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DER MÄRZ IN STUTTGART & REGION

Euro 2,40_März 2013_23. Jahrgang E30481_www.lift-online.de

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DAS STUTTGARTMAGAZIN

LAUF STUTTGART, LAUF!

Die besten Tipps und Strecken für Jogger

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120 SEITEN

PROGRAM

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GEILE PLATTE Tocotronic sind der Hamburger Schulbank entwachsen GUTES ESSEN Zu Hause kochen und genießen mit dem Sonderthema Feine Küche GROSSE FRAGE Wie viel Bürger steckt wirklich in der Bürgerbeteiligung?

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DAS BESTE IM MÄRZ

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DAS BESTE... 61 T ERHEF D N O EM S MIT D ART AKTIV G STUTT

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INHALT STADT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6 LEBEN STUTTGART KAUFT EIN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .23 STUTTGART GRÜNT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .26 STUTTGART FÜR KINDER . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .34 ABO-AKTION . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .36 STUTTGART FEIERT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .38 STUTTGART GEHT AUS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .42

LAUF STUTTGART, LAUF! Die besten Strecken, Tipps und Events für Jogger

LANGE NACHT DER MUSEEN Die BusTour zu Kunst, Kultur und Partys

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SONDERTHEMA FEINE KÜCHE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .46 KULTUR LANGE NACHT DER MUSEEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .61 SEHEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .68 ENTDECKEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .73 LESEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .76 HÖREN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .78 SPIELEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .84 PLANEN VERANSTALTUNGSKALENDER . . . . . . . . . . . . . . . . . . .89 KINDERKALENDER . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .132 A BIS Z . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .140 VERANSTALTER . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .149 KLEINANZEIGEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .152 IMPRESSUM . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .160 LIFT LIEBT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .162

GEILE PLATTE Tocotronic sind der Hamburger Schulbank entwachsen – ihren 20. Geburtstag feiern sie mit einem stillen Album und einem lauten Konzert


DAS BESTE IM MÄRZ

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IM MÄRZ

10 26 STUTTGART GRÜNT Von Hibiskus bis Hängematte: die besten Tipps, Ideen und Profis für Balkon und Garten

GROSSE FRAGE Bürgerparlament vs. Bürgerhaushalt: Wie viel Bürger steckt wirklich in der Bürgerbeteiligung?

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OB OP ODER POP Haring, War- EINMANN-ENSEMBLE Motor hol und Co. in der Staatsgalerie City Drum Ensemble ist zurück

12 SUCHE KITA, BIETE KIND Warum in Stuttgart die Kitaplätze nicht reichen

46 GUTES ESSEN Zu Hause Kochen und Genießen mit dem großen Sonderthema Feine Küche


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12,1km 1h 18min PFAFFENSEE NEUER SEE

DREI MENSCHEN, DREI ROUTEN, EINE LIEBE: LAUFEN ZWÖLF KILOMETER ALS PRESSWURST

Martin Elbert alias DJ Ram ist Blogger bei Kessel.tv und joggt seit Ende der 90er Jahre. Mittlerweile schnürt er sich rund drei- bis viermal die Woche seine Laufschuhe und läuft die rund zwölf Kilometer lange Strecke zu den Bärenseen. „Ich laufe fast nur abends und das immer ohne Musik im Ohr. Motivieren muss ich mich selten, eher bremsen, zum Beispiel

wenn ich mal krank bin. Meine Stammrunde geht bei mir zu Hause im Stuttgarter Westen los, den Hasenberg hoch durch den Wald und Richtung Bärenseen. Ich jogge um alle drei Seen – also Bärensee, Neuer See und Pfaffensee – und mache mich dann wieder auf den Weg zurück. Ich laufe in der Regel allein. Ganz selten joggt mal ein Bekannter mit. Das Laufen mit einer

Pulsuhr habe ich mir abgewöhnt. Dafür messe ich meine Strecken gerade mit der RunKeeper-App. Beim Laufen trage ich ganz normale Funktionskleidung, sprich Presswurst-Tights und atmungsaktives Zeug obenrum. Eigentlich nichts Besonders. Letztendlich schwitzt man eh alles gleich voll, egal, wie teuer die Klamotten waren.“

DIE SCHÖNSTEN LAUF-STRECKEN IN STUTTGART UND REGION MAX-EYTH-SEE STUTTGART Am künstlich angelegten Max-Eyth-See zwischen Mühlhausen und Hofen kann man prima grillen – oder joggen. Der See liegt hübsch inmitten idyllischer Weinberge, ein Ufer läuft entlang des Neckars. Lossprinten kann man beispielsweise vom Restaurant Haus am See. Bei einer Runde um den Max-Eyth-See ist man circa zwei bis drei Kilometer ohne Steigungen unterwegs. Natürlich kann man die Strecke auch ausdehnen und einen Abstecher zum Neckar machen und sich danach mit lecker Bierchen im Lokal mit Seeblick belohnen. SCHWIERIGKEITSGRAD Anfänger KILOMETER zwei bis drei BOOTSHAUS REMSECK BIS STUTTGART Auf dieser Strecke läuft man entlang des Neckars und kann Enten und Bootspaddlern zuwinken. Ein guter Startpunkt ist das Bootshaus am Hechtkopf mit hübschem Biergarten in der Fellbacher Straße in Remseck. Von dort aus flitzt man über die Holzbrücke zur Endhaltestelle der U14 und immer entlang des Flusses bis zur Aldinger Straße in Stuttgart. Für die

rund fünf Kilometer lange Route sollte man je nach Tempo eine gute Stunde einplanen. SCHWIERIGKEITSGRAD Anfänger bis Profi KILOMETER fünf SINDELFINGER WALD

Perfekt für heiße Tage: Startpunkt für die Tour durch den dichten Wald in Sindelfingen ist das Krankenhaus. Von dort aus ist der Trimm-Dich-Pfad gut beschildert und leicht zu finden. Es gibt verschiedene Routen die zwischen vier und 14 Kilometer lang sind. Die unterschiedlichen Strecken sind farblich gekennzeichnet. Entlang der Routen findet man Geräte, um den Körper zusätzlich noch ein bisschen zu stählen. SCHWIERIGKEITSGRAD Anfänger bis Profi KILOMETER vier bis 14 KAPPELBERG IN FELLBACH

Wer den rund 470 Meter hohen Kappelberg schon mal zu Fuß erklimmt, ist direkt aufgewärmt und wird mit einer duften Aussicht belohnt. Vorbei an den Berghängen, die mit Weinreben bepflanzt sind, startet man den

Lauf am besten auf dem bewaldeten Rücken des Berges. Dort beginnt nämlich ein zwei bis drei Kilometer langer Trimm-Dich-Pfad mit fiesen Funktionsgeräten, die den Körper noch schöner machen. Nach getaner Arbeit entspannt man im Lokal Panorama – im Biergarten oder im Restaurant. SCHWIERIGKEITSGRAD Fortgeschritten bis Profi KILOMETER fünf FAVORITEPARK UND SCHLOSSPARK MON REPOS IN LUDWIGSBURG

In Ludwigsburg kann man Kultur und Sport verbinden. Los geht es am Haupteingang des Favoriteparks. Tierfreunde, aufgepasst: Hunde dürfen hier nicht mit Herrchen oder Frauchen rennen. Durch den kleinen Wald joggt man vorbei am Ludwigsburger Lustschlösschen rund einen Kilometer bis hinter die Pädagogische Hochschule. Von dort aus geht es den Planetenweg bergab in Richtung Seeschloss – einmal um den See und wieder zurück. Dann: duschen und stolz auf sich sein. SCHWIERIGKEITSGRAD Fortgeschritten bis Profi KILOMETER elf


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Ich nutze eine Pulsuhr, GPS, Funktionszeug, 32 KILOMETER MIT DEM RABBIT Sibylle Schade ist Coach und berichtet auf eine Stirnlampe und einen Trinkrucksack. ihrem Blog www.laufwhiterabbit.blogspot.de Der Startpunkt meiner Lieblingsstrecke ist Silüber ihre Fortschritte beim Laufen. Erst seit lenbuch. Von dort aus jogge ich in Richtung April 2012 joggt Schade regelmäßig drei- bis Fernsehturm, Waldebene Ost und Gaisburg viermal die Woche. Von Anfang an ihr Ziel: bis in den Osten von Stuttgart. Weiter geht es Marathon laufen. Ihre Lieblingsstrecke ist 32 zur Villa Berg, durch den Rosensteinpark und Kilometer lang: „Morgens zu joggen ist die auf den Killesberg. Dann jogge ich über den Hölle für mich, deshalb meide ich es. Beim Kräherwald und Birkenkopf rüber in den WeLaufen denke ich nicht viel darüber nach, was sten Stuttgarts und schließlich zum Bahnhof. ich gerade tue, sondern mache es einfach. Da- Mein Ziel ist die Haltestelle der U7, die sich bei höre ich zum Beispiel Musik von DJane Mi- auch super zum Dehnen eignet.“ lena Meißner oder ein Hörbuch von Simon Beckett. Ein Trainingsplan und gutes EquipRG ment können zusätzliche Motivation bieSBE E L L I ten. Was meine Ausrüstung betrifft, bin K ich ein ähnlicher Nerd wie Joey Kelly.

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32km 3h 55min

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3,4km 30min

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gleich, denn ich verbringe als Fotografin auch viel Zeit vor dem Rechner. Wenn ich dann eine Weile nicht mehr jogge, bekomme ich eine Art innere Unruhe. Dann weiß ich, jetzt muss ich wieder raus. Ich zieh mir dann ganz oldschool eine einfache Jogginghose und ein passendes Oberteil an und laufe los. Eigentlich immer allein. Wobei, manchmal rennt mir meine Katze ein kleines Stück hinterher. Mit dem Joggen verbinde ich immer die Musik des Rappers J-Dilla. Die motiviert mich weiterzumachen, weil es so eine Art ,Scheiß auf alles und mach dein Ding'- Musik ist.“

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DREI KILOMETER UND OLDSCHOOL

Die Stuttgarter Fotografin Cana Yilmaz läuft seit zehn Jahren mindestens zweimal pro Woche. Ihre Lieblingstrecke ist rund drei Kilometer lang. „Ich starte beim Schmalzmarkt im Osten und jogge erst mal den Gablenberger Weg hoch bis zur Geroksruhe. Dort mache ich manchmal eine kleine Pause und genieße die Aussicht. Dann geht es weiter die Pischekund Planckstraße runter bis zur Aspergstraße und wieder zum Schmalzmarkt. Auf der linken Seite kann man bei der Strecke wunderbar den Fernsehturm angucken. Das Laufen ist für mich ein wichtiger Aus-

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WENN IM AUGUST 2013 DER RECHTSANSPRUCH AUF BETREUUNG FÜR UNTER DREIJÄHRIGE KOMMT, HAT STUTTGART

„Als ich diesen Platz angeboten bekam, griff ich sofort zu. Eine Kita direkt ums Eck ist ein Sechser im Lotto“, erzählt Nelly Müller, die ihren Sohn Luca mit eineinhalb Jahren in eine Kindertagesstätte in Stuttgart gab, obwohl sie das eigentlich zu früh fand. Aber das Risiko, später keinen Platz mehr zu bekommen, war ihr zu hoch. Nicht jede Familie in der Landeshauptstadt hat so viel Glück – viele monieren, dass es an bedarfsgerechten Kitaplätzen fehle, vor allem im eigenen Viertel. Dabei steht Stuttgart im Vergleich mit anderen Städten gut da. Wenn ab 1. August 2013 der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren in Kraft tritt, werden bundesweit voraussichtlich zwischen 150.000 und 220.000 Kitaplätze fehlen, um die gesetzliche Betreuungsquote von 35 Prozent für unter Dreijährige zu erreichen. Dieses Ziel hatten Bund, Länder und Kommunen auf dem Krippengipfel 2007 vereinbart. In Stuttgart aber werde, so ein Sprecher der

Stadt, die Versorgungsquote im August bei 42 Prozent liegen, das sind rund 5.700 Plätze. „Wenn diese auf die Kinder mit absolutem Rechtsanspruch bezogen werden, also Kinder zwischen eins und drei Jahren, dann kommt Stuttgart sogar auf eine Versorgung von rund 59 Prozent.“ Der Bedarf wird dennoch nicht gedeckt sein, die Warteliste zählt derzeit 1.700 Kinder. „Wir schaffen Plätze, aber die Nachfrage steigt stetig“, so Heinrich Korn, stellvertretender Leiter des Jugendamts Stuttgart. Man prüfe 80 mögliche, kleinere Kita-Standorte in der Stadt sowie sieben Großstandorte, einige im Herzen des Westens. „Wir brauchen pragmatische Standorte, die baurechtlich nicht erst genehmigt werden müssen.“ So könne man als Übergangslösung Kitas in Systembauweise für je 100 bis 130 Kinder aller Altersstufen auf städtischen Liegenschaften, etwa Schulhöfen, erstellen. Kinder in Containern also. Das Problem in der bebauten Innenstadt: das Außengelände. Ohne dieses gibt es keine Er-

laubnis für Kitas – pro Kind wird mit mindestens zehn Quadratmeter gerechnet. So wird manche Systembau-Kita wohl in den Außenbezirken aufgestellt werden, weit entfernt von der elterlichen Wohnung. Für Korn kein Problem. „Die Eltern sind häufig mobil, Einjährige sind noch nicht so im Sozialraum unterwegs wie ein Schulkind.“ Und selbst wenn es genügend Plätze gäbe, blieben die Probleme: Eltern, die Schicht arbeiten wie etwa Krankenschwestern oder Verkäufer, haben ein Problem, wenn sie ihren Nachwuchs erst um neun Uhr hinbringen können oder bereits um 15.30 Uhr wieder abholen müssen. Ausnahme ist da das Kinderhaus Regenbogen in S-West, getragen von der Kirchengemeinde St. Elisabeth. Es hat von 6:30 Uhr bis 17:30 Uhr geöffnet und bietet zudem eine Abendbetreuung bis 20 Uhr und eine Samstagsbetreuung an. Derlei Flexibilität ist selten. „Die städtischen Einrichtungen haben in der Regel acht Stunden geöffnet. Plus zwei Stun-

Foto: photocase.com/markusspiske

SUCHE KITA, BIETE KIND


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SEIN SOLL ÜBERERFÜLLT – DENNOCH REICHEN DIE KITAPLÄTZE NICHT

den Spätbetreuung“, so Korn. „So müsste jedes normale Arbeitsverhältnis abgedeckt sein.“ Nicht abgedeckt sind in Stuttgart – und anderswo in der Republik – die Posten der Erzieherinnen und Erzieher. „Wir haben zwischen 80 und 120 offene Vollzeitstellen und viele Teilzeitbeschäftigte“, so Korn. Doch gerade die Kleinsten sind betreuungsintensiv, Krippen brauchen mehr Erzieher. Laut Statis-tischem Landesamt kamen im Jahr 2011 in Baden-Württemberg auf eine Betreuungsperson 3,5 Null- bis Dreijährige, der Personalschlüssel bei den Zwei- bis Achtjährigen lag bei 7,9 – gezählt ohne Schulkinder. Bei der Stadt wirbt man daher auf dem Markt der ausgebildeten Erzieher. „Wir müssen auch die Helferinnen, die schon 20 Jahre in dem Bereich arbeiten und keine Fachkräfte sind, dringend qualifizieren“, betont Korn. Eine Möglichkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren, ist die Betriebskita. Die Stadt för-

dert solche Einrichtungen seit zehn Jahren. Die Unternehmen erhielten zunächst die Hälfte dessen, was ein öffentlicher Kitaplatz koste, so ein Sprecher der Stadt. Nun seien es 75 Prozent des pauschalierten Aufwands für unter Dreijährige und 63 Prozent für über Dreijährige. Derzeit hat Stuttgart 23 Betriebskindertagesstätten mit rund 1.500 Plätzen – Tendenz steigend. „Die Stadt geht auf Unternehmer zu“, heißt es. Laut Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer habe Stuttgart in drei Jahren 100 Millionen Euro investiert, bis 2015 sollen noch mal 100 Millionen Euro folgen. Der Jugendhilfeausschuss beschloss, zusätzlich zum bisherigen Budget 1,9 Millionen Euro im Jahr für Bildungsförderung und Qualitätsentwicklung in alle Kitas zu stecken. Jährlich 2,4 Millionen Euro flössen in die Sprachförderung jener Einrichtungen mit vielen zweisprachigen Kindern. Werden die Eltern trotz aller Bemühungen im August ihren Rechtsanspruch einklagen, wie Städtetagspräsident Christian Ude unkt? „Be-

stimmt wird es Klagen geben“, meint auch Korn. „Aber was soll das bringen? Nach jahrelangem Prozess braucht das Kind keinen Platz mehr.“ Auch ein „Aufweichen des Rechtsanspruchs“ löse das Problem nicht: Der Städtetag Baden-Württemberg hatte eine Stufenlösung vorgeschlagen, in der der Anspruch zunächst nur für zweijährige Kinder gelten wird, dann aber auf einjährige Kinder ausgeweitet werden soll. Doch selbst wenn der Rechstanspruch weg ist – die Probleme Mostbacher-Dix bleiben. Diese und viele andere Kindergeschichten gibt’s im großen Sonderheft STUTTGART FÜR KINDER 2013/14, das ab dem 21. März für € 5,80 im Buchund Zeitschriftenhandel erhältlich ist. Auf ca. 170 Seiten gibt es die 1.000 besten Adressen zum Toben, Staunen und Lernen in Stuttgart und der ganzen Region.


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VOR ORT: AN SPANNENDEN PLÄTZEN. FOLGE 39: MIT WLB-SCHAUSPIELERIN LARA BECKMANN IM CAFÉ WEISS

DIE MUTTER ALLER ROTLICHTPINTEN Eine mädchenhafte, junge Frau betritt das Café Weiß, schüttelt sich die Kälte aus Mantel und Gliedern, begrüßt Kellner Ranko und bestellt erst mal einen Gin Tonic. Das Café Weiß übliche Spielchen „In-welcher-Handist-die-Schoki-versteckt” verliert sie. Wie meistens. „Erst mal ankommen”, sagt Lara Beckmann, Schauspielerin an der Württembergischen Landesbühne in Esslingen, und dreht sich eine Zigarette. Die Kultkneipe am Rande des Ausgeh-Bermudadreiecks Hans im Glück Brunnen passt zu der 27-Jährigen: unprätentiös, uneitel, schön. Die Kneipe war in den letzten Jahren immer wieder ein Zufluchtsort für sie. Die gebürtige Stuttgarterin wuchs in Ludwigsburg auf. Doch der Kessel übte stets eine Anziehung auf sie aus. Genauso wie das Café Weiß, das während des Studiums an der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst auch Treffpunkt der Schauspielschüler war.

„Es gibt einem immer ein familiäres Gefühl. Zigarettenspitzen und Wodka: „Die letzten Auch wenn man niemanden kennt, es men- Züge der Freiheit unserer Freundin.” schelt”, sagt sie und lächelt den anderen Gä- Mit ihren Eltern war sie auch schon hier. Die sten an ihrem Tisch zu. Dass sie die nicht beiden Alt-68er stießen im Zuge ihrer K21-Akkennt, spielt keine Rolle – so ist das eben, tivitäten auf „dieses Etablissement”. So gab wenn man in der einstigen Rotlichtpinte ei- es schon einige Familienausflüge ins rauchnen Sitzplatz ergattert. geschwängerte Separée. Wie es sich für einen Stammgast gehört, hat Mit Blick auf Oberkellner Ranko, der hier das sie schon so einiges im Weiß erlebt. Zum Bei- Zepter schwingt, sagt sie zwischen zwei Züspiel den Junggesellinnen-Abschied einer gen an der Selbstgedrehten: „Was ich hier Freundin. „Keine Bange, das war kein so ty- mag, sind die Regeln. Auch wenn sich die eipisches Verkleidungsding”, fügt sie schnell an. nem erst auf den zweiten Blick erschließen.” Eigentlich wollten Wenn man zum Beispiel sie einen Herrenbeim Schoki-Spiel zu FAMILIENAUSFLÜGE INS salon veranstalten. lange zögert, wird das VERRAUCHTE SEPARÉE So richtig klassisch mit Spielabbruch und mit Smoking, Zieinem von Rankos strengarren, dicken Teppichen und Ledersesseln. gen Blicken bestraft. Der Plan scheiterte an der Location, die Da- Wäre da nicht zu Schulzeiten die Theater AG mengesellschaft landete im Café Weiß. Smo- gewesen, Lara Beckmann wäre wahrscheinking und Zigarren wurden eingedampft auf lich in einem sozial engagierten Beruf gelan-


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det. Ob das so gut gewesen wäre bezweifelt sie: „Ich bin da viel zu empathisch und denke mich zu sehr in diese Schicksale rein.” Vielleicht wäre sie auch in die Fußstapfen der Eltern getreten und Lehrerin geworden. Doch die Schauspielerei war von Anfang an ihre Leidenschaft. Gut war sie auch. Ein Filmakademie-Student gab ihr eine Rolle in einem Kurzfilm, in dem Schauspieler Andreas Windhuis ihren Vater spielte. Windhuis war beeindruckt und nahm die 16-Jährige in seine Nachwuchskartei auf. Damit war die Berufsfrage geritzt. Dass sie dann doch am Theater gelandet ist, verdankt sie dem Studium: „Ich hatte vorher nix damit am Hut. Ich komme nicht aus einer Familie, die ins Theater geht.” Das Engagement an der Württembergischen Landesbühne war großes Glück für sie: „Dort ist man sehr behütet und kriegt viel zu spielen.“ Gerade ist sie noch als Effi Briest zu sehen. Ihr

erster Gedanke dabei: „Oh Gott!” Nicht wegen Fontanes Figur, der naiven Kindfrau, die an ihrer arrangierten Ehe verzweifelt, der Roman erinnerte sie an ihre Schulzeit: „Ich habe ihn nie zu Ende gelesen, obwohl ich darin Abi machen musste”, sagt sie und blinzelt über ihren Longdrink hinweg. Vielleicht stürzte sie sich deshalb auch so in die Proben. Wäre sie Effi, sie hätte viel früher rebelliert, sagt Beckmann. Sie verkörpert Effi voller Leidenschaft, erotisch und so überzeugend, dass die Kritiker jubelten ob der „blutjungen Schauspielerin”. Die Reaktionen des Publikums überraschten sie. Ein älterer Herr kam nach der Vorstellung, um ihr zu sagen, ihre Effi hätte ihn zu Tränen gerührt. Das größte Kompliment war jedoch die Anerkennung ihres Vaters. Im Hintergrund röhrt Tom Waits aus den Lautsprechern, als sie lässig noch eine Runde Wodka bestellt. Es ist eine der letzten Run-

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den, die Beckmann in ihrer Stammkneipe bei Ranko bestellen wird. Mit seinem 40. Betriebsjubiläum schließt das Café Weiß, dieser Zufluchtsort der Trinker und Bohemians, im März seine Pforten. Besser gesagt: Ranko, das Faktotum, tauscht sein Kellneroutfit gegen das Hawaiihemd, das er so gerne in seiner Freizeit trägt. Mit dem Weiß wird es weitergehen – irgendwie, aber es wird anders sein. Auch Lara Beckmann kehrt dem Weiß, Esslingen und Stuttgart den Rücken. Sie wird ab der kommenden Spielzeit am Aachener Stadttheater auf der Bühne stehen – und vielleicht auch eine neue Lieblingskneipe finden. Kathrin Stärk EFFIE BRIEST [13.3. 19:30 Uhr, WLB, Strohstr. 1, Esslingen] CAFÉ WEISS [Geißstr. 16, S-Mitte, Tel. 0711/24 41 21, Mo-Do 18-3, Fr+Sa 18-4 Uhr]


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AUS DEM SPEAKEASY WIRD DAS CUE: DIE BISHERIGEN VERMIETER HABEN DAS RUDER JETZT SELBST ÜBERNOMMEN

DAS CLUB-KARUSSELL DREHT SICH WEITER

Das kam plötzlich: Ende Januar verkündete das Wurst und Fleisch-Team den Rückzug aus dem angegliederten Club Speakeasy. Dort gingen nur zwei Wochen später mit dem Cue wieder

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die Discolichter an – die Vermieter, die auch die Lange Theke nebenan betreiben, kümmern sich ab jetzt selbst um die Location. LIFT-Autor Jan Votteler sprach mit Cue-Macher Christo Stanis.

ZWEI DRITTEL DER DILATED PEOPLES

LIFT Wie liefen die ersten Partywochenenden? STANIS Alle Partys waren super, worüber ich sehr froh bin. Wir mussten uns ja in kürzester Zeit einen neuen Clubnamen überlegen sowie mit vielen Veranstaltern, DJs und dem Personal telefonieren, um alles organisatorisch zu stemmen. Außerdem mussten wir uns auch noch um eine neue Musikanlage kümmern. LIFT Wie kam es zum Zerwürfnis? STANIS Ich hielt mich lange weitgehend heraus aus dem, was das Team vom Wurst und Fleisch im Speakeasy gemacht hat. Im November fing ich dann an, mich mehr einzubringen. Aber nicht etwa, weil es Probleme gab. Somit war ich ziemlich überrascht über deren Abzug.

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LIFT Warum habt ihr den Namen Speakeasy nicht weitergeführt? STANIS Nach dem ganzen Hickhack hielt ich es für das Beste, unter dieses Kapitel einen Schlussstrich zu ziehen und etwas Neues zu starten. LIFT Wie wird sich das Programm in Zukunft gestalten? STANIS Wir arbeiten momentan nur mit Fremdveranstaltern zusammen, möchten bald aber ein bis zwei Mal pro Monat auch eigene Events machen. Musikalisch geht’s im Cue ganz klar in Richtung HipHop. Übrigens optimieren wir zurzeit die Musikanlage, sprich der Sound wird in den kommenden Wochen deutlich besser. CUE [Rotebühlplatz 11, S-Mitte, www.cue-stuttgart.de]

EXZESSIV UND LAUT: MOONBOOTICA

HINGEHEN STATT MITLAUFEN VOLLGAS AUS HAMBURG ten Rap-Fans über die Jahre als HipHop-liebende Könner ihres Fachs ans Herz gewachsen. Und das so sehr, dass ein Besuch all derer quasi schon Pflichtprogramm sein sollte. Für alle anderen gilt das Prinzip des Geheimtipps: Hingehen statt Mitlaufen. JP DJ BABU & RAKAA IRISCIENCE [29.3. 23 Uhr, Schräglage, Hirschstr. 14, S-Mitte. WIR VERLOSEN 3x2 Plätze auf der Gästeliste. Mail, Fax oder Karten mit dem Stichwort „Zwei“ an LIFT.]

Die beiden Hamburger DJs Kowesix und Tobitob haben sich in den zehn Jahren ihrer Tätigkeit als Moonbootica zweifelsohne soundmäßig immer wieder neu erfunden. Electro und House sind veraltete Kategorien, die schon lange nicht mehr die Bandbreite der Sounds von Moonbootica wiederspiegeln. Vielmehr ist es das energetische Level, das die beiden DJs ausmacht, und das man mit Worten wie exzessiv, laut und schweißtreibend am besten beschreiben kann.

Wer auf gängigen House-Sound aus ist, wird hier enttäuscht oder überfordert sein, denn auf ihre Playlist rutschen immer auch Tracks, die schon ohne ein perfektes Mixing und spannende Mashup-Ideen brachial daherkommen. Es spricht also einiges dafür, hier aufzuschlagen und ordentlich Gas JWI zu geben. MOONBOOTICA [1.3. 23 Uhr, Rocker 33, Friedrichstr. 33A, S-Mitte. WIR VERLOSEN 3x2 Tickets. Mail, Fax oder Karte mit dem Stickwort „Gas“ an LIFT.]

Foto: Schönebaum (o.)

Expansion Team Soundsystem nennen sich DJ Babu und Rapper Rakaa Iriscience, wenn sie ohne Evidence, den dritten Mann im Bunde der Dilated Peoples, durch die Clubs dieser Welt ziehen. Da ihre Roots im klassischen HipHopParty-Bereich mit DJ und MC liegen, muss man ja nicht immer zu dritt auftreten. Eine satte Portion Erfahrung in Sachen Party machen haben die Zwei zweifelsohne. Denn selbst wenn sie nie im Mainstream ankamen, sind sie den eingefleisch-


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CANNSTATT CALLING: PAUL KALKBRENNER

ICK BIN EIN BERLINER DJ neben elektronischer Musik auch andere Dinge mögen, wie Filme und Berlin eben. Letztendlich ist ein Auftritt von Kalkbrenner etwas, das man zumindest einmal miterlebt haben sollte – schon alleine der Atmospähre wegen. JWI PAUL KALKBRENNER [1.3. 18:30 Uhr, Schleyer-Halle, Mercedesstr. 69, S-Bad Cannstatt]

DIRECTED BY FRANCO DRAGONE

25.9. - 29.9.2013 STUTTGART - PORSCHE-ARENA WWW.CIRQUEDUSOLEIL.COM · WWW.EVENTIM.DE

AUS DER REDAKTION: TRAURIGE AHNUNGSLOSIGKEIT

WAS GEHT, SUBKULTUR? LIFT-Redakteurin Charlotte Luther fragt sich, was gerade eigentlich los ist

Momentan scheint die hiesige Clubkultur unter keinem guten Stern zu stehen. Einerseits die ganzen Razzien, anderseits die plötzlichen Abgänge von Speakeasy und KimTimJim. Wer ist nicht aus allen Wolken gefallen, als an einem Sonntagnachmittag Ende Januar auf der Facebookseite des Speakeasy folgendes zu lesen war: „Team Wurst & Fleisch/Speakeasy und das Doremi gehen ab sofort getrennte Wege!“? Bähm. Aber warum das plötzliche Aus? Keine Ahnung. Keiner der Beteiligten will ernsthaft darüber sprechen, ein Mantel des Schweigens hat sich über den Rotebühlplatz gelegt. Deshalb kursiert derzeit

allerlei Gossip durch die Szene. Man hätte sich wegen einer Putzfrau zerstritten? Das klingt abstrus und ist es wohl auch. Leider kein Gerücht, sondern traurige Wahrheit: Das KTJ musste aus baurechtlichen Gründen von heute auf morgen schließen. Gut, dass das KTJ bald zumachen muss, weil das Gebäude abgerissen wird, war ja schon länger klar. Aber so plötzlich? Einmal mehr nehmen die Behörden dem Nachtleben den Gin Tonic aus der Hand. Dass es in dem ehemaligen Chinarestaurant keine ausreichenden Fluchtwege gibt, ist nicht neu. Aber warum duldet die Stadt diese Zustände über so lange Zeit? Auf jeden Fall R.I.P. KimTimJim, wir werden dich schmerzlich vermissen. Dem Stuttgarter Nachtleben kann man nur wünschen, dass die Sterne bald wieder besser stehen.

CASINO COPA CABANA

ab 24 Uhr

Samstag, 9. März 2013 ab 20 Uhr im Klassischen Spiel

EIN BESONDERER ABEND MIT BRASILIANISCHEM FLAIR

· Feurige Tanzshow und heiße Samba-Rhythmen von unserer Live-Band · Welcome-Drink im Klassischen Spiel · Landestypisches Buffet von Sternekoch Martin Öxle (25 €/Pers.)* · Aftershow-Party im GRACE ab 24 Uhr * Reservierung: Ab 12 Uhr, Tel. 0711 / 900 72 72, oder per E-Mail an oexle@spielbank-stuttgart.com

Glücksspiel kann süchtig machen – wir helfen Ihnen bei problematischem Spielverhalten. Infos: Tel. 0711/205 43 45 oder www.eva-stuttgart.de l Spielbank Stuttgart, Plieninger Str. 100, SI-Centrum, 70567 Stuttgart, Tel. 0711/900 19-0. www.spielbank-stuttgart.de. Einlass ab 21 J. mit gültigem Ausweis.

www.redegg.de

Ein Film und schon ist man berühmt. Paul Kalkbrenner verkörperte in dem Film „Berlin Calling“ den Hauptakteur Ikarus. Die Geschichte von einem DJ in Berlin, gespielt von einem DJ in Berlin, dazu mit authentischer elektronischer Musik und mit „Sky and Sand“ die Hymne einer ganzen Generation, die gerne feiert – das klingt nach einem Erfolgsrezept. Dass der Film selbst eigentlich gar nicht so gut ist, spielt keine Rolle. Was für Kalkbrenner bleibt, ist der vermutlich höchste Wiedererkennungsfaktor in der Welt der elektronischen Musik – zumindest hierzulande. Die Alben von Kalkbrenner sind abwechslungsreich, eingängig und seit „Berlin Calling“ irgendwie anders. Etwas poppiger ist alles geworden, was nichts Schlechtes bedeutet. Der Rave wird so zum Sammelerlebnis für Menschen, die


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Foto: photocase.com/.:: db ::.

FEINE KÜCHE

DAS SONDERTHEMA BON APPÉTIT! DREI MENÜS UNTER 100 EURO . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .47 EIN TAG AUF DEM WOCHENMARKT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .50 FEINE PRODUKTE, TOLLE DEKO, GUTES EQUIPMENT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .51

HERDPRÄMIEN: TOLLE PRODUKTE FÜR ZU HAUSE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .54 AFTER WORK KOCHKURS: ERST DIE ARBEIT, DANN DAS ESSEN ....56 FENG SHUI FÜR DIE KÜCHE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ...................58


SONDERTHEMA FEINE KÜCHE

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SELBER KOCHEN UND ZU HAUSE MIT FREUNDEN GENIESSEN: DAS SONDERTHEMA FEINE KÜCHE

BON APPÉTIT! Kochen ist Yoga für die Seele. Mindestens. Klar, dass uns da nur die besten Produkte in die Jutetüte kommen. Wir verraten, wo es den frischesten Fisch und das knackigste Gemüse gibt, haben uns einen Tag lang selbst als Marktfrau probiert und beim Afterwork-Kochkurs schnelle, aber gesunde Gerichte gekocht. Dass ein perfektes Dinner für Freunde locker unter 100 Euro drin ist, haben uns eine Kochbuchautorin, ein Wein-Blogger und das Secret-Supper-Team von Frida Kahlo bewiesen.

VEGAN FÜR FREUNDE Katharina Bretsch ist Illustratorin und hat im September 2012 das vegane Kochbuch „Kochen ohne Tiere” veröffentlicht. Nebenbei bereichert die 31-Jährige auch die Speisekarte im Café Stella und veröffentlicht ihre Koch-Eskapaden in ihrem Blog.

Menü

liste Einkaufs

: 15 Euro Steinpilze , e g uro lin it e el: 25 E Kräuters er Trüff z r a w h c s Euro 5 Gramm inat: 6 i, Babysp e lb a S , Basilikum Euro : 2,50 Walnüsse ,50 Euro blätter: 2 Lasagne o e: 3 Eur Sojasahn o 4 Eur Birnen: uro nen: 2 E Tonkaboh Euro Rosé: 6 Flasche 66 Euro

Kräuters eitlinge m it Salbei auf Ciaba tta

Kartoffe l-Rosmar in-Creme suppe Lauwarm es Steinp ilzcarpac cio mit Waln uss-Bas ilikum-Pes to Trüffelra violi auf Babyspin at mit Zitr onensahn e Birnen-S albei-Tör tchen m it Walnüs sen und Tonkaboh nen-Sahn e

„Wenn ich Freunde zum Essen einlade, plane ich eigentlich nicht, sondern gehe recht spontan vor“, sagt die Hobbyköchin. „So sechs bis acht Gänge sollen es meist werden.“ Doch oft bleiben nur sechs übrig, da sie sich zuviel vorgenommen hat, gibt sie lachend zu, während sie eine cremige Soße anrührt. Natürlich auf Sojabasis. Seit neun Jahren verzichtet Bretsch auf Tierisches und ernährt sich rein pflanzlich. Bretschs Küche ist mediterran angehaucht, wenn man sich das Menü anschaut, das sie für LIFT zusammengestellt hat. Die Zutaten findet sie oft auf dem Markt, doch wenn es spezielle Gewürze oder Gemüse sein sollen, landet die 31-Jährige dann doch meist in der Markthalle: „Da stimmt einfach die Qualität.“ Bei diesem Menü schlägt natürlich der frische französische schwarze Trüffel ordentlich zu Buche: 25 Euro hat sie dafür ausgegeben, doch keine Spur von Reue: „Der war so frisch und hat einfach unglaublich geduftet.“ In ihrer kleinen Küche probiert sie nun herum. So bestehen die Ravioli aus vorgegarten Lasagneblättern, denn frischen Nudelteig gibt es meist nur mit Ei und eine Nudelmaschine besitzt sie noch nicht. Für einen perfekten Abend muss für die Bloggerin natürlich das Essen stimmen: „Das Drumherum ist eigentlich egal.“ Mit der nötigen Prise Humor geht sie auch ihre Menüs an: „Bei mir geht eigentlich immer etwas schief, aber das ärgert mich nur kurz.“ Diese unbeschwerte Herangehensweise und die witzigen, verspielten Illustrationen in ihrem Buch haben auch andere Stuttgarter Köche beeindruckt. Einladungen zu den „großen Nachbarn“ ins Brauns und ins Sternelokal Delice adeln die vegane Küchenkünstlerin völlig zu Recht. Denn allein der Gruß aus ihrer MiniKüche – Kräuterseitlinge mit Salbei auf frischem Ciabatta – ist so perfekt abgeschmeckt, dass der Abend nur gut werden kann. [www.jumi-jami.blog.de]


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SEHEN LIFT LIEBT

LIFT LOCKT: DAS DEBÜT VON LARS-GUNNAR LOTZ „SCHULD SIND IMMER DIE ANDEREN“ STARTET DURCH

DIE STUTTGARTER SCHULDFRAGE

LIFT Sie stehen am Anfang Ihrer Karriere und landeten mit Ihrem Abschlussfilm an der Filmakademie Ludwigsburg bereits einen großen Erfolg. Fühlt sich gut an, oder? LOTZ Es ist immer schwer, aufzufallen. Wenn man dann Preise erhält und, was noch viel mehr wert ist, tolle Reaktionen des Publikums mitbekommt, ist das ein super Gefühl. LIFT Sie haben kein einfaches Thema gewählt: Die Konfrontation eines Täters mit seinem Opfer, Schuld und Vergebung. LOTZ Ich will ernsthafte Filme machen. Mich interessieren existenzielle und persönliche Probleme, zum Beispiel: Wie leben wir in Beziehungen? Welchen Sinn hat das alles hier? LIFT Wie kamen Sie auf die Geschichte? LOTZ Es war klar, dass mein Abschlussfilm die Themen Schuld und Vergebung beinhalten sollte. Durch Bekannte, die als Sozialarbeiter arbeiten, kam ich auf die Idee, zu zeigen, wie ein Täter auf sein Opfer trifft. Wir kamen dann zum Thema freier Vollzug und auf ein Haus in Leonberg, wo jugendliche Straftäter so leben. Das war unser Vorbild. Das Drehbuch habe ich mit der Autorin Anna Maria Praßler entwickelt. LIFT Wie viel beruht in dem Film auf wahren Begebenheiten? LOTZ Der Film ist komplett fiktional, aber wir haben viele Anregungen aus dem Leben im Seehaus Leonberg und der Arbeit der Sozial-

arbeiter dort im Umgang mit den jugendlichen Straftätern aufgenommen. LIFT Der Protagonist Ben ist ein knallharter Typ ohne Mitgefühl und Reue. LOTZ Es musste eine krasse Person sein, die Entwicklungspotenzial hat. Die Quelle dafür waren einerseits Sozialarbeiter, die erklärt haben, dass sich die Täter ihrer Taten und der Folgen häufig nicht bewusst sind. Bei vielen Straftätern ist es ein langer Weg bis sie Reue zeigen. Zweitens hat Edin Hasanovic, der Ben spielt, viel in diese Rolle reingegeben. LIFT Was wollen Sie mit dem Film ausdrücken? LOTZ Wir wollten zeigen, was nach dem Verbrechen passiert. Was bedeutet das für Opfer und Täter? Ben entwickelt sich positiv, er entdeckt sein Gewissen und verspürt zum ersten Mal Schuld. Bei der Sozialarbeiterin Eva werden Abgründe sichtbar. In jedem Menschen steckt eben beides. Ich wollte zeigen, dass man einen Menschen nicht aufgeben sollte, aber auch nicht jede Schuld verzeihbar ist. Konkret begrüße ich Täter-Opfer-Ausgleiche.

LIFT Wie finanziert sich so ein Abschlussfilm? LOTZ Durch die Unterstützung der MFG-Film-

förderung und der Filmaka, durch die Zusammenarbeit mit dem SWR und zuletzt dadurch, dass man ein Team davon überzeugen kann, für wenig Geld einen tollen Film zu machen. LIFT Ist die Region Stuttgart ein gutes Pflaster für einen Regisseur? LOTZ Ich denke schon. Auch wenn die meisten Filmleute nach Berlin abwandern. Ich muss da nicht wohnen, ich fahre sowieso oft zum Arbeiten hin. Mit diesem Film konnte ich aber auch zeigen, dass wir solche Probleme und Themen hier genauso haben. SCHULD SIND IMMER DIE ANDEREN [D 2012; R: Lars-Gunnar Lotz; mit Edin Hasanovic, Julia Brendler; WIR VERLOSEN 25x2 Karten für einen exklusiven Filmabend mit dem Regisseur am 20.3. um 20 Uhr im Kino Metropol, Bolzstr.10, S-Mitte. Mail, Fax oder Karte mit dem Stichwort „Schuld“ an LIFT.] !!!!!

Straftäter Ben lebt im freien Vollzug – die Regeln hier sind genauso hart wie seine Schale

Fotos: MOP (o.), Schleicher/ FFL (u.)

Er hat einen wichtigen Nachwuchspreis für die beste Regie geholt, den Publikumspreis beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen und er ist der Gewinner der Filmschau Baden-Württemberg 2012: Der Stuttgarter Lars-Gunnar Lotz. Am 28.2. startet sein Langfilmdebüt „Schuld sind immer die anderen“ in den Kinos. Der Film kommt komplett aus der Region: Die Ludwigsburger Filmproduktion FFL hat ihn produziert, gedreht wurde in und um Stuttgart, die Filmmusik steuerten die Stuttgarter Sea+Air bei. LIFT-Redakteurin Kathrin Waldow spricht mit Lotz über Schuld und Vergebung, Resozialisierung in Leonberg und seine Filmfreunde in Berlin.


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„DIE JAGD“ IST EIN DRAMATISCHER UND BESTENS BESETZTER PSYCHOKRIMI

DÄNISCHER ZÜNDSTOFF Mit Lars von Trier hat er einst mit dem „Dogma 95“-Manifest für Furore in der Filmwelt gesorgt: Auf Kamerastative oder Licht sollte zugunsten einer unmittelbaren Erzählweise verzichtet werden. Kurz danach geriet „Das Fest“ für Thomas Vinterberg zum KinoCoup von Cannes. Nach diversen Flops meldet sich der Däne jetzt mit einer Hetzjagd zurück. Der übercoole Mads Mikkelsen gibt den 40-jährigen Kinderbetreuer Lucas, der bei seinen Schützlingen ebenso beliebt ist wie bei seinen Freunden. Bis die kleine Klara, die Tochter seines besten Freundes, erzählt, er hätte sie unsittlich berührt. Fortan entwickelt sich ein kollektiver Hass gegen den mutmaßlichen Kinderschänder. Engste Freunde wenden sich ab, sein Sohn wird verprügelt, der Hund getötet.

Man kann einwenden, dass es dem Drama an Plausibilität fehlt, weil der Betroffene ohne weitere Ermittlungen sofort zum Täter abgestempelt wird. „Wir wollten keine Fallstudie machen, sondern eine Geschichte über Menschen und den Verlust der Unschuld erzählen“, so der Regisseur. Wenn man sich darauf einlässt, funktioniert das Drama um falsche Verdächtigungen durchaus. Wie schnell langjährige Freunde ohne den geringsten Zweifel den schlimmen Verdacht sofort glauben, wie sich Loyalität zu gnadenlosem Hass verwandelt – daraus entwickelt sich hier ein beängstigendes Szenario, das unter die Haut geht. Die halbe Miete verdankt der Psychokrimi dabei seiner Hauptfigur. Mads Mikkelsen gibt den gehetzten Unschuldigen mit enormer

Präzision: Ohnmächtigkeit und Verzweiflung sind in jeder Szene spürbar – aber was, wenn dieser sympathische Typ nun doch der Täter wäre? Der überraschende Schluss liefert Stoff für reichlich Diskussionen. So clever wie span-

nend inszeniert und von Mikkelsen atemberaubend gut gespielt. OSS DIE JAGD [DK 2012; R: Thomas Vinterberg; mit: Mads Mikkelsen, Susse Wold; Start: 28.2.] !!!!!

MACHTSPIELCHEN IM PSYCHODRAMA „INVASION“

„TAKE THIS WALTZ“ IST MEHR ALS EINE LIEBESKOMÖDIE

DER GAST IST KÖNIG

WAS WÄRE WENN?

In Dito Tsintsadzes kammerspielartigem Psychodrama ist Witwer Josef dem durchtriebenen Charme Fremder ausgeliefert: Nach einem Friedhofsbesuch spricht ihn eine Frau an und stellt sich als Cousine seiner verstorbenen Frau vor. Josef hat nichts dagegen, dass sie und ihr erwachsener Sohn in seiner großen Villa übernachten. Doch aus dem Kurzbesuch wird ein Daueraufenthalt und die Zahl der Mitbewohner erhöht sich. Man fragt sich, wie Josef aus die-

Trotz anfänglicher Routinen versucht das junge Paar Margot und Lou, sich ein glückliches Leben einzurichten. Die 28-jährige Margot liebt ihren treuen Mann – eigentlich. Wäre sie nicht dem Lebenskünstler Daniel über den Weg gelaufen. Es folgt ein Sommer voller erotischer Phantasien, Margot steht kurz vor dem Seitensprung. Sarah Polley erzählt ein klassisches Beziehungsdrama erfrischend neu: bunt, frech, skurril,

ser Nummer bloß wieder rauskommen soll? Zumal die Gäste sich allein mit Worten nicht zum Gehen bewegen lassen. Tsintsadze gelingt es, die Spannung auch dank der glänzenden Darsteller zu halten und nebenbei auch Fragen an eine multikulturelle Gesellschaft zu stellen. TV INVASION [D 2012; Regie: Dito Tsintsadze; mit Burghart Klaußner, Heike Trinker; Start: 28.2.] !!!!!

und nüchtern im Unterton. Kein Liebesfilm, sondern ein Film über die Liebe, der einen sehr intimen Was-wäre-wenn-Tanz vorführt und zeigt, was die Zeit aus Paaren macht – vor allem aus dem Sex. Polley überlässt am Ende jedem selbst die Entscheidung darüber, was gut und richtig ist. MAK TAKE THIS WALTZ [CA/ES 2011; R: Sarah Polley; mit Michelle Williams, Seth Rogan; Start: 7.3.] !!!!!


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ZWISCHEN ÖFFENTLICHEM UND PRIVATEM RAUM: PLATINO IM WÜRTTEMBERGISCHEN KUNSTVEREIN

FLUCHTLINIEN DER GESELLSCHAFT

In seinen sogenannten Spaces begann Platino 1979 seine eigenen Räume in verschiedene Rottöne zu hüllen. Oder er legte räumliche Strukturen frei, indem

er Einbauten wie Türen und Wände oder Verblendungen von Rohren, Kabelsträngen und anderen Versorgungselementen entfernte und neu fasste, etwa mit Textili-

ästhetisch genießen, aber auch inhaltlich angehen. Hinterfragt er doch damit auch Kunstbetrieb und Kapitalismus – durch die Vitalisierung des Ausstellungsraums und vor allem mit der Geschichte des Orts. „Die ständigen Brüche und Überraschungen sind Quell des Lebens“, sagt er. „Es geht darum, die Dinge der Gesellschaft in Bewegung zu halten, sich punktuell zu positionieren und so AnPEM stöße zu schaffen.“ PLATINO. FLECHTWERKE UND FLIEHKRÄFTE [23.2.-5.5. Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2, S-Mitte, Di, Do-So 11-18, Mi 11-20 Uhr. Der WKV nimmt auch an der LANGEN NACHT DER MUSEEN am 16.3. teil, alle Infos ab S. 61.]

DAS PORSCHE-MUSEUM UND SEINE ARCHITEKTUR

SNAPSHOTS AUS DEM NIGHTLIFE VON DANIELA WOLFER

IM BANN DES UFOS

DAS SCHREIT „SEX!“

Der Museumsbau gleicht einem riesigen Raumschiff: Auf einem Sockel schwebt der bugähnliche Hauptkörper, der von drei V-förmigen Säulen getragen wird. Das Innere ist reduziert in Weiß und Schwarz gehalten und lässt die Flitzer ideal zur Geltung kommen. Seit vier Jahren schon zieht das spektakuläre Gebäude des Porsche-Museums alle Blicke in seinen Bann – und die Besucher löchern die Museumsmitarbeiter immer wieder mit Fragen nach der Architektur. Deshalb gibt es jetzt eine Sonderausstellung zu diesem Thema. Anhand von Plänen und Dokumenten können die Besucher da-

rin den Bauprozess nachvollziehen. „Darüber hinaus zeigen wir Materialien, die für die Architektur verwendet wurden“, so Astrid Böttinger vom Porsche-Museum. Freilich hätte der Bau auch ganz anders aussehen können: „Wir werden auch die anderen Wettbewerber präsentieren“, so Böttinger. Darf man etwa auf weitere Ufos gespannt sein? ABE BUILT IN ZUFFENHAUSEN [5.3.26.5. Porsche-Museum, Porscheplatz 1, S-Zuffenhausen, Di-So 9-18 Uhr. Das Porsche-Museum nimmt auch ander LANGEN NACHT DER MUSEEN am 16.3. teil, alle Infos ab S. 61.]

Die Stuttgarter Künstlerin und Plattendreherin Daniela Wolfer stellt im März Momentaufnahmen aus dem Nachtleben aus. „Prime Time“ heißt der Zyklus, der ab dem 9. März im Privaten Kunstraum zu sehen ist. Darin greift die Künstlerin Details auf, die sie seit Jahren als DJ Dirty Daniela aus dem Nachtleben kennt. Was für die DJane aus der Masse der Partygäste heraussticht, gießt die Malerin in Öl auf die Leinwand. Ihr Ausgangsmaterial sind „Snapshots aus dem Nightlife“, wie sie sagt. Teils basieren die Motive auf Fotoshootings, teils konstruiert sie collagenartig. Dabei ist sie fasziniert von der Selbstinszenierung: „Nicht die braven Schwiegertöchter sind interessant.“ Als Künstlerin geht es ihr um Positionen. Ihre Arbeiten sparen die Psychologie des Individuums mit Absicht aus und konzentrieren sich stattdessen auf körperliche Reize und modische Statements. Natürlich schreit das „Sex!“, wenn

Tangas aufblitzen, Hüften kreisen und hier und da auch eine Portion Morbidität zu erahnen ist. Trotzdem oder gerade deshalb sieht Wolfer diesen Zyklus auch als emanzipatorisches Manifest. KAS PRIME TIME [9.3.-30.3., Privater Kunstraum, Weimarstr. 11, S-West, Do 18-19 Uhr+nach Vereinbarung, Vernissage: 9.3. 18 Uhr, Finissage: 30.3. 18 Uhr]

Foto: Schönebaum (o.)

Will Dinge in Bewegung halten: Künstler Platino

en, Leim, Grundierungen und Lacken. So schuf der zwischen allen Genres arbeitende Stuttgarter Künstler Orte eines permanenten Werdens zwischen öffentlichem und privatem Raum. Um diese zu transferieren, begann er 1982 seine „Externs“ zu entwickeln: Riesige Fotografien mit An-, Auf-, Unter- oder Seitenansichten der Spaces. Diese sowie Modelle, Zeichnungen und Konzepte sind nun im Württembergischen Kunstverein zu sehen. Und obwohl in „Platino. Flechtwerke und Fliehkräfte“ Arbeiten aus über 30 Jahren gezeigt werden, ist das keine Retrospektive im üblichen Sinne. Platino setzt seine Werke nämlich stets neu mit dem Raum in Bezug und setzt neue Perspektiven. Das kann man


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EINE KUNSTPARADE ZUM HUNDERTJÄHRIGEN

LAUT, BUNT UND STILL

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Foto: Claus Rudolph (o.)

INGMAR ALGE [16.2.-21.4. Galerie der Stadt Backnang, Stiftshof 2, Backnang, Di-Do 17-19, Fr+Sa 17-20, So 14-19 Uhr]

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Wartehallen in Flughäfen, verlassene Parkplätze oder abgestellte Campingwagen: In seinen Gemälden rückt der österreichische Maler Ingmar Alge Orte in den Fokus, die sich dem flüchtigen Blick des Betrachters sonst oft entziehen. Es sind winzige, nicht sofort erkennbare Übersteigerungen, mit denen Alge seine Bildgegenstände emotional auflädt und so viel Raum für Spekulation lässt. RED

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EMOTIONAL AUFGELADEN

Stadt Karlsruhe, Kulturamt

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INGMAR ALGE LÄSST RAUM FÜR SPEKULATIONEN

Mi–Fr / 10–18 Uhr Sa, So / 11–18 Uhr Mo, Di / geschlossen

Die Genussmesse mit Stil

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KUNSTPARADE [23.3. 15 Uhr, Start am Kunstmuseum, S-Mitte, www. vbkw-spiegel-der-zeit.de]

Städtische Galerie Karlsruhe Lorenzstr. 27 76135 Karlsruhe Telefon (0721) 133-4401/4444 www.staedtische-galerie.de

De

lerie, es werden auf dem gesamten Weg künstlerische Aktionen stattfinden. LIFT Das Paradeprogramm hört sich laut, bunt und knallig an. Dabei agiert der Verband über das Jahr ja eher im Hintergrund. STOERL STRIENZ Der VBKW agiert seit 100 Jahren sehr still, sehr diskret und sehr effizient. Wir beraten Künstler in allen berufsbezogenen Belangen – von juristischen bis hin zu Versicherungsfragen. Da war die Parade ein bewusstes Mittel gegen diese Zurückhaltung. Denn unsere Mitglieder stehen schließlich für Farbe und für alle künstlerischen Ausdrucksformen. LZ

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Der Verband Bildender Künstler und Künstlerinnen Württemberg (VBKW) feiert sein 100-jähriges Bestehen mit einer Kunstparade durch die Stadt. LIFT hat mit der Vorsitzenden Jutta Stoerl Strienz (re.) gesprochen. LIFT Wie kamen Sie auf die Idee einer Parade? STOERL STRIENZ Unser Vorstand Claus Rudolph gab den Impuls hierzu. Wir haben Mitglieder, die in den unterschiedlichsten Sparten tätig sind. Zum einen wollten wir das Zusammenwirken all dieser Richtungen präsentieren, zum anderen bietet die Parade eine tolle Plattform für die Künstler. LIFT Wer nimmt daran teil? STOERL STRIENZ Etwa 100 Künstler sind dabei. Dabei geht es nicht nur um das Bewegen vom Kunstmuseum zur Staatsga-

Karl Hubbuch, Karl und Hilde Hubbuch vor dem Spiegel stehend, nach 1927 © Karl Hubbuch Stiftung

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09. und 10. März 2013 Stuttgart, Römerkastell Sa. 12 - 22 Uhr + So. 10 - 19 Uhr www.kulinart-messe.de


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Foto: tommy67/ photocase.com

PLANEN

VERANSTALTUNGSKALENDER . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ..............77

VERANSTALTER

KINDERKALENDER . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ......................................118

KLEINANZEIGEN

A BIS Z

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .126

IMPRESSUM

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .134 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .137

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PLANEN VERANSTALTUNGSKALENDER

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KALENDER Fr

01

LIFT präsentiert: Moonbootica im Rocker Die beiden Hamburger DJs Kowesix und Tobitob haben sich in den zehn Jahren ihrer Tätigkeit als Moonbootica zweifelsohne soundmäßig immer wieder neu erfunden. Electro und House sind veraltete Kategorien, die schon lange nicht mehr die Bandbreite ihrer Sounds wiederspiegeln. Vielmehr ist es das energetische Level, das die beiden DJs ausmacht, und das kann man am besten mit Worten wie exzessiv und laut beschreiben. [1.3. 23 Uhr, Rocker 33, S-Mitte, 22 Uhr] S. 40 ROCK, POP, JAZZ & CO. STUTTGART LIFT LIEBT Paul Kalkbrenner energetischer Techno mit dem Produzenten- und DJ-“Star“. Support Simina Grigoriu & Pan-Pot, Schleyer-Halle, Bad Cannstatt, 18:30, € 41,50-44,80, € S. 41 Stuttgart New Orleans Society moderner New Orleans Jazz, Traditional Jazz Hall, Mitte, 20:00 LIFT LIEBT Ensemble Fisfüz feat. Gianluigi Trovesi Oriental Jazz-Musik aus Orient und Okzident im Rahmen der Typisch türkischReihe, Theaterhaus, Feuerbach, 20:15, € 24 Eastern Wind Musik zwischen Orient und Okzident, Laboratorium, Ost, 20:30 The Peacocks PunkRock’n’Roll aus der Schweiz. Support: Leechman, Goldmark’s, Mitte, 20:30 Knifflers Mum sechs-köpfige HipHop-Combo. Support: Elzar, Merlin, West, 21:00, Eintritt frei Mythron Künstlerduo und Electro-Indie-Band aus Holland, Café Stella, Mitte, 21:00, Eintritt frei Shuffle Alternative, Pop & Rock aus Le Mans, Cassiopeia, Ost, 21:00, € 8 Just Seven Jazz, Soul & Blues mit einem Schuss Latin versehen und einer handvoll Classic-Rock gewürzt, Bürgerhaus, Botnang, 21:30, Eintritt frei Jazzstadt Stuttgart - Jugendclub die Stiftung für junge Musiker stellt Bands vor,

heute mit Anna & The Bang Gang, Kiste, Mitte, 22:00 Willst du mit mir Backstage gehen? Release-Party der Band Schmutzki plus DJ-Set von Foxed named King & Al Baresel mit Indie, Rock & Alternative, Universum, Mitte, 23:00, € 6 BÖBLINGEN Theresa’s Playground Theresa Burnette und ihre JazzBand spielen Soul & R’n’B, Schönbuch Bräu-Betriebsgelände, Blaues Haus, 21:00, € 10 FILDERSTADT Moria Party-Musik zwischen Folk Rock und Hard Rock mit irischem Geist, Alte Mühle, Bonlanden, 20:00 GERLINGEN Fritz Cats Rock’n’Roll-Fritzen mit Witz, Jahnhalle, 20:00, € 15 LUDWIGSBURG Krisch Quartett im Sound und Stil des weltberühmten „Modern Jazz Quartett“, Musikhalle, Podium, 21:00 REMSECK/NECKAR Crimson Delight drei Songwriterinnen - eine Band. Raue Rocksongs, schöne Popsongs & gefühlvolle Balladen, Purple Haze, Aldingen, 21:00 SCHORNDORF Billy Cobham Melange alter und neuer Songs, Interpretationen bekannter Klassiker und eigene Arrangements des internationalen Drummer-Stars, Barbara-KünkelinHalle, 20:30 Arbouretum mit Gitarren“Frickelei“ zum Blues mit Tribal-Klängen und englischem

Folk - ohne sich von Melodien oder Rhythmen leiten zu lassen, Manufaktur, 21:00, € 14 WEINSTADT Jazztage Weinstadt im Zeichen von Jazz, Rock & Fusion, heute mit dem Angela Avetisyan 4tet, Jazzclub Armer Konrad, Beutelsbach, 20:30 PARTYS STUTTGART LIFT LIEBT Paul Kalkbrenner energetischer Techno mit dem Produzenten- und DJ-“Star“. Support Simina Grigoriu & Pan-Pot, Schleyer-Halle, Bad Cannstatt, 18:30, € 41,50-44,80, € S. 41 High Fidelity definitiv die „höchste“ Party Stuttgarts. Wechselnde DJs spielen von chillig bis Uptempo, Fernsehturm, Degerloch, 20:002:00 Evening of Celtic Culture mit Musik, Tanz und Gesang den St. Patrick’s Day feiern, Kulturwerk, Ost, 20:30 80er Jahre Party Oli Klein legt Hits der 80er Jahre sowie Rock, Wave, NDW und Pop auf, LKA/Longhorn, Wangen, 21:00, € 5 Älternabend eine Zeitreise in die 60er bis 90er Jahre für alle ab 30 mit DJ Chris David, Perkins Park, Nord, 21:00, € 8 Crazy Chicks Mixed-, House- & Clubmusic, Village, Mitte, 21:00, € 6 Freitag Deluxe mixed Music, 7 Grad, Mitte, 21:00 Funky Friday von House bis R’n’B, mit DJ Tobander, SI-

Ist die Maus aus dem Haus ist Kätzchenball Verführerisches Cabaret: Unvergleichbarer Charme trifft auf einen Mix aus Burlesque, Comedy und Gesang, garniert mir einem Schuss Frivolität, einer Prise Nostalgie und einem Hauch von Liebeslust! Ganz im Stil der 20er Jahre kommen zwei Miezen auf die Bühne und entführen in ene Zeit, als das Leben noch nach Whiskey schmeckte. Begleitet werden die beiden Miezen Lilli Luger und Zouzou la Vey von Ralf Groher und einer Band. [Bix, S-Mitte, 21 Uhr] Centrum, Sonderbar, Möhringen, 21:00, Eintritt frei Lehmann rockt! mit harten Riffs, Lehmann, Mitte, 21:00, €3 Boutique noir elektronische Tanzmusik & Techno, Kowalski, Mitte, 22:00 DJ Spectra HipHop und R’n’B, People, Mitte, 22:00 DJ Tim psychedelic Pop-60s, Junior, Mitte, 22:00 Mixed Music mit wechselnden DJs, Kings Club, Mitte, 22:00 Panopticum Techno mit den DJs kernrausch, banali, Julian DLR, Deriu Techno u.v.a., Club Zollamt, Bad Cannstatt, 22:00, € 7 Pon di Floor Reggae & Dancehall, heute mit ShakeA-Dem, Zwölfzehn, Mitte, 22:00, € 3 Yeah! Club Indie, Britpop & Co. mit Balt Brixton, Hannes Orange & Top Old Boy, Keller Klub, Mitte, 22:00, € 4 Soul Survivor elektronische Musik, Barcode, Mitte, 22:30 100% Vinyl-Action Punkrock & Indie, mit DJ Andy Ramone, Goldmark’s, Mitte, 23:00 Blockrockin’ meets Massive Lounge funky Breaks, HipHop & Electronica mit Run Iniq, Tobe Tronic, Poly Fux & Lima, Cue, Mitte, 23:00 DJ Jay Vee Nu Funk, Breaks & Dubstep, Schocken, Mitte, 23:00 Einklang 100% Techno und Rave, City Department/Toy, Mitte, 23:00 Electronic Biscuits elektronische Kekse, heute mit Markus Grund, Laloc, Mark M.

u.a., Climax Institutes, Mitte, 23:00 Invaders HipHop & R’n’B, Corso Bar, Mitte, 23:00 Koenigstreet international bekannte DJs legen House und R’nB auf, Aer Club, Mitte, 23:00 LIFT LIEBT Moonbootica die Hamburger Tobitob und Kowesix wieder zu Gast in Stuttgart, Rocker 33, Mitte, 23:00 S. 40 Nachtschicht HipHop & Classics, Romy S., Mitte, 23:00 RL’s Kitchen HipHop, House, Elektro & Classics, Stereo Lounge, Mitte, 23:00 The Redcup-Party HipHop mit Bow Tie und dazu die typisch amerikanischen roten Becher, ein Schulbus als Disco, Popcorn & Marshmallows, Mono, Mitte, 23:00 Toni HipHop und Nu Disco, heute mit Message, Simon Says & Bow Tie, Tonstudio, Mitte, 23:00 US Night Dirty South, HipHop & Oldschool, Proton, Mitte, 23:00 Willst du mit mir Backstage gehen? Release-Party der Band Schmutzki plus DJ-Set von Foxed named King & Al Baresel mit Indie, Rock & Alternative, Universum, Mitte, 23:00, € 6 BÖBLINGEN Black to the Future HipHop & R’n’B, Club Rooftop, 22:00, € 7 LUDWIGSBURG Thank God it’s Friday Rock, Metal & Gothic, Rockfabrik, 21:00, € 4

FILM Alle Kinos: www.lift-online.de STUTTGART Klappe! Jugendfilmfestival, Jugendhaus Mitte, Club Zentral, Mitte, 18:00 S. 71 ESSLINGEN Das Lied des Lebens Dokumentarfilm von Irene Langemann über den Komponisten Bernhard König und sein Lied-des-Lebens-Projekt für Menschen ab 70 plus, Kommunales Kino, 17:00 Die Nacht der Giraffe indonesisches Drama von Edwin mit Nicholas Saputra und Ladya Cheryll, Kommunales Kino, 19:00 Staub auf unseren Herzen Drama von Hanna Doose mit Susanne Lothar, Stephanie Stremler und Oskar Bökelmann, Kommunales Kino, 21:15 KORNWESTHEIM Stirb langsam: Ein guter Tag zum Sterben amerikanischer Actionfilm von John Moore mit Bruce Willis, Mary Elizabeth Winstead und Patrick Stewart, Autokino Drive In 2, 20:30, 23:00 The Crime (2012) englischer Actionfillm von Nick Love mit Ray Winstone, Ben Drew und Damian Lewis, Autokino Drive In, 20:30, 23:00 PFORZHEIM Violeta se fue a los cielos Filmbiografie der chilenischen Sängerin Violeta Parra von Andres Wood mit Francisca Gavilan, Thomas Durand und Christian Quevedo, Kommunales Kino, 16:45


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EIN JAHR LIFT NUR 24 EURO

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Bestellen Sie jetzt ein Jahr LIFT das Stuttgartmagazin. Für Stuttgart und die ganze Region - das große Menschen-Kino-Theater-Party-GastroShopping-Musik-Literatur-Stadt-Magazin. Sie sparen pro Jahr den Preis von zwei Ausgaben, also 4,80 Euro.


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UND DAZU EIN TICKET FÜR DIE LANGE NACHT DER MUSEEN 2013.

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COUPON JA, ICH ABONNIERE LIFT DAS STUTTGARTMAGAZIN

ab der nächsten erreichbaren Ausgabe für 1 Jahr (12 Ausgaben für nur € 24,- statt € 28,80 einzelner Kaufpreis). Frei Haus! Das Abonnement verlängert sich danach um jeweils ein weiteres Jahr, wenn ich es nicht vier Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres kündige.

Name & Vorname Straße PLZ & Ort Telefon E-Mail GESCHENKABONNEMENT: Ich will LIFT verschenken. Schicken Sie bitte das Stuttgartmagazin LIFT an diese Lieferanschrift. Das Geschenk-Abonnement verlängert sich danach nicht automatisch.

Beschenkter: Name & Vorname Straße PLZ & Ort Bitte ziehen Sie den Betrag (€ 24,-/Jahr) von meinem Konto ein:

Kontoinhaber Bank BLZ

Konto-Nr.

Datum & Unterschrift Widerrufsbelehrung: Die Bestellung wird erst wirksam, wenn sie nicht binnen einer Frist von 10 Tagen nach Erhalt dieser Belehrung schriftlich bei der PV Projekt Verlag GmbH, Postfach 10 30 45, 70026 Stuttgart, widerrufen wird. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs.

Datum & Unterschrift Diese Aktion ist befristet bis 12.3.2013. Gutscheine können erst danach zugestellt werden.

LIFT 0313

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LIFT Stuttgart - Leseprobe März 2013  

LIFT Stuttgart - Leseprobe März 2013

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