Page 14

Gab es eine Ursprache ? Sprachfamilien * Sprachenvielfalt * Plansprachen * Welthilfssprachen Nachdem man anhand von Knochenfunden und Genuntersuchungen davon ausgehen kann, daß sich unsere Vorfahren von Afrika ausgehend in die ganze Welt ausgebreitet haben, könnte man annehmen, daß sie ursprünglich auch eine gemeinsame "Ursprache" hatten, aus der sich die vielen Sprachtypen und die dazugehörigen Einzelsprachen im Laufe dieser Ausbreitung immer weiter unterschiedlich entwickelt haben. Die Überlieferung von der babylonischen Sprachverwirrung in der Bibel ist ein Beispiel dafür. Aber es wäre auch möglich, daß verschiedene Menschengruppen unabhängig voneinander unterschiedliche Sprachen entwickelt haben, was die vielen verschiedenen Sprachtypen besser erklären würde : als Weiterentwicklungen aus mehreren "Ursprachen". Schriftliche Überlieferungen helfen erst seit wenigen Jahrtausenden bei der Rekonstruktion der Sprachenentwicklung, für ältere Zeiten neben mündlicher Überlieferung nur archäologische Funde, vor allem Scherben, mit denen die verschiedenen Kulturen bestimmt werden können; neuerdings auch gentypische Untersuchungen von Bevölkerungsgruppen, mit denen sich die Besiedlungswege und -zeiten verfolgen lassen. In Europa haben wir vor allem 3 große "Sprachfamilien" : Germanisch, Romanisch, Slawisch, die zu einer indoeuropäischen Sprachgruppe gehören, wie auch die keltischen Sprachen, die sich erhalten haben, dazu einige unabhängige Einzelsprachen, deren Herkunft zum Teil noch nicht geklärt ist, wie Ungarisch, Finnisch, Baskisch oder Etruskisch. Nachdem die Menschen mit ihrem Bedürfnis nach gegenseitiger Verständigung so viele Sprachen entwickelt hatten, daß sie sich kaum noch oder garnicht verstehen konnten, halfen sie sich u.a..mit einer "lingua franca", einer Sprachmischung rund ums Mittelmeer; aber auch, inspiriert von Chinesisch, mit Universal–Zeichen-Schriften (J.A.Commenius 1658, orbis sensualium pictus, ein Bildwörterbuch) sowie Zahlencodes (G. Dalgarno, ars signorum 1661; Tiemer, Timerio 1921), die man aber kaum sprechen kann; einem vereinfachten Latein ( G. Peano, latino sine flexione 1903 ), ohne Endungen und deshalb zu ungenau; Plansprachen mit erfundenen Wörtern, wie "Solresol", "Volapük"; oder "Esperanto", das Wörter germanischer, romanischer und slawischer Sprachen mischt und mit künstlichen Zusätzen versieht. Trotz engagierter Anhängerschaft konnte sich in über 100 Jahren keine dieser "Welthilfssprachen" so durchsetzen, daß sie ihren Zweck erfüllt hätte.

Beispiele : Solresol 1817, J.F. Sudre : Do-re mi-la-si do-mi. (Ich liebe dich.)

(Kann mit Zahlen, Farben oder Noten geschrieben, auch gesungen werden, für Gehörlose oder Blinde) Volapük 1880, J.M.Schleyer : Odelo ovisitobs flenis obas. (Morgen besuchen wir unsere Freunde.) Esperanto 1887, L.Zamenhof : Eĉ la preseraroj en ĝi devas resti netuŝitaj. ( ? ) latino sine flexione 1903, Giuseppe Peano : Tale multitudine de linguas…constitute magno obstaculo ad progressu.

Timerio 1921, Tiemer :

( Ich werde drei Briefe schreiben).

Literatur : Elisabeth Hamel : Das Werden der Völker in Europa, Ebersberg 2009 Bryan Sykes : Die sieben Töchter Evas, Bergisch-Gladbach 2001 Mario Alinei : Origini delle Lingue d'Europa (Paleolithic Continuity Theory), Bologna 1996

linge facil - Die Leichtlernsprache  

linge facil nützt allen und schadet niemand, sie erfordert weniger Lernzeit und Mühe als das Erlernen mehrerer Amtssprachen und spart Überse...

linge facil - Die Leichtlernsprache  

linge facil nützt allen und schadet niemand, sie erfordert weniger Lernzeit und Mühe als das Erlernen mehrerer Amtssprachen und spart Überse...

Advertisement