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L I E B E N S W E RT R H E I N - M A I N

TIEF IM WALD VERSTECKT, DA STEHT EIN TRAUMZAUBERHAUS KÖ N I G S T E I N , 2 5 K M I N D I E F R A N K F U RT E R C I T Y

Tannen, Lärchen und Fichten, wohin die Augen blicken. Die Sonne lugt durch die hohen Baumwipfel, Vögel zwitschern und es duftet nach würzigem Harz und frischem Moos. „Im Wald zu leben, hat etwas ungemein Inspirierendes“, finden Dunja und Markus. Und wenn man ihr Zuhause betritt, weiß man, was sie meinen.

Dunjas Vater kaufte das rustikale Haus mit 3 ha Waldfläche

Gestalterisch trägt der zivilisatorische Wohnrückzug bei

in den 80er-Jahren, um hier Landwirtschaft mit Hühnern,

der Architektin, die das kreative Dekorieren erfunden haben

Schafen und Pferden zu betreiben. Wilde Geschichten rank-

könnte, und dem baubegabten Mediengestalter reiche

ten sich um das 1920 von einem Frankfurter Bankier als

Früchte. Es ist eine Mischung aus geborgenem Landhausstil,

Wochenendresidenz erbaute Anwesen. Es wurde als Wild-

erfrischendem skandinavischem Design und eigenen Krea-

gehege genutzt, in dem weißes Damwild und ein Gepard

tionen, die die beiden geschaffen haben. Mit viel feinem

gelebt haben sollen. Als die in Königstein aufgewachsene

Gespür für passende Formen, harmonische Farben und be-

Dunja in Wiesbaden zu studieren begann, fand sie das

sondere Muster lässt sich Dunja, die als Stylistin für Foto-

Waldhaus perfekt geeignet, um dort eine Studenten-WG zu

shootings tätig ist, von der Natur inspirieren.

gründen. Das war 1994 und seitdem ist sie dem Wald und

Alle Wohnräume fühlen sich wie ein Spaziergang durch

dem Haus in wechselnden Besetzungen treu geblieben.

eine duftige Sommerwiese an. Luftiges Türkis im Schlaf-

Markus entschloss sich vor 9 Jahren, in Dunjas Leben einzu-

zimmer, kombiniert mit weichen Ornamentdecken und

ziehen, und 2006 kam ihre Tochter Lucca als „Christkind“

passend selbstgenähten Kissen in Grün- und Blautönen,

zur Welt. Damals überlegte das Paar, sich wohnlich zu ver-

zaubert Wohlfühlatmosphäre. Im Wohnzimmer zeigen selbst-

ändern. Denn das Leben im Wald ist nicht nur romantisch.

verlegtes Stäbchenparkett, bunte Büchertürme und rustikale

„In kalten Wintern sind wir manchmal komplett einge-

Hocker das handwerkliche Können von Markus. Meist hat

schneit und kommen dann nicht weg“, berichtet Dunja. Es

Dunja die Idee für das nächste Umbauprojekt. Markus ist

wird dann auch keine Post gebracht und einfach mal schnell

schnell davon begeistert und setzt fast alles in Eigenleistung

zum Supermarkt oder zum Arzt fahren, geht nicht so leicht.

um. Ein Mann mit sprichwörtlich „goldenen Händen“. Der

Für solche Zeiten sorgt die Familie mittlerweile gut vor.

gebürtige Aschaffenburger hat bereits in frühester Jugend

Tochter Lucca kennt es nicht anders. Sie selbst besucht den

begonnen, selbst zu bauen. Als Kind zog Markus mit seinen

Waldkindergarten und wächst ganz selbstverständlich mit

Eltern oft um und wünschte sich einen festen Wohnort, an

der Natur und den Tieren auf. Dunja und Markus haben einen

dem er nach seinen Vorstellungen gestalten konnte. Auf dem

großen Freundeskreis in Rhein-Main und so kommt oft Be-

Waldgrundstück hat er nun genügend Platz und dank der

such aus Wiesbaden, Kelkheim, Darmstadt oder Frankfurt.

Bäume, die er regelmäßig fällen muss, auch ausreichend

Sie selbst sind viel unterwegs und verlassen ihr grünes Zu-

Baumaterial, um seine und Dunjas große Leidenschaft fürs

hause, um Ausflüge in die Stadt zu unternehmen.

Bauen, Renovieren und Gestalten zu leben.

WAS BEDE UTE T HE I MAT FÜR EU C H ?

„Wir wollten unbedingt in Rhein-Main bleiben. Jedes Mal, wenn wir die Landschaft des Taunus sehen – besonders die Farben – freuen wir uns.“

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Liebenswert – Wohnen in FrankfurtRheinMain ERWEITERT  

Erweiterte Leseprobe des farbenprächtigen Erzähl-Bildbandes „Liebenswert – Wohnen in FrankfurtRheinMain“. Ein Buch mit viel Liebe zum Detail...