Page 1

Tageszeitung fĂźr den Kreis Marburg-Biedenkopf

Rote Nasen auf Tournee

Freie BĂźrgermeister sollen in den Kreistag

OP bezieht Leser in die Karikaturisten-Suche ein

Ballack bleibt Kapitän

Neun Clowns jenseits der 50 zeigen Show in Marburg

Als Reaktion auf die ErhÜhung der Kreisumlage erwägen die parteilosen Kämmerer eine Kommunalwahl-Liste.

FĂźnf Karikaturisten sind in der engeren Wahl fĂźr die Nachfolge von Rulle. Eine drucken wir jeweils, die Ăźbrigen gibtÂ’s

Der Konflikt mit dem Bundestrainer ist nach zehn Tagen beigelegt.

Seite 37

Seite 5

www.op-marburg.de

Samstag, 1. November 2008

Mehrere Monate haben wir auf diesen Tag hingearbeitet, Ideen entwickelt, Layouts getestet und in vielen Gesprächen ßber neue Strukturen, Optik und Inhalte beraten. Heute erscheint die OP erstmals in komplett ßberarbeiteter Aufmachung – und zwar 64 Seiten stark. Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben aktiv an der Neugestaltung mitgewirkt, da wir zahlreiche Anregungen aus unserer Leserumfrage und persÜnlichen Gesprächen aufgegriffen und eingearbeitet haben. Nun sind wir sehr gespannt, wie Ihnen die neue OP gefällt. Wir freuen uns auf Ihre Rßckmeldungen. Heute zwischen 11.30 und 15.30 Uhr kÜnnen Sie uns unter der Rufnummer 0 64 21 / 409-372 erreichen.

Linke: Vorstand diskutiert Koalitionsvertrag Hessens SPD und GrĂźne wollen an diesem Wochenende den Weg fĂźr eine von der Linken tolerierte rot-grĂźne Landesregierung freimachen. von unseren Redakteuren

TAGESSCHAU

Der Bellnhäuser Heiner Pfeffer wurde als CDU-Kandidat zur Bßrgermeisterwahl 2009 in Fronhausen gewählt. Seite 10

SPORT Leverkusen Ăźbernimmt wieder die Spitze In der FuĂ&#x;ball-Bundesliga trennten sich Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg am Freitagabend mit 2:0. Seite 17

VERMISCHTES Mutter tĂśtet SĂśhne und muss in Psychiatrie Landgericht erkennt auf „vĂśllige Ăœberforderung“ der 35Jährigen. Seite 28

BĂ–RSE

DAX 4 997,97 (+ 118,67) DOW JONES 9 324 (+ 144,32) EURO 1,2757

Seite 23

SPĂ„TMELDUNG + + 21.40 + + Lebende Fossilien in Neuseeland WELLINGTON. Erstmals seit 200 Jahren ist auf der Nordinsel Neuseelands wieder ein Nest mit den Eiern einer BrĂźckenechse gefunden worden. BrĂźckenechsen sind ein Relikt aus der Urzeit vor 200 Millionen Jahren.

3600 Beschäftigte von Winter vor Kurzarbeit, Johnson Controls entlässt 195 Leiharbeiter Stadtallendorf. Verlängerte Weihnachtsferien, stillstehende Bänder und Gewinnwarnungen: Die ständig neuen Hiobsbotschaften aus den Werken wie Daimler, BMW oder Opel treffen die Autozulieferer hart. Werden weniger Autos gebaut, werden auch weniger Teile gebraucht: Continental, Bosch, ZF und Schaeffler legen Werke fßr ein-

zelne oder mehrere Tage still, fahren die Produktion zurĂźck, bauen Ăœberstunden ab, oder lassen befristete Arbeitsverträge auslaufen. Und die Krise der Automobilindustrie trifft auch heimische Zulieferer mit voller Wucht: Die Stadtallendorfer Fritz Winter EisengieĂ&#x;erei GmbH & Co. KG will laut GeschäftsfĂźhrung fĂźr die knapp

3 600 Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden. Winter produziert unter anderem ZylinderkĂśpfe, Bremsscheiben und Nockenwellen fĂźr Autos und Lastwagen. Die Johnson Controls Lahnwerk GmbH (Friedensdorf ) hat 195 Leiharbeiter entlassen. Das Unternehmen produziert Sitzstrukturen fĂźr Autos. Seite 22

Wiesbaden. An diesem Samstag entscheidet ein Parteitag der SPD in Fulda ßber die Koalitionsvereinbarung, einen Tag später kommen die Grßnen in Frankfurt zusammen. Die Basis der Linkspartei stimmte dem Projekt zu: Bei einem Mitgliederentscheid sprachen sich gut 90 Prozent fßr die Tolerierung einer rot-grßnen Regierung aus. Am Sonntag befindet der Linken-Landesvorstand, ob der Koalitionsvertrag den Interessen der Partei entspricht. Am Dienstag kommender Woche stellt sich Andrea Ypsilanti der Wahl zur Ministerpräsidentin. Die SPD-Landeschefin gibt sich zuversichtlich, trotz der innerparteilichen Differenzen der

vergangenen Tage eine breite Mehrheit beim Parteitag zu erreichen und auch die Wahl im Landtag zu bestehen. Dort braucht sie 56 der 110 Stimmen. Dafßr ist sie auf die sechs Abgeordneten der Linkspartei angewiesen, mit der sie vor der Landtagswahl im Januar eine Zusammenarbeit ausgeschlossen hatte. Auch die neun Abgeordneten der Grßnen mßssen fßr die SPD-Chefin stimmen. Aus ihrer eigenen Fraktion kann Andrea Ypsilanti hÜchstens 41 der 42 Stimmen erhalten, da die Darmstädter Sozialdemokratin Dagmar Metzger sich einer Wahl mit Hilfe der Linkspartei widersetzt. Trotz der hohen Zustimmung der Linken-Basis fßr eine rotgrßne Minderheitsregierung erneuerten die Linken am Freitag ihre Vorbehalte gegen die SPD. Die Landesvorsitzende Ulrike Eifler kßndigte an, die Partei werde genau beobachten, ob Ypsilanti tatsächlich eine andere Politik durchsetze. Seite 16

Tiefensee gerät wegen Bahn-Bonus unter Druck

Vaupel: Supermärkte am Erlenring verkaufen nach 20 Uhr keine harten Alkoholika mehr

Berlin. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee ist im Streit um dicke Bonus-Zahlungen fßr den Bahn-Vorstand unter Druck geraten. Der Verkehrsausschuss des Bundestages will am kommenden Mittwoch die Vorgänge unter die Lupe nehmen und dabei den Minister befragen. Es geht um die Frage, ob er die vom Personalrat

Marburg. Der Alkoholmissbrauch von Jugendlichen und die damit verbundene Belästigung von Anwohnern am Erlenring soll mit einem eingeschränkten Verkauf von Schnaps und anderen harten Alkoholika eingedämmt werden. Oberbßrgermeister Egon Vaupel (SPD) verkßndete am Freitagabend im Stadtparla-

des Bahn-Aufsichtsrates im Juni beschlossene und vom BÜrsengang der Bahn abhängige Sonderprämie noch frßher hätte verhindern kÜnnen. FDP, Grßne und Linksfraktion haben den Rßcktritt des Ministers gefordert. Die Bahn wird wegen neuerlicher ICE-Probleme bis Weihnachten mit einem Notfahrplan fahren. Seiten 13 und 28

20-jähriger Schläger muss fßr elf Jahre ins Gefängnis

ment, dass er eine Vereinbarung mit den beiden groĂ&#x;en Supermärkten am Erlenring, tegut und Rewe, getroffen habe. Diese hätten sich freiwillig verpflichtet, nach 20 Uhr keine hochprozentigen Getränke mehr zu verkaufen. Vaupel brachte am Freitag auch den Haushaltsentwurf 2009 ein. Der erste doppische Haushalt ist ausgeglichen und

weist einen Ăœberschuss von mehr als zwei Millionen Euro auf. Die Stadt werde fast drei Millionen Euro Schulden abbauen kĂśnnen und groĂ&#x;e Investitionen in Schulen tätigen kĂśnnen, sagte der Kämmerer. Er kĂźndigte zudem das Datum fĂźr den ersten Spatenstich zum Umbau des Hauptbahnhofs an: 21. März. Seite 3 – Anzeige –

%NTSPANNEN

Zwei Frauen mßssen in die Psychiatrie ¡ Opfer bleibt ein Pflegefall von unseren Redakteuren

WETTER

10 5

Seite 37

'!1J05EB-jabfab!:q;k;k;O;O

142. Jahrgang, Nr. 256 - G 5419 - Einzelpreis Euro 1,50

Zwei Parteitage entscheiden Ăźber Rot-GrĂźn-BĂźndnis

Guten Morgen!

SĂœDKREIS CDU Fronhausen nominiert Heiner Pfeffer

Seite 17

Bei uns im Internet

Eine der Angeklagten am ersten Prozesstag beim Betreten des Gerichtssaals. Foto: Rainer Waldinger

Marburg. Ein 20-Jähriger, der zusammen mit drei Bekannten einen 22-Jährigen fast zu Tode gequält hat, ist am Freitag vom Landgericht Marburg zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Zwei mitangeklagte Frauen mßssen in ein psychiatrisches Krankenhaus. Das Verfahren gegen den vierten Angeklagten war abgetrennt worden. Die jungen Leute hatten ihr Opfer im Januar 2008 im nordhessischen Frankenberg etwa eine Stunde lang massiv misshandelt und wiederholt brutal gegen Kopf und KÜrper geschlagen und getreten. Das Opfer wird voraussichtlich sein ganzes Leben auf einen Rollstuhl angewiesen und ein Pflegefall bleiben. Seite 16

WWWDIE EINRICHTUNGCOM 4EL 


Tageszeitung für den Kreis Marburg-Biedenkopf

Lewis Hamilton ist Weltmeister Platz fünf reichte dem Briten in Sao Paolo zum Titelgewinn. Seite 17

Acht Leichtverletzte bei Brand in Holzhausen Den Versuch, das Feuer zu löschen, bezahlen Mitarbeiter einer KarosserieWerkstatt mit Rauchgasvergiftungen.

Riesige Resonanz auf die neue Oberhessische Presse

62 Filme zur Wahl

Leserinnen und Leser loben die Aufmachung der modernisierten OP, die am Samstag in neuer Optik erschien.

OP-Leser wählen ihre Lieblinge aus 62 Vorpremieren.

www.op-marburg.de

Montag, 3. November 2008

Ziviler Ungehorsam zwischen Klappsofas und EsszimmerGarnituren: Gemeinsam mit ihrer dreijährigen Tochter ist eine 30-jährige Frau im britischen Cambridge in die Ausstellung eines Möbelhauses eingezogen – aus Protest gegen nicht gelieferte Möbel, die sie bereits vor Monaten geordert hatte. Die Frau hängte erst einmal in aller Seelenruhe ihre Kleidung in einen Schrank und legte sich dann mit ihrer Tochter in ein Bett. Nach einer halben Stunde bemerkte ein leitender Angestellter die beiden Gäste und stellte sie zur Rede. Nachdem die Kundin ihrem Ärger Luft gemacht hatte, entschuldigte sich das Möbelhaus britisch-förmlich und sagte umgehende Lieferung zu.

Ypsilanti-Rivale lehnt Koalitionsvertrag ab Die Wahl von Andrea Ypsilanti zur neuen hessischen Ministerpräsidentin wird für SPD und Grüne immer mehr zu einer Zitterpartie. von unseren Redakteuren

TAGESSCHAU

Die CDU scheitert im Parlament mit dem Antrag, freilaufende Hunde im gesamten Lahngebiet zu verbieten. Seite 3

DIE WELT Ackermann versteht Kritik der Regierung nicht Es bleibt dabei: Die Deutsche Bank lehnt staatliche Hilfen ab.

142. Jahrgang, Nr. 257 - G 5419 - Einzelpreis Euro 1,30

SPD und Grüne müssen bis zum Schluss zittern

Guten Morgen!

MARBURG Fraktionen streiten über Leinenzwang

Seite 33

Bei uns im Internet

Seite 4

450 Tänzer und Turner stehen bei der Gymnastik-Matinee im Scheinwerferlicht Stadtallendorf. Nicht nur die Turnpferdakrobatikgruppe des TSV Ernsthausen (Foto: Tobias Hirsch) stand gestern bei der Gymnastik-Matinee des Turngau Oberlahn-Eder im Scheinwerferlicht. Ingesamt 450 Akteure aus 20 Turnvereinen aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und den Nachbarkrei-

sen stellten in der Herrenwaldhalle in Stadtallendorf Rythmusgefühl und Körperbeherrschung unter Beweis. Etwa 1 000 Zuschauer verfolgen das rund drei Stunden dauernde Spektakel und waren beeindruckt von der Vielfältigkeit und Kreativität der Darbietungen.

Neben den Geräteturnerinnen des TSV Ernsthausen waren auch Jazz-, Hip-Hop, Streetund Showtänze zu sehen. Dem Publikum hat es gefallen und auch die Akteure hatten ihren Spaß – dies ließen zumindest ihre strahlenden Gesichter während und nach den Aufführungen erahnen. Seite 21

Frankfurt. Nach der HessenSPD stimmten gestern zwar auch die Grünen auf einem Parteitag in Frankfurt mit großer Mehrheit für den ausgehandelten Koalitionsvertrag. Für neue Zweifel sorgte allerdings SPD-Landesvize Jürgen Walter. Der parteiinterne Rivale Ypsilantis lehnte den Vertrag überraschend ab. Die SPD-Landesvorsitzende ist morgen im Landtag auch auf Walters Stimme angewiesen. Andernfalls verfehlt sie die notwendige Mehrheit von 56 Stimmen, um als Chefin einer rotgrünen Minderheitsregierung den CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch ablösen zu können. Dazu benötigt sie auch die Unterstützung der Linken, was

sie im Wahlkampf noch strikt abgelehnt hatte. SPD-Chef Franz Müntefering kündigte an, er werde Ypsilanti trotz aller Vorbehalte gegen die Linkspartei die „Daumen drücken“. Bei der SPD stimmten am Samstag in Fulda 95,3 Prozent der Delegierten für den Vertrag. Von 341 Delegierten votierten 8 gegen den Leitantrag, weitere 8 enthielten sich. Walter selbst war bei der Abstimmung nicht anwesend. Er hatte jedoch zuvor seine Ablehnung geäußert und erklärt, der Vertrag mit den Grünen gefährde Arbeitsplätze in Hessen. Noch vor einer Woche hatte er die Vereinbarung, die er mit ausgehandelt hatte, unterstützt. Bei der Grünen-Mitgliederversammlung gab es unter den über 450 Delegierten nur acht Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Der Landesvorstand der hessischen Linkspartei sprach sich am Sonntagabend in Marburg mit eindeutiger Mehrheit für die Unterstützung von Rot- Grün aus. Seite 14

Seite 12

SPORT Eintracht Frankfurt siegt in Gladbach Fussball-Bundesliga: Fenin und Fink erzielten die Treffer zum 2:1-Erfolg bei Schlusslicht Borussia Mönchengladbach. Seite 19

VERMISCHTES Milliardenerbin Opfer von Sex-Erpressern Susanne Klatten, die reichste Frau Deutschlands, wurde beim verbotenen Tête-à-Tête gefilmt. Seite 32

SPÄTMELDUNG + + 22.13 + + 15 000 demonstrieren in Moskau gegen die USA MOSKAU. 15 000 Mitglieder einer dem Kreml nahestehenden Jugendorganisation haben gestern in Moskau gegen die Politik der USA demonstriert.

Verkehrsminister unter Druck, Achsenprobleme bis Februar

Metall-Gewerkschaft will ihre Warnstreiks im gesamten Bundesgebiet massiv ausweiten

Berlin. Überschattet von der Diskussion um die Vergütungen für den Bahn-Vorstand im Zuge der geplanten Teilprivatisierung wartet die Bahn AG mit neuen Hiobsbotschaften auf: Wegen aufgetretener Risse an Achsen von ICE-Zügen muss nach Angaben des Unternehmens mit Störungen im Zugverkehr noch bis Februar gerechnet werden.

Frankfurt. Nach der ersten Warnstreikwelle am Wochenende will die Gewerkschaft in der Metall- und Elektroindustrie heute bundesweit ihren Druck auf die Arbeitgeber verstärken. „Die Wucht der Warnstreiks wird massiv sein“, sagte der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer. So könnten alleine in Bayern in

Unterdessen gerät Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) zunehmend auch aus der Koalition unter Druck. Tiefensee hatte einräumen müssen, dass er bereits Mitte September von hohen Bonuszahlungen an den Bahn-Vorstand bei einem Börsengang gewusst habe und nicht erst seit Mitte Oktober. Seite 11

Umfragewerte sprechen für Demokraten Barack Obama Nur 44 Prozent der Amerikaner wollen McCain ihre Stimme geben von unseren Redakteuren

WETTER

13 6

Seite 33

'!1J05EB-jabdad!:l;K;K;o;p

Barack Obama spricht während einer Wahlkampfveranstaltung in Pueblo, Colorado. Foto: Rick Giase

Washington. Der demokratische Senator Barack Obama geht mit einem klaren Vorsprung in die Zielgerade der Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Nach der jüngsten Erhebung der „Washington Post“ und des TV-Senders ABC vom Samstag wollen 53 Prozent der Amerikaner für Obama stimmen. Lediglich 44 Prozent gaben an, den republikanischen Kandidaten John McCain zu unterstützen, berichtete das Blatt gestern. Damit hat sich der Vorsprung Obamas vom Freitag stabilisiert. Auch in zahlreichen sogenannten Schlüsselstaaten liege Obama vorn. Seite 15

den nächsten Tagen mehr als 200 Betriebe mit mehr als 100 000 Beschäftigen betroffen sein. In Nordrhein-Westfalen sollen heute Metaller in 55 Betrieben streiken, morgen sollen die Aktionen auf 190 Betriebe ausgeweitet werden. In Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland rechnet die Gewerkschaft für heute mit rund

30 000 Streikenden. Auch die Nachtschicht bei Johnson Controls in Friedensdorf wollte sich an den Warnstreiks beteiligen. Die Gewerkschaft fordert acht Prozent höhere Einkommen und hat das Arbeitgeberangebot von 2,1 Prozent und einer Einmalzahlung von 0,8 Prozent als Minusgeschäft für die Beschäftigten zurückgewiesen. Seite 13 – Anzeige –


Tageszeitung für den Kreis Marburg-Biedenkopf

Werder trifft auf Athen Fußball, Champions League: Bremen muss heute gewinnen.

Stadt Marburg sucht weitere Gewerbeflächen

Brutale Räuber und Promillesünder

Warnstreiks ausgeweitet

Die Stadt Marburg hat auf ihrer Internetseite eine Plattform für Gewerbeimmobilien eingerichtet.

Eine 34-Jährige wird am helllichten Tag in Marburg überfallen, ein sturzbetrunkener Autofahrer macht den Ostkreis unsicher.

Die IG Metall verschärft die Gangart im Tarifkonflikt mit den Arbeitgebern.

Seite 17

Wenn es nach den Gästen der ältesten Cocktail-Bar Europas im Herzen von Paris geht, wird es bei der Wahlschlacht in den USA einen klaren Gewinner geben. Bei der traditionsreichen Wahl der amerikanischen Gäste in „Harry’s New York Bar“ konnte der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama bis gestern 248 Stimmen (62 Prozent) auf sich vereinen. Der Republikaner John McCain kam gerade einmal auf 154 (38 Prozent). Wie in Paris lebende Amerikaner und Touristen aus den USA ihr Votum in „Harry’s Bar“ abgaben, sagte in den vergangenen Jahrzehnten bis auf zwei Mal immer den künftigen Präsidenten voraus. Glück für McCain: Die Abstimmung hat keinerlei Rechtskraft.

TAGESSCHAU DIE WELT Bahn-Vorstand attackiert Wolfgang Tiefensee Machtkampf eskaliert, Management übt öffentliche Kritik am Bundesverkehrsminister. Seite 13

DIE WELT Kein Durchbruch bei Erbschaftsteuer-Reform Die Spitzen der großen Koalition haben gestern Abend im Dauerstreit über eine Reform der Erbschaftsteuer erneut keinen Durchbruch erreicht. Seite 14

SPORT Kaiserslautern verpasst Sprung an die Spitze In der zweiten Fußball-Bundesliga trennten sich der 1. FC Kaiserslautern und 1860 München gestern Abend 0:0. Tabellenführer bleibt der FSV Mainz 05. Seite 17

BÖRSE

DAX 5 026,84 (+ 38,87) DOW JONES 9.319,83 (- 5,18) EURO 1,2822 (1,2757)

Seite 28

SPÄTMELDUNG + + 21.40 + + Berlin: Toter liegt auf dem Gehweg

142. Jahrgang, Nr. 258 - G 5419 - Einzelpreis Euro 1,30

Vier Sozialdemokraten verhindern Ypsilanti Keine Mehrheit für Wahl der SPD-Chefin zur Ministerpräsidentin · Schüren fordert Mandatsverzicht von Tesch Aus für Andrea Ypsilanti: Der geplante Machtwechsel in Hessen ist in letzter Minute geplatzt. von Till Conrad Wiesbaden. Vier SPD-Landtagsabgeordnete, darunter Silke Tesch aus Breidenbach-Kleingladenbach, verweigerten ihrer Vorsitzenden einen Tag vor der für heute geplanten Wahl zur Ministerpräsidentin überraschend die Gefolgschaft. Als Grund nannten sie Bedenken gegen die Linkspartei, die eine rot-grüne Minderheitsregierung in Hessen tolerieren sollte. Bis auf die Darmstädterin Dagmar Metzger machten die Abweichler ihr Nein gestern zum ersten Mal öffentlich. Die SPD hatte erst am Samstag auf einem Parteitag den Koalitionsvertrag mit den Grünen mit großer Mehrheit gebilligt. Die für heute geplante Sondersitzung des Landtages zur Wahl Ypsilantis wurde abgesagt. SPD-Chef Franz Müntefering bezeichnete den gescheiterten Machtwechsel als „schweren Schlag“ für die hessische SPD. Das Marburger SPD-Landesvorstandsmitglied Norbert Schüren sagte nach einer Sitzung des Gremiums gestern Abend, der Landesvorstand habe lediglich beraten, noch keine

Die SPD-Landtagsabgeordneten Dagmar Metzger, Jürgen Walter, Silke Tesch und Carmen Everts verweigerten gestern der SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti ihre Unterstützung. Foto: Arne Dedert Beschlüsse gefasst. Er, Schüren, gehe aber davon aus, „dass jemand, der solche Mehrheiten wie auf dem Parteitag ignoriert,

sein Landtagsmandat zurückgeben muss.“ Fraktionsvize Dr. Thomas Spies aus Marburg sagte, die Fraktion habe sich ein-

Patient erhält 350000 Euro

mütig hinter Ypsilanti gestellt. Auch Anne Schmidt und Markus Hermann vom Vorstand der Gladenbacher Jusos forderten

Tesch auf, ihr Mandat zurückzugeben. Tesch solle sich außerdem überlegen, ob sie noch in der richtigen Partei sei. Seite 16

Narkose-Unfall: Versicherung der Universitätsklinik zahlt Schmerzensgeld

EU-Kommission erwartet für Deutschland 2009 Stillstand

Marburg. Rund zwei Jahre nach einem Narkose-Unfall in der Marburger Hals-Nasen-Ohrenklinik ist der zivilrechtliche Streit zwischen dem Patienten und der Klinik beendet. Die Haftpflichtversicherung der Klinik erklärte sich jetzt zu einer Abfindung in Höhe von 350 000 Euro bereit, wie der Geschäfts-

Brüssel. Die Europäische Kommission erwartet für die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr einen Stillstand. Angesichts der Finanzkrise wurde die Wachstumsprognose drastisch auf 0,0 Prozent gesenkt. In ihrem Frühjahrs-Gutachten war die Kommission noch von 1,5 Prozent ausgegangen. Zuletzt hatte auch die Bundesregierung

führer der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gerald Meder, der OP bestätigte. Der heute 21 Jahre alte damalige Patient erlitt während einer Nasenoperation einen vorübergehenden Herz- und Atemstillstand, nachdem das Narkosegerät einen Fehler aufwies. Der

junge Mann hatte danach lange Zeit gesundheitliche Probleme. Laut einem medizinischen Gutachten reagierte das Personal, insbesondere eine Anästhesistin, nach dem aufgetretenen Gerätedefekt falsch. Ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung war eingestellt worden. Seite 3

ihre Wachstumsprognose für 2009 gesenkt – von 1,2 auf 0,2 Prozent. Insgesamt rechnet die EU-Kommission im kommenden Jahr in fünf EU-Staaten mit einer Rezession, vor allem in Großbritannien und Irland. Unterdessen hat die Commerzbank erklärt, dass sie die staatlichen Hilfen annehmen wird. Seite 13

Kandidaten kämpfen um die „Wackel-Staaten“ Präsidentschaftswahlkampf in den USA endet für Obama und McCain mit einer Rallye durch zwölf Bundesstaaten Mit einem letzten Kraftakt der Kandidaten Barack Obama und John McCain ist der längste und teuerste Präsidentschaftswahlkampf in der Geschichte der USA zu Ende gegangen.

Berlin.Passanten fanden gestern Abend auf einem Gehweg in Berlin-Mitte einen Toten. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus.

WETTER

13 6

von unseren Redakteuren

Seite 29

'!1J05EB-jabdad!:m;K;k;O;p

Seite 14

bei uns im Internet

www.op-marburg.de

Dienstag, 4. November 2008

Guten Morgen!

Seite 3

Kampf bis zur letzten Minute: Republikaner John McCain geht als Außenseiter in die heutige Wahl. Foto: Shawn Thew

Washington. Vor den heutigen Wahlen absolvierten der Demokrat Obama und sein republikanischer Rivale McCain gestern noch ein Marathonprogramm in zahlreichen Bundesstaaten. In den Umfragen führte Obama klar vor McCain und hat damit gute Chancen als erster Schwarzer Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Obama war am Sonntag durch

den wichtigen Bundesstaat Ohio getourt, wo er zusammen mit dem Rockstar Bruce Springsteen vor etwa 80 000 Menschen auftrat. McCain reiste am Wochenende durch die Bundesstaaten Pennsylvania und New Hampshire. Am späten Samstagabend war er noch in der Comedy-Show „Saturday Night Live“ aufgetreten, die seit Wochen mit einer beißenden Parodie seiner Vize-Kandidatin Sarah Palin Zuschauerrekorde erzielt. Gestern wollte McCain in den Bundesstaaten Florida, Tennessee, Pennsylvania, Indiana, New Mexico und Nevada versuchen, den Trend noch zu seinen Gunsten zu drehen. Obama plante zuletzt Auftritte in Florida, North Carolina und Virginia. Beide Kandidaten versuchten mit diesem so kurz vor der Wahl ungewöhnlichen Einsatz in insgesamt zwölf Bundes-

staaten vor allem die noch immer unentschlossenen Wähler anzusprechen. McCain ging es darum, in „wackligen“ Bundesstaaten noch Punkte zu machen. Nach einer am letzten Tag vor der Wahl veröffentlichten Umfrage des Nachrichtensenders CNN führte Obama in den Staaten, die vor vier Jahren im Wahlkampf gegen George W. Bush von dem Demokraten John Kerry gewonnen wurden. Gleichauf oder sogar vor McCain lag er in etwa einem Dutzend Staaten, in denen Bush vor vier Jahren siegte. In den USA wird der Präsident nicht direkt, sondern durch ein Wahlmännergremium gewählt, das sich aus Vertretern der einzelnen Bundesstaaten zusammensetzt. Diese stimmen traditionell entsprechend dem Ergebnis in ihren Staaten. Seite 15


Tageszeitung für den Kreis Marburg-Biedenkopf

Elend im Kongo

Brennender Lkw führt zu Verkehrschaos in Marburg

Die „Sonntagsfrage“ bei www.op-marburg.de

007 braucht ein Quantum Trost

Die Bevölkerung leidet unter dem Bürgerkrieg

Ein brennender Lkw auf der Bundesstraße 3 zwischen Marburg und Wehrda brachte den Verkehr stundenlang zum Erliegen.

Wie würden Sie sich entscheiden, wenn schon am nächsten Sonntag in Hessen Landtagswahl wäre?

Daniel Craig ist heute in seinem zweiten Bond-Film in der Vorpremiere zu sehen.

Seite 14

Seite 2

www.op-marburg.de

Mittwoch, 5. November 2008

141. Jahrgang, Nr. 259 - G 5419 - Einzelpreis Euro 1,30

Hessen steht vor Neuwahlen

Guten Morgen! Weil er eine aufblasbare Puppe und Sex-Spielzeug am Straßenrand liegen ließ, muss ein Brite eine Geldstrafe zahlen. Der 32Jährige wurde zu einem Bußgeld von 75 Pfund (93 Euro) wegen „illegalen Müllabladens“ verdonnert, berichtete der Sender BBC gestern auf seiner Webseite. Die Behörden kamen dem Mann auf die Schliche, weil sie eine Adresse zusammen mit dem Müll in einer Parkbucht nahe der Küstenstadt Llanelli in Wales gefunden hatten. „Wegen der heiklen Art des Mülls und der Tatsache, dass es sich um eine kleine Menge gehandelt hat, haben wir uns für ein Bußgeld entschieden“, sagte ein Sprecher der Gemeindeverwaltung im besten Beamtenenglisch.

Jürgen Walter tritt als SPD-Landesvize zurück Nach dem gescheiterten Regierungswechsel in Hessen zeichnet sich eine vorgezogene Landtagswahl zu Beginn des nächsten Jahres ab. Gewählt werden könnte am 18. Januar. von Till Conrad

TAGESSCHAU Rettungskräfte bergen auf der Autobahn 2 bei Hannover den ausgebrannten Reisebus.

DIE WELT Antiterrorkampf auf hoher See Deutschland wird sich auch weiterhin am weltweiten Antiterror-Einsatz beteiligen – in erster Linie auf hoher See. Seite 14

SPORT Werder steht vor Aus in der Champions League Nach dem 0:3 gegen Panathinaikos Athen kann Werder Bremen das Achtelfinale aus eigener Kraft nicht mehr erreichen. Seite 17

BÖRSE

DAX 5.278,04 (+ 251,20) DOW JONES 9 625, 28 (+ 305,45) EURO 1,2820 (1,2822)

Seite 25

VERMISCHTES Angeklagter schweigt im Holzklotz-Prozess Am ersten Tag des Mordprozesses um den Holzklotzwurf von einer Autobahnbrücke hat der Angeklagte die Aussage verweigert. Seite 32

SPÄTMELDUNG + + 22.46 + + Gefecht am Gazastreifen

Foto: Elsner

20 Tote bei Brand eines Busses Schweres Unglück auf der Autobahn 2 bei Hannover Hannover. Bei einem schweren Busunglück auf der Autobahn 2 bei Hannover sind gestern Abend 20 Menschen ums Leben gekommen. Außerdem seien zwölf Menschen verletzt worden, teilte die Polizei mit. Der Reisebus geriet gegen 20.45 Uhr aus bisher unbekann-

ter Ursache zwischen Garbsen und Hannover-Herrenhausen in Brand. Nach einem Augenzeugenbericht brannte der Innenraum des Busses vollständig aus. An dem Unglück sei kein anderes Fahrzeug beteiligt gewesen, sagte die Polizeisprecherin. Möglicherweise habe es

Autoindustrie erwartet katastrophales Jahr Frankfurt. Die krisengeschüttelte Autoindustrie steuert nach einem monatelangen Absatzrückgang in Deutschland auf das schlechteste Ergebnis seit der Wiedervereinigung zu. Die Finanzkrise und der weltweite Konjunktureinbruch bremsten den Absatz 2008 auf maximal 3,1 Millionen Neuzulassungen aus, teilte der Verband der Auto-

mobilindustrie (VDA) gestern in Frankfurt mit. Damit kassierte der Verband sein angepeiltes Absatzziel von 3,2 Millionen Fahrzeugen ein. Experten halten auch die neue Zahl für ambitioniert und erwarten eine Pleitewelle beim Autohandel. Das Bundeskabinett will heute ein Konjunkturprogramm auf den Weg bringen. Seite 13

sich um einen technischen Defekt gehandelt. Offenbar konnten sich 10 Menschen aus dem brennenden Fahrzeug retten. Möglicherweise handele es sich bei den Toten um ältere Menschen, die nicht mehr rechtzeitig aus dem Bus gekommen sind.

Wiesbaden. Grüne und FDP sprachen sich gestern für diesen Weg aus der Krise aus. Die CDU will bis zur nächsten Sitzungsperiode des Landtags vom 18. bis 20. November Klarheit darüber haben, ob eine Regierungsbildung – etwa in der Konstallation CDU, FDP und Grüne – denkbar ist. Andernfalls will auch sie für Neuwahlen antreten, deutete der stellvertretende Landesvorsitzende, Innenminister Volker Bouffier, an. Die SPD wollte sich noch nicht festlegen – allerdings können CDU, FDP und Grüne Neuwahlen auch gegen die SPD durchsetzen. Falls der Landtag in der übernächsten Woche seine Selbstauflösung beschließt, muss innerhalb von 60 Tagen neu gewählt werden. Neuwah-

Barack Obama ist Favorit · John McCain bleibt zuversichtlich Washington. Rekordbeteiligung an einer historischen Wahl: Mit einem nie dagewesenen Ansturm auf die Wahllokale haben die US-Bürger gestern über ihren neuen Präsidenten entschieden. Als Favorit ging der 47-jährige Demokrat Barack Obama in die Wahl. Er hatte die Aussicht, als erster Schwarzer

der Geschichte in das Weiße Haus einzuziehen. Trotz seines Rückstandes in Meinungsumfragen zeigte sich der Republikaner John McCain (72) aber zuversichtlich, am Ende doch den Wahlsieg zu erringen. Das Ergebnis wurde weltweit mit größter Spannung erwartet. „Ich spüre Auftrieb, und

In 150 Regionen hat das Schweizer Prognos-Institut Deutschland unterteilt: Die Region Marburg landet auf Platz 26 und ist damit in der Spitzengruppe. von Uwe Badouin

13 5

Seite 29

Junge Akademiker haben in Marburg gute Chancen – wie im Hochsicherheitslabor. Dies sagt eine neue Studie. Archivfoto

Diese Studie freut Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD): Das Schweizer Prognos-Institut hat im Auftrag des „Handelsblatts“ den „Karriere-Atlas 2008“ für Deutschland erstellt. Marburg landet auf einem hervorragenden 26. Platz – deutlich vor der Konkurrentin Gießen (60). Wie etwa Bamberg binde auch Marburg „vor allem junge Nachwuchskräfte überdurchschnittlich gut an die regionale Wirt-

wir werden diese Wahl gewinnen“, rief der einstige Vietnamkriegsgefangene seinen Anhängern auf einer Kundgebung noch am Wahltag in Colorado zu. Obama beschloss seinen Wahlkampf in Indiana. Mit ersten Wahlergebnissen wurde erst nach Mitternacht gerechnet. Seite 15 Anzeige

!NZEIGENSERVICE

Prognos-Studie für das „Handelsblatt“: Die Universitätsstadt gehört zu deutschen Top-Standorten

WETTER

len fänden dann wahrscheinlich am 18. Januar statt. Jürgen Walter, einer der Hauptverursacher des politischen Erdbebens in Hessen, erklärte gestern Abend seinen Rücktritt als stellvertretender Vorsitzender. Als Grund habe Walter angegeben, er sei aus der Partei zu diesem Schritt aufgefordert worden, sagte SPDSprecher Frank Steibli. Flächendeckend herrschte an der SPD-Parteibasis in Hessen gestern Wut auf die vier Abweichler, die der Parteichefin öffentlich ihre Stimme verweigert hatten. Die Marburger SPD will ein Parteiausschlussverfahren gegen Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Carmen Everts und die heimische Abgeordnete Silke Tesch einleiten. Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel will nicht ruhen, bis Silke Tesch aus der Partei ausgeschlossen ist. Der Unterbezirk Marburg-Biedenkopf reihte sich in die lange Reihe derjenigen ein, die den Mandatsverzicht von den Abweichlern fordern. Das lehnte Tesch, die ansonsten gestern für Stellungnahmen nicht erreichbar war, gestern Abend in einem per EMail verschickten Brief an den Unterbezirk ab. Seite 16

Massenansturm bei US-Wahl

Marburg hängt Gießen ab

Gaza. An der Grenze zum Gazastreifen ist es gestern zum ersten Mal seit Juni zu einem Gefecht zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten gekommen.

'!1J05EB-jabdad!:N;K;k;o;p

Seite 29

Bei uns im Internet

schaft“, schreibt das Handelsblatt. Dies schaffe Perspektiven für hochqualifizierte Frauen und Männer und locke Unternehmer an, in diesen erfolgreichen Regionen zu investieren. Zwei Großinvestitionen – der Neubau des Pharmagiganten Novartis und die Partikeltherapie der Rhön Klinikum AG – sind Ausdruck des Marburger Aufschwungs. In zwei der insgesamt fünf von Prognos untersuchten Kategorien – „Perspektiven für Denker (Wissenschaftler und Ingenieure) und junge Fach- und Führungskräfte – belegt Marburg sogar die Plätze 6 und 5 – zählt also zu den deutschen „Hot Spots“. Bundesweit führend sind laut der Studie die Regionen München, Jena, Berlin, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt und der Bodenseekreis. Seite 3

KLEINANZEIGEN

pap

Markt heute

15 Uhr Anzeigenschluss

Telefon: 0180 - 3 409 409 0,09 Euro/Min. im Festnetz der deutschen Telekom. Preise für Mobilfunkteilnehmer ggf. abweichend.


Tageszeitung für den Kreis Marburg-Biedenkopf

„Tokio Hotel“ sind nominiert

Spatenstich zum Bau des neuen B 255-Teilstücks

Soll Ypsilanti wieder für die Hessen-SPD antreten?

FC Bayern erreicht 1:1

Bei den „Europe Music Awards“ von MTV hofft die Band heute auf Preise.

Morgen um 9 Uhr fällt der offizielle Startschuss für den Bau der Ortsumgehung für Oberweimar und Niederweimar.

Heute möchten wir Ihre Meinung vor der möglichen Neuwahl wissen: Soll die alte auch die neue Spitzenkandidatin sein?

Tim Borowski trifft zum Ausgleich beim AC Florenz.

Seite 33

Seite 11

www.op-marburg.de

Donnerstag, 6. November 2008

Guten Morgen! Erst spielte er für seinen Vater den Chauffeur, dann nutzte ein 18-Jähriger aus Lörrach Papas Auto für einen Tankstellenüberfall. Wie die Polizei mitteilte, gestand der 18-Jährige, mit vorgehaltener Schusswaffe Bargeld und Zigaretten gefordert zu haben. Die Beute teilte er mit dem gleichaltrigen Sohn von Verwandten, der im Auto wartete. Zu der Verwandtschaft hatte der geständige 18-Jährige vorher seinen Vater und einen Bekannten gefahren und holte die Männer nach der Tat auch wieder ab, um sie nach Hause zu bringen. Auf dem Weg wurde das Auto plötzlich von der Polizei gestoppt. Der Vater des Jungen war völlig überrascht, als bei der Durchsuchung Teile der Beute gefunden wurden.

Die höchste Wahlbeteiligung seit 100 Jahren bringt den Demokraten Barack Obama ins Präsidentenamt Die Amerikaner haben in der Nacht zu gestern mit der höchsten Wahlbeteiligung seit 100 Jahren Barack Obama zu ihrem 44. Präsidenten gewählt. von Andreas Geldner

DIE WELT Bund verschiebt Bahn-Börsengang Die Bundesregierung rechnet nicht mehr mit einem Börsengang der Deutschen Bahn vor der Bundestagswahl 2009. Seite 14

Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat die Stationierung von Kurzstreckenraketen in der Ostsee-Exklave Kaliningrad an der Grenze zur Nat angekündigt. Seite 14

BÖRSE

DAX 5 166,87 (-111,17) DOW JONES 9 139,27 (-486,01) EURO 1,2964 (1,2820)

Seite 24

SPÄTMELDUNG + + 19.54 + + Bestseller-Autor Michael Crichton ist tot Der amerikanische Autor Michael Crichton, der Bestseller wie „Jurassic Park“, „Enthüllung“ und „Die Wiege der Sonne“ schrieb, ist tot. Wie der US-Sender CNN berichtete, erlag Crichton im Alter von 66 Jahren in Los Angeles einem Krebsleiden. Crichton schrieb die Vorlagen für Hollywood-Filme, kreierte unter anderem die Fernsehserie „ER“ (Emergency Room – Die Notaufnahme) und produzierte Kinohits wie „Twister“.

WETTER

142. Jahrgang, Nr. 260 - G 5419 - Einzelpreis Euro 1,30

Amerika wählt einen Neubeginn

TAGESSCHAU

DIE WELT Russische Raketen an der Ostsee

Seite 17

Die Online-Umfrage bei uns im Internet

Barack Obama feiert mit seinen Töchtern Natasha (von links), Malia und seiner Ehefrau Michelle vor begeisterten Anhängern den Triumph bei der US-Präsidentschaftswahl. Foto: Tannen Maury

Steuerschätzer sehen trotz Finanzkrise keinen Einbruch Berlin. Die Finanz- und Wirtschaftskrise schlägt nach der neuen Prognose der Steuerschätzer weniger stark auf die Staatskassen durch als befürchtet. In diesem und im nächsten Jahr werden Mehreinnahmen für den Gesamtstaat von rund 8,3 Milliarden Euro gegenüber den bisherigen Annahmen erwartet. Das geht aus der aktuellen Steuerschätzung hervor. Besonders die Kommunen profi-

tieren davon. Der Bund dagegen muss 2009 mit weit weniger Steuereinnahmen auskommen als noch im Mai vorausgesagt. Unterdessen hat das Bundeskabinett gestern beschlossen, den konjunkturellen Abschwung mit einem 12 Milliarden Euro schweren Paket zu stoppen. Damit sollen Investitionen im Wert von 50 Milliarden Euro angestoßen werden. Seite 14

Washington. Der 47-Jährige wird damit der erste schwarze Staats- und Regierungschef der USA. „Change has come to America“ (der Wechsel ist in Amerika angekommen), rief Obama in der Nacht zu gestern vor mehr als 100 000 jubelnden Anhängern in Chicago aus. Sein Triumph wurde vervollständigt vom Sieg der Demokraten bei der gleichzeitigen Kongresswahl: Obamas Partei hat die Mehrheit in beiden Häusern – was dem künftigen Präsidenten eine maximale Machtentfaltung ermöglichen wird. Obama dämpfte allzu hochfliegende Erwartungen. Die Zeit seiner Präsidentschaft beginne mit immensen Herausforderungen. Obama sagte aber auch, dass sein Wahlsieg ein Zeichen der Hoffung für jedermann sei: „Wenn es da draußen noch jemanden gab, der Zweifel hatte, ob Amerika wirklich das Land der unbegrenzten Möglichkei-

ten ist, dann haben wir ihn heute widerlegt.“ Obamas Gegenkandidat John McCain von den Republikanern gratulierte dem Wahlsieger mit den Worten: „Das amerikanische Volk hat gesprochen.“ Vor enttäuschten Anhängern in Arizona berichtete der 72-Jährige, er habe mit Obama vereinbart, weiter fair zusammenzuarbeiten, „im Interesse des Landes, das wir beide lieben“. George W. Bush bleibt jetzt noch bis zum 20. Januar 2009 im Amt. An diesem Tag, dem sogenannten Inauguration Day, werden Obama und der designierte Vizepräsident Joe Biden vereidigt und ins Weiße Haus einziehen. Entscheidend für den Wahlerfolg Obamas waren Siege in Florida, Ohio, Pennsylvania und Virginia. Bei vorausgegangenen Wahlen hatten hier die Republikaner die Mehrheit. Die Bundesstaaten entsenden Wahlmänner, deren Zahl der jeweiligen Bevölkerungsgröße entspricht. Nachdem gestern früh europäischer Zeit die bevölkerungsreichen Staaten Florida und Kalifornien an Obama gegangen waren, war ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen. Im Repräsentantenhaus bauten die Demokraten ihre bisherige Mehrheit weiter aus. Seite 13 Seite 15

Magistrat fordert Lärmschutz Marburger Oberbürgermeister: Es werden falsche Prioritäten gesetzt Marburg. Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) und Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Die Grünen) werfen dem Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV ) vor, falsche Prioritäten zu setzen. Statt sich für Lärmschutzbauten an der Stadtautobahn stark zu machen, saniert das Amt ein aus Sicht der Marburger Politiker intaktes Stück der Stadtauto-

bahn. Das ASV weist die Vorwürfe zurück: Die rund 3,5 Millionen Euro teure Sanierung der Fahrbahn in Richtung Süden zwischen der Auffahrt Cölbe und der Bahnhofstraße sei zwingend nötig. Zudem würden die Grenzwerte für den Bau von Lärmschutzwänden auf der Stadtautobahn nicht erreicht. Rund 40 000 Autos befahren zurzeit täglich die Stadtauto-

bahn. Ist der Lückenschluss der B-3a in Richtung Gießen fertiggestellt, wird das Verkehrsaufkommen steigen. Davon gehen die Experten beim ASV aus. Es sei gut möglich, dass dann die Grenzwerte erreicht würden, sagte ASV-Projektmanager Jörg Belten. Bis dahin gibt es keine Chance für Lärmschutzwände – sehr zum Ärger der Stadtoberen. Seite 3

SPD Hessen-Nord droht Tesch mit Rausschmiss Bezirksvorstand will Ausschlussverfahren vorbereiten · SPD im Landkreis verzeichnet 20 Austritte in zwei Tagen Die Breidenbacher SPDLandtagsabgeordnete Silke Tesch soll die Partei freiwillig verlassen – ansonsten droht ihr ein Ausschlussverfahren. von Till Conrad

13 6

Seite 29

'!1J05EB-jabdad!:O;k;k;o;P

Wiesbaden. Der Bezirksvorstand der SPD Hessen-Nord forderte gestern Abend Silke Tesch auf, die Partei freiwillig zu verlassen. Das teilte das Marburger Bezirksvorstands-Mitglied Dr. Thomas Spies der OP auf Nachfrage mit. Darüber hinaus bereitet der Bezirksvorstand ein Parteiordnungsverfahren gegen Silke Tesch vor mit dem Ziel des Parteiausschlusses. Der Vorstand will außerdem während des Verfahrens die Mitgliedsrechte von Tesch „ruhen las-

Dagmar Metzger, Jürgen Walter, Silke Tesch und Carmen Everts versagten Andrea Ypsilanti die Gefolgschaft. sen“. „Das ist keine Strafe gegen Silke Tesch, sondern eine Scheidung, weil wir ihr nicht über den Weg trauen“, sagte Spies. Der Vorstand der SPD HessenNord geht in seinen Sanktionen gegen Silke Tesch damit weiter als der südhessische Bezirksvorstand. Der forderte Dagmar Metzger, Jürgen Walter und Dagmar Everts lediglich auf, ihr Mandat niederzulegen, teilte der südhessische Bezirksvorsit-

zende Gernot Grumbach nach der Sitzung mit. Metzger, Walter und Everts, alle aus Südhessen, hatten gemeinsam mit Silke Tesch am Montag der SPDLandeschefin Andrea Ypsilanti öffentlich die Gefolgschaft bei der geplanten Wahl zur Ministerpräsidentin versagt. Auch im SPD-Unterbezirk Marburg-Biedenkopf häuften sich gestern die Ausschlussforderungen gegen Silke Tesch. Et-

wa 20 Mitglieder sind wegen der vier Abweichler und speziell wegen Silke Tesch aus der Partei ausgetreten, sagte Unterbezirks-Geschäftsführerin Eva Wenckebach. Unterdessen rücken Neuwahlen in Hessen näher. Die CDU will mit der SPD über eine Regierungszusammenarbeit nur reden, wenn die Andrea Ypsilanti zurückzieht. Der SPD-Landesvorstand will heute über die

Foto: Arne Dedert

Lage beraten. Beobachter rechnen fest damit, dass die Partei an Ypsilanti festhält. Berichte, in der SPD werde auch über eine große Koalition nachgedacht, wies Grumbach gestern Abend zurück. Die SPD-Abweichler wollen keine Landesregierung aus CDU und FDP stützen. Entsprechende Spekulationen wiesen sie in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zurück. Seite 16


Tageszeitung fĂźr den Kreis Marburg-Biedenkopf

Remis im Länderspiel Die U20-Juniorinnen spielten in Marburg 2:2 gegenSchweden.

Druckerei Kempkes stellt Insolvenzantrag

OP-Leser auf der Suche nach der „Spitzen Feder“

29. Tanzgala in Gladenbach

67 Mitarbeiter sind beim Traditionsunternehmen betroffen, eine Sanierung soll geprĂźft werden.

Unter www.op-marburg.de gibt es eine Galerie mit Karikaturen zu sehen, die in der Printausgabe keinen Platz fanden.

Am Samstag tanzen Paare aus ganz Deutschland um den Kirschenpokal der Stadt.

Seite 18

Seite 31

www.op-marburg.de

Freitag, 7. November 2008

Mit einem Gewinnspiel fĂźr eine BrustvergrĂśĂ&#x;erung sorgt eine Diskothek in Celle fĂźr Wirbel. FĂźr die Operation in einer polnischen SchĂśnheitsklinik kĂśnnten Kandidatinnen ab 21 Jahren sich mit Fotos bewerben, wirbt die Disco „Inkognito“ im Internet. Die Ă„rztekammer Niedersachsen reagierte gestern empĂśrt auf die Aktion. Nach einer Vorauswahl im Internet will das „Inkognito“ seinen Gästen die endgĂźltige Entscheidung Ăźber die zehn Kandidatinnen Ăźberlassen. Die Gewinnerin soll in einer Limousine nach Polen gefahren und beraten und betreut werden. Der Nationalpreis fĂźr denkbar schlechten Geschmack ist den Diskothek-Inhabern damit sicher.

CDU und FDP hätten derzeit eine Mehrheit Hessen wählt nach der gescheiterten Regierungsbildung durch die SPD am 18. Januar 2009 den Landtag neu. Die CDU will mit Roland Koch als Spitzenkandidaten antreten. von Till Conrad

TAGESSCHAU

Im Uefa-Pokal spielten tern Abend: Charkow - Hertha BSC VfB Stuttgart - P. Belgrad Wolfsburg - Heerenveen Santander - Schalke 04

Lastwagen und RĂźben blockieren B-3-Kreisel ges0:0 2:0 5:1 1:1

Seite 17

WIRTSCHAFT Geschäftsfßhrung bei Seidel neu strukturiert Zwei neue, zusätzliche, Geschäftsfßhrer verstärken die Geschäftsleitung des Marburger Unternehmens, das zu den Weltmarktfßhrern fßr Design-Teile aus Aluminium und Kunststoff gehÜrt. Seite 31

BĂ–RSE

DAX 4 813,57 (- 353,30) DOW JONES 8 695,79 (9 139,27) EURO 1,2718 (1,2964)

Seite 32

SPÄTMELDUNG + + 21.57 + + „Tokio Hotel“ ist „Beste Live Band“ Liverpool. Die deutsche Teenie-Gruppe „Tokio Hotel“ hat bei den MTV Europe Music Awards in der Kategorie „Beste Live-Band“ gewonnen. „Wir freuen uns so, es ist verrßckt“, sagte Sänger Bill Kaulitz gestern Abend bei der Verleihung in Liverpool. Die MTV Europe Music Awards werden in diesem Jahr zum 15. Mal verliehen.

CÜlbe. Der neue B-3-Kreisel auf HÜhe des Chausseehauses war gestern Schauplatz eines spektakulären Unfalls (Foto: Rainer Waldinger). Gegen 11 Uhr wollten drei mit Rßben beladene Laster den Kreisel durchfahren als der Fahrer des ersten Wagens mit den linken Rädern auf die Erhebungen der Kreismitte geriet. Das reichte aus, den Laster zu Fall zu bringen.

Etwa 25 Tonnen RĂźben fielen dabei auf die StraĂ&#x;e und beschädigten zwei am Kreisel stehende Fahrzeuge. Der 43-Jährige Fahrer des umgekippten Lastwagens wurde von den Fahrern der beiden anderen Laster leicht verletzt aus dem FĂźhrerhaus gezogen. Die Insassen der beiden beschädigten Autos kamen mit dem Schrecken davon. Der umgekippte Lastwagen

Obama stellt seine Regierung zusammen Washington. Nach seinem historischen Wahlsieg bereitet sich der kĂźnftige US-Präsident Barack Obama auf die AmtsĂźbernahme im WeiĂ&#x;en Haus in zehn Wochen vor. Erstmals wurde er gestern in Chicago von den Chefs der Geheimdienste informiert. In Washington waren die ersten Namen fĂźr Obamas Regierung im Gespräch, während der 47-Jährige zunächst Zeit mit seiner Familie verbrachte. FĂźr

den heutigen Freitag kĂźndigte sein BĂźro eine Pressekonferenz an. Der scheidende Präsident George W. Bush will in der kommenden Woche mit seinem designierten Nachfolger aktuelle Probleme besprechen. Die Sicherung eines reibungslosen Ăœbergangs zur neuen Regierung stehe fĂźr den Rest seiner Amtszeit bis zum 20. Januar an erster Stelle, sagte Bush gestern. Seite 15

blockierte direkt die Zufahrt in den Kreisel fĂźr den Verkehr von der LandstraĂ&#x;e 3089 von BĂźrgeln beziehungsweise Betziesdorf kommend nach Marburg beziehungsweise Kassel. Die HĂśhe des Schadens lieĂ&#x; sich noch nicht beziffern, teilte die Polizei mit. Ein Kranwagen und ein Radlader wurden eingesetzt, den Lastwagen vom Kreisel zu entfernen. Seite 9

Deutsche Industrie verzeichnet stärksten Auftragseinbruch seit 1991 Berlin. Der deutschen Industrie brechen die Aufträge wegen der Finanzkrise in Rekordgeschwindigkeit weg. Im September sanken die Bestellungen so stark wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Besonders massiv lieĂ&#x; die Nachfrage aus dem Ausland nach. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet fĂźr das kommende Jahr eine starke Rezession in

Erfolgreiche Berufung des 30-Jährigen, der einen 14-Jährigen mitriss von GÜtz Schaub

12 5

Seite 29

Ein Ausdruck der Trauer. Das Fahrrad neben dem Holzkreuz an der L 3091 als Mahnmal musste der Vater des Jungen wieder entfernen. Archivfoto

Wiesbaden. Nach FDP, GrĂźnen und Linken sprach sich gestern auch das Präsidium der LandesCDU fĂźr Neuwahlen aus und nannte als Termin den 18. Januar. Nach OP-Informationen sind Landratsämter vom Kabinett schon vorab auf diesen Termin eingestimmt worden. Ministerpräsident Roland Koch wird erneut als Spitzenkandidat fĂźr die CDU antreten. Auch der SPD-Landesvorstand sprach sich gestern Abend fĂźr Neuwahlen aus, „weil wir keine Angst davor haben“, wie Landesvorstandsmitglied Norbert SchĂźren nach der Sitzung des Gremiums sagte. Damit sind auch Ăœberlegungen Ăźber eine GroĂ&#x;e Koalition endgĂźltig vom Tisch. Die hatte

der SPD-Bezirk Hessen-SĂźd schon am Mittwochabend abgelehnt, während SchĂźren in der „SĂźddeutschen Zeitung“ mit Ăœberlegungen zitiert worden war, eine groĂ&#x;e Koalition sei als „Notwehrreaktion nach dem Verrat“ denkbar. Die SPD habe ihren politischen Kompass verloren, reagierte der Marburger Kreisverband von BĂźndnis 90/Die GrĂźnen. SchĂźren wolle die Ziele aufgeben, mit denen die SPD in der Wahl angetreten ist“, kritisierte Kreisverbands-Sprecher Dr. Christa Perabo. Einer Umfrage zufolge hätten CDU und FDP eine Mehrheit, wenn bereits am Sonntag ein neuer Landtag gewählt wĂźrde. Wie Infratest dimap ermittelte, käme die CDU in Hessen derzeit auf 41 Prozent, das sind vier Punkte mehr als bei der Landtagswahl im Januar. Die FDP wĂźrde elf Prozent (+ 1,6) erzielen, die SPD um zehn Punkte auf 27 Prozent abstĂźrzen, die Linkspartei bei fĂźnf Prozent verharren. Die GrĂźnen wĂźrden sich um 4,5 Punkte auf zwĂślf Prozent verbessern. 79 Prozent der Hessen befĂźrworten Neuwahlen. Seite 16

Währungsfonds sieht Rezession

Alkoholisiertem Todesfahrer bleibt das Gefängnis erspart

WETTER

'!1J05EB-jabfab!:p;k;k;O;P

142. Jahrgang, Nr. 261 - G 5419 - Einzelpreis Euro 1,50

Hessen wählt am 18. Januar neu

Guten Morgen!

SPORT Zwei Siege, zwei Unentschieden

Seite 5

Bei uns im Internet

Marburg. Der Tod des 14-jährigen SchĂźlers tue ihm zutiefst leid, sagte gestern vor dem Landgericht jener Mann, der fĂźr einen tĂśdlichen Unfall auf der L 3091 bei AmĂśnau vor dem Amtsgericht Marburg im Juli zu einer Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt worden war. Er habe das StrafmaĂ&#x; akzeptiert, wolle es jedoch zur Bewährung ausgesetzt wissen, begrĂźndete sein Anwalt den Grund der Berufung. Auch die Staatsanwaltschaft hatte Berufung eingelegt. Sie beschränkte sich im Wesentlichen darauf, das gefällte Urteil des Amtsgerichts zu verteidigen – und verlor. Dem Mann bleibt somit das Gefängnis erspart. Seite 9

den Industrieländern. Deutschland dĂźrfte davon wegen seiner hohen Exportquote besonders betroffen sein. Die Neuaufträge fielen preisund saisonbereinigt um 8 Prozent im Vergleich zum Vormonat, teilte das Wirtschaftsministerium gestern mit. „Das ist der grĂśĂ&#x;te RĂźckgang seit EinfĂźhrung der Statistik 1991“, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Er fiel viermal so stark aus wie von Analysten erwartet. Damit setzte sich der im Dezember 2007 begonnene Abwärtstrend fort. Er wurde nur im August von einem Auftragsplus von 3,5 Prozent unterbrochen. Besonders aus dem Ausland blieben Aufträge aus, weil die Finanzkrise wichtige Handelspartner in einen kräftigen Abschwung gezogen hat. Seite 13 – Anzeige –

!KTION"ESTSELLER -ASSIVE%RLEKOMBINIERTMIT'LASFRONTEN UND"ETTKOPFTEILECHT,EDER

-!.)4

 pâ‚Ź INKL,IEFERUNGUND-ONTAGE

WWWDIE EINRICHTUNGCOM 4EL 


Tageszeitung für den Kreis Marburg-Biedenkopf

Obama geht gegen Krise vor Der künftige US-Präsident hat seine vordringlichsten Ziele formuliert. Seite 13

EU will lückenlose Finanzkontrolle Die Union hat sich in Brüssel auf eine gemeinsame Richtung für den G-20-Gipfel in Washington geeinigt.

Eintracht Frankfurt bleibt das Verletzungspech treu

Neuer Triumph für Tokio Hotel

Die Fan-Kolumne „Meine Eintracht“ gibt es auch vor dem Heimspiel gegen Stuttgart als Podcast auf www.op-marburg.de.

Der Musiksender MTV kürte die Teenie-Gruppe als beste Live-Band.

www.op-marburg.de

Samstag, 8. November 2008

Ein ausgebüxter zotteliger Hund hat in Niederbayern für Bären-Alarm gesorgt. Ein aufgeregter Busfahrer hatte die Polizei alarmiert, weil er in der Nähe des Ortes Reisbach einen Braunbären gesehen habe, teilte die Landshuter Polizei am Freitag mit. Auch einige Passagiere wollten „Meister Petz“ erblickt haben. Erst nach eineinhalb Stunden langer Suche, an der sich auch ein Jäger beteiligte, konnte der vermeintliche Bär gestellt werden. Es handelte sich nicht um einen neuen Problembären, sondern um den neunjährigen Neufundländer „Djug“, der von zu Hause weggelaufen war, um Nachbarn zu besuchen.

Heute Erklärung der SPD-Landesvorsitzenden Die hessische SPDVorsitzende Andrea Ypsilanti hat ihre Rolle in der vorgezogenen Landtagswahl am 18. Januar am Freitag offengelassen. von unseren Agenturen

TAGESSCHAU DIE WELT Milchbauern sind empört

Seite 14

SPORT Aufsteiger 1. FC Köln schlägt Hannover 96 In der Fußball-Bundesliga besiegte die Mannschaft von Trainer Christoph Daum die Niedersachsen mit 2:1. Seite 29

BÖRSE

DAX 4 938,46 (+ 124,89) DOW JONES 8 943,81 (+ 248,02) EURO 1,2756 (- 0,0083)

Seite 18

SPÄTMELDUNG + + 22.23 + + Mindestens 25 Schüler sterben bei Hauseinsturz Port-au-Prince. Beim Einsturz eines Schulgebäudes in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince sind am Freitag nach Angaben des USSenders CNN mindestens 25 Schüler ums Leben gekommen. Möglicherweise seien bis zu 700 verschüttet worden, hieß es. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Haiti Press brach das dreistöckige Gebäude des „Promesse Collège Evangélique“ in sich zusammen und begrub Schüler und Lehrer unter seinen Trümmern.

WETTER

Vorverkauf für „Status Quo“ beginnt heute Stadtallendorf. Das Rätseln um den genauen Termin hat ein Ende: Gestern gab die veranstaltende Konzertagentur Depro Concert bei einer Pressekonferenz bekannt, dass die Rocklegenden „Status Quo“ am 15. August nächsten Jahres nach

Seite 33

'!1J05EB-jabfab!:q;k;K;o;P

Stadtallendorf kommen. Ein Jahr vor dem Hessentag tritt die britische Band bei der von der Oberhessischen Presse präsentierten „Open-Air-Party 2009“ im Herrenwaldstadion auf. Die Gemündener Konzertagentur hob das schnelle Genehmi-

Vier neue Chefärzte am Marburger Uni-Klinikum Marburg. Die Positionen von vier Chefärzten am Uni-Klinikum in Marburg werden neu besetzt. Gestern wurde Professorin Katja Becker als neue Leiterin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie vorgestellt. Nach Informationen der OP werden außerdem drei weitere Chefarzt-Stellen im Klinikum besetzt: Professor Tilo Kircher soll die Klinik für Psychiatrie der Erwachsenen leiten. Profes-

sor Walter Sekundo ist als neuer Leiter der Uni-Augenklinik vorgesehen. Christopher Nimsky heißt der zukünftige neue Chef der Neurochirurgie. Laut Dr. Peter Mein, dem Kaufmännischen Leiter des Uni-Klinikums in Marburg, sind dann alle Chefarzt-Stellen im Klinikum bis auf weiteres besetzt. Zusätzliche Neubesetzungen stehen nach Meins Angaben erst wieder in vier Jahren an. Seite 3

gungsverfahren der Stadt Stadtallendorf hervor. Der legendäre Konzertveranstalter Fritz Rau unterstützte Depro bei der Planung. Er freut sich ganz besonders auf das Großereignis: „Status Quo ist eine Reise wert.“ Der Vorverkauf startet heute. Seite 6

Die hessische SPD dementierte einen Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ (Samstag), dass Ypsilanti sich bereits gegen eine erneute Spitzenkandidatur entschieden habe und stattdessen ihren Stellvertreter Manfred Schaub vorschlage. Der südhessische Bezirksvorsitzende Gernot Grumbach widersprach Zeitungsberichten, nach denen Bundesparteichef Franz Müntefering Ypsilanti zum Verzicht gedrängt habe. Schaub selbst war am Freitag nicht zu erreichen; ein Parteisprecher verwies auf den Samstag. An diesem Tag trifft sich der Parteirat in Frankfurt. Ypsilanti will dabei einen Vorschlag für die Spitzenkandidatur unterbreiten. Zu Beginn der Woche war auch ihr zweiter Versuch zur Regierungsübernahme fehl-

Auch die größte Schule im Kreis verlängert Zeit zum Abitur um ein Jahr Kirchhain. Ab dem nächsten Schuljahr setzt auch die Kirchhainer Alfred-Wegener-Schule (AWS) wieder auf „G 9“, also eine neunjährige Schulzeit bis zum Abitur. Das entschied die Schulkonferenz am Donnerstagabend nach einem langen Willensbildungsprozess. Die AWS ist mit 1 750 Schülern und 120 Lehrern die größte Schule im Landkreis Marburg-

Biedenkopf. Auch bei der Stadtallendorfer Georg-BüchnerSchule deuten alle Zeichen auf eine Rückkehr zu einer um ein Jahr längeren Schulzeit. Dort fällt die Entscheidung nächste Woche. An der Kirchhainer Gesamtschule soll bis Mitte Dezember geklärt werden, ob die Verlängerung auch für Schüler gilt, die bereits unterrichtet werden. Die

Am Freitagmorgen erfolgte im Feld bei Oberweimar der erste Spatenstich zur Ortsumgehung Am Freitagmorgen um 9 Uhr erfolgte der Spatenstich zur B 255-Ortsumgehung für Oberweimar und Niederweimar.

Oberweimar. 4,5 Kilometer lang wird die Ortsumgehung. Dafür werden 16,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Darin enthalten sind die Kosten der Baustrecke, der Bauwerke, des Grunderwerbs, der Ausgleichsmaßnahme sowie der Nebenstraßen und Wirtschaftswege. Die Freigabe der neuen Straße ist für Ende 2012 vorgesehen. Immerhin gilt es, sieben Brücken zu bauen. Die Arbeiten werden sofort aufgenommen, so dass schon bald einige Veränderungen

rund um Oberweimar wahrgenommen werden können. Der Gemeindeverbindungsweg zwischen Oberweimar und Niederwalgern bleibt weiterhin gesperrt, weil genau dort das erste Bauwerk entsteht, um eben diesen Verbindungsweg zu erhalten. Dieser erste Bauabschnitt soll im Sommer nächsten Jahres abgeschlossen sein. Nach dem Spatenstich zum Restlückenschluss der B 3 bei Wolfshausen im Herbst vergangenen Jahres sprach Bürgermeister Volker Muth von einem weiteren „großen Tag“ für seine Gemeinde. Derzeit durchfahren täglich noch 10 000 Fahrzeuge Oberweimar und Niederweimar. Nach der Ortsumgehung sollen es 500 bis 1 200 Autos sein, führte Achim Großmann, Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, aus. Seite 10

geschlagen, da vier SPD-Landtagsabgeordnete nicht zur Zusammenarbeit mit der Linkspartei bereit waren. Nun streben alle fünf Landtagsparteien Neuwahlen an. Die CDU schlägt dafür den 18. Januar vor und will erneut mit Ministerpräsident Roland Koch an der Spitze in die Kampagne ziehen. Bei einer Fraktionssitzung bekam Ypsilanti am Freitag nach Aussagen von Teilnehmern Rückendeckung. Wolle sie erneut gegen Koch antreten, werde die Fraktion dies unterstützen, hieß es. „Die Nummer eins der hessischen SPD ist Andrea Ypsilanti“, sagte der Marburger Abgeordnete Dr. Thomas Spies vor der Sitzung. Mehrere Parlamentarier wiesen allerdings darauf hin, dass die Parteivorsitzende unter den Angriffen der vergangenen Monate sehr gelitten habe. Im kommenden Wahlkampf werde die SPD keine Koalition mehr ausschließen, sagte ihr Stellvertreter Schaub im Deutschlandradio Kultur. „Eine Ausschließlichkeit, wie wir das vor der letzten Wahl an einer Stelle gesagt haben, wird es sicher nicht geben.“ Seite 16

Alfred-Wegener-Schule will „G 9“

Neue B 255 führt über sieben Brücken

von Götz Schaub

11 5

142. Jahrgang, Nr. 262 - G 5419 - Einzelpreis Euro 1,50

Ypsilanti: Verzicht auf Kandidatur?

Guten Morgen!

Der Bundesrat hat einer Erhöhung der Milchquote zugestimmt. Die Milchbauern sind angesichts der jetzt schon sinkenden Preise empört.

Seite 28

Bei uns im Internet

Seite 13

Achtung, erster Spatenstich! Die Kindergartenkinder aus Oberweimar scheuten die Arbeit nicht und halfen den Politikern und Offiziellen. Foto: Stefan Weisbrod

Schulkonferenz hat dem bereits zugestimmt. Jetzt müssen die Eltern von rund 550 betroffenen Schülern entscheiden. Eine Änderung ist nur möglich, wenn alle Eltern eines Jahrgangs zustimmen. „Theoretisch ist es möglich, dass sich jeder Jahrgang anders entscheidet und dann anders unterrichtet werden muss“, sagt Schulleiter Wilhelm Werner. Seite 7 Anzeige

Relaunch Oberhessische Presse  

Die ersten sechs Ausgaben nach dem ReDesign der Oberhessischen Presse zeigen die in Marburg erscheinende Heimatzeitung von einer ganz neuen...

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you