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Bildungsplan 2019

Fachtage Seminare Workshops Fortbildungen Vorträge Beratung Projekte


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Infos auf S

Jugendbildungsstätte LidiceHaus Weg zum Krähenberg 33a 28201 Bremen (0421) 69 272-0 lidice@lidicehaus.de www.lidicehaus.de ServiceBureau Jugendinformation Am Deich 62 Neue Adre 28199 Bremen sse!!! (0421) 33 00 89-11 serviceb@jugendinfo.de www.servicebureau.de

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Bildungsplan 2019 Herzlich Willkommen Liebe Leserinnen und Leser, Sie halten den Bildungsplan der Jugendbildungsstätte LidiceHaus und des ServiceBureau Jugendinformation für das Jahr 2019 in den Händen. Auf den kommenden Seiten geben wir Ihnen einen Überblick über unser Angebot. Ab Seite 4 finden Sie unseren Terminkalender für 2019. Nähere Informationen zu unseren Fachtagen, Fortbildungen und Workshops entnehmen Sie bitte unserer Webseite lidicehaus.de oder der Fortbildungsdatenbank der Bremischen Kinder- und Jugendhilfe fobi.jugendinfo.de Ab Seite 10 stellen wir unsere Bildungsbausteine vor. Diese können Sie für Ihre Jugendgruppen buchen. Selbstverständlich ist es möglich, die Angebote den individuellen Bedürfnissen der jeweiligen Gruppe anzupassen. Ab Seite 22 präsentieren wir unsere Schwerpunktthemen. Für Beratung oder passgenaue Angebote aus diesen Schwerpunkten sprechen Sie uns gerne an. Auf Seite 34 finden Sie die jeweiligen Ansprechpersonen im LidiceHaus und im ServiceBureau Jugendinformation.

Viel Spaß bei der Lektüre Wir freuen uns auf Sie Das LidiceHaus ist Mitglied im Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB) Das ServiceBureau ist regionaler Partner im europäischen Jugendinformationsnetzwerk Eurodesk.

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Fortbi ldunge 2019 n

Alle Veranstaltungen finden - sofern nicht anders angegeben im LidiceHaus statt

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Terminkalender Mehr Informationen zu unseren Angeboten finden Sie auf lidicehaus.de und auf fobi.jugendinfo.de 17.01.2019 | 09:00–17:00 Uhr Beteiligungsprozesse gestalten Inklusiv, vorurteilsbewusst und transkulturell. Referentin: Sabine Buhk scheitern: Kosten: 50 Euro Am Geld soll’s nicht rell möglich. Anne Dwertmann mäßigungen sind gene

er

sprechen Sie uns an.

18.01.2019 | 9:00–16:30 Uhr Fachtag „Mehr Sprachigkeit!“ Wie viel Muttersprache kann sein, wie viel Deutsch muss sein? Wie können diverse Familiensprachen in unterschiedliche Bildungssettings einbezogen werden? Von frühkindlicher Bildung über Schule und offene Jugendarbeit bis hin zu non-formalen Angeboten für junge Erwachsene. Neben Vorträgen gibt es viel Raum zum Erfahrungsaustausch in Workshops. Kosten: 50 Euro Anna Müller 18.01.2019 | ab 18:00 Uhr – 20.01.2019 | bis 18:00 Uhr Qualifikation „Sprache und Macht“ Im Fokus dieser Qualifikation steht die Verbindung zwischen Sprache und Machtverhältnissen. Was können wir tun gegen sprachliche Ausgrenzung in der Arbeit mit Jugendgruppen? Das Seminar richtet sich sowohl an junge Menschen als auch an Multiplikator_innen mit Lust auf Erfahrungsaustausch und kritische (Selbst-)Reflexion. Der Austausch wird durch mehrere Inputs zum Thema sowie methodische Workshops ergänzt. Kosten: 100 Euro Anna Müller 08.02.2019 | ab 17:00 Uhr – 10.02.2019 | bis 15:00 Uhr Discrimination: What No One Tells You About Training in discrimination focusing on homophobia, racism and sexism. The aim is to create a safe platform where everyone is allowed to voice out their opinions and learning the importance of respecting contexts and what is appropriate at what time. For young people aged 16+. Costs: 10 Euro Thabo Ngoxo

Kontaktdaten auf Seite 34

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04.03.2019 | ab 12:30 Uhr – 05.03.2019 | bis 15:00 Uhr Netzwerktreffen Rechtsextremismus und Familie (RuF) Fachtagung des bundesweiten Netzwerks „Rechtsextremismus und Familie“ (RuF) Kosten: 70 Euro Lisa Hempel und Oliver Guth 26.03.2019 | 09:00–17:00 Uhr Vom Umgang mit Veränderungen Anstehende Veränderungen sind meist von Ängsten begleitet. Gewohntes und Bewährtes soll aufgegeben werden für etwas Neues und Unbekanntes. Verunsicherungen sind die Folge. Es ist hilfreich, Menschen an der Gestaltung der Veränderungen zu beteiligen, um eine möglichst hohe Identifikation mit den neuen Zielen zu erreichen. Wie Veränderungsprozesse partizipativ und erfolgreich gestaltet werden können und wie mit Widerstand umgegangen werden kann, lernen Sie in dieser Fortbildung. Referentin: Birgit Kausch. Kosten: 50 Euro Anne Dwertmann 08.04. – 09.04.2019 Deutsch-Französischer Fachkräfteaustausch in Paris Eine 2-tägige Fahrt nach Paris zum Kennenlernen von Partnerorganisationen der Jugendsozialarbeit. In Kooperation mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk. Zwecks Planung bitte schnell anmelden. Anna Müller 12.04.–16.04.2019 YourVOICELand (für Mädchen*) Unsere kreative Begegnungswerkstatt für Mädchen* ab 15 Jahren mit und ohne Fluchterfahrung. Eine tolle Gelegenheit, um beim gemeinsamen Theaterspiel, Sport oder Fotoworkshop neue Freundinnen* zu finden. Die Teilnahme ist kostenfrei. Elisabeth Schindler 15.04.2019 | ab 12:30 Uhr – 17.04.2019 | bis 15:00 Uhr Zusatzqualifizierung Rechtsextremismus und Familie 4-modulige Zusatzqualifizierung zur Beratung von Angehörigen rechtsextremer Jugendlicher und zum Umgang mit rechtsextremen Familien und ihren Kindern. Modul 2: 12.06.–14.06.2019 | Modul 3: 04.09.–06.09.2019 | Modul 4: 11.11.–13.11.2019 Kosten: 800 Euro Lisa Hempel und Oliver Guth

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29.04.–30.04.2019 Rassismuskritisches Handeln in der Migrationsgesellschaft Eine 3-modulige Qualifizierungsreihe für Fachkräfte, Ehrenund Hauptamtliche aus der pädagogischen Arbeit, der Sozialen Arbeit und der Bildungsarbeit, die sich selbstreflexiv und kritisch mit den aktuellen Herausforderungen der Migrationsgesellschaft und dem eigenen professionellen Handeln darin auseinandersetzen wollen. Modul 2: 27.06.–28.06.2019 | Modul 3: 10.10.–11.10.2019 Kosten: 600 Euro Olan Scott Pinto und Samuel Njiki Njiki Mai 2019 Fachtag Gender Ein Fachtag in Kooperation mit der AG Geschlechtergerechte Jugendarbeit. Olan Scott Pinto 06.05.2019 | ab 11:00 Uhr – 07.05.2019 | bis 15:00 Uhr EURODESK-Mobilitätslotsenschulung Fortbildung zu Auslandsprogrammen für Jugendliche. Für Multiplikator_innen der Jugendarbeit, die regelmäßig mit Fragen zu Beruf, Schule, Ausbildung, Karriere und Freizeitgestaltung konfrontiert werden. Im Auftrag von Eurodesk Deutschland. Kosten: 50 Euro (ohne Übernachtung) Sabine Heimann 14.05.2019 | 09:00–17:00 Uhr Kommunikation dank Stimmkraft Gut präsentieren oder einfach das eigene Auftreten verbessern – dabei kann ein professionelles Sprechtraining effektiv unterstützen. Was Sie auch sagen möchten: Wie Sie es tun, entscheidet, ob Ihre Botschaft ankommt. Sprechen Sie so, dass Ihr Publikum Ihnen gerne folgt? Richtiges Sprechen kann man üben. Und eine angenehme Stimme auch. Sie trainieren, ohne die Leistungsfähigkeit Ihrer Stimme zu überschreiten. Sie lernen, wie Sie über längere Zeit und trotz großer Belastung bei Stimme bleiben oder den Ausdruck Ihres Sprechens erweitern. Referentin: Tomma Hangen Kosten: 50 Euro Anne Dwertmann 23.05.2019 | 09:00–16:30 Uhr Fachtag Jugendliche & Medien (Einsteiger_Innen-Edition) Welche Medien nutzen Jugendliche? Und welche pädagogischen Aufgaben sind für uns damit verknüpft? Kosten: 60 Euro Markus Gerstmann

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25.05.2019 | 10:00–17:00 Uhr Methodenwerkstatt International Ein Tag zum Ausprobieren, Teilen und Auffrischen beliebter Methoden aus der Internationalen Jugendarbeit. Für alle, die Jugendbegegnungen leiten oder leiten wollen. Kosten: 30 Euro inkl. Methodenbooklet Anna Müller 05.07.–09.07.2019 YourVOICELand Unsere kreative Begegnungswerkstatt für Jugendliche ab 15 Jahren mit und ohne Fluchterfahrung. Eine tolle Gelegenheit, um beim gemeinsamen Theaterspiel, Sport oder Fotoworkshop neue Freund_innen zu finden. Die Teilnahme ist kostenfrei. Elisabeth Schindler 05.08.–12.08.2019 Bildungscamp „EUropas Grenzen, die Menschen und ich…“ Warum verlässt ein Mensch seine Heimat? Begegnungen mit Seenotretter_innen, Politiker_innen und allen voran mit Menschen, deren Leben sich durch eine Migration für immer verändert hat, geben uns Antworten. Für Jugendliche von 16-26. Elisabeth Schindler 02.09.2019 | 16:00–20:00 Uhr Interkultureller Abend = landestypischer Austausch? „Please bring a typical dish from your country for our intercultural evening“ – so lautet eine klassische Hausaufgabe für Teilnehmende eines internationalen Jugend- oder Fachkräfteaustausches. Sollten aber mit diesen Aktivitäten nicht gerade Zuschreibungen rund um das Typische und Nationale überwunden werden? Gibt es kreative Alternativen? Kosten: 15 Euro Anna Müller 27.09.2019 | ab 17:00 Uhr – 29.09.2019 | bis 15:00 Uhr JuLeiCa International Die 4-teilige Qualifizierung befähigt junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung dazu, selbstständig Jugendgruppen anzuleiten. Neben den klassischen Juleica-Inhalten bearbeiten wir Themen, die für die Leitung heterogener Jugendgruppen besonders relevant sind, wie z.B. Sprachsensibilität, Grundwissen Asyl- und Aufenthaltsrecht und Umgang mit Vorurteilen. Es wird Rücksicht auf die Mehrsprachigkeit und Vielfalt der Teilnehmenden genommen. Modul 2: 25.10.–27.10.2019 | Modul 3: 22.11.–24.11.2019 | Modul 4: 06.12.–08.12.2019 Kosten: 250 Euro Elisabeth Schindler

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01.10.2019 | 09:00–17:00 Uhr 13. Mediensucht-Fachtag Das aktuelle Thema wird im Frühjahr 2019 festgelegt. Kosten: 60 Euro Markus Gerstmann 07.10.2019 | ab 12:30 Uhr – 08.10.2019 | bis 15:00 Uhr Netzwerktreffen Rechtsextremismus und Familie (RuF) Fachtagung des bundesweiten Netzwerks „Rechtsextremismus und Familie“ (RuF) Kosten: 70 Euro Lisa Hempel und Oliver Guth 11.11. - 12.11.2019 | jeweils 9:00–16:00 Uhr Ohne uns läuft nix! – Interessen vertreten lernen Grundausbildung für Schüler_innenvertretungen. Was sind Elemente einer demokratischen Schule? Welche Rechte, Aufgaben und Möglichkeiten haben Schüler_innenvertretungen? Wie können Interessen an der Schule umgesetzt werden? In diesem Seminar erwerben Schüler_innen das praktische Handwerkszeug für eine Interessensvertretung in ihrer Schule. Übernachtungen nach Absprache möglich. Yann Fingerhut 21.11.2019 | 09:00–16:30 Uhr Bewegte Bild(n)er Der Fachtag setzt sich mit der Thematik „Bewegte Bilder“ auseinander. YouTube, Instagram und Netflix – was schauen junge Menschen? Wie viel davon müssen Fachkräfte kennen? Was müssen sie wissen? Einblicke und Antworten bietet dieser Fachtag. Kosten: 60 Euro Markus Gerstmann 22.11.–23.11.2019 | jeweils 09:00–18:00 Uhr Arbeit. Alltag. Rassismus?! Ein Seminar für Fachkräfte, Ehren- und Hauptamtliche, die sich selbstreflexiv mit Rassismus im (Arbeits-)Alltag und in der Gesellschaft auseinandersetzen und eine rassismuskritische Haltung und Praxis (weiter-)entwickeln wollen. Kosten: 200 Euro Olan Scott Pinto und Samuel Njiki Njiki

die Kosten verstehen sich in der Regel inklusive Verpflegung und bei mehrtägigen Angeboten auch inklusive Übernachtung. Sofern nicht anders angegeben.

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Frei buchba re Bildungsba usteine

Zu allen Themen bieten wir begleitend Fortbildungen f체r sozialp채dagogische Teams und Lehrkr채fte an

Inhalte Termine, individuelle Bildungsund Preise f체r unsere r gerne mit bausteine sprechen wi Ihnen ab

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Wir sind ein gutes Team! 3–5-tägiges bewegungsorientiertes Angebot für Gruppen aus Jugendhilfe und Schule zur Förderung sozialer Kompetenzen Dieses Seminar bietet den Jugendlichen Gelegenheit, sich mal ganz anders kennen zu lernen: Körperlichkeit und Bewegung bilden hierfür die Grundlage. Mit abwechslungsreichen bewegungsorientierten Übungen und Spielen trainiert die Gruppe ihre Fähigkeiten und Kompetenzen in den Bereichen Wahrnehmung, Vertrauen, Kooperation und Selbstorganisation. Das Seminar bietet eine Vielzahl kreativer und erlebnispädagogischer Methoden, folgt einem geschlechtersensiblen Ansatz und geht auf die individuellen Themen und Bedürfnisse der Teilnehmer_innen ein. Samuel Njiki Njiki

Hey, mach mich nicht an! 3-tägiges Seminar für Gruppen aus Jugendhilfe und Schule zur Förderung von Zivilcourage Wo hört eigentlich der Spaß auf und wo beginnt Gewalt? In diesem Seminar geht es um das Erkennen von Ausgrenzung und Gewalt, um Empathiefähigkeit und den Mut, sich einzumischen. Die Jugendlichen lernen, wie sie in Konflikt- und Bedrohungssituationen selbstbewusst agieren können, um Gewalt wirksam zu unterbinden. Die Teilnehmer_innen setzen sich mit ihrer eigenen Position und mit den Positionen Anderer in Konflikten auseinander und erarbeiten gemeinsam eine konstruktive Auseinandersetzungs- und Streitkultur. Das Seminar bietet eine Vielzahl kreativer und erlebnispädagogischer Methoden, folgt einem geschlechtersensiblen Ansatz und geht auf die individuellen Themen und Bedürfnisse der Teilnehmer_innen ein. Samuel Njiki Njiki

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Stand up! - gegen Diskriminierung 1–3-tägiges Seminar für Gruppen aus Jugendhilfe und Schule zum Umgang mit Diskriminierung Wo begegnen mir Diskriminierung und Ausgrenzung in meinem Alltag? Sind sie im Stadtbild sichtbar? Sind sie Teil des alltäglichen Sprachgebrauchs? Welche Erfahrung habe ich damit? Ausgrenzung und Diskriminierung sind alltägliche Praxis, aber nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. In diesem Seminar soll diese Unsichtbarkeit aufgehoben werden, indem sich Jugendliche persönlich und politisch mit dem Thema auseinandersetzen. Je nach Interesse der jeweiligen Gruppe können thematische Schwerpunkte gesetzt werden, z.B. auf Sexismus, Homophobie oder (antimuslimischen) Rassismus. Ziel des Seminars ist die Sensibilisierung der Jugendlichen für die aktuelle Bedeutung des Themas, ebenso wie das Entwickeln und Aneignen praktischer Handlungsmöglichkeiten und Gegenstrategien auf dem Weg zu einer vorurteilsbewussten und diskriminierungsfreien Gesellschaft. Samuel Njiki Njiki

Bremen - unsere gemeinsame Stadt 2-tägige Zukunftswerkstatt für Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung Ziel der Zukunftswerkstatt ist die Begegnung “neuer” und “alter” Bremer_innen. Junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung machen sich gemeinsam Gedanken über die Gegenwart und die Zukunft ihrer Stadt. Was beschäftigt uns? Welche Themen liegen uns am Herzen? Das entscheiden die Teilnehmenden selbst und arbeiten zwei Tage lang kreativ zusammen. Aus den Ergebnissen der Zukunftswerkstatt entstehen im besten Fall neue Projekte. Elisabeth Schindler

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Juden sind…. 2-tägiges Seminar für Gruppen aus Jugendhilfe und Schule zum Thema Antisemitismus Immer wieder sind wir mit antisemitischen Äußerungen konfrontiert, ob in der Schule, im Freizi oder auch in Sozialen Medien. Diese sind nicht immer klar zu erkennen, zu benennen und deshalb auch schwierig zu kritisieren, besonders wenn sich judenfeindliche Vorurteile durch eine vermeintliche Kritik an Israel Bahn brechen. Wir gehen den Fragen nach, was israelbezogenen Antisemitismus ausmacht, wo er zutage tritt und wie sich dieser kritisieren lässt. Wir wollen uns gemeinsam dem Thema Antisemitismus annähern, uns austauschen und diskutieren: Was genau ist Antisemitismus und wie äußert er sich heute? Wo kommt er her? Und was hat das mit mir zu tun? Wie kann ich Antisemitismus entgegen treten? Lisa Hempel

#denk _ net 2-stündige bis 3-tägige Workshops gegen Hass im Netz, Fake News und Verschwörungsideologien Hassreden und -kommentare im Internet sind emotional aufgeladen, die dort vertretenen Weltbilder sind rational nicht immer erklärbar. Um solche Inhalte im Netz kritisch zu hinterfragen, reicht ein Anknüpfen an die kognitiven Fähigkeiten der Jugendlichen nicht aus. Unser Workshop-Konzept setzt daher auch auf emotionaler Ebene an. Ziel ist es, die Sensibilität und Kritikfähigkeit junger Menschen zu fördern und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, den Wahrheitsgehalt der Netz-Inhalte realistisch einzuschätzen. Die Workshops vermitteln jungen Menschen eine kritische Informationskompetenz in den Bereichen Hate Speech, Fake News und Verschwörungsideologien und stärken sie in ihrem Medienhandeln. Barbara Westhof

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Expert_innen-Konferenz 6-stündige Workshops zur sicheren Mediennutzung für Schulklassen oder ganze Jahrgänge

Das Internet ist für Kinder und Jugendliche viel mehr als einfach nur ein Medium, nämlich ein Sozialraum, in dem sie von Ort zu Ort flanieren, sich mal eben sehen lassen, austauschen, Freundschaften pflegen und vieles mehr. Das ist auch gut so, vorausgesetzt, die Nutzung findet reflektiert und verantwortungsbewusst statt. Mit unserem Konzept geben wir Kindern und Jugendlichen einen Anstoß zur Reflektion der eigenen Mediennutzung. Das Besondere daran ist, dass die jungen Medienutzer_innen als Expert_innen ihrer eigenen Lebenswelt ernst genommen werden. Sie selbst erarbeiten sich in einem kreativen Setting eigenständig Regeln für eine sichere Mediennutzung. Nach einem Warm-up und dem Einstieg in jugendliche Medienwelten arbeiten die Schüler_innen anhand von Hilfsfragen in Kleingruppen zu einem Thema ihrer Wahl. Dadurch ist der Tag inhaltlich breit gefächert: das Spektrum reicht von Instagram, Facebook, Snapchat, TikTok, WhatsApp und YouTube über Games bis hin zu exzessiver Mediennutzung und Cyber-Mobbing. Es entstehen Plakate und Ergebnisse, die anschließend präsentiert, kommentiert und diskutiert werden. Sebastian Reuser und Markus Gerstmann

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Streitschlichter_Innen-Ausbildung 5-tägiges Seminar für Schüler_innen und begleitende Pädagog_innen Viele Schulen setzen Streitschlichter_innen ein, deren Aufgabe es ist, bei auftretenden Konflikten unter Mitschüler_innen zu vermitteln und somit verbaler und körperlicher Gewalt entgegenzuwirken. Streitschlichter_innen holen alle Beteiligten eines Konflikts an einen Tisch und wirken darauf hin, dass eine gewaltfreie und einvernehmliche Lösung gefunden wird. Inhalte der Ausbildung •

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Was ist ein Konflikt und warum entsteht er? Wer ist daran beteiligt? Wie verhalte ich mich in einer Konfliktsituation? Welche Konflikte treten an unserer Schule regelmäßig auf? Konflikte analysieren (Spinnweb-Analyse und EisbergModell) und lösen (Wege und Strategien) Moderation von Konflikten: Kommunikationsregeln für Streitschlichter_innen Entwicklung von Arbeitsmaterial (z.B. eines Gesprächsleitfadens) Konkrete Umsetzung an der Schule: Was brauchen wir an unserer Schule, um erfolgreich als Streitschlichter_innen tätig zu sein? (Infrastruktur, Unterstützung etc.)

An der Qualifizierung nehmen auch die begleitenden Pädagog_innen der Schule teil, um die konkreten Bedingungen für die Arbeit der Streitschlichter_innen im Schulalltag zu erarbeiten. Samuel Njiki Njiki

_inStreitschlichter e et ld bi ge us a Für bedarfsgerechte nen bieten wir an, z.B. zu Cyber n ge n du il rb te Wei hops, hrung von Works . Mobbing, Durchfü tion tung und Media a er B , on ti a er Mod

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Ohne uns läuft nix! 2–3-tägige Qualifizierung für Schüler_innen-Vertretungen Ihr seid in der Schüler_innen-Vertretung einer Schule und möchtet euch über eure Rechte und Pflichten in der SV besser informieren? Wir bieten zur Verbesserung der Mitbestimmung und Beteiligung von Schüler_innen an der Gestaltung ihrer Schule Qualifizierungen für Schüler_innen-Vertretungen an. Inhaltliche Schwerpunkte: • • • •

Was sind Elemente einer demokratischen Schule? Welche Rechte haben Schüler_innen-Vertretungen? Was ist die Aufgabe der Schüler_innen-Vertretungen an eurer Schule? Wie ist euer Selbstverständnis? Was bedeutet eigentlich Gremienarbeit?

Eure Fragestellungen und Themen stehen im Mittelpunkt und bestimmen den Verlauf des Seminares. Unser Ziel ist es, euch mit Informationen, Vorschlägen und Tipps in eurer Arbeit zu unterstützen. In praktischen Übungen erarbeitet ihr Möglichkeiten und entwickelt gemeinsame Strategien, wie mit Konfliktlagen in der Schule umzugehen ist und Schüler_innen-Interessen durchgesetzt werden können. Yann Fingerhut

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Stadtteilchecker: Mitbestimmung im Stadtteil Jugendgerechte Beteiligungsstrukturen im Stadtteil Beiräte sollen das kommunalpolitische Engagement von Kindern und Jugendlichen in ihrem Stadt- oder Ortsteil fördern: Durch Mitbestimmung und Eigenverantwortung kann eine hohe Identifikation mit dem eigenen Stadtteil entstehen. Kinder und Jugendliche sollen sich also mit ihren Bedürfnissen und eigenen Ideen in die Gestaltung ihres Lebensraums einbringen. Wir begleiten solche Beteiligungsprozesse mit einem individuellen Konzept: Kinder und Jugendliche werden als Expert_innen für ihren Stadtteil gesehen, sie bekommen unterschiedliche Formen und Zugänge zur Beteiligung angeboten, um ihre Interessen, Bedürfnisse und Probleme aktiv in die Gestaltung des Stadtteils einzubringen. 1. Beteiligungstag Während eines Beteiligungstages entwickeln Jugendliche Ideen, Projekte und (Freizeit-)Angebote für ihren Stadtteil, die sie eigenständig initiieren und selbstbestimmt umsetzen. Um das zu ermöglichen, werden die Stadtteileinrichtungen, in denen sich Jugendliche aufhalten, an dem Projekt beteiligt. 2. Projektwoche Was sollte sich in meinem Stadtteil verändern? In einer Projektwoche erkunden Kinder und Jugendliche ihren Stadtteil und entwickeln eigenständig Ideen und Vorschläge für konkrete Verbesserungen. Die Ergebnisse werden medial aufbereitet und im Rahmen einer Veranstaltung präsentiert. Die Kinder und Jugendlichen lernen ihren Stadtteil und dessen Historie besser kennen und erschließen sich Einmischungsfelder in Schule und Stadtteil. Vorbereitend zur Projektwoche erstellen die Schüler_innen mehrere „Motzmonster“: sie sammeln, was ihnen in ihrem Stadtteil nicht gefällt. Anhand dieser Motzmonster werden dann Themen ausgewählt, die in Kleingruppen innerhalb der Projektwoche bearbeitet werden. Yann Fingerhut

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Power für Schwarze Kinder Ein Empowerment-Angebot für Schwarze und Afro-Deutsche Kinder im Alter von 6–13 Jahren In Zusammenarbeit mit Eltern von Schwarzen und AfroDeutschen Mädchen und Jungen bieten wir im LidiceHaus einen „geschützten Raum“, in dem die Kinder Zeit miteinander verbringen, Sport treiben und gemeinsam Spaß haben. Schon früh sind die Kinder in ihrem Alltag mit Rassismus und Ausgrenzung konfrontiert, was das Selbstbewusstsein angreifen kann. Wir steuern mit diesem Angebot dagegen an: Die Kinder sollen Energie tanken und sich stärken, indem sie eine schöne Zeit mit Gleichaltrigen verbringen, die ähnliche Erfahrungen machen wie sie selbst. Die Treffen finden monatlich an einem Wochenend-Nachmittag statt. Bei Interesse sprechen Sie uns gerne an. Samuel Njiki Njiki

(Post-)Koloniales Bremen: Spurensuche in meiner Stadt 3–5-tägiges Seminar zur Bremer Kolonialgeschichte und aktuellen Bezügen zum Hier und Jetzt Wieso steht in Bremen eigentlich ein riesiger Elefant aus Stein? Wo befinden sich koloniale Spuren in meinem Stadtviertel? Wie können wir koloniale Begriffe und Bilder im Alltag erkennen? Und was hat das mit Flucht und Migration zu tun? Wir begeben uns auf die Spurensuche in unserer direkten Umgebung und machen uns so mit der Bremer Kolonialgeschichte vertraut. Wir setzen uns mit Selbst- und Fremdbildern auseinander und analysieren deren Herkunft. Wir beschäftigen uns mit den Folgen des Kolonialismus und entwickeln gemeinsam Handlungsmöglichkeiten gegen Rassismus und Diskriminierung. Schließlich diskutieren wir über postkoloniale Erinnerungsorte in Bremen und überlegen, wie wir an dieses Kapitel der Geschichte erinnern können. Olan Scott Pinto

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Zeit-Sprünge. Erinnerung in vielfältiger Perspektive 2- und 3-tägige Seminare zum Thema Nationalsozialismus, zum Demokratieverständnis heute und zu Erinnerungspolitik an außerschulischen Lernorten in Bremen Gemeinsam mit dem Bunker Valentin, der KulturAmbulanz, dem Schulmuseum und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. bieten wir historisch-politische Bildungsmodule an. Durch die Kooperation dieser außerschulischen Lernorte ergeben sich vielfältige Perspektiven und Verknüpfungsansätze von Vergangenheit und Gegenwart. Die angebotenen Module sind 2- oder 3-tägig und führen die teilnehmenden Schulklassen an verschiedene Erinnerungsorte in Bremen. Im Modul „Von Propaganda bis Hate-Speech“ beschäftigen sich die Schüler_innen z.B. am 1. Tag im Schulmuseum mit Originalquellen nationalsozialistischer Propaganda. Am 2. Tag geht es um aktuelle Diskriminierungen in Form von HateSpeech in digitalen Lebensräumen. Im LidiceHaus lernen die Jugendlichen unterschiedliche Handlungsoptionen kennen, wie sie selbst aktiv gegen Hass im Netz einschreiten können. Das Modul „Ausgrenzungs- und Verfolgungsmechanismen im Nationalsozialismus und Diskriminierungsformen heute“ führt die Schulklassen am 1. Tag in die KulturAmbulanz, am 2. Tag zum Bunker Valentin und endet am 3. Tag im LidiceHaus. Vorurteile sollen durch direkte Erfahrungen und das Betrachten konkreter Lebensgeschichten abgebaut werden. Im Projekt ZEIT-SRÜNGE sind weitere Module verfügbar. Für mehr Informationen sprechen Sie uns bitte an. Olan Scott Pinto

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Flucht historisch und heute 3–5-tägiger Workshop für Auszubildende, Jugendgruppen und Schulklassen Die Themen Flucht und Migration sind aktuell in aller Munde. Fast täglich sehen wir Bilder von Geflüchteten oder Debatten über die europäische Asylpolitik in den Nachrichten. Doch sind Flucht und Migration wirklich so neue Phänomene? In diesem Workshop setzen wir uns mit vergangenen Migrationsbewegungen in und aus Deutschland auseinander, denn ein Blick zurück schärft den Blick auf aktuelle Auseinandersetzungen. Thematische Schwerpunkte sind die Migration nach Übersee, die Konstruktion des „lästigen Ausländers“ in der Weimarer Republik, Flucht und Vertreibung nach den Weltkriegen oder aktuelle Migrationsbewegungen. Wir lernen Gründe für Flucht in der Vergangenheit und heute kennen und setzen uns mit den Lebensrealitäten geflüchteter Menschen in Deutschland auseinander. Wo finden sich Kontinuitäten und Brüche in der Konstruktion des „Flüchtlings“ bzw. des „Ausländers“ als das „Andere“ in gesellschaftlichen Diskursen und in den Medien? Was bedeutet dies für Fragen nach Gleichberechtigung und Menschenrechten? Wie können wir aus der Geschichte lernen, um Ausgrenzung und Rassismus zu bekämpfen? Olan Scott Pinto

Jugendinformation Beratung zu Auslandsaufenthalten Viele Jugendliche möchten nach ihrer Schulzeit gerne eine Zeit im Ausland verbringen. Die Palette an Angeboten ist riesig und es ist gar nicht so einfach, sich angesichts der großen Fülle an Informationen zu orientieren und das passende Format zu finden. Das ServiceBureau bietet als regionale EURODESK-Stelle eine neutrale und kostenlose Beratung zum Thema Auslandsaufenthalte an. Einfach Termin geben lassen und los geht’s! Sabine Heimann

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Die Geschichte von Lidice Gedenkstättenfahrten und Jugendbegegnungen in Prag, Theresienstadt und Lidice Das tschechische Dorf Lidice wurde 1942 von den Nationalsozialisten zerstört, die Bewohner_innen entweder ermordet oder in das KZ Ravensbrück deportiert. Unsere Jugendbildungsstätte erinnert durch ihren Namen LidiceHaus an die nationalsozialistischen Verbrechen und verbindet historische Spuren mit aktuellen Themen und Fragen von Jugendlichen. Dies führt uns zu Fragen des gleichberechtigten Zusammenlebens in der heutigen Gesellschaft. Da dieses Seminar eine langfristige Planung benötigt, ist eine frühzeitige Ansprache und Anmeldung nötig. Olan Scott Pinto

Hier stand das Dorf Lidice bis zu den Massenmorden, Deportationen und der Zerstörung durch die SS und die Wehrmacht im Jahr 1942. Schon Kurz nach der Befreiung vom Faschismus wurde damit begonnen, etwas oberhalb dieses Tals ein neues Lidice aufzubauen. Viele haben zu diesem Aufbau beigetragen, vor allem Jugendliche aus der damaligen Tschechoslowakei und anderen Ländern der Welt.

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Schwer Unsere punktt hemen FĂźr passgenaue Angebote aus unseren n Arbeitsschwerpunkte sprechen Sie uns gerne an

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Beteiligung von Kindern und Jugendlichen Demokratie muss erlernt werden – je früher, desto besser. Kindern und Jugendlichen ein Mitspracherecht einzuräumen, ermöglicht ihnen eine grundlegende demokratische Erfahrung, sie erleben ihr Lebensumfeld – etwa ihre Schule, ihr Jugendzentrum oder ihren Stadtteil – als gestaltbar. Sie lernen, ihre Interessen und Probleme zu formulieren und dafür Wege der Umsetzung und Lösung zu entwickeln. Dies fördert sowohl die Identifikation als auch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Doch wie setzt man Beteiligung wirkungsvoll um? Wir bieten für Kinder und Jugendliche und auch für Multiplikator_innen Fortbildungen in diesem Bereich an. Beispielhaft sind unsere Qualifizierungen für Mitbestimmung auf Stadtteilebene (siehe Seite 17) sowie für die demokratische Gestaltung des Schullebens (siehe Seite 16). Wenn Sie Ihre Schule, Ihre Einrichtung oder Ihren Stadtteil demokratischer gestalten möchten, indem Sie Kinder und Jugendliche mitmischen lassen, unterstützen wir Sie gerne mit passgenauen Angeboten: Neben ein- und mehrtägigen Fortbildungen zu Hintergründen, Zielen und Handwerkszeug von Beteiligung bieten wir auch die Moderation und Begleitung konkreter Partizipationsprojekte an – von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Außerdem bieten wir in unregelmäßigen Abständen eine zertifizierte Ausbildung zur Moderatorin und zum Moderator für Kinder- und Jugendbeteiligung an. Multiplikator_innen werden hier umfassend für die Planung, Organisation und Durchführung von Beteiligungsprozessen mit Kindern und Jugendlichen qualifiziert. Vermittelt werden vielfältige Methoden zur dialogischen und kreativen Gestaltung des Alltags, zur Durchführung eigener Beteiligungsprojekte sowie zur strukturellen Verankerung von Kinder- und Jugendbeteiligung. Anne Dwertmann und Yann Fingerhut

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Rechtsextremismus Die Themen und Auftrittsformen der Neonaziszene und der neuen Rechten haben sich verändert und modernisiert: Wie versuchen sie, Akzeptanz zu gewinnen? Was macht sie für Jugendliche attraktiv? Warum sind ihre menschenfeindlichen und antidemokratischen Einstellungen so gesellschaftsfähig und wie können wir diesen Einstellungen begegnen? Und: Was können Jugendliche selbst tun, wenn sie sich einsetzen wollen für eine emanzipatorische und solidarische Gesellschaft, die sich gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit richtet? Welche Unterstützung brauchen Jugendliche für ihr Engagement in der Schule, in ihrem Verein oder im Freizi? Wir bieten Fortbildungen, Vorträge und Workshops zu Erscheinungsformen, Lifestyle und neuen Entwicklungen innerhalb des modernen Neonazismus an und zeigen dabei pädagogische Handlungsmöglichkeiten auf. An uns können sich Jugendliche, Fachkräfte aus der Kinderund Jugendarbeit, Kommunen, Bündnisse, Vereine und Schulen wenden. Lisa Hempel und Oliver Guth

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Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit In diesem Schwerpunkt bieten wir Anti-Diskriminierungsarbeit aus einer rassismuskritischen Perspektive. Der Begriff „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ verweist auf alle abwertenden und ausgrenzenden Einstellungen und Handlungen gegenüber Menschen aufgrund ihrer zugewiesenen Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe. So werden Angehörige dieser sozialen Gruppen als „anders“, „fremd“ oder „unnormal“ wahrgenommen, wobei der Gedanke der Ungleichwertigkeit eine zentrale Rolle spielt. Diskriminierende und menschenfeindliche Einstellungen sind in unterschiedlichen Formen innerhalb der Gesellschaft sichtbar und wirksam – so z.B. Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, aber auch Sexismus und Homophobie. Sie nehmen alarmierenderweise mehr und mehr Raum ein, was unter anderem europaweit durch die Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien deutlich wird. Mit unseren Angeboten und innovativen Konzepten wirken wir dem „Normalisierungsprozess“ von menschenfeindlichen Einstellungen und Handlungen in allen gesellschaftlichen Instanzen entgegen. Wir wollen – trotz aller Unterschiedlichkeiten der Menschen – einen respektvollen und friedlichen Umgang miteinander fördern und die gesellschaftliche Teilhabe von Allen ermöglichen und stärken. Samuel Njiki Njiki

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RuF

Bundesweite Fachstelle Rechtsextremismus und Familie Immer mehr Fachkräfte sind in ihrer Praxis mit rassistischen, menschenverachtenden und extrem rechten Einstellungen und Äußerungen konfrontiert. Die bundesweite Fachstelle Rechtsextremismus und Familie (RuF) berät sowohl Eltern und Angehörige rechtsextremer Jugendlicher als auch Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, die in ihrer Arbeit mit rechtsextremen Einstellungen konfrontiert sind. Zu unseren Aufgaben gehört ebenso die Qualifizierung von Kolleginnen und Kollegen für die eigenständige Beratungstätigkeit. www.rechtsextremismus-und-familie.de Am Deich 62 | 28199 Bremen Oliver Guth und Lisa Hempel

#denk_net

Stärkung der digitalen Zivilgesellschaft Mit dem Workshop-Konzept #denk_net wollen wir jungen Menschen eine kritische Informationskompetenz in den Bereichen digitale Hate Speech, Fake News und Verschwörungsideologien vermitteln und sie durch praktische Hilfestellungen in ihrem Medienhandeln stärken. Dabei setzen wir neben der kognitiven vor allem auf der emotionalen Ebene an. Unsere Workshop-Module knüpfen direkt am Alltag der Jugendlichen an: Sie werden für den Umgang miteinander sensibilisiert und darin unterstützt, Netzinhalte kritisch zu hinterfragen und auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Mehr Informationen zu den Modulen finden Sie auf Seite 13. www.denk-net.info ServiceBureau Jugendinformation Am Deich 62 | 28199 Bremen Barbara Westhof

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#denk_net


soliport

Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt solidarisch beraten und unterstützen Das landesweite Beratungs- und Unterstützungsangebot soliport richtet sich an direkt Betroffene, Menschen aus dem nahen Umfeld von Betroffenen sowie an Zeuginnen und Zeugen rechtsmotivierter Angriffe. Ziel ist es, dass Betroffene rechter Gewalt praktische Solidarität erfahren und in ihrem Handeln gestärkt werden. Um proaktiv auf Betroffene zugehen zu können, nimmt die Beratungsstelle Hinweise auf rechtsmotivierte Angriffe dankend entgegen. Zu den Aufgaben von soliport gehört neben der individuellen Unterstützungsstätigkeit auch die Entwicklung von Empowerment- und Vernetzungsstrukturen. Daneben bietet soliport Bildungsarbeit an und versucht, die Öffentlichkeit für die Ursachen und Folgen rechtsmotivierter Gewalt zu sensibilisieren. soliport kommt dorthin, wo die Betroffenen es sich wünschen oder lädt in die eigenen Räume in der Bremer Neustadt ein. www.soliport.de | info@soliport.de Am Deich 60 | 28199 Bremen (0421) 17 83 12 12

Projekte, Fach- und Beratungsstellen Die Angebote auf dieser Doppelseite werden gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit“

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Jugendliche Medienwelten

Wie gut kennen Sie sich eigentlich mit jugendlicher Mediennutzung aus? Kommen Sie gut mit Jugendlichen über Medien ins Gespräch? Das ServiceBureau Jugendinformation informiert auf vielfältige Weise zu den unterschiedlichen Aspekten jugendlicher Medienwelten: Neben Fachtagungen, Fortbildungen für Fachkräfte und Inhouse-Schulungen gehören auch E-Learning-Kurse zu unserem Repertoire. Unser Anliegen ist es, Erwachsenen einen Zugang zu jugendlichen Medienwelten zu ermöglichen, Chancen und Risiken aufzuzeigen und Erziehende mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu bringen. Für Eltern bieten wir in Kooperation mit der Bremischen Landesmedienanstalt Elternabende an. Für Jugendliche bieten wir Seminare und Workshops zu unterschiedlichen Aspekten ihrer Mediennutzung an. Ziel ist dabei immer, einen Anstoß zur Reflektion des eigenen Medienverhaltens zu geben, um eine sichere und verantwortungsbewusste Nutzung zu fördern. Exemplarisch für diesen Arbeitsbereich ist unser Workshop-Konzept “Expert_innenKonferenz” (siehe Seite 14). Markus Gerstmann, Sebastian Reuser und Sabine Heimann

t: Für Eltern und andere Selbsthilfegruppe Mediensuch und Jugendlicher Angehörige betroffener Kinder Infos: mediensucht-bremen.de

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Erinnerungskultur und Teilhabe Historisch-politische Bildung und erinnerungspädagogische Seminare sind fester Bestandteil unseres Angebots. Durch die Förderung eines kritischen Geschichtsbewusstseins können sich junge Menschen leichter in der heutigen Welt verorten und die Gegenwart in Zusammenhang mit der Geschichte besser verstehen. In unseren Seminaren werden Themen aus der Lebenswelt der Jugendlichen bearbeitet und in einen historischen Zusammenhang gestellt. Was beschäftigt sie und welche Bedeutung haben historische Narrative für ihre Identitätsbildung? Mit dem Ende der unmittelbaren Zeitzeugenschaft fällt es jungen Menschen oft schwer, konkrete Zusammenhänge zwischen nationalsozialistischer Geschichte und Gegenwart zu erkennen. Zudem werden der postnationalsozialistischen Erinnerungskultur durch Migration und Globalisierung neue Erinnerungen hinzugefügt und das Kaleidoskop der historischen Betrachtungen wird bunter. Unsere Themen und methodischen Zugänge passen sich an diesen gesellschaftlichen Wandel an und ermöglichen eine Multiperspektivität auf Geschichte(n). Uns interessiert Geschichte seit der Kolonialzeit, über den Nationalsozialismus, die Nachkriegszeit und das geteilte Deutschland bis heute. Wir wollen gemeinsam mit jungen Menschen diskutieren, weshalb es wichtig ist, an vergangene Gegebenheiten zu erinnern und in welcher Form an verübtes Unrecht gedacht werden soll. Olan Scott Pinto

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Internationale Begegnungen Wir setzen uns mit unserer Arbeit dafür ein, allen Jugendlichen den Zugang zu Begegnungsprojekten im In- und Ausland zu ermöglichen. Außerdem sensibilisieren wir im Sinne einer diversitätsbewussten und menschenrechtsorientierten Pädagogik für (global-)gesellschaftliche Machtverhältnisse. Die Teilnahme an internationalen Mobilitätsprogrammen hat nachweislich einen positiven Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen: gefördert werden dadurch unter anderem das Vertrauen in eigene Fähigkeiten, Selbstsicherheit, Teamfähigkeit und die Offenheit gegenüber anderen Lebensweisen und Einstellungen. Jugendliche mit geringen Chancen sind in den internationalen Mobilitätsprogrammen unterrepräsentiert und profitieren daher kaum von diesen positiven Auswirkungen. Gemeinsam mit unseren internationalen Partnern organisieren wir Fachkräftefortbildungen und -trainings sowie Informationsveranstaltungen und Fachtage zu Internationaler Jugendarbeit. Ebenso führen wir in Kooperation mit Partnern Internationale Jugendbegegnungen durch und unterstützen darüber hinaus Organisationen, Initiativen und Vereine bei der Planung eigener Maßnahmen: Von der Suche nach Partnerorganisationen, über die Programmkonzeption, die Finanzierung und Antragstellung bis hin zur konkreten Organisation. Unser Newsletter Mobil informiert Sie unter anderem zu den Antragsfristen internationaler Jugendbegegnungen. Interesse? Schreiben Sie an international@jugendinfo.de Anna Müller

Förderprogramm-Beratung:

plan des Bundes (KJP) | Erasmus+ | Kinder- und Jugend isches rk (DPJW) | Deutsch-Französ Deutsch-Polnisches Jugendwe enh-Israelisches Koordinierungsz Jugendwerk (DFJW) | Deutsc rum echisches Koordinierungszent trum (ConAct) | Deutsch-Tsch ussischer Jugendaustausch | (Tandem) | Stiftung Deutsch-R cke | Stiftung EVZ Deutsch-Türkische Jugendbrü

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Migration und Bildung Junge Menschen mit Fluchterfahrung haben ein Recht auf Teilhabe an gesellschaftlichen Angelegenheiten und müssen deshalb Zugang zu Angeboten der außerschulischen Jugendarbeit erhalten. Dafür haben wir im LidiceHaus Begegnungs-, Bildungs- und Qualifizierungsangebote entwickelt, welche die Erfahrungen, Interessen und Bedürfnisse zugewanderter junger Menschen ernst nehmen und integrieren. Wir glauben, Integration wird nur durch einen dynamischen, offenen und menschlichen Prozess erreicht, der auf individueller und kollektiver Gegenseitigkeit und gesellschaftlicher Öffnung beruht. Die persönliche Begegnung zwischen Jugendlichen mit und ohne Fluchterfahrung, bei der nicht Unterschiede, sondern gemeinsame Interessen und verbindende Aktivitäten im Mittelpunkt stehen, ist dafür von großer Bedeutung und Wirksamkeit. Neben Netzwerkarbeit, Fortbildungen für Haupt- und Ehrenamtliche und der Kooperation mit Migrant_innen-Selbstorganisationen liegt der Schwerpunkt des Arbeitsbereiches Migration und Bildung auf der Schaffung von Begegnungsräumen zwischen „alten“ und „neuen“ Bremer_innen. Unsere kreative Begegnungswerkstatt YourVOICELand, das Medienprojekt #Fight4UrRights oder die Ausbildung von Jugendleiter_innen für die Arbeit mit internationalen Gruppen sind nur einige Beispiele unserer Jugendangebote. Es entsteht auf diese Weise ein Netzwerk junger Menschen unterschiedlicher Herkunft, die sich auch zukünftig mit ihren eigenen Interessen und Projekten für ein gutes Zusammenleben in Bremen engagieren wollen. Elisabeth Schindler

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Die Jugendbildungsstätte LidiceHaus Mitten im Grünen und dennoch nur circa 2 Kilometer vom Stadtzentrum Bremens entfernt.

Unsere Jugendbildungsstätte befindet sich in einer attraktiven Lage, umgeben von einem erlebnispädagogischen Gelände, Sportflächen, dem Werdersee und der Weser. Das Haus bietet beste Voraussetzungen für erfolgreiches und ungestörtes Lernen und ist weitgehend barrierefrei.

Unsere Seminar- und Tagungsräume Marzabotto- Saal (148 qm) ca. 90 Personen Olof Palme 1 (31 qm) ca. 12 Personen Olof Palme 2 (70 qm) ca. 30 Personen Olof Palme 3 (29 qm) ca. 12 Personen Sophie Scholl 1 (56 qm) ca. 26 Personen Sophie Scholl 2 (45 qm) ca. 22 Personen Nelson Mandela (30 qm) ca. 10 Personen

Verpflegung Wir bieten Ihnen eine gesundheitsbewusste, auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Vollverpflegung. Wir achten auf eine hohe Qualität der Lebensmittel und kaufen nach Möglichkeit Produkte aus der Region ein. Vegetarisches Essen gehört zu unserem täglichen Standard, auf weitere individuelle Verpflegungswünsche gehen wir gerne ein. Sprechen Sie uns einfach an: Wir können auch vegan, glutenfrei und noch einiges mehr.

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Unterbringung Wir haben 80 Betten in 34 Zimmern, die jeweils mit Dusche und WC ausgestattet sind. Jugendgruppen werden in der Regel in 2-4-Bettzimmern untergebracht. Auch Einzelzimmer sind begrenzt verfügbar. Ebenso gehört ein 1,5-ZimmerApartment zum Angebot. Freizeit Das LidiceHaus bietet seinen Gästen vielfältige Freizeitmöglichkeiten - drinnen und auch draußen. In unserem multifunktionalen Freizeitraum ist Platz für gemeinsame Aktivitäten: Es gibt eine Bühne, eine große Leinwand, ein Soundsystem, Discobeleuchtung, einen Billardtisch, Tischtennis und einen Tischkicker. Auf dem Außengelände stehen ein Trampolin und ein Grillplatz zur Verfügung. In direkter Umgebung gibt es verschiedene Sportanlagen (Plätze und eine Halle), die nach Absprache genutzt werden können. Eine öffentliche Finnenbahn lädt zum Joggen ein. Und auch zum Baden ist es nicht weit: Das LidiceHaus befindet sich in direkter Nähe zum Strand des Werdersees. Externe Gruppen Unser Haus steht auch externen Gruppen mit eigenem pädagogischen Programm zur Verfügung. Die aktuellen Preise entnehmen Sie bitte unserer Webseite www.lidicehaus.de Buchungsanfragen Martina Hoburg | lidice@lidicehaus.de | (0421) 69 272-0

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Ansprechpartner_innen Das pädagogische Team

Anne Dwertmann (Geschäftsführerin) dwertmann@lidicehaus.de | (0421) 69 272-17

Markus Gerstmann gerstmann@jugendinfo.de | (0421) 33 00 89-15 Sabine Heimann heimann@jugendinfo.de | (0421) 33 00 89-19 Anna Müller mueller@jugendinfo.de | (0421) 33 00 89-10 Thabo Ngoxo ngoxo@jugendinfo.de | (0421) 33 00 89-20 Sebastian Reuser reuser@jugendinfo.de | (0421) 33 00 89-17 Barbara Westhof westhof@jugendinfo.de | (0421) 33 00 89-20

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In Elternzeit: Jennifer Gronau und Annika Koehler-Siefken

Josef Borchardt borchardt@lidicehaus.de Stefanie Büsching buesching@lidicehaus.de Yann Fingerhut fingerhut@lidicehaus.de | (0421) 69 272-23 Oliver Guth guth@lidicehaus.de | (0421) 69 272-19 Lisa Hempel hempel@lidicehaus.de | (0421) 69 272-13 Samuel Johnson johnson@lidicehaus.de Samuel Njiki Njiki njiki@lidicehaus.de | (0421) 69 272-216 Olan Scott Pinto scott.pinto@lidicehaus.de | (0421) 69 272-14 Elisabeth Schindler schindler@lidicehaus.de | (0421) 69 272-216


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Bildungsplan

2019

Jugendbildungsstätte LidiceHaus Weg zum Krähenberg 33a 28201 Bremen (0421) 69 272-0 lidice@lidicehaus.de www.lidicehaus.de ServiceBureau Jugendinformation Am Deich 62 28199 Bremen (0421) 33 00 89-11 serviceb@jugendinfo.de www.servicebureau.de

Profile for Jugendbildungsstätte LidiceHaus

Bildungsplan 2019  

Das Jahresprogramm, pädagogische Bausteine und weitere Angebote der Jugendbildungsstätte LidiceHaus und des ServiceBureau Jugendinformation...

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