{' '} {' '}
Limited time offer
SAVE % on your upgrade.

Page 1

LIEBENACHBARN D A S L E C K E R S T E S TA D T M A G A Z I N F Ü R W Ü R Z B U R G S PÄT S O M M E R 2 0 1 8 – K O S T E N L O S – N I M M E S M I T !

EIN SOMMER ZUM DAHINSCHMELZEN KALTE QUELLE – CAMPING VOR DER HAUSTÜR

DAS ORIGINAL – HANDSCHRIFTEN


SCHATTIGES PLÄTZCHEN? BESUCHEN SIE UNSERE NEUE OUTDOOR-AUSSTELLUNG IN DER EDITH-STEIN STR.3 IN WÜRZBURG. WIR FREUEN UNS AUF IHREN BESUCH!

büroforum planen und einrichten GmbH Edith-Stein-Str. 3, 97084 Würzburg Tel. 0931 . 46 798 0 einrichten design Citystore Spiegelstraße 2, 97070 Würzburg Tel. 0931 . 46 798 146 www.bueroforum.net


1. EDITORIAL

LIEBSTE NACHBARN

E-Mails beantworten, die das Postfach überfüllen – und man hofft vergeblich auf das Urlaubsboni-Verständnis von Kollegen und Kunden. Wir waren unterwegs in diesem heißesten Sommer ever, haben uns tief in die Nachbarschaft hineingeforscht und konnten – obwohl wir glaubten, Würzburg eigentlich schon wie unsere Westentasche zu kennen – jede Menge Neues entdecken: ... in den leeren, heißen Strassen im August … im zwischennachbarschaftlichen Miteinander am Campingplatz Kalte Quelle … und in den Handschrift-Schatzkisten von Klaus Meixner.

D

er Sommer ist vorbei. Die Ferien sind rum. Aus-

In diesem Sinne: Betrachtet dieses Heft wie die

gelutscht. So schnell. Wir wollten so unendlich

Erinnerung an ein sommerliches Eis: – süß, lecker

viel unternehmen und erleben … doch die Zeit ist

aber leider auch vergänglich – und schleckt es (in-

erbarmungslos in unseren Fingern weggeschmolzen

haltlich) genüsslich aus ;)

und hinterlässt ein klebriges, aber schönes Gefühl an die letzten warmen Monate. Jetzt beginnt wieder der Ernst des Lebens: Die Schule, später die Uni, im Job muss man langsam wieder

DIE LIEBEN NACHBARN MODELS: Julia & Rosalie FOTOS: Nico Manger HAIR & MAKEUP: Maria Mihm by Friseur Mihm / Mellrichstadt


fotostudio // fotomietstudio // events

Platz zum Kreativ-Austoben! www.studio5d.de

ºdie eine... oder keine!

º die eine... agentur für gestaltung gute ideen • design • internet • fotografie festungsflimmern & liebe nachbarn Beethovenstr. 5d • 97080 Würzburg

www.dieeine.de


THOMAS BRANDT besitzt neben textlichem Gespür ein ausgeprägtes Talent für Baustellen. Sie verfolgen ihn von der Wohnung bis ins Büro und wieder zurück. Trotzdem wandert er vermutlich nie nach Schottland aus, obwohl er pausenlos (und viel) davon spricht. Und von allem anderen auch.

0. INTRO – ALLES DRIN

WER MACHT WAS? 1. EDITORIAL – LIEBSTE NACHBARN

NICO MANGER ist Kommunikations-Designer und hat sich LIEBE NACHBARN ausgedacht.

2. SHORT CUTS – STADTGESCHICHTEN

Er gestaltet das Magazin, schreibt hier und da mal einen kleinen Text und macht hier und da mal eine Fotoserie.

3. NACHBARSCHAFT – ÜBER DEN TELLERRAND

Im Sommer veranstaltet er diverse Flimmern-Openair-Kinos in der Stadt.

CHRISTIAN GÖTZ ist bekannt aus Funk & Fernsehen. Wenn der Medienstar gerade nicht im heute Journal auftritt, verreist er ungern und fährt stattliche alte Autos – die mittlerweile mehr Fläche einnehmen als seine Wohnung.

4. DAHOAM IST DAHOAM? – ES IST EIN HEIMATLIED 5. BITTE EINEN ... APFEL 6. HIER UM DIE ECKE – CAMPINGPLATZ KALTE QUELLE 7. MIT ANDEREN AUGEN – BALANCE

JULIA RÖSCH packt gerne ihren Backpack. Sie liebt

8. WOHNEN – GEFÄRBTES GLAS

es, unterwegs zu sein – egal, ob mit dem Bus, dem Zug, dem Flieger oder zu Fuß. Gut nur, dass sie ihren Job als freiberufliche Texterin so einfach mit

9. FASHION – MIETMODE VS. KONSUM WAHN?

dem Reisen verbinden kann.

10. EINSAMES WÜRZBURG – IM AUGUST ANNA-LUCIA MENSING hat Italienisch, Spanisch und Kriminologie studiert, weshalb sie in Telenovelas auch

11. BERUFUNG – ORIGINAL HANDSCHRIFTEN

locker die Ermittlerin geben könnte. Als freie Texterin geht sie aber ebenso gerne für uns den Dingen auf den Grund.

LISA DILLHOFF Sich (schriftlich) kurz zu fassen ist nicht so ihr Ding. Außer es ist früh am Morgen – also vor neun. Die Würzburgerin hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und arbeitet seit ihrem Germanistikstudium lieber als Texterin statt als Taxifahrerin.

12. FOTORÄTSEL – AUF DEN HUND GEKOMMEN 13. HERZ – QUALITÄT EINES HERRENLOSEN GEPÄCKSTÜCKS 14. AUFREGER – DAS DING MIT DEM WEISS 15. HÖREN & TANZEN – ROLLINGSTONE PARK 17. RECHTHABEN – DIE NEUE DSGVO

PAULINE FÜG Bühnenpoetin und Autorin. Nach ihrem Studium der Psychologie lebt sie jetzt in Würzburg und in den 2. Klasse-

19. HINTENDRAN – IMPRESSUM & SPAM

Abteilen der Deutschen Bahn.

22. HERZEN – ALLES, WAS UNS LIEB IST STEFANIE SCHWEIZER Hat am Literaturinstitut Hildesheim studiert, lebt und schreibt aktuell in Hannover. Ihre Kurzgeschichten erschienen in Anthologien und Literaturzeitschriften. 2013 erhielt sie

WEITERE MITARBEITER / GASTAUTOREN DIESER AUSGABE: ALEXANDER NICKEL-HOPFENGART,

das Otto-Rombach-Stipendium der Stadt

ULRIKE GLÄSSEL, SARAH THEISEN

Heilbronn. DR. RER. NAT. DIPL.-ING. UNIV. SEBASTIAN FIEDLER

MICHEL MAYR

Wissenschaftler und Alltagsphilosoph in

Österreichisch-wahlfränkischer Hochseeka-

Personalunion. Liebt Herausforderungen

pitän. Kämpft mit Glamrockdauerschleifen

und braucht Abwechslung. Sein Treibstoff:

und grundsätzlichen Grundsatzdiskussionen

Humor und Kaffee. Für beides gilt: je

gegen die allgemeine Wurschtigkeit.

schwärzer, desto besser.


2. SHORT CUTS

STADT GESCHICHTEN Aufgezeichnet von Christian Götz, Thomas Brandt und Nico Manger

AN EINER AMPELKREUZUNG IN WÜRZBURG LACH- UND DACHGESCHICHTEN Ein Auto mit einer Geldkassette auf dem Dach hält an der

NEULICH IN DER SPIEGELSTRASSE

roten Ampel. Der Motorradfahrer neben dem Wagen klopft

WAS – NEIN – DOCH NEIIIN!

an die Scheibe des Fahrers: „Hey, du hast eine Geldkassette

Ein sichtlich überforderter Vater mit zwei Kindern, einem

auf dem Dach.“ Autofahrer: „Ja, klar.“ Motorradfahrer: „Ehr-

schreienden im Kinderwagen und einem „Nein“ schreien-

lich, du hast eine Geldkassette auf dem Dach.“ Autofahrer:

den daneben. Vater: „Du hörst jetzt sofort auf, ständig

„Ich steig dir gleich aufs Dach.“ Motorradfahrer: „Guck!“ Au-

Nein zu sagen!“ Kind: „Neinneinneinneinneinneinnein-

tofahrer guckt. Autofahrer: „Scheiße, echt – danke Mann!“

neinneinneinneinnein!!!“


2. SHORT CUTS

ABENDS IN EINEM WÜRZBURGER RESTAURANT RAHMSCHNITZEL TOGO Verdammt, ich hätte vor dem Abendessen heute die Gummibärchen weglassen sollen – so gut die beiden in Rahm ertränkten Fleischstücke auch schmecken, ich krieg nur eins rein. Doch das andere wegwerfen (lassen)? Denkste! Kur-

SPÄTSOMMERTAG AM MAIN (ODER WAR ES DOCH AM MEER?)

zentschlossen wickle ich das gatschige Ding in meine Papier-

MADE JA NIX!

serviette und bugsiere es so unauffällig wie vorsichtig an

Gerade haben wir es uns unterm mitgebrachten Sonnen-

der Garderobe in meine jüngst erworbene grüne Jacke. Als

schirm gemütlich gemacht – als plötzlich ein Mann auf uns

ich daheim das Schnitzel aus der Tasche ziehen will, ist diese

zugeht. „Hey, das ist mein Sonnenschirm.“ Kumpel 1: „Wie

ebenso sauber wie leer. Ich hatte das Ding schlicht in eine

bitte?“ Mann: „Das ist mein Sonnenschirm, den hab ich

„baugleiche“ Jacke versenkt. Sollte also jemand zufällig ein

eben grad von einem Afrikaner gekauft.“ Kumpel 2: „Das

in Papier gewickeltes Rahmschnitzel in seiner Tasche finden

kann nicht sein – schau, der ist Made in China!“ Mann: „Ach

... braucht er sich nicht mehr zu melden.

so, okay - sorry.“

WÜRZBURG, 14./15.09. Bühnenshows & Einkaufsspaß!

WÜRZBURG, 28.10. verkaufsoffen von 13-18 Uhr 8.000 kostenlose Parkplätze ALLERHEILIGEN-MESSE 27.10. bis 11.11. www.mantelsonntag.de

www.stadtfest-wuerzburg.de


3. IN DER NACHBARSCHAFT

#MAKETHEWORLD ABETTERPLATE ÜBER DEN TELLERRAND

NICHTS VERBINDET MENSCHEN SO SCHNELL WIE GEMEINSAMES KOCHEN UND ESSEN: „ÜBER DEN TELLERRAND“ BRINGT GEFLÜCHTETE UND WÜRZBURGER LOCALS AN EINEN TISCH.

I

n der Küche der MS Zufriedenheit herrscht reges Treiben. 20 Leute aus unterschiedlichen Kulturen sind dabei, Gemüseberge klein zu schnippeln, Hähnchen zu zerteilen und Salat vorzubereiten, um schon bald zusammen an einem großen Esstisch gemeinsam ein leckeres Menü genießen können – Hühnerfleisch und Gemüse mit Reis auf guineische Art soll es geben. Als Nachtisch warten zudem die selbst gebackenen Desserts Halauiet al schbn und Basbousa, die ein Syrer als Gastgeschenk mitgebracht hat, auf die eifrigen Köche. Wir befinden uns bei einem Kochevent der „Über den Tellerrand“-Community Würzburg, einem Integrations-

projekt der besonderen Art. Die Idee dahinter ist ganz einfach: Einmal im Monat treffen sich Geflüchtete und Einheimische zum gemeinsamen Kochen und Essen, lernen dabei einander kennen und erfahren mehr über die verschiedenen Kulturen. Ganz ohne jegliche Berührungsängste. Seit 2013 gibt es die Aktion in Berlin, seit 2016 in Würzburg. Zur verdanken ist das dem Engagement von Linda und Valentina, die beiden holten „Über den Tellerrand“ in unsere liebe Nachbarschaft und stellen Monat für Monat mit ihrem Orga-Team ein Kochevent auf die Beine. Wir haben Linda getroffen und mit ihr über das Projekt gesprochen:


3. IN DER NACHBARSCHAFT

LINDA, KANNST DU UNS NOCH EINMAL SAGEN, WAS „ÜBER DEN TELLERRAND“ GENAU IST? „Über den Tellerrand“ wurde 2013 in Berlin gegründet und trägt seither dazu bei, grenzübergreifende Begegnungen und den Austausch auf Augenhöhe zwischen verschiedensten Kulturen zu ermöglichen – und wie könnte das besser funktionieren als beim gemeinsamen Kochen und Essen? Heißt, bei uns geht der Kulturaustausch durch den Magen. Mit unseren Kochevents verbringen wir nicht nur eine tolle

deutsche Gerichte wie Kartoffelsalat oder Serviettenknödel zubereitet. Außerdem veranstalten wir manchmal Themen-

Zeit miteinander, sondern sorgen auch dafür, dass beidseitig Vorurteile abgebaut, Offenheit und Respekt gefördert, Sprachkenntnisse und kulturelles Wissen weitergegeben oder auch Freundschaften geschlossen werden. Mittlerweile gibt es übrigens in Deutschland, Österreich und der Schweiz

abende, an denen es zum Beispiel verschiedene Suppen aus

über 30 Communities. WIE BIST DU ALS (MIT-)INITIATORIN AUF DAS PROJEKT „ÜBER DEN TELLERRAND“ AUFMERKSAM GEWORDEN? Ich kannte „Über den Tellerrand“ durch eine Bekannte, die eine der Berliner Mitbegründerinnen ist – und war von an Anfang an dem Projekt begeistert. Während der „Flüchtlingskrise“ wollte ich mich dann selbst aktiv engagieren, fand aber fast nur Projekte, bei denen es lediglich „Helfer“ und „Geholfene“ gab. Das reichte mir nicht, ich wollte die Geflüchteten persönlich kennenlernen und ihnen auf Augenhöhe begegnen, etwas aus meiner Heimat einbringen, und zugleich mehr über ihre Kultur erfahren. Da kam mir die Idee, selbst eine „Über den Tellerrand“-Community in Würzburg zu starten. Mit Valentina Kathrin, Katharina und Franziska hatte ich dann schnell ein Team gefunden, um das Projekt anzugehen. UND WIE LAUFEN EURE KOCH-EVENTS AB? Wir treffen uns immer am ersten Montag im Monat – außer an Feiertagen oder während des Ramadan – in der Küche der MS Zufriedenheit, die uns die Location kostenlos zur Verfügung stellt, wofür wir sehr dankbar sind. Meist sind wir so zwischen 15 und 20 Leute, die dann zusammen unter Anleitung von einem oder mehreren vorher auserkorenen „Köchen“ ein Gericht und ein Dessert zaubern. Dabei wird geschnippelt, gerührt, gebacken, gebraten, abgeschmeckt und natürlich auch viel miteinander gequatscht. Danach essen wir gemeinsam – und wem es geschmeckt hat, der darf gerne eine kleine Spende in unserer Spendendose zurücklassen – so finanzieren wir uns nämlich. APROPOS SCHMECKEN. WAS KOMMT DENN BEI „ÜBER DEN TELLERRAND“ SO IN DEN TOPF? Wir kochen viel syrisch, da viele Teilnehmer aus Syrien stammen. Aber wir haben auch schon afrikanische und typisch

unterschiedlichen Kulturen oder auch mal Pizza gibt. WAS KONNTEST DU FÜR DICH AUS DEM PROJEKT BISHER MITNEHMEN? Jede Menge. Ich durfte viele wunderbare Menschen und deren Kulturen kennenlernen sowie köstliches Essen probieren, das ich sonst wohl nie gegessen hätte. Zudem habe ich dank der vielen Geschichten, die man im Austausch mit Geflüchteten so erzählt bekommt, wieder mehr unseren Wohlstand und Status hier in Deutschland schätzen gelernt und sehe nicht mehr alles als selbstverständlich an. LETZTE FRAGE, DIE SICHERLICH VIELE UNSERER LESER BRENNEND INTERESSIERT: WIE KANN ICH BEI „ÜBER DEN TELLERRAND“ MITKOCHEN? Es gibt eine Facebook-Gruppe „Über den Tellerrand Community Würzburg“. Hier posten wir alle Veranstaltungen. Wer Lust hat mitzukochen, meldet sich dort einfach bei uns an. Meistens müssen Interessierte aber schnell sein, denn die Plätze sind heiß begehrt. Bei sonstigen Fragen, Rückmeldungen und Co. am besten eine Mail an wuerzburg@ueberdentellerrand. org schicken. Wir freuen uns über jeden (neuen) Mitkocher! MEHR INFOS UNTER: ueberdentellerrand.org/wuerzburg Die nächsten Termine (unter Vorbehalt): 8. Oktober, 5. November, 3. Dezember Text & Fotos: Julia Rösch


4. DAHOAM IST DAHOAM?

ES IST EIN HEIMATLIED HEIMAT IST EIN ZIEMLICH SCHÖNES WORT – UND LEIDER ZUGLEICH EIN ZIEMLICH FURCHTBARES. POPULISTISCH AUFGELADEN UND VIELFACH MISSBRAUCHT, FÄLLT ES SCHWER, DIESEN BEGRIFF HEUTE VOLLKOMMEN WERTFREI ZU VERWENDEN. HEIMAT BESITZT (NICHT ERST IN UNSERER ZEIT) EINE ZUTIEFST POLITISCHE BEDEUTUNG. AUF DER SUCHE NACH EINER DEFINITION IST ABER VIELLEICHT GERADE DIE ZWEITE DIMENSION VON HEIMAT ENTSCHEIDEND: NÄMLICH DIE PERSÖNLICHE.

Wenn ich an meinen Heimatort denke, dann denke ich zuerst an die Fleischküchle meiner Mutter. Natürlich die besten der Welt. Ich denke an einen Samstagmorgen, an dem aus unserer Küche der Geruch von angebratenem Fleisch in mein Zimmer steigt, und an die Geräusche, die einen Stock tiefer aus der Werkstatt meines Vaters schallen – durchmischt von heftigem Gefluche. Zuhause muss eben immer irgendetwas repariert werden. Und immer klappt dabei irgendetwas nicht. Soviel ist sicher. Überhaupt ist Heimat in diesen Momenten, die sich in meiner Erinnerung über Jahrzehnte hinwegziehen, vor allem Sicherheit. Das Gefühl, sich um nichts sorgen zu müssen, weil jedes winzige

Heimat, das ist für mich der Ort, an dem ich geboren und

Detail so ist, wie es immer schon war – und auch für immer

aufgewachsen bin. Gute 40 Kilometer entfernt von Würzburg,

so bleiben wird.Doch genau an dieser Stelle tappen viele

im nördlichen Baden-Württemberg. Eine Kleinstadt, 3.500

Menschen – mich eingeschlossen – in die Falle. Denn wenn

Einwohner, zwei Tankstellen, ein Discounter, Metzger,

ich heute durch meinen Heimatort schlendere, entlang

Grundschule,

natürlich

der Hauptstraße, wo sich die geschlossenen Geschäfte wie

erfolglose Bürgerinitiative, die seit gefühlten 150 Jahren für

glanzlose Perlen an einer Kette aneinanderreihen, über die

eine Umgehungsstraße kämpft – alles in allem also nichts

pittoreske Brücke am Fluss mit ihren nur wenig pittoresken

Besonders. Aber eben – im Gegensatz zu Würzburg, wo ich

Graffitis (mein jugendliches Ich ist unschuldig!) bis hin zu

seit über zehn Jahren lebe – meine Heimat.

den leuchtenden Rapsfeldern, die aufgrund ihrer intensiven

Dorfdoktor,

die

obligatorische,


4. DAHOAM IST DAHOAM?

Bewirtschaftung seit einigen Jahren bei starken Regenfällen

UND HIER SOLL ALSO MEINE HEIMAT SEIN?

für regelmäßige Schlammlawinen sorgen, dann muss ich mir

Das Gute an einem persönlichen Heimatbegriff ist seine

offen und ehrlich eingestehen: Meine Heimat bleibt alles

enorme Widerstandsfähigkeit, seine Robustheit. Denn

andere als gleich. Sie verändert sich unentwegt – und hat

obwohl all diese nachteiligen Entwicklungen in meinem

sich immer schon verändert.

Dorf tagtäglich stattfinden, gibt es natürlich auch die andere Seite der Medaille. Der nette (eingewanderte!) Nachbar,

Viele dieser Veränderungen sind negativ. Wie in unzähligen

der regelmäßig nach meinen Eltern sieht und meinem Vater

anderen vergleichbaren Ortschaften hat auch bei uns der

zur Hand geht, der ehemalige Schulkollege, der den alten

demografische Wandel mit voller Wucht zugeschlagen,

Hühnerstall auf der anderen Straßenseite gekauft und dort

ebenso wie der Niedergang der Vereine oder die Erosion

ein schmuckes Häuschen hingestellt hat, ohne neue Fläche

der gesellschaftlichen Infrastruktur. Es mangelt an Ärzten

zu versiegeln, das Ehepaar unten am Eck, das mit großem

und

Eifer und Investitionen zumindest am Wochenende ein

Einkaufsmöglichkeiten,

die

letzten

verbliebenen

Gaststätten siechen dahin, seit jüngstem gibt es im Altort

kleines, gut besuchtes Kuchen-Café betreibt.

nicht mal mehr eine Bäckerei, es bleibt nur der Weg zum Discounter auf der ehemals grünen Wiese am Stadtrand.

Wenn ich also heute an meine Heimat denke, dann spüre ich

Ja, sogar die Fleischküchle meiner Mutter sind seltener

in meinem Herzen vor allem eines: ein tiefes, allumfassendes

geworden, da sie inzwischen aufgrund diverser Krankheiten

Gefühl von Vertrautheit. Vertrautheit im Angesicht stetiger

in die Pflegebedürftigkeit gerutscht ist. Mein Vater flucht

Veränderung. Das ist mein persönliches, über die letzten

zwar wie eh und je, aber das ist dann auch ziemlich die

Jahre gereiftes Verständnis von Heimat. Ein Verständnis, das

einzige Konstante.

mir dabei hilft, all jene leidigen populistischen Diskussionen um Heimat in unserer Zeit etwas gelassener zu nehmen. Heimat bleibt Heimat, solange man sie bei sich trägt. Text: Thomas Brandt

CATERING Aus dER HANdwERksküCHE I NdI v I du El l . PER söN l ICH. PRof E s sIoN El l . Business Party, Jubiläum, konferenz, seminar, Betriebsfeier, familienfest oder kleine sause: wir sorgen für das beste Catering, das sie – und ihre Gäste – je erlebt haben. Alles wird in Handarbeit und mit viel liebe zum detail hergestellt. Ganz nach Ihrem Geschmack. wIR fREuEN uNs Auf IHRE ANfRAGE füR EIN sENsATIoNEllEs CATERING mIT dEm REIsER:

w w w. d E R- R E I s E R . d E m a i l @ d e r-r ei s e r.de o de r u nt e r 0 9 31 / 2 8 6 9 01


4. BITTE EINEN ...

2 1

3

BITTE EINEN APFEL

4

5

6

WIR HABEN UNS FÜR EUCH ÄPFEL IN WÜRZBURGER GESCHÄFTEN BESORGT ...


4. APFEL

7

8

9

10

1. Echter Galerie – 57 Cent - Jonagold / „Ein Apfel – 57 Cent – Auf 5 zurück – Danke“ 2. Dens – 52 Cent – Red Delicious / „Hallo – 52 Cent – Danke“ 3. Türkischer Gemüseladen – 40 Cent – Jonagold / „Äpfel haben wir nur die zwei Sorten – ich empfehle Jonagold“ 4. Biohof Keller – 40 Cent – Sommer Pyros / „Ich habe nur Sommer Pyros da. Ist etwas sauer, aber gut.“ 5. Gemüse und Saftlädle – 60 Cent – Gala-Apfel / „Den schönen Gala-Apfel kann ich empfehlen. Macht dann 60 Cent bitte.“ 6. Marktstand – 60 Cent – Braeburn / „Puhh schwierig – ich gebe Ihnen mal einen Braeburn. Das macht dann bitte 60 Cent. Danke.“ 7. Penny – 57 Cent – Green Delicious / „Nur den Apfel ??? Ja !!! Das macht dann 0,57 Cent bitte. Danke“ 8. Unverpacktladen – 50 Cent – Apfel Carola / „Endlich ist wieder Apfelzeit, ich habe schon gewartet.

Das macht dann bitte 50 Cent. Danke dir und einen schönen Tag.“

9. Martstand – 60 Cent - Apfel aus Dettelbach / „Magst du den Apfel probieren. Ist von der Frühernte und noch etwas säuerlich,

aber gut. Das macht dann bitte 55 Cent. Einen schönen Tag dir.“

10. Lollo Rosso – 90 Cent – Cripps Pink / „Hallo, dass macht dann bitte 90 Cent! Ein schönes Wochenende.“ Aufgezeichnet von: Sarah Theisen; Fotos: STUDIO 5d


13. ANDERS ARBEITEN

KALTE LIEBE ROSTET NICHT


13. ANDERS ARBEITEN

3-STERNE-ALL-INCLUSIVE AUF MALLE WAR GESTERN: WER HEUTZUTAGE GEDIEGEN URLAUBEN MÖCHTE, DER CAMPT WIEDER. EIN BESONDERS ENTDECKENSWERTES KLEINOD FÜR ERHOLUNGSSUCHENDE MIT MOBILEM ZUHAUSE LIEGT DIREKT VOR UNSERER HAUSTÜR. VOLLBEPACKT MIT VORURTEILEN VON PLASTIKTISCHDECKEN, GARTENZWERGEN UND CO. HABEN WIR IHM EINEN BESUCH ABGESTATTET – UND WURDEN IN VIELERLEI HINSICHT ÜBERRASCHT …


6. HIER UM DIE ECKE

E

lf Uhr mittags an einem Sommertag in Heidingsfeld. Etwa zehn Kilometer südlich von Würzburgs Altstadt

eröffnet sich vor uns das Tor zu einer Parallelwelt. Direkt am Main gelegen befindet sich hier inmitten von Wiesen und Feldern ein Campingplatz mit dem klangvollen Namen „Kalte Quelle“, auf dem seit über einem halben Jahrhundert Gäste aus aller Welt zeitweise oder dauerhaft ihr Lager aufschlagen. Wobei „Lager“ in den meisten Fällen freilich einem Understatement gleichkommt – dazu aber später mehr. Die ersten, die uns in dieser Welt begegnen, sind ein Haufen nicht zu überhörender Niederländer, die es sich vor ihren zwei vollintegrierten Reisemobilen mit Kaffee, Schnittchen und einem Kartenspiel gemütlich gemacht haben. Vollintegriert – das hat man uns kurz darauf erklärt – sagt in diesem Fall aber weniger über das vielzitierte Gemeinschaftsgefühl der Camping-Community aus als über das Wohnmobil selbst: Die Fahrkabine ist hier in das Fahrzeug eingebaut. Und so gilt nach einem kurzen „Goedemorgen“ daher auch wieder alle Aufmerksamkeit dem Skat-Spiel, das sich vermutlich

noch ein paar weitere Runden erstrecken wird. Zeit ist hier nicht das Problem; hat man erst mal seinen Wagen geparkt, wird der Müßiggang schließlich obligatorisch – sonst hätte man ja auch gleich im Pulk nach Ischia reisen und dort emsiges Sightseeing betreiben können. Wer campt, will aber genau das in der Regel nicht: Ein fester Platz soll es sein; ein Ort, an dem noch alles in Ordnung ist, den man nicht erst erschließen oder erkunden muss. Ein „home away from home“ eben – wobei sich der klassischer Camper vermutlich nicht derart gestelzt ausdrücken würde. AUSSEN HUI, INNEN …? Doch was für ein Typ Mensch ist das eigentlich, der klassische Camper? Bislang läuft der Betrieb in Heidingsfeld noch recht ruhig, sodass uns allenfalls hier und da mal ein paar verhuschte Gestalten begegnen, die sich aber auch sogleich wieder in die sichere Kühle ihrer klimatisierten Wohnwagen flüchten – Morgenmenschen scheint es hier bei der Kalten Quelle schon mal nicht allzu viele zu geben. Während man vom Platz der Dauercamper gelegentlich wachsames Hundegebell vernehmen kann, machen sich die dazugehörigen Herrchen und Frauchen bislang leider


6. HIER UM DIE ECKE

rar. Auch gut – dann bleibt uns bis zur nachmittäglichen Rushhour noch ein wenig Zeit, das Gelände ungestört zu erkunden. Und so versuchen wir, uns im verwinkelten Gewirr aus Wohnwägen, Kompakt-Campern und VW-Bussen ein Bild

VERLORENE CARAVANS UND UNENDLICHE WEITE FELDER

von deren Besitzern zu machen. Was sofort auffällt: Neben den von uns prophezeiten Gartenzwergen (mindestens zehn), Plastiktischdecken auf Plastiktischchen (mindestens 25) und sorgsam angelegten Mini-Vorgärten (mindestens überall) finden sich hier erstaunlich viele Luxus-Liner, die sich wie amerikanische Vorstadt-Häuschen baugleich und dutzendfach in der mainnahen Pole-Position des Platzes aneinanderreihen. Im Kontrast wirken die erstaunlich wenigen Mini-Caravans beinahe ein wenig verloren auf der großzügigen Grünfläche, die sich vom Ufer weit bis zu den angrenzenden Feldern ausdehnt. Während die kleineren Wohnmobile – je nach äußerem Zustand – Assoziationen irgendwo zwischen der Kulisse einer True-Crime-Doku und der Erfüllung eines langgehegten 68er-Aussteigertraums wecken, kommt man nicht umhin, den Bewohnern der Deluxe-Wagen für ihre akribische Hingabe bei deren Pflege und Ausstattung einen gewissen Respekt zu zollen.


6. HIER UM DIE ECKE

URLAUB AM ANDEREN UFER Die Gelegenheit dazu folgt jedenfalls gleich auf dem Fuße: Nachdem wir es schon fast aufgegeben hatten, steht er uns plötzlich mit Putzeimer und Schwämmchen gegenüber – unser erster echter Camper. Wolfgang heißt er, ist Mitte 60 und seit nunmehr 30 Jahren treuer Besucher der Kalten Quelle. Seit mehr als zehn Jahren steht sein geliebtes Wohnmobil dauerhaft in Heidingsfeld, von April bis Oktober ist der gebürtige Weimarer täglich selbst hier. Dass die Gattin das Hobby des Neurentners nicht immer teilt, stellt für ihn kein Problem dar: „Wenn meine Familie Sehnsucht nach mir hat, weiß sie ja, wo ich bin.“ Außerdem sei die eigene Wohnung am Heuchelhof Luftlinie nur ein paar hundert Meter entfernt – nah genug also, um mal schnell zur Stippvisite nach Hause zu fahren. „Wobei ich trotzdem fast nur hier bin“, verrät Wolfgang augenzwinkernd. Doch was hat der Campingplatz, das die feste Behausung nicht hat? Auch wenn das Wohnmobil mit Bootsanhänger, Dachfenster und Satellitenschüssel nicht nur auf den ersten Blick einladend wirkt, können wir schwer nachvollziehen, wie man ein halbes Jahr knappe zwölf Quadratmeter einer geräumigen Dreizimmerwohnung vorziehen mag.

„WENN MEINE FAMILIE SEHNSUCHT NACH MIR HAT, WEISS SIE JA, WO ICH BIN.“


6. HIER UM DIE ECKE

Darauf angesprochen wird Wolfgangs Grinsen nur breiter:

einigen Jahren für die Bundeswehr im Einsatz ist. Stimmt, die

„Kommt mal rum, ich zeig euch was.“ Also tun wir wie

mehr oder minder dezente Deutschlandflagge im Vorgarten

geheißen und folgen dem sympathisch sächselnden Mann

war uns vorhin schon aufgefallen … Ein weiterer Dauerpendler

im weißen Achselshirt hinter seinen Wohnwagen. Und was

lebt wiederum im Caravan schräg gegenüber: „Der ist aber

sollen wir sagen: Der Anblick, der sich uns dort bietet, ist

von Montag bis Donnerstag auf Montage im Erzgebirge.“

– wir müssen es zugeben – schlichtweg atemberaubend.

Dann sind bei der Kalten Quelle Camper mit Zweitwohnsitz

Direkt am Main, wie es direkter nicht geht, hat sich Wolfgang

in der Mehrzahl? Wolfgang schüttelt den Kopf: „Die meisten

ein kleines grünes Idyll geschaffen, in dem wir es uns am

der Dauercamper leben fest hier.“ Da wäre beispielsweise die

liebsten selbst gleich gemütlich machen möchten. Während

ältere Dame um die achtzig, die sich – Gentrifizierung sei Dank

wir schon versucht sind, uns unter das kühle Nass der eigens

– ihre alte Wohnung nach der Sanierung nicht mehr leisten

gebauten Außendusche zu flüchten, um anschließend

konnte; das Studentenpärchen, das zum Semesterbeginn keine

mit ein paar Bierchen aus dem Minikühlschrank in der

Bleibe mehr finden konnte, oder aber der frisch geschiedene

baldachingeschützten Sitzecke zu versacken, fällt uns gerade

Lehrer, der sich nach dem Auszug aus dem gemeinsamen Haus

so noch ein, weshalb wir hier sind: Camper kennenlernen,

erstmal neu orientieren muss.

Camper interviewen, Camper fotografieren – nicht selbst zu jenen zu mutieren. Soweit zumindest der Plan …

Doch was sich im ersten Moment nach Notlösung anhört, wird nach kurzer Zeit oftmals schnell zum Plan A, wie

ZUSAMMEN IST MAN WENIGER ALLEIN

Wolfgang erklärt: „Das Preis-Leistungs-Verhältnis und

Nun gut, dann fragen wir Wolfgang mal, wie die anderen

die Hilfsbereitschaft unter den Bewohnern sind einfach

Camper, die hier wohnen, so drauf sind. Als wir unseren

unschlagbar.“ Bestes Beispiel: Das Jahrhunderthochwasser

Rundgang über den Platz gemeinsam fortsetzen, erfahren

2013. Nachdem es vor allem die vorderen Reihen böse

wir, dass direkt nebenan ein Brüdergespann wohnt, das seit

erwischt hatte, kamen binnen kürzester Zeit Dauer- wie


6. HIER UM DIE ECKE

Urlaubsgäste zusammen und evakuierten den Platz bis

Von der Instandhaltung des Platzes über die Bewirtung bis

aufs letzte Wohnmobil; und auch die Gemeinschaftsräume

hin zur Verwaltung – alles, was dort im täglichen Betrieb

wurden in tagelangem Teamwork wieder vollständig auf

anfällt, ist strikte Chefsache. So auch die Entscheidung,

Vordermann gebracht. Wenn Wolfgang sich erinnert, wird

wer bei der Kalten Quelle campen darf: „Tatsächlich habe

er noch heute rührselig: „So einen Zusammenhalt sieht man

ich auch schon einige potenzielle Gäste weggeschickt.“

wirklich nicht oft, das ist schon was Besonderes.“

Wer den Eindruck macht, ein Mietnomade, ein Schmierfink oder ein Unruhestifter zu sein, wird schlichtweg vom Platz

OPERATION: PLATZ-REIFE

eskortiert, erklärt uns Stefan: „Die können wir hier einfach

Mittlerweile hat sich auch Stefan, der Besitzer der Kalten

nicht gebrauchen, so ein Verhalten würde nur unseren

Quelle, zu uns gesellt und zeigt stolz das Herzstück seines

Frieden stören.“ Hier ist sie wieder, die herrliche Ordnung

Campingplatzes: die Gaststätte mit angrenzendem Kiosk.

einer kleinen Parallelwelt, die auf Campingplätzen wie


6. HIER UM DIE ECKE

diesem auch in den unruhigsten Zeiten unberührbar scheint. Da schaut man dann auch über die doch recht derbe Inneneinrichtung hinweg, die dem Gastraum den leicht trashigen Touch eines Ulrich-Seidl-Films verleiht NEUE NOSTALGIE NACH ALTEN WERTEN Und überhaupt: So ein bisschen Oldschool-Trash hat ja auch

HIER IST SIE WIEDER, DIE HERRLICHE ORDNUNG EINER KLEINEN PARALLELWELT …

etwas Heimeliges an sich, oder? Sogleich fühlt man sich ähnlich gut aufgehoben wie während eines Besuchs bei den Großeltern, wo man sich durch liebevoll angesammelten Nippes wühlt, der seine besten Zeiten zwar längst hinter sich hat, einem jedoch zuverlässig jedes Mal aufs Neue das vertraute Gefühl von Zugehörigkeit vermittelt. Denn seien wir mal ehrlich: Egal, was auch passiert – die Schrankwand in Eiche Rustikal wird auch noch da sein, wenn der Rest der Welt in Flammen steht. Und so bekommen wir langsam eine Ahnung, was des Deutschen liebste Urlaubsform für ihre Anhänger ausmacht, denn: Beim Campen geht es nicht um Luxus oder Style. Stattdessen zelebriert man ganz unverhohlen die eigene Autonomie, während man sich zugleich jederzeit im unausgesprochenen Miteinander der Camping-Community sicher wähnen darf – jeder für sich und alle für jeden eben. Vielleicht war das ja doch nicht unser letzter Abstecher zur Kalten Quelle? Allen Hipstern mit Hang zur Selbstinszenierung sei die Location übrigens ebenfalls wärmstens ans Herz gelegt – authentischer lassen sich eure Adiletten, Bauchtaschen und Oberlippenschnauzer kaum woanders in Szene setzen … Text: Anna-Lucia Mensing; Fotos: Nico Manger


7. MIT ANDEREN AUGEN

BALANCE


7. MIT ANDEREN AUGEN

wendy, darling, immer wenn die flucht nach vorn der letzte ausweg ist, um land zu gewinnen wenn jeder wegweiser flüstert: geh nirgendwohin, geh nimmerwohin wenn nichts gutes ist an diesen dingen dann hilft nur anlauf nehmen und springen und wenn früher dein plan war, mit peter pan fortzuziehen und jetzt deine zeitbombe im herz lauter tickt, als die uhr in den krokodilen dann musst du aufhören zu fragen dann musst du anlauf nehmen und fliegen wenn peter pan dir seine hand reicht und sagt fass mich nicht an niemand darf peter pan anfassen dann musst du anlauf nehmen und die richtung den besseren straßen anpassen

in der ich ständig halt vermiss in der meine hülle nicht rissig wird wenn ich peter pan verlier an dieser stelle, ich wiederhole, an dieser stelle sollte eine erinnerung sitzen aber statt momenten im kopf erkenne ich nichts zwischen den neuronenblitzen

es gibt nichts das irgendetwas an irgendetwas ändert und: wendy, du weißt es, dort, wo kein schatten ist da vermissen wir schmerzlich das licht, das wir vorher immer hatten und was später davon übrig ist legt sich metallen und ohne farbe um deinen nacken er ist nur verloren gegangen, denkt sie sich my lost boy und nimmer nimmer land in sicht das es zu gewinnen gibt für dich, mein freund and i know that my heart is a heavy one it was heavy right from the start sagt wendy - und: zurücklassen ist immer besser als zurückgelassen zu werden da nimmt sie anlauf und es knirscht als ihre füße sich zwischen boden und tatsachen erden immer die frage wie man die balance halten kann wenn das herz auf einer seite so sehr zieht immer die frage ob man die balance halten soll wann das herz auf seiner seite so schwer zieht und liebeskummer, schrieb sie mir, ist doch auch nur eine form von heimweh doch wo das zuhause ist, weiß ich nicht und heimat ist der moment in dem ich peter pan endlich weinen seh den junge, den keiner anfasst und der niemals weint das ist der versuch zu bleiben, wo niemand bleibt wendy, sag ich, wendy, er wird es niemals tun und du wirst nie glauben, dass es so ist und wendy antwortet mir: ich such doch nur beständigkeit in einer welt in der mir ständig kalt ist

wenn du fragen stellen willst was war und auch was sein wird sei leise, ich bitte dich, bevor die fragen einer hört und wendy nimmt allen mut zusammen - der letzte gedanke an peters gesicht – sieht aus dem fenster hinaus spricht ins leere und sagt: peter pan, weil keiner dich berühren darf damit du nicht zerbrichst musst du auch mich vergessen damit du bleibst wer du bist denn alle kehrten eines tages zurück nur du nicht, my lost boy weil du sogar das zurückkehren vergisst und wendy wächst und die zeit vergeht und wendy lässt das fenster für peter pan offen doch den jungen der sich nicht berühren lässt den hat sie nie wieder getroffen das schlimmste ist, sagt wendy zu mir, das schlimmste ist wenn dir niemand folgt um dich zurückzubringen und als sie sich umdreht, flüstert sie gesprungen bin ich aber es war dann wohl nichts mit dem fliegen und eines tages aber das weiß sie noch nicht wird peter pan wieder kommen doch sie ist dann nicht mehr die, die sie heute noch ist und die erinnerungen verschwommen wendy sagt: das mit der balance, das üb ich nochmal und auch das mit dem vergessen und dann dreht sie sich um um ihren schatten zu küssen Text: Pauline Füg


8. WOHNEN

FARBENFROHE VASEN, LEUCHTEN & CO. DER DESIGN-TREND GEFÄRBTES GLAS

FARBIG SOLL ES SEIN, ABER NICHT ZU PLAKATIV? DANN IST FARBIGES GLAS GENAU DAS RICHTIGE, UM DAS INTERIEUR STILECHT AUFZUPEPPEN. WIE GUT, DASS DESIGNHERSTELLER WIE HAY, IITTALA UND TOM DIXON DEN TREND LÄNGST ERKANNT HABEN UND MIT DEN UNTERSCHIEDLICHSTEN COLORIERTEN GLASKREATIONEN AUFWARTEN – SEIEN ES LEUCHTEN, TISCHE, WOHNACCESSOIRES ODER GANZ KLASSISCHERWEISE VASEN.


8. WOHNEN

FARBIGE VASEN FÜR BUNTE BLUMENSTRÄUSSE Ein Klassiker unter den colorierten Glasvasen ist natürlich die Alvar Aalto Vase von Iittala, die zu den berühmtesten Glaskreationen der Welt zählt. 1936 entworfen und noch heute topaktuell: natürlich nicht nur, aber auch wegen des aktuellen Farbglastrends. Auch die Iittala Vase folgt der japanischen Wabi-Sabi-Strömung: Organische Form und mundgeblasene Fertigung machen jede Vase zum absoluten Unikat. Weitere Farbvasen-Highlights sind die orientalische Moroccan Vase von Hay, die Tricolore Vase von andTradition Copenhagen, die originelle Serax-Fischvase sowie

FARBTUPFER FÜR WAND UND KÜCHE – DESIGN BY HAY Der dänische Hersteller Hay ist bekannt für sein hohes Trendgespür! Natürlich dürfen daher farbige Glaskreationen in der aktuellen Kollektion nicht fehlen. Die beliebte Time Sanduhr kommt jetzt in Blau, Grün und Orange

die ebenso filigrane wie außergewöhnliche Hidden Vase von Valerie Objects. Fest steht: Blumensträuße aller Art haben mit den farbigen Designer-Glasvasen ihren großen Auftritt. Und worauf stehen die farbenfrohen Vasen perfekt? Richtig, auf dem beliebten Bell Table mit farbigem Glasfuß, den Sebastian Herkner bereits 2012 für Classicon entworfen hat.

daher und wird so auf jedem Schreibtisch zum fröhlichen Hingucker. Ganz neu sind die beiden Jug Karaffen im lässigen 70er-Jahre-Design, die beim nächsten Grillfest für entzückte Blicke sorgen werden. Dank Borosilikatglas sind die Design-Kannen hitzebeständig und natürlich spülmaschinenfest.

FARBKREATIONEN VON PETITE FRITURE Originell, frisch und trendig sind die Entwürfe vom jungen französischen Designlabel Petite Friture. Wie wäre es zum Beispiel mit den farbigen Bubble Kleiderhaken aus Glas, die sogar dem aktuellen Motto Wabi-Sabi folgen? Wabi-Sabi steht für die Liebe zur Unvollkommenheit – und dem entsprechen die Bubble Kleiderhaken mit ihrer asymmetrischen Form perfekt. Asymmetrie und Symmetrie in einem bieten übrigens die expressionistischen Francis Wandspiegel, die mit ihrem im Batik-Style gefärbten Spiegelglas jede Wand verschönern.

ES WERDE LICHT: FARBIG SCHIMMERNDE LAMPENSCHIRME Eine neue Kreation aus 2018 ist die Filo Tischleuchte von Foscarini. Bei dieser außergewöhnlichen Kreation von Andrea Anastasio steht nicht nur das mehrfach aufgewickelte Textilkabel im Vordergrund, sondern auch die daran aufgefädelten farbigen Glaskugeln. Das Beste daran: Filo gibt es in vielen verschiedenen Farbausführungen. Zum farbigen Glasklassiker hat sich die Hängeleuchte Melt von Tom Dixon entwickelt. Kein Wunder, zaubert diese mit ihren Lampenschirmen in warmen durchscheinenden Edelmetalltönen doch eine wunderbar gemütliche Atmosphäre. Wo Ihr all die schönen Glaskreationen entdecken könnt? Zum Beispiel bei einrichten design in der Spiegelstraße 2 in Würzburg oder in der großen einrichten-design-Wohnausstellung vom büroforum am Heuchelhof in der EdithStein-Straße 3! Text: Ulrike Gläßel


9. MODE

MIETMODE VS. KONSUM WAHN? IRGENDWANN AM ANFANG DIESES JAHRES, IN DEN TIEFEN DES INTERNETS, STIESS ICH AUF FASHION-FLATRATES. ICH WAR AUF DER SUCHE NACH DER MÖGLICHKEIT, EIN KLEID FÜR EINE HOCHZEIT ZU MIETEN STATT ZU KAUFEN. SOLCHE OUTFITS ZIEHT MAN MEIST JA SOWIESO NUR EINMAL AN. Es machte mich neugierig und ich recherchierte, was es mit diesen Kleiderboxen auf sich hat. In den letzten Jahren hatte ich meinen Kleiderschrank radikal reduziert, da ich viel auf Reisen war. Auch mal wieder etwas anzuziehen, was kein praktisches Basic Teil ist, vermisste ich aber. Daher fand ich die Kleiderbox interessant. Es flogen mir dabei viele Begriffe entgegen: unendlicher Kleiderschrank, Kleiderbox, Mode ohne Kaufverpflichtung, Fashion ohne Bindung. Bei verschiedenen Anbietern fand ich diverse Modelle. Alle haben gemeinsam, dass man monatlich einen Festpreis bezahlt. Die Preise und angeboteten Leistungen unterscheiden sich dann aber zum Teil stark. Manche senden einmal im Monat zwei bis drei Kleidungsstücke zu einem nach Hause. Es gibt auch Anbieter mit Augenmerk auf EcoDesigner, Mode aus Europa oder hochwertige Edelmarken. Ich entschied mich am Ende dafür, das Paket M von Myonbelle auszuprobieren. Hier bekommt man immer dann eine neue Auswahl zugesandt, sobald die vorherige Box samt Inhalt wieder bei ihnen angekommen ist. Der Retoureschein liegt in der Box schon dabei, man muss sie einfach nur wieder packen und zur Post bringen. Zudem ist das Abo monatlich

FÜR 49 EURO IM MONAT BEKOMMT IHR 3 KLEIDUNGSSTÜCKE ODER 2 KLEIDUNGSSTÜCKE UND 2 ACCESOIRES PRO BOX.


9. MODE

Die Kleider lagen im Wert zwischen 40 Euro (Sommerkleidchen) und 200 Euro (Abendkleid), also definitiv große Unterschiede. Die Frage ist nun allerdings, ob eine Umweltbelastung mit zwei bis drei Paketen, die monatlich hin und her gesendet werden, nicht vergleichbar mit dem Kauf von Kleidern ist? Online wird behauptet, es sei umweltschonender. Die Statistiken hierzu müsste ich an dieser Stelle erfinden, da ich dazu keine konkreten ausfindig machen konnte. Ich denke jedoch, dass das grüne Gewissen nicht ganz unbelastet bleibt, es jedoch besser ist, als Billigmode bei Primark & Co. zu kaufen.

kündbar. Für 49 Euro im Monat sollte ich ab jetzt entweder drei Kleidungsstücke oder zwei Kleidungsstücke und zwei Accessoires pro Box erhalten. Für mich war es der Anbieter mit der höchsten Flexibilität und der geringsten Bindung. Die Klamotten werden vom Anbieter gereinigt und versendet. Wenn ein Teil besonders gut gefällt, kann man es auch einfach zum vergünstigten Mitgliederpreis behalten. Die Kleidung, die man zurücksendet, muss man nicht selbst waschen. Am Anfang legte ich mein Kundenkonto mit meinen Größen an und stöberte wie durch einen breit aufgestellen Onlineshop mit Kleidern und Schmuck. Statt etwas in den Warenkorb zu legen, verteilt man allerdings Herzen für die Stücke, die einem gefallen. Dadurch legt man einen persönlichen Kleiderschrank an und der Anbieter versteht den persönlichen Stil besser. Ich selbst erhielt kein Teil, das ich genau so online gesehen hatte, aber sie waren auf jeden Fall ähnlich. Es war immer spannend, die nächste Box aufzumachen. In der ersten befand sich zum Beispiel eine weiße 7/8-Hose. Normalerweise nicht in meinem Kleidungsrepertoire, aber ich wagte, durch die Mietmode auch mal andere Dinge auszuprobieren. Am häufigsten hatte ich hübsche Kleider in meinen Boxen. Auch wenn meine Freundinnen bezweifelt hatten, ob da überhaupt irgendetwas passen könne, hat in meinem Fall bis auf ein Kleid alles sehr gut gepasst. In meinem Kundenkonto gab ich meine Größen für Oberteile, Kleider, Hosen und Röcke separat an. In jedem Paket ist ein Feedbackzettel dabei, in dem man seine Zufriedenheit zu Passform, Größe und Zustand mitteilen kann. Von daher eigentlich alles relativ einfach und unaufwändig. Am Ende kam ich dann trotzdem irgendwie nicht dazu, meine Box gleich wieder zurückzusenden, und hatte dadurch eine für ganze sechs Wochen. Am Anfang schickte ich die erste Box nach zwei Wochen, die zweite sogar schon nach vier Tagen zurück. Bei der Überlegung, Mode zu mieten statt zu kaufen, spielte für mich einerseits die Frage nach der Reduzierung von "ModeAbfall" aber natürlich auch der Preis eine Rolle. Für circa 50 Euro könnte ich gewiss nicht vier, sechs oder acht Kleidungsstücke im Monat kaufen. Die Produkte waren zudem auch noch gut verarbeitet und detailreich. Qualitäts- und zustandstechnisch jedenfalls akzeptabel. Auf einem Lieferschein sieht man auch den Warenwert der Mode sowie einen vergünstigten Mitgliederpreis, wenn man es behalten möchte.

Alles in allem finde ich das Konzept der Kleiderbox spannend, besonders für spezielle Anlässe. Mittlerweile habe ich mein Abo wieder gekündigt, weil ich mich dann doch nicht genug für Kleidung interessiere, um die Boxen immer wieder zu packen und zurückzusenden. Ich schließe aber nicht aus, dass ich es in der Zukunft mal wieder machen würde. Bei meiner Online-Recherche für den Artikel musste ich schließe feststellen, dass manche Anbieter, bei denen ich Anfang des Jahres noch gestöbert hatte, mittlerweile ihren Service eingestellt haben. Kleiderei aus Hamburg oder Temporary Wardrobe zum Beispiel haben ihre Online-Shops mittlerweile geschlossen. Kleider-Mietservice, die ich allerdings super sinnvoll finde, sind zum Beispiel Kilenda oder Tchibo Share für Kinderspielzeug und Kleidung. In diesem Bereich ist bestimmt auch der Effekt auf die Umwelt noch ausgeprägter. Text & Fotos: Verena Franz


10. EINSAMES WÜRZBURG

IM AUGUST


10. EINSAMES WÜRZBURG

den außer womöglich einer Amsel, die dich anschaut, als wüsste sie irgendwas. Die Amsel jedoch gibt den Geheimniskrämer, antwortet dem verwunderten Lauscher mit stoischem Blick und verzieht sich mit offener Gleichgültigkeit in die nächste Hecke. Viele Fragen, wenig Antworten und schon wird man zum Indizienrichter.

IM AUGUST RUHT DIE STADT. SIE RUHT SICH AUS VOM LÄRM, VOM STRESS UND VON DER HEKTIK. VOM MENSCHEN. SOLANGE ICH DENKEN KANN, IST DAS SO IM AUGUST. ALS JUGENDLICHER WAR DA NUR DIESES VAGE GEFÜHL, DASS IN DIESEM MONAT IRGENDETWAS ANDERS IST. UNDEFINIERT. NACH JAHREN BILDEN SICH KONTUREN, FORMEN SICH MUSTER UND AM ENDE HERRSCHT GEWISSHEIT: Der August ist ein Exot. Das könnte das vorläufige Ende dieses Textes sein. In einer Zeit, in der stumpfe Parolen und Protestschildsätze mehr Publikum erreichen als Erläuterungen, kann ich jetzt auch aufhören. Speichern, Laptop zu. Der August ist ein Exot. Der August ist ein Idiot. Der August ist ein Chaot. Und Steine hat er auch geschmissen! Na gut, statt wütender Flüsterpost – der ganze Text: In Deutschland, in Bayern, in Würzburg macht man im August: Urlaub, Punkt. Entweder sind es die Sommerferien der Kinder oder der Kitas, die Semester- oder Betriebsferien, weil man es halt so macht oder schon immer so gemacht hat oder weil halt eh nur Wiederholungstatorte laufen. Ganz egal, aber Urlaub muss! Und so leert sich die Stadt ... Erst fällt auf, dass Parkplätze verwaisen – über Stunden, über Tage. Ungeahnter Freiraum entsteht. Dann fehlt der Verkehr. Tatsächlich fühlt es sich so an, als ob er fehlt. Der Lärm, die Geräuschkulisse, das Rauschen im Hintergrund, über Jahre dran gewöhnt, wie an das Schnarcheln alter Hunde. Ab Anfang August nimmt das ab. Von Tag zu Tag weniger – und irgendwann fehlt etwas. Dem ungewohnten Fehlen folgt ein anderes, irrationaleres Gefühl, als müsse etwas passiert sein. Der inneren Weigerung, weniger Verkehrslärm in der Innenstadt für möglich zu halten, folgt die Überzeugung, etwas Großes, Absurdes oder gar Furchtbares wäre geschehen. Zu manchen Zeiten und an manchen Orten hört man jetzt gar nichts mehr. Es sei denn, man schafft es, am Großstadttinnitus vorbeizulauschen, denn dann hört man: Blätter. Blattwerkrauschen im Wind, mitten im Park. Ohne Auspuff, ohne Hupe, einfach Rauschen. Schaut man sich um, sieht man nieman-

Die Straßen und Parks sind leerer, die Cafés ebenso und manche Restaurants haben gleich wochenlang geschlossen. Durch die Innenstadt kommt man, ohne vom Fahrrad abzusteigen, und muss dabei nicht einmal Junggesellenabschieden ausweichen. Es ist eine kurze Zeit im Sommer, in der auch kein großes Fest ansteht, kein Weinfest, kein Bierfest, kein Park-, Stadt-, Künstler-, Kontinentoder Umsonstistdertod-Fest. Nichts. Die Straßenbahnen sind kaum gefüllt und nachts erwischt man immer ein Taxi. Die Feierstraßen sind ruhiger, weniger verkotzt, und wenn man mal vergessen hatte den gelben Sack rauszustellen, merkt das nicht einmal jemand. Es beschwert sich auch niemand, klar, es ist ja auch niemand da. Menschen, die noch in der Stadt ausharren, benutzen ganz bewusst und selbstbewusst ihren Verstand statt der Fußgängerampel. Es hagelt auch keine Drohanrufe, wenn mal eine nicht funktioniert und nicht binnen Minuten oder umgehend repariert wird. Es ist ja niemand dahaaa! Ungeahnter Freiraum, für Mensch und Recht. Um dann mal Ruhe in den Kopf zu bekommen, versuche ich mir manchmal selbst Irrationalität zu beweisen und zähle im Kopf die Sekunden, bis ich nach Verlassen des Hauses am Morgen dem ersten Menschen auf der Straße begegne. Wissenschaftlich fragwürdig. Trotzdem ein Weg, wieder Kontrolle zu erlangen, über den eigenen Kopf. 115, 116, 117 ... 118 … 119 … 120. Niemand. Das Treppenhaus, die Straße, der Sportplatz, der Fahrradweg, Liegeplätze am Main, Stehplätze bei den Brückenheiligen; alles ist leer. Sicher, nicht völlig leer, und mein Kopf spielt sein Spiel, aber dennoch viel leerer als sonst – und wenn das so weitergeht hau ich auch ab, hier stimmt ja wohl was nicht! Und dann wieder diese Amsel und wieder dieser Blick ... und dann ... und dann ... und dann ... atme ich aus. Ich atme aus, immer weiter und immer mehr, bis irgendwann nichts mehr geht. Dann wieder ein, gleichmäßig und ruhig. Der Puls wird langsamer, der Blick klarer. Mehr Aus- als Ein-, das ist der Trick, das macht die Stadt. Würzburg verlangsamt sich, beruhigt sich. Würzburg macht Yoga ...und wir alle machen mit, kostenlos und nicht umsonst. Text: Michel Mayr

WÜRZBURG VERLANGSAMT SICH


11. BERUFUNG

ORIGINAL HANDSCHRIFTEN VON HINZ UND KUNZ – UND MARTIN LUTHER „WENN ICH NACHTS NICHT SCHLAFEN KANN, WÜHL ICH MICH DURCH MEINE DOKUMENTE.“ KLAUS MEIXNER HANDELT MIT AUTOGRAPHEN – UND BESITZT EINE BEEINDRUCKENDE SAMMLUNG VON MEHREREN TAUSEND SCHRIFTSTÜCKEN. WIR HABEN IHN IN SEINEM ARCHIV BESUCHT UND KAMEN AUS DEM STAUNEN NICHT MEHR HERAUS. LEST SELBST.


11. BERUFUNG

schön – ich bin der Klaus, so ein förmliches Getue braucht doch kein Mensch!“ Er wird mir immer sympathischer, der Klaus. „Dort hinten ist das Archiv“, erklärt er und zeigt auf einen Raum am Ende des Gangs. Die restlichen Zimmer seien seine Wohnräume. Hab ich’s mir also nicht eingebildet, dass es hier nach Essen duftet. Im Archiv angekommen, mache ich große Augen wie ein kleines Kind. Nico zückt sofort die Kamera. Staunend schauen wir uns um und sind fasziniert von all den Schachteln, Kartons und Kisten, die sich bis unter die Decke stapeln und fast aus den Regalen platzen. „Gibt es eigentlich bestimmte Vorschriften oder Regeln, die man beim Lagern von Handschriften befolgen muss?“, frage ich vorsichtig. „Nö“, antwortet Klaus. „Hauptsache, es kommt kein Licht ran und bleibt trocken.“ Na dann. Wir setzen uns an einen großen vollgeräumten Tisch mitten im Zimmer. „Schiebt den ganzen Kram einfach beiseite“, sagt Klaus und verkündet, dass wir ihm ruhig ganz ohne Scheu unsere Fragen stellen sollen. Das sei ihm lieber, als von sich aus loszuerzählen, er sei nämlich manchmal etwas „Ob ich Interesse hab? Meinst du das ernst?“ Meine spontane Reaktion auf das Angebot, ein Interview mit einem Würzburger Handschriftensammler zu führen, lässt Nico grinsen. „Hab ich mir fast gedacht“, antwortet er. Eine Woche später machen wir uns also mit Kamera, Block und Kuli bewaffnet auf den Weg in die Friesstraße – dort befindet sich das Fachantiquariat des Autographen Klaus Meixner. Zugegebenermaßen hab ich mich nicht gerade wahnsinnig intensiv auf das Interview vorbereitet. Ein wenig recherchiert und zur Sicherheit nochmal die Definition des Worts Autograph gegoogelt. Interviewfragen hab ich mir für den Fall der Fälle zwar notiert, war mir aber sicher, dass all meine Fragen sowieso ganz von selbst aus mir heraussprudeln würden, weil ich das Thema so spannend finde. Dementsprechend habe ich auf dem Weg zum Interview nur eine vage Ahnung, was mich erwartet – Nico geht’s genauso, verrät er mir. Wobei der nach seinem Telefonat mit Herrn Meixner schon einen ersten Eindruck von ihm gewonnen hat: „Klingt nach einem echt netten, witzigen Herren – ich freu mich auf unser Gespräch mit ihm.“ Ich auch. Als wir klingeln, passiert erstmal eine Weile nichts. Schließlich macht sich die Sprechanlage aber doch bemerkbar und eine fröhliche Stimme meldet sich zu Wort – wir sollen einfach hochkommen, zweiter Stock. An der Wohnungstür strahlt uns Klaus Meixner entgegen und heißt uns willkommen. Offenbar ist er bester Laune. In Jeans und barfuß. Steif wird unser Aufenthalt hier also schon mal nicht ablaufen, denke ich, und freue mich direkt noch ein bisschen mehr. Nico stellt uns als Nico und Lisa vor. „Ach, sehr

schüchtern. Dann fängt er an, von sich aus loszuerzählen und ist überhaupt nicht schüchtern. Umso besser, denke ich grinsend und schreibe fleißig mit. Begonnen hatte alles mit einer Originalhandschrift, die dem Vater von Klaus Meixner während seines Studiums in die Hände fiel. „Dieses Schriftstück faszinierte ihn sehr. Daraufhin gab’s kein Halten mehr“, sagt Klaus und lächelt. Meixner Senior war ein erfolgreicher Bauunternehmer in Würzburg, sein eigentliches Interesse galt jedoch schon immer der Kultur. Irgendwann entstand in ihm der Wunsch, sich ein zweites Standbein aufzubauen. Dass es für signierte Briefmarken, Sonderstempelkarten und andere Handschriften einen Markt gab, fand Klaus Meixners Vater besonders spannend – und so war der Grundstein für eine bald schon stetig wachsende Handschriftensammlung gelegt. 1973 meldeten seine Eltern das Geschäft an und Klaus war von


11. BERUFUNG


11. BERUFUNG

Anfang an involviert. Als später die Computer kamen, hatte er das Fachantiquariat bereit fast vollständig übernommen, das er bis heute voller Begeisterung allein weiterführt. „Läuft richtig gut“, plaudert Klaus aus dem Näh-

interessante Gespräche zu führen und kenne einige mei-

kästchen. Deutschlandweit kann man die Antiquariate, die

ner Stammkunden schon seit vielen Jahren.“ Besonders

sich ausschließlich auf Handschriften spezialisiert haben,

schön findet es der Würzburger Volkskundler, wenn er mit

an einer Hand abzählen. Meixners Fachantiquariat für Ori-

seinen Handschriften zur Erforschung eines bestimmten

ginalhandschriften hat sich im Laufe der Jahre einen Na-

Sachverhalts beitragen kann. Kommen also Studenten,

men gemacht und ist eine wahre Fundgrube für Sammler

Doktoranden, Dozenten oder Professoren anlässlich ihrer

aus aller Welt. Neben interessierten Privatpersonen und

wissenschaftlichen Arbeit auf den Handschriftensammler

Journalisten umfasst die große Kundenkartei von Klaus

zu, lässt das sein Forscherherz höher schlagen. Am meis-

Meixner auch Universitäts- und Staatsbibliotheken, (Lite-

ten Spaß macht ihm aber das eigene Forschen – echte

ratur-)Archive und zahlreiche Institute. Ob zu Forschungs-

Detektivarbeit, wie Klaus es nennt. Die schönsten Dinge

zwecken oder aus Sammelleidenschaft – die Leute wenden

nämlich gebe es nicht im Handel, sondern blieben oft lan-

sich immer gern an Herrn Meixner und suchen oft auch den

ge versteckt und unbemerkt: „Wahre Schätze kann man

persönlichen Kontakt. „Autographe sind Echtrealien, das

zum Beispiel ganz klassisch auf Flohmärkten, aus Nach-

Internet ist da gar nicht so spannend.“ Zwar handelt es sich

lässen, auf alten Dachböden oder in der berühmten Kiste

bei dem Fachantiquariat um ein Versandarchiv, doch Klaus

des Großvaters entdecken – man muss nur etwas Glück ha-

Meixner mag es, jemanden persönlich zu empfangen und

ben.“ Dann könne einem schon mal eine Handschrift von

sich gut zu unterhalten. „Ich liebe es, mit meinen Kunden

Mozart, Schiller oder Alexander von Humboldt begegnen. Als Autograph gilt übrigens alles, was handgeschrieben ist – originale Handschriften berühmter oder weniger

VOM KAISER PERSÖNLICH WER KANN ES ENTZIFFERN?

berühmter Personen, Manuskripte, Dokumente, Urkunden, Briefe, Widmungsexemplare, Notizen, Postkarten, handschriftliche Erinnerungsstücke aller Art, Autogramme, Sammlungen, Nachlässe, Albumblätter, Korrespon-


11. BERUFUNG

denzen ... „Und all das findet sich hier in diesen Schach-

SIEBENJÄHRIGER KRIEG: Schreiben des kaiserl. Hofkriegrates in

teln?“, frage ich und werfe einen neugierigen Blick auf

Wien an den Gen. Feldwachtmeister Carl Heinrich von Berlepsch

eines der vollgestopften Regale neben mir. „Ganz genau“,

aus Würzburg.

lacht Klaus. Er erklärt, dass es sehr wohl ein übersichtli-

rend finde ich diese riesige Sammlung alter und neuer Ori-

ches System gibt, nach welchem er seine Kostbarkeiten

ginalhandschriften trotzdem. Die ältesten Schriftstücke in

sortiert – auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht

Meixners Archiv gehen bis ins Mittelalter zurück; die jüngs-

nicht danach aussehen mag. „Was wollt ihr denn sehen?

ten reichen bis zur Gegenwart. Alles, was jemals in Klaus

Vielleicht etwas von Adenauer? Heinz Rühmann? Wilhelm

Meixners Besitz war, hat er kopiert. Nur kopiert – das muss

II.?“ Zielsicher zieht er eine der gefühlt tausend Schach-

reichen. „Man könnte alles ausufernd betreiben, aber das

teln aus dem Regal und zeigt uns ein altes Schriftstück mit

muss doch nicht unbedingt sein.“ Recht hat er. Obwohl

wunderschönem Schriftzug. Ich muss zu meiner Schande

die Zeit wie im Flug vergangen ist und wir eigentlich auf-

gestehen, dass sich mein konkretes Geschichtswissen über

brechen müssten, möchte ich unbedingt noch erfahren,

Wilhelm II. etwas in Grenzen hält – aber jedenfalls hat-

ob Klaus einmal ganz besonders stolz war auf eine seiner

te er eine beeindruckende Unterschrift, soviel steht fest.

Handschriften. Da muss er nicht lange überlegen: „Ich hat-

180 Euro müsste man hinlegen, um dieses Schriftstück

te mal einen echten Luther. Aus einem Nachlass. Das war

zu kaufen. Geht eigentlich, denke ich. „Die Leute sind

eine ganz wunderbare Entdeckung!“ Aus Prinzip behalten

oft überrascht über die verhältnismäßig erschwinglichen

würde Klaus Meixner aber keine Handschrift: „Ich habe

Preise von Autographen“, erklärt uns Klaus Meixner. Dass

mich entschieden, mit Autographen zu handeln – und ich

man für ein Autogramm von Willy Brandt nur rund 50 Euro

freue mich über jedes Schriftstück, das durch meine Hände

und für eine Postkarte mit Gruß und Unterschrift von Her-

geht. Umso glücklicher aber macht es mich, wenn es auch

mann Hesse nur um die 200 Euro zahlen muss, hätte ich

andere bereichert. Schließlich sind Autographe nicht dazu

tatsächlich nicht gedacht. Die niedrigsten Preise in Meix-

da, in irgendwelchen Kartons zu verstauben.“ Herr Meix-

ners Sortiment beginnen aktuell bei etwa 5 Euro, z.B. für

ner – es war mir eine Ehre. Wenn Sie mal wieder was von

eine Sonderstempelkarte von Altbundeskanzler Helmut

Wilhelm Busch dahaben, melden Sie sich bei mir.

Schmidt, und enden bei mehreren tausend Euro, beispielsweise für einen Brief von Wittgenstein oder Karl May. „Ich

Wen es interessiert, was Klaus Meixner so alles anzubieten

hatte auch mal eine signierte Graphik von Picasso; die hab

hat, oder wer beim letzten Flohmarktbesuch vielleicht so-

ich für circa 2.000 Euro verkauft“, berichtet Klaus. Schon

gar selbst auf eine interessante Handschrift gestoßen ist

wieder bin ich überrascht; als Laie denke ich beim Namen

und diese auf ihre Echtheit prüfen lassen möchte – hier der

Picasso gleich ganz blauäugig an Millionenbeträge. „Sind

Link zu Klaus Meixners Website:

eben keine berühmten Gemälde, um die es hier geht“, gibt

www.autographen-deutschland.com

Klaus schmunzelnd zu bedenken. Na gut. Aber faszinie-

Text: Lisa Dillhoff; Fotos: Nico Manger


LIEBENACHBARN 30. WÜRZBURGER

STADTFEST AM 15.9.2018 BESUCHT UNSERE KLEINE, FEINE BÜHNE AUF DEM KARDINAL-FAULHABER PLATZ BEIM THEATER SAMSTAG 15.9. VON 10 BIS 20 UHR.

MUSIK

DISKUSSION

BANDS & DJ POPCORN LIMONADE


12. AUF DEN HUND GEKOMMEN

1. „WARUM TRÄGST DU NICHT MAL SCHWARZE UNTERWÄSCHE?“

DA IST DOCH DER HUND DRIN! EIN (HUNDE-)BLICK SAGT MEHR AUS TAUSEND WORTE: IN UNSEREM CINEASTISCHEN BILDERRÄTSEL SPIELEN VIERBEINER DIE HAUPTROLLEN. ABER A FILME SUCHEN WIR GENAU? DIE LÖSUNGEN FINDEST DU AUF DER VORLETZEN SEITE


12. AUF DEN HUND GEKOMMEN

2. „UND WENN IHR DANN IN VIELEN JAHREN STERBEND IN EUREM BETT LIEGT – WÄRT IHR DANN NICHT BEREIT, JEDE STUNDE EINZUTAUSCHEN, VON HEUTE BIS AUF JENEN TAG, UM EINMAL NUR, EIN EINZIGES MAL NUR, UNSEREN FEINDEN ZUZURUFEN: JA, SIE MÖGEN UNS DAS LEBEN NEHMEN, ABER NIEMALS NEHMEN SIE UNS UNSERE FREIHEIT!“

3. „ICH BIN DER KÖNIG DER WELT!“


12. AUF DEN HUND GEKOMMEN

4. „WAS ZUR HÖLLE IST EIN GIGAWATT?“

5. „FALLS SICH IHRE GEFÜHLE JEDOCH VERÄNDERT HABEN SOLLTEN, SO MUSS ICH IHNEN SAGEN, DASS SIE MICH VERZAUBERT HABEN. VOLL UND GANZ – UND ICH LIEBE, ICH LIEBE, ICH LIEBE SIE.“


12. AUF DEN HUND GEKOMMEN

6. „ICH GEB DIR ZEIT, BIS ICH BIS ZEHN ZÄHLE, DANN BIST DU MIT DEINER HÄSSLICHEN GELBEN SCHEISSVISAGE VON MEINEM GRUNDSTÜCK VERSCHWUNDEN, BEVOR DAS BLEI DICH DURCHLÖCHERT. EIN, ZWEI, ZEHN!!!“


12. AUF DEN HUND GEKOMMEN

AUF DEN HUND GEKOMMEN?

FERNAB VON UNREALISTISCHEN MODELMASSEN FINDEN SICH VOR DER KAMERA VON YASEMIN IKIBAS ÜBERWIEGEND GANZ BESONDERE MODELS EIN. MIT FEUCHTER NASE UND DICHTEM FELL LIEGT DEREN MOTIVATION FÜR SCHÖNE FOTOS MEIST IN DEN LIEBLINGSLECKEREIEN ODER SPIELZEUG. Hier steht der „Beste Freund des Menschen“ im Rampenlicht. Für eine Tierfotografin ist keine Fotosession wie die andere, die Hunde könnten unterschiedlicher nicht sein. Genau wie ihre Besitzer. Der eine ist etwas zurückhaltender, der andere die zu groß gewachsene Schmusebacke. Drei Dinge jedoch sind allen Sessions gemein: Models mit feuchter Nase, liebenden Besitzern – und eine Fotografin, die nur selten mit sauberen Klamotten nach Hause kommt.

Für einen Blick hinter die Kulissen und aktuelle Projekte (wie zum Beispiel den Würzburg-Hunde-Spendenkalender "Wü Dogs 2019“ klickt ihr auf www.yiart.de

7. „ACHTJÄHRIGE, DUDE!“


12. AUF DEN HUND GEKOMMEN

8. „WIR WERDEN NICHT SCHWEIGEND IN DER NACHT UNTERGEHEN. WIR WERDEN NICHT OHNE ZU KÄMPFEN VERGEHEN. WIR WERDEN ÜBERLEBEN. WIR WERDEN WEITERLEBEN!“

DIE LÖSUNGEN FINDEST DU AUF DER VORLETZEN SEITE

9. „EINE ROTE SONNE GEHT AUF, HEUTE NACHT IST BLUT VERGOSSEN WORDEN!“


13. HERZSCHMERZ

DIE QUALITÄT EINES HERRENLOSEN GEPÄCKSTÜCKS In einem Café ist es bestimmt schöner. Schöner wie gemütli-

der zieht dann durch. Doch, doch. Sie käme ja. Vermissen.

cher. Weil da keine Krümel auf den fettbefingerten Tischen

Blabla. Sie hält ihre Tasche fest. Eine von vielen in der Bahn-

liegen. In einem richtigen Café. Mit Bedienung und Stühlen

hofshalle. Sie will sitzen. Zumindest stellt sie sich das so vor.

und richtigen Getränken. Nicht so ne Plörre. Da wischen die

Eigentlich. Ein Platz neben dem Georg. Dann heute halt nicht.

zwischen den Stoßzeiten die Tische ab. Am Abend. Da hat

In der Bahnhofshalle in Würzburg. Keine Chance zu sitzen.

der Georg abgesagt. Er sei müde. Aha. Wusste sie es doch!

Also Richtung Toilette. Sie muss nicht. Sie geht zur Vorsorge.

Zu müde. Aber er sei dran. Ja, er sei dran, aber er sei auch

Immer. Alles ist Vorsorge. Wenn nötig, könnte sie es aushal-

einfach platt. Wenn Sie wolle, könne sie doch einen Nachtzug

ten. Jetzt auch auf der Couch liegen. Einen Film schauen. Ein

nehmen. Vermissen wür-

Buch lesen. Könnte sie.

de er sie nämlich schon.

Klaro. Aber bescheuert

Jaja. Mhm. Bullshit. Das

wäre es auch. Die zwei

habe letztes Mal doch

Stunden Fahrt. Um dann

auch

funktioniert.

zum schlafenden Georg

Mit dem Zug. Dann wür-

ins Bett zu rutschen. Nicht

den sie morgen frühstü-

schlafen zu können. To-

cken. Er ginge auch zum

tal aufgekratzt. Weil es

Bäcker. Jetzt ist es also so

ihr auch nicht so wichtig

weit. Es war ja abzusehen.

sein soll. So viele Bröt-

Zu müde also. Wie. Kein

chen kann der Georg gar

Bock mehr. Arschlecken.

nicht kaufen. Weil es dem

Sie hat die Reisetasche in

Georg nicht wichtig ge-

der Elle. Wenn sie die auf

nug ist. Zu müde. Er ist zu

den Boden stellt. Wird die

müde. Sie nicht. Sie könn-

geklaut. Sie steht in der

te es aushalten. Oder auf

Bahnhofshalle. In Würz-

die eklige Zugtoilette. Zur

burg. Mit ihrer Tasche.

Not. Aber es ist anstren-

In der ist doch alles drin.

gend. Dass der Georg da

Vielleicht geht sie ver-

irgendwie anders ist.

gut

loren. Hier am Bahnhof. Wenn sie jetzt nicht fährt.

Scheiß drauf. So war es

Anstatt zu sagen. Ja nein.

ausgemacht. Sie hat ja

Dann sehen wir uns heute nicht. Kein großes Ding. Was du

auch keine Lust. Nachts am Würzburger Bahnhof zu stehen.

kannst. Sie ist ja auch müde. Es ist spät. Jeder vernünftige

Das ist ja der Witz. Dann sehen wir uns heute halt nicht. Lo-

Mensch hätte gesagt. Das ist ein Problem. Die Tasche so zum

cker aus der Hüfte. Und dann nach Hause fahren. Sie geht

offenen Raum. Jetzt in ihrem Arm. Eingeklemmt.

durch das Drehkreuz. Lässt die Ringe in der Hosentasche verschwinden. Nimmt eine Kabine. Mit der Hose in den Kniekeh-

Immerhin. Ein paar Sachen sind in ihrem Mantel. Ihre

len. Die Füße sind aufgestellt. Die Ellenbogen auf den Schen-

Geldbörse. Ihr Smartphone. Der Anruf. Das ist schon

keln. Der Hintern wird kalt. So pissen kleine Kinder. Sei doch

scheiße.

absagen.

nicht so schlimm jetzt. Sie könnte auch nein sagen. Das würde

Aber kein Problem. Mir ist es auch nicht wichtig. Dann

er natürlich verstehen. Nicht so schlimm. Halb so wild. Ich fin-

komme ich. Vorne herum. Was sie eigentlich sagen woll-

de schon was anderes zum Lieben. Ist doch keine große Sa-

te: Arsch offen? Sie steckt es in die Tasche. Alles rein. Oben

che, Mäuschen. Außerdem: Die paar Stunden schlafen wir eh.

drauf. Langsam quillt sie über. Die ganze Scheiße. Der Georg.

Dann kannst du morgen früh kommen. Sie zupft an der Rolle

Dann würden sie sich heute halt leider nicht mehr sehen. Und

Toilettenpapier. Wischt ab. Zieht hoch. Zieht hoch und

Georg.

Scheiße.

Jetzt

so

knapp


13. HERZSCHMERZ

schluckt die ganze Scheiße runter. Alles vergessen. Ab in die

noch. Obwohl er dran ist. Ein junger Mann tippt sie an. Feuer?

Tasche damit. Dann sehen sie sich heute halt leider nicht.

Sie geht einen Schritt zurück. Den könnte sie doch nehmen. Hallo Georg, ich habe hier auch jemanden mitgebracht, um

Und der Georg liegt im Bett und findet, dass das Bett viel grö-

dir wehzutun. Wie du siehst, bedeutest du mir auch nichts.

ßer ist. Er hat mehr Platz und fühlt sich verfügbar. Dann fällt

So. Dann wäre Gleichstand. Der Keks gegessen. Zack fertig.

ihm noch auf, dass es andere Frauen gibt. Die sind fuckable.

Also potenziell. Noch hat der Georg keine. Alles eine Frage

Mit denen kann man auch. Und dass das insgesamt viel we-

der Zeit. Wenn. Dann wäre sie wieder gleich stark. Ob sie

niger anstrengend ist. Ohne sie. Dann ruft der Georg an und

Feuer habe? Der fremde Typ. Nein, schon lange nicht mehr.

sagt: Das ist viel weniger anstrengend ohne dich. Bitte komm

No smoking. Er verstehe deutsch. Ah, sorry. Der Wind zieht

nicht. Also nie mehr. Sie nervt ja auch. Das ist schon klar. Nicht

von allen Seiten. Sie knöpft ihren Mantel auf. Lässt Dampf

nur den Georg. Sich selbst. Am meisten sich selbst. Grund-

ab. So. Also, wenn. Der Georg eine kennenlernt. Die wohnt

satzdiskussionen aus Angst nerven immer. Aus Liebe. Dafür

vielleicht in der gleichen Stadt. Noch schlimmer. Direkt in der

ist sie nicht entspannt genug. Das Bettzeug beispielsweise.

Straße. Oder einfach gegenüber. Die Oma von gegenüber.

Sie will das frisch aufgeschüttelt haben. Der Georg macht das

Die ist auch nicht mehr taufrisch. Nur eine Frage der Zeit.

nie. Toll. Das Wochenende direkt im Arsch. Danke Meister.

Dann war da was frei. Der Georg frei. Die Neue leiht sich dann

Größtenteils. Weil sie sich ärgert. Weil ihr dann echt so eine

was. Eine Rohrzange. Und trägt dabei knappe Unterwäsche.

Scheiße wichtig ist und sie nicht aufhören kann. Dass ihr die-

Oder hat sich ausgeschlossen. Beim Duschen. In Unterwä-

ser Schwachsinn wichtig ist. Dabei ist es dumm. Das merkt der

sche. Auf jeden Fall ist sie in knapper Unterwäsche. Wenn der

Georg auch. Natürlich. Wer will so eine anstrengende Person.

Georg sie will. Muss er sich noch nicht mal anziehen. Er kann

Noch nicht mal sie will das. Sie wäscht sich ihre Hände mit Sei-

dann einfach rüber gehen. Sie wird wütend. So auf die Fres-

fe. Wasser. Dann Desinfektionsmittel. Sie streicht sich vor dem

se mäßig. Wenn sie an die neue Schlampe vom Georg denkt.

Spiegel über die Augen. In zwei Stunden ist die Röte weg. Bis

Schluss jetzt. Sie will gute Laune. Positive Vibes. Sie will

in zwei Stunden hat sie sich gefangen. Weil. Hallo. Sie ist ja

dem Georg in die Arme fallen. Damit sich das alles hier ge-

nicht völlig scheiße. Schon so rein optisch. Weil sie halt ein-

lohnt hat. Vor allem der Ärger. Ihr Smartphone klingelt im

fach wieder wie immer und immer übertreibt. O-Ton Georg.

Mantel. Der Georg ist dran. Da hätte sich jetzt noch ein Kumpel – welcher Kumpel? Ein Kumpel halt – gemeldet …

Jetzt steht sie wieder. Unter einer hohen Decke auf lauten

Mit Lovestruggle.

Fließen. In Würzburg. Der Bügel ihrer Reisetasche schneidet ein. Im Notfall bitte ziehen. Sie geht durch die Unter-

Er, der Georg, treffe sich noch mit dem. In der Bar. Ob sie

führung. Zum Bahnsteig. Ein Windstoß entlang der Kacheln.

schon im Zug sitze? Es tue ihm leid. Ja. Tue sie. Sie sitze schon.

Pissegeruch Richtung Innenstadt. Gleis Zehn. Die Tasche wird

Er freue sich trotzdem. Nachher zu ihr ins Bett zu hüpfen. Sie

schwer. Was sie da alles drin hat. In der Tasche. Keine Ahnung.

wisse ja, wo der Zweitschlüssel sei. Sie geht zu einem Müll-

Einfach nie wirklich ausgeräumt. Aller mögliche Scheiß.

eimer. Durchbohrt das Smartphone mit einem Blick. Wirft

Wie, du kannst nicht zu meinem Geburtstag kommen? Rein

es hinein. Nein, dunkt! es hinein. Mit Sprung nach oben und

damit! Was soll das heißen, Zeit für dich? Eingepackt! Nein, ich

voller Kraft auf die Pappbecher. Der junge Mann von vor-

finde Fernbeziehung jetzt so minimal geil. Alles reingestopft.

hin sieht sie an. Kippe? Sie schüttelt den Kopf. So. Alles wie

Geschluckt. Von dunklem Stoff. Die guten Sachen liegen zu

immer. Alles andere wieder wichtiger. Als sie. Jaja, freue mich

Hause. Die gleichen das nicht aus. Liegen im Schrank. Verges-

zu dir ins Bett. Ist doch klar. Das sagt er. Das gehört sich. Und

sen. Dabei ist immer die Scheiße. Das Gerümpel. In der Tasche.

mal Tacheles. Der Kumpel. Der Georg ist das. Der, der hat

Drückt ihre Schulter hinunter. Aber nur die eine. Yogatech-

Lovestruggle. Mit seiner Alten. Mit ihr. Wahrscheinlich bekippt

nisch ungeil. Sie gleicht die andere aus. Scheitelkrone zur

er in der Bar das Ende. Hau weg die Scheiße! Und wenn er sie

Decke. Schenk dem Tag ein Lächeln. Halt nur vorne rum. Hin-

vom Bahnhof abholt. Tut er ja. Und sie. Würde sich

ten rum. Halt die Fresse. Der Zug steht schon am Gleis. Aber

freuen. Und er holt sie ab. Ah ja, sorry, ich habe

Aufenthalt. Ein paar Minuten. Sie kann schon einsteigen.

da mal drüber nachgedacht und: nein. Ab in die

Sie will. Nicht. Doch. Sie könnte. Der Zug wartet. Die Türen

Tasche damit. Nach ganz unten. Mit drücken und

stehen offen. Dass sie es sich vielleicht noch mal überlegt.

pressen geht das noch. Und sie kann es verstehen.

Tschüss, ich geh nach Hause. Sie legt ihre Tasche ins Abteil.

Sie ist ja auch hart unentspannt. Sie würde auch mit

Aber die Luft im Wagen. Die wurde schon geatmet. Sie kann

den Augen rollen. Wäre sie ein Typ. Wäre sie der

nicht atmen. Sie bekommt keine Luft. Da ist zu wenig Sauer-

Georg. Und hätte so eine nervige Alte. Allein. Sie

stoff. Ihr wird übel. Also noch mal auf den Steig. Vollständig

will immer das Bett aufgeschüttelt haben. Immer.

ein. Und vollständig ausatmen. Sie will gute Laune haben.

Was stimmt denn da bitte nicht. Hm? Sie. Das ist es

Sie atmet Happiness. Wenn sie beim Georg ankommt. Sonst.

ja. Da würde sie auch gehen. Dass der Georg noch

Zwei Stunden üble Muffe. Ohne Sauerstoff. Ganz ohne noch

da ist. Der Typ neben ihr wirft seine Kippe weg. Die

länger. Und sie weiß nicht. Wie lange kann ein Mensch die

Uhr schiebt vorwärts. Endlich. Endlich ist es vorbei.

Luft anhalten.

Dieser ganze. Bä! Es ist durch. Sie weiß. So ein Blödsinn. Der Typ steigt ein. Da geht auch ihr Neu-

Drei Jahre. Vier Jahre. Geht da noch was. Außerdem. Einer

er dahin. Sie hätten was Großes werden können.

muss immer nachgeben. Nennt sich Kompromiss. Jemand

Oder ein: Dann sehen wir uns heute halt nicht. Je

streckt die Hand immer als Erstes aus. Erst die eine. Dann der

nachdem. Die Leute steigen ein. Die Schaffnerin

andere. Sie geht auf den Georg zu. Sie fährt zu ihm. Jetzt

kontrolliert die Türen. Sie ist drin. Die Tasche. Die


13. HERZSCHMERZ

Henkel an der Fensterscheibe. Als würde sie raus schauen. Ein

cke. Soweit es geht. Eingeklemmt zwischen stinkigen Wän-

geschnürtes Bündel. Achtung. Gleis vier. Abfahrt. Fuck! Sie

den. Life is a bitch. Was wohl ihr Neuer macht. Sitzt im Zug.

stürzt zur Tür. Drückt drauf. Grün. Grün. Rot. Der Zug bewegt

Findet ihre Tasche und kontaktiert sie. Ein erstes Date. Nicht

sich. Richtung weg. Sie klopft an die Fensterscheibe. Beginnt

der Bringer, aber solide. Nett. Deshalb Beziehung. Vielleicht

mitzulaufen. Die flache Hand am Glas. Klopft und winkt. Und

zieht man zusammen. Sie bringt ihm Blumen mit. Er versteht

ihre Tasche fährt aus. Bon voyage. Allein. Auf dem Gleis. Sie

nicht. Weil nicht der Georg. Dann bekommt er auf der Ar-

ist allein.

beit eine neue Kollegin. Die geht viermal die Woche ins Gym. Fängt was mit ihr an. Eine neue Sekretärin. Oder. Die Chefin.

Tja. Den Georg mal anrufen. Dass das alles nichts wird. Dass

Flankt diesen jungen Typen weg. Klischeehaft.

sie doch zu müde ist. Oder ob er ihre Tasche abholen kann. Sie greift in den Mantel. Ah ja. Scheiße. Ihr Blick auf den Müllei-

Und sie sitzt dann zu Hause. Heult im Bett. Sie verschränkt

mer. Sie schiebt den Deckel auf. Mit beiden Händen drückt

die Arme. Der Müll wärmt. Schützt vor dem Wind auf dem

sie. Irgendwo zwischen Pappbecher und Essensrest. Sie beugt

Gleis. Sie lehnt ihren Kopf an die Wand. Hätte das mit dem

sich vornüber. Es reicht nicht. Sie kommt nicht ran. Hängt über

Georg einfach gehalten. Dann wäre sie jetzt bald da. Könn-

die Reling gebeugt. Und sie hört es klingeln. Bald. Das Smart-

te sich zu ihm legen. Die Augen zumachen. Da sein. Kraft.

phone. Der Georg. Der anruft. Warum sie nicht am Bahnhof

Das kostet alles enorm viel Kraft hier. Sie schließt die Augen.

sei. Er wolle sie extra abholen und ihr Liebe für immer und

Konzentriert sich auf den Atem. Ein. Aus. Ihr Kopf rutscht zur

ewig schwören. Aber da sie nicht da sei, hätte er jetzt diese

Seite. Sie schläft ein. Schreckt hoch. Das Smartphone klingelt.

andere Tussi genommen. Sie streckt sich tiefer. Steigt in den

Der Georg! Das Gebimmel ruft sie. Sie taucht in den Müll ein.

Mülleimer. Wühlt herum und wirft raus. Sie findet es nicht.

Alles riecht nach Pommes und Windel. Bekommt es zu greifen.

Dieses verschissene Smartphone. Wie dumm kann man ei-

Das Smartphone. Darauf Georgs Gesicht. Auf dem erleuchte-

gentlich sein. Sie findet nichts. Wühlt den ganzen Müll auf.

ten Bildschirm. Der Georg ist dran. Endlich erreiche er sie. Hier

Völlig umsonst. Ist das überhaupt die richtige Tonne? Viel-

sei nur ihre Tasche angekommen. Ob alles in Ordnung sei. Sie

leicht. Nicht. Knietief im falschen Müll. Klingt zumindest nach

wischt sich Mayo von der Schulter.

ihr. Sie sucht und findet dreckige Taschentücher. Also wieder

Text: Stefanie Schweizer

raus. Steigt auch noch in eine andere Tonne. Aber das ist sie nicht. Und wieder zurück in ihre. Das ist ihre. Da muss das Smartphone drin sein. Sie bückt sich tief. Steckt die Hände in klebrige Reste. Sie zertritt einen angefressenen Burger. Jemand kommt und sieht sie nicht. Oder doch. Wirft Pommes rein. Ihr hängt der Müll in den Haaren. Sie rutscht in die Ho-

#PFLEGEEXPERTEN

AKTIVIERENDE PFLEGE? WER ES NICHT KENNT, LERNT ES BEI UNS. ALS AZUBI ZUR ALTENPFLEGEFACHKRAFT.

JETZT BEWERBEN! WWW.AWO-AUSBILDUNG.DE AWO BEZIRKSVERBAND UNTERFRANKEN E. V. Isabel Schroth Am Ostbahnhof 22 97084 Würzburg Tel. 0931 61982-16 isabel.schroth@awo-unterfranken.de www.awo-unterfranken.de

Winnie (19), 2. Lehrjahr


14. DER AUFREGER

DAS DING MIT „KAUF DIR BLOSS KEIN WEISSES AUTO, DA SIEHT MAN DEN DRECK SO ARG DRAUF“, „WENN DU MIT DEN KINDERN EIS ESSEN GEHST, ZIEH IHNEN BITTE WAS AN, WO MAN DIE FLECKEN NICHT SO SIEHT“…

I

ch schau zu meinem Kumpel, deute auf den Fleck Tomatensauce auf seinem weißen T-Shirt und grinse über beide Ohren: „Oh Mann, ey, ICH HAB'S GEWUSST!“ stöhnt er und versucht sich mit Spucke und Daumennagel an der Schadensbegrenzung … erfolglos. „Hey Ulf, ich hab ne total suuuper Idee! Lass uns doch in der Fußgängerzone, also so KOMPLETT DURCH DIE INNENSTADT, einfach mal weißen Stein verlegen!“ „Mensch Herbert, der Knaller! So mach ma des! Des sieht bestimmt dodaaal gut aus! Du, ich sag's mal dem Chef, den Frieder kenn ich gut vom Tennis!“

Dafür, dass man sich vor der Umsetzung eines bestimmten Machwerks überlegt, welche Eigenschaften das betreffende Machwerk im Idealfall aufweisen sollte, gibt es eine Umschreibung: „Gesunder Menschenverstand“. Es scheint irgendwo bei den Städteplanern eine neue Richtlinie zu geben oder ein neues „Kompetenzbüro“ eingerichtet worden zu sein, dessen Ziel es ist, das Rad neu zu erfinden – und das, falls möglich, dreimal so teuer und halb so effizient; Willkommen im Öffentlichen Dienst. Da ich selbst im Öffentlichen Dienst tätig bin, wundert's mich kaum, dass früher oder später ein Ulf, ein Herbert und ein Frieder beschlossen haben, die Innenstadt sähe in Weiß doch viel


14. DER AUFREGER

schicker aus – und dabei vor lauter Begeisterung glatt

Gehweg schwarzes Fließ ausbreiten, um die Steine nicht zu

vergaßen, dass Fußwege in der Regel auch benutzt werden.

"beflecken" – und man denkt sogar darüber nach, ob man die Kaugummis nicht mit einer Vereisungsmaschine und einer

Ich laufe die neue weiße Fußgängerzone entlang und

Spachtel entfernen könnte. Aber hey, wieso denn auch die

denke mir, Mensch, die Kaugummis auf der Straße, die sind mir früher gar nicht so aufgefallen. Durch den deutlich

Fußgängerwege wie früher teeren? Das war viel zu billig, man hat die Kaugummis drauf nicht gesehen – und Schäden

besseren Kontrast auf dem hellen Hintergrund ertappe ich mich dabei, dass ich noch wesentlich genauer hinsehe

konnten auch viel zu leicht ausgebessert werden!

als sonst. Ich fange an, Muster zu suchen: „Kaugummi,

Mir geht das alles nicht weit genug! Ich fordere, dass

Kaugummi, Kaugummi, das könnte ein verschütteter Kaffee gewesen sein, Kaugummi, Kaugummi, Senf (wohl

am Eingang der Fußgängerzone ein Ordnungsbeamter steht, der jedem Passanten in den Mund schaut und

von einer Bratwurst), Kaugummi … und das? Igitt – das war wohl vom Hund ...“ Naja, wie das bei solchen glorreichen

diese widerwärtigen Kaugummis konfisziert! Für Kaugummischmuggel verlange ich die Auferlegung von

Ideen meistens der Fall ist: Wird es toll, erscheint darüber

Sozialstunden, der Strafenkatalog soll sich hierbei nach

ein Artikel in der Lokalzeitung, wird es … nunja … so wie es jetzt eben ist (und zu erwarten gewesen wäre), will

Größe und Farbe des Kaugummis orientieren: einzelnes weißes Kaugummidragee: fünf Stunden; klassischer

es keiner gewesen sein. Man könnte zumindest aus den Fehlern lernen und sagen: Hey, okay, weißer Fußboden als

Kaugummistreifen (z. B. Wrigley Doublemint), sieben Stunden. Der Hubba-Bubba BubbleTape „new mistery

Straßenbelag? Ganz schlechte Idee ... Doch weit gefehlt! Innenstadt

flavor“ ist mit einer Sozialstunde pro Zentimeter zu vergelten! Weiterhin verlange ich das Verbot schwarzer Schuhsohlen (wie man es ja bereits vom Hallensport kennt),

(vorübergehend) in Weiß, auch in Tauberbischofsheim hat man die Idee für gut befunden und eifrig umgesetzt. Dort war am Wochenende Altstadtfest. Zur „Schonung“ des Bodens hat man um die Imbissbuden Teppiche verlegt, da ja dort prinzipiell die Gefahr am größten ist, dass

Personen mit dunklen Sohlen können wahlweise Barfuß durch die Innenstadt oder bekommen Leihpantoffeln ausgehändigt. Hunde und Kinder unter fünf Jahren sind an der Leine und mit Windel zu führen, das Mitbringen von Speisen und dunklen Getränken ist untersagt, Kaffee

gekleckert wird. Eine weitere Maßnahme bestand darin, dass nur noch Weißwein ausgeschenkt werden darf – der Verkauf von Rotwein in der Innenstadt wurde untersagt, kein Scherz! In Würzburg müssen die Bauarbeiter auf dem

wird nur noch mit wenig Pulver und viel Milch verkauft. In Anbetracht der aktuellen Kosten halte ich diese Maßnahmen für vertretbar, ich bin Öffentlicher Dienst, ich darf das! Text: Sebastian Fiedler

Nicht

nur

in

PETER MÖCKESCH

Würzburg

erstrahlt

MARTIN REITMAIER

Reitmaier Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB

die

DR. ALEXANDER HESS JOHANNES NEUMANN BENJAMIN HIRSCH

KATHARINA NÜRCK

Eichhornstraße 2 // D 97070 Würzburg T +49 (0) 931 / 970964-0 F +49 (0) 931 / 970964-10 info@reitmaier-rechtsanwaelte.de www.reitmaier-rechtsanwaelte.de


15. HÖREN & TANZEN

FESTIVAL ROLLING STONE PARK

EIGENTLICH SCHLIESST SICH SO ETWAS JA AUS … EIN MUSIKFESTIVAL, DAS NICHT IM FREIEN, SONDERN DRINNEN, ALSO „INDOOR“ STATTFINDET. KANN SO ETWAS FUNKTIONIEREN? IM EUROPA PARK IN RUST, WO SONST HALSBRECHERISCHE ATTRAKTIONEN AUF DIE FREIZEITPARK-FANS WARTEN, GEHT IN DIESEM HERBST ERSTMALS EIN MUSIKFESTIVAL NAMENS „ROLLING STONE PARK“ ÜBER DIE BÜHNE, DAS GENAU DIESEN ANSATZ VERFOLGT – UND MAN DARF DURCHAUS GESPANNT SEIN, OB DER PLAN AUFGEHT. Die Idee hat ja im Grunde genommen etwas für sich.

Lieblingsband witterungsbedingt ins Wasser fällt oder man

Drinnen ist es auch Anfang November noch schön warm und

vor lauter Saufspielchen auf dem Zeltplatz den Weg zur Bühne

kuschelig und die teilnehmenden Hotels versprechen einen

nicht mehr findet. Ein persönliches Shuttle geleitet einen im

echten Zugewinn an Komfort. Festivalkonkurrenz zu dieser

Europa Park den Weg ins musikalische Wunderland – und wer

Jahreszeit …? Ist praktisch nicht vorhanden. Außerdem

dabei nicht vollkommen auf den natürlichen Charme eines

bekommt man mit den Flaming Lips und Ryan Adams zwei

echten Festivalcampingplatzes verzichten möchte, der kann

musikalische Schwergewichte präsentiert, die man sonst

sich als echter Abenteurer im sogenannten „Camp Resort“

nur selten auf den hiesigen Festivalbühnen antrifft. Aber

niederlassen. Ähnlich wie in der TV-Serie „Westworld“

dass der Funke auch auf das Publikum überspringt, ist

sieht man sich hier mit originalgetreuen Blockhütten aus

natürlich deshalb noch lange nicht garantiert. Auch wenn

dem Wilden Westen konfrontiert, die zum Verweilen

sich die Macher alle Mühe geben, das Bühnenprogramm

und Nächtigen einladen. Kleine, zeitgemäße Updates wie

mit rund 30 Bands, darunter so illustre Namen wie The

WLAN oder Strom, gibt’s natürlich auch hier inklusive, ist

Decemberists, Father John Misty, Kettcar und Nada Surf, um

ja schließlich ein Indoor-Komfortfestival und wir hoffen

ein paar weitere, spannende Anreize in Form eines coolen

inständig, dass man auch von den Massage-Sesseln aus einen

Rahmenprogramms zu ergänzen.

guten Blick auf die Bühne hat ;)

Eine Plattenbörse soll es geben, was zumindest dahingehend

Wobei wir an dieser Stelle noch einmal ganz frei von

Sinn macht, dass man seine frisch erworbenen Schätze

jeglicher Ironie anmerken möchten, dass wir die Idee

sicher im nahe gelegenen Hotelzimmer unterbringen kann.

eigentlich ziemlich geil finden, Komfort und Rock´n´Roll

Wellness und Fitnessangebote – wie Saunalandschaften und

zusammenzubringen. Wenn das tatsächlich gelingen sollte,

ein beheizter Außenpool stehen ebenfalls zur Verfügung –

erwartet einen hier mit Sicherheit etwas Einzigartiges. Das

und ein Fitness-Club ist natürlich auch im Preis inbegriffen.

Programm allein jedenfalls ist es wert, sich ein Bild von der

Unsere Neugier jedenfalls ist geweckt – und auch wenn

Veranstaltung im schönen Baden-Württemberg zu machen.

dieses Festival eigentlich allem widerstrebt, was man bis

Motorpsycho, John Grant, Car Seat Headrest und Die höchste

dato so gewohnt ist (also zumindest in südlichen Gefilden,

Eisenbahn sieht man schließlich nicht alle Tage live. Und

im hohen Norden verfolgt das Schwesterfestival namens

die Lesungen von Oliver Polak und Thorsten Nagelschmidt

„Rolling Stone Weekender“ bereits seit zehn Jahren

(Muff Potter) dürften sicher ebenfalls sehr amüsant werden.

äußerst erfolgreich einen beinahe identischen Ansatz, so

könnte sich der „Rolling Stone Park“ doch als willkommene

Wenn du jetzt neugierig geworden bist auf den „Rolling Stone

Alternative für all jene erweisen, die sich zum Beispiel auch

Park“, der am 16. und 17. November 2018 erstmals im Europa-

beim hiesigen „Weinfest am Stein“ sehr wohl fühlen.

Park stattfindet, dann klick einfach auf www.rollingstone-park.

de. Dort findest du alle weiteren Informationen und kannst dir

Darüber hinaus besteht keinerlei Risiko, dass der Auftritt der

auch gleich deine Tickets bestellen. Text: Alexander Nickel-Hopfengart; Foto: Veranstalter


16. RECHTHABEN

DIE NEUE DSGVO WAS IST DAS UND WAS BEDEUTET DAS FÜR MICH ALS ARBEITNEHMER? DER DATENSCHUTZ IM ARBEITSVERHÄLTNIS – WIE HAT DER ARBEITGEBER MIT MEINEN DATEN UMZUGEHEN? AM 25.5.2018 IST DIE EU-DATENSCHUTZGRUNDVERORDNUNG (EU-DSGVO) ZUSAMMEN MIT DEM REFORMIERTEN BUNDESDATENSCHUTZGESETZ (BDSG) IN KRAFT GETRETEN. DURCH DIE REFORM WURDE AUCH DER BESCHÄFTIGTENDATENSCHUTZ ERHEBLICH GESTÄRKT. DER NACHSTEHENDE BEITRAG LIEFERT EINEN ÜBERBLICK ÜBER DIE WESENTLICHEN RECHTE UND PFLICHTEN DES ARBEITGEBERS IM UMGANG MIT DEN DATEN DES ARBEITNEHMERS (BESCHÄFTIGTENDATENSCHUTZ):

DARF MEIN ARBEITGEBER DATEN ÜBER MICH SAMMELN? WENN JA, WELCHE? Die Verarbeitung personen-

bezogener (Beschäftigten-) Daten ist dem Arbeitgeber grundsätzlich verboten, wenn sie nicht ausdrücklich vom Gesetz erlaubt ist oder der Arbeitnehmer der Datenverarbeitung zugestimmt hat. Personenbezogene Daten von Beschäftigten dürfen von Gesetzes wegen für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses verarbeitet werden, soweit dies für die Begründung, Durchführung oder Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses erforderlich ist, § 32 BDSG. Für andere Zwecke bedarf es der Einwilligung des Arbeitnehmers, wobei diese nur wirksam ist, wenn der Arbeitnehmer darauf hingewiesen wird, dass er diese jederzeit widerrufen kann.


16. RECHTHABEN

Fall darf der Arbeitgeber die E-Mails nur lesen, wenn er ein berechtigtes Interesse geltend machen kann, etwa wenn zu befürchten steht, dass dem Arbeitgeber durch die mangelnde Einsicht in die E-Mails ein großer Schaden droht. DARF

DER

ARBEITGEBER

MEINEN

ARBEITSPLATZ

ÜBER-WACHEN? Grundsätzlich wird zwischen der Videoüberwachung im öffentlich zugänglichen (z. B. Bahnhöfe, Kaufhäuser) und im nicht öffentlich zugänglichen Bereich (z. B. Werksgelände, Lager oder Personalräume) unterschieden. Bei öffentlich zugänglichen Flächen und Arbeitsplätzen ist die Videoüberwachung nur erlaubt, soweit sie zur Aufgabenerfüllung öffentlicher Stellen, zur Wahrnehmung des Hausrechts DARF DER ARBEITGEBER BEWERBERDATEN SPEICHERN? Die Speicherung personenbezogener Daten darf nur zweckgebunden erfolgen. Ist die Stelle einmal besetzt, besteht kein Grund mehr, die Informationen der abgelehnten Kandidaten aufzubewahren. Da es jedoch auf der Grundlage des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) zu einer Klage von Seiten der Bewerber kommen kann, dürfen Unternehmen die Daten aufbewahren, solange sie mit Auseinandersetzungen mit nicht berücksichtigten Bewerbern rechnen müssen. Die zulässige Aufbewahrungsdauer beträgt maximal sechs Monate. Behält sich der Arbeitgeber vor, die Bewerbung für zukünftig zu besetzende Stellen aufzubewahren, bedarf dies der Zustimmung des Bewerbers. In jedem Fall ist es dem Arbeitgeber untersagt, die Daten an Dritte weiterzugeben. WELCHE FRAGEN DARF DER ARBEITGEBER IM BEWERBUNGSVERFAHREN STELLEN? Die Fragen nach einer bestehenden Schwangerschaft, nach dem Familienstand und dem Glauben, der politischen Überzeugung und der Herkunft sind gänzlich unzulässig. Fragen nach einer Schwerbehinderung, vorhandenen Krankheiten, Vorstrafen und zu den Vermögensverhältnissen können zulässig sein, wenn diese sich auf die konkrete Tätigkeit auswirken. DARF DER ARBEITGEBER MEINE DATEN AN DRITTE (Z.B. BEHÖRDEN) WEITERGEBEN ODER ANDERWEITIG VERÖFFENTLICHEN? Nein! Der Arbeitgeber ist grundsätzlich ohne Einwilligung des Arbeitnehmers nicht berechtigt, personenbezogene Daten, die für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses erhoben worden sind, an Dritte weiterzuleiten. Werden die erhobenen Daten allerdings zur Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder zur Verfolgung von Straftaten benötigt, ist die Weitergabe an die Behörden zulässig. DARF DER ARBEITGEBER MEINE E-MAILS LESEN? Hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die private Nutzung des betrieblichen E-Mail-Kontos nicht gestattet, kann er den E-Mail-account einsehen – Gleiches gilt für sonstigen dienstlichen Schriftverkehr. Schwierig wird es hingegen, wenn die private Nutzung des E-Mail-Accounts vom Arbeitgeber gestattet wurde. In diesem

oder zur Wahrnehmung berechtigter Interessen für konkret festgelegte Zwecke erforderlich ist und keine Anhaltspunkte bestehen, dass schutzwürdige Interessen der Betroffenen überwiegen. Auf die Videoüberwachung muss hingewiesen werden. Eine Videoüberwachung in Bereichen, die überwiegend der privaten Lebensgestaltung der Beschäftigten dienen (Sozialräume, Schlafräume, Toiletten etc.), ist dagegen grundsätzlich unzulässig. Eine verdeckte Videoüberwachung ist nur in sehr eingeschränktem Umfang erlaubt: Es muss ein konkreter Verdacht hinsichtlich einer strafbaren Handlung oder einer anderen schweren Verfehlung zu Lasten des Arbeitgebers vorliegen; weniger einschneidende Mittel müssen ausgeschöpft sein; die Videoüberwachung darf als einziges Mittel verbleiben und darf insgesamt nicht unverhältnismäßig sein. WAS PASSIERT MIT MEINEN DATEN, WENN ICH DAS UNTERNEHMEN VERLASSE? Der Arbeitgeber ist zur Löschung sämtlicher Daten verpflichtet, soweit nicht noch Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis bestehen (Zeugniserteilung, Zahlungs-ansprüche usw.) oder Spezialvorschriften Aufbewahrungspflichten vorsehen, Art 17 DSGVO. So müssen Lohn- und Gehaltsunterlagen z. B. bis zu 10 Jahre aufbewahrt werden. WAS PASSIERT, WENN DER ARBEITGEBER GEGEN DEN DATENSCHUTZ VERSTÖSST? Bei besonders schwerwiegenden Verstößen drohen Geldbußen von bis zu 20 Millionen EUR oder bei Unternehmen bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahrs, wobei der jeweils höhere Betrag als maximale Buße verhängt werden kann. Die Experten von Reitmaier Rechtsanwälte beraten und vertreten auf dem Fachgebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts, Strafrechts / Compliance, Wirtschafts- und Arbeitsrechts sowie Veranstaltungsrechts. Ein Team von sechs Anwälten berät Unternehmen sowie Privatpersonen zu rechtlichen Belangen.


19. HINTENDRAN

SPAM GEDRUCKT SCHWARZ AUF WEISS

WERDET TEIL UNSERER NACHBARSCHAFT Im frischen, modernen Outfit bringt LIEBE NACHBARN ebenso anspruchsvolle wie spannende und zum Schmunzeln anregende Themen.

LIEBE NACHBARN … KONZENTRIERT SICH AUF DAS WESENTLICHE: die Menschen aus Würzburg und Umgebung und die dazugehörigen Geschichten. Wir berichten darüber qualitativ anspruchsvoll in Bild und Text – und bieten Ihnen damit ein attraktives Umfeld für Ihre Anzeigen, die in diesem

From: Dr. M. Miller Sent: Sunday, August 29, 2018 6:41 AM Subject: Re: DAS bringt Frauen dazu, dich zu mögen … (Es ist NICHT, was du denkst)

hochwertigen Medium langfristig wirken und die Menschen der Stadt WürzWerbung, schließlich soll Ihre Anzeige perfekt zur Geltung kommen.

Nachbarschaftsliebe – ganz ohne geht es einfach nicht. Daher bedanken wir uns bei jenen lieben Nachbarn, die ein Unternehmen führen und bei der Verwirklichung dieses Stadtmagazins mithelfen. Deshalb gibt es in diesem Heft auch Texte, die in Zusammenarbeit mit unseren Partnern entstanden und mit einem Sponsor-Herz gekennzeichnet sind. UNSERE MEDIADATEN FINDEN SIE UNTER WWW.LIEBE-NACHBARN.NET

LIEBE NACHBARN ist ein Magazin von ºdie eine... agentur für gestaltung IMPRESSUM / HERAUSGEBER ºdie eine... agentur für gestaltung Beethovenstraße 5d | 97080 Würzburg Vertreten durch: Nico Manger kontakt@liebe-nachbarn.net W W W. L I E B E - N A C H B A R N . N E T

GESTALTUNG / LAYOUT / COVERFOTO ºdie eine... agentur für gestaltung www.dieeine.de

ANSPRECHPARTNER ANZEIGEN Holger Hahn holger@liebe-nachbarn.net

REDAKTION Thomas Brandt, Christian Götz, Nico Manger redaktion@liebe-nachbarn.net

SCHLUSSREDAKTION Schreiberei Eder

DRUCK Flyeralarm / Auflage 5.000

Hey, Möchtest du wirklich diese EINE SACHE kennen, die den Unterschied ausmacht, ob eine Frau die du willst mit dir anbändelt… oder ob du kalt zurückgewiesen und gedemütigt wirst? Sicher willst du das. Die Antwort ist einfach… und doch merken es so viele Kerle niemals. Die meisten Kerle denken es geht um Geld, oder Macht, oder das Alter, oder das Aussehen, aber damit könnten sie nicht falscher liegen. Immer hin bekommen hässliche Kerle Frauen ab. Arme Kerle kriegen Frauen. Alte Kerle kriegen Frauen. Also, woran liegt es? Also, die Antwort ist simpel, ich bin sicher, du findest es schon raus. Nimm dir einen Moment Zeit und denke darüber nach, wie es ist, eine Frau zu sein. Wenn du eine begehrenswerte Frau wärst (wie es die Frau, die du willst, ja sicherlich ist), würden ständig Kerle versuchen, dich abzuschleppen. Nach einer Weile ist es dir egal, wie er aussieht, weil schon Millionen attraktive Kerle versucht haben, dich abzuschleppen, und die meisten davon waren nicht sehr interessant. Nach einer Weile ist es dir egal, wie viel Geld er hat, weil die meisten Kerle, die dich abschleppen wollten, totale Arschlöcher waren. Nein, wenn du eine Frau wärst, würdest du nach etwas Anderem suchen. Wonach? Also denkst du bestimmt: Und jetzt? Ich weiß nicht, wie man diesen „Drang“ bei Frauen auslöst. Aber ich weiß es. Schau dir dieses kurze Video an und entdecke den “Trick”, mit dem du den Drang in jeder Frau auslösen kannst. Sie wird keine Ruhe finden, bis sie das Verlangen nach dir im Bett erfüllt hat. Sei gewarnt, das Video beinhaltet starke Kraftausdrücke, und ist wahrscheinlich für viele Leute beleidigend. => KLICKE EINFACH HIER

SEID IHR AUF DEN HUND GEKOMMEN? WENN NICHT, DANN SIND HIER DIE LÖSUNGEN UNSERES TIERISCHES FILMRÄTSELS: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9.

LORIOTS PAPA ANTE PORTAS BRAVEHEART TITANIC ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT STOLZ UND VORURTEIL KEVIN ALLEIN ZUHAUS THE BIG LEBOWSKI INDEPENDENCE DAY HERR DER RINGE

W W o w hin I T Zu enn fli ZE m E s eg W ie J t e C ol uc in K E ke k e nk rei Wo ra z h lk tz at e er ? !!

burg und Umgebung erreichen. Gerne helfen wir Ihnen bei der Gestaltung Ihrer


3.10.Tag der offenen Posthallen

Nachbarschaftsliebe

STRAMU 7.9. BIS 9.9. 2018

23.9. FashionFlomarkt Posthalle

Goodbye Sommer LSF 1000+

Hiroyuki Masuyama Kulturspeicher

QUEEN IM KINO Bohemian Rhapsody

Stadfest-Bühne LIEBE NACHBARN 15.9.18

Beats & Lyrics Kellerperle 21.9.

11.10. Sei ein Faber im Wind PH

Electro Circus Airport

Wohlsein-Vibes 8.9.

Scheurebe – innere Leiste

26.10. 17. IMPROFESTIVAL

10.10. TBC Bockshorn

12.10. Kids of Adelaide

Die 1000 Kutterspinnen

CAIRO

Hair & Makeup Maria Mihm

Hannah & Falco 7.10. KellerPerle

28.9. ErnteDank DORNHEIM

NIMM MICH! Ein Herz für Deine Veranstaltung oder Deine Liebste? Schreibe uns!

Goodbye Landesgartenschau :(

Profile for LIEBE NACHBARN

LIEBE NACHBARN – SPÄTSOMMER 2018  

DAS KOSTENLOSE STADTMAGAZIN FÜR WÜRZBURG

LIEBE NACHBARN – SPÄTSOMMER 2018  

DAS KOSTENLOSE STADTMAGAZIN FÜR WÜRZBURG

Advertisement