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Liebe ist pink!

Liebe muss sicher sein: Eine Aufkl채rungsbrosch체re zum Thema Verh체tung


Was uns am Herzen liegt Hallo, frisch verliebt sehen wir alles durch die berühmte rosarote Brille. Und das ist eine tolle Sicht! Indem du diese Broschüre aufschlägst zeigst du, dass du – wenn es drauf ankommt – dabei trotzdem den Blick für etwas sehr Wichtiges nicht verlierst: die Verhütung. Die Medizin ermöglicht es jungen Frauen heute, selbst zu bestimmen, wann sie schwanger werden möchten. Und diese Möglichkeit sollten sie nutzen, denn mit einer Mutterschaft ist große Verantwortung verbunden. Eine wichtige Voraussetzung ist hierbei, dass du die natürlichen Abläufe in deinem Körper kennst. Außerdem solltest du Bescheid wissen, welche Verhütungsmethoden es für Männer und Frauen gibt, um herauszufinden, welche für dich in Frage kommt. Diese Broschüre soll dir dabei eine Hilfe sein. Sie zeigt dir alle Verhütungsmethoden mit Pro und Contra auf. Außerdem erklärt sie dir, was zum Beispiel genau in der Pubertät oder beim weiblichen Zyklus passiert und was es mit den Hormonen auf sich hat. Zum besseren Verständnis sind viele Videos und Animationen eingebaut und es gibt jede Menge praktisches Downloadmaterial. Wir wünschen dir viel Spaß bei der Lektüre. Alles Gute dein STADA Liebe ist Pink-Team

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Inhaltsverzeichnis Mann und Frau: Der kleine Unterschied  Nicht mehr Kind und noch nicht erwachsen: Die Pubertät  Wenn die Menstruation zur Regel wird  Beschwerden vor und während der Menstruation  Das erste Mal beim Frauenarzt  Verhüten – wann und womit?  Verschiedene Methoden im Überblick  4

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Nachträgliche Verhütung  Verhütungsmittel Nr. 1: Die Pille  Reisen mit der Pille  Was kostet die Pille?  FAQ – Die häufigsten Fragen rund um die Pille  Auf der Hut vor Geschlechtskrankheiten  Hilfreiche Links und Adressen 

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Mann und Frau: Der kleine Unterschied

Die Geschlechtsorgane der Frau

Na ja, eigentlich ist es nicht ein einzelner Unterschied – und klein ist er schon gar nicht. Im Gegenteil: Körperlich unterscheiden sich Mädchen von Jungen und mehr noch Frauen von Männern durch viele Merkmale. Vor allem natürlich durch die Geschlechtsorgane, auch Genitalien genannt. Grob zusammengefasst kann man sagen: Bei Männern spielt sich diesbezüglich mehr außen, bei Frauen mehr im Inneren ab. Doch haben beide sowohl innere als auch äussere Geschlechtsmerkmale.

Wusstest du, dass ... ? ... eine Gebärmutter ein Muskel ist, der normalerweise um die 8 cm groß ist und in etwa aussieht wie eine Birne. Wenn du dir ein neugeborenes Baby anschaust, weißt du, wie weit sich dieser Muskel dehnen kann!

Die ÄUSSEREN Geschlechtsorgane der Frau: Eileiter (Tuba uterina)

Gebärmutter (Uterus)

Ampulle Isthmus

Eierstock Gebärmutter(Ovar) höhle Gebärmutterhals (Cervix unteri) Muttermund Scheide (Vagina)

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Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) Gebärmuttermuskulatur (Myometrium) Bindegewebe/Bauchfell (Perimetrium oder Tunica serosa)

Der Schamhügel (auch Venushügel) ...

... ist der Bereich, indem die Schambehaarung wächst.

Die großen (äusseren) Schamlippen ...

... bedecken und schützen die anderen Geschlechtsteile (Kitzler und Scheideneingang).

Die kleinen (inneren) Schamlippen ...

... liegen hinter den großen Schamlippen und umschließen den Kitzler.

Der Kitzler (in der Fachsprache: Klitoris, was übersetzt „kleiner Hügel“ heißt) ...

... ist eine erbsengroße Stelle und extrem empfindlich, weil hier viele Nerven verlaufen.

Der Scheideneingang ...

... führt in die Scheide, ist von Natur aus zunächst durch ein etwas nach innen verlegtes Tor verschlossen: das Jungfernhäutchen.

Die INNEREN Geschlechtsorgane der Frau: Die Scheide ...

... beginnt direkt hinter dem Jungfernhäutchen.

Der Muttermund ...

... bildet den Übergang von der Scheide in die Gebärmutter bzw. den Gebärmutterhals.

Die Gebärmutter ...

... besteht aus einem unteren und einem oberen Teil: und zwar Gebärmutterhals und Gebärmutterkörper.

Der Eileiter ...

... geht von der Gebärmutter ab und verbindet sie mit den Eierstöcken.

Die Eierstöcke ...

... lagern die Eizellen, die Monat für Monat heranreifen, um befruchtet zu werden.

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Die Geschlechtsorgane des Mannes Harnleiter (Ureter)

Bläschendrüse Ausführungsgang der Bläschendrüse

Blase Samenleiter

Ampulle des Samenleiters Spitzkanal (Ductus ejaculatorius)

Penisschwellkörper

Prostata Cowper-Drüsen

Harnröhrenschwellkörper Harnröhren + Samengang

Harnröhre (Urethra)

Eichel

Samenleiter Vorhaut

Hodensack (Skrotum)

Hoden (Testis)

Nebenhoden

Die ÄUSSEREN Geschlechtsorgane beim Mann: Der Penis ...

... besteht aus Eichel, Vorhaut und Schaft.

Die Eichel ...

... ist die Spitze des Penis. Bedeckt wird sie von der Vorhaut.

Der Schaft ...

... ist der lange Teil des Penis. In ihm befinden sich die Schwellkörper, die dafür sorgen, dass der Penis steif wird.

Der Hodensack ...

... ist ein Hautsack, der die Hoden und Nebenhoden hält.

Die INNEREN Geschlechtsorgane beim Mann: Die Hoden ...

... stellen die Samen, die man auch Spermien nennt, her.

Die Nebenhoden ...

... liegen auf den Hoden und sammeln die Spermien.

Der Samenleiter ...

... verbindet die Nebenhoden mit dem Samenbläschen und von dort aus mit der sogenannten Prostata.

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ...

... stellt zusammen mit den Samenbläschen die Samenflüssigkeit her. Die Prostata regelt außerdem, wann Samen fließen und wann Urin.

Wusstest du, dass ... ? ... sich bei den Organen das wahre „starke Geschlecht“ zeigt: Die weiblichen Eierstöcke tragen von Geburt an 400.000 bis 500.000 Eizellen, quasi als Vorrat für das ganze (Sexual-) Leben! Die Eizellen sterben nach und nach ab, so dass zu Beginn der Pubertät nur noch etwa 30.000 übrig sind. Während die männlichen Hoden je nach Bedarf Spermien „neu produzieren“. 8

Nicht mehr Kind und noch nicht erwachsen: Die Pubertät Vom Baby zum Kleinkind, vom Kleinkind zum Schulkind ... Die ersten ca. zehn Jahre wachsen wir scheinbar „einfach so vor uns hin“. Und dann kommt das, was man Pubertät nennt – zu deutsch Geschlechtsreife. Rein körperlich ist die Pubertät die Phase, in der sich die sogenannten sekundären Geschlechtsmerkmale ausbilden. Aus einem Mädchen wird also eine Frau und aus einem Jungen ein Mann. Diese Übergangsphase ist meist eine ziemlich bewegte Zeit. Schuld daran sind die Hormone. Was ist wann normal? Gewöhnlich beginnt die Pubertät bei Mädchen zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr (bei Jungen etwa zwei Jahre später) und endet zwischen dem 15. und 17. Lebensjahr. Bei Mädchen, fängt meist der Busen an zu wachsen, genauso Scham- und Achselbehaarung. Nach und nach wird der Körper, vor allem an Hüften und Schultern, rundlicher. Mit wie viel Jahren ein Mädchen die erste Monatsblutung bekommt, ist sehr unterschiedlich. Wann genau die Pubertät im Einzelfall einsetzt und wie schnell man sich entwickelt, ist hauptsächlich genetisch bestimmt.

Übrigens: Auch Ernährung und Sport können eine Rolle bei der Pubertät spielen, weil sie den Fettanteil des Körpers beeinflussen. Fettzellen regen wiederum die Herstellung von Geschlechtshormonen an.

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Zeichen der Pubertät • Gute Laune, schlechte Laune. Kaum jemand kann so schnell von todtraurig auf überglücklich „switchen“ wie Pubertierende. Stimmungsschwankungen, Gereiztheit und Gefühlschaos sind in dieser Zeit ganz normal. Das liegt zum größten Teil an der hormonellen Umstellung. • Ständige Diskussionen mit den Eltern. Abgesehen von der körperlichen Entwicklung heißt Erwachsenwerden auch: verstärkt eine eigene Meinung zu haben, selbst zu bestimmen und Verantwortung übernehmen zu wollen. Zum einen ist das eine Umstellung für die Eltern, zum anderen vertreten Jugendliche oft aus Prinzip eine andere Meinung. Somit sind Streit und Diskussionen vorprogrammiert. •H  autprobleme und Körpergeruch. Die Talgdrüsen unter der Haut produzieren Fett, das über die Hautporen abfließt. In der Pubertät sorgen die Hormone oft für eine Überproduktion. Die Folge sind Mitesser, Pickel bis hin zur Akne. Auch Schweiß wird häufig zu viel produziert, was mit unangenehmen Körpergeruch einhergehen kann. Der Geruch enteht durch die Bakterien, die sich auf der Haut befinden. Mit einer guten Körperhygiene (Duschen, Deo) kann man dagegen vorbeugen.

Mädchenfragen • Ungleiche Brüste? Wenn die linke und die rechte Brust nicht exakt gleich groß sind, muss dich das nicht beunruhigen. Genauer gesagt ist es sogar der Normalfall – nicht nur während des Wachstums, sondern auch später. Unter anderem deshalb, weil Rechtshänder den rechten Brustmuskel und Linkshänder den linken stärker belasten. • Hängender Busen ohne BH? Ob und ab wann du einen BH trägst, liegt ganz bei dir. Es gibt keine medizinische Empfehlung, sondern hängt allein davon ab, wie man sich wohler fühlt. • Mehr Gewicht auf der Waage? Dass man in der Pubertät an Gewicht zunimmt und das Gewicht schwankt, ist ganz normal und gehört zum natürlichen Wachstum. Wenn du unsicher bist, ob dein Gewicht im Normalbereich liegt, kann dir der sogenannte BMI (Body Mass Index) Orientierung geben.

Hier kannst du deinen BMI berechnen. Gib einfach dein Gewicht und deine Größe in die entsprechenden Felder ein!

Video teledesign HBD 017 Befruchtung 10

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Wenn die Menstruation zur Regel wird Periode, Tage, Regel oder eben (medizinisch) Menstruation – alle Begriffe meinen das Gleiche: die monatliche Blutung bei Frauen. Sie bedeutet, dass der weibliche Zyklus eingesetzt hat und funktioniert. Die Menstruation ist also Voraussetzung dafür, dass eine Frau schwanger werden kann. Woher kommt das Blut? In Erwartung einer befruchteten Eizelle bildet die Gebärmutter eine Schleimhaut, in die sich die Eizelle später einnisten soll. Bleibt dies aus, wird die Schleimhaut nicht mehr benötigt und löst sich ab bzw. blutet ab. Über die Scheide findet sie ihren Weg aus dem Körper. Der weibliche Zyklus Meistens dauert es eine Weile bis sich der Menstruationszyklus eingependelt hat. Die Monatsblutung kann daher in der Anfangszeit in unregelmäßigen Abständen auftreten. Ein regelmäßiger Zyklus dauert 28 Tage; er beginnt mit dem ersten Tag der Monatsblutung. Dieser 28-tägige Kreislauf wird maßgeblich von vier Hormonen gesteuert: Östrogen, Progesteron, FSH (follikelstimulierendes Hormon), luteinisierendes Hormon (LH, auch „gelbfärbendes“ Hormon). 1. Noch während der Menstruation, beginnt ein neuer Follikel (Eibläschen), das die Eizelle enthält, im Eierstock heranzureifen. Dafür sorgen die Hormone Östrogen und FSH. 2. Ist der Follikel reif, kommt es zum Eisprung. Dabei „springt“ die Eizelle aus dem Bläschen in den Eileiter über. Die zurückbleibende Hülle wird zum Gelbkörper (mithilfe des luteinisierenden Hormons). 12

3. In den auf den Eisprung folgenden 14 Tagen, produziert der Gelbkörper das Hormon Progesteron, auch Gelbkörperhormon genannt. Es bewirkt, dass sich die Gebärmutterschleimhaut verändert, damit sie das befruchtete Ei aufnehmen kann. 4. Währenddessen wandert die Eizelle durch den Eileiter zur Gebärmutter. 5. Wird das Ei nicht befruchtet, nistet es sich nicht ein und wird mitsamt der überflüssigen Gebärmutterschleimhaut ausgeschieden – und die Monatsblutung beginnt.

Veränderungen im Laufe eines Menstruationszyklus von 28 Tagen (wenn keine Befruchtung stattfindet) Entwicklung der Eizelle und des Eibläschens (Follikel)

Eibläschens Reifung

Eisprung

Gelbkörperphase

37 °C

Körpertemperatur

36 °C

Hormonkonzentration: Östrogen Porgesteron

Dicke und Zustand der Gebärmutterschleimhaut

Zyklustag

Menstruation 1 4 5

Wachstumsphase

Sekretionsphase 14 15

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Menstruationsprobleme – wann ist der Frauenarzt gefragt? Nicht alle Frauen haben einen Menstruationszyklus von exakt 28 Tagen. Er kann zwischen 23 und 35 Tagen variieren – ohne dass Grund zur Beunruhigung bestehen muss. Gerade anfangs kann auch mal eine Blutung ausbleiben. Doch sollte man aufmerksam werden und zum Frauenarzt gehen ... ... wenn die Menstruation länger als drei Monate ausbleibt. Oft sind hormonelle Störungen der Grund, die behandelt werden müssen. ... wenn wiederholt Zwischenblutungen auftreten. Sie können verursacht werden durch (gutartige) Wucherungen oder Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume im Gewebe). ... wenn man besonders stark blutet und/oder extreme Menstruationsschmerzen hat. Auch das kann an Wucherungen und Zysten liegen.

Tipp: Menstruationskalender führen! Gerade Mädchen, die ihre Periode noch nicht so lange haben, hilft ein Menstruationskalender, den Zyklus zu beobachten. Hier kannst du dir einen solchen Kalender als PDF herunterladen, ausdrucken und deine Regelblutungen einragen. Am Besten nimmst du den ausgefüllten Menstruationskalender auch mit zu deinem nächsten Frauenarztbesuch.

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Beschwerden vor und während der Menstruation Die Periode wirkt sich bei den allermeisten Frauen auf ihr Wohlbefinden aus. Und zwar nicht nur während der Menstruation, sondern auch schon davor. Man spricht dann von prämenstruellen Beschwerden oder in der Extremform vom Prämenstruellen Syndrom (PMS). Typische Menstruationsbeschwerden • Spannungsgefühl in der Brust • Wassereinlagerungen (der Körper fühlt sich aufgeschwemmt an) • Stimmungsschwankungen • Kopfschmerzen • Verdauungsstörungen • Schmerzen und Krämpfe im Unterleib • Schlaffheit, Müdigkeit • Heißhunger Ab wann spricht man von PMS? Beim PMS kommen mehrere Beschwerden in stärkerer Form zusammen – wie genau, ist sehr unterschiedlich. Aus einfachen Stimmungsschwankungen können sich Angstgefühle bis hin zu Depressionen entwickeln. Einige Frauen leiden zudem an Migräne oder extremer Müdigkeit und Erschöpfung. Eine eindeutige Erklärung für das PMS gibt es zwar noch nicht, aber man vermutet, dass das hormonelle Ungleichgewicht der oder zumindest ein Grund ist.

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Die Rolle der Hormone Die Hirnanhangdrüse und die Eierstöcke steuern die Periode über verschiedene Hormone. Hierbei handelt es sich um ein sensibles Zusammenspiel, d.h. es ist sehr wichtig, wann welches Hormon in welcher Menge ausgeschüttet wird. Schon kleinste „Fehler“ können das Gleichgewicht durcheinander bringen – mit mehr oder weniger großen Folgen. Stress kann z.B. dazu führen, dass manche Hormone verstärkt ausgeschüttet werden. Das dadurch entstehende Hormon-Ungleichgewicht kann wiederum Menstruationsbeschwerden oder Zyklusstörungen zur Folge haben. Die Hauptakteure Östrogen und Progesteron Beide Hormone haben mehrere Funktionen. Unter anderem sorgen beide dafür, dass sich eine Eizelle in der Gebärmutter einnisten kann. Sie beeinflussen darüber hinaus aber auch unsere Stimmung:

Östrogen

Progesteron

... ist dafür zuständig, dass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut (1. Zyklushälfte).

... bewirkt, dass die Gebärmutterschleimhaut sich umbaut und bereit ist, das befruchtete Ei aufzunehmen.

... kann sich negativ auf die Stimmung auswirken.

... hellt die Stimmung auf.

... fördert die Wassereinlagerung im Gewebe.

... fördert die Ausscheidung von Wasser aus dem Gewebe.

Ein PMS bzw. prämenstruelle Beschwerden generell hängen oft damit zusammen, dass zu wenig Progesteron gebildet wird. Anzeichen für PMS: •W  assereinlagerungen, die geschwollene Finger, Beine, Brust hervorrufen • man fühlt sich schlecht und ist leicht gereizt

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Tipps für PMS-Kandidatinnen Rechtzeitig ein Gute-Laune-Programm starten Mithilfe des Menstruationskalenders kannst du abschätzen, wann das nächste „Stimmungs-Auf-und-Ab“ zu erwarten ist. Plane für diese Tage schon mal Dinge, die dir Spaß machen und für gute Stimmung sorgen, z.B. einen Mädels-Abend mit Freundinnen, ein gutes Buch lesen, deine Lieblingskomödie anschauen. Schmerzen die Stirn bieten Schon einfachste, entspannende Maßnahmen helfen dir, dich besser zu fühlen und die Menstruationsschmerzen zu lindern, z.B. eine Wärmflasche, heißer Tee, Entspannungsübungen, sanfte Bauch- und Rückenmassagen. Der PMS-Test Oft sind PMS-Beschwerden auf Wassereinlagerungen zurückzuführen. Mit diesem Test kannst du herausfinden, ob das auch bei dir der Fall ist. Du bekommst dabei auch Tipps, was du dagegen tun kannst.

Der PMS-Kalender Welche Beschwerden hattest du wann, wie oft und wie stark? Mit Hilfe eines PMS-Kalenders kannst du beim Frauenarzt besser und genauer Auskunft geben – das ist wichtig, um die richtige Behandlung zu finden. Hier kannst du deinen PMS-Kalender herunterladen. Gib dazu die gewünschte Anzahl der Beobachtungsmonate an, bestätige durch einen Klick und auf dem Bildschirm erscheint ein entsprechendes Download-PDF.

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Das erste Mal ... beim Frauenarzt Wann ist der richtige Moment? Was passiert dort? Was muss ich beachten? Muss ich mich vorbereiten? Fragen über Fragen tun sich auf vor dem ersten Besuch beim Frauenarzt. Die meisten Mädchen scheuen sich davor und denken vielmehr darüber nach als über jeden anderen Arztbesuch. Oder kannst du dich erinnern, dass du dir ähnliche Fragen vor einem Haus- oder Zahnarztbesuch gestellt hast? Dabei ist der Gang zum Frauenarzt genauso normal und selbstverständlich wie jeder andere Arztbesuch.

• Noch keine Regel mit 16 Jahren • Schmerzen im Unterbauch • Verdacht auf Schwangerschaft nach Sex ohne Verhütung • Um einen Krebsvorsorgetest zu machen • Um Geschlechtskrankheiten sicher auszuschließen

Angelika Krause von Strahl: Was wünscht du dir von deinem Frauenarzt & was is dir wichtig?

Angelika Krause von Strahl: Wie kann man sich vorbereiten? & Warst du in Begleitung? (Freundin, Mutter, etc.)

Häufige Anlässe für das „erste Mal“: • Fragen zur Verhütung im Allgemeinen oder um sich die Pille verschreiben zu lassen • Hautprobleme und damit verbunden der Wunsch nach einer Pille mit positiven Zusatzeffekten auf die Haut • Schmerzhafte oder unregelmäßige Regelblutung • Blutungen zwischen zwei Perioden • Ausfluss aus der Scheide, der komisch aussieht oder riecht • Jucken oder Brennen in der Scheide – was Zeichen einer Entzündung sein kann 18

Den „Richtigen“ finden Gynäkologen, wie Frauenärzte in der Fachsprache heißen, sind Spezialisten rund um das weibliche Geschlecht. Dir muss also nichts peinlich sein. Aber natürlich ist es leichter, vertrauliche Dinge zu besprechen, wenn die Chemie zwischen dem Arzt und dir stimmt. Suche dir also einen Arzt oder eine Ärztin, bei dem oder der das der Fall ist. Überlege dir auch, ob du lieber zu einem Mann oder einer Frau willst. Am besten hörst du dich bei deinen Freundinnen oder älteren Geschwistern um. Du solltest auch nicht zögern zu wechseln, wenn der erste Frauenarzt nicht so ganz dein Fall war. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen einhalten Auch wenn du keine konkreten Beschwerden hast, solltest du mindestens einmal im Jahr zum Frauenarzt gehen. Hast du dir erstmals die Pille verschreiben lassen, wird dein Arzt dich bitten, nach drei Monaten erneut zu kommen, weil er wissen möchte, wie du mit der 19


Pille zurecht kommst. Manche Frauen müssen anfangs eine zeitlang ausprobieren, um die richtige zu finden. Dabei kann dir nur dein Gynäkologe helfen.

Angelika Krause von Strahl: Was passiert beim Termin?

Der richtige Termin und die Vorbereitung Wenn möglich, sollte ein Frauenarzttermin nicht während der Menstruation sein. In den 24 Stunden vorher sollte man kein Verhütungsgel, -zäpfchen oder -schaum benutzen (s. S. XX). Wenn du einen Menstruationskalender führst, nimm ihn am besten mit. Vielleicht hilft es dir, deine Mutter, eine Freundin oder deinen Freund mitzunehmen.

Als Hilfestellung für den ersten Frauenarztbesuch kannst du hier einen Vorbereitungsbogen als PDF herunterladen.

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So läuft der Besuch beim Gynäkologen ab •V  orbesprechung mit dem Arzt: Bevor die Untersuchung losgeht, unterhält sich der Arzt im Sprechzimmer mit dir. Dabei stellt er/sie einige Fragen, z.B. wann die erste Periode war und ob sie regelmäßig kommt, ob du schon Sex hattest. Darüber hinaus kannst du natürlich jederzeit Fragen stellen. Sage hier auch ruhig, dass du zum erstem Mal beim Frauenarzt bist. •B  eginn der Untersuchung: Nach dem Gespräch bittet der Arzt dich in eine abgetrennte Umkleideecke, wo du dich „untenrum“ entkleiden kannst. Das Oberteil kannst du anbehalten. Wenn du fertig bist, kletterst du einfach auf den Untersuchungsstuhl. Der Arzt wird dir dann erklären wie du dich hinsetzen sollst und den Stuhl in die richtige Position für die Untersuchung bringen. • Untersuchung des Schambereichs: Zunächst schaut der Arzt sich von außen Scheideneingang und Schamlippen an. Dann führt ein einen kleinen, röhrenförmigen Spiegel in die Scheide ein, mit dem er das Scheideninnere untersuchen kann. Mit einem Wattetupfer nimmt er eine Zellprobe aus der Gebärmutter (Abstrich), die später unter dem Mikroskop untersucht wird. Anschließend tastet er noch Eileiter und Gebärmutter ab, indem er eine Hand auf den Bauch legt und ein oder zwei Finger der anderen Hand in die Scheide einführt. Manchmal wird noch ein Ultraschall gemacht, um die Organe zu begutachten. Das hört sich viel an, doch du wirst erstaunt sein, wie schnell alles geht. • Untersuchung der Brust: Zum Abschluss tastet der Arzt noch deine Brust ab. Dazu steigst du vom Gynäkologenstuhl ab, ziehst dich untenrum wieder an und entkleidest dafür deinen Oberkörper. Durch das Abtasten können Knoten in der Brust erkannt werden. • Nachbesprechung: Im Anschluss an die Untersuchung klärt der Arzt dich noch über das Untersuchungsergebnis auf – außer über das Laborergebnis des Abstrichs, das erst einige Tage später vorliegt, falls hier etwas auffällig sein sollte, ruft die Praxis dich an. Bei dieser Nachbesprechung hast du nochmals die Gelegenheit Fragen zu stellen. 21


2. Abtasten beider Brüste. Lege deine rechte Hand flach auf die linke Brust und taste sie mit allen Fingern ab. Dasselbe machst du mit der linken Hand an deiner rechten Brust.

Angelika Krause von Strahl: Was hat dir dein Frauenarzt sonst gesagt bzw. hat er Tipps gegeben?

Frauenarzt-Finder Hier kannst du online nach Gynäkologen in deiner Nähe suchen.

3. Überprüfen der Brustwarzen. Indem du sie mit Daumen und Zeigefinger drückst, kannst du die Brustwarzen abtasten. Tritt Flüssigkeit aus? Wenn ja, wie sieht diese aus?

4. Abtasten im Liegen. Zu guter Letzt lege dich hin und taste kreisförmig die Brüste mit den Fingern ab. Fahre dann im Achselbereich fort – auch hier können sich Knoten bilden.

Selbstuntersuchung der Brust Je früher ein bösartiger Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Du solltest deshalb regelmäßig deine Brust selbst abtasten, um eventuell bösartige Knoten frühzeitig zu entdecken. Brustuntersuchung in 4 Schritten 1. B  etrachtung im Spiegel. Schau dir deine Brust zunächst mit anliegenden Armen genau an. Fallen dir Veränderungen auf (von Form oder Größe)? Unterscheidet sich eine Brust deutlich von der anderen? Hebe anschließend die Arme und prüfe beide Brüste in dieser Position nochmals von vorne und von der Seite. 22

Angelika Krause von Strahl: Hast du sonst noch Tipps für junge Frauen, die zum 1. Mal zum Frauenarzt gehen...? 23


Verhüten – wann und womit? Es gibt heute die verschiedensten Verhütungsmittel. Ihr Hauptzweck besteht darin – wie der Name schon sagt –, zu „verhüten“. So wird verhindert, dass sich Spermien und Eizellen verbinen und die Frau schwanger wird. Einige Methoden haben aber noch andere positive Nebeneffekte. Es gibt also mehrere Gründe, Verhütungsmittel zu verwenden: z. B. um zu verhindern, dass man sich mit einer Geschlechtskrankheit ansteckt oder um Hautprobleme loszuwerden. Alle Verhütungsmethoden haben Vor- und Nachteile. Du solltest dich deshalb gut informieren und überlegen, was für dich in Frage kommt – am besten gemeinsam mit deinem Frauenarzt. Was ist der Pearl-Index? Wenn es darum geht eine Schwangerschaft zu verhüten, spielt natürlich die Zuverlässigkeit der Verhütungsmethode eine große Rolle. Diese wird mit dem sogenannten Pearl-Index gemessen. Er gibt an, wie viele von 100 Frauen trotz Verhütung schwanger geworden sind – bezogen auf einen Zeitraum von einem Jahr. Benannt ist er nach dem Biologen, der ihn entwickelt hat: Raymond Pearl. Beispiel: Pearl-Index = 1 heißt: In den letzten 12 Monaten ist 1 von 100 Frauen trotz Verhütung mit dieser Methode schwanger geworden.

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Die verschiedenen Methoden im Überblick

2. Der Schleim am Eingang der Gebärmutter wird zäher und undurchlässiger Dieser Schleimpfropf blockiert den Samenzellen den Weg. 3. Das Hormongleichgewicht wird verändert Das verzögert den Eisprung

Hormonelle Methoden Für die verhütende Funktion sorgen hier Hormone, die dem Körper von außen zugeführt werden. Sie beeinflussen bestimmte Vorgänge, die normalerweise in der Gebärmutter ablaufen (s. S. XX, Monatszyklus). In der Regel wirken Sie 3-fach: 1. Sie verändern die Schleimhaut der Gebärmutter Die Eizelle kann sich nicht einnisten

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Die Unterschiede der einzelnen Verhütungsmittel bestehen im Wesentlichen darin, wie die Hormone in den Körper gelangen und ob sie nur ein Hormon (Gestagen) enthalten oder eine Kombination von Hormonen (Gestagen + Östrogen).

Methode

Beschreibung

Vorteile

Nachteile

Pearl-Index

Minipille (s. auch S. XX)

• Enthaltenes Hormon: Gestagen. • Die Hormone werden täglich eingenommen. • Dabei werden keine Pausentage eingelegt.

• Sichere Verhütungsmethode. • Können auch Frauen nehmen, die Östrogen nicht vertragen (oder aus gesundheitlichen Gründen nicht nehmen dürfen) sowie stillende Frauen.

• Man muss täglich und immer zur gleichen Uhrzeit(!) an die Einnahme denken. Schon einmaliges Vergessen oder zu große Zeitverzögerung setzen den Schutz herab. • Die Monatsblutung kann sich verzögern oder ausbleiben. • Mögliche Nebenwirkungen sind, z.B. Brustspannen, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Zwischenblutungen.

0,2 – 3

Pille, Mikropille (s. auch S. XX)

• Enthaltene Hormone: Gestagen, Östrogen. • Die Hormone werden täglich eingenommen. • Nach 21 Tagen folgt eine Pause von 7 Tagen. • Die Mikropille unterscheidet sich nur durch eine niedrigere Hormondosis.

• Eine der sichersten Verhütungsmethoden. • Meistens werden Blutung und Schmerzen bei der Periode schwächer. • Oft verbessern sich Hautprobleme. • Es gibt inzwischen eine große Auswahl an Präparaten.

• Man muss täglich daran denken. Schon einmaliges Vergessen setzt den Schutz herab. Deswegen ist es sehr wichtig die Pille pünktlich einzunehmen. • Mögliche Nebenwirkungen sind, z.B.: Brustspannen, Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Zwischenblutungen.

0,1 – 0,9

Hormonspirale

• Enthaltenes Hormon: Gestagen. • Sieht nicht wirklich aus wie eine Spirale sondern wie ein T. • Dieses Kunststoff-T wird in die Gebärmutter eingesetzt. • Setzt das Hormon in geringen Mengen frei. • Muss nach 3 – 5 Jahren gewechselt werden.

• Man hat mehrere Jahre „Ruhe“ und muss sich verhütungstechnisch um nichts kümmern. • Alternative für Frauen, die kein Östrogen vertragen.

• Der Monatszyklus kann vor allem anfangs gestört sein oder ausfallen. • Manchmal treten Kopfschmerzen, Hautprobleme oder ein Spannungsgefühl in der Brust auf.

0,05 – 0,2

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Hormonelle Methoden (Fortsetzung)

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Methode

Beschreibung

Vorteile

Nachteile

Pearl-Index

Depot-Spritze

• Enthaltenes Hormon: Gestagen. • Das Hormon wird in den Oberarm gespritzt. • Die Dosis ist so hoch, dass sie 2 – 3 Monate anhält. • Darf nur in Ausnahmefällen verschrieben werden, weil sie besonders stark in den Hormonhaushalt eingreift.

• Man ist längere Zeit geschützt, ist unabhängig von Einnahmezeiten und muss an nichts mehr denken. • Alternative für Frauen, die kein Östrogen vertragen.

• Einige Frauen bekommen Akne, Haarausfall oder nehmen zu. Auch Depressionen kommen vor. • Es kann sein, dass der Monatszyklus durcheinander gerät oder die Periode ausbleibt. • Kann nicht kurzfristig abgesetzt werden. • Nach Absetzen dauert es oft eine Weile bis man schwanger werden kann.

0,3 – 1,4

Implantat

• Enthaltenes Hormon: Gestagen. • Das winzige Kunststoffstäbchen wird am Oberarm unter die Haut gesetzt. • Nach 3 Jahren wird es entfernt.

• Ähnlich wie bei der Spirale ist man mehrere Jahre geschützt und kann keine Einnahme oder sonstige Verhütungsfehler machen. • Alternative für Frauen, die kein Östrogen vertragen.

• Zum Einsetzen und Entfernen ist eine Mini-Operation nötig. • Vergleichsweise teure Verhütungsmethode. • Nebenwirkungen wie Blutungsstörungen, Kopfschmerzen, Brustspannen und Hautprobleme können auftreten.

< 0,1

Vaginalring

• Enthaltene Hormone: Östrogen, Gestagen. • Der ca. 5 cm große Ring wird in die Scheide eingesetzt. • Muss nach 21 Tagen entfernt werden, nach 7 Tagen Pause kann man einen neuen Ring einsetzen.

• Gleicher Rhythmus wie bei der Pille, nur muss man nicht täglich an die Einnahme denken. • Im Gegensatz z.B. zur Spirale kannst du den Ring selbst entfernen und einsetzen. • Kann auch zwischendurch für max. 3 Stunden entfernt werden (z.B. beim Sex).

• Der Ring kann verrutschen und verloren gehen. • Für manche Frauen fühlt sich der Ring unangenehm an. • D ie Scheide kann sich entzünden. • Es können ähnliche Nebenwirkungen wie bei der Pille auftreten: gespannte Brust, Kopfschmerzen.

0,6 – 1,2

Hormonpflaster

• Enthaltene Hormone: Östrogen, Gestagen. • Das ca. 4,5 x 4,5 cm große Pflaster gibt die Hormone über die Haut an den Körper ab. • Es kann an Oberarmen, Oberkörper, Po oder Bauch aufgeklebt werden. • Muss nach 7 Tagen gewechselt werden, 3 Wochen hintereinander, dann folgt eine Woche Pause.

• Die Anwendung ist einfach, das Pflaster kann man sich selbst aufkleben und entfernen. • Im Vergleich zur Pille muss man nur einmal pro Woche daran denken.

• Manchmal reagiert die Haut gereizt. • Einige Frauen bekommen eine stärkere Periode. • Bei Übergewicht ist die Wirkung schwächer und die Sicherheit nimmt entsprechend ab. • A nsonsten sind Brustspannen und Übelkeit möglich.

0,88

29


Barriere-Methoden Diese Methoden verhüten, indem sie, den Samenzellen eine Barriere in den Weg stellen. Sie unterscheiden sich dadurch, wo und wann diese Barriere aufgebaut wird.

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Methode

Beschreibung

Vorteile

Nachteile

Pearl-Index

Kondom

• Schutzgummi, das über das steife Glied des Mannes gezogen wird. • Das Kondom fängt die Spermien an Ort und Stelle auf, so dass sie gar nicht erst in die Scheide gelangen.

• „Just-in-time“-Verhütung, die zudem noch vor Geschlechtskrankheiten schützt (z.B. AIDS).

• Das Kondom kann reißen oder wegrutschen. • Einige Pärchen nervt die Unterbrechung beim Sex, andere mögen das Gefühl nicht.

2 – 12

Frauenkondom

• Sieht ähnlich aus wie das „Männerkondom“, ist aber weiter und hat an beiden Enden Gummiringe – der eine wird tief in die Scheide geschoben, der andere ist von außen sichtbar. • Fungiert als eine Art schützende Innenhaut der Scheide und hat ansonsten die übliche KondomFunktion.

• Kann im Gegensatz zum „Männerkondom“ schon vor dem Sex eingeführt werden.

• Kann verrutschen oder reißen. • Das Gefühl kann unangenehm sein.

5 – 25

Kupferspirale, Kupferkette

• Sieht aus wie die Hormonspirale, um das Mittelstück ist aber noch ein Kupferdraht gewickelt. • Die Kupferkette ist eine moderne Form der Spirale, bestehend aus einem Nylonfaden mit mehreren Kupferzylindern. • Kupfer bewirkt, zum einen dass die Spermien gehemmt oder sogar abgetötet werden, und zum anderen stört es den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. • Muss nach 2 – 3 Jahre ausgewechselt werden.

• Langzeitwirkung (wie bei Hormonspirale).

• D ie Monatsblutung kann länger und schmerzhafter sein. • Teilweise kommt es zu Entzündungen an Eileiter oder Eierstöcken und die Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft steigt.

0,5 – 3

Diaphragma (Scheidenpessar)

• Elastischer Ring, der mit Gummi überzogen ist. Die Größe lässt sich individuell anpassen. • Die übergezogene Gummi-Wand versperrt den Muttermund und den Spermien damit den Eingang. • Wird bis zu 2 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und frühestens 8 Stunden danach wieder herausgenommen.

• Verhütet „just-in-time“, stört jedoch nicht beim Sex, weil es bereits 2 Stunden vorher eingesetzt werden kann.

• Sollte man sicherheitshalber mit einem anderen Verhütungsmittel (Spermizid, s. S. xxx) kombinieren. • Manche Frauen mögen das Gefühl nicht.

2 – 20

Portiokappe

• Portio ist der Übergangsbereich von der Scheide zur Gebärmutter – sozusagen die Pforte. • Die Kappe versperrt die Pforte zur Gebärmutter. Die Spermien bleiben in der Scheide, wo sie nach wenigen Stunden „funktionsunfähig“ werden. • Sollte frühestens 6 – 8 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr entfernt werden.

• Stört den Sex nicht, weil man sie schon vorher einführen kann.

• Sollte mit einem Spermizid kombiniert werden. • Die richtige Anwendung braucht etwas Übung. • Beim Geschlechtsverkehr kann das Gefühl unangenehm sein.

2 – 18

31


Chemische Methoden (Spermizide) Spermizide sind Verhütungsmittel, die chemische Stoffe enthalten. Diese bewirken, dass die Samenzellen (Spermien) abgetötet oder gehemmt werden.

Methode

Beschreibung

Vorteile

Nachteile

Pearl-Index

Scheidenzäpfchen, Tabletten, Schaumspray, Gel, Creme

• Chemische Verhütungsmittel gibt es in verschiedenen Formen. • Sie werden mindestens 10 Minuten vor dem Sex in die Scheide eingeführt. • Die Spermizide töten die Samenzellen oder lähmen deren Schwänzchen – die sie brauchen um sich fortzubewegen.

• Die Anwendung ist sehr einfach.

• Die Haut kann mit Jucken oder Brennen reagieren. Unter Umständen kann sich die Scheide entzünden. • D ie 10-minütige „Wartezeit“ kann nervig sein. • Sollten zur Sicherheit mit anderen Verhütungsmitteln wie dem Diaphragma kombiniert werden (s.v.)

3 - 25

Operative Methoden (Sterilisation) Die Sterilisation ist eine sehr endgültige Form der Verhütung und kommt daher eigentlich erst bei älteren Frauen oder deren Partner in Frage, die definitiv keine Kinder mehr bekommen möchten.

32

Methode

Beschreibung

Vorteile

Nachteile

Pearl-Index

Sterilisation bei der Frau

• Meist unter Vollnarkose werden die beiden Eileiter durchtrennt und an der Trennstelle verschlossen. • Die Eizellen können dann nur noch bis zu dieser Stelle wandern und werden dort von der Eileiterschleimhaut aufgenommen.

• Um Verhütung braucht man sich keine Gedanken mehr zu machen.

• Die Entscheidung kann meistens nicht (oder nicht 100%-ig erfolgreich) rückgängig gemacht werden. • War der Entschluss zu voreilig, können seelische Probleme die Folge sein. • Der Eingriff ist mit hohen Kosten verbunden.

0,2 – 0,3

Sterilisation beim Mann (Vasektomie)

• Hierbei werden die Samenleiter – unter örtlicher Betäubung – getrennt. • Der Mann kann zwar nach wie vor eine Erektion und einen Orgasmus haben, aber es gelangen keine Samenzellen mehr in die Samenflüssigkeit.

• Um Verhütung braucht man sich keine Gedanken mehr zu machen.

• Die Entscheidung kann meistens nicht (oder nicht 100%-ig erfolgreich) rückgängig gemacht werden. • War der Entschluss zu voreilig, können seelische Probleme die Folge sein. • Der Eingriff ist mit hohen Kosten verbunden.

0,1 – 0,2

33


Natürliche Methoden Es gibt verschiedene Möglichkeiten, anhand von Signalen des eigenen Körpers die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage zu bestimmen. Heute gibt es dazu unterstützende technische Hilfsmittel.

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Methode

Beschreibung

Vorteile

Nachteile

Pearl-Index

Temperaturmethode

• Man misst jeden Morgen seine Körpertemperatur und trägt sie in ein Kurvenblatt ein, mit einer Achse für die Temperaturwerte und einer Achse für das Datum bzw. den Tag. • Die Höhe der Temperatur lässt einen Schluss auf den Eisprung zu – und dadurch lassen sich wiederum die unfruchtbaren Tage berechnen.

• Man greift nicht künstlich in die Natur des Körpers ein. • Man lernt den eigenen Körper besser kennen.

• Fordert besondere Disziplin. • Voraussetzung ist ein regelmäßiger Zyklus. • D ie Körpertemperatur wird durch viele Faktoren beeinflusst, z.B. Krankheit, Schlafmangel, Alkoholkonsum, Stress. • Man kann erst im Nachhinein den Eisprung berechnen.

0,8 – 3

Schleimmethode

• Der Schleim des Gebärmutterhalses wird umso dünnflüssiger je näher es auf den Eisprung zugeht. Die Scheide fühlt sich dadurch feuchter an. • Bei täglicher Untersuchung des Schleims, kann man die fruchtbaren Tage feststellen.

• Man greift nicht künstlich in die Natur des Körpers ein. • Man lernt den eigenen Körper besser kennen.

• Fordert besondere Disziplin. • Man braucht Erfahrung. • Voraussetzung ist ein regelmäßiger Zyklus.

5 – 15

Knaus-Ogino-Methode

• Ein Jahr lang zählt man genau die Tage von einer Menstruation bis zu nächsten. • Am Ende wird rückwirkend ein Durchschnittswert berechnet, der (begrenzt) Aufschluss über Eisprung, fruchtbare und unfruchtbare Tage zulässt. • Die Methode wird heute eher durch eine Kombination der beiden anderen natürlichen Methoden ersetzt.

• Man lernt den eigenen Körper besser kennen.

• Man muss erst ein Jahr lang Daten sammeln. • Voraussetzung ist ein regelmäßiger Zyklus. • Die Methode ist sehr unsicher.

9 – 40

Koitus Interruptus

• Auch unter „Aufpassen“ bekannt. • Der Mann zieht dabei kurz vor dem Samenerguss den Penis aus der Scheide.

• Es gibt keine Vorteile.

• D ie Methode ist sehr unsicher, denn schon vor dem Samenerguss kann Samenflüssigkeit austreten.

4 – 18

35


Nachträgliche Verhütung Verhütung ist eigentlich etwas, worüber jedes Mädchen sich Gedanken machen sollte, bevor es den ersten Geschlechtsverkehr hat. Es gibt aber grundsätzlich auch die Möglichkeit, eine Schwangerschaft im Nachhinein zu verhüten. Denn die befruchtete Eizelle nistet sich nicht sofort ein. Sie benötigt etwa 4 – 7 Tage bis sie in der Gebärmutter ankommt und 3 Tage für das Einnisten selbst. Falls nun nachträgliche Verhütung nötig wird, z.B. weil das Kondom beim Sex gerissen ist, gibt es 2 Möglichkeiten: die sogenannte „Pille danach“ und die Kupferspirale. „Pille danach nehmen“ Diese Art der Pille funktioniert im Prinzip wie die normale „Pille davor“, also durch das Hormon Gestagen. Allerdings ist es viel höher dosiert. Es verzögert den Eisprung oder verhindert ihn sogar ganz. In der Folge sterben die Samenzellen bevor sie die Eizelle befruchten können. Wichtig ist bei der „Pille danach“, dass sie sehr schnell nach dem ungeschützten Sex eingenommen wird – spätestens 72 Stunden. Je früher die Einnahme, desto sicherer ist die Wirkung! Es kann sein, dass nach der Einnahme Nebenwirkungen auftreten. In der Regel verschwinden diese aber nach spätestens 2 Tagen wieder. Typisch sind: Übelkeit, zum Teil mit Erbrechen und Durchfall, Kopf- oder Bauchschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit.

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Wichtig zu wissen • Der Schutz der „Pille danach“ reicht nur für die vorangegangenen 72 Stunden. Für den restlichen Monatszyklus ist man ungeschützt. • Wer die „normale“ Pille nimmt, die Einnahme aber vergessen hat und deshalb zur „Pille danach“ greift, kann wie gewohnt fortfahren. • Die nächste Monatsblutung kann früher oder später als sonst einsetzen – sollte sich allerdings nicht mehr als 5 Tage verspäten. • Ist die nächste Blutung deutlich stärker oder schwächer, empfiehlt sich ein Arztbesuch. • Die „Pille danach“ ist keine Alternative für die regelmäßige Verhütung, sondern sollte eine Ausnahme bleiben.

Achtung! Solltest du die „Pille danach“ je benötigen, informiere deinen Frauenarzt auf jeden Fall, ob du krank bist oder warst und ob du Medikamente nimmst. Denn bestimmte Arzneimittel und Krankheiten schränken die Wirkung ein.

Spirale einsetzen Die Kupferspirale muss innerhalb von 5 Tagen nach dem ungeschützten Sex eingesetzt werden. Sie verhindert, dass sich die Eizelle nach der Befruchtung in der Schleimhaut der Gebärmutter einnistet. Nach kurzer Zeit wird sie wieder entfernt – es sei denn die betroffene Frau möchte weiterhin mit dieser Methode verhüten.

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Verhütungsmittel Nr. 1: Die Pille

Angelika Krause von Strahl: Vorteile Pille gegenüber anderen Verhütungsmitteln

Angelika Krause von Strahl: Seit wann nimmst du die Pille?

Die Pille ist nach wie vor das meist verwendete Verhütungsmittel. Im Gegensatz zu früher gibt es heute vielmehr Varianten mit unterschiedlichen Zusammensetzungen. In Deutschland gibt es über 50 Pillenpräparate. So hast du deutlich bessere Möglichkeiten, die Pille zu finden, die am besten zu dir passt und die dein Körper gut verträgt. Denn Letzteres ist individuell sehr unterschiedlich.

Anti-Babypillen

(Mikro-)Pillen/ Kombinationspräparate

Minipillen

Einphasen- Zweiphasen- DreiphasenPille Pille Pille

Neue Minipille

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Was sind Pille, Mikropille und Minipille? Bei der Pille unterscheidet man grundsätzlich 2 Arten: 1. die Pille, die eine Hormonkombination aus Gestagen und Östrogen enthält, deshalb spricht man auch von Kombinationspräparat und 2. die Minipille, die nur Gestagen enthält. Die Mikropille ist eine niedrigerdosierte Version der Pille. Sie enthält ebenfalls Gestagen und Östrogen, allerdings in geringerer Menge. Inzwischen ist Pille fast immer gleichbedeutend mit Mikropille, weil die meisten Präparate nur noch so viel Hormone enthalten, wie gerade für einen guten und sicheren Schutz notwendig ist.

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Mikropille/Kombinationspräparate unter der Lupe Die Pille oder Mikropille gibt es in verschiedenen Unterformen. Sie unterscheiden sich durch die anteilige Menge von Östrogen und Gestagen. Allen ist jedoch gemeinsam, dass man an 21 Tagen eine Tablette nehmen muss und dann 7 Tage aussetzt.

Wer sich für eine Minipille entscheidet, muss sie sehr diszipliniert einnehmen: täglich zur gleichen Zeit. In absoluten Ausnahmefällen, kann man manche Minipillen bis zu 3 Stunden verspätet einnehmen. Andererseits ist die Minipille eine gute Alternative für Frauen, die Östrogen nicht vertragen.

• Einphasenpräparate: Alle 21 Tabletten in der Packung haben den gleichen Inhalt. Es ist also nicht nötig, sie in einer bestimmten Reihenfolge einzunehmen. Die meisten Frauen verwenden diese Form der Pille, weil die Einnahme am unkompliziertesten ist und die Gefahr von Einnahmefehlern am geringsten.

Übrigens Es gibt auch Pillen, die pausenlos über einen Zeitraum von 3 Monaten eingenommen werden. Erst dann folgt eine Pause, in der die Regelblutung einsetzt.

• Zweiphasenpräparate: Das Verhältnis von Östrogen und Gestagen ist in den einzelnen Tabletten unterschiedlich. Die erste Packungshälfte enthält nur Östrogen und kein (oder kaum) Gestagen, die zweite Hälfte enthält beide Hormone. Die Tabletten müssen auch in dieser Reihenfolge eingenommen werden. • Dreiphasenpräparat: Das Östrogen-Gestagen-Verhältnis ändert sich in 3 Stufen. Die Tabletten einer Packung haben zur Erleichterung 3 verschiedene Farben. Bei der Einnahme muss man die Reihenfolge genau einhalten. Die Minipille Im Unterschied zur 3-fachen Wirkung von Kombinationspräparaten, verursacht die Minipille hauptsächlich, dass sich der Schleim im Gebärmutterhals verdickt – und somit für die Spermien undurchlässig wird. Den Eisprung verzögern bzw. unterdrücken die meisten Minipillen nicht oder nur unzuverlässig. Denn dafür ist überwiegend das Hormon Östrogen zuständig, das den Minipillen fehlt. 40

Was bei der Pille zu beachten ist • Vergisst man die Pille einzunehmen, verringert sich die verhütende Wirkung. (Ausnahme: einige Pillen schützen auch dann noch zuverlässig, wenn man sie bis zu 12 Stunden später nimmt.) • Wenn du dich kurz nach der Einnahme erbrichst, ist die Verhütung unter Umständen nicht mehr 100 %-ig sicher. Das gleiche gilt bei Durchfall. Der Grund ist, dass der Körper die Wirkstoffe noch nicht vollständig aufgenommen bzw. zu schnell wieder ausgeschieden hat. • Einige Arzneien können die Wirkung beeinträchtigen, z.B. Antibiotika, Schmerz-, Kreislauf- und Beruhigungsmittel sowie fiebersenkende und entzündungshemmende Mittel. • Bitte sprich mit deinem Arzt über alle deine Krankheiten, die du hast/hattest. Wer bestimmte Krankheiten hat oder hatte – starker Bluthochdruck, Diabetes – sollte die Pille nicht nehmen. • Die Hormone in der Pille sind synthetisch hergestellt. Auch wenn sie den körpereigenen sehr ähnlich sind, vertragen manche Frauen sie nicht so gut. Es ist außerdem von Frau zu Frau unterschiedlich, welche Zusammensetzung sie besser oder schlechter verträgt. Eine Unverträglichkeit kann sich unter anderem durch folgende Nebenwirkungen zeigen: Übelkeit, Spannungsgefühl in der Brust, Zwischenblutungen, weniger Lust auf Sex, Stimmungsschwankungen. 41


• Die Gefahr von Nebenwirkungen ist bei Raucherinnen und bei Frauen über 35 Jahren höher. Die Kombination von Rauchen und Östrogen, zwei gerinnungsfördernde Mittel, erhöhen das Risiko für Thrombosen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall.

Alle Pillen – und alle anderen Verhütungsmittel auf Hormonbasis – sind verschreibungspflichtig.

Damit einhergehend verringern sich die Risiken für ... ... Gebärmutterschleimhautkrebs. Denn häufig sind Faktoren die Ursache für diesen Krebs, die mit einer unausgeglichenen hormonellen Situation zu tun haben. Diesen Faktoren wirken die Hormone der Pille entgegen. ... Eierstockkrebs. Bei Frauen, die die Pille nehmen, müssen die Eierstöcke weniger „arbeiten“, denn die Pille unterdrückt den Eisprung (s. S. xxx) Je mehr Ruhe die Eierstöcke haben, desto geringer das Krebsrisiko. ... gewisse Brustkrankheiten. Spannungen, Knoten und Drüsenbläschen in der Brust sind zwar oft gutartig, können aber das Risiko für späteren Brustkrebs erhöhen. Sie entstehen seltener, wenn die Hormonsituation gleichmäßig ist. ... Eierstockzysten. Wenn der Hormonhaushalt nicht ausgeglichen ist, entstehen schneller (gutartige) Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Gewebeschwellungen) in den Eierstöcken. Die Hormonzufuhr durch die Pille wirkt auch hier regulierend.

Angelika Krause von Strahl: Positive / Negative Aspekte der Pille

Positive Nebeneffekte Dass die Pille bessere Haut und weniger fettige Haare macht, haben die meisten schon mal gehört. Sie hat aber noch weitere positive Nebenwirkungen. Alle hängen damit zusammen, dass die Pille (durch die regel- und gleichmäßige Hormonzufuhr von außen) für ein ausgeglichenes Verhältnis der Hormone sorgt.

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Angelika Krause von Strahl: Würdest du die Pille weiterempfehlen?

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Reisen mit Pille Es ändert natürlich nichts am Schutz, ob ich die Pille in Deutschland oder Australien einnehme. Aber es gibt bestimmte organisatorische Dinge, die bedacht sein wollen. Problem Zeitumstellung In den meisten Fällen passiert nichts, wenn man die Pille einfach auch nach einer Zeitumstellung zur gewohnten Tageszeit weiternimmt. Denn die Zeitverschiebung kann maximal 12 Stunden betragen. Die meisten Pillen verzeihen eine solche Ausnahme bei ansonsten regelmäßiger Einnahme. Im einen Fall nimmt man die Pille also einmalig einige Stunden zu früh, im anderen einige Stunden zu spät – auf der Rückreise dann umgekehrt). Im Zweifel kannst du bei deutlich verlängertem Einnahmeabstand auch eine zusätzliche Tablette dazwischen nehmen. Am besten sprichst du vorher darüber mit deinem Frauenarzt. Clever packen Die Pille solltest du im Handgepäck haben, denn immer wieder mal landet ein Koffer woanders oder später als der Besitzer. Im Idealfall hast du eine Packung im Handgepäck und eine Ersatzpackung im Koffer. Wichtig ist auch, den Beipackzettel mitzunehmen. Falls du im Urlaub krank wirst und Medikamente nehmen musst, kannst du nachschauen, inwiefern sie den Verhütungsschutz beeinträchtigen. Kondome für den Fall der Fälle. Zusätzlich Kondome mitzunehmen, empfiehlt sich aus mehreren Gründen: Vor allem in exotischen Ländern ist Reisedurchfall keine Seltenheit. Das bedeutet, der Verhütungsschutz ist in Gefahr (s.S. xxx). Außerdem solltest du bei einer netten Urlaubsbekanntschaft auf keinen Fall so leichtsinnig sein und auf das schützende Gummi verzichten. 44

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Pillen-Erinnerung einstellen. Im Urlaub hast du wahrscheinlich einen völlig anderen Trott als zu Hause, du kannst ausschlafen und aufstehen, wann du willst. Aber ein Pflichttermin bleibt auch im Urlaub, wenn dir dein Verhütungsschutz wichtig ist. Erinnere dich also mit deinem Handywecker sicherheitshalber täglich an die rechtzeitige Pilleneinnahme.

Angelika Krause von Strahl: Wie oft hast du die Pille schon gewechselt?

Tipp: SMS Service Es gibt einen Service, der nicht nur für den Urlaub sondern auch für „Pillen-Neulinge“ sehr praktisch ist: Der SMS Erinnerungsservice.

Was kostet die Pille? Ob du die Pille selbst bezahlen musst oder die Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt von deinem Alter ab und davon, ob es gesundheitliche Gründe gibt, die Pille zu nehmen. Ist letzteres der Fall werden die Kosten immer übernommen, ansonsten gelten folgende Regeln:

Alter

Gesetzlich versichert

Unter 18 Jahre

• 0 € • Kosten der Pille werden von der

Unter 20 Jahre

• 5 – 10 € Rezeptgebühr • 10 € Praxisgebühr • Kosten der Pille werden über-

Ab 20 Jahre

• 5 – 17 € monatlich für die Pille

Krankenkasse übernommen.

Angelika Krause von Strahl: Hast du weiter Tipps für Frauen die zum 1. Mal die Pille nehmen?

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nommen.

Privat versichert

Pille muss zunächst selbst bezahlt werden. Je nach Versicherung werden die Kosten im Nachhinein erstattet. Gebühren fallen nicht an.

(je nach Präparat)

• 10 € Praxisgebühr

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Kosten für Verhütung im Vergleich PDF-Link Tabelle Pro Familia 1 Seite Platzhalter Was sind Generika? „Original vs. Generika“ Innerhalb der verschiedenen Wirkstoffgruppen gibt es mehrere Pillen. Diese sind in den meisten Fällen vom Wirkstoff/Stärke her identisch oder sehr ähnlich. Sie unterscheiden sich jedoch zum Beispiel im Preis. Das Generikum ist also billiger als das Originalpräparat. Das heißt aber nicht, dass billiger schlechter ist.

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FAQ – Die häufigsten Fragen rund um die Pille Meine Periode ist noch nicht regelmäßig – kann ich trotzdem die Pille nehmen? Ja, durch die Einnahme der Pille wird dein Zyklus regelmäßig. Manchen Mädchen wird die Pille sogar deshalb verschrieben, weil sie Zyklusprobleme haben, z.B. eine sehr lange, starke oder schmerzhafte Blutung. Bin ich vom 1. Tag an vor einer Schwangerschaft geschützt, wenn ich mit der Pille anfange? Wenn du genau am 1. Tag deiner Blutung die erste Pille einnimmst, bist du von Anfang an geschützt. Verpasst du dies und fängst erst am 2. Tag oder noch später an, verhüte zunächst lieber zusätzlich mit einer anderen Methode (mindestens 7 Tage). Bin ich auch in der 7-tägigen Einnahmepause vor einer Schwangerschaft geschützt? Ja, in dieser Zeit hast du deine Blutung und diese Tage gehören ohnehin zu den unfruchtbaren. Woran liegt es, dass ich Zwischenblutungen bekomme – und was soll ich machen? Wenn man gerade erst mit der Pille begonnen hat oder die Pille gewechselt hat, ist es nicht ungewöhnlich, dass in der ersten Zeit Blutungen während der Einnahmephase auftreten. Auch wenn du die Pille mal etwas unregelmäßig eingenommen hast, kann das ein Grund für Zwischenblutungen sein, die normalerweise unbedenklich sind. Wenn du dir unsicher bist, frage lieber bei deinem Frauenarzt nach. Solltest du andere Arzneimittel parallel zur Pille eingenommen haben, kann hierin auch die Ursache für Zwischenblutungen liegen. Dann ist es in jedem Fall ratsam, mit dem Arzt zu sprechen. 50

Stimmt es, dass die Pille unfruchtbar machen kann? Nein, dafür gibt es keinerlei Hinweise. Sollte ich im Laufe eines Jahres mal eine Pillenpause einlegen? Grundsätzlich ist das nicht nötig, solange dir dein Frauenarzt nicht dazu rät. Zu einer Pillenpause wird meistens aus einem bestimmten Anlass geraten, z.B. vor Operationen, wenn man danach lange liegen muss – denn dann ist das Risiko für Thrombosen erhöht. Ich habe das Gefühl, dass ich weniger Lust auf Sex habe – kann das an der Pille liegen? Das lässt sich pauschal nicht sagen. Es kann sein, dass es sich um eine Nebenwirkung deiner aktuellen Pille handelt. In diesem Fall kannst du zu einer anderen Pille wechseln. Möglicherweise sind aber ganz andere Dinge der Grund, z.B. Streit oder Stress. Ich habe ein Generikum von meiner Pille verschrieben bekommen. Ist meine Pille trotzdem sicher? Innerhalb der verschiedenen Wirkstoffgruppen gibt es mehrere Pillen. Diese sind in den meisten Fällen vom Wirkstoff/Stärke identisch oder sehr ähnlich. Sie unterscheiden sich jedoch zum Beispiel im Preis. Das Generikum ist billiger als das Originalpräparat. Das heißt aber nicht, dass billiger schlechter ist.

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Auf der Hut vor Geschlechtskrankheiten Außer einer Schwangerschaft gibt es noch mehr Gründe für eine Verhütung. Der bekannteste und einer der wichtigsten ist sicherlich AIDS. Es gibt aber noch andere unangenehme Krankheiten, die durch Sex übertragen werden können. Du solltest sie kennen und vor ihnen auf der Hut sein. AIDS (HIV) Die Abkürzung AIDS bedeutet: erworbenes Immunschwäche Syndrom (Acquired Immune Deficiency Syndrome). HIV steht für: menschliches Immunschwäche-Virus (Human Immunodeficiency Virus). HIV ist das Virus, mit dem man sich beim Sex mit einem bereits infizierten Partner anstecken kann. Dieses Virus kann mehrere Jahre mehr oder weniger unbemerkt im Körper sein. AIDS ist die Krankheit, die durch dieses HIV ausgelöst wird – im Durchschnitt zeigt sie sich 10 Jahre später. Das HI-Virus zerstört nach und nach die Abwehrzellen des Körpers, dieser kann sich also immer weniger gegen Krankheitserreger wehren, irgendwann nicht mal mehr gegen ganz harmlose. Daran stirbt der AIDS-Kranke schließlich. Chlamydieninfektion Chlamydien sind Bakterien. Es gibt verschiedene Arten und eine davon kann Geschlechtskrankheiten hervorrufen. Oftmals bemerkt man eine Chlamydieninfektion nicht und steckt unwissentlich die Person an, mit der man Geschlechtsverkehr hat. Die Anzeichen unterscheiden sich bei Frauen und Männern: Frauen verspüren häufig ein Jucken oder Brennen beim Wasserlassen. Typisch ist auch vermehrter (teils eitriger) Ausfluss. Auch bei Männern kann schleimig-eitriger Ausfluss vorkommen, weitere Beschwerden sind ziehende Schmerzen in der Harnröhre und Schwierigkeiten beim Urinieren bei gleichzeitigem Harndrang. 52

Herpes Genitalis Bestimmt kennst du die fiesen Herpesbläschen an der Lippe. Auch im Genitalbereich kann man sich mit Herpes infizieren. Die Ansteckungsgefahr ist sogar deutlich höher. Und wer einmal angesteckt wurde, muss immer wieder damit rechnen. Genitalherpes zeigt sich außer durch schmerzhaft juckende Bläschen im Genitalbereich durch Scheidenausfluss, Fieber und Kopfschmerzen. Die Bläschen können an den inneren und äußeren Geschlechtsorganen auftreten. Es dauert etwa 10 Tage bis das Herpes ausgeheilt ist, anstecken kann man sich aber noch bis zu zwei Wochen danach. Bei Schwangeren kann ein Herpes lebensgefährlich für das Kind sein, wenn er kurz vor der Geburt auftritt. Humane Papillomviren (HPV) Bei diesen Viren gibt es verschiedene Untergruppen – sowohl relativ harmlose als auch gefährliche. Die harmlosen verursachen Veränderungen der Haut an Genitalien und After, sogenannte Feigwarzen. Sie sind gutartig und lassen sich weglasern oder – operativ entfernen. Die gefährliche Virenvariante kann zu Krebs am Gebärmutterhals führen. Inzwischen gibt es eine Impfung dagegen.

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Pilzinfektion Pilze sind an sich nicht wirklich gefährlich. Wenn sie sich aber stark vermehren, kann das unangenehme Folgen haben, z.B. Jucken und Brennen in der Scheide verbunden mit weißem Ausfluss. Zur Behandlung von Pilzinfektionen gibt es Scheidenzäpfchen und Salben für die Schamlippen. Man kann aber auch durch gesunde Ernährung mit möglichst wenig Süßem vorbeugen, denn u.a. fördert Zucker die Pilzvermehrung besonders. Syphilis Bei Syphilis handelt es sich um eine Erkrankung, die in mehreren Phasen verläuft. In der ersten treten harte nässende Stellen, teilweise Geschwüre auf. Dann schwellen die Lymphknoten an. Irgendwann kommen Hautprobleme und verschiedene andere Beschwerden dazu. Zum Schluss kommt es in sämtlichen Organen zu tumorartigen Knoten gefolgt von Schmerzen, Gehstörungen und sogar Auswirkungen auf geistige Fähigkeiten. Bei Schwangeren kann auch das Kind mit angesteckt werden. Syphilis lässt sich mit dem Antibiotikum Penicilin behandeln. In der Regel dauert die Therapie zwei Wochen, in denen ein- bis zweimal hochdosiertes Penicilin gespritzt wird. Wichtig ist, dass sich die Geschlechtspartner der letzten ca. 3 Monate auch untersuchen lassen. Tripper (auch Gonorrhoe) Hierbei handelt es sich um eine Infektion, die bis in den Bauchraum wandern kann. Die Beschwerden sind ein Brennen in der Harnröhre verbunden mit eitrigem Ausfluss. Tripper kann Verwachsungen, Entzündungen bis hin zur Sterilität verursachen.

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Hilfreiche Links und Adressen Alle Infos und Links findest du unter: www.liebe-ist-pink.de AIDS-AUFKLÄRUNG e.V. Große Seestraße 31 60486 Frankfurt/Main Telefon: 069/76 29 33 Telefax: 069/76 10 55 Internet: www.aids-aufklaerung.de E-Mail: info@aids-aufklaerung.de Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe: Frauen gegen Gewalt e.V. Rungestr. 22-24 10179 Berlin Telefon: 030/32 29 95 00 Telefax: 030/32 29 95 01 Internet: www.bv-bff.de Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) Ostmerheimer Str. 220 51109 Köln Beratungstelefon: 0221/ 89 20 31 Internet: www.bzga.de pro familia Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V. Bundesverband Stresemannallee 3 60596 Frankfurt/Main Tel.: 069 / 63 90 02 Fax: 069 / 63 98 52 E-Mail: info@profamilia.de www.profamilia.de 56

Deutsche AIDS-Hilfe e.V. Dieffenbachstr. 33 10967 Berlin Telefon: 030/69 00 87 39 Telefax: 030/69 00 87 42 Internet: www.aidshilfe.de Die Adressen örtlicher AIDS-Hilfe-Vereinen und Beratungsstellen kannst du bei der Deutschen AIDS-Hilfe erfragen. Deutsche AIDS-Stiftung Markt 26 53111 Bonn Telefon: 0228/60 46 90 Telefax: 0228/60 46 999 Internet: www.aidsstiftung.de (Finanzielle Unterstützung von Betroffenen in Notlagen) Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V. (Dagnä) Blondelstraße 9 52062 Aachen Telefon: 02 41/2 67 99 Telefax: 02 41/40 86 52 Profamilia Beratung ... ,,, ... ,,, www.sextra.de

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