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Situation

Nachdem die drei Lagen Brettsperrholzplatten vollflächig miteinander vernagelt waren, wurden die Öffnungen vor Ort ausgeschnitten, wobei die vorausgeschnittenen Öffnungsgeometrien der dritten Lage als Schablone dienten. Die vorabgebunden Rippen, Randträger und das Furnierschichtholz wurden ebenfalls vor Ort zusammengesetzt. Diese tragenden Elemente wurden mit langen, diagonal eingedrehten Vollgewindeschrauben verbunden. Als weitere Schicht über dem Tragwerk folgt eine Installationsschicht zur Aufnahme der Luft­ kissenzuleitungen, Beregnungsleitungen und Elektroleitungen für Vegetationsleuchten, Mondlicht, Monitoring und anderes. Darüber liegt die Dämmschicht, die mit zementgebundenen Spanplatten als nichtbrennbare Schicht abgeschlossen ist. Die wasserführende Ebene besteht aus einem Foliendach. Den Abschluss des Dachaufbaus bildet eine aufgeständerte Schicht aus Furnierschichtholz, die als Wartungsebene fungiert und dem Elefantenhaus durch die witterungsbedingte Silberfarbe und die Veränderlichkeit des Materials

Holz sein charakteristisches, natürliches Erscheinungsbild verleiht. Die 271 Dachöffnungen von unterschiedlicher Grösse und Form sind mit vierlagigen ETFE-Kissen eingedeckt und lassen das Sonnenlicht in die Halle eindringen, ohne dass die für das Wachstum der üppigen Vegetation im Inneren wichtigen UV-Komponenten herausgefiltert werden. Die Holzschale wird von einem umlaufenden Spannbetonringbalken eingefasst, der dem auf- und abschwingenden Dachrand folgt. Über diesen Ringbalken werden die Stützkräfte an den Tiefpunkten des Dachrandes in vier Gruppen von betonierten Wandscheiben als lokale Widerlager und in das lineare Auflager der Stallungsrückwand abge­ tragen. Dabei wurden möglichst nur ohnehin erforderliche Bauteile verwendet. So sind die lokalen Dachwiderlager in den unterirdisch verlaufenden Medienkanal eingespannt und zusätzlich an diesen Stellen die Regenwasser­ zisternen integriert. Das Lüftungskonzept musste aufgrund der Feuchtigkeitsabgabe der grossen Vegetationsflächen im Inneren der Halle sowie des Bade­

beckens für die Elefanten eine gleichmässige, homogene Durchströmung an der Unterseite der Holzschale gewährleisten, um einen zu starken Anstieg der Luftfeuchtigkeit sowie lokale Feuchtigkeitsnester zu vermeiden. Das Lüftungskonzept besteht daher aus einem Gürtel von Induktionsdüsen an der Grenze zwischen Besucherbereich und Innengehege, eingebettet in die üppige Innenbepflanzung. Die mit hohem Impuls eingeblasene Luft erzeugt eine Art Luftwalze, die vom Besucherbereich aus an der Unterseite der Dachschale entlangstreicht und auf der gegenüberliegenden Seite im Stallungsbereich an drei Punkten abgesaugt wird. Im Fassadenbereich wird zusätzlich über Bodenauslässe Luft eingebracht, womit die Fassade gespült und der Besucherbereich mit Zuluft versorgt wird. Das Konzept wurde mittels Strömungssimulationen überprüft und weiterentwickelt. Für die Überwachung der Holzfeuchte im Holztragwerk wurde ein spezielles Monitoringsystem entwickelt und in der Dachschale eingebaut.

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Holzbulletin 119/2016  

Sommerziele

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