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VORBERICHT 21. SPIELTAG

KREISLIGA - B - MOSEL/HOCHWALD

11ER – DAS FUSSBALLMAGAZIN

VORBERICHT TOPSPIEL 21. SPIELTAG

SG Zerf II - SG Gusenburg Der allerletzte Strohhalm für die Junker-Elf “Es nützt nichts, jetzt noch um den heißen Brei herumzureden: Ich hatte vor der Winterpause aus vier Spielen neun Punkte gefordert, davon können wir mit dem Nachholspiel gegen Mandern maximal noch sechs erreichen. Das ist einfach zu wenig.” Mangelnden Realismus kann man Zerf II-Trainer Martin Junker sicherlich nicht vorwerfen, mit lediglich sieben Punkten aus 18 Spielen stehen die Zerfer abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz und haben einen unüberwindbar scheinenden Abstand von 14 Zählern auf das rettende Ufer. Umso löblicher, dass die Hochwälder keinesfalls vorhaben, den Spielbetrieb einzustellen: “So lange es rechnerisch noch möglich ist, werden wir auf jeden Fall Gas geben und alles probieren.” Dennoch glaubt Junker nicht mehr wirklich an den Klassenerhalt. Wichtiger sei allerdings ohnehin die Situation der ersten Mannschaft, die in der A-Klasse um den Klassenerhalt kämpft. Dieser kommen entsprechend auch in einer Lage, in der dem Gesamtkader sechs Spieler aus ver-

schiedenen Gründen fehlen, die meisten Ressourcen zu. Etwas freundlicher sieht die Lage dagegen in Gusenburg aus, vor allem nach dem jüngsten Erfolg gegen Kell: “Ein extrem wichtiger Sieg, das waren sechs Punkte”, beurteilt Trainer Steffen Heßler das überzeugende 5:1. Der Coach, der sich durchaus der Schwere der kommenden Partie gegen die HochwaldSG bewusst ist, kann inzwischen aus einem vollen Kader schöpfen und sich auch über eine gesteigerte Trainingsbeteiligung freuen. Ein Umstand, der in der Vorbereitung noch anders aussah: “In verschiedenen Mannschaftsteilen war immer nur ein Rumpf des Teams da, und da konnte man schlecht taktische Feinheiten trainieren.” Dennoch hätten sich die Spieler durchaus auch weiterentwickelt, auch wenn “noch zu viele Fehler gemacht werden: es herrscht immer noch zu viel Ballunsicherheit, aber da arbeiten wir momentan dran”. Nun hat Heßler einen Sieg gegen Zerf eingeplant, auch wenn er diesen keinesfalls als selbstverständlich

Die Trainer im Interview Martin Junker - SG Zerf II

ansieht: “Wir müssen wirklich mehr als 100 Prozent geben, sonst kommen wir unter die Räder.” Die Marschroute lautet deswegen konzentriert zu spielen, keine Gegentore zuzulassen und die Chancen, die sich vorne erarbeitet werden, zu Toren umzuwandeln. “Außerdem wollen wir aus den Fehlern der letzten Spiele lernen, und dann können wir dort sicher auch gewinnen.” Siegesmöglichkeiten sieht auf der anderen Seite allerdings auch Junker für

seine Mannschaft: diese habe bislang in fast jeder Begegnung die Chance gehabt, etwas Zählbares zu erlangen. “Aber es sind nun mal die Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen. Wo uns vielleicht auch in den entscheidenden Situationen ein wenig die Cleverness fehlt, so dass wir am Ende der Partie meistens mit leeren Händen da stehen.” Das soll sich gegen Gusenburg endlich wieder ändern. Zerf, 20.03.2011, 14.30h

Steffen Heßler - SG Gusenburg

“Schwer, die Spieler zu motivieren” 11ER: Herr Junker, wie hat sich der Trainerwechsel in der ersten Mannschaft auf Ihre Arbeit ausgewirkt? Martin Junker: Eigentlich gar nicht. Tom Lauer und ich kennen uns schon vier, fünf Jahre und spätestens seit der gemeinsamen Zeit bei der SG Hochwald auch sehr gut. Deswegen hat der Wechsel auf meine Arbeit keine Auswirkungen. 11ER: Ist Zerf II momentan als eigene Mannschaft zu sehen, oder aufgrund der schwierigen Situation in der ersten Elf eher als Reservoir für Zerf I? Martin Junker: Wir verstehen uns sowieso als Ergänzung für die erste Mannschaft. Das ist ganz klar und so sollte das bei einer zweiten Mannschaft auch sein. 11ER: Sieht es so aus, dass Sie momentan viele Spieler abgeben müssen? Martin Junker: Im Moment haben wir im Gesamtkader vier Langzeitverletzte, außerdem noch zwei studiumsbedingte Ausfälle. Das können wir in der zweiten Mannschaft momentan nicht kompensieren. Man darf die Leute allerdings auch nicht zu sehr in Schutz nehmen: Die Spieler, die ich zur Verfügung habe, haben in der Vorbereitung nicht gut trainiert. Das erkennt man im Moment ein wenig daran, dass wir uns sehr späte Tore fangen. Das

Steht kurz vor der Bruchlandung im Abstiegskampf: die SG Zerf II mit Rainer Witt (rechts). Foto: Rainer Braband

liegt an der mangelnden Trainingsbeteiligung und stellt uns vor große Probleme. 11ER: Die Vorbereitung ist nicht Ihren Vorstellungen entsprechend verlaufen? Martin Junker: Gegen Issel hatte ich sechs Spieler im Kader, die topfit waren und jede Einheit mitgemacht haben. Und dann habe ich noch sechs, sieben Spieler im Kader, die momentan nicht auf ihrem gewohnt hohen Niveau spielen können. Auch, wenn diese viele Trainingseinheiten arbeitsbedingt ausfallen lassen mussten, wäre da sicher noch die eine oder andere Einheit mehr drin gewesen. Es ist allerdings schwer, sich noch einmal zu motivieren, wenn man so abgeschlagen ist wie wir. Da ist es für die Spieler nicht einfach, von der Couch aufzustehen und ins Training zu gehen. 11ER: Was ist Ihrer Ansicht nach der Hauptunterschied zur letzten Saison? Ist die Klasse einfach stärker? Martin Junker: Das ist ja unser erstes Jahr in der B-Klasse. Hier sind viele Mannschaften mit einer hohen spielerischen Qualität, die auch in der A-Klasse bestehen könnten. Dazu kommt die Abhängigkeit von der ersten Elf: Wenn es dort nicht läuft, müssen Spieler abgegeben werden und so können wir hier nicht bestehen.

“Sind für alles gewappnet” 11ER: Herr Heßler, wie wichtig war der Sieg am Wochenende gegen Kell? Steffen Heßler: Der Sieg war extrem wichtig, denn damit haben wir uns nun noch einmal alle Tore geöffnet um uns mit einem Erfolg gegen Zerf komplett unten rauszuschießen und das Abstiegsgespenst etwas zu vertreiben. Insofern denke ich, dass das keine drei, sondern sechs Punkte gegen einen Abstiegskonkurrenten waren. 11ER: Wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung gewesen? Steffen Heßler: Die Vorbereitung war eher durchwachsen, da eine Reihe von Spielern studiums-, arbeits- und verletzungsbedingt nicht immer teilnehmen konnten. Deswegen konnten wir vor allem zu Beginn der Vorbereitung oft nur mit einer Rumpf-Elf trainieren, was sich letzten Endes in der Partie gegen Geisfeld vor allem in der zweiten Halbzeit bemerkbar machte. Da waren einige Spieler konditionell nicht so auf der Höhe. 11ER: Hat sich die Kondition seitdem noch etwas gebessert? Steffen Heßler: Schon. Momentan ist es so, dass ich wieder mehr Spieler im Training habe, weil die Studenten da sind und wir keine Verletzten haben, so dass wir personell aus dem Vollen schöpfen

können. Deswegen bin ich auch guter Dinge für die nächste Woche. 11ER: Wie bereiten Sie sich nun auf die Partie gegen Zerf vor? Steffen Heßler: Wir werden uns wie immer sehr konzentriert vorbereiten. Man weiß natürlich nicht, ob die Zerfer nicht noch den einen oder anderen Spieler aus der ersten Mannschaft dabei haben, aber wir sind für alles gewappnet. Zerf muss selbst jeden Strohhalm suchen, um zu punkten. Wir nehmen die Partie sehr ernst und wollen dort unter allen Umständen gewinnen. 11ER: Wie gefährlich ist ein Gegner, der am Tabellenende steht? Steffen Heßler: Ein angeschlagener Gegner versucht sich natürlich mit allen Mitteln zu wehren, und wir müssen die Partie genauso ernst nehmen und mit genauso viel Elan hinein gehen wie gegen Geisfeld. Auch wenn wir dort verloren haben, waren wir doch mit der nötigen Einstellung bei der Sache, und so können wir auch Erfolge ernten. Aber wenn ein Spieler meint, wir könnten einfach so aus Spaß nach Zerf fahren und die drei Punkte mitnehmen, dann irrt er sich gewaltig – und wir könnten einen bösen Dämpfer bekommen.

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Elfer, 11 Freunde, Fussball

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