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Exothoth..

Zeitschrift fur chtonische literatur


Inhalt

004 Heiko Werning: Ichzeit, Duzeit, Er-Sie-Eszeit Illustration: Lino Wirag 010 Olaf Guercke: Autobahnraststättenmännertoiletten 016 Francis Kirps: 20 Dinge 017 Cartoon: Denis Metz 018 Lea Streisand: Ritter, Jungfer und die Pest 023 Paul Bokowski: Briefe, die einer schrieb 026 Cartoons: Marco Finkenstein 027 Cartoons: Katharina Greve 028 Simon Urban: Das Gebiss Illustration: Malte Knaack 036 Björn Högsdal: Doppelgänger 038 Comic: Robin Vehrs 039 Almut Stärk: Das Ein- und das Auspacken 041 Gunnar Homann: Neue Puppen für Delgado Illustration: Moritz Stetter 047 Lisa Danulat: Liebe Johanna G. 052 Alexander Langer: Sie kamen aus dem Nebel 066 Cartoon: Leo Riegel 067 Ella Carina Werner: Ist das langweilig

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Moses Wolff: Der Tantra-Lehrer und das Pferd 070 Illustration: Tim Gaedke Katrin Seddig: Der Tag, an dem ich alt wurde 074 Comic: Robin Vehrs 080 Cartoon: Leo Riegel 081 Anselm Neft: Die Welt als Wille und Vorstellung 082 Illustration: Félix Vallotton Harald Mühlbeyer: Helge Schneider auf der Bühne 095 Andreas Schumacher: Kurt Kusenberg 102 Trunktoons: Marco Finkenstein, Denis Metz 109 Hellmuth Opitz: 3 Gedichte 110 Ondřej Cikan: Romanze im Oleanderschatten 113 Johannes Witek: Murmeln 114 Michael Feindler: Zerstörte Harmonie 116 Georg Raabe: Metaphysik 118 Alle Gedichte illustriert von Corinna Chaumeny Exoten dieser Ausgabe ● Impressum 120 Thomas Gsella: An einen reichen Misanthropen 128

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Heiko Werning

Ichzeit, Duzeit, Er-Sie-Es-Zeit Ich kann nicht einschlafen. Zweifel quälen mich. Woher kommen wir? Wohin gehen wir? In welcher Epoche schreiben wir? Das sind so die Fragen, die mich kein Auge zutun lassen. Mich tief empfindenden Schriftsteller. Wenn da nicht immer diese Selbstzweifel wären! Ist das überhaupt Literatur? Schreibe ich überhaupt zeitgemäß? Habe ich zu viel Kaffee getrunken am Nachmittag? Aber ich kenne sie gut, die Nächte, in denen ich nicht einschlafen kann. Ich habe vorgesorgt. Ich habe mir die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ans Bett gelegt. Und es trifft sich gut, dass einer von uns, nämlich Maxim Biller, endlich einige Antworten für uns gefunden und sie in die Zeitung hineingeschrieben hat, unter dem schönen Titel »Ichzeit«: »Wir leben, lesen und schreiben schon lange in einer literarischen Epoche und wissen es nicht.« Und in der Tat – ich hätt’s nicht gewusst. Aber hätte ich es zumindest ahnen können? »Vielleicht ahnen wir es, wenn wir nach der Lektüre von Tellkamps Turm denken, das war noch besser als eine Folge von Breaking Bad.« Nein, ich hätte es nicht ahnen können. Denn mir gefällt nicht nur jede einzelne Folge von Breaking Bad besser als Tellkamps wichtigtuerischer Langeweiler-Turm, sondern sogar jede Ausgabe der Sendung mit der Maus. Umso wichtiger also, dass Maxim Biller endlich mit der Sprache rausrückt, selbst wenn ich dafür seinen ganzen, langen, wahrscheinlich sehr tief empfundenen Artikel in der FAS lesen muss, sonst werde ich es nie erfahren, denn außer Maxim Biller kam, glaube ich, noch keinem von uns in den Sinn, dass die besten Romane der letzten 25 5


Olaf Guercke

Versuch über Autobahnraststättenmännertoiletten Autobahnraststättenmännertoiletten machen nicht nur auf lyrischer Ebene einiges her. Sie sind auch Orte der Erkenntnis, ja Gradmesser gesellschaftlicher Entwicklungen, deren nähere Betrachtung dem aufmerksamen Beobachter Reflexionsstoff in Hülle und Fülle liefert. Getrieben vom banalen Drang des Pinkelnmüssens, wirft der Besucher eine Münze in den Drehkreuz-Automaten und erhält damit Zugang zu jener eigentümlichen Welt, die sich gerade in den letzten Jahren nicht unwesentlich gewandelt hat: Aus der düsteren, verwinkelten, mit dubiosen Angeboten sexueller Natur vollgekrakelten Stinkezone des vergangenen Jahrtausends ist ein heller, von chemischen Duftstoffen durchwölkter Ausscheidungs-Erlebnispark geworden, der mit aller Kraft Freundlichkeit, Sauberkeit und Übersichtlichkeit suggeriert. Höfliche Informationstafeln künden von dieser Mission, sanfte Musik umspült die Geräusche der Mitmänner, die traditionellen Gerüche werden von ihren chemischen Kontrahenten wirksam in Schach gehalten und die sexuellen Angebote sind allesamt ins Internet ausgewandert. Eigentlich recht angenehm, möchte man meinen. Doch bereits am Urinal, jenem Herzstück der Autobahnraststättenmännertoilette, wird man unvermittelt und unmissverständlich mit den Schattenseiten der modernen Erlebniswelten konfrontiert.

Wir kriegen euch alle Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Genau auf Augenhöhe blickt dem Mann, der ja beim Pinkeln dazu neigt,

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gedankenverloren geradeaus ins Leere zu starren, ein sehr entspannt wirkender älterer Herr entgegen, dessen demonstrative Freundlichkeit gleichwohl ein leises Gefühl des Unwohlseins erzeugt. Dieser Herr befindet sich auf einem Plakat, auf dem mit dem Slogan »Weniger Müssen müssen« für Tabletten gegen Prostata-Beschwerden geworben wird. Hier zeigt sich dem nichts Böses ahnenden und vom Ambiente des Orts eingelullten Pinkler in einem einzigen erhellenden Blitz die ganze zynische Verworfenheit des modernen Marketings. Es ist ja nämlich so: Der Nichtprostatiker kommt noch einigermaßen unbeschadet davon und wird nur für kurze Zeit ungefragt an das Schicksal erinnert, das ihm einst blühen könnte, wenn es vielleicht nicht mehr so gut läuft. Jener arme Kerl aber, der von den Zumutungen der Prostata geplagt ist, muss lange, manchmal sehr lange seinem grauhaarigen Gegenüber ins aufreizend unverkrampft lächelnde Antlitz starren. Nach solcher Entkrampfung sehnt er sich ja gerade von ganzem Herzen. Eigentlich sollte er mal dringend zum Arzt gehen, doch aus Angst und Scham schiebt er das hinaus wie ein richtiger Mann, und die rezeptfreien Tabletten könnte er ja einfach erst mal probieren. Und so bleibt ihm nichts übrig, als zu schauen und dabei noch zu entdecken, dass es sich bei den pflanzlichen Wirkstoffen des angepriesenen Medikaments ausgerechnet um »Sägepalme« und »Brennnessel« handelt. Sägepalme und Brennnessel! Man kann sich ohne viel Fantasie das triumphale Gelächter der gesamten Prostagutt-Marketingabteilung vorstellen, als ihnen auf die Frage »Wo erreichen wir unsere potenziellen Kunden am besten?« genau diese Strategie eingefallen ist. »Wir – kriegen – euch – alle«, werden sie skandiert, und »das setzen wir flächendeckend um« wird der Chef dazwischen geträllert haben. Wie meine stichprobenhaften Beobachtungen auf der Autofahrt von Bonn nach Flensburg ergaben, haben sie es dann auch genauso gemacht. 11


Francis Kirps

20 Dinge, die ich euch gerne über mich sagen hören würde 1. Seit seinem Ausstieg bei Metallica ging es mit der kalifornischen Metal-Legende nur noch bergab. 2. Die frühen Sachen finde ich ja fast noch gelungener als seine, unter dem Pseudonym »Charlotte Link« verfassten Weltbestseller. 3. Er hat den Urknall widerlegt. 4. Unter ihm als Regisseur ist Julia Roberts vom Mauerblümchen zur vielschichtigen Charakter-Darstellerin herangereift. 5. Ohne sein Abseits-Tor in der 93. Minute wäre Luxemburg niemals Weltmeister geworden. 6. Er hat den Ausdruckstanz revolutioniert. 7. Er ist der bescheidenste Mensch, der mir je begegnet ist. 8. Er hat Gisèle Bündchen für die Wormeldinger Weinkönigin von 2010 verlassen. 9. Ein großer Europäer. Vielleicht der größte überhaupt. 10. Er hat Mutter Theresa, Eisbär Knut und Steve Jobs auf dem Gewissen. 11. Seine kulinarischen Pionierleistungen haben Olivenöl in der westdeutschen Nachkriegs-Küche salonfähig gemacht. 12. Er war der vielleicht wichtigste Beatle. 13. Er hat Seal diese blonde Nazi-Braut ausgeredet. 14. In welcher Simpsons-Folge hatte er eigentlich seinen Cameo-Auftritt?

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15. Mein Therapeut meint, dass ich beziehungsunfähig bin, liegt daran, dass ich alle meine späteren Partner mit ihm vergleiche. 16. In manchen entlegenen Gegenden der Eifel wird er von den Dörflern als lokale Gottheit verehrt und bei Vollmond mit Menschenopfern besänftigt. 17. Facebook gefällt ihm nicht. Er gefällt Facebook. 18. Chuck Norris hat Angst vor ihm. 19. Er hat den Waldrapp in Österreich vor dem Aussterben gerettet. 20. Was würde Gott nur ohne ihn machen?

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wieder mit meiner richtigen Frau zusammenkomme und zu ihr und dem Kind in deren neue Wohnung ziehe. Da ich es aber nicht übers Herz bringe, meine kleine, glückliche Kopiefamilie einfach so zurück zu lassen, besorge ich ihnen einen sehr guten Darsteller meiner selbst. Keiner von ihnen weiß, dass der andere nur eine Kopie ist, schon gar nicht Ficken und Fotze, da Fische sich bekanntlich nur 20 Sekunden zurück erinnern können und vermutlich leben sie noch immer ein gut eingespieltes, genaues Abbild meiner Familie. Angeblich geht mein Doppelgänger regelmäßig mit Texten von mir zu einer Veranstaltung namens »Poetry Slam« und trägt sie dort vor.

Almut Stärk

Das Ein- und das Auspacken Zwischenmieter gesucht. Ruhige, gut abgeschirmte Villa (Norton Security Service, Kaspersky Security, Antivir Version Haus 2.0, Kamerainstallation, Stacheldraht) mit großem Garten und Goldfischteich. Zeitraum: 2 Monate, ab sofort. Sie sollten ordentlich und diskret sein.

Firenze hatte große Schwierigkeiten gehabt, mit seinen zwei gigantischen Koffern die Villa zu erreichen. In der Straßenbahn hatte man ihn ganz schön angemotzt! Jetzt stand er vor dem Tor und drückte auf die Klingel. Natürlich richtete sich sofort eine Kamera auf ihn. Eine Stimme fragte ihn durch die Sprechanlage, was er wolle, dann wurde er hereingelassen. Der Goldfischteich gefiel ihm gleich. Im Büro saß er dem Hausbesitzer Il Trampoline gegenüber, und zwar auf einem deutlich kleineren Stuhl. Il Trampoline räusperte sich. »Ihre Bewerbungsunterlagen habe ich schon erhalten und durchgesehen. Das Einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, ist, dass Sie – wie ich Ihrem Lebenslauf entnommen habe – bisher noch keine Erfahrungen in der Zwischenmiete haben.« Firenze: »Ja, das tut mir leid.« Il Trampoline: »In Ordnung. Nun sagen Sie mir noch eins: Warum wollen Sie zwischenmieten? Was ist Ihre Motivation?« Firenze: »Schon als kleiner Junge war es ein großer Traum von mir, nein, mein größter Traum, einmal zwischenzu38

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»Dachte ich mir.« »Meinst du wirklich, du stirbst?« »Ja. Allergie wahrscheinlich.« Sie schwiegen eine Weile. »Ist alles keine Qualität mehr heute«, sagte Delgado nach einer Weile »Nein, keine Qualität, Delgadochen«, sagte seine Frau und tätschelte ihm die Hand. Dann schloß sie die Augen.

Lisa Danulat

Liebe Johanna G. Frankfurter Rundschau vom 10. Mai 2012 unter der Rubrik HALLO, BITTE MELDEN! Lieber Herr, ich suche gerade Sie, der Sie ein zerschundenes Gesicht haben. Ich möchte Sie zum Freund haben. Ich bin weiblich, 48 Jahre alt und suche Sie als Freund. Bitte schreiben Sie mir unter folgender Adresse: Johanna G. Bonner Zalstra 12

Liebe Johanna G., na, was war denn da mal wieder los? Schön fett bei der Tageszeitung angerufen, um ein bisschen auf Schlaflos in Schöllkrippen zu machen? Zum Glück ist Frankfurt voll von deprimierten Herren mit »zerschundenen Gesichtern« und so meldeten sich derer gleich Drei. Beachtlich, liebe Johanna, wenn man bedenkt, dass du die Anzeige erst heute geschaltet hast.

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»Jede Nation spottet über die andern, und alle haben recht.« (Arthur Schopenhauer: Aphorismen zur Lebensweisheit IV)

Anselm Neft

Klassiker des Humors Nietzsche und Wagner verehrten ihn, große Humoristen wie Wilhelm Busch, Kurt Tucholsky, Samuel Beckett und Thomas Bernhard, ja selbst literarische Bajazzos wie Hermann Hesse nannten ihn als wichtigen Einfluss: Arthur Schopenhauer, der mit seinem Hauptwerk »Die Welt als Wille und Vorstellung« [kurz WWV] einen wuchtigen Beitrag zur Philosophie schuf, der lange übersehen wurde. Leo Tolstoi schrieb im Sommer 1869, neun Jahre nach Schopenhauers Tod, in einem Brief: »Ununterbrochene Begeisterung für Schopenhauer [...]. Wenn ich ihn lese, ist mir unbegreiflich, weshalb sein Name unbekannt bleiben konnte. Es gibt höchstens eine Erklärung, eben jene, die er selber so oft wiederholt, nämlich daß es auf dieser Welt fast nur Idioten gibt.« Heute gibt es zwar kaum noch Idioten und Schopenhauer ist weitaus bekannter, wenig beachtet bleibt jedoch, dass sein Klassiker auch als Meilenstein der komischen Literatur gelten darf, enthält er doch nicht nur zahlreiche sehr lustige Passagen, sondern bietet obendrein eine solide weltanschauliche Grundlage für eigenes humoristisches Schaffen. Wettstreit der Komödianten: Schopenhauer gegen Hegel Berlin im März 1820: Am schwarzen Brett der HumboldtUniversität ist die Ankündigung der Hegel-Vorlesung mit einem großen Zettel überklebt worden:

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Arthur Schopenhauer: »Warum Hegel ein Schwachkopf ist«, 14.00 – 16.00 Uhr c.t., Hörsaal X. Doch der erwartete Andrang bleibt aus. Wieder rennen alle zu Hegel. Zwar hat Schopenhauer vor einem knappen Jahr WWV veröffentlicht, aber niemand in Berlin scheint das Buch zu kennen. Sicherheitshalber hat Schopenhauer studentenwirksame Schnurrpfeifereien vorbereitet (»Alle Verliebtheit ... wurzelt allein im Geschlechtstriebe«, »Der Mensch kann tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will«) und auch klassische Oneliner im Programm (»Der einzige Mann, der wirklich nicht ohne Frauen leben kann, ist der Frauenarzt«), doch an die Popularität Hegels kann er nicht heranreichen. Dessen Folge-Show zu »Das Ganze ist das Wahre« namens »Das Wahre ist das Ganze« genießt beim lachwütigen Berliner Publikum Kultstatus. Hegels Erfolgsrezept: Breites Schwäbeln und eine konsequente Gelehrten-Parodie (»Gott ist so da, wie er an sich ist. Er ist da, als Geischt«, »Das wissende Sichselbst-gleich-sein ist – si diis placet – das An-und-für-sich des Geischtes«). Das kommt an. Erbost hört Schopenhauer das wiehernde Gelächter aus Hörsaal IX. Wozu hat er denn in Abgrenzung von der »Hegelei«, die er nicht für einen objektiven Idealismus, sondern einen idealistischen Subjektivismus hält, den subjektiven Idealismus entwickelt? Wozu hat er sich eine klassische Clownsfrisur mit mittiger Glatze und wirrem Haarkranz ringsum schneiden lassen? Wozu tingelt er schon seit Jahren mit dem riesigen Brüller über das Ding an sich durch die Diskutierstuben des Landes? Schopenhauer findet das Ding an sich Ja, das Ding an sich, das sein großes Vorbild Kant anfangs als undefinierbar erkannt, dann aber als unerkennbar definiert hatte – er, Schopenhauer, hatte es entdeckt. Als er als 83


Félix Vallotton

EXOTEN DIESER AUSGABE

Paul Bokowski wurde 1982 in Mainz geboren. Er lebt seit zehn Jahren in Berlin und ist jüngstes Mitglied der Lesebühne Brauseboys. Im März 2012 erschien im Satyr Verlag sein Kurzgeschichtenband »Hauptsache nichts mit Menschen«. www.paulbokowski.de Corinna Chaumeny arbeitet als freie Illustratorin in Hamburg. Sie hat an der HAW Hamburg Illustrationsdesign studiert, nachdem sie sich einige Jahre beruflich im Bereich der Fremdsprachen verirrt hatte. An ihrem Zeichentisch fehlen nie: Tusche, Pinsel und Humor. www.corinna-chaumeny.de Ondřej Cikán wurde 1985 in Prag geboren, studiert in Wien Latein und Altgriechisch und arbeitet als Autor und Übersetzer. Publikationen: »Menandros und Thaïs«, Roman, 2011. Übersetzung des Liebesepos

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»Mai« des tschechischen Romantikers Karel Hynek Mácha, 2012. www.cikanvitouchgruppe . blogspot.com Lisa Danulat, geboren 1983 in Frankfurt am Main, studierte Philosophie, Schauspiel und Szenisches Schreiben. Festes Mitglied der Frankfurter Lesebühne Ihres Vertrauens. Ihr erstes Stück wurde 2005 uraufgeführt, 2010/11 war Danulat Hausautorin am Staatstheater Mainz, wo ihr Stück »Königreich« am 30. März 2012 uraufgeführt wurde. Michael Feindler, aufgewachsen in Wuppertal und inzwischen in Berlin ansässig, kam übers Kabarett zum Poetry Slam. Und über den Poetry Slam auch wieder zum Kabarett. Bei Lektora erschien sein Gedichtband »Rufe aus dem Publikum«. www.michael-feindler.de

Marco Finkenstein, 1971, lebt und arbeitet in Hannover als Cartoonzeichner, Illustrator und Erfinder von Mythen und Monstern. Dabei verflechten sich anarchischer Wortirrsinn und zeichnerische Orgien aus den Dunkelreichen der Fantasie zu einer Art grafischem Doom Metal mit befreiender Wirkung. Tim Gaedke lebt seit Ende der Achtziger in Berlin. Das gefällt ihm ganz gut. Er arbeitet von dort aus immer mal wieder für Magazine, Zeitungen und sonstige Druckwerke als Illustrator und Comiczeichner. www.doppeltim.de Katharina Greve wurde 1972 in Hamburg geboren und studierte an der TU Berlin Architektur. Sie lebt als Cartoonistin, Autorin, Künstlerin, Situationsdesignerin und ExArchitektin in Berlin. Comics und Cartoons in: Titanic, electrocomics.com u.a. Comic-Bücher: »Ein Mann geht an die Decke«, »Patchwork – Frau Doktor Waldbeck näht sich eine Familie«. www.freizeitdenker.de Thomas Gsella war zwischen 1992 und 2005 Redakteur und bis 2008 Chefredakteur der Satirezeitschrift Titanic. Er schrieb und schreibt Lyrik und Prosa für die FAZ, taz,Titanic, FR u.a. 2004 erhielt er den »Cuxhavener Joachim-RingelnatzNachwuchspreis für Lyrik«,

2011 den Robert-GernhardtPreis. Gsella lebt mit seiner Familie in Aschaffenburg. www.thomasgsella.de Olaf Guercke, geboren 1968, lebt in Bonn, war EXOT-Mitherausgeber und ist Mitglied der Bonner Lesebühne »Der Kleingeist«. Lässt sich zur Zeit zum Bibliothekar ausbilden. Björn Högsdal wurde 1975 in Köln geboren und lebt heute als Autor, Slampoet und Kulturveranstalter in Kiel. Auftritte in Radio- und TV-Sendungen, regelmäßige Veröffentlichungen in Zeitschriften (Titanic, Pardon), Anthologien und Literaturzeitschriften. Zuletzt erschien sein Buch »Hätte ich Deutsch auf Lehramt studiert, wäre das nicht passiert« (Lektora). Gunnar Homann, geboren 1964, lebt in Esslingen/Neckar. Er arbeitet als Redakteur für die Zeitschrift outdoor, außerdem schreibt er seit langem für das endgültige Satiremagazin Titanic. Zuletzt erschien sein Unterwegsroman »All exclusive« (DuMont). Francis Kirps wohnt in dörflicher Abgeschiedenheit in Luxemburg und schreibt Geschichten sowie alle zwei Jahre ein Gedicht. Der Erzählungsband Planet Luxemburg erscheint im Frühjahr 2012 im Verlag Andreas Reiffer. Nach dem Studium an der

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HAW Hamburg arbeitete Malte Knaack bei den Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien als Layouter und Illustrator. Seit Januar 2011 ist er freiberuflicher Illustrator und Kommunikationsdesigner und lebt in Soltau. www.malteknaack.com Alexander Langer, geboren 1980 in Kassel. Arbeitete als Freizeitanimateur am Bodensee und studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Denis Metz, Jahrgang 1974, zeichnet seit über 20 Jahren Comics und Cartoons für Zeitschriften und Websites (u.a. Titanic und Eulenspiegel) und veröffentlichte Bücher und Anthologien. Metz ist Betreiber des witzkriegblog.de und Organisator des jährlich stattfindenden Cartoon-Festivals inselwitz auf Baltrum. Metz im Netz: www.schnabulak.de Harald Mühlbeyer studierte Film- und Literaturwissenschaften sowie Geschichte in Mainz. Filmpublizist und -kritiker mit Veröffentlichungen u.a. in epd Film, ray, BR-online und Cinefacts. Redakteur und Mitherausgeber von Screenshot – Texte zum Film. Zuletzt erschien »Perception is a Strange Thing. Die Filme von Terry Gilliam.« Arbeitet an einer Dissertation über Helge Schneider. Anselm Neft glaubt an den Teufel.

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Hellmuth Opitz, geboren 1959, lebt in Bielefeld. Studium der Germanistik und Philosophie in Münster. Längere Aufenthalte in London und New York. Arbeit als Creative Director und Geschäftsführer einer Werbeagentur. Mehrere Gedichtbände, zuletzt »Die Dunkelheit knistert wie Kandis« (Pendragon 2011). Georg Raabe, geboren 1965 in Emmerich, lebt als freier Texter und Autor in Köln. Schrieb Scherze für bekannte Comedy-Formate (»RTL Samstag Nacht«, »Harald-SchmidtShow«, »7 Tage, 7 Köpfe« u.a.), textet fürs Kapital und verfasst regelmäßig Beiträge für die taz-Wahrheit. Zahlreiche Veröffentlichungen in verschiedenen Anthologien. Nadine Redlich ist eine Illustratorin und Comiczeichnerin aus der Zukunft. Sie wurde um 1879 geboren, begann in frühester Jugend ein Studium an der Fachhochschule Düsseldorf im Bereich Kommunikationsdesign und konnte dieses nach über hundert Jahren mit einem Diplom abschließen. Für diese Ausgabe gestaltete sie das Titelbild. www.nadineredlich.de Leonard Riegel wurde zwar in Göttingen geboren, zog dann aber nach Kassel. Kürzlich erschien sein erstes Buch »Die Jagd nach der zündenden Idee«. www.leonardriegel.de

Andreas Schumacher, * 1981 in Bietigheim-Bissingen, lebt in Walheim und schreibt Gedichte und Geschichten. www.andreasschumacherinfo.de Katrin Seddig, geboren 1969, erhielt 2008 den Förderpreis für Literatur der Stadt Hamburg. 2010 erschien ihr Roman »Runterkommen« bei Rowohlt Berlin, 2012 folgte dort ihr »Eheroman«. Sie veröffentlichte Kurzgeschichten in Anthologien und Zeitschriften sowie zwei »Booklits« im Literatur Quickie Verlag. www.katrinseddig.blogspot.de Almut Stärk, geboren 1986 in Lahnstein, hat Romanistik und Anglistik studiert. Im Herbst 2011 erschien im Autumnus Verlag ihr Roman »Imhotep und Eulalie«. Sie lebt mit ihrem Freund und ihrer Tochter in Bonn. Moritz Stetter, freiberuflicher Comic-Kritzler, Leinwändevollschmierer, Plattenverunstalter, Thekenschlampe. 2010 erschien seine Graphic Novel »Bonhoeffer«. Momentan arbeitet er an einer Biografie über Martin Luther und zusammen mit Lydia Daher an Graphic Poems (graphic-poems.blogspot.com). Lea Streisand wurde 1979 in Berlin geboren und liest seit 2003 auf Lesebühnen. Sie ist Mitglied der Surfpoeten und von Rakete 2000. Lea schreibt

für die taz und hat in zahlreichen Anthologien veröffentlicht. Zuletzt erschien »Berlin ist eine Dorfkneipe« (2012, Periplaneta), eine Geschichtensammlung, in der auch »Ritter, Jungfer und die Pest« erstveröffentlicht wurde. www.leastreisand.de Simon Urban, geboren 1975 in Hagen, Germanistik-Studium in Münster, Ausbildung an der Texterschmiede Hamburg, Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2003 Erker-Preis, 2005 Literaturförderpreis Ruhrgebiet, 2006 Limburg-Preis der Stadt Bad Dürkheim. Sein Roman »Plan D« (Schöffling) wurde beim Stuttgarter Krimipreis 2011 als bestes Debüt des Jahres ausgezeichnet. Félix Vallotton (1865-1925) war ein französischer Künstler, der in den 1890er Jahren durch seine Holzschnitte bekannt wurde, die im EXOT-Vorgänger Pan erschienen. Robin Vehrs wohnt und arbeitet in Hamburg. Hobbies: Bowling, Domian. enjambements.blogspot.com Ella Carina Werner veröffentlichte Aufsätze, Erzählungen, Reportagen und andere Texte im Satiremagazin Titanic, in der taz-Wahrheit, auf Zeit Online, in der FAZ, im Missy Magazine u.a. Seit 2012 ist sie Mitherausgeberin des EXOT. Im

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März 2012 erschien ihr Buch »Die mit dem Bauch tanzt« im Ullstein-Verlag. www.ellacarinawerner.de Heiko Werning, geboren 1970 in Westfalen, lebt in Berlin-Wedding. Von dort aus beschützt er Frösche, beschreibt Reptilien, befüllt Print-Produkte (Titanic, taz, Jungle World) und beliest Bühnen (Reformbühne Heim & Welt, Brauseboys). Zuletzt erschien »Schlimme Nächte« (Edition Tiamat 2012). Lino Wirag, * 1983, studierte vermischte Künste und Wissenschaften und ist im Prinzip dabei geblieben. Zurzeit schreibt er eine Dissertation übers Comiczeichnen und

hält sich einen eigenen Poetry Slam. www.linowirag.de Johannes Witek, geboren 1981, lebt in Salzburg. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien & »Was sie im Norden der Insel als Mond anbeten, kommt bei uns im Süden in die Sachertorte« (Chaotic Revelry Verlag 2009). Moses Wolff ist gebürtiger Münchner und nach eigenen Angaben weitgehend kinderlos. Er schrieb in den Siebzigern schmutzige Kolumnen für Peter Mosleitners interessantes Magazin, die nie gedruckt wurden. Seitdem lebt er zurückgezogen in der Münchner Innenstadt. ♥

EXOT. Zeitschrift für komische Literatur Nr. 13 ISSN 1861-6283 ISBN 978-3-9814891-4-9 Lengsdorfer Hauptstraße 31, 53127 Bonn redaktion@exot-magazin.de, www.exot-magazin.de Covergestaltung: Nadine Redlich Schmutztitel-Gestaltung: Marco Finkenstein Auflage: 500 Exemplare Erscheinungsweise: zweimal jährlich Druck: AALEXX Buchproduktion, Großburgwedel Herausgeber: Anselm Neft, Francis Kirps, Ella C. Werner, Lino Wirag Layout/Satz: Lino Wirag Abonnement: 20,- € incl. Porto für 4 Ausgaben (Inland). Bestellungen bitte per E-Mail oder über das Formular der Website. Die Rechte an Bildern und Texten liegen bei den Autoren und Illustratoren. Informationen zu Einsendungen entnehmen Sie bitte unserer Website.

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Exot #13: Leseprobe  

Exot #13: Leseprobe

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