Page 1

Handreichung Coach International Filmprojekt zum Internationalen Jugendaustausch

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 1


VORWORT

Abkürzungen und Glossar

Das ServiceBureau Jugendinformation konnte im Rahmen des Projektes „Coach International“ ein neues Format zur Einbeziehung benachteiligter Jugendlicher in die internationale Jugendarbeit erfolgreich erproben. Die Fachkenntnisse unserer drei Arbeitsschwerpunkte (Internationale Jugendarbeit, Medienpädagogik und Jugendinformation) wurden in diesem Projekt beispielhaft miteinander verzahnt. Wir freuen uns, dass wir mit diesem Projekt einen Beitrag zur Weiterentwicklung der internationalen Jugendarbeit leisten konnten und dass dieses innovative Projekt die Kommune Bremen bereichert hat. Insofern stellt dieses Projekt auch unseren lokalen Beitrag zur bundesweiten Modellinitiative „Kommune goes international“ (2011 - 2014) dar, an der sich Bremen beteiligt und die verstärkte Einbeziehung benachteiligter Jugendlicher in die internationale Jugendarbeit umgesetzt hat. Wir hoffen mit dieser Handreichung zur erfolgreichen Durchführung von weiteren „Coach International“ Projekten in anderen Kommunen oder Organisationen beitragen zu können. Wir freuen uns über Rückmeldungen und Erfahrungsberichte, die wir ggf. bei einer Neuauflage gerne mit in diese Handreichung einfließen lassen und hoffen dass diese Ihnen eine gute Grundlage für die Adaptierung des Projektes in Ihrem lokalen Umfeld bietet. Das ServiceBureau Jugendinformation bedankt sich bei dem Projektteam und allen Beteiligten an Coach International Bremen für das große Engagement, die Offenheit und die Teilnahme! Insbesondere gilt unser Dank den Jugendlichen, die sich auf das Projekt eingelassen, tolle Filme produziert haben und uns auch ehrenamtlich als Peer-Coaches tatkräftig unterstützt haben. Für die finanzielle Unterstützung des Projektes geht unser Dank an „Aktion Mensch“ sowie die Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen in Bremen.

BMFSJF.................................... Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend BpB......................................... Bundeszentrale für Politische Bildung CI........................................... Coach International CIs..........................................Coaches International Erasmus +............................ übergreifendes europäisches Förderpro- gramm für Austauschprojekte IJA.......................................... Internationale Jugendarbeit IJAB........................................ Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. Jugend in Aktion.......................Förderprogramm der EU für internatio- nale Jugendbegegnungen (Teil von Erasmus+) KGI.........................................Kommune goes International KJP.......................................... Kinder- und Jugendplan des Bundes Stakeholder.............................. Beteiligte Akteure, die für die Umsetzung von Coach International nötig sind Lesehinweise Das folgende Handbuch ist für die Praxis geschrieben. Es soll eine Hilfestellung und Anleitung für die Durchführung des vorgestellten Projektes Coach International an verschiedenen Orten bei verschiedenen Organisationen sein, die Interesse daran haben, internationale Jugendarbeit filmisch zu dokumentieren und damit Jugendliche (insbesondere für solche, die bisher eher von diesen Angeboten ausgeschlossen waren) zu erreichen. Die einzelnen Kapitel bauen aufeinander auf, aber es kann über Direktlinks vom Inhaltsverzeichnis immer das Kapitel aufgerufen werden, das für die Umsetzung gebraucht wird. Auf der Homepage des ServiceBureau Jugendinformation können die Vorlagen heruntergeladen werden, auf die verwiesen wird, wie z.B. das Zertifikat oder das Anmeldeformular. Alle Personennamen sind zum Schutz der Anonymität verändert worden. Viel Spaß bei der Lektüre und viel Erfolg bei der Umsetzung! Impressum Autorin: Herausgeber: Layout:

Julia Rehbein ServiceBureau Jugeninformation Lars Kaempf (www.vomhörensehen.de)

www.servicebureau.de Bremen 2015

Team ServiceBureau Jugendinformation

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 2


Inhaltsverzeichnis 1 Warum Coach International? 4 1.1 Wirkungen von internationalen Erfahrungen – Studienergebnisse 5 1.2 Jugendliche mit weniger Chancen und internationale Begegnungen 6 1.3 Kommune goes International 7

2 Projektziele 9 3 Evaluationsdesign und Projektergebnisse

11

4 Wirkungen von Coach International

14

5 Konzept 18 5.1 Grundidee 19 5.2 Peer-to-Peer-Ansatz 19 5.3 Medien und Technik 19

6 Projektmodelle – Umsetzungsmöglichkeiten von CI

6.1 Modell A – Verschiedene Träger und eine lokale Vernetzungsstelle 6.2 Modell B – Projekt ist bei einem großen Träger internationaler Maßnahmen implementiert 6.3 Modell C – überregionale Vernetzungsstelle mit ein oder mehreren Trägern 6.4 Modell D - Internationale Ausrichtung von CI

20 21 21 22 22

10 Organisation – Stakeholder – Team

33

11Finanzierung und Kostenkalkulation am Beispiel Modell A

37

10.1 Projektleitung und Vernetzungsstelle 34 10.2 Verwaltung 34 10.3 sozialpädagogische Begleitung 34 10.4 Technikverantwortliche_r 34 10.5 Referent_innen 35 10.6 Kooperationspartner/Träger von internationalen Maßnahmen 35 10.7 Co-Teamer_in 35 10.8 Peer-Coaches /Ehrenamtliche 36 10.9 Zusammenarbeit im Team 36

12 Herausforderungen 39 12.1 Technik 40 12.2 Zeitmanagement für Seminare 41 12.3 Kooperation mit den Trägern von internationalen Maßnahmen 41 12.4 Jugendliche in besonderen Problemlagen, Jugendliche mit weniger Ressourcen 42

7 Projektstruktur 23

13 Gelingensfaktoren 43 13.1 Ausgangsvoraussetzungen und Finanzplanung 44 13.2 Motivation – Anreize für Jugendliche - Beziehungsarbeit 44 13.3 Sozialpädagogische Begleitung 45 13.4 Projektstruktur, Team und Kooperationspartner_innen 45 13.5 Seminare 46 13.6 Peer-Coaches 46

8 Seminare 28

14 Hintergrundinformationen 47

7.1 Projektphasen, Infrastruktur und Ausstattung 24 7.2 Projektverlauf 24

8.1 Seminar 1: Videodreh 29 8.2 Seminar 2: Videoschnitt 29 8.3 Seminar 3: Präsentationstechniken 30

14.1 Empfehlungen 48 14.2 Weiterführende Ideen und Anregungen 49 14.3 Adressen und Links 49 14.4 Quellen 50

9 Projektbegleitende Maßnahmen 31

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 3


1 Warum Coach International?

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 4


1 Warum Coach International?

mehr Jugendliche als bisher für eine Teilnahme an internationalen Maßnahmen begeistert (Baustein 2).

Die Anforderungen an junge Menschen in einer globalisierten Welt werden immer komplexer und gerade für das Leben in der heutzutage erkannten und anerkannten Migrationsgesellschaft ist eine Diversitätskompetenz (1) immer wichtiger (vgl. IJAB 2013, Faltblatt „Infos für Politik und Verwaltung“). Internationale Begegnungen können dazu beitragen, Diversitätskompetenz zu entwickeln. Damit ein gleichberechtigtes und friedliches Zusammenleben in einer Migrationsgesellschaft gut gelingen kann, ist es wichtig, dass die darin Lebenden die gleichen Chancen bekommen, so beispielsweise auch die Chance, eine internationale Begegnungserfahrung zu machen (vgl. ebd.).

1.1 Wirkungen von internationalen Erfahrungen – Studienergebnisse

Das Projekt „Coach International“ wurde erstmals als Pilotprojekt für den Zeitraum von 19 Monaten durch Aktion Mensch gefördert und von Mai 2013 bis Ende November 2014 durchgeführt. Das Projekt hatte zum Ziel, diese wissenschaftlich fundierte Handreichung sowohl für die Qualitätssicherung als auch für die Übertragbarkeit des Projektes „Coach International“ (im Folgenden mit CI abgekürzt) auf andere Kommunen zu erstellen. Das Ziel von CI ist es, verstärkt Jugendlichen mit weniger Chancen internationale Begegnungs- und Mobilitätserfahrungen (Jugendbegegnung, Workcamp, Auslandspraktikum, Freiwilligendienst) zu ermöglichen, da diese bisher von Angeboten der internationalen Jugendarbeit nur im geringem Umfang erreicht werden. Hierfür wird mit dem Konzept der Peer-Education gearbeitet. Das Projekt wird über diesen Peer-to-Peer Ansatz in zwei Bausteinen umgesetzt. Jugendliche werden in drei Seminaren zu Coaches International (CIs) ausgebildet und motivieren andere Jugendliche, eigene Mobilitätserfahrungen zu machen (Baustein 1). Durch Dokumentationsfilme über internationale Jugendbegegnungen, die von den Jugendlichen in den angeleiteten Seminaren selbst produziert werden, werden

Im Jahr 2006 veröffentlichte das Forscherteam von Prof. Dr. Alexander Thomas eine Studie zu Langzeitwirkungen der Teilnahme an internationalen Jugendbegegnungen. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass selbst kurzzeitige internationale Gruppenerlebnisse bei den Teilnehmenden auch noch viele Jahre später in lebendiger Erinnerung geblieben sind, so dass sie sich noch an einzelne für sie und ihren weiteren Lebensweg bedeutsame Situationen erinnern konnten. Die Auswertung der Ergebnisse hat gezeigt, dass Auslandsaufenthalte oder internationale Begegnungen neben Sprachkompetenz auch Selbstsicherheit, Teamfähigkeit sowie Weltoffenheit ( vgl. IJAB 2013, Faltblatt „Infos für Politik und Verwaltung“) fördern können. Insbesondere die persönlichkeitsstärkende Wirkung von internationalen Begegnungen kann als starkes Argument herangezogen werden, wenn es darum geht, internationale Erfahrungen gerade für Jugendliche mit weniger Chancen erreichbarer zu machen. Denn so ist zu erwarten, dass selbst ein kurzes - dafür aber besonders intensives - internationales Erlebnis nachhaltige Effekte erzielen kann: Eine internationale Begegnungserfahrung kann „zu lange anhaltenden Kontakten zwischen den Teilnehmenden, einer erhöhten Fremdsprachenkenntnis, einer positiven Grundhaltung dem Gastland gegenüber sowie zu weiteren Auslandsaufenthalten“ führen (IJAB, 2013/2)(2). Diese Ergebnisse werden in der Studie von Ilg und Dubiski von 2011 bestätigt. Folgende positiven Effekte einer internationalen Begegnung wurden hier erfasst: Jugendbegegnungen stellen auch im Inland erste Kontakte mit Menschen aus anderen Ländern her. Dabei können die Teilnehmenden

ihre Sprachkenntnisse verbessern und sind im Anschluss für das Sprachenlernen motivierter als vorher. Die Begegnung steigert die Offenheit und Motivation, sich auf Fremdes einzulassen. Durch die Konfrontation aber auch das Kennenlernen von Fremdem, findet eine intensive Art der Identitätsentwicklung statt. Über Möglichkeiten, sich weiterhin bei den Organisationen von internationalen Maßnahmen zu engagieren, steigt die Motivation für ehrenamtliches Engagement (vgl. Ilg/Dubiski 2011(3)).

(1) Im Gegensatz zum in der verwendeten Literatur (Studie von Alexander Thomas 2006) verwende ich hier den Begriff „ Diversitätskompetenz“. Dieser Begriff löst den bisher häufiger verwendeten Begriff der „interkulturellen Kompetenz“ ab, da nach hier der Ansatz vertreten wird, dass nicht von klar voneinander abgrenzbaren Kulturen ausgegangen werden kann. Diversitätskompetenz überwindet den Kulturbegriff bewusst, und meint jene Kompetenz mit Vielfalt innerhalb der Gesellschaft konstruktiv umgehen zu können. Eine Migrationsgesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass Menschen sich mit Teilen aus unterschiedlichen nationalen, religiösen, sozialen etc. Kontexten und eben nicht mit einer oder zwei „Kulturen“ identifizieren und auch neue Identitäten herausbilden. So ensteht Diversität. Diversitätskompetenz meint also auch Menschen als Menschen zu begegnen und Andersheit ohne eine konkrete Zuschreibung zu einer Kultur, einer Nation, einer Religion auszuhalten. Bei internationalen Begegenungen stehen die unterschiedlichen Sprachen und Nationalitäten am Anfang im Vordergrund, rücken aber bei entsprechender Programmgestaltung durch das bessere Kennenlernen und die gemeinsame Zeit als Gruppe zunehmend in den Hintergrund. Die Teilnehmenden haben durch die Gruppenerfahrung die Möglichkeit, Zuschreibungen und mitgebrachte Vorurteile zu hinterfragen und diese zugunsten der Erkennens von persönlichen Eigenschaften der Einzelnen loszulassen. (2) Die Studie hat leider auch fast ausschließlich Teilnehmende befragt, die nicht zur Gruppe von Personen mit weniger Chancen gezählt werden. Somit stehen weitere Studienergebnisse noch aus, die etwas darüber aussagen, ob die hier genannten positiven Effekte auch bei Jugendlichen auftreten, die z.B. aus einem bildungsfernen oder ökonomisch schwächeren Milieu kommen (3) Die Ergebnisse finden sich zusammengefasst in einem Flyer der Autoren wieder: Online verfügbar unter: http://www.eijb.eu/images/Pdf/Flyer/flyer-evaluation-d-2012.pdf

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 5


1.2 Jugendliche mit weniger Chancen und internationale Begegnungen Bereits in früheren Studien von Prof. Dr. Alexander Thomas hat sich gezeigt, dass unter den Teilnehmenden von internationalen Begegnungsmaßnahmen Jugendliche mit weniger Chancen und Jugendliche mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert sind (vgl. Thomas 2010, 19f.). Somit ist die „Mehrheit der zu Maßnahmen der Internationalen Jugendarbeit aus Deutschland anreisenden Teilnehmenden [...] weiblichen Geschlechts, wurde in diesem Land geboren und besucht ein Gymnasium; in den meisten Fällen sind auch beide Elternteile hier aufgewachsen und haben einen eher höheren Bildungsabschluss“ (Dubiski 2010, 385). Bislang gibt es in Deutschland keine genaue Erfassung über die sozio-ökonomische Lage oder den Migrationshintergrund der Teilnehmenden von verschiedenen Formaten internationaler Maßnahmen. Eine aktuelle Studie zum europäischen Förderprogramm „Jugend in Aktion“ zeigt, dass insbesondere bildungsbenachteiligte Jugendliche bei internationalen Maßnahmen unterrepräsentiert sind: Insgesamt 64 % der Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 30 Jahren (N =472), die im Jahr 2011 an einer von Jugend in Aktion geförderten internationalen Maßnahme teilgenommen haben, gibt einen gymnasialen Bildungshintergrund an. 17 % der Befragten kommen aus dem universitären Bereich und 4 % besuchen eine Fachoberschule, ein Kolleg oder vergleichbare Einrichtungen. 11 % der Teilnehmenden besuchen oder besuchten die Hauptschule und 3 % befinden sich in einer Lehre oder einer berufsbildenden Schule. Besonders interessant ist auch das Bildungsniveau der Eltern, welches sehr hoch ist: 52 % der Väter und 46 % der Mütter der befragten Jugendlichen haben einen Hochschulabschuss. Innerhalb dieser Studie ließ sich auf einen Migrationshintergrund bei 23 % der Befragten schließen (vgl. Otten/Tham/ Feldmann-Wojtachnia 2012, 5f.). Bei der Befragung des gleichen Programms im Jahr 2010 hatten 19% der Befrag-

ten einen Migrationshintergrund (vgl. Otten/Tham 2011, 9). Demnach war die Beteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an Maßnahmen, die durch das Programm „Jugend in Aktion“ (seit 2014: Erasmus+) gefördert wurden, dem gesamtgesellschaftlichen Anteil relativ entsprechend: „Von den ca. 9,5 Mio. Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren, die in Deutschland leben, haben ca. 2,3 Mio. oder 24 Prozent einen Migrationshintergrund“ (DGB 2010, 1). Dies kann aber zum Teil dadurch erklärt werden, dass die Teilnahme von Personen mit Migrationshintergrund mit zu den Förder- und insbesondere zu den Auswahlkriterien für die Bewilligung der Förderanträge im Programm „Jugend in Aktion“ zählt (4) (vgl. Europäische Kommission 2010, 5f.). In der bisher umfangreichsten deutschen Studie zu internationalen Jugendbegegnungen wurden in den Jahren 2005 bis 2010 Daten von 5.206 jugendlichen Teilnehmenden bei 216 internationalen Jugendbegegnungen ausgewertet (vgl. Ilg/Dubiski 2011, 19f.). Die Studie hat allerdings nicht explizit die Faktoren Migrationshintergrund und Benachteiligung erfasst, so dass über den Migrationshintergrund der Teilnehmenden keine Daten vorliegen. Was die Beteiligung von Jugendlichen mit weniger Chancen betrifft, sagt die Studie ausschließlich etwas über die Bildungsbenachteiligung aus. Die Mehrheit der Teilnehmenden besucht ein Gymnasium. Folgendes Diagramm zeigt die Verteilung der Teilnehmenden aus Deutschland nach Schulbildung in Prozent:

Jugendliche mit weniger Chancen Jugendliche mit weniger Chancen meint im Rahmen dieses Projektes alle Jugendlichen, die aufgrund von einer individuellen körperlichen und/oder seelischen Beeinträchtigung in Bezug auf die gesellschaftliche Teilhabe benachteiligt sind. Jugendliche haben weniger Chancen, wenn ihre Herkunft, ihre ökonomische Situation, ihrer Wohnlage, ihre familiären Bedingungen oder andere Lebensbedingungen sie an der gesellschaftlichen Teilhabe hindert oder davon ausschließt. Bei internationalen Begegnungsmaßnahmen sind bisher Jugendliche stark unterrepräsentiert, die einen niedrigen Bildungsgrad haben, die verhältnismäßig wenig Geld zur Verfügung haben und Jugendliche, die einen Migrationshintergrund haben.

(4) http://www.jugendinaktion.at/images/doku/handbuch_2010_de_final. Quelle: Ilg/Dubiski 2011, 23

pdf;

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 6


Verschiedene qualitative Befragungen haben zudem ergeben, dass Jugendliche mit weniger Chancen, teilweise auch mit erhöhtem Förderbedarf weniger von Trägern internationaler Maßnahmen erreicht werden, als sehr selbstständige Jugendliche (vgl. Dubiski 2010, Brinkmann 2013). Dies wird mit folgenden Punkten erklärt: Die Rahmenbedingungen, wie die schulische Freistellung oder das Ausländerrecht, wenig Erfahrung der Träger internationaler Jugendarbeit, mehr Betreuungsaufwand sowie schwierige Bedingungen seitens der Teilnehmenden. (vgl. Brinkmann 2013, 4). Für Jugendliche mit weniger Chancen stellen internationale Begegnungen eine größere Herausforderung dar, denn sie verfügen häufiger über weniger finanzielle Mittel und weniger Unterstützung durch die Familien und weniger Vorerfahrungen mit Mobilität. Jugendlichen mit weniger Chancen fehlen bildungsbezogene und soziale Ressourcen wie z.B. Sprachkompetenzen, Frusttrationstoleranz oder auch Verbindlichkeit (vgl. IJAB 2014, 48). Ergänzend dazu sind die besonderen Voraussetzungen zu berücksichtigen, die von den Teilnehmenden an einer internationalen Maßnahme erwartet werden: „Für die individuelle Anmeldung zu einer frei ausgeschriebenen Begegnung bedarf es seitens der Jugendlichen eines stark ausgeprägten Interesses am Thema bzw. dem inhaltlichen Schwerpunkt des Projekts und eines gewissen Grades an Reflexion über die eigenen Wünsche und die angebotenen Möglichkeiten […]. Dieses Maß an Reflexion, an eigenem Engagement und Unterstützung kann bei vielen Zielgruppen jedoch nicht vorausgesetzt werden. Um Jugendliche aus Bevölkerungsgruppen mit weniger Zugang zu formaler und non-formaler Bildung zu erreichen, ist vielmehr eine besonders intensive Beziehungs- und Vertrauensarbeit nötig – mit den Jugendlichen, aber auch mit ihren Eltern“ (Dubiski 2010, 391). Hier gilt es vor allem auf struktureller Ebene an folgendem Paradox zu arbeiten: Jugendliche mit weniger Chancen werden ausgeschlossen, da die Anbieter von internationalen Maßnahmen nicht über die ausreichenden personellen und finanziellen Ressourcen verfügen, diese Jugendlichen ziel-

gruppengerecht anzusprechen und für die Teilnahme an den Maßnahmen zu gewinnen (vgl. ebd.). Hier ist ein wesentliches Problem der internationalen Jugendarbeit an sich angesprochen, da diese in den meisten Fällen ohnehin nur sehr schwer überhaupt finanziell abzusichern sind und erst recht bei weitem nicht ausreichen, um die nötige Beziehungs- und Vertrauensarbeit für weniger selbstständige Zielgruppen zu leisten. Diese Problemlage war unter anderen auch ein wichtiger Grund für die Kommune Bremen, sich bei der Bundesinitiative Jive – Kommune goes International (KGI) zu bewerben. In diesem Kontext fand eine Befragung derjenigen Jugendhilfeträger in Bremen statt, die für internationale Jugendarbeit in Frage kommen. Bei einer Beteiligungsquote von ca. 30 % gaben 72 % der Träger an, bisher mehr oder weniger regelmäßig Maßnahmen der Internationalen Jugendarbeit durchgeführt zu haben, 28 % haben das noch nie oder in den letzten fünf Jahren gar nicht getan. „Auf die Frage: ‚Wenn Sie bisher nicht oder nur selten in der internationalen Jugendarbeit aktiv waren, bzw. Ihr Engagement eingestellt haben: Woran lag das?‘ teilten über 53 % mit, dass ihnen keine ausreichenden personellen Ressourcen zur Verfügung standen, 42 % hatten keine finanziellen Mittel, 32 % hatten Probleme bei der Kombination von Förderinstrumenten und 22 % fanden keine Partnerorganisation. Bemerkenswert ist, dass nach Auskunft der Befragten in 74 % der durchgeführten Maßnahmen der internationalen Jugendarbeit auch finanziell benachteiligte Jugendliche teilgenommen haben“ (Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen in Bremen 2012, 4).

(5) Verglichen dazu hat z.B. Hamburg eine Armutsquote von nur 14,8 % (vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2012)

1.3 Kommune goes International Bremen wurde im Jahr 2011 als eine Kommune für die Beteiligung beim Bundesprojekt Kommune goes International (KGI) ausgewählt. Die Auswahl wurde von der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. (IJAB) in Abstimmung mit den kommunalen Spitzenverbänden und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (vgl. Brinkmann, 2013, 1) getroffen. KGI hat zum Ziel, internationale Maßnahmen für sog. benachteiligte Jugendliche sowie für Jugendliche mit Migrationshintergrund erreichbarer zu machen und damit diesen Zielgruppen neue Chancen für Bildung und Teilhabe zu eröffnen. Bremen hat sowohl als Kommune aber auch als Bundesland in Deutschland mit die höchste Armuts- (23,1 %)(5) und Armutsgefährdungsquote (22,3%) (vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2012). Gerade deshalb hat sich die Kommune Bremen im Rahmen von KGI zum Ziel gesetzt, internationale Maßnahmen für Jugendliche mit weniger Chancen erreichbar zu machen.

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 7


Nicht nur die Armutsquote, auch die Anzahl der Personen mit niedrigem Bildungsabschluss und die Anzahl der Personen mit Migrationshintergrund sind in Bremen verhältnismäßig hoch: 2011 hatten insgesamt 28,2% der Einwohner_innen des Landes Bremen einen Migrationshintergrund (vgl. BpB 2012). Ca. 6 % der Erwachsenen in Bremen haben keinen Hauptschulabschluss. Dieser Wert ist fast doppelt so hoch wie im deutschlandweiten Durchschnitt (3,4%). Selbst der Anteil der Personen, deren höchster Schulabschluss der Hauptschulabschluss ist, ist deutlich höher als in anderen Stadtstaaten (vgl. Keupner/Rösel/Ott 2012, 59). Daraus ergibt sich, dass sich viele Jugendliche schon alleine die Kosten für eine internationale Begegnung bzw. eine Auslandsreise nicht leisten können. Gleichzeitig erfahren Jugendliche aus bildungsferneren Familien weniger Unterstützung bei der häufig aufwendigen und anspruchsvollen Recherche nach passenden Angeboten. Selbst wenn es Angebote gibt, die einen finanziellen Zuschuss oder eine Ermäßigung möglich machen, ist es für Jugendliche mit weniger Chancen eine zusätzliche Hürde, einen Antrag zu stellen oder sich überhaupt erst einmal die eigene Bedürftigkeit einzugestehen bzw. das vor den Veranstaltern zuzugeben. Im Rahmen der Bundesinitiative Kommune goes International haben alle 21 Kommunen, die als KGI – Kommunen ausgewählt wurden, einen Lokalen Entwicklungsplan für den Zeitraum 2011 bis 2014(6) entwickelt, der Ziele und mögliche Maßnahmen zur Erreichung der Ziele vor Ort beschreibt. In Bremen wurde der Entwicklungsplan in enger Zusammenarbeit zwischen der senatorischen Behörde und Fachkräften der internationalen Jugendarbeit entwickelt. Es wurden darin folgende Ziele formuliert: A. Weiterentwicklung geeigneter und neuer Formen der Informationsvermittlung und Ansprache von Akteuren und Zielgruppen B. Qualifizierung und Erfahrungsaustausch von Fachkräften C. Vorbereitung und Durchführung von Fachkräftebegegnungen

D. Planung und Durchführung modellhafter Jugendbegegnungen E. Ausbau des Netzwerkes und Entwicklung dauerhafter Strukturen zur Verankerung der Internationalen Jugendarbeit (IJA) in der kommunalen Jugendhilfe

gen zur Verfügung stehen“(ebd., 6; Hervorhebung J.R.). Hierin liegt der Grundstein für das Projekt CI. Da die Bundesinitiative KGI keine finanziellen Mittel für die Umsetzung der Ziele in den Kommunen zur Verfügung stellen konnte, wurde versucht, die Projektidee über Drittmittel umzusetzen.

F. Verbesserte Rahmenbedingungen für die Internationale Jugendarbeit in der Stadtgemeinde Bremen schaffen G. Finanzielle Auswirkungen (vgl. Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen in Bremen 2012, 5)

(

Unter Punkt A heißt es konkret: „Die Zielgruppenansprache ist gesondert zu entwickeln für junge Migrantinnen und Migranten sowie für benachteiligte Jugendliche in der Stadtgemeinde Bremen. Mögliche Formate sollen Interesse wecken können. Gemeinsam mit Trägern der Jugendarbeit und vor allem unter aktiver Einbeziehung von interessierten Jugendlichen sollen bis zum Sommer 2013 geprüft und gegebenenfalls entwickelt werden: adressatengerecht gestaltete Homepages, Newsletter, Postkarten, kleine Filmclips von Jugendlichen selbst erstellt, Aktionen über Soziale Netzwerke (z.B. Facebook), Flyer zu bestimmten, auch lebenslagenbezogenen Themen in einfacher Sprache,[...] Es wird angeregt, eine begleitende Funktion durch das ServiceBureau Jugendinformation abzusichern. (ebd., 6; Hervorhebung J.R.) Weiterhin wurde formuliert: „Im Nachgang zu den bzw. nach Abschluss der 2011 und 2012 von bremischen Trägern durchgeführten Maßnahmen der Internationalen Jugendarbeit soll versucht werden, solche jungen Menschen als Peer-Trainer/innen zu gewinnen, die selbst zu den Adressatengruppen der KGI zählen und die bereits Erfahrungen mit IJA [Internationale Jugendarbeit; J.R.] gemacht haben. Diese Peer-Trainer/innen könnten als Co-ReferentInnen auf Informations- und Fachveranstaltun-

6) Im Jahr 2012 wurden in Bremen fünfzehn internationale Begegnungsmaßnahmen über eine lokal verwaltete öffentliche Förderung durchgeführt. Davon haben sechs Maßnahmen mit Jugendlichen mit weniger Chancen stattgefunden. Im Jahr 2013 waren es 12 öffentlich geförderte Austauschmaßnahmen, davon vier mit Jugendlichen mit weniger Chancen (Auskünfte über die Senatorische Behörde Bremen).

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 8


2 Projektziele

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 9


2 Projektziele Das Projekt CI wurde über die Stiftung Aktion Mensch e.V. gefördert und von Mai 2013 bis November 2014 in Bremen durch das ServiceBureau Jugendinformation durchgeführt. Angelehnt an die Projektziele von KGI, verfolgte CI als übergeordnetes Ziel: Internationale Erfahrungen für alle Jugendlichen zu ermöglichen Da bisher Jugendliche mit weniger Chancen bei internationalen Maßnahmen unterrepräsentiert sind, sollte CI dazu beitragen, die Anzahl der Jugendlichen dieser Zielgruppen bei internationalen Maßnahmen zu erhöhen. Auf lokaler Ebene sollte das Projekt dazu führen, dass Jugendliche im Anschluss an die Berichte von international erfahrenen Jugendlichen zu den Jugendzentren kommen, die Jugendbegegnungen anbieten, um selbst bei einer dort zukünftig geplanten internationalen Maßnahme teilzunehmen . Jugendliche durch Videoclips erreichen und begeistern Bisher werden Informationen über internationale Jugendbegegnungen oder andere internationale Formate wie z.B. dem Freiwilligendienst hauptsächlich über Infobroschüren oder Internetseiten verbreitet. Um Jugendlichen eine alternative, nicht so sehr textlastige Information zu bieten, hat CI zum Ziel, Jugendliche selbst kurze Videos produzieren zu lassen. Somit informieren die Videoclips in einer jugendgerechten Sprache über die internationale Begegnung und hintelassen einen emotionalen Eindruck bei den Zuschauenden. Dadurch sollen gerade sozialräumlich sowie bildungsbenachteiligte Jugendliche durch die direkte Ansprache von Gleichaltrigen über ein bei Jugendlichen sehr beliebtes Medium, den Videoclip, erreicht werden. Jugendliche zu Peer-Coaches ausbilden Es wurde bei einer Befragung von Bremer Jugendlichen deutlich, dass ihre Ängste am besten durch die Erzählungen von Gleichaltrigen sowie von erwachsenen Vorbildpersonen

genommen werden können. Somit begründet sich der Peerto-Peer Ansatz. CI zeichnet sich dadurch aus, dass Jugendliche selbst Botschafter_innen der internationalen Erfahrungen werden: Jugendliche, die eine eigene internationale Erfahrung gemacht haben, sollen darüber einen Film drehen, und diesen dann noch unerfahrenen Jugendlichen vorführen. Dabei werden die Jugendlichen, die zu CIs ausgebildet werden, in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt. Dabei spielen die informellen Lernprozesse während der internationalen Maßnahme als auch während der Ausbildung zu Coaches eine wichtige Rolle. Mit verschiedenen Methoden der außerschulischen Bildung wird eine Auseinandersetzung (also auch die Reflexion des Erlebten) angeregt. Die Jugendlichen erproben im Seminar vor eine Gruppe zu berichten und gewinnen durch gegenseitiges Feedback mehr Vertrauen. Als Coaches haben die Jugendlichen die Möglichkeit, als Referent_innen in Jugendzentren oder bei Veranstaltungen zum Thema internationale Begegnungen, ihren Film zu präsentieren und von den Erfahrungen zu berichten.

Sprache der Jugendlichen selbst verfasst, eignen sie sich daher als Informationsmedium insbesondere für bildungsfernere Jugendliche. Die Videos dienen als ein Medium, welches die CIs für die Öffentlichkeitsarbeit verwenden können.

Jugendliche für informelles Lernen und ehrenamtliches Engagement begeistern Die Projektmitarbeit bedeutet für die Jugendlichen ein hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement, wozu die Jugendlichen u.a. dadurch ermutigt werden, indem ihnen verdeutlicht wird, welche persönlichkeitsbildenden Effekte und soziale Wirkung ihr Engagement haben. Zudem soll ihnen der Mehrwert für den beruflichen Werdegang vermittelt werden. Für die Coaches soll ein Sinn und Mehrwert in ihrer neuen ehrenamtlichen Tätigkeit als Coaches erkannt werden.

Wissenschaftliche Erkenntnisse über das Erreichen von Jugendlichen mit weniger Chancen gewinnen Die wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojektes klärt zum einen darüber auf, warum Jugendliche mit weniger Chancen bislang weniger für internationale Maßnahmen erreicht werden und zum anderen inwieweit das Informationsmedium Video und der Peer-to-Peer Ansatz Jugendliche erreichen und zu internationalen Erfahrungen ermutigen. Diese Erkenntnisse fließen in das vorliegende Handbuch, welches zur Umsetzung der Idee an verschiedenen Standorten in Deutschland dienen soll, ein.

Jugendliche über weitere Auslandsformate informieren und dafür sensibilisieren und Ängste bzw. Hemmungen abbauen Bei der Präsentation der von Jugendlichen selbst produzierten Filme vor noch unerfahrenen Jugendlichen, werden von den Coaches verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, eine internationale Erfahrung zu machen. Die Coaches lernen diese Formate wie z.B. Workcamp, Schulauslandsaufenthalt, Work and Travel etc. im Rahmen der Ausbildung zu CIs kennen. In verschiedenen Gesprächen mit Jugendlichen und Jugendbetreuer_innen wurden immer wieder Ängste genannt vor dem Schritt, sich auf eine internationale Begegnung einzulassen. Ziel von CI ist daher, diese Hemmungen durch Erzählungen von Gleichaltrigen zu verringern.

Medienkompetenz vermitteln Die Teilnehmenden an CI sollen in Videodreh und Videoschnitt geschult werden und dadurch in der Lage sein, selbstständig eigene Filme zu produzieren. Dabei sollen die Jugendlichen lernen, wie Inhalte in einem Film zuschauergerecht umgesetzt werden. Die Produktion von Videos dient als niedrigschwellige Informationsverbreitungsform. In der Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 10


3 Evaluationsdesign und Projektergebnisse

„Ja ich kann mir vorstellen bei Coach International mitzumachen, aber ich habe sehr viel zu tun, bin gerade umgezogen, möchte einen erweiterten Hauptschulabschluss nachholen, spätestens bis ich 30 bin möchte ich das Abitur machen, weil ich will mir nicht das eigene Leben versauen will.“ (Sven, 17 Jahre alt, das erste Mal mit einer Gruppe ins Ausland gereist)

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 11


3 Evaluationsdesign und Projektergebnisse

Ergebnisse

Das gesamte Projekt CI hatte den übergeordneten Schwerpunkt, eine projektbegleitende partizipative Evaluation (vgl. Ulrich/Wenzel 2003, 31ff.) durchzuführen. Die Projektmaßnahmen wurden kontinuierlich erforscht, mit dem Ziel, das Projekt zum einen begleitend auswerten und damit optimieren zu können und zum anderen, Schwierigkeiten aber auch Gelingensfaktoren für die erfolgreiche Durchführung eines solchen Konzeptes zu erfassen. Das Forschungsdesign der partizipativen Methode zeichnet sich dadurch aus, dass ein großer Bestandteil der Evaluation aus teilnehmender Beobachtung bestand. Sowohl Seminargespräche, d.h. Auswertungsrunden mit den Teilnehmenden als auch Teamgespräche wurden aufgezeichnet, transkribiert und in aufbereiteter Form an das Projektteam zurückvermittelt. Besondere Problemlagen wurden identifiziert und durch Gespräche mit den beteiligten Stakeholdern wie z.B. Teilnehmende, Begleitpersonen von internationalen Maßnahmen, Betreuungspersonen der Jugendlichen in besonderen Problemlagen, Projektteam etc. bearbeitet. Erkenntnisse sind dann in die Vorbereitung der folgenden Seminare und den Projektverlauf eingeflossen. Ergänzend sind Einzel- und Gruppeninterviews mit den Teilnehmenden des Projektes als auch mit Teilnehmenden verschiedener internationaler Jugendbegegnungen, die in der Projektlaufzeit in Bremen stattgefunden haben, geführt worden. Außerdem wurden verschiedene Stakeholder des Projektes, insbesondere pädagogische Betreuende von internationalen Maßnahmen befragt. Die Teilnehmenden haben nach jedem Seminarblock einen schriftlichen Feedbackfragebogen ausgefüllt, in dem auch statistischen Daten wie z.B. Migrationshintergrund, Bildungsgrad sowie Wohnort erfasst wurden.

Im Rahmen des Pilotprojektes haben insgesamt 36 Jugendliche teilgenommen. Davon haben sich 14 als weiblich und 22 als männlich definiert. Insgesamt haben bereits oder verfolgen ca. 65 % der Teilnehmenden ein Abitur oder die Fachhochschulreife. Ca. 18 % der Teilnehmenden haben oder verfolgen höchstens einen Hauptschulabschluss. Ca. 17 % der Teilnehmenden haben oder verfolgen einen Realschulabschluss bzw. befinden sich in einer Ausbildung, die die Qualifikation eines Realschulabschlusses voraussetzt. Ca. 28 % der Teilnehmenden kamen aus den Randgebieten Bremens. Ca. ein Drittel der Teilnehmenden kam aus eher sozial schwächeren Stadtteilen und ca. ein Drittel der Teilnehmenden kam aus zentralen als gut bürgerlich zu bezeichnenden Stadtteilen von Bremen. Es sind 12 Filme von acht verschiedenen internationalen Begegnungsprojekten (siehe http://servicebureau.de/ coach-international/) entstanden und 11 Jugendliche haben die Ausbildung als CIs erfolgreich mit Zertifikat abgeschlossen. Die Filmpräsentationen wurden vor Schulklassen, auf Seminaren für Jugendleiter_innen sowie während einer Großveranstaltung für Jugendliche in Bremen gehalten. Vier der ausgebildeten Coaches bezeichnen sich als weiblich und sieben als männlich. Ca. acht der ausgebildeten Coaches streben mindestens die Fachhochschulreife an. Drei der ausgebildeten Coaches haben einen Migrationshintergrund und ein Coach ist ein Jugendlicher in besonderen Problemlagen. Drei Coaches kommen aus eher sozial schwächeren Stadtteilen Bremens, zwei Coaches aus einer anderen Stadt, und sieben Coaches kommen aus zentralen und eher gut bürgerlichen Gegenden von Bremen. Zwei der Coaches aus dem ersten Projektdurchlauf haben kontinuierlich die Jugendlichen aus dem zweiten Projektdurchlauf beraten und unterstützt.

Unter denjenigen Jugendlichen, die die Ausbildung zu Coaches nicht zu Ende verfolgt haben, sind einige Jugendliche mit besonderen Problemlagen (mindestens fünf), Jugendliche mit Migrationshintergrund (mindestens fünf), sowie Jugendliche, die keine gymnasiale Laufbahn verfolgen (mindestens vier). Ein wichtiger Faktor für die hohe Zahl an „Abbrüchen“ ist die Zeit. Dadurch, dass alle drei Seminare aus Kostengründen nur einmal pro Jahr angeboten werden konnten, war für viele Jugendliche „die Luft raus“, sobald sie an einem Seminar aus zeitlichen Gründen nicht teilnehmen konnten. Jugendliche in der Altersspanne zwischen 16 und 22 Jahren waren vor allem verhindert, da sie neben der Schule

„Ich nehme an dem Austausch teil, weil man da ganz andere Erfahrungen macht, als wenn man in Urlaub fliegt, man lernt andere Mentalitäten kennen und da ist auch viel Engagement mit dabei. Gerne würde ich bei Coach International weiter mit machen, da kann man Erfahrungen sammeln und was lernen dabei, aber leider habe ich zu wenig Zeit, da ich zusätzlich noch arbeite“ (Nouria, 18 Jahre alt, in der Ausbildung zur Arzthelferin, arbeitet zusätzlich als Kellnerin)

auch regulär arbeiten mussten. Dies betraf zum größeren Teil Jugendliche, die bereits in der Ausbildung waren oder die aufgrund der schwierigen ökonomischen Situation zu Hause, ihr (Taschen)-Geld über einen Nebenjob verdienen mussten. Ein weiterer Faktor für die nicht vollendete Ausbildung zum CI sind die zum Teil weiten Anfahrtswege zum Seminarort, der immer mitten in Bremen lag. Auch die besonderen Problemlagen, in denen sich einige Jugendlichen befanden, waren ein Grund, dass keine kontinuierliche Teilnahme möglich war. Zu erwähnen ist darüber hinaus, dass innerhalb des Projektteams keine Person mit Migrationshintergrund und keine Person mit Diskriminierungserfahrung vertreten war, was sich u.U. negativ auf die Identifizierungsmöglichkeiten der Jugendlichen mit dem Team ausgewirkt haben kann. Gerade bei Jugendlichen, die weniger selbstständig sind und denen es schwer fällt, Vertrauen in etwas Neues zu

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 12


finden, ist es wichtig, dass eine oder mehrere ihnen vertraute Personen sie motivieren, an dem Projekt teilzunehmen und dabei zu bleiben (vgl. auch Dubiski 2010). Das Projektteam selbst ist für die Jugendlichen zunächst fremd und zwischen den drei Seminaren, haben die Jugendlichen zu dem Team keinen regelmäßigen Kontakt. Einige Jugendliche haben daher das Projekt nicht zu Ende verfolgt, weil dem Projekt die Ressourcen gefehlt haben, diese Jugendlichen kontinuierlich zu begleiten und zu motivieren (siehe Gelingensfaktoren) Diejenigen Jugendlichen, die CIs geworden sind, haben durchweg sehr positive Rückmeldungen zu diesem Projekt gegeben und sind hochmotiviert, weiterhin als Coaches andere Jugendliche über internationale Begegnungsmöglichkeiten zu informieren und ihre Filme vorzuführen.

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 13


4 Wirkungen von Coach International

„Coach International klingt sehr nach international und nach mit anderen Leuten arbeiten, das mache ich gerne, das interessiert mich sehr“ (Anna, 19 Jahre)

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 14


4 Wirkungen von Coach International Coach International soll auf verschiedenen Ebenen etwas bewirken, zum einen auf der Ebene derjenigen, die die Ausbildung zu Coaches International machen und zum anderen auf der Ebene der Jugendlichen, denen die entstandenen Filme präsentiert werden.

„Gerade die [...] persönliche Ansprache bietet sicherlich die Möglichkeit, Themen wie die Sprachbarriere oder die Angst vor einer fremden Gruppe offensiv aufzugreifen. Auch die intensivere Information und Einbeziehung der Eltern und anderer Bezugspersonen wäre ein wichtiger Weg, um mehr Jugendliche zu einer Teilnahme an internationalen Jugendbegegnungen zu bewegen“ (Dubiski 2010, 395).

sich in ihrem Lebenslauf gut macht.

Vertrauensaufbau wiederum braucht Kontinuität und damit auch zeitliche Ressourcen. Im Konzept von CI ist diese intensive Beziehungs- und Motivationsarbeit bisher nicht vorgesehen, wird aber bei der Darstellung der Gelingensfaktoren am Ende der vorliegenden Handreichung aufgegriffen.

Inwieweit die Adressat_innen von Filmvorführungen tatsächlich durch die Präsentation und den Film motiviert werden können, sich selbst auf ein internationales Wagnis einzulassen, kann hier noch nicht bewertet werden. Auch wenn hierzu keine aussagekräftigen Daten vorliegen, kann auf Basis der Gesamtevaluation des Pilotprojektes vermutet werden, dass eine einmalige Filmpräsentation für die eher schwer zu erreichenden Zielgruppen nicht ausreicht, die Jugendlichen zu überzeugen, selbst den Schritt einer internationalen Begegnungsmaßnahme zu wagen. Die Evaluation bestätigt, was auch schon bei einer anderen qualitativen Forschung, wie z.B. von Dubiski betont wurde, dass gerade bei Jugendlichen, die nicht aus eigener Initiative und Motivation heraus an internationalen Maßnahmen teilnehmen, ein sehr wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Überzeugung das Vertrauen und die damit verbundene persönliche Motivationsarbeit sind.

In Bezug auf das Medium Film als Informationsquelle hat sich klar herausgestellt, dass die im Projekt von den Teilnehmenden erstellten und selbst vorgeführten Videos bei Jugendlichen sehr gut ankommen. Die Gruppen, denen im zweiten Projektdurchlauf die bereits im ersten Durchlauf entstandenen Filme gezeigt wurden, waren deutlich stärker motiviert, an CI teilzunehmen, als die Gruppen, denen im ersten Jahr das Projekt noch ohne Filme vorgestellt wurde. In mehreren Interviews mit den Teilnehmenden von CI gaben diese zudem an, dass ihnen der Film im Vorfeld der eigenen internationalen Maßnahme geholfen hätte, sich besser vorzustellen, was eine internationale Jugendbegegnung oder ein Workcamp bedeuten. Von den Jugendlichen, die an den Seminaren von CI teilgenommen haben und zum Teil auch die Ausbildung zum CI abgeschlossen haben, sind viele verschiedene positive Effekte genannt worden, welche im Folgenden erläutert sind. Insgesamt haben die Jugendlichen es als sehr positiv wahrgenommen, dass sie Vieles in einer sehr netten Atmosphäre lernen konnten und das Lernen durch gemeinsame Freizeitaktivitäten und Spiele aufgelockert wurde. Als sehr positiv wird auch bewertet, dass sie ein Zertifikat bekommen, was Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 15


Videoarbeit – Medienkompetenz – Technik Bei CI lernen Jugendliche Techniken des Filmdrehs, des Videoaufbaus und der Interviewführung. Sie lernen den Umgang mit einer Filmkamera, einem Tongerät und sie lernen, das gefilmte Material mit einem professionellen Schnittprogramm zu einem Film zu schneiden. Die Filme sind am Ende ein ganz eigenes Produkt von Jugendlichen. Während der Seminare werden die Jugendlichen kontinuierlich beraten und unterstützt, so dass ein Lernen in individuellem Tempo möglich ist.

les Lernen, Aufbau von Selbstbewusstsein und Reflexionsvermögen. Die Verantwortung steigert sich von den ersten eigenen Filmaufnahmen über den selbstständigen Filmschnitt zu einem Film, der dann öffentlich präsentiert und kommentiert wird. Am Ende haben die Teilnehmenden die Verantwortung eine eigene kleine Präsentationsveranstaltung zu planen und durchzuführen.

„Ja ich glaub schon, man kommt dadurch unter Leute, das war bei mir am Anfang ein großes Problem und ich finde auch, dass man so es ist ja jetzt nicht nur so, dass man einfach nur sitzt, wir sind unterwegs, haben auch Spaß, ist ja auch nicht einfach nur Pauken und Schreiben und reden, reden, reden, sondern auch viel Abwechslung, wo man rauskommt, was macht, in dem Fall glaube ich auf jeden Falls schon, weil Videofilmen kann man

„also es [die Kamera] ist leicht zu bedienen... einfach nur hinhalten... ein paar Sachen muss man natürlich beachten... es ist aber nicht so, dass man

immer, machen viele Leute und son Seminar kann man immer besuchen“ (Michael, 20 Jahre)

ein Technikgenie sein muss“ (Jochen, 19 Jahre) “Wir haben alles gelernt um unseren eigenen Film im Ausland erfolgreich zu drehen” (Metin, 15 Jahre) „Das mit dem Filmschneiden, das habe ich hier zum ersten Mal gemacht, ich dachte das wäre ein bisschen schwieriger, ging eigentlich ganz gut, so dass ich das gerne mit meiner Freundin zu Hause weitermachen möchte, dass wir dann so eigene Videos machen“ (Aysun, 17 Jahre) „Ich bin mit mit meinem Filmergebnis sehr zufrieden, da die Entwicklung sehr positiv war und das Ergebnis flüssig und gut geworden ist“ (Lisa, 14 Jahre)

Lerneffekte: hard skills und soft skills Bei der Ausbildung zu CI profitieren die Jugendlichen von einer Vielzahl an Lerneffekten, bestehend aus hard skills wie Medienkompetenz und Präsentationstechniken sowie Kenntnisse über Formate der Internationalen Jugendarbeit und soft skills wie Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein, sozia-

„Es war alles schon gesagt, alles schön, sehr interessant, vor allem auch „Ich fühle mich sehr gut vorbereitet meine Präsentation zu halten, weil ich

mit den Spielen. Bei einem anderen Seminar, an dem ich teilgenommen

mich jetzt sehr sicher in Präsentation und meiner Haltung dabei fühle“

habe, gab es nicht diese Spiele, das war langweilig, aber dieses Seminar

(Timo, 17 Jahre)

war super“ (Nika, 21 Jahre)

Lockere Seminare mit Workshopcharakter als Lernform und Lernumfeld In den Seminaren lernen die Jugendlichen in Form von interaktiven Methoden. Theorie wird durch kurze Inputs vermittelt und anschließend praktisch erprobt, so dass die Teilnehmenden z.B. im Rahmen einer Stadtrally vor Ort die ersten Erfahrungen mit der Kamera und den Interviewtechniken sammeln. Insbesondere für Jugendliche, die sich nicht lange konzentrieren können und für die Lernen eher negativ besetzt ist, ist der interaktive Methodenmix sehr ansprechend. Durch verschiedene gruppendynamische Übungen entwickeln die Jugendlichen Vertrauen in die Gruppe und sind bereit, vor einer solchen eine Präsentation zu erproben. Sie lernen zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung zu differenzieren und werden ermutigt, die oft strenge selbstkritische Einschätzung durch die Rückmeldung der anderen Seminarteilnehmenden zu relativieren. Unter Anwendung von Feedbackregeln machen die Teilnehmenden häufig erstmals eine positive Erfahrung mit Feedback und konstruktiver Kritik und entwickeln eine neue Motivation, mit Hilfe von Feedback die eigene Leistung zu verbessern.

Atmosphäre, nette Leute, Gruppengefühl Nach dem ersten Seminardurchlauf wurde deutlich, dass den Jugendlichen die Seminare noch zu arbeitslastig waren, wo sie doch schon zusätzlich zu einer langen Schul- oder Arbeitswoche, ein ganzes Wochenende lang ihre Freizeit mit einem Projekt füllen, in dem es auch um Lernen geht. Daher wurden die Seminare im zweiten Projektdurchlauf mit verschiedenen Freizeitaktivitäten und gruppendynamischen Spielen aufgelockert. Dies hatte einen sehr positiven Effekt bei den Jugendlichen, die durchgängig bei den Feedbackrunden diesen Aktivitäten einen sehr hohen Stellenwert für die tolle Atmosphäre und den hohen Lustfaktor, an den Seminaren teilzunehmen, einräumten. Bei den Freizeitaktivitäten besteht die Möglichkeit, sich besser kennen zu lernen und informell ins Gespräch zu kommen. Eine nette Gruppe war für die Teilnehmenden ein sehr zentraler Punkt, um sich insgesamt bei den Seminaren wohl zu fühlen und um sich auf das Angebot einzulassen.

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 16


„etwas zu beenden, abzuschließen ist sowieso immer besser und das sieht gut aus, wenn du was beendet hast und dafür dann auch was bekommst, wenn du genau weißt: hier, das habe ich gemacht und du kannst es dann vorzeigen“ (Michael , 20 Jahre)

„Das Projekt war total toll, auch die vorherigen Seminare, dass man immer unterstützt wurde, bei Fragen kam direkt jemand zum erklären, alles war gut vorbereitet, schön auflockernd, Samstags immer die gemeinsamen Freizeitaktionen, ein schöner gemeinsamer Abschlussabend, richtig schön hier“ (Lisa, 14 Jahre) „Das Seminar hat sehr viel Spass gemacht, die Übungen zu Präsentation fand ich gut, das Grillen tolle Idee auch am Samstag Abend die Musik und das Tanzen“ (Marc, 17 Jahre)

Zertifikat Die Teilnehmenden erhalten ein Zertifikat, wenn sie ihren Film einmal vor einer selbst gewählten Gruppe präsentiert haben. Auf dem Zertifikat ist kurz beschrieben, was in der Ausbildung zu Coaches gelernt wurde und dass die Person dafür qualifiziert ist, vor Gruppen den selbst produzierten Film zu präsentieren und über weitere internationale Begegnungsformate zu informieren. Den Jugendlichen ist sehr bewusst, dass ein solches Zertifikat ein Plus für die Bewerbungsunterlagen ist und insbesondere denjenigen etwas nützt, die Interesse haben, sich weiter mit dem Medium Film und/oder im Bereich der internationalen Jugendarbeit zu bewegen.

Motivation, Reflexion über die eigene Erfahrung Dadurch, dass die Teilnehmenden sich damit auseinandersetzen, was in ihrem Film transportiert werden soll, welchen Eindruck Dritte von einer internationalen Begegnungsmaßnahme bekommen sollen, wird in den Seminaren im Vorfeld und insbesondere im Anschluss an die internationale Begegnung mit den Jugendlichen besprochen, was das Besondere an diesen Erlebnissen ausmacht, aber auch welche Bedenken und Vorbehalte vor einer solchen Erfahrung noch da sind. Diese Auseinandersetzung führt bei den Jugendlichen dazu, dass sie das Erlebte selbst mit neuen Augen sehen und sich darüber bewusst werden, auf welchen unterschiedlichen Ebenen das Erlebte eine Bereicherung und eine besondere Lebenserfahrung mit vielen Lerneffekten darstellt.

Coach International zu sein bedeutet für mich... Für die befragten Jugendlichen, hat die Teilnahme an CI Sinn ergeben und sie sind motiviert, weiterhin als Coaches tätig zu sein. Sie haben ihr Selbstbewusstsein gestärkt und erfüllen somit die besten Voraussetzungen, mit dieser eigenen Überzeugung ihre Erfahrungen über den Film und die mündliche Präsentation mit anderen Jugendlichen zu teilen.

„ein gutes Gefühl, das ich mit jedem meiner Freunde teilen werde und ich bin stolz darauf!“ (Nika, 20 Jahre) „andere Jugendliche bei ihren Ideen zu unterstützen und ihnen weiter zu helfen“ (Frederic, 16 Jahre) „den Umgang mit Film und Schnitt zu kennen und andere Gruppen über Auslandsaufenthalte zu informieren“ (Lisa, 14 Jahre)

„In meinem Film soll rüberkommen, dass nicht alles so ist, wie am es auf den ersten Blick sieht, dass das was man hier so kennt von den türkischen Jugendlichen, dass das dann halt nicht so ist, dass es gar nicht so überall ist, dass es halt hier (in Deutschland) einfach so ist in ein paar Gegenden und dass es dann dort, wenn man sich das anguckt denkt, oh die sind eigentlich total nett, man kann mit anderen Jugendlichen dort auch was unternehmen, dass halt jeder Mensch unterschiedlich ist, auch dass so eine Gruppenreise schön sein kann und Spaß macht“ (Hannes, 18 Jahre)

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 17


5 Konzept

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 18


5 Konzept 5.1 Grundidee Junge Menschen erstellen eigene Filme über ihre Erfahrungen bei internationalen Begegnungen und stellen diese Filme anderen noch unerfahrenen Jugendlichen vor. Die Teilnehmenden werden durch drei Seminare bei diesem Vorhaben geschult und begleitet. Das erste Seminar gibt eine Einführung in die Kamera und die Drehtechniken. Im zweiten Seminar wird der Filmschnitt gelernt und auch gleich durchgeführt und im dritten Seminar lernen die Teilnehmenden verschiedene Angebote internationaler Begegnungsmaßnahmen kennen und sie erproben, das Erlebte mit dem Film vor einer Gruppe zu präsentieren. Nachdem die Teilnehmenden eine kleine Präsentationsveranstaltung in ihrem Jugendzentrum, in der Schule oder vor einer selbst gewählten Gruppe junger Menschen organisiert und durchgeführt haben, erhalten sie das Zertifikat und sind somit ausgebildete CIs. Sie können damit bei verschiedenen Infoveranstaltungen zum Thema „internationale Jugendarbeit“ oder “Auslandserfahrungen sammeln“ etc. eingeladen werden, und dort den Film präsentieren und von ihren Erfahrungen berichten. Ziel ist, dass für andere noch unerfahrene Jugendliche die Hemmschwelle sinkt, sich selbst auf eine internationale Erfahrung einzulassen. 5.2 Peer-to-Peer-Ansatz Das Projekt CI basiert auf einem Peer-to-Peer-Ansatz. Unter Peers sind zunächst Gleichaltrige zu verstehen, die eine ähnliche Stellung zu Autoritätspersonen, in der Regel Erwachsenen in ihrer Umwelt haben. „Unter Peers bestehen üblicherweise keine so starken Hierarchieunterschiede wie im Verhältnis zu Erwachsenen. Außerdem stehen Peers vor den gleichen Entwicklungsaufgaben“ (Salisch 2013, 8). Der Peer-to-Peer-Ansatz meint, dass Jugendliche als Expert_ innen für Jugendliche auftreten. Dieser Ansatz hat den Ursprung in den 1970er Jahren in den USA (vgl. Heyer 2010,

407) und basiert wiederum auf Erkenntnissen aus der Sozialisationsforschung. Demnach gelten Gleichaltrige als wichtige Sozialisationsinstanz insbesondere im Jugendalter. Sie haben einen besonders großen Einfluss aufeinander in dem Sinne, dass Jugendliche die besten Exper_tinnen für ihre Lebenswelten sind und sich meist in informellen Prozessen gegenseitig beratend, erklärend etc. zur Seite stehen. Dieses Phänomen wird im Peer-Learning genutzt, um Jugendlichen bestimmte Themen besser vermitteln zu können, denn „Jugendliche die für Jugendliche als Lehrpersonen auftreten, haben einen größeren Lehrerfolg, da es Jugendlichen oft leichter fällt, Inhalte von Gleichaltrigen anzunehmen“ (Heyer 2010, 407f.). Das, was Jugendliche von Gleichaltrigen vermittelt bekommen, erscheint ihnen glaubwürdiger, dadurch dass sie wissen, dass Gleichaltrige in derselben Lage stecken und demnach auch aus einer ähnlichen Perspektive auf die Welt und das entsprechende Thema blicken. Der Peer-to-Peer-Ansatz verfolgt ein weiteres Ziel: Die jugendlichen Expert_innen lernen durch die Rolle als Lehrperson neue Fähigkeiten dazu, dadurch, dass sie gezielt ihr eigenes Wissen vermitteln. Sie reflektieren das Wissen und lernen, ihre eigenen Erfahrungen wertzuschätzen. Sie erkennen darin Qualitäten. Eine wichtige Grundlage für das Peer-Learning ist die Freiwilligkeit der Jugendlichen, diese Rolle der Peer-Expert_innen einzunehmen (vgl. ebd., 407f.).

der Videotechnik. Im ersten Seminar geht es um den Umgang mit Kamera und Ton. Sie lernen Kreativ- und Interviewtechniken kennen, um ihre Erfahrungen medial festhalten zu können. Das zweite Seminar findet nach der Mobilitätserfahrung statt. Hier erlernen die Teilnehmer_innen den Umgang mit Schnitttechniken. Gemeinsam mit zwei Medienpädagog_innen erstellen sie ihren eigenen Film. Dabei wird das Erlebte mit anerkannten Methoden aus der außerschulischen Bildungsarbeit reflektiert. Zudem werden die Teilnehmenden geschult, welche Publikationsmöglichkeiten sie für ihr Video haben und was sie bei einer Veröffentlichung im Internet beachten sollten. Die filmische Dokumentation über eine Mobilitätserfahrung soll den Jugendlichen die Möglichkeit zu einer breiten medialen Artikulation, ein Aufbrechen von Sprachbarrieren und ein Reflektieren mittels selbstproduzierter Videos geben.

5.3 Medien und Technik Das Medium Video stellt sowohl eine jugendgerechte Informationsquelle als auch einen Anreiz für Jugendliche dar, an dem Projekt teilzunehmen, dadurch, dass die technische und inhaltliche Erstellung eines Videofilms erlernt wird. Den Jugendlichen werden vom Projekt dafür leihweise leicht zu bedienende und handliche Kameras und Tongeräte ausgehändigt. Außerdem stellt das Projekt die notwendige Technik für den Videoschnitt am Seminarort zur Verfügung. An zwei Wochenendseminaren vor und nach der Jugendbegegnung erlernen die Jugendlichen, den professionellen Umgang mit Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 19


6 Projektmodelle – UmsetzungsmÜglichkeiten von CI

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 20


6 Projektmodelle – Umsetzungsmöglichkeiten 6.1 Modell A – Verschiedene Träger und eine lokale Vernetzungsstelle von CI

6.2 Modell B – Projekt ist bei einem großen Träger internationaler Maßnahmen implementiert

Die Teilnehmenden werden aus unterschiedlichen internationalen Begegnungsmaßnahmen von verschiedenen Trägern innerhalb einer Stadt oder einer Region rekrutiert. Bei einer Teilnehmendenanzahl von durchschnittlich 12 Personen pro Seminar, müssen Jugendliche von fünf bis sieben verschiedenen Jugendbegegnungen oder anderen Formaten eines Auslandsaufenthaltes ausfindig gemacht werden. Das setzt voraus, dass dem Projektteam die lokalen Organisationen bekannt sind, die internationale Maßnahmen durchführen. Hier ist es hilfreich, wenn die Informationen bei einer zentralen Vernetzungsstelle wie in Bremen das ServiceBureau Jugendinformation zusammen laufen und wenn bei dieser Stelle auch das Projekt implementiert wird. Diese Vernetzungsstelle kann z.B. auch beim Jugendamt der Stadt angesiedelt werden, da hier die Träger von internationalen Maßnahmen Förderanträge einreichen und in diesem Kontext eine Kooperation mit CI initiiert werden kann. Vorteile: Insbesondere kleinere Träger können sich an CI beteiligen. Die Seminargruppe zeichnet sich durch eine Vielfalt an internationalen Begegnungsformaten aus. Das Projekt wird an verschiedenen Stellen innerhalb einer Stadt bekannt. Nachteile: Diese Variante erfordert vom Projektteam einen hohen logistischen Aufwand. Einzelne Personen müssen an verschiedenen Standorten als Ansprechpersonen des jeweiligen Trägers vom Projektteam informiert und kontaktiert werden. Die Ansprechpersonen müssen ihrerseits den eigenen Träger über das Projekt informieren und Absprachen mit dem Verantwortlichen vor Ort treffen. Das Projekt ist dadurch mit sehr unterschiedlichen Trägern und Stukturen konfrontiert und muss flexibel darauf reagieren können, was wiederum mehr personelle und zetliche Ressourcen bindet (siehe Herausforderungen).

Ein größerer Träger internationaler Jugendarbeit implementiert CI intern. Das setzt voraus, dass der Träger mehrere parallele internationale Jugendprojekte pro Jahr (vorrangig in den Sommerferien) durchführt. Dies ist z.B. bei Trägern von Workcamps wie dem SCI, dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge oder auch bei den binationalen Jugendwerken, wie dem deutsch-französischen Jugendwerk oder der deutsch-türkischen Jugendbrücke etc. der Fall. Vorteile: Das Projekt kann innerhalb einer Organisation verankert werden und die Organisation und das Projektteam können gemeinsam eine für beide Seiten optimale Projektstruktur entwickeln. Die Organisation kann intern das Projekt bekannt machen und Projektinformationen sowie -ergebnisse können auf den bereits bestehenden Vernetzungsveranstaltungen der Organisation integriert werden. So können die ausgebildeten Coaches z.B. auf dem Vorbereitungswochenende für die bevorstehenden Sommer-Workcamps eine Filmvorführung machen. Auch kann die Organisation von vornherein für alle Teilnehmenden der Workcamps die notwendigen Einverständniserklärungen für das Filmen einholen und es kann sich nach und nach ein Verfahren einpendeln. Über eine solch größere Organisation ist es auch möglich, einen Projektantrag für die Finanzierung von CI zu stellen und ggf. auch einen ausreichend großen Anteil an häufig geforderten Eigenmitteln beizusteuern. Das Projekt kann innerhalb der Organisation zu einem Modellprojekt deklariert und über die Leitungsebene in der Organisation verankert und für die mitwirkenden Mitarbeitenden einfacher legitimiert werden.

Coach International in der praktischen Umsetzung bedeutet, dass jeweils ein bis drei Jugendliche, die gemeinsam an einer internationalen Maßnahme teilnehmen, darüber einen kurzen ca. dreiminütigen Film erstellen und diesen anderen Jugendlichen präsentieren. Bei einer Teilnehmendenanzahl von ca. 12 Jugendlichen pro Projektdurchlauf, können insgesamt ca. sechs bis zehn verschiedene Kurzfilme entstehen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es sich logistisch anbietet, CI vorrangig für Teilnehmende internationaler Maßnahmen anzubieten, die innerhalb der Sommerferien statt finden, denn nur so kann das Vorbereitungsseminar zum Thema Videodreh zeitnah vor der internationalen Maßnahme und gleichzeitig für alle Teilnehmenden angeboten werden. Ähnlich verhält es sich mit dem Seminar zum Videoschnitt, das dann gleich nach den Sommerferien durchgeführt werden sollte. Im Folgenden werden kurz drei Modelle vorgestellt, wie das Projekt alternativ zur durchgeführten Variante strukturell verankert und durchgeführt werden kann. Bremen ist eine Kommune mit 548.547 Einwohnern(7) (Stand 2013). Für Kommunen dieser Größenordnung kann das Konzept CI in ähnlicher Art und Weise durchgeführt werden, wie es beim Pilotprojekt und dem beschriebenen Modell A der Fall war. Dort hat eine zentrale Vernetzungsstelle (ServiceBureau Jugendinformation) mit verschiedenen Trägern von internationalen Maßnahmen innerhalb einer Kommune kooperiert. Bei Modell B ist das Projekt bei einem Träger internationaler Maßnahmen angesiedelt und beim Modell C würde das Projekt überregional bei einer bundesweiten Vernetzungsstelle angesiedelt werden. Bei Modell D handelt es sich um eine internationale Ausrichtung von CI. Es werden im Folgenden kurz Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle skizziert.

(7)http://www.statistik-bremen.de/tabellen/kleinraum/stadt_ottab/1.htm#bild2 Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 21


Nachteile: Es kann nur ein sehr spezifischer Kreis von Jugendlichen an CI teilnehmen. Die Varietät der Auslandsformate ist ebenfalls eingeschränkt. Es besteht die Gefahr, dass die projektbezogenen Aufgaben von Aufgaben, die sonst bei der Organisation anfallen, an Priorität verlieren. Es ist hier unbedingt anzuraten, die Projektkoordination mit ausreichen zusätzlichen Stunden auszustatten (vgl. Kostenplan). 6.3 Modell C – überregionale Vernetzungsstelle mit ein oder mehreren Trägern CI wird überregional bei einem bundesweit agierenden Träger der internationalen Jugendarbeit oder auch bei einer großen medienpädagogischen Fachstelle angesiedelt(8). Träger aus ganz Deutschland können Kooperationspartner für CI werden und Jugendliche aus ihren internationalen Maßnahmen zu Coaches ausbilden lassen. Die Seminare finden dann zwangsläufig mit Übernachtung statt und es muss ggf. die Zeit für weite Anreisen der Teilnehmenden eingeplant werden. Zudem ist hier ein höheres Budget einzuplanen. Vorteile: Ein großer Träger hat die Möglichkeit, deutschlandweit für das Projekt zu werben und ist in der Regel auch vielen kleineren Trägern von internationalen Begegnungsmaßnahmen bekannt. Außerdem hat ein bundesweit bekannter Träger ggf. die Möglichkeit, auf andere größere Förderquellen zurückzugreifen. Es können Jugendliche aus ganz Deutschland von dem Projekt profitieren und die Coaches sind in verschiedenen Gegenden Deutschlands aktiv, um andere noch unerfahrene Jugendliche für internationale Maßnahmen zu begeistern. Nachteile: Gerade für Jugendliche mit weniger Chancen ist häufig eine eigenständige Reise zu einem Seminar, das von einer noch fremden Organisation angeboten wird, eine große Hürde. Wenn das Projekt überregional angesiedelt ist, kann weniger gut eine Netzwerkarbeit vor Ort gewährleistet werden. Hier wären feste lokale Kooperationspartner nötig, insbesondere auch für die Unterstützung der Jugendlichen bei der Durchführung der Filmpräsentationen.

Eine gemeinsame Informationsveranstaltung für alle beteiligten Träger wäre aus logistischen Gründen nicht möglich. 6.4 Modell D - Internationale Ausrichtung von CI Mehrere lokale Träger internationaler Jugendarbeit in Europa führen das Projekt gemeinsam auf internationaler Ebene durch. Es wird ein gemeinsamer Förderantrag gestellt und es finden internationale Planungs- und Austauschtreffen in den beteiligten Ländern statt. Voraussetzung ist mindestens eine beteiligte Organisation mit Vorerfahrungen bei CI. Vorteile: Der Reiz für die beteiligten Jugendlichen steigt durch den internationalen Charakter des Projektes an. Es können gemeinsame internationalen Jugendbegegnungen geplant und durchgeführt werden, bei denen das gesamte internationale Team von vornherein mit CI vertraut ist. Das Filmen während der Jugendbegegnung wird zu einer Selbstverständlichkeit. Es können international gemischte Teams gemeinsam Filme erstellen. Nachteile: Die Projektkosten steigen um ein Vielfaches an, insbesondere durch die vielen Reisekosten. Die Jugendlichen werden vor eine noch größere Herausforderung gestellt, dadurch, dass das Projekt den internationalen Charakter hat und ggf. auch mehr in englisch kommuniziert werden muss. Auch hier kann die internationale Ausrichtung sich eher erschwerend darauf auswirken, wenn es darum geht Zielgruppen mit weniger Chancen zu erreichen. (8) Gekoppelt an das europäische Förderprogramm Jugend in Aktion gibt es eine ganz ähnliche Struktur. Die sog. Europeers sind Jugendliche, die an Jugend in Aktions-Programmen teilgenommen haben und in Seminaren zu Peerbotschafter_innen internationaler Jugendarbeit ausgebildet werden. Hier werden allerdings keine Filme gedreht und das Projekt ist nicht speziell darauf ausgelegt, Jugendliche mit weniger Chancen zu erreichen. Zudem richtet sich die Ausbildung zu Euro-Peers ausschließlich an Jugendliche, die bei Programmen teilgenommen haben, die von Jugend in Aktion gefördert wurden. Eine Verbindung der beiden Ansätze, Euro-Peers und CI könnte hier sicherlich viele Synergieefekte erzielen. Informationen und Kontakt zu den Euro-Peers sind auf folgender Website zu finden: https://www.europeers.de/ Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 22


7 Projektstruktur

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 23


7 Projektstruktur Zunächst muss geklärt werden, nach welchem Modell (A, B, C oder D) CI durchgeführt und bei welcher Organisation das Projekt verankert und von dort aus auch geleitet werden soll. Damit verbunden ist die Frage der Finanzierung. Um ein Finanzierungsmodell aufzustellen und die Komplettfianzierung des Projektes abzusichern, sollte mindestens ein Jahr Vorlaufzeit eingeplant werden. 7.1 Projektphasen, Infrastruktur und Ausstattung Projektphasen Phase 1: Rekrutierung der Kooperationspartner und der Projektteilnehmenden Phase 2: Organisation und Durchführung einer Informationsveranstaltung für die Kooperationspartner Phase 2: Seminar 1: Videodreh Phase 3: Videos werden von den Jugendlichen auf den internationalen Begegnungsmaßnahmen gedreht Phase 4: Seminar 2: Videoschnitt Phase 5: Seminar 3: Präsentationstechniken Phase 6: Jugendliche führen die Filmpräsentation durch Phase 7: Abschlussveranstaltung und Zertifikatsvergabe Infrastruktur und Ausstattung CI braucht eine durchführende Organisation, bei der Projektleitung und -verwaltung verankert sind. Bei dieser Organisation sollte sowohl pädagogische Expertise als auch Erfahrung im Bereich der internationalen Jugendarbeit vorhanden sein. Von hier aus sollte auch die Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation mit den Kooperationspartnern und den Seminarteilnehmenden stattfinden. Für die drei Seminare ist ein Seminarort mit einem großen Seminarraum und zusätzlich mindestens drei kleineren Räumen oder Nischen nötig. Der Seminarort sollte gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein und eine jugendgerechte Ausstattung und/oder Umgebung haben.

Für die technische Umsetzung benötigt das Projekt bei einer empfohlenen Teilnehmendenzahl von 12 Personen mindestens sechs kleine Kameras und Tongeräte sowie mindestens sechs Schnittcomputer, die in der Lage sind, mit dem hier empfohlenen Schnitt-Programm Adobe Premiere Elements einwandfrei zu laufen. Für die beiden Videoseminare ist ein Betreuungsschlüssel von 1:6 nötig und die Seminare sollten von zwei ausgebildeten Medienpädagog_innen durchgeführt werden. Das Seminar zum Thema Präsentationstechniken kann mit einem Betreuungsschlüssel von 1:12 durchgeführt werden. Alle drei Seminare sollten von mindestens einem/einer Co_Teamer_in begleitet werden.

7.2 Projektverlauf Im Folgenden wird beispielhaft die Struktur für Projektmodell A dargestellt. Diese Struktur ist an die Struktur des durchgeführten Pilotprojektes angelehnt. Die durchführende Organisation war das ServiceBureau Jugendinformation Bremen. Das ServiceBureau hat die Schwerpunkte internationale Jugendarbeit, allgemeine Jugendinformation und Medienpädagogik. Es berät Organisationen der Jugendarbeit bei der Planung von internationalen Programmen (servicebureau. de). Im Zuge der Beratungsgespräche wurden die Träger über die Möglichkeit informiert, an CI teilzunehmen. Durch die vielen Beratungskontakte entstand die Möglichkeit, eine Vielzahl an internationalen Maßnahmen, die von Bremen aus geplant werden, zu erfassen und in das Projekt mit einzubeziehen. Ein Projektdurchlauf ist auf die Dauer von einem Jahr angelegt. Der folgende Zeitstrahl stellt die Aktivitäten, die in den jeweiligen Monaten stattfinden sollen dar und es werden die Aufgaben aufgelistet, die vom Projektteam zu leisten sind.

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 24


September/Oktober

Januar/Februar/März

Anfang April/vor der Infoveranstaltung

Das Team für CI wird zusammengestellt und es werden Termine für Teamtreffen

Es werden erste Absprachen mit den Trägern der internationalen Maßnahmen

Zweites Teamtreffen mit den Stakeholdern: Leitung, pädagogische Begleitperson,

in unterschiedlicher Konstellation für die Projektlaufzeit vereinbart. Träger von

getroffen und CI wird den Jugendlichen vor Ort vorgestellt.

Seminarteam, Technikverantwortliche_r

ration geworben. Erstes großes Teamtreffen mit: Projektleitung, Verwaltung,

To Dos

Vorbereitung der Inhalte der Infoveranstaltung

pädagogische Begleitperson, Technikverantwortliche_r, Seminarreferetn_innen,

internationalen Maßnahmen werden über CI informiert und für eine Koope-

Co-Teamer_in, Peer-Coaches

Die Träger müssen kontaktiert und es muss in Erfahrung gebracht werden, zu welchem Datum die internationalen Maßnahmen geplant sind und ab wann die Träger mit der Rekrutierung der Teilnehmenden bzw. mit den

Inhalte des Teamtreffens:

vor Ort •

Vorbereitungstreffen beginnen

durchführen

Vorstellung des Teams

Besprechung des geplanten Projektverlaufs

Vor Ort wird das Projekt vorgestellt und eine Kooperationsvereinbarung mit

Klärung der Rollen, Verantwortlichkeiten, Aufgaben

dem Träger getroffen. (Falls das Projekt von einer ehrenamtlichen Person

Technikcheck

Terminvereinbarungen (Seminare, Infoveranstaltung, Teamtreffen)

/ einem /einer_ Jugendlichen vorgestellt wird, kann diese Vereinbarung

Vorstellung des Seminarortes und den dortigen Bedingungen

Information zur Projektfinanzierung, Anforderungen der Fördermittelgeber

auch erst beim Infoabend getroffen werden.)

Probleme und Knackpunkte besprechen und ggf. Alternativplan entwickeln

Sammlung von Wünschen für den Seminarort

Termine für die drei Seminare werden festgelegt und Räumlichkeiten für die

Absprachen für den Infoabend

Klärung der gegenseitigen Erreichbarkeit (Telefon, Handy, Arbeitszeiten

Klärung von Fragen

Ein Termin für die Vorstellung des Projektes beim Träger wird vereinbart.

Vorstellung der internationalen Maßnahmen, die die Kooperatonspartner

etc.)

Vorstellung der möglichen Kooperationsparter, Berichte der Infotermine

Besprechung der potentiellen Teilnehmenden; Klärung, wie viel Unterstützungsbedarf ist zu erwarten?

Durchführung der Seminare reserviert •

Die Ansprechperson für CI des Kooperationspartners, die interessierten Jugendlichen, sowie die Eltern der Jugendlichen werden zum Infoabend eingeladen

To Dos •

Die Träger von internationalen Maßnahmen stellen in diesem Zeitraum

Achtung!

häufig ihre Finanzierungsanträge für die internationalen Maßnahmen im

Die Erfahrung hat gezeigt, dass manche Träger erst sehr spät wissen, welche

folgenden Jahr.

Jugendlichen an ihrer internationalen Begegnungsmaßnahme teilnehmen. Hier

In dieser Zeit sollten die Träger auf das Projekt angesprochen werden.

kann das Projekt erst zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt werden.

Die Träger können so sogar ihre Teilnahme bei CI in den Anträgen für ihre internationalen Projekte erwähnen.

Tipp! Als Seminarort sind Jugendhäuser mit einem gemütlichen Charakter empfehlenswert, die auch gute Möglichkeiten für Freizeitbeschäftigungen bieten.

Achtung!

Die Häuser sollten gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein und die

Bereits zu dem Zeitpunkt, wenn die Träger Kontakt zu den ausländischen Part-

Seminargruppe sollte relativ ungestört unter sich sein können (insbesondere

nergruppen aufnehmen, spätestens wenn die Teilnehmenden aller Länder ein

wenn Jugendliche mit besonderen Problemlagen teilnehmen).

Anmeldeformular ausfüllen, das von den Eltern unterschrieben wird, sollte darin die Einverständniserklärung enthalten sein, mit der die Erziehungsberechtigten

Tipp! Ein ausgebildeter CI aus Bremen kann angefragt werden, seinen Film

den Teilnehmenden dem Filmdreh und der anschließenden Veröffentlichung

vorzuführen. Alternativ können dort einzelne Filme, die alle bei Youtube/Ser-

eines fertigen Films zustimmen.

viceBureau Jugendinformation zu finden sind, gezeigt werden.

Januar/Februar/März Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 25


April/Mai

Ende Juni / Vor dem ersten Seminar:

Juni/Juli/August

offizielle Informationsveranstaltung für die beteiligten Träger

3. Teamtreffen mit Stakeholdern: Leitung, Seminarreferent_innen, Co-Teamer_innen, Peer-Coaches, Technikverantwortliche_r, sozialpädagogische Begleitperson

Das erste Seminar findet noch vor den Sommerferien statt. Den Jugendlichen werden die Kamerakoffer ausgeliehen (siehe Leihvertrag) um diese mit auf die

beteiligten Träger, d.h. für die verantwortliche Person der internationalen Maß-

Inhalte

To Dos

nahme und für die Jugendlichen, die bei CI teilnehmen möchten, ggf. für Eltern

Absprachen für das Seminar

und weitere interessierte Personen durch. Das Projekt sollte (mit Filmbeispielen)

Anmeldestand und Besprechung der Teilnehmenden, die sozialpädagogi-

To Dos

internationale Maßnahme zu nehmen.

Die Projektleitung/das Projektteam führt eine Informationsveranstaltung für alle

erläutert werden und es sollte viel Raum für Fragen geben. Es empfiehlt sich, eine

sche Unterstützung brauchen

Die Kameras müssen vorab auf ihre Funktionstüchtigkeit und auf Vollständigkeit geprüft werden.

Technikcheck

Die sozialpädagogische Begleitperson nimmt nach den Ferien Kontakt

kurze Vorstellungsrunde der Teilnehmenden zu machen.

Infoabend

Das Seminar wird unter Berücksichtigung der Informationen aus dem Teamtreffen

Es werden die Kontaktdaten der Anwesenden der Infoveranstaltung aufge-

vom Seminarteam vorbereitet.

nommen, wichtig sind die E-Mail Adressen und Telefonnummern.

Sozialpädagogoische Betreutung, Leitung und Verwaltung nehmen die Anmel-

Der Infofilm über CI (https://www.youtube.com/watch?v=GQV1T9qm-

dungen zum Seminar auf und geben die Infos und die Teilnehmendenliste an das

Nach dem Seminar Teamtreffen mit den Stakeholdern: Leitung, Referent_innen

B7I) wird gezeigt.

Seminarteam weiter.

für zweites und drittes Seminar, Co-Teamer_innen, Peer-Coaches, Technikver-

zu den Coaches auf und erinnert an die Abgabe der Kamera mit dem Filmmaterial und an den Seminartermin.

• •

• •

Was ist das Ziel von CI ? Jugendliche machen einen eigenen Film, um

antwortliche_r, sozialpädagogische Begleitperson

damit anderen Jugendlichen zu zeigen, warum es sich lohnt, an einer inter-

Wichtig: Die interessierten Teilnehmenden müssen das Anmeldeformular aus-

nationalen Maßnahme teilzunehmen.

füllen und abgeben. Hier müssen die jeweiligen Träger unterstützend tätig sein

Inhalte

Wie funktioniert CI? ein bis drei Jugendliche einer Jugendbegegnung

und die Jugendlichen noch einmal motivieren und daran erinnern, zum Seminar

werden ausgewählt, um während der Jugendbegegnung zu filmen. Dafür

zu kommen. Hilfreich ist es auch, wenn die sozialpädagogische Begleitung die

nehmen sie an einem Vorbereitungsseminar an einem Wochenende vor

Teilnehmer_innen noch einmal anruft.

Bericht der sozialpädagogischen Begleitperson und Infos zu den Teilnehmenden und der voraussichtlich nötigen Betreuung

Absprachen für das zweite Seminar

den Sommerferien teil.

Technikcheck

Welche Rolle übernimmt die Campleitung/Leitung der internationalen

Terminfestlegung für die Abschlussveranstaltung

Begegnungsmaßnahme? (siehe Checkliste)

Das Seminarteam bereitet unter Berücksichtigung der Informationen vom

Wie und zu welchen Bedingungen können die Kamera und das Tongerät

Teamtreffen das zweite Seminar vor.

ausgeliehen und zurückgegeben werden? (siehe Leihvertrag) Es empfiehlt sich, dass die Jugendlichen die Kamera mit dem aufgenommenen Filmmaterial zurückgeben. Das Filmmaterial wird zentral auf einem Speichermedium in der Projektzentrale gesichert und zum Schnittseminar mitgebracht. Woran noch zu denken ist... Kopien der Einverständniserklärungen für die Veröffentlichung des Films müssen von den Trägern an die Projektzentrale geschickt werden. Die sozialpädagogische Begleitperson steht in gutem Kontakt mit den Kooperationspartnern und den potentiellen Teilnehmenden an CI und gibt wichtige Infos an die Projektleitung weiter. Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 26


August/September

September/Oktober

Oktober/November/Dezember

So bald wie möglich nach den Sommerferien findet das zweite Seminar zum

Das dritte und letzte Seminar zu CI findet statt. Hier wird mit den Teilnehmenden

Die Jugendlichen halten ihre Filmpräsentation.

Thema Videoschnitt statt. Ziel ist, dass die einzelnen Filme von den Jugendlichen

ein konkreter Plan entworfen, wann und vor welcher Gruppe von Jugendlichen

komplett geschnitten und noch am selben Wochenende von den Jugendlichen

sie ihren Film präsentieren und was sie für die Organisation und Planung der

To Dos

selbst ins Netz geladen werden.

Veranstaltung noch tun müssen.

Wichtig: Es sollte bereits hier mit den Jugendlichen so konkret wie möglich

Sozialpädagogische Begleitung und Leitung halten fest, welche Jugendlichen wann und wo ihre Präsentationen gehalten haben und die Leitung

Den Jugendlichen wird der Termin für die Abschlussveranstaltung bekannt

erstellt die Zertifikate

überlegt werden, vor welcher Gruppe sie später ihren Film präsentieren möch-

gegeben. Damit wird ihnen der zeitliche Rahmen gesetzt, bis wann sie ihre

ten, so dass die dahinter stehenden Organisationen (Schule, Jugendzentrum,

Präsentationen gehalten haben müssen.

Filme werden vorgeführt und den Coaches werden feierlich die Zertifikate

Die sozialpädagogoische Betreuung und die Peer-Coaches unterstützen

überreicht.

Jugendgruppe der freiwilligen Feuerwehr etc.) schon kontaktiert und auf die Prä-

sentationsveranstaltung vorbereitet werden und rechtzeitig ein Termin gefunden

die Teilnehmenden bei der Organisation und Durchführung der eigenen

werden kann.

Filmpräsentation wenn nötig.

Anschließend führt das Projektteam die Abschlussveranstaltung durch. Die

6. Teamtreffen mit den Stakeholdern: Leitung, Verwaltung, Technikverantwortliche_r, Referent_innen

To Dos

Es muss geprüft werden, ob die Einverständniserklärungen für die

Inhalte

Veröffentlichung des Films vorliegen. Wenn das nicht der Fall ist, müssen

Evaluation des Projektes

die Personen, die im Film deutlich zu erkennen sind, identifiziert und die

Welche Aufgben stehen für die Abwicklung gegenüber den Geldgebern

Einverständniserklärungen müssen im Nachhinein eingeholt werden. •

Wenn ein weiterer Projektdurchlauf geplant ist, müssen die Träger ermittelt

an? •

Wie geht es weiter?

werden, die im Folgejahr internationale Maßnahmen geplant haben. •

Das Seminarteam lädt alle Beteiligten, auch die Eltern der Jugendlichen und auch die Jugendlichen, die das Projekt nicht bis zu Ende verfolgen konnten zur Abschlussveranstaltung mit Zertifikatsvergabe ein

Zwischen Seminar 2 und 3 5. Teamtreffen mit den Stakeholdern: Leitung, Referent_innen, Ansprechpersonen der Kooperationspartner, Peer-Coaches Inhalte •

Stand der Dinge; Bericht des Seminarteams vom zweiten Seminar

Abklärungen mit den Kooperationspartnern zu den Filmen und Inhalten; Check zu den Einverständniserklärungen

Ideensammlung für Möglichkeiten der Teilnehmenden, ihre Filme zu präsentieren (z.B. im Rahmen von Veranstaltungen der Partnerorganisationen)

Absprachen für die Abschlussveranstaltung/Zertifikatsvergabe

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 27


8 Seminare

„Besonders gut hat mir beim Seminar gefallen, dass ich hier als Einzelperson sofort Anschluss an die Gruppe gefunden habe und es hat auch wirklich Spaß gemacht mit den Geräten umzugehen, die selber sofort in die Hand zu bekommen, wir durften ja wirklich sofort damit rumprobieren, gleich allen möglichen Kram filmen, den wir wollten, das hat mir gefallen!“ (Anna, 19 Jahre)

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 28


8 Seminare Für alle drei Seminare gilt, dass bereits zu Beginn des Projektes Termine und Seminarhäuser festgelegt werden sollten. Es ist ratsam, alle Seminar im gleichen Seminarhaus durchzuführen, da die Teilnehmenden eine vertraute Umgegung sehr schätzen und es auch die organisatorischen Vorbreitungen erleichtert. Die Seminardauer ist bei allen drei Seminaren drei Tage, d.h. Beginn ist Freitag Nachmittag und Ende Sonntag Nachmittag. (siehe Seminarpläne) Es hat sich bewährt, am Ende der Seminare einen Feedbackbogen von den Teilnehmenden ausfüllen zu lassen, so dass auf Wünsche und Kritik im Projektverlauf eingegangen werden kann. Für alle Seminare muss eine Anmeldung mit Einverständniserklärung der Eltern ausgefüllt werden, die auch bereits das Einverständnis beinhaltet, dass auf den Seminaren erstellte Fotos und Filme im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt und /oder die durchführende Organisation verwendet werden dürfen. Aufgrund der Fülle der Seminarinhalte ist es ratsam, auf Selbstversorgung zu verzichten und für ein jugendgerechtes Catering zu sorgen. 8.1 Seminar 1: Videodreh Das erste Seminar hat zum Ziel, dass die Teilnehmenden am Ende selbstständig in der Lage sind, während der internationalen Begegnungsmaßnahme mit Handkamera und Tongerät ausreichend verwendbare Aufnahmen für den geplanten Film zu machen. Daher lernen die Jugendlichen den praktischen Umgang mit Kamera und Tongerät. Weiterhin sollen sich die Teilnehmenden mit ihrer bevorstehenden Begegnungsmaßnahme auseinandersetzen und anhand des groben Programms einen Drehplan erstellen. Zudem geht es um verschiedene Filmtechniken und es wird die Interviewführung geübt. Die praktischen Übungen werden im Rahmen einer Videorally durch die Innenstadt durchgeführt. Schließlich

haben die Teilnehmenden die Aufgabe, eine Anmoderation für ihrern Film zu drehen. Beim ersten Seminar wird ein wichtiger Schwerpunkt auf das gegenseitige Kennenlernen und das soziale Miteinander der Teilnehmenden durch gemeinsame Kennenlernspiele und Freizeitaktivitäten gelegt. Den Teilnehmenden wird am Ende der Kamerakoffer mit dem gesamten Equipment für das Filmen über einen Leihvertrag ausgehändigt. Zudem sollten die Jugendlichen im Vorfeld den Auftrag bekommen, nur so viel zu filmen wie nötig. Wichtig ist zu vermitteln, dass nicht zu viel Filmmaterial erstellt werden sollte, da die Sichtung und Auswahl sonst zu lange dauert. Daher soll nur die eine in der Kamera vorhandene Speicherkarte bespielt werden.

8.2 Seminar 2: Videoschnitt „die kleinen drei Kommentare, die ihr nachträglich eingesprochen habt, geben dem Film jetzt noch ne ganz andere Struktur. Man darf bei so einem Film nicht vergessen, dass man selbst dabei war, d.h. man hat ganz andere Informationen, als die Person, die den Film zum ersten Mal sieht. Daher sind zusätzliche Infos, durch Off-Ton, Untertitelung oder Interviews sehr hilfreich. Das gibt dem Film die Struktur, dass es auch Spaß macht das zu gucken“ (Lars Kaempf, Seminarleiter Film)

Seminarvorbereitung Für das erste Seminar werden ausreichend Kameras und Tongeräte benötigt. Zudem muss den Veranstaltern bekannt sein, zu welcher internationalen Begegnung die Teilnehmenden fahren und es muss für jede dieser Maßnahmen eine grobe Programmplanung vorliegen. Daher sollte spätestens drei Wochen vor Seminarbeginn bei den Veranstaltern das Programm angefordert werden. Für die gemeinsamen Freizeitaktivitäten, wie z.B. Bowling oder Schwarzlichtminigolf muss rechzeitig eine Reservierung erfolgen. Das zweite Seminar hat zum Ziel, dass die Jugendlichen einen Kurzfilm über ihre internationale Begegnung schneiden. Im Seminar wird daher der Umgang mit einem professionellen Videoschnittprogramm geübt und die Jugendlichen werden in kleinen Teams kontinuierlich beim Filmschnitt unterstützt. Zu Beginn des Seminars findet eine ausführliche gemeinsame Reflexion der erlebten Eindrücke zu der internationalen Begegnung statt und es wird mit den Teilnehmenden erarbeitet, was aus ihrer Perspektive in den Filmen vermittelt werden soll. Im Idealfall können die Filme schon am Ende des Schnittseminars online veröffentlicht werden. Voraussetzung dafür sind die schriftlichen Einverständniserklärungen der Personen, die im Film gut erkennbar sind. Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 29


Seminarvorbereitung: Für das Videoschnittsemiar ist die essentiellste Vorbereitung die Bereitstellung voll funktionstüchtiger Schnittcomputer. Hier sollten ausreichend Rechner zur Verfügung stehen, dass die Seminarteilnehmenden immer zu zweit an einem Rechner arbeiten können. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es sinnvoll ist, wenn die Jugendlichen ihre Kameras und Tongeräte samt dem aufgenommenen Datenmaterial nach ihrer Reise dem Projektteam von CI zurückgeben. So kann mit größter Sicherheit gewährleistet sein, dass alles Datenmaterial zum Seminar vorliegt und das Seminarteam kann die Daten vorher sichten und sich auf die Inhalte einstellen. 8.3 Seminar 3: Präsentationstechniken Das dritte und letzte Seminar hat zum Ziel, dass die Jugendlichen ihre selbst gedrehten Filme vor einer Gruppe präsentieren können und Fragen aus dem Publikum zum Thema „internationale Jugendbegegnungsmaßnahmen“ beantworten können, so dass Jugendliche aus dem Publikum einerseits durch den Film motiviert werden, selbst eine solch bereichernde Erfahrung zu machen und andererseits Tipps bekommen, unter welchen Bedingungen eine Teilnahme möglich ist. Im Seminar werden die geschnittenen Filme gemeinsam angeschaut und es werden in der Gruppe Fragen gesammelt, die sich aus den Filmen ergeben. Die Jugendlichen bereiten in Kleingruppen mit Hilfe von dazu bereit gestelltem Infomaterial einen kleinen Vortrag über ein Format der internationalen Jugendbegegnungsmaßnahme, wie z.B. ein Workcamp vor. Es werden konstruktive Feedbackregeln erarbeitet und die Gruppe übt, sich gegenseitig Feedback zu den Präsentationen zu geben. Die Jugendlichen bereiten dann einen Kurzvortrag zum eigenen Film vor und üben, ihren Film sich gegenseitig zu präsentieren. Die Teilnehmenden planen die zeitnah durchzuführenden

Präsentationen vor einer selbst gewählten Jugendgruppe, wie z.B. der eigenen Schulklasse, dem Jugendzentrum etc. Jedes Präsentationsteam macht einen Zeitplan für die zu organisierenden Schritte für die Präsentation. Diese Präsentation ist die Voraussetzung zur Erlangung des Zertifikats als ausgebildete_r CI. Seminarvorbereitung: Die Seminarleitung muss sicherstellen, dass die Einverständniseklärungen spätestens zu diesem letzten Seminar für alle Filme vorliegen, bevor diese vor fremden Gruppen gezeigt werden können. Es muss Informationsmaterial über für die Zielgruppe interessante Formate von internationalen Begegnungsformaten gesammelt und ggf. für die Jugendlichen aufbereitet werden (hilfreich hierzu ist die Recherche auf www.rausvonzuhaus, das Eurodesk-Netzwerk bietet zudem in allen Regionen Deutschlands kompetente Ansprechpartner). Idealerweise kann schon vor dem Seminar mit den Teilnehmenden abgeklärt werden, vor welcher Jugendgruppe sie ihre Filme präsentieren werden, so dass die Teilnehmenden sich bei der Vorbereitung ihres Vortrages schon auf ihre Zielgruppe einstellen können. Es bietet sich an, den Seminarteilnehmenden auch Gruppen vorzuschlagen, vor denen sie ihre Präsentation halten können, z.B. während einer Jugendleiter_innenausbildung oder bei einer Inforveranstaltung der eigenen Organisation. Hier sollte rechtzeitig in Erfahrung gebracht werden, welche Gruppen zum passenden Zeitraum in Frage kommen.

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 30


9 Projektbegleitende MaĂ&#x;nahmen

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 31


9 Projektbegleitende Maßnahmen Materialbeschaffung- und Pflege: Für eine erfolgreiche Projektdurchführung ist es absolut notwendig, dass das nötige Material zur Verfügung steht und einwandfrei funktioniert. Hierzu zählen in erster Linie die Handkameras, die Tongeräte sowie die Videoschnittcomputer mit den entsprechenden Schnittprogrammen. Vor und nach jedem Seminar müssen die Kameras und Tongeräte auf ihre Vollständigkeit überprüft werden, aufgeladen und ggf. repariert oder ausgetauscht werden. Bei eigener Anschaffung von Videoschnittcomputern gilt auch hier eine ausgiebige Pflege vor und nach dem Videoschnittseminar und ggf. auch in Zeiten zwischen den Seminaren, wenn z.B. Sondertermine für die Fertigstellung ihrer Filme angeboten werden. Wenn die Schnittrechner ausgeliehen werden, dann erfordert das die Gewährleistung einer zuverlässigen Kooperation mit der Verleihfirma. Es sollte dem Projekt daher eine verantwortliche Person für die Materialbeschaffung und -pflege mit ausreichend technischen Kenntnissen mit einem zeitlichen Umfang von durchschnittlich einer Stunde in der Woche zur Verfügung gestellt werden. Wie die Erfahrung gezeigt hat, kommt es gerade bei der Technik immer wieder zu unvorhergesehenen Problemen, so dass an dieser Stelle auf keinen Fall gespart werden sollte. Verwaltung und Berichterstattung: Bereits zu Beginn der Projektlaufzeit, idealerweise im Frühjahr eines Kalenderjahres fallen erste Verwaltungsaufgaben, wie das Erstellen von Kontakt- und Teilnahmelisten, die Finanzkalkulationen, die Erarbeitung von Honorarverträgen für Projektmitarbeiter_innen etc. an. Bei einem drittmittelgeförderten Projekt fallen Absprachen und das Klären von Verfahrensabläufen an und es muss in der Regel spätestens am Ende oder auch schon zur Halbzeit der Projektlaufzeit schriftlich Bericht erstattet werden. Vor und nach den Seminaren

müssen Quittungen gesammelt, Ausgaben abgerechnet und Rechnungen bezahlt werden. Zudem müssen den Teilnehmenden Anmeldebögen für die Projektteilnahme zugemailt und zugeschickt werden. Es sollte für die gesamte Verwaltung des Projektes mit einem Zeitaufwand von durchschnittlich einer bis zwei Stunden pro Woche gerechnet werden. Netzwerkarbeit und Kontaktpflege: Ein sehr bedeutender Teil der projektbegleitenden Maßnahmen sind die Netzwerkarbeit und die Kontaktpflege. Gerade weil die Projektpartner in der Regel ein sehr sehr geringes zeitliches Kontingent zur Verfügung haben und stark mit der Vorbereitung und Planung der internationalen Begegnungsmaßnahmen beschäftigt sind, liegt es bei den Projektverantwortlichen, den Kontakt zu pflegen und kontinuierlich für die Informationsvermittlung an die Projektpartner einerseits und für das Einholen von Informationen von den Projektpartnern andererseits zu sorgen. Zu Beginn des Projektes sollten bei allen relevanten Projektpartnern Besuche gemacht werden und das Projekt sollte vor Ort vorgestellt und die Teilnahmebedingungen vereinbart werden. Auch zu den Jugendlichen, die an CI teilnehmen oder teilnehmen möchten, sollte kontinuierlich Kontakt über die verschiedenen Kanäle, wie Whats App, Facebook oder Telefon gehalten werden, so dass nach und nach ein Vertrauensverhältnis der Jugendlichen zum Projekt und dem Projektteam entstehen kann. Nur so kann es gelingen, dass gerade Jugendliche mit weniger Chancen kontinuierlich am Projekt teilnehmen können und der dünn gesponnene Faden nicht abreißt. Für diese Tätigkeiten sollten durchschnittlich drei Stunden pro Woche einkalkuliert werden. Die Stunden können zwischen der Projektleitung und einer sozialpädagogischen Fachkraft aufgeteilt werden.

möglichen Kooperationspartner ansprechen und die Bereitschaft für die Zusammenarbeit in Erfahrung bringen. Dafür bietet es sich an, einen Informationsflyer zu erstellen, der kurz und knapp das Projekt beschreibt und über die Rolle und Aufgaben eines Koopartionspartners informiert. Über das ServiceBureau Jugendinformation steht zudem ein Film zur Verfügung, der erklärt was CI ist. Zudem sollte jugendgerechtes Informationsmaterial zusammengestellt werden. Die projektbegleitende Evaluation hat gezeigt, dass bei Jugendlichen eine praxisorientierte Projektpräsentation sehr gut ankommt. Es werden mehrere Beispielfilme gezeigt, die von Jugendlichen im Rahmen von CI erstellt wurden (das Filmmaterial ist frei über Youtube abrufbar/LINK). Anschliessend werden den Jugendlichen die Kamera und das Tongerät vorgestellt und sie bekommen sofort die Aufgabe kleine Sequenzen vor Ort aufzunehmen, die gemeinsam über einen Beamer direkt angeschaut werden können. Da das übergeordnete Ziel von CI das Erreichen von Jugendlichen mit weniger Chancen ist, sollte das Projekt gerade in Schulen und Jugendzentren oder bei Trägern von Jugendhilfemaßnahmen bekannt gemacht werden. Die ausgebildeten Coaches können nach Abschluss des Projektes ja eigenständige kleine Vorträge vor Gruppen halten und somit auch über die Projektlaufzeit hinaus die Öffentlichkeitsarbeit tatkräftig unterstützen. Das bietet einen zusätlichen Reiz für die Jugendlichen, das Projekt durchzuziehen, wenn ihnen in Aussicht gestellt wird, für ihre Vorträge auch mit einem kleinen Honorar entlohnt zu werden. Hier ist ratsam Geld für diese Honorare im Projektbudget oder im Budget der durchführenden Organisation bereit zu halten.

Öffentlichkeitsarbeit Für eine erfolgreiche Durchführung von CI ist eine gute Öffentlichkeitsarbeit essentiell. Insbesondere vor offiziellem Projektbeginn sollte die durchführunde Organisation alle Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 32


10 Organisation – Stakeholder – Team

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 33


10 Organisation – Stakeholder – Team Das Projekt ist in verschiedene Phasen gegliedert, wobei sich zeitintensive und ruhigere Phasen abwechseln. Dennoch wurde insbesondere die Wichtigkeit der kontinuierlichen Projektarbeit, die auch in ruhigen Phasen anfällt, als auch die Notwendigkeit eines regelmäßigen Informationsauschausches im engeren aber auch im weiteren Projektteam unterschätzt. Daher werden im Folgenden Rolle und Aufgaben der verschiedenen Stakeholder beschrieben. Das Projektteam setzt sich zusammen aus der Projektleitung, der sozialpädagogischen Begleitung, der/dem Technikverantwortlichen, den hauptverantwortlichen Seminarreferent_ innen sowie der Verwaltungsfachkraft. Weitere Stakeholder sind die Co-Teamer_innen, die Peer-Coaches und die Ansprechpartner_innen der Kooperationspartner, d.h. der Organisationen, die internationale Begegnungsmaßnahmen für Jugendliche durchführen. Die Jugendlichen, die an CI teilnehmen und sich zu CIs ausbilden lassen zählen auch zu den Stakeholdern, werden hier aber nicht mit Rolle und Aufgaben aufgeführt, da das Projekt maßgeblich von anderen für sie durchgeführt wird. 10.1 Projektleitung und Vernetzungsstelle Die Projektleitung ist in der Rolle, das Projekt zu initiieren und zu leiten. Dazu gehört die inhaltliche und vor allem auch finanzielle Projektplanung, die Zusammenstellung des Projektteams sowie die Aquise der Kooperationspartner. Die Projektleitung muss die genauen Projektbedingungen kennen und allen Beteiligten transparent machen. Die Projektleitung sollte Kontakt zu allen Projektbeteiligten haben, damit die Leitung einschätzen kann, inwieweit das Projekt wie geplant verläuft oder wo ggf. Handlungsbedarf entsteht. Die Leitung beruft Teamtreffen ein, führt diese durch und gibt die dabei besprochenen Informationen an alle relevanten Adressat_innen weiter. Die Projektleitung ist die Vernetzungsstelle für alle Beteiligten an dem Projekt und sollte immer gut erreichbar sein.

Aufgaben: • Mittelaquise und Finanzplanung des Projekts in enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung • Öffentlichkeitsarbeit • Vorstellung des Projektes bei den potentiellen Kooperationspartnern • Netzwerkarbeit und Kontaktpflege zu allen Beteiligten und kontinuierliche Pflege der Kontaktdatenbanken. • Strukturierung des Projektverlaufs und Organisation der Veranstaltungen • Koordination und Durchführung der Teamtreffen • Weitergabe von Informationen im Team • Ansprechperson für Eltern und Kooperationspartner sein • Berichterstattung gegenüber den Geldgebern

10.2 Verwaltung Die Verwaltungsfachkraft ist für die finanzielle und organisatorische Abwicklung des Projektes zuständig. Sie arbeitet eng mit der Projektleitung zusammen. Aufgaben: • Verwaltung von Projektgeldern • finanzielle Abwicklung der Ausgaben und den Vorgaben der Geldgeber entsprechende Darstellung der Finanzen • Versendung von Einladungsschreiben und Annahme von Anmeldebögen

10.3 Sozialpädagogische Begleitung Die sozialpädagogische Begleitung hat die Aufgabe, Beziehungsarbeit mit den an CI teilnehmenden Jugendlichen zu leisten. Die Person arbeitet eng mit der Projektleitung sowie mit den Referent_innen der Seminare zusammen und hält engen Kontakt zu den Verantwortlichen der jeweiligen Kooperationspartner sowie ggf. auch zu den Eltern der Teilnehmenden. Ziel ist es, dass gerade die Jugendlichen mit

weniger Chancen und insbesondere die Jugendlichen in besonderen Problemlagen dort unterstützt werden, wo die Probleme einer kontinuierlichen Projektteilnahme im Weg stehen. Aufgaben: • Teilnahme an der Projektvorstellung gegenüber interessierten Jugendlichen mit kleinen vertrauensbildenden Maßnahmen • Unterstützung der Kooperationspartner bei der Gewinnung von Teilnehmenden; Motivierung der Jugendlichen • Kontaktpflege zu den Jugendlichen und Unterstützung bei der Anmeldung und bei der Anreise zu den Seminaren • Teilnahme an den drei Seminaren und Unterstützung der Teilnehmenden bei der Bewältigung der Projektaufgaben vor, während und im Anschluss an die Seminare

10.4 Technikverantwortliche_r Die/der Technikverantwortliche_r ist dafür zuständig, dass die Kameras, Tongeräte, Datenträger und insbesondere die Schnittcomputer mit den entsprechenden Schnittprogrammen für das Projekt funktionsbereit zur Verfügung stehen. Ggf. ist diese Person auch für die Anschaffung der Technik verantwortlich. Wenn die Technik geliehen wird, fällt hier auch die Kommunikation mit der Verleihfirma in die Verantwortlichkeit. Die Person hat ebenfalls die Verantwortung für technische Reperaturen an den fertigen Filmen und für die Veröffentlichung der Filme im Netz.

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 34


Aufgaben: • ggf. Anschaffung der technischen Geräte wie Handkameras, Tongeräte, Kabel, Schnittcomputer, Schnittprogramme etc. oder alternativ Organisation der Technik und Kommunikation mit der Technikverleihfirma. • Bereitstellung der funktionsfähigen technischen Geräte zu den Seminaren und ggf. zu weiteren Treffen zur Fertigstellung der Filme • technische Reparaturen an Filmen, wenn „Fehler“ aufgetreten sind. • Veröffentlichung der Filme im Netz und Einbinden der Filme auf die Homepage der Organisation • ggf. Erstellung von Kurzfilmen über das Projekt für die Öffentlichkeitsarbeit 10.5 Referent_innen Die Referent_innen sind für die Vorbereitung und Durchführung der Seminare und ggf. für zusätzliche Treffen der Jugendlichen zur Übung oder zur Fertigstellung der Filme verantwortlich. Sie sind an enge Absprachen mit der Seminarleitung gebunden und sie gehören zum Kernteam und nehmen an den Teambesprechungen teil. Aufgaben: • Konzeption, Vorbereitung und Durchführung der drei Seminare Videodreh, Videoschnitt und Präsentationstechniken. Es ist sinnvoll, wenn die ersten beiden Seminare von den gleichen Referent_innen durchgeführt werden. Das dritte Seminar kann auch von Seminarleitung und der pädagogischen Begleitperson alleine durchgeführt werden, da hier keine videorelevanten Inhalte mehr vorkommen. • Enge Zusammenarbeit und klare Absprachen mit der/ dem Technikverantwortlichen • Beziehungsarbeit mit den Seminarteilnehmenden und enge Abstimmung mit der pädagogischen Begleitperson

• Teilnahme und Vorstellung der Seminare beim Informationsabend • Teilnahme an der Abschlussveranstaltung/Zertifikatsvergabe. 10.6 Kooperationspartner/Träger von internationalen Maßnahmen Ein Kooperationspartner ist eine Organisation, die eine internationale Jugendbegegnung oder eine andere internationale Maßnahme mit Jugendlichen durchführt. Jugendliche, die über diese Organisation an der Maßnahme teilnehmen, können sich zu CIs ausbilden lassen. Ansprechpartner ist dann eine der verantwortlichen Begleitpersonen der internationalen Maßnahme. Die Ansprechperson des Kooperationspartners ist für die Auswahl der Jugendlichen zuständig, die zu Coaches ausgebildet werden. Die Ansprechperson ist Vermittlungsperson zwischen den Jugendlichen und dem Team von CI.

10.7 Co-Teamer_in Co-Teamer begleiten das CI-Team unterstüzend bei den Seminaren und sind Ansprechpersonen für die Teilnehmenden bei CI. Der/die Co-Teamer_in ist Teil des jeweiligen Semianrteams und übernimmt Aufgaben in Absprache mit den hauptverantwortlichen Seminarreferent_innen. Co-Teamer_ innen haben idealerweise selbst schon Erfahrungen mit Videodreh- und -schnitt und/oder mit internationalen Begegnungen. Aufgaben: • Teilnahme an den CI-Seminaren und Übernahme von kleinen Aufgaben nach Absprache mit Seminarreferent_ innen • Ansprechperson für die neuen Jugendlichen sein, die an CI teilnehmen

Aufgaben: • Information der eigenen Jugendlichen über CI • Ausrichtung einer kleinen Präsentationsveranstaltung über CI für die eigenen Jugendlichen vor Ort im Jugendzentrum/beim Vorbereitungstreffen der internationalen Maßnahe etc. • Teilnahme am Infoabend, der vom CI-Team organisiert wird • Information und Motivation der Jugendlichen für die CI-Seminare • Unterstützung der Coaches während der internationalen Maßnahme beim Filmen (Besprechung des Drehplans, Zur Verfügung stellen von Strom, Datensicherung...) siehe Checkliste für Ansprechperson • Information der internationalen Partnerorganisation und der interntionalen Teilnehmenden der eigenen internationalen Maßnahme über CI • Beschaffung der Einverständniserklärungen aller Beteiligten, damit das Video veröffentlicht werden kann. Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 35


10.8 Peer-Coaches /Ehrenamtliche Peer-Coaches bzw. Coches International unterstützen das Seminarteam bei der Umsetzung von CI in einer ehrenamtlichen Rolle. Sie haben bereits Erfahrungen mit Videodrehund Schnitt und/oder mit internationalen Begegnungen gemacht. Im Idealfall sind sie selbst schon fertig ausgebildete CIs. Sie sind selbst noch Jugendliche und daher nah an den neuen Teilnehemden von CI dran (siehe Peer-to-Peer-Ansatz) und können diese gut motivieren und unterstützen. Insbesonsere beim Videoschnittseminar stehen sie den neuen Jugendlichen für die Umsetzung der Filme unterstützend zur Seite. Sie bekommen ggf. eine Aufwandsentschädigung für dieses Engagement.

Es werden zu Beginn des Projektes Termine für Teamtreffen vereinbart. Es sollten insgesamt sechs größere Teamtreffen innerhalb eines Projektdurchlaufs eingeplant werden (siehe Zeitstrahl).

Aufgaben: • Beteiligung bei der Vorstellung von CI gegenüber den potentiellen Kooperationspartnern mit den Jugendgruppen • Ggf. Vorführung des eigenen Films oder Erfahrungsbericht in Bezug auf Filmdreh- und schnitt oder in Bezug auf internationale Begegnungen. • Teilnahme an den CI-Seminaren. • Ansprechperson für die Teilnehmenden von CI sein. • CIs in Ausbildung bei der Umsetzung der Filme und am Ende bei der Realisierung der ersten Filmpräsentation unterstützen oder beraten. 10.9 Zusammenarbeit im Team Die klare Definition der verschiedenen Rollen im Team und die klare Verteilung von Verantwortlichkeiten und Aufgaben sind zentrale Faktoren für den Projekterfolg. Inwieweit es den Stakeholdern gelingt, ihre Rollen und die damit verbundenen Aufgaben für das Projekt umzusetzen, sollte regelmäßig im Rahmen von Teamtreffen besprochen werden. Damit dafür nicht unnötig viele zeitliche Ressourcen verwendet werden müssen, sollten die Teamtreffen in unterschiedlicher Besetzung erfolgen. Die Projektleitung beruft die Teamtreffen ein. Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 36


11 Finanzierung und Kostenkalkulation am Beispiel Modell A

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 37


11 Finanzierung und Kostenkalkulation am Beispiel Modell A Das Modell A kann in einer ähnlich großen Kommune wie Bremen durchgeführt werden. Hierbei besteht die Möglichkeit, die Referent_innen für die Durchführung der Seminare beim ServiceBureau Jugendinformation zu buchen. Alternativ bietet das ServiceBureau auch ein Projektcoaching vor Ort an (siehe Kostenplan). Das Kostenmodell ist weitestgehend an den Kostenplan des durchgeführten und evaluierten CI Projektes in Bremen angelehnt. Je nach Ausstattung der jeweiligen Organisationen können an verschiedenen Stellen Kosten eingespart werden. In Bezug auf die Evaluationsergebnisse wurden die Sozialpädagogische Begleitperson und der/die Technikverantwortliche_r als feste Posten neu mit einbezogen. Besonders kostenintensiv ist die Technik, die hier nicht wie beim Modellprojekt als Leihgabe, sondern als Anschaffung mit einkalkuliert wurde. Die angegebenen Stundensätze sind eher noch knapp als großzügig berechnet. Es empfiehlt sich, zusätzlich zu einem pädagogisch ausgerichteten Förderantrag, ein Sponsoringmodell für die nötige Technik zu entwickeln. Folgende Website bietet eine Übersicht zu deutschen Stiftungen mit themenbezogener Suchfunktion: http://www.stiftungen.org

Projektkoordination und Verwaltung

In Euro

Koordination

Durchschnittlich 3 h/Woche als Stundenaufstockung bei Festanstellung Brutto für 12 Monate

3.600

Verwaltung

Durchschnittlich 2 h/Woche als Stundenaufstockung bei Festanstellung brutto für 12 Monate

2.400

Technikbetreuung

Durchschnittliche 1h/Woche als Stundenaufstockung bei Festanstellung brutto für 12 Monate oder auf Honorarbasis bei einem Stundenlohn von 20 €/Stunde

1.200 / 960

Sozialpädagogische Begleitung

Durchschnittlich 1 h/Woche bei einem Stundensatz 20 €/Stunde

960

Zwischensumme Personal

8.160 / 7.920

Seminare Seminare inklusive Seminarräume und -ausstattung, Verpflegung, Freizeitaktivitäten, Materialkosten (Übernachtung)

Tagessatz pro TN/Tag ohne Übernachtung: 54 € mit Übernachtung und Frühstück: 74 €

1.944/ 2.700

Referent_innen für drei Seminare à drei Tage plus dreimal zwei Tage Vor- und Nachbereitung Betreuungschlüssel 1:6 bei den Videoseminaren 1:12 beim Seminar Öffentlichkeitsarbeit

Tagessatz von 250 € für 25 Seminartage (2 x2 Teamer à 10 Tage, 1x 1 Teamer à 5 Tage) Seminartage

6.250

Peer-Coach /Co-Teamer (mit Juleica) für drei Seminare

150 €/Seminar Aufwandsentschädigung

450

Fahrtkosten zum Seminarort

20 €/Person bei 12 Personen

720

Zwischensumme Seminare

9.364/10.120

Technik Handkameras Flipcams 8 Stück

150 €/Stück für 6 Film-Teams, zwei Ersatzkameras

1.200

Stative 8 Stück

10 €/Stück für 6 Film-Teams, zwei Ersatzstative

80

Premiere Elements Schnittprogramm 7 Stück

90 €/Lizenz für sechs Filmschnitt-Teams und eine_n Referentin/Referten 90 €/ Lizenz für sechs Filmschnitt-Teams und eine_n Referentin/Referten

630

Pcs oder Laptops mit Core i7, mind. 2 GHZ und mind 8 RAM, 7 Stück

700€/Stück für sechs Film-Teams und eine_n Seminarleiter_in

4.900

Speichermedien, 12 Stück

SD Karte 4 GB /8 Euro

96

Externes Speichermedium 500 GB 1 Stück

40 Euro

40

Zwischensumme Technik Projektcoaching – Drei Beratungsgespräche als Grundlage für die Implementation des Projektes

6.946 200 € / Gespräch plus Fahrtkosten

900

Öffentlichkeitsarbeit

300

GESAMT

25.670 / 26.186

Kostenmodell für 12 Teilnehmende und einen Projektdurchlauf von einem Jahr. Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 38


12 Herausforderungen

Dass die Technik einen im Stich l채sst, das kann passieren, das ist nicht eure Schuld. Trotzdem haben wir das hingekriegt und es sind Filme entstanden! (Mika, 21 Jahre)

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 39


„Viele haben mit Programmen geschnitten, die in großen Studios und Agenturen

12 Herausforderungen 12.1 Technik Damit CI gelingen kann, ist das gesamte Projekt darauf angewiesen, dass die benötigte Technik einwandfrei funktioniert. Dies konnte bei dem Pilotprojekt leider nicht gewährleistet werden. Die Kameras und Tongeräte haben zwar sehr gut funktioniert und die Teilnehmenden sind sehr gut mit der Handhabung der Geräte zurecht gekommen, allerdings gab es große Schwierigkeiten mit den Schnitt-Computern. Diese wurden von einer Firma verleihweise gesponsert, was zwar eine große Einsparung im Projektbudget ermöglichte, leider waren die ausgeliehenen Rechner beim ersten Projektdurchlauf für das installierte Schnittprogramm zu langsam. Beim zweiten Durchlauf hat die Kooperation mit der Firma nicht geklappt, so dass insgesamt zu wenig Rechner vorhanden waren und diese auch nicht mit den entsprechenden Schnitt-Programmen bespielt wurden. Daher musste mit verschiedenen anderen Rechnern, die teilweise von Kooperationspartnern des Projektes und von Privatpersonen zur Verfügung gestellt wurden, gearbeitet werden. Diese Rechner haben sich dann sowohl im Betriebssystem als auch im Schnitt-Programm unterschieden. Bei der Seminarleitung als auch bei den Teilnehmenden erwies sich dies als großer Stressfaktor und hat letztendlich die Qualität der Filme eingeschränkt. Die Technikprobleme haben vor allem wertvolle Zeit in Anspruch genommen, die bei der inhaltlichen und künstlerischen Gestaltung der Filme später gefehlt hat.

„besonders schwierig beim Filmschnitt war es, mit dem (fremden) Programm klar zu kommen“ (Samuel, 22 Jahre) „besonders schwierig war es, die Musik und den Ton zu regeln und auf das Filmmaterial abzustimmen“ (Hilke, 14 Jahre)

verwendet werden, diese Profiprogramme haben viele Kleinigkeiten. Dadurch,

Wie seid ihr mit dem Filmen während der Jugendbgegnung zurecht ge-

dass uns die Technik im Stich gelassen hat und wir improvisieren mussten, hatten

kommen?

wir vier verschiedene Schnittprogramme, da stoßen auch wir als Seminarleiter dann mal an unsere Grenzen mit vier verschiedenen Programmen.“ (Lars Kaempf,

„öfter haben wir vergessen die Batterie von Kamera und Tongerät wieder

Seminarleiter Film)

aufzuladen, das war schade, dann konnten wir an dem Tag nicht filmen“ (Jens, 17 Jahre)

Im Rahmen der Evaluationsgespräche mit dem Projektteam wurde daher betont, dass eine Lösung gefunden werden muss, die ein einwandfreies Funktionieren und eine Einheitlichkeit bei der Technik für den Filmschnitt gewährleistet. Das bedeutet entweder die kostenintensive Anschaffung eigener Technik, was gleichzeitig eine aufwendige Pflege und Instandhaltung mit sich bringt, oder es muss eine Stelle gefunden werden, bei der die gewartete Technik für das Projekt zu zuverlässigen Konditionen ausgeliehen werden kann.

„Manchmal haben sich welche dann nicht getraut mit dem Mikrofon so nah bei der Person zu stehen, die spricht, gerade wenn es eine fremde Person war, die uns was gezeigt hat“ (Tim, 16 Jahre)

Empfehlung: Für die Gewährleistung einer gut funktionierenden Technik, d.h. Kameras, Tongeräte und insbesondere Schnittcomputer, ist zu Projektbeginn eine sehr gute sowohl praktische als auch finanzielle Technikplanung essentiell wichtig! Eine weitere Schwierigkeit bei der Technik lag für die Teilnehmenden an CI darin, dass sie zwei Geräte zu koordinieren hatten, die Handkamera und ein Tongerät. Es war zum einen schwierig, beide Geräte bei der Aufnahme zu koordinieren, insbesondere dann, wenn nur eine Person motiviert war, aufzunehmen. Des weiteren war es sehr zeitintensiv und schwierig, Ton- und Videospur beim Filmschnitt zu synchronisieren. Empfehlung: Die Koordination von Kamera und Tongerät sollte intensiv mit den Jugendlichen beim ersten Seminar anhand von vielen praktischen Übungen ausprobiert werden oder wenn möglich sollte auf das Tongerät verzichtet werden, wenn eine entsprechend gute Handkamera zur Verfügung gestellt werden kann! Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 40


12.2 Zeitmanagement für Seminare Auslandsaufenthalte und internationale Jugendbegegnungen und/oder Workcamps und insbesondere auch Schüleraustausche finden nicht immer ausschließlich innerhalb der Sommerferien statt. Bei der Rekrutierung von Teilnehmenden bzw. bei der Kooperation mit Veranstaltern von internationalen Maßnahmen sind die Termine so aufeinander abzustimmen, dass sichergestellt werden kann, dass die Begleitseminare (Videodreh und Videoschnitt) so terminiert sind, dass sie möglichst kurz vor und kurz nach der internationalen Maßnahme liegen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Teilnehmenden an CI unbedingt das Vorbereitungsseminar besuchen sollten. Auch wenn der rein technische Umgang mit der Kamera und dem Tongerät eigenständig zu erschließen ist, ist das Seminar notwendig, um Übung zu erlangen, Hemmschwellen abzubauen (z.B. bei der Interviewführung) und einen konkreten Drehplan zu erstellen. Bei den Teilnehmenden hat sich herausgestellt, dass einige an Seminaren nicht teilnehmen konnten, da sie neben Schule oder Ausbildung zusätzlich gerade an Wochenenden arbeiten (müssen). Dies sollte rechtzeitig bei den potentiellen Teilnehmenden erfragt werden, so dass eine gemeinsame Lösung gefunden werden kann. Hier ist auch die Flexibilität des Projektteams gefragt. Empfehlung: Es sollte gewährleistet werden, dass die Teilnehmenden von CI alle drei Seminare besuchen können oder dass sie die Seminarinhalte nachholen können, da insbesondere die praktischen Übungen ein essentieller Faktor für die erfolgreiche Erstellung des Films und für die anschließende Präsentation sind! 12.3 Kooperation mit den Trägern von internationalen Maßnahmen Die Organisation und Durchführung von internationalen Maßnahmen bedeutet für die Träger oft einen extremen Mehraufwand zu der alltäglichen Arbeit. Das vorhandene

Zeitkontingent reicht bereits kaum aus, um die Maßnahme zu organisieren und durchzuführen. Häufig stehen die Träger unter hohem Zeitdruck und insbesondere in den Wochen vor Beginn der Maßnahme sind viele, im Vorfeld nicht zu kalkulierende Dinge, zu organisieren. Häufig hat der Träger eine hauptverantwortliche Person, die die Organisation aber auch die Hauptverantwortung für die Durchführung der Maßnahme vor Ort übernimmt. Diese Person wird je nach Betreuungsschlüssel von einem/einer bis mehreren Teamer_ innen unterstützt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Verantwortungsperson sich zwar in der Regel für die Idee von CI begeistert, es aber mit den sehr knappen Ressourcen nicht leisten kann, die potentiellen Teilnehmenden für CI zu rekrutieren, zu motivieren und begleitend zu unterstützen. Gleichzeitig ist es aber genau diese Verantwortungsperson, die sowohl den notwendigen persönlichen Bezug zu den Jugendlichen hat, als auch die notwendige ausreichende Kenntnis über die internationale Maßnahme, um CI dort integrieren zu können. Träger von internationalen Begegnungen führen diesen Maßnahmen in der Regel über eingeworbene Projektmittel durch. Die gängigsten Förderprogramme sind dafür das europäische Förderprogramm Erasmus Plus sowie die nationale Förderung über den Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP). Hier wird ein aufwendiger Bericht und Verwendungsnachweis von den Geldgebern verlangt und es muss auch nachgewiesen werden, inwieweit Öffentlichkeitsarbeit über das geförderte Projekt betrieben wurde. Das hatte beim Pilotprojekt CI zur Folge, dass Träger mehrfach den Jugendlichen den Auftrag gegeben haben, den Film auch für den eigenen Verwendungsnachweis und für die Öffentlichkeitsarbeit des Austauschprojektes zu machen. Die Jugendlichen fühlten sich teilweise unter Druck gesetzt unt trauten sich daher nicht bestimmte Szenen frei nach ihren eigenen Vorstellungen in den Film zu übernehmen. Sie waren hin und hergerissen, was wiederum hinderlich für das Vorankommen mit dem

Filmschnitt war. Für die Jugendlichen stand insbesondere der „Spaß“, den sie bei dem Projekt hatten im Vordergrund und sie wollten diese positive Stimmung gern vermitteln. Aus Förderprogrammlogik stehen aber auch die Erreichung bestimmter Bildungsziele im Vordergrund, welche den Teilnehmenden zum Teil nicht explizit bewusst waren oder die von ihnen nicht unbedingt als hervorhebenswert erachtet wurden (zum Beispiel die Dokumentation von Programmergebnisse der Jugendbegegnung). Diese Problematik hat die Jugendlichen teilweise daran gehindert, die Filme frei nach ihren Ideen und Wünschen zu drehen. Eine weitere Schwierigkeit stellte der Einbau aller förderungsrelevanten Logos in den Film dar. Das hat den Hintergrund, dass die meisten internationalen Projekte durch eine Mischförderung getragen werden und oft nur den Projektverantwortlichen auf höherer Ebene bekannt sind. Hier ist aus pragmatischen Gründen ratsam sich bei den Filmen auf die Logos der Projektförderung des Filmprojektes an sich zu beschränken.

Empfehlung: Mit den Kooperationspartnern sollten rechtzeitig die Teilnahmebedingungen an CI, insbesondere die Rolle und Verantwortlichkeit, die beim Kooperationspartner liegt geklärt und ggf. durch einen kleinen Kooperationsvertrag abgesichert werden. Durch den Einsatz einer sozialpädagogischen Begleitperson kann den Kooperationspartnern ein wichtiger Teil der Verantwortung abgenommen werden, so dass eine Kooperation für die Kooperationspartner keine zu zeitintensive Aufgabe darstellt.

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 41


12.4 Jugendliche in besonderen Problemlagen, Jugendliche mit weniger Ressourcen „bei einer internationalen Begegnung war es auch so, dass die Jugend-

Warum würdest du sagen, dass es sich lohnt teilzunehmen?

lichen voneinander gelernt haben, also die Griechen oder die Franzosen

bei mir war das am Anfang ein großes Problem: fremde Leute; und das

haben von unseren Jugendlichen gelernt, ja es gibt Menschen, die brau-

Gute am Projekt ist, dass man unter Leute kommt in einer netten Atmosphä-

chen mehr Zeit, die brauchen einfach mehr Unterstützung, um bestimmte

re“ (Michael 20)

konnten, wobei sie genau Hilfe brauchen und nicht so gut einschätzen konnten, welche Unterstützung nötig wäre, um die Aufgabe erfolgreich zu meistern. Für diese Jugendlichen ist daher sehr gezielte Unterstützung gefragt, die stärker einen Input oder auch eine sehr klare Vorgabe von der Semianarleitung verlangt, als bei Jugendlichen mit vielen eigenen Ressourcen.

Sachen auch machen zu können oder auch um in Kommunikation kommen zu können und um in diesen Prozess mit reinzukommen, der hoffentlich ja auch im Laufe dieser Jugendbegegnung wieder entstehen wird, dass die Gruppe sich findet und nicht mehr nur in Ländergrüppchen zusammenbleibt“ (Jugendbetreuer in der Jugendhilfe und Initiator von internationalen Jugendbegegnungen).

Ziel von CI ist es, insbesondere Jugendliche zu erreichen, die bisher weniger an internationalen Maßnahmen teilnehmen konnten. Dazu zählen u.a. auch Jugendliche mit besonderen Problemlagen, sei es sozial, familiär, finanziell oder gesundheitlich etc. Die Teilnahme an dem Bundesprogramm KGI der Kommune Bremen hat bereits in den Jahren 2012 bis 2014 dazu beitragen können, dass Jugendhilfeträger, die explizit Jugendliche in besonderen Problemlagen(9) betreuen, internationale Begegnungsmaßnahmen durchgeführt haben. Somit haben auch Teilnehmende dieser Begegnungen an CI teilgenommen. Folgende Herausforderungen haben sich in der Zusammenarbeit mit Jugendlichen in besonderen Problemlagen ergeben: Familiäre Situation: Teilweise ist es auf Grund der familiären Umstände sehr schwierig, eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten für diese Teilnehmenden einzuholen. Psychische Situation: Jugendliche mit besondere Problemlagen sind häufig psychisch extrem belastet, haben psychische Einschränkungen wie z.B. eine Depression, Ängste oder Ähnliches, was die Teilnahmefähigkeit einschränken kann.

Unzuverlässigkeit als Resultat der Problemlagen: Familiäre Barrieren oder psychische Belastungen haben Unzuverlässigkeit bei den Jugendlichen zur Folge. Sie haben teilweise keine entsprechenden Vorbilder zu Hause oder haben z.B. gelernt mit negativen Sanktionen bestraft zu werden, wenn sie Unlust zugeben. Warum kommen Teilnehmende nicht wieder? manchmal die „keine Lust Einstellung“ wegen Reden, Samstag, Wochenende manchmal auch faul: „brauch ich nicht, was soll ich damit, geh ich nicht hin“ manche sagen, dass es ihnen gefallen hat um keinen Ärger zu kriegen,

Kommunikationsmedien: Es hat sich gezeigt, dass Jugendliche heutzutage sehr unterschiedliche Kommunikationsmedien bevorzugen. Die einen sind am besten per Whats App, die andere per E-mail, manche ausschließlich telefonisch erreichbar. Gerade Jugendliche mit wenigen finanziellen oder familiären Ressourcen haben oft kein Telefon-Guthaben, um selbst z.B. ein Zuspätkommen anzukündigen. Teilweise bei schlechter psychischer Verfassung oder weil sie z.B. Angst vor Anrufen anderer Personen aus dem Umfeld haben, schalten sie ihr Handy aus und sind dann für das Seminarteam gar nicht mehr erreichbar.

um dann hinterher nicht doof dazustehen“ (Michael 20)

Jugendliche mit besonderen Problemlagen schaffen es häufiger nicht, pünktlich zum Seminar zu erscheinen, oder sie können an ganzen Seminarwochenenden nicht teilnehmen. Das wirkt sich wiederum auf die Gruppendynamik aus und häufig verpassen dann gerade die Jugendlichen elementare Seminarinhalte, die ohnehin verstärkten Unterstützungsbedarf haben. Die Methode der „Unterstützung auf Nachfrage“ bei den Seminaren Die Jugendlichen mit einem bereits vorhandenen hohen Reflexions- und Motivationsgrad haben die Methode der Unterstützung auf Nachfrage bei Videodreh- und insbesondere -schnitt sehr gut genutzt, sie konnten gezielte Fragen stellen und damit auch gezielte Hilfe bekommen. Jugendliche mit weniger intellektuellen Ressourcen konnten von diesem Konzept nicht so profitieren, da sie weniger gut benennen

Empfehlungen: Wenn geplant ist oder sich abzeichnet, dass Jugendliche mit besonderem Betreuungsbedarf an CI teilnehmen, ist eine zusätzliche sozialpädagogische Fachkraft für die Begleitung der Teilnehmenden während der Projektlaufzeit nötig. Insbesondere muss diese Fachkraft gewährleisten, dass die Interessent_innen pünktlich bzw. konsequent zu den Seminaren erscheinen. In besonderen Fällen müssen diese Jugendlichen sogar von zu Hause abgeholt und dort erneut motiviert werden, am Seminar teilzunehmen. Außerdem wäre es wichtig, zusätzlich zu den zentral durchgeführten Seminaren die Möglichkeit zu schaffen, dass einzelne Jugendliche die Seminarinhalte an Nachmittagen nachholen können, oder dass sie von Teamer_innen oder Peer-Coaches phasenweise individuell begleitet werden. (9) Dabei handelt es sich z.B. um Jugendliche, die in intensiver sozialpädagogische oder psychosozialer Betreuung oder Beratung sind.

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 42


13 Gelingensfaktoren

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 43


13 Gelingensfaktoren 13.1 Ausgangsvoraussetzungen und Finanzplanung Zur guten Ausgangsvoraussetzung zählt vor allem eine je nach Modell passende Trägerorganisation, die in der Lage ist, die Hauptverantwortung personell und inhaltlich für das Gesamtprojekt zu tragen. Dies ist rechtzeitig mit der obersten Leitungsebene und mit den eingeplanten Mitarbeiter_innen abzuklären. Eine der Hauptursachen, warum Jugendliche mit weniger Chancen bei Projekten der internationalen Jugendarbeit oder anderen auf Freiwilligkeit beruhenden Angeboten für Jugendliche unterrepräsentiert sind, liegt darin begründet, dass ein Standard-Betreuungsschlüssel nicht ausreicht, um die Sozialisationsdefizite dieser Jugendlichen auszugleichen (siehe Kapitel Internationale Jugendarbeit mit Jugendlichen mit weniger Chancen). Wenn also die Absicht besteht, gerade Jugendlichen mit weniger Chancen hier eine Chance zu geben, dann muss eine finanziell und mit Arbeitszeit gut hinterlegte sozialpädagogische Begleitung für die teilnehmenden Jugendlichen eingeplant werden! Das treibt die Projektkosten zusätzlich zu der kostspieligen Technik in die Höhe. Daher muss mindestens ein Jahr vor Projektbeginn ein Finanzierungsmodell entwickelt werden und es sollten bei Stiftungen und anderen Fördermittelgebenden Anträge gestellt werden. Bei der Personalauswahl sollte darauf geachtet werden, dass die Stakeholder für die Projektlaufzeit kontinuierlich abgesichert sind. Nicht nur die beschriebenen spezifischen Aufgaben der Stakeholder, sondern ebenso die ca. sechs Teamtreffen sollten verbindlicher Bestandteil für alle Beteiligten sein. Empfehlung: Die Projektfinanzierung mindestens ein Jahr vor Projektbeginn planen und dabei entsprechende Stundenkontingente eher großzügig einkalkulieren, um unvorhersehbare Situationen auffangen zu können.

13.2 Motivation – Anreize für Jugendliche - Beziehungsarbeit Wie können Jugendliche motiviert werden an CI teilzunehmen? Besonders motivierend war für die Jugendlichen bei der ersten Projektvorstellung gleich die Kameras in die Hände zu bekommen und ausprobieren zu können, zu merken, dass es nicht schwierig ist. Auch ist das Zeigen der von den bisherigen CIs erstellen Filme eine große Motivation, etwas Ähnliches oder sogar noch Schöneres zu erstellen. Auch das Endprodukt über das selbst Erlebte, das Festhalten eines einmaligen Erlebnisses ist ein großer Anreiz.

Was glaubst du was die Jugendlichen motiviert mit zu machen? „wenn Jugendliche von außen sehen können was hier läuft, ja und wenn man am Schluss ein richtiges Produkt hat, bei dem man auch sieht, dass das den Teilnehmern Spaß gemacht hat! So von wegen ‚das ist cool, was die da machen, die Gemeinschaft ist cool‘. Aber das Endprodukt ist glaube ich das Wichtigste aber auch wenn die wissen, was es ihnen später bringen kann auch für den Beruf oder so!“ (Co-Teamer Cem, 21 Jahre alt)

Empfehlung: Bei den Seminaren sollten viele Gelegenheiten für positive Gruppenerlebnisse in Form von Gruppenspielen und gemeinsamen Freizeitaktivitäten für die Teilnehmenden gegeben werden

„Ich habe meinen Jugendlichen gesagt ‚ihr seid dabei, ihr filmt selbst etwas, eure eigenen Erlebnisse, das alles könnt ihr dann zeigen, euren Eltern, euren Freunden, sogar unserem Bürgermeister‘. Den Jugendlichen ist es wichtig, dass sie am Ende ein richtiges Produkt haben, etwas das sie zeigen können“ (Jugendbetreuer Amin)

Immer wieder hat sich beim Pilotprojekt gezeigt, wie wichtig die soziale Arbeit, die Beziehungsarbeit und das Ermöglichen eines tollen Gruppenerlebnisses für die Teilnehmenden sind: Die nette Gruppe, die neuen Leute und die gemeinsamen Erlebnisse, das gemeinsame Lernen und gegenseitige Unterstützen. All das sind positive Faktoren, die die Jugendlichen motivieren, immer wieder an den Seminaren teilzunehmen. Daher sollte gerade am Anfang beim ersten Seminar großen Stellenwert auf das Kennenlernen mit Spielen und vielen auflockernden Gruppenaktivitäten gelegt werden. Die Jugendlichen gewinnen so schnell Vertrauen zueinander und sind bereit, ihre Erlebnisse zu teilen. Die gegenseitige Motivation, das Feedback und Lob für die erstellten Filme haben einen sehr hohen Wert für die Teilnehmenden, so dass sie am Ende selbstbewusst bereit sind; ihre Filme auch vor einer fremden Gruppe zu präsentieren.

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 44


13.3 Sozialpädagogische Begleitung Das Projekt CI muss für die Umsetzung verschiedene Akteure auf unterschiedlichsten Ebenen einbeziehen. Die Zielgruppe der Jugendlichen ist in der Regel nicht dort angebunden, von wo aus das Projekt gesteuert und umgesetzt wird. Zudem gibt es immer wieder mehrmonatige Phasen während des Projektdurchlaufes, in denen für die Jugendlichen nichts passiert. Bei dieser Struktur haben die Teilnehmenden also keine kontinuierliche Anbindung und ohne Beziehungsarbeit, verliert das Projekt innerhalb der Leerlaufzeiten für die Teilnehmenden an Reiz, gerät in Vergessenheit. Es hat sich in der Pilotphase als sehr hilfreich erwiesen, den Kontakt zu den Teilnehmenden kontinuierlicher zu halten, sie ggf. anzurufen, an die Seminare zu erinnern oder auch immer wieder mit den Betreuenden der Jugendlichen aus ihren Jugendzentren oder den Organisationen der internationalen Begegnung in Dialog zu gehen. Auch wenn die Projektleitung oder die Seminarreferent_innen sozialpädagogische Qualifikationen haben, hat die Erfahrung gezeigt, dass eine so wichtige zusätzliche Aufgabe, wie die hier beschriebene nicht leistbar war. Für Teilnehmende mit weniger Chancen oder auch Jugendliche in besonderen Problemlagen, ist ohnehin eine engere Betreuung und intensivere Beziehungsarbeit nötig, um diese Teilnehmenden nicht zu verlieren. Bereits zu Beginn des Projektes, wenn das Projekt vor Ort bei den potentiellen Kooperationspartnern mit ihren Jugendlichen vorgestellt wird, sollte der/die Sozialpädagog_in dabei sein und sich auch als kontinuierliche Ansprechperson für die Jugendlichen vorstellen.

„Was hat dich überzeugt zum Seminar zu kommen ?“ „Als du mich angerufen hast, habe ich Lust bekommen, mitzumachen“ (Aiche, 17 Jahre)

Die Arbeit mit Jugendlichen in besondere Problemlagen:

am Projekt sichergestellt sein. Die Rollen und Verantwortlichkeiten im Team sollten zu Projektbeginn geklärt sein.

„Ihr habt mit der intensiveren Betreuung schon sehr viel möglich gemacht, ihr habt ja auch die Erfahrung im ersten Seminar machen müssen, dass es nicht immer so einfach ist mit unseren Jugendlichen. Das war schon eine sehr große Unterstützung, weil erst dachte ich schon es geht den Bach runter, weil es mit unseren Jugendlichen eben nicht so funktioniert hat, wie man es vielleicht erwartet hätte. Aber das ist für uns halt das Tagesgeschäft, dass es eben nicht immer so klappt […] für das Schnittseminar dann wäre

Empfehlung: Es sollten regelmäßige Teamtreffen, insgesamt mindestens sechs, während der Projektlaufzeit abgehalten werden, um wichtige Informationen der Stakeholder auszutauschen und um ggf. rechtzeitig „Notfallpläne“ für unvorhergesehene Situationen zu entwickeln.

es vielleicht ja auch gut, wenn ich dabei sein könnte, und es ist ja vielleicht wichtig, dass die Jugendlichen da auch nochmal dran erinnert werden, dass man sie da auch nochmal hinbegleitet zum Seminarort […] das hätte ich vielleicht auch beim Vorbereitungsseminar machen müssen, vielleicht etwas intensiver, ich weiß es nicht. Aber nachher ist man ja immer schlauer“. (Jugendbetreuer aus einer Jugendhilfeeinrichtung und Initiator einer internationalen Jugendbegegnung).

13.4 Projektstruktur, Team und Kooperationspartner Die Projektstruktur sollte so konkret wie möglich für die gesamte Projektlaufzeit geplant sein. Da immer wieder unvorhersehbare Situationen eintreffen können, sind regelmäßige Teambesprechungen mit den wichtigen oben aufgeführten Stakeholdern elementar. Für die Stakeholder sollte ein kontinuierliches ausreichendes Zeitkontingent für die Mitarbeit

Motivation und Zuverlässigkeit der Kooperationspartner Gerade weil die Ansprechpersonen der Kooperationspartner eigentlich keine Zeit haben, um sich diesem Projekt zu widmen, ist es sehr wichtig, diese Personen zu motivieren und zu überzeugen, warum es sich auch für sie lohnt, an dem Projekt teilzunehmen. Hier ist zum einen das fertige Filmprodukt von Bedeutung, zum anderen sollte betont werden, dass die ausgebildeten Coaches das Gelernte mit zurück in das Jugendzentrum bringen und die Jugendbetreuer_innen und/oder die Organisation bei der Planung und Durchführung von neuen internationalen Projekten unterstützen können und somit auch weiterhin Filme für die Organisation entstehen können. Die Coaches können auch bei Infoveranstaltungen für die Eltern von zukünftigen Teilnehmenden internationaler Maßnahmen ihre Filme vorführen und den Jugendlichen sowie den Eltern Bedenken nehmen. Ebenso können die Filme und/oder die Präsentationen für die Überzeugung zukünftiger Geldgeber/Sponsoren für internationalen Jugendbegegnungen hilfreich sein. Empfehlung: Bei der Suche nach Kooperationspartnern sollten diesen gut erläutert werden, warum es sich lohnt, am Projekt teilzunehmen. Es sollte betont werden, dass die Filme NICHT für den Verwendungsnachweis gegenüber den Fördermittelgebern der eigenen internationalen Maßnahme dienlich sind und auch nicht sein sollen, sondern dass die Filme von Jugendlichen für Jugendliche erstellt werden.

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 45


13.5 Seminare Gerade für Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf oder einfach auch für schüchternere Jugendliche ist der Charakter des Seminarortes und eine überschaubare Anzahl an Teilnehmenden sehr wichtig. Viele fremde Leute und ein unüberschaubarer großer Seminarort, wie die Jugendherberge waren für manche eine Überforderung, so dass es später als sehr positiv bewertet wurde, als die Seminare an einem kleinen gemütlichen Ort (in einem Jugendzentrum) mit ca. acht bis zehn Teilnehmenden und frei von anderen Gruppen stattgefunden haben. Empfehlung: Es sollte ein Seminarort gewählt werden, der gemütlich und jugendgerecht ausgestattet ist, an dem sich die Jugendlichen wohl fühlen und nicht von anderen Gruppen (wie z.B. in einer großen Jugendherberge) abgelenkt werden und die Teilnehmendenzahl sollte pro Seminar 12 nicht übersteigen. Vorbereitung des Videodrehs Für die Teilnehmenden an CI ist die Aufgabe des Filmdrehs eine große zusätzliche Herausforderung während der ohnehin schon sehr aufregenden internationalen Begegnungsmaßnahme. Daher sollte bereits beim ersten CI-Seminar zum Thema Videodreh mit den Jugendlichen ein möglichst konkreter Drehplan für das jeweilige Filmprojekt erstellt werden. Die Jugendlichen sollen nicht in die Situation kommen, ständig den Druck zu haben, möglichst alles mit der Kamera einfangen zu müssen. Statt dessen sollte es feste Drehtage geben, wo bestimmte Aufgaben auf der To-Do-Liste stehen, wie z.B. die Räumlichkeiten filmen, oder zwei Interviews mit internationalen Teilnehmenden führen oder informelle Szenen einfangen. Es sollten auch filmfreie Tage eingeplant werden, bei denen das Drehteam sich voll und ganz ohne Auftrag auf die Jugendbegegnung einlassen kann. Reflexion der Erlebnisse bei der internationalen Maßnahme

Damit in den Filmen auch das umgesetzt werden kann, was für die Jugendlichen besonders bedeutsam während ihrer internationalen Begegnung war, ist es wichtig, mit den Jugendlichen das Erlebte intensiv zu reflektieren. Die Jugendlichen kommen mit vielen emotional aufgeladenen Eindrücken zurück, es fällt ihnen aber so kurz nach dem Erlebten noch sehr schwer, zu begreifen und zu beschreiben, was genau es war, das das Erlebte zu etwas Besonderem hat werden lassen. Hier sollten Methoden aus der außerschulischen Bildungsarbeit eingesetzt werden, mit dem Ziel, dass die Teilnehmenden erkennen und benennen können, was sie in ihren Filmen zeigen möchten. „Was

hat dir bei der Jugendbegegnung am meisten Spaß gemacht ?

„Als wir alle zusammen gesungen haben“ (Aiche, 17 Jahre)

Empfehlung: Beim zweiten Seminar sollte zu Beginn eine intensive Reflexionsphase über die Erlebnisse der Jugendlichen bei ihren internationalen Maßnahmen stattfinden, so dass wichtige Erlebnisse auch bewusst im Film umgesetzt werden können. 13.6 Peer-Coaches Jugendliche in einem ähnlichen Alter wie die Teilnehmenden von CI, die aber bereits Erfahrungen mit Film und/oder internationalen Begegnungen haben, sind die besten Ratgebenden und Unterstützenden für die Jugendlichen. Sie haben eine ähnliche Perspektive auf das Projekt und es findet eine Unterstützung auf gleicher Augenhöhe statt. Besonders bewährt hat sich beim zweiten Pilotprojektdurchlauf die Unterstützung der im ersten Durchlauf ausgebildeten CIs. Empfehlung: Erfahrene Jugendliche sollten als Peer-Coachesin die Projektumsetzung einbezogen werden, da sie wertvolle Ratgebende und Unterstüter_innen für die Teilnehmenden an CI sind. Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 46


14 Hintergrundinformationen

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 47


14 Hintergrundinformationen Die folgenden Empfehlungen sind eine kurze Zusammenfassung aus dem Kapitel zu den Herausforderungen und Gelingensfaktoren für die erfolgreiche Umsetzung von Coach International, wo die Hintergründe und konkrete Erfahrungen aus dem Pilotprojekt erläutert werden. Für sich genommen stellen sie eine Erinnerungsstütze dar. 14.1 Empfehlungen: 1) Die Projektfinanzierung mindestens ein Jahr vor Projektbeginn planen und dabei entsprechende Stundenkontingente eher großzügig einkalkulieren, um unvorhersehbare Situationen auffangen zu können. 2) Für die Gewährleistung einer gut funktionierenden Technik, d.h. Kameras, Tongeräte und insbesondere Schnittcomputer ist zu Projektbeginn eine sehr gute sowohl praktische als auch finanzielle Technikplanung essentiell wichtig. 3) Es sollten regelmäßige Teamtreffen, insgesamt minde stens sechs, während der Projektlaufzeit abgehalten werden, um wichtige Informationen der Stakeholder auszustauschen und um ggf. rechtzeitig „Notfallpläne“ zu entwickeln. 4) Die Koordination von Kamera und Tongerät sollte intensiv mit den Jugendlichen beim ersten Seminar anhand von vielen praktischen Übungen ausprobiert werden oder wenn möglich sollte auf das Tongerät verzichtet werden, wenn eine entsprechend gute Handkamera zur Verfügung gestellt werden kann! 5) Es sollte gewährleistet werden, dass die Teilnehmenden von CI alle drei Seminare besuchen können oder dass sie die Seminarinhalte nachholen können, da insbesondere die praktischen Übungen ein essentieller Faktor für die

erfolgreiche Erstellung des Films und für die anschließende Präsentation sind! 6) Mit den Kooperationspartnern sollten rechtzeitig die Teilnahmebedingungen an CI, insbesondere die Rolle und Verantwortlichkeit, die beim Kooperationspartner liegt, geklärt und ggf. durch einen kleinen Kooperationsvertrag abgesichert werden. Durch den Einsatz einer sozialpädagogischen Begleitperson kann den Kooperationspartnern ein wichtiger Teil der Verantwortung abgenommen werden, so dass die Teilnahme an CI für die Kooperationspartner keine zu zeitintensive Aufgabe darstellt! 7) Bei der Suche nach Kooperationspartnern sollte diesen gut erläutert werden, warum es sich lohnt, am Projekt teilzunehmen. Es sollte betont werden, dass die Filme NICHT für den Verwendungsnachweis gegenüber den Fördermittelgebern der eigenen internationalen Maßnahme dienlich sind und auch nicht sein sollen, sondern dass die Filme von Jugendlichen für Jugendliche erstellt werden.

einen klaren Rahmen, klare Aufträge und Vorgaben als Hilfestellung für das Sammeln des Filmmaterials während der internationalen Maßnahme mit auf den Weg zu geben. Insbesondere ein klarer Drehplan, der auch mit dem/der Verantwortlichen der internationalen Begegnung abgesprochen wird, ist sehr sinnvoll. 12) Bei den Seminaren sollten viele Gelegenheiten für positive Gruppenerlebnisse in Form von Gruppenspielen und gemeinsamen Freizeitaktivitäten für die Teilnehmenden gegeben werden. 13) Beim zweiten Seminar sollte zu Beginn eine intensive Reflexionsphase über die Erlebnisse der Jugendlichen bei ihren internationalen Maßnahmen stattfinden, so dass wichtige Erlebnisse auch bewusst im Film umgesetzt werden können. 14) erfahrene Jugendliche sollten als Peer-Coaches in die Projektumsetzung einbezogen werden, da sie wertvolle Ratgebende und Unterstützer_innen für die Teilnehmenden an CI sind.

8) Eine sozialpädagogische Fachkraft für die gesamte Projektlaufzeit mit einem festen Stundenkontingent von durchschnittlich 1h/Woche einplanen um für die Teilnehmenden eine auf Vertrauen basierende kontinuierliche Begleitung einerseits und damit eine Entlastung für Kooperationspartner und Projektleitung andererseits zu ermöglichen. 9) Die Teilnehmendenzahl sollte pro Seminar 12 Personen nicht übersteigen. 10) Es sollte ein Seminarort gewählt werden, der gemütlich und jugendgerecht ausgestattet ist, an dem sich die Jugendlichen wohl fühlen und nicht von anderen Gruppen (wie z.B. in einer großen Jugendherberge) abgelenkt werden. 11) Bei den Seminaren ist es hilfreich, den Teilnehmenden Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 48


14.2 Weiterführende Ideen und Anregungen

terführende Ideen und Anregungen

5 Wei- Girls*Coaches

Coach International für Fachkräfte der internationalen Jugendarbeit Verschiedene beteiligte Fachkräfte der Kooperationspartner von CI haben Interesse geäußert, selbst mehr über Filmdrehund schnitt zu lernen, u.a. auch, um die teilnehmenden Jugendlichen besser unterstützen zu können. CI könnte daher als eine Art Fortbildung für Fachkräfte durchgeführt werden. Dies würde den beteiligten Jugendorganisationen auch die nachhaltige Möglichkeit bieten, kontinuierlich mit dem Jugendlichen Filme zu drehen und zu schneiden. Coach International für Teilnehmende von Individual-Auslandsaufenthalten Die sogenannten Eurodesk-Beratungsstellen (vgl. www.rausvonzuhaus.de) haben durch ihre Beratungstätigkeit Kontakt zu Jugendlichen, die einen Kurzzeit-Freiwilligendienst machen oder andere Formate eines selbstständigen Auslandsaufenthaltes wählen. Über diese Eurodesk-Beratungsstellen könnte CI auch für diese Individualreisenden angeboten werden. Die Seminare eins und zwei müssten dann mit einem größeren Abstand von mehreren Monaten speziell für Teilnehmer_innen von Freiwilligendiensten oder Individualaufenthalten angeboten werden. Coach local Das Seminarkonzept zu den drei Themen Videodreh, Videoschnitt und Präsentationstechniken kann auch für andere Schwerpunkte angewandt werden. Zentral ist für die Teilnehmenden ein gemeinsames und für sie selbst relevantes Thema, wie z.B. der eigene Sportverein oder der eigene Jugendverband. So könnten Coaches local ausgebildet werden, die z.B. mit ihren Filmen andere (auch Jugendliche mit weniger Chancen) für das Engagement innerhalb eines Vereins oder Verbandes begeistern.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein stark auf Technik basierendes Projekt immer noch eher von Jungen_ als von Mädchen_ gewählt wird. Mädchen_ trauen sich immer noch häufiger als Jungen_ den Umgang mit Technik weniger zu oder haben aufgrund ihrer weiblichen Sozialisation weniger Zugang zu technischen Themen. Es hat sich aber auch gezeigt, dass die beteiligten Mädchen_ viel eher in der Lage waren das Erlebte zu reflektieren und die Filme inhaltlich interessant zu gestalten. Die Filme der Mädchen_ bekamen ein besonders gutes Feedback. Um Mädchen_ die Scheu zu nehmen, an einem solchen Projekt teilzunehmen, könnte ein Coach Projekt speziell für Mädchen_ durchgeführt werden, in dem dann die Thematik „Mädchen_ und Technik“ auch kritisch und empowernd reflektiert wird.

14.3 Adressen und Links1

4.3 Adressen und Links

ServiceBureau Jugendinformation: Das ServiceBureau hat die Schwerpunkte internationale Jugendarbeit, allgemeine Jugendinformation und Medienpädagogik. Es berät Organisationen der Jugendarbeit bei der Planung von internationalen Programmen und führt internationale Fachkräftebegegnungen und andere Projekte (wie z.B. Coach International) durch: www.servicebureau.de Im Bereich der Medienkompetenz fördert das ServiceBureau Jugendinformation Jugendliche und ihre kreative Teilhabe an der Informations­gesellschaft. Dabei kommen technische Fertigkeiten, eine produktive, kritische Auseinandersetzung mit digitalen vernetzten Medien und die Interessen des Jugendschutzes gleichermaßen zum Tragen.

Raus von zu Haus: Eine empfehlenswerte Seite zum Thema Auslandsaufenthalte und internationale Begegnungen für junge Menschen ist rausvonzuhaus.de. Auf dieser neutralen und trägerübergreifenden Plattform gibt es eine Mengegut recherchierter Informationen zu vielen verschiedenen Programmarten und Ländern. Die Seite wird betrieben von EURODESK Deutschland und gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie das EU-Programm Erasmus+. Kommune goes International Im Rahmen der JiVE-Teilinitiative „Kommune goes International“ verfolgen rund 20 Kommunen ein bundesweit gemeinsames Ziel: Sie wollen zusammen mit lokalen Partnerinnen und Partnern daran arbeiten, die internationale Jugendarbeit wieder stärker auf kommunaler Ebene zu verankern. Im Fokus stehen hierbei speziell Jugendliche mit Migrationshintergrund und benachteiligte Jugendliche: http://www.jive-international.de/p384742056_486.html Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 49


IJAB: Die Fachstelle für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. fördert und gestaltet die internationale Jugendarbeit und die internationale jugendpolitische Zusammenarbeit – mit den Ländern Europas und weltweit. IJAB führt Projekte zu jugendpolitischen Fragen mit internationalen Partnern durch, unterstützt den Wissensaustausch in der Kinder- und Jugendhilfe und vernetzt hierfür Akteure im In- und Ausland. IJAB informiert und berät Träger der Kinder- und Jugendhilfe, Politik und Verwaltung und bietet Qualifizierung, Fachkräfteaustausch Arbeitshilfen und Fachpublikationen an. Junge Menschen berät IJAB zu Auslandsaufenthalten und Fördermöglichkeiten. IJAB ist im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Europäischen Kommission, seiner Mitglieder und anderer Akteure im Bereich Jugend tätig: www.ijab.de Anbieter von internationalen Workcamps: www.workcamps.de Erasmus Plus Europäisches Förderprogramm für internationale Jugendbegegnungsmaßnahmen und andere europäische Austauschprojekte: http://www.erasmusplus.de/ Ende TV Ein online-Portal für gemafreie Musik: https://www.ende.tv/ Deutscher Stiftungsindex: www.stiftungen.org EuroPeers Junge Menschen, die mit dem EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION aktiv waren und ihre Erfahrungen an andere Jugendliche weitergeben möchten: www.europeers.de

14.4 QuellenQuellen

Ilg, Wolfgang und Judith Dubiski (2011). Begegnung schafft Perspektiven. Empirische Einblicke in internationale Jugendbegegnungen. 2. durchgesehene Auflage 2014. Verfügbar unter: http://www.eijb.eu/de/downloads; zuletzt geprüft am 3.11.2014

Brinkmann, Anne (2013). Zwischenbericht der Wissenschaftlichen Begleitung Kommune goes International. Darstellung der kommunalen Ausgangslage und der lokalen Entwicklungspläne. Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS). Verfügbar unter: https://www.ijab.de/fileadmin/ user_upload/documents/PDFs/ISS-Zwischenbericht_Kommune_goes_International_11_04_2013.pdf; zuletzt geprüft am 10.1.2015

Keupner, Daniel, Barbara Rösel und Simon Ott unter Mitarbeit von Lutz Jasker (2012). Bevölkerungs- und Sozialstruktur, Bildungsstand und -beteiligung. Verfügbar unter: http://www.bildung.bremen.de/sixcms/media. php/13/Bildungsbericht_Bremen_2012_1_KapielA.pdf; zuletzt geprüft am 10.1.2015

Bundeszentrale für Politische Bildung (Bpb) (2012). Daten und Fakten. Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Verfügbar unter: http://www.bpb.de/ nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61646/ migrationshintergrund-i; zuletzt geprüft am 10.1.2013 DGB Bundesvorstand (2010) (Hrsg.). Jugendliche mit Migrationshintergrund: Am Arbeitsmarkt doppelt benachteiligt. In: Zeitschrift Arbeitsmarkt Atkuell 6/2010. Verfügbar unter: http://www.dgb.de/themen/++co++93abb5e6-5dcc-11df-79f5-00188b4dc422; zuletzt geprüft am 10.1.2015 Dubiski, Judith (2010). Institutionelle Diskriminierung in der internationalen Jugendarbeit?. In: IJAB Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. (Hrsg.), Forum Jugendarbeit International, S. 385-397. Verfügbar unter: https://www.ijab.de/fileadmin/user_upload/ documents/PDFs/Forschungsaufsaetze/fji_2009_Dubiski_Diskriminierung_385-397.pdf; zuletzt geprüft am 3.11.2014 Heyer, Robert (2010) Peer-Education – Ziele, Möglichkeiten und Grenzen. In: Harring, Marius, Oliver Böhm-Kasper, Carsten Rohlfs und Christian Palentien (Hrsg.). Freundschaften, Cliquen und Jugendkulturen. S. 407-421. IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. (2014) (Hrsg.) Internationale Jugendarbeit in der Kommune stärken – grenzüberschreitende Mobilität ermöglichen. Ein Handbuch der jugendpolitischen Initiative Kommune goes International. Verfügbar unter: https://www.ijab.de/publikationen/detail/?tt_products%5Bcat%5D=4&tt_ products%5Bproduct%5D=145&cHash=6157ccb391bc9127d67098dc53b181a5; zuletzt geprüft am 17.1.2015 IJAB Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. (2013/1). (Hrsg.) Ergebnisse der Studie „Langzeitwirkungen internationale Jugendbegegnungen“. Faltblatt „Infos für Politik und Verwaltung“. Verfügbar unter: https://www.ijab.de/uploads/tx_ttproducts/datasheet/studie-folderA-politik-130227-web.pdf; zuletzt geprüft am 10.1.2015 IJAB Fachstelle für Internationale Jugendarbeit in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (2013/2).(Hrsg.) Ergebnisse der Studie „Langzeitwirkungen internationaler Jugendbegegnungen“. Faltblatt für die Praxis. Verfügbar unter: https://www.ijab.de/uploads/tx_ttproducts/datasheet/studie-folder-Praxis-Mai2013.pdf; zuletzt geprüft am 10.1.2015

Otten, Dr. Hendrik, Dr. Barbara Tham und Eva Feldmann-Wojtachnia (2012). Unter der Lupe. Bericht zur dritten Phase der wissenschaftlichen Begleitung von JUGEND IN AKTION in Deutschland. Verfügbar unter: https://www.jugendfuereuropa.de/ueber-jfe/publikationen/unter-der-lupe-2011.3308/ ; zuletzt geprüft am 3.11.2014 Europäische Kommission (2010). Jugend in Aktion Programmhandbuch 2010.Verügbar unter: http://2007-2013.jugendinaktion.at/images/doku/ handbuch_2010_de_final.pdf. Zuletzt geprüft am 31.1.2015 Salisch, M. v. (2013): Peer-Beziehungen in der Ganztagsschule: Vielfalt - Entwicklung - Potenzial. Ergebnisse der Studie zu Peers in Netzwerken. Verfügbar unter: http://www.leuphana.de/fileadmin/user_upload/Forschungseinrichtungen/psych/files/PeerBroschuere.pdf; zuletzt geprüft am 10.1.2015 Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen in Bremen (2012). KGI Entwicklungskonzept für Bremen „Bremen goes International“. Unveröffentlichtes Dokument. Zu erhalten auf Nachfrage bei der Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen Bremen. Statistische Ämter des Bundes und der Länder (2012). Armutsgefährdungsquote in Bremen. Verfügbar unter: http://www.amtliche-sozialberichterstattung.de/1armutsgefaehrdungsquoten.html; zuletzt geprüft am 23.1.13 Thomas, Alexander (2010). Internationaler Jugendaustausch – ein Erfahrungs- und Handlungsfeld für Eliten? In: IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. (Hrsg.). Forum Jugendarbeit International 2008-2010. S. 18-27. Thomas, Alexander, Celine Chang und Heike Abt (2006). Erlebnisse, die verändern – Langzeitwirkungen der Teilnahme an internationalen Jugendbegegnungen. Ulrich, Susanne und Florian M. Wenzel (2003). Partizipative Evaluation. Ein Konzept für die politische Bildung. Verfügbar unter: http://www.cap-lmu. de/akademie/download/2003_ PartizipativeEvaluation.pdf; zuletzt geprüft am 10.1.2015

Mehr Informationen unter www.servicebureau.de/coach-international

Seite 50

Coach International: Eine pädagogische Handreichung  

Ein Projekt des ServiceBureau Jugendinformation: Jugendliche wurden zu "Peer-Mobilitäts-Coaches" ausgebildet, um die Neugier anderer Jugendl...

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you