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Limbus Verlag Herbst 2016


Foto: Volker Heinle

Gabriele Weingartner, Kulturjournalistin und Literaturkritikerin, wurde 1948 in Edenkoben/Pfalz geboren, studierte Germanistik und Geschichte in Berlin und Cambridge (Massachusetts). Nach zwei Jahrzehnten im pfälzischen St. Martin lebt sie seit 2008 wieder in Berlin. Zahlreiche Literaturpreise und Stipendien, war u. a. unter den Finalisten für den Alfred-Döblin-Preis 2013, Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschland. Veröffentlichungen (Auswahl): Bleiweiß (2000), Die Leute aus Brody (2005). Bei Limbus: Tanzstraße (2010, als Limbus TB 2014), Villa Klestiel (2011, als Limbus TB 2014), Die Hunde im Souterrain (2014).

„Er ist geflüchtet, sage ich Ihnen. Kafka kann es nicht ertragen, in einem Raum zu sein, wo es derart offensiv nach Milch, Frauen und Leidenschaft riecht. Nach Mutter und nach femme fatale. Und ja – auch nach Revolution.“ Klara reist mit dem Zug nach Prag, wo sie ihre verstorbene Schwester abholen soll, und hätte mit ihrer Familiengeschichte und ihrer gescheiterten Ehe genug nachzudenken, ihr Sitznachbar ist zudem Kafka-Forscher. Da bleibt der Zug im Schneesturm stecken und vermischt sich sonderbarerweise mit jenem Zug, in dem sich Franz Kafka und Otto Gross – Freud-Schüler und skandalumwobener Psychoanalytiker – am 18. Juli 1917 zufällig begegneten. Nun vermengen sich Sommer und Winter, Gestern und Heute, Mögliches und Unmögliches – Kafka gerät in eine Schneeballschlacht und plant mit Gross die Gründung der Blätter gegen den Machtwillen, Klara trifft ihren Exmann, Rekruten fahren nach Galizien – und warum ist Solveig ausgerechnet in Prag gestorben? Ein Geisterroman, und viel mehr als ein Familienroman – Macht und Erziehung, Gewalt und Liebe, Literatur und Rezeption und nicht zuletzt Franz Kafka durchdringen die Jahrhunderte!


»Ein

großartiges Stück Erinnerungsarbeit an die siebziger Jahre, die nicht so befreit waren wie nachträglich imaginiert.«

Jochen Schimmang (taz) über Die Hunde im Souterrain

Gabriele Weingartner Geisterroman Roman Etwa 224 Seiten Gebunden mit Schutzumschlag Lesebändchen € 20,– (A/D) ISBN 978-3-99039-085-6 Auch als E-Book erhältlich

Erscheint am 15. September 2016

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Vorabdruck Gabriele Weingartner Geisterroman Klara sitzt im Zug nach Prag, wo ihre Schwester gestorben ist. Schon in der Kindheit war ihr Verhältnis zu Solveig zwiespältig – nachdem Klara Veit, den Archäologen, geheiratet hatte, allerdings noch viel mehr. Als ihr Zug irgendwo hinter Dresden von einem Blizzard erwischt wird, beginnen sich die Ereignisse zu überstürzen. Klara muss erkennen, dass nichts mehr stimmt: Der Zug, mit dem sie am Morgen eines Wintertags im Jahr 2014 Berlin verlassen hat, vermischt sich mit einem Zug, in dem Franz Kafka und anderen Geistesgrößen des Habsburger-Reiches unterwegs waren. Das behauptet jedenfalls der Kafka-Forscher Slavo, Klaras Abteilnachbar. Demnach befinden sie sich zumindest teilweise im Jahr 1917, und das bedeutet Erster Weltkrieg, das Ende der k.-u.-k.-Monarchie, Psychoanalayse, Revolution, Verzweiflung, Flöhe, Geister aus einem vergangenen Jahrhundert. In der Gegenwart lauern Klaras Familiengeschichte, ein Bordbistro mit undurchsichtigen Gestalten – und Veit. Über allem schweben, alles durchziehen Liebe, Leidenschaft, Macht und Gewalt, Literatur und Kunst.

Lenins Mausoleum, betrachteten Gedankenlos begann Veit die Solden zermürbten Anzug des alten janka zu löffeln und aß sie auf, Herrn in seinem gläsernen Sarg, ohne es zu merken. sein von roten Glühlampen beÜbrigens habe ich mit deiner strahltes revitalisiertes Gesicht, Schwester sogar ein kleine Reise seine geballte rechte Faust mit nach Moskau und Leningrad undem abgesplitterten Daumennaternommen, während du, Klara, in gel – ich könnte dir jetzt viel über Turin die brechenden Augen des Lenins Konservierung erzählen, stigmatisierten Franz von Assisi die Sowjets haben es ganz anders studiert hast, auf einem Gemälde als die alten Ägypter gemacht – tu von Jan van Eyck, wenn ich mich es aber nicht! Nichts half. Selbst recht erinnere, in der Galleria Saim Paradies der Arbeiter und Baubauda. Warum nur hast du dieses ern – so weit weg von der Famiphänomenale Thema aufgegeben, lie – konnte sich deine Schwester ich kann es bis heute nicht fassen. nicht entspannen. Sie war nicht Es hat so gut zu dir gepasst, zu abzulenken. Weder durch die putdeiner Empathie, zu deiner imzige Kinderaufführung von Schwamer auch das Körperliche umnensee in der dritten Besetzung des fassenden Vorstellungskraft … die am NachWer bringt es schon fertig, sich in Hie und da meldete sichBolschoi-Theaters, mein Verleger mittag stattfand und auch den Leute mit den Wundmalen Christi und fragte, woran ich schriebe. Eroffenstand, grins-noch DKP-Touristen hineinzuversetzen? Wohingegen durch einen Spaziergang auf Rasvermutlich jeder Metzgerlehrling te nicht. „Für ein Debüt hat man ein Lekolnikows Spuren, obwohl sie sich ein Gehirn zerschneiden kann ben lang sagte „Aber so sehr danach – ich hab das durch… Aber ich willZeit“, nicht dran den- er.doch aus registriert – für Mord und ken. Und es geht mich ja auch gar sollte regelmäßig was erscheinen.“ Ich Totschlag interessierte. Sie flennte nichts an. nur immerzu, was mirer. ziemlich Er schüttelte ihm sich, zog mit eistimmte leise zu. „Und?“, fragte auf den Geist ging, ich hatte ja nem Ruck seinen Anorak unter „Wann auch ein schlechtes Gewissen, dir dem immer kommt noch reglosenwas?“ Kläffi gegenüber wenigstens, zumal mir hervor und legte ihn sich um die Fabian hat seinen ersten Roman veröffentlicht, jetzt sollte die Heimlichtuerei zuwider war. Schultern. Brrrr. Allmählich wird ein zweiter folgen, da sind er und sein Verleger einer Mei-habe ich Deiner Mutter dagegen es kalt hier. Knöpf dir doch bitnung. istKlara. leer, kann Zeile schreiben. Sein Bruder es von Herzen gegönnt, dass sie te den Aber Mantelerzu, Hast keine du Christoph weiß Rat: Fabian soll Piet kennenlernen, der voller einen so verworfenen Schwiegerkeine Mütze? Oder Handschuhe? sohn Souterrainwohnung, besaß, einen Schurken, der Ob es bei Johanna Glühwein Geschichten ist. auch So sitzt Fabian in Piets mitErzählungen ihren beiden Töchtern gibt? tatsächlich: Jedenfalls: Wir mit und Pietsreisten Fotografien und faszinie-schlief, manchmal sogar in einerauf einzigen einer Studentengruppe der DKP, ren Fabian ungemein. Aber es tauchen Ungereimtheiten Nacht. Und immerhin der einen Solveig und ich, was unglaublich in Piets Großzügigkeit mit seiner Vergangenheit – oder seiner – nehme ich an – ein Kind machbillig war. Die Visa bekamen wir Version davon. Wer ist Piet? Was stimmt mit ihm nicht? Warte, wenngleich es bei der anderen, ruckzuck. Haben uns die Sowum hat Christoph Fabian ausgerechnet zu ihm geschickt? der Ehefrau, nicht klappen wollte. jet-Sterne an die Mantelkrägen Fabian darüber bald imtatsächlich Klaren, aber Ja, ich hätte nichts gegesteckt wird – es benutzt, gab welche, die inist er sich was ein Spielblinkten. wird hierSind gespielt? gen ein Kind von dir gehabt, Klader für Dunkelheit ra, du warst so … liebenswürdig, über den Roten Platz gestapft, so freundlich, ein wahrer Schatz. standen in der Warteschlange vor


einmal gehört hatte. Und dass mit sein schlesisches Schloss kämpfen diesem irgendetwas nicht in Ordkonnte, falls die politischen Umnung war, man ständig befürchstände dies irgendwann zuließen. tete, es stürbe, und sie deswegen Konrad blickte auf Veit hinab, auf einen Schlag erwachsen werauf seinen schlaksigen, selbst im den musste. War es so? Konnte Wohlstand unterernährt wirkenes so gewesen sein? War das der Klara starrte Veit fassungslos an den Schwager, dessen schwer Grund, warum Klara vor der Tür kriegsbeschädigten Vater man und dachte an Solveig, die Prinzu Fortunatos Sterbezimmer imzessin, dieses von seinen Eltern lieber nicht zu sich einlud, weil mer wieder scheiterte? mit Hilfe der Brennschere golder Nazi-Lieder zu singen begann, Sie atmete probeweise ein und aus. sobald er ein bestimmtes Quangelockte Wesen, und an sich Nein, nichts pfiff, nichts rasselte, tum intus hatte. selbst, das bräunliche, immer nichts schmerzte in ihrer Brust, kranke, schwer atmende Kind, Ich bin alt, dachte Klara empört so kalt und zugig und versuchte, die Kälte zu igdas es trotz all sei„Aber Solveig wurde es heute Morgen norieren, die sich nun auch in ihr ner Hässlichkeit schwanger, nicht du. Und auf dem Bahnauszubreiten begann, ich bin über geschafft hatte, so weiß ich bis heute nicht steig auch gewesechzig. Mit so etwas muss ich die Erstgeborene wirklich, ob Pennys Nase von sen sein mochte. mich nicht mehr befassen. Und so gnadenlos vom Konrad stammt oder Sie fühlte sich ihr fiel ein, dass Solveig ihre ElThron zu stoßen, von mir.“ kerngesund. Wie tern für das Faktum ihrer Geburt dass es sich deren – für ihr Geburtsdatum vielmehr immerwährenden Hass zuzog. immer, auch als sie Veit kennen– einige Male auf die Guillotine Niemand wusste, wie und wo dies lernte. Und trotzdem hatte sie nie geschickt hatte, ja, auch den Vagenau passiert war, wie es kam, ein Kind haben wollen, das war ter. Von den geschichtlichen Zudass es so kam, wie es kam. Warder Punkt. Veit, dieser Hallodri, sammenhängen, die in Solveigs um sich Solveig und Klara niemals trug keine Schuld daran, anderen Urteilsspruch eine Rolle spielversöhnen konnten und selbst Frauen durfte er so viele Kinder ten, verstand Klara damals noch das gemeinsame Betreiben der machen, wie er wollte. Von einem nichts. Wie konnten sie es wagen, Guillotine daran nichts änderte. Kind war nie die Rede gewesen 1943 ein Kind zu zeugen?, hatVielleicht hing es mit Fortunatos zwischen ihnen. Bestimmt hatte te Solveig ihre kleine Schwester Sterbezimmer zusammen, dachte er sich das soeben zurechtgelegt. gefragt, in jener zitternden ErKlara, mit jenen frühen Zeiten, Auch er nahm es ja mit der Wahrregung. In diesen mörderischen als Solveig noch alleine schlief in heit nicht genau, er war Solveigs Zeiten? diesem großen, klammen GroßBruder im Geiste. Er wollte Klara nur kleinmachen, Jetzt habe ich dir elternbett mit den aufgetürmten „Wie konnten sie es er wollte sich rädeine Suppe wegParadekissen, die weggeräumt wagen, 1943 ein Kind zu chen für die Degegessen, sagte werden mussten, bevor man hizeugen?, hatte Solveig ihre mütigungen, die Veit erschrocken. neinkriechen konnte, in diesem kleine Schwester gefragt, ihm in ihrer FaMöchtest du eine dunklen Raum am Ende des lanin jener zitternden milie widerfahren neue? Oder liegen Gangs, weit weg von allen, die Erregung.“ waren. Im Gegenber eine Tasse sie hätten retten können vor dem, was ihr dort drohte, den Ratten, satz zu Solveigs Mann Konrad, Kaffee? Schau, Johanna kämpft dem Marder, den Dämonen, die immer noch mit den Filtertüten. der auch Flüchtling gewesen war, dort freigesetzt wurden. Gewiss aber aus einem Gutshaus stammUnd nach einer Pause: Hast du wusste sie auch, dass das neue te und eine adlige Mutter besaß, denn nie etwas geahnt von Solveig Baby im Schlafzimmer der Eltern und mir? der ehrgeizig war und Rechtsanin der Wiege schlief, die ihr selbst walt werden wollte, damit er um *** Aber Solveig wurde schwanger, nicht du. Und so weiß ich bis heute nicht wirklich, ob Pennys Nase von Konrad stammt oder von mir.

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Foto: Armin Bardel

Otto Tremetzberger, geboren 1974. Lebt in Linz. Studium in Wien und Salzburg (Theaterwissenschaft, Philosophie, International Arts and Media Management). Beiträge in Zeitschriften und Anthologien, österreichisches Staatsstipendium für Literatur, journalistische und wissenschaftliche Veröffentlichungen (Schwerpunkt Kulturpolitik und Medien). Arbeitet seit 1999 im Kulturund Medienmanagement, u. a. Mitgründer und kaufmännischer Geschäftsführer von dorf tv in Linz. Bei Limbus: Nelson Mandela hatte vielleicht eine schöne Zeit auf Robben Island (2014). www.otre.at

Ein Ich führt ein ganz gewöhnliches Leben, Beziehung, Büro, Freunde und Bekannte, man isst Paella mit Kaninchen, man feiert den Geburtstag eines Kollegen. Und doch scheint das Leben nicht echt, nicht wahr. Menschen sehen aus wie Schauspieler, bewegen sich wie in Rollen, man kippt in Musikvideos, alle reden und reden und der Erzähler sieht nur die sich bewegenden Lippen, als sähe nur er die Wirklichkeit hinter den Fassaden. Etwas in seiner Wahrnehmung – oder überhaupt – stimmt hier nicht. Da liegt eine Notiz auf seinem Schreibtisch: Du sollst K. anrufen! K., ein alter Freund, ist im Krankenhaus. Der Erzähler bricht auf, besucht den Freund in seiner Kindheitsstadt – die Zweifel lassen sich nicht mehr beiseitewischen: Was ist wahr und wichtig? Ist überhaupt etwas wichtig? Ein trübender Nebel liegt über allem, der immer weiter Rätsel freigibt, wenn er sich lüftet: Die Wirklichkeit könnte genauso gut eine Fototapete sein, deren Details man erkennen würde, käme man nur etwas näher heran …


»Ein

prägnante Studie eines unerklärlichen und unerklärten temporären Lebensunmuts oder -überdrusses.«

Kirstin Breitenfellner (Literaturhaus Wien) über Nelson Mandela hatte vielleicht eine schöne Zeit auf Robben Island

Otto Tremetzberger Die Unsichtbaren Roman Etwa 224 Seiten Gebunden mit Schutzumschlag Lesebändchen € 20,– (A/D) ISBN 978-3-99039-087-0 Auch als E-Book erhältlich

Erscheint am 5. Oktober 2016

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Interview Erwin Uhrmann über die neue Lyrikreihe bei Limbus Limbus Lyrik widmet sich konsequent der zeitgenössischen Lyrik. Die neue, hochwertig gestaltete Lyrikreihe präsentiert regelmäßig sowohl bekannte als auch völlig neue lyrische Positionen. Sie feiert das Comeback der Lyrik, die in den vergangenen Jahren nur wenig am Buchmarkt zu finden war, und wagt sich an eine Bestandsaufnahme aktueller Lyrik. Um der Reihe und den AutorInnen die größtmögliche Offenheit zu ermöglichen, gibt es keine thematischen und formalen Eingrenzungen. Im Raum steht die Frage: Was kann Lyrik heute sein? Der Bogen reicht von der konzeptuellen Ausdrucksform bis zur klaren Erzählstimme. Lyrik kann analysieren, erkennen und anprangern, sich den großen Themen widmen, klassische Formate neu definieren oder die Möglichkeiten der Sprache in ihrer Tiefe ausloten. Ein guter Lyrikband soll auch schön und leistbar sein. Deshalb wird das Format Limbus Lyrik hochwertig gestaltet und hat dennoch einen niedrigen Preis. Der Herausgeber Erwin Uhrmann, 1978 in Niederösterreich geboren, lebt in Wien. Studierte Kommunikationswissenschaft und Politikwissenschaft an der Universität Wien. Mitbegründer des KünstlerInnenvereins Kunstwerft, zahlreiche Kunstprojekte. Bei Limbus: Der lange Nachkrieg (2010), Glauber Rocha (2011), Ich bin die Zukunft (2014), Abglanz Rakete Nebel (2016).

Wird viel Lyrik geschrieben? Geschrieben wird viel, es könnte aber noch viel mehr sein. Ich denke, dass viel mehr Lyrik entstehen würde, wenn auch mehr publiziert werden würde. Ich habe viele Gespräche mit Autorenkolleginnen und -kollegen geführt, die Lyrik schreiben. Tatsache ist, dass es kaum Möglichkeiten zur Veröffentlichung gibt. Lyrik wird in Österreich nicht in konsequenter Weise publiziert.

schriftsteller, die ihre Lyrik noch in der Schublade liegen haben oder vereinzelt etwas veröffentlichen. Ich sage „getarnt“, weil viele Prosatexte derart lyrischen Charakter haben, dass es schwerfällt, eine Trennlinie zu ziehen. Das macht es auch spannend, Lyrik ist ein weites Feld. Deshalb rede ich nicht gerne von Gedichten. Romane, Erzählungen, das sind Formate, die kommerziell geschätzt werden. Die sind aber relativ eng. Lyrik kann vieles sein.

Wo genau liegt das Problem? Ist Lyrik unattraktiv und nicht mehr zeitgemäß?

Welchen Stellenwert haben lyrische Texte in der literarischen Arbeit?

Vor einigen Jahren führte ich ein Gespräch mit einem Lektor. Ich habe ihn gefragt, warum er meint, dass so wenig Lyrik in Österreich publiziert wird. Er hat mir dann erzählt, dass dies Gegenstand einer Lektorinnen- und Lektorenkonferenz gewesen sei. Dort sei man dann zu dem Schluss gekommen, dass es einfach keine Lyrikkompetenz in den Verlagen gebe. Niemand beschäftige sich damit, niemand habe sich in der Lage gesehen, Lyrik zu beurteilen. Mir hat das zu denken gegeben. Wenn schon die Lyrikkompetenz in den meisten Verlagen verloren ist, dann sollte sie von den Autorinnen und Autoren wieder zurückverlangt werden.

Ich mag es gar nicht, wenn Lyrik als „Nebenprodukt“ abgetan wird. Eine Form von Literatur, die neben dem Schreiben von Romanen entsteht, quasi als Ausgleich oder literarisches Versatzstück. Das ist eine Abwertung einer der bedeutendsten literarischen Gattungen. Lyrik hat gerade heute mehr Möglichkeiten als je zuvor.

Wie steht es um die Lyrikerinnen und Lyriker selbst? Die gibt es. Man findet sie in Literaturzeitschriften, auf Lyrikfestivals oder auch getarnt als Prosa-

Ist das ein österreichisches Phänomen? Leider ja. Gleichzeitig ist das schwer verständlich, angesichts einer ganzen Generation hervorragender Lyrikerinnen und Lyriker in der Nachkriegszeit. In anderen Ländern ist die Lyrik derzeit präsenter. Da geht man in Buchläden und findet Regale voll mit Lyrik – vor allem auch mit zeitgenössischer. In Deutschland gibt es einige Verlage, die sogar darauf spezialisiert sind, aber auch nicht sehr viele. Im Vorjahr


hat zum ersten Mal ein Lyriker, Jan Wagner, den Preis der Leipziger Buchmesse mit einem Gedichtband gewonnen. Das zeigt, dass es durchaus möglich ist, mit Lyrik erfolgreich zu sein. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass Verlage nicht nur hin und wieder – und weil Autorinnen und Autoren schon darum betteln – Lyrik publizieren, sondern eigene Lyrikreihen starten.

Es kann spannend sein, ein Konzeptbuch zu machen oder einen Zyklus zu veröffentlichen, je nach Autorin oder Autor. Gerade wenn nicht zu viele Rückgriffe gemacht werden, wenn nicht zu viel Halt in Lyrikklischees gesucht wird, finde ich es am spannendsten.

Ein Beispiel dafür ist etwa Wolfgang Hermanns Schatten auf dem Weg durch den Bernsteinwald, das bei Limbus erschienen ist, oder Christoph W. Bauers stromern (Haymon). Damit man zu einem Buch greift, muss es auch interessant gestaltet und ausgestattet sein. Mit der Lyrikreihe im Limbus Verlag soll genau das berücksichtigt werden. Die Bücher werden schön gemacht sein, Hardcover mit Lesebändchen. Das symbolisiert ganz klar, dass es sich hier um eine programmatische Linie und nicht um ein Nebenprodukt handelt. Gleichzeitig aber wird der Preis niedrig gehalten. Ich finde es problematisch, wenn Lyrik oft in die bibliophile, teure Ecke gedrängt wird. Das Buch ist ein demokratisches Medium, das gerade durch seine Leistbarkeit Verbreitung finden kann.

Du hast bei deinen eigenen Lyrikbüchern immer die Zusammenarbeit mit Künstlern gesucht. Wie genau Ich sehe hier eine soll das Lyrik„Ich mag es gar nicht, wenn ideale Möglichkeit programm im Lyrik als Nebenprodukt ab- der Kooperation, Limbus Verlag getan wird. Lyrik hat gerade gerade bei Lyausgerichtet heute mehr Möglichkeiten als rik. So sind meiwerden? ne Lyrikbücher je zuvor.“ im Dialog mit In erster Linie soll es offen sein: Künstlern wie Moussa Kone und Lyrik als freie Textform ohne Julian Tapprich entstanden. Die Begrenzungen. Ich mag es nicht, Künstler haben nie illustriert im wenn man am Anfang eines Proengeren Sinne. Sie haben in ihrem jekts schon viele Einschränkunkünstlerischen Medium gearbeitet Die Reihe startet mit Stephan gen macht. Es soll viel Platz für und ich in meinem, und das hat Eibel Erzberg … Neues, für das Experiment sein. aufeinander reagiert, ohne gegenNatürlich kann auch der Rückseitige Einmischung. In der Lyrik Stephan Eibel Erzberg ist einer griff auf alte Formen interessant sehe ich ein großes Potenzial, auf der besten Lyriker Österreichs. sein, aber ich möchte mich gerne andere Künste zu reagieren – das Das Besondere an ihm ist, dass auf die Suche machen nach dem, lässt sich auch sehr schön in Bucher sich immer wieder neu erfinwas derzeit spannend ist, was Lyform bewerkstelligen. Ich würde det. Er ist im wahrsten Sinne des rik heute sein kann. Und hier sehe mir wünschen, dass die Lyrikreihe ich thematisch und formell keine Wortes ein Dichim Limbus Verlag Grenzen. ter. Mit ihm die auch solche Bü„Das Buch ist ein demokra- Reihe zu eröffcher hervorbringt. tisches Medium, das gerade nen, ist eine starke Kann das nicht irritieren oder Aber das hängt in durch seine Leistbarkeit Ver- programmatische zu Orientierungslosigkeit erster Linie von breitung finden kann.“ führen? Ansage und soll den Autorinnen auch ermutigen. und Autoren ab. Nein. Gerade die Tatsache, dass In der Reihe soll genug Offenheit das Feld nicht abgegrenzt ist, Ist Lyrik überhaupt noch intersein für ganz neue Positionen, die macht es spannend. essant für die Menschen? noch unbekannt sind. Ein Dichter Dabei interessieren mich wenimit Haltung wie Stephan Eibel ger die Moden, die es gerade gibt, Wenn gute Lyrik geboten wird, Erzberg hat hier auch eine gewissondern starke Einzelpositionen. dann wird das auch gerne gelesen. se Vorbildwirkung.

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Foto: Clemens Fabry

Stephan Eibel Erzberg wurde 1953 in Eisenerz in der Steiermark geboren und lebt seit 1979 als freier Schriftsteller in Wien. Den Namenszusatz „Erzberg“ verwendet er als Künstlernamen. Er absolvierte eine kaufmännische Lehre und studierte Soziologie. Zuerst arbeitete er als Lohnverrechner, ab 1976 war er als Leiter der Autorensendereihe „Literatur im Untergrund“ für den niederösterreichischen Rundfunk tätig. Er ist Autor von Lyrik, Erzählungen, Romanen und Theaterstücken, zuletzt erschienen: Sofort verhaften! (Roman, 2008) und Licht aus! (Lyrik, 2012).

bestens geschlafen gestreckt, gereckt nass rasiert heut passierts Wer mit offenen Augen durch Österreich geht – und in der österreichischen Gegenwart sind diese Gedichte fest verankert –, sieht all das, was sich unter einem himmel so tummelt: absolute Schweinereien und himmelschreiende Ungerechtigkeit, sinnliche Vergnügen, das pralle Leben, Menschen aller Art und aus vielen Ländern (jeder hat ein Gesicht), österreichische Eigenheiten, Dummheit, Frechheit, Schönheit. Stephan Eibel Erzberg hat das alles gesehen; er nimmt eine Alltäglichkeit, spießt sie auf, damit sie stillhält, und betrachtet sie. Man liest pure Poesie, wahrhaftig Auf-den-Punkt-Gebrachtes, überraschend Kombiniertes. Es darf gelacht werden! Es darf gestaunt werden! Es muss etwas getan werden!


»Aberwitzig,

deftig, heterogen.«

Wolfgang Straub (Die Presse) über Sofort verhaften!

Stephan Eibel Erzberg unter einem himmel Gedichte Mit einem Nachwort von Franz Schuh Etwa 120 Seiten Gebunden mit Lesebändchen € 10,– (A/D) ISBN 978-3-99039-089-4 Auch als E-Book erhältlich

Erscheint am 15. September 2016

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Foto: Dessislaw Pajakoff

Theodora Bauer, geboren 1990 in Wien, lebt im Burgenland, studierte Publizistik und Philosophie in Wien. Zahlreiche Lesereisen und Reisestipendien, mehrere Preise, u. a. Shortlist Literaturpreis Alpha (2014), Manuskripte Förderpreis (2014) und das achensee.literatour Stipendium (2015). Beiträge in Anthologien und im Radio, zuletzt erschienen: Das Fell der Tante Meri (2014).

„Für mich persönlich gibt es wenig Faszinierenderes als Mozarts Werke. Es hat keinen Sinn, das zu leugnen: Ich bin schamlos begeistert von seinem Erfindungsreichtum und seiner Entschlossenheit. Seine Opern reißen mich mit, bewegen mich immer wieder aufs Neue, erschüttern mich gleichzeitig und bringen mich zum Lachen.“ In aller Offenheit gesteht Theodora Bauer gleich zu Beginn ihre Befangenheit, dass sie ohne kritische Distanz, im Gegenteil: positiv überaus voreingenommen an Mozarts Così fan tutte und Don Giovanni herantritt. Unbeeindruckt krempelt sie die Rezeption der Mozart’schen und Da Ponte’schen Opern um und fragt genau nach: Wie ist das mit der Liebe und den Frauen, mit Sex und Begehren? Warum soll Unterhaltung keinen Tiefgang haben dürfen? Ist Mozart Zyniker oder Pragmatiker? Es gibt Neues zu entdecken – für Mozart-Skeptiker und erst recht für Mozart-Liebhaber. Man lasse sich verzaubern!


»Theodora

Bauer schreibt mit leichter Hand von den gewichtigen Dingen. Unterhaltung ist ihr nicht alles.«

Anton Thuswaldner (Salzburger Nachrichten) über Das Fell der Tante Meri

Theodora Bauer Così fanno i filosofi Essay Mit einen Vorwort von Alfred Pfabigan Etwa 160 Seiten Gebunden mit Lesebändchen € 13,– (A/D) ISBN 978-3-99039-090-0 Auch als E-Book erhältlich

Erscheint am 15. August 2016

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Foto: Johannes Lerch

Stefan Winterstein, geboren 1981 in Wien, wo er auch lebt. Hat in Wien, Marburg und Granada Germanistik und Philosophie studiert und arbeitet seit Studienzeiten als Lektor. Bücher und Aufsätze v. a. zur österreichischen Literatur, Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften.

„Ich ertappe mich dabei, Triviales, das sprachlich einwandfrei ist, lieber zu lesen als Kluges, das vor Fehlern strotzt. Warum bloß erinnern mich fehlerhafte Texte oft an jenen Verliebten aus dem berühmten Loriot-Sketch, der bei seiner Liebeserklärung eine Nudel im Gesicht kleben hat?“ Der Germanist Stefan Winterstein geht dem Verdacht auf den Grund, es sei heute um die deutsche Rechtschreibung nicht allzu gut bestellt, und entwirft ein ganzes Panorama an denkbaren Ursachen. Dahinter aber versucht er die noch grundlegendere Frage zu beantworten, was dieser eigentümliche Apparat Rechtschreibung eigentlich ist. Rechtschreibung ist in aller Munde, aber womöglich in kaum jemandes Kopf, sie wird ignoriert, verachtet und belächelt, unreflektiert hingenommen und mit Inbrunst verteidigt. Doch was ist sie, wozu dient sie und wie funktioniert sie, was sollte oder könnte sie sein? Eine Annäherung an ein heikles Thema, nicht ohne Skrupel, mit Humor und Selbstironie – und mit überraschenden Einsichten.


»In

der Zeitung steht jetzt viel Neues: dass im Fußball „gefault“ werde, dass etwas „hahnebüchen“ sei, dass jemand einen anderen als „Looser“ bezeichnet oder ihm die „Referenz“ erwiesen habe, dass es einen deutschen Dichterfürsten namens „Göthe“ gebe etc. („ect.“).«

Stefan Winterstein Früher war mehr Rechtschreibung Essay Etwa 184 Seiten Gebunden mit Lesebändchen € 15,– (A/D) ISBN 978-3-99039-092-4

Erscheint am 15. Oktober 2016

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Bild: akg images

Jacques Callot, geboren 1592 in Nancy, gestorben ebendort 1635, war ein lothringischer Zeichner, Kupferstecher und Radierer, der vor allem für seine Kupferstiche großer Schlachten wie Die Belagerung von Breda oder Die Belagerung von La Rochelle bekannt war; berühmt wurde Callot durch seinen Radierzyklus Die großen Schrecken des Krieges (Les grandes misères de la guerre). Zu den Sammlern seiner Werke gehörte etwa Rembrandt van Rijn; Francisco Goya wurde durch Callot zu seinem Zyklus Desastres de la Guerra angeregt, und E. T. A Hoffmann widmete Callot sein literarisches Debüt, die Phantasiestücke in Callotscher Manier.

»Warum kann ich mich an deinen sonderbaren fantastischen Blättern nicht satt sehen, du kecker Meister! – Warum kommen mir deine Gestalten, oft nur durch ein Paar kühne Striche angedeutet, nicht aus dem Sinn?« E. T. A. Hoffmann Manifest gegen die Grausamkeiten des Krieges und Zeugnis eines individuellen künstlerischen Ausdrucks oder schlichte Propaganda in Zeiten des Krieges? Jacques Callot hat mit seinem Radierzyklus Die großen Schrecken des Krieges (Les grandes misères de la guerre) ein zeitloses Kunstwerk geschaffen, das Generationen von Künstlern nach ihm beeinflusst hat. Jacques Callot gelang es aber auch, den Zwängen durch seine Auftraggeber zum Trotz, seinen eigenen künstlerischen Stil zu entwickeln, seine eigene Technik, seine Art des Schauens, der Bildkomposition, denn mehr als alles andere wollte er, wie er sich als Kind in einem innigen Gebet wünschte, „in dem Beruf sich auszeichnen, den er einst ergreifen würde“, und: Er wollte „43 Jahre alt werden“. Beide Wünsche sollten für Jacques Callot in Erfüllung gehen.


»Von

Callot alle Arten von Bettlerschelmen – und ScharfrichterPhysiognomien!« Johann Caspar Lavater, Physiognomische Fragmente, zur Beförderung der Menschenkenntniß und Menschenliebe

Jacques Callot Die großen Schrecken des Krieges 18 Radierungen Mit einen Nachwort von Bernd Schuchter Etwa 48 Seiten, Querformat Gebunden € 20,– (A/D) ISBN 978-3-99039-094-8

Erscheint am 15. August 2016

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Collage: Brenner-Archiv

Christine Riccabona, geboren und aufgewachsen in Mils bei Imst, Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und Germanistik in Innsbruck; wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut Brenner-Archiv der Universität Innsbruck; Lehre am Institut für Germanistik an der Universität Innsbruck; Forschungen und Publikationen u. a. in den Bereichen Literaturarchiv und Medien sowie zur österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts, Regionalliteratur und Kulturgeschichte Tirols und Südtirols. Erika Wimmer, geboren und aufgewachsen in Bozen/Südtirol, Studium der Germanistik, Vergleichenden Literaturwissenschaft und Anglistik an der Universität Innsbruck. Seit 1983 Mitarbeiterin des Forschungsinstituts Brenner-Archiv der Universität Innsbruck, Arbeit mit Nachlässen, Editionen und literaturwissenschaftliche Forschungen. Veröffentlichungen in den Bereichen Prosa, Hörspiel, Drama und Lyrik. Bei Limbus: Nellys Version der Geschichte (2014).

»Arunda ist ein Experiment, dessen Gelingen zu unerwarteten und erfreulichen Ergebnissen führen könnte.« (Aus dem Editorial der ersten Ausgabe) Dieses (nach einem Berg in der Grenzregion zur Schweiz benannte) Experiment einer Kulturzeitschrift wurde 1976 begonnen – 95 Ausgaben und vierzig Jahre später kann mit Recht behauptet werden: Es ist gelungen. Und es gelingt immer noch. Nachdem das Herausgeber- und Redaktionsteam konsequent und in höchster Qualität in Arunda unzählige Facetten eines Südtirol jenseits der geschönten, touristisch verwertbaren Darstellungen untersucht und präsentiert hat, soll in Arunda. vierzig die Zeitschrift selbst – ihre Entwicklung, wesentliche Stationen ihrer Geschichte, ihre Autoren und Autorinnen, Gestalter und Gestalterinnen – im Mittelpunkt stehen. Es ist Zeit, auf den Berg zu steigen, zurück zu schauen, sich einen Überblick zu verschaffen.


»Die

Arunda ist das einzige zu Papier gebrachte Kulturprojekt des Vinschgaus. Dem Hans Wielander ist durch seine kluge und ruhige Art vieles gelungen – er war für mich immer ein Philosoph.«

Luis Stefan Stecher

Christine Riccabona / Erika Wimmer (Hg.) Arunda. vierzig Jubiläumsband zu vierzig Jahren Kulturzeitschrift Arunda Im Auftrag des Forschungsinstituts BrennerArchiv der Universität Innsbruck Etwa 160 Seiten. Mit zahlreichen Fotografien Vierfärbig. Klappenbroschur € 18,– (A/D) ISBN 978-3-99039-095-5

Erscheint am 15. September 2016

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Heinrich Heine Ramble through the Tyrol Impressions of a journey Mit einem Nachwort von Bernd Schuchter Ins Englische übersetzt von Thomas Weyr Etwa 72 Seiten Gebunden € 7,– (A/D) ISBN 978-3-99039-084-9

Erscheint am 1. November 2016

Heinrich Heine, geboren 1797 als Harry Heine in Düsseldorf, gestorben 1856 in Paris, war einer der bedeutendsten deutschen Dichter, Schriftsteller und Journalisten des 19. Jahrhunderts. Berühmt für seine Lyrik, u. a. Deutschland. Ein Wintermärchen, und seine Reisebilder, berüchtigt für seine Polemiken und seinen Spott. Thomas Weyr, 1927 in Wien geboren, 1938 mit seinen Eltern emigriert, Journalist, Autor und Übersetzer. Lebt in Wien und in New York. Bis dato hat er vier Sachbücher veröffentlicht, sieben Bücher aus dem Deutschen und Französischen ins Englische übersetzt und war Ghostwriter u. a. für den Schah des Iran. Bei Limbus: Die ferne Stadt (2015).

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»The Tyroleans are handsome, bright, honest, good, and unfathomably obtuse. They are a healthy race, perhaps because they are too stupid to become sick.« Nach dem großen Erfolg des Bandes Bummel durch Tirol (Limbus 2015), worin Heinrich Heines Beschreibungen seiner Reise durch das Tirol der 1820er-Jahre zusammengefasst wurden, legt der Verlag nun dieses Buch in feiner, schnörkelloser Übersetzung von Thomas Weyr vor. Heines Beschreibung seiner Begegnung mit den Älplern, die knapp ein Jahrhundert später zu Spezialisten im Tourismus aufsteigen sollten, ist voller Spott und Häme und zeichnet dennoch ein getreues Abbild eines Menschenschlags, der mürrisch, eigensinnig und stur genug ist, seinen eigenen Weg zu gehen.


Lieferbare Titel Arunda. vierzig Christine Riccabona/Erika Wimmer (Hg.) ISBN 978-3-99039-095-5

Elmar Drexel Kellertheater. Roman ISBN 978-3-99039-024-5

Theodora Bauer Così fanno i filosofi. Essay ISBN 978-3-99039-090-0

Stephan Eibel Erzberg unter einem himmel. Gedichte ISBN 978-3-99039-089-4

Étienne de La Boétie Über die freiwillige Knechtschaft. Essay ISBN 978-3-99039-081-8

Gerhard Engelmayer Warum man seine Kinder nicht taufen lassen sollte Essay ISBN 978-3-99039-008-5 Uwe Bolius Hitler von innen. Roman ISBN 978-3-902534-15-6. TB Juttas Tod. Erzählung ISBN 978-3-902534-34-7

Jürgen-Thomas Ernst Levada. Erzählung ISBN 978-3-902534-62-0

Gabriele Bösch Schattenfuge. Roman ISBN 978-3-902534-61-3

Jacques Callot Die großen Schrecken des Krieges. Radierungen ISBN 978-3-99039-094-8

Daniel Dlouhy u. a. (Hg.) Poetik des Zeigens. Festschrift ISBN 978-3-902534-49-1

Regina Hilber Landaufnahmen. Gedichte ISBN 978-3-99039-076-4 Lina Hofstädter Er und Sie. Doppelerzählung ISBN 978-3-902534-84-2 Im Schneckenhaus. Roman ISBN 978-3-902534-28-6 Stefanie Holzer Franz Ferdinand. Ein Katzenleben ISBN 978-3-902534-42-2 ISBN 978-3-99039-028-3. TB Wer, bitte, passt auf meine Kinder auf? Essay ISBN 978-3-99039-048-1

Carmen Bregy Nicolas schläft. Roman ISBN 978-3-902534-53-8

Manfred Chobot Reise nach Unterkralowitz. Roman ISBN 978-3-902534-29-3 Versuch den Blitz einzufangen. Roman ISBN 978-3-902534-51-4

Wolfgang Hermann Die letzten Gesänge. Erzählungen ISBN 978-3-99039-059-7 Konstruktion einer Stadt. Versuche ISBN 978-3-902534-27-9 Paris Berlin New York. Verwandlungen ISBN 978-3-99039-063-4 Schatten auf dem Weg durch den Bernsteinwald ISBN 978-3-902534-93-4

Essl Museum (Hg.) Literatur im Museum. Anthologie ISBN 978-3-902534-63-7 Hubert Flattinger Der größte Fisch entwischt. Redaktionsgeschichten ISBN 978-3-99039-044-3 Judith Gruber-Rizy Schwimmfüchslein. Roman ISBN 978-3-902534-83-5 Michaela Gufler Mythos Stockholm-Syndrom. Sachbuch ISBN 978-3-99039-030-6 Heinrich Heine Bummel durch Tirol. Reiseerlebnisse ISBN 978-3-99039-082-5 Ramble through the Tyrol. Impressions of a journey ISBN 978-3-99039-084-9

Backlist 21

Rainer Juriatti Lachdiebe. Roman ISBN 978-3-902534-60-6 Spaghettifresser. Essay ISBN 978-3-99039-010-8 Strandschatten. Roman ISBN 978-3-99039-061-0 Bernhard Kathan Hungerkünstler. Essay ISBN 978-3-902534-39-2


Lieferbare Titel Bernhard Kathan Stille. Essay ISBN 978-3-902534-74-3 Wir sehen Tiere an. Essay ISBN 978-3-99039-026-9

Kurt Leutgeb Kirchstetten. Roman ISBN 978-3-902534-52-1

Hans Platzgumer Der Elefantenfuß. Roman ISBN 978-3-902534-43-9 Musik ist Müll. Essay ISBN 978-3-902534-65-1 Trans-Maghreb. Novelle ISBN 978-3-902534-55-2

Alexandra Keller Ein Land wird besichtigt. Essay ISBN 978-3-902534-66-8

Walter Klier Der längste Sommer. Roman ISBN 978-3-902534-89-7 Die Stadt und die Berge. Katalog ISBN 978-3-902534-59-0 Grüne Zeiten. Roman ISBN 978-3-902534-17-0. TB Leutnant Pepi zieht in den Krieg. Roman ISBN 978-3-902534-16-3 ISBN 978-3-902534-67-5. TB

Alexander Peer Land unter ihnen. Novelle ISBN 978-3-902534-45-3 Bis dass der Tod uns meidet. Roman ISBN 978-3-902534-75-0

Otto Licha Geiger. Roman ISBN 978-3-902534-19-4 ISBN 978-3-902534-70-5. TB Kripp. Roman ISBN 978-3-902534-56-9 Salzkruste. Roman ISBN 978-3-902534-40-8 Sieben. Hypo-Roman ISBN 978-3-902534-78-1 Limbus Verlag (Hg.) Limbus Verlag 2006–2015. Festschrift ISBN 978-3-99039-052-8

Susanne Preglau Ani. Essay eines Lebens ISBN 978-3-902534-68-2 Eva Rossmann Krummvögel. Roman ISBN 978-3-902534-72-9 Utta Roy-Seifert Der Webfehler. Erinnerungen ISBN 978-3-902534-35-4

Reinhard Kocznar Hamster im Laufrad. Essay ISBN 978-3-902534-92-7 Bastian Kresser Ohnedich. Roman ISBN 978-3-902534-76-7 Piet. Roman ISBN 978-3-99039-074-0 Erika Kronabitter Mona Liza. Roman. ISBN 978-3-902534-95-8. TB Nora. X. Roman ISBN 978-3-902534-91-0 Viktor. Roman ISBN 978-3-902534-30-9

Norbert Loacker Der Zufällige. Roman ISBN 978-3-902534-31-6 Leben Lesen Träumen. Essay ISBN 978-3-902534-41-5 Was Massen mögen. Essay ISBN 978-3-99039-079-5 Christian Mähr Karlitos Reich. Roman ISBN 978-3-902534-38-5 Naturschutz in Vorarlberg. Sachbuch ISBN 978-3-902534-57-6 Günther Oberhollenzer Nach Picasso. Ausstellungskatalog ISBN 978-3-99039-058-0 Von der Liebe zur Kunst. Essay ISBN 978-3-99039-036-8

Backlist

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Doris Rüdisser Fuchsgesicht. Erzählung ISBN 978-3-902534-36-1 ISBN 978-3-902534-69-9. TB Ralf Schlatter Maliaño stelle ich mir auf einem Hügel vor ISBN 978-3-99039-046-7 Sagte Liesegang. Roman ISBN 978-3-902534-90-3


Alois Schöpf Die Hochzeit. Libretto ISBN 978-3-902534-37-8 Die Sennenpuppe. Libretto ISBN 978-3-902534-23-1 Glücklich durch Gehen. Essay ISBN 978-3-902534-64-4 Heimatzauber. Roman in Scenen ISBN 978-3-902534-13-2 Kultiviert sterben. Essay ISBN 978-3-99039-050-4

Erwin Uhrmann Abglanz Rakete Nebel. Gedichte ISBN 978-3-99039-077-1 Der lange Nachkrieg. Roman ISBN 978-3-902534-33-0 Glauber Rocha. Novelle ISBN 978-3-902534-46-0 Ich bin die Zukunft. Roman ISBN 978-3-99039-004-7

Stefan Winterstein Früher war mehr Rechtschreibung. Essay ISBN 978-3-99039-092-4

Platzkonzert. Essay ISBN 978-3-902534-26-2 ISBN 978-3-99039-051-1. TB Vom Sinn des Mittelmaßes. Essay ISBN 978-3-902534-02-6 Wenn Dichter nehmen. Essay ISBN 978-3-902534-99-6 Bernd Schuchter Jene Dinge. Erzählung ISBN 978-3-902534-97-2

Gabriele Weingartner Die Hunde im Souterrain. Roman ISBN 978-3-99039-020-7 Geisterroman ISBN 978-3-99039-085-6 Tanzstraße. Roman ISBN 978-3-902534-32-3 ISBN 978-3-99039-033-7. TB Villa Klestiel. Roman ISBN 978-3-902534-50-7 ISBN 978-3-99039-032-0. TB

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Inhalt Seite Gabriele Weingartner Geisterroman

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Gabriele Weingartner Vorabdruck

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Otto Tremetzberger Die Unsichtbaren

6

Otto Tremetzberger Die Unsichtbaren. Roman ISBN 978-3-99039-087-0 Nelson Mandela hatte vielleicht eine schöne Zeit auf Robben Island. Erzählung ISBN 978-3-99039-002-3

Erwin Uhrmann Interview zur neuen Lyrikreihe

8

Stephan Eibel Erzberg unter einem himmel

10

Christine Trüb Ach der. Roman ISBN 978-3-902534-96-5. TB Die Liebe der beiden Frauen zu den Gärten Roman ISBN 978-3-902534-54-5 Sonntagmorgen. Erzählung ISBN 978-3-99039-022-1

Theodora Bauer Così fanno i filosofi

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Stefan Winterstein Früher war mehr Rechtschreibung

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Jacques Callot Die großen Schrecken des Krieges

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Christine Riccabona / Erika Wimmer (Hg.) Arunda. vierzig

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Heinrich Heine Ramble through the Tyrol

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Backlist

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Impressum

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Thomas Weyr Die ferne Stadt. Erinnerungen ISBN 978-3-99039-040-5 Reinhard Wilczek Stefan Zweigs Reise ins Nichts. Essay ISBN 978-3-99039-042-9 Micha Wille / Hans Wörtl Zirkus in Schrummschrumm. Bilderbuch ISBN 978-3-902534-77-4 Erika Wimmer Nellys Version der Geschichte. Roman ISBN 978-3-99039-000-9


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Limbus Vorschau Herbst 2016  

Die neuen Bücher im Herbst 2016 im Limbus Verlag.

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