern heirateten 1949. Ich wurde 1950 geboren. Die Hochzeitsgeschenke vielen einerseits zu dieser Zeit noch kleiner aus und sehr viel anders. So bekamen sie unter anderen von einem Nachbarn eine graue Pommerngans zur Hochzeit geschenkt. Sie freuten sich auch darüber. Besonders mein Vater. Denn so wie ich schon vor meiner Schulzeit eigene Zwerghühner und andere Kleintiere hatte, züchtete mein Vater von Kindesbeinen bis zu seinem Tod Gänse. Die Pommerngänse, Brutgänse waren auf den Bauernhöfen die gebräuchlichsten Gänse. Die Kunstbrut war bei Gänsen noch nicht durchgängig in Anwendung. Dazu kam auch der Vorteil, der Effekt, dass die Elterntiere die "Wärmequelle" in der Aufzucht für die Gössel und deren Betreuung übernahmen.

Wenn Bezeichnung oder Name "Die alte Blaue", dann werden die Rassekenner sofort ahnen, dass der Farbton nicht ganz unseren Standard für Pommerngänse entsprach. Pommerngänse werden bekanntlich in 3 Farbenschlägen gezüchtet. Es gibt sie in Weiß, in grau und in graugescheckt. Da bei der Kandidatin das grau etwas ins Blaue ging kam die Bezeichnung zustande. Ältere Züchter und Landwirte werden mir Recht geben, dass die meist bunten Brutgänseherden auf den Höfen und bei den Siedlern von der Insel Rügen bis ins Erzgebirge weiße, graue, gescheckte mit unterschiedlichen Farbanteilen, manchmal nur einen farbigen Kopf und graue Tiere aufwiesen. Und oft war die Farbe Grau mehr ein Blau.


Weihnachtliches "Die alte Blaue" war in der Gänseherde eine "Institution". Sie begann jährlich in der Regel als erste mit dem Legen. Sie legte als Altgans ausgesprochen große Eier, über 200g. Da die Genetik, aber auch Pflege und Fütterung dieser "Wirtschafts-Pommerngänse" gut, legten sie alle im ersten Gelege des Jahres über 20, bis 26 Eier, so dass mein Vater die Eier die in den ersten 14 Tagen 3 Wochen gelegt wurden, in der Brutmaschine vorbrütete, damit sie nicht zu alt wurden und über 20 große Eier hätte eine Gans kaum decken und erbrüten können. Wenn die Gänse dann selbst zur Brut schritten bekamen sie befruchtete und vorgebrütet Eier untergelegt. So etwa die zweite Hälfte der Brutzeit und der Schlupf erfolgte dann in Naturbrut. Diese Maßnahme und der weitere Umgang mit den Gänsen führte dazu, dass alle. auch "Die alte Blaue" ein zweites Gelege, eine zweite Brut machten. Diese war etwas kleiner. Es wurden noch einmal 10-12 Eier gelegt und erbrütet. "Die alte Blaue" wurde 21 Jahre alt. Sie hat auch in dieser Zeit wenig an Eierleistung nachgelassen. Sie wäre sicher auch noch älter geworden. Das verhängnisvolle Schicksal wollte es, dass sie unfreiwillig und völlig ungewollt zu zeitig zum Schlachten kam. Neben den Zuchtgänsen und den Weihnachtsgänsen wurden jährlich auch immer Gänse gemästet. Es wurde über diese ein Vertrag mit dem zuständigen Handelsorgan, der VEAB abgeschlossen. Das Ziel waren Futterscheine, Futter war nicht ohne weiteres frei käuflich. Auch die Bezahlung weil subventioniert war sehr gut. Nun kam es. Mein Vater verließ selten den Hof. Aber ausgerechnet am Tag, an dem die Gänse vom Aufkäufer der VEAB abgeholt wurden, musste er zum Arzt. Meine Mutter und ich fingen die Gänse ein. Damit nahm das Schicksal "Der alten Blauen" seinen Lauf. Natürlich geht es sehr beweglich in der Herde zu, wenn mehr wie die Hälfte der Tiere heraus gefangen werden. Mein Vater kam nach Hause. Die erste Frage: "Wo ist "Die alte Blaue"? Na dort. Das ist eine junge Gans. "Die alte Blaue" hatte keinen Ring. Mein Vater hätte sie auch im Dunkeln ohne diesen erkannt. Wir hatten sie verwechselt und bekamen einen Rüffel. Dabei tat es uns ebenfalls sehr leid dass wir "Die alte Blaue" so abgegeben hatten. Dann dachten wir an den "armen" Verbraucher der diese Gans auf den Tisch womöglich zum Weihnachtsfest hatte. Eine "Spätmastgans" von 21 Jahren. Ich bedaure es heute noch und finde es schade, da es schon interessant gewesen wäre, wie viele Jahre dieses Tier noch brauchbare Leistungen d.h. Eier gelegt und Gössel erbrütet, erbracht hätte. Sicher hätte sie danach noch weiter leben können und es wäre interessant gewesen welches Alter sie erreicht hätte.

Dr. Manfred Golze


Vereinsleben aktuell Fachexkursion nach Dresden Unsere diesjährige Fachexkursion führte uns ins die Sächsische Landeshauptstadt nach Dresden. Pünktlich 07.30 Uhr starteten wir mit dem bewährten Reiseunternehmen „Reisevogel aus Burgstädt“ per Bus in Richtung Elbtal. Nachdem uns der Busfahrer bei einer Stadtrundfahrt auf einige Besonderheiten von Dresden zeigte, stiegen wir für den nächsten Programmteil auf das Dampfschiff „Gräfin Cosel“ um. Hier konnten wir uns von der Schönheit des Elbtals von Dresden bis Pillnitz überzeugen. Herrliches Wetter begleitete uns bei dieser Schifffahrt. Nachdem Verlassen des Schiffes wurden wir zu einem deftigen Mittagessen ins Brauhaus zum Giesser nach Pirna gefahren. Gestärkt und gut gelaunt setzten wir unsere Reise fort. In Dresden-Weißig besuchten wir den KV-Vorsitzenden Dietmar Dietze. Ein sehr erfolgreicher Züchter von Zwerg-Cochin. Wir konnten genau sehen wie wohl sich seine Zwerghühner in den grünen Ausläufen fühlten. Die sehr gepflegte Gartenanlage mit den Ställen bietet den Zwerg-Cochin ausgezeichnete Bedingungen für die Zucht. Es ist ein fantastisches Bild und


Vereinsleben aktuell

gleichzeitig eine Werbung für unser Hobby, wenn wir unsere Rassegeflügelzucht mit diesen Rahmenbedingungen betreiben können. Mensch und Tier ganz einfach in einem Einklang mit der Natur. Bei Dietmar Dietze eindeutig sehen, dass unsere gefiederten Lieblinge auch in Wohnsiedlungen ohne Nachbarschaftsstreit gehalten werden können.


Vereinsleben aktuell Gemeinsam mit Dietmar Dietze fuhren wir dann zu Siegfried Schneider etwas außerhalb von Dresden. In landschaftlich schöner Umgebung züchtet Siegfried Schneider Show Racer, Lahore und Kingtauben. Die zahlreichen Jungtiere präsentierten sich in top gepflegten Taubenschlägen und Volieren. Es macht ganz einfach Spaß zu sehen, mit welcher Leidenschaft Züchter wie Siegfried Schneider die Tauben hegen und pflegen und als Resultat natürlich auf den Ausstellungen zu Recht sehr erfolgreich sind. Die Vielzahl der Jungen widerspiegelt andererseits die Vitalität seiner Zucht. Mit Kaffee und Kuchen klang der erlebnisreiche Exkursionstag aus und wir konnten mit vielen positiven Eindrücken den schönen Tag in Elbflorenz im Bus Richtung Leipzig beenden.

Fotos: Jürgen Voß Andreas Reuter


Vereinsleben aktuell Impressionen unserer Septemberversammlung mit Jungtierbesprechung Wie in jedem Jahr führen wir unser Mitgliederversammlung im September an einem Samstag durch. Bei sehr schönem Wetter hatten sich mehr als 100 Mitglieder in unserem Versammlungsraum in der Fortuna Klause in Leipzig eingefunden. Ein großen Teil der Versammlung nahm der leidenschaftliche Vortrag unseres Mitgliedes Wilfried Große ein. Wilfried Große stellte die Geschichte und Herauszüchtung der heutigen Farbenschläge eindrucksvoll vor.

Jeder der anwesenden Mitglieder konnte fühlen, mit wieviel Herzblut Wilfried die Putenzucht betreibt. Zudem berichtete Wilfried Große von seinen Erfahrungen in der Aufzucht der Jungtiere und bei der Schauvorbereitung. Hier ist bei den Jungtieren in den ersten Wochen besondere Sorgfalt geboten. Außerdem gab er wichtige Tipps zur Schauvorbereitung und den Transport zur Ausstellungshalle.


Vereinsleben aktuell Er hatte neben dem gemeinsam mit Dr. Manfred Golze erarbeiteten großartigen Vortrag auch zwei Puten mitgebracht. Alle Züchter und Besucher unserer LIPSIA Bundesschau sollten den Hut ziehen vor den Zuchtfreunde, welche sich wie Wilfried der Zucht der Puten verschrieben haben. Durch dieses imposante Rassegeflügel wird unsere Ausstellung wesentlich bereichert und die Besucher sehen die Vielfalt unseres Hobbies. Der neu gewählte 1. Vorsitzende des VDT war der Einladung zu unserer Versammlung gefolgt und berichtete über Neuerungen im Verband Deutscher Rassetaubenzüchter. So können die Züchter nun interessante News um die Rassetaubenzucht auf einer neu designten Homepage erhalten. Im Anschluss an die Versammlung wurde dann die weitere Zusammenarbeit mit dem VDT auf der LIPSIA Bundesschau besprochen. Auch in Zukunft wird die Leipziger RGZV 1869 e.V. ein verlässlicher Partner für den VDT und alle Rassetaubenfreunde aus Deutschland sowie den Besuchern aus aller Welt sein.


Vereinsleben aktuell Nach dem Mittagessen wurden die mitgebrachten Jungtiere durch unsere erfahrenen Preisrichter begutachtet und den Zuchtfreunden wichtige Tipps für die Schauvorbereitung sowie die Verbesserung der Zucht gegeben.

Sicherlich stehen unsere Zuchtwarte auch außerhalb unserer Versammlung gern mit Rat und Tat zur Seite. Vor allem der Austausch von Erfahrungen am Käfig ist ein wichtiger Aspekt der Jungtierbesprechungen in jedem Herbst.


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Ein herzlicher Dank an alle fleißigen Helfer, die zum Gelingen unserer Mitgliederversammlung mit Jungtierbesprechung beigetragen haben. Nach dem Motto viele fleißige Hände – ein schnelles Ende waren einige ganz aktive Mitglieder beim Abbau der Zelte beteiligt. Vielen Dank auch an unseren Fotografen Jürgen Voß für die tollen Schnappschüsse von unserer Mitgliederversammlung.


Vereinsleben aktuell Fachexkursion des LRGZV 1869 e.V. vom 27.01.2017 bis 29.01.2017 Auf geht’s nach Kielce zur polnischen „Nationalen“ Rassegeflügelausstellung.

Der polnische Verband wird unseren Besuch begleiten. Einige Funktionäre aus Deutschland sind offiziell vom polnischen Verband eingeladen. Wir fahren Freitag d. 27.01.2017 gegen 8.00 Uhr an der Gaststätte „FortunaKlause“, Riesaer Straße 101 (Paunsdorf) in 04319 Leipzig ab. Stellplätze sind vorhanden. An gleicher Stelle ist die Rückankunft am Sonntag 29.01.2017 gegen 17.00 Uhr. Weitere Zusteigepunkte können abgestimmt werden. Am und im Bus gibt es Bordverpflegung und Getränke. Wir werden am Nachmittag gegen 16.00 Uhr in der Messestadt Kielce ankommen. Die Übernachtungskosten werden sich zwischen 35.00 € und 50.00 € je Person bewegen. Im Bus kassieren wir 60.00 € pro Person als Reisekostenzuschuss. Der Abend kann individuell gestaltet werden, im Hotel gibt es ein gutes Restaurant. Der Samstag gehört dann der polnischen Nationalen Rassegeflügelausstellung. Dort werden wir interessante Eindrücke von dieser bedeutenden Ausstellung erfahren und können uns ein Bild vom Zuchtstand machen. Es erwarten uns mehr als 4000 Rassetauben und um die 400 Stück Geflügel plus Kaninchen. Wie in Polen üblich, gibt es natürlich auch eine große Geflügelbörse.


Vereinsleben aktuell

Am Samstag findet ein offizieller Züchterabend statt. Von den eingeladenen Personen erwartet man natürlich die Teilnahme. Darüber hinaus kann jeder Reiseteilnehmer am Züchterabend teilnehmen, es wird sicher viel geboten. Wer teilnehmen möchte, sollte im Bus 20,00 € je Person zuzahlen. Für Rückfragen jeder Art stehe ich zur Verfügung Teilnahmemeldung an Matthias Beutel Tel.: 0172-2645465 Email: matthias.beutel@gmx.de Die Anmeldung muss bis spätestens 20.12.2016 erfolgen. Das Interesse ist groß, bei Erreichen der Kapazität entscheidet das Datum der Teilnahmemeldung. Freuen wir uns auf eine interessante Reise und den Besuch bei Freunden.

Matthias Beutel

Fotos: Matthias Beutel


In Gedenken an Johannes Grimm werden zusätzlich 25 Ehrenpreise zur 120. LIPSIA Bundesschau an sächsische Züchter vergeben.

Impressum Herausgeber: Leipziger Rassegeflügelzüchterverein 1869 e.V. www.lipsia-rassegefluegel.de Redaktionelle Bearbeitung: Andreas Reuter Wer sich im Mailverteiler unseres Leipziger Rassegeflügelzüchtervereins 1869 e.V. registrieren lassen möchte, sendet bitte eine E-Mail mit Hinweis – Aufnahme in den Mailverteiler des Leipziger Rassegeflügelzüchtervereins 1869 e.V. an folgende Adresse: saxonpigeon@gmail.com

Fotos: siehe Bildunterschrift Herstellung und Druck: OPPRESSUS Alle Rechte, auch der auszugsweisen Veröffentlichung, liegen beim Herausgeber.

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Lipsia Journal Heft 35  

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