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Tankred Schipanski Mitglied des Deutschen Bundestages

Brief aus Berlin – 12/2012

Berlin, 29.06.2012 Redaktion: Julia Wiechers Tankred Schipanski, MdB Platz der Republik 1 11011 Berlin Telefon: +49 30-227-71329 Fax: +49 30-227-76327 tankred.schipanski@bundestag.de Bürgerbüro Ilm-Kreis: Schwanitzstraße 11 98693 Ilmenau Telefon: +49 3677-857046 Fax: +49 3677-468964 kontakt@tankred-schipanski.de Bürgerbüro Gotha: Waltershäuser Straße 21 99867 Gotha Telefon: +49 3621-304425 Fax: +49 3621-304426 kontakt@tankred-schipanski.de

Liebe Leserinnen und Leser, die letzte reguläre Sitzungswoche vor der parlamentarischen Sommerpause geht heute zu Ende. In den vergangenen Tagen hieß es also Endspurt in Berlin. Wichtige Themen standen auf der Tagesordnung. Lesen Sie mehr darüber in meinem Brief aus Berlin! >>> Enquete Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ Am Montag wurden in der Sitzung der Enquete Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ die Handlungsempfehlungen der Projektgruppe „Bildung und Forschung“ vorgestellt, an denen ich intensiv mitgearbeitet habe. In 14 Sitzungen und drei Klausurtagungen haben wir uns auf die Empfehlungen geeinigt, die die Bereiche frühkindliche Bildung, Primar- und Sekundarbildung, Hochschulbildung, Aus- und Weiterbildung und digitale Informations- und Kommunikationstechnologien als Gegenstand von Forschung und Innovation betreffen. Beispielsweise soll nach unseren Vorstellungen das Open Access-Prinzip, also der freie Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und Materialien im Internet, in der deutschen Forschungsförderungspolitik und in der Hochschullandschaft vorangetrieben werden. Ein wichtiges Zeichen könnte dabei sein, insbesondere die Zeitschriften im Internet frei zugänglich zu machen, die von den Fachgesellschaften selbst herausgegeben werden. Einen guten Kompromiss haben wir im Bereich der Zweitveröffentlichungsrechte erzielt. Wir streben ein verbindliches Zweitveröffentlichungsrecht für wissenschaftliche Beiträge an, die aus Lehrund Forschungstätigkeiten entstanden sind, die überwiegend mit öffentlichen Mitteln finanziert wurden. >>> Präsident des BKA Zeuge im Untersuchungsausschuss Der sechste Vernehmungstag des Untersuchungsausschusses zur Aufklärung der Mordserie der Terrorgruppe NSU nahm am Donnerstag die Ermittlungen in Hessen in den Blick. Im Mittelpunkt unseres Interesses stand aber die Befragung des Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, der Aufschluss über die Rolle des BKA bei den Ermittlungen geben sollte. Wie schon in einigen der vergangenen Sitzungen ist leider der Eindruck


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entstanden, dass die Zusammenarbeit der Sicherheits- und Ermittlungsbehörden nicht reibungslos funktioniert hat. Überrascht hat mich, dass sich Zierke wenig selbstkritisch gezeigt hat und die unterlaufenen Pannen vielmehr dem Freistaat Thüringen anlastet. Am gleichen Tag haben wir einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Bekämpfung des Rechtsextremismus unternommen. Im Bundestag haben wir die Rechtsgrundlage für die Einrichtung einer gemeinsamen standardisierten zentralen Datei von Polizeibehörden und Nachrichtendiensten von Bund und Ländern geschaffen, die deren Zusammenarbeit erleichtern soll. Die Arbeit des schon bestehenden „Gemeinsamen Terrorabwehrzentrums Rechts“ wird hierdurch sinnvoll ergänzt. >>> Neuausrichtung der Pflegeversicherung Am Freitagmorgen haben wir das Gesetz zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung verabschiedet und eine Regelung für eine bessere Versorgung vor allem für an Demenz erkrankte Menschen geschaffen. Einen Schwerpunkt setzen wir bei den pflegenden Angehörigen und ihren Familien. Die meisten Pflegebedürftigen lassen sich lieber daheim in vertrauter Umgebung versorgen. Ihren pflegenden Angehörigen wollen wir Auszeiten ermöglichen. Wer mehrere Pflegebedürftige pflegt, soll außerdem bei der Rente nicht schlechter gestellt werden. Pflegebedürftige und Pflegekräfte werden künftig mitreden können, auch bei der Bewertung und Einstufung der Pflege. Die mit der Beitragssatzerhöhung ab 2013 erzielten Mehreinnahmen in Höhe von 1,1 Mrd. Euro sind gut angelegt. Sie werden dort eingesetzt, wo das Geld am dringendsten gebraucht wird: bei den pflegenden Angehörigen und ihren Familien. >>> Wichtige Entscheidung für Europa In ihrer Regierungserklärung am Mittwoch sagte die Bundeskanzlerin, Deutschland setze „ein Signal der Entschlossenheit und der Geschlossenheit, die europäische Staatsschuldenkrise zu überwinden, und zwar nachhaltig". Sie bezog sich dabei auf die anstehenden wichtigen Abstimmungen über den Fiskalvertrag und den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Am spätem Freitagabend wird der Bundestag hierfür zusammenkommen. Für die Zustimmung zum Fiskalvertrag ist eine 2/3Mehrheit im Parlament notwendig. Direkt im Anschluss wird auch der Bundesrat darüber abstimmen.


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Die Einheit Europas verleiht den Mitgliedstaaten Identität und Sicherheit. Ich finde es wichtig, dass wir uns in einem starken Europa solidarisch mit den in Not geratenen Mitgliedstaaten zeigen. Als Exportnation profitiert Deutschland zudem von einer stabilen europäischen Wirtschafts- und Währungsordnung, die Wohlstand und Arbeitsplätze sichert. Aus diesen Gründen werde ich beiden Gesetzen zustimmen. >>> Parlamentarische Sommerpause Die Parlamentarische Sommerpause beginnt. In den nächsten Monaten finden im Deutschen Bundestag keine Sitzungen statt. Um Missverständnissen vorzubeugen: Das heißt nicht, dass wir Abgeordneten frei haben. Wir haben aber Zeit, uns unserem Wahlkreis zu widmen, wir planen Sitzungen und Anhörungen und bereiten Gesetzentwürfe für den Herbst vor. Außerdem steht die Nachbereitung der beschlossenen Gesetze und eingebrachten Gesetzesinitiativen an. Unter besonderen Umständen können auch Sondersitzungen einberufen werden. Ich werde in der nächsten Woche beispielsweise noch einmal in Berlin sein, da dann der Untersuchungsausschuss tagt. >>> Hinter den Kulissen: Was ist eine Enquete Kommission? Auf Antrag eines Viertels der Mitglieder des Bundestages kann eine sogenannte Enquete Kommission eingerichtet werden. Sie besteht aus 17 Abgeordneten aus verschiedenen Fraktionen und 17 externen Sachverständigen. Abseits des politischen Tagesgeschäfts sollen die Mitglieder Lösungsansätze für komplexe technische, ökonomische oder gesellschaftliche Probleme erarbeiten. Zurzeit gibt es im Bundestag zwei Enquete Kommissionen zu den Themen „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" und „Internet und digitale Gesellschaft“. Sie legen dem Bundestag Berichte und Empfehlungen bis zum Ende der Wahlperiode vor. Im Internet auf www.bundestag.de/internetenquete/index.jsp haben Sie die Möglichkeit, sich tagesaktuell über die Arbeit der Internet-Enquete zu informieren. Dort finden Sie eine Mediathek, einen Mitglieder-Blog und ein Forum. Seit Februar 2011 haben Sie die Möglichkeit, über eine OnlineBeteiligungsplattform mitzumischen. Sie können die Texte der Kommissions-Projektgruppen kommentieren, eigene Ideen und Vorschläge machen und darüber abstimmen. _______________________________________________________ Bis zum nächsten Brief aus Berlin im September wünsche ich Ihnen alles Gute und verbleibe mit besten Grüßen

Ihr Tankred Schipanski

Tankred Schipanski: Newsletter „Blickpunkt Berlin“ vom 29. Juni 2012  

Inhalte: 1. Enquete Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ 2. Präsident des BKA Zeuge im Untersuchungsausschuss 3. Neuausrichtung...

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