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2.6

Figur 22: Die rechnerische Abschätzung des bewerteten Schalldämmasses R’w einer zweischaligen Konstruktion gibt Hinweise auf die wesentlichen Einflussfaktoren

Schallschutz und Raumakustik

Innenbekleidungen beeinflussen das Schalldämmvermögen (Luft- und Trittschallschutz) von Bauteilen mit, und sie sind mit ihrem Schallabsorptionsvermögen entscheidend für die raumakustische Qualität eines Raumes. Während der Schallschutz durch geschlossenflächige Bekleidungen mit hohem Flächengewicht verbessert wird, zeichnen sich gut schallabsorbierende Bekleidungen durch Öffnungen (Lochung, Schlitze) aus. Daraus folgt klar, dass die beiden Funktionen Schallschutz und Raumakustik in der Regel zu trennen sind und dass eine innere Bekleidung allenfalls mehrschichtig aufzubauen ist.

Bewertetes Luftschalldämmass R'w(*) [dB]

Figur 21: Schallabsorbierende Bekleidung

50

1 2 3

40

30

20 1

2

3 4 5 6 8 10 20 30 40 60 100 200 300 500 Flächenbezogene Masse m' [kg·m–2]

1 Theoretisches Massegesetz 2 ‹Gösele-Kurve›, gültig für Gips 3 Kurve für Holz bzw. Holzwerkstoffe

R'w R'w(*) d n

Schalldämmung zweischalige Wand Schalldämmung einschalige Wand (Massegesetz) Schalenabstand in cm Gütefaktor für Trennung bzw. Befestigung der Schalen 1,0 für starre Verbindung 1,5 für elastische Verbindung 2,0 bei getrennten Schalen c Korrekturfaktor für das Dämpfungsmaterial (z. B. Faserdämmstoff) 0,8 Luft 1,0 Faserdämmstoff (z. B. Glas- und Steinwolleplatten)

Figur 23: Gebäudetrennwand mit sehr gutem Luftschallschutz

80

Standard-Schallpegeldifferenz DnT A

70 60 50

B

40 30

1 2 3 4 1

Lignatec Innenbekleidungen

125 250 500 1000 2000 Frequenz f [Hz]

Grundriss Wohnungstrennwand A

4

B

1 4 3 2 1

A

zwei identische Trennwände in Rahmenbauweise – Schalenabstand d – n = 1 für starre Verbindung – c = 1 für Faserdämmstoff als Hohlraumbedämpfung Trennung der beiden Wände mit: – grossem Schalenabstand d, der Hohlraum dient auch als Installationszone – n = 2 für getrennte Schalen (auch Decken sind getrennt) – c = 1 für Faserdämmstoff als Hohlraumbedämpfung

1

Gipsfaser- oder Gipskartonplatten

2

OSB-Grobspanplatten

3

Holzrahmenkonstruktion

4

Glas- oder Steinwolleplatten

2.6.1 Schallschutz Geschossdecken, Trennwände und die Gebäudehülle sind in Abhängigkeit von der Lärmempfindlichkeit und vom Grad der Störung in schalltechnischer Hinsicht zu dimensionieren (Norm SIA 181 [2]). Praxiserfahrungen und messtechnische Qualitätskontrollen belegen, dass auch mit Holzbauten erhöhten Schallschutzanforderungen Rechnung getragen werden kann, wobei im tieffrequenten Bereich bei geringer flächenbezogener Masse oft ein reduzierter Schallschutz (Luft- und Trittschall) bemängelt wird. Einen wesentlichen Einfluss auf den Schallschutz haben die Bekleidungen von Wänden und Decken: Es sind möglichst dünne und schwere Materialien zu wählen; bewährt haben sich Gipsfaser- und Gipskartonplatten. Holzwerkstoffplatten weisen eine eher zu geringe Rohdichte auf und eignen sich deshalb nicht speziell als Schallschutzmassnahme. Als weitere Kriterien sind der möglichst grosse Schalenabstand von schweren Bekleidungen (grosser bedämpfter Hohlraum) und deren optimale schalltechnische Trennung (vollständige Trennung durch zwei Tragstrukturen oder biegeweiche Montage über Akustikschwinghänger, Federschienen o. ä.) zu beachten (Figur 22 und 23). Ein erhöhter Trittschallschutz wird durch eine trittschallgedämmte Bodenüberkonstruktion (Unterlagsboden), evtl. weichfedernde Bodenbeläge und biegeweich abgehängte Deckenbekleidungen aus gipsgebundenen Platten gewährleistet. Damit im tieffrequenten Bereich ebenfalls gute Ergebnisse erzielt werden, ist in der Regel eine Erhöhung der Masse im Bereich der Tragstruktur erforderlich (Holz-Beton-Verbundsysteme, Sandschüttungen oder Betonplatten, Einbau von Tilgern).

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Innenbekleidungen  

Bei der Anwendung von Plattenmaterialien als Innenbekleidung geschehen häufig Fehler, oft in der Planung, vor allem aber bei der Verarbeitun...

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