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DER JUNI IN STUTTGART & REGION

Euro 2,50_Juni 2014_24. Jahrgang E30481_www.lift-online.de

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DAS STUTTGARTMAGAZIN

SOMMERFUSSBALL

Würstchen, Bierchen, Festchen – so feiern wir die Fußball-WM in Stuttgart und Region

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BOHEMIAN BÜHNENBILD Der Street-Art-Künstler Stefan Strumbel mischt die Oper auf DAS NEUE ARSCHGEWEIH Warum in Stuttgarts Tattoo-Szene der Jutebeutel sticht WIND OF CHANGE Warum die hiesige Energiewende weiter auf sich warten lässt


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DAS BESTE IM JUNI

DAS BESTE... 24 56

WASSERSCHLACHT Das Songkran Festival holt den Techno nach Esslingen zurück

DAS NEUE ARSCHGEWEIH Warum in der Tattoo-Szene der Jutebeutel sticht

INHALT STADT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6 ABO-AKTION . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .32

LEBEN STUTTGART KAUFT EIN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .35 SOMMERMODE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .38 STUTTGART FLIEGT AUS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .48 STUTTGART FÜR KINDER . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .50 STUTTGART GEHT AUS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .52 STUTTGART FEIERT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .56 KULTUR SEHEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .59 ENTDECKEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .66 LESEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .71 HÖREN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .74 SPIELEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .80 OPEN AIR . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .84 PLANEN VERANSTALTUNGSKALENDER . . . . . . . . . . . . . . . . .107 KINDERKALENDER . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .147 A BIS Z . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .156 VERANSTALTER . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .166 KLEINANZEIGEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .169 IMPRESSUM . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .176 LIFT LIEBT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .178

84 SONDERTHEMA OPEN AIR Die besten Termine für Kino, Konzerte, Kinder und Feste unter freiem Himmel


DAS BESTE IM JUNI

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IM JUNI

78 80 BOHEMIAN BÜHNENBILD Der Street-Art-Künstler Stefan Strumbel mischt die Oper auf

ENGEL MIT EINEM FLÜGEL Großes Gefühl auf schwarzen und weißen Tasten: Tori Amos in der Liederhalle

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WIND OF CHANGE Warum die hiesige Energiewende weiter auf sich warten lässt

HÄUSLEBAUER Die schönsten Architekturführungen

14 SOMMERFUSSBALL Würstchen, Bierchen, Festchen – so feiern wir die Fußball-Weltmeisterschaft in Stuttgart und Region

MITTAGSTISCH Wie Firmen ihre Mitarbeiter verköstigen

38 SOMMER, SONNE, STYLE Die besten Looks & heißesten Trends


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Foto: Schönebaum

STADT

WM-STADIONBAU: VOM FC SCHÖNWALD INS MARACANA ...........7 TOM BARTELS KOMMENTIERT DAS WM-FINALSPIEL .............................8 LOCKERER LÄRMSCHUTZ & PAULINES WM-SONG ...............................10 PROMIS IM WM-FIEBER: DER ALTE MANN UND DAS TOR ...............11 DIE BESTEN WM-LOCATIONS IN STUTTGART UND REGION .........14

ENERGIEWENDE: WOHER WEHT DER WIND? ........................................20 TATTOOS: STUTTGART GEHT UNTER DIE HAUT ...............................24 MEIN MONAT, KARAOKE, CHRISTUSTAG UND VEGAN DAY ..........28 VOR ORT: MIT RAINER TEMPEL AN EINEM LOST SPACE ..................30 ABO-AKTION ..................................................................................................................32 [LIFT 06.14]


STADT

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UNTER SEINEN DÄCHERN SPIELEN DIE STARS: BAUINGENIEUR KNUT GÖPPERT HAT DREI WM-STADIEN MITGEPLANT

VOM FC SCHÖNWALD INS MARACANA

Foto: Schönebaum

viel und noch n e u a h c S T WMtuellen LIF tions zum k a a c o L im n n e e t it M-Se Die bes 7 Extra-W f u a r h e m Ein schneller Griff unter die Schreibtischunterlage seines Büros im Stuttgarter Westen, und schon hat Knut Göppert den WM-Spielplan in der Hand. Eine Woche wird er bei der Weltmeisterschaft in Brasilien verbringen: „Ein Deutschland-Spiel ist leider nicht dabei“, sagt der Bauingenieur. „Aber ehrlich gesagt würde ich immer ein Match in einem unserer Stadien einem Deutschland-Spiel vorziehen.“ Man merkt nicht nur am Wort „unser“, dass die Stadien für Göppert nicht einfach irgendwelche Bauprojekte sind. „Fußball ist immer eine emotionale Sache“, sagt Göppert, der früher selbst in der Kreisliga beim FC Schönwald gekickt hat. An den drei Stadien in Manaus, Brasilia und Rio war der Bauingenieur bei der Planung der Stadiondächer beteiligt. Knut Göppert ist Geschäftsführer bei Schlaich Bergermann und Partner, einem international tätigen Ingenieurbüro mit Hauptsitz in Stuttgart. Die Gründer des Büros waren schon beim Bau des Münchner Olympiastadions in den siebziger Jahren beteiligt, Göppert selbst bei Stadionbauten für die Weltmeisterschaften in Südkorea 2002, Deutschland 2006 und Südafrika 2010. Das Stadion, an dem das Herz von Göppert besonders hängt, ist nicht weit entfernt: die Stuttgarter Mercedes-Benz Arena, an dessen

Umbauten der „kontrollierte VfB-Fan“, wie er sich angesichts vieler Aufträge aus der Fußballbranche selbst bezeichnet, bereits seit 1992 beteiligt ist. Mit der Planung des neuen Dachs für das Maracana-Stadion in Rio de Janeiro hat Göppert sich einen großen Traum erfüllt. „Das ist das wohl berühmteste und geschichtsträchtigste Stadion der Welt.“ Bis zu 200.000 Zuschauer haben bei der WM 1950 hier die Spiele von Brasilien verfolgt. „Bei einem Stadionumbau ist es wichtig, die prägenden historischen Elemente beizubehalten“, sagt Göppert. Dabei trotzdem alle modernen Sicherheitsbestimmungen einzuhalten, ist eine Herausforderung. Selbst wenn die letzte Schraube sitzt, richtig fertig ist ein Stadion erst, wenn das Eröffnungsspiel stattfindet. Im Maracana war Göppert beim Confederations-Cup im vergangenen Jahr dabei: „Die Stimmung war gigantisch.“ Und wenn es auf dem Platz und den Rängen mal nicht so läuft? Für Göppert kein Problem, dann lässt er den Blick eben über Tribünen oder Dachkonstruktionen schweifen. Im Gegensatz zum Maracana lief der Stadionbau in Manaus nicht optimal. Verunglückte Arbeiter und Korruptionsvorwürfe warfen ein schlechtes Licht auf den Sta-

dionbau. „Als Planer ist man zwar beim Bau nicht mehr in der vordersten Reihe beteiligt, aber ins Schwitzen kommt man trotzdem“, gibt Göppert zu. Nach anfänglichen Zweifeln ist Brasilien für ihn jedoch die richtige Wahl für die WM. Wenn man längere Zeit in Brasilien sei, bekäme man ein anderes Bild, als das medial nach Deutschland projizierte, behauptet er. „Das Land ist fußballbegeistert, und um eine Nachnutzung der Stadien mache ich mir keine Sorgen.“ Zumal die Investitionen in die Infrastruktur dringend notwendig gewesen seien. „Ein neues Stadion kann eine Chance für die jeweilige Stadt sein“, so Göppert. Trotzdem würde er bei der Wahl „Kindergarten oder Stadion?“ den Bau eines Kindergartens als wichtiger erachten. „Aber aus welcher Perspektive kann man diese Frage wirklich stellen?“, fragt der Planer. Die Proteste beim Confederations-Cup und nun im Vorfeld der Weltmeisterschaft findet Göppert auf jeden Fall richtig. Die Proteste würden sich seiner Meinung nach jedoch weniger gegen die Weltmeisterschaft als mehr gegen generelle vorhandene Missstände in Brasilien richten. „Es ist clever, so die Weltöffentlichkeit zu nutzen.“ Hauptsache, es bleibt friedlich. Thomas Miedaner


STADT

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DER NADEL AUF DER SPUR: TATTOOS SIND MEHR ALS BILDER FÜR DIE EWIGKEIT

STUTTGART GEHT UNTER DIE HAUT

Tattoostudios sprießen in Stuttgart und Region wie Unkraut aus dem Boden. Dieser Trend ist längst nicht nur im Kessel zu beobachten: Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland mehr als 7.000 Tattoostudios, aber weniger als 6.500 Augenärzte. Ist uns Körperkult wichtiger geworden als einer unserer wichtigsten Sinne? Scheint so: Allein in Stuttgart kann man sich derzeit bei annähernd 30 Stechern Farbe unter die Haut jagen lassen. Die Zeiten von Arschgeweih, Tribal und Co. sind dabei aber längst vorbei. Spätestens seit das Tattoo der ehemaligen First Lady Bettina Wulff durch feine Roben schimmerte, ist dieser Körperschmuck im Mainstream angekommen. Hat ganz schön lange gedauert, ist die Tradition des Tätowierens

schließlich beinahe so alt wie die Menschheit selbst. Ja, selbst die Gletscher-Mumie Ötzi – immerhin über 5.000 Jahre alt – weist mehrere Tätowierungen auf.

TATTOOS SIND KEINE REBELLION MEHR Die Faszination für diesen dauerhaften Körperschmuck lässt sich laut Ethnologen auf die Entdeckungsbewegung des 18. Jahrhunderts zurückführen. Die traditionelle Ganzkörpertätowierung in Polynesien wurde sogar als „Schrift des Paradieses“ bezeichnet. Erst im späten 19. Jahrhundert erlangte das Tattoo ein fragwürdiges Image und galt als Besonderheit von Matrosen, Soldaten oder Sträflingen. Dabei trug

selbst der knurrige britische Staatsmann Sir Winston Churchill einen Anker auf dem Arm. Der ist heutzutage zwar höchstens noch bei Rockabillys angesagt, Tattoo-Trends gibt es aber natürlich auch 2014. In der Region sind Profis zu Hause, für deren Arbeiten mancher Fan quer durch die gesamte Republik fährt, um sich einen bestimmten Style stechen zu lassen. Im Stuttgarter Süden trifft man gar geballt auf Tätowierer, die wegen ihres Stils deutschlandweit gefragt sind. Dieser Tage ist es vor allem eine Tendenz zu grafischen Stilen, die in den Studios besonders gefragt sind. Dreiecke, Linien, abstrakte Formen – der typische Jutebeutel-Aufdruck eben. Und noch einen Trend gibt es. Einen, der seriösen Tattoo-Artists Sorgen be-

reitet: Das Tätowieren von Hals und Händen. „Das finde ich sehr bedauerlich“, betont Heiko Bauder vom Sun Dog Tattoo in SSüd. „Viele lassen sich diese Stellen als allererstes tätowieren.“ Klar: Tattoos mögen heutzutage gesellschaftsfähig sein. Das gilt aber eben noch lange nicht für jedwede Form. „Ein guter Tätowierer sieht sich auch in der Verantwortung seiner Kunden. Er schickt die Leute weg, wenn sie sich als erstes Hals oder Hände verzieren möchten“, erzählt er weiter. Gerade junge Leute um die 20 seien gerade regelrecht heiß auf diese Stellen, oft ohne zu wissen, welche Auswirkungen ein solches Tattoo im Berufsleben haben kann. Natürlich soll das nicht heißen, dass jeder 18-Jährige mit seinen [LIFT 06.14]

Foto: Wunsch

Sandra Daumüller hängte ihren Job im Steuerbüro an den Nagel, um ein Tattoostudio zu eröffnen


STADT

Ersparnissen zum nächstbesten Studio rennt, der Trend sei jedoch eindeutig festzustellen. Hier trennt sich für viele Tätowierer wie Bauder auch in Stuttgart die Spreu vom Weizen. Er sieht sich eben nicht nur als Künstler, sondern vor allem auch als jemand mit einem Gespür für Menschen, der nicht jeden lukrativen Trend blind mitmacht. Und Bauder hat genug Zeit gehabt, Trends kommen und gehen zu sehen. Er ist einer vom alten Schlag, einer, der nicht nur des Geldes wegen sticht. Das kommt an, sein Studio ist auch ohne Werbemaßnahmen und FacebookSeite begehrt und bis ins Jahr 2015 hinein ausgebucht. Seit mehr als zehn Jahren lässt er die Nadel surren, hat sich einem der wichtigsten Stile der Welt verschrieben: der Tätowierkunst aus Japan, die neben der polynesischen eine der ältesten ist. Sie zeichnet sich durch besonders harmonische Formen und Farben aus. „Der japanische Stil faszinierte mich schon, bevor ich mit Tätowieren anfing. Das hat sich bis heute vertieft, obwohl ich mich mittlerweile als Allrounder bezeichnen würde“, erzählt er schmunzelnd. „Tätowieren ist schon lange keine Rebellion mehr“, meint der 38jährige Bauder. Tätowierungen sind für ihn bis heute mehr als einfach nur ein Bild auf der Haut – „sie sind ein Gefühl, eine Lebenseinstellung“. Schon früh hatte Bauder die Chance, an eine Tätowiermaschine zu kommen und selbst Hand anzulegen, lehnte das Angebot jedoch ab. Er wollte den Beruf nur von jemandem lernen, der ihn wirklich verinnerlicht hatte. „Diese Entscheidung war mein großes Glück“, sagt er rückblickend. 2003 ging er beim weltbekannten, mittlerweile verstorbenen Tattoo-Artist Marcuse in die Lehre. „Anfangs durfte ich nur zuschauen, zeichnen und alles drumherum machen. Ein Jahr lang habe ich nur Nadeln gelötet. Heute kauft man die einfach.“ Ihrem Gespür folgte auch die 36jährige Sandra Daumüller, als sie sich dazu entschloss, ihren Job im [LIFT 06.14]

Steuerbüro an den Nagel zu hängen und 2009 mit ihrem Freund Theo Bleikamp das Studio Art & Symbols in S-Süd zu eröffnen. Auch sie hat von klein auf gezeichnet und sich kreativ und handwerklich betätigt. „Also hab’ ich es mit der Modeschule versucht. Aber ich war zu naiv und hatte mir eingebildet, mich gleich danach mit Mode der Zwanziger bis Sechziger Jahre selbständig machen zu können. So beugte ich mich der scheinbaren Vernunft und habe etwas angeblich Anständiges gelernt“, erzählt sie. Ihr Freund brachte ihr schließlich das Tätowieren bei: „Dieser Gedanke geisterte mir bereits 1998 durch Kopf, als ich mich das erste mal tätowieren ließ“, erzählt sie. Das können ihre Stammkunden nachvollziehen, die ihre Haut Daumüller anvertrauen. Als eine der wenigen tätowierenden Frauen behauptet sie sich erfolgreich in einer Männerdomäne, bringt mit ihrem detailverliebten Stil jede Menge frischen Wind in Stuttgarts Szene.

DIE SZENE IST EINE MÄNNERDOMÄNE Besonders froh ist Daumüller, dass auch ihr Partner Theo Bleikamp „noch ein Tätowierer vom alten Schlag“ ist, von dem sie viel lernen könne. Auf einen Stil möchte sie sich bei ihren Arbeiten nicht festlegen: „Ich liebe die alte Schule. Aber ich tätowiere auch gerne von New School bis hin zum Comic-Stil.“ Vielseitig ist also auch sie, was bei den schnelllebigen Trends natürlich kein Nachteil ist. Bauder und Daumüller sehen diese Entwicklung allerdings kritisch. Auch Matthias Backenstrass, Leiter des Instituts für Klinische Psychologie im Klinikum Stuttgart, beobachtet: „Gerade bei jüngeren Menschen lässt sich vermuten, dass Prominente eine gewisse Vorbildund Identifikationsfunktion haben.“ So lässt sich auch erklären, dass in den letzten Jahren Schriftzüge und die Geburtsdaten der eigenen Kinder total angesagt waren und Krakeleien im Stil von

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Foto: scerpica / Fotolia.com

LEBEN

STUTTGART KAUFT EIN ..........................................................................................35 SOMMERMODE ............................................................................................................38 STUTTGART FLIEGT AUS ........................................................................................48

STUTTGART FÜR KINDER .......................................................................................50 STUTTGART GEHT AUS ...........................................................................................52 STUTTGART FEIERT .................................................................................................56 [LIFT 06.14]


LEBEN STUTTGART KAUFT EIN

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S KAUFT EIN LIFT LIEBT

DAS STUTTGARTER START-UP-LABEL F(PH)RESH PRÄSENTIERT SEINE ZWEITE UHRENKOLLEKTION

SO FRESH AND SO CLEAN

Fotos: Schönebaum

Severin Bandera (li.) und John Stewart wollen mit Uhren Zeit spenden

Schrille Farben und klobige Plastikgestelle zeichneten die erste Uhrenkollektion von F(ph)resh aus. Das Folgemodell, das gerade erfolgreich die Finanzierung durch eine Crowdfunding-Kampagne erreicht hat, kommt nun puristischer daher. „Die Uhr ist cleaner und auch wertiger als ihr Vorgänger“, beschreibt Severin Bandera, Mitgründer des Labels, das neue Produkt, das in etwa 180 Euro kosten wird. Zusammen mit John Stewart gründete Bandera das Label im Jahre 2012. Die beiden 27jährigen Start-up-Unternehmer sind keine Designer und hatten auch sonst zuvor weder etwas mit Fashion noch mit Unternehmensführung am Hut. Aber sie stecken voIl Ideen und haben Lust, etwas anders zu machen. Sie wollen Produkte auf den Markt bringen, auf die sie stolz sind. Das Motto des Labels lautet: „Time for Change, Time for Education“. Bandera erzählt: „Mit F(ph)resh wollen wir zeigen, dass man nachhaltig und erfolgreich sein kann!“ Die zwei Jungs von F(ph)resh wollen Produkte auf den Markt bringen, auf die sie stolz sind. Daher haben sie ein Konzept entwickelt, wie Uhren karitativ Zeit spenden können – und [LIFT 06.14]

dabei auch noch gut aussehen. Die Konzeption von F(ph)resh ist simpel und doch einzigartig. „Eigentlich geht es bei unserem Projekt viel mehr um die Zeit an sich als um das Produkt Uhr“, erläutert F(ph)resh-Mitgründer Severin Bandera. Der Grundgedanke ist, bei dem Kauf einer Uhr anderen Menschen Zeit zu spenden. So geht ein Teilerlös an ausgewählte Schulprojekte in Peru und Tansania, um Schulkindern dort mehr Bildungszeit zu ermöglichen. „Wir wollen einen persönlichen Bezug zu den Projekten haben, setzten auf direkte Unterstützung – und messen die Hilfe nicht in Geld, sondern in Zeit“, erklärt Bandera. Pro Uhr kann ein ganzer Monat Schulzeit für ein Kind finanziert werden – inklusive Verpflegung und Schulutensilien. Hinter dem Konzept steckt also eine WinWin-Win-Strategie. „Wir wollen, dass alle Beteiligten von unserem Produkt profitieren. Der Käufer hat eine stylische und fair gehandelte Uhr, wir verdienen unser Geld und kreieren gleichzeitig eine Marke, die tolle Projekte unterstützen kann,“ so Stewart weiter. Der humanitäre Aspekt des Labels erklärt

auch das PH im Namen: Das P steht für People und das H für Humanity. In der Aussprache ändert sich aber nichts, F(ph)resh bleibt fresh. Start-up-Labels dieser Art vermutet man heute zwar noch eher in Städten wie Berlin, doch der in Stuttgart aufgewachsene Bandera fühlt sich wohl im Kessel, und auch der zugezogene Stewart freut sich über seine Wahlheimat – und somit über den Standort des Labels: „Hier in Stuttgart ist die Startup-Szene zwar noch klein, aber sie ist vorhanden und wächst stetig.“ Die Uhren werden hauptsächlich online verkauft und finden weltweit Käufer, daher richtet sich das Label auch international aus: Alle Informationen auf der Homepage sind in englischer Sprache verfasst. Doch Bandera und Stewart legen ebenfalls großen Wert darauf, den Bezug zum Standort Stuttgart zu pflegen und zu intensivieren. „Wir wollen bewusst auch lokal auftreten und bei regionalen Messen wie zum Beispiel der Vogelwild in Tübingen oder der Blickfang in Stuttgart mit der hiesigen Szene in Kontakt und AusMara Veigel tausch treten.“


LEBEN STUTTGART FEIERT

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S FEIERT LIFT LIEBT

DAS SONGKRAN FESTIVAL HOLT DEN TECHNO NACH ESSLINGEN ZURÜCK

WASSERSCHLACHT MIT TECHNO-DJS Techno-OpenAirs sind spärlich gesät in Stuttgart und Region. Das liegt vor allem daran, dass es hier an Austragungsorten mit entsprechender Kapazität mangelt. Jetzt, nach vier langen Jahren, hat es tatsächlich wieder geklappt, und zwar im Esslinger Eisstadion – dem Büro Südwind sei Dank. LIFT-Autor Martin Elbert sprach mit Organisator Tome Aulicky über das Konzept. LIFT Wie kam es zur Idee des Songkran Festivals? AULICKY Das Konzept lag bereits seit circa zwei Jahren in unserer Schublade. Nach den erfolgreichen Semf-Events konnten wir es endlich rausholen und auch umsetzen. LIFT Songkran ist das traditionelle Neujahrsfest nach dem thailändischen Mondkalender. Die Menschen waschen sich bei einer riesigen Wasserschlacht symbolisch rein. Warst du schon mal in Thailand während des Festes?

AULICKY Ich war noch nie in Thailand, aber mein Kollege Deniz Keser taucht regelrecht in die Kultur ein und lieferte somit auch die Grundidee für das Konzept. LIFT Wieso bietet sich das Esslinger Eisstadion für das Festival an? AULICKY Wir haben sehr gute Erinnerungen an die Neckarinsel und das Eisstadion. Die Location ist für uns ein Highlight. Als wir das Semf-Open-Air 2010 dort veranstalteten, war das ein tolles Event. Das Songkran ebenfalls dort zu veranstalten, bot sich einfach an. LIFT Wie haben die Behörden reagiert? Damals war man im Nachhinein nicht ganz so glücklich. AULICKY Es sind mittlerweile vier Jahre vergangen, und wir kamen zudem mit etwas Neuem um die Ecke – nicht ganz so viel Techno, mehr Sommerfeeling. Mit Acts wie Moonbootica, Karotte, Westbam oder Dapayk & Padberg ist Qualität garantiert. LIFT Und wie kann man sich das mit der angekündigten Wasserschlacht vorstellen? AULICKY Es kann überall da mit Wasser herumgespritzt werden,

Sind bereit sich reinzuwaschen: Dapayk & Padberg

wo sich die Gäste aufhalten dürfen. Sofern das Wetter mitspielt, versteht sich. Aber auch ohne Wasserschlacht wird das Songkran ein Event mit Open-Air-Feeling. Dank der Überdachung des Eisstadions wird auch keiner nass.

Aber Petrus war bislang immer auf unserer Seite, wenn wir ein Open-Air veranstaltet haben. SONGKRAN FESTIVAL [28.6. 14-22 Uhr, Eisstadion, Inselstr. 27, Esslingen, www.songkran-festival.de]

IMPORT-/EXPORTSCHLAGER: KID FRESH IN DER SCHRÄGLAGE

EKSTATISCHER JETSETTER Von Deutschland nach Hongkong: Vor einigen Jahren hat Kid Fresh die chinesische Metropole zu seiner neuen Wahlheimat ernannt. Seither spinnt er von dort aus die Fäden für die südasiatische Clubszene. Erste Schritte machte er als Turntablist – als einer, der mit Hilfe zweier Plattenspieler und seinen Händen neue Musikstücke kreiert.

Dreimal hat Kid Fresh so den International Turntablist Federation World Champion Titel abgeräumt. Zudem ist er Gründer der erfolgreichsten Turntablism-Crew der Welt: den Lordz of Fitness. Und Kid Fresh ist noch immer fit genug, um das Publikum mit HipHop, Dubstep oder Drum’n’Bass zur Ekstase zu treiben. Das hat auch der klangfanatische Musik-

produzent Diplo, König des urbanen Clubmusik-Schmelztiegels, erkannt und Kid Fresh für sein Label Mad Decent verpflichtet. Jetzt muss der Jetsetter nur noch die Turntables der Schräglage zum Drehen bringen. Aber das sollte kein Problem sein. ELBE KID FRESH [8.6. 23 Uhr, Schräglage, Hirschstr. 14, S-Mitte] [LIFT 06.14]


LEBEN STUTTGART FEIERT

LIFT LIEBT

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WUNDERKERZEN-ALARM AM DIENSTAG: DOUGLAS GREED IM CLIMAX

FREUDE AM TANZEN Douglas Greed und Freude am Tanzen: Zwei Begrifflichkeiten, die bislang wohl nur für Insider elektronischer Musik zusammenpassten. Das sollte sich schleunigst ändern. So zumindest die Agenda der Stuttgarter Elektro-Blogger „Es ist Liebe“, die jeden Dienstag den partyerprobten Keller des Climax Institutes beben lassen. Mal ehrlich: Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass es in Stuttgart möglich ist, an einem Dienstag einen Club zu füllen? Jetzt kommt also Douglas Greed an einem dieser Dienstage auf einen Besuch im Climax vorbei. Die Connaisseure fragen sich da natürlich: „Wieso jetzt erst?“, die Neugierigen sagen immerhin: „Hört sich gut an!“

LIFT LIEBT

Auf seinem neuen Album „Driven“, verlegt vom renommierten Elektro-Stall Freude am Tanzen, stellt Greed mal wieder seine Fähigkeit als Elektro-Künstler außerhalb des klassischen Techno- und House-Rahmens unter Beweis. Als dieser wird er dann mit einem Live Act in Stuttgart Halt machen und – wie es bei den Es ist Liebe-Partys üblich ist – garantiert für Wunderkerzen-Alarm sorgen. Wir würden mal sagen, da lohnt sich durchaus die Überlegung, mittwochs mal schön freizumachen. ML DOUGLAS GREED [10.6. 22:30 Uhr, Climax Institutes, Calwer Str. 25, S-Mitte. WIR VERLOSEN 3x2 Tickets. Mail, Fax oder Karte mit dem Stichwort „Dienstag“ an LIFT.]

DURCHSTARTER CLAPTONE SPIELT IM KOWALSKI AUF

ELEKTRONISCHER MASKENMANN Dass man mit einer Maske im Gesicht im Musikbusiness durchaus Erfolg haben kann, bewiesen in den vergangenen Jahren mehrere Künstler aus dem HipHop-Bereich: Sido, Cro und Genetikk sind nur einige Beispiele. Dass dieses Phänomen auch in der elektronischen Musikszene angekommen ist, war nur eine Frage der Zeit. Neben Techno-Gott Redshape hat es nun auch den House-Bereich erreicht. Seit geraumer Zeit tourt ein Maskenmann namens Claptone durch die Republik und begeistert die Massen. Natürlich ist dabei die venezianische Karnevalsmaske nur ein Accessoire,

denn der Erfolg von Claptone beruht ganz klar primär auf seinen grandiosen Produktionen wie „Wrong“, „No Eyes“ oder „Cream“. Hierbei changiert er gekonnt zwischen HipHopSamples und gefühlvollem Gesang – und haut so einen Hit nach dem anderen heraus. Gründe genug, dem Herren im Kowalski einen Besuch abzustatten. Und keine Bange: Am nächsten Tag ist Feiertag. ML CLAPTONE [18.6. 23 Uhr, Kowalski, Kriegsbergstr. 28, S-Mitte. WIR VERLOSEN 3x2 Tickets. Mail, Fax oder Karte mit dem Stichwort „Maske“ an LIFT.]

PERSONIFIZIERTE SYMBIOSE: PROSUMER IN DEN WAGENHALLEN

DER KÜNSTLER IST AUCH KUNDE

Fotos: Reneartwork (o.), Schulze (mi.), Mann (u.)

Was man in der Musik nie vergessen darf, ist das Gehör des Konsumenten. Was man selbst toll findet, muss eben nicht zwangsläufig einem großen Publikum gefallen, ist aber natürlich nicht immer ganz verkehrt. Bei Achim Brandenburg alias Prosumer funktioniert dieser Spagat ziemlich gut. Immerhin ist er beides, Produzent und Konsument – ein „Prosumer“ eben. Mit seinen eingängigen House Beats bringt Brandenburg jeden Laden binnen Sekunden zum Beben, verlässt sich bei der Ausschmückung aber voll und ganz auf sein Bauchgefühl. Das trügt ihn selten: Seit nunmehr fast einem Jahrzehnt beackert er die [LIFT 06.14]

elektronischen Musikpfade. Seine Tracks sind locker und fluffig-leicht, klingen mehr nach Sommercocktail als nach dunklem Club. Funktionieren tun sie natürlich trotzdem in einem solchen: Bei seinem Auftritt in den Wagenhallen wird er vom deutsch-rumänischen DJ Borrowed Identity supportet, der bereits vor dem eigentlichen Set von Prosumer für eine euphorische Stimmung wie im Fußballstadion sorgen wird. Dort sind schließlich auch die Fans die Produzenten der Stimmung und der Emotionen. DS PROSUMER [18.6. 23 Uhr, Wagenhallen, Innerer Nordbahnhof 1, S-Nord]


KULTUR ENTDECKEN

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ENTDECKEN LIFT LIEBT

KÜHNE MUSEUMSBAUTEN UND STADTVIERTEL IM UMBRUCH – DIE SCHÖNSTEN ARCHITEKTURFÜHRUNGEN

AUSGEZEICHNETE HÄUSLEBAUER

Die Weißenhofsiedlung, das Porsche Museum oder der Fernsehturm – in Stuttgart begegnet man erstaunlich vielen Architekturdenkmälern. Auch in der Region sind viele bemerkenswerte Bauten zu entdecken, vom Barockschloss in Ludwigsburg bis zur Fachwerkstadt in Herrenberg. Kein Wunder, dass es inzwischen Anbieter von Führungen gibt, die sich speziell dem Thema Architektur und Baugeschichte widmen. Auch mit Büchern lassen sich besondere Bauten entdecken, und Museen bieten Führungen zu ihrer Architektur an. LIFT-Autorin Anne Abelein hat die schönsten Rundgänge besucht.

„Stuttgart ist eine Architekturstadt wie Berlin, Hamburg und München“, so die Kunsthistorikerin. Das Team um Franke-Höltzermann bietet Touren über die VHS Stuttgart, Leonberg, Sindelfingen, Böblingen und Ostfildern sowie die Kulturgemeinschaft an, außerdem können Gruppen Führungen buchen. Im Mittelpunkt steht die zeitgenössische Architektur. „Unser Dauerbrenner ist das neue Europaviertel mit der Bibliothek“, sagt FrankeHöltzermann. Bei anderen Führungen verschlägt es die Besucher in die Liederhalle oder in den Scharnhauser Park. Demnächst sind auch Führungen zu Stuttgarts Lieblingszankapfel S21 geplant. [Tel. 0711/34 24 92 06, www.ar-

EUROPAVIERTEL UND CO. – NEUE ARCHITEKTUR ZU FUSS ENTDECKEN

chitektouren-stuttgart.de]

Was tut sich am Stuttgarter Killesberg rund um das einstige Messegelände und den Höhenpark? Welche Bauten machen die Kulturmeile aus? Diese und andere Fragen klären die Kunsthistorikerin Carola Franke-Höltzermann und ihre Mitstreiter bei den Architektouren. Das Team bietet seit 2005 Spezialführungen an, die sich mit bemerkenswerten Bauwerken, aufstrebenden Architekturbüros und verzwickten Stadtplanungsfragen befassen.

SCHILLERPLATZ UND MAHNMÄLER – IM MINIVAN STADTPLANUNG ERFAHREN

Erst Romanik-, Gotik- und Renaissance-Bauten rund um den Schillerplatz bestaunen und anschließend die Baukonstruktion des Stuttgarter Fernsehturms analysieren – bei Anselm Vogt-Moykopf ist das möglich. Der Stadtführer bietet Rundgänge in Stuttgart und Umgebung sowie Touren im Mini-Van an. Außerdem nützt er öffentliche Verkehrsmittel.

Die Besucher können sich ihre Tour individuell zusammenstellen: „Ich bin da ganz flexibel“, sagt Vogt-Moykopf. Zu seiner Tätigkeit ist er über einen studentischen Nebenjob gelangt: Er finanzierte sein Sozialwissenschaftsstudium in Tübingen mit Taxifahren. „Wer kennt die Stadt besser als Taxifahrer?“, dachte er sich, und die Idee zur Stadtführung im Mini-Van war geboren. Wenn Vogt-Moykopf Besucher über den Schillerplatz führt, reist er geschwind durch die Zeit: War er eben noch beim Renaissance-Bau, so bleiben auch Denkmäler aus anderen Zeiten wie beispielsweise das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus und die ehemalige Gestapo-Zentrale an der Dorotheenstraße nicht unerwähnt: „Ich versuche, einen Rundumblick zu geben“, betont Vogt-Moykopf. Er führt auch an verschiedene andere Stätten, so etwa ins Turmforum und zur Landesmesse. [Tel. 0711/765 20 87, www.stadtrundfahrt-stuttgart.de] BAROCKMANTEL UND PERÜCKE – DER BAUHERR FÜHRT PERSÖNLICH

Gestatten? Donato Giuseppe Frisoni! Bei dem ehrwürdigen Herrn mit weißer Perücke handelt es sich um keinen Geringeren als den [LIFT 06.14]

Fotos: Wunsch, Schönebaum, PR

Beeindruckende Aus- und Draufsicht: Weissenhofmuseum und Mercedes-Benz Museum


KULTUR ENTDECKEN

Stadtbaumeister des barocken Ludwigsburg persönlich. In der Rolle des Architekten begrüßt der Kostümführer Herbert Rommel im Hof des Ludwigsburger Residenzschlosses seine Gäste. Dann führt er sie durch das Blühende Barock, an der Hauptstraße entlang, auf den Holz- und den Marktplatz zur Stadtkirche und zuletzt in die Schorndorfer Straße, wo Frisoni wohnte. Auf dem Rundgang können die Besucher eine Menge über barocke Stadtplanung erfahren: Rechte Winkel, zweigeschossige Häuser und Hofeinfahrten kennzeichnen die Architektur in Ludwigsburg. „Das kann ich wunderbar erklären, es ist ja alles noch da“, sagt Rommel. Während der Führung fühlt er sich ganz in die Persönlichkeit des Stadtbaumeisters ein. Das prächtige Kostüm hat Rommel übrigens einem historischen Bildnis Frisonis nachempfunden. Die Zuhörer spielen bei der Führung engagiert mit: „Sie reden mich am Schluss mit Baumeister und Landbaurektor an“, freut sich Frisoni, pardon, Rommel. [Tel. 07141/910 22 52, www.ludwigsburg.de] DOPPELHELIX-SPIRALEN UND BAUHAUSSTIL – BERÜHMTE MUSEUMSBAUTEN

Viele Museen sind selbst staunenswerte, eigene Exponate – zum Beispiel die zwei großen Stuttgarter Automuseen. Das Porsche Museum gleicht dem Bau eines riesigen Schiffs, Neugierige können Gruppenführungen rund um die Architektur des Hauses buchen. Im Fall des Mercedes-Benz Museums ist der Zugang noch einfacher: Jeden Freitag bietet das Museum kostenlose Spezialführungen zu seinem spektakulären Bau an. Dabei wird auch geklärt, was es mit den Spiralformen des Museums auf sich hat: Sie sind an die Form einer DNA-Doppelhelix angelehnt. Die Grundidee des Museumsentwurfs des Stuttgarter Architekturbüros HG Merz war die Vorstellung einer Zeitreise.

Stuttgarts wohl berühmtestes Architekturdenkmal mit eigenem Museum ist aber die Weißenhofsiedlung. Im Haus Le Corbusier gewinnen Bauhaus-Fans einen Überblick über die Ideen, die in diesem Baustil stecken. Hier starten auch Rundgänge durch die Siedlung: „Wir bieten eine große und eine erweiterte Führung und außerdem Spaziergänge durch die Kochenhof- und Weißenhofsiedlung an“, sagt die Museumsleiterin Anja Krämer. Auf Wunsch führt auch die ehemalige Hausbewohnerin Christa Munkert durch die Siedlung. [Porsche-

sich das Werk. Hammerbacher hat gleich zwei Geheimtipps parat: Auf dem Vaihinger Campus ragen bemerkenswerte Bauten von Frei Otto, Rolf Gutbrod und Ben van Berkel in die Höhe. Ansehnliche großbürgerliche und anthroposophische Architektur lässt sich auf der Gänsheide entdecken. [Peter Pipiorke, Friederike

Museum: Architekturführung n. Vereinb., Tel. 0711/91 12 09 11, www.porsche.com/museum; Mercedes-Benz Museum: Offene Architekturführung Fr 16 Uhr, www.mercedes-benz-classic.com; Weißenhofsiedlung: Offene Führungen Di-Sa 15 Uhr, So 11-15 Uhr, Tel. 0711/257 91 87, www.stuttgart.de/weissenhof]

HÄUSLEBAUEN IM MITTELALTER – AUF DEM FACHWERKPFAD

JUGENDSTIL-ERKER UND CAMPUSARCHITEKTUR – SCHWARZ AUF WEISS

Wer Stuttgarter Architektur-Denkmäler lieber auf eigene Faust entdecken möchte, kann auch Stadtführer nützen. So etwa den 2007 erschienenen Band „Stadtspaziergänge in Stuttgart – Jugendstil“ von Friederike Votteler und Peter Pipiorke. Die beiden organisieren seit 20 Jahren Radtouren und bringen Bücher mit Touren-Tipps heraus. Die Jugendstilbauten mit Reliefs und Mosaiken seien „im Westen, Süden und in den Außenbezirken Bad Cannstatts, also im Speckgürtel Stuttgarts“ zu finden, meint Pipiorke. Beide Autoren legen in ihrem Führer großen Wert auf kultur- und sozialgeschichtliche Hintergründe wie die Lebensreformbewegung. Praktischerweise lässt sich der Guide auf zweierlei Art benutzen: zu Fuß oder mit dem Rad. Auch Valérie Hammerbacher, Kuratorin am Ifa, und Anja Krämer, Leiterin des Weißenhofmuseums, haben einen Stadtführer herausgebracht: „Stuttgart – Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts: 22 Stadtspaziergänge“ nennt

Architektonische Meisterwerke: das Ludwigsburger Residenzschloss und die Stuttgarter Oper [LIFT 06.14]

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Votteler: Stadtspaziergänge in Stuttgart – Jugendstil, 2007; Valérie Hammerbacher, Anja Krämer: Stuttgart Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts: 22 Stadtspaziergänge, 2013]

Geschweifte Andreaskreuze und genaste Rauten – wer jetzt nur noch Bahnhof versteht, kann sich kostenlos auf einem entspannten Spaziergang fortbilden: Im historischen Städtchen Herrenberg erklärt der Fachwerkpfad, was es mit den seltsamen Gebilden auf sich hat. 24 Stationen umfasst der Rundgang, der die alte Baukunst von ihren Ursprüngen im 15. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert hinein anschaulich erläutert. Der Fachwerkpfad führt durch die Altstadt zu typischen Exemplaren der traditionellen Baukunst. Kürzlich hat die Stadt den Pfad überarbeitet: Man unterscheide nun nicht mehr das ältere alemannische Fachwerk und den jüngeren fränkischen Stil, sondern beschreibe die Merkmale individueller. Fachwerk gab es auch noch in späteren Zeiten: Nachdem es im 18. Jahrhundert zugunsten der Steinbauweise und des Brandschutzes aus der Mode gekommen war, griffen die Bürger es im 19. Jahrhundert wieder auf. Geringere Kosten und der neue Geschmack des Historismus waren der Grund, wie der generalüberholte Pfad erklärt. Und was kann man sich nun unter geschweiften Andreaskreuzen und genasten Rauten vorstellen? Es handelt sich um hölzerne Schmuckelemente der Fassade. [www.erlebnis-herrenberg.de]


KULTUR HÖREN

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HÖREN LIFT LIEBT

CHARLES BRADLEY HAT SCHWERE ZEITEN HINTER SICH – DAS HÖRT MAN SEINEM SOUL AUCH AN

KEINE ZEIT FÜR TRÄUME Es wäre eine Geschichte aus dem Bilderbuch. Wenn sie nicht so tragisch wäre. Charles Bradley, glühender James-Brown-Verehrer, lebte auf der Straße, wurde oft nur von seinen Lieblingsplatten am Leben gehalten. Irgendwann tritt plötzlich Gabriel Roth vom legendären Soul-Label Daptone Records in sein Leben – und 2011, mit 62 Lenzen, veröffentlicht Bradley sein Debüt „No Time for Dreaming“. Was dieses Album so gut macht, ist Bradleys Stimme. Kratzig, gezeichnet, voller schmerzhafter Leidenschaft. Ein Abbild seines Lebens. Inzwischen hat er mit „Victim of Love“ sein zweites Album veröffentlicht, lebt noch immer in einem Mini-Apartment. Für den 65-Jährigen, der sich ein Leben ohne Rückschläge gar nicht vorstellen kann, ist das nicht schlimm. Es ist eben so. Diese Einstellung brachte ihn dank eines Hilfsprogramms auch von der Straße, über 30 Jahre hat er danach als Koch gearbeitet. „Soul Food“, also seelenvolles, wärmendes Essen, kocht er immer noch gern. „Alles, was ich heute mache, kommt von Herzen. Ich will gut sein in dem, was

ich tue. Wenn ich koche und wenn ich singe, will ich dir Leben und Stärke geben.“ Wenn er eine Show spielt, sagt er, gibt er jedem einzelnen Besucher seinen Geist und seine Seele. „Um mich zu verstehen, muss man mich singen hören.“ Seine Texte sind sein Leben, oft schreibt er sie während einer Jamsession mit seiner Band. „Das Leben ist ein langer harter Kampf, in dem Träume keinen Platz haben. Natürlich reflektieren das meine Texte. Sie helfen mir jedoch, dieses Leben zu bestehen.“ Die Musik ist es, die sein Leben lebenswert machte, James Brown war es, der seine Einstellung zum Soul prägte. 1962 sah Bradley die Legende live in Harlem, viele Jahre später traf er Brown persönlich, als er in einem Club in San Francisco kochte. „Er sagte zu mir, ich solle frei und ehrlich sein und niemals aufhören, stolz auf mich zu sein. Vor allem aber bläute er mir ein, niemals aufzugeben.“ Jetzt ist er derjenige, der Browns Worte verbreitet – als Wanderprediger des Souls. Die Jahre auf den Straßen von New York haben ihn geprägt, aber nicht mutlos werden lassen. „Mittlerweile ge-

stehe ich mir sogar ein wenig Freude bei dem zu, was ich tue“, bekennt er. Vielleicht lässt er deshalb auf seinem zweiten Album auch dezent optimistische Töne durchschimmern. Sonnenschein-Soul ist von Charles Bradley allerdings nicht mehr zu erwarten. „Ich werde wohl nie ein durch und durch

glücklicher Mensch“, sagt er. „Aber ich werde nie aufhören, an die Liebe zu glauben.“ Björn Springorum CHARLES BRADLEY [5.6. 20 Uhr, LKA/Longhorn, Heiligenwiesen 6, S-Wangen. WIR VERLOSEN 3x2 Tickets. Mail, Fax oder Karte mit dem Stichwort „Soul Food“ an LIFT.]

PIANO PARTICLES: KLASSIK UND ELEKTRONIK GELUNGEN VEREINT

DIE ALCHEMIE DER KLÄNGE Über ihm ergießt sich eine eingefrorene Woge aus Notenblättern, die Bühne ist in Violett gehüllt. Steffen Wick setzt auf eine jenseitige Stimmung, die er auch mit seinen Klavierklängen einzufangen versucht. Piano Particles, das Projekt von ihm und Musikproduzent Simon

Detel, vereint Klavierkunst mit Live-Elektro und einem Streichquartett zu etwas, das die Welten von klassischer und populärer Musik zusammenbringt. Dabei geben sie der Klassik den Raum, den sie zum Atmen braucht, und lassen die Elektronik umso virtuoser einfließen.

Im Zentrum steht dabei das Piano. Umherschwebend klingt es – sphärisch, verspielt und doch dräuend – so wie es sich für echte Klangalchemisten gehört. BS PIANO PARTICLES [10.6. 20 Uhr, Theaterhaus, Siemensstr. 11, S-Feuerbach] [LIFT 06.14]


KULTUR HÖREN

LIFT LIEBT

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CLUTCHS STONER-ROCK WIRD EINFACH NICHT LANGWEILIG

HERRENHANDTASCHE? Liebe Damenwelt, ihr hättet wohl auch nicht gedacht, dass Männer eines Tages begeistert von Clutch reden würden. Natürlich ist damit nicht die Handtaschenart, sondern die gleichnamige StonerRock-Band gemeint. Seit über 20 Jahren ackern sich die Amis durch ihren Sumpf aus Blues, Stoner- und AlternativeRock – unvergessen ist ihre kuriose Geschichtensammlung „The Elephant Riders“, mit der sie 1998 erstmals mit der Verbindung aus Americana-Kauzigkeit mit urbanen Legenden und Mythologie auftrumpften. 15 Jahre später kam dann ihr „Earth Rocker“, das Album, das eine längere Halb-

wertszeit aufweist als Uran. Zeit also für einen weiteren Tourstopp im Kessel. Saftig wabernd der Bass, flirrend die nervösen Wüstengitarren, markig und stets mit einem ordentlichen Frosch im Hals Neil Fallons Gesang. Bands wie Kyuss schweben da ebenso dezent durchs Bild wie Alice in Chains auf einem Blues-Trip. Aufdrängen? Fehlanzeige! Dafür sind Clutch viel zu geerdet, zu maskulin. Musik mit Bart, sozusagen. BS CLUTCH [15.6. 20 Uhr, LKA/Longhorn, Heiligenwiesen 6, S-Wangen. WIR VERLOSEN 3x2 Tickets. Mail, Fax oder Karte mit dem Stichwort „Vollbart“ an LIFT.]

GESCHMEIDIG: THE PAINS OF BEING PURE AT HEART

OHNE GEWISSENSBISSE

Wer ein sprichwörtlich reines Gewissen hat, braucht eigentlich kein cooler Typ zu sein. Ein Blender war Sänger Kip Berma der gleichnamigen Band aber sowieso nie: „Ich war definitiv nicht cool. Ich bin zwar auf Punk-Konzerte gegangen, habe aber immer meine Hausaufgaben gemacht", erzählt er. So klingen die Worte eines braven und klassischen Außenseiters, der sich mit seiner Band in die Indie-Pop-Traumwelten hinfort flüchtet. Wie das Spiel mit Status, Fallhöhe und Blamage funktioniert, versteht die Band aber trotzdem bestens, zumindest wenn man das [LIFT 06.14]

Video zu ihrem neuen Song „Simple and Sure“ als Maßstab nimmt. In eleganten Schwarz-Weiß-Bildern sieht man eine vornehme Runde bei einer edlen Dinner-Party, die den inneren Schmerz weglächelt – bis mehrere Gäste aufeinander losgehen. Nur ein kleiner Vorgeschmack auf das neue Album „Days of Abandon“, das überaus geschmeidigen Synthie-Indie-Pop liefert. Und das können wir mit bestem Gewissen unterschreiben. DS THE PAINS OF BEING PURE AT HEART [18.6. 21 Uhr, Schocken, Hirschstr. 36, S-Mitte]

LIFT LIEBT

ALTE RIFFS ROSTEN NICHT: BLACK SABBATH

SCHWARZE MESSE Wie macht er das eigentlich? Hinter der Bühne ein Tattergreis, der sich kaum auf den Beinen halten kann, auf der Bühne ein stimmsicherer, ikonischer Heavy-MetalSänger in Hochform. Ozzy Osbourne ist ein Phänomen. Ein Phänomen, weil er noch immer lebt. Und noch immer auftritt. Dreiviertel der Originalbesetzung sind wieder auf Achse, das letztjährige Comeback „13“ war besser als es selbst die ewig nörgelnden Hardliner zugeben wollten. Weit über 30 Jahre nach ihren letzten gemeinsamen Konzerten frönen Ozzy, Geezer Butler und Tommy Iommi wieder dem bleiernen Riff

und dem schwarzen Sabbat. Das taten sie schon 1970, als sie ihr boshaftes Debüt „Black Sabbath“ veröffentlichten. So hatte zuvor noch niemand gespielt, so spielt bis heute niemand. Sagt auch Ozzy, der jüngst sogar eine komplette Reunion in Aussicht stellte. Zunächst gibt es aber mal „Paranoid“ und „Iron Man“ auf die Ohren. Dass wir das erleben dürfen, ist fast zu schön, um wahr zu sein. Gott sei Dank! Oder so ähnlich... BS BLACK SABBATH [25.6. 20 Uhr, Schleyer-Halle, Mercedesstr. 69, S-Bad Cannstatt]


OPEN AIR

Foto: FOTOliziรถs / photocase.de

e ir-Termin A n e p O T tigen Alle wich tuellen LIF k a im n e it auf 22 Se

OPEN-AIR-KONZERTE & FESTIVALS ...............................................................85 OPEN-AIR-KLASSIK ....................................................................................................92 OPEN-AIR-KINO ...........................................................................................................94

OPEN-AIR-THEATER .................................................................................................96 OPEN-AIR-KINDER .....................................................................................................99 OPEN-AIR-FESTE .......................................................................................................102 [LIFT 06.14]


SONDERTHEMA OPEN AIR

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OPEN-AIR-KONZERTE & FESTIVALS IN STUTTGART & REGION MAI BIS SEP. KOMME WAS WOLLE

Jeden Donnerstag trifft sich Stuttgarts Kreativszene bei „Komme was wolle“ im Zollamt-Areal. Draußen und drinnen wird dann der Kultur gefrönt – bei Live-Musik, Live-Art, Ausstellungen, Installationen, Gegrilltem, Filmen, Theater und mehr. Mitmachen erwünscht. [Stuttgart, Zollamt, jeden Do, 18 Uhr, www.kommewaswolle.net] 14.5.-25.9. RADIO VILLA MUSICA GOES NECKAR

Jeden Mittwoch geht es auf dem Neckar in Tübingen auf einen Stocherkahn oder das Neckarfloß, um Musik von der wohl kleinsten Open-Air-Bühne der Welt zu genießen. Der Tübinger Tobias Haase fungiert als musikalischer Schirmherr und lädt sich wechselnde Gäste auf seinen schwimmenden Untersatz. [Tübingen, Anlegestelle Casino, 19 Uhr, www.wirliebenmusik.com]

Foto: jaeschko / photocase.de

21.5.-5.7. ULMER ZELT

Das Zelt hat sie alle! Sechs Wochen lang geben sich hier Musiker wie die Arkanes, Saltatio Mortis, Afenginn, Judith Holofernes, Götz Alsmann oder der große Joe Satriani die Klangklinke in die Hand. Lesungen, Kabarett und Theater gibt’s auch. [Ulm, Friedrichsau, www.ulmerzelt.de] [LIFT 06.14]

30.5.-1.6. MAIFELD DERBY

60 Künstler gibt es beim diesjährigen Maifeld Derby. Als gewohnt geschmackssicher erweisen sich die Booker, die mit The National, Warpaint, Johnossi, Eau Rouge, Get Well Soon oder Hundreds gleich mal erlesenstes Material verpflichtet haben. Worauf warten wir also? [Mannheim, Maimarktgelände, www. maifeldderby.de] 31.5. SWR SOMMERFESTIVAL

Tim Bendzko hat derzeit so einen Lauf, der nimmt die Strecke Berlin-Stuttgart spielend mit ein paar Schritten. „Ich steh nicht mehr still“ heißt seine aktuelle Tour, das ist natürlich ganz passend. Werden die Besucher beim SWR Sommerfestival nämlich auch nicht. [Stuttgart, Schlossplatz, 17:30 Uhr, www.swr.de/sommerfestival]

JUNI 4.6. LIVE VOR DEN HALLEN

Vom Wilhelmspalais vor die Wagenhallen: Das erfolgreiche Konzert-Konzept auf der Treppe des Wilhelmspalais wird auch diesen Sommer fortgesetzt. Am 4.6. darf der Stuttgarter Chansonier Max Francois vor den Wagenhallen ran. [Stuttgart, Wagenhallen, 20 Uhr, www.wagenhallen.de] 6.-8.6. INTERNATIONALES STRASSENMUSIKFESTIVAL

Ehrliche, handgemachte Musik ist auf den Straßen zu Hause. Und die Straßen im Blühenden Barock sind besonders schön. 40 Interpreten aus aller Welt, drei Tage, alle Genres zwischen Country, Folk, Blues, Rock und Protestliedern. [Ludwigsburg, Blühendes Barock, www. strassenmusikfestival.de]

31.5. KIRCHHEIMER MUSIKNACHT

Weil eine Nacht im Allgemeinen ja viel zu schnell vorbei ist, fängt die Kirchheimer Musiknacht in bester Westerntradition schon um 12 Uhr mittags an. Bis spät in die Nacht gibt es Newcomer, alte Recken und Coverbands von Soul bis Rock, von Pop bis Blues und von Ska bis Country. [Kirchheim unter Teck, versch. Orte, 12 Uhr, www.musiknacht-kirchheim.de]

6.-8.6. KULTIVAL

Der Kult-Verein hat auch dieses Jahr wieder ein anständiges Programm auf die Beine gestellt. Bei freiem Eintritt gibt es an der Grillhütte diesmal unter anderem Eau Rouge, Let’s Rock oder die Hash Browns zu erleben. [Gölshausen, Grillhütte, www.kult-verein.de] 6.-8.6. KULT-UR OPEN AIR

Das wird eine heiße Nummer: Psychopunch aus Schweden zerlegen bekanntlich jede Bühne mit

ihrem Rock’n’Roll. Lokale Verstärkung kommt von Bomb Whateva und Mofakette. Dass man die auch mal außerhalb der RockKneipe Kap Tormentoso in S-Mitte sieht... [Weilheim/Teck, www.kultur-openair.de] 7.6. SUMMER VISIONS

Rosarote Sonnenbrille auf und losgetanzt! Beim Summer Visions gibt es 15 Stunden elektronische Tanzmusik, einen Pool und einen Strand. Dominik Eulberg, Felix Kröcher, Mike Väth und unzählige mehr sorgen für die nötige BeatBeschallung. [Freudenstadt, Gewerbepark Freudenstadt Sulzhau, www. summer-visions.de] 8.6. BEACH OF LOVE

Format:B, Lexy & K-Paul oder Kellerkind sorgen für jede Menge elektronische Liebesgefühle beim Beach of Love. Rumtanzen oder lässig rumfläzen heißen dann die Optionen, kühles Nass gibt’s natürlich auch. [Heilbronn, Hip Island, www.facebook.com/beachoflove] 13.-15.6. ROHRER SEEFEST

Wissen wir alle: Mit 40 wird der Schwabe gescheit. Was das jetzt genau für das 40. Rohrer Seefest bedeutet? Zumindest nicht weniger ungezwungenen Open-AirSpaß zum Nulltarif. Es gratulieren die Kesselboys, die Cannibal Girls und viele mehr. [Stuttgart, 11 Uhr, www.rohrer-seefest.de]


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Foto: hauser / photocase.de

PLANEN

VERANSTALTUNGSKALENDER JUNI

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VERANSTALTER ........................................................................................................ . 166

KINDERKALENDER ................................................................................................. . . 147

KLEINANZEIGEN

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A BIS Z ............................................................................................................................ . . 156

LIFT LIEBT ......................................................................................................................178 [LIFT 06.14]


PLANEN VERANSTALTUNGSKALENDER

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KALENDER So

01

LIFT präsentiert: Play Live im LKA 16 Bands an zwei Tagen: Im Streit um den Einzug ins Finale des Play Live geht es für die Bands um nichts weniger als einen Slot auf dem Southside im nächsten Jahr. Auf zwei Bühnen werden jeweils 8 Bands ihr Können präsentieren. [LKA, S-Wangen, 17 Uhr] S. 76 KONZERTE STUTTGART Preisträgerkonzert der „Bundesbegegnung Jugend jazzt“, Theaterhaus, Feuerbach, 11:00, Eintritt frei LIFT PRÄSENTIERT Play Live 16 Bands spielen an zwei Tagen auf zwei Bühnen um den Einzug in Finale des Nachwuchs-Wettbewerbs, LKA/Longhorn, Wangen, 17:00, € 8 S. 76 Antonio Petrocca & Friends mit Mainstream-Jazz und Bebop, Traditional Jazz Hall, Mitte, 18:00 (SWR Sommerfestival): Pop & Poesie in Concert dieses Jahr mit dem Programm „Wish you were here“, Neues Schloss, Ehrenhof, Mitte, 19:00 Füenf singen Kriwanek eine Hommage der A-cappella-Musik-Komiker, Theaterhaus, Feuerbach, 19:30, € 20/25 ADELBERG Bluesette Tangofrühstück mit Mussette - Walzer, Swing, Tango und rumänischen Tänzen, Zachersmühle, 10:00 REUTLINGEN Pennywise Skatepunk & Melodycore mit dem „neuen“ Sänger Zoli Teglas. Support: Stereo Dynamite, Franz K, 20:30, € 25,90 SCHORNDORF Abschlusskonzert der Workshop-Teilnehmer im Rahmen der Schorndorfer Gitarrentage, Manufaktur, 17:00 SINDELFINGEN Wassermusik mit JazzFrühschoppen und Big

[LIFT 06.14]

Band Battle, KlosterseeBühne, 11:00 ! PARTYS STUTTGART Irie Sunday Reggae, Dancehall & afrokaribische Rhythmen, Goldmark’s, Mitte, 18:00 Disco für alle, die am Sonntag immer noch nicht genug haben, Kings Club, Mitte, 22:00 SINDELFINGEN Satacharu die klassische Tanzparty im Pavillon, Pavillon, 19:30, Eintritt frei KINO Alle Kinos: www.lift-online.de STUTTGART Majoram der Film von Olga Malea läuft im Rahmen der griechischen Filmtage, Theater tri-bühne, Mitte, 19:30-21:00 ESSLINGEN Das Herz von Jenin Dokumentarfilm von Leon Geller und Marcus Vetter über einen von Israelis erschossenen Palästinenserjungen, dessen Organe zur Rettung israelischer Kinder gespendet wurden, Kommunales Kino, 19:00, € 12,50 ! Nymphomaniac II zweiter Teil des dänischen Dramas von Lars von Trier mit Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgard und Stacy Martin, Kommunales Kino, 21:00 LEINF.-ECHTERDINGEN Willkommen in LE der neue Film von Helmut

Absurd und liebevoll Die Werke des Düsseldorfer Künstlers Holger Kurt Jäger finden nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland Beachtung. Seine Arbeit ist tiefgründig und fantasievoll. Seine aktuelle Einzelausstellung findet in Kooperation mit der Galeristin Amrei Heyne statt. [bis 30.9., Han-

Nietzsche zum Kaffee Bei Orangensaft und frischen Brötchen über Nietzsche und Co. plaudern? Jeder ist herzlich willkommen beim Philosophenfrühstück am Rotebühlplatz. [Treffpunkt

selmann & Compagnie, S-Feuerbach, n. Vereinb.]

Rotebühlplatz, S-Mitte, 11 Uhr]

Mailänder stellt die vier Stadtteile vor, Zehntscheuer Echterdingen, 15:00, Eintritt frei THEATER STUTTGART LIFT LIEBT Bouvard und Pecuchet 3000 ein performatives Forschungslabor in zehn Kapiteln frei nach Flaubert, heute mit Kapitel 6: Politik und Revolution, Theater Rampe, Süd, 18:00 Buon Appetito musikalischer, komödiantischer Abend mit Nina Dimitri und Silvana Gargiulo, Forum Theater, Mitte, 18:00, € 5-14 LIFT LIEBT Der Idiot Schauspiel nach Dostojewksi um Leben, Tod, Leid und Leidenschaft, Theater Atelier, Ost, 18:00, € 15 Der Kissenmann das Stück ist Thriller und Kammerspiel zugleich. Es erzählt vom Schriftsteller Katurian, der sich in einem Verhör wiederfindet, Theater der Altstadt, West, 18:00 LIFT LIEBT Studentisches Figurentheaterfestival „die-wo-spielen“ in und um die Hochschule werden verschiedenste Produktionen gezeigt, welche die Studierenden aus ihren jeweiligen Schulen und Ländern mitbringen, Musikhochschule, Probebühne, Mitte, 19:00 Szenen einer Ehe nach dem Film von Ingmar Bergmann, Schauspielhaus, Mitte, 19:30, € 8-34 Heiße Zeiten eine Wechseljahre-Revue von Tilmann

von Blomberg, Komödie im Marquardt, Mitte, 20:00, € 10-21 Ponys. Eine Aufladung eine neoliberale Fabel über den Zwang, kreativ und frei zu leben, über Euphorie, Protest, Größenwahn und vieles mehr, Theater Rampe, Süd, 20:00 Du und du eine musikalische Erzählung in bewegten Bildern mit Großpuppen, weitere Infos: www.dundu.eu, Wagenhallen, Außenbereich, Nord, 21:45 ! MELCHINGEN Arche Konrad ein Seefahrerstück über die Alb, Theater Lindenhof, Burladingen, 19:00, € 8/18 REUTLINGEN König von Deutschland Für immer und dich Stück von und mit Heiner Kondschak, Theater die Tonne, Spielstätte Planie 22, 18:00 SINDELFINGEN Der schwarze Abt Krimi in vier Akten von Edgar Wallace, Theaterkeller, 18:00 TÜBINGEN Theatersport Improvisationstheater in Kooperation mit dem Harlekin-Theater Tübingen, LTT, Saal, 18:00, € 9-17 BÜHNE STUTTGART Mamma Mia! schrilles Musical mit den Hits von Abba, Palladium Theater, Möhringen, 14:00, 19:00 Tarzan Abenteuermusical, Apollo Theater, Möhringen, 14:00, 19:00

Ein Klavier im Urwald Tropenarzt, Musiker, Prediger und Philosoph - Albert Schweitzers Leben und Wirken, Wortkino, Mitte, 18:00, € 11/18 Anka Zink mit ihrem Programm „Leben in vollen Zügen“, Renitenztheater, Mitte, 19:00, € 16,50/20,50 LIFT LIEBT Comedy Clash-Special bekannte und unbekannte Comedians geben sich die Klinke in die Hand, Universum, Mitte, 19:00, € 10/12 Mord au Chocolat ein zartbitterer Dinner-Krimi, Le Méridien, Mitte, 19:00, € 79 (inkl. 4-Gang-Menü) KLASSIK & TANZ STUTTGART Solitude-Soiree Musik für Jazz-Trio und Kammerorchester, Schlosskapelle Solitude, West, 17:00, €8/10 Stimmen der Mongolei mit der Weltmusikgruppe Sedaa; Anm.-Tel. 0711/202 24 44, Linden-Museum, Mitte, 18:00, € 12/16 Württembergischer Kammerchor „Das ist mir lieb Psalm 116“ Höhepunkte der Sammlung von 16 Vertonungen mit Werken von Schütz, Schein, Demantius und Erich, Pauluskirche, West, 19:00 Actus Tragicus sechs Kirchenkantaten von Bach hat Herbert Wernicke zu einem Opernabend verbunden, Oper Stuttgart, Mitte, 19:30, € 8-90 LEONBERG Franz Grothe & Orchester

Serenata mit seinem Programm „Die Beatles - Ein Hauch von Jazz“ spannt er einen Bogen zwischen Klassik und Pop, Theater im Spitalhof, 18:00, € 6/13 LUDWIGSBURG Schlossfestspiele: Ian Bostridge & Fretwork mit Werken von John Downland, Residenzschloss, 19:00, € 29-65 TÜBINGEN Tanz im LTT Sarah Marleen, Tänzerin, Sängerin und Gitarristin mit einem Flamenco-Programm, LTT, Werkstatt, 19:00, € 8,50/17 LITERATUR STUTTGART Poetry Slam Conférencier und Moderator Jan Siegert führt durch den Abend, Rosenau, West, 20:00, € 6/8 AUSSTELLUNGEN STUTTGART Das Fundament in der Kunst Skulpturen und ihre Sockel, Themenführung, Staatsgalerie, Mitte, 11:00 Futterernte im Wandel der Zeit Themenführung, DLW, Außenstelle, Kaltental, 11:00 VERNISSAGE Minhasp/Mein Sao Paulo Fotografien zweier Reportagen von Britta Radike & Lata Cannabrava, Theaterhaus, Feuerbach, 11:30 Mythische Texturen Führungreihe „Expertisen“; Anm.: fuehrungsservice@staatsgalerie.de, Staatsgalerie, Mitte, 12:00, € 10

! = Open-Air-Veranstaltung


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