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‹schorenstadt›, Basel Die Wohnsiedlung ‹schorenstadt› mit ihren 43 Reihenhäusern und 22 Eigentumswohnungen ist gemäss den Kriterien der 2000-WattGesellschaft konzipiert und nach dem Gebäudestandard Minergie-P-Eco zertifiziert. Sie ermöglicht nachhaltiges, natürliches Wohnen in Zentrumsnähe von Basel. Für die Neunutzung des Schoren-Areals im Basler Quartier Hirzbrunnen, südlich des Naherholungsgebiets ‹Lange Erlen›, luden die Besitzerin Novartis und das Hochbau- und Planungsamt im Januar 2007 sechs Architekturbüros zu einem städtischen Studienauftrag ein. Siegerin des Auftrages war die Burckhardt + Partner AG. Deren Projekt überzeugte durch seine städtebaulich differenzierte Anordnung der Bauvolumen, die trotz verdichteter Bauweise grösstmögliche Privatheit erlaubt. Die Überbauung setzt sich aus vier aneinandergereihten Stadthäuserzeilen und zwei Mehr­ familienhäusern mit Eigentumswohnungen zusammen. Im Norden wird sie gegen die Fasanenstrasse hin durch das kleinere der beiden Mehrfamilienhäuser abgeschlossen. Hier erhalten die Wohnräume durch eine Abtreppung mit drei Stufen grosszügige, ungewohnte Raumhöhen. Entlang des ehemaligen Gleis­ bogens liegen die Reihen-Atelierhäuser, deren Innenraumaufteilung eine flexible Nutzung ermöglicht und damit sowohl Arbeiten als auch Wohnen im Erdgeschoss zulässt.

Im Zentrum des Grundstücks befinden sich drei Gebäudezeilen mit unterschiedlichen Reihenhaustypologien. Das Erdgeschoss und der Privatgarten werden leicht über das umliegende Terrain angehoben, so dass ein optimaler Schutz vor Einsicht gewährleistet wird. Den südlichen Abschluss der Überbauung bildet das zweite Mehrfamilienhaus, dessen grosszügige Wohnungen nach mehreren Himmelsrichtungen orientiert sind, womit sie von Morgenund Abendsonne profitieren. Insgesamt stehen so sechs Atelierhäuser, vier Patiohäuser, drei Gartenzimmerhäuser, 30 Stadthäuser sowie 22 Eigentumswohnungen in den zwei Mehrfamilienhäusern zur Verfügung. Die unterschiedlichen Typen von Reihenhäusern und Eigentumswohnungen gewährleisten ein umfangreiches Wohnungsangebot mit verschiedenen Ausbauoptionen für eine breite Bewohnerschaft. Sämtliche Häuser bestehen aus einem Untergeschoss, einem Erd- und Obergeschoss sowie einem Attikageschoss mit grosser Dachterrasse. Die Dachterrassen sind versetzt angeordnet und bilden damit einen zusätzlichen privaten Aussenraum. Die Materialisierung berücksichtigt die Vorgaben von Minergie-P-Eco. Die zurückhaltende Eleganz der Parkettböden und der weiss gehaltenen Wände und Decken begünstigt die persönliche Ausgestaltung durch die Bewohner. Farbige Oberflächen in den Nasszellen setzen individuelle Akzente.

Zur Erfüllung der Zertifizierung nach dem Gebäudestandard Minergie-P-Eco wurde vorwiegend Holz als Konstruktionsmaterial verwendet. Für die Massivbauteile kam teilweise Recycling-Beton zum Einsatz. Neben den angestrebten ökologischen Zielen werden damit ausgezeichnete Behaglichkeit und hoher Wohnkomfort erreicht. Als logische Konsequenz der Holzkonstruktion haben die Architekten Holz auch als Fassadenmaterial gewählt. Die einheitliche Materialisierung und Farbgebung der Fassaden mit vorvergrauten Holzschindeln trägt wesentlich zum homogenen Erscheinungsbild der ‹schorenstadt› bei. Das Untergeschoss, bestehend aus einer gros­ sen Einstellhalle und der Unterkellerung, wurde in Massivbauweise erstellt. Ab der Decke da­ rüber bestehen die Stadthäuser und ein Mehrfamilienhaus mit Ausnahme des Fluchttreppenhauses und der Einfahrt in die Einstellhalle komplett aus Holz. Die Aussenwände sind in Holzrahmenbauweise mit integrierten Brettschichtholzstützen und tragenden, integrierten Unterzügen aus Furnierschichtholz ausgeführt. Die Decken und Dächer sind als Kastenelemente ausgebildet, beim einen Mehrfamilienhaus in Holz-Beton-Verbundbauweise. Beim zweiten Mehrfamilienhaus im Süden des Areals kam eine Hybridbauweise zum Einsatz. Die Tragstruktur mit dem Dach, den Decken, den Stützen in den Fassaden und den beiden Treppenhauskernen besteht aus Stahlbeton. Nicht-

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Holzbulletin 117/2015  

Wohnsiedlungen

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