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Baustoffeigenschaften Holzfeuchte: Schwinden und Quellen Ausgleichsfeuchte und Holzfeuchte von Bauteilen aus Vollholz und Brettschichtholz

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Die Holzfeuchte passt sich dem Klima der Umgebung an. Bei ausreichender Anpassungszeit mit konstanten Bedingungen stellt sich die sogenannte Ausgleichsfeuchte als mittlere Holzfeuchte in Abhängigkeit der relativen Luftfeuchtigkeit im Temperaturbereich von 0 bis 20 °C gemäss nebenstehendem Diagramm ein, für das Gleichgewicht des Feuchtegehalts von Holzwerkstoffen siehe Ziffer 265/1-4.2.

Holzfeuchte w [%]

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Die durchschnittliche Holzfeuchte (Ausgleichsfeuchte) von Bauteilen wird durch den jahreszeitlichen Verlauf des Umgebungsklimas bestimmt und von der Holzart, der Schnittart, der Faserrichtung, den Querschnittsdimensionen sowie den Eigenschaften einer allfälligen Oberflächenbehandlung beeinflusst. Die tabellierten Werte gelten für die klimatischen Bedingungen des Mittellands. Für den Jura und die Voralpen sind die Werte etwas höher, für die Alpentäler etwas tiefer anzusetzen.

15

10

5

0

0

25 50 75 100 relative Luftfeuchtigkeit j [%]

Schwind- und Quellmasse Für langfristige Änderungen der Holzfeuchte unterhalb des Fasersättigungspunktes (wFSP ª 30%), die den ganzen Querschnitt erfassen (das Trocknen von sägefrischem Holz auf die Gebrauchsfeuchte sowie jahreszeitliche Schwankungen), kann mit den differentiellen Schwind- und Quellmassen a gemäss nebenstehender Tabelle gerechnet werden. Bei Holzwerkstoffen sind für die Berechnung der Massänderungen infolge von Feuchteänderungen produktspezifische Angaben der Hersteller zu verwenden. Wenn keine produktspezifischen Werte bestehen, kann näherungsweise mit den Werten in untenstehender Tabelle gerechnet werden.

Differentielle Schwind- und Quellmasse in % pro % Holzfeuchteänderung bei Vollholz Holzart

tangential at

Richtung radial ar

quer a 90 1)

längs al

Nadelholz

0,33

0,16

0,25

0,01

Eiche

0,31

0,19

0,25

0,01

Buche

0,41

0,21

0,30

0,01

Für alle Werte gilt ein Schwankungsbereich von 10% bis 20%. 1)

Mittelwert von at und ar .

Differentielle Schwind- und Quellmasse in % pro % Änderung des Feuchtegehalts nach SN CEN/TS 12872 bei Holzwerkstoffen Holzwerkstoff

kunstharzgebundene Spanplatten (nach SN EN 312) OSB-Platten (nach SN EN 300)

Faserplatten (nach SN EN 622-2, -3 und -5)

Furniersperrholz (nach SN EN 636)

technische Klasse/Holzart

Richtung Länge al

Breite ab

Dicke ad

P4, P6

0,05

0,05

0,7

P5, P7

0,03

0,04

0,5

OSB/2

0,03

0,04

0,7

OSB/3, OSB/4

0,02

0,03

0,5

HB (hart)

0,03

0,03

0,5

MBL, MBH (mittelhart)

0,04

0,04

0,7

MDF

0,05

0,05

0,7

Fichte oder Föhre

0,015

0,015

0,2

Buche

0,025

0,025

0,3

0,05

0,05

0,04

zementgebundene Spanplatten (nach SN EN 634-2) Für alle Werte gilt ein Schwankungsbereich von 10% bis 20%.

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Holzbautabellen. HBT1 - Handbuch für die Bemessung