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10 Jahre Bremer Fachtag Mediensucht

20072016


Organisation der Fachtage

Finanzielle UnterstĂźtzung der Fachtage


10 Jahre Fachtag Mediensucht

2007 2016

Liebe Leserinnen und Leser, die kompetente Nutzung digitaler Medien und der Umgang mit den damit verbundenen Risiken ist heute eine der zentralen Entwicklungsaufgaben im Kindesund Jugendalter. Wir stehen damit vor einer großen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Denn bevor Kinder eigene Smartphones, Tablets oder andere Endgeräte besitzen, erleben sie täglich wie Eltern, ältere Geschwister, Pädagoginnen und Pädagogen und ihr gesamtes Umfeld diese Geräte nutzen. Wir müssen Antworten finden auf die Frage, wie wir mit den aktuellen Medien leben wollen. Medien, die auch unser Leben verändern. Kinder brauchen bei der Entwicklung eines souveränen Umgangs mit Medien die Unterstützung von Erwachsenen. Und Erwachsene, wie Eltern und auch Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, benötigen Unterstützung, Beratung und Möglichkeiten der Selbstreflexion. Vor nunmehr 10 Jahren fand in Bremen der erste Fachtag zum Thema Mediensucht statt. Diese Veranstaltung ebnete den Weg für eine langfristige Auseinandersetzung mit den Themen exzessive Mediennutzung und Sucht. 2007 wurde der interdisziplinär besetzte Arbeitskreis Mediensucht gegründet: Durch die vielfältigen Kooperationen von Fachkräften aus allen Bereichen entstehen Synergien, die konsequent genutzt werden, um die Expertise im Themengebiet kontinuierlich weiterzuentwickeln. Hervorheben möchte ich, dass auf den Fachtagen aktuelle Entwicklungen und neue Erkenntnisse dabei frühzeitig aufgegriffen werden und auf vielfältigen Wegen wie Vorträgen, Methoden und Broschüren einem großen Kreis von Fachkräften und Multiplikatoren zugänglich gemacht wird. Die KollegInnen nehmen somit Werkzeuge und Handlungsansätze für ihre Arbeit vor Ort mit. Ich danke dem Arbeitskreis Mediensucht ganz herzlich für sein großes Engagement und wünsche ihm auch zukünftig viel Erfolg bei dieser wichtigen Arbeit. Zu gutem Schluss wünsche ich Ihnen viele Erkenntnisse mit der vorliegenden Rückschau. Sie motiviert für die zukünftigen Herausforderungen in der Arbeit mit Jugendlichen und Familien kompetent mit (digitalen) Medien umzugehen. Anja Stahmann Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

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10 Jahre Fachtag Mediensucht In den letzten 10 Jahre haben sich digitale Medien rasant weiterentwickelt: Die Zeiten, in denen wir an den Rechner gehen mussten, um im Internet zu surfen, sind vorbei. Mittlerweile sind wir - Smartphones sei Dank - immer und überall online. Die mobilen Geräte sind wahre Alleskönner und vereinen viele Medien in sich: Wir können damit nicht nur telefonieren oder im Internet surfen, sondern haben gleichzeitig einen Fernseher, einen Musik-Player, eine Kamera und noch einiges mehr dabei. Während die ältere Generation die Welt auch ausschließlich „offline“ kennen gelernt hat, ist für Jugendliche ein Leben ohne Internet kaum vorstellbar. Sie leben selbstverständlich off- und online und trennen nicht zwischen „realer“ und „virtueller“ Welt. Doch was passiert, wenn die Zeit am Bildschirm überhand nimmt und das Leben fast nur noch medienvermittelt gelebt wird? Mit dieser Frage beschäftigen sich Fachleute in Bremen seit nunmehr 10 Jahren. Ausgangspunkt waren Berichte von MitarbeiterInnen aus Jugendeinrichtungen und LehrerInnen, die den ausgedehnten Medienkonsum ihrer Schützlinge beklagten. Ebenso wandten sich vermehrt Eltern an schulische und außerschulische Beratungsstellen, weil ihre Kinder kaum von den Rechnern wegzulocken waren. Auch die Presse griff das Thema auf und berichtete über „Computerspiele, die wirken wie Drogen“ (Die Welt) oder „Aliens im Kinderzimmer“ (Der Spiegel). Es gab also Handlungsbedarf und so schlossen sich das ServiceBureau Jugendinformation, das Landesinstitut für Schule (Gesundheit und Suchtprävention), das Präventionszentrum Bremen-Nord und die „Spielwiese“ der Stadtbibliothek Bremen zusammen und entwickelten gemeinsam den Flyer „Ständig Stress um den PC“. Dieser sollte Jugendliche anregen, ihre Mediennutzung zu reflektieren. Gleichzeitig erschien ein weiterer Flyer, der sich an die Eltern richtete und über das Phänomen exzessive Mediennutzung der Kinder aufklärte. Bei diesem Infoblatt wurde besonders darauf geachtet, den Eltern die Faszination der Medien näher zu bringen und sie anzuregen, nicht mit Verboten zu reagieren, sondern vielmehr die kompetente Nutzung ihrer Kinder zu unterstützen. Für MultiplikatorInnen in Bremen wurde ein Fachtag zum Thema Mediensucht geplant: „Rund um‘s Netz“ war die erste Veranstaltung in der nun 10-jährigen Geschichte der Mediensucht-Fachtage. Bei Akteuren aus Schule, Jugendarbeit, Familienhilfe und Gesundheitswesen stieß das Angebot auf große Resonanz, denn das Thema (exzessive) Mediennutzung von Jugendlichen begegnete vielen Fachkräften in ihrem Arbeitsalltag und sorgte für Verunsicherung. Allgemeiner Wunsch auf diesem 1. Fachtag war daher auch die Weiterarbeit am Thema und so wurde schon kurze Zeit später der interdisziplinär besetzte Arbeitskreis Mediensucht in Bremen installiert, der sich seit dieser Zeit vierteljährlich trifft und zu exzessiver Mediennutzung sowie angrenzenden Themen arbeitet. Innerhalb des Arbeitskreises herrscht Einigkeit, dass es zwar eine Vielzahl jugendlicher NutzerInnen gibt, die Medien sehr exzessiv nutzen, aber von Sucht nur in den seltensten Fällen ausgegangen werden kann. Dennoch wurde der Titel „AK Mediensucht“ gewählt, um die Auffindbarkeit für Betroffene auf der Suche nach Unterstützung zu erhöhen.

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Arbeitskreis Mediensucht in Bremen Gegründet:

2007

Koordiniation:

Landesinstitut für Schule | Abteilung Gesundheit und Suchtpräventi on Regionale Beratungs- und Unterstützungszentren Bremen (ReBUZ) ServiceBureau Jugendinformation Bremen

Frequenz:

4 Treffen jährlich

Ziel:

Vernetzung relevanter Organisationen, Träger und Institutionen zum Thema Mediensucht

Inhalte:

Exzessive Mediennutzung und angrenzende Themen

Teilnehmende:

Landesinstitut für Schule | Abteilung Gesundheit und Suchtpräventi on Regionale Beratungs- und Unterstützungszentren Bremen (ReBUZ) ServiceBureau Jugendinformation Bremen Bremische Landesmedienanstalt Landesjugendamt Bremen St. Petri Kinder- und Jugendhilfe Fachstelle Gewaltprävention Fachstelle Glücksspielsucht Landesinstitut für Schule | Zentrum für Medien Erziehungsberatungsstellen Bremen Gesundheitsamt Bremen Ambulante Drogenhilfe gGmbH Jugendzentrum Oslebshausen Sozialpsychiatrische Beratungsstelle & Ambulanz des Behandlungsze ntrums Nord Fachstelle für Sucht und Suchtprävention Achim Diakonisches Werk des Ev. -luth. Kirchenkreises Osterholz-Scharmbec k Anonyme Drogenberatung Delmenhorst Hans-Wendt-Stiftung SuchttherapeutInnen, Studierende und DoktorantInnen servicebureau.de/mediensucht

Kontakt:

ServiceBureau Jugendinformation Markus Gerstmann (0421) 330089-15, gerstmann@jugendinfo.de

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Mehr Infos:

Der Arbeitskreis wächst stetig. Neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind immer willkommen!

O-Töne

Der AK Mediensucht hat mir immer wieder vor Augen geführt, dass der Blick auf Medien nicht nur zwischen Jugendlichen und Erwachsenen unterschiedlich ist. Die Sichtweise der Fachleute verschiedener Ausrichtungen ist oftmals noch viel unterschiedlicher. Christian Scheidt | Referent im Arbeitsfeld Politische Bildung am LIS Bremen

O-Töne

Der Arbeitskreis Sucht in Bremen ist für mich immer wieder sehr inspirierend. Der Austausch mit den Mitgliedern unterschiedlicher Professionen ist sehr bereichernd. Regina Haack | Fachstelle für Sucht und Suchtpräv ention Achi

m/Verden

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Zu Beginn der Geschichte der Mediensucht-Fachtage ging es vorwiegend um Computerspiele, die vor allem männliche Jugendliche in ihren Bann zogen. Die Sozialen Netzwerke kamen in den Jahren 2009/2010 als weiteres Schwerpunktthema hinzu: SchuelerVZ war damals mit Abstand die beliebteste Community der 12-19-jährigen Jugendlichen. Es bot ihnen bisher nicht gekannte Möglichkeiten, sich als Persönlichkeit im Netz zu präsentieren und mit Freunden auszutauschen. Zu Hochzeiten hatte das SchuelerVZ 5,9 Millionen NutzerInnen. Aber das Internet ist ein sehr dynamisches Medium: Was heute noch total angesagt ist, kann morgen schon wieder „out“ sein. Der rasante Aufstieg von Facebook war gleichzeitig das Ende des SchuelerVZ. Die mit den Communities vebundenen Risiken - wie zum Beispiel Mobbing oder ungewollte Bilder im Netz - nahmen dadurch nochmal zu. Das SchuelerVZ war ein in Deutschland ansässiges Produkt des Holtzbrinck-Verlages und beschäftigte ein großes pädagogisches Team, das den jugendlichen NutzerInnen bei Schwierigkeiten zur Seite stand. Facebook hingegen war eine internationale Plattform für alle Altersgruppen mit Rechtssitz in Amerika. In den ersten Jahren der Mediensucht-Fachtage richtete sich der Blick vorwiegend allein auf die zeitliche Dimension jugendlicher Mediennutzung. Erst im Laufe der Zeit wurde eine ganzheitlichere Sicht eingenommen: Umgebungsfaktoren wie das familiäre Umfeld, Freundschaften und Schule wurde nun mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Besonders betont wurde die Verantwortung der Eltern, die sich mit der Mediennutzung ihrer Kinder aufgeschlossen auseinander setzen müssen und gemeinschaftlich Regeln aushandeln sollten, anstatt Verbote auszusprechen. Auch die Vorbildrolle der Eltern wurde betont: Wer selbst den gesamten Abend vor dem Fernseher verbringt, kann von seinem Kind nicht verlangen, sich nur eine Stunde am Tag mit Medien zu beschäftigen. Mit der rasanten Verbreitung der Smartphones hat die Diskussion einen neuen Höhepunkt erreicht. Während sich Rechner häufig noch in Familienbesitz befanden, sind Smartphones private Geräte. Immer jüngere Kinder verfügen mit ihren Smartphones über einen „eigenen“ Internetzugang. Im Jahr 2015 lag der Anteil der 12-13-jährigen Smartphone-BesitzerInnen bei 86% - 2011 waren es lediglich 14%. Zeitregelungen waren nun noch schwieriger zu treffen, die Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen entzog sich mehr und mehr der Kontrolle von Erziehenden. Insofern wurde es noch wichtiger, dass Kinder frühzeitig einen reflektierten und eigenverantwortlichen Medienumgang lernen. Durch die mobilen Möglichkeiten waren auch die Inhalte unserer Informationsbroschüre zwischenzeitlich überholt, sie erschien 2015 in Reaktion auf die veränderte Situation in einer komplett überarbeiteten Auflage. Insgesamt zeigt sich im Rückblick die hohe Dynamik der vernetzten Medien. Sie entwickeln sich fortlaufend in großem Tempo weiter und bieten immer neue Möglichkeiten. Bei jungen Menschen lösen zum Beispiel Video-Plattformen wie YouTube zunehmend das Fernsehen ab: Sie sind nun also unabhängig von einem vorgegebenen Programm, das zu festen Zeiten ausgestrahlt wird. „YouTuber“ sind die neuen Stars der Jugend. Auch hier muss Kompetenz gefördert werden, denn für viele junge Menschen ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, dass sich YouTube von einer

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Mitmach-Plattform immer mehr in Richtung professionelles Internet-Fernsehen entwickelt hat, das zwischenzeitlich ziemlich kommerzialisiert ist. Jugendarbeit und Schule haben die Aufgabe, fortwährend neue Reflektionsprozesse bei Jugendlichen anzustoßen: Wie erkennt man Schleichwerbung? Ist YouTube-Star wirklich ein realistischer Berufswunsch? Wie privat dürfen die Filme sein, die ich auf YouTube hochlade? Die Schnelllebigkeit der Medien bringt also immer neue Herausforderungen und Jugendarbeit muss am Ball bleiben, um Medienkompetenzvermittlung erfolgreich umzusetzen. Jugendliche sind in der Mediennutzung oftmals einen Schritt voraus - aktuell lässt sich das zum Beispiel auch gut im Stadtbild beobachten: An vormals eher unbelebten Plätzen sieht man im Augenblick größere Ansammlungen von Jungen und Mädchen, die den Blick auf ihre Mobilgeräte richten. Um sich einen Reim auf diese Szenerien zu machen, muss man wissen, dass dort gerade Pokémon Go gespielt wird. Es gibt also ständig etwas Neues in der medialen Lebenswelt und pädagogische Fachkräfte müssen mit dem hohen Tempo Schritt halten, um den Anschluss an ihre Zielgruppe nicht zu verlieren. Einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Fachkräfte leisten die jährlich stattfindenden Mediensucht-Fachtage, denn hier wird die Mediennutzung Jugendlicher stets aufs Neue beleuchtet. Auch der interdisziplinär besetzte Arbeitskreis Mediensucht bietet Fachleuten Gelegenheit, sich regelmäßig über verschiedenste Aspekte der Medienwelten Jugendlicher zu informieren und auszutauschen. Diese Broschüre dokumentiert die nun 10-jährige Geschichte der Arbeit zum Thema Mediensucht in Bremen.

O-Töne Ich hatte die Möglichkeit gleich zweimal am Mediensucht Fachtag teilzunehmen. Ich war jedes Mal beeindruckt, wie viele Fachkräfte sich in Bremen für das Thema interessieren. Dies ist nicht zuletzt auch der Fall, weil die Veranstalter es jedes Mal schaffen, das Thema Mediensucht immer wieder neu auszurichten und an aktuellen Trends zu orientieren. Bremen, auch wenn mein Herz nicht für euren Verein schlägt, dafür umso mehr für das LIS und ServiceBureau. Colette See | Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (Referentin in 2014 und 2015)

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2007 1. Mediensucht-Fachtag

Rund um’s Netz Schon im Jahr 2007 - also eine ganze Weile vor den mobilen Möglichkeiten immer und überall ‚on‘ zu sein - stieß das Thema Mediensucht auf großes Interesse: Der Fachtag „Rund um‘s Netz“ zog im Mai 2007 rund 50 JugendarbeiterInnen, LehrerInnen und VertreterInnen der Gesundheits- und Sozialbehörden in die Jugendbildungsstätte LidiceHaus nach Bremen-Lesum. Was machen Jugendliche eigentlich mit Medien? Besonders beliebt waren bei Jugendlichen zu dieser Zeit vor allem Chats, Flirtseiten und Computerspiele. Auch das Handy erfreute sich bei jungen Leuten zunehmender Beliebtheit. Das erwachsene Publikum betrachtete diese Tätigkeiten mit einer gewissen Skepsis, teils wurde das Medienhandeln der Jugendlichen sogar als sinnlose Zeitverschwendung disqualifiziert. Um diese Perspektive zu ändern, gab Markus Gerstmann vom ServiceBureau Jugendinformation dem interessierten Publikum einen Einblick in die jugendliche Medienwelt und erläuterte die Faszination der Medien und deren Funktion für Jugendliche: Online-Medien erlauben es, jederzeit mit Gleichaltrigen vernetzt zu sein und sich auszutauschen. Wer mitbekommen will, was im Freundeskreis gerade los ist, muss einfach häufig online sein. Hinter dem vermeintlich suchthaften Verhalten steckt also einfach das ganz normale jugendliche Bedürfnis nach Verbundenheit mit dem Freundeskreis. Computerspiele stehen besonders bei männlichen Jugendlichen hoch im Kurs. Auch hier spielt Gemeinschaft eine große Rolle. Faszinierend sind auch die guten Belohnungssysteme der Spiele sowie die Möglichkeiten, in andere Rollen schlüpfen zu können. Computerspiele können Jugendliche derart in ihren Bann ziehen, dass sie Zeit und Raum um sich herum vergessen. Und was ist Mediensucht? Die vor dem Computer verbrachte Zeit sei aber allein kein geeignetes Suchtkriterium, so der Fachpsychologe Franz Eidenbenz in seinem Vortrag „Gefangen im Netz“. Von Mediensucht könne erst dann gesprochen werden, wenn der Computer einen höheren Stellenwert im Leben einnimmt als alles andere. Dann nämlich, wenn Beziehungen, (Offline-)Hobbies, Schule oder Arbeit vernachlässigt werden. Der eigene Verhaltensraum verengt sich drastisch und die Kontrolle geht verloren. Meist merken zunächst Personen aus dem näheren Umfeld, dass etwas nicht stimmt, während Betroffene selbst das Problem bagatellisieren. Generell könne Computersucht jeden treffen, besonders anfällig seien aber männliche Jugendliche - egal aus welcher Schicht. Eidenbenz plädierte dafür, eine Infrastruktur zum Thema Mediensucht aufzubauen, um den steigenden Anfragen gerecht zu werden: sowohl die Süchtigen selbst als auch deren Eltern brauchen adäquate Hilfsangebote. Vernetzung und Fortbildung als zentrale Anforderungen In den Workshops am Nachmittag ging es um eine Bestandsaufnahme zum Thema Mediensucht in Bremen sowie die Definition der künftigen Anforderungen und Bedarfe. Es herrschte Einigkeit über den Fortbildungsbedarf der Fachkräfte, um Betroffenen kompetente AnsprechpartnerInnen sein zu können. Auch wurde konkrete Medienpraxis („selbst mal machen“) gewünscht, um die Faszination der Medien nachvollziehen zu können. In Zukunft solle zudem an einer gemeinsamen Definition des Begriffs Mediensucht gearbeitet werden. Darüber hinaus müsse es eine deutliche Abgrenzung zwischen Sucht und exzessiver Nutzung geben.

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Gewünscht wurde die Einrichtung einer zentralen Stelle, die einen neu zu schaffenden Arbeitskreis Mediensucht koordiniert und relevante Informationen an alle Akteure verteilt. Ohne Zweifel sei es wichtig, das Thema weiterzuverfolgen. Gesagt, getan: Der 1. Mediensucht-Fachtag ebnete den Weg für eine langfristige Auseinandersetzung mit dem Thema. Seither findet jährlich ein Mediensucht-Fachtag statt und der geforderte Arbeitskreis besteht bis heute.

Vorträge Spannung im Netz: Medien mit Suchtcharakter Markus Gerstmann | Medienpädagoge im ServiceBureau Jugendinformation Gefangen im Netz: Das Phänomen Mediensucht Franz Eidenbenz | Fachpsychologe bei der Offenen Tür Zürich

Workshops „Netze knüpfen“ Therapiemöglichkeiten: Welche Ressourcen stehen uns in Bremen zur Verfügung? Steuerungsgruppe / Arbeitskreis für Bremen: Wie kann eine Infrastruktur für die interdisziplinäre Zusammenarbeit maßgeblicher Akteure aufgebaut werden? Qualifizierung von Multiplikatoren in Bremen Welcher Fortbildungsbedarf besteht bei MultiplikatorInnen? Was sollte angeboten werden? Beratung organisieren Wie kann eine funktionierende Erstberatung für Betroffene und deren Angehörige angeboten werden? Selbsthilfe organisieren / anleiten Was kann Selbsthilfe leisten? Wie kann Selbsthilfe initiiert werden?

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2008 2. Mediensucht-Fachtag

Anknüpfen: Rund um’s Netz Als Konsequenz aus dem 1. Mediensucht-Fachtag hatte sich zwischenzeitlich der Arbeitskreis Mediensucht gegründet, in dem sich Fachleute verschiedener Disziplinen vierteljährlich über aktuelle Entwicklungen und praktische Bedarfe austauschten. Die interdisziplinäre Besetzung erwies sich dabei als außerordentlich befruchtend, denn die TherapeutInnen lernten von den MedienpädagogInnen über jugendliche Mediennutzung und umgekehrt fand ein Wissenstransfer über Sucht und Therapie statt. Beratung und Behandlung von Medienabhängigkeit in Schwerin Auf dem 2. Mediensucht-Fachtag gab der Psychologe Alexander Groppler dem Bremer Publikum einen Einblick in die bundesweit erste Beratungsstelle zum Thema Mediensucht: Das Hauptklientel des „Kompetenzzentrum für exzessive Mediennutzung und Medienabhängigkeit in Schwerin“ bestand aus 14-26-jährigen männlichen Online-Rollenspielern. Diese interaktiven Spiele üben eine hohe Faszination aus und fesselten die jungen Gamer bis zu 16 Stunden täglich an den Rechner. Auf Dauer bleibt ein solch exzessiver Konsum nicht ohne Folgen: Der Schlaf-Wach-Rhythmus verschiebt sich, es kann zu Augenproblemen und Haltungsschäden kommen. Teilweise geht den Spielern das Interesse an alltäglichen Verrichtungen verloren, so wird etwa die Körperhygiene vernachlässigt oder eine unausgewogene Ernährung führt zu Über- oder Untergewicht. Wenn es trotz eindeutiger schädlicher Folgen nicht zu einer Verhaltensänderung komme, kann das ein Kriterium für Abhängigkeit sein. Weitere Abhängigkeitskriterien für Mediensucht sind unter anderem unwiderstehliches Verlangen, verminderte Kontrollfähigkeit und Entzugserscheinungen. Zur Behandlung der Medienabhängigkeit gab es 2008 laut Groppler keine evaluierten Konzepte, nicht zuletzt deshalb, weil es auch keine einheitliche Einschätzung des Problems gab: Die Fachwelt war sich nicht einig, ob es bei exzessiver Mediennutzung um eine Störung der Impulskontrolle, eine Abhängigkeitserkrankung oder vielleicht einfach um das Symptom einer anderen Erkrankung geht. Dementsprechend waren auch die Behandlungsansätze recht unterschiedlich und reichten von Psychoedukation und sozialen Kompetenztrainings über Systemische Therapie bis hin zur Behandlung der komorbiden Störungen wie Depressionen. Beratungsbedarf auch in Bremen Auch in Bremen gab es Beratungsbedarf zum Thema exzessiver Mediennutzung, wie Markus Gerstmann (ServiceBureau Jugendinformation) und Regina Kühn (Regionale Beratungs- und Unterstützungszentren Bremen) in ihrem Vortrag verdeutlichten: Sowohl Eltern, als auch PädagogInnen aus Schulen und Jugendeinrichtungen und FamilienhelferInnen waren angesichts der zeitintensiven Medien-Beschäftigung verunsichert und suchten Unterstützung. Erste Hilfe fanden Ratsuchende in Bremen beim ServiceBureau Jugendinformation, beim Landesinstitut für Schule (LIS) - Gesundheit und Suchtprävention, bei den Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren (damals noch Zentrum für schülerbezogene Beratung) und beim sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes.

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Medienkompetenz ist die beste Prävention Besonders betont wurde die Wichtigkeit der Medienkompetenzvermittlung als präventive Maßnahme. Beispielhaft wurde ein medienpädagogisches Konzept des ServiceBureaus vorgestellt - die ExpertInnen-Konferenz. Hierbei werden Jugendliche als ExpertInnen ihrer eigenen Lebenswelt anerkannt und reflektieren in Kleingruppen eigenständig Chancen und Risiken ihrer präferierten Medien. Zudem erarbeiten sie Regeln für eine verantwortungsvolle und unschädliche Mediennutzung. Der Ausbau von Angeboten zur Medienkompetenzvermittlung für Bremen wurde auch nachmittags in den Workshops als eine zentrale Anforderung benannt. Die Verantwortung von Schule und Jugendarbeit liege schwerpunktmäßig im Bereich der Präventionsarbeit. Hier kann exzessiver Mediennutzung durch das Vermitteln eines verantwortungsbewussten Medienumgangs entgegen gewirkt werden. Aber auch Eltern müssen ihrer Erziehungsverantwortung gerecht werden und sich mit der Mediennutzung ihrer Kinder auseinander setzen. Eine Vertrauensbasis zwischen Eltern und Kindern sei dabei notwendige Voraussetzung für konstruktive Gespräche und das gemeinsame Aushandeln von Regeln. Eher kontraproduktiv, weil eben nicht vertrauensfördernd, sind aus Sicht der Fachleute dagegen (technische) Kontrollen und Beschränkungen seitens der Erziehenden. Für Eltern gelten dabei die selben Anforderungen wie für MultiplikatorInnen in Jugendarbeit und Schule: Neben einer aufgeschlossenen und wertschätzenden Haltung gegenüber der jugendlichen Lebenswelt, braucht es auch Sachkenntnis. Entsprechende Angebote zur Fortbildung von Fachleuten und Eltern seien daher weiter auszubauen.

Vorträge Mediensucht - ein Thema in Bremen? Ein Überblick über Anfragen von Eltern, Projekten und Handlungsmöglichkeiten Regina Kühn | Fachkraft Suchtprävention Regionale Beratungs- und Unterstützungszentren Bremen und Markus Gerstmann | Medienpädagoge im ServiceBureau Jugendinformation Mediensuchtberatung... wozu eigentlich? Was ist Mediensucht? Theorie, Praxis und Besonderheiten Alexander Groppler | Fachpsychologe der Mediensucht-Beratungsstelle in Schwerin

Workshops „Netze knüpfen“ „Can not join #real-life“: Methoden der Beratung von Medienabhängigen Alexander Groppler | Mediensucht-Beratungsstelle Schwerin „Ich will doch nur spielen“: Angehörigenberatung und Kontaktaufnahme mit Betroffenen Ole Petersen und Knut Schalla | Sozialpsychiatrische Beratungsstellen Mitte und Nord „Darum sollen sich die Eltern kümmern?“: Präventionsarbeit in der Schule Regina Kühn | Regionale Beratungs- und Unterstützungszentren Bremen & Markus Gerstmann | ServiceBureau Jugendinformation Wunschberuf Computerspieler Carsten Rautenberg | Suchtberater im Drogenhilfezentrum Mitte

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2009 3. Mediensucht-Fachtag

Wa(h)re Gefühle Junge Menschen unterscheiden viel weniger als Erwachsene zwischen realem und virtuellem Leben. Für Kinder und Jugendliche ist die Beschäftigung mit dem PC ein integraler Bestandteil ihrer alltäglichen Lebenswelt: Sie kämpfen, siegen, verlieren, greifen an und halten Angriffe aus. Sie surfen, schauen Filme, kommunizieren mit ihren Freunden und schauen gleichzeitig Fernsehen. Sind Jugendliche überhaupt noch in der Lage, wahre Gefühle zu erleben, wenn menschliche Kontakte zu einem großen Teil technisch vermittelt stattfinden? Empfinden sie noch Freude an den kleinen Dingen des wirklichen Lebens, obgleich die virtuelle Welt viel schneller und bunter ist? Wenn es so einfach ist, Gleichgesinnte oder sogar Freunde im Netz zu finden, bleibt dann noch die Sehnsucht nach Zuneigung und Anerkennung im realen Leben? Gibt es etwas im Alltag, was ähnlich „kickt“ wie ein Computerspiel? Im Rahmen des 3. Mediensucht-Fachtags „Wa(h)re Gefühle“ ging es um die Folgen exzessiver Mediennutzung für das emotionale Erleben. Feel a lot, but keep cool - Videospiele und ihre Faszination auf junge Menschen In einem ersten Vortrag beleuchtete Professorin Dr. med. Dipl.-Psych. Karla Misek-Schneider Bildschirmspiele aus psychologischer Sicht. So kann ein Spiel etwa der Erfüllung unrealisierbarer Wünsche dienen und erlaubt das Ausspielen von Macht und Kontrolle. Ebenso können spannungsreiche Gefühle und Konflikte ausagiert und bewältigt werden. Misek-Schneider stellte Computerspielsucht als eine Verhaltenssucht dar, bei der die Erinnerung an die positive Suchtmittelwirkung als Antrieb für das süchtige Verhalten fungiert. Nach diesem Ansatz lernen Körper und Seele die Verknüpfung von exzessivem Spiel mit positivem Erleben: Das Computerspiel steht dann für Entspannung und Entfliehen aus einer problembelastenden Realität oder den Gefühlen von Einsamkeit und repräsentiert positive Gefühle wie Glück, Vertrautheit, Macht und Erregung. Das Spiel wird Trostspender und „Mood-Manager“. Internetsuchtforschung: der aktuelle Stand Sabine Petersen, Psychologin in den Fachkliniken Nordfriesland gGmbH, gab anschließend einen Überblick über den aktuellen Stand der Internetsucht-Forschung. Zu Häufigkeiten von Internetsucht liegen eine Reihe von Studien vor, die sich in ihren Einschätzungen teils erheblich unterscheiden. Ursächlich dafür ist, dass es für Klassifikation und Diagnostik an einheitlichen Kriterien und Instrumenten mangelt - Internetsucht sei nach wie vor keine anerkannte Störung und findet keine Erwähnung in ICD-10 (Internationales Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation) und DSM-IV-TR (Psychiatrisches Klassifikationssystem der USA). So erfolgt auch keine einheitliche, exakt auf das Störungsbild abgestimmte therapeutische Behandlung.

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Die Welt der Online-Spieler Der Kommunikationswissenschaftler Dr. Jeffrey Wimmer (Juniorprofessor an der Technischen Universität Ilmenau) nahm das Publikum mit in die Welt der Gamer und ging dabei besonders auf soziale, kulturelle und ökonomische Aspekte ein. Er betonte den kommunikativen Charakter der Online-Spiele und räumte somit das populäre Klischee des vereinsamten Computerspielers aus dem Weg. Gerade wegen der sozialen und kommunikativen Komponenten sind die Bindekräfte bei Online-Spielen sehr hoch. Drei Viertel der Online-Gamer sind Mitglied in einer Gilde oder einem Clan und fühlen sich ihren Mitspielenden verpflichtet.

O-Töne „Als Wissenschaftler halte ich sehr viele Vorträge vor wechselndem Publikum. Meine sozialwissenschaftlich geprägte ambivalente Darstellung des Problemkomplexes Medienabhängigkeit findet hierbei nicht immer positivem Anklang, da die öffentliche Auseinandersetzung mit vielen Vorurteilen und Klischees beladen ist. Die TeilnehmerInnen des AK Mediensucht sind mir allerdings aufgrund ihrer äußerst konstruktiven und engagierten Perspektive stark in Erinnerung geblieben.“ Prof. Dr. Jeffrey Wimmer | Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der TU Illmenau

Vorträge Feel a lot, but keep cool - Videospiele und ihre Faszination auf junge Menschen Professorin Dr. med. Dipl.-Psychologin Karla Misek-Schneider | Fachhochschule Köln Internetsuchtforschung 2.0 - von alten und neuen Hüten. Dipl.-Psychologin Sabine Petersen | Fachkliniken Nordfriesland gGmbH Spiele und Spieler in Deutschland. Der Gamer – (k)ein unbekanntes Wesen? Juniorprofessor Dr. Jeffrey Wimmer | TU Ilmenau

Diskussion folgender 3 Thesen im Plenum Die virtuelle Welt macht lebensunfähig für das reale Leben!? Bald wird es nur noch eine Welt geben und keiner kann virtuell und real mehr unterscheiden!? Das Netz ist ein Tummelplatz der Gefühle. Da kannst du mehr fühlen als im Alltag!?

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2010 4. Mediensucht-Fachtag

computer_leiden_schaf(f)t Computernutzung von Heranwachsenden sorgt für Zündstoff in den Familien. Das größte Ärgernis ist dabei häufig der Faktor Zeit: Wieviel ist normal? Wann wird es problematisch? Um diese Abgrenzung ging es auf dem 4. Mediensucht-Fachtag, bei dem zunächst Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klasse zu Wort kamen: Sie berichteten über ihre Lieblingsmedien und brachten dem erwachsenen Publikum die Faszination dieser Medien näher. In der anschließenden Diskussion fragte ein Teilnehmer die Jugendlichen nach den vermeintlichen Gefahren in Online-Communities: „Wenn bei SchülerVZ so viel passiert, müsste dann nicht ein Warnhinweis beim Start der Internetseite erscheinen?“ Die Antwort des Schülers aus dem 8. Jahrgang fiel souverän aus: „Müssten dann nicht auch beim Kegelabend solche Warnhinweise ausliegen? Machen Sie sich vorm Kegeln warm! Trinken Sie nicht zu viel! Essen sie nicht zu viel! Und machen Sie nicht die Frau des Kegelbruders an!“ Digitale Bewältigung der Pubertät Über die Entwicklungsschritte der Pubertät und deren digitale Bewältigung referierte im Anschluss Sascha Neurohr, pädagogischer Mitarbeiter beim sozialen Netzwerk SchülerVZ. Nach einem Überblick über verschiedene Modelle zur Adoleszenz, beschrieb er die Entwicklungsaufgaben im Jugendalter, die unter anderem darin liegen, emotionale Unabhängigkeit von den Eltern zu erreichen und reifere Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen. Durch das Darstellen der eigenen Person mit einer Profilseite in einem sozialen Netzwerk findet bei Heranwachsenden eine Selbstauseinandersetzung statt, die der Identitätsfindung dient. Sie stellen sich als authentische Persönlichkeit dar, positionieren sich in ihrer Peer-Group, setzen sich mit ihren Beziehungen auseinander und entwickeln in Auseinandersetzung mit anderen ihr eigenes Weltbild. Jugendliche nutzen das Internet zum Identitäts-, Informations- und Beziehungsmanagement und bewältigen ihre aktuellen Entwicklungsaufgaben durchaus auch online. Von digitalen Ur-EinwohnerInnen und digitalen EinwanderInnen Der Medienpädagoge Jens Wiemken ging in seinem Vortrag auf die herrschende Generationenkluft ein. Kinder wachsen selbstverständlich mit digitalen Medien auf, sie kennen die Welt gar nicht ohne diese Medien. Insofern sind sie „Digital Natives“, während ihre Eltern dieselben Medien erst als Erwachsene kennen gelernt haben und daher „Digital Immigrants“ sind. Die Mediennutzung der Generationen unterscheidet sich erheblich, auf Seiten der Eltern herrschen viele Ängste und Vorurteile. Dies wurde auch von Studierenden des Fachbereichs Soziale Arbeit an der Hochschule Bremen belegt, die für den Fachtag eine Eltern-Befragung zur Mediennutzung ihrer Kindern durchgeführt hatten. Wichtig sei es daher, dass Eltern mit ihren Kindern über Mediennutzung ins Gespräch kommen, um ihrer eigenen Unsicherheit entgegen zu steuern.

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Wilde Bühne: Helden im Netz Teil des Programms war diesmal auch Theater: Die Wilde Bühne Bremen präsentierte eine Szene aus ihrem Stück „Helden im Netz“, in dem es um die Verführungen und Grenzen der virtuellen Welt geht. Normalerweise tritt das Ensemble mit diesem Stück vor Schülerinnen und Schülern auf, um eine kritische Diskussion über Medienkonsum anzuregen. Das Publikum kann durch Mitspielen oder Zuruf der Handlung einen neuen Verlauf geben. Auf diese Weise werden neue Perspektiven und Möglichkeiten sicht- und erlebbar. Die Wilde Bühne leitete auch einen der drei angebotenen Workshops am Nachmittag an und erarbeitete mit den Teilnehmenden spielerisch Handlungsmöglichkeiten für Konflikte rund um die Mediennutzung in Familien. Ein weiterer Workshop bot die Möglichkeit der kreativen Auseinandersetzung mit dem Schutz der eigenen Identität im Internet, während die dritte Gruppe zu den medialen Möglichkeiten der Kommunikation der Jugendarbeit mit Jugendlichen arbeitete.

Vorträge & Theater So machen wir es! Jugendliche zeigen Facetten ihrer Mediennutzung Schülerinnen und Schüler des 8./9. Jahrgangs der Oberschule Findorff Die Entwicklungsschritte der Pubertät. Wie können diese auch medial bewältigt werden?! Dipl.-Pädagoge Sascha Neurohr | SchülerVZ e-sucht oder exodus? Über „Digital Natives“ & „Digital Immigrants“ Dipl.-Pädagoge Jens Wiemken | byte42.de Computernutzung aus Elternsicht: Ergebnisse einer Elternbefragung Studierenden der Hochschule Bremen „Helden im Netz“ | Spiel-Szene aus dem gleichnamigen Theater-Stück zum Thema Mediensucht Wilde Bühne Bremen

Workshops „I work“ Internet? Alles nur Theater!? Ich? - Fake oder real?! Das Internet versteht mich - meine Eltern nicht!

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2011 5. Mediensucht-Fachtag

Computersucht am Ende? Gibt es Computersucht überhaupt? Oder handelt es sich um ein ganz normales Pubertäts-Phänomen, das irgendwann von allein wieder vorüber geht? Dies waren die leitenden Fragen des 5. Fachtags Mediensucht. Geladen waren drei ReferentInnen, die ihre unterschiedlichen Sichtweisen auf die exzessive Mediennutzung Jugendlicher vorstellten. Einfluss familiärer Strukturen auf das Medienverhalten der Kinder Der Soziologe Moritz Rosenkranz (Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) der Universität Hamburg ) vertrat die Ansicht, dass familiäre Strukturen einen großen Einfluss auf das Medienverhalten der Kinder haben, er sieht das Problem vor allem als medienerzieherische Herausforderung für Familien. Eltern hielten ihre Kinder teils für süchtig, einfach weil diese viel Zeit mit Medien verbringen. Dies allein sei aber kein entscheidender Faktor. Problematisches Verhalten liegt erst dann vor, wenn sich die Mediennutzung negativ auf das „reale“ Leben auswirkt, wenn also z.B. die Leistungen in der Schule stark abfallen, keine „echten“ Freunde mehr vorhanden sind oder die subjektive Lebenszufriedenheit des Kindes sinkt. Um problematische Mediennutzung festzustellen sei es daher für Eltern wichtig, den Kontakt zu ihrem Sohn oder ihrer Tochter zu halten und seine Lebenssituation wahrzunehmen. Wünschenswert sei, dass Eltern ihre Medienerziehung reflektieren und sich mit verschiedenen Medien(-inhalten) auseinandersetzen, um ihre Vorurteile zu überprüfen und ihre (vielleicht übertriebenen) Ängste abbauen. Denn dann können sie den Medienumgang ihrer Kinder besser begleiten und sie vor Problematiken schützen. Sucht oder psychosoziale Störung? Dr. Jörg Petry (Suchttherapeut an den AHG Kliniken) informierte im zweiten Vortrag über dysfunktionalen und pathologischen PC- und Internetgebrauch, den er nicht für ein Suchtproblem, sondern vielmehr für eine psychosoziale Störung hält. Seine Therapie setzt insofern nicht auf Computer-Entzug, ihm geht es um den Aufbau eines reflektierten Umgangs mit dem Medium. Insgesamt sei es aber so, dass das Problem der Betroffenen - je nach Anlaufstelle - unterschiedlich eingeordnet werde. Häufig erfolge die Diagnose in Anlehnung an Glücksspielsucht, was Petry als problematisch betrachtet, da es hier deutliche Unterschiede gebe. Bezüglich der Versorgungslage bei der Behandlung ausufernden Mediengebrauchs machte der Referent deutlich, dass der Bedarf das Angebot um ein vielfaches übersteigt. Kriterien der Medienabhängigkeit Die Psychologin Sabine Petersen gab dem Publikum einen Überblick über die Kriterien der Medienabhängigkeit aus theoretischer und praktischer Perspektive. Anhand eines Fallbeispiels verdeutlichte sie die Problematik der fehlenden Einheitlichkeit von Diagnosekriterien, die sich zudem häufig an den Kriterien der Substanzabhängigkeit orientieren. Petersen plädierte für eine einheitliche Definition speziell für Computerspielsucht, um diese besser behandeln zu können. In einer anschließenden Diskussionsrunde mit den ReferentInnen, weiteren Experten (Landesinstitut für Schule, Gesundheitsamt) sowie dem Publikum ging es einerseits um die Behandlung exzessiven Medienkonsums, andererseits aber auch um die Erkennung einer möglichen Problemlage. Hier wurde wiederum auf die Wichtigkeit der Eltern verwiesen, die durch Aufklärungsarbeit in die Lage versetzt werden müssen, problematisches Medienverhalten zu erkennen. Das Thema Medienpädagogik müsse darüber hinaus auch fester Bestandteil der LehrererInnen-Ausbildung sein, damit Kinder in der Schule in ihrem medienkompetenten Umgang gestärkt werden.

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Von den meisten der Bremer Mediensucht-Fachtage gibt es Live-Mitschriften. Diese finden Sie auf www.servicebureau.de/mediensucht

Vorträge Exzessive Computer- und Internetnutzung von Jugendlichen: Wahrnehmungen und Interaktionen in Familien Dipl.-Soziologe Moritz Rosenkranz | Universität Hamburg Dysfunktionaler und pathologischer PC- und Internetgebrauch: Ein biopsychosoziales Störungsmodell Psychotherapeut Dr. Jörg Petry | AHG-Kliniken Kriterien der Medienabhängigkeit aus theoretischer und praktischer Perspektive Dipl.-Psychologin Sabine Petersen | Fachkliniken Nordfriesland gGmbH

3-Thesen-Diskussion mit Vertreterinnen und vertretern der senatorischen Behörden für Bildung, Jugend und Gesundheit Für problematische Kinder muss der Staat Unterstützung bereit halten!? Medien (re)produzieren das Problem Mediensucht selbst!? Ein bisschen Abstand zur Realität tut ganz gut, jeder hat ein Recht auf seine Sucht!?

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2012 6. Mediensucht-Fachtag

+++ Lifeticker +++ Wie sehen jugendliche Lebenswelten im Jahr 2012 aus, was machen junge Menschen heutzutage? Hocken sie nur noch vor dem PC? Oder machen das nur bestimmte Jugendliche? Und falls sie tatsächlich den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen: Können Internet, Spiele und Co. vielleicht sogar als pädagogische Chance gesehen werden? Und wenn ja, wie? Oder haben wir es hier mit Medienabhängigen zu tun? Was bedeutet das dann für unsere pädagogische Arbeit? Auf dem Fachtag +++ Lifeticker +++ haben wir uns auf die Suche nach Antworten gemacht. Wie ticken Jugendliche 2012? Juliane Winkler von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) stellte die Sinus-Jugendstudie 2012 vor und gewährte dem Publikum damit einen Blick in die vielfältigen Lebenswelten der 14-17-jährigen. Die Studie arbeitete verschiedene jugendliche Lebensweltmodelle heraus und stellt die damit einhergeheneden unterschiedlichen Vorstellungen, Werthaltungen, Handlungsweisen und Zukunfts-Anforderungen der Heranwachsenden dar. Allgemeine Befunde waren unter anderem, dass die Jugendlichen im Jahr 2012 insgesamt zuversichtlich und pragmatisch sind, aber auch Angst haben, den Anschluss zu verlieren und somit hohe Anforderungen an sich selbst stellen. Trotz unsicherer Zukunftsperspektiven sei der Optimismus unter den meisten Jugendlichen groß. Eine Ausnahme bilden jedoch die Jugendlichen aus prekären Lebensverhältnissen, die ihre Chancen auf eine Berufsausbildung und ein Arbeitsverhältnis als gering einschätzen. Hinzu kommt, dass Jugendliche aus prekären Verhältnissen gemieden und ausgegrenzt werden – vor allem von Jugendlichen aus der Mitte der Gesellschaft. Politik und Gesellschaft müssen sich dafür einsetzen, dass diese Jugendlichen nicht „abgehängt“ werden, so die Auftraggeber der Studie. Pädagogische Chancen von Computerspielen Torben Kohring vom ComputerProjekt Köln e.V. berichtete anschließend über die mit Computerspielen verbundenen pädagogischen Chancen. Jugendliche seien fasziniert von Computerspielen, etwa weil sie ihre eigene Wirksamkeit erfahren, sich zugehörig fühlen und weil Spielen einfach Spaß macht. Kohring stellte eine Reihe von medienpädagogischen Praxisprojekten vor und demonstrierte dem Publikum, wie eine reflektierte Computerspiel-Nutzung von Kindern und Jugendlichen gefördert werden könne. Ein guter Weg sei beispielsweise das gemeinsame Testen von Computerspielen. Das Spielen in der Gruppe habe einen hohen pädagogischen Wert, die Jugendlichen tauschen sich über ihre Erfahrungen aus und erarbeiten eine Bewertung. Wichtig ist, dass sich das „Gemeinsam“ eben nicht nur auf PC und Internet beschränkt, sondern dass medienpädagogische Projekte auch immer einen Austausch in der „realen Welt“ beinhalten müssen. Methoden aus der Beratungs- und Behandlungspraxis mit Medienabhängigen Jannis Wlachojiannis von der Beratungsstelle „Lost in Space“ in Berlin berichtete über Methoden aus der Beratungsund Behandlungspraxis mit Medienabhängigen. In den letzten Jahren sei die Anzahl der Anfragen erheblich gestiegen. Vor allem wenden sich zunehmend Eltern, deren meist männliche Kinder bis zu 6-10 Stunden täglich spielen, hilfesuchend an seine Beratungsstelle. Die Beratung erfolgt anonym und kostenlos, die Haltung in Bezug auf neue Medien sei akzeptierend. Zu den Methoden der Beratungsstelle gehören unter anderem die gemeinsame Reflektion des Medienverhaltens. Betroffene sollen zu einer realistischen Selbsteinschätzung kommen und beurteilen können, was ihnen selbst gut tut und was ihnen eher schadet. Als praktische Maßnahme werden gemeinsam strukturierte Wochenpläne erarbeitet. Die Beratungsstelle arbeitet eng mit Therapieeinrichtungen zusammen, so dass auf Wunsch auch eine Weitervermittlung problemlos möglich ist. Auch Wlachojiannis betonte wiederum die Wichtigkeit der Eltern für die Lösung des Problems: Sie müssten sich aktiv mit den Medien ihrer Kinder auseinander setzen und die Bereitschaft mitbringen, die damit einhergehende Begeisterung nachzuvollziehen. Ziel sei es, dass Eltern mit ihren Kindern wieder in Kontakt kommen.

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Erkenntnisse aus den Arbeitsgruppen Am Nachmittag arbeiteten die TeilnehmerInnen des Fachtags an drei verschiedenen Fragestellungen: Eine Arbeitsgruppe befasste sich mit der Nützlichkeit von wissenschaftlichen Studien für die praktische Arbeit. Diese sei vor allem für die Arbeit mit Eltern und PädagogInnen nicht zu bestreiten, da Studien einen guten Überblick über bestimmte Themenfelder und Problematiken liefern. Generell solle man Studienergebnissen aber nicht blind vertrauen, sondern sie kritisch hinterfragen. Eine zweite Arbeitsgruppe diskutierte die Frage, ob persönliche Erfahrungen mit Mediensucht eine Voraussetzung für gute Beratung sind. Hierzu waren die Meinungen nicht eindeutig. Einigkeit herrschte allerdings bei der Einschätzung, dass ein gutes Grundlagenwissen zu Medienthemen sowie die Bereitschaft, sich auf die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen einzulassen, für eine gute Beratung unerlässlich seien. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine dritte Gruppe, die bei PädagogInnen einen Mangel an Offenheit und Interesse bezüglich digitaler Medien wahrnahm. Als guter Ansatz wurde hier ein Rollenwechsel zwischen Lehrenden und Lernenden gesehen: PädagogInnen sollten sich die Expertise der Jugendlichen zunutze machen, um ihre eigene Medienkompetenz zu stärken.

O-Töne Es war eine sehr gute Veranstaltung in toller Atmosphäre. Das Thema Medienabhängigkeit wurde kritisch, aber sehr positiv vom Publikum aufgenommen und es gab wertvolle Ideen wie die Praktiker damit in Zukunft umgehen können. Es wurden nicht nur negative Aspekte von medialer Nutzung angesprochen, ebenfalls positive Dinge. Dies machte es für mich zu einem sehr ausgewogenen und guten Tag. Jannis Wlachojiannis | Beratungsstelle „Lost in Space“ in Berlin

Vorträge Sinus-Studie 2012 - Wie ticken Jugendliche? Juliane Winkler | Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) Games. Pädagogik. Praxis - Games als Chance im pädagogischen Handeln Torben Kohring | ComputerProjekt Köln e.V. Methoden aus der Beratungs- und Behandlungspraxis mit Medienabhängigen Jannis Wlachojiannis | Projekt Lost in Space

Arbeitsgruppen Der Sinn wissenschaftlicher Studien für die pädagogische Arbeit Beratung- und Behandlungsmöglichkeiten in Bremen Ticken wir richtig? Sind Kinder, Jugendliche und Pädagogen im Gleichklang?

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2013 7. Mediensucht-Fachtag

Medien - Sucht - Kompetenz Auf dem siebten Mediensucht-Fachtag machte Professor Dr. Malte Mienert das Publikum mit Jugendlichen - den „unbekannten Wesen“ bekannt: Wie sehen Selbstbildungsprozesse heute aus und welche Rolle spielen Medien dabei? Mienert referierte über die Normalität von Risiko, die Herausforderungen im Umgang mit Heranwachsenden und warf spannende Fragen zum Umgang mit Regeln auf. Wir würden es genauso machen Er beschrieb die Entwicklungsaufgaben im Jugendalter und forderte das Publikum auf, sich in die eigene Jugend zurückzuversetzen. Durch seine anschaulichen Schilderungen erreichte Mienert eine Einsicht beim erwachsenen Publikum, nämlich: Wären wir in der heutigen Zeit Jugendliche, würden wir uns exakt so verhalten wie es Heranwachsende eben heute tun. Jugendlich zu sein heißt, in einem Spannungsfeld zu stehen – erwachsen sein wollen, aber es noch nicht können. Es prasseln viele Erwartungen und Zuschreibungen auf die Jugendlichen ein, sie brauchen Abgrenzungsmöglichkeiten von den Erwachsenen. In der heutigen Zeit sind diese Abgrenzungsmöglichkeiten eben auch medial. Mienert regte das Publikum an, sich nicht auf die Unterschiede zwischen der heutigen und der damaligen Jugend zu fokussieren. Damals wie heute bedeutet erwachsen werden auch, sich von den Eltern abzugrenzen. Das ist uns allen gemeinsam. Jugendliche an der virtuellen Bushaltestelle abholen Diese Einschätzung teilte auch Dr. phil. Angelika Beranek, die über ihre Arbeit als Medienpädagogin im Infocafe Neu-Isenburg, einem Internetcafe für Kinder und Jugendliche, berichtete. Sie betonte nochmals, dass sich die Entwicklungsaufgaben in der Jugend nicht geändert haben, sondern dass diese Aufgaben im digitalen Zeitalter lediglich anders bewältigt würden. Die veränderte Lebenswelt erfordere auch neue Ansätze in der Jugendarbeit. Projekte wie „Digitale Helden“ oder „Zocken mit Sinn“ holen Jugendliche dort ab, wo sie sind - an der „virtuellen Bushaltestelle“. Beranek stellte Ansätze zur Medienkompetenzförderung vor, beschrieb wie Streetwork in digitalen Zeiten aussehen kann und welche Angebote bei Jugendlichen auch „offline“ ziehen. Wichtig bei Projekten sei es, aktuelle Medientrends der Jugendlichen aufzugreifen. Aktuell seien das bei Jungs beispielsweise „Let‘s Play“Videos. In diesen Filmen werden Computerspiele durchgespielt und dabei kommentiert. Im Infocafe Neu-Isenburg wurde daraufhin eine Let‘s Play-AG gegründet, in der Jugendliche lernten, selbst solche Videos zu produzieren. Dadurch reflektierten die Jugendlichen die Spiele und ihr eigenes Spielverhalten. Ein Trend bei Mädchen seien dagegen „Beauty Blogs“, in denen Styles, Klamotten und Beautyprodukte vorgestellt werden. Auch hierzu gab es eine Arbeitsgruppe im Infocafe, in der unter anderem eigene Schmink-Videos gedreht wurden. Durch diese gemeinsame Beschäftigung kommt man miteinander ins Gespräch und es ergeben sich Gelegenheiten, auch über Themen wie Bildrechte oder Schönheitsideale zu sprechen. Wieviel Zeit ist normal? Dass Jugendliche viel Zeit am Rechner verbringen sei nicht verwunderlich. Mit den technischen Möglichkeiten habe sich auch das Thema Identitätsformung ganz neu gestaltet und beziehe sich nun sehr auf Medien, die eben ein gutes Instrument zur Identitätsbildung oder zur Abkapselung zu den Eltern seien. Im Internet finde ich immer jemanden, dem es genauso geht, wie mir. Aber was ist dann eine vernünftige Zeitregelung? Allgemein gilt: es gibt keine allgemeingültige Antwort. Vielmehr kommt es darauf an, was das Kind in seiner Freizeit sonst noch macht. Wenn ein Kind beispielsweise gut in der Schule ist, die Hausaufgaben erledigt und das Zimmer aufgeräumt hat, im Sportverein aktiv ist und sich regelmäßig mit Freunden trifft, können auch mal 5 Stunden Computerspiel akzeptabel sein. Besonders wenn gerade ein neues Spiel erschienen ist, nimmt die Zeit vor dem PC oft zu. Das sei auch okay so, denn in der Regel normalisiert sich der Konsum nach ein paar Wochen wieder von allein.

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Erkenntnisse aus den Arbeitsgruppen Am Nachmittag arbeiteten die TeilnehmerInnen des Fachtags zu verschiedenen Themen: In einem Workshop wurde über die Sinnhaftigkeit von Regeln im Alltag mit Kindern und Jugendlichen diskutiert, in einem weiteren ging es um pädagogische Konzepte zur Förderung eines reflektierten Medienumgangs. Hier wurden auch bereits bestehende Angebote in Bremen vorgestellt, wie der Facebook-Sicherheitscheck der Bremischen Landesmedienanstalt sowie die Elternabende des ServiceBureau Jugendinformation (in Kooperation mit der Landesmedienanstalt). Es wurde dafür plädiert, das Angebot auszubauen und kontinuierlich weiterzuentwickeln. In einem dritten Workshop wurde unter Anleitung zweier Suchtfachkräfte ein Familiendialog durchgespielt. In dem Rollenspiel ging es um einen 15-jährigen Computerspieler, der neben Depressionen auch weitere Problematiken aufweist. Eltern, Jugendamt und Schule versuchen, dem Jungen zu helfen. Die Methode ermöglichte den TeilnehmerInnen einen umfassenden Blick auf die Problemlage. Bei einer abschließenden Reflektion wurde festgestellt, dass die Sichtweise des Betroffenen für die Lösung des Problems besonders wichtig ist. Im Rollenspiel selbst spielten die Befindlichkeiten des 15-jährigen kaum eine Rolle - Eltern, Jugendamt und Schule haben seine Sichtweise kaum wahrgenommen, sie waren vielmehr mit gegenseitigen Schuldzuweisungen beschäftigt. Dank der Bremischen Landesmedienanstalt durften die TeilnehmerInnen zum Abschluss des Fachtags die Faszination der ComputerspieleWelt am eigenen Leib erfahren: Beim Programmpunkt „Genießen erlaubt“ gab es Gelegenheit, Social Network-Games, World of Warcraft sowie CounterStrike auszuprobieren.

Vorträge Jugendliche - die unbekannten Wesen Professor Dr. Malte Mienert | European New University Kerkrade (NL) „Jugendliche bändigen“ - Jugendarbeit im digitalen Zeitalter Dr. phil. Angelika Beranek | Infocafe Neu-Isenburg

Workshops Ich habe nur gute Erinnerungen an den Fachtag. Ich selbst war ja eher für die Jugendlichen im Allgemeinen zuständig. Ich habe von den anderen Präsentationen viel gelernt. Das Thema Mediennutzung, insbesondere Computerspiele, ist ein Thema, das häufig an mich herangetragen wird, aber da bin ich leider selbst ziemlicher Laie. Umso hilfreicher waren für mich die vielen praktischen und theoretisch begründeten Tipps, wie man mit Computerspielen und Onlinenutzung im Alltag mit Jugendlichen umgehen kann. Malte Mienert

O-Töne

„Flügel und Grenzen“ - Sinnhaftigkeit von Regeln im Erziehungsalltag Professor Dr. Malte Mienert | European New University Kerkrade (NL) Medienscouts und „Digitale Helden“ Dr. phil. Angelika Beranek | Infocafe Neu-Isenburg Familiendialog: Ein Fallbeispiel Regina Kühn und Paul-Th. Ewert

Selber machen Genießen erlaubt: Coffee - Cakes - Computerspiele Edina Medra & Kolleginnen | Bremische Landesmedienanstalt

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2014 8. Mediensucht-Fachtag

Lust - Last - Lost Wovon hängt es eigentlich ab, ob es im Alltag von Kindern und Jugendlichen um einen lustvollen, kreativen Umgang mit digitalen Medien geht oder ob sie plötzlich „lost in space“ sind? Das war die leitende Frage des achten Mediensucht-Fachtags. Mediennutzung hat einen subjektiven Sinn Professorin Dr. Tanja Witting von der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften betonte in ihrem Vortrag den subjektiven Sinn der Mediennutzung für Jugendliche. Sie sprach über geschlechtsspezifische Unterschiede beim lustvollen Umgang mit Medien. Spiele seien nach wie vor eine eher männliche Domäne, Jungen bevorzugen handlungsorientierte Medien und gestalten ihre Beziehungen zu Gleichaltrigen innerhalb dieser Spiele. Mädchen dagegen pflegen ihre Beziehungen intensiver über Messenger-Dienste und soziale Netzwerke. Auf der Suche nach Anerkennung inszenieren sich Jungen und Mädchen in sozialen Medien selbst. Auch hier gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern, was Witting am Beispiel von „Selfies“ verdeutlichte. Mädchen nutzen diese Form der Selbstdarstellung häufiger und inszenieren sich tendenziell eher schmaler und zierlicher, während Jungen darauf achten, dass ihre Selbstporträts Dominanz und Größe ausstrahlen. Inszeniere dich, um dich selbst zu erkennen Es habe eine Transformation von einer Konsumkultur hin zu einer Mitmachkultur stattgefunden, so Professorin Dr. Martina Schuegraf von der HFF Filmuniversität Babelsberg in ihrem anschließenden Vortrag. Dienste wie Facebook, Twitter und YouTube erlauben aktive Beteiligung - „Inszeniere dich, um dich selbst zu erkennen“ sei hier das Motto. Ein Effekt dieser Plattformen sei auch eine Veränderung der Star- und Fan-Beziehung: Soziale Medien fungieren als Präsentationsfläche, Distributionswege und wechselseitige Kommunikationskanäle. Prominente präsentieren ihr Leben in den Netzwerken und erlauben den Fans durch Like- und Kommentar-Funktion eine bislang nicht gekannte Nähe. Mensch und Maschine wachsen zusammen Colette See vom Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. sprach in ihrem Vortrag „Lost of reality“ über das digitale Ich und die Faszination der Selbstdarstellung sowie der permanenten Verbundenheit. Mobile Medien sorgen dafür, dass wir immer und überall online sind: schon morgens fällt der Blick direkt nach dem Aufwachen aufs Handy. Für die Zukunft sagte die Referentin voraus, dass Mensch und Maschine immer weiter zusammen wachsen. Die Kommunikation werde schneller und damit auch anstrengender. Bezüglich der Mediensucht stellte sie fest, dass es nach wie vor keinen wissenschaftlichen Konsens über das Störungsbild und damit auch keine einheitliche Definition des Problems gäbe, was die Arbeit mit Betroffenen erschwere. Auch betonte sie nochmals den besonderen Stellenwert der Präventionsarbeit in Form von Medienkompetenzförderung. Praktische Arbeit in Workshops Um konkrete Ansätze der Förderung eines bewussten Medienumgangs ging es am Nachmittag in den Workshops: Die TeilnehmerInnen diskutierten, wie Medienerziehung in der Familie gelingen kann und lernten Konzepte der Medienkompetenzvermittlung in Jugendhilfe und Schule kennen. Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich speziell mit der permanenten Verfügbarkeit von Pornografie und Gewalt im Internet und dem Einfluss dieser Inhalte auf die Persönlichkeitsentwicklung von Heranwachsenden. Den therapeutischen Ansatz von „Teen Spirit Island“ im Kinder- und Jugendkrankenhaus „Auf der Bult“ in Hannover lernten die TeilnehmerInnen eines weiteren Workshops kennen. Im Vordergrund der Behandlung dort steht ein klar strukturierter Tagesablauf sowie das (Wieder-)Erlernen von Auseinandersetzungen mit Gleichaltrigen.

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O-Töne Zwei Dinge habe ich an dem Fachtag besonders geschätzt: Zum einen finde ich kleinere Veranstaltungen meist effektiver, informativer und letztlich auch wertvoller in Bezug auf die verhandelten Inhalte als große Kongresse. So erging es mir auch bei dieser Tagung. Ich fand, dass durch unsere Vorträge verschiedene Perspektiven auf das Thema deutlich wurden, die sich letztlich ergänzt haben. Zum zweiten ist es für mich als Wissenschaftlerin immer wieder wichtig und spannend mit PraktikerInnen ins Gespräch zu kommen und einen konkreten Blick in die Medienarbeit zu erhalten. Sehr interessant war für mich der Workshop, an dem ich teilgenommen habe. Hier wurde das Konzept einer Einrichtung vorgestellt, die mit drogenabhängigen Jugendlichen arbeiten. Dies berührt zwar nicht direkt meine Arbeit, aber gerade deswegen bringt es mich zum Nachdenken. Martina Schuegraf | Filmuniversität Babelsberg

Vorträge Die Lust an (digitalen) Medien. Zur Funktion verschiedener Medien für Jungen und Mädchen im Jugendalter Professorin Dr. Tanja Witting | Kunst & Medien in der Sozialen Arbeit an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Inszeniere dich, um dich selbst zu erkennen! Professorin Dr. Martina Schuegraf | HFF Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF Lost of reality – exzessiver Medienkonsum oder Medienhysterie? Colette See | Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V.

Workshops Grenzenlose Lust? Medien im Rausch der Gefühle Katharina Heitmann | Bremische Landesmedienanstalt Lust - Last - Lost - Medienpädagogik heute Oliver Bouwer | Zentrum für Medien Bremen und Markus Gerstmann | ServiceBureau Jugendinformation Lost – Zwischen zu wenig und zu viel: Machen WhatsApp & Co. süchtig? Colette See | Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. Lost – Gestrandet auf Station 18 Jana Ziermann & Göran Schon | Station18 der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult in Hannover

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2015 9. Mediensucht-Fachtag

Immer und überall Durch das Smartphone betrachtet Während der Anteil der 12-13-jährigen, die ein Smartphone besitzen 2011 noch bei 11% lag, war er in 2015 schon auf 86% gestiegen. Heißt: Der überwiegende Teil dieser Altersgruppe verfügte bereits über die notwendige Technik, um immer und überall online sein zu können. Smartphones erschweren Erziehenden die Kontrolle über die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen - die kleinen Alleskönner sorgen für Diskussion innerhalb der Familie und in der Schule. Always on: wir brauchen neue Regeln Dipl.-Pädagoge Jöran Muuß-Merholz beschrieb dem Publikum die radikalen Veränderungen, die das Smartphone mit sich bringt: Die kleinen tragbaren Geräte vereinen alle Medien in sich und sorgen dafür, dass das Internet nun da ist, wo wir uns gerade aufhalten. Unsere digitale Kommunikation ist nun weder räumlich noch zeitlich begrenzt. Dadurch ergeben sich viele Veränderungen und wir alle müssen lernen, mit diesen Veränderungen umzugehen. Wir müssen die Grundlagen unseres Zusammenlebens neu verhandeln. Das Smartphone habe durchaus auch Emanzipationspotential und erlaube neue Möglichkeiten der Teilhabe. Damit einhergehend kommt es aber auch zu einem Kontrollverlust, zum Beispiel auf Seiten der LehrerInnen. In der Schule sind Smartphones häufig verboten, aber das kann laut Muuß-Merholz nicht die Lösung sein. LehrerInnen - wie auch Eltern - tragen Verantwortung, Kinder an Medien heranzuführen. In allen gesellschaftlichen Systemen - auch in der Schule - müssen Regeln für den Umgang mit Smartphones gefunden werden. Jugendliche berichten über ihre Smartphone-Nutzung Auf dem 9. Mediensucht-Fachtag wurde nicht nur über Jugendliche, sondern auch mit Jugendlichen gesprochen. SchülerInnen der 10. Klasse der Oberschule Findorff berichteten über ihre Smartphone-Nutzung, die vor allem in der Nutzung Sozialer Netzwerke und WhatsApp besteht. Auch Spiele, Fotos, Videos und Musik gehören zu meistgenutzten Inhalten. Nach eigener Einschätzung beschäftigen sich die Jugendlichen durchschnittlich 5 Stunden pro Tag mit ihren Smartphones. Das Smartphone sei ein guter Zeitvertreib, so hat man z.B. die eigene Musik immer mit dabei. Die Kommunikation mit Freunden - auch wenn sie weit entfernt sind - sei einfacher und schneller geworden. Andererseits sei es häufig so, dass Face-to-Face-Kommunikation durch das Smartphone gestört würde. Kritisch bemerkten die Jugendlichen auch die Sogwirkung des Smartphones und dass man mit dem Gerät durchaus auch mal Zeit verschwende. Auch während der anschließenden Fragerunde zeigten sich die Jugendlichen als durchaus reflektierte MediennutzerInnen mit differenzierten Meinungen: Das Handyverbot in der Schule erachteteten sie zumindest im Unterricht als sinnvoll, während sie es auf dem Pausenhof für weniger akzeptabel hielten. Die Äußerungen der Mädchen und Jungen zeigten auch, dass es ein Bewusstsein für das Thema Privatsphäre gibt. Und dass sie durchaus einschätzen können, wann es ihnen zuviel wird: Aus der WhatsApp-Klassengruppe waren schon mehrere SchülerInnen ausgetreten, weil das Aufkommen an (überflüssigen und teils auch beleidigenden) Nachrichten einfach zu hoch war. Eltern sind Vorbilder Dr. Claudia Lampert, wissenschaftliche Referentin am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung, stellte in ihrem anschließenden Vortrag fest, dass der Medienumgang der Eltern großen Einfluss auf den Medienumgang ihrer Kinder habe. Wie häufig und wofür wird das Smartphone genutzt? Gibt es auch Situationen, in denen das Gerät ein No-go ist, z.B. beim gemeinsamen Essen? Eltern sind Vorbilder und tragen in Bezug auf die Medienkompetenz-Erziehung ihrer Kinder eine besondere Verantwortung, denn sie sind es ja, die den Kindern die Geräte zugänglich machen. Verbote haben aber nur eine begrenzte Wirkung, denn durch die Mobilität der Geräte ist die Einhaltung vorgegebener Regeln nicht durchgängig zu kontrollieren. Wichtig sei es also, dass Eltern Werte vermitteln und darauf hinwirken,

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dass Kinder die Medien eigenständig und verantwortungsbewusst nutzen. Notwendig sei hier eine permanente Auseinandersetzung mit den Kindern und das gemeinschaftliche Aushandeln von Regeln. Selbstoptimierung mit Apps Colette See vom Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. referierte anschließend über den Trend zur Selbst-Optimierung mit Hilfe von Apps. Sicht selbst zu „vermessen“ erfreut sich sowohl bei Erwachsenen als auch bei jungen Menschen immer größerer Beliebtheit: Wie sportlich bin ich? Wieviel Schritte bin ich heute gegangen? Wie gesund ernähre ich mich? Habe ich Idealgewicht? Und wieviel darf ich heute noch essen? Die Apps dienen dem Ziel, ein bewussteres Leben zu führen, können aber durchaus auch negative Folgen haben: So ist beispielsweise denkbar, dass durch ständige Beschäftigung mit Idealbildern ein Abnehmwahn und möglicherweise sogar Magersucht gefördert werden kann. Nutzen Freunde dieselben Apps, kann durch die Vernetzung ein permanenter Konkurrenzdruck entstehen. Problematisch sind die Apps auch in Bezug auf Datenschutz, denn die NutzerInnen selbst geben kontinuierlich Informationen über ihre Aktivitäten, ihr körperliches oder geistiges Befinden preis. See stellt fest, dass diese Apps Ähnlichkeiten mit Computerspielen aufweisen: die NutzerInnen müssen ein Ziel erreichen und dazu Aufgaben bewältigen. Sie interagieren mit Anderen und erhalten ein Feedback für ihre Leistungen.

O-Töne In Bremen sitzt die Avantgarde, wenn es um Soziale Arbeit angesichts des Digitalen Wandels geht. Besonders beeindruckt war ich bei meinen Besuchen der Fachtage stets von zwei Dingen: 1. der Pragmatismus und die Lebensweltorientierung der inhaltlichen Ausrichtung; 2. die Interdisziplinarität und Kollegialität der Diskussionen. Dipl.-Pädagoge Jöran Muuß-Merholz | Jöran und Konsorten (Agentur für Bildung)

Vorträge Smartphones überwinden die Naturgesetze. Warum wir die Grundlagen unseres Zusammenlebens neu verhandeln müssen Dipl.-Pädagoge Jöran Muuß-Merholz | Jöran und Konsorten (Agentur für Bildung) Kinder brauchen Medienkompetenzförderung... ... aber vor allem gute Vorbilder! Dr. Claudia Lampert | Hans-Bredow-Institut für Medienforschung Quantified self! Colette See | Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. Mobil und agil SchülerInnen informieren über das Smartphone

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2016 10. Mediensucht-Fachtag

mobile - Auf der Suche nach Dem Gleichgewicht „Om-Line“ - mit diesem Begriff bezeichnet der Zukunftsforscher Matthias Horx den aktuellen Trend zu einer achtsamen und souveränen Nutzung digitaler Medien. Durch mobile Medien sind wir permanent verbunden. In allen Bereichen diskutieren Menschen über den richtigen Umgang und die richtige Balance in einer digitalen Gesellschaft. Auf dem (bevorstehenden) 10. Mediensucht-Fachtag begeben wir uns auf die Suche nach dem Gleichgewicht. Auswirkungen der permanenten Verbundenheit Der Medienwissenschaftler Dr. Christoph Klimmt wird über die Auswirkungen referieren, die die permanente Verbundenheit für unser Leben mit sich bringt: Wie wirkt sich das auf unser Lebensgefühl, unseren Alltag, unsere Beziehungen oder auch auf uns selbst aus? Sein Vortrag über das „neue Normal“ analysiert das Phänomen des „Permanently Online“ als gewohnheitsmäßiges Muster: Wie äußert sich die alltägliche Erwartungshaltung an uns und an andere, jederzeit online sein zu können? Welcher Nutzen und welche Herausforderungen sind damit verbunden? Big Data und Datenschutz Online zu sein ist für Kinder und Jugendliche keine technische Aktivität, es ist vielmehr eine Situationsbeschreibung - ein selbstverständlicher Moment. Diese Selbstverständlichkeit der Nutzung stellt sich ambivalent zu den Empfehlungen im Datenschutz. Wir handeln in einer digitalen Welt genau entgegengesetzt zu den Datenschutzempfehlungen von Lehrenden und Datenschützern. Warum das so ist und welche digitale Zukunft uns erwartet - darauf wird der Vortrag von Björn Stecher eingehen. Digital noch im Gleichgewicht? Auch im letzten Vortrag des Tages wird es um das permante Online-Sein gehen: Mehr und mehr Menschen fühlen sich gestresst. Die mobilen Endgeräte versprechen uns große Freiheit, gleichzeitig entsteht ein Zwang zu kommunizieren. Wer kann es sich noch leisten, NICHT online zu sein, NICHT erreichbar zu sein, NICHT zu antworten? So kann die zuerst empfundene Freiheit zum Ballast werden. Patrick Durner beschäftigt sich mit der Frage, wie eine gute on/ off-Balance aussehen kann und wie man die Warnzeichen eines digitalen Ungleichgewichts erkennt.

O-Töne Der jährliche Fachtag ist geprägt von gut ausgewählten und in der Regel sehr kompetenten Referentinnen und Referenten. Die Themen sind immer brandaktuell und gesellschaftsnah und auch die Moderation ist lebendig. Wir nehmen jedes Mal neue Ideen und Erkenntnisse mit in unsere Jugendeinrichtung und fühlen uns im Umgang mit den Medien gestärkt. Kerstin Arfmann | Jugendfreizeitheim Oslebshausen

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O-Töne zum Thema Am 29.September 2016 findet er also statt, der inzwischen 10. Fachtag ilfe und GeJugendh Schule, aus ten Fachkräf , gelingen wieder es Wird ucht. Mediens die jeden welche, sogar gibt (es waren dabei Male sundheit, die teilweise schon einige bieten? Fachtag besucht haben!) neue, interessante Aspekte zum Thema zu Jahres den nächsten Diese Frage stelle ich mir eigentlich jedes Mal, wenn wir Anfang des mit welcher Leichtigund schnell wie ht, überrasc Mal jedes bin ich Und planen. Fachtag lt wird. Die gute keit und welchem Spaß, das neue Programm von uns zusammengestel Zusammenarbeit ist mir wirklich eine große Freude! Regina Kühn | Regionales Beratungs- und Unterstützungszentrum

Bremen-Nord


M o b ile Auf

der Suche nach dem Gleichgewicht

Sept 2016

Ort

50

ng gu

LidiceHaus

Termin

ink l

Verpfl ive e us

29

Donnerstag

2

09:00-17:00

Uhrzeit

Kosten

O-Töne

Am AK-Mediensucht gefällt mir der kollegiale Austausch zum Thema Medien(konsum) und die unterschiedlichen Ansichten der Protagonisten. Gerade die interdisziplinäre Ausrichtung des Arbeitskreises bringt mich immer wieder dazu die eigenen gewohnten, ausgetretenen Pfade gedanklich zu verlassen und mich mit anderen Ansichten, Haltungen und Herangehensweisen zu beschäftigen.

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Die Fachtage zeichnen sich vor allem durch ein außergewöhnlich hohes Referenten-Niveau aus. Der persönliche Erkenntnis- und Wissensgewinn ist für mich jedes Mal bemerkenswert hoch. Diese durchgängig hohe Qualität macht den „Fachtag Mediensucht“ für mich persönlich zu einem jährlichen Pflichttermin. Oliver Bouwer | Zentrum für Medien am LIS Bremen

Vorträge Das neue Normal: Permanente Verbundenheit als Mindset der mobilen Onliner Dr. Christoph Klimmt | Dipl.-Medienwissenschaftler | Direktor des Instituts für Journalistik und Kommunikationsforschung an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Big Data und Datenschutz - zwischen Nutzen und Nutzung Björn Stecher | Aktivist der digitalen Gesellschaft und freier Referent für die Initiative D21 e.V. Digital noch im Gleichgewicht? Patrick Durner | Dipl.-Pädagoge | Leiter des Projekts webc@re der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen

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Was bringt die Zukunft? Im Laufe der Zeit haben sich unsere Fragen verschoben: es geht nicht mehr darum, ob und wie lange wir das Internet nutzen, sondern vielmehr darum, wie wir Medien nutzen und wann wir vielleicht auch mal offline sein können. Ohne Internet geht heute (fast) nichts mehr, die Nutzung ist elementar für die Teilhabe an der Gesellschaft. Jugendliche müssen also in ihrem Handeln gestärkt werden und einen reflektierten Umgang mit Medien erlernen. Das Thema Medienkompetenzvermittlung zog sich wie ein roter Faden durch die 10-jährige Geschichte der Mediensucht-Fachtage und wird auch in Zukunft nicht an Wichtigkeit einbüßen. Der Mediensucht-Fachtag ist in Bremen gut etabliert und bietet jedes Jahr ein Forum, sich über aktuelle Medienentwicklungen zu informieren und auszutauschen. Auch der Arbeitskreis Mediensucht ist ein fester Bestandteil in Punkto Medien in Bremen geworden und trägt zum permanenten Austausch und zur Vernetzung der teilnehmenden Akteure bei: Den Arbeitskreis bewegen nicht nur Fragen rund ums Thema Sucht, hier geht es auch allgemein um die verschiedenen Aspekte jugendlicher Medienwelten, um präventive Konzepte und das Kennenlernen unterschiedlicher Beratungsansätze. Das Themenspektrum ist also sehr groß, der Arbeitskreis leistet in Bremen einen wichtigen Beitrag zur ständigen Weiterqualifizierung der Fachkräfte unterschiedlichster Disziplinen. Noch immer gibt es keine einheitlichen Diagnosekriterien für das Phänomen Mediensucht. Wir werden uns also weiter mit den Fragen auseinander setzen, ab wann von Sucht gesprochen werden kann und wie eine erfolgreiche Beratung und Unterstützung zu gewährleisten ist. Auch in Zukunft wird es unsere Aufgabe sein, medienpädagogische Angebote für Fachkräfte, aber auch für Eltern weiter auszubauen, denn die Medienwelt wird sich dynamisch fortentwickeln. In diesem Sinne freuen wir uns auch viele weitere spannende Fachtage in den kommenden Jahren und auf weiterhin gute Kooperation im Arbeitskreis.

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der Mitdreißigerzone immer mehr Mühe haben, den lebendigen Kontakt Die Fachtage waren natürlich für Menschen, die mit dem Verlassen en Beispiele der Mediennutzung durch Jugendliche, z.B. welche praktisch Die Gewinn. großer ein , zu Jugendszenen selbst zu erfahren in der Natur jeder Jugendszene liegt, sich gegenüber Erwachsenen es weil Youtube-Kanäle es gibt, sind unschätzbare Hilfen für die Arbeit, abgeschottet zu zeigen. Wie soll man sonst mitbekommen, was läuft?

chaft unglaublich interessant, weil deutlich ist, wie schwer es die Wissens Auch neuere Ergebnisse aus der Mediennutzungsforschung waren und zu erfassen. Für mich ist dann auch nen einzuord men nsphäno Verhalte neue dieses hat, n Methode mit den bestehenden Begriffen und orien, zumindest Erklärungsansätzen. Aber eben aus pädagogiimmer der Bezug zur Abhängigkeit wichtig, also zu sogenannten Suchtthe scher Sicht, nicht aus psychologischer Sicht. n zur Glücksspielsucht lernen können, die seinerzeit vor der AnerIch glaube gelernt zu haben, dass wir unglaublich viel aus den Diskurse ädagogen heute. Nur dass Medien sehr viel stärker im Alltag Medienp die wie standen en Problem kennung als Krankheit vor den gleichen Problemen von Esssüchtigen. Auch sie haben ein krankhaftes den mit immer es integriert und nicht mehr wegzudenken sind. Ich vergleiche Medien auch als einen natürlichen Begleiter der Menschen heutzuta Verhältnis zu einem natürlichen Phänomen entwickelt und ich schätze ge ein. laut wenn die Forderung nach praktischer Auseinandersetzung immer Ein Thema, dass Soziologen und Philosophen unbedingt fordert, auch wirklich ein ist g Mischun diese bleiben, hie Philosop und enologie Phänom gefordert ist. Also sollten die Fachtage bei ihrer Mischung von Gewinn. Oliver Peters | Referat Gesundheit und Suchtprävention am LIS Bremen

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O-Töne

Der Titel „Mediensucht“ betont zwar die Risiken des Medienkonsums, in der tatsächlichen Arbeit des Arbeitskreises waren aber immer beide Aspekte präsent: Chance und Risiko. Dieses Gleichgewicht war und ist die besondere Stärke des AK und aus meiner Sicht einer der Gründe für die vielen interessanten und produktiven Diskussionen im Arbeitskreis und bei den Fachtagen. Ein weiterer Grund ist die heterogene Zusammensetzung des AK in Bezug auf Alter und beruflichem Hintergrund. Nicht zuletzt hatte und hat die Teilnahme am AK für mich als älterer Teilnehmer, der nicht mit Internet, Smartphone und Twitter aufgewachsen ist, immer auch Fortbildungscharakter. Und als „Suchtexperte“ weiß ich, dass man die Suchtmittel kennen sollte, bevor man sich zu deren Gefahren äußert oder Anderen kluge Ratschläge erteilt.

O-Töne

Wir – Göran Schon und ich- haben 2014 ein Referat über unsere Station und die Arbeit mit den jugendlichen Patienten gehalten. (…) Die vielen Fragen der Interessierten zeigten uns wieder einmal mehr, wie nötig und wichtig auch unsere Arbeit im stationären Bereich ist. Und den KollegInnen konnte eine Alternative zur ambulanten Versorgung und Betreuung aufgezeigt werden, falls dies nicht mehr ausreichend ist.

Die vielen Inputs aus dem ambulanten und alltäglichen Bereich helfen uns in der stationären Arbeit mit unseren jugendlichen Patienten, sie und ihr Suchtverhalten zu verstehen, da Mediensucht ein relativ neues Betätigungsfeld für uns ist. Jana Ziermann | TSI- Station 18 im Kinderkrankenhaus Auf der Bult in Hannover

Frank Schmidt | Suchtreferent im Gesundheitsamt Bremen

O-Töne

damit, dass es immer wieder neue KooperationspartnerInnen gibt, Der Zauber dieser Fachtage und auch des Arbeitskreises beginnt schon sehr beisteuern. Das erweitert den eigenen fachlichen Horizont und ist die zu den verschiedenen Facetten digitaler Welten ihre Sichtweise vention Bremen viele Suchtprä die hat So aus. sfeld Tätigkeit eigenen im direkt sich inspirierend. Der Blick über den Tellerrand hinaus wirkt aus den Fachtagen gezogen und in die eigene praktische Arbeit integAnregungen im Umgang mit riskantem, exzessivem Medienverhalten riert. macht Spaß und setzt nicht nur bei der Themenwahl kreative Ideen Die sehr unkomplizierte Zusammenarbeit in der Vorbereitungsgruppe Einrichtungen, Institutionen und Behörden direkt voneinander. Träger, freie frei. In diesem Arbeitszusammenhang profitieren in Bremen Liane Adam | LIS Bremen - Gesundheit und Suchtprävention

Impressum Herausgeber: ServiceBureau Jugendinformation Grünenstr. 7 28199 Bremen Finanzierung des Drucks: Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport Erscheinungstermin: September 2016

AnsprechpartnerInnen Für Fragen zum Arbeitskreis Mediensucht oder zu den Fachtagen wenden Sie sich bitte an: ServiceBureau Jugendinformation | Markus Gerstmann | (0421) 330089-15 | gerstmann@jugendinfo.de Landesinstitut für Schule - Gesundheit und Suchtprävention | Liane Adam | (0421) 361-16051 | ladam@lis.bremen.de ReBuZ Nord | Regina Kühn | (0421) 361-15436 | Regina.Kuehn-Camara@rebuz.bremen.de

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Auszug aus der aktuellen Broschüre

Tipps für den Umgang mit Medien im Familienalltag

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Suchen Sie das Gespräch über andere Dinge Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Medienaktivitäten so wie Sie auch als Ihr Sohn oder Ihre erklären besser elt Online-W der n reden. Wer kann Ihnen die Faszinatio mal mit! Echtes Interesse Tochter? Fragen Sie nach! Lassen Sie sich etwas zeigen! Machen Sie Gespräche. Bleiben Sie und Verständnis sind die besten Voraussetzungen für vertrauensvolle mit Ihrem Kind in Kontakt, damit Sie immer auf dem Laufenden sind. Einigen Sie sich auf Regeln ist ohne weitere BeWas möchten Sie von Ihrem Kind? Einfach nur “weniger online sein” Ihrem Kind aber nahe Sie können Vielleicht gründung wahrscheinlich schwer nachvollziehbar. en im Kreis der Familie Abendess e ungestört me gemeinsa das auf wert Sie warum bringen, ungestörter Schlaf wichtig legen oder warum Ihnen ein ruhiger, von eingehenden Nachrichten damit die Medienist? Welche grundlegenden Dinge müssen aus Ihrer Sicht gut laufen, ist? el akzeptab nutzung Ihres Kindes für Sie die Bedürfnisse Ihres Legen Sie sich gute Argumente zurecht und gehen Sie aber auch auf sie tatsächlich ausgeSohnes oder Ihrer Tochter ein. Regeln haben weit mehr Gewicht, wenn sind. en vorgegeb einfach nicht handelt und denn viele finden laut Möglicherweise stoßen Sie bei Ihrem Kind sogar auf offene Ohren, Fast 60% der 12-19-Jähnd: anstrenge zuweilen selbst rkeit JIM-Studie die ständige Erreichba genervt sind. Ein Viertel rigen bekommen so viele Nachrichten auf ihr Handy, dass sie davon zu verpassen. der Jugendlichen fühlt sich unter Druck, ohne das Smartphone etwas Vorbild sein Smartphone? UnterbreWie sieht es denn bei Ihnen aus? Wie oft checken Sie eigentlich Ihr bei Ihnen jeden Abend Läuft e? Telefonat längere für n Mahlzeite men gemeinsa die chen Sie diger, wenn Sie glaubwür sind Konsums des ng der Fernseher? Forderungen nach Begrenzu selbst bewusst mit Medien umgehen.

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Bleiben Sie locker und zeigen Sie Verständnis Online-Spiele Teile der Auch wenn es Ihnen nicht wirklich gefällt – heute sind Internet und ikte zu vermeiden, wo Konfl um hilfreich, ist tung Grundhal ende Jugendkultur. Eine akzeptier einem Computerspiel keine nötig sind. Eine vorübergehende intensive Beschäftigung mit dass Kinder beim beispielsweise sollten Sie ertragen können. Hilfreich ist dabei zu wissen, ren, Abenteuer erleSpielen die Zeit nicht einfach totschlagen, sondern Rollen ausprobie seine eigene Macht ben, Herausforderungen meistern und Erfolge feiern. Das Kind erlebt dige Entscheieigenstän trifft Figuren, die es rt und Selbstwirksamkeit: Im Spiel kontrollie Einfluss auf den Verlauf dungen, auf die es umgehend eine Reaktion bekommt. Der eigene Welt – das spricht das des Spiels, das Verkörpern einer erfolgreichen Figur in der virtuellen nd ist auch das Belohnungssystem im Hirn an und verschafft Glücksmomente. Fasziniere n entwickelt Strategie m gemeinsa werden Es Team: einem in kooperative Spiel mit anderen und umgesetzt.

| Text: Sabine Heimann, Markus Gerstmann | Gestaltung: Sabine

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ServiceBureau Jugendinformation Hrsg.: ServiceBureau Jugendinformation (www.servicebureau.de)

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Wenn nichts mehr geht: AnsprechpartnerInnen in Bremen In Bremen gibt es verschiedene Stellen, die sich mit exzessiver Mediennutzung junger Menschen auskennen. Hier bekommen Sie Beratung und Unterstützung:

ReBuZ - Regionale Beratungsund Unterstützungszentren Schulbezogenes Angebot, das beim Einschätzen der Problemlage unterstützt. Einzel- oder Familiengespräche in einem sicheren Rahmen. Regina Kühn (ReBuZ Nord) (0421) 361-15436 Regina.Kuehn-Camara@rebuz.bremen.de

(ESC)ape – Ambulanz für junge Menschen mit Suchtproblemen Angebot der kinder- und jugendpsychiatrischen Beratungsstelle (KIPSY) des Gesundheitsamtes Bremen. Beratung und Unterstützung zu Suchtproblematiken. Einzel- oder Familiengespräche in einem sicheren Rahmen. (0421) 361-6292 Kipsy@gesundheitsamt.bremen.de

ServiceBureau Jugendinformation Beratung zu medialen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen. Markus Gerstmann (0421) 330089-15 gerstmann@jugendinfo.de

In gedruckter Form erhältlich im ServiceBureau Jugendinformation

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Landesinstitut für Schule - Gesundheit und Suchtprävention Präventions-Angebote für Schulklassen Liane Adam (0421) 361-16051 ladam@lis.bremen.de


O-Töne tungsstelle“, die den Namen [Esc]ape bekam, diskutiert wurde, gingen Als im Gesundheitsamt über die Einrichtung einer „Jugendsuchtbera Konsumenten (überwiegend illegaler) Drogen. Aber bereits im ersten um d.h. ging, igen“ Verdächt n wir davon aus, dass es um die „übliche Beratende) von „computersüchtigen“ jugendlichen Nutzern konfronzu 5. Jahr (2010) waren wir mit einer beträchtlichen Anzahl (fast jeder hatten: ich hab damit kein Problem, nur meine Eltern/Jugendhilfe… tiert, die ähnlich den Substanzkonsumenten, die grundsätzliche Haltung ion des Online-Gamings (oder insgesamt Internetnutzung) für Faszinat die was n, auch wir brauchten zunächst „Nachhilfe“, um zu verstehe bestimmte Jugendliche ausmachte. imteten) jährlichen Medienfachtage – auch wenn Diskussionen dort Dabei helfen konnte auch der AK Mediensucht und die (dort vorberei inwir sind Eindruck meinem Nach ritiker. Medienk Medienaffine gegen mer wieder den touch eines antagonistischen Widerspruchs hatten: ialen) Möglichkeiten hen/soz (technisc der ion Faszinat der nis Verständ ein über die , zwischen so weit, dass wir zwischen Medienpädagogik tikern“, die für bestimmte Nutzern doch eine deutliche Gefährdung von Medien eine konstruktive Nutzung vermitteln will und den „Diagnos beides notwendig und sich ergänzend ist, und darüber auch sondern sehen, mehr ruch Widersp keinen der persönlichen Entwicklung sehen, die (gesellschaftliche) Realität gespiegelt wird. uns wohl auch künftig weder im AK Mediensucht noch bei den MedienDie (technische) Entwicklung ist nicht zu Ende und deshalb werden und gegenseitiges Lernen… fachtagen die Themen ausgehen: Auf ein weiteres konstruktives Streiten Jockel Guba | Gesundheitsamt Bremen

O-Töne Danke für die kollegiale Art, Freundlichkeit und Offenheit. Auch als Niedersachse fühlte man sich sehr Willkommen. Und ein großes Lob für die einzelnen Veranstaltungen und Fachtage, die mir immer sehr gefallen. Tim Berthold | Fachkraft für Medienabhängigkeit Anonyme Drogenberatung Delmenhorst

O-Töne

Für uns als Bremische Landesmedienanstalt ist die Vermittlung von Medienkompetenz eine Aufgabe mit besonders viel Gewicht. Unser Fokus liegt hierbei ganz klar auf der Präventionsarbeit. Aufklärung über Risiken und die Schulung eines kritischen Blicks sind für uns das A und O – egal ob bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen. Ganz besonders weil wir als Landesm edienanstalt auch für die Koordinierung landesweiter Medienkompeten z-Angebote zuständig sind (siehe hierzu unseren Blog www.MEKOcloud.de) freuen wir uns, Mitglied des AK Mediensucht zu sein. Unser gemeinsamer Fachtag ist „Prävention at its best“ und findet bereits seit Jahren erfolgreich statt. Neben einer Schulung der Fachkräfte sorgen wir hier auch für einen Austausch der Akteure und zeigen damit die Stärke Bremens: Tolle Kooperationen auf Augenhöhe und kurze Wege! Bremische Landesmedienanstalt

Organisation der Fachtage

Finanzielle Unterstützung der Fachtage


Herausgeber

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Finanzierung des Drucks

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10 Jahre Fachtag Mediensucht

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10 Jahre Bremer Fachtag Mediensucht  

Dokumentation der seit 2007 jährlich stattfindenden Fachtage Mediensucht in Bremen

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