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Lärmschutz

Auf leisen Sohlen... – Lärmschutz

Ortsdurchfahrt Oberaudorf – Lärmschutzwand über den Auerbach

... insbesondere an Gleisanlagen der Deutschen Bahn Mobilität ist ein unverzichtbares Gut unserer Gesellschaft. Leistungsstarke Verkehrsangebote und eine zukunftfähige Infrastruktur sind Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft. Mobiliät ist auch ein bedeutender Faktor für unsere Lebensqualität.

Verkehrsaufkommen steigt Prognosen von Verkehrsexperten belegen, dass das Verkehrsaufkommen weiter steigen wird. Damit verbunden ist eine steigende Belastung für Mensch und Umwelt. In diesem Zusammenhang gewinnt die Schiene als umweltverträglichster Verkehrsträger zunehmend an Bedeutung.

„zu den Waffen“ Als Lärm (hervorgegangen aus Alarm, das auf ital. all‘arme „zu den Waffen” zurückgeht) werden Geräusche (Schalle) bezeichnet, die durch ihre Struktur (meist Lautstärke) auf die Umwelt (insbesondere Menschen) störend, belastend oder sogar gesundheitsschädigend wirken. Schätzungen zufolge sind bereits heute mehrere Millionen Menschen dauerhaft Lärmpegeln jenseits der gesundheitlich bedenklichen 65 dB(A) tagsüber und 55 dB(A) nachts ausgesetzt. Laut Umfragen des Umweltbundesamtes fühlen sich 59 Prozent der Bevölkerung durch Straßenverkehrslärm belästigt. Auf Rang 4 folgt nach „Nachbarn“ (42%) und Fluglärm (30%) der Schienenverkehr (24%).

Belastender Lärm Ob Geräusche als Lärm bewusst wahrgenommen werden, hängt insbesondere von der Bewertung durch die Betroffenen ab. Trotz akustischer Gewöhnung kann Lärm aber unbewusst auf Körper und Psyche wirken und den biologischen Rhythmus stören sowie Schlafstörungen verursachen.

Die Akzeptanz für einen weiteren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur hängt entscheidend davon ab, dass die Lärmbelastung der Bevölkerung reduziert wird. Die Bundesregierung hat deshalb schon 1999 ein Lärmsanierungsprogramm begonnen, um die Lärmbelastung bis 2020 um die Hälfte zu mindern.

senausgleich zwischen Lärmverursachern (wie z.B. Anlagenbetreibern oder auch der abendlichen Grillfete) und der betroffenen Nachbarschaft.

Die Deutsche Bahn hat bis 31.10.2012 bereits 1.034 Kilometer Lärmschutzwände errichtet und in über 48.000 Wohnungen Schallschutzfenster eingebaut. 995 Kilometer befanden sich bis zu diesem Zeitpunkt in Planung bzw. im Bau. Insgesamt umfasst das Lärmsanierungsprogramm etwa 3.700 Kilometer Bahnstrecke. Nach dem Stand März 2013 verbleiben Streckenabschnitte mit einer Länge von ca. 2.600 Kilometer, die zur Lärmsanierung anstehen.

·· 16. BImSchV – Verkehrslärmschutzverordnung mit Anhängen „RLS-90 – Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen“ und „Schall03 – Richtlinie zur Berechnung der Schallimmissionen von Schienenwegen“ ·· VLärmSchR 97 – Richtlinien für den Verkehrslärmschutz an Bundesfernstraßen in der Baulast des Bundes ·· 18. BImSchV – Sportanlagenlärmschutzverordnung ·· 24. BImSchV – VerkehrswegeSchallschutzmaßnahmenverordnung ·· DIN 18005 – Schallschutz im Städtebau, enthält u.a. Orientierungswerte für die Bauleitplanung ·· 32. BImSchV – Maschinen- und Gerätelärmschutzverordnung ·· Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm)

Lärm bekämpfen Lärmschutz ist das Ziel aller Maßnahmen der Lärmbekämpfung. Er soll das Wohlbefinden von Menschen und Tieren in Bezug auf Lärm sichern. Die Maßnahmen der Lärmbekämpfung betreffen schwerpunktmäßig den Schutz vor Umgebungslärm (Fluglärm, Straßenverkehrslärm, Schienenverkehrslärm, Gewerbelärm), Sportlärm, Freizeitlärm und Ruhestörung. Der Begriff Lärmschutz ist nicht gleichbedeutend mit dem Begriff „Schallschutz“. Schall ist eine messbare Größe. Erst durch nicht messbare individuelle Aspekte wird Schall zu störendem Lärm. Lärmschutz ist ein wichtiger Bestandteil des Arbeits- und Umweltschutzes. Er soll vor körperlichen, seelischen und materiellen Schäden schützen: ·· körperlicher Stress ·· körperliche Schäden (Lärmschwerhörigkeit und Schalltraumata, Schädigung des Immunsystems, Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems) ·· seelischer Stress ·· Vermögensschäden, z.B. durch Wertverluste von Immobilien, die starken Lärmeinwirkungen ausgesetzt sind.

Wer ist für Lärmschutz zuständig? Die gesetzlichen Regelungen zum Lärmschutz dienen dem Interes-

Für die verschiedenen Lärmarten gelten im Wesentlichen das BundesImmissionsschutzgesetz (BImSchG) und nachgeordnete Verordnungen:

Für Fluglärm gelten eigene gesetzliche Regelungen, die z.B. im Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm verankert sind. Zur Bewertung von Freizeitlärm wurde in verschieden Bundesländern die so genannte „Freizeitlärmrichtlinie“ eingeführt. Lärm am Arbeitsplatz wird durch das Arbeitsschutzgesetz und die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung erfasst. Oft enthalten diese Vorschriften keine Grenzwerte, sondern Richtwerte und Orientierungswerte, von denen im Einzelfall abgewichen werden kann.

Aktiver und passiver Lärmschutz Technisch unterscheidet man aktiven und passiven Lärmschutz. Aktiver Lärmschutz umfasst Maßnahmen an der Schallquelle, also z.B. Rollgeräusche von Schienenfahrzeugen, Nutzung von leiseren Autos, geräuschärmeren Rasenmähern und Leisehäckslern, Dämmung von Industrieanlagen, Flugverbote, Errichtung von Lärmschutzwänden und -wällen, Trittschalldämmung durch schallgedämmte Decken und Treppen. Der passive Lärmschutz umfasst Maßnah-

men am Immissionsort, also z.B. die Verwendung von Lärmschutzverglasung bei Fenstern, Lärmschutztüren, Gehörschutz, Ohrstöpsel. Lärmschutz setzt sich i.d.R. aus einer Kombination von aktiven und passiven Maßnahmen zusammen. An vorderster Stelle sind hier Schallschutzwälle und -wände zu nennen, mit denen sich ein guter Lärmschutz (bzw. eine messbare Reduzierung des Schallpegels) erreichen lässt. Aufgrund des hohen Flächenbedarfs lassen sich Wälle insbesondere in dicht besiedelten Gebieten aber häufig nicht realsieren. Daher sind Schallschutzwände das am häufigsten eingesetzte Mittel des aktiven Schallschutzes. Schallschutzwände bestehen häufig aus Aluminium, manchmal auch aus Beton, Holz oder einer Materialkombination. Sie sind zur Gleisseite hin hoch absorbierend gestaltet, um Schallreflexionen zu vermeiden. Die Mindestwerte für die Schallabsorption sind in einer Richtlinie definiert.

rechtliche + technische Anforderungen

werden. Dazu passt sich die Farbgebung der Schallschutzwände dem Städtebild an. Ab einer gewissen Höhe werden die Lärmpegel nur noch unwesentlich reduziert, zudem dürfen die Wände das Landschaftsbild nicht zerstören und der Aufwand muss in einem wirtschaftlichen Verhältnis zum Nutzen stehen. Deshalb kommen ergänzend oder alleine passive Maßnahmen zum Einsatz.

Was macht LINDSCHULTE im Bereich Lärmschutz? Lärmschutzwände werden innerhalb der LINDSCHULTE-Gruppe insbesondere durch den Standort Erfurt geplant. Leistungen für die Errichtung von Lärmschutzwänden sind: ·· Vor- und Entwurfsplanung einschließlich Visualisierungen ·· Genehmigungsplanung (Plangeneh­ migungs­verfahren und Planfeststellungsverfahren) ·· Ausführungsplanung ·· Erstellen von Ausschreibungsunter­ lagen Quellen: Schallschutz-Broschüre (Deutsche Bahn AG), WikiPedia.de

Neben akustischen müssen Schallschutzwände auch bautechnische Anforderungen erfüllen, insbesondere hinsichtlich der Standsicherheit. Jede Bauart muss für ihren Einsatz zugelassen und hinsichtlich der Lärmminderung anerkannt sein. Entsprechend der Baugenehmigung beim Hausbau ist ein umfangreiches Planrechtsverfahren erforderlich – hier ist mit einem Vorlauf von etwa eineinhalb Jahren bis zum Baubeginn zu rechnen. In vielen Ortslagen, z.B. im Rheintal, muss in hohem Maße der Denkmalschutz berücksichtigt

Ortsdurchfahrt Bischofsheim

3520, Mainz Hbf. - F 3525, Mainz-Momba - OD Ginsheim-Gus - OD Bischofsheim

LINDSCHULTE Erfurt Geplante Kilometer Lärmschutzwände seit 2007: Entwurfs- und Genehmigungsplanung:

24,5 km

Erstellung Ausschreibungsunterlagen:

46,1 km

Ausführungsplanung: insgesamt:

Auch im Straßenverkehr ist Lärmschutz ein zentrales Thema. Hier ein von LINDSCHULTE geplanter Lärmschutztunnel an der A 33 bei Dissen am Teutoburger Wald.

9,4 km 80,0 km

2014 7 journalplanung  

http://www.lindschulte.de/aktuelles/journalplanung/pdf/2014-7_JournalPlanung.pdf

2014 7 journalplanung  

http://www.lindschulte.de/aktuelles/journalplanung/pdf/2014-7_JournalPlanung.pdf

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