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300

Jahre

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

JUBILÄUMSBEILAGE

ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG


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NR. 223

300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

Der Beginn des Merkur in Zweibrücken

Nachhaltigkeit zum ersten Mal wissenschaftliches Thema

1713: „Zeitungsextract“ von Georg Nicolai

1713: H. v. Carlowitz veröffentlicht „Sylvicultura oeconomica“

I N H A LT .......................................................................................................

Grußworte zu 300 Jahre Pfälzischer Merkur Prominente Glückwünsche Seiten II - VI Trotz Unkenrufen: Die Zeitung lebt: Professor Dr. Heinz-Werner Nienstedt schreibt über die Entwicklung der MedienSeite VII landschaft Zweibrücker Zeitungsgeschichte Von den Anfängen des Pressewesens bis heute Seiten VIII - XII Der Merkur nach dem 2. Weltkrieg: Merkur Druck, alte Weggefährten, Berichte zu Top-Ereignissen Seiten XII - XV Zeitung wird es immer geben: Das Merkur-Führungstrio über die Zukunft der Tageszeitung Seite XXI Die Redaktion: Das Herz des Merkur Von früh bis spät in die Nacht sorgt das Team des Pfälzischen Merkur täglich für aktuelle Berichterstattung Seiten XXII u. XIII Werbung im Wandel der Zeit: Im Dienste des Kunden unterwegs - die Mediaberater Seiten XXIV u. XXV Der Pfälzische Merkur auf einen Blick: Grafik des Verlagshauses Seiten XXVI und XXVII

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Aufklärung: Das Bürgertum emanzipiert sich 4. Juni 1717: Großloge der Freimaurer in London gegründet

Lokaler Journalismus hat eine Zukunft

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behaupten. Wir alle erleben es mit: Die Medienwelt entwickelt sich rasant weiter; das Internet und neue digitale Formate verändern das Leseverhalten. Dennoch bin ich überzeugt, dass lokaler Qualitätsjournalismus Zukunft hat. Sein wichtigstes Kapital darf er allerdings nicht verspielen: Glaubwürdigkeit. Journalisten müssen ihre Zeit in Worte fassen und Seismographen sozialer Veränderungen sein. Deshalb möchte ich die Redakteure und freien Mitarbeiter ermuntern: Überraschen Sie Ihre Leser! Seien Sie unabhängig und kritisch! Bilden Sie Vielfalt ab! Aber nicht nur die Journalisten und Verleger, wir alle sind gefragt, als Bürger: Professioneller Journalismus sollte uns etwas wert sein. Denn wir brauchen ihn, um uns eine Meinung zu bilden und uns zu orientieren, in der Westpfalz und der Welt. Ich gratuliere dem Pfälzischen Merkur zu seinem runden Geburtstag – und wünsche ihm, dass er diese eine, so unscheinbare Frage auch in Zukunft beantworten wird: Was war da los?

as war da los?“ Diese Überschrift habe ich im Pfälzischen Merkur gelesen, und sie hat mich neugierig gemacht. Die Redaktion lädt damit im Jubiläumsjahr 2013 zu einem Schlagzeilen-Quiz ein. Leser sollen raten, an welchem Tag das „Rüben-Sonett“ Aufmacher im Lokalteil war. Oder wann die „Hinrichtung des Raubmörders Hirtz“ Zweibrücken bewegte. Was war da los? In dieser Frage steckt alles, was eine gute Regionalzeitung ausmacht. Denn so sehr sich der Pfälzische Merkur, so sehr sich Stadt und Umland in den vergangenen 300 Jahren auch gewandelt haben, eines ist doch geblieben: das Interesse der Menschen für Nachrichten aus ihrer Region. Die Lokalzeitung berichtet über Politik und Kultur, Wirtschaft und Sport, Klatsch und Tratsch aus der Nachbarschaft – und stiftet dadurch ein Wir-Gefühl. Nach wie vor ist sie ein bedeutendes Forum der kommunalen Öffentlichkeit, wenn sie Debatten anstößt und Impulse für eine lebendige Demokratie gibt. Der Pfälzische Merkur ist eine der ältesten Tageszeitungen Deutschlands. Er steht für Tradition – und muss sich zugleich immer wieder neu

Jochim Gauck, Bundespräsident

Ein starkes Trio: Die Chefetage des PfälziSeite XXVIII schen Merkur Tolle Produkte in der Merkur-Einkaufswelt: Das Pressezentrum des Pfälzischen Merkur stellt sich vor Seite XXIX Das ABC des Journalismus: Von A wie Andruck bis Z wie Zusteller Seite XXX

Auch meine tägliche Presse-Lektüre

Eine Zeitung mit unverwechselbarem Profil

So funktioniert die Druckerei der SZ, in der auch der Pfälzische Merkur gedruckt wird: Druckhaus-Grafik Seite XXXI Ein Stück Identität der Demokratie: Zahlreiche Gratulanten zum 300. Geburtstag des Pfälzischen Merkur – darüber hinaus Merkur-Aktionen im Jubiläumsjahr Seite XIII Hintergründe: Ehemalige Merkurianer wie Heinz Weinkauf und Gustl Altherr schreiben über ihre Zeit beim Merkur, außerdem Geschichten über Hartmut Sutter, Dietmar Niedermeier, Sigrid Gesser-Müller und Edgar Steiger Seiten XXXIV bis XXXIX Mit Stift und Pinsel gegen Missstände: Karikaturen nehmen gesellschaftliche und politische Ereignisse aufs Korn Seite XXXX

I MPRESSUM SONDERVERÖFFENTLICHUNG DES PFÄLZISCHEN MERKUR VOM 25. SEPTEMBER 2013 CHEFEDAKTION Michael Klein

REDAKTION Elisabeth Beduhn (verant.), Martin Baus, Falk Enderle, Charlotte Glück-Christmann, Svenja Kissel, Sabine Koerth, Norbert Rech, Fritz Schäfer, Udo Steigner, Heinz Weinkauf, Grafiken: Andro Hiegel, Jan Hilt

GESCHÄFTSFÜHRUNG Thomas Deicke, Christian Maron

ANZEIGEN REGIONAL Alexander Grimmer

ANZEIGEN NATIONAL Patrick Strerath

LAYOUT UND PRODUKTION Complete Media Services (CMS)

VERLAG UND DRUCK Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH 66103 Saarbrücken

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lein – aber fein! So könnte die Devise der ältesten rheinland-pfälzischen und zweitältesten deutschen Zeitung lauten: Der Pfälzische Merkur in Zweibrücken kann in diesem Jahr auf sein 300-jähriges Bestehen zurückblicken. Ein stolzes Jubiläum für eine Tageszeitung, zu dem ich gerne und herzlich gratuliere. Als „Urvater“ des Pfälzischen Merkur wurde am 26. Januar 1713 ein „Zweibrücker Zeitungsblatt“ nachgewiesen, das damals noch als Wochenzeitung erschien und montags gedruckt wurde. In den zurückliegenden drei Jahrhunderten kann die Zeitung, die seit 1888 den Titel „Pfälzischer Merkur“ hat, auf eine lange Tradition und Geschichte zurückblicken, überstand mehrere Kriege und wirtschaftlich schwierige Zeiten. Heute gehört der Pfälzische Merkur als 100-prozentige Tochter zur Saarbrücker Zeitung, die seit Jahresbeginn mehrheitlich zur Mediengruppe Rheinische Post gehört. Der Pfälzische Merkur darf – mit einer Auflage von knapp 7600 Exemplaren – sicher als eine kleine Zeitung bezeichnet

werden, die aber zu einem „großen Haus“ gehört. Regionale Zeitungen wie der Pfälzische Merkur mit seinen beiden Lokalteilen „Zweibrücker Zeitung“ und „Homburger Nachrichten“ sind für die publizistische Vielfalt in unserem Land unentbehrlich. Für die meisten Menschen sind sie die wichtigste Informationsquelle des Tages, vor allem um Nachrichten und auch unterhaltsame Informationen aus der unmittelbaren Umgebung zu erhalten. Der Pfälzische Merkur gehört übrigens auch zu meiner täglichen Presse-Lektüre. Ich gratuliere dem Verlag herzlich zu diesem besonderen „Geburtstag“ und wünsche dem Unternehmen sowie seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gute Zukunft.

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz

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er erste „Pfälzische Merkur“ erschien 1713 in der damaligen Herzogstadt Zweibrücken. Damit ist er nach der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung die zweitälteste heute noch erscheinende Tageszeitung Deutschlands. Seit 300 Jahren können sich die Leserinnen und Leser des „Pfälzischen Merkurs“ auf zuverlässige Informationen aus ihrer Heimat verlassen. Zu diesem außergewöhnlichen Jubiläum gratuliere ich sehr herzlich. Trotz der Zunahme der digitalen Medien werden regelmäßige und aktuelle Informationen über Politik, Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft in den Printmedien weiterhin gebraucht. Denn je komplexer sich unsere Gesellschaft entwickelt, umso mehr bleibt sie auf demokratischen Bürgersinn, öffentlichen Meinungsstreit und kritischen Journalismus angewiesen. Wer könnte dies besser - sozusagen Schwarz auf Weiß - vermitteln als unsere Tages- oder Wochenzeitungen? In Berichten, Reportagen, Interviews oder Leitartikeln informieren die Printmedien ihre Leser möglichst umfassend und genau. Auch der „Pfälzische

Merkur“ leistet als Tageszeitung einen wichtigen Beitrag zur umfänglichen Information der Menschen in unserer Region. Fundierte Recherchen, eine präzise Berichterstattung und insbesondere ein unverwechselbares regionales Profil gehören zum Markenzeichen des „Pfälzischen Merkurs“. Neben einer ausgewogenen globalen Berichterstattung bietet der „Pfälzische Merkur“ seinen Leserinnen und Lesern umfassende Informationen über lokale Veranstaltungen, das Vereinsleben vor Ort und regionale Sportereignisse. Mit seiner ausführlichen Berichterstattung ist der „Pfälzische Merkur“ damals wie heute nah an seinen Lesern. Er ist für die Menschen im Saarpfalz-Kreis ein wichtiges Informationsmedium und bereichert die saarländische Medienlandschaft. Deshalb bin ich sicher, dass die treue Leserschaft den „Pfälzischen Merkur“ auch in Zukunft nicht missen möchte und wünsche ihm weiterhin noch viele erfolgreiche Jahre. Annegret Kramp-Karrenbauer, Ministerpräsidentin des Saarlandes


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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

Diderot und d’Alembert veröffentlichen Encyclopédie

Der Repräsentant des geistigen Deutschland

1747 bis 1766: Das ganze Weltwissen in einem Buch

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um besonderen Jubiläum des Pfälzischen Merkur gratuliere ich sehr herzlich. Die Rheinische Post Mediengruppe – gegründet im Jahr 1946 dank der Lizenz der britischen Militärregierung im Rheinland – ist sehr stolz, eine Zeitung mit solcher Tradition in ihren Reihen zu haben. 300 Jahre Pfälzischer Merkur – was für eine Zeitspanne! Das Jahr 1713: mit dem Frieden von Utrecht geht der spanische Erbfolgekrieg zu Ende. In Preußen übernimmt König Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, die Macht. Der französische Schriftsteller und Philosoph Diderot wird geboren und der Pfälzische Merkur gegründet. Viel Neues kam in den Jahrzehnten, jedoch vieles ohne Bestand – der Pfälzische Merkur hat Bestand und Beständigkeit. Der Grund liegt meines Erachtens auf der Hand. Zu allen Zeiten haben die Menschen ein Bedürfnis nach Information, nach Einordnung und Orientierung. Dies gilt für die großen und kleinen Zusammenhänge im Leben. Dem Pfälzischen Merkur ist es gelungen, über die Jahrhunderte ein Spiegel der Zeit zu sein, ein

relevanter und verlässlicher Partner der Leserinnen und Leser. Die Nähe zur Leserschaft und die Verbundenheit zur Region hat die Zeitung auf herausragende Weise verknüpft mit stets aktueller Berichterstattung. Den Wandel der Zeit hat der Pfälzische Merkur mit Mut und Augenmaß glänzend gestaltet. Seit Anfang des Jahres 2013 gehört nun der Pfälzischer Merkur, über den Saarbrücker Zeitungsverlag, zur Rheinischen Post Mediengruppe. Durch diesen Zusammenschluss ist eine der größten regionalen Zeitungs- und Medienunternehmen in

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Superstars der Musik heißen Haydn, Mozart und Beethoven

28. August 1749: Johann Wolfgang von Goethe wird geboren

Herzlichen Glückwunsch!

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1750: Klassik wird en vogue in Deutschland

Eine starke Zeitung, ein stolzes Jubiläum

Deutschland entstanden. In einem breit aufgestellten Medienhaus mit digitalen Produkten, TV- und Hörfunksendern, Fachmedien und Anzeigenblättern sowie Beteiligungen im In- und Ausland ist der Austausch untereinander und der Einblick in die unterschiedlichen Medien, ihren Herausforderungen und Chancen ein wichtiger Schritt zum gemeinsamen Erfolg. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihren Kollegen. Auf seinem stabilen Fundament kann der Pfälzische Merkur mit Selbstbewusstsein und großer Zuversicht in die Zukunft schauen. Dem Pfälzischen Merkur, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Leserinnen und Lesern sowie den Geschäftspartnern wünsche ich eine glückhafte Zeit. Ad multos annos! Dr. Karl Hans Arnold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinischen Post Mediengruppe, Aufsichtsratsvorsitzender der Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH

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eutschland ist ein Zeitungsland. Nirgendwo in Europa werden mehr Zeitungen verlegt. Rund 45,5 Millionen Menschen lesen in Deutschland täglich Zeitung. Eine davon ist der Pfälzische Merkur: Seit 300 Jahren ist der Pfälzische Merkur wesentlicher Teil der Region Saar-Pfalz und versorgt die Menschen mit aktuellen Informationen. Damit ist der Merkur die zweitälteste heute erscheinende Tageszeitung in Deutschland und darauf sind wir in der Mediengruppe stolz! Grundlagen des Erfolgs sind diese Kontinuität, die aktuelle Berichterstattung und eine starke Verwurzelung in der Region. Über 20.000 Menschen lesen den „PM“ im Verbreitungsgebiet, das die Westpfalz und das östliche Saarland umfasst, regelmäßig. Die Leserinnen und Leser können darauf vertrauen, dass „ihr PM“ auch in einer Zeit schneller Veränderung Orientierungshilfe gibt - „auf allen Kanälen“, sowohl digital als auch in gedruckter Form. Rund 85 Prozent der Zeitungsleser in Deutschland lesen Zeitungen vor allem, um sich über lokales Geschehen zu

informieren. Das Team des Pfälzischen Merkurs hat es in den letzten Jahren geschafft, seine Reichweite deutlich zu verbessern. Das ist das Zeichen eines guten und attraktiven Lokaljournalismus. Unverzichtbar für die topaktuelle Berichterstattung ist ein später Redaktionsschluss: Heute wird der „PM“ von der Redaktion bis 24 Uhr aktualisiert und die Ereignisse des Tages mit relevanten Hintergrundinformationen zum gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben im Verbreitungsgebiet angereichert. Der Erfolg des „PM“ wäre

ohne die Unterstützung und die Treue unserer Leserinnen und Leser sowie unserer Kunden nicht möglich. Dafür bedanke ich mich sehr herzlich. Wir freuen uns über den Austausch mit Ihnen, er ist eine Bereicherung und bringt uns näher. Ein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in der Vergangenheit zum Erfolg des Pfälzischen Merkur beitragen haben und all denen, die sich heute täglich für den Verlag engagieren. Ich wünsche dem Pfälzischen Merkur für die Zukunft alles Gute sowie unseren Leserinnen und Lesern weiterhin viel Freude bei der täglichen Zeitungslektüre!

Dr. Joachim Meinhold, Vorsitzender der Geschäftsführung Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH für die Mediengruppe (Saarbrücker Zeitung, Trierischer Volksfreund, Pfälzischer Merkur, Lausitzer Rundschau, Saarländische Wochenspiegel Verlagsgesellschaft und euroscript)

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

300

Jahre Pfälzischer Merkur

300 Jahre Berichterstattung am Puls der Zeit, die Sie mit Lesernähe und Tradition verbinden. Wir gratulieren! Herzliche Grüße aus Düsseldorf.


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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

John Hill schreibt unter Pseudonym „The Inspector“ 1751: Erste Kolumne im London Adviser erschienen

Gewitterstürme werden weniger gefährlich 1752: Benjamin Franklin entwickelt den Blitzableiter

Lebendige Verbindung mit den Lesern

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er Pfälzische Merkur feiert in diesem Jahr sein 300-jähriges Bestehen. Zu diesem außergewöhnlichen Jubiläum darf ich meine herzlichen Glückwünsche aussprechen. Der Blick in die Tageszeitung gehört für Viele zu den ersten Tätigkeiten am Morgen. Auch im digitalen Zeitalter, in dem Smartphone und Tablet-PC den Alltag zu beherrschen scheinen, ist vielen Menschen der Blick in die Zeitung wichtig. Den Tageszeitungen, und ganz besonders den Lokalzeitungen, wurden schon oft schwierige Zeiten vorausgesagt. Dies hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Im Laufe der Zeit, seit Gründung im Jahre 1713, haben sich viele Gegebenheiten verändert. In seinem langen Leben hat sich der Pfälzische Merkur daher immer wieder verändert und versucht, sich für seine Leser zu verbessern. Das 300. Erscheinungsjahr ist der beste Beweis dafür, dass dieses Vorhaben gelungen ist. Für den Pfälzischen Merkur, der den westlichen Teil des Landkreises Südwestpfalz abdeckt und dabei einzigartig zum Informationsfluss über die Kreis- und Landesgrenzen hinweg beiträgt, gehört es zum Selbstverständnis, dem Anspruch der Leserinnen und

seinen Leserinnen und Lesern, um weiterhin konstruktiver Begleiter der gesellschaftlichen Entwicklung unserer Region zu sein.

Lesern auf bestmögliche Weise zu genügen. Dabei steht eine objektive Berichterstattung immer im Vordergrund. Der Leser möchte wissen, was in seiner Heimatregion vor sich geht. Diese Herausforderung bewältigt der Pfälzische Merkur Tag für Tag aufs Neue. Ich wünsche dem Pfälzischen Merkur auch für die Zukunft eine lebendige Verbindung mit

Hans Jörg Duppré Landrat des Landkreises Südwestpfalz

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Dorothea Christiane Erxleben ist ab sofort Frau Doktor 6. Mai 1756: Erste deutsche Ärztin promoviert

Ein wichtiger Bote in unserer Region

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reihundert Jahre Pfälzischer Merkur, 300 Jahre Zeitungstradition, 300 Jahre Engagement für freie Meinungsäußerung. Ein Jubiläum, zu dem ich dem PM in Zweibrücken auf das Herzlichste gratulieren möchte. Als vor 300 Jahren die erste Ausgabe der Vorgängerzeitung des heutigen Pfälzischen Merkurs erschien, war Tageszeitung keine Selbstverständlichkeit. Es war das erste und einzige Medium, um den Freiheitsgedanken, der sich damals entwickelte, zu transportieren. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit waren Forderungen, deren Umsetzung noch lange auf sich warten ließ. Gerade im Vormärz war die Tageszeitung in unserer Region eines der wichtigsten Zahnräder einer gerade entstehenden demokratischen Maschinerie. Dieser Bedeutung soll und muss sich eine Zeitung bewusst sein. Dies ist umso wichtiger, da in der heutigen Zeit die Medienlandschaft stark im Wandel begriffen ist, Aktualität immer mehr von Fernsehen, Radio, Internet und sozialen Netzwerken definiert wird. Aber gerade wenn man mit einer Tageszeitung nicht mehr mit anderen Medien in Sachen

dass der Pfälzische Merkur auch noch einige Jahre und Jahrzehnte weiterhin ein wichtiger Bote in unserer Region sein wird. Ein Bote wichtiger Nachrichten, aufklärender Hintergründe und klarer Stellungnahmen. In diesem Sinne wünsche ich dem Verlag für das Jubiläum und die nachfolgenden Jahre alles Gute.

Aktualität mithalten kann, ist es umso wichtiger, mit einer guten Recherche auch die Hintergründe zu beleuchten, Zusammenhänge darzustellen und letztendlich auch Stellung zu beziehen – wie dies einst die Vorkämpfer unserer Demokratie vor bald 300 Jahren in ihren Medien taten. Und genau da schließt sich der Reigen und ich bin mir sicher,

Die

Clemens Lindemann, Landrat des Saarpfalz-Kreises

gratuliert

Herzlichen Glückwunsch! 300 Jahre Pfälzischer Merkur. Die Saarbrücker Zeitung gratuliert!

Das Medienhaus www.saarbruecker-zeitung.de www.saarbruecker-zeitung.de


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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

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Kleine Eiszeit erreicht ihren Höhepunkt

Schiffe können ab sofort besser navigieren

In Europa beginnt die Industrielle Revolution

1500 bis 1850: In Europa herrscht eine Periode kühlen Klimas

1759: John Harrison erfindet den Chronometer

Um 1770: Bahnbrechende wissenschaftliche Entdeckungen

Wichtiger Mosaikstein in der Entwicklung der Demokratie

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ereits 300 Jahre alt ist der erste Hinweis auf eine Zweibrücker Zeitung. 1713 hieß sie Zeitungs-Extrakt. Nachfolgeblätter sind entstanden und im späten 19. Jahrhundert, nachdem das Deutsche Reich gegründet wurde, erhielt auch die Zweibrücker Zeitung den Namen „Pfälzischer Merkur“. Deshalb sehen sich die heutigen „Merkurianer“ als Nachfolger von Georg Nicolai, der das Zeitungs-Extrakt erstellt hat, und feiern heute 300-jähriges Bestehen. Damit ist der „Pfälzische Merkur“ die zweitälteste Zeitung Deutschlands. Das Jubiläum ist ein Grund, stolz zu sein. Eine Zeitung mit solch einer Geschichte hat einen wesentlichen Betrag zur gesellschaftlichen Entwicklung geleistet. Und der „Pfälzische Merkur“ ist ein wichtiger Mosaikstein in der Entwicklung und Weiterentwicklung der Demokratie. Denn ohne fundierte Informationen der Bürgerinnen und Bürgern kann ein freiheitlich-demokratisches System nicht funktionieren. Früher wurden die Briefe noch per Post zugestellt und mit Hand geschrieben. Heute geht

schnelleren Medien. Doch der Vorteil der Tageszeitung sind die Analyse und die ausführlichere Hintergrunddarstellung eines Themas. Deshalb sehe ich den Pfälzischen Merkur auf dem Weg in eine weitere lange Existenz. Ich wünsche im Namen der Bürgerinnen und Bürger der Redaktion des „Pfälzischen Merkur“ auf dieser Strecke eine glückliche Hand.

alles elektronisch. Die Informationstechnik und das Internet haben auch den Umgang mit der Zeitung geändert. Das gedruckte Zeitungsprodukt kämpft um seine Stellung. Da sich viele berufen sehen, ihre Meinung durch die Medien zu verbreiten, ist es umso wichtiger, Zeitungen mit Qualität zu haben, die dem Leser geprüfte Informationen geordnet und strukturiert weitergeben. Hier lag und hier liegt immer noch die Stärke einer Tageszeitung. Internet, Radio und Fernsehen sind die

Kurt Pirmann, Oberbürgermeister der Stadt Zweibrücken

Spannende Themen im Pfälzischen Merkur

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ehr geehrte Leserinnen und Leser des Pfälzischen Merkur. Seit 1713 informiert der Pfälzische Merkur uns über alle wichtigen Themen in der Region. Das ist eine sehr lange Zeit, gerade unter dem Aspekt, dass sich vor 300 Jahren die Technik, die heutzutage selbstverständlich für die Nachrichtenübermittlung ist, noch deutlich schwieriger gestaltete. Umso schöner ist es, dass dieses Medium - als eine der ältesten Zeitungen in ganz Deutschland - über die gesamten Jahrhunderte bis heute besteht. Ein Dank gilt hier auch rückblickend den Verantwortlichen, die diese Publikation am Leben erhalten und zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Dieses Jubiläum ist zu Recht ein Grund, stolz auf das Erreichte zu sein und ausgiebig zu feiern. Insgesamt sind die Medien in unserer Gesellschaft ein sehr wichtiges Instrument. Sie kommentieren, sie kritisieren, aber vor allem informieren sie die Bürger über alles, was in den Gemeinden, Städten, Ländern und auch weltweit passiert. Und der Pfälzische Merkur lässt sich immer spannende Themen einfallen. So gefallen mir

Herzlichen Glückwunsch! 300 Jahre Pfälzischer Merkur! Wir gratulieren unseren Pfälzer Kollegen. Bleibt so bunt und interessant wie ihr seid.

Grundschule in Einöd ein Abonnement dieser Zeitung gesponsert, damit die Kinder an das Lesen herangeführt werden können. Ich wünsche dem Pfälzischen Merkur, seinen Machern und Mitarbeitern, ein erfolgreiches Jubiläumsjahr, zahlreiche aufmerksame Leserinnen und Leser, viel Freude bei ihrer Arbeit und für die Zukunft alles Gute!

momentan die Reihe zum Jubiläum, „300 Jahre – 300 Köpfe“ sowie die Portraits der 50 bedeutendsten Saarpfälzer besonders gut. Auch wenn der Pfälzische Merkur in Zweibrücken angesiedelt ist, wird er von den Bürgerinnen und Bürgern in Homburg breitflächig genutzt, denn er schließt ja auch die Berichterstattung über die gesamte Region mit ein. Auch die Stadt Homburg engagiert sich dafür, dass die Einwohner informiert bleiben. Erst vor kurzem haben wir im Rahmen einer Lesepatenschaft der

Karlheinz Schöner, Oberbürgermeister der Stadt Homburg


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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

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James Cook erkundet per Schiff den Erdball 1770er Jahre: Erste Erdumrundung auf See

Die Neue Welt sagt sich von der alten los

Ethnische Gruppe in Afrika gründet eigene Nation

4. Juli 1776: Amerikanische Unabhängigkeitserklärung

Um 1781: Zulus in Südafrika sind 1500 Mitglieder stark

Immer ganz nah dran an den Lesern

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reihundert Jahre Pfälzischer Merkur, ein unglaubliches Jubiläum, das für Kontinuität und Stabilität steht und für den Mut, in einer Zeit steter Herausforderungen und sich verändernder medialer Rahmenbedingungen Neues zu wagen. Die Zeitung hat Zukunft, davon sind wir überzeugt. Vieles verändert sich zwar in unserem Leben, eines aber nicht: das Bedürfnis nach Information, nach Klarheit und Orientierung, nach verlässlichen Fakten und verständlicher Deutung – auch weil mehr und mehr Nachrichten ungefiltert auf uns einströmen. Unsere Aufgabe ist es, diese nach Kriterien der Relevanz auszuwählen, sie in Zusammenhänge einzuordnen, zu interpretieren und das Geschehene zu bewerten, so dass der Leser am Frühstückstisch alles hat, was er wissen muss. Dabei informieren wir über das, was unsere Leserinnen und Leser wirklich interessiert, nämlich das Leben zuhause. Produziert von Journalisten, die ganz nah dran sind und in motivierten Teams zusammenarbeiten. Der Pfälzische Merkur fühlt sich auf besondere Art und Weise mit der Region verbunden. Täglich sind wir draußen bei den Menschen, um ihre Geschichten zu erfahren und sie auf diesem Wege darüber zu informieren, was zu

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Ein Kompass zur Orientierung in der Welt

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Die beiden Geschäftsführer Christian Maron und Thomas Deicke sowie Chefredakteur Michael Klein (von links). FOTO: IRIS MAURER Hause los ist. Darüber hinaus bieten wir in unserem Pressezentrum regionale Produke an, die zeigen, was die Stadt Zweibrücken und ihre Vororte an Besonderem und Köstlichem zu bieten haben. In unserer Jubiläumsausgabe „300 Jahre Pfälzische Merkur“ wollen wir Sie nun teilhaben lassen an der Geschichte unserer Zeitung, ohne, wie es unsere Art ist, das Weltgeschehen aus den Augen zu verlieren. Lesen Sie von

ehemaligen Weggefährten aber auch denen, die heute für Sie jeden Tag Zeitung machen. Haben Sie Spaß beim Lesen, heute und in den kommenden Jahren, herzlichst

Thomas Deicke, Geschäftsführer Christian Maron, Geschäftsführer Michael Klein, Chefredakteur

eutschland ist ein Zeitungsland. Tag für Tag erreichen 329 Zeitungen mit 1528 lokalen Ausgaben in einer Auflage von 17,5 Millionen Exemplaren ihre Leser. Dies ist eine publizistische Leistung, die nur in wenigen Staaten der Erde erreicht wird. Was aber noch wichtiger ist: Unsere Zeitungen werden nicht nur gekauft, sie werden auch gelesen. Wir wissen aus Untersuchungen, dass sich zwei Drittel der über 14-jährigen Deutschen regelmäßig aus der gedruckten Zeitung informieren. Für die Lektüre wenden sie im Schnitt eine gute halbe Stunde auf, die Älteren etwas mehr, die Jüngeren weniger. Hinzu kommt ein stetig wachsendes Online- und Mobil-Angebot der Verlage, das fast 30 Millionen Nutzer erreicht. Die meisten unserer Zeitungen verstehen sich als lokale und regionale Blätter, die sich in der Berichterstattung vor allem auf das unmittelbare Lebensumfeld ihrer Leser konzentrieren. Sie sind mit der Region und ihren Bewohnern eng verbunden. Gleichwohl sind sie auch unverzichtbare Mittler des Weltgeschehens; täglich liefern sie Nachrichten, Hintergrundberichte und Interpretationen zu wichtigen Ereignissen und Entwicklungen. Als „Stimme der Heimat“ und zugleich als „Echo der Welt“ haben viele Zeitungen in

unserem Land eine lange Tradition. Zu ihnen zählt auch der „Pfälzische Merkur“, der in diesen Tagen voller Stolz auf sein 300-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Für die Leser ist die lokale Zeitung seit jeher mehr als ein Informationsmedium; sie schätzen „ihre“ Zeitung gleichsam als Kompass, der ihnen Orientierung bietet in einer Welt, die auch im Lokalen immer komplexer wird. Die Medienlandschaft hat sich in den zurückliegenden drei Jahrzehnten stark verändert. Hörfunk und Fernsehen verfügen über zahllose zusätzliche Sendeplätze; immer neue Zeitschriften kommen auf den Markt; dank Internet und

der zunehmenden Einrichtung von Online- und mobilen Services gibt es praktisch täglich weitere Medienangebote. Die Zeitungsverlage haben diese Veränderungen im Mediengefüge immer als Herausforderung und Chance betrachtet. Mit Innovationen in allen Bereichen rüsten sie sich für den verschärften Wettbewerb um ihr Publikum, das ja längst nicht mehr allein aus Lesern der gedruckten Zeitung besteht. Kurz: Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen werden die Zeitungen dank der ihnen eigenen Stärken ihre Rolle als wichtiges Informationsmedium und großer Werbeträger behaupten. Zum Jubiläum des „Pfälzischen Merkurs“ übermittle ich persönlich und im Namen des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger herzliche Grüße. Den Mitarbeitern in Redaktion und Verlag wünsche ich, dass der Erfolg ihres publizistischen Engagements weiterhin durch die Treue der Leser in Zweibrücken und Umgebung bestätigt wird.

Helmut Heinen, Präsident Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger

300 Jahre Pfälzischer Merkur Wir gratulieren zu 300 Jahren professioneller Berichterstattung. Auch für die nächsten drei Jahrhunderte wünschen wir viel Erfolg!

WWW.BEITENBURKHARDT.COM Die unabhängige Wirtschaftskanzlei

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„Mit dem Merkur verbindet mich die morgendliche gute und aktuelle Information über alles Wichtige in der Welt, vor allem über Zweibrücken und die Großregion.“ Willi Kestel, Präsident des Oberlandesgerichtes der Pfalz

Pfälzischer Merkur

300 Jahre Zeitungsgeschichte Westpfalz Wir gratulieren!

„300 Jahre am Markt zu bestehen ist ein Zeichen von hervorragender Qualität. Ich wünsche dem Pfälzischen Merkur, dass er diese Tradition fortsetzt.“ Werner Brennemann, Geschäftsführer Stadtwerke Zweibrücken

„Mit dem Pfälzischen Merkur verbinde ich Tradition und gelebten Journalismus, der volksnah und in der Region verwurzelt ist. Ich wünsche mir, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Denn das ist die Stärke Ihrer Zeitung.“ Roland Zadra, Hotelier und Fasanerie-Chef


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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

Freiheitsliebende Jugend feiert Friedrich Schiller 1781: „Die Räuber“ sind vollendet

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Die ersten beiden Ballonfahrer gehen in die Luft

Strafgefangene legen Grundstein für Kolonisation

21. November 1783: de Rozier und d’Arlandes starten in Paris

26. Januar 1788: Briten beginnen Besiedlung Australiens

Trotz Unkenrufen: Die Zeitung lebt Professor Dr. Heinz-Werner Nienstedt schreibt über die Entwicklung der Medienlandschaft Erwerb von Zeitungen ausgegeben wie 2013. Die Vertriebsumsätze verzeichneten 2012 mit drei einem Produkt wird Milliarden Euro einen Rekordheute von Journalisten stand. Eine Studie für die regionalen so oft das Sterben nachgesagt wie der Zeitungen in Rheinland Pfalz und Zeitung. Aber wie soll man es dem Saarland stellte jüngst Szedann verstehen, dass der be- narien für die Auflagenentwickrühmte Investor Warren Buffet lung der Zeitungen bis zum Jahr sich ein Imperium von Lokalzei- 2025 auf. Sie prognostizierte als Ergebnis, tungen kauft, wie, dass Jeff Bezos, wahrscheinlichstes der Gründer und Chef von Ama- dass die verkauften Auflagen der zon die Washington Post erwirbt? Zeitungen in diesem Gebiet weiUnd das die WAZ Gruppe die Re- terhin mit im Durchschnitt um gionalzeitungen des Axel Sprin- leicht unter zwei Prozent pro ger Verlags zu einem hohen Kauf- Jahr sinken, nicht aber radikal preis abnimmt? Alle sind lang- einbrechen werden. Eine Entfristig denkende Investoren. Sie wicklung, die für die Erlöse im glauben an ein langes weiteres Lesermarkt weitgehend StabiliLeben der Zeitungen und das zu tät verspricht. Wie viele der Zeitungsausgaben über diesen lanRecht. Seit 1609 sind Zeitungen Teil gen Zeitraum hinweg in Form des öffentlichen Lebens. Seit 1713 von Print und wie viele in digitaauch in Zweibrücken. Sie stellen ler Form erworben und gelesen Öffentlichkeit her, sie ordnen werden, das konnte allerdings und berichten, analysieren und auch diese Studie nicht beantkommentieren das aktuelle Ge- worten. Jedoch: Ein sterbendes schehen. Kein Thema ist ausge- Medium? Sterben sieht anders nommen. Und sie tun das täglich, aus. Gleichzeitig untersuchte die Studie die Einstellung der Leser einige wöchentlich. Die Zeitungen haben sich über zu diesen Zeitungen durch eine die Zeit und mit der Zeit und mit repräsentative Umfrage. Dabei konnte Positives erden Bedürfnissen ihmittelt werden. Die rer Leser gewandelt. Treue der AbonnenNeue Themenfelder „Zeitung, ein ten zu ihrer Zeitung wurden in den Vorwar ausgesprochen dergrund gerückt, das sterbendes hoch. Gemessen Erscheinungsbild den Medium? wurde dies auf einer jeweiligen ästhetivon eins bis schen Bedürfnissen Sterben sieht Skala zehn. Der durchangepasst. Neue Technologien wurden einanders aus.“ schnittliche Treuewert betrug 8.7 gesetzt um aktueller, Punkte. 57 Prozent schneller, farbiger zu werden und hohe Auflagenzahlen der Leser erwiesen sich als überfrüh am Morgen an die Leser ver- durchschnittlich treu und waren teilen zu können. Und in den letz- gleichzeitig überdurchschnittlich ten 15 Jahren war es die Digitali- zufrieden mit ihrer Zeitung. Ein sierung, die es den Zeitungen er- Messwert, der weit über dem der möglichte, ihre journalistischen meisten Konsumgütern liegt. Inhalte auch über das stationäre Diese positive Bindung der Leser und mobile Internet zu verbrei- an ihr Blatt ist einer der Ursaten. Mit ihren Printprodukten chen, warum Zeitungen trotz des und ihren Online-Angeboten zu- wachsenden medialen Angebotes sammengenommen erreichen immer noch eine solch starke die Zeitungen in Deutschland Rolle in der Bevölkerung spielen. mehr Leser denn je. Und gleich- So erreichen die regionalen 2013 zeitig: Nie haben die Leser in Abonnement-Zeitungen Deutschland so viel Geld für den täglich immer noch 51 Prozent

Von Professor Dr. Heinz-Werner Nienstedt

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Z U R PERS ON ......................................................................... Prof. Dr. Heinz-Werner Nienstedt ist seit 2002 Inhaber des Lehrstuhls Medienwirtschaft an der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz und leitet den Master-Studiengang Medienmanagement. Er ist zudem Geschäftsführer und Gesellschafter der N.I.C.E Media Consult GmbH, die in Kooperation mit der Managementberatung 2hm, Mainz, Medienunternehmen berät. Schwerpunkte sind CRM und PosiHeinztionierung im Anzeigen- und Vertriebsmarkt, Werner Digitale Transformation, Pricing, insbesondere Nienstedt auch für Paid Content, nutzergetriebenes Produktdesign, Kundenzufriedenheits- und Loyalitätsstudien. Zuvor war der gelernte Volkswirt und Ökonometriker fast 20 Jahre in führenden Positionen im Medienmanagement bei der Bertelsmann AG und der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck tätig, zuletzt als Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt und Mitglied der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. red

der Bevölkerung über 14 Jahren. rung dar, neue Geschäftsmodelle Zusammen mit den überregiona- zu entwickeln. Die Abwanderung len Zeitungen und den Boule- eines großen Teils der Rubrikanvardzeitungen sind es gar 65 Pro- zeigen ins Internet und dort zu zent. Für sie spielen Zeitungen anderen Anbietern haben sie beeine entscheidende Rolle bei der reits verkraften müssen. Die Information über das aktuelle noch stabilen lokalen GeschäftsGeschehen. Fragt man danach, anzeigen nicht anderen Anbietern im Internet zu wo sich die Menüberlassen, wird eischen in Deutschder zukünftigen land am gestrigen „Multimediales ne Aufgaben sein. Bei Tag über das aktuelle Geschehen Arbeiten und die rückgängigen Print- Nie haben die Leser in Deutschland so viel Geld für Zeitungen ausgegeauflagen wird auch ben wie 2013. FOTO: DPA informiert haben, Fähigkeit, das Angebot von Inso steht natürlich halten im Internet als früher zu den Aufgaben der Wissenschaft, Kunst und Kultur das Fernsehen mit neuen nicht mehr kosten- Journalisten. Dies wird insbeson- sowie Natur und Umweltschutz ganz vorn. Die frei darzustellen dere auch wichtig sein, um mehr allein zwischen den Jahren 2000 Zeitung dient dieTechnologien sein. Kostet doch jüngere Leser für die Zeitung zu und 2013 bei den 14- bis 29-Jähsem Zweck allerumzugehen, die journalistische gewinnen. Das Printprodukt ist rigen um 13 Prozent zurückging. dings fast dreimal mehr Menschen gehört anders als Erstellung einer gu- ihnen fremd geworden. Errei- Nur bei den Jahrgängen über 45 ten Story für das In- chen regionale Tageszeitungen blieb es weitgehend stabil oder als das Internet. ternet gleich viel täglich über die Hälfte der über wuchs sogar. Wenn es um das früher zu den Dieser Abwendung des Intereswie für die Zeitung. Vierzigjährigen, so sind es nur 26 lokale Geschehen Aufgaben der Journalismus kos- Prozent der 14- bis 19-Jährigen ses der Jüngeren an den zentrageht, steht die tet Geld und es ist und 32 Prozent der 20- bis 29- len Themen unserer Gesellschaft Zeitung gar ganz Journalisten.“ fair, wenn der Leser Jährigen. Die gedruckte Zeitung entgegenzuwirken, wird auch eivorn. Die regionadies auch mit Geld wird zu einem Medium der Älte- ne öffentliche Aufgabe der Zeile Tageszeitung ren, und es ist vorhersehbar, dass tung sein. Sie wird es allerdings honoriert. ist hier zu Lande Kern ihres Leistungsangebotes sich dies noch verstärken wird. kaum allein schaffen. Hierzu für knapp die Hälfte der Menschen über 14 Jahren hierfür das wird, unabhängig von den einge- Den Jüngeren mit Informationen muss Familie, Schule und duale Medium der Wahl, das Internet setzten Technologien, guter dorthin zu folgen, wo sie sich auf- Ausbildung das Entscheidende Journalismus bleiben. Anders als halten, also ins Netz, ist die eine beitragen. Das dies im Zusamfür nur zehn Prozent. Dies wird sich mit der Zeit än- in anderen Ländern, insbesonde- Aufgabe. Sie mit den Themen und menwirken mit Zeitungen besser dern. Internet, Smartphones und re den USA, haben die deutschen den Arten ihrer Präsentation zu gelingen kann, zeigen Initiativen Tablet Computer bestimmen zu- Zeitungen weiterhin in Journa- erreichen, die ihren Lebenswel- wie Zeitung in der Schule und Zeitung im Betrieb. Tests belegnehmend die Mediennutzung. listen investiert. Waren 1993 ten entsprechen, die andere. Grundlegend scheint aber auch ten, dass zum Abschluss solcher Kein anderes Medium ermög- noch 12 878 Redakteure bei den licht es zwar, Lesern und Nutzern Zeitungen beschäftigt, so sind es zu sein, das Interesse an der Civi- Projekte das Wissen um das aktuihren Überblick über das aktuelle heute 13 268. Für sie gibt es einen tas, am öffentlichen Geschehen elle Geschehen in der Welt und Geschehen so schnell und effi- Strukturwandel, und der wird zu wecken und zu fördern. So im Nahen bei den Jugendlichen zient zu vermitteln wie die Zei- noch verstärkt werden müssen: zeigte eine Studie des Instituts signifikant gestiegen war. Die tung. Dazu noch auf Themen zu Multimediales Arbeiten und die für Demoskopie aus Allensbach, Zeitungen sind eben nützlich für stoßen, nach denen man nie ge- Fähigkeit, mit neuen Technolo- dass das Interesse an den The- jeden Leser aber auch wichtig für sucht hätte, die aber plötzlich fes- gien umzugehen, gehört anders mengebieten Politik, Wirtschaft, die Zukunft unserer Gesellschaft. seln, sobald man auf sie stößt. Wer aber hätte vor einigen Jahren noch gedacht, dass heute auch lange Texte und auch Film und Fernsehen über einen kleinen Smartphone-Bildschirm konsumiert werden? 2 Diesen Mediennutzungswandel zu begleiten und zu gestalten, wird eine wirklich spannende Aufgabe für die Zeitungen bleiben. Bereits heute verbreiten sie Journalismus auf allen Kanälen. Es muss und wird jedoch neue Angebotsformen geben, die die Möglichkeiten der neuen Verbreitungsformen noch weiter erschließen. Die Dynamik neuer Technologien in der digitalen Welt ist enorm. Sie ermöglichen es, Inhalte in völlig neuer Form zu präsentieren – auf den jeweiligen Nutzer hin zugeschnitten, seinen aktuellen Interessen und Sie erreichen uns von seinem Aufenthaltsort entsprechend, wenn er es so will. Und sie Zweibrücken aus in erlauben es, den Leser Teil des Erstellens und Verbreitens von Nachrichten werden zu lassen. So nur 20 Autominuten. ermöglichen die neuen Technologien es gerade auch den Lokalund Regionalzeitungen, ihrer Funktion noch besser gerecht zu werden, Plattform der Öffentlichkeit für ihre Stadt zu sein. Wie in vielen anderen BranIGB-Rohrbach • Bahnhofsstraße 15 • Tel.: 0 68 94/55 90 chen stellt die Digitalisierung allerdings auch eine HerausfordeÖffnungszeiten: Mo.– Fr. 9.00 –18.00, Mi. 9.00 –12.00, Sa. 9.00 –13.00 Uhr

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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

Das Volk plündert die Paläste und erstürmt die Bastille 1789 bis 1799: Zeit der Französischen Revolution

„Von 300 Jahren „Pfälzischer Merkur“ stehen für die Fachhochschule Kaiserslautern rund 20 Jahre für eine aktuelle, ausgewogene und faire Berichterstattung aus Lehre und Forschung an unserer Hochschule.“

„Seit Eröffnung der The Style Outlets blicken wir auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zurück. Wir schätzen den Pfälzischen Merkur sehr für seine informative, regionale Berichterstattung und freuen uns mit ihm auf die nächsten 300 Jahre!“

Prof. Dr. Konrad Wolf, Präsident der FH Kaiserslautern

Ralf Steinebrunner, Center-Management, The Style Outlets

Goethe und Schiller schließen Freundschaft 1790er Jahre: Weimarer Klassik beherrscht die Literatur

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Erste Verfassung Europas in Polen verabschiedet 3. Mai 1791: Vertragsunterzeichnung im Königsschloss

Johannes Gutenberg, Erfinder des Buchdrucks, betrachtet eine gedruckte Seite an seiner ersten Druckpresse.

RISCHGITZ/GETTY IMAGES

Eine große Zeitungsgeschichte Aufklärerisches Schriftentum für ganz Europa Von Dr. Charlotte Glück-Christmann

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weibrücken blickt trotz seiner katastrophalen Zerstörung vom 14. März 1945 voller Stolz auf eine große Geschichte. Nicht durch Kriege und Eroberungen, sondern durch Toleranz, Aufklärung und Kunstförderung schrieben sich Zweibrücker Herzöge aus dem Hause Wittelsbach ins Buch der Geschichte. Die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit fürstlichem Privileg gegründeten Druckereien verbreiteten aufklärerisches Schrifttum, das in anderen Territorien nicht gedruckt werden durfte, in ganz Europa. Die Fürsten legten damit – ohne die Folgen für sich selbst zu übersehen – die Grundlage für die Französische Revolution, die den Demokratisierungsprozess in Europa einleitete. In der Stadt, in der bereits seit den 1690er Jahren Zeitungen gedruckt wurden, wurde der Kampf um die Pressefreiheit, die eine wesentliche Säule der Demokratie darstellt, besonders heftig gefochten. Die Gründung der ersten deutschen Pressegewerkschaft, des „Deut-

schen Vaterlandsvereins zur Unterstützung der freien Presse“ (kurz: Pressverein), am 29.Januar 1832 im Zweibrücker Stadtteil Bubenhausen war ein Meilenstein auf dem Weg zur Demokratisierung Deutschlands. In Zweibrücken druckten Georg Ritter und Jakob Friedrich Rost im Umfeld des vom „Pressverein“ initiierten Hambacher Festes (1832) die politischen Schriften der liberalen Bewegung. Nicht umsonst

würdigt die in Trägerschaft von der Stadt Zweibrücken und der Siebenpfeiffer-Stiftung stehende Dauerausstellung „Schau!Platz Freiheit“ im Stadtmuseum die Region Homburg/Zweibrücken als eine Wiege der Demokratie. Prominenter Zeuge ist der Dichter Heinrich Heine, der bereits 1840 schrieb: „Zweibrücken war das Bethlehem, wo die junge Freiheit, der Heiland, in der Wiege lag und welterlösend greinte.“

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Charlotte GlückChristmann wurde in Kaiserslautern geboren. Sie Charlotte studierte GlückGermanisChristmann tik und Geschichte, in Geschichte promovierte sie. Seit 1993 ist sie in Zweibrücken für das Stadtarchiv und das Stadtmuseum verantwortlich. Ihr Steckenpferd ist zweifellos die saarpfälzische Geschichte und die Regionalgeschichte. Zahlreiche Bücher hat sie in diesem Bereich schon veröffentlicht. cms

Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg (geboren um 1400 in Mainz, wo er am 3. Februar 1468 auch gestorben ist), gilt als Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern (Mobilletterndruck) und der Druckerpresse. Die Verwendung von beweglichen Lettern ab 1450 revolutionierte die herkömmlichen Methoden der Buchproduktion und löste in Europa eine Medienrevolution aus. Gutenbergs Buchdruck breitete sich schnell in Europa und später in der ganzen Welt aus und wird als ein Schlüsselelement der Renaissance betrachtet. Insbesondere sein Hauptwerk, die Gutenberg-Bibel, zwischen 1452 und 1454 entstanden, wird allgemein für ihre hohe ästhetische und technische Qualität gerühmt. FOTO: PMA


MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

„Zauberflöte“ im Wiener Freihaustheater uraufgeführt 1791: Mozarts Werk feiert außergewöhnliche Erfolge

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Eine Seuche verliert durch Forschung ihren Schrecken

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Erster Fallschirmspringer springt aus einem Ballon

1796: Arzt entwickelt Impfstoff gegen die Pocken

22. Oktober 1797: André-Jacques Garnerin beweist Mut

Mit Kaufmannsbriefen fing alles an Die Anfänge des Pressewesens in Deutschland - 1488: Erster Drucker in Zweibrücken belegt „Als gebürtiger Homburger, der viele Jahre in Zweibrücken gelebt und gearbeitet hat, schätze ich am Merkur vor allem den regionalen Teil für Homburg und Zweibrücken. Ich möchte ihn nicht missen. Und ich bin sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit mit dem PM, als ich noch Dekan war.“

Von Dr. Charlotte Glück-Christmann

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er Begriff „Zeitung“ entwickelte sich im 14. Jahrhundert im Rheinland aus dem Wort „zidunge“, das für „Nachricht/ Neuigkeit“ stand. Die ersten Zeitungen waren Briefe von Kaufleuten, die neben privaten und geschäftlichen Nachrichten auch über Politik und Wissenschaft berichteten – Informationen, die von großem Wert für die Geschäfte der Handelshäuser sein konnten. Diese Kaufmannsbriefe waren noch handgeschrieben. Die Grundlage für die heute mit einer Zeitung fest verbundene Massenverbreitung legte erst die Erfindung des Buchdrucks mit aus Blei gegossenen, beweglichen Buchstaben (Lettern) durch den Mainzer Johannes Gutenberg in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Gutenbergs Erfindung revolutionierte die Geisteswelt, denn Druckschriften konnten nun in großer Auflage, viel schneller und billiger hergestellt werden. Bildung und Information wurde so für größere Bevölkerungsgruppen zugänglich, der Demokratisierungsprozess konnte beginnen. In der Frühzeit des Drucks wurden tausende Flugschriften mit religiösem oder/und politischem Inhalt veröffentlicht. Da nur ein kleiner Teil der Bevölkerung alphabetisiert war, dienten Illustrationen (Holzschnitte) dazu, die Botschaft der Flugschrift zu verbreiten. In Zweibrücken ist um 1488 zum ersten Mal ein Drucker belegt. Die Stadt teilt sich also in der Pfalz nur mit Speyer den Ruhm des Inkunabelndruckes. Inkunabeln oder Wiegendrucke nennt man alle Drucke, die vor dem Jahre 1501 mit beweglichen Lettern gedruckt wurden. Sie haben noch viele Kennzeichen einer Handschrift. Zweibrückens Inkunabelndrucker hieß Jörg Gessler, von ihm sind vier Drucke erhalten, leider kein einziger davon in Zweibrücken oder zumindest der Pfalz. Bereits Gessler druckte nicht nur Gebete, sondern auch Flugschriften über spektakuläre Themen. Sein Fräulein von Britannien war eine ordentliche Skandalgeschichte und würde heute wohl in der Regenbogenpresse erscheinen.

Den ersten Hinweis auf einen Buchdrucker in Zweibrücken enthält das Bruderschaftsbuch von Kloster Wörschweiler. des Zeitungsdrucks wurde hier Druckgeschichte geschrieben. Die erste Zweibrücker Zeitung: Ein erster „Zeitungsextract“, also ein Auszug aus anderen Zeitungen, der in Zweibrücken von dem Drucker Adam Zeller (belegt in ZW 1693-1705) herausgegeben wurde, wird in einem Brief vom 26. Januar 1713 von Georg Nicolai an die herzogliche Rentkammer erwähnt. Johannes Schöndorf datiert in seinem Standardwerk zur Zweibrücker Druckgeschichte (1995) diese erste Zweibrücker Zeitung sehr einleuchtend auf die Jahre zwischen 1693 und 1697. Mindestens 316 Jahre alt Die älteste Zweibrücker Zeitung, von der leider kein Exemplar erhalten ist, ist also mindestens 316 Jahre alt. In dieser Zeit war Zweibrücken von den Franzosen besetzt und an das französische Postwesen angeschlossen. So gelangten mit der Postkutsche regelmäßig Zeitungen, die seit dem ersten regelmäßigen Zeitungsdruck 1605 in Straßburg zunehmend erschienen, in die Stadt. Aus ihnen konnte Adam Zeller Nachrichten übernehmen und zu einem Zeitungsextrakt zusammenstellen. Durch den Herrschaftswechsel an die Schweden (1697) wurde der Postkutschenverkehr dann für einige Jahre unterbrochen

und erst langsam wieder aufgebaut. Der Druck von Zeitungsextrakten wurde von Zellers Nachfolger Georg Nicolai, der seit Herbst 1705 in Zweibrücken ansässig war, jeweils montags fortgesetzt, dann jedoch 1713 mangels Abonnenten mit fürstlicher Zustimmung eingestellt. Die kontinuierliche Zeitungsgeschichte beginnt in Zweibrücken vor 250 Jahren, als 1763 der Hofbuchdrucker Pierre Hallanzy ein erstes Anzeigenblatt herausgab. Von seinem „Wochentlich Zweybrücker Frag= und Kundschafts=Blatt“ läuft eine Traditionslinie über das von wechselnden Druckereien (Pierre Hallanzy, Baur & Comp., Georg Ritter, August Kranzbühler) unter unterschiedlichen Namen herausgegebene Zweibrücker Wochenblatt zur ersten modernen Tageszeitung, der „Zweibrücker Zeitung“, die 1871-1927 bei Kranzbühler gedruckt wurde und dann vom Pfälzischen Merkur übernommen wurde. Der Pfälzische Merkur, der bereits seit 1888, also bereits 125 Jahre, unter dem Titel „Pfälzischer Merkur“ die Stadt Zweibrücken und ihre Umgebung mit den neuesten Nachrichten versorgt, kann also stolz auf eine 250-jährige, nur durch den Nationalsozialismus unterbrochene Geschichte zurückschauen.

FOTO: STADTARCHIV

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Flugschriftendruck Obwohl der Flugschriftendruck wesentlich zur Kirchenkritik beitrug und das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken sich bereits ab 1523 für die reformatorische Bewegung öffnete, dauerte es nach Jörg Gessler ein ganzes Jahrhundert bis 1595 Herzog Johann I. ein neues Zweibrücker Druckereiprojekt zur Unterstützung seiner reformierten Religionspolitik in Angriff nahm. Theologische Schriften konnten so verbreitet werden. Der Protestantismus mit seinem Anspruch, dass jeder Christ selbst die Bibel lesen sollte, trug bekanntlich wesentlich zum Ausbau des Schulwesens bei, was im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken im Vergleich zu katholischen Territorien zu einer hohen Alphabetisierungsquote führte. Bereits 1574 – und damit früher als alle anderen Territorien – verordnete Herzog Johann I. die Schulpflicht für Jungen und Mädchen – was, auch wenn sicher viele Kinder bzw. Eltern sich dieser Pflicht entziehen konnten, die Einführung einer allgemeinen Schulpflicht bedeutete. Seit 1488 waren immer wieder bedeutende Druckereien in Zweibrücken ansässig. Sowohl auf dem Gebiet des Buch- als auch

Offizieller Ausrüster großartiger Feste!

Die kontinuierliche Zeitungsgeschichte beginnt in Zweibrücken, als 1763 der Hofbuchdrucker Pierre Hallanzy ein erstes Anzeigenblatt herausgab. Von diesem Blatt führt eine kontinuierliche Linie zum Pfälzischen Merkur. FOTOS: STADTARCHIV ZWEIBRÜCKEN


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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Letzter Vertreter der Romantik erblickt das Licht der Welt

Alexander von Humboldt bricht zu Forschungsreise auf

Glücksritter wollen sich ihre Zukunft vergolden

13. Dezember 1797: Heinrich Heine wird geboren

1799: Mitbegründer der Geografie fährt nach Amerika

1799: Erster dokumentierter Goldrausch in North Carolina

Das Zeitungswesen der Aufklärungszeit Weiterentwicklung vom Anzeigenblatt zum wichtigen Informationsmedium mit politischen Leitartikeln, Nachrichten und mehr Von Dr. Charlotte Glück-Christmann

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ranzbühlers ab 1871 erscheinende„Zweibrücker Zeitung“ gilt zwar im Gegensatz zum reinen Anzeigenblatt als erste Tageszeitung im modernen Sinn, d.h. mit politischem Leitartikel, Nachrichten, Bekanntmachungen und Anzeigen versehene Zeitung, sie war aber längst nicht die erste politische Zeitung in Zweibrücken. Sowohl im Zeitalter der Aufklärung, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als auch im Vormärz, in den Jahren um 1832, schrieb Zweibrücken Zeitungsgeschichte. In den Jahrzehnten vor der französischen Revolution erlebte das Zweibrücker Zeitungswesen

durch zwei mit fürstlichem Privileg gegründete französischsprachige Druckereien eine europaweite Wahrnehmung. Sie druckten auch aufklärerisches Schrifttum ab, das in den Nachbarterritorien nicht veröffentlicht werden durfte. Die Fürsten legten damit – ohne die Folgen für sich selbst zu übersehen – die Grundlage für die Französische Revolution, die den Demokratisierungsprozess in Europa einleitete. Dass die Zeitungen in französischer Sprache ihre Leserschaft in Zweibrücken fanden, veranschaulicht den hohen Bildungsgrad der Bevölkerung in der frankophil geprägten Residenzstadt. Die ab 3. Mai 1770 von der L’Imprimerie Ducale herausgegebene „Gazette des Deux-

Die erste deutschsprachige, überregionale politische Zeitung in der Stadt war die „Zweibrücker Zeitung“. Herausgeber war Ludwig Philipp Hahn.

Christian IV. hat das Druckereiund Zeitungswesen in Zweibrücken befördert. Ponts“, war ab 1786 die erste linksrheinische politische Tageszeitung. Die 1793 eingestellte Zeitung hatte Abonnenten in London, Paris, Wien und Rom. Dass mit Benjamin Franklin sogar ein Vertreter der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung diese Zeitung abonniert hatte, verdeutlicht die Rolle, die Zweibrücken im Zeitalter der Aufklärung in Europa spielte. Dazu trugen auch die verschiedenen französischsprachigen Kultur-, Literatur- und Musikzeitschriften bei, mit der die L’Imprimerie Ducale (Gazette Universelle de Littérature aux Deux-Ponts, 1770-80; Journal de Musique, 1773; Annales politiques, civiles et littéraires du 18ième Siècle, 1777-83; L’Observateur Francois à Londres ou lettres sur L’Angleterre, 1773) sowie die Druckerei Sanson & Cie (Journal de littérature et choix de musique, 1783-

Die ab 3. Mai 1770 von der L’Imprimerie Ducale herausgegebene „Gazette des Deux-Ponts“ war ab 1786 die erste linksrheinische politische Tageszeitung in französischer Sprache. FOTOS: STADTARCHIV ZWEIBRÜCKEN 84; Journal de littérature francoise et étrangère, 1785-87) dem Bürgertum der Zeit geistige Nahrung boten. Die erste deutschsprachige, überregionale politische Zeitung in der Stadt war die „Zweibrücker Zeitung“, die von dem Trippstadter Pfarrersohn Ludwig Philipp Hahn herausgegeben wurde. Archivalisch belegt ist sie nur für die Zeit 1786-88. Für eine Weiterführung bis 1793 spricht aber eine Textstelle bei dem damals in Hof/Oberfranken lebenden Dichter Jean Paul: „… der Postdiener brachte mir die

Zweibrücker Zeitung; die aber diesesmal wider ihre Gewohnheit nicht sonderlich interessierte, sondern blos (entsinn’ ich mich recht) eine todte Nomenklatur von Guillotinierten und von zergliederten polnischen Provinzen auftischte.“ (aus: Jean Paul (17631825), Das Kampaner Tal oder über die Unsterblichkeit der Seele, 1797). Die reiche Druckereien-Landschaft Zweibrückens ging mit dem Herzogtum unter. Die französischen Besatzungstruppen, die die linksrheinische

Pfalz 1793 erobert und an die französische Republik angegliedert hatten, beschlagnahmten 1794 alle Zweibrücker Druckerpressen und transportierten sie aus der Stadt. Nur die beiden kleinen deutschen Druckereien kehrten Jahre später nach Zweibrücken zurück. Die Nachfahren Pierre Hallanzys in fünf Generationen und die Nachfolger der ehemaligen Hahn’schen Druckerei (Ritter/Kranzbühler) bestimmten zu einem wesentlichen Teil das Druckereigewerbe im 19. und auch noch im 20. Jahr-

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gratulieren dem Pfälzischen Merkur zum Jubiläum. Seit 300 Jahren begleitet der Pfälzische Merkur stets aktuell die Entwicklung der Fasanerie von der Maison de plaisance der Wittelsbacher und des Polenkönigs bis zum Romantik Hotel Landschloss Fasanerie und dem Naherholungsgebiet der Zweibrücker Bevölkerung.


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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

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Napoleons Truppen entdecken Stein von Rosette im Nildelta

Frankreich führt Gesetzbuch mit Bürgerrechten ein

Nordwestdeutsche Staaten werden zum Rheinbund

1799: „Stele“ hilft bei Übersetzung ägyptischer Hieroglyphen

21. März 1804: Napoleon veröffentlicht „Code civil“

1806: Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation endet

Der Kampf um die Pressefreiheit im Vormärz Zweibrücken schreibt Geschichte: Gründung des Pressvereins Von Charlotte Glück-Christmann

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ach dem Untergang Napoleons entschied der Wiener Kongress, den Anschluss der linksrheinischen Pfalz an das Königreich Bayern. Zweibrücken wurde wenige Monate nach der Regierungsübernahme (1816) Sitz des Kgl. Bayerischen Appellationsgerichtes für die Pfalz. Dies ist ursächlich dafür verantwortlich, dass sich Zweibrücken im Vormärz, der Zeit vor der Revolution 1848/49, zu einem Zentrum der Freiheitsbewegung entwickelte. Hier waren führende Juristen tätig, die es sich zur Aufgabe machten, die in der französischen Zeit (1793-1814) errunge-

Siebenpfeiffer war einer der Initiatoren des Hambacher Festes.

Georg Ritter, einer der besten Drucker in Deutschland, unterstützte mit persönlichem Einsatz die liberale Bewegung.

Der Kampf der Liberalen richtete sich gegen die Pressezensur, die sich in dieser Zeitung deutlich zeigt.

nen Freiheiten, die sog. „rheinischen Institutionen“, gegen Eingriffe der bayerischen Regierung zu verteidigten. Der bayerische König Max Joseph hatte bei seiner Regierungsübernahme in der Pfalz den Code Civil, das von Napoleon geschaffene bürgerliche Gesetzbuch, in dem die in der französischen Revolution errungenen Bürgerechte festgeschrieben waren, und das fortschrittliche, französische Gerichtswesen (öffentliches, mündliches Verfahren, Geschworenengerichte, Friedensrichter, Staatsanwaltschaften u.a.) garantiert. Die Ver-

teidigung der bestehenden (!) Gesetze führte zu einer großen Auseinandersetzung mit der bayerischen Regierung, die im Hambacher Fest von 1832 gipfelte, das heute als großer Auftakt der deutschen Demokratiebewegung gilt. Am 29. Januar 1932 wurde in Bubenhausen auf Initiative von Philipp Jakob Siebenpfeiffer, Johann Georg August Wirth und Friedrich Schüler der „Deutsche Vaterlandsverein zur Unterstützung der freien Presse“ gegründet, einer der wichtigsten Meilensteine auf dem Weg zur Demo-

„Jahrhunderte alte „Ich schätze am Zeitungen werden im Merkur die LBZ/Bibliotheca außerordentlich gute Bipontina dem Zusammenarbeit mit Publikum zugänglich den Mitarbeitern. gemacht. Tradition Eine gute Einrichtung und Geschichte sind so ist der für mich von Sportstammtisch, besonderer Bedeutung. bei dem sehr wichtige Im Pfälzischen Merkur Themen behandelt haben beide, neben werden. dem modernen Nicht verzichten kritischen möchte ich auf die Journalismus und Informationen aus der stetem Blick auf unsere Nachbarstadt Stadt, ihren Platz: Homburg.“ Deshalb schätze ich Otto Graßhoff, ihn sehr.“ Sigrid Hubert-Reichling, Leiterin der Bibliotheca Bipontina

Vorsitzender der VTZ

„Westpfalz und Saarpfalz-Kreis sind seit Gründung der Pfalzwerke eng verbunden. Auch den Pfälzischen Merkur und die Pfalzwerke verbindet weit mehr als eine Namensähnlichkeit. Der Merkur hat unsere Geschichte stets mit verfolgt und kommentiert. Diese gemeinsame Geschichte verbindet.“

kratie in Vom sog. wurde das bacher Fest vorbereitet, jene eindrucksvolle Demonstration von 30 000 Bürgern für Einheit und Freiheit der deutschen Staaten. Die Zweibrücker Drucker Georg Ritter und Jakob Friedrich Rost, die trotz persönlicher Repressalien die politischen Schriften der liberalen Bewegung im Vormärz druckten, trugen wesentlich dazu bei, dass Zweibrücken einen fes-

Deutschland. „Pressverein“ Ham-

ten Platz in der deutschen Demokratiegeschichte fand. Die von Jakob Friedrich Rost herausgegebene Zeitung „Zweibrücker Allgemeiner Anzeiger“ wurde ab Mai 1832 offizielles Publikationsorgan des Pressvereins. Ab 1. Juli 1832 wurde das Blatt in „Zweibrücker Zeitung“ umbenannt. Da der Pressverein Filialen in ganz Europa hatte, wurde seine Zeitung überregional wahrgenommen und wurde zum Sprachrohr der liberalen Bewegung. Sie begründete Zweibrückens Ruf als Zentrum der Freiheitsbewegung, eine Meinung, die auch der Dichter Heinrich Heine in Paris teilte. Er schrieb rückblickend 1840: „Zweibrücken war das Bethlehem, wo die junge Freiheit, der Heiland, in der Wiege lag und welterlösend greinte.“ Die Redaktionsarbeit lag vor allem bei dem Juristen Daniel Ludwig Friedrich Pistor aus Bergzabern

konnte der hervorragende Ruf, den sich Zweibrücken in der Herzogszeit als Druckereistandort erworben hatte, noch einmal für einige Jahrzehnte aufleben. Die wichtigsten finanziellen Säulen seiner erfolgreichen Druckerei waren das „Zweibrücker Wochenblatt“ und das ab 1823 von dem Katholiken Ritter in elf sehr hohen Auflagen gedruckte „Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche für protestantischevangelische Christen“. Georg Ritter spielte eine herausragende Rolle bei der publizistischen Vorbereitung der Pressvereinsgründung und der Organisation des Hambacher Festes. Er druckte Philipp Jakob Siebenpfeiffers Zeitschrift „Rheinbayern“ und den Jahrgang samt 1831 seines „Boten aus dem Weszehn Mo- ten“. Johann Georg Wirths Zeitung „Deutsche Tribüne“ erschien im ersten Vierteljahr 1832 immer dann bei Ritter, wenn dessen Homburger Presse durch die Polizei versiegelt war. Nach dem endgültigen Verbot der Tribüne wurde ihr Gedankengut durch sechs fortlaufende Flugschriften verbreitet, die ebenfalls von Ritter gedruckt wurden. Georg Ritter wurde wegen Druckens und Verbreitens anonymer Schriften und Beleidigung der Zollbehörde zweimal zu mehreren Tagen Gefängnis verurteilt. Im Unterschied zu Jakob Friedrich Rost wurde er nicht im Hauptverfahren gegen die Teilnehmer am Hambacher Fest angeklagt. Der Anklageakt und danach naAuf Kniehebelpressen der Firder Prozessten Gema Dingler druckte die liberale bericht sind fäng- nisstrafe Bewegung ihre Flugblätter und bei ihm im und dem zeitweiZeitungen. Ein Exemplar steht Druck ersen Verlust seiner heute im Zweibrücker Stadtschienen. Konzession. museum. FOTO: STADTMUSEUM Das ÖlgeGeorg Ritter mälde, auf (1795-1854) betrieb im Vormärz die wichtigste dem er mit seiner Frau Barbara Buchdruckerei in der Pfalz und abgebildet ist, hängt im Zweibrügalt deutschlandweit als einer der cker Stadtmuseum. Die Zweibrübesten seiner Branche. Durch sei- cker Ritterstraße trägt seinen Nane Kartenwerke und naturwis- men. senschaftlichen Darstellungen und dem Zweibrücker Theologiestudenten Georg Eifler. Wegen Verstoßes gegen die Zensur wurde die Zeitung immer wieder wochenlang verboten. Jakob Friedrich Rost büßte sein Engagement mit insge-

René Chassein, Vorstandsmitglied der Pfalzwerke AG

Was war, bleibt bestehen. Seit 1970 in Homburg.


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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

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Französischer Kaiser wird nach Sankt Helena verbannt

Vulkanausbruch lässt Europa im Sommer zu Eis erstarren

Karl Drais stellt sein Laufrad der Öffentlichkeit vor

18. Juni 1815: Napoleon verliert Schlacht bei Waterloo

1816: Temperaturen unter null Grad Celsius in Deutschland

1817: Draisine ist das erste lenkbare Fahrrad

Pressevielfalt in Kaiserzeit und Weimarer Republik Drei Tageszeitungen dominieren den Markt und bedienen eine unterschiedliche Leserschaft Dr. Charlotte Glück-Christmann

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ie auch heute wurde die regionale Tagespresse im Kaiserreich von konkurrierenden Zeitungen beherrscht, die damals tendenziell ein unterschiedliches Lesermilieu bedienten. Zeitgleich mit der Gründung des Kaiserreichs 1871 wandelte August Kranzbühler sein erfolgreiches „Zweibrücker Wochenblatt“ in einen „modernen“, vor allem durch die Anzeigenkunden finanzierten, Generalanzeiger um. Die Zeitung, die den traditionsreichen Namen „Zweibrücker Zeitung“ (1871-1927) aufgriff, sollte mit politischer Berichterstattung, Bekanntmachungen, Unterhaltung und Anzeigen eine möglichst große Leserschaft ansprechen, entsprach mit ihrer politischen Berichterstattung aber eher dem Geschmack des protestantischen, kaiserlich-preußisch ausgerichteten gehobenen Bürgertum.

Der Pfälzische Merkur war eher bayrisch-katholisch orientiert.

Ritters Schwiegersohn August Kranzbühler brachte mit der Zweibrücker Zeitung ab 1871 die erste moderne Tageszeitung heraus. Die „Zweibrücker Zeitung“ konkurrierte mit dem von der Zweibrücker Druckerei GmbH

Protestantisch preußisch, kaiserlich - die Zweibrücker Zeitung.

gedruckten „Pfälzischen Merkur“, der 1888 aus Hallanzys „Zweibrücker Anzeiger“ hervorgegangen war. Dieser betonte etwas mehr die Zugehörigkeit zu Bayern und war überwiegend im Kleinbürgertum und in der Handwerkerschaft verbreitet. Letztendlich siegte im Wettrennen der beiden Zeitungen der Merkur. Nachdem er schon 1889 Reiselts „Neues Zweibrücker Tagblatt“ übernommen hatte, kaufte er 1927 auch Kranzbühlers „Zweibrücker Zeitung“. Lange Freude am Ausschalten der Konkurrenz hatte der Merkur jedoch nicht. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann die Gleichschaltung der Presse, der auch der Pfälzische Merkur 1935 zum Opfer fiel. Die katholische Minderheit unter der Zweibrücker Bevölkerung wurde im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts durch die - Neu-

Gleichschaltung der Presse im Dritten Reich

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tionalsozialist Gerhard Kuhn als Treuhänder eines staatlichen „Unterstützungsfonds für die notleitende Grenzlandpresse“ den „Pfälzischen Merkur“ (1931) sowie zwei weitere bürgerliche pfälzische Tageszeitungen („Dürkheimer Tageblatt“ und „Neustadter Bürgerzeitung“, beide 1932) aufgekauft. Die Familie Hallanzy schied aus dem Unternehmen aus, das in „Zweibrücker Druckerei GmbH“ umbenannt wurde. Kuhn brachte seine drei Zeitungen in die Bürckel-Stiftung ein. Er wurde Verlagsdirektor der „NSZ Rheinfront“ sowie Presse-Beauftragter der NSDAP der Pfalz. Ab 26.Oktober 1935 ersetzte

gründung der „Zweibrücker Volkszeitung“ (1903-1936) bedient, der Nachfolgerin der „Zweibrücker Nachrichten für Stadt und Land“, die August Schuler bereits 1872-78 herausgegeben hatte. Hinter ihr standen bekannte Zweibrücker Persönlichkeiten wie Alexander und Rudolf Engesser sowie der katholische Stadtpfarrer von Heilig

Kreuz, Martin Jäger, der unter dem Pseudonym Fritz Claus als Heimatdichter und „Sänger des Pfälzerwaldes“ bekannt wurde. Die Zweibrücker Volkszeitung wurde nur bis zum Ende des Ersten Weltkriegs in Zweibrücken gedruckt, danach erschien sie als Kopfblatt des in Kaiserslautern herausgegebenen „Pfälzer Volksboten“ (ab 1925: „Pfälzer Tag-

blatt“), dem Presseorgan der Bayerischen Volkspartei. Ende 1938 fiel auch sie der Gleichschaltung zum Opfer. Alle drei Tageszeitungen hatten ein reiches Angebot an regelmäßig erscheinenden Beilagen, mit denen sie den Unterhaltungsund Wissensbedürfnissen ihrer Leserschaft Rechnung trugen.

Die Volkszeitung bediente das katholische Milieu.

Der Wiederaufbau der Zeitungslandschaft nach 1945

Kuhn den traditionsreichen „Pfälzischen Merkur“ durch die parteieigene „Neue Abendzeitung (NAZ)“, etwas später dann durch die „NSZRheinfront“. Die Lokalredaktion für Zweibrücken und Homburg blieb in Zweibrücken. Nach der Angliederung Lothringens Ende 1940 wurde die „NSZRheinfront“ in „NSZWestmark“ umbenannt. Neben dieser Tageszeitung gab die NSDAP-Kreisleitung im Zweiten Weltkrieg die Zweimonatsschrift „Rund um de Exe“ heraus. Im Untertitel als „Zweibrücker Heimatbrief“ bezeichnet, war das Blatt an die evakuierten Zweibrücker und die Soldaten an der Front gerichtet.

D

ie französische Militärregierung vertraute dem politisch unbelasteten Rudolf Engesser, früher Redakteur der „Zweibrücker Volkszeitung“, die Redaktion des in Kaiserslautern gedruckten „Zweibrücker Mitteilungsblattes“ an. Es erschien von August bis Oktober 1945 einmal in der Woche und wurde dann durch die ebenfalls aus Kaiserslautern kommende „Pfälzische Volkszeitung“ ersetzt. Diese wurde dann ab Mai 1947 von der bereits im August 1945 in Neustadt gegründeten Zeitung „Die Rheinpfalz“ abgelöst. Rudolf Engesser zeichnete für die Redaktion des Lokalteils „Zweibrücker Neueste

Nachrichten“ verantwortlich. Der „Pfälzische Merkur“ konnte erst wieder erscheinen, als mit der Gründung der Bundesrepublik die restriktiven Pressebestimmungen der französischen Militärregierung nach und nach gelockert wurden und die Lizenzpflicht entfiel. Das Zweibrücker Traditionsblatt erschien ab 1.Juli 1950 im „Verlag der Zweibrücker Druckerei und Verlagsgesellschaft“, der schon 1941 von Willi Bartz und Fritz Scipio gegründet worden war. Gedruckt wurde der Merkur nur in den Jahren 19521954 in der verlagseigenen Druckerei, es folgten als Druckorte Landau und Saarbrücken. 1954 endete der traditionsreiche

Druck von Tageszeitungen in Zweibrücken. Mit dem Verkauf des „Pfälzischen Merkurs“ an den Verlag der „Saarbrücker Zeitung“ endete 1980 die Geschichte der selbständigen Zweibrücker Zeitungen. Heute konkurrieren die beiden Tageszeitungen „Pfälzischer Merkur“ und „Die Rheinpfalz“ mit ihren Lokalteilen in einem Kopf an Kopf Rennen (mit jeweils ca. 7500 verkauften Zeitungen im zweiten Quartal 2013) um die Gunst der Leserschaft. Nicht wenige Bürger nutzen diese im Vergleich zu anderen Regionen privilegierte Informationssituation, in dem sie beide Zeitungen abonniert haben.

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ach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, 1933, wurde unter Federführung von Propagandaminister Joseph Goebbels die Zeitungslandschaft der Weimarer Republik nach und nach „gleichgeschaltet“, d.h. die Pressevielfalt zugunsten der Parteizeitungen systematisch vernichtet. In der Pfalz baute Gauleiter Josef Bürckel ein NS-Presseimperium um die Parteizeitung „NSZ Rheinfront“ auf. Er brachte seine Zeitungen mit Genehmigung Hitlers in die „Josef-Bürckel-Stiftung“ ein, über deren Erträge er frei verfügen konnte. Bereits vor 1933 hatte der Na-

FOTOS: STADTARCHIV


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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

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Letztes Werk Beethovens ist eine Zäsur in der Musikgeschichte

In der Musik wird es ab sofort romantisch

Dampflokomotiven ab sofort im Personen- und Güterverkehr

1824: „Ode an die Freude“ vollendet

1830: Brahms, Wagner und Verdi – die größten Komponisten

1835: Erste Eisenbahnlinie nimmt Betrieb auf

Die Merkurbelegschaft feierte im Janaur 1972 den 40. Geburtstag von Wolfgang Welle (ganz vorne). Vor dem erst kurz zuvor errichteten Verlagsgebäude hatten sie sich zum Gruppenfoto aufgestellt: stehend von links: Waltraud Sdorra, Ulla Liethen, Hannelore Feß, Antonia Dümmler, Walter Rinner, Frl. Scherer, Hans Schmidt , Stefan Quack, Walter Ambos, Wolfgang Heller, Helmut Rohrbacher, Armin Kaiser, Alfred Schmeiß, Wilfried Reischmann, Manfred Petry und Thomas Lübbe. Knieend von links: Dieter Sprengard, Meinhard Mangold, Roswitha Küntzler, Dieter Wolf , Gerd Frey, Dietmar Niedermeier, Geburtstagskind Wolfgang Welle und Wilfried Vogel. FOTOS: ARCHIV WERLE DRUCK

Maschinensetzerei mit vier Zweibrücker Linotype-Bleisetzmaschinen: von vorne Maschinensetzer Eminhard Mangold, dahinter Wilfried Vogel, Wolfgang Welle und Gerhard Kraus. FOTO: ARCHIV WERLE DRUCK

Merkur-Druck in der Luitpoldstraße Ein wichtiger Wegbegleiter des Pfälzischen Merkur

L Meinhard Mangold mit einer Beilage des PM von 1980: Sie dokumentierte den Beginn des neuen Zeitalters des Fotosatzes. FOTO: ELB

1973: Schriftsetzer Helmut Rohrbacher in der Mettage beim Zeitungsseitenumbruch.

iegt es an Morgenthalers Wundermaschine, dass der Besucher schon im Foyer der Firma Merkur-Druck diesen ganz besonderen Hauch der Schwarzen Kunst verspürt? Bestimmt, denn die alte Linotype-Setzmaschine ist Baujahr 1936 und ein echtes Schmuckstück, das dem Eingangsbereich seine Atmosphäre schenkt. Von 1950 bis 1980 leistete sie die Produktion im Pfälzischen Merkur – insge-

samt 500 Millionen Buchstaben, die im Umfang 17000 kompakten Zeitungsseiten entsprechen. Von 1952 bis 54 wurde die Zeitung sogar hier gedruckt, danach in Landau, bis zur Übernahme des Pfälzischen Merkur durch die Saarbrücker Zeitung. Seit 1973 wird die Zeitung in Saarbrücken gedruckt.“ 1992 dann verließ der Zeitungsverlag „Zweibrücker Druckerei und Verlags GmbH das Gebäude in der Luitpoldstraße an den heu-

Schriftsetzer Dietmar Niedermeier an der Abziehpresse mit Maschinensatz.

tigen Standort in der Hauptstraße 66. Die Merkur Druck Werle GmbH geht zurück auf die 1742 gründete Peter Hallancy’sche Druckerei. 1888 benannte dieser einen Vorläufer des PM in seinen heutigen Namen um und zog mit dem Pfälzischen Merkur in die Luitpoldstraße. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die damalige Zweibrücker Druck- und Verlagsgesellschaft der bekannte Zweibrücker Publizist und Verleger des Pfälzischen Merkur, Günther Bartz. Von 1978 an war Kurt Werle Betriebsleiter und Prokurist der Merkur Druck Bartz. 1983 hat er die Druckerei unter dem Namen Merkur Druck Werle GmbH übernommen. „Die Firma Merkur Druck ist einer der ältesten Industriebetriebe in Rheinland-Pfalz“, sagt Kurt Werle. Ein hoch differenziertes Regelwerk galt es früher einmal zu befolgen. Heute geht das Wissen um die Schwarze Kunst mehr und mehr verloren. Doch Kurt Werle ist noch ein Meister seines Fachs. Der Beruf des Schriftsetzers unterlag im 20. Jahrhundert durch die zunehmende Technisierung zahlreichen Veränderungen. Der Arbeitsplatz am Setzkasten wurde Vergangenheit. Noch heute besitzt die Druckerei zahlreiche Schätze. Einen Druckbogen Notgeld etwa, wie er aus der Maschine herauskam. Pro Schein war dieses Notgeld der Stadt Zweibrücken aus dem Jahr 1923 50 Millionen Mark wert. In der Bibliothek der Druckerei steht eine komplette Handsetzerei mit Bleisatz und Druckstöcken, beispielsweise Wappen und Spezial-Nummerierungen. Außerdem zeigt der Meister die alten Maschinen, die es in fast keiner Druckerei sonst mehr gibt. red


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Charles Goodyear fertigt Handschuhe aus Kautschuk an

Jugendarbeit in Fabriken wird verboten

Erstes Prepaid-System im Briefversand eingeführt

1839: Erfinder entdeckt Eigenschaften von Gummi

1839: Staat greift erstmals regulierend ins Arbeitsleben ein

1. Mai 1840: Briefmarken kleben auf britischen Briefen

Tor, Tor, Tor!

Der Merkur titelt: „Armstrong und Aldrin auf dem Mond“

4. Juli 1954: Deutschland wird zum ersten Mal Fußball-Weltmeister

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indeutig viel zu wenig Platz hatte jene Ausgabe des Pfälzischen Merkur vom 5. Juli 1954, in der über den Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz berichtet wurde. Noch nie hatte König Fußball einen solchen Triumph gefeiert wie an diesem 4. Juli, als Deutschland im Endspiel gegen Ungarn zum ersten Mal den Weltmeistertitel errang. Die Mannschaft von Trainer Sepp Herberger, zu der allein fünf Spieler des 1. FC Kaiserslautern gehörten, hatte das Team von Ungarn im Finale mit 3:2 besiegt. Als es nach neun Minuten 2:0 für die Ungarn stand, hatten viele schon die Köpfe hängen lassen. Nach Spielschluss gab es für die unzähligen Besucher in den Gastwirtschaften und Hotels, die dort das Spiel verfolgt hatten, kein Halten mehr. Viele liefen auf die Straße und prosteten mit Bierflaschen, Sektgläsern und anderen Getränken, die sie gerade in der Hand hatten, völlig fremden Leuten zu. „Viele fielen sich in die Arme“, berichtete auch der Merkur über die euphorische Stimmung in Zweibrücken. Teils musste nach den Übertragungen durch Funk und Fernsehen die Polizei eingreifen, um die Fahrbahn wenigstens für den Notfall freizuhalten. Auf den Bahnhöfen wurden Sonderdienste für die vorbeifahrenden Züge improvisiert. Das Ergebnis stand auf schwarzen Tafeln. Als Deutschland noch im Rückstand lag, waren teilweise einige neutrale Signalflaggen auf Halbmast gesetzt. Politische Nachrichten gerieten angesichts dieses überraschenden Erfolgs für einige Tage ins Abseits, zu groß war die Freu-

Die Lauterer Fritz Walter – mit WM-Pokal – und Horst Eckel werden im Berner Wankdorfstadion von deutschen Fans nach dem 3:2-Final-Sieg gegen Ungarn auf Schultern vom Platz getragen. FOTO: DPA de. Hatte in der Ausgabe am Wochenende vor dem Finale noch ein Bild der „ersten pilotenlosen Bomber vom Typ Matador B 61“, die auf dem amerikanischen Flugplatz in Bitburg ausgesuchten Journalisten vorgeführt worden waren, die Titelseite beherrscht, so stand an diesem Montag die „Zweibrücker Zeitung – Generalanzeiger der Westpfalz – Organ des Grenzlandes – Unabhängige Heimatpresse“ (so der Titelzug der Zeitung) ganz im Zeichen des Triumphs von Bern. Die Prototypen der heutigen Drohnen waren uninteressant

geworden, mitten auf der Seite prangte ein Foto der Siegerelf um Spielführer Fritz Walter, das vor dem Anpfiff „geschossen“ worden war. Zwei weitere Aufnahmen zeigten Zuschauer vor öffentlichen TV-Apparaten und Radios, die beim dritten und entscheidenden Tor von Helmut Rahn enthusiastisch in Jubel ausbrachen. „Während des gesamten Spiels ruhte in vielen Orten der Verkehr. Die meisten Straßen waren wie ausgestorben. Viele Einwohner hatten ihre Rundfunkgeräte an die offenen Fenster gestellt.“

Dass der britische Premierminister Winston Churchill seinen USA-Besuch beendet und mit der „Queen Elizabeth“ den Heimweg angetreten habe, war der Aufmacher auf der zweiten Seite. Dort stand auch zu lesen, dass die fünf deutschen Angeklagten im „Struthof-Prozeß“ von Frankreich nach Deutschland abgeschoben worden seien – sie waren wegen ihrer Verbrechen in dem Konzentrationslager, das die Nazis in den Vogesen unterhalten hatten, zu unterschiedlichen Strafen verurteilt worden. Aber es gab auch Lokalnachrichten – so zum Beispiel, dass mit sofortiger Wirkung der Badebetrieb „an der Schließ“ in Zweibrücken verboten wurde. Wasserproben, die dem Schwarzbach entnommen worden waren, hatten gezeigt, dass das erfrischende Nass des Schwarzbachs in hohem Maße verunreinigt war und der Aufenthalt im Wasser hohe Risiken für die Gesundheit mit sich brachte. „Das Bad bleibt jedoch weiterhin als Luft-, Licht-, Sonnen- und Brausebad geöffnet“, wurde seitens der Stadtverwaltung bekannt gemacht. Und auch der Bau eines Wasserbeckens wurde sofort angekündigt; es sollte den Wasserratten binnen Jahresfrist zur Verfügung stehen. Im Anzeigenteil schließlich wurden speziell die Bauern der Region angesprochen: Sie sollten zwecks gleichzeitiger Bekämpfung des Kartoffelkäfers und der Krautfäule auf „Kupfer-AktivGesarol“ setzen – es handelte sich dabei um das berüchtigte Gift DDT. Und das Autohaus „Reinhard & Friedrich“ inserierte zwei Gebrauchte der Marke „Borgward“, die erst wenige Kilometer auf dem Tacho hatten. bau

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20. Juli 1969: Stillstand beim Saar-Pfalz-Kanal

I

n Zweibrücken feierte die Arbeiterwohlfahrt ihr 50jähriges Bestehen, in Webenheim wurde das traditionelle Bauernfest veranstaltet, die Ixheimer „Liedertafel“ feierte in den Birkhausen ihr Waldfest, und in Mauschbach wurde Fritz Stähly in seine vierte Amtszeit als Bürgermeister gewählt. Währenddessen betraten die ersten Menschen den Erdtrabanten. „Armstrong und Aldrin auf dem Mond“ titelte der Merkur am 21. Juli 1969, nachdem die Fähre sicher gelandet war und Neil Armstrong seinen berühmten Satz „nur ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Schritt für die Menschheit“ gesagt hatte. „Mit der Landung auf dem Mond ist den Amerikanern eine der bisher größten technischen Leistungen der Menschheit gelungen“, hieß es im Leitartikel auf der Titelseite. Der Autor war außer sich vor Begeisterung: „Bereits in absehbarer Zeit wird eine Mondlandung eine konventionelle Sache sein – wie ein Flug über den Atlantik“, meinte er. Gleichwohl gab es auch Skepsis, insbesondere was die sichere Rückkehr von Apollo 11 anbelangte. „Heute 18.55 Uhr Entscheidung über Erfolg oder Katastrophe – dann wird der Aufstiegsmotor gezündet.“ Dessen 1587 Kilogramm Schubkraft waren zwar schon im Weltraum, aber noch nie auf der Mondoberfläche erprobt worden. „Für Neil Armstrong und Edwin Aldrin würde es keine Rettung geben, wenn sie nicht zurückstarten können. Übrigens gibt es an Bord weder Giftpillen noch andere Selbstmordmittel für den Notfall“. Wie hinlänglich bekannt, nahm diese erste Mondfahrt aber ein glückliches Ende. Während

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Neil Armstrong betritt als erster Mensch den Mond. FOTO: DPA also die Raumfahrt vor einem neuen Zeitalter stand, trat ein anderes Großprojekt in der Westpfalz auf der Stelle: Der „SaarPfalz-Kanal“ und seine zügige Realisierung stand im Mittelpunkt eines Treffens der wirtschaftlichen Spitzenverbände der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland. Die Wasserstraßenverbindung von der Saar zum Rhein, die bereits seit den 1920er-Jahren in der Diskussion war, sei dringend erforderlich, betonten Industrie-, Handelsund Handwerkslobby, um die hohen Frachtkosten der pfälzischen und saarländischen Industrie zu reduzieren. Das Vereinsregister wurde um den Verein „Zwei Brücken auf den drei Säulen“ in Zweibrücken ergänzt, wobei in der amtlichen Bekanntmachung der offizielle Zweck der Organisation nicht genannt wurde. Und souverän siegte der Belgier Eddy Merckx bei der Tour de France. Mit 18 Minuten Vorsprung hielt der 24-jährige Radsportler den Zweitplatzierten auf Distanz. bau


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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

Studenten und Bürger begehren gegen die Herrschenden auf 1848: Märzrevolution in Deutschland

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Arbeiter aller Länder sollen sich künftig vereinigen

Lebensmittel bleiben deutlich länger haltbar

1848: Marx und Engels verfassen Kommunistisches Manifest

1864: Louis Pasteur entwickelt Pasteurisierungsverfahren

Das Attentat von München überschattet Olympia 5. September 1972: Die Fahnen wehten auch in Zweibrücken auf allen öffentlichen Gebäuden auf Halbmast Von Merkur-Mitarbeiter Martin Baus

D

ie Olympischen Spiele in München begeisterten als frohes und buntes Fest die Massen, die deutsche Mannschaft überraschte mit dem Gewinn zahlreicher Goldmedaillen wie etwa jener

von Ulrike Meyfahrt, die im Hochsprung 1,92 Meter schaffte – und dann fand alle Freude ein grausames Ende. „Olympia im Kugelhagel“, „Araber zerstörten Frieden“, „IOK lässt Spiele unterbrechen“, „Trauerfeier für Israelis heute im Stadion“, „Journalisten machen sich auf eine lange Nacht gefaßt“, lautete die Über-

„Ich schätze den offenen, sachlichen Umgang miteinander, der auch in kritischen Situationen zielorientiert auf der Grundlage persönlicher Wertschätzung abläuft.“

„Mich verbindet mit dem Merkur die tägliche Kombination aus Lesefreude und Information, die ich in meinem Wohn- und Arbeitsumfeld idealerweise benötige.“

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schriften der Berichte, die natürlich die Titelseite beherrschten. Ein arabisches Terrorkommando war ins Olympische Dorf eingedrungen, um Mitglieder der israelischen Mannschaft als Geiseln zu nehmen und ihre Forderungen durchzusetzen. Das völlig unkoordinierte und unprofessionelle Verhalten der deutschen Behörden und der Politiker spitzte sich zur Katastrophe zu: Der stümperhafte Versuch, die Geiseln auf dem Flugfeld von Fürstenfeldbruck zu befreien, endete in einem Blutbad. Während die Schlagzeilen anderenorts von den sich überschlagenden Ereignissen beherrscht waren, konnte der Regionalteil des „Merkur“ wohl nicht mehr rechtzeitig reagieren und veröffentlichte einen Stimmungsbericht aus der Feder von Renate Zwick. Die Zweibrückerin schilderte ihre Eindrücke aus München. „Hätten Sie Lust, mich heute bei einem Bummel durch das Olympische Dorf zu begleiten. Natürlich nur mit den Augen einer Olympia-Hostess. Beim Verlassen der U-Bahn-Endstation Olympiazentrum in Richtung Olympisches Dorf sieht man schon eine dichte Menschenmenge, die sich vor der von Bewachern in olympiablauer Uniform abgeschirmten Sperre drängeln. Teils hoffen sie, noch ‚irgendwie’ in das Olympische Dorf zu gelangen, teils begnügen sie sich damit, das Treiben im Olympiadorf von weitem zu beobachten, teils warten sie auf die Sportler, um sie nach dem Verlassen der Sperre sogleich zu umringen und um Au-

München 1972: Elf israelische Sportler starben bei der Geiselnahme durch palästinensische Terroristen. togramme zu bitten“, leitete sie ihren Bericht ein, der angesichts der grausamen Ereignisse wie aus einer anderen Welt erscheint. Tiefes Entsetzen beherrschte insgesamt die Szenerie in Zweibrücken. Die Fahnen wehten auf allen öffentlichen Gebäuden auf Halbmast. In Lokalen, Fabriken und auf der Straße waren das einzige Gesprächsthema die unglaublichen Vorfälle vom Vortag und der letzten Nacht in Fürstenfeldbruck. „Zur Zeit, als aus dem Olympiastadion die Trauerfeier übertragen wurde, waren die Straßen fast so leer wie bei der Eröffnungsfeier“, hieß es in dem Artikel von Merkur-Mitarbeiter Walter Rin-

ner. Bei einer Umfrage unter Passanten aller Altersstufen zeigte sich aber, dass die Entscheidung, die Spiele weiterlaufen zu lassen und nicht unter dem Eindruck des Attentats abzubrechen, unisono geteilt wurde. Doch auch das alltägliche Leben ging weiter, und so wurde beispielsweise darüber berichtet, dass der Campingplatz einige Verbesserungen erfahren habe. Auch die neue Minigolf-Anlage werde gut angenommen und sei mithin Ursache dafür, dass die Übernachtungszahlen wieder steigen. Beim Betriebsfest der deutschen Bediensteten auf dem Kreuzberg war die Misswahl der Höhepunkt. Um den Titel einer

FOTO: AP

„Miß Kreuzberg“ bewarben sich acht Kandidatinnen, unter denen Hannelore Grübner als Siegerin hervorging. Ansonsten sorgten eine Tombola, bei der es eine Reise nach Paris zu gewinnen gab, und ein Truthahnschießen für hinreichend Kurzweil unter der Belegschaft. Der „Zielkauf“-Supermarkt am Kaplaneihof in Einöd warb mit allerhand Sonderangeboten: Schlachtfrische Koteletts gab es beispielsweise für 3,28 Mark je Pfund, während „Kaba der Plantagentrank“ in der 800-GrammFamiliendose“ für 4,48 Mark offeriert wurde. Das Vollwaschmittel „Schwanweiß“ war für 3,95 DM im Dreikilopaket zu haben.

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300 JAHRE PFĂ„LZISCHER MERKUR

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Lincoln und die Nordstaaten setzen Sklaverei ein Ende

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1865: Sezessionskrieg in den USA endet

1867: W. Siemens verĂśffentlich Erfindung der Dynamomaschine

Merkur: „Die Mauer in Deutschland bricht auf“

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Prozess zur Produktion von Milchpulver erfunden 9. April 1872: Samuel Percy erhält Patent in den USA

TĂśdliche Strahlen verseuchen Lebensmittel

9. November 1989: Die Wiedervereinigung – Zweibrßcken vorbereitet 26. April 1986: Tschernobyl-Katastrophe ändert das Leben schlagartig

S

chlag auf Schlag: Die Mauer in Deutschland bricht auf“ prangte in der Wochenendausgabe des 11./12. November 1989 auf der Titelseite des Merkur. Am Abend des 9. November war der Eiserne Vorhang gefallen. „In der DDR, der Bundesrepublik und in Berlin Ăźberschlagen sich die Ereignisse. Kurz nach der Meldung, daĂ&#x; die DDR weitere GrenzĂźbergänge Ăśffnet, wurde von OstBerlin damit begonnen, Breschen fĂźr die neuen OstĂźbergänge in die Mauer zu schlagen. Eine Menschenmenge von rund 500 West-Berlinern begann damit, in Spandau die Mauer einzureiĂ&#x;en“, hieĂ&#x; es im Aufmacher weiter. Ein groĂ&#x;formatiges Foto zeigte Menschen, die auf der Mauer mit dem Brandenburger Tor als Kulisse tanzten, ein weiteres zeigte einen „Mauerspecht“, der mit dem Pickel auf das verhasste Symbol einschlug. Mehrere Sonderseiten berichteten Ăźber die Situation und fingen in Bildern die Freudenstimmung ein. ZweibrĂźckens OberbĂźrgermeister Werner von Blon bezeichnete den 9. November 1989 als ein historisches Ereignis, „denn die Grenzen, die Jahrzehnte ge-

Trabbi-Kolonne: Berlin feiert den Fall der Mauer. FOTO: DPA schlossen waren, Ăśffneten sich – die Mauer wird durchlässig“. Die Hoffnung sei gestiegen, dass das Verhältnis der beiden deutschen Staaten sich kĂźnftig so gestalte, „wie es sich gehĂśrt“, meinte von Blon. Den DDR-BĂźrgern, die ihrer Heimat den RĂźcken gekehrt haben, gelte es „bei uns“ AufnahmemĂśglichkeiten zu bieten. In ZweibrĂźcken habe man jedenfalls schon entsprechende Vorbereitungen getroffen. So seien von der Bundeswehr mehr als 200 Betten bereitgestellt worden, zehn Wohnungen seien aus

dem privaten Bereich fĂźr eine eventuelle Unterbringung gemeldet und auch in der Hilgardschule sollten 60 bis 80 Plätze geschaffen werden. „Und es ist Sorge getragen, dass die Organe der Hilfsdienste kurzfristig in Aktion treten kĂśnnen“, erläuterte der Rathauschef zufrieden. Der Stadtrat hatte freilich auch noch andere, eher unspektakuläre Entscheidungen zu treffen. Um die Finanznot der Stadt zu bekämpfen, wurde die Gewerbesteuer von bisher 370 auf nun 390 vom Hundert abgesegnet. Die Festschreibung der Entschädigungen fĂźr die Fraktionen im Stadtrat auf 126 DM pro Kopf wurde beschlossen, während die ErhĂśhung der Pachtentgelte fĂźr landwirtschaftliche Flächen abgelehnt wurde. Im Badeparadies stellte das Wellenbad im AuĂ&#x;enbereich witterungs- und saisonbedingt den Betrieb ein, während nunmehr der mit 40 Grad gut geheizte Whirlpool zum Gemeinschaftserlebnis unter freiem Himmel einlud. Und das Jugendrotkreuz machte mit einem besonderen Service auf sich aufmerksam: Wer Bedarf hatte, konnte sich einen Babysitter engagieren.

E

s sollten vier Tage ins Land ziehen, ehe Ăźberhaupt bekannt wurde, was sich in der Ukraine ereignet hatte. Am 26. April war es im Kernkraftwerk Tschernobyl zum Super-GAU gekommen, aber die sowjetischen BehĂśrden hielten die Nachricht von der Kernschmelze solange zurĂźck, bis sie definitiv nicht mehr zu verheimlichen war. „Tschernobyl: Der Name eines Ortes in der Ukraine wird zum Symbol der bislang schwersten Katastrophe in der friedlichen Nutzung der Kernenergie“, hieĂ&#x; es auf der Titelseite des Pfälzischen Merkur am 30. April 1986. Während die sowjetischen Stellen noch beschĂśnigend von einer „Havarie“ sprachen, wurde auch in Deutschland auf die Beruhigungs- und Verschleierungsstrategie gesetzt. Es sei hĂśchst unwahrscheinlich, so lieĂ&#x;en „Experten“ wissen, dass es in SĂźdwestdeutschland zu Beeinträchtigungen durch die ausgetretene Radioaktivität kommen werde. Der Wetterdienst in Offenbach teilte mit, dass Ăźber radioaktive Konzentrationen nichts bekannt sei. Doch es kam alles anders: Am Maifeiertag wehte der Ostwind

Blick auf den zerstĂśrten Reaktor in Tschernobyl. FOTO: SR die radioaktiven Wolken aus der Ukraine Ăźber die Bundesrepublik hinweg, ein Gewitter am Abend des gleichen Tages lieĂ&#x; den FallOut auf der Erde niedergehen. Ein neues Wort hielt Einzug: „Becquerel“ lautete es, und es gab an, wie hoch die radioaktive Belastung von Boden, Wasser und Lebensmitteln war. Auf dem Markt und in den Geschäften standen nicht mehr nur die Preise und die Herkunft der Saisonware, sondern auch ihre Belastung durch Jod und Cäsium. Vor dem Verzehr von Frischmilch wurde gewarnt – nur wenn die

Jod-131-Werte unter 500 Becquerel liegen, durfte sie von den Molkereien noch vertrieben werden. Die Vermarktung von Salat und Spinat wurde flächendeckend verboten. Während so das tatsächliche AusmaĂ&#x; der Katastrophe erst in gezielter Salamitaktik scheibchenweise ans Licht kam, änderte sich das alltägliche Leben schlagartig: Kindern wurde es untersagt, im Freien spielen, und insbesondere Spielplätze und Sandkästen wurden zu Tabuzonen. Das alles war noch nicht bekannt, als OberbĂźrgermeister Werner von Blon vor dem Stadtrat drei von dessen Mitgliedern eine besondere Ehrung zuteil werden lieĂ&#x;: August Dahler und Otto Schehl (beide CDU) sowie Heinz Heller (SPD) wurden mit der Stadtplakette in Bronze ausgezeichnet. Eine von der FDPFraktion eingebrachte Resolution wurde angenommen, in der erneut und mit Nachdruck eine „Kriechspur“ fĂźr die MĂśrsbacher StraĂ&#x;e gefordert wurde. Einen besonders dicken Brocken fischte Michael SĂźmmler aus dem vereinseigenen Weiher des Angelsportvereins: Er hatte einen 13 Pfund schweren Karpfen am Haken.

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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Apparat überträgt Stimme in einen angrenzenden Raum 1876: Alexander Graham Bell erfindet das Telefon

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Philosoph gilt als unverstanden und dem Wahn verfallen

Patent-Motorwagen unternimmt öffentliche Probefahrt

1883: Nietzsche schreibt Teil 1 von „Also sprach Zarathustra“

1886: Carl Benz baut Automobil mit Verbrennungsmotor

Der Einsturz der westlichen Welt Der 11. September 2001: Anschlag auf World Trade Center – „Angst und lähmendes Entsetzen“

A

ngst und lähmendes Entsetzen“ stand in dicken weißen Lettern in einen schwarzen Balken eingelassen am Mittwoch, 12. September, ganz oben auf der Titelseite des Pfälzischen Merkur. Das Bild der Türme des World Trade Centers, in die hinein zwei Verkehrsflugzeuge gezielt gelenkt worden waren und daneben das Porträt des amerikanischen Präsidenten George W. Bush mit verschlossenen Augen – der Terroranschlag des 11. September in New York beherrschte die Berichterstattung weltweit. „Jetzt Krieg?“ lautete die bange Überschrift des Kommentars, während daneben darüber informiert wurde, dass auf der Ramsteiner US-Airbase die verschärfte Sicherheitsstufe „Delta“ ausgerufen worden sei. Auf mehreren Seiten wurde in einem „PM-Spezial“ in Bild und Text über die Vorfälle berichtet, erschütternde Fotos zeigten die Hochhäuser und die Trümmer ihres Einsturzes von Qualmwolken umgeben. Augenzeugen, vom Schicksal, Erschöpfung und der Angst gezeichnet. Im Regionalteil schilderte die Zweibrücker Studentin Birge Ohler, die sich zur Zeit der Terrorangriffe in New York aufhielt, was sie als Augenzeugin vor Ort erleb-

Die Welt traute ihren Augen nicht, als das World Trade Center einem Anschlag zum Opfer fiel. FOTO: BULLS te. „Als wir an die Ecke Broadway/Broomstreet kommen, sehen wir es am Horizont. Im nördlichen Tower des WTC klafft eine große Wunde, ein Loch in der spiegelnden Fensterfassade. Es brennt und dicker schwarzer Rauch steigt in den Himmel, zieht in den Osten, Richtung Brooklyn. Wir stehen und schauen in den Himmel. Die unteren Fenster des WTC blinken in der Sonne, Staub flirrt in der Luft, silberne Partikel fliegen. Es sieht aus wie eine Geburtstagsfeier. Wir stehen und schauen. Plötzlich ein Knall. Eine orangeschwarze Wolke explodiert in der Mitte des zweiten Turmes. Ein

Japaner rennt schreiend weg. Wir anderen stehen fasziniert und geschockt“, schreibt sie ihre Erlebnisse in einer Mail (so der Merkur) an ihren Vater Wolfgang Ohler. Der Bericht der Zweibrücker Augenzeugin endet mit dem Worten: „Papa, es fällt mir immer noch schwer, den Dienstag zu ordnen und zu begreifen“. An jenem Tag war auch zu lesen, dass schon in den Siedlungen der Steinzeit Menschlichkeit eine große Rolle gespielt habe. Jüngste Forschungsergebnisse aus Südfrankreich hatten erbracht, dass die Vorfahren des Menschen sich schon vor mehreren Tausend Jahren um Kranke und Schwache

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gekümmert haben. In Zweibrücken selbst werden auf die Schnelle mehrere Gedenkgottesdienste angekündigt, so in der Alexanderskirche, in der katholischen Kirche Heilig Kreuz, in der Matthäuskirche in Rimschweiler, in der Friedenskirche in Ixheim und in der Dieterich-Bonhoeffer-Kirche in Oberauerbach. Unter dem Eindruck der Ereignisse in den USA wurden die Skate-Night und das für den folgenden Sonntag im Rosengarten geplante Konzert ebenso abgesagt wie der Betriebsausflug der Verbandsgemeinde ZweibrückenLand. Still, betroffen, sorgenvoll und entsetzt wurde das Extra-Blatt des „Pfälzischen Merkur“ aufgenommen, das in der Innenstadt verteilt wurde. Innerhalb kürzester Zeit war die Ausgabe vergriffen. „Überall waren Kopfschütteln und Hilflosigkeit angesichts dieser Bilder des Grauens zu erkennen. Die Leser haben die Informationen zu dem Terror-Anschlag auf die USA verschlungen“, wurde über die Resonanz des Sonderdrucks berichtet. Tags darauf sorgte die Ankündigung von US-Präsident Bush, im Gegenangriff „ganze Staaten auszuschalten“, für noch größeres Entsetzen.

„Lokalzeitungen sind „Der Pfälzische Wegbegleiter, weil sie Merkur verbindet Leserinnen und Leser Tradition und Zeitgeist nah sind. - vor allem im Blick Mit ihrer Lektüre auf die lange bilden sich Meinungen. Zeitspanne seit seinem In vielen Jahrzehnten ersten Erscheinen. hat der Pfälzische Ich verbinde mit ihm Merkur Geschichte lokale Präsenz. nicht nur beschrieben, Er gehört in hohem sondern auch Maß zur Identität geschrieben.“ Zweibrückens.“ Eveline Lemke, Wirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz und stellvertretende Ministerpräsidentin

Thilo Huble, Leiter des Zweibrücker Kulturamtes


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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

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MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Zu Lebzeiten verkanntes Genie der Bildenden Kunst beigesetzt

Braune Brause tritt Siegeszug rund um dem Globus an

Vorstoß in die geheimnisvolle Welt der Strahlen

29. Juli 1890: Vincent van Gogh stirbt in Frankreich

1892: Ein Apotheker gründet die Coca Cola Company

8. November 1895: Röntgenstrahlung erstmals beobachtet

Zeitung machen in die Wiege gelegt Im Gedenken an Günther Bartz (1924 bis 1978): Verleger, Autor und Karikaturist Von Merkur-Mitarbeiter Martin Baus

N

ach wenigen Schritten von hier kommen wir zum wiedererstandenen Schloß des Herzogs Gustav Samuel Leopold. Die Sprengbomben des 14. März 1945 hatten es zerfetzt und fast bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Von den neu erbauten Häuserzeilen dem Auge des Passanten schamhaft verborgen, schien die Ruine dem endgültigen Verfall preisgegeben. Das Gewissen geschichtsverbundener Bürger wollte keine Ruhe geben, aber dem Problem der Restaurierung haftete der Anschein der Unlösbarkeit an. Der einzig mögliche Ausweg drohte im Abbruch der letzten Reste zu münden“: Zeilen wie diese sind es, die belegen, dass Günther Bartz nicht nur ein sensibler Beobachter des aktuellen Geschehens in „seiner Stadt“ Zweibrücken war, sondern auch ein kritischer Begleiter der Entwicklung speziell in der Nachkriegszeit. Er ließ einerseits keine Zweifel darüber aufkommen, dass seine Sympathie der Stadt, ihrer Geschichte und ihren Bewohnern galt, andererseits scheute er sich nicht, ganz selbstbewusst da Widerspruch zu erheben, wo er Fehlentscheidungen erkannte, selbst wenn sie mit

übergroßer Mehrheit getroffen worden waren. Von dieser Eigenschaft gekennzeichnet ist auch das Buch „Zweibrücken – Frühe Kunde – Herzogliche Zeiten – Heute“, das in seiner Prägnanz und Kürze, aber auch in seinem Stil die vielleicht beste Schilderung der städtischen Geschichte jenseits wissenschaftlicher Darlegungen ist. 1965 gab Günther Bartz Interessierten diesen unterhaltsamen wie fundierten Almanach zur Zweibrücker Vergangenheit an die Hand und noch heute vermag die Lektüre des knapp 100-seitigen Werkes zu fesseln. Phase des Wirtschaftswunders Mit dieser Hingabe prägte Günther Bartz in der Nachkriegszeit und in der Phase des Wirtschaftswunders auch den Pfälzischen Merkur. „Zeitung machen“ war ihm, der am 18. März 1924 in Zweibrücken geboren wurde, quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater Willi Bartz war seit seiner kaufmännischen Ausbildung Mitarbeiter bei der Zweibrücker Druckerei Hallanzy, die seit 1888 den Merkur herausgab. 1942 meldete er sich freiwillig in den Krieg, wo er zunächst im besetzten Frankreich zum Einsatz kam. Im Mai 1945 geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er gegen Ende des gleichen

Jahres zurückkehrte. Als am 1. Juli 1950 nach 15-jähriger Zwangspause der Pfälzische Merkur wieder erscheinen konnte, so war dies in erster Linie den Anstrengungen von Vater und Sohn Bartz zu verdanken. Nach der Gründung der Bundesrepublik waren die bis dahin restriktiven Vorgaben des Besatzungsstatuts abgemildert worden: Die sogenannten Altverlegerzeitungen durften wieder gedruckt werden, sofern ihre Herausgeber politisch als unbelastet galten. Im Fall des Pfälzischen Merkur waren dies Willi Bartz und Fritz Scipio. Günther Bartz wurde als Verlagsleiter eingestellt. „Wir starteten am 1. Juli 1950 und sechs Wochen später verfluchten wir unseren unseligen Entschluss“, blickte Bartz zwei Jahrzehnte später auf die heikle Anfangsphase zurück. Was folgte, war gleichwohl eine Erfolgsstory par excellence, wie Johannes Schöndorf in seiner Bartz-Biographie skizziert – „nach einer für die damaligen Umstände typischen Durststrecke“ sei er als „eine der markanten Persönlichkeiten im öffentlichen Leben Zweibrückens und als einer der profilierten Zeitungsverleger der Region“ hervorgetreten. Zunehmend schärfte er das Profil seiner Zeitung, übernahm nach dem Tod seines Vaters 1964 die restlichen Anteile

an der Verlagsgesellschaft und wurde nun Geschäftsführender Gesellschafter. Acht Jahre später, 1972, wurde Günther Bartz zum Vorsitzenden des Verbandes der Zeitungsverleger von RheinlandPfalz und Saarland gewählt, zudem wurde er in das Erweiterte Präsidium des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger berufen. Seine Karikaturen Aber nicht nur im Management hielt Bartz das Zepter in der Hand, der Zeitung drückte er insbesondere mit seinen Karikaturen den unverwechselbaren Stempel auf. In der wöchentlich erscheinenden „Schwarzen Seite“ nahm er aktuelle Themen in Karikaturen aufs Korn, die er mit kantigen, humorvollen und bisweilen selbstironischen Texten versah. Als nur ein Beispiel dazu sei die Seite vom 16. Dezember 1952 genannt, die auf den schneereichen Winter Bezug nahm und die unter dem Titel „Viel Schnee auf der Höh“ allerlei wetterbedingte Unbill zum Thema hatte. Unter dem schwungvollen Kürzel „GB“ war dann als „das beste Bild der Woche“ ein völlig weißes Fenster mit der Unterschrift „Zwei Schimmel im Schneegestöber“ abgebildet. Ähnlich in der Aufmachung erschienen von 1954 bis 1977 zu Sil-

Günther Bartz im April 1972.

FOTO: ARCHIV/WERLE DRUCK

vester Bartz’ Jahresrückblicke“, die im kalendarischen Raster zwölf liebevoll-bissige Kommentare zu den politischen Ereignisse zeigten. 1977 wurde Günther Bartz vom damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel mit dem Bundesverdienstkreuz am Band geehrt; im folgenden Jahr, am 29. August 1978, starb Günther Bartz in Bonn nach kurzer Krankheit in seinem 55. Lebensjahr. „Ob im Beruf, für das eigene Haus oder im Verband, ob als Zeichner oder Festredner – er tat es mit Begeisterung. Er konnte diese Freude auch auf andere übertragen,

konnte anregen und Aufgaben leicht machen“, hieß es in dem Nachruf, der zwei Tage später in seiner Zeitung erschien. Eine posthume Würdigung der besonderen Art widerfuhr ihm 2005: Das Deutsche Zeitungsmuseum im saarländischen Wadgassen zeigte seine Karikaturen in einer Ausstellung, die von der Zweibrücker Kulturgutstiftung Gehrlein-Fuchs realisiert worden war. „Mit leichter Hand … und spitzer Feder“ lautete der Titel des Katalogs, der dieses bedeutende Kapitel Zweibrücker Zeitungsgeschichte anschaulich zusammenfasst.

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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Bissiger Roman legt Grundstein für Dracula-Mythos 1897: Bram Stoker veröffentlicht sein berühmtestes Werk

Tragischer Tod einer Märchenkönigin am Genfer See 1898: Anarchist tötet österreichische Kaiserin Elisabeth

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Brüder erobern mit selbstgebautem Apparat die Lüfte 17. Dezember 1903: Erster Flug von Wilbur und Orville Wright

Eine echte Journalistenfamilie Udo Steigner erinnert sich an die Erzählungen seines Vaters Georg Jahre später erhielt die Familie Steigner sogar eine Morddrohung. Das war in den siebziger Jahren, als in Zweibrücken die Terrorgruppe „Black Panther“ aktiv war.

Von Udo Steigner

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ei uns Steigners handelt es sich um eine richtige ,Zeitungsfamilie’. Auch mein Großvater Ludwig Steigner war schon begeisterter Journalist. Er war von 1935 bis 1939 Chefredakteur der Saarbrücker Zeitung und ist später in der Kriegsgefangenschaft gestorben. Mein Vater Georg trat in dessen Fußstapfen. Er war maßgeblich am Aufbau des Pfälzischen Merkur nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligt. Von der ersten Ausgabe am 1. Juli 1950 bis zu seinem Ausscheiden 1992 hat er die Zeitung geprägt wie kein anderer. Über 25 Jahre hinweg war er, ein gebürtige Vorderpfälzer, der 1995 gestorben ist, auch Redaktionsleiter.

Aufbruchstimmung

Verhaftung Die Aufbauzeit, so erzählte er uns, sei gerade in der Grenzregion sehr bewegend gewesen. Bei einer Veranstaltung zur Wiederangliederung des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland wurde mein Vater sogar verhaftet, weil er diese in vielen Kommentaren gefordert hatte. Das war bei einer Veranstaltung im Homburger Saalbau, bei der Ministerpräsident Johannes Hoffmann gesprochen hatte. Hoff-

Georg Steigner war maßgeblich am Aufbau des Pfälzischen Merkur nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligt. FOTO: PRIVAT mann war gegen die Vereinigung gewesen. Als ich nach der Rede des Ministerpräsidenten seinen

Bericht in einer Telefonzelle übermitteln wollte, wurde er von Polizeibeamten daran gehindert.

Mein Vater muss beim Merkur eine richtige Aufbruchstimmung erlebt haben. Damals habe eine ,kreative Auseinandersetzung’ mit der Konkurrenz stattgefunden, hat er mal erzählt. Dass die Zeitung erst so spät am Abend in Saarbrücken gedruckt wird, ist wohl auch damals schon ein wichtiger Vorteil gegenüber anderen Zeitungen in der Region gewesen. Als besonderen Erfolg hat mein Vater immer gewertet, dass es gelungen ist, die redaktionelle Eigenständigkeit zu behalten. Meine Eltern haben sich bei der Saarbrücker Zeitung kennen gelernt. Meine Mutter Marianne Voigt hat dort viele Jahre als Redakteurin gearbeitet. Und auch ich bin der Zeitungstradition treu geblieben: Von 1992 bis 1997 war ich beim Merkur in der Lokalredaktion am Marktplatz als Redakteur beschäftigt gewesen und dort für die Bereiche Kultur und Homburg zuständig. Heute arbeite ich als Pressesprecher in der Pressestelle der Kreisverwaltung Saarpfalz in Homburg.

„Als älteste Zeitung der Pfalz ist der Pfälzische Merkur ein wichtiges Instrument der Demokratie und daher unverzichtbar. Darüber hinaus trägt er zur Identität der Menschen bei, insbesondere wenn die Berichte die Region betreffen. Und das verbindet ihn mit dem Bezirksverband Pfalz, der die Region mit seinem ‚pfälzischen Parlament’, dem Bezirkstag Pfalz, zusammenhält.“ Theo Wieder, Vorsitzender des Bezirkstages der Pfalz

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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

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Energie gleich Masse mal Geschwindigkeit zum Quadrat

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Josef Schmidt vereinfacht indisches Brettspiel „Pachisi“

1905: Grundzüge von Einsteins Relativitätstheorie veröffentlicht

1909: Erste Radiosendungen in den USA

1910: „Mensch ärgere dich nicht“ wird zum Spiele-Erfolg

Immer am Puls der Zeit Walter Rinner arbeitete 40 Jahre lang beim Pfälzischen Merkur

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Walter Rinner in seinem Metier.

FOTO: PMA

„Der Pfälzische Merkur ist eine aktuelle und zeitnahe Tageszeitung. Besonders schätze ich die Berichterstattung über die Gemeinden. Beispielhaft sind hier die Dorfspaziergänge und die Serie ,Ich lebe gerne in’. Es finden aber auch stets die kleinen Vereine hier Gehör.“

ür viele war der am 26. Februar 1929 geborene Rieschweilerer Walter Rinner„de Merkur“. Seit 1951 schrieb er unter dem Kürzel „ri“ für seine Zeitung und 1959 wurde er ständiger freier Mitarbeiter. Er berichtete bis Ende der 90er Jahre über Menschen und Ereignisse, über Ratssitzungen oder Vereinsveranstaltungen und vor allem über Sport. Auch über die SG Rieschweiler, bei der er Ehrenmitglied war. Daneben stand er für den Karnevalverein Zweibrücken in der Bütt und beim Sängerkreis war er Pressereferent. Dafür erhielt er unter anderem die Ehrennadel des Landes. Zu jeder Tag- und notfalls auch Nachtstunde war Rinner unterwegs, um die neuesten Ereignisse taufrisch in der Redaktion abzuliefern. Er hatte in Rieschweiler und Bayreuth die Schule besucht, ging dann später in Zweibrücken bei Metallern in die Lehre. Doch das gefiel dem jungen Mann ganz und gar nicht. So begann er 1950 für die Pirmasenser Zeitung zu schreiben, Sportberichte vor allem. 1951 kam der „Pfälzische Merkur“ hinzu. Immer häufiger, immer intensiver. Dann, 1959, wurde er ständiger freier Mitarbeiter. „Wo auch immer was los war, tauchte ich auf“, berichtete er später. Bayreuth blieb er immer verbunden. Dort lernte er seine spätere Frau Eleonore kennen und immer wieder führte sie ihr Weg an Wagners Festspielhaus vorbei. „Wie der Zufall es will“, erzählte Rinner einmal, „ohne Westwallbau hätte ich wahrscheinlich von Bayreuth kaum gehört und ich hätte viel verloren, wie ich heute

weiß“. Walter Rinner schrieb übrigens nicht nur. Mit der Polaroidkamera ging er auf Bilderjagd und hielt Denkwürdiges für die Nachwelt fest. Kein leichter Job. Denn damals steckte die Technik noch in den Kinderschuhen. War es draußen zu kalt, wurden die Bilder zu dunkel, war es zu heiß, wurden sie zu hell. Doch der Humor verließ ihn bei keinem Wetter. Wie auch: Walter Rinner war mehr als 40 Jahre lang aktiver Karnevalist; erst in der Club-Gemeinschaft Hasensteig am Hasensteig, dann beim Karneval-Verein Zweibrücken, wo er 25 Jahre im Vorstand saß und später Ehrenmitglied wurde. Die Bütt ließ ihn all die Jahre nicht los, Groß und Klein nahm er aufs kritische humoristische Korn. Doch Rinner war nicht nur Karnevalist. Der umtriebige Journalist war auch privat stets unterwegs. Sänger beim Männergesangverein Rieschweiler war er ebenfalls viele Jahre lang, Schriftführer dazu. Überhaupt Schriftführer: Er bekam die kiloschwere bronzene August-Becker-Medienpreisstatue vom Pfälzischen Sängerbund verliehen für 35 Jahre von insgesamt 37 Jahren Kreispressewarttätigkeit. Außerdem war er im Turnverein Rieschweiler Ehrenmitglied und in der SG Rieschweiler ebenfalls, auch dort schwang er den Kugelschreiber als Pressemann. Bei den roten Teufeln saß er auf dem Betze, mit den Zweibrückern in der Regionalliga und mit den Homburgern in der Bundesliga. Rinner schrieb auch für den Rundfunk. 2008 verstarb der langjährige Wegbegleiter des Pfälzischen Merkur.

Jürgen Gundacker, Bürgermeister Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land

Bader-Meinhoff-Prozess: Junschke und Grundmann waren in Zweibrücken inhaftiert und im Hungerstreik. Das Foto schoss Fritz Fleischer, als die Inhaftierten ins Krankenhaus gebracht wurden. FOTOS: F. FLEISCHER

Seine Fotos erzählen die Geschichte der Stadt

F

ritz Fleischer arbeitete beinahe vier Jahrzehnte als Fotojournalist in Zweibrücken., viele Jahre davon auch für den Pfälzischen Merkur. Dadurch prägte er das Bild von der Stadt und noch mehr den Blick auf den Zweibrücker Sport wie kaum ein Zweiter. Seine Laufbahn als Fotograf begann er in einer für Zweibrücken aufregenden Zeit. Damals war die Stadt der Standort von Truppen aus den USA, Kanada, Frankreich und Deutschland. Es gab viele Projekte zum Wiederaufbau der Stadt und der Zweibrücker Sport erlebte einen seiner Höhepunkte mit dem TSC, durch den Zweibrücken im deutschen Fußball als zweitklassig galt. Es war zweifellos eine interessante Umgebung für einen jungen Journalisten,

Fritz Fleischer (links) hatte immer Spaß bei seiner Arbeit.

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der gerade seine ersten Schritte versuchte und er konnte durch seine Tätigkeit als Journalist mit den interessantesten Persönlichkeiten Zweibrückens in Kontakt treten. Diese Begegnungen und die wichtigen sportlichen Ereignisse dieser Zeit sind von ihm mit der Kamera festgehalten worden, Zeitzeugnisse, die heute für die Stadt von unschätzbarem Wert sind. Über viele Jahrzehnte journalistischer Arbeit sammelte sich schließlich eine ganze Menge Fotos an, die an eine außergewöhnliche Epoche des Zweibrücker Sports erinnern. Fritz Fleischers Fotos erzählen vermutlich mehr von der Geschichte der Stadt und ihren großen Momenten als viele Geschichtsbücher es je könnten. sw

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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Passagierschiff rammt Eisberg vor Neufundland 15. April 1912: Die „Titanic“ sinkt

Der Panamakanal wird eröffnet

NR. 223

SEITE XXI

Attentat von Sarajevo: Beginn des 1. Weltkrieges

15. August 1914: Paketboot Ascona macht den Anfang

28. Juni 1914: Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand

„Zeitung wird es immer geben“ Das Merkur-Führungstrio über die Zukunft der Tageszeitung Von Merkur-Mitarbeiterin Elisabeth Beduhn

E

s ist schon etwas Besonderes, wenn eine kleine, regionale Zeitung wie der Pfälzische Merkur in eher unruhigen Zeiten ihr 300jähriges Bestehen feiert. Mit Recht kann man dem PM ein gutes Maß an Kontinuität und Stabilität zuschreiben, aber auch den Mut, in einer Zeit steter Herausforderungen und sich verändernder medialer Rahmenbedingungen Neues zu wagen. Im Gespräch mit Merkur-Mitarbeiterin Elisabeth Beduhn erzählen die Geschäftsführer Thomas Deicke und Christian Maron sowie Merkur-Chefredakteur Michael Klein über Zeitungsproduktion heute, über Herausforderungen und die Zukunft. „Eine kleine Zeitung ist unerlässlich für die Menschen, allein schon wegen ihrer regionalen Kompetenz“, unterstreicht Christian Maron die Daseinsfunktion einer regionalen Tageszeitung. „Es gibt kein Medium, das so regional und so objektiv berichtet“, betont er. „Das nennt man positiv gemeintes Weltver-

Thomas Deicke

winnen, wenn du seinen Lebensund Berufszyklus widerspiegelst. Große Themen für eine regionale Zeitung sind heute zum Beispiel eine serviceorientierte Berichterstattung und alles, was mit Beruf, Familie, Kind und Weiterbildung zu tun hat. Du musst dich als Zeitung nicht mit der großen weiten Welt befassen, was nicht heißt, dass wir die nicht im Blatt haben. Unser Mehrwert auch gegenüber anderen Medien und den großen Anbietern im Internet aber ist das Lokale, über das wir tiefgründig und emotional berichten.“ „Darin liegt aber auch die Herausforderung“, ergänzt Christian Maron. „Natürlich gibt es nicht ,den’ Durchschnittsleser, das wäre einfach. Da haben wir zum Beispiel die 25-jährige Studentin, den 30-jährigen Unternehmer, den 45-jährigen Familienvater und die 80-jährige Rentnerin. Wir haben nämlich nicht wie das Fernsehen etwa unterschiedliche Sendezeiten für unterschiedliche Fernsehzuschauer. Wir machen ein Produkt, das jeden Tag ein Mal geliefert wird und in dem sich unsere Leser wiederfinden sollen.“

Christian Maron

ständnis“, ergänzt Michael Klein. „Wir liefern Hintergründe, die Geschichte hinter der Geschichte, die kein anderes Medium derart präzise zu leisten imstande ist“, sagt er, „und dabei sind wir immer ganz nah dran an unseren Lesern. Einen guten Job haben wir am Ende dann gemacht, wenn es unseren Journalisten gelingt, aus der Fülle an Nachrichten das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen und komprimiert aufzubereiten, damit unsere Leser morgens am Frühstückstisch umfassend informiert sind.“ Maron: „Was natürlich deutlich für den Vorteil eines gedruckten Mediums spricht. Zeitung lesen kann ich wann, wo und wie ich will. Das läuft heute ganz anders ab als früher bei unseren Großeltern, die sich stundenlang mit der Zeitung verweilt haben, weil sie praktisch ihre einzige Informationsquelle war. Längst hat die Zeitung Konkurrenz bekommen, die Medienvielfalt ist enorm, doch das ist auch gut so. Medien ergänzen sich, eröffnen mir Auswahlmöglichkeiten“, sagt der Geschäftsführer. „Da stellt sich doch die spannende Frage, ob man Zeitungsleser clustern kann, und natürlich kann man das“, sagt Klein. „Wie alt ist der Durchschnittsleser, welchem Beruf geht er nach, welchen soziologischen Hintergrund hat er? Alles Dinge, die sein Leseverhalten beeinflussen und damit letztendlich auch unseren Job. Du kannst heute einen Zeitungsleser nur halten oder ge-

Michael Klein

Michael Klein: „Doch zum Glück produzieren wir ja eine große Zeitung und bedienen viele verschiedene Themen. Da kann sich jeder das aussuchen, was ihn interessiert. Was mir nicht gefällt, brauche ich auch nicht zu lesen. Das ist das Gute einer Zeitung. Man kann auswählen – womit wir wieder beim Nutzen einer Regionalzeitung wären: Im Idealfall sind die Leser informiert, können mitreden, etwas lernen – auch wenn der Bildungscharakter nicht unser primäres Hauptziel ist – und erhalten obendrein noch Serviceinformationen.“ „Da muss ich einhaken“, unterbricht ihn Maron. „Ich glaube schon, dass Zeitung im Bildungsbereich einen großen Beitrag leisten kann. Die Zeitung ist wie kaum ein anderes Medium geeignet, die Allgemeinbildung zu stärken und gilt als das Medium mit den größten Vertrauens- und Imagewerten.“ Klein: „Klar, da hast du natürlich absolut recht. Zeitung ist aber auch Unterhaltung, macht Freude, befriedet Neugierde, vor allem was in meiner Stadt und Nachbarschaft los ist. Das ist unser täglicher Erfolg, auch wenn wir ja fast nie ein direktes Feedback bekommen. Deshalb freut es mich, dass wir kürzlich den ersten Leserbeirat gegründet haben“, so Michael Klein. „Acht Leser, die sich spontan zum Mitmachen entschlossen haben. Abonnenten und Nichtabonnenten, Zeitungsleser und E-Paper-User, und das Schö-

ne ist, jeder hat eine andere Erwartungshaltung, unterschiedliches Anspruchsdenken. Was der eine klasse findet, geht für den anderen gar nicht und umgekehrt.“ Maron: „Deshalb ist es für eine Zeitung auch so wichtig, mit dem Zeitgeist zu gehen, schließlich wollen wir auch jüngeren Lesern gerecht werden.“ Klein: „Ich glaube nicht, dass sich die Zeitung so mir nichts, dir nichts dem Zeitgeist beugt, sie spiegelt ihn vielmehr wider, denn auch die Menschen, die Zeitung machen, verändern sich. Ein 25-jähriger Redakteur geht ganz anders an Themen ran. Seine Vita, Lebensperspektive und persönlichen Erfahrungen fließen ganz automatisch in die Zeitung ein und verändern sie. Die Zeitung ist in den letzten Jahren bunter geworden, Fotos, die Aufmachung, auch die Inhalte. Und genau das macht diese Arbeit so spannend.“ „Dabei darf man nicht vergessen, dass Redakteure auch eine extrem hohe Wächterfunktion haben“, verdeutlicht Thomas Deicke. „Sie müssen entscheiden, was relevant und interessant ist für den Leser. Wie gewichte ich, was kommt auf Seite 1, was fällt raus und das jeden Tag aufs Neue. Zum Glück haben wir in Deutschland eine sehr freie und offene Medienstruktur. Trotzdem hat jeder einzelne ein hohes Maß an Verantwortung dem Leser und auch allen anderen gegenüber“, erläutert er. „Das ist auch immer die Frage, die mir Schüler im Rahmen unsere Projektes ,Zeitung macht Schule’ stellen“, ergänzt der Chefredakteur: ,Was kommt eigentlich in die Zeitung?’. Natürlich können nicht alle Themen, die wir aussuchen, für alle interessant sein. Relevanz ist für uns die Summe der Meldungen, die am Ende in ihrer Pluralität Leseanreize bieten. Auch deshalb finde ich Zeitungmachen nach 28 Jahren im Beruf noch immer sehr aufregend.“ Das kann Christian Maron nur unterstreichen: „Die Zeitungsproduktion umfasst ja nicht nur das Redaktionelle, sondern auch den Vertrieb, den Kontakt mit Geschäftspartner und Anzeigenkunden. Auch das ist sehr spannend.“ Die Zeitung hat Zukunft, davon ist das Führungstrio fest überzeugt. „An die Abschaffung der Zeitung glaube ich keine Sekunde, das wird nicht passieren“, verdeutlicht Michael Klein. „Wir müssen nur jeden Tag zeigen, dass wir nah am Leser und den Menschen sind. Dazu gehört es immer, kreativ zu sein und neue Produkte zu entwickeln.“

„Der PM hat in den letzten drei Jahren einen Weg eingeschlagen, der, wie ich finde, sehr gut ist. Er ist noch nicht am Ziel angekommen, aber diesen Weg sollten wir weitergehen“, betont Deicke. Einige Projekte wie „Ich lebe gern in“, „Unser Dorf hat vie-

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le Gesichter“ sowie einige Sonderbeilagen seien im Verbreitungsgebiet des PM erfolgreich realisiert worden. „Daran werden wir anknüpfen.“ Maron: „Und was man nicht vergessend darf: Die regionale Tageszeitung ist ein Ankerpunkt für die lokale Wirtschaft. Nachweislich ist die Zeitung ein Medium, in dem sich die lokale Wirtschaft wiederfindet und deshalb für Anzeigenkunden in diesem Bereich nach wie vor attraktiv ist“, weiß der Geschäftsführer und fügt hinzu: „Der Begriff Zeitung hat für mich nichts mit dem Trägermedium zu tun. Wir ver-

kaufen Information und kein bedrucktes Papier. Was nicht heißen soll, dass wir das Papier einstellen wollen. Printseitig werden wir wohl Leser verlieren, gleichzeitig aber innovative Online-Produkte anbieten, mit denen wir alte und neue Leser begeistern wollen.“ Die drei können natürlich nicht sagen, wie Zeitung in zehn Jahren aussehen und der Leser Informationen rezipieren wird. Was sie aber sagen können ist, dass es die Zeitung weiterhin geben wird, in welcher Form auch immer. Michael Klein: „Das sich verändernde Mediennutzungsverhalten können wir nicht beeinflussen. Wir sind aber, wenn es soweit ist, flexibel und kreativ aufgestellt, um den neuen Ansprüchen gerecht zu werden.“

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SEITE XXII

300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

NR. 223

Umsatzsteuer in Deutschland liegt bei 0,5 Prozent 1918: In Deutschland wird die Mehrwertsteuer eingeführt

19. Verfassungszusatz in den USA verabschiedet

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Reichsamt experimentiert mit der Mattscheibe

1920: Wahlrecht für Frauen wird eingeführt

1926: Erste Gehversuche des deutschen Fernsehens

Die Redaktion: Das Herz des Merkur Von früh bis spät in die Nacht sorgt das Team des Pfälzischen Merkur täglich für aktuelle Berichterstattung Von Svenja Kissel und Norbert Rech (PM)

V

on Maßweiler bis Reinheim, von Lambsborn bis Niedergailbach wird der Pfälzische Merkur gelesen. Die Tageszeitung für die Saarpfalz hat ihren Sitz in der Herzogstadt Zweibrücken, sie erscheint im Raum Zweibrücken, Zweibrücken-Land sowie im Saarland in Teilen des SaarpfalzKreises (Homburg, Bexbach, Blieskastel, Kirkel und Gersheim). Mit einer verkauften Auflage von 7706 Exemplaren (IVW vom 8.11.2012: 2. Quartal 2012) erreicht der Merkur täglich etwa 20 000 Leser. 1713 gegründet gehört der PM, der in diesem Jahr seinen 300. Geburtstag feiert, zu den ältesten Tageszeitungen in Deutschland. Im Verlagshaus des Pfälzischen Merkur, zentral gelegen in der Zweibrücker Fußgängerzone, sind die Geschäftsführung, das Service-Center als Anlaufstelle

Eric Kolling.

FOTO: ELISABETH BEDUHN

Svenja Kissel.

Jan Althoff.

FOTO: MARCO WILLE

für die Kunden, eine eigene Anzeigenabteilung sowie die Mantel-, Lokal-, und Sportredaktion untergebracht. In diesen Bereichen arbeiten insgesamt rund 20

Mitarbeiter. Zudem hat das Journalistenbüro CMS seine Büros im PM-Verlagshaus, deren Mitarbeiter den Merkur insbesondere bei der Erstellung etwa von Sonderbeilagen unterstützen. Durch den Wandel der Gesellschaft, die Neuen Medien und immer modernere, schnellere Kommunikationswege verändern sich auch das Bild der und die Anforderungen an die Tageszeitung. Regionale Nachrichten, Service und die Nähe zum Leser werden beim Merkur groß geschrieben. Anzeigen, Vertrieb und Redaktion arbeiten beim Merkur Hand in Hand, um die Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Insgesamt sind zehn Merkurmitarbeiter in den Redaktionen an der täglichen Produktion beteiligt, um die Seiten mit Nachrichten und Beiträgen aus Politik,

FOTO: MARCO WILLE

Wirtschaft, Sport, aus Vereinen und mit ausführlicher Lokalberichterstattung zu füllen. Die Redaktion erwacht morgens um acht Uhr langsam zum Leben. Mit einer Themenkonferenz zwischen Chefredakteur Michael Klein und Lokalchef Jan Althoff sowie Absprachen mit der Spiegelleitstelle in Saarbrücken und der Anzeigenabteilung beginnt der Arbeitstag. Zu den ersten Schritten am Morgen gehört zudem das Sichten der Konkurrenz. Hatten sie dieselben Themen, andere oder womöglich sogar bessere Neuigkeiten? Wie gehen wir damit um? Althoff selbst hat Jura studiert und das Examen abgeschlossen. Nach seinem Volontariat arbeitete er erst eineinhalb Jahre als freier Mitarbeiter für die Saarbrücker Zeitung in Neunkirchen. Seit 2007 gehört der begeisterte

Manche Dinge werden nicht älter,

nur besser!

Hobbymusiker zur Mannschaft des Pfälzischen Merkur. Nachdem der langjährige Redakteur Gustl Altherr 2009 in Rente ging, hat er die Leitung der Lokalredaktion übernommen. „Ich schreibe am liebsten selbst Geschichten“, sagt Althoff, der aber dazu nur noch selten komme. Gerne erinnert er sich an ein Ehepaar zurück, das vor zwei Jahren nach einen halben Jahrhundert nach Zweibrücken kam, um sich hier auf die Suche nach Spuren ihrer Jugend zu machen, wo auch ihre Liebe entflammte. Die beiden Amerikaner hatten 1961 in der Rosenstadt sogar geheiratet. Die Redakteure – Lutz Fröhlich, Mathias Schneck, Eric Kolling, Gerrit Dauelsberg, Svenja Kissel, Werner Kipper – sind im Lokalen als Reporter unterwegs, nehmen Termine wahr, recherchieren und füllen die Seiten mit Leben. Immer auf der Suche nach den neuesten Nachrichten aus der Stadt und dem Umland, nach dem, was den Leser bewegt. Sie wechseln sich zudem mit dem lokalen Spätdienst ab, der aktuelle Texte und Nachrichten bis zum Redaktionsschluss einpflegt, bevor sie den Weg ins Druckhaus finden. Sportredakteur Werner Kipper ist übrigens ein alter Hase, der seit 1985 beim Merkur arbeitet. Zuerst als „Springer“ für die Bereiche Homburg und Blieskastel eingesetzt, ist er seit 1998 für den Sport zuständig. „Das war bei meiner Bewerbung eigentlich von Anfang an mein Wunsch ge-

wesen“, sagt der Breitfurter, der in den fast 30 Jahren die Entwicklung von der Schreibmaschine bis hin zum Computer erlebt hat. Besonders gerne erinnert er sich an das Trainingslager der Fußball-Nationalmannschaft im Westpfalzstadion zurück. Beeindruckend sei auch die Entwicklung des Leichtathletikzentrums gewesen, mit dessen langjährigen Vorsitzenden Dieter Gruber er eine sehr gutes Verhältnis hatte. Seine Erfahrungen gibt der 62Jährige an seine Kollegin Svenja Kissel, die im Anschluss an ihr Volontariat als Redakteurin beim Merkur geblieben ist, weiter. Unterstützt werden die Lokal- und Sportredaktion von einer ganzen Reihe freier Mitarbeiter. Dazu gehören die Fotojournalisten Jörg Jacobi und Marco Wille, Fritz Schäfer und Norbert Rech, Margarete und Peter Fromann, Norbert Schwarz …. Und neuerdings auch Student Martin Wittenmeier, der nach seinem Masterabschluss ein Volontariat machen möchte.Am frühen Nachmittag, wenn die Mantelredakteure, Rainer Ulm und Manuel Görtz, ihren Dienst beginnen, nimmt das Treiben in der Redaktion zu. Manuel Görtz begann übrigens als freier Gerichtsreporter beim Merkur. Im Rückblick bleibt ihm vor allem der 11. September 2001 in Erinnerung. Die Anschläge auf das World Trade Center habe erst gar nicht wahrnehmen wollen, als er die ersten Bilder im Fernsehen sah. Nach Minuten des ungläubigen Entsetzens habe dann in der Redaktion große Betriebsamkeit geherrscht. Schließlich überschlugen sich in den folgenden Stunden die Ereignisse. Wer für den überregionalen Teil arbeitetet muss mit Überraschungen – auch zu später Stunde – rechnen.

Lutz Fröhlich.

FOTO: ELB

Der Pfälzische Merkur hat mit 300 Jahren die Reife erlangt, die ihn unverwechselbar macht. Frisch, fruchtig und manchmal auch etwas herb mundet er immer gut. Der Trierische Volksfreund gratuliert recht herzlich.

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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Nonstop-Flug von New York über den Atlantik ist geglückt

Schwarzer Sonntag lässt Anleger verzweifeln

21. Mai 1927: Charles Lindbergh landet in Paris

Rainer Ulm.

FOTO: ELB

Der Frühdienst übernimmt die Landespolitik-Seite, die Region Südwest und die überregionale Kultur, die teils aus eigenen Beiträgen, teils aus Agenturtexten zusammengestellt werden. Bei den restlichen Mantelseiten dienen die der SZ dem PM als Grundgerüst. Saarländische Themen, die keinen überregionalen Charakter haben, werden durch rheinlandpfälzische oder überregionale ausgetauscht. Der „späte Mantel“

Werner Kipper.

Mathias Schneck.

1929: Weltwirtschaftskrise beginnt an der Wall Street

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Weichen für kommendes Computerzeitalter sind gestellt 1941: Konrad Zuse nimmt Z3-Rechner in Betrieb

FOTO: MW

nimmt sich der Titelseite an. Die Auswahl von Seitenfoto, Aufmacher und den wichtigsten aktuellen Nachrichten aus aller Welt, die der Leser am nächsten Tag als erste wahrnimmt, liegt in seiner Hand. Besonderer Service: Neben dem umfangreichen Zweibrücker Lokalteil bietet der Merkur seinen Lesern aus dem saarländischen Teil des Verbreitungsgebietes das Neueste aus Homburg, Bexbach, Kirkel, Blieskastel und

Gersheim. Die Inhalte werden aus den Homburger und St. Ingberter Lokalausgaben der Saarbrücker Zeitung zusammengetragen. Während das Treiben vor dem Verlagshaus in der Fußgängerzone nachlässt, in der Stadt Ruhe einkehrt, geht es in den Redaktionsräumen noch hoch her. Der lokale Spätdienst hat noch alle Hände voll zu tun. Aktuelle Beiträge aus Sport, Kommunalpolitik und Kultur werden an den entsprechenden Stellen eingefügt, Artikel redigiert und die Seiten schließlich Korrektur gelesen. Um 23.50 Uhr dann ist es geschafft – Mit dem Redaktionsschluss werden die letzten Seiten belichtet und somit für den Druck freigegeben. Topaktuelle Nachrichten wurden eingepflegt und liegen bereits am nächsten Morgen beim Leser in ihrem Merkur auf dem Frühstückstisch. Durch den späten Redaktionsschluss hat der PM einen klaren Vorteil gegenüber dem Mitbewerber. Erst nach Mitternacht erlö-

FOTO: MARCO WILLE

Zweibrücken

NR. 223

lebendig wie nie

Blühen Sie auf! Im Rosengarten mit über 45.000 Rosen und einem rosigen Programm. Eine Oase für die Sinne. Gut zu Pferd! Einmalig das Landgestüt und die Rennwiese – inmitten der Stadt. Ein herzogliches Vergnügen! Die kulinarische Erlebnisstadtführung mit barockem 3-Gänge-Menü oder der Spaziergang mit der Kammerzofe zu den „Kirschen von Tschifflick“. Lust auf Shopping! Im größten Designer-Outlet Deutschlands oder in der unvergesslich schönen Innenstadt mit vielen individuellen Fachgeschäften. Da ist was los. Feste feiern wir feste. Fest eingeplant sind: Das Zweibrücker Stadtfest, die Rosentage, das Straßen-Theater-Spektakel, das Festival Euroclassic ... u. v. m. Schnuppern S h Sch Sie rein! Kultur- und Verkehrsamt Herzogstr. 1 • 66482 Zweibrücken Tel. (0 63 32) 8 71-4 51 und -4 71 Fax (0 63 32) 8 71-460 tourist@zweibruecken.de www.zweibruecken.de

Manuel Görtz.

FOTO: MARCO WILLE

schen die Lichter im Verlagshaus – es kehrt Ruhe ein. Nach mehr als 15 Stunden endet der Arbeitstag für die Redaktion. Neben dem aktuellen Tagesgeschäft schafft der PM seinen Lesern einen hohen Mehrwert durch Sonderseiten, wöchentliche Beilagen sowie spezielle Zusatzprodukte. So finden sich montags Unternehmer im „Schaufenster“ wieder, dienstags erscheint die Campus-Seite, seit November haben die Leser freitags die Beilage „Merkur.erleben“ in ihrer Zeitung, ein Wochenmagazin für die Westpfalz, das ein Plus an Informationen, Unterhaltsamem und Veranstaltungstipps über das Verbreitungsgebiet des Pfälzischen Merkur hinaus bietet. Durch Serien – wie „Unser Dorf hat viele Gesichter“ – stärkt der

Gerrit Dauelsberg.

FOTO: ELB

Merkur seine Bindung zum Leser und schafft Identifikation mir der Region. Neben dem Mehrwert

bieten diese Produkte auch ein interessantes Anzeigenumfeld für Werbekunden.


SEITE XXIV

NR. 223

300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Die USA treten in den 2. Weltkrieg ein

Atomares Inferno vernichtet Hiroshima und Nagasaki

Gräueltaten des Nazi-Regimes vor der Welt offengelegt

7. Dezember 1941: Japanischer Angriff auf Pearl Harbor

6. /9. August 1945: USA werfen Atombomben über Japan ab

1945: Alliierte Streitkräfte befreien Auschwitz

Werbung im Wandel der Zeit Im Dienste des Kunden unterwegs – die Mediaberater Von Merkur-Mitarbeiterin Sabine Koerth

D

ie Gesichter von Joachim Naumann und Ulla Liethen sind in Zweibrücken und Umgebung bestens bekannt. Seit fast zehn Jahren sind die beiden Mediaberater im Auftrag des Pfälzischen Merkur bei Gastronomen und Optikern, bei Handwerkern und Apotheken, Einzelhändlern und Institutionen; kurz bei Inserenten vor Ort, um sie bei ihren Werbemaßnahmen zu unterstützen. Jeder der beiden hat ein festes Verkaufsgebiet und damit auch einen festen Kundenstamm. Ulla Liethen ist schon seit mehr als 40 Jahren dabei. Vor knapp drei Jahren, anlässlich des Her-

zogsjubiläums in Zweibrücken, wurde ihr daher die Ehre zuteil, dass sie offiziell gegautscht wurde, so wie es früher Brauch war nach Abschluss der Gesellenprüfung zum Drucker oder Setzer. Angefangen hat Ulla Liethen als blutjunges Mädchen im Vertrieb. Damals hatte der Pfälzische Merkur seinen Sitz noch in der Luitpoldstraße. Sie kümmerte sich im Vertrieb um die Abrechnung mit den Zeitungsausträgern sowie um die Neu- und die Abbestellungen. Nach einer Umschulung wechselte sie in die Technik, war mit der Erfassung von Texten, der Seitenmontage und der Satzherstellung betraut. 1993 zog der Merkur in die heutigen Räume in die Fußgängerzone um, und Ulla Liethen begann im Service zu ar-

beiten. Ähnlich wie früher im Vertrieb, kümmerte sie sich um Ab- und Neubestellungen, nun kam auch noch die Anzeigenannahme hinzu. Nebenbei war sie als Sportfotografin unterwegs und lieferte von allen Fußballplätzen der Region Bilder in die Redaktion. Dass es ihr gerade der Fußball angetan hatte, ist nicht weiter verwunderlich: Sie selbst hat zwei Jahre beim FC Oberauerbach Fußball gespielt, zu einer Zeit, als der Damenfußball bei weitem nicht so populär war wie heute. Inzwischen hat sie das runde Leder gegen Vespa und EBike eingetauscht; ist in ihrem Sommerurlaub gerade um den Bodensee geradelt und besucht ihre Kunden bei schönem Wetter auch mal mit der Vespa. Ihr Kol-

Die beiden Mediaberater Joachim Naumann und Ulla Liethen.

Landstuhl · Zweibrücken

FOTO: ELB

lege, Joachim Naumann hat bei louis. Seit 2004 ist der passio- tieren, das zum einen über den der Saarbrücker Zeitung Kauf- nierte Radfahrer jetzt beim Pfäl- laufenden Stand der Bauarbeiten mann im Zeitungs- und Zeit- zischen Merkur. Hier gefällt es informierte und den Händlern schriftenverlag gelernt und war ihm am besten, sagt er. „Ich habe zum anderen die Möglichkeit gab, im Anschluss bei der Anzeigen- täglich Kontakt zu anderen Men- sich im Zuge der Berichterstatabteilung für Anzeigenberech- schen. Außerdem können wir tung entsprechend zu präsentienung, -expedition und Reklama- kreativ sein und neue Produkte ren. Mit der Entwicklung des Intertionen verantwortlich. Damals entwickeln, um somit für den waren die Abläufe im Anzeigen- Kunden das Beste herauszuho- nets und neuer technologischer geschäft komplett andere als heu- len“. Die Mediaberater sind näm- Möglichkeiten ist auch die Ante. „Ich habe alle eingehenden lich alles andere als reine Anzei- zahl der Angebote gewachsen, auf Manuskripte erhalten, die Grö- genverkäufer. Sie entwerfen für welche Weise sich Händler, ßen ausgerechnet, alles händisch ihre Kunden auch Anzeigen, ma- Handwerker und Institutionen in eine Liste eingetragen, danach chen sie auf besondere Aktionen im Pfälzischen Merkur präsentieren können. Sehr alles zusammengegerne verlängern Kunrechnet und so habe den beispielsweise ihre ich dann ermittelt, wie Printanzeige online viel Platz die Anzeigen „Ich habe täglich Kontakt auf: www.pfaelzischerauf den Seiten einnahmerkur.de. Und wer men. Diese Informazu anderen Menschen. der Zeitung einen Prostionen wurden dann Außerdem können wir pekt beilegt, kann diean die Technik weitersen auch online stellen. gegeben.“ kreativ sein Außer mit einer klassiUm Korrekturen schen Anzeige kann oder Änderungswünund neue Produkte entwickeln man sich auch mit eische bei Anzeigen um somit für den Kunden nem Bericht auf der durchzugehen, fuhren Schaufensterseite prädie Verkaufsberater das Beste herauszuholen.“ sentieren oder in einoch zu jedem einzelnem der über das ganze nen Kunden hin. SpäJahr verteilten Kollekter machte das Fax den Joachim Naumann, tive; im Familienmagapersönlichen Gang Mediaberater zin oder in einem der zwecks KorrekturabPfälzischer Merkur branchenspezifischen wicklung obsolet und Formate wie „Garten heute wird das ganze im Frühjahr/Herbst“ Procedere von der Anüber „Alles rund ums zeigengestaltung bis zur Erscheinung in der Zeitung aufmerksam und beraten, wel- Auto“ bis zu „Erfolgreich in…“, per E-Mail und über ein Redak- ches Anzeigen- oder PR-Format bei dem sich Unternehmen oder tionssystem abgewickelt. Um et- das für den Kunden geeignetste Institutionen gleich in drei Folwaige Reklamationen der Anzei- ist. Ein aktuelles Beispiel hierfür gen vorstellen können. Es gibt genkunden kümmerte sich Joa- war die vierteilige Baustellenzei- nahezu unendlich viele Möglichchim Naumann in seinen Anfän- tung, die im Rahmen der Fußgän- keiten, im Pfälzischen Merkur für gen alleine, heutzutage macht das gerzonensanierung erschienen sich zu werben. Am besten, man fragt einfach jeder Mediaberater für seine ist. Die Geschäftsleute fürchteten Einschränkungen durch die Bau- bei Ulla Liethen oder Joachim Kunden selbst. nach. Telefon: Es folgten Stationen als Leiter maßnahmen. In der Baustellen- Naumann telefonische Anzeigenannahme zeitung konnten sie sich in einem (0 63 32) 80 00 33 oder -34. und als Mediaberater in Saar- redaktionellen Umfeld präsen-

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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

NR. 223

SEITE XXV

Britisches Mandat in Palästina geht zu Ende

Wissenschaftler enthüllen strukturellen Bauplan des Lebens

Hündin Laika umkreist die Erde bei Sputnik-2-Mission

14. Mai 1948: Staat Israel wird ausgerufen

1953: Watson und Crick beschreiben erstmals die DNA

3. November 1957: Erstes Lebewesen im Weltall

„An meinem Job gefällt mir der Kontakt mit Menschen“ Sabrina Lienhard gehört seit eineinhalb Jahren zum Merkur-Team Von Merkur-Mitarbeiter Falk Enderle

I

hre Ausbildung hat sie bei einer Tochterfirma der Saarbrücker Zeitung gemacht, das ist noch gar nicht lange her, gerade mal anderthalb Jahre. Und Sabrina Lienhard hat dafür sogar eine Auszeichnung erhalten, sie war die beste von 20 Auszubildenden ihres Jahrgangs im Saarland. Viel wichtiger sei es gewesen, direkt nach der Ausbildung als Kauffrau für Dialogmarketing bei der Saarbrücker Media Verkaufsgesellschaft (SMVG), einer hundertprozentigen Tochterfirma der Saarbrücker Zeitung, einen Job gefunden zu haben, erklärt Lienhard – beim Pfälzischen Merkur. „Ich hatte darüber nur Gutes gehört“, sagt sie, deshalb sei sie nach Zweibrücken gegangen und geblieben. „Was mich an der Ausbildung gereizt hat, war der ständige Kontakt mit Menschen. Der Ausbildungsberuf ist neu und ich habe ihn in einem großen Unternehmen absolviert – da hat man alle Möglichkeiten“, blickt sie auf die Anfänge ihrer Berufswahl zu-

rück. Diese hat sie nun in ein Büro im Erdgeschoss des PM-Pressezentrums in der Zweibrücker Innenstadt geführt, hier unterstützt sie das Vertriebsteam der Zeitung. In ihren Aufgabenbereich fallen vor allem Sonderthemen, also Anzeigenstrecken, gepaart mit redaktionellem Text, das Einplanen dieser Themen in die Seiten, Absprachen mit dem Layout und dem Druckhaus. „Außerdem prüfe ich Rechnungen, bin Anlaufstelle für Reklamationen und Ersatzanzeigen.“ Wenn es also mal Unstimmigkeiten gibt, sind diese kein Problem für die charmante 24-Jährige. Das moderne Dialogmarketing ist, wie der Name schon sagt, ganz auf die Beziehungen zwischen dem Verlag und dem Anzeigenkunden zugeschnitten. Seit November 2012 unterstützt sie auch den telefonischen Dialog, denn seitdem ist sie Media Sales Trainee. Was bedeutet das? „Es ist eine Weiterbildung, ich kann damit auch in den Außendienst.“ Und da möchte sie hin, raus zum Kunden, nicht nur per Telefon mit ihm kommunizieren, sondern persönlich. 2014

ist diese Zusatzqualifikation mit einer Projektarbeit abgeschlossen. „Ist aber noch lange hin“, sagt sie lächelnd. Job und Weiterbildung und Zeit für die Freizeit, das ist sicher nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen. Denn zu Hause in Stiring-Wendel wartet ihr Lebensgefährte nebst neuerdings Mina und Evi, zwei kleinen Hauskätzchen, und die beanspruchen auch Zeit. Aber es funktioniert, sagt sie. Die Freizeit, die Wochenenden verbringt sie dafür gerne in ihrer alten Heimat Saarlouis, geht mit Freunden aus, ins Kino, etwas Leckeres essen oder liest ein gutes Buch – damit sie Montagmorgen wieder ganz für die Zweibrücker Kunden da sein kann. Unterstützt werden die Mediaberater übrigens seit vielen Jahren von Jutta Göritz. Die 42-Jährige übernimmt die telefonische Akquise, gestaltet Anzeigenentwürfe nach den Vorgaben des Kunden und hilft in vielen anderen bereich des Anzeigenverkaufs. Die zweifache Mutter gehört seit über 25 Jahren zum Team. Ihre Freizeit verbringt sie am Liebsten mit ihrer Familie.

Sabrina Lienhard (rechts) mit ihrer Kollegin Jutta Göritz.

FOTO: ELB

Streilinger

Marketing

Herzlichen Glückwunsch! Streilinger Marketing gratuliert zu 300 Jahren Pfälzischer Merkur!

„Schon in meinem Elternhaus wurde der Pfälzische Merkur gelesen. Deshalb verbinde ich mit dieser Zeitung auch viele Kindheitserinnerungen.“

„Mit dem Pfälzischen Merkur verbinde ich eine vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit. Ich gratuliere der Zeitung zu ihrem beeindruckenden Jubiläum.“

Annelie Faber-Wegener, Bürgermeisterin Blieskastel

Frank E. Banowitz, Geschäftsführer Nardini-Klinikum

Wir gratulieren 300 Jahre Pfälzischer Merkur. Leserinformationen für rund zwölf Generationen. Zeiten gestalten, den wichtigen Trends folgen, Flexibilität beweisen und damit Vertrauen und Nachhaltigkeit bei Kunden schaffen, Teil Ihres und auch unseres Erfolgskonzeptes.

Wir kommunizieren.Besser. Streilinger Marketing GmbH - Hauptstraße 77 - 69117 Heidelberg Tel.: 06221-13815-34 - www.streilinger.de

GÜNSTIGER FAIRTRAG! „Meine Energie fürs Kaffeemachen? Kommt von den SWH.“ Jennifer Schuck, Café Chili, Homburg

Geschäftspartner seit 30 Jahren Im Rahmen unserer langjährigen Zusammenarbeit nutzen wir den Pfälzischen Merkur zur Gewinnung von Fach- und Führungskräften für unsere Kunden in Industrie, Handel und Dienstleistung. Gemeinsam schauen wir auf eine beachtliche Erfolgsbilanz.

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Der Pf채lzische Merkur auf einen Blick


Der Pf채lzische Merkur auf einen Blick


SEITE XXVIII

300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

NR. 223

Eine kleine Pille tritt gegen den Storch an

John F. Kennedy stellt fest: „Ich bin ein Berliner“

18. August 1860: Antibabypille kommt auf den Markt

26. Juni 1963: Ansprache des US-Präsidenten in Berlin

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

De Gaulle und Adenauer unterzeichnen Elysée-Vertrag 22. Januar 1963: Versöhnung beginnt mit einer Unterschrift

Ein starkes Trio Geschäftsführung und Chefredaktion des Pfälzischen Merkur

D

ie Führungsriege des Pfälzischen Merkur vor Ort bilden Geschäftsführer Christian Maron und Chefredakteur Michael Klein. Dieser ist 50 Jahre alt und seit 1. Januar 2008 des PM. Nach seinem Volontariat arbeitete der Niederbexbacher in der Sportredaktion der Saarbrücker Zeitung. Von 1996 bis 2001 war er Leiter der Homburger und von 2001 bis 2003 Leiter der Neunkirchener Lokalredaktion. Danach war das bekennende Mitglied des FC Bayern München als Regionalchef für das östliche Verbreitungsgebiet der SZ zuständig. 2007 war er zunächst als stellvertretender Chefredakteur

zum Merkur gewechselt. Klein mag gerne gutes Essen, ist einem edlen Tropfen Wein nicht abgeneigt und hat die Lust auf Kreuzfahrten entdeckt. Christian Maron ist 30 Jahre alt. Er wurde in Wiesbaden geboren und ist seit März Geschäftsführer des Merkur. Das Zeitungsgeschäft ist für Christian Maron kein neues Metier. In Düsseldorf arbeitete er sechs Jahre bei der Rheinischen Post, zuletzt als Vertriebsleiter der RP DirektKom GmbH. Beim PM agiert der DiplomMedienwirt, anders als seine Vorgänger, direkt von den Verlagsräumen in Zweibrücken aus. „Dadurch können die Zusammenar-

Michael Klein, Christian Maron und Ruth Rusch.

FOTO: ELISABETH BEDUHN

beit und Abläufe optimiert werden“, erklärt Maron. Durch die Präsenz vor Ort habe der operative Geschäftsführer zudem bessere M��glichkeiten, aktiv in den Markt einzugreifen, rauszugehen, mit Partnern und Kunden in Kontakt zu treten. Als Multiplikator kann Maron den Weg des PM weiter positiv gestalten. Maron hat an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz den Diplomstudiengang Medienmanagement absolviert. Der Hesse ist Anhänger des Fußballclubs Eintracht Frankfurt. In seiner Freizeit liest er gerne. Assistentin der Geschäftsführung und Chefredaktion ist Ruth Rusch. In Absprache mit dem Vertriebsmarketing plant und organisiert sie beim Merkur Marketingaktionen. Auch organisatorische Aufgaben im Verlagshaus übernimmt die Assistentin seit nun mehr als drei Jahren. Sie koordiniert Termine für die Redaktion, übernimmt die Vor- und Nachbereitung von Sitzungen und Projekten. Allgemeine Verwaltungsaufgaben, Korrespondenzen und anfallende Sekretariatsaufgaben liegen in ihrer Hand. Ruth Rusch arbeitet zudem eng mit der Redaktion, aber auch dem Service zusammen. Durch die Assistenz erscheinen die in dem Verlagshaus ohnehin kurzen Wege häufig noch kürzer. ski/nob

„Ich lese gerne den Pfälzer Merkur, da er im Lokalteil umfassende Informationen aus unserer Region bietet. Außerdem freue ich mich als bekennender FCK-Fan auch regelmäßig im Sportteil auf die Berichte über die Roten Teufel.“ Thomas Leis, Bürgermeister Bexbach

„Mit dem Pfälzischen Merkur verbinde ich vor allem eines: Bodenständigkeit. Aus meiner Sicht ist das in Zeiten eines praktisch unbegrenzten Informationsangebotes das größte Kompliment, das man einer Zeitung machen kann, denn es beweist, dass man über das berichtet, was die Menschen in unserer Heimat bewegt.“

„300 Jahre PM, das sind sympathische, relevante und lokale Nachrichten aus der Saarpfalz. Der Merkur blickt Tag für Tag über den Tellerrand, für die Menschen unserer Region. Denn als Echo der Welt bringt er Themen auf den Punkt und trägt als Stimme der Heimat zur journalistischen Bandbreite der Saarpfalz bei.“

Alexander Rubeck, Bürgermeister in Gersheim

Christian Weber, Unternehmensleitung Karlsberg

Wir feiern mit

SVN 1929 Zweibrücken Wir gratulieren dem Pfälzischen Merkurzu seinem Jubiläum herzlich und wünschen auch die nächsten 300 Jahre viel Erfolg.

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Herzlichen Glückwunsch zu 300 Jahren Zeitungsgeschichte!

herzlich und bedanken uns bei allen Mitarbeitern des für die gute Zusammenarbeit! Jung. Dynamisch. Erfolgreich.

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MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

Rauchen gefährdet die Gesundheit 1964: Erste Warnungen vor den Auswirkungen von Zigaretten

NR. 223

Kleiner Schritt für Armstrong, ein großer für die Menschheit 1969: Der erste Mensch betritt einen anderen Himmelskörper

Tolle Produkte gibt es im Merkur-Presse-Zentrum.

Astrid Ott und Christine Kunter.

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An vier Sonntagen bleibt die Autobahn leer 25. November 1973: Ölkrise führt zu Fahrverboten

FOTOS: ELB/MW

Tolle Produkte in der Merkur-Einkaufswelt Das Pressezentrum des Pfälzischen Merkur stellt sich vor

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Klaus Didion ist Hausmeister und die gute Seele des Merkur.

Christine Schmidt (links) informiert sich bei Birgit Freyler über das vielfältige Ticketangebot. FOTO: PMA

as Pressezentrum des Pfälzischen Merkur in der Hauptstraße 66 ist eine tolle Anlaufstelle für unsere Leser und Nichtleser. Egal, ob Sie Fragen zu Ihrem Abonnement haben, eine Anzeige aufgeben möchten oder sich im Kartenvorverkauf ein Ticket sichern möchten, mit Christine Kunter, Birgit Freyler und Astrid Ott stehen den Kunden des Pfälzischen Merkur kompetente Ansprechpartner zur Seite. Im Bereich der Klein- und Familienanzeigen übernehmen sie sowohl die Beratung als auch die Gestaltung. Darüber hinaus unterstützen sie die Mediaberater bei der Erfassung der gewerblichen Anzeigen. Es werden Anzeigenentwürfe an den Kunden übermittelt, Korrekturwünsche entgegengenommen und die termingerechte Erfassung, Bereitstellung und Übermittlung an die Technik gewährleistet. Im Leserservice nehmen die Mitarbeiterinnen Neubestellung von Abonnements, Ab- und Umbestellungen sowie Reklamationen der Abonnenten entgegen und pflegen den Datenbestand bei Adress- und Namensänderungen. Der Service sei in Zweibrücken aber auch eine Art Wegweiser. „Viele Leute fragen uns, wenn sie

etwas in der Stadt nicht finden“, sagt Birgit Freyler, die auch so manchen Tipp für Ratsuchende parat hat. Nicht nur ältere Menschen würden auch ein nettes Gespräch schätzen. Die Drei sehen sich auch als Anlaufstelle für die Redaktion. „Die meisten Besucher kommen zuerst zu uns“, sagt Freyler. Die Merkur-Einkaufswelt bietet darüber hinaus eine ganze Reihe hübscher Geschenkideen. Seit neuestem führen wir zum Beispiel Zweibrücker Produkte, insbesondere den Rosenwein,

Rosen-Secco, den Gestütswein sowie süßen Rosenhonig in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Ebenfalls neu sind die Zweibrücken T-Shirts. Diese gibt es in den Größen S bis XL, in grün, schwarz und weiß und mit verschiedenen Aufdrucken: „I love ZW“, „Ich bin Zweebrigger – Besser geht’s nicht“ und „Zweebrigger“. Ein T-Shirt kostet 15,95 Euro (Merkur-Card-Rabatt: 5 Prozent). Eine ganze Reihe toller Buchideen, hübsche Eulen als Accessoire und die lustige Zei-

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Erreichen Sie Ihre Ziele. Ganz einfach. Kinderleicht in die ganze Welt: Einfache Anreise, entspanntes Einchecken – so bequem fliegen Sie ab Zweibrücken. Egal ob Familienurlaub, Geschäftstermin oder verlängertes Wochenende. Und damit auch die Rückreise ohne Stress verläuft, landet Ihr Flug zeug in Zweibrücken besonders sanft. Dafür sorgt die Länge unserer Landebahn. Gut starten. Sanft landen. B e r l i n e r A l l e e 11 - 21 · 6 6 4 8 2 Z w e i b r ü c k e n Te l e f o n : + 4 9 ( 0 ) 6 3 3 2 / 9 74 -7

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tungsente in allen Größen dürfen ebenfalls nicht fehlen. Wer seinen Liebsten eine besondere Freude machen möchte, der schenkt ihnen vielleicht eine Titelseite des Pfälzischen Merkur. Diese kann vom Tag der Geburt sein, dem Hochzeitstag oder von einem anderen Wunschdatum. Die Reproduktion kostet für Merkur-Leser 12 Euro, ansonsten 15 Euro. elb/nob 쐌 Der Service ist montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.


SEITE XXX

NR. 223

300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

Vom Garagen-Bastler zum Chef eines Weltkonzerns

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Die Nasa schickt Sonden in den tiefen Weltraum

Befruchtung außerhalb des menschlichen Körpers

5. September 1977: Voyager-Mission gestartet

25. Juli 1978: Erstes Retortenbaby wird geboren

1975: Bill Gates gründet Microsoft

Das ABC des Journalismus Von A wie Andruck bis Z wie Zusteller

Andruck: Probedruck, der der Eyecatcher Prüfung des Drucks dient. Beim ersten Anfahren der Maschinen verschwinden fast 600 fertig gefalzte Zeitungen im Altpapier – die so genannte Makulatur. Erst dann ist die Druckerei richtig eingerichtet, sind die Sättigung der Farben und die Passgenauigkeit der Druckplatten optimiert.

Buch: Tageszeitungen bestehen

in der Regel aus mehreren gefalteten Doppelseiten. Ein Buch ist ein solcher Teil, der von einer gefalteten Doppelseite umschlossen wird, wie zum Beispiel Saarland, Sport und Lokales.

Cicero: Cicero bezeichnet die

Maßeinheit für die Größe einer Schrift: 1 Cicero sind zwölf Punkte, was bei einem Großbuchstaben einer Höhe von 4,5 Millimetern entspricht.

(„Blickfang“): Besonders auffällige Gestaltung durch Grafik oder Foto, die das Auge des Lesers auf sich zieht und damit Interesse an einem Artikel oder einer Anzeige in diesem Umfeld weckt.

Feature: Ein Feature setzt ver-

schiedene journalistische Mittel ein, um ein Thema in ein bildhaftes, lesenswertes und kurzweiliges Stück zu verwandeln. Im Gegensatz zur klassischen Reportage bewertet das Feature mit den Mitteln der Kommentierung. Daneben wird häufig zwischen allgemeingültigen Passagen und dem Schicksal eines herausgehobenen Zeitgenossen hin- und hergeschaltet.

Glosse: Die Glosse ist ein satiri-

scher, spöttischer Artikel, der ein Ereignis sarkastisch oder ironisch kommentiert.

Hurenkind: Ausdruck aus der Deadline: der englische Fach- Setzersprache, bezeichnet die ausdruck für den Redaktionsschluss. Das heißt der späteste Termin, an dem noch ein überraschendes Ereignis in die Ausgabe für den nächsten Tag aufgenommen werden kann. Nach der Deadline startet die Rotationsdruckerei mit dem Druck.

Endzeile eines Absatzes, die als erste Zeile in einer neuen Spalte oben steht und daher nicht bündig mit dem Zeilenende abschließt. Das Gegenteil dazu ist der Schusterjunge, ebenfalls ein Begriff aus der Setzersprache. Er

bezeichnet die erste Zeile eines Absatzes – häufig eingerückt –, die als letzte Zeile in einer Spalte steht. Hurenkinder und Schusterjungen sollten beim Setzen vermieden werden, denn sie sehen nicht ansprechend aus.

Impressum: Die presserechtlich

vorgeschriebene Rubrik in jeder Zeitung, in der die für den Inhalt jeweils rechtlich verantwortlichen Personen, die Anschrift des Verlags und die Herausgeber genannt werden.

Journalist: Oberbegriff für Re-

dakteure, Reporter und Fotografen. In dem Wort steckt der französische Begriff „jour“, auf Deutsch „Tag“. Es weist darauf hin, dass Journalisten über das Tagesgeschehen schreiben.

Kommentar: Ein Kommentar nimmt zu bestimmten Ereignissen und Vorgängen aus Sicht des Kommentators Stellung.

Lokalausgaben: In den Lokalausgaben wird über Ereignisse aus einem räumlich begrenzten Bereich berichtet. Die Lokalausgaben sind das Herzstück jeder Regionalzeitung, denn hier wer-

den sehr viele Lebensbereiche des Lesers abgebildet.

M

antel: In der Zeitungssprache ist der Mantel kein Kleidungsstück aus Stoff, sondern vielmehr eine Hülle aus Papier. Er ummantelt die einzelnen Lokalteile.

N

achricht: Die Nachricht ist eine tatsachenbetonende journalistische Darstellungsform und bildet das Fundament der Arbeit aller Tageszeitungen. In der Regel handeln Nachrichten von Geschehnissen. Ganz im Gegensatz zur Reportage, die oft Menschliches in den Vordergrund stellt, herrschen in der Nachricht Zahlen und Fakten vor.

Offset-Druck:

Flachdruckverfahren, das mit Metallplatten arbeitet, die farbanziehend beziehungsweise farbabstoßend beschichtet sind. Das Druckbild wird über eine Gummiwalze auf das Papier übertragen. Dieses Verfahren ist bei Zeitungen das gängigste.

Pressefreiheit:

Wie die Meinungsfreiheit für jeden Bürger in der Bundesrepublik Deutschland

Ein Schriftsetzer brauchte in früheren Zeiten den Setzkasten mit Bleibuchstaben. FOTO: PM-ARCHIV garantiert ist, sichert Artikel 5 des Grundgesetzes auch die Pressefreiheit als Grundrecht in der Demokratie, das eine objektive und neutrale Berichterstattung ohne Zensur gewährleistet.

Rheinisches Format: Zeitungs-

format 510 mm x 350 mm – das Format der SZ. In Deutschland ebenfalls gängig sind das Berliner Format (470 mm x 315 mm) und das Nordische Format (570 mm x 400 mm). Die Formate wurden 1973 mit der Deutschen Industrienorm (DIN) festgelegt. Davor gab es rund 60 verschiedene Zeitungsformate in Deutschland.

Spalten: Um das Lesen zu er-

leichtern, unterteilen die Printmedien die Zeitungsseiten in Spalten, wobei die Anzahl der Spalten in Abhängigkeit vom jeweiligen Format variieren kann. Die Saarbrücker Zeitung verwendet im redaktionellen Teil der Zeitung sechs, im Anzeigenteil sieben Spalten.

Titelseite:

Die Titelseite ist nicht nur die wichtigste Seite einer Zeitung, sondern auch ihr Schaufenster. Sie enthält eine Auswahl der wichtigsten nationalen und regionalen Nachrichten des Tages.

U

mbruch: optische Gestaltung einer kompletten Zeitungsseite (geschieht heute am Computer).

Verbreitungsgebiet:

Der geografische Raum, in dem die verschiedenen Lokalausgaben einer Zeitung gelesen werden. Das Verbreitungsgebiet der Saarbrücker Zeitung deckt das ganze Saarland ab.

Z

usteller: Das letzte und ein besonders wichtiges Glied in der Vertriebskette. Die Zusteller sorgen dafür, dass die Zeitung jeden Morgen pünktlich zu den Lesern kommt.

Wir feiern mit Die Werbegemeinschaft Zweibrücken gratuliert dem

Pfälzischen Merkur zum 300-jährigen Jubiläum Verkaufsoffener Sonntag am 06.10.2013

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Wir gratulieren dem Pfälzischen Merkur zum 300. Geburtstag und wünschen viel Erfolg auch die nächsten 300 Jahre! Verkehrsgesellschaft Zweibrücken mbH Schlachthofstraße 12–14, 66482 Zweibrücken

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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Ganz Deutschland dreht zwei Mal im Jahr an der Uhr

HIV-Immunschwäche wird erstmals diagnostiziert

1980: Sommerzeit wird eingeführt

1. Dezember 1981: Aids als Krankheit anerkannt

NR. 223

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Radioaktive Wolke bedroht auch Deutschland 26. April 1986: Unfall im AKW Tschernobyl

Verlässlichkeit steht an erster Stelle Die Zusteller des Pfälzischen Merkur sind früh auf den Beinen

W

ährend die meisten Menschen noch schlafen, sind die Austräger des Pfälzischen Merkur schon lange auf den Straßen der Region unterwegs. Schließlich sollen die Leser das druckfrische Blatt rechtzeitig auf ihren Frühstückstisch haben.

„Wir lesen seit über 40 Jahren den Merkur. Ich schätze dessen Heimatverbundenheit und die gute Zusammenarbeit mit der Sportredaktion.“ Richard Denger, Vorsitzender SVN 1929 Zweibrücken

Und das klappt fast immer. Der 56-jährige Willy Wolf ist jeden Morgen in der Galgenbergsiedlung mit seinem Rolly auf Tour um den Merkur zuzustellen. Zu seinem Bereich gehört auch die Sauerbruchstraße und die Himmelsbergstraße. Derzeit hat er auch die Vertretung in einem Teil von Bubenhausen übernommen. „Ich brauche gut vier Stunden für die Zustellung der weit über 200 Exemplare“, sagt Wolf. Da der Merkur erst gegen halb vier Uhr geliefert werde, müsse er sich schon sputen, damit es zu keinen Reklamationen kommt. Wie reibungslos etwas funktioniert, fällt eben manchmal erst auf, wenn die Ausnahme eintritt. Doch die ist selten, wie Willy Wolf berichtet. Der klassische Einstieg zum Zeitungsausträger ist der, dass jemand ein verlässliches Zusatzsalär verdienen möchte. Das kann jede Frau oder jeder Mann über 18 Jahre (wegen der Arbeitszeit in der Nacht), eine Hausfrau genauso wie ein Rentner oder ein Student sein. Beim Merkur gibt es recht viele Zustellerinnen und Zusteller, die diesen Job bereits 30 oder gar 40 Jahre ausüben, wie es bei Wolf auch der Fall ist: „Es macht mir sehr viel Spaß. Auch wenn es natürlich auch Nachteile gibt. Ich müsste lügen, wenn ich behaupte, dass es mir Freude macht, bei strömenden Regen

auszutragen. Für diese Fälle habe über die Straße wollen. Das Erich eine wasserdichte Jacke und gebnis: Nach wenigen Minuten eine Kappe. Am Schlimmsten ist ist die Hose bis zu den Knien es im Winter bei Schnee oder nass. Auch mehr Namensschilder an Eis“. Davon kann auch die Käshoferin Ursula Neu ein Lied singen. Briefkästen und deutlich sichtbaSchließlich sind Wetterkapriolen re Hausnummern würden ihre auf der Sickinger Höhe nichts Arbeit erleichtern, vor allem, Ungewöhnliches. Aber sie lässt wenn sie einen Kollegen vertresich von dem Schmuddelwetter ten müssen. Am schlimmsten die gute Laune nicht verderben. aber sind die Praktiken von WerMit einer regenabweisenden Ja- beausträgern der Konkurrenz, cke und extra festen Schuhen die ihre Blätter nur ein Stück in ausgestattet, kämpft sie sich im den Briefkasten oder in die ZeiWinter durch die Straßen des tungsröhre stecken, so dass Dorfes: „Man ist in Bewegung, nichts anderes Platz findet. Die dann ist einem gar nicht so kalt.“ anderen Zeitungen so zur Seite Natürlich ist auch sie wenig be- zu schieben, damit der Merkur geistert, wenn die Kleidung nach unbeschadet beim Leser landet, kurzer Zeit durchgeweicht ist. kostet die Austräger nicht nur Doch die Abwehrkräfte gegen Er- Zeit, sondern auch Nerven. nob Das Team auf einen Blick. Es fehlen natürlich ein paar. kältungen würden steigen: „Es hält gesund, bei jedem Wetter draußen zu sein.“ Auch bei ihr ist es die Ausnahme, dass ihre Zeitungen nach sechs Uhr bei den Lesern ankommen. Einmal sei sie gestürzt. Die meisten Leser hätten aber vollstes Verständnis dafür, wenn die Zeitung in einem solchen Fall mal nicht pünktlich auf dem Tisch läge. Für ihre Arbeit im Winter wünschen sich die Austräger, dass nicht nur die Gehwege freigeräumt sind, sondern auch die Hauseingänge und Hofzufahrten. Denn sie müssen oft Zickzack laufen und sich durch teilweise ein Meter hohe Schneeberge kämpfen, wenn sie Zustellerin Ursula Neu hat immer gute Laune.

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Aktion „Frauengesundheit im Fokus“ vom 07.10. bis 19.10.2013 Was sind Wechseljahrsbeschwerden?

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Das Klimakterium bezeichnet die Jahre der hormonellen Umstellung vor und nach der letzten Monatsblutung. Besser bekannt ist diese Phase als Wechseljahre. In dieser Zeit verändern sich die Konzentrationen der Geschlechtshormone, vor allem von Östrogenen und Follikel stimulierendem Hormon (FSH). Dieses Hormon-Ungleichgewicht kann typische Wechseljahrsbeschwerden hervorrufen. Dazu gehören vor allem Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen und Nervosität. Auch ein Rückgang des Lustempfindens sowie ein Abbau der Scheidenhaut mit entsprechender Trockenheit der Scheide sind häufig. Die Wechseljahre an sich stellen natürlich keine Erkrankung dar und werden individuell auch unterschiedlich empfunden. Viele Frauen haben damit gar keine und nur wenig Probleme. Für manche Frauen sind die Symptome des allmählichen Hormonverlustes aber durchaus belastend. Sie leiden so stark unter den Beeinträchtigungen des körperlichen und seelischen Befindens, dass eine Behandlung nötig wird.


300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Ein katastrophales Ende eines Raketenstarts

Checkpoint Charlie: Schlagbäume gehen hoch

28. Januar 1986: Shuttle „Challenger“ explodiert

1989: Nach 28 Jahren fällt die Berliner Mauer

Ein Stück Identität der Demokratie

NR. 223

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World Wide Web revolutioniert die Kommunikation 1989: Das Internet wird für alle zugänglich

300 Jahre – 300 Köpfe

Zahlreiche Gratulanten beim 300. Geburtstag des Pfälzischen Merkur Januar 1713. Auf diesen Tag datiert ein Brief des Druckers Georg Nicolai an König Karl XII. von Schweden. Das Dokument ist der erste historisch gesicherte Beleg für die Geschichte des Pfälzischen Merkurs. Auch SZ-Geschäftsführer Joachim Meinhold und SZChefredakteur Peter Stefan Herbst waren beim Empfang zu Ehren des Traditionsblattes dabei. Der Merkur erschien bereits 48 Jahre vor der Saarbrücker Zeitung. „Wir freuen uns, mit dem Pfälzischen Merkur eine agile und innovative Zeitung zu haben, die als ‚wendiges Beiboot’ schneller und effektiver agiert als viele große VerlagsMutterschiffe“, sagte Meinhold bei dem Festakt. Als Lokalzeitung garantiere sie den Lesern „engen lokalen Bezug und Ver-

Bedeutende Saarpfälzer

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FOTO: BAUS

210265 (PLZ 66475); erkuroder Tel. (0 63 32) 80 00 Leser 40. Am Ende fassen wir können die 50 vorgestellten im JubiKöpfe noch mal zusamläumsjahr selbst bemen. Danach können deutende Saarpfälzer die Leser über den Bevorschlagen und eigedeutendsten von ihnen ne Texte einbringen: abstimmen. Unter allen per E-Mail an mer- Herzog Teilnehmern wird ein kur@pm-zw.de, per Wolfgang Sparvertrag mit Einlage Post an Pfälzischer Merkur, Hauptstraße 66, von 500 Euro von der Sparkas66482 Zweibrücken; Postfach se Südwestpfalz verlost. red

Prominenter Besuch beim Merkur-Neujahrsempfang: Martin Schulz und Malu Dreyer. FOTO: PM/VOJ

netzung im eigenen Umfeld“. EU-Parlamentspräsident Schulz würdigte die Bedeutung der zweitältesten bis heute erscheinenden Zeitung in Deutschland: „Diese Zeitung ist ein bedeutendes Stück der Identität der deutschen Demo-

kratie. Sie ist durch alle Höhen und Tiefen der Geschichte der Pfalz, des Bundeslandes und unseres deutschen Volkes kontinuierlich präsent gewesen, unter ganz unterschiedlichen politischen, ökonomischen und kulturellen Bedingungen.“ Der Pfälzische Merkur sei „ein Stück Historie unseres Landes“, die zur Identitätsbildung beitrage. Die Journalisten stünden heute vor „enormen Herausforderungen“, bemerkte Schulz. Dem wachsenden Aktualitätsdruck, „der Beschleunigung kann sich kein Medienhaus entziehen“, zumal wirtschaftlicher Druck hinzukomme. „Es zwingt Sie zu Highspeed-Journalismus, wenn eine Agenturmeldung von sechs Uhr morgens am Abend schon Makulatur ist“, so Schulz.

Kunst für einen guten Zweck

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unserem Presseünstler zentrum ausgeund stellt. Am Ende Kunstafdes Jubiläumsfine sind jahres wird das eingeladen, im JuKunstwerk für eibiläumsjahr „300 nen guten Zweck Jahre Pfälzsicher versteigert. WeiMerkur“ ein Kunsttere Ingos unter werk anzufertigen. Tel. (06332) Das Ergebnis wird im Pfälzischen „Herbst“ von Wolf- 800050, E-Mail an r.rusch@pmMerkur vorgestellt gang Ohler. zw.de und im Anschluss in ILLUSTRATION: OHLER FOTO: XXX

D

er Präsident des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz (SPD), hatte es am 4. Februar eilig, nach Zweibrücken zu kommen – wollte er doch rechtzeitig beim Neujahrsempfang „300 Jahre Pfälzischer Merkur“ sein. Dort angekommen, freute sich der Festredner, im Schloss die Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und rund 350 geladene Vertreter aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben zu treffen, darunter auch der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf. Der Pfälzische Merkur ist ein Tochterblatt der Saarbrücker Zeitung. Merkur-Chefredakteur Michael Klein erinnerte an den 26.

Was war da los? Das Schlagzeilen-Quiz Von wann ist diese Überschrift? Und welche Geschichte verbirgt sich dahinter?

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1:0 Trauerspiel wann ist dieser Artikel in der 300-jährigen MerkurGeschichte wohl erschienen? FOTO: LF

reihundert Jahre PM – in dieser Zeit haben wir Millionen Artikel gedruckt, aus Zweibrücken, Deutschland und aller Welt. Jede Woche veröffentlichen wir im Jubiläumsjahr eine historische Schlagzeile – raten Sie mit, aus welchem Jahr sie stammt, und um was genau es in dem Artikel ging. Unter allen Teilnehmern verlosen wir am Ende eine Geschenkekarte von „Zweibrücken The Style Outlets“ im Wert von 300 Euro.

Das erste Baby des Jahres 2013 im Zweibrücker Land hieß Elma. Sie wurde an Neujahr um 2.27 Uhr im Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken geboren. Vater Marco Euler war bei der Geburt dabei. „Klar war ich nervös. Das ist aber wohl jeder“, erklärt der 33jährige Contwiger. Eigentlich war die Geburt für den 6. Januar geplant. Doch bei Mutter Sarah Euler (ebenfalls 33) setzten an Silvester die Wehen ein. Mit Elma Euler startete der Pfälzische Merkur in seinem Jubiläumsjahr am 2. Januar eine neue Serie, in der 300 Zweibrücker und andere Saarpfälzer Bürger porträtiert werden. NOB/FOTO: NORBERT RECH

In 300 Fotos um die Welt

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achen Sie mit bei unserer Jubiläumsjahr-Aktion „In 300 Fotos um die Welt“. Zu gewinnen gibt es dabei Reisegutscheine im Wert von drei Mal 300 Euro. Schicken Sie uns einfach ein Urlaubsfoto, auf dem auch „Pfälzischer Merkur“ auftaucht (die Zeitung, eine Merkur-Tasse unser von www.pfaelzischermerkur.de/urlaubsfotos heruntergeladenes Aktionslogo mit Weltkugel etc.), an: urlaubsfotos@pm-zw.de (mit Name, Ur-

laubsort und Handynummer des Teilnehmers). Wir freuen uns auch über schöne Fotos von ihrem Urlaub daheim „auf Balkonien“. Die Fotos erscheinen teils direkt im Pfälzischen Merkur, auf der Merkur-Online- und der Facebook-Seite unter www.facebook.com/pfaelzischermerkur. Im Herbst drucken wir dann alle Einsendungen noch einmal in einer eigenen Beilage ab. Einsendeschluss für die Fotos ist der 12. Oktober. red

Familie Bartone schickte Urlaubsgrüße von der Insel Spiekeroog.

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SEITE XXXIV

300 JAHRE PFĂ„LZISCHER MERKUR

NR. 223

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Die Republikchefs ratifizieren Untergang des Sowjetreichs

Erstmals sind farbige Politiker an der Regierung beteiligt

Geklontes Schaf aus Schottland bei bester Gesundheit

1991: Die UdSSR hĂśrt auf zu existieren

1993: Apartheid endet in SĂźdafrika

5. Juli 1996: Schaf Dolly wird „hergestellt“

„Die kleinste Redaktion wurde zur groĂ&#x;en Schule“ Der frĂźhere Merkur-Redakteur Heinz Weinkauf schreibt Ăźber seine Anfänge als junger Volontär Von Heinz Weinkauf

N

ein, es war kein Tag wie jeder andere, der 1. Juli 1950. Ganz im Gegenteil. Jener Samstag war der glßcklichste Tag nach dem Abitur, ein Tag, der die Weichen stellte fßr ein ganzes mehr als vierzig Jahre währendes Berufsleben. Zwei Millionen Arbeitslose gab’s damals in der noch sehr jungen Bundesrepublik – und ich hatte einen Arbeitsplatz, Aussichten auf den Traumberuf, eine Stelle als Volontär in einer Tagesredaktion, in der Redaktion des Pfälzischen Merkur! Viele Wochen zuvor, als zunächst noch nur gesprächsweise bekannt geworden war, dass der Pfälzische Merkur zum 1. Juli 1950 wiedererscheinen sollte, hatte ich nach einem Bewerbungsgespräch die Zusage bekommen, zum 1. Juli als Volontär eingestellt zu werden. Ein Jahr voller Absagen und Enttäuschungen lag hinter mir – und so traute ich auch dieser Zusage nicht ganz. Erst als ich am 1. Juli in der Redaktion stand, mir sogar ein Schreibtisch – es war nur ein Schreibtischchen – zugewiesen wurde, war ich ßberzeugt: Diesmal klappt’s. Und es hat geklappt. Ich musste mich am Riemen

reiĂ&#x;en, wie man so sagt. Der Chef der Redaktion war Peter Loth, ein gestandener Zeitungsmann, pfalzweit bekannt, damals schon Ăźber das Pensionsalter hinaus. Aber er war noch ehrgeiziger als ein Junger, wollte noch einmal eine Zeitung aufbauen helfen. Und da war Georg Steigner, nur zwei Jahre älter als ich, aber er hatte schon Erfahrung als Rundfunk und Zeitungsjournalist. Und sonntags und zwischendurch auch in der Woche kam Otto Holzer, ebenfalls ein bewährter Redakteur, der fĂźr den Sport verantwortlich war. Als Redaktionsvolontär musste man alles machen – und die kleinste Redaktion konnte zur groĂ&#x;en Schule des praktischen Journalismus werden. Da interviewte man vormittags eine amerikanische Geigenvirtuosin, saĂ&#x; nachmittags in der Generalversammlung der ZiegenzĂźchter und musste abends Ăźber eine SchauspielauffĂźhrung berichten. Bis es soweit war, dauerte es zwar eine Weile, die aber so lange eigentlich gar nicht war. Denn Peter Loth setzte auf die Praxis, und ich wollte schreiben, schreiben und Erfahrungen sammeln. Und so war ich denn auch bereits in der Nr. 2 des „Pfälzischen Merkur“ vertreten – mit meiner ersten Auftragsarbeit, einem Bericht Ăźber das Gastspiel eines Liliputanerzirkus auf dem Kleinen

Heinz Weinkauf an seinem Merkur-Schreibtisch. Exe, und mit einer Lokalspitze, einer jener inzwischen schon einmal in Vergessenheit geratenen und nun wider in Mode gekommenen Plaudereien an der Spitze der ersten Spalte der ersten Lokalseite. „Am Goetheplatz“ stand darĂźber. Am Tag darauf hatte ich bereits meine erste Reportage im Blatt – stolz wie nur jemand sein kann, der sich zum ersten Mal mit mehr

FOTO: PMA

als hundert Zeilen gedruckt sieht. Peter Loth hatte mich gefragt, ob ich eine Reportage schreiben kÜnne. Ich antwortete ihm, dass ich so etwas zwar noch nie gemacht hätte, aber ich wßrd’s halt probieren. Und dann fragte er weiter, ob ich radfahren kÜnne und ein Rad hätte. Ich hatte eins. „Allo, dann fahre se no Mittelbach un no Hengstbach un mache e Repor-

taasch iwer die Kerscheernt“, lautete der Befehl. Als Tipp gab er mir noch mit: „Was se wisse wolle un wisse misse, erfahre se am beschte beim Borjemeeschter un beim Lehrer“. Da stand ich nun mit meinen Talenten, gondelte per Fahrrad – verlange das mal heute einer von einem Volontär! – nach Mittelbach und Hengstbach, die damals fĂźr ihren Kirschenanbau weithin

bekannt waren, wobei selbst das Rheinland, WĂźrttemberg und Bayern zu den Absatzgebieten zählten. Peter Loth bekam seine Reportage – und ich das erste Lob vom Chef. „Sauwer!“, sagte er nur, und das wollte bei ihm sehr viel heiĂ&#x;en. Erst lange Zeit später vertraute er mir an, dass das meine „AufnahmeprĂźfung“ gewesen sei. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass die von Peter Loth praktizierte Vogel-friss-oder-stirbtMethode eine gute Schule war, da man dadurch aus der Praxis fĂźr die Praxis viel gelernt hat, auch wenn ich später mit meinen Volontären etwas behutsamer an die Sache heranging. Immerhin, ich hatte nun bei Loth ein Stein im Brett – sicherlich auch deshalb, weil ich stenografieren konnte, fĂźr ihn eine wichtige Grundlage jeder journalistischen Arbeit. Es blieb ihm erspart, die Zeit des elektronischen Notizbuchs zu erleben – er wäre an der journalistischen Zukunft verzweifelt. Die Redaktion war damals ein vielleicht dreiĂ&#x;ig Quadratmeter groĂ&#x;er Raum. Es gab zwei Schreibtische, einen fĂźr den Chef, den anderen fĂźr den älteren Kollegen Georg Steigner. FĂźr mich hatte man einen womĂśglich noch aus Vorkriegszeiten stammenden Schreibmaschinentisch zurechtgebastelt.

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300 JAHRE PFĂ„LZISCHER MERKUR

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Die ersten Bilder von der Mars-Oberfläche 4. Juli 1997: Pathfinder-Roboter landet auf dem Planeten

„Der Pfälzische Merkur bringt fĂźr mich beste Informationen aus der Heimatstadt meiner Frau. Damit sind wir auch hinter der Grenze vorzĂźglich auf dem laufenden, was in ZweibrĂźcken so passiert.“ Frank John, BĂźrgermeister in Kirkel

Mein Tischchen stand hinter der TĂźr – es war wacklig, aber die Schreibmaschine, die darauf stand, hielt es aus. Sportredakteur Otto Holzer hatte gar keinen festen Platz, er saĂ&#x; an einem runden Tisch, der ebenfalls noch in der Redaktion stand, oder sonst irgendwo im Haus, wo gerade ein Schreibtisch frei war. Man schrieb Juli 1950. Die Le-

bensmittelkarten und Bezugsscheine waren erst ein paar Monate zuvor verschwunden, es fehlte ßberall noch am NÜtigsten. Auch am Merkur-Dach – wenn’s stark regnete, tropfte das Wasser in die Redaktion. Als Papier fßr die Manuskripte wurden die freien Rßckseiten von Drucksachen verwendet, und alle Dienstgänge wurden per pedes

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Immer und Ăźberall erreichbar mit dem Mobiltelefon

ErschĂźtternde Berichte von Ground Zero

2001: Handys erreichen den Massenmarkt

11. September 2001: Attentat auf das World Trade Center

zurĂźckgelegt. Als ich an einem Samstag zur Jubilarfeier von Lanz (heute John Deere) geschickt wurde, ging ich wie’s Ăźblich war, zu FuĂ&#x;. Wir wohnten damals auf den Wacken und bis fast zum Kaplaneihof war’s ein ganz schĂśner Weg. Niemand fand etwas dabei. Auch die Fasanerie, die Versammlungsorte und Veranstaltungsstätten in den einzelnen Stadtteilen, wurden auf Schusters Rappen erreicht. Wenn’s später in den Landkreis ging und Vertriebsleiter Otto Bayer nicht selbst das Fahrzeug brauchte, durfte ich mit einer NSU-Quick losbrummen – nach heutigen Begriffen eine Art Moped. Und noch viel später, als ich längst schon von Peter Loth zum Redakteur geschlagen worden war – mit der Redaktionsschere, versteht sich, stand wenn’s hochkam, auch einmal ein Auto zur VerfĂźgung. Geld war damals eben auch knapp – und aus dem Blickwinkel des Verlegers gesehen, war die Redaktion ja nur ein notwendiges Ăœbel. Ohne sie konnte man zwar keine Zeitung machen – aber sie kostete Geld. Wer Geld brachte, waren die Anzeigenabteilung und der Vertrieb. Diese Sicht der Dinge färbte so ein bisschen auf das Ansehen ab, das die einzelnen Abteilungen in den Augen der GeschäftsfĂźhrung genossen. Der Deutsche Journalistenverband war erst im Dezember 1949 neu gegrĂźndet worden. Noch waren keine Tarife zwischen DJV und dem Verband der Zeitungsverleger ausgehandelt. Wie sollte man einen Volontär bezahlen? Willy Bartz, zusammen mit

Fritz Scipio GeschäftsfĂźhrer und EigentĂźmer der ZweibrĂźcker Druckerei und Verlag GmbH, die den Pfälzischen Merkur herausbrachte, bot mir zehn Pfennig pro Druckzeile an. Mir blieb gar nichts anderes Ăźbrig, als zuzustimmen. Ich hatte zwar keine Ahnung, wie man einen Schreibmaschinentext in Druckzeilen umrechnet und sah den Tag sehr fern, an dem ich einmal hundert Mark verdienen kĂśnnte. Das wären ja tausend Zeilen ‌! Mit wahrem BuchhalterfleiĂ&#x; notierte ich im ersten Monat jede von mir gedruckte Zeile. Die groĂ&#x;e Ăœberraschung am Juli-Ende: 3000 Druckzeilen! Das war der helle Wahnsinn – 300 DM, und das im Sommer 1950! Was kostet die Welt, ich kaufe sie! Stolz und Ăźberzeugt, fĂźr meinen FleiĂ&#x; beim obersten Boss Lob zu ernten, ging ich mit meiner Abrechnung am 31. Juli zu Willy Bartz. Der guckte mich nur an – beinahe strafend – und sagte zu seinem fĂźr die Kasse verantwortlichen Buchhalter: „Das do geht nit, de nägschte Monat schreibt’r finftausend Zeile. Gewen se’m hunnert Mark!“ Gehaltsverhandlungen anno 1950! Und wenn mein Salär auch so klein war wie mein Schreibtisch, wenn bei Regen auch eine kleine ZinkbĂźtte neben meinem Schreibtischchen stand, in die es munter durchs Dach trĂśpfelte, wenn die Arbeitswoche auch sieben Tage und immer mehr als fĂźnfzig Stunden hatte, man war auf eine eigenartige Weise glĂźcklich – weil man schrieb, weil man Zeitung machte, weil man (wenigstens damals noch) Kreativi-

tät leben und erleben konnte. Das heiĂ&#x;t jedoch nicht, dass alle die zeit- oder betriebsbedingten Widrigkeiten billigend in Kauf genommen wurden, oh nein – da wurde gemault, geschimpft, geflucht, man regte sich auf und är-

gerte sich, aber immer wieder obsiegte die „schwarzweiĂ&#x;e Magie“, als die Friedrich Sieburg das Zeitungsmachen einmal apostrophiert hatte, weil man ihr eben mit Haut und Haaren verfallen war.

„Es ist eine sehr gut gemachte Zeitung, bei der die DĂśrfer gut vertreten sind. Ich schätze aber vor allem die ausfĂźhrlichen Berichte Ăźber die Fachhochschule ZweibrĂźcken, die sonst nirgends zu finden sind.“ Anita Schäfer, CDU-Bundestagsabgeordnete

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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

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MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Europäische Währung löst nationales Bargeld ab

Fußball-Frauen erkämpfen Titel gegen Schweden

Weißer Rauch verkündet deutschen Papst

1. Januar 2002: Der Euro kommt

2003: DFB-Nationalmannschaft erstmals Fußballweltmeister

2005: Joseph Ratzinger wird Benedikt XVI.

Der frühere Merkur-Redakteur Gustl Altherr berichtet über sein Leben als Journalist Von Merkur-Redakteur Gustl Altherr

D

er Pfälzische Merkur ist nicht nur als zweitälteste Tageszeitung Deutschlands etwas Besonderes, sondern auch biologisch betrachtet: Die „Tochter“ ist 48 Jahre älter als ihre „Mutter“, die Saarbrücker Zeitung, zu der der Merkur gehört. Darauf wurde bereits beim Neujahrsempfang vom Vorsitzenden der SZ-Geschäftsführung, Dr. Joachim Meinhold, hingewiesen. 300 Jahre hat der Merkur nun also auf dem Buckel. Er hat es als Kind des Barock geschafft, die Stürme der Zeit nicht nur zu überleben, sondern auch zu mutieren – vom aus heutiger Sicht eher unscheinbaren Blatt zur gestandenen, in der Region hoch angesehenen Tageszeitung. Rund 20 Jahre dieser langen Geschichte durfte ich diese Zeitung inhaltlich und optisch mitgestalten. Und ausgerechnet in diese relativ kurze Zeitspanne fiel eine stürmische, eine epochale Entwicklung im Zeitungswesen. Als ich 1990 von einer Wochenzeitung in die PM-Redaktion am Homburger Marktplatz wechselte, um von dort für den Merkur über das lokale Geschehen in Homburg, Bexbach und Kirkel zu berichten, wurde im Verlagshaus in der Zweibrücker

Gustl Altherr bei der morgendlichen Zeitungslektüre. Luitpoldstraße gerade der Wechsel vom Blei- zum Fotosatz vollzogen. Texte tippte man noch in die Schreibmaschine und faxte sie dann ins Haupthaus, wo sie im Fotosatz für den Seitenumbruch erfasst wurden. Auf Normbogen skizzierte Seitenlayouts holte in Homburg am späten Nachmittag ein Kurier ab, um sie nach Zweibrücken zu bringen – zusammen mit den Anzeigenmanuskripten, für die die Sekretärinnen verantwortlich zeichneten. Dann, kurz vor meinem Wechsel ins Zweibrücker Verlagshaus,

FOTO: PMA

erfolgte die Umschulung auf den Computer, was zunächst Vorund Nachteile mit sich brachte. Mit 55 hat man schon einige Startschwierigkeiten ins Computerzeitalter – zumindest ich hatte sie. Doch mit der Zeit machte es richtig Spaß, denn nun konnte jeder Redakteur „seine“ Seite selbst gestalten, bis hin zur Auswahl der Fotos und deren Zuschnitt. Da waren die in jungen Jahren absolvierten drei Trimester an der Meisterschule in Saarbrücken von Vorteil, in denen insbesondere typografisches Ge-

stalten auf dem Lehrplan gestanden hatte. Und als mir schließlich die Planung der Lokalseiten übertragen wurde, kam mir das sehr gelegen. Den Seiten tagtäglich ein neues, interessantes Aussehen zu geben, war wenige Jahre vor dem Ausscheiden aus dem Berufsleben nochmals ein Abschnitt, an den ich gerne zurückdenke. Aber auch der journalistische Part hat Spaß gemacht. Man ging kritisch, aber fair miteinander um: Journalisten wie Politiker. Daran erinnerte Homburgs Ex-Oberbürgermeister Reiner Ulmcke nochmals bei meinem Ausscheiden. Es waren spannende Jahre, in denen Politiker in Zweibrücken sich für das Designer-OutletCenter entschieden, wogegen man sich in Homburg sogar juristisch wehrte, weil man das Aus als Einkaufsstadt befürchtete. Homburger Gegenwicht sollte die sogenannte „Forums-Bebauung“ sein – zumindest sahen das der damalige OB und seine Parteifreunde so. Die Sozialdemokraten sahen darin wiederum eine Gefahr für den Einzelhandel in der Innenstadt. Die Meinungen gingen quer durch die Bevölkerung und auch durch den Kreis der Journalisten. Entsprechend fielen die Kommentare aus! Da war plötzlich der OB mein „Gegner“. Doch wir gingen, wie schon erwähnt, fair miteinander um.

Sigrid Geßner-Müller, Prokuristin beim Merkur

N

nach dem Tod des Verleoch heute denkt gers. Sigrid GeßnerDie frühere ProkurisMüller gerne an tin bezeichnet ihre Jahre ihre Zeit beim beim Merkur als sehr Pfälzischen Merkur zuspannend. Vor allem sei rück. Über 40 Jahre hat die der Kontakt zu den LeEinöderin für die Zeitung sern und Anzeigenkunwichtige Aufgaben übernommen. „Zum Merkur Sigrid Geß- den intensiv gepflegt worden. Als Beispiele kam ich durch eine Be- ner-Müller nennt sie die Frühjahrskannte“, erinnert sich die ausgebildete Steuergehilfin, die wanderungen, an denen teilweise als 19-Jährige nach einer Einar- über 4000 Menschen teilgenombeitungszeit von nur zwei Mona- men haben. „Die Verpflegung mit Erbsenten gleich die Personal- und Finanzbuchhaltung übernahm. suppe hat die Bundeswehr über„Damals haben hier noch 40 bis nommen“, erzählt Geßner-Mül45 Personen gearbeitet“, erinnert ler. Es folgten Kegelabende, die in sich die Rentnerin an die Zeit in Zusammenarbeit mit Arno Lehder Luitpoldstraße, wo das Blatt, nen organisiert wurden. Mit der das der Familie Bartz gehörte, Verbandsgemeinde sei auch die seinen Sitz hatte. Von 1971 bis Grenzlandwanderung – das bezum Ende ihrer Tätigkeit im Jahr liebte Volksradfahren – initiiert 2006 wurde Geßner-Müller Ein- worden, das bis heute in der Region sehr beliebt ist. zelprokura übertragen. Riesenandrang habe auch bei Nach dem Tod von Günther Bartz 1978 war sie sogar rund drei den vielen Aktionen mit dem Jahre Verlagsleiterin. „Der Mer- Saarländischen Rundfunk gekur ist immer als Mannschaft herrscht. Bei einer solchen habe aufgetreten. Verlag und Redakti- sie auch Hermann Gmeiner, den on haben stets eng zusammenge- früheren Vorsitzenden der Hilfsarbeitet“, unterstreicht die frü- organisation SOS Kinderdörfer here Mitarbeiterin, die sich gut kennengelernt. Diese Begegnung an den Verkauf der Zeitung an habe sie tief beeindruckt. Vor alden Holtzbrinck-Verlag erinnern lem aber schätzte Geßner-Müller die tolle Zusammenarbeit mit ihkann. „Die erste Hälfte der Anteile ren Kollegen, mit denen sie sich hat dieser schon 1973 übernom- auch heute noch gerne trifft, um men“, so Geßner-Müller. Die in Erinnerungen an die „gute alte nob restlichen verkauften die Erben Zeit“ zu schwelgen. FOTO: NOB

„Es waren spannende Jahre“

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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Katrina verwüstet große Teile von New Orleans

Deutschland wählt weibliche Regierungschefin

2005: Hurrikan in den USA fordert zahlreiche Todesopfer

2005: Angela Merkel wird deutsche Kanzlerin

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Ein Sommermärchen endet mit Freude über Platz drei 2006: Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland

Im Herzen immer Merkurianer Dietmar Niedermeier war bis 2012 Chef vom Dienst

D Hartmut Sutter (vorne) mit seinen Kollegen.

FOTO: PMA

Die Jünger Gutenbergs prägten Hartmut Sutter

N

och in seinem Ruhestand bereicherte Merkur-Redakteur Hartmut Sutter bis 2008 mit seiner freitäglichen Kolumne „Merk-würdig“ die Diskussion in der Stadt. Der gelernte Schriftsetzer, weshalb sich Sutter immer noch als „Jünger Gutenbergs“ bezeichnet, wechselte 1970 in die Redaktion des Pfälzischen Merkur. Über drei Jahrzehnte war er in der Stadt ein Gesicht des Merkur und das Kürzel „hsu“ eine Stimme des Merkur. Vor allem seine historischen Kenntnisse, sein Wissen über das Vereinsleben und seine Einschätzung der lokalpolitischen Situation waren in all den Jahren bei der Redaktion,

den Lesern und Vereinen stets gefragt. So referierte der langjährige Sportredakteur bei vielen Vereinsjubiläen als Festredner und auch bei der Erstellung von Festschriften half er den Vereinen mit seinem Wissen. Der 1945 in Leverkusen geborene betont, dass er ein „Auerbacher Bub“ ist. Zweibrücken, genauer Niederauerbach, ist seine Heimat. Dabei liegt ihm das Schicksal des SVN Zweibrücken stets am Herzen. Mit den blauen Sitzplätzen im Westpfalzstadion nimmt eine Forderung von Hartmut Sutter langsam Gestalt an. Bereits seit den frühen 1980er Jahren forderte „hsu“ regelmäßig eine Tribüne für das Zweibrücker Stadion. sf

iese Firma war aller Einsatz wert“, erinnert sich Dietmar Niedermeier heute an seine ehemalige Arbeitsstelle, die er vergangenes Jahr nach genau 46 Jahren und acht Monaten als Chef vom Dienst verlassen hat und in den verdienten Ruhestand ging. Im Herzen werde er immer Merkurianer bleiben, sagt Niedermeier. Alles fing 1966 an, direkt beim Pfälzischen Merkur, mit einer Lehre als Schriftsetzer in der Zweibrücker Druckereiund Verlagsgesellschaft. Ein paar Jahre später wechselte er in die Zeitungsproduktion, den Anzeigensatz und den Umbruch. Seit Januar 1973 zeichnete er dann verantwortlich für den gesamten Arbeitsablauf, also das technisch geprägte Tagesgeschäft: Zeitpläne, die Text- und Anzeigenproduktion. Dann änderte sich das Handwerkszeug, Bleisatz wurde vom Fotosatz verdrängt, ein neues Zeitalter in der Zeitungsproduktion stand an, auch im Berufsalltag von Dietmar Niedermeier. „Wir stellten um auf neue Systeme, auch das Anzeigensystem“, Namen wie AM International wurden ihm geläufig, ab 1990 das System Epics 2020, das Redaktionssystem Cicero, für das er die Projektleitung und die komplette Umstellung des Betriebs über-

nahm. 1997 war er dann in der Redaktion zuständig für Layoutfragen und die technischen Möglichkeiten des Redaktionssystems, übertrug die Seiten an die Druckerei per Datenleitung, ab

2001 betreute er als Chef vom Dienst den erneuten Wechsel des Redaktionssystems hin zum heutigen CCI-NewsDesk inklusive aller Schulungen. „Es war eine tolle Zeit“, erin-

nert sich Niedermeier, der für sein Engagement die Urkunde als „Ehren-Merkurianer“ erhielt. „Und Merkurianer, das werde ich immer bleiben“, versichert Niedermeier. cms

Juni 1997: Um das anspruchsvolle Layout kümmerten sich neben Dietmar Niedermeier (sitzend) die drei Redaktionstechniker Winfried Vogel, Gerhard Krauß und Dieter Ackermann (von links). FOTO: PM

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NR. 223

300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Mit „Yes, we can“ erobert Barack Obama das Weiße Haus

Nachwirkungen der Finanzkrise sind deutlich spürbar

Massenpanik am Eingang zum Festivalgelände

4. November 2008: Erster afroamerikanischer Präsident der USA

2009: Bundesregierung sichert sich Mehrheit an Hypo Real Estate

2010: Bei der Loveparade in Duisburg sterben 21 Besucher

„Lokalberichterstatter“ für Altstadt Merkur-Mitarbeiter Martin Baus erinnert sich an die Zeit, als der Merkur noch in Homburg eine Redaktion hatte Von Merkur-Mitarbeiter Martin Baus

D

ie Holztür knarzte beim Öffnen nicht wenig, aber das Geräusch, das von schon lange versäumter Ölung her rührte, wurde gleich von Gebimmel übertönt, das auch schon in die Jahre gekommen war. Aus Kinofilmen, die in den 50er-Jahren entstanden waren, hatte ich solche Töne im Ohr und verband sie mit Szenen, in denen jemand gemütlich einen Laden betrat und sodann eine freundliche Verkäuferin auf der Bildfläche erschien. Eine solche tauchte zwar nicht auf, dafür aber eine kleine, aber sehr bestimmte ältere Dame, die nach kurzem Gruß ein nicht minder resolutes „Sie wünschen?“ hinterherschob, das nicht etwa mit einem Frage-, sondern vielmehr mit einem Ausrufezeichen versehen schien. „Guten Tag“, erwiderte ich eher verwirrt als verschüchtert, stellte mich auf die Lage ein und erwiderte in nicht minder forschem Tonfall: „Ich bin ihr neuer Mitarbeiter“, ohne vor lauter, lauter daran zu denken, mich namentlich vorzustellen. Es war später Nachmittag, eher Abend schon, und nicht unbedingt die Zeit, um mit einem neuen Job anzufangen, das war mir schon klar. Aber ich wollte der

Herrin über den Tresen schon etwas entgegensetzen und mir wenigstens eine kleine Portion Respekt verschaffen.„Da könnte ja jeder kommen“, meinte sie so widerborstig wie argwöhnisch. Wieder bimmelte es über der Tür, nun kam mein Begleiter, Hardo Strobel, herein und begrüßte die Empfangsdame mit freundlichem Handschlag. „Tag, Frau Schröder“, sagte er. Ohne eine Antwort abzuwarten, wandte er sich dann mir zu. „Das ist also mein Nachfolger, den ich ihnen versprochen habe. Hat gerade Abitur gemacht“. Bei Frau Schröder fiel der Groschen – ich war ja angekündigt worden, erinnerte sie sich nun, als freier Mitarbeiter oder wie es damals hieß, „Lokalberichterstatter“ für Altstadt. Lokalberichterstatter gab es in jedem Ort, sie fungierten als Schnittstelle zwischen Vereinen, Gemeinde, Kommunalpolitik, Kirche und was es sonst noch so gab. Schreibmaschinenartist „Berichterstatter“ sorgten dafür, dass alles, was im Ort geschah oder erst noch geschehen sollte, auf Spaltenpapier in die Schreibmaschine getippt wurde und möglichst schnell im „Pfälzischen Merkur“ erschien. „Schröder“, sagte sie zu mir, „Maju Schröder, und auf gute Zusammenarbeit!“, gab sie sich nun viel

entspannter und schritt gleich zum Nebenraum. Wie einen Theatervorhang zog sie die Schiebetür feierlich zurück, wobei ganz langsam der Schreibmaschinenartist sichtbar wurde. „Das ist der Herr Sutter, der kriegt Ihre Manuskripte auf den Tisch, macht Überschriften drüber und kürzt da, wo es ihm gerade passt“, stellte sie den Redakteur an seinem Schreibtisch vor. „Hartmut Sutter, in der Zeitung hsu, um genau zu sein, sonorte er in Bass und verabschiedete schließlich meinen Begleiter Hardo Strobel nach drei Jahren freier Mitarbeit ins Theologiestudium nach Heidelberg. Das alles spielte sich am 3. November 1980 ab, einem Montag, und von nun an war die Homburger Merkur-Redaktion meine fast tägliche Anlaufstation. Sie befand sich damals noch in der Zweibrücker Straße, schräg gegenüber dem Saalbau. In einem stattlichen Haus, dessen Fenstergewände besonders schön ins Auge stachen. Meine auf einer alten Reiseschreibmaschine getippten Texte übergab ich in der Regel Maju Schröder, ein kleines Schwätzchen gehörte mit ihr ebenso dazu wie der Austausch mit Hartmut Sutter. Stets war ihm daran gelegen, die Ankündigungen über die Versammlung des Rassegeflügelzuchtvereins, den Frauennachmittag oder die

Martin Baus bei der Arbeit.

FOTO: BAU

Gesangstunde möglichst „zeitnah“ im Blatt unterzubringen – obwohl es das Wort damals noch gar nicht gab. Lange blieb die Geschäftsstelle nicht mehr an dieser Stelle, bald folgte der Umzug an den Marktplatz, wo nun in der Mitte der historischen Häuserzeile auf der Seite zum Schlossberg hin eine neue Adresse bezogen wurde.

Maju Schröder saß vorne im Laden, nahm Anzeigen entgegen und verkaufte Kochbücher, die „Einmannredaktion“ befand sich hinter einer Glaswand. Irgendwann hieß es, dass „hsu“ bald „fest“ in die Redaktion nach Zweibrücken wechseln würde. So kam es denn auch. Für ihn kam Ina Lambach – ihr folgte bereits kurze Zeit später Heino Bern-

hardt aus dem St. Wendeler Land. „Unter ihm“ gab es bisweilen einen „Jour fixe“ morgens um elf im unweiten Ratskeller, wo die Homburger Journaille dann jene aktuellen Themen durchgehechelt wurden, die tags darauf dann in der Zeitung standen. „Heino“ wechselte dann nach Rheinfelden zum badischen „Südkurier“. Werner Kipper und Gustl Altherr waren die nächsten Redakteure, die ich in Homburg mit meinen Manuskripten bedachte. Ein paar Jahre noch wurde nach wie vor auf Papier geliefert, persönlich oder via Briefkasten, dann fanden Computer Verbreitung und die Zeit der beschriebenen Blätter mit 40 Zeilen auf Spaltenbreite mit etwa 40 Anschlägen hatte ein Ende. Ob es die neue Kommunikationstechnik war, die mithin den Ausschlag gab, dass die kleine, aber feine Homburger Merkur-Redaktion „dicht“ gemacht wurde? Maju Schröder hat den Umzug aus der Zweibrücker Straße an den Marktplatz noch mitgemacht. Mit dem 1. Juli 1989 wurde sie dann in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Und ich weiß noch ganz genau, wie ich wenige Monate später, an einem sonnigen Oktobertag 1989, auf ihre Todesanzeige im Merkur gestarrt habe. Ich konnte es nicht fassen.

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300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

220 000 Tote und eine völlig verwüstete Hauptstadt 2010: Schweres Erdbeben auf Haiti

NR. 223

Lautstarke Proteste in nordafrikanischen Staaten 5. Januar 2011: Der Arabische Frühling beginnt

SEITE XXXIX

Berufsarmee sucht ab sofort freiwillige Rekruten März 2011: Die Wehrpflicht in Deutschland wird ausgesetzt

„Einer der schönsten Berufe“ Edgar Steiger über seine Zeit als Redakteur des Pfälzischen Merkur Von Merkur-Mitarbeiter Martin Baus

D

abeisein, ohne dazu zu gehören“, dieses Zitat von Robert Lembke war – auf Papier geschrieben und an die Schreibmaschine geklebt – die Richtschnur, die Maxime, das Prinzip. Und wenn Edgar Steiger heute auf seine Zeit als Redakteur beim Pfälzischen Merkur zurückschaut, dann findet er auch im Nachhinein, dass dieser Leitsatz nichts von seiner Gültigkeit verloren hat. Ganz gleich, ob er ein Interview mit dem viel späteren Literaturnobelpreisträger Günter Grass geführt, über eine Stadtratssitzung geschrieben oder über eine Vereinsversammlung berichtet hat, stets war ihm daran gelegen, möglichst nahe am Geschehen zu sein – als eher unscheinbarer Beobachter, nicht als Akteur. Diese Regel hatte bisweilen aber auch kuriose Konsequenzen: Bei der Aufführung des „Etappenhasen“ von Willy Millowitsch in der Festhalle wurden zwei Katzen gebraucht – Edgar Steiger fuhr schnell nach Hause und verhalf zwei seiner Tiere so zu kurzzeitigem Bühnenruhm. Die Opernsängerin Ingeborg Hallstein kutschierte er im winzigen Fiat ins Hotel, dann wurde auch noch der Pianist eingeladen

und es ging weiter zur Festhalle, „Dort wurde auch der Merkur geder große Hut der Virtuosin wur- druckt, und irgendwann habe ich de irgendwo zwischen Blech und dann damit angefangen, auch Ersatzrad dazwischen ge- dem Merkur meine Texte zu schiquetscht. „Auf ein Gespräch mit cken“. Die wurden veröffentlicht, der Schauspielerin Heidi Brühl und bald wurde er gezielt zu Vermusste ich so lange warten, bis anstaltungen geschickt, um darüsie ihr Bier getrunken hatte, als ber zu berichten. Dann kam der 11. November Joy Fleming in Niederauerbach aufgetreten ist, habe ich auf ihren 1973: Im Clubheim des KarnevalSohn aufgepasst. Und Curd Jür- vereins wurde er von Günther gens hat mir erzählt, dass er für Bartz, dem Merkur-Verleger, zur sieben Pfennig Zeilenhonorar für Seite genommen und gebeten, eine Berliner Zeitung geschrie- doch einmal in der Redaktion vorbeizuschauen. „Und dann ben hat.“ Den „Wunsch, zur Zeitung zu kam die Frage, ob ich mein Hobby nicht zum Beruf gehen“, hatte das machen wolle“. 1940 in BubenGünther Bartz sei hausen geborene „Ein Gang ein großartiger Zweibrücker „EiMensch gewesen gengewächs“ durch die und ein nicht schon früh. Edgar Hauptstraße minder großartiSteiger begann ger Chef. „Er hat deshalb Schriftin Zweibrücken für den freien Zusetzer zu lernen, gang zum Beruf 1954 war das, bei hat mindestens des Journalisten der Druckerei zwei Stunden plädiert, und er Gölzer & Nicklas. hat diesen Aber das „selber gedauert.“ Grundsatz auch Schreiben“ wurgelebt. Nicht das de bald zu seiner Edgar Steiger Studium, nicht Passion, was bei das Volontariat einer wöchentlichen Arbeitszeit von 48 Stunden waren für ihn entscheidend, sonund regelmäßiger Samstagsar- dern die Berufung.“ Und so wurbeit gar nicht so einfach war. de Edgar Steiger denn Redakteur, Kurzgeschichten, Krimis, kleine Mitglied einer Redaktion, in der Essays aus seiner Feder wurden sich die „Richtigen“ gefunden zuerst im „Pfälzer Tageblatt“ ab- hatten – zusammen mit Günther gedruckt, das in Landau erschien. Bartz, Georg Steigner, Hartmut

Sutter, Walter Rinner und Hans Schuler (als „Elef“ in Zweibrücken bekannt und speziell für den Sport zuständig) sei ein einmaliges Team beisammen gewesen. „Nicht zu vergessen die Fotografen Herbert Bayer und Horst Grittner sowie die vielen zuverlässigen freien Mitarbeiter – es war einfach eine tolle Zeit“. Der Satz von Gerd Bucerius, wonach man nur mit einem „Kreis von Halbverrückten vernünftig Zeitung machen kann“, habe namentlich auf die damalige Merkur-Redaktion zugetroffen. Aber Zeitung machen, das war auch die Begegnung mit den Menschen „draußen“, und zwar auf Augenhöhe. „Ein Gang durch die Hauptstraße in Zweibrücken hat mindestens zwei Stunden gedauert. An allen Ecken sei man angesprochen worden. Und das gehörte natürlich auch zur Arbeit. So sind die Themen gekommen, die Neuigkeiten, die anderen Blickwinkel. Als Zeitung waren wir mittendrin im Geschehen“. Und dann, nach 500 Jahren, kam das Ende des „Bleizeitalters“ und der Lettern, Computer wurden zum neuen Werkzeug der Zeitungsmacher. Das sei keine einfache Zeit gewesen, selbst wenn die Schriftsetzerei zuvor, die Arbeit der Metteure, auch kein Zuckerschlecken war. „Jenen Artikel, bei dem die zweizeilige Überschrift letztmalig mit

Edgar Steiger, von Günther Bartz skizziert. Bleilettern gesetzt worden war, habe ich als Zeitzeugnis der Bibliotheca Bipontina überlassen“, skizziert er. Das Ende kam 1997, aus freien Stücken habe er seinen Beruf aufgegeben. Seitdem macht Edgar

FOTO: BAUS

Steiger freiberuflich „Beratung für Öffentlichkeitsarbeit“, immer noch, immer noch mit Herzblut. Sein Fazit: „Ich hatte eine sehr gute Zeit, und Journalist ist für mich nach wie vor der schönste aller Berufe.“

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SEITE XL

NR. 223

300 JAHRE PFÄLZISCHER MERKUR

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2013

Felix Baumgartner springt aus 38 Kilometern Höhe

FC Bayern München holt das Triple

Auf 40 Seiten: „300 Jahre Pfälzischer Merkur“

14. Oktober 2012: Aus der Stratosphäre zurück zur Erde

25. Mai 2013 : Champions-League-Finale in Wembley

25. September 2013: PM veröffentlicht Jubiläumsausgabe

Stadtrat beschließt: Innenstadt wird mit größtem Adventskranz der Welt vergrößert. KARIKATUR: ANDRO HIEGEL

Trauerarbeit nach der WM 2006 in Berlin.

KARIKATUR: RULLE

Nach dem Vereinigungsparteitag der West- und Ost-SPD im September 1990 bringt der PM diese Karikatur. Die SPD-Vorsitzenden Wolfgang Thierse (Ost) und Hans-Jochen Vogel (West) werden von Altkanzler Willy Brandt getraut. Im Hintergrund besiegt SPD-Kanzlerkandidat Oskar Lafontaine den Kanzler-Drachen Kohl. FOTO: PM/ARCHIV

Mit Stift und Pinsel gegen Missstände Karikaturen nehmen gesellschaftliche und politische Ereignisse aufs Korn Von Merkur-Mitarbeiter Christian Göbel

K Das Labyrinth des US-Präsidenten Bill Clinton.

KARIKATUR: PAULMICHL

Als möglich aber unwahrscheinlich gilt, dass der Castor-Transport über Homburg nach Zweibrücken umgeleitet wird. Dieser Satz kam nicht nur wegen eines fehlenden Kommas so nicht ins Blatt. Zumindest noch nicht beim letzten Transport Ende November – da fehlten nämlich noch die Bahngleise. KARIKATUR: ANDRO HIEGEL

arikaturen sind komisch überzeichnete Darstellungen von Menschen, Zuständen oder Ereignissen. Der Begriff leitet sich von dem italienischen Verb „caricare“ ab, was überladen oder übertreiben bedeutet. Heute gilt die Karikatur als journalistische Darstellungsform. Vorläufer im künstlerischen Bereich sind bereits in der Antike und im Mittelalter in grotesken Darstellungen von Figu-

ren und Szenen zu finden. Im späten 16. Jahrhundert wird die Karikatur als Genre begründet, als erstmals in Italien die groteske Malerei in der Porträtkunst angewandt wurde: Auf radikale Weise wurden menschliche Missbildungen in der bildlichen Darstellung verzerrt wiedergegeben. Häufig arbeiten Karikaturen mit Reduzierungen, konzentrieren sich auf besondere Merkmale des Dargestellten und stellen diese deutlich heraus. Im 17. und 18. Jahrhundert breitete sich die Kunstform der Karikatur in Europa aus. Zuneh-

Karikatur von Meinhard Mangold, der in seiner Zeit als Schriftsetzer beim PM öfter mal zur Feder greifen durfte.

mend wurden auch gesellschaftliche und politische Ereignisse und Zustände kritisch thematisiert. Diese Tendenz intensivierte sich mit den gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts. Die Karikatur dient spätestens seit dem 20. Jahrhundert in erster Linie in den Zeitungen als satirisches Vehikel und Ventil der Kritik an Personen, besonders an den politischen Machthabern, und der Kommentierung von Ereignissen. Karikaturen dienen der Meinungsbildung und fordern den Leser aktiv zur Rezeption auf.

Die geballte Opposition...

Erforderlich für das Verständnis einer Karikatur ist der Kontext. Dies macht es oft schwierig, ältere Karikaturen noch zu verstehen. Bei den Lesern besonders beliebt sind die Personenkarikaturen, wenn Politiker in grober Überzeichnung ihrer jeweiligen charakteristischen äußerlichen Merkmale abgebildet werden, häufig kombiniert mit einer Textzeile, die das Verständnis mit beeinflusst. Letztlich sind Karikaturen immer auch ein Ausdruck der herrschenden Pressefreiheit, da in ihnen die Machthaber verspottet werden dürfen.

KARIKATUR: STUTTMANN

„Herzlichen Glückwunsch!“ Wir gratulieren zu 300 Jahren Pfälzischer Merkur und danken für die angenehme Zusammenarbeit.


300jahre