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41. Jahrgang · 2/2007

Großeinsatz in Latsch 31. Landes-Jugendfeuerwehr Leistungsbewerb in Pfalzen


Die Freiwillige Feuerwehr

3 2/2007

Inhaltsverzeichnis

Editorial

Übungen

Fertigstellung des Übungshauses und Abschluss der Bauarbeiten in der Landesfeuerwehrschule . . . . . . . . . 4

Ahrntal: 2. Großübung mit einem Massenanfall (MANV) von Verletzten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .50 Kaltern: Zivilschutzübung am Samstag, 21. April 2007 . . .51 Prad am Stilfser Joch: Großübung mit mehreren Verletzten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .53 Tirol: Gemeinsame Übung von Feuerwehr und Bergrettung an der Muterstraße . . . . . . . . . . . . . . . . . . .54

Landesfeuerwehrtag Landesfeuerwehrtag 2007 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6 Bericht zum Jahr 2006 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7 Landesfeuerwehrschule/Ausbildung Bericht über das Schuljahr 2006/07 . . . . . . . . . . . . . . . . .22 Ausbildung im Schuljahr 2007/2008 . . . . . . . . . . . . . . . .25 Lehrgangskalender 2007/2008 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .27 Lehrgangsvoraussetzungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .28 Taktik im Feuerwehreinsatz - Teil 11 . . . . . . . . . . . . . . . . 29 Taktik im Feuerwehreinsatz - Teil 12 . . . . . . . . . . . . . . . . 34 Brandsimulationsanlagen-Ausbildung in Brindisi . . . . . . .38

Die Feuerwehren berichten

Landesfeuerwehrverband auf Zivilschutzmesse vertreten .39 »No Credit« – Kampagne gegen Motorradunfälle geht weiter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .39 Tag der offenen Tür wieder ein Erfolg . . . . . . . . . . . . . . .40

FF Deutschnofen: Einweihung des neuen Transportfahrzeuges . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .56 FF Kurtatsch: Feierliche Segnung der Feuerwehrpumpe . .57 FF Latsch: 130 Jahre Freiwillige Feuerwehr Latsch . . . . . . .57 FF Morter: Neues Kleinlöschfahrzeug wird seiner Bestimmung übergeben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .58 FF Runggaditsch: 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Runggaditsch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .59 FF Steinhaus: Feierliche Segnung des neuen Einsatzfahrzeuges . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .60 FF La Ila/Stern: Einweihung der neuen Feuerwehrhalle . . .61

Einsätze

Jugend/Bewerbe/Sport

Latsch: Großeinsatz mit Evakuierung . . . . . . . . . . . . . . . .42 Kollmann: Auto fährt in Bushaltestelle . . . . . . . . . . . . . . .43 Hafling: Straßenkehrmaschine brennt vollständig aus . . .44 Innichen: Schwerer Verkehrsunfall . . . . . . . . . . . . . . . . . .44 Marling: Auffahrunfall auf MeBo fordert zwei Verletzte . .45 Marling: Saunabrand im Hotel »Oberwirt« . . . . . . . . . . .45 Kurtatsch: Schwerer Motorradunfall auf der Weinstraße .46 Völlan: LKW rutscht über die Straße . . . . . . . . . . . . . . . .46 Prissian: Brand im Hotel »Tirolensis« . . . . . . . . . . . . . . . .47 Tirol: »Pflegerstadel« steht in Vollbrand . . . . . . . . . . . . . .48 Tschötsch: Feuerwehr verhindert Großbrand . . . . . . . . . .49

31. Landes-Jugendfeuerwehr-Leistungsbewerb . . . . . . . .63 Obereggen: 30. Feuerwehr-Landesmeisterschaft in Ski alpin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .66 FF Wolfersdorf/Prissian: Prissianer Florianijünger in Bayern 67 FF Schleis: Atemschutz-Leistungsprüfung erfolgreich bestanden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .68 FF Telfes: Feuerwehrjugend stellt ihr Wissen unter Beweis 69 FF Raas: 27. Landesmeisterschaft im Eisstockschießen . . .70

Aktuelles

Ehrungen Ehrungen 2007 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .71 Bezirkskommandant a. D. von Innsbruck Land geehrt . . .72 Einsatzstatistik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73

Impressum: Die Freiwillige Feuerwehr – Südtirols Feuerwehrzeitung Eintragung im Landesgericht: Bozen Nr. 6/68 R St.; Eigentümer und Herausgeber: Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols, 39010 Vilpian, Brauereistr. 18, Tel. 0471 552 111; Fax 552 122; www.lfvbz.it; E-Mail: lfv@lfvbz.it; Presserechtlich verantwortlich: Dr. Luis Durnwalder; Chefredakteur: Dr.-Ing. Christoph Oberhollenzer; Organisation/Layout/Redaktion: Diddi Osele, Patrick Schmalzl, Judith Schweigl; Auflage: 6.000; Erscheinung: 4x jährlich (März, Juli, September, Dezember); Versand im Postabonnement; Jährlicher Bezugspreis: 8,- F; Einzahlungen: Raika Terlan, Filiale Vilpian, IBAN: IT 81N0826958961000301000055 - Swift-BIC: RZSBIT21042 oder direkt beim Herausgeber; Bestellungen und Anzeigen: beim Herausgeber; Abbestellungen: spätestens innerhalb November des Bezugsjahres Anzeigenpreise (+ 20% MwSt.): Format . . . . . . . . . . . . . . . . . schwarz-weiß . . . . . . . . . Farbe 180 x 254 mm (ganze Seite) . . . . . . . .775,- f . . . . . . . . 865,- f 180 x 126 mm (halbe Seite) . . . . . . .1.390,- f . . . . . . .1.450,- f 118 x 126 mm (ca. 1/3 Seite) . . . . . .1.130,- f . . . . . . .1.195,- f Platzierungswunsch: Zuschlag +20%; Mengenrabatt: 15%; Druck: Ferrari-Auer, Bozen. Alle Urheberrechte sind vorbehalten. Jede Vervielfältigung bzw. Verwertung bedarf der Genehmigung des Herausgebers. Für eingesandte Manuskripte und Bildmaterial wird keine Haftung und keine Verpflichtung zur Veröffentlichung übernommen. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge zu kürzen bzw. zu überarbeiten. Die Veröffentlichung von Anzeigen bedarf der Freigabe durch den Herausgeber. Anzeigen gelten nicht als Empfehlung des Herausgebers.

In die Zeit gesprochen/Info/Termine Liebe Kameraden! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 Termine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 Im Gedenken an unsere verstorbenen Kameraden . 75 Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

Redaktionsschluss für die nächste Feuerwehrzeitung:

Freitag, 31. August 2007


Die Freiwillige Feuerwehr

4

Editorial

2/2007

Fertigstellung des Übungshauses und Abschluss der Bauarbeiten in der Landesfeuerwehrschule

Mit der Fertigstellung des neuen Übungshauses am Möltner Bach wurden die Bauarbeiten zur Errichtung der neuen Landesfeuerwehrschule nach 15 Jahren abgeschlossen. Aus diesem Anlass wollen wir kurz auf die wichtigsten Etappen der Planungs- und Bauphase zurückblicken, bevor wir das neue Übungshaus im Einzelnen vorstellen.

die Landesfeuerwehrschule konnte im November den ersten Lehrgang in Vilpian abhalten. Im Mai 1989 wurde das Raumprogramm genehmigt und ein Ideenwettbewerb für die Planung vom Land ausgeschrieben. Das Siegerprojekt stammte von den Architekten Karl Kerschbaumer und Harald Pichler aus Brixen, welche als Planer und Bauleiter die gesamten Gebäude und Anlagen inklusive Einrichtung in Vilpian zu unserer vollsten Zufriedenheit entworfen und als Bauleiter ihre Realisierung koordiniert haben.

Die Architekten Karl Kerschbaumer und Harald Pichler

Modell der neuen Landesfeuerwehrschule

Im Jahre 1988 wurde nach intensiver Suche in Vilpian ein geeigneter Standort für die Errichtung der neuen Landesfeuerwehrschule gefunden und das Land Südtirol kaufte die Liegenschaften der ehemaligen Brauerei und Mälzerei zu diesem Zwecke an. Das Land übergab dem Landesfeuerwehrverband die Führung der Landesfeuerwehrschule und das Gelände und die Gebäude in Vilpian. Nach Durchführung der notwendigsten Instandhaltungs- und Adaptierungsarbeiten übersiedelte der Landesfeuerwehrverband im Juni 1989 von Bozen nach Vilpian;

Treibende Kraft im Landesverband bei den Besprechungen mit den Architekten im Zuge der Ausführungsplanung und Lösung von Details war unser damaliger Präsident Dipl.-Ing. Christoph Sternbach. Ich durfte selbst auch ab meiner Einstellung im Jahre 1991 für den Landesverband am Projekt mitwirken und erinnere mich noch, wie Präsi-

Grundsteinlegung am 13.04.1993 durch Landeshauptmann Luis Durnwalder und Landesfeuerwehrpräsident Christoph Sternbach

Bauarbeiten 1993

dent Sternbach bei vielen Besuchen von Landesfeuerwehrschulen in Österreich und Deutschland selbst mit Meterstab und Notizblock Raummaße, Ausstattungen und Abläufe festgehalten und wesentliche Planungsgrundlagen erarbeitet hat. Im September 1992, also vor 15 Jahren, war Baubeginn für das 1. Baulos; das Schulgebäude mit Lehrsälen, Mensa und Heim, das Verwaltungsgebäude und die Fahrzeughalle wurden Ende 1996 fertig gestellt und im Mai 1997 offiziell eingeweiht. Baubeginn für das 2. Baulos, welches die für die Ausbildung wichtigen Übungsanlagen sowie Werkstätten und Lager beinhaltete, war im Dezember 1997. Im Mai 2002 konnten die Übungsanlagen, darunter das Brandübungshaus, in Betrieb genommen werden. Die Aufteilung in zwei Baulose und die relativ lange Bauzeit waren notwendig, um den Lehrgangsbetrieb während der Bauphase zu ermöglichen. Seit Erstellung des Ausführungsprojektes im Jahre 1992 hat es auch neue Entwicklungen und Neuerungen gegeben, die in Zusammenarbeit mit der Abteilung Hochbau und den Planern im Projekt eingearbeitet werden konnten; so wurde beispielsweise das Brandübungshaus komplett umgeplant und mit einer modernen gasbetriebenen Brandsimulationsanlage ausgestattet, der ersten und lange Zeit einzigen in ganz Italien. Als letztes Gebäude wurde von März 2006 bis März 2007 das neue Übungshaus am Möltner Bach errichtet, das in der Folge vorgestellt wird.


Die Freiwillige Feuerwehr

5 2/2007

Editorial

Übung Dachöffnung im neuen Übungshaus

Dank

Luftaufnahme 2003; ganz rechts zu sehen das alte E-Werk-Gebäude

Das neue Übungshaus am Möltner Bach – Kurzbeschreibung und Nutzung Nach Übersiedlung der Landesfeuerwehrschule im Jahre 1989 nach Vilpian wurden für die Ausbildung zunächst die alten Gebäude der ehemaligen Brauerei, darunter auch das ehemalige E-Werk-Gebäude mit Hausmeisterwohnung beim Wasserfall genutzt. Im Zuge des Neubaus wurde wegen der Baufälligkeit beschlossen, anstelle des E-Werk-Gebäudes ein neues Übungshaus für die praktische Ausbildung der Feuerwehrleute zu errichten. Das Übungshaus ist ein 3-geschossiges Gebäude mit Geschäftslokalen, Wohnungen, Lagerräumen und Technikraum und wurde innen als Rohbau ausgeführt und mit Stahlmöbeln eingerichtet. So können Entstehungsbrände simuliert und Löschübungen durchgeführt werden, ohne dass Schäden an der Einrichtung und der Struktur ent-

Altes E-Werk-Gebäude am Möltner Bach

stehen. Das Übungshaus ist auch mit Einrichtungen für das sichere Üben in Höhen, z. B. bei Dachstuhlbränden, ausgerüstet. Auch die Rettung aus Tiefen, wie z. B. aus Schächten, kann realistisch und sicher geübt werden. Das neue Übungshaus ist somit eine wichtige Ergänzung der im Jahre 2002 fertig gestellten Übungsanlagen.

Architektur und Bauweise Die besondere Lage des neuen Übungshauses am Möltner Bach am Weg zum Wasserfall haben die Architekten genutzt zur Verwirklichung eines archetypischen Hauses: Rechteck in Hochformat, Giebel, Kamin, Tür und Fenster. So zeichnen Kinder ein Haus! Ein Übungshaus erfordert rohe Materialien: alle Wände und Decken in Stahlbeton, unbehandelt, außen wärmegedämmt und mit Corten-Stahl verkleidet. Diese Hülle fügt sich farblich bestens in das Umfeld ein.

Neues Übungshaus

Zum Abschluss der Bauarbeiten ist es uns ein Anliegen, allen Institutionen, Firmen und Personen, die zur Verwirklichung der neuen Landesfeuerwehrschule beigetragen haben, herzlich zu danken: dem Land Südtirol mit an der Spitze Herrn Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder und dem Landesrat für Bauten Dr. Florian Mussner: sie haben immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen und zusätzliche Ideen gehabt, der Abteilung Hochbau mit Ressortdirektor Arch. Josef March, Amtsdirektor Ing. Maurizio Patat und Projektsteurer Geom. Lukas Lantschner, den Planern Arch. Karl Kerschbaumer, Arch. Harald Pichler, Ing. Michele Carline, Ing. Josef Höllrigl, Faching. Franco Zanotto, Geom. Antonio Santese und den ausführenden Firmen. Dr.-Ing. Christoph Oberhollenzer

Direktor und Schulleiter

Von links: Direktor Christoph Oberhollenzer, Landeshauptmann Luis Durnwalder, Landesfeuerwehrpräsident Rudi Hofer und Bautenlandesrat Florian Mussner bei der feuerwehrgerechten Durchtrennung des Bandes am 5. Mai


Die Freiwillige Feuerwehr

6

Landesfeuerwehrtag

2/2007

Landesfeuerwehrtag 2007

Am 5. Mai 2007 fand in der Landesfeuerwehrschule Vilpian der 52. Landesfeuerwehrtag statt. Neben dem Landesfeuerwehrausschuss und den Delegierten waren auch zahlreiche

Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens erschienen. Schwerpunkte der Tagung waren die Berichte des Landesfeuerwehrpräsidenten Rudi Hofer und des Direktors

und Schulleiters Dr.-Ing. Christoph Oberhollenzer sowie das Referat des Landeshauptmanns Dr. Luis Durnwalder. Der Bezirksfeuerwehrinspektor Dipl.-Ing. Alfons Gruber bedankte sich nochmals im Namen des Landesfeuerwehrverbandes Tirol bei allen Freiwilligen Feuerwehren und Verbänden für die Hilfeleistung nach der Unwetterkatastrophe im August des Jahres 2005 und hob die immerwährende gute Zusammenarbeit zwischen Nordund Südtirol hervor. Grußworte an den Feuerwehrtag richteten auch Herr Stefan Leonardi in Vertretung der Regierungskommissarin Carla Scoz, der Präsident der »Associazione nazionale vigili del Fuoco vol.« Cav. Gr. Cr. Gino Gronchi sowie der Präsident der Wasserrettung Südtirols Franz Niederkofler als Vertretung der anderen Zivilschutzorganisationen. Im Anschluss an die Tagung segnete Landesfeuerwehrkurat P. Reinald Romaner OFM das neue Übungshaus der Feuerwehrschule. Mit dem Durchtrennen einer Kette übergab Landeshauptmann Luis Durnwalder anschließend das Gebäude offiziell seiner Bestimmung.


52. Landesfeuerwehrtag 2007

Bericht zum Jahr 2006

Der Feuerwehrdienst und S端dtirols Freiwillige Feuerwehren 2006 Der Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren S端dtirols 2006

Seite 8 Seite 11


Der Feuerwehrdienst

8

in Südtirol Der Feuerwehrdienst in Südtirol

Legende: 1 Bezirk Bozen 2 Bezirk Meran 3 Bezirk Untervinschgau 4 Bezirk Obervinschgau 5 Bezirk Brixen/Eisacktal 6 Bezirk Wipptal/Sterzing 7 Bezirk Unterpustertal 8 Bezirk Oberpustertal 9 Bezirk Unterland Freiwillige Feuerwehren Berufsfeuerwehr Bozen Betriebsfeuerwehren

Der Feuerwehrdienst in Südtirol Der gesetzliche Auftrag des Feuerwehrdienstes gemäß Landesgesetz Nr. 15/2002 lautet: ■ Vorbeugender und abwehrender Brandschutz ■ Technische Hilfeleistung (Rettungsund Hilfsmaßnahmen zur Vermeidung und Abwehr von Gefahren und Beeinträchtigungen jeglicher Art für Menschen, Tiere, Umwelt und Sachwerte) und ■ Katastrophenhilfe. Der aktive Feuerwehrdienst in unserem Land wird ausgeübt von: 306 Freiwilligen Feuerwehren in allen Gemeinden 1 Berufsfeuerwehr in Bozen 3 Betriebsfeuerwehren. Eigentümer und Herausgeber: Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols I-39018 Vilpian (BZ) - Brauereistraße 18 Tel. 0471 55 21 11 - Fax 0471 552 122 E-Mail: lfv@lfvbz.it Internet: http://www.lfvbz.it Druck: durch Eigentümer Ausgabe: Mai 2007 Titelbild: Luftaufnahme der Landesfeuerwehrschule in Vilpian

Außerdem gibt es in vielen größeren Betrieben interne Löschmannschaften. Die Freiwilligen Feuerwehren in allen Ortschaften gewährleisten im ganzen Land flächendeckend den Personenund Sachschutz bei Bränden und anderen Notfällen. Flächendeckend heißt, dass in allen bewohnten Gebieten unseres Landes innerhalb von höchstens 5 bis 10 Minuten nach Alarmierung ein Ersteinsatz durch die Feuerwehr erfolgt. Die freiwilligen Feuerwehrleute üben den gesamten Dienst (Einsatz, Übung, Schulung, Gerätewartung, Organisation, Verwaltung, Aufbringen der Haushaltsmittel usw.) ehrenamtlich aus, das heißt in ihrer Freizeit, im Urlaub oder in Freistellung vom Arbeitsplatz. Die Haushalte der Freiwilligen Feuerwehr werden im Durchschnitt zur Hälfte von der öffentlichen Hand (Gemein-

Mitgliedsart

den und Land) und zur Hälfte von der Bevölkerung getragen. Dazu muss noch festgehalten werden, dass bei den Freiwilligen Feuerwehren keinerlei Personalkosten entstehen. Die Personalkosten für den Feuerwehrdienst würden ein Vielfaches der Sachkosten betragen und somit ist der Beitrag der Bürger für den Feuerwehrdienst wesentlich höher, als der finanzielle Aufwand der öffentlichen Hand.

Südtirols Freiwillige Feuerwehren 2006 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren In Südtirol gibt es 306 Freiwillige Feuerwehren mit insgesamt 16.852 Mitgliedern.

31.12.05

31.12.06

Differenz

12.609

12.708

+99

Mitglieder außer Dienst

1.688

1.708

+20

Mitglieder der Jugendgruppen

1.148

1.252

+104

Ehrenmitglieder

957

985

+28

Unterstützende Mitglieder

188

199

+11

16.590

16.852

+262

Aktive Feuerwehrmitglieder

Insgesamt

Tabelle 1: Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols


52. Landesfeuerwehrtag 2007

9

Bericht zum Jahr 2006 Einsätze und Brandsicherheitswachen 2005

2006

Änderung (%)

Großbrände

136

108

-20,59

Mittelbrände

315

246

-21,90

Kleinbrände

1.174

1.141

-2,81

Brandeinsätze gesamt

1.625

1.495

-8,00

• Brandeinsätze

• Technische und Katastropheneinsätze

Gefahrguteinsatz in Mühlen

Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehren Die Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehren kann in Einsätze und Brandsicherheitswachen, Übungen und Schulungstätigkeit sowie sonstige Tätigkeiten unterschieden werden. Insgesamt wurden im letzten Jahr 8.008 Einsätze geleistet. Durch die gute Ausbildung und Ausrüstung konnten die Feuerwehren den betroffenen Personen die mögliche Hilfe leisten, die Schäden begrenzen und Gefahren bekämpfen. Zu den besonderen Brandeinsätzen im letzten Jahr gehörten zwei Waldbrände am Ritten und in Seis im Juli, drei größere Brände im November und Dezember im Obervinschgau, ein LKWBrand im Tunnel der Brunecker Südumfahrung, mehrere Stadelbrände in Flaas, Leifers, Sarnthein, Niedervintl, St. Ulrich sowie weitere größere Brände in Gast- und Handwerksbetrieben. Bei den technischen Einsätzen sind mehrere schwere Verkehrsunfälle, der große Murenabgang in St. Vigil/Enneberg im April und ein weiterer in Franzenfeste im Juli, ein Chloraustritt in einem Hotel im Mühlen im Mai und im September in Marling, ein Flugzeugabsturz im September in Pfunders sowie die Bergung eines Fahrzeuges aus der Rienz im Oktober zu nennen.

Große technische Hilfeleistungen

262

151

-42,37

Mittlere technische Hilfeleistungen

845

777

-8,05

Kleine technische Hilfeleistungen

5.506

5.585

+1,43

Technische Hilfeleistungen gesamt

6.613

6.513

-1,51

• Einsätze gesamt

8.238

8.008

-2,79

Einsätze pro Tag

23

22

-4,35

Einsätze pro Wehr

27

26

-3,70

4.660

4.931

+5,82

9.016

9.227

+2,34

997

918

-7,92

10.013

10.145

+1,32

Einsätze

8.238

8.008

-2,79

Brandsicherheitswachen

4.660

4.931

+5,82

Übungen und Schulungen

10.013

10.145

+1,32

Ausrückungen insgesamt

22.911

23.084

+0,76

Ausrückungen pro Wehr

75

75

0,00

2.789

2.612

-6,35

Lehrgangsstunden an der Feuerwehrschule 71.608

70.032

-2,20

470.841

471.173

+0,07

37,35

37,08

-0,72

• Brandsicherheitswachen Übungen und Schulungen Übungen Schulungen gesamt Zusammenfassung

Lehrgangsbesuche an der Feuerwehrschule

geleistete Arbeitsstunden Arbeitsstd. je aktives Feuerwehrmitglied Tabelle 2: Übersicht der Tätigkeiten

Der Feuerwehreinsatz bringt immer eine gewisse Gefährdung für die Einsatzkräfte mit sich, weil diese zur Menschenrettung und Gefahrenabwehr in den Gefahrenbereich vorgehen müssen. Ein Schutz vor den Gefahren ist nur durch richtiges Verhalten und geeignete Schutzausrüstung möglich; 100-

%ige Sicherheit gibt es aber nicht. So hat es auch im letzten Jahr leider einige Unfälle mit Verletzten, zum Glück aber keine Schwerverletzten bei den Feuerwehren gegeben. Die Tabelle gibt eine Übersicht der Tätigkeiten auf Landesebene der beiden letzten Jahre (2005, 2006).


Südtirols Freiwillige Feuerwehren

10

im Jahr 2006

Dachstuhlbrand in Obermais

Sonstige Tätigkeiten Zu Einsätzen, Brandsicherheitswachen, Übungen und Lehrgangsbesuchen kommt noch die Wartung und Instandhaltung der Geräte, Fahrzeuge und Räumlichkeiten, Sitzungen und Besprechungen, der Bereitschaftsdienst an Sonn- und Feiertagen, Leistungsbewerbe, der Zeitaufwand für das Aufbringen von Geldmitteln für die Feuerwehr (Veranstaltung von Festen, Bällen und Sammlungen) und vieles mehr hinzu.

Leistungsbewerbe, Sport und Veranstaltungen Feuerwehrleistungsbewerbe und sportliche Veranstaltungen fördern den Ausbildungsstand, die körperliche Ertüchtigung sowie die Kameradschaft und den Zusammenhalt der Feuerwehrleute.

Verkehrsunfall in der Nähe der Mühlbacher Klause

Im Jahre 2006 fanden unter anderem folgende Leistungsbewerbe und Sportveranstaltungen statt: ■ Vom 23. bis 25. Juni 2006 fanden in Sterzing der 19. Landes-Feuerwehrleistungsbewerb und der 30. Landes-Jugendfeuerwehrleistungsbewerb statt. Auch viele Gästegruppen aus Österreich, Deutschland und erstmals auch aus Polen, Kroatien und Slowenien nahmen an den Bewerben teil. Mit 280 aktiven Gruppen und 100 Jugendgruppen wurde ein neuer Teilnehmerrekord bei Südtiroler Bewerben verzeichnet. Der Präsident des CTIF (Internationale Vereinigung des Feuerwehrund Rettungswesens) hat erstmals die Bewerbe in Südtirol besucht und bei seiner Abschlussrede die gute Organisation hervorgehoben.

■ Die Feuerwehren und Bezirksverbände haben verschiedene sportliche Veranstaltungen ausgetragen, wie das Landesrodelrennen in Lüsen, die Landesmeisterschaft Ski alpin in Obereggen, die Landesmeisterschaft im Kleinfeldfußball sowie weitere Wettkämpfe auf Bezirksebene. ■ An den Zivilschutz-Staatsmeisterschaften im Skifahren und Rodeln, die Anfang Februar 2006 in Sexten über die Bühne gingen, haben auch etliche unserer Feuerwehrleute teilgenommen und dabei Spitzenplätze belegt. In der Mannschaftswertung sicherten sich die Südtiroler den Italienmeistertitel vor dem Trentino und Aosta.

Landesfeuerwehrleistungsbewerbe Sterzing

in


52. Landesfeuerwehrtag 2007

11

Bericht zum Jahr 2006 Der Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols Allgemeines Der Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren wurde im Jahre 1955 gegründet. Im Landesverband sind alle Freiwilligen Feuerwehren des Landes durch die neun Bezirksverbände vertreten; der Landesverband vertritt nach außen alle Freiwilligen Feuerwehren des Landes.

Die Tätigkeit des Landesfeuerwehrverbandes gliedert sich in drei Bereiche: ■ Führung der Landesfeuerwehrschule - Schulung und Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols und der Betriebsfeuerwehren und Weiterentwicklung der Aus- und Weiterbildung

Grundlehrgang Technischer Einsatz

- Abhaltung von Brandschutzkursen für Betriebe, Organisationen - Bereitstellung von Lehrsälen, Übungsanlagen, Mensa und Heim für Schulungen und Veranstaltungen anderer Rettungsorganisationen ■ die technische Betreuung und Beratung der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols in allen Bereichen des abwehrenden Brand- und Katastrophenschutzes (z. B. auf den Gebieten Atemschutz, Körperschutz, Funk, Messtechnik, Fahrzeuge und Geräte usw.) ■ die Verwaltung Betreuung der Freiwilligen Feuerwehren in allen Verwaltungsangelegenheiten, Versicherungswesen, Dienstführerscheine, Feuerwehrfahrzeugregister, Bearbeitung der Landesbeiträge, Mitgliederverwaltung, Ehrungen, Planungen, Feuerwehrzeitung usw.

Die Landesfeuerwehrschule Südtirol Ausbildung der Feuerwehrleute Die schulmäßige Ausbildung der Feuerwehrleute erfolgt an der Landesfeuerwehrschule in Vilpian. Die Schulungstätigkeit umfasst neben den Freiwilligen Feuerwehren auch Betriebsfeuerwehren sowie die Schulung anderer Kategorien. Das Ausbildungsprogramm wird jährlich auf Vorschlag des Landesfeuerwehrverbandes vom Sonderbetrieb für die Feuerwehr- und Zivilschutzdienste festgelegt.

Ausbildungskonzept für die Feuerwehren Die vielfältigen Aufgaben, welche die Feuerwehren zu bewältigen haben, erfordern eine qualifizierte und umfangreiche Aus- und Fortbildung.


Der Landesverband

12

der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols

Lehrgang Gefahrgut-Gerätetechnik

Das Ausbildungskonzept der Feuerwehrschule sieht folgende Kategorien vor: ■ Grundausbildung ■ Fachausbildung ■ Sonderausbildung ■ Führungsausbildung Insgesamt werden derzeit rund 30 verschiedene Lehrgänge für Feuerwehrleute angeboten, und damit kann der Ausbildungsbedarf gut abgedeckt werden. Es werden auch Nachschulungen in Form von eintägigen Lehrgängen für Feuerwehrleute, welche die Ausbildungslehrgänge schon vor längerer Zeit besucht haben, abgehalten. Die Ausbildung wird laufend weiterentwickelt und entspricht dem Stand der Technik und Taktik. In Vilpian stehen seit Fertigstellung der neuen Landesfeuerwehrschule die notwendigen

Einschulung Brandübungshaus in Montelibretti

Anlagen für eine zeitgemäße und realistische Ausbildung zur Verfügung.

Neue bzw. besondere Lehrgänge und Veranstaltungen im Jahre 2006 Neben den Standardlehrgängen wurden im Jahre 2006 ein EinsatzleiterLehrgang und ein Lehrgang Brandbekämpfung in unterirdischen Anlagen neu eingeführt und eine Reihe von besonderen Lehrgängen und Veranstaltungen abgehalten bzw. organisiert.

Einsatzleiter-Lehrgang Für den Einsatzerfolg ist neben gut ausgebildeten und ausgerüsteten Einsatzkräften ein reibungsloses Funktionieren der Einsatzleitung entscheidend. In den letzten Jahren wurden zum Thema für die Führungskräfte der Freiwilli-

Lehrgang Brandbekämpfung in unterirdischen Anlagen

Einsatzleiterlehrgang

gen Feuerwehren regelmäßig Seminare mit ausländischen Referenten angeboten. Am 26. und 27. Jänner hat die Landesfeuerwehrschule Südtirol den ersten spezifischen Einsatzleiterlehrgang zum Thema »Großschadenlagen« abgehalten.

Lehrgang Brandbekämpfung in unterirdischen Anlagen Die Brandbekämpfung in unterirdischen Anlagen wie Lagerräumen, Tiefgaragen und Tunnels stellt für die Feuerwehren eine schwierige Aufgabe dar: starke Rauch- und Wärmeentwicklung, lange Angriffswege, Raumenge, schwierige Orientierung, eingeschränkte Verständigungsmöglichkeit, hohe Brandlasten, große und komplexe Bauwerke, schwierige Entrauchung usw. erschweren den Feuerwehreinsatz.


52. Landesfeuerwehrtag 2007

13

Bericht zum Jahr 2006 Am 17. November wurde an der Landesfeuerwehrschule der erste Lehrgang zum Thema Brandbekämpfung in unterirdischen Anlagen abgehalten und dabei die Einsatzmöglichkeiten, aber auch die Einsatzgrenzen der Feuerwehren bei diesen Ereignissen in Theorie und Praxis behandelt.

Informationstag für Bezirksfunktionäre Am Samstag, den 18. November 2006 wurde an der Landesfeuerwehrschule der alljährliche Informationstag abgehalten. 115 Bezirksfunktionäre aus allen Bezirken haben daran teilgenommen. Alfred Pölzl, Chef der Grazer Feuerpolizei, referierte dabei zum Thema »Brandschutzmaßnahmen und Brandbekämpfung bei Fertighäusern, Holzbau und Trockenbau«. Bezirksfeuerwehrpräsident Anton Schraffl berichtete über den Feuerwehreinsatz beim Murenabgang am »Cianross« in St. Vigil/Enneberg am 21. April 2006 und die daraus gewonnenen Erkenntnisse. Zum Abschluss wurde von Direktor Dr.Ing. Christoph Oberhollenzer das Thema »Einsätze im Eisenbahnbereich« behandelt und die dazu erstellten Unterlagen vorgestellt.

Jugendbetreuerlehrgang Bei vielen Feuerwehren gibt es eine Jugendgruppe, die von Jugendbetreuern geleitet wird. Für die Jugendbetreuer

wurden in der Vergangenheit regelmäßig Schulungen und Fortbildungen abgehalten. Seit dem heurigen Schuljahr wird ein zweitägiger Jugendbetreuerlehrgang an der Landesfeuerwehrschule angeboten, bei welchem die neben dem Fachwissen für die Jugendarbeit wichtigen Themen wie Umgang mit jungen Menschen, Rechtsgrundlagen und Organisation, rechtliche Aspekte und Versicherungsschutz, Jugend-Feuerwehrleistungsbewerb, Wissenstest und Orientierungsmarsch, Spielen und Lernen behandelt werden. Der erste Jugendbetreuerlehrgang wurde vom 2. bis 3. November mit großem Erfolg abgehalten. Ausbildung der Berufsfeuerwehr Trient

Löschtaktik und Löschtechnik: Ausbildung für Feuerwehrleute aus der Provinz Trient Durch die verbreitete Verwendung von Kunststoffen, hoher Wärmedämmung und Mehrfachverglasungen bei Fenstern in Gebäuden sind die Gefahren beim Innenangriff in den letzten Jahren angestiegen. Für den Innenangriff muss deshalb ein Sicherheitskonzept angewendet werden, das den Feuerwehrleuten beim Atemschutzlehrgang und Lehrgang Brandbekämpfung in Theorie und Praxis erläutert wird. Im Brandhaus können dabei realistische Einsatzübungen abgehalten werden. Die Möglichkeit, im Brandhaus Übungen abzuhalten, wird auch von Feuerwehrleuten aus anderen Regionen und Ländern immer wieder genutzt. So wurden für Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr und der Feuerwehrschule Trient zwei Schulungen zum Thema Brandbekämpfung abgehalten.

Benützung des Geländes und der Anlagen für Übungen der Feuerwehren

Jugendbetreuerlehrgang

Das Gelände und die Übungsanlagen der Landesfeuerwehrschule werden auch außerhalb des Lehrgangsbetriebes fallweise für Übungen der Feuerwehren genutzt. Im letzten Jahr haben insgesamt 119 Feuerwehrleute Übungen in der Atemschutzübungsstrecke am Abend unter Anleitung eines Ausbilders durchgeführt.

Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte Die Ausbilder der Feuerwehrschule nehmen laufend an Fortbildungslehrgängen und Seminaren teil und sind in Kontakt mit anderen Feuerwehrschulen, um die Ausbildung weiterzuentwickeln.

Know-how der Landesfeuerwehrschule gefragt Im Brandhaus in Vilpian wurden bereits rund 2.200 Freiwillige Feuerwehrleute aus Südtirol ausgebildet. Auch Feuerwehrleute aus anderen Regionen Italiens und dem Ausland haben bei Sonderlehrgängen im Brandhaus die Brandbekämpfung geübt. In der Zwischenzeit wurden in Italien in Montelibretti bei Rom, La Spezia, Brindisi und in Gioia Tauro (Kalabrien) weitere Brandsimulationsanlagen für die Ausbildung von Feuerwehren errichtet. Auf Anfrage der Herstellerfirma wurden die ersten Lehrgänge in Montelibretti vom 17. bis 29. September 2006 und vom 16. bis 27. Oktober 2006 in La Spezia von unseren Ausbildern abgehalten.

Brandschutzkurse und Kurse für Betriebe und Organisationen Von der Landesfeuerwehrschule werden seit dem Jahre 1995 Brandschutzkurse mit entsprechender Prüfung für


52. Landesfeuerwehrtag

14

Bericht zum Jahr 2006

Ausbildung für die Brennerautobahn

die Arbeitgeber und beauftragten Arbeitnehmer durchgeführt, die gemäß Arbeitsschutzgesetz (Gesetzesdekret 626/94) im Betrieb die Brandschutzund Notfallmaßnahmen durchführen müssen. Bei positivem Abschluss wird von der zuständigen Amtsstelle das technische Eignungszeugnis ausgestellt. Auch im Jahr 2006 war die Nachfrage groß; im Laufe des Jahres haben 1.446 Leute einen Brandschutzkurs besucht. Ingesamt wurden seit dem Jahre 1995 bis zum 31.12.2006 schon 16.800 Teilnehmer bei Brandschutzkursen an der Landesfeuerwehrschule ausgebildet.

Lehrgang »Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen«

Brandverhütungsmaßnahmen, Verhalten im Brandfall und Löschen von Entstehungsbränden wurde dabei besonders das Thema Fahrzeugbrände behandelt. Das Löschen eines Fahrzeugbrandes mit Handfeuerlöschgeräten und Wandhydranten wurde auch in der Praxis gezeigt.

Brandschutzkurs für die Abteilung Straßendienst

Ausbildung für die Brennerautobahn

In den Monaten September und Oktober wurden mehrere halbtägige Brandschutzkurse in deutscher und italienischer Sprache speziell für die Mitarbeiter der Abteilung Straßendienst abgehalten. Neben den allgemeinen Informationen zu Brandgefahren,

Von September bis November wurden an der Feuerwehrschule insgesamt sieben eintägige Fortbildungskurse für Mitarbeiter der Brennerautobahn in italienischer Sprache durchgeführt. Die ausgebildeten Mitarbeiter sind zwischen Modena und Brenner turnusmä-

ßig rund um die Uhr auf der Autobahn A22 unterwegs, um bei Unregelmäßigkeiten (Staus, Unfällen usw.) erste Maßnahmen durchzuführen. Schwerpunkte der Lehrgänge waren das Löschen von Fahrzeugbränden, der Transport gefährlicher Güter, Brände in Tunnels und die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren.

Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen Für die Landesagentur für Umwelt wurde am 20. September ein Tageslehrgang zum Thema »Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen« abgehalten. Neben den rechtlichen Grundlagen und den Eigenschaften von wassergefährdenden Stoffen wurden vor allem die Ausrüstung und Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehren aufgezeigt und bei Übungen demonstriert.

Lehrgänge für Rettungshundeführer/-innen

Brandschutzkurs für Betriebe

Die Landesfeuerwehrschule organisierte im Auftrag des Amtes für Zivilschutz am 19. und 20. Oktober und am 26. und 27. November Lehrgänge für Rettungshundeführer. Die Lehrgänge wurden von Ausbildern des Bayerischen Roten Kreuzes durchgeführt; das Funkund Alarmierungssystem in Südtirol wurde vom Koordinator des Landesfunkdienstes erklärt. Rettungshundeführer/-innen von verschiedenen in Südtirol anerkannten Rettungshundestaffeln nahmen daran teil.


52. Landesfeuerwehrtag 2007

15

Bericht zum Jahr 2006 Übersicht der von der Landesfeuerwehrschule abgehaltenen Lehrgänge Die Tabelle 3 zeigt das Angebot und die Anzahl der Teilnehmer an den Lehrgängen der Landesfeuerwehrschule in Vilpian im Vergleich in den Jahren 2004 bis 2006.

Sonstiges

Landesfeuerwehrschule dafür gedankt. ■ Sonstige Benutzung Der Übungsplatz der Landesfeuer-

wehrschule wird auch für die Kollaudierung von Feuerwehrfahrzeugen und im Rahmen der Verkehrserziehung der Schulen der Umgebung benutzt.

Kurse für Feuerwehren Lehrgang

Dauer (Tage)

Lehrgangsteilnehmer im Jahr 2004

2005

2006

Grundlehrgang Brandeinsatz

5

464

441

450

Grundlehrgang Technischer Einsatz

5

363

370

356

Nachschulung Technische Rettung

1

60

61

88

Atemschutzlehrgang

3

335

362

281

Lehrgang Brandbekämpfung

2

341

204

160

Brandbekämpfung in unterirdischen Anlagen

1

-

-

25

■ Besuche und Besichtigungen Die Landesfeuerwehrschule wurde im letzten Jahr wieder von vielen in- und ausländischen Feuerwehrverbänden, Feuerwehrschulen, im Brand- und Katastropenschutz tätigen Behörden besichtigt. Besonders das Brandhaus und die Übungsanlagen stoßen dabei auf großes Interesse.

Maschinistenlehrgang

5

127

147

135

Nachschulung für Maschinisten

1

44

17

23

Funk- und Nachrichtendienst

4

61

57

54

Lehrgänge für Atemschutzwarte und -prüfer

1

3

69

33

Gerätewartlehrgang

4

10

51

-

Lehrgang für Schriftführer

2

6

30

13

Lehrgang für Kassiere

2

9

41

12

■ Dankesfeier für die Unwettereinsätze in Nordtirol Die Freiwilligen Feuerwehren Südtirols haben nach schweren Unwettern im August 2005 in Nordtirol an verschiedenen Einsatzorten Hilfe geleistet. Insgesamt waren fast 900 freiwillige Feuerwehrleute aus allen Bezirken gemeinsam mit Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr und des Landesrettungsvereins Weißes Kreuz im Einsatz. Im Rahmen einer kleinen Feier, die am 2. Mai 2006 in der Landesfeuerwehrschule in Vilpian stattfand, haben Vertreter des Landesfeuerwehrverbandes und Landes Tirol den Feuerwehren, ihren Verbänden und der

Bewerterlehrgang

1

101

-

103

Lehrgang Dekontamination

1

-

24

-

0,5

-

356

36

Lehrgang für Jugendbetreuer

1

-

-

43

Lehrgang für vorbeugenden Brandschutz

2

-

-

28

Lehrgang Erste Hilfe für die Feuerwehr

2

100

120

119

Lehrgang Gefahrgut Grundlagen

3

-

45

-

Gefährliche Stoffe – Grundlagen für Feuerwehren

3

12

-

31

Gefahrgut-Gerätetechnik

5

-

23

19

Gefahrgut-Fortbildung

1

-

-

67

Seminar Einsatztaktik

2

100

-

-

Seminar Strahlenschutz

1

-

-

-

0,5

52

51

59

Schulung Wärmebildkamera

1

33

82

158

Ausbildung für Bootsgruppen

3

-

22

-

Gruppenkommandantenlehrgang

5

78

122

187

Nachschulung für Gruppenkommandanten

1

-

-

25

Zugskommandantenlehrgang

5

39

94

57

Führungslehrgang

2

31

-

-

Einsatzleiterlehrgang

3

-

-

50

2.369

2.789

2.612

■ Fortbildungen bzw. Nachschulungen in den Bezirken Auch im vergangenen Jahr wurden wieder mehrere Wiederholungsschulungen in Form von Tageslehrgängen und Abendkursen in den Bezirken zu verschiedenen Themen abgehalten.

EDV-Schulung

Schulung Explosimeter

Teilnehmer an Feuerwehrkursen gesamt Lehrgang für Rettungshundeführer/-innen

Tabelle 3: Angebot der Lehrgänge und Anzahl der Teilnehmer


Der Landesverband

16

der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols Brandschutzkurse für Betriebe und Organisationen Kurs für Betriebe mit niederer Brandgefahr

0,5

77

104

181

Kurs für Betriebe mit mittlerer Brandgefahr

1

1.347

1.139

1.111

Kurs für Betriebe mit hoher Brandgefahr

2

333

203

124

0,5

-

-

109

Fortbildung für die Brennerautobahn

1

-

-

149

Fortbildung für BF und LFS Trient

1

-

-

44

Ausbildung Rettungshundeführer/-innen

2

-

-

43

Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen

1

-

-

18

Teilnehmer an Kursen für Betriebe u. Org.

1.757

1.446

1.779

Teilnehmer insgesamt

4.126 4.235 4.391

Brandschutzkurs für die Abt. Straßendienst

Lehrgänge und Veranstaltungen anderer Organisationen an der Landesfeuerwehrschule Die Strukturen der Landesfeuerwehrschule stehen bei freien Kapazitäten

auch den anderen Rettungs- und Hilfsorganisationen (Bergrettungsdienst, Landesrettungsverein Weißes Kreuz, Wasserrettung) zur Verfügung und werden auch viel genutzt. Die Verwaltung und Organisation wird vom Landesfeuerwehrverband durchgeführt.

Ausbildung des Bergrettungsdienstes in der Landesfeuerwehrschule

Insgesamt sind an der Landesfeuerwehrschule im letzten Schuljahr 11.849 Teilnehmertage zu verzeichnen gewesen; umgelegt auf die Lehrgangsperiode von September bis Juni ergibt sich daraus, dass im Schnitt rund 60 Teilnehmer täglich die Strukturen nutzten.

Technische Betreuung und Beratung Prüf- und Wartungsdienst für Atemschutzgeräte und Druckluftflaschen Die Landesatemschutzwerkstatt hat ihren Sitz in Vilpian bei der Genossenschaft der Südtiroler Feuerwehren im Landesfeuerwehrverband. Ihre Haupt-

Ausbildung des Landesrettungsvereins Weißes Kreuz

Teilnehmertage in Prozent

Teilnehmer


52. Landesfeuerwehrtag 2007

17

Bericht zum Jahr 2006 Lehrgangsart

Teilnehmer

Teilnehmertage

%

Feuerwehrlehrgänge

2.612

8.754

74

Brandschutzkurse Weitere Kurse

1.779

1.801

15

Externe

1.832

1.294

11

Summe

6.223

11.849

100

Tabelle 4: Lehrgangsteilnehmer an der Landesfeuerwehrschule 2006

Lehrgänge und Veranstaltungen externer Organisationen an der LFS Organisation

Bergrettungsdienst BRD

Dauer (Tage) 0,5–1

Lehrgangsteilnehmer im Jahr 2004

2005

2006

1.361

1.271

963

Landesrettungsverein Weißes Kreuz

2–5

205

188

249

Benützung Bereich Wasserrettung

0,5

454

359

295

0,5–1

445

595

325

2.465

2.413

1.832

Sonstige Insgesamt

Tabelle 5: Lehrgänge und Veranstaltungen externer Organisationen an der LFS

aufgabe ist die Instandhaltung der Atemschutzgeräte, der Atemluftflaschen und der Atemluftfüllstationen der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols. Insgesamt müssen rund 2.300 Atemschutzgeräte und ca. 7.000 Atemluftflaschen der Freiwilligen Feuerwehren instand gehalten werden. Die Landesatemschutzwerkstatt bietet zudem den Bezirksatemschutzprüfern logistische und technische Unterstützung. Bei der Abhaltung der verschiedenen Feuerwehrlehrgänge werden immer wieder die Dienstleistungen der Landesatemschutzwerkstatt in Anspruch genommen.

Wartung der Feuerlöscher

Prüf- und Wartungsdienst für Sondergeräte und Sonderausrüstung Die Stützpunktfeuerwehren für Gefahrguteinsätze verfügen über Sondergeräte und spezielle Schutzbekleidung (z. B. Vollschutzanzüge). Bei vielen Feuerwehren sind zum Erkennen der Explosionsgefahr Gaswarngeräte vorhanden. Bei diesen Sonderausrüstungen werden in der Landesatemschutzwerkstatt laufend die vorgesehenen Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

Feuerlöscherwerkstatt In der Feuerlöscherwerkstatt erfolgt die Füllung der Feuerlöscher, welche im Rahmen der Ausbildung bei Feuerwehrlehrgängen und Brandschutzkursen benötigt werden. Dazu werden noch die ca. 170 Feuerlöscher in den verschiedenen Gebäuden der Landesfeuerwehrschule instand gehalten.

Technische Dienste für externe Organisationen Sämtliche Dienstleistungen der Landesatemschutzwerkstatt werden in zunehmender Anzahl auch für Feuerwehren außerhalb der Provinz, Zivilschutzorganisationen und Externe wie z. B. Obstgenossenschaften, Privatbetriebe gegen Bezahlung durchgeführt. Insgesamt wurden 7.897 Dienstleistungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem das Füllen von rund 4.400 Atemluftflaschen und die Überprüfung und Instandhaltung von rund 400 Pressluftatmern, 1.000 Atemschutzmasken und 600 Feuerlöschern.

Technische Begutachtung und Ankauf von Ausrüstung Ausrüstung für die Feuerwehren Für die Feuerwehren werden von der Industrie laufend neue Geräte und Ausrüstungen angeboten. Die Landesfeuerwehrschule überprüft die Ausrüstung in Hinblick auf Tauglichkeit und Notwendigkeit, um Empfehlungen für die Feuerwehren geben zu können.

Überprüfung der Atemschutzgeräte


Der Landesverband

18

der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols Beratung bei Planung und Bau von Feuerwehrgerätehäusern Die Bezirksverbände und der Landesverband stehen den Feuerwehren bei Planung und Bau von Gerätehäusern beratend zur Seite. Gemeinsam werden aufgrund der Struktur des Einsatzgebietes, der möglichen Gefahren, der Stärke und eventueller überörtlicher Aufgaben der Feuerwehr die Planungsgrundlagen auf der Basis der vorhandenen Baurichtlinien festgelegt.

Funk Allgemeines

Der neue Großraumlüfter für den Bezirk Unterpustertal bei der Freiwilligen Feuerwehr Bruneck

Stützpunktausrüstung Gemäß dem Ausrüstungskonzept und Stützpunktprogramm konnten im Jahre 2006 wiederum einige Sonderfahrzeuge und Stützpunktausrüstung, darunter ein Schweres Rüstfahrzeug, ein mobiler Großventilator und zwei Anhänger für die Unterbringung von Gefahrgutausrüstung angekauft werden. Auch die außerordentliche Instandhaltung von Stützpunktfahrzeugen und Stützpunktausrüstung (Drehleitern, Gefahrgutausrüstung...) wird über das Stützpunktprogramm finanziert.

Für die Alarmierung der Feuerwehren und die Kommunikation während des Einsatzes muss der Feuerwehrdienst über eigene, flächendeckende Funkund Alarmierungssysteme verfügen.

Ausbau der Funk- und Alarmierungssysteme Es gibt noch Zonen und einzelne Feuerwehren, die nicht optimal versorgt sind. Deshalb werden die Funksysteme ständig weiter ausgebaut und verbessert. Alle diesbezüglichen Maßnahmen erfolgen in Absprache mit der zuständigen Landesabteilung. Im Berichtsjahr wurde der bereits im Jahre 2005 finanzierte Umsetzer in Vintl in Betrieb genommen. Weiters wurde die Funkversorgung im Bezirk

Das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Oberbozen

Internetseite

Bozen im Sarntal und im (oberen) Bezirk Untervinschgau durch die Installation eines weiteren Umsetzers verbessert und ein Reserve-Umsetzerkanal im Bezirk Bozen in Betrieb genommen.

Instandhaltung und Fernüberwachung Die Funksysteme bedürfen laufender Instandhaltung, die vom Landesverband koordiniert und von Fachfirmen durchgeführt wird. Durch die Fernüberwachung der Zubringer, der Sprechfunk- und Alarmierungsumsetzer sowie der Sirenensteuerung können auftretende Fehler frühzeitig und gezielt behoben werden.

Kanalumstellung im Feuerwehrfunk Aufgrund staatlicher Bestimmungen muss der Kanalabstand der Feuerwehrfunkkanäle von bisher 25 kHz auf 12,5 kHz verringert werden. Dazu war es notwendig, das gesamte Feuerwehrfunknetz anzupassen und auch die vorhandenen Funkgeräte so weit möglich umzustellen bzw. zu ersetzen. Im Jahr 2006 erfolgte die Umstellung in den Bezirken Bozen, Untervinschgau, Brixen/Eisacktal, Unterpustertal, Oberpustertal und Unterland. Insgesamt wurden bisher 932 Funkgeräte und 3.257 Personenrufempfänger umgestellt und 2.157 Geräte ausgetauscht. Im Jahr 2007 wird die Umstellung mit dem Bezirk Meran abgeschlossen.


52. Landesfeuerwehrtag 2007

19

Bericht zum Jahr 2006 EDV und Internet

gang 4 Nummern mit einer Auflage von jeweils 6.000 Stück erschienen. Die Fachartikel sind ein wichtiger Bestandteil der Fort- und Weiterbildung. Die Zeitung gibt darüber hinaus auch einen Einblick in die Tätigkeit der Feuerwehren, Bezirke und des Landesverbandes. Jede Feuerwehr hat im Schnitt 17 Zeitungen abonniert. Durch die Einnahmen aus Abonnements und Werbung finanziert sich die Zeitung zum Großteil selbst.

Internetauftritt Die zweisprachige Internetseite des Landesverbandes wurde laufend aktualisiert und das Angebot an Formularen und Informationsdokumenten weiter ausgebaut. Sowohl der frei zugängliche Servicebereich als auch der geschützte Bereich, in dem beispielsweise sämtliche Rundschreiben des Verbandes oder der aktuelle Feuerwehranzeiger mit den Erreichbarkeiten der Feuerwehren eingesehen werden können, erfreuen sich großer Akzeptanz. Eine im Berichtsjahr implementierte Funktion ermöglicht es nun den Feuerwehrleuten, sich online in die Lehrgänge einzuschreiben, wenn nach Durchlauf des üblichen Buchungsverfahrens über die Lehrgangsbeauftragten noch freie Lehrgangsplätze vorhanden sind. Sämtliche Lehrgänge können über ein Kalendertool leichter eingesehen werden. Mit Genehmigung des Hydrographischen Amtes der Landesverwaltung wurde die Wettervorhersage in das Portal eingebaut. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 80.000 Zugriffe auf die Internetseite und ca. 90 Downloads pro Monat gezählt.

Softwareanwendung zur Erfassung und Auswertung der Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehren Mit dieser Software können über eine Internetverbindung auf einem Server sowohl Einsatzberichte als auch Übungen und sonstige Dienste der Feuerwehren erfasst werden. Auf Wunsch können dann über einen definierbaren Zeitraum und weitere Filterkriterien diverse Auswertungen von den Feuerwehren, den Bezirken und dem Landesverband durchgeführt werden. Ende 2006 haben im zweiten Jahr seit der Inbetriebnahme bereits 191 Feuerwehren die Anwendung genutzt und es wurden insgesamt ca. 11.900 Berichte digital erfasst.

Buchhaltungsprogramm für die Verbände und Feuerwehren Es ist ein neues webbasiertes Buchhaltungsprogramm für die Verbände und Feuerwehren in Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Softwareunter-

Brandschutzaufklärung

Feuerwehrzeitung

nehmen entwickelt worden und wird Anfang 2007 freigeschaltet.

Landesnotrufzentrale (LNZ) Seit dem Jahr 2003 werden alle Feuerwehren des Landes bei Notfällen von der Landesnotrufzentrale alarmiert. Die Landesnotrufzentrale erhält von den Feuerwehren über den Landesverband bei Änderungen jeweils die aktualisierten Alarmpläne und Pflichtbereiche.

Feuerwehrzeitung Von der verbandseigenen Zeitschrift »Die Freiwillige Feuerwehr – Südtirols Feuerwehrzeitung« sind im 40. Jahr-

Zu den Aufgaben der Feuerwehren und des Landesverbandes gehört auch die Brandverhütung durch entsprechende Aufklärung der Bevölkerung. Von vielen örtlichen Feuerwehren werden auf diesem Gebiet Schulungen und Übungen durchgeführt. Vom Landesfeuerwehrverband wurden dazu Richtlinien und Unterlagen erstellt. Mehrere Kindergärten und Schulen besuchten im vergangenen Jahr die Landesfeuerwehrschule, wobei den Kindern wichtige Brandschutzregeln erklärt und Informationen über den Feuerwehrdienst gegeben wurden. Allerdings ist es bei der derzeitigen Auslastung und dem vorhandenen Personal nicht möglich, diese Veranstaltungen regelmäßig anzubieten.

Jugendarbeit Insgesamt gibt es bei den Südtiroler Feuerwehren 111 Jugendgruppen mit


Der Landesverband

20

der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols und Politikern ständig in Kontakt, um die Interessen der Feuerwehren zu vertreten und um die Feuerwehren zu beraten und so weit als möglich zu entlasten. Auch die Erstellung und Führung des Haushaltes des Landesverbandes, der Landesfeuerwehrschule und der Genossenschaft, die Gebäudeverwaltung, der Ankauf von Geräten und das Personalwesen, die Verrechnung von Dienstleistungen gehören zu den Aufgaben der Verwaltung.

Tätigkeit der Verbandsorgane und Gremien Landes-Jugendfeuerwehrleistungsbewerb

1.252 Mitgliedern. Im Jahr 2006 sind insgesamt 154 Jugendfeuerwehrmitglieder in den aktiven Dienst übergetreten; dies beweist die Bedeutung der Jugendarbeit für die Nachwuchssicherung bei den Feuerwehren. Neben den Ski- und Rodelrennen, den Wissenstests und Orientierungsmärschen zählten vor allem die Vorbereitungsbewerbe, der 30. Landes-Jugendfeuerwehrleistungsbewerb und das Zeltlager vom 23. bis 25. Juni in Sterzing zu den Höhepunkten. Die Jugendbetreuer erfüllen ihre verantwortungsvolle Aufgabe mit viel Einfühlungsvermögen und Sachkenntnis und erziehen die jungen Mitglieder zum Dienst an der Gemeinschaft.

fasst), Ehrungen für Feuerwehrleute, die Beratung für die Feuerwehren und Bezirksverbände in Steuerfragen, im Haushalts- und Rechnungswesen, die Bearbeitung von Versicherungen und Beiträgen sind wichtige Dienstleistungen des Landesverbandes. Im Steuerbereich, im Rechnungswesen, für Veranstaltungen, bei der Erfassung von statistischen Daten usw. gibt es laufend Änderungen und Verpflichtungen, die auch die Feuerwehren betreffen. Der Landesverband befasst sich mit der gesamten Materie und ist mit dem Raiffeisenverband, Fachleuten

Mitarbeit in Fachausschüssen Der Landesverband arbeitet mit in verschiedenen Gremien und Fachausschüssen wie: ■ Verwaltungsrat des Sonderbetriebes für die Feuerwehr- und Zivilschutzdienste ■ Fachausschuss für Brand- und Zivilschutz ■ Lenkungsausschuss der Landesnotrufzentrale (LNZ)

Sonstiges Führung der Stützpunktlager

■ Arbeitsgruppe Sicherheit in Tunnels

In Vilpian gibt es ein größeres Lager für Ölbindemittel und sonstige Geräte und Mittel für den Einsatz. Die Stützpunktlager in den verschiedenen Bezirken werden von Vilpian aus bei Bedarf beliefert, wobei gleichzeitig auch zu prüfende Atemluftflaschen eingesammelt und geprüfte Atemluftflaschen ausgegeben werden. Rund 40 Fahrten sind dazu im Jahr notwendig.

■ Landeszivilschutzkomitee und Landesleitstelle ■ Arbeitsgruppe Landesfunknetz ■ Arbeitsgruppe Strahlenschutz ■ Fachausschüsse »Freiwillige Feuerwehren«, »Ausbildung« und »Gefahrgut« beim Österreichischen Bundesfeuerwehrverband

Tätigkeit der Verwaltung Die Mitgliederverwaltung und Verwaltung der Lehrgangsteilnehmer (insgesamt sind zur Zeit ca. 22.000 Leute er-

Die Tätigkeit des Landesfeuerwehrausschusses, der Fachausschüsse und Gremien kann an dieser Stelle nur kurz angesprochen werden. Der Landesfeuerwehrausschuss hat sich im Berichtsjahr in sechs Ausschusssitzungen und Arbeitstagungen hauptsächlich mit den Themen Ausrüstungskonzept, Uniformierung, Finanzierungen und der Ausbildung an der Feuerwehrschule befasst.

Verwaltung

Insgesamt sorgt der Landesfeuerwehrverband mit seinen Einrichtungen und Gremien für das Studium und die Entwicklung auf allen Sachgebieten des Feuerwehrdienstes in


52. Landesfeuerwehrtag 2007

21

Bericht zum Jahr 2006 Zusammenarbeit mit Fachleuten, Behörden, Berufsfeuerwehr, artverwandten Institutionen und gesetzgebenden Körperschaften. Er ist zusammen mit den Bezirksfeuerwehrverbänden verantwortlich für die Koordinierung des abwehrenden Brand- und Katastrophenschutzes auf Landesebene im Rahmen des Feuerwehrdienstes.

Personal Zur Bewältigung sämtlicher Aufgaben sind derzeit beim Landesfeuerwehrverband mit Landesfeuerwehrschule und Genossenschaft insgesamt 27 Angestellte beschäftigt. Außerdem kann sich der Verband auf rund 16 freie Mitarbeiter stützen, die fallweise Aufgaben übernehmen, und zwar hauptsächlich in den Bereichen Ausbildung, Atemschutzgeräteprüfung und -wartung und spezifische Sachbearbeitung.

Schluss Durch die Strukturen in Vilpian und eine gute Organisation kann der Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren seine institutionellen Aufgaben wahr-

Dankesfeier für die Unwettereinsätze in Nordtirol

nehmen und insbesondere die Feuerwehrleute gut und realistisch ausbilden. Das Herzstück des gesamten Dienstes sind die Freiwilligen Feuerwehren im ganzen Land. Durch den freiwilligen und ehrenamtlichen Einsatz der Feuerwehrleute ist es möglich, Menschen bei Bränden, Unglücksfällen und Katastrophen innerhalb kürzester Zeit zu helfen und Gefahren zu bekämpfen.

Eine ausreichende Mitgliederanzahl, eine entsprechende Ausrüstung und eine gute Ausbildung sind die Voraussetzungen für wirkungsvolle Hilfe. Diese Voraussetzungen sind in Südtirol gegeben und es ist unsere Aufgabe, die Schlagkraft des Feuerwehrdienstes auch in Zukunft zu gewährleisten und an etwaige neue Erfordernisse anzupassen. Wir danken allen, die den Feuerwehrdienst ausüben und mittragen: allen voran den freiwilligen Feuerwehrleuten und ihren Familien, den Feuerwehrfunktionären und auch den hauptamtlichen Mitarbeitern im Landesverband, der Bevölkerung, den einschlägigen Landesämtern, den Bürgermeistern der Gemeinden Südtirols und den politischen Verantwortungsträgern im Land. Vilpian, im Mai 2007

Der Landesfeuerwehrpräsident

Rudi Hofer

Der Direktor

Gasübungsanlage in der Landesfeuerwehrschule

Dr.-Ing. Christoph Oberhollenzer


Die Freiwillige Feuerwehr

22

Landesfeuerwehrschule/Ausbildung

2/2007

Bericht über das Schuljahr 2006/07 1. Feuerwehrausbildung 1.1 Allgemeines Das Ausbildungskonzept der Feuerwehrschule sieht folgende Kategorien vor: • Grundausbildung • Fachausbildung • Sonderausbildung • Führungsausbildung Insgesamt werden derzeit rund 30 verschiedene Lehrgänge für Feuerwehrleute angeboten, und damit kann der Ausbildungsbedarf gut abgedeckt werden. Es werden auch Nachschulungen in Form von eintägigen Lehrgängen für Feuerwehrleute, welche die Ausbildungslehrgänge schon vor längerer Zeit besucht haben, abgehalten.

Die Ausbildung wird laufend weiterentwickelt und entspricht dem Stand der Technik und Taktik. In Vilpian stehen seit Fertigstellung der neuen Landesfeuerwehrschule die notwendigen Anlagen für eine zeitgemäße und realistische Ausbildung zur Verfügung. Eine Übersicht der an der Landesfeuerwehrschule in Vilpian abgehaltenen Lehrgänge und der Anzahl der Teilnehmer zeigt die Tabelle auf Seite 15. Im

letzten Jahr haben insgesamt 2.612 Feuerwehrleute einen Lehrgang besucht.

wurde. Im Schuljahr 2005/2006 wurden insgesamt 4 halbtägige Schulungen durchgeführt.

1.2 Besondere Lehrgänge und Veranstaltungen im Schuljahr 2006/2007

Jugendbetreuerlehrgang

Zusätzlich zu den Standardlehrgängen wurden im letzten Schuljahr eine ganze Reihe von Sonderlehrgängen und Veranstaltungen abgehalten bzw. organisiert.

Lehrgang Brandbekämpfung in unterirdischen Anlagen

Die Brandbekämpfung in unterirdischen Anlagen wie Lagerräumen, Tiefgaragen und Tunnels stellt für die Feuerwehren eine schwierige Aufgabe dar: starke Rauch- und Wärmeentwicklung, lange Angriffswege, Raumenge, schwierige Orientierung, eingeschränkte Verständigungsmöglichkeit, hohe Brandlasten, große und komplexe Bauwerke, schwierige Entrauchung usw. erschweren den Feuerwehreinsatz. Am 17. November wurde an der Landesfeuerwehrschule der erste Lehrgang zum Thema Brandbekämpfung in unterirdischen Anlagen abgehalten und dabei wurden die Einsatzmöglichkeiten, aber auch die Einsatzgrenzen der Feuerwehren bei diesen Ereignissen in Theorie und Praxis behandelt.

EDV-Schulung Für die EDV-mäßige Erfassung der Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehren wurde von einer namhaften Firma eine webbasierte Software konzipiert, die Anfang 2005 in Betrieb genommen

Bei vielen Feuerwehren gibt es eine Jugendgruppe, die von Jugendbetreuern geleitet wird. Für die Jugendbetreuer wurden in der Vergangenheit regelmäßig Schulungen und Fortbildungen abgehalten. Seit dem heurigen Schuljahr wird ein zweitägiger Jugendbetreuerlehrgang an der Landesfeuerwehrschule angeboten, bei welchem die neben dem Fachwissen für die Jugendarbeit wichtigen Themen wie Umgang mit jungen Menschen, Rechtsgrundlagen und Organisation, rechtliche Aspekte und Versicherungsschutz, Jugend-Feuerwehrleistungsbewerb, Wissenstest und Orientierungsmarsch, Spielen und Lernen behandelt werden. Der erste Jugendbetreuerlehrgang wurde vom 2. bis 3. November mit großem Erfolg abgehalten.

Informationstag für Bezirksfunktionäre Am Samstag, den 18. November 2006 wurde an der Landesfeuerwehrschule der alljährliche Informationstag abgehalten. 115 Bezirksfunktionäre aus allen Bezirken haben daran teilgenommen. Alfred Pölzl, Chef der Grazer Feuerpolizei, referierte dabei zum Thema »Brandschutzmaßnahmen und Brandbekämpfung bei Fertighäusern, Holzbau und Trockenbau«. Bezirksfeu-


Die Freiwillige Feuerwehr

23 2/2007 erwehrpräsident Anton Schraffl berichtete über den Feuerwehreinsatz beim Murenabgang am »Cianross« in St. Vigil/Enneberg am 21. April 2006 und die daraus gewonnenen Erkenntnisse. Zum Abschluss wurde von Direktor Dr.Ing. Christoph Oberhollenzer das Thema »Einsätze im Eisenbahnbereich« behandelt und die dazu erstellten Unterlagen vorgestellt.

Landesfeuerwehrschule/Ausbildung Benützung des Geländes und der Anlagen für Übungen der Feuerwehren

Lehrgang Absturzsicherung Einsätze in Höhen und Tiefen sind für die Feuerwehrleute besonders gefährlich. Zum Thema Absturzsicherung fand am 19.3.2007 der erste entsprechende Lehrgang statt.

Die Ausbilder der Feuerwehrschule nehmen laufend an Fortbildungslehrgängen und Seminaren teil und sind in Kontakt mit anderen Feuerwehrschulen, um die Ausbildung weiterzuentwickeln.

Know-how der Landesfeuerwehrschule gefragt

Löschtaktik und Löschtechnik Ausbildung für Feuerwehrleute aus der Provinz Trient Durch die verbreitete Verwendung von Kunststoffen, hohe Wärmedämmung und Mehrfachverglasungen bei Fenstern in Gebäuden sind die Gefahren beim Innenangriff in den letzten Jahren angestiegen. Für den Innenangriff muss deshalb ein Sicherheitskonzept angewendet werden, das den Feuerwehrleuten beim Atemschutzlehrgang und Lehrgang Brandbekämpfung in Theorie und Praxis erläutert wird. Im Brandhaus können dabei realistische Einsatzübungen abgehalten werden. Die Möglichkeit, im Brandhaus Übungen abzuhalten, wird auch von Feuerwehrleuten aus anderen Regionen und Ländern immer wieder genutzt. So wurden für Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr und der Feuerwehrschule Trient zwei Schulungen zum Thema Brandbekämpfung abgehalten.

Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte

Das Gelände und die Übungsanlagen der Landesfeuerwehrschule werden auch außerhalb des Lehrgangsbetriebes fallweise für Übungen der Feuerwehren genutzt. Im letzten Jahr haben insgesamt 119 Feuerwehrleute Übungen in der Atemschutzübungsstrecke am Abend unter Anleitung eines Ausbilders durchgeführt.

Besuche und Besichtigungen

Neben vielen in- und ausländischen Feuerwehrverbänden, Feuerwehrschulen und im Brand- und Katastrophenschutz tätigen Behörden haben im vergangenen Schuljahr auch wieder einige Kindergärten und Schulen der Landesfeuerwehrschule in Vilpian einen Besuch abgestattet. Die Kinder und Begleitpersonen wurden über die vielfältigen Aufgaben der Feuerwehren informiert und konnten sich bei kleinen Übungen auch selbst als Feuerwehrleute versuchen.

Im Brandhaus in Vilpian wurden bereits rund 2.200 Freiwillige Feuerwehrleute aus Südtirol ausgebildet. Auch Feuerwehrleute aus anderen Regionen Italiens und dem Ausland haben bei Sonderlehrgängen im Brandhaus die Brandbekämpfung geübt. In der Zwischenzeit wurden in Italien in Montelibretti bei Rom, La Spezia, Brindisi und in Gioia Tauro (Kalabrien) weitere Brandsimulationsanlagen für die Ausbildung von Feuerwehren errichtet. Auf Anfrage der Herstellerfirma wurden die ersten Lehrgänge in Montelibretti vom 17. bis 29. September 2006 und vom 16. bis 27. Oktober 2006 in La Spezia von unseren Ausbildern abgehalten.

2. Brandschutzkurse und Kurse für Betriebe und Organisationen Brandschutzkurse Von der Landesfeuerwehrschule werden seit dem Jahre 1995 Brandschutzkurse mit entsprechender Prüfung für die Arbeitgeber und beauftragten Arbeitnehmer durchgeführt, die gemäß Arbeitsschutzgesetz (Gesetzesdekret 626/94) im Betrieb die Brandschutzund Notfallmaßnahmen durchführen müssen. Bei positivem Abschluss wird


Die Freiwillige Feuerwehr

24

Landesfeuerwehrschule/Ausbildung von der zuständigen Amtsstelle das technische Eignungszeugnis ausgestellt. Auch im Jahr 2006 war die Nachfrage groß; im Laufe des Jahres haben 1.446 Leute einen Brandschutzkurs besucht. Ingesamt wurden seit dem Jahre 1995 bis zum 31.12.2006 schon 16.800 Teilnehmer bei Brandschutzkursen an der Landesfeuerwehrschule ausgebildet.

Brandschutzkurs für die Abteilung Straßendienst In den Monaten September und Oktober wurden mehrere halbtägige Brandschutzkurse in deutscher und italienischer Sprache speziell für die Mitarbeiter der Abteilung Straßendienst abgehalten. Neben den allgemeinen Informationen zu Brandgefahren, Brandverhütungsmaßnahmen, Verhalten im Brandfall und Löschen von Entstehungsbränden wurde dabei besonders das Thema Fahrzeugbrände behandelt. Das Löschen eines Fahrzeugbrandes mit Handfeuerlöschgeräten und Wandhydranten wurde auch in der Praxis gezeigt.

Ausbildung für die Brennerautobahn

Von September bis November wurden an der Feuerwehrschule insgesamt sieben eintägige Fortbildungskurse für Mitarbeiter der Brennerautobahn in italienischer Sprache durchgeführt. Die ausgebildeten Mitarbeiter sind zwischen Modena und Brenner turnusmäßig rund um die Uhr auf der Autobahn A22 unterwegs, um bei Unregelmäßigkeiten (Staus, Unfällen usw.) erste Maßnahmen durchzuführen. Schwerpunkte der Lehrgänge waren das Löschen von Fahrzeugbränden, der Transport gefährlicher Güter, Brände in Tunnels und die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren.

Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen Für die Landesagentur für Umwelt wurde am 20. September ein Tageslehrgang zum Thema »Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen« abgehalten. Neben den rechtlichen Grundlagen und den Eigenschaften von wassergefährdenden Stoffen wurden vor allem die Ausrüstung und Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehren aufgezeigt und bei Übungen demonstriert.

Lehrgänge für Rettungshundeführer/-innen

Die Landesfeuerwehrschule organisierte im Auftrag des Amtes für Zivilschutz am 19. und 20. Oktober und am 26. und 27. November Lehrgänge für Rettungshundeführer. Die Lehrgänge wurden von Ausbildern des Bayerischen Roten Kreuzes durchgeführt; das Funkund Alarmierungssystem in Südtirol wurde vom Koordinator des Landesfunkdienstes erklärt. Rettungshundeführer/-innen von verschiedenen in Südtirol anerkannten Rettungshundestaffeln nahmen daran teil.

3. Lehrgänge und Veranstaltungen anderer Organisationen an der Landesfeuerwehrschule

2/2007 Die Strukturen der Landesfeuerwehrschule stehen bei freien Kapazitäten auch den anderen Rettungs- und Hilfsorganisationen (Bergrettungsdienst, Weißes Kreuz, Wasserrettung) zur Verfügung und werden auch viel genutzt. Die Verwaltung und Organisation wird vom Landesfeuerwehrverband durchgeführt.

4. Übersicht der an der Landesfeuerwehrschule abgehaltenen Lehrgänge Eine Tabelle mit dem Angebot und der Anzahl der Teilnehmer an den Lehrgängen der Landsfeuerwehrschule in Vilpian im Vergleich in den Jahren 2004–2006 ist mit einem Bericht zum Landesfeuerwehrtag auf den Seiten 15 bis 17 der »Feuerwehrzeitung« abgedruckt.

5. Auslastung der Lehrgänge Im Schuljahr 2006/2007 haben 2.774 Feuerwehrleute einen Lehrgang an der Feuerwehrschule besucht (im Schuljahr 2000/2001 2.147, im Schuljahr 2001/ 2002 2.240, im Schuljahr 2002/2003 2.381, im Schuljahr 2003/2004 2.449, im Schuljahr 2004/2005 2.369 und im Schuljahr 2005/2006 3.056). Die Auslastung der abgehaltenen Lehrgänge für die Feuerwehren war im Jahresschnitt mit rund 83 % sehr gut. In den Wintermonaten herrschte wie üblich ein großer Andrang; in dieser Zeit wurden nach Möglichkeit 2 und mehr Lehrgänge gleichzeitig abgehalten. Im letzten Jahr wurden insgesamt 23 Brandschutzkurse und zahlreiche Sonderlehrgänge für Betriebe und Organisationen (Umweltagentur, Autobahn, Straßendienst) abgehalten.


Die Freiwillige Feuerwehr

25 2/2007

Landesfeuerwehrschule/Ausbildung

Ausbildung im Schuljahr 2007/2008 1. Allgemeines

Lehrgänge in italienischer Sprache

Grundlage für das angebotene Lehrgangsprogramm bildeten die Auswertung der Auslastung der Lehrgänge der letzten Jahre, eine Besprechung mit den Bezirksverbänden und die durch Personalstand und Ausstattung der Feuerwehrschule gegebenen Kapazitäten. Im Schulkalender mit eingeplant sind bereits auch die Informationstage für Bezirksfunktionäre, Nachschulungen und die Termine für Brandschutzkurse.

In italienischer Sprache sind ein Grundlehrgang Brandeinsatz, ein Grundlehrgang Technischer Einsatz und ein Atemschutzlehrgang geplant.

Informationstag für Bezirksfunktionäre

Die Atemschutzübungsstrecke der Landesfeuerwehrschule steht nach Voranmeldung am Dienstag und Donnerstag Abend zur Verfügung.

Der Informationstag wird am 17. November an der Landesfeuerwehrschule abgehalten. Geplante Themen sind: Massenanfall von Verletzten und Wärmebildkameras beim Feuerwehreinsatz.

Lehrgänge in Ausarbeitung Ein Lehrgang zum Thema »Deichsicherung und Deichverteidigung« ist in Ausarbeitung.

Benützung Atemschutzübungsstrecke

2. Brandschutzkurse Allgemeines

Diese im letzten Jahr erstmalig angebotenen Lehrgänge sind gut angekommen und werden auch im nächsten Schuljahr wieder angeboten.

Die Landesfeuerwehrschule Südtirol führt Kurse und Prüfungen für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch, die vom Arbeitgeber gemäß Artikel 4, Absatz 5, Buchstabe a) des Gesetzesdekretes 626/1994 zur Durchführung der Brandschutz- und Notfallmaßnahmen beauftragt sind (Diese werden in der Folge als Brandschutzbeauftragte bezeichnet).

Weitere besondere Lehrgänge

Die Kurse werden im Sinne der Artikel 3 und 7 des Ministerialdekretes vom 10. März 1998 abgehalten.

Lehrgänge Absturzsicherung, JugendbetreuerLehrgang und Brandbekämpfung in unterirdischen Anlagen

Wie in den letzten Jahren sind auch im nächsten Schuljahr folgende besondere Lehrgänge geplant: • Lehrgänge Erste Hilfe für die Feuerwehr • Lehrgänge Brandbekämpfung • Lehrgänge Brandbekämpfung in unterirdischen Anlagen • Lehrgänge Gefährliche Stoffe – Gerätetechnik • Lehrgänge Explosimeter • Lehrgänge Wärmebildkamera • EDV-Schulungen

Es werden folgende Kurse angeboten: • 4-stündige Kurse für Brandschutzbeauftragte für Betriebe mit niederer Brandgefahr • 8-stündige Kurse für Brandschutzbeauftragte für Betriebe mit mittlerer Brandgefahr • 16-stündige Kurse für Brandschutzbeauftragte für Betriebe mit hoher Brandgefahr.

Hinweis für Feuerwehrleute Seit dem Schuljahr 1999/2000 ist die Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten in die Feuerwehrausbildung an

der Landesfeuerwehrschule wie folgt integriert: 1. Stufe für Betriebe mit niederer Brandgefahr einschließlich Prüfung im Grundlehrgang Brandeinsatz 2. Stufe für Betriebe mit mittlerer Brandgefahr einschließlich Prüfung im Gruppenkommandantenlehrgang 3. Stufe: Hierfür ist der Besuch eines weiteren 8-stündigen Kurses und die Ablegung einer Prüfung notwendig. In diese Stufe fallen nur wenige Betriebe wie z. B. Krankenhäuser, Altersheime, Fabriken und Lager für Sprengstoffe und andere gefährliche Betriebe. Für die zusätzliche Ausstellung der amtlichen Eignungsbescheinigung muss der Einzelne zwei Stempelmarken à 14,62 Euro hinterlegen. Freiwillige Feuerwehrleute, die an Brandschutzkursen teilnehmen, sind von der Teilnahmegebühr befreit.

Anmeldung: Direkt beim Landesfeuerwehrverband.


Die Freiwillige Feuerwehr

26

Landesfeuerwehrschule/Ausbildung 3. Meldungen zu den Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule Für die Meldungen zu den Brandschutzkursen für Betriebe gibt es eine eigene Regelung (Rückfragen im Landesverband). Für Meldungen zu den Feuerwehrlehrgängen gelten folgende Bestimmungen. Die Plätze für jeden Lehrgang werden im Verhältnis der aktiven Mitglieder auf die Bezirke aufgeteilt. Die Vergabe der Restplätze bzw. der nicht besetzten Plätze erfolgt durch den Landesverband nach objektiven Grundsätzen. Der Lehrgangsbeauftragte sammelt die Lehrgangskarten seines Bezirkes ein, er führt eine Ersatzliste und sorgt dafür, dass eventuelle Ausfälle innerhalb des Bezirkes ersetzt werden. Die Lehrgangskarten werden vom Lehrgangsbeauftragten an den Landesfeuerwehrverband weitergeleitet.

Der Landesverband bestätigt die Teilnahme anhand der eingeschickten Lehrgangskarten ca. zwei bis drei Wochen vor Lehrgangsbeginn über den Kommandanten. Achtung: Bei Ausfällen ist ein Ersatzteilnehmer zu schicken. Dieser muss die Lehrgangsvoraussetzungen erfüllen. Er kann auch von einer anderen Wehr sein. Kann kein Ersatz gefunden werden, so hat der Kommandant sofort den Bezirkslehrgangsbeauftragten zu informieren. Etwaige Restplätze werden auf der Internetseite veröffentlicht und können über den geschützten Bereich direkt von den Feuerwehren gebucht werden.

2/2007 Durch die zur Verfügung stehenden Übungsanlagen kann die Ausbildung realistisch und interessant gestaltet werden. Die Ausbildung wird insgesamt laufend weiterentwickelt, damit die Feuerwehrleute das notwendige Wissen und Können erlangen. Wir werden uns weiterhin bemühen, die Ausbildung auch in kameradschaftlicher Form abzuhalten, damit sich die Feuerwehrleute an ihrer Schule wohl fühlen. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und die Zusammenarbeit im nächsten Schuljahr.

Der Direktor

Dank Abschließend bedanken wir uns bei allen Lehrgangsteilnehmern, Feuerwehren und Bezirken für das Interesse, die aktive und positive Mitarbeit und die guten Anregungen.

Dr.-Ing. Christoph Oberhollenzer Vilpian, Juni 2007


WBK1

dBS2-12

GB6 GT6

GT9

4

5

BU2

GB1

dBS1-1

AS4

6

ASI2

MA1

EDV1

7

AS10 ital.

EX2

ZK2

BU4

iBS2-16

GB10

Grundreinigung

FD1

dBS2-5

AS1

BK4

AS5

NTR2 NMA1

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3

dBS2-17

AS8

9

10 BU1

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11

dBS2-13

BK6

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GB3 ital.

GB5 GT5

BK2

dBS2-8

8

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12

dBS2-11

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iBS2-2

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iBS1-2

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FD2

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GB12

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GGL1 EH3

BK3

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17

GT10 ital.

EDV2

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15

EH4

WBK2

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14

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GK4

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GB8 GT8

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GB2

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GB11

ASI4

MA2

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dBS3-4

AS9

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iBS2-15

GK3

SC1

EH1

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2007/2008

Interne Fortbildung

25

26

KA1

BU3

ASI3

iBS2-4

GB13 GT13

EL2

JB2

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GT11

30

WBK3

GB6 GT6

dBS3-2

JB1

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VB1 GW1

iBS2-10

GT4 GB4

BK1

27

12.06.2007

MA3 AS6 ital.

AW1

Weihnachten

GK1

Ausbilderseminar

24

Stand:

AS=Atemschutzlehrgang,ASI=Schulung Absturzsicherung,AW=Atemschutzwartelehrgang,BK=Lehrgang Brandbekämpfung,BS1=Kurs für Brandschutzbeauftragte BS1,BS2=Kurs für Brandschutzbeauftragte BS2,BS3=Kurs für Brandschutzbeauftragte BS3,BU=Brandbekämpfung in unterirdischen Anlagen,DEK=Lehrgang Dekontamination,EDV=EDV-Schulung Tätigkeit Feuerwehren,EH=Erste Hilfe für die Feuerwehr,EL=Einsatzleiterlehrgang,EX=Schulung Explosimeter,FD=Funk und Nachrichtendienst,GB=Grundlehrgang Brandeinsatz,GGL=Gefahrgut-Grundlagen,GGT=Gefahrgut-Gerätetechnik,GK=Gruppenkommandantenlehrgang,GT=Grundlehrg.Technischer Einsatz,GW=Gerätewartlehrgang,IT=Informationstag für Bezirksfunktionäre,JB=Jugendbetreuerlehrgang,KA=Lehrgang für Kassiere,MA=Maschinistenlehrgang,NMA=Nachschulung Maschinisten,NTR=Nachschulung Technische Rettung,SC=Schriftführerlehrgang,VB=Vorbeugender Brandschutz,WBK=Schulung Wärmebildkamera,ZK=Zugskommandantenlehrgang

Juni

Mai

April

März

Februar

Jänner

Dezember

November

Oktober

2

Heilige Drei Könige

Allerheiligen

Neujahr

Tag der Arbeit

Mariä Empfängnis

1

Pfingstmontag

Monat September

Staatsfeiertag

Ostermontag

Landesfeuerwehrschule Südtirol - Lehrgangskalender

Staatsfeiertag

NTR1

31

GT9

Silvester


Die Freiwillige Feuerwehr

28

Landesfeuerwehrschule/Ausbildung

2/2007

Lehrgangsvoraussetzungen – Stand Juni 2007 Lehrgang

Zeichen Teilnehmer Voraussetzung

Grundlehrgang Brandeinsatz

GB

40

Allgemeine Eignung zum Feuerwehrdienst

Grundlehrgang Technischer Einsatz

GT

30

Allgemeine Eignung zum Feuerwehrdienst

Nachschulung Technische Rettung

NTR

30

Grundlehrgang Brandeinsatz, Grundlehrgang Technischer Einsatz

Atemschutzlehrgang

AS

30

Grundlehrgang Brandeinsatz, Eignung (ärztl. Zeugnis)

Lehrgang Brandbekämpfung

BK

30

Grundlehrgang Brandeinsatz, Grundlehrgang Technischer Einsatz, Eignung (ärzt. Zeugnis), Besuch des AS-Lehrgangs vor dem Schuljahr 2002/2003

Brandbekämpfung in unterirdischen Anlagen

BU

25

Atemschutzlehrgang nach Schuljahr 2002/2003 bzw. Brandbekämpfungslehrgang oder Gruppenkommandantenlehrgang

Schulung Absturzsicherung

ASI

25

Grundlehrgang Brandeinsatz, Grundlehrgang Technischer Einsatz

Lehrgang Funk und Nachrichtendienst

FD

30

Grundlehrgang Brandeinsatz

Maschinistenlehrgang

MA

30

Grundlehrgang Brandeinsatz

NMA

30

Maschinistenlehrgang

Schriftführerlehrgang

SC

40

Grundlehrgang Brandeinsatz

Lehrgang für Kassiere

KA

40

Grundlehrgang Brandeinsatz

EDV-Schulung Tätigkeit für die Feuerwehren

EDV

40

Grundlehrgang Brandeinsatz

Gerätewartelehrgang

GW

30

Grundlehrgang Technischer Einsatz, Maschinistenlehrgang

Erste Hilfe für die Feuerwehr

EH

30

Grundlehrgang Brandeinsatz, Grundlehrgang Technischer Einsatz

Lehrgang Vorbeugender Brandschutz

VB

40

Grundlehrgang Brandeinsatz, Grundlehrgang Technischer Einsatz; Führungskräfte haben Vorrang!

Atemschutzwartelehrgang

AW

30

Atemschutzlehrgang

Lehrgang Gefahrgut – Grundlagen

GGL

32

Grundlehrgang Brandeinsatz, Grundlehrgang Technischer Einsatz und Atemschutzlehrgang oder Gruppenkommandantenlehrgang

EX

25

Grundlehrgang Brandeinsatz, Grundlehrgang Technischer Einsatz und Atemschutzlehrgang oder Gruppenkommandantenlehrgang

Schulung Wärmebildkamera

WBK

25

Grundlehrgang Brandeinsatz, Grundlehrgang Technischer Einsatz und Atemschutzlehrgang oder Gruppenkommandantenlehrgang

Lehrgang Gefahrgut-Gerätetechnik

GGT

32

Grundlehrgang Brandeinsatz, Grundlehrgang Technischer Einsatz und Atemschutzlehrgang oder Gruppenkommandantenlehrgang

Lehrgang Gefahrgut-Fortbildung

GGF

36

Grundlehrgang Brandeinsatz, Grundlehrgang Technischer Einsatz und Atemschutzlehrgang oder Gruppenkommandantenlehrgang, Gefahrgut-Gerätetechnik bzw. Gefahrgutlehrgang

Nachschulung Maschinisten

Schulung Explosimeter

Bewerterlehrgang

BE

Jugendbetreuerlehrgang

JB

40

Grundlehrgang Brandeinsatz, Grundlehrgang Technischer Einsatz; Empfehlung: Gruppenkommandantenlehrgang

Gruppenkommandantenlehrgang

GK

40

Grundlehrgang Brandeinsatz, Grundlehrgang Technischer Einsatz; Empfehlung: Atemschutzlehrgang, Lehrgang Funk und Nachrichtendienst

NGK

40

Gruppenkommandantenlehrgang

Zugskommandantenlehrgang

ZK

50

Gruppenkommandantenlehrgang; Empfehlung: Atemschutzlehrgang, Lehrgang Funk und Nachrichtendienst

Einsatzleiterlehrgang

EL

40

Zugskommandantenlehrgang

Nachschulung für Gruppenkommandanten

wird festgelegt


Die Freiwillige Feuerwehr

29 2/2007

Landesfeuerwehrschule/Ausbildung

Taktik im Feuerwehreinsatz Sind Alternativen erforderlich? – Teil 11 (Nachdruck aus »Blaulicht« 1/2006 mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Redaktion)

LFR Dr. Otto Widetschek Unsere Feuerwehren rücken Tag für Tag aus, um zu retten, zu löschen, zu bergen und zu schützen. Was im Einsatz zu tun ist, wissen unsere Männer und Frauen ziemlich genau. Doch wie es zu machen ist, das ist die oft nicht leichte Frage. Und genau hier kommt die vielfach gefürchtete und auch häufig abgelehnte Einsatztaktik ins Spiel. In dieser Artikelserie wollen wir einfache und anschauliche Richtlinien für unsere Führungskräfte, welche den Einsatz vor Ort leiten müssen, erarbeiten. Schon in der Grundausbildung wird uns eingetrichtert, dass die Rettung von Menschen und Tieren sowie die Brandbekämpfung und die Technische Hilfeleistung die Hauptaufgabe der Feuerwehr sei. Trifft diese dem Sinne nach auch in unseren Feuerwehrgesetzen verwendete Formulierung jedoch in allen Fällen den Kern der Sache? Kann nicht manchmal das Abbrennenlassen eines Gebäudeteils oder einer gefährlichen Substanz der bessere Weg sein, bevor durch Unmengen von Löschwasser ein noch größerer Schaden angerichtet wird? Ist dieser Gesetzestext daher wörtlich zu nehmen oder sollte es nicht vielmehr unser Ziel sein, die Vermeidung bzw. Minimierung jeglicher Art von Schäden anzustreben?

Vielfältige Brandschäden Dabei ist es heute bereits eine Binsenweisheit, dass die Zerstörung durch unmittelbare Brandeinwirkung meist nur einen Bruchteil der Gesamtschäden ausmacht. Abgesehen von den mehr oder weniger unvermeidbaren Löschwasserschäden müssen im Zeitalter der Kunststoffe und der extensiven Nutzung von Chemikalien auch Rauchschäden, Sanierungs- und Entsor-

Manchmal kann das kontrollierte Abbrennen eines Tankwagens die bessere Methode sein, um größere Schäden (z. B. Kontamination des Grundwassers) zu verhindern.

gungskosten sowie betriebliche Ausfallzeiten berücksichtigt werden. Dabei sind jedoch auch mögliche ökologische Schäden und Imageverluste nicht zu vergessen. Die modernen Brandschäden sind heute also ein komplexes Phänomen.

Wo gehobelt wird ... Was hat jedoch die Feuerwehr damit zu tun, höre ich schon den einen oder anderen Leser dieser Zeilen argumentieren. Da ist wohl die Versicherung zuständig! Schließlich haben wir noch jedes Feuer – und war es noch so groß – gelöscht. Zugegeben, es hat dabei oft Löschwasserschäden gegeben, aber wo gehobelt wird, fallen auch Späne an. Das ist leider die landläufige Meinung vieler Führungskräfte der Feuerwehr und das muss sich so schnell als möglich ändern.

Die »Feuerfresser-Mentalität« Wir machen heute vielfach Schadensbekämpfung um jeden Preis. Wie geht

das in der Regel vor sich? Ein Brand, Unfall oder eine Freisetzung von gefährlichen Stoffen wird gemeldet. Wir erkunden die Schadensursache und setzen nun alle unsere Möglichkeiten ein, diese zu eliminieren. Dabei gehen wir so rasch als möglich direkt gegen das Brandzentrum oder den Ausgangspunkt der Gefahrstoffe vor. Dabei wählen wir oft den gefahrvolleren Innenangriff, öffnen Türen und überlegen häufig viel zu wenig, welche Alternativen denkbar wären. Wir spielen viel zu oft den »Feuerfresser«, der ohne Rücksicht auf Verluste frontal auf die Gefahr zugeht und diese bekämpft. Eines ist jedoch heute sicher: Das ist falsch und gefährlich!

»Heilige Kuh!« Nach Meinung des Autors des Fachbuches »Falsche Taktik – Große Schäden«, Markus Pulm, genießt die Feuerwehr heute noch immer den Status einer »heiligen Kuh«. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes unumstritten, ja sonnt sich im Status der scheinbaren


Die Freiwillige Feuerwehr

30

Landesfeuerwehrschule/Ausbildung

2/2007 meist unbekannten Ort, und das unter erheblichem Zeitdruck. Hier müssen wir viele Eindrücke in kurzer Zeit erfassen, beurteilen und bewerten. Das erzeugt Stress und hat zur Folge, dass viele Entscheidungen spontan getroffen werden, obwohl wir es im Taktikunterricht anders gelernt haben. Pulm schreibt, wir sollten uns immer die drei wichtigen Fragen • Was ist bereits vernichtet?, • Was gibt es noch zu retten? und • Was ändert sich pro Zeiteinheit? stellen. Die Antworten darauf sollten wichtige Entscheidungsgrundlagen für die weitere Vorgangsweise sein.

Disziplinlosigkeit

Wir bilden heute noch allzu häufig den Typ des »Feuerfressers« aus. Dies muss sich ändern! Carton: Meisenberger

Unfehlbarkeit. Dabei werden die echten Probleme jedoch vertuscht, die falsche Taktik des »Feuerfressens« steht noch immer im Vordergrund. Dadurch können jedoch große Schäden entstehen, für welche in Zukunft niemand mehr Verständnis aufbringen wird. Auch wir müssen in zunehmendem Maße mit einer immer mündigeren Bevölkerung, mit sensationshungrigen Medien, streng kalkulierenden Versicherungen und zunehmend unter Druck stehenden Politikern rechnen. Der Status der verehrten »heiligen Kuh« könnte also bald zur Rolle des gefährlichen »trojanischen Pferdes« werden.

len und Stabilisieren«. Diese Experten predigen immer wieder, man solle sich nicht durch das Feuer oder einen Gefahrstoffaustritt irritieren lassen, sondern sich auf die wesentlichen Probleme konzentrieren. Deswegen ist die direkte Bekämpfung der Gefahr auch oft völlig falsch. Denn wesentliche Probleme sind dabei die mögliche Ausbreitung von Feuer, Rauch und Schadstoffen und vor allem die Explosionsgefahr. Die Wunderformel heißt daher »Stabilisierung der Lage«. Die Gefahrenquelle ist deswegen zuerst nach allen Seiten zu isolieren, erst dann sollen Maßnahmen zur endgültigen Beseitigung der Gefahrenursache eingeleitet werden.

Stabilisierung der Lage Was ist aber richtig? Wer einmal eine Schulung im bekannten RISC-Trainingszentrum in Rotterdam absolviert hat, weiß es besser. Der monotone Spruch der Ausbilder heißt dort »Küh-

Unter Zeitdruck Unsere Maßnahmen im taktischen Regelkreis sollten also in aller Ruhe getroffen werden. Die Praxis sieht leider meist anders aus: Wir sind an einem

Ein weiterer wesentlicher Stressfaktor, der zu einem immensen Zeitdruck an der Einsatzstelle führt, ist nach Pulm die Disziplinlosigkeit unserer Einsatzkräfte. Als junger Abschnittsfeuerwehrkommandant habe ich dies oft leidvoll am eigenen Leib erlebt: Ich bemühte mich stets, die Einsatzstelle ordnungsgemäß zu erkunden, die Lage umfassend zu beurteilen und die weitere Vorgangsweise zu planen, die Mannschaften hatten sich jedoch bereits meist selbständig gemacht. Sie hatten mit dem Einsatz einfach begonnen und koordinierten fast nie die getroffenen Maßnahmen mit ihren Nachbarfeuerwehren. Natürlich hatte dies auch damit zu tun, dass die verschiedenen Feuerwehren im ländlichen Raum zu unterschiedlichen Zeitpunkten am Einsatzort eintrafen und häufig bereits vor mir anwesend waren. Auf jeden Fall hatte ich einige Zeit daran zu arbeiten, um eine straffe Einsatzdisziplin (Bildung einer Einsatzleitstelle) gerade in diesem Punkt zu schaffen. Heute dürfte die Situation nicht wesentlich besser sein!

EIN FIKTIVER BRANDFALL Die Konsequenz daraus: Wir müssen heute alle lernen und vor allem umdenken. Um die Problemsituation besser darstellen zu können, lade ich meine Leser zu einem kleinen Gedankenexperiment ein: Nehmen wir an, es brennt in einem viergeschossigen Wohnhaus. Und zwar im Erdgeschoß. Wir kommen mit einem Löschzug an der Einsatzstelle an und werden bereits


31 2/2007

Die Freiwillige Feuerwehr Landesfeuerwehrschule/Ausbildung

von einem Hausbewohner vor der Haupteingangstüre des Gebäudes erwartet. Er teilt uns mit, dass in der Wohnung im Erdgeschoß, welche nach hinten ihre Fenster hat, ein altes Ehepaar lebt. Sie sind vor etwa einer Stunde zum Einkaufen weggegangen und jetzt tritt durch die Fugen der Wohnungseingangstüre leichter Rauch aus.

Eine Türe wird geöffnet Der Hausbewohner zeigt dem Einsatzleiter diesen Rauchaustritt und da die Kräfte der ersten Gruppe bereits unter Atemschutz mitgekommen sind, wird die Wohnungseingangstüre unter Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen geöffnet. Es tritt nun starker Qualm aus der Türe und gelangt ins Stiegenhaus. Die erste Gruppe dringt mit einem CRohr in die Wohnung vor und stellt einen Küchenbrand fest. Dieser wird nach etwa 10 Minuten gelöscht. Ein rascher und sauberer Einsatzablauf? Könnte man meinen! In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall: Es wurde nämlich so ziemlich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen hatte können!

Verschärfung der Situation Was ist nämlich wirklich geschehen? Durch das Öffnen der Wohnungsein-

Die Kardinalfrage: Muss eine Türe zu einem Brandherd immer geöffnet werden? Quelle: Pulm

Ein Brandfall auf dem Prüfstand zeigt, dass wir heute alternative Taktikvarianten anwenden müssen.


Die Freiwillige Feuerwehr

32

Landesfeuerwehrschule/Ausbildung gangstüre kam es zu einer wesentlichen Verschärfung der Gesamtsituation: • Erstens trat dichter, giftiger Qualm ins Stiegenhaus, das in der Folge kontaminiert wurde. • Zweitens musste eine ältere Dame, die sich gerade aus ihrer Wohnung begeben hatte, von der 2. Gruppe unter schwerem Atemschutz in Sicherheit gebracht werden. Dies geschah im letzten Moment und sie wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Spital eingeliefert. • Drittens öffnete im zweiten Stock ein Kind die Wohnungstüre ins Stiegenhaus, da es das Alarmsignal der Feuerwehr hörte. Es trat nun eine Verrauchung der gesamten Wohnung ein und das Kind steht nun auf einem Balkon, ruft um Hilfe und will in den Garten springen. • Viertens lebt im dritten Stock in einer kleinen Wohnung ein älteres, gebrechliches Ehepaar, welches bereits in Panik geraten ist. Es muss durch Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz vor Ort beruhigt werden. Die Folge: Stress, Unsicherheit, die Einsatzkräfte reichen nicht aus, es muss Nachalarm gegeben werden, der Rettungsdienst muss aktiv eingreifen usw. usw.

Der Kardinalfehler Was ist in diesem Fall schief gelaufen? Eines ist vorweg ganz klar: Der Einsatzleiter hat zu wenig überlegt und sofort die Eingangstüre der Brandwohnung öffnen lassen. Das war sein Kardinalfehler! Er war dabei zugegebenermaßen sehr rasch, obwohl er sich gar nicht im Zeitdruck befand! Ein grundlegender Fehler, denn es waren zum Zeitpunkt des Eintreffens der Feuerwehrkräfte keine Menschen in Gefahr. In der Wohnung, in welcher es brannte, befand sich niemand und es war eine relativ stabile Lage (die Küche war bereits weitgehend zerstört und der Rauch hatte sich bereits in der gesamten Brandwohnung ausgebreitet). Ich behaupte: Erst durch das Öffnen der Eingangstüre wurde alles verschlimmert.

Qualifizierter Außenangriff Was wäre hier die Lösung gewesen? Klarerweise ein Außenangriff, der noch

dazu im vorliegenden Fall im Erdgeschoß über eine Terrassentüre hätte erfolgen können. Ein bisschen zersplittertes Glas und eine Verschmutzung des Teppichs und vielleicht eine zerschlagene Blumenvase im Wohnzimmer wären auf der Negativseite der Bilanz gestanden. Positiv wäre aber gewesen: • Keine Kontamination des Stiegenhauses und der offenen Wohnung im zweiten Stock. • Keine Menschenrettung der verunfallten Dame aus dem Stiegenhaus und deren Einlieferung ins Spital. • Keine Bindung von Kräften zur Beruhigung des gefährdeten Kindes bzw. seiner Rettung über eine Leiter. • Kein Einsatz unter schwerem Atemschutz im dritten Stock beim alten Ehepaar, sondern eine ganz normale Information und Beruhigung durch zwei nette Feuerwehrmänner. • Keine Nachforderung von Kräften und lediglich eine Bereitstellung des Rettungsdienstes. Das alles hätte ein »qualifizierter Außenangriff« bewirkt!

Die Konsequenzen Was ich damit ausdrücken möchte: Wir müssen uns bei Bränden und Schadstofffreisetzungen immer überlegen, was beispielsweise eine geöffnete Türe für Konsequenzen nach sich zieht. Wichtig ist: Eine geschlossene Türe stellt immer eine Barriere für eine gewisse Zeit dar und kann Rauchgase und andere Schadstoffe weitgehend zurückhalten. Wird eine derartige Türe – welche auch temporär eine Rauch- und Schadstoffgrenze markiert – geöffnet, muss grundsätzlich mit folgenden Auswirkungen gerechnet werden (Pulm): • Der Rauch bzw. Schadstoff breitet sich unkontrolliert im Bauwerk aus. • Flucht- und Rettungswege werden unpassierbar. • Menschen können dadurch in Gefahr geraten bzw. werden verunsichert. • Angriffs- und Rückzugswege werden länger. • Die Lage wird unübersichtlich und schwieriger. • Die Einsatzkräfte kommen möglicherweise in akute Gefahr (Backdraft, Flashover). • Die zu erwartenden Sachschäden steigen stark an.

2/2007 Für eine intelligente Einsatztaktik! An diesem exemplarischen Fall, der übrigens nicht erfunden ist, wollte ich zeigen, wie wichtig es ist, alternative Lösungen im Feuerwehreinsatz zu suchen. Wenn man ein wenig nachdenkt, kann man nicht nur für bestimmte Brandfälle, sondern für alle Arten von Feuerwehreinsätzen alternative, wesentlich zielführendere Maßnahmen finden. Dabei kommt auch der modernen Beund Entlüftung eine wichtige Rolle zu, welche hier nicht genauer behandelt werden soll. Es wird aber in diesem Zusammenhang vor allem auf den Großbrand im Palmers-Hochhaus in Wiener Neudorf am 11. Jänner 1993 hingewiesen, bei welchem meines Wissens erstmals aus Ermangelung anderer Möglichkeiten eine Alternativtaktik unter besonderer Berücksichtigung von zwei Lüftungsaggregaten durchgeführt wurde. Ich habe damals diese Einsatztaktik als Wendepunkt in der Brandbekämpfung bezeichnet und die »Methode des programmierten Feuersprungs« kreiert.

Außenangriff: Nur für Feiglinge? Vor allem ein möglicher Außenangriff sollte als Ersatz für einen wesentlich gefährlicheren Innenangriff ins Auge gefasst werden. Diese Praktiken waren lange Zeit bei uns im wahrsten Sinn des Wortes verpönt. Die US-Feuerweh-

Öfters als man denkt, gibt es auch alternative Angriffswege bei Kellerbränden. Quelle: Widetschek


Die Freiwillige Feuerwehr

33 2/2007

Landesfeuerwehrschule/Ausbildung

ren, welche uns dies – zum Teil auch aus anderen Gründen – bereits lange Zeit vorexerzieren, sind bei uns vielfach als »Feiglinge« dargestellt worden. Ich behaupte hingegen: Auch wir müssen uns endlich von der »Feuerfresser-Mentalität« unserer Altvorderen verabschieden und eine intelligente Einsatztaktik forcieren. Und dazu gehört sicherlich auch der Angriff von außen (über bauliche Einrichtungen bzw. Einsatzleitern) in Kombination mit gezielten Lüftungsmaßnahmen.

»Katzentüre« sein, welche im unteren Türbereich eingebaut wird und durch welche die Schlauchleitung – ohne eine größere Leckrate zu verursachen – durchgezogen werden kann. Da die Wasserversorgung bei Bekämpfung von Gebäudebränden am besten über Wandhydranten der Type II (zusätzlicher C-Anschluss) erfolgt, ist eine strikte Verlegung aus dem Stiegenhaus anzustreben. Der Verfasser hat beDer Brandschutzbeauftragte soll ein »Brandschutzauge« entwi- reits ab dem Jahre 1982 bei ckeln und jedem Brandschutzkeil den Kampf ansagen. behördlichen Verfahren in Grazer Büro- und Wohnbauten, aber vor allem in Krankenhäusern feuerpolizeilichen Maßnahmen der ZuVorbeugender Brandschutz Wandhydranten nicht im Stiegenhauskunft sein. Was dabei jedoch wichtig ist: Auch bereich vorgeschrieben, sondern hinter oder vor allem durch bauliche und den jeweiligen Brand- bzw. RauchabWird der Brandschutzkeil technische Maßnahmen des Brandschnitten in den Gängen. salonfähig? schutzes können derartige alternative taktische Lösungen in der Praxis umgesetzt werden. Denken wir nur an die gefürchteten Kellerbrände, die, falls ein Angriff über das Stiegenhaus erfolgt, »von oben« gegen die heißen und giftigen Brandgase bekämpft werden müssen. Hier sind weitere Zugänge in das Kellergeschoß als alternativer Angriffsweg ausgesprochen wichtig. Leider besitzen viele kleinere Wohnhausanlagen derartige Zugänge nicht und, was besonders negativ ist, auch keine Abschlusstüren zwischen Kellergeschoß und Stiegenhaus. Eine Nachrüstung von Brandschutztüren in diesem Bereich sollte eine der wichtigsten

Was dabei jedoch unbedingt zu bedenken wäre, ist der Funktionserhalt von Brandschutztüren beim Auslegen eines Schlauches. Dies ist in der Regel jedoch nicht gegeben, weil durch den entstehenden Spalt beim Durchführen des Löschschlauches durch die Brandschutztüre vor allem der Brandrauch in einen Bereich strömen kann, welcher vorher rauchfrei war. Diese Vorgangsweise ist außerdem absurd und widersprüchlich: Was wir im Rahmen des betrieblichen Brandschutzes strikte zu verhindern versuchen, nämlich das Aufkeilen einer Brandschutztüre, führen wir im Einsatzfall bewusst durch und damit unsere Einsatztaktik ad absurdum. Das Paradoxon: Der Brandschutzbeauftragte soll eine Art »Brandschutzauge« entwickeln und allen Brandschutzkeilen den Kampf ansagen. Unsere Feuerwehrmänner verwenden diese jedoch teilweise sogar als zusätzliches technisches Hilfsmittel (siehe Bild) im Rahmen der Brandbekämpfung.

Gefahren erkennen! Bei alternativen Taktikvarianten wird auch noch etwas erreicht: Der Einsatz wird – bei richtiger Vorgangsweise – weit weniger gefährlich für unsere Mannschaft vor Ort ablaufen. Allerdings sei in diesem Zusammenhang hier im Speziellen auf die Gefahren beim Außenangriff von Bränden über den Korb von Drehleitern hingewiesen. Der tragische Tod von zwei Berufsfeuerwehrmännern am 9. August 2005 bei der Bekämpfung eines Wohnungsbrandes in Antwerpen, Belgien, sei in dieser Hinsicht einerseits eine Warnung und andererseits ein Auftrag, sich gerade mit den Gefahrenmomenten bei alternativen Taktiken in Zukunft intensiver zu beschäftigen.

Kommt die »Katzentüre«?

Tragischer Tod von zwei Berufsfeuerwehrmännern in Antwerpen. Foto: BF Antwerpen

Hier hat man in den letzten Jahren auch das so genannte FogNail-Verfahren entwickelt. Dabei wird mit einer Art Löschlanze die Türe durchstochen und dann ein Wasser-Sprühstrahl in den Brandraum eingebracht. Eine andere noch nicht ganz ausgereifte Variante könnte die Konstruktion einer Art

Manche Feuerwehrmänner verwenden Brandschutzkeile zum Offenhalten von Brandschutztüren bei der Brandbekämpfung. Foto: Pulm


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Landesfeuerwehrschule/Ausbildung

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Taktik im Feuerwehreinsatz Erkenntnisse und Zusammenfassung – Teil 12 (Nachdruck aus »Blaulicht« 2/2006 mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Redaktion)

LFR Dr. Otto Widetschek Unsere Feuerwehren rücken Tag für Tag aus, um zu retten, zu löschen, zu bergen und zu schützen. Was im Einsatz zu tun ist, wissen unsere Männer und Frauen ziemlich genau. Doch wie es zu machen ist, das ist die oft nicht leichte Frage. Und genau hier kommt die vielfach gefürchtete und auch häufig abgelehnte Einsatztaktik ins Spiel. In dieser Arti-

kelserie wollen wir einfache und anschauliche Richtlinien für unsere Führungskräfte, welche den Einsatz vor Ort leiten müssen, erarbeiten. Mit diesem Kapitel ist nun unsere kleine Reise in die Welt der Feuerwehr-Einsatztaktik zu Ende. Wir haben dabei die historischen Wurzeln der taktischen Maßnahmen ergründet und erkannt, dass der Führungsvorgang ein immer wiederkehrender und in sich geschlos-

sener Denk- und Handlungsablauf ist. Er muss so lange durchlaufen werden, bis der Einsatzauftrag erfüllt ist.

Praktischer Ablaufplan Für die harte Einsatzpraxis wurde dabei ein Taktik-Ablaufplan vorgestellt, welcher als eine Art Fahrplan durch das Taktikschema bezeichnet werden kann. Er enthält die im taktischen Blockschema sowie im taktischen Regelkreis bereits enthaltenen Grundelemente: • Lage, • Erkundung, • Beurteilung, • Entschluss und • Befehl. Dabei stehen die klare Ausführung des Befehls und die lückenlose Überwachung der Lage im Mittelpunkt einer gezielten Einsatzführung. Der taktische Ablaufplan ist ständig zu üben und zu trainieren. Wenn diese grundlegende Vorgangsweise unseren Feuerwehrkräften in Fleisch und Blut übergegangen ist, wird auch ein noch so kompliziertes Einsatzgeschehen beherrscht werden können!

Daniel in der Löwengrube Die Feuerwehr wird immer dann gerufen, wenn für eine bestimmte Umgebung (Bauwerke, Menschen, Tiere oder Umwelt) eine mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr zu bewältigende Gefahr besteht. Wir wollen dies anhand der antiken Legende von Daniel in der Löwengrube veranschaulichen. Die Geschichte spielt dabei im alten Babylon, wo Daniel als Berater des Darius, des mächtigen Königs der Meder, von missgünstigen Höflingen verleumdet wird. Heute würde man sagen, er wurde gewaltig gemobbt, denn es wurde ihm sogar Majestätsbeleidigung unterstellt. Dafür wurde Daniel schließlich in die Löwengrube geworfen.


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Landesfeuerwehrschule/Ausbildung

1. Rettung

3. Verteidigung

Daniel wird in die Löwengrube geworfen, wo die hungrigen Bestien schon auf ihn warten. Foto: Gabriel-Verlag

2. Angriff

4. Rückzug (Aufgabe)

Die vier Möglichkeiten, um Daniel aus der Löwengrube zu retten.

Mit Gefahren umgehen

Ordnungsprinzipien

In diesem Fall ist also Daniel das Synonym für das bedrohte Objekt bzw. Subjekt und die Löwen stellen symbolisch die Gefahr dar. Wir haben nun die Aufgabe, Möglichkeiten zu erarbeiten, um diese unerquickliche Situation in den Griff zu bekommen. Vier Verhaltensmuster (Angriff-VerteidigungsSchemata) lassen sich dabei – wie wir wissen – entwickeln (siehe auch Cartoon von Dr. Otto Meisenberger): • Rettung: Daniel wird durch die Einsatzkräfte in Sicherheit gebracht. Dies kann mit Hilfe einer Leiter oder eines zugeworfenen Seiles, über welches er hochklettern kann, ermöglicht. • Angriff: Die Gefahr kann beseitigt werden, indem der Löwe mit einem gezielten Pfeilschuss erlegt wird. • Verteidigung: Die Gefahr, dass Daniel von einem Löwen zu Tode gebissen wird, kann durch Abschirmung der Bestie erfolgen. Zu diesem Zweck wird eine Trennwand in den Löwenkäfig gebracht und Daniel dadurch vor dem Raubtier geschützt. • Rückzug: Die Rettungskräfte ziehen sich zurück, weil der Löwe Daniel bereits zu Tode gebissen hat, sie geben also auf.

Wir haben auch gelernt, dass Taktik in ihrer ursprünglichen Bedeutung als die Kunst der Anordnung und Aufstellung bezeichnet wird. Es ist klar und augenscheinlich: In dieser Definition spielt das Grundprinzip Ordnung eine dominante Rolle. Nach Schläfer gibt es in diesem Zusammenhang im Feuerwehreinsatz folgende wichtige Erfordernisse und Ordnungskriterien: • Ordnen der Kräfte, • Ordnen des Raumes, • Ordnen der Zeit und • Ordnen des Fernmeldebetriebes.

Ordnen der Kräfte Aus der Gruppendynamik wissen wir, dass ein Vorgesetzter nur eine begrenzte Zahl von Mitarbeitern optimal führen kann. Diese liegt, so sagt ein alter Spruch, zwischen 5 und 10, entspricht also der Zahl der Finger an einer bzw. zwei Händen. Bei einer derartigen Zahl von Untergebenen kann man noch jedem Anweisungen erteilen, diese selbst überwachen und – wenn erforderlich – verbessernd und helfend eingreifen, also im wahrsten Sinn des Wortes zufassen. Die Gruppe 1 : 8 ent-

spricht zahlenmäßig dieser Grundregel. Auf allen anderen Ebenen sollen von einem Kommandierenden nicht mehr als 3 bis 5 Formationen (Gruppen, Züge, Abschnitte) geführt werden. Daraus ergibt sich eine hierarchisch aufgebaute Linienorganisation, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass von »oben nach unten« über die einzelnen Führungsebenen Befehlslinien laufen und umgekehrt »von unten nach oben« Meldelinien.

Ordnen des Raumes Wir haben schon erkannt, dass vor allem bei größeren Einsätzen eine Einsatzstelle oder ein Einsatzgebiet in überschaubare Bereiche eingeteilt werden muss. Denn nur auf diese Weise können die zur Verfügung stehenden Kräfte und Mittel zielgerichtet eingesetzt werden. Die richtige Positionierung der Einsatzleitung als Befehlsstand oder Managementzentrale ist dabei eine zentrale Frage. Zum Ordnen des Raumes gehört auch die Einteilung in Einsatzabschnitte, das Festlegen von An- und Abmarschwegen, von Bereitstellungsräumen und -plätzen. Bei Massenevakuierungen sind auch Sammelplätze zu bestimmen.


Die Freiwillige Feuerwehr

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Landesfeuerwehrschule/Ausbildung »Es werden Sekunden zu Minuten« »Die Feuerwehr braucht eine Ewigkeit!«: Derart ungerechtfertigte Vorwürfe ärgern uns Feuerwehrangehörige oft maßlos. Aber auch mancher Einsatzleiter hat schon beim Warten auf eine wichtige nachrückende Einheit – vor allem, wenn es um die Sicherheit seiner Kräfte gegangen ist – seine Nerven strapaziert. Abgesehen davon, dass oft eine Alarmierung der Feuerwehr oder eine Anforderung des Nachschubes nicht zeitgerecht erfolgte, kommt ein bei Ausnahmesituationen häufig eintretendes Zeitphänomen zum Tragen, welches wir alle kennen: »Es werden Sekunden zu Minuten und Minuten zu Stunden!«. In Zeiten des Glücks kommt es zu einer vermeintlichen Zeitverkürzung und in Zeiten der Not zu einer fiktiven Zeitverlängerung.

Ordnen der Zeit Bei der Planung von Einsätzen sind daher die Zeiten stets nüchtern zu schätzen. Vor allem aber sind wichtige Maßnahmen (Ablöse, Einsatzverpflegung, Abtransport von gebrauchter oder verschmutzter Ausrüstung etc.) bereits ausreichend frühzeitig zu planen und in Gang zu setzen. Fehlbeurteilungen von Zeitabläufen werden auch ausgeschlossen, wenn ein Einsatztagebuch geführt wird bzw. Einsatznotizen festgehalten werden. Stichwort: »Keine Bürokratie, sondern sichere Planung!«. Bei Atemschutzeinsätzen, Arbeiten unter Chemikalien- und Wärmeschutz-

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ausrüstung, beim Tauchen und bei Strahleneinsätzen (z. B. Abschätzen der erhaltenen Strahlendosis) ist eine Zeitkontrolle unbedingt notwendig.

Ordnen des Fernmeldebetriebes Ohne funktionierende und effektive Kommunikationsorganisation ist jeder Einsatzleiter hilflos! Ich habe dies selbst vielfach bei komplexen Einsatzsituationen, beispielsweise bei Bränden in Tiefkellern von Stahlbetonbauwerken und Tunnelanlagen, machtlos kennen gelernt. Um Befehle, Aufträge, Meldungen und Anforderungen sowie wichtige Informationen schnell und problemlos übermitteln zu können, ist daher der Fernmeldebetrieb in all seinen Varianten gezielt zu organisieren. Vor allem die Sprechfunktechnik, welche derzeit von der analogen auf die digitale Basis umgestellt wird, spielt dabei eine zentrale Rolle. Damit soll neben einer erhöhten Leistungsfähigkeit des Fernmeldewesens auch eine problemlose funktechnische Vernetzung aller Einsatzorganisationen erfolgen. Eines ist dabei klar: Schon früher war eine umfassende Schulung im Bereich des Funkwesens notwendig, um beispielsweise im Ernstfall den gefürchteten »Funksalat« zu verhindern. Dies wird auch bei Einführung des Digitalfunks und der erweiterten Datenübertragung erforderlich sein.

Die alte Taktik Ich habe schon festgestellt, dass wir in der Vergangenheit unsere Einsatztaktik

Das »Ordnen der Kräfte«, dargestellt an einem Stab-Linien-Diagramm

allzu offensiv ausgerichtet haben. Wir waren auf Angriff eingestellt, was unsere Feuerwehrmänner (es waren damals fast ausschließlich Männer) in die Rolle des »Feuerfressers« gedrängt hat. Dabei sind wir oft ohne Rücksicht auf Verluste (Schäden am Bauwerk, Gefährdung von Menschen und uns selbst) in Bauwerke eingedrungen. Wir haben dabei Türen zu Brandwohnungen aufgebrochen und Rauchdurchzündungen provoziert und in der Folge potentielle Fluchtwege für Hausbewohner verqualmt. Erst dann haben wir umfassend angegriffen und Lüftungsmaßnahmen gesetzt. Ich nenne dies die »Alte Taktik«.

Alternativ vorgehen! Was wir jedoch viel zu selten tun? Wir müssen endlich lernen, uns nicht vom Zeitdruck diktieren zu lassen. Wir müssen zuerst vorgefundene Zustände stabilisieren und auch einmal etwas aufgeben. Der Angriff muss also in Ruhe vorbereitet werden, wobei alternative Angriffswege zu nutzen sind. Dabei ist auf jeden Fall zu prüfen, ob ein »qualifizierter Außenangriff« – natürlich unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen – möglich ist. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Durch die Zerstörung beispielsweise einer Fensterscheibe kann eine kontrollierte Rauchdurchzündung nach außen und nicht in das Gebäudeinnere (beim Öffnen einer Türe zur Brandwohnung) erzwungen werden. Ich habe dies einmal als den »programmierten Feuersprung« bezeichnet.

Taktik heißt Ordnen der Kräfte, des Raums, der Zeit und des Fernmeldebetriebes.


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Landesfeuerwehrschule/Ausbildung

Richtig lüften! Natürlich sind auch Lüftungsmaßnahmen zu planen. Aber bitte nicht so, dass der Rauch und die Rußpartikel dabei noch nicht kontaminierte Bereiche verunreinigen. Eines ist dabei klar: Schadstoffe strömen nicht so, wie wir uns das wünschen, sondern sie gehorchen lediglich den physikalischen Gesetzen. Die Belüftung und Entrauchung eines Bauwerks ist also derart mit Lüftungsgeräten zu organisieren, dass dadurch der Einsatz der Mannschaft erleichtert wird, die Fluchtwege freigehalten werden und der Schaden durch unkontrollierte Rauchausbreitung möglichst unterbunden wird. Das richtige Lüften muss also gelernt sein und ist als wesentlicher Bestandteil in unsere Ausbildungspläne zu integrieren.

Und nach dem Brand? Nach Beendigung der Brandbekämpfung sind in der Regel Wände und Einrichtungsgegenstände des Brandraumes mit Ruß und Brandrauchkondensaten stark verunreinigt, in welchen sich herkömmliche Schadstoffe und in speziellen Fällen auch größere Konzentrationen von Langzeitgiften befinden können. Vom erwärmten Brandgut dampfen auch nach dem »Brand aus« flüchtige Schadstoffe in die Raumluft und sind unter Umständen für die Bewohner, welche sich an den Brandort begeben, äußerst gefährlich. Auf jeden Fall besteht jedoch nach

Fall sind aber unsere Tätigkeiten im Feuerwehreinsatz aus einer neuen Perspektive beleuchtet worden, wodurch sich zum Teil völlig neue Erkenntnisse ergeben haben. Daraus resultieren jedoch Gedankenimpulse für eine neue Einsatztaktik, wobei die alten Grundregeln im Wesentlichen beibehalten werden können. Grundgedanke bei allen Überlegungen ist eine Optimierung des Feuerwehreinsatzes unter Berücksichtigung aller auftretenden Parameter. Klar ist, dass wir lernen müssen, den Brandschutz in Zukunft umfassend zu betrachten. Dadurch können wir Menschen besser schützen und den Gesamtschaden bei Bränden und Unfällen wesentlich minimieren. Um dies zu erreichen, muss jedoch sowohl der abwehrende als auch der vorbeugende Brandschutz seinen Beitrag leisten. Unsere kleine Reise in die Welt der Einsatztaktik möchte ich mit einem dringenden Appell an unsere FeuerwehrFührungskräfte schließen: Helft mit, einen umfassenden Umdenkprozess im Sinne dieser Überlegungen einzuleiten. Denn durch eine neue Einsatztaktik kann auch das Leben und die Gesundheit unserer Feuerwehrleute besser geschützt werden als bisher. Dies ist gerade in einer technisierten Umwelt, in welcher die Gefahrenpotentiale sprunghaft größer werden, von elementarer Bedeutung!

Hilfsmittel zur Zeitkontrolle bei Atemschutzeinsätzen sind heute Stand der Technik!

dem Abrücken der Einsatzkräfte die Gefahr der Verschleppung von Schadstoffen und die Gefahr einer unkontrollierten Kontaminationsausbreitung. Was soll also die Feuerwehr vor dem Abrücken zur allgemeinen Sicherheit vorsehen? Auf jeden Fall eine Information der Wohnungsinhaber oder der Polizei über die noch vorhandenen Risiken. Die Wohnung muss also qualifiziert übergeben werden. Zu diesem Zweck eignet sich ein Merkblatt, wie es beispielsweise von der Berufsfeuerwehr Graz entwickelt wurde. Es behandelt alle wichtigen Punkte und konkrete Tipps, wie man sich nach einem Brand verhalten soll.

Umdenken für die eigene Sicherheit! Die hier vorgestellten Inhalte sind dem Wesen nach nichts Neues! Auf jeden

LITERATURHINWEISE HÜBEL W. und MEISENBERGER O.: »Es hat gebrannt, was nun?« Merkblatt der Berufsfeuerwehr Graz, 2003. JOOß E. und EBERT A.: Daniel in der Löwengrube; Gabriel-Verlag (Thienemann-Verlag GmbH), Stuttgart/Wien, 2003. NEUBERGER H.: Brandschadensanierung – Wie rettet man, was ein Brand nicht zerstört hat?; Beitrag in der Dokumentation über das 5. Aprilsymposion des Brandschutzforums Austria in Graz (erhältlich unter www.brandschutzforum.at), 2004. PULM M.: Falsche Taktik – Große Schäden; Kohlhammer Verlag, 3. Auflage, Stuttgart, 2003. SCHLÄFER H.: Das Taktikschema – Grundlagen der Einsatzführung; Kohlhammer GmbH, 4. Auflage, Stuttgart, 1998. WIDETSCHEK O.: Großbrand im Palmers-Hochhaus; BLAULICHT, Heft 3/1993, Graz. WIDETSCHEK O.: Der programmierte Feuersprung; BLAULICHT, Heft 3/1993, Graz.


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Brandsimulationsanlagen-Ausbildung in Brindisi Bereits im Jahr 2006 wurden in Italien in Montelibretti bei Rom, La Spezia und Brindisi neue Brandsimulationsanlagen für die Ausbildung von Feuerwehren errichtet. Auf Anfrage der Herstellerfirma und der Betreiber wurden die Einschulungen für die dortigen Ausbilder von der Landesfeuerwehrschule Südtirol durchgeführt. Im März dieses Jahres ging eine weitere Anlage in Brindisi in Betrieb. Auch in diesem Fall führten zwei Ausbilder unserer Feuerwehrschule für das Personal vor Ort einen Einschulungslehrgang durch.

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Aktuelles

Landesfeuerwehrverband auf Zivilschutzmesse vertreten Vom 18. bis 20. Mai 2007 fand die erste Zivilschutzmesse »CIVIL PROTEC 07« statt. 130 Aussteller sowie zahlreiche Freiwilligenorganisationen und -verbände gaben den Besuchern einen Einblick in den Katastrophen- und Zivilschutz in unserem Land. Auch der Landesfeuerwehrverband war auf der

Messe mit einem Stand vertreten und hat dort die Tätigkeit der Feuerwehren, Verbände und der Landesfeuerwehrschule anhand von Bildern und einer Präsentation vorgestellt. An die Messebesucher wurden außerdem Falter, die wichtige Informationen zum Feuerwehrdienst in

»No Credit« – Kampagne gegen Motorradunfälle geht weiter Südtirol ist ein Eldorado für Biker. Die Kehrseite der Medaille ist aber leider die Jahr für Jahr hohe Zahl schwerer und tödlicher Motorradunfälle, die auch den Einsatz der Feuerwehren er-

fordern. Das Land Südtirol hat deshalb im Jahr 2006 die Präventionskampagne »No Credit« gestartet, um die Biker – Einheimische und Touristen – sowie Motorradanfänger für die Thematik zu

LH Durnwalder und LR Florian Mussner bei der Pressekonferenz zur Motorradkampagne »No Credit« 2007

Südtirol sowie eine Südtirolkarte mit den Verkehrs- und Radwegen enthalten, verteilt. Als Rahmenprogramm zur Messe lud die Landesfeuerwehrschule am Samstag, 19. Mai 2007, die Bevölkerung zu einem Tag der offenen Tür nach Vilpian ein (vgl. eigenen Bericht Seite 40).

sensibilisieren und eine Bewusstseinsund Verhaltensänderung zu bewirken. Auch im heurigen Jahr wird diese Kampagne fortgesetzt. An unfallgefährdeten Straßenabschnitten wurden großflächige Plakate am Straßenrand aufgestellt, die Biker zum verantwortungsvollen Fahren motivieren sollen. Info-Flyer machen auf die Konsequenzen des Rasens aufmerksam. Infobroschüren, die den Tageszeitungen und Fachzeitschriften beigelegt werden, greifen das Thema für eine breite Öffentlichkeit auf. Radiospots, ein Kurzfilm, Werbeplakate auf Bussen, eine eigens geschaffene Internetseite und verschiedene Presseartikel begleiten die Aktion, die auch vom Landesfeuerwehrverband im Sinne der Unfallverhütung begrüßt wird.


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Aktuelles

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Tag der offenen Tür wieder ein Erfolg

Nach dem großen Erfolg im Jahr 2005 fand am Samstag, 19. Mai 2007, im Rahmen der Zivilschutzmesse CIVIL PROTEC wieder ein Tag der offenen Tür in der Landesfeuerwehrschule statt. Viele Besucher nutzten auch dieses Mal die Gelegenheit, um sich über die Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren und bei Schauübungen das Arbeiten der Einsatzkräfte hautnah mit-

zuerleben. Großen Anklang fand auch das Kinderprogramm. Sei es die Hüpfburg, die Bastelecke wie auch der Kriechtunnel und die Spritzwände wurden ausgiebig genutzt. Zur Stärkung der Gäste standen in der Übungshalle Getränke und Speisen bereit. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei den Freiwilligen Feuerwehren Vilpian,

Terlan, Siebeneich, Lana und Meran, bei der Rettungshundestaffel, der Feuerwehrtauchergruppe des Bezirkes Bozen, der Wasserrettung Südtirol, dem Bergrettungsdienst und dem Weißen Kreuz Etschtal, die bei den Übungen mitgemacht haben und zum guten Gelingen des Tags der offenen Tür wesentlich beigetragen haben.


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Einsätze

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Latsch

Großeinsatz mit Evakuierung Am 30. März 2007 fuhr das Einsatzleitfahrzeug der FF Latsch um 21.39 Uhr, mit Kommandant Florian Kupperion und Kommandant-Stellvertreter Werner Linser, zu einem Dachstuhlbrand in den Mühlrainweg aus. Das betreffende Wohngebäude hatte an der Vorderseite eine Überdachung, an der rechten Seite einen Garageneingang, an der Rückseite ein Holzlager und in unmittelbarer Nähe befand sich ein Gastank. Bei einer ersten Erkundung wurde festgestellt, dass sich die Überdachung und das darunter befindende Auto in Vollbrand befanden. In der Garage, in der Spraydosen lagerten, kam es immer wieder zu kleineren Explosionen. Man erkannte, dass die Abdeckung des Gastanks geschmolzen war. Zu befürchten war die Ausbreitung des Feuers auf das Wohngebäude, auf das Holzlager und auf die Nachbargebäude. Wenig später trafen das Kleinlöschfahrzeug, das Tanklöschfahrzeug, das Kleinrüstfahrzeug und das Mannschaftstransportfahrzeug der Feuerwehr Latsch ein. Der Einsatzleiter Florian Kupperion gab den Befehl, mit zwei HD-Rohren und zwei C-Rohren von der Vorderseite aus anzugreifen. Die Feuerwehrmänner agierten dabei aus einer sicheren Deckung vor dem Gastank mit Atemschutzgeräten. Die benachbarte Feuerwehr von Goldrain wurde nachalarmiert. Um 21.48 Uhr traf die

Feuerwehr Morter mit einer Wärmebildkamera ein. Bei einer weiteren Erkundung entdeckte man einen Gasaustritt. Das Gas brannte, die Abdeckung des Gastanks ließ sich nicht öffnen. Die Anforderung des zuständigen Fachbetriebs blieb erfolglos. So erteilte der Einsatzleiter gegen 22.00 Uhr den Befehl zur Evakuierung der nahe gelegenen Gebäude. Diese wurde unter Einsatzabschnittsleiter Werner Linser in Zusammenarbeit mit dem Weißen Kreuz von Schlanders und den Carabinieri durchgeführt. Insgesamt wurden 30 Personen evakuiert, die bei Ver-

wandten und im Altersheim untergebracht wurden. Betroffen von der Evakuierung war auch eine Bäckerei. Nun wurden an der Vorder- und Rückseite des Gebäudes Schaumrohre durch die Feuerwehren Latsch und Goldrain aufgebaut. Gegen 22.15 Uhr wurde die Feuerwehr Kortsch alarmiert, da diese über ein GefahrgutFahrzeug und somit über die notwendige Ausrüstung sowie Gasmessgeräte verfügt. Die Feuerwehr Kortsch stellte nach ihrem Eintreffen fest, dass eine gewaltsame Öffnung der Abdeckung des Gastanks weitere Beschädigungen


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43 2/2007 bewirken könnte. Um 22.55 Uhr alarmierte man die Feuerwehr Göflan, die für den Transport der Atemschutzflaschen zuständig war. Die Berufsfeuerwehr Bozen, die von den Carabinieri angefordert worden war, traf gegen 23.30 Uhr ein. Nach einer gemeinsamen Sichtung der Lage gab der Einsatzleiter den Befehl, dass sich ein Mann mit dem Hitzeschutzanzug ausrüsten soll. Durch das Kühlen mit vier C-Rohren war es dem mit Hitzeschutz ausgerüsteten Mann der Feuerwehr Kortsch möglich, den Deckel des Gastanks zu entfernen und das Gas abzudrehen. Dies geschah gegen 00.03 Uhr. Zehn Minuten später gab der Einsatzleiter den Funkspruch: »Brand aus«. Der Gasaustritt am Manometer sorgte aber immer noch für Gefahr. So wurde dieser kurz darauf abgenommen und durch einen Verschluss ersetzt. Gegen 00.20 Uhr wurde den evakuierten Anwohnern wieder erlaubt, in ihre Häuser zurückzukehren. Der Großteil der Einsatzkräfte rückte wieder ab, die Feuerwehr Latsch übernahm die Nachtwache. Insgesamt war es den gut 80 Männern und Frauen, die sich im Einsatz befanden, gelungen, den Brand auf seine Ausbruchstelle zu begrenzen und die betroffenen Personen vor körperlichen Schäden zu schützen.

Beteiligte Einsatzkräfte: • FF Latsch: TLF, KRF, KLF, ELF, MTF, 35 Feuerwehrleute • FF Goldrain: TLF, KLF, Last 3, 22 Feuerwehrleute • FF Kortsch: TLF, USF, 15 Feuerwehrleute • FF Göflan: ATS Flaschen, 4 Feuerwehrleute • FF Morter: MTF, WBK, 2 Feuerwehrleute • BF Bozen: 2 Feuerwehrleute • Weißes Kreuz Schlanders mit Notarzt • Carabinieri Latsch und Schlanders Einsatzleiter: KDT Florian Kupperion Einsatzabschnittsleiter: KDT-Stv. Werner Linser

Einsätze Kollmann

Auto fährt in Bushaltestelle

Am 7. Mai 2007 war die Brennerstaatsstraße Schauplatz eines tragischen Verkehrsunfalls. Gegen 14 Uhr fuhr ein älterer Mann mit seinem Toyota Corolla von Bozen kommend Richtung Norden. In Kollmann geriet er mit seinem PKW plötzlich ins Schleudern, das Fahrzeug kippte auf die Seite und krachte in eine Bushaltestelle. Dort saßen zu diesem Zeitpunkt zwei Oberschüler und warteten auf den Bus. Beim Aufprall wurden beide Jugendlichen vom Auto voll erfasst und durch die Rückwand über die Böschung auf den darunter liegenden Fahrradweg geschleudert. Einer der Jugendlichen wurde von den umstürzenden Holzund Betonteilen lebensgefährlich getroffen. Der Lenker des PKW wurde ebenfalls verletzt und blieb in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Augenzeugen leisteten erste Hilfe und verständigten die Landesnotrufzentrale. Aufgrund der geschilderten Unfalldynamik wurden die Feuerwehren von Waidbruck und Barbian, zwei Rettungsfahrzeuge und die Rettungshubschrauber Pelikan 1 und 2 zum Unfallort geschickt. Die eingetroffenen Rettungsmannschaften erwartete eine Menge Arbeit. Während Feuerwehrmänner die Unfallstelle absicherten und den eingeklemmten Fahrzeuglenker befreiten, wurden die beiden Jugendlichen von den Sanitätern und Notärzten erstver-

sorgt. Anschließend wurden alle Verletzten in die Krankenhäuser von Bozen bzw. Brixen gebracht. Einer der Jugendlichen verstarb kurze Zeit später aufgrund seiner schweren inneren Verletzungen. Die Brennerstaatsstraße blieb während der Rettungs- und Bergungsarbeiten über eine Stunde lang für den Verkehr gesperrt. Carabinieri und Straßenpolizei nahmen die Unfallermittlungen auf.

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Einsätze

2/2007

Hafling

Straßenkehrmaschine brennt vollständig aus Die Freiwillige Feuerwehr Hafling wurde am 18. April 2007 um 13.30 Uhr zu einem Autobrand in die Forrigasse in Hafling gerufen. Kurz nach der Alarmierung trafen die ersten Einsatzkräfte mit dem Tanklöschfahrzeuge am Einsatzort ein. Eine Straßenkehrmaschine der Gemeinde Hafling stand in Vollbrand. Der erste Trupp ging mit Schwerschaum zur Brandbekämpfung vor und konnte den Brand schnell unter Kontrolle bringen. Ein weiterer Trupp übernahm den Aufbau der Zubringerleitung vom nächsten Hydranten. Die neben der Straße in Brand geratenen Hecken und Sträu-

cher wurden durch einen weiteren Trupp mit einem C-Strahlrohr gelöscht. Der Einsatz war um 16 Uhr beendet.

Beteiligte Einsatzkräfte: • FF Hafling: 20 Feuerwehrleute, 1 TLF, 1 KLF, 1 KRF • Carabinieri Hafling: 2 Personen

Innichen

Schwerer Verkehrsunfall Am 28. Mai 2007 nachmittags kam es auf der Straße zwischen Innichen und Vierschach zu einem Autounfall. Beim Zusammenstoß zweier PKW wurden eine deutsche Frau und ein österreichischer Mann schwer verletzt. Ein deutscher Mann kam mit leichten Verletzungen und einem Schock davon. Alle drei wurden vom Weißen Kreuz Innichen und einem Notarztwagen erstversorgt und ins Krankenhaus gebracht. Weiters im Einsatz waren die FF Innichen, die die Aufräumungsarbeiten erledigte, und die Carabinieri, die die Unfallerhebung durchführten. Die Pustertaler Straße war während des Unfalls einseitig befahrbar, während der Bergung der beiden Unfallwagen musste die Straße zeitweilig komplett gesperrt werden.


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Einsätze

Marling

Auffahrunfall auf der MeBo fordert zwei Verletzte Die Freiwillige Feuerwehr Marling wurde am 4. April 2007 um 21.45 Uhr zu einem Auffahrunfall auf die MeBo gerufen. Ersten Ermittlungen zufolge war ein Fahrzeug aufgrund technischer Probleme stehen geblieben, ein weiteres Auto hielt dahinter an. Kurz darauf näherte sich ein weiteres Fahrzeug der Unfallstelle und rammte die beiden Fahrzeuge. Die Bilanz waren zwei unbestimmten Grades Verletzte und ein beträchtlicher Sachschaden. 21 Männer der Feuerwehr Marling leuchteten den Einsatzort aus und räumten die Unfallstelle. Die Ermittlungen führten die Carabinieri von Meran durch. Im Einsatz standen auch das Weiße und Rote Kreuz und zwei Abschleppfahrzeuge. Während des Einsatzes musste die Südspur der MeBo zwischen Marling und Sinich rund eine Stunde für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Die Einsatzleitung oblag dem Ortskommandanten Martin Öttl.

Saunabrand im Hotel »Oberwirt« Zu einem Saunabrand im Hotel »Oberwirt« wurde die Freiwillige Feuerwehr Marling am 17. März 2007 um 14.23 Uhr über die Landesnotrufzentrale gerufen. In der Sauna war es aus unbekannten Gründen zu einem Brand gekommen; dichter Rauch quoll aus dem Untergeschoss. Der Hausmeister reagierte geistesgegenwärtig, schloss sofort die Tür und verständigte die Feuerwehr. Wenige Minuten später rückten 15 Mann der Feuerwehr Marling mit Tanklöschfahrzeug und Kleinlöschfahrzeug

aus. Unter schwerem Atemschutz konnten der Kleinbrand und die noch verbliebenen Glutnester rasch gelöscht werden. Es entstand aber ein beträchtlicher Brandschaden. Nach ca. 1 Stunde konnten die Wehrmänner wieder in ihr Gerätehaus einrücken. Im Einsatz standen auch die Carabinieri.


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Einsätze

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Kurtatsch

Schwerer Motorradunfall auf der Weinstraße Zu einem schweren Motorradunfall kam es am Samstag, den 12. Mai gegen 18.30 Uhr. Auf der Weinstraße unterhalb des Friedhofes von Kurtatsch prallte ein Motorradfahrer seitlich auf einen Pkw, der gerade in einen Feldweg einbiegen wollte. Der Motorradfahrer kam dabei zu Sturz und zog sich schwere Verletzungen am rechten Bein zu. Die Sanitäter des Weißen Kreuzes und der mit dem Rettungshubschrauber eingetroffene Notarzt versorgten den Verletzten. Die

ße und Räumung der Unfallstelle. Nach zwei Stunden konnte die Weinstraße wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Beteiligte Einsatzkräfte:

alarmierte Feuerwehr Kurtatsch sicherte die Unfallstelle ab und unterstützte die Rettungskräfte bei der Stabilisierung des Verletzten. Anschließend sorgten sie für die Reinigung der Stra-

• Weißes Kreuz: Notarzt und 3 Sanitäter • FF Kurtatsch: KRF, TLF, MTF und 14 Mann • Carabinieri

Völlan

LKW rutscht über die Straße Am Mittwoch, den 9. Mai 2007 wurde die Freiwillige Feuerwehr Völlan telefonisch informiert, dass ein mit Erdgas beladener Tankwagen auf der Zufahrt zum Brünnlerhof oberhalb der Gampenpassstraße mit dem Vorderreifen über die Straße hinausgeraten war und abzustürzen drohte. Die Feuerwehr rückte unverzüglich aus, um den LKW mit Hilfe der Seilwinde und eines Hebekissens zu bergen. Somit konnte ein weiteres Abrutschen und der Absturz des Fahrzeugs auf die darunter vorbeiführende Gampenpassstraße verhindert werden.


Die Freiwillige Feuerwehr

47 2/2007

Einsätze

Prissian

Brand im Hotel »Tirolensis« Sirenengeheul in der Gemeinde Tisens schreckte am Donnerstag, 17. Mai 2007, die Bürger auf: In der Landesnotrufzentrale ging um 19.17 Uhr ein Anruf ein, der einen Zimmerbrand im Hotel »Tirolensis« in Prissian meldete. Sofort wurde Alarmstufe 2 für die Freiwillige Feuerwehr Prissian ausgelöst, und somit auch die Nachbarwehren Grissian, Tisens und Naraun alarmiert. Wenige Minuten nach dem Alarm war bereits die erste Mannschaft der Prissianer Wehr vor Ort. Aus dem zweiten Stock eines Traktes schlugen Flammen; der dicht aufsteigende Rauch war sogar bis ins Etschtal hinunter zu sehen. Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich 61 Bewohner im Hotel, darunter zwei Kinder. Zwei Gäste konnten sich nur noch auf einen Balkon flüchten und mussten von dort über eine Leiter in Sicherheit gebracht werden. Die übrigen Gäste waren beim Eintreffen der ersten Feuerwehrmänner bereits im Freien. Im Laufe der Löscharbeiten wurden auch die Wehren aus Meran, Lana und Gratsch nachgefordert. Die beiden Notärzte Andreas Ambach und Alexander Handschuch übernahmen gemeinsam mit den Rettern des Wei-

ßen Kreuzes Lana die Erstversorgung der Verletzten. Zwei Gäste hatten eine Rauchgasvergiftung erlitten, zwei weitere einen leichten Schock. Alle wurden zur Abklärung in das Meraner Krankenhaus eingeliefert, verließen das Spital aber bereits nach wenigen Stunden. Über 100 Floriani-Jünger kämpften gegen die Flammen. Sechs Atemschutztrupps drangen in das verrauchte Gebäude ein und bekämpften den Brandherd. Die Atemschutzsammelstelle hatte die Feuerwehr Prissian aufgebaut. Hier bewiesen die neu angeschafften Geräte für eine lückenlose Überwachung des Atemschutzeinsatzes einmal mehr ihre Wichtigkeit. Auch von außen versuchten die Einsatzkräfte den Schaden in Grenzen zu halten und ein Übergreifen auf die anderen Hoteltrakte zu verhindern. Gegen 21 Uhr wurde »Brand aus« gemeldet. Die von den Tisner Carabinieri hinzugezogenen Experten der Berufsfeuerwehr Bozen übernahmen noch am selben Abend die Erhebungen zur Ursache des Schadensfeuers. Vermutlich war der Brand von einer Kochnische einer Ferienwohnung im zweiten

Stock des großen, vier Trakte zählenden Gastbetriebes ausgegangen. Von den vier Hoteltrakten wurden zwei in Mitleidenschaft gezogen. Der geschätzte Schaden liegt bei über einer halben Million Euro. Ohne den raschen und gezielten Einsatz der Feuerwehren wäre der Schaden sicherlich um ein Vielfaches höher. Einerseits verhinderten die Wehrmänner eine weitere Ausbreitung, zum Zweiten sind Gott sei Dank keine größeren Wasserschäden zu beklagen. Im Einsatz standen auch Bürgermeister Thomas Knoll, Bezirksinspektor Max Pollinger und die beiden Abschnittsinspektoren Richard Gasser und Erhard Zuech. Mit Atemschutzflaschen versorgten die Wehren von Meran und Gratsch die Einsatzkräfte. Florian Mair FFW Prissian

Beteiligte Einsatzkräfte: • FF Prissian: 5 Fahrzeuge, 27 Mann, 1 Wärmebildkamera • FF Tisens: 4 Fahrzeuge, 27 Mann • FF Naraun: 3 Fahrzeuge, 19 Mann • FF Grissian: 2 Fahrzeuge, 14 Mann • FF Lana: Drehleiter, 3 Mann • FF Gratsch; Atemschutzfahrzeug, 3 Mann • FF Meran: Mannschaftstransportfahrzeug, 2 Mann • FF-Bezirksverband Meran: Einsatzleitfahrzeug, BFI Max Pollinger • Weißes Kreuz Lana: 1 Rettungstransportfahrzeug, 2 Krankentransportfahrzeuge, 8 Sanitäter • Weißes Kreuz Meran: Notarzteinsatzfahrzeug, 1 Notarzt, 2 Sanitäter • Landesnotrufzentrale 118/115, Notarzteinsatzfahrzeug, 1 Leitender Notarzt


Die Freiwillige Feuerwehr

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Einsätze

2/2007

Tirol

»Pflegerstadel« steht in Vollbrand

Am 8. April 2007 (die Nacht zum Ostersonntag) gegen 1.30 Uhr wurde die Feuerwehr von Dorf Tirol zu einem Stadelbrand in die Seminarstraße von Dorf Tirol gerufen. Der so genannte »Pflegerstadel«, der zum angrenzenden Schloss Auer gehört, stand im Vollbrand. Die Landesnotrufzentrale löste deshalb Alarmstufe 3 aus. Dadurch wurden die Feuerwehren von Meran, Zenoberg, Kuens und Gratsch ebenfalls alarmiert. Dorf Tirol rückte mit allen Fahrzeugen aus, wobei am Anfang aufgrund des Vollbrandes nur ein Außenangriff durchgeführt werden konnte. Sofort wurden zwei Einsatzleitungen gebildet, eine an der Nordseite zwischen Stadel

und Schloss und eine zweite an der Südseite, um den Einsatz dort zu koordinieren sowie die ankommenden Fahrzeuge der verschiedenen Feuerwehren aufzuteilen. Von großem Vorteil erwies sich, dass die Zufahrtsstraße trotz ihrer Nähe zum Brandobjekt jederzeit benutzt werden konnte. Dadurch konnten die nacheinander eintreffenden Tanklöschfahrzeuge der umliegenden Wehren zur Wasserversorgung ohne große Probleme den Brandherd an der Nordseite anfahren. Weiters wurde ein Hydrant sowie die Bewässerungsleitung und ein ca. 150 m entfernt liegendes Schwimmbad zur Wasserversorgung hinzugezogen. Sehr vorteilhaft erwies sich der Einsatz von Klasse-A-Schaum aus dem Universallöschfahrzeug der Feuerwehr Meran. Dadurch konnte der Vollbrand innerhalb kürzester Zeit eingedämmt und der Innenangriff angegangen werden. Auch über die Drehleiter der Feuerwehr Meran wurde ein Außenangriff durchgeführt. Später erwies sich die Drehleiter als sehr hilfreich, um den Innenbereich des Stadels auszuleuchten. Insgesamt kamen 6 B-Strahlrohre sowie 2 Hohlstrahlrohre und 1 Monitor

zum Einsatz. Gegen 4 Uhr war der Brand unter Kontrolle und die Nachbarwehren konnten wieder den Heimweg antreten. Der angebaute Geräteschuppen, in dem sich ein Spritzmittellager und mehrere Gasflaschen befanden, und der hinter dem Stadel sofort beginnende Wald konnten vor einem Übergreifen der Flammen geschützt werden. Aus dem Untergeschoss des Stadels konnten ein Oldtimer, ein Kleinmotorrad und verschiedene landwirtschaftliche Geräte gerettet werden. Eine große Gefahrenquelle stellten die im Stadelinneren gelagerten Weißölfässer dar, von denen ein Großteil während des Brandes explodierte. Ebenso explodierte kurz nach dem Eintreffen der Feuerwehr im Inneren des Stadels eine Gasflasche. Während des Einsatzes musste auch der Bereitschaftsdienst der Etschwerke angefordert werden, da im Bereich des Brandherdes eine Stromleitung geerdet und gekappt werden musste. Die Nachlöscharbeiten übernahm die Feuerwehr Tirol. Diese setzten sich bis

Beteiligte Einsatzkräfte: Feuerwehren: Tirol, Zenoberg, Meran, Gratsch, Kuens, Schenna, Untermais Andere Organisationen: Weißes Kreuz Meran, Carabinieri Tirol, Etschwerke 5 Tanklöschfahrzeuge (TLF Tirol, TLF Schenna, ULF Meran, TLF Meran, TLF Gratsch, TLF Untermais) 6 Kleinlöschfahrzeuge, 5 Mannschaftstransportfahrzeuge, Atemschutzfahrzeug Gratsch, Drehleiter Meran, LKW Meran Eingesetzte Wehrmänner: 104 Mann


Die Freiwillige Feuerwehr

49 2/2007 in den Vormittag des Ostersonntages fort. Um 11 Uhr kehrte das letzte Fahrzeug der Feuerwehr Tirol in das Gerätehaus zurück. Am Morgen des Ostersonntags wurde sofort die Brandursachenermittlung durch die Berufsfeuerwehr Bozen und

Einsätze die Carabinieri Tirol eingeleitet. Ebenso am Brandobjekt erschien ein Vertreter des Versicherungsunternehmens, um Erhebungen durchzuführen. Anschließend half die Feuerwehr Tirol bei den Abbrucharbeiten. Diese mussten anfangs unter schwerem, später unter

leichtem Atemschutz durchgeführt werden, da im Stadel verschiedene Plastikmaterialien für Hagelnetze gelagert waren. Diese potenziell giftigen Asche- und Rußteile wurden während der Abbrucharbeiten mit einem Hohlstrahlrohr niedergeschlagen.

Tschötsch

Feuerwehr verhindert Großbrand Der Besitzer des »Stefanhofes« in Tschötsch war am 2. März 2007 mit einigen kleineren Umbauarbeiten am Außenbereich des Wirtschaftsgebäudes beschäftigt und musste hierfür einige Eisenteile mit einem Winkeltrennschleifer abschneiden. Vermutlich sind dabei einige Eisensplitter über eine kleine Öffnung ins Innere des Stadels gelangt und haben das dort befindliche Heu entzündet. Der Vater des Besitzers eilte sofort zum nahegelegenen Gerätehaus der Feuerwehr, um Alarm zu schlagen, während dieser den Notruf absetzte. Durch einen glücklichen Zufall waren einige Wehrmänner aus der Ortschaft sowie lobenswerterweise auch einige Zivilpersonen sogleich zum Einsatzort

geeilt und konnten schnell eine Löschwasserversorgung herstellen. Das Feuer hatte zu diesem Zeitpunkt bereits das gesamte erste Obergeschoss erfasst und drohte sich weiter auszubreiten. Nachdem in nächster Nähe einige Wohnhäuser stehen, und ein Vollbrand fatale Folgen gehabt hätte, entschloss sich die Einsatzleitung, die Alarmstufe zu ändern und Großalarm auszulösen. Dadurch wurden innerhalb von fünf Minuten auch die Wehren von Tils, Brixen und Vahrn nachalarmiert. Außerdem wurden Bezirksinspektor, Abschnittsinspektor, Polizei und Weißes Kreuz über den Vorfall informiert. Am Einsatzort selbst wurde unter schwerem Atemschutz mit Hochdruck-

strahlrohren versucht, ein Ausbreiten der Flammen im Inneren des Gebäudes zu verhindern. An der Südseite der Holzwand konnten die Flammen teilweise bereits nach außen gelangen, ansonsten bemerkte man am Gebäudeäußeren lediglich das Aufsteigen einer großen Rauchsäule. Mit vereinten Kräften gelang es schließlich, den Brandherd zu bekämpfen. Nachdem sich aber Heu im Stadel befand, waren Nachlöscharbeiten zu verrichten und das gesamte Futter musste hierfür aus dem Wirtschaftsgebäude entfernt werden. Nach Abschluss der Lösch- und Aufräumarbeiten sah man, dass das gesamte Innere des Stadels verkohlt war und es sicherlich der guten Einsatzleitung sowie der richtigen Taktik zu verdanken ist, dass dieser Brand keine schwereren Folgen nach sich zog. Gegen 17.00 Uhr verließen die Nachbarwehren den Einsatzort, während die FF Tschötsch noch bis 18.00 Uhr Aufräumarbeiten verrichtete. Im Anschluss daran blieben noch zwei Mann als Brandwache am Einsatzort zurück und die Löschwasserleitung wurde tags darauf abgebaut.

Beteiligte Einsatzkräfte: • FF Tschötsch: 1 KLF, 14 Mann • FF Tils: 3 KLF, 14 Mann • FF Brixen: 1 TLF, 1 KLF, 1 LKW, 1 MTF, 19 Mann • FF Vahrn: 1 TLF, 1 KLF, 11 Mann


Die Freiwillige Feuerwehr

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Übungen

2/2007

Ahrntal

2. Großübung mit einem Massenanfall (MANV) von Verletzten Am 12. Mai 2007 fand eine Großübung statt, welche die Feuerwehren aus dem gesamten Ahrntal und der Landesrettungsverein Weißes Kreuz – Sektion Ahrntal auf der Landesstraße zwischen Luttach und Weißenbach organisierten. Simuliert wurde ein Busunfall mit 20 zum teil schwerverletzten Personen. Das erste Mal wurde im Ahrntal ein Massenanfall von Verletzten nach den neuen Richtlinien des Amtes für Zivilschutz Abt. 26 organisiert, was für alle Einsatzkräfte eine Herausforderung darstellte. Schon seit November war das Organisationskomitee auf den Beinen, um diese Übung vorzubereiten. Es wurden Informationsabende für alle beteiligten Rettungsorganisationen abgehalten und das neue, von der Landesregierung verabschiedete Konzept zur Bewältigung eines Großschadensereignisses vorgestellt. Dabei wurden verschiedene Situationen in der Theorie abgearbeitet. An der Übung waren alle fünf Feuerwehren des Ahrntales, der Bergrettungsdienst St. Johann, der Bergrettungsdienst der Finanzwache sowie das Weiße Kreuz Ahrntal, unterstützt von weiteren sechs Sektionen des Bezirks Pustertal/Eisacktal, der leitende Notarzt Dr. Werner Beikircher und zwei weitere Notärzte sowie Gemeindearzt Dr. Hermann Lunger und die Carabinieri von Steinhaus beteiligt.

Übungsablauf:

Aufbau des mehrfachen Brandschutzes beauftragt. Die ersten Leichtverletzten wurden über eine Leiter in Sicherheit gebracht. Zusammen mit der Feuerwehr Steinhaus und der Bergrettung wurden die Schwerverletzten und »Toten« über die zuvor errichtete Rettungsöffnung geborgen. Für die Leichtverletzten wurde im Gerätehaus von Luttach ein Versorgungslager mit Notärzten und Sanitätern eingerichtet. Den Transport dahin übernahmen das Weiße Kreuz, die Bergrettung St. Johann und die Feuerwehren Steinhaus und Luttach. Der Feuerwehr Prettau wurden verschiedene Arbeiten wie z. B. die Errichtung eines Hubschrauberlandeplatzes zugeteilt. Um 15.12 Uhr wurden die Feuerwehr Luttach, das Weiße Kreuz Ahrntal und kurz darauf die Feuerwehr Weißenbach über die Landesnotrufzentrale alarmiert. Bei der Ankunft der ersten Rettungskräfte stellte sich heraus, dass es sich um einen größeren Busunfall mit mehreren Schwer- und Leichtverletzten handelte, welcher die Alarmierung weiterer Rettungskräfte erforderlich machte. Deshalb wurden die Feuerwehren von St. Johann, Steinhaus und Prettau sowie die Bergrettung St. Johann und die Bergrettung der Finanzwache nachalarmiert. Die Nachalarmierung von weiteren Einsatzkräften des Weißen Kreuzes wurde von den anwesenden Disponenten der Landesnotrufzentrale koordiniert. Die Feuerwehr Luttach, die als Erste am Unfallort eintraf, übernahm die Einsatzleitung und die Absicherung der Unfallstelle. Nachdem die Feuerwehr Weißenbach den erheblich zerstörten Bus gesichert hatte, begann die Feuerwehr Luttach mit der Bergung der Verletzten. Die Feuerwehr St. Johann wurde mit der Errichtung einer Sammelstelle (Zelt) für die Erstversorgung von Schwerverletzten sowie mit dem

Im Einsatz waren die Feuerwehren von Weißenbach, Luttach, St. Johann, Steinhaus und Prettau mit 85 Mann und 15 Fahrzeugen, das Weiße Kreuz mit 40 Mann und 10 Fahrzeugen (Sektion Ahrntal, Bruneck, Innichen, Brixen, Mühlbach, Alta Badia und St. Vigil). Die Bergrettung St. Johann mit 18 Mann und zwei Fahrzeugen, die Bergrettung der Finanzwache mit vier


Die Freiwillige Feuerwehr

51 2/2007 Mann und einem Fahrzeug, die Carabinieri mit zwei Mann und zwei Motorrädern, die Landesnotrufzentrale mit zwei Mann und einem Fahrzeug. Weitere Teilnehmer an der Übung: 20 »Verletzte«, welche von Mitgliedern der RUD (Realistische Unfall-Darstellung) geschminkt wurden. Als Beobachter waren noch zahlreiche Ehrengäste anwesend: Bürgermeister Hubert Rieder, Vizebürgermeisterin Gabi Künig, Zivilschutzassessor Hansjörg Tasser, Bezirksfeuerwehrpräsident Anton Schraffl,

Übungen

Bezirksfeuerwehrinspektor Herbert Thaler, Abschnittsinspektor Richard Abfalterer, Bezirksleiter des Landesret-

tungsvereins Weißes Kreuz Peter Micheler, Carabinierikommandant Steinhaus Mirko Macaluso und vom Soccorso Alpino Veneto Angelo Devich. Ein herzlicher Dank allen, die das Zustandekommen dieser Übung ermöglicht haben, allen Spendern, die mitgeholfen haben, die anfallenden Spesen abzudecken, besonders der Firma Wieser, welche die Kranarbeiten sowie den Transport und die Entsorgung des Busses gratis übernommen hat. Christof Hopfgartner

Kaltern

Zivilschutzübung am Samstag, 21. April 2007 Übungsannahme: Sintflutartige Niederschläge, starke Sturmböen und Blitzschläge gehen über das Gemeindegebiet von Kaltern nieder und führen dazu, dass erste kleinere Notfälle (abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume usw.) gemeldet und von den Feuerwehren abgearbeitet werden. Das Unwetter und auch das Ausmaß der Schadensfälle nehmen jedoch ständig zu, so dass beschlossen wird, das Zivilschutzkomitee sowie alle erforderlichen Einsatzorganisationen zu alarmieren. Das einberufene Zivilschutzkomitee richtet sich im Gerätehaus Kaltern/ Markt ein und erhält die Aufgabe, die Einsätze der alarmierten Einheiten zu koordinieren. Die gemeldeten Schadensfälle werden erhoben, auf einer Tafel mit Kartenmaterial festgehalten und auf einer weiteren Schautafel die eingesetzten Einheiten bildlich dargestellt. Folgende Szenarien werden angenommen und in der Folge von den Einsatzkräften bewältigt: Szenario 1 um 8.15 Uhr: »Murenabgang entlang der Mendelbahnstrecke« Infolge eines Murenabganges auf die Schienenanlage ist eine Fahrgarnitur unterhalb des 2. Tunnels entgleist. Laut ersten Meldungen gibt es mehrere verletzte Personen. Durch die exponierte Lage der Standseilbahn ist eine Ret-

tung aller Fahrgäste und des Bahnpersonals durch die Einsatzkräfte des Bergrettungsdienstes Kaltern, der Feuerwehren von St. Anton/Pfuss, St. Nikolaus und des Rettungsdienstes des Weißen Kreuzes notwendig. Fast zeitgleich kommt auf der Höhe des ersten Tunnels ein Personenkraftwagen von der Forststraße »Rotwand« ab und stürzt 100 Meter über steiles Gelände in die Tiefe. Hier kommen Mannschaften der Feuerwehren von Altenburg und Mitterdorf zum Einsatz,

um die zwei Verletzten zu retten. Einer davon kann nur mit Hilfe von hydraulischen Rettungsgeräten befreit werden. Nach der Übergabe der Verletzten an den Rettungsdienst des Weißen Kreuzes wurde das Fahrzeugwrack mit Hilfe einer Traktorseilwinde geborgen. Ein Buschbrand, ausgelöst durch sich berührende, kurzschließende Hochspannungsleitungen der Mendelbahnanlage, wurde rasch bemerkt und in der Entstehungsphase gelöscht.


Die Freiwillige Feuerwehr

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Übungen

Szenario 2 um 8.49 Uhr: »Sturm am Kalterer See bringt mehrere Boote in Seenot« Die starken Sturmböen überraschen mehrere Boote auf dem See und bringen sie zum Kentern. Einige Boote werden auch abgetrieben, eine Person wird im Wasser vermisst. Die Feuerwehrtaucher des Bezirkes Bozen, die Feuerwehren von St. Josef am See und Mitterdorf, die Taucher der Wasserrettung und die Hundestaffel des Roten Kreuzes werden alarmiert. Mit Hilfe der Motorboote werden die in Seenot geratenen Boote gesichert, die Personen ans Ufer gebracht und erstversorgt. Inzwischen wird auf dem See, dort wo die vermisste Person zuletzt gesichtet wurde, mit Hilfe von Bojen ein Planquadrat abgesteckt. Dort beginnen die Feuerwehrtaucher ihre Suche. Leider kann nur mehr der leblose Körper der vermissten Person gefunden werden. Szenario 3 um 10.09 Uhr: »Großbrand bei der Firma Niederbacher« Ein Blitzschlag in einen Elektroverteiler des Betriebsgebäudes führt zu einem Brand in der Lagerhalle der Firma Niederbacher. Bei der Ankunft der ersten Einsatzkräfte herrscht folgende Situation: In der Lagerhalle gibt es zwei verletzte Personen, eine davon ist unter einem Gabelstapler eingeklemmt. Durch die intensive Brand- und Rauchentwicklung konnten sich fünf Mitarbeiter nur mehr aufs Dach retten. Aufgrund der starken Verqualmung müssen auch die angrenzenden Gebäude geräumt werden.

2/2007

Mehrere Atemschutztrupps dringen zur Menschenrettung und Brandbekämpfung in die Lagerhalle ein. Die eingeklemmte Person kann mit Hilfe von Hebekissen befreit werden. Mit der inzwischen eingetroffenen Drehleiter werden die Personen vom Dach gerettet. Alle betroffenen Personen werden zur weiteren Versorgung dem Rettungsdienst übergeben. Durch den gezielten Einsatz im Innenangriff und den Schutz der Nebengebäude von außen konnte der Brand eingegrenzt und schlussendlich gelöscht werden. Szenario 4 um 10.41 Uhr: »Unterer Berg – Hütte Kuhrast und anliegender Wald brennen« Ein weiterer Blitzschlag entfacht ein Feuer bei der Hütte Kuhrast im Unteren Berg. Bei der Anfahrt über das »Al-

tenloch« versperren zwei umgestürzte Bäume den Weg. Mit Motorsägen werden diese entfernt. Mit den Tanklöschfahrzeugen von Kaltern/Markt und Altenburg kommen die ersten Einsatzkräfte zur Hütte. Ausgerüstet mit Atemschutzgeräten, wird sofort ein Innenangriff durchgeführt und zwei verletzte Personen gerettet und vom Rettungsdienst des Weißen Kreuzes erstversorgt. Der angrenzende Waldbrand wird durch den Einsatz mehrerer Strahlrohre eingegrenzt. Während der Löscharbeiten in der Hütte kommen zwei Gasflaschen zum Vorschein. Diese werden aus dem Gebäude entfernt und von der Feuerwehr Altenburg gekühlt. Gleichzeitig zu den Rettungs- und Löscharbeiten bei der Hütte wird mit dem Versorgungsfahrzeug eine Schlauchleitung in Richtung Löschweiher verlegt. Die Feuerwehr Montiggl wird von einem Lotsen zum Löschweiher dirigiert und bereitet die Zubringerleitung in Richtung Brandobjekt vor. Somit steht den Feuerwehrleuten vor Ort ausreichend Wasser zur Verfügung und das Feuer kann in kurzer Zeit gelöscht werden. Bei der abschließenden Besprechung des Zivilschutzkomitees im Gerätehaus Kaltern/Markt kommentierte der Bürgermeister Wilfried Battisti-Matscher den Verlauf der Übung und bedankte sich im Namen der Mitglieder der Zivilschutzkommission bei den an dieser Zivilschutzübung beteiligten Personen. Insgesamt waren rund 235 Frauen und Männer der verschiedenen Zivilschutzeinrichtungen im Einsatz.


Die Freiwillige Feuerwehr

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Übungen

Prad am Stilfser Joch

Großübung mit mehreren Verletzten Mit Beschluss Nr. 2666 vom 24.7.2006 hat die Landesregierung die Abläufe im Zusammenhang mit einem sog. »Massenanfall von Verletzten« strukturiert und geregelt. Der Abschnitt 4 des Bezirksfeuerwehrverbandes Obervinschgau hat in enger Zusammenarbeit mit dem Weißen Kreuz dieses Konzept in seiner 1. Stufe (5–10 Verletzte) im Rahmen einer Übung am Samstag, 19. Mai 2007, versucht in die Praxis umzusetzen. Ziel der Übung war, die Zusammenarbeit der verschiedenen Rettungsorganisationen zu verbessern und etwaige Probleme zu besprechen sowie den strukturierten Aufbau eines Großschadensereignisses lt. Landeskonzept zu erarbeiten. Ein ausrangierter Bus – zur Verfügung gestellt von einer Werkstatt in Prad – gab den eingesetzten Rettungskräften die Möglichkeit, so realitätsnah wie möglich zu üben und so die Probleme im Zusammenhang mit der Bergung von Verletzten aus einem umgekippten und verqualmten Bus zu erörtern. Die Alarmierung der beteiligten Feuerwehren erfolgte um 20.30 Uhr durch die Bezirksalarmzentrale in Mals und zeitgleich für die Rettungseinheiten des Weißen Kreuzes und die beteiligten Notärzte durch die Landesnotrufzentrale. Insgesamt waren zehn Personen mit verschiedenen Verletzungsmustern zu retten, sichten, registrieren und nach medizinischer Versorgung abzutransportieren, parallel zu den Löscharbeiten im hinteren Teil des Reisebusses. Die sofort beim Eintreffen der Rettungseinheiten gebildete Einsatzleitung, bestehend aus Abschnittsinspektor Josef Prugger und Kommandant der Feuerwehr Prad Ewald Veith, Notärztin Dr. Bettina Skocir, prov. Einsatzleiter des Weißen Kreuzes Christian Horrer, Rettungsstellen-Leiter des Bergrettungsdienstes Prad Anton Stocker und Vertreter der Carabinieri von Prad, erhielt periodisch die notwendigen Informationen zum laufenden Geschehen. Bis zum Eintreffen des Einsatzleitfahrzeu-

ges des Bezirkes Obervinschgau war dieser Ort provisorisch im Freigelände festgelegt worden. Der Unfallort wurde zur Gefahrenzone deklariert und konnte nur von geeignet ausgerüsteten Einsatzkräften betreten werden; dementsprechend war die Notärztin auf die Rückmeldungen der Erkundungs- und Bergungstrupps der Feuerwehr angewiesen. Frau Dr. Skocir konnte so zwischenzeitlich in Zusammenarbeit mit dem prov. organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes und den Einsatzleitern der Feuerwehr die Sammelstelle der Verletzten und die Patientenablage organisieren. Insgesamt wurden zwei Schnelleinsatzzelte und ein zusätzliches Zelt an strategisch günstigen Orten aufgestellt. Die Reihenfolge der Patienten, die geborgen werden mussten, konnte durch die vom brennenden Bus ausgehende Gefahr nur von den eingesetzten Bergetrupps festgelegt werden, nachdem die Notärztin diesen nicht betreten konnte. Nach der Rettung durch die Atemschutzträger wurden die Patienten an einen weiteren Bergetrupp übergeben, dem Notarzt zur ersten Grobbeurteilung in gehfähig, kritisch oder nicht kritisch vorgestellt und entsprechend der Einstufung in die jeweilige Verletz-

tenablage gebracht. Die Patientenablagen wurden je nach Schweregrad der Verletzungen von den Notärzten, Rettungssanitätern sowie Bergrettern betreut. Für diese Bergungsarbeiten standen den eingeteilten Feuerwehrtrupps zusätzlich zu den eigenen Transportkapazitäten an der Materialablage Schaufeltragen, Vakuummatratzen und Rettungstücher der Einheiten des Weißen Kreuzes zur Verfügung. Der gesamte Unfallort und die Patientenablagen wurden von den eintreffenden Feuerwehren ausgeleuchtet, wodurch ein optimales Arbeiten im Rahmen der Bergung und Verletztenbetreuung ermöglicht wurde. Der Abtransport war für einen Großteil der Patienten mit Rettungsfahrzeugen geplant, gehfähige, leicht verletzte Patienten konnten ggf. auch mit einem bereitgestellten Fahrzeug der Feuerwehr Prad in Begleitung von Bergrettern abtransportiert werden. Insgesamt konnten innerhalb von einer Stunde 10 Patienten gerettet werden, zum Teil unter Anwendung von hydraulischem Rettungsgerät und Hebekissen über die Frontscheibe und Seitentür des Busses, wobei einer davon – ein direkt in den Unfall verwickelter Radfahrer – vom umgefallenen Bus er-


Die Freiwillige Feuerwehr

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Übungen drückt und nur noch tot geborgen werden konnte. Im Rahmen der anschließenden kurzen Nachbesprechung äußerten sich die anwesenden Beobachter und die direkt beteiligten Einsatzleiter zufrieden mit dem Ausgang der Übung, die Abläufe entsprachen dem vorgegebenen Schema und die Gesamteinsatzleitung konnte durch die periodischen Treffen die Rettungsmannschaften gezielt einsetzen. Eine eingehende Auswertung des Bildmaterials wird in den kommenden Tagen erfolgen und zu einer Ab-

2/2007 schlussbewertung der Übung führen. An der Großübung beteiligten sich neben den Feuerwehren des Abschnitts 4, Bezirk Obervinschgau, Prad (41), Lichtenberg (12), Stilfs (22) und Sulden (7), die Feuerwehr Schluderns (13), die Feuerwehr Mals (2), der Bezirksfeuerwehrpräsident Franz Erhard, der Bezirksfeuerwehrinspektor Armin Plagg, die Sektionen Prad, Sulden, Schlanders, Mals und Vinschgauer Oberland des Landesrettungsvereins Weißes Kreuz, der AVS-Bergrettungsdienst Prad, die Gemeindepolizei von Prad

und Schluderns, die Carabinieri von Prad, der Bürgermeister der Marktgemeinde Prad Dr. Hubert Pinggera sowie die beiden Notärzte Dr. Bettina Skocir und Dr. Werner Calliari, mit insgesamt 27 Einsatzfahrzeugen, davon 17 Fahrzeuge der Feuerwehr (1 TLF5000, 1 TRF, 1 KRF, 1 LF; 5 KLF, 5 MTF, 2 MZF, 1 KLast, 1 ELF und 1 Stromerzeuger 28 kW). Die Gesamtanzahl der eingesetzten Mitarbeiter aller beteiligten Rettungsorganisationen beläuft sich auf 140 Personen.

Tirol

Gemeinsame Übung von Feuerwehr und Bergrettung an der Muterstraße Seit einiger Zeit ist der Forstweg zu den Muthöfen nun befahrbar. Deshalb übte die Feuerwehr Tirol nun den Ernstfall und simulierte dort einen Autounfall. Am 18. Mai 2007 um 20 Uhr ging über Personenrufempfänger die Einsatzmeldung: »Alarmstufe 4 – Fahr-

zeug über die Fahrbahn an der Muterstraße« ein. Das Tanklöschfahrzeug rückte kurze Zeit später mit neun Mann aus. Bei der Ankunft am Unfallort stellte sich heraus, dass das Fahrzeug über die Straße geraten, einen Abhang hinuntergerollt und dort auf der Seite liegen geblieben war. Ein Verletzter lag neben dem Fahrzeug, zwei weitere waren im Fahrzeug eingeklemmt. Sofort wurde die Alarmstufe erhöht und auch die Bergrettung Meran nachalarmiert, um bei der Bergung aus dem steilen Gelände mitzuhelfen. Zwei weitere Fahrzeuge der Feuerwehr Tirol erhielten den Auftrag, bis zum Tiroler Kreuz zu fahren und dort eine Sammelstelle zu errichten. Kurze Zeit später trafen die Feuerwehr, das Weiße Kreuz und der Bergrettungsdienst und CAI aus Meran an der Sammelstelle ein. Von dort aus fuhren auch diese Fahrzeuge bis zur Unfallstelle vor. Noch während der Rettung der drei Verletzten traf die Meldung ein, dass sich fünf Personen im Fahrzeug befunden haben sollen. Sofort wurde eine Suchaktion nach den beiden Vermissten gestartet. Die Rettung der Verletzten gestaltete sich sehr schwierig, da das gesamte Bergegerät über einen steilen Abhang hinuntergetragen werden muss. Wäh-

rend die eingeklemmten Personen durch die Feuerwehr befreit wurden, übernahm die Bergrettung den Transport der Verletzten auf die Straße. Dort wurden sie vom Rettungsdienst versorgt und abtransportiert. Die Suchaktion nach den beiden Vermissten konnte nach kurzer Zeit mit Unterstützung von zwei Suchhunden erfolgreich abgeschlossen werden. Die Vermissten wurden daraufhin ebenfalls zur Sammelstelle gebracht und dort versorgt. Um 22 Uhr wurde die Übung nach der Bergung des Unfallfahrzeuges durch einen Kranwagen erfolgreich abgeschlossen. Alle Beteiligten waren anschließend zu einem Essen im Gerätehaus eingeladen.

Beteiligte Einsatzkräfte: • FF Tirol: 36 Mann, TLF, LF, KRF und 2 MTF • FF Meran: 5 Mann, VRW und Pickup • WK Meran: 2 Mann, RTW • BRD: 15 Mann, 2 Fahrzeuge • CAI: 15 Mann, 2 Suchhunde, 2 Fahrzeuge


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Die Freiwillige Feuerwehr

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Die Feuerwehren berichten

2/2007

FF Deutschnofen

Einweihung des neuen Transportfahrzeuges

Anlässlich der Florianifeier der Freiwilligen Feuerwehr von Deutschnofen fand am Sonntag, 6. Mai 2007, die Segnung des neuen Transportfahrzeuges mit Kran des Typs Bucher BU200 4x4 statt. Nach der Messfeier in der Pfarrkirche zog die Wehr unter den Klängen der Musikkapelle auf den Dorfplatz von Deutschnofen, wo das neue Fahrzeug von Dekan Gottfried Kaser gesegnet wurde. Der Kommandant Josef Herbst begrüßte den Dekan Gottfried Kaser, den Bürgermeister Bernhard Daum, den Vizebürgermeister Christian Gallmetzer, den Gemeindereferent Hubert Herbst, den Fraktionspräsident Siegfried Pertoll, den Abschnittsinspektor Peter Simmerle, den Obmann der Raiffeisenkasse Deutschnofen-Aldein Dr. Alois Zelger, den Ehrenkommandant Hans Gibitz, die Feuerwehrpatinnen, die beiden Marketenderinnen, die Feuerwehrjugend, alle Wehrmänner und die gesamte Dorfbevölkerung. Ganz besonders begrüßte er Frau Mathilde Zelger, die die Patenschaft für das neue Fahrzeug übernommen hat. Anschließend ging er bei seiner Ansprache auf den Werdegang der Anschaffung dieses Fahrzeuges ein und betonte, dass die Feuerwehr für Wald-

brände bisher eher schlecht ausgerüstet war. Bisher standen eine 35 Jahre alte Campagnola mit ca. 400 m BSchlauch und ein Landrover mit ca. 200 m B-Schlauch zur Verfügung. Die Wehr besitzt ungefähr 2000 m BSchläuche, die manchmal eingesetzt werden müssen, da das Gemeindegebiet zu zwei Dritteln aus Wald besteht und aufgrund längerer Trockenperioden Waldbrände vermehrt auftreten. Der Feuerwehrausschuss sah sich um

ein geeignetes Fahrzeug um, welches für schmale und steile Waldwege geeignet ist. Nach mehreren Besichtigungen, auch bei anderen Feuerwehren, entschied man sich für den Bucher BU200 4x4 mit Differentialsperre, einer Breite von 1,70 m und einem Radstand von 2,50 m der Firma Intercom Dr. Leitner aus Freienfeld. Dank des zulässigen Gesamtgewichts von 6,5 Tonnen bot sich der Aufbau eines Krans zum Auf- und Abladen von schwerem Gerät wie z. B. Waldbrandlöscheinheit, Schlauchcontainer u. a. als sehr sinnvoll an. Die Kosten dieses Fahrzeuges belaufen sich auf 69.000,00 Euro und werden durch Beiträge der öffentlichen Hand und der Raiffeisenkasse Deutschnofen-Aldein sowie durch Eigenmittel getragen. Nach den Festreden einiger Ehrengäste, in welchen die Bedeutung des Fahrzeuges erneut unterstrichen wurde, dankte der Kommandant den Behörden und besonders der Dorfbevölkerung für die jährliche Unterstützung bei der Sammelaktion. Er lud die Gäste zu einem Umtrunk auf dem Dorfplatz und die Mitglieder der Feuerwehr mit Partnern bzw. Partnerinnen sowie die Ehrengäste zum Mittagessen ins Pfarrheim ein.

Wenn möglich, sollten Beiträge für die »Feuerwehrzeitung« auf CD oder durch E-Mail übermittelt werden. Digitale Bilder sollten eine Auflösung von 300 dpi haben. Danke!


Die Freiwillige Feuerwehr

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Die Feuerwehren berichten

FF Kurtatsch

Feierliche Segnung der Feuerwehrpumpe Bei der Florianifeier am 6. Mai 2007 wurde bei der Messe, die von Florian Platter zelebriert wurde, die neue Pumpe Rosenbauer FOX BMW III gesegnet. Die alte Pumpe Ziegler mit 800 l/min und 8 bar Leistung hatte der Freiwilligen Feuerwehr Graun 25 Jahre gedient. Da öfters Reparaturen anfielen, entschloss man sich, diese durch eine neue Pumpe zu ersetzen. Die neue Pumpe liefert 1.600 l/min bei 10 bar Druck und ist somit sehr leistungsfähig. Die Anschaffung wurde vom Land, der Gemeinde Kurtatsch und der Freiwilligen Feuerwehr Graun finanziert.

Frau Anita Zwerger hat sich als Patin zur Verfügung gestellt. Nach der Messfeier begrüßte Kommandant Arnold

Kofler den BezirksfeuerwehrpräsidentStellvertreter Anton Marcinczak, Abschnittsinspektor Oswald Stanghier, Bürgermeister Oswald Schiefer, Vizebürgermeister Dr. Karlheinz Weger und den Gemeindeausschuss von Kurtatsch. Am Rednerpult wurde die Feuerwehr für ihren freiwilligen Einsatz gelobt, da die Feuerwehrmänner einen großen Teil ihrer Freizeit für Einsätze, Übungen und Brandschutzdienste opfern. Weiters wurde der Ankauf der Pumpe sehr begrüßt, da Graun von einem größeren Waldgebiet umgeben ist. Anita Bonora

FF Latsch

130 Jahre Freiwillige Feuerwehr Latsch Partnern im Schulungsraum des Gerätehauses zum gemeinsamen Mittagessen. Anschließend wurden Lukas Jung, Andreas Weitgruber und Josef Kupperion für ihren 25-jährigen aktiven Dienst geehrt. Das Verdienstkreuz in Bronze erhielten Bernhard Pegger, Klaus Steinkeller, Patrick Holzknecht und Florian Kupperion für 15 Jahre Mitgliedschaft. Anlässlich der Feier ihres Schutzpatrons beging die Freiwillige Feuerwehr Latsch am Sonntag, den 6. Mai ihr 130jähriges Bestehen. Der Tag begann mit einem Gottesdienst in der Latscher Pfarrkirche, der von Pfarrer Johann Lampacher zelebriert wurde. Während des Gottesdienstes dankten die Feuerwehrfrauen und -männer dem heiligen Florian für seinen Schutz. Nach der Messe fanden sich alle zur Feier auf dem Kirchplatz ein. Dort wurden die Anwesenden mit Getränken Apfelstrudel verköstigt. Die Dorfgemeinschaft würdigte die Leistungen der Feuerwehr Latsch in den vergangenen 130 Jahren und gratulierte zum Geburtstag. Gegen 12 Uhr trafen sich die Frauen und Männer der Feuerwehr mit ihren

Der Kommandant bedankte sich bei den Geehrten für ihren geleisteten Dienst und bekundete, dass gerade die immer jünger werdende Feuerwehr erfahrene Wehrleute braucht, um den Dienst am Nächsten leisten zu können. Nach einem köstlichen Nachtisch verabschiedeten sich die Gäste und begaben sich auf den Nachhauseweg.

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Die Feuerwehren berichten

2/2007

FF Morter

Neues KleinlĂśschfahrzeug wird seiner Bestimmung Ăźbergeben Zahlreiche Feuerwehrkameraden sowie Ehrengäste haben sich am 6. Mai 2007 zum Festgottesdienst in der Pfarrkirche von Morter eingefunden. HochwĂźrden Johann Lanbacher betonte in seiner Predigt, dass der ehrenamtliche und selbstlose Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren einen groĂ&#x;en Reichtum fĂźr unser Land darstellt. Nach dem Gottesdienst nahm der Pfarrer die Segnung des neuen Fahrzeuges vor. Feuerwehrkommandant Markus Stricker ging in seiner Ansprache auf die Vorbereitungen zum Ankauf und auf die technischen Daten des neuen Fahrzeuges ein. Die Neuanschaffung war unter anderem notwendig, da ein bereits zugelassenes LĂśschrĂźstfahrzeug aus GewichtsgrĂźnden nicht mehr kollaudiert wurde. Zur Ausstattung des neuen Fahrzeuges gehĂśrt auch eine neue Wärmebildkamera, fĂźr welche die Feuerwehr Morter als StĂźtzpunkt fĂźr den Abschnitt Latsch fungiert. Die Gesamtkosten des neuen Fahrzeuges beliefen

sich auf 99.000 Euro. Durch Beiträge des Landes, der Gemeinde Latsch, der Raiffeisenkasse Latsch, der Eigenverwaltung Morter sowie Eigenmitteln konnte die Finanzierung gesichert werden. Der Kommandant dankte in diesem Zusammenhang fĂźr die groĂ&#x;zĂźgige UnterstĂźtzung. Einen besonderen Dank richtete er an den Bezirkspräsidenten Franz Tappeiner sowie an die DorfbevĂślkerung von Morter. BĂźrgermeister Karl Weiss brachte die Wertschätzung der Gemeinde fĂźr die

Feuerwehren zum Ausdruck. Er unterstrich die Funktion der Freiwilligen Feuerwehren als wertvolle, nicht mehr wegzudenkende Hilfsorganisation, die auch der BevĂślkerung ein GefĂźhl der Sicherheit gibt. Bezirksfeuerwehrpräsident Franz Tappeiner und Abschnittsinspektor Thomas Tecini Ăźberbrachten die GrĂźĂ&#x;e des Bezirksverbandes. Sie gratulierten der FF Morter zum neuen Fahrzeug. Der Abschnittsinspektor unterstrich die Notwendigkeit einer guten technischen AusrĂźstung. Nach den Feierlichkeiten lud die Feuerwehr Morter zur Besichtigung des neuen Fahrzeuges ein. Mit einem kleinen Umtrunk und einem anschlieĂ&#x;endem gemeinsamen Mittagessen der Feuerwehrkameraden und Ehrengäste fand die Feier ihren Abschluss. Die Patenschaft fĂźr das neue Fahrzeug hat Martha Federspiel Ăźbernommen. Weiters im Bild (v. l.) Kommandant Markus Stricker, Abschnittsinspektor Thomas Tecini sowie Kommandantstellvertreter Mattias Moser.

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59 2/2007

Die Feuerwehren berichten

FF Runggaditsch

100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Runggaditsch Am Sonntag, 20. Mai 2007, fand an einem strahlend sonnigen Tag die Jubiläumsfeier der Freiwilligen Feuerwehr von Runggaditsch statt. Zu diesem Anlass wurde in der ladinischen Fraktion von Kastelruth, im Grödner Tal, ein schönes Fest gefeiert. Zahlreich erschienen war nicht nur die Bevölkerung der ladinischen Fraktionen Überwasser und Pufels, in denen die Feuerwehr Runggaditsch ihren Dienst leistet, sondern auch Gäste aus dem gesamten Grödner Tal sowie Vertreter aus Politik und Feuerwehrwesen. Den festlichen Einzug zur hl. Messe begleiteten die Musikkapelle Pufels, Abordnungen mit Fahnen der Nachbarwehren der Gemeinde Kastelruth, des Grödner Tales, aus Waidbruck und St. Peter/Lajen sowie die Fahne des Landesfeuerwehrverbandes und des Bezirksverbandes Bozen. Der festliche Gottesdienst wurde von Pfarrer Johann Tscholl und von Landesfeuerwehrkurat Pater Reinald Romaner in der St.-JosefKirche in Runggaditsch gefeiert. Kommandant Walter Wanker begrüßte anschließend die Bevölkerung, Ehrenmitglieder und die anwesenden ehemaligen Mitglieder der Jubelwehr sowie die Ehrengäste auf dem Festplatz und ging kurz auf die Geschichte dieser Wehr mit zurzeit 39 aktiven Feuer-

wehrmännern und fünf Fahrzeugen ein. Bürgermeister Dr. Hartmann Reichhalter und Gemeindereferent Ambros Hofer gingen auf die besondere Rolle dieser Wehr in Gröden und auf die erstaunlichen Errungenschaften dieser, einer von insgesamt sieben Feuerwehren der Gemeinde Kastelruth ein und versprachen, den Bau des neuen Gerätehauses sobald als möglich in Angriff zu nehmen. Landesrat und Feuerwehrkamerad Dr. Florian Mussner hob die Wichtigkeit des Feuerwehrwesens hervor und betonte, dass alle dreieinhalb Stunden eine Wehr ausrücken muss, um auf Südtirols Straßen Hilfe zu leisten, und dies 365 Tage im Jahr. Grußworte und Glückwünsche kamen auch von Landesfeuerwehrpräsident Rudi Hofer, Bezirksinspektor Konrad Ambach und Abschnittsinspektor Hanspeter Perathoner, der die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren lobte. Für Freude sorgte auch die Anwesenheit einer Abordnung der Partnerwehr aus

Mutlangen (Baden-Württemberg – Deutschland). Nach den Ansprachen stand für alle Anwesenden ein reichhaltiges Buffet bereit. Zum Abschluss lud die Feuerwehr Runggaditsch zum Mittagessen und gemütlichen Beisammensein am Panider Sattel ein. Die Freiwillige Feuerwehr Runggadtisch bedankt sich hiermit bei allen, die zum Gelingen dieses schönen Festes beigetragen haben, bei der Bevölkerung und bei allen, die mit ihrer moralischen und finanziellen Unterstützung beigetragen haben, dass diese Feuerwehr heute eine moderne, gut ausgerüstete und ausgebildete Wehr ist und somit für Einsätze jeglicher Art bereitsteht. Zum 100-jährigen Jubiläum wurde auch ein Buch herausgegeben. Die gesamte Geschichte der Feuerwehr Runggaditsch wurde anhand von alten Schriftstücken, Fotos und Berichten von den Ehrenmitgliedern Hans Goller und Rudi Anvidalfarei sorgfältig aufgearbeitet.


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2/2007

FF Steinhaus

Feierliche Segnung des neuen Einsatzfahrzeuges Landesweit wird jährlich am 1. Sonntag im Mai der Tag des Schutzpatrons der Feuerwehren, des hl. Florian, begangen. Für die Feuerwehr Steinhaus/ St. Jakob/St. Peter war die heurige Florianifeier ein ganz besonderer Tag, da im Rahmen dieser Feier ein neues Kleinlöschfahrzeug gesegnet und der Bestimmung übergeben wurde. Die Patenschaft für das neue Fahrzeug hat Frau Maria Oberhollenzer Hellweger übernommen. Nach dem feierlichen, von der Musikkapelle Steinhaus umrahmten Einzug vom Gerätehaus zur Pfarrkirche Maria Hilf zelebrierte Ortspfarrer Josef Profanter den Gottesdienst für die lebenden und verstorbenen Feuerwehrkameraden, für die Patinnen und Paten sowie für Freunde und Gönner der Wehr. In seiner Predigt lobte der Pfarrer die Feuerwehrleute als Menschen, die »echtes Ehrenamt« verkörpern, denn sie fragen nicht nach Religion, Sprache oder Sympathie, sie helfen einfach, und sie bringen mit ihrer Hilfe für den Nächsten die Liebe Jesu zu den Menschen und in den Alltag. Möge der Herrgott und besonders der hl. Florian die Tätigkeiten der Feuerwehrmänner segnen, über sie wachen und sie beschützen. Kommandant Josef Rau-

chenbichler konnte neben der VizeBürgermeisterin Gabriela Künig auch den Zivilschutzreferenten Hansjörg Tasser, den Ressortchef des Landeshauptmanns Dr. Heinrich Holzer, den Bezirksfeuerwehrinspektor Herbert Thaler, die Patinnen und die anwesenden Mitglieder der Dorfgemeinschaft begrüßen. Ein besonderer Gruß ging dabei an die Patin des neuen Fahrzeuges Maria Oberhollenzer Hellweger. In kurzen Grußansprachen dankten die Ehrengäste für den Einsatz und sprachen den Wunsch aus, dass das neue

Fahrzeug im Ernstfall wertvolle Hilfe sei und besonders – in Hinblick auf den Unfall 2005 – dass alle Wehrmänner nach den Einsätzen und Übungen wieder gesund zu ihren Familien zurückkehren mögen. Im Rahmen der Florianifeier wurde Rudolf Stolzlechner für seinen wertvollen und aufopferungsvollen Dienst als Feuerwehrmann seit 1969, als Gruppenkommandant und Ausschussmitglied von 1981 bis 2005 und als Kommandant-Stellvertreter von 1985 bis 1995 geehrt. Kdt. Josef Rauchenbichler


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FF La Ila/Stern

Einweihung der neuen Feuerwehrhalle Am 29. Mai war es so weit: Das in zweieinhalbjähriger Bauzeit errichtete Vereinshaus in Stern wurde feierlich eingeweiht. In diesem seit dem Jahre 2000 geplanten Bauwerk finden Feuerwehr, Musikkapelle, Kirchenchor und andere Dorfvereine eine moderne, geräumige und der heutigen Zeit entsprechende Unterkunft. Zusätzlich fanden auch zwei Altenwohnungen Platz. Eingeleitet wurde der Festtag mit einem feierlichen Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer Christian Moroder. Anschließend marschierten Festgäste und Feuerwehrmänner in Begleitung der Musikkapelle Stern zur Feuerwehrhalle. Bürgermeister Dr. Ugo Dorigo und Kommandant Werner Crazzolara hießen alle Anwesenden, darunter Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder, willkommen. Kommandant-Stellvertreter Renato Pizzinini ging kurz auf die Geschichte der Feuerwehr und des mehrmals erweiterten Gerätehauses ein. Durch einen großzügigen Beitrag des Landeshauptmanns im Jahr 2000 wurden die letzten Weichen gestellt, um mit der Planung der neuen Räumlichkeiten zu beginnen. Der Architekt Osvald Valentini wurde beauftragt, die verschiedenen Wünsche seitens der Dorfvereine und seitens der Gemeinde

Abtei unter ein Dach zu bringen. Im September 2004 wurde mit dem Abriss des alten Gebäudes begonnen. Von April bis Oktober 2005 mussten Geräte und Fahrzeuge der Feuerwehr in einem eigens dafür aufgestellten Zelt Platz finden. 2006 wurden dann die restlichen Arbeiten durchgeführt und die Räumlichkeiten den örtlichen Vereinen übergeben. »Heute ist ein Tag der großen Freude!«, so Landeshauptmann Durnwalder in seiner Festrede. Er wies deutlich

auf die Wichtigkeit des Vereinswesens und der dafür nötigen Einrichtungen und Infrastrukturen in jedem Dorf hin: »Das Leben wäre ohne Vereine mit Sicherheit um einiges ärmer.« Er forderte die anwesenden Bürger auf, sich am Dorfleben zu beteiligen und die vielen Vereine, die ihre Tätigkeit ausschließlich ehrenamtlich ausüben, zu unterstützen. Nach der Segnung der Räumlichkeiten durch Pfarrer Moroder wurde die traditionelle Banddurchschneidung von Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder und Bürgermeister Dr. Ugo Dorigo vorgenommen und das neue Vereinshaus somit offiziell seiner Bestimmung übergeben. Im Anschluss hatten alle Anwesenden die Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu besichtigen. Eine Cateringfirma sorgte für das leibliche Wohl der Anwesenden. Der Festtag hielt in gemütlicher Runde noch eine Zeit lang an. Die Feuerwehr hatte aber einen weiteren Anlass zum Feiern: Zwei neue Einsatzfahrzeuge wurden in Dienst gestellt. Es handelt sich um ein Gerätefahrzeug des Typs »Mercedes Sprinter Iglhaut« und um ein Mannschaftstransportfahrzeug des Typs »Nissan Navara« mit Ladefläche. Beide sind mit Allradantrieb ausgestattet.


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2/2007

Jugend/Bewerbe/Sport

31. Landes-JugendfeuerwehrLeistungsbewerb vom 22. bis 24. Juni 2007 in Pfalzen begrüßen, darunter auch den Landesrat Dr. Florian Mussner, die Landtagsabgeordneten Dr. Herbert Denicoló und Dr. Martha Stocker, den Bürgermeister Josef Gatterer, den Ressortdirektor Heinrich Holzer, die Vertreter der Polizeibehörden, den Landesjugendwart Gerhard Barth aus Bayern, mehrere Feuerwehrfunktionäre aus dem ganzen Land sowie die Musikkapelle Pfalzen und die Feuerwehrkapelle des Bezirkes Unterpustertal. Unter großem Applaus der erschienenen Zuschauer wurden die Sieger in den einzelnen Kategorien prämiert und Bewerter für ihre langjährigen Verdienste bei Bewerben ausgezeichnet. Mit dem Einholen der Wettbewerbsfahne wurde die gelungene Veranstaltung offiziell abgeschlossen. Auch Gästegruppen kämpfen um jede Sekunde.

Nach gründlicher Vorbereitungsarbeit des Fachausschusses für Bewerbe und der Freiwilligen Feuerwehr Pfalzen erfolgte am Freitag, 22. Juli 2007, die Anreise der Jugendgruppen zum Zeltlager. Insgesamt waren 97 Gruppen aus Südtirol, Österreich, Deutschland und dem Trentino nach Pfalzen gekommen. Die Jugendgruppen mit rund 1.100 Jugendlichen und 200 Jugendbetreuern schlugen bereits am Freitagvormittag ihre Zelte auf einer großen Wiese neben dem Sportplatz auf, wo sie vom Betreuungszug des Weißen Kreuzes bestens versorgt wurden. Mit 32 Mannschaften wurde am Freitagnachmittag ein Fußballturnier ausgetragen. Sieger des Turniers war die Mannschaft der Jugendgruppe Ehrenburg vor Pfalzen und Laag. Am Abend bei der Eröffnungsfeier im Dorfzentrum hieß der Bürgermeister Josef Gatterer die Jugendlichen, die Betreuer und den Bewerterstab in Pfal-

zen herzlich willkommen. Landesfeuerwehrpräsident Rudi Hofer wünschte allen Teilnehmern ein gutes Gelingen. Der Samstag war schließlich ganz dem Bewerb gewidmet. Ab 7 Uhr wurden die Leistungsbewerbe auf dem Sportplatz durchgeführt. Dabei galt es entlang einer Strecke mehrere Hindernisse möglichst schnell und fehlerfrei zurückzulegen. Die Wettkämpfe zeigten die gute Vorbereitung der Teilnehmer und auch, dass die Jugend bereits ihr Handwerk gut beherrscht. Die Heilige Messe am Samstagabend in der Kirche von Pfalzen wurde von Jugendseelsorger Michael Pacher, Pfarrer Leopold Neumair, und Landesfeuerwehrkurat Pater Reinald Romaner zelebriert. Die Bezirksspiele fielen wegen der starken Regenfälle buchstäblich ins Wasser. Bei der Schlussveranstaltung konnte Landesfeuerwehrpräsident Rudi Hofer neben den Bewerbsteilnehmern und Bewertern auch zahlreiche Ehrengäste

Fingerfertigkeit und höchste Konzentration ist beim »Knotengestell« erforderlich


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Jugend/Bewerbe/Sport

2/2007

»Gut Holz!« und schon fielen alle »Neune«. Das Kegelturnier wurde in der Sportbar ausgetragen.

Beim Zielspritzen bedeutet jeder vergeudeter Tropfen Wasser, verlorene Sekunden.

Verlegen der Druckschläuche.

Der letzte Bahnabschnitt beim Hindernislauf erfordert die volle Konzentration aller.

Zeltlager der Jugend

... mit Schwung über die Hindernisleiter

Sieger Kategorie Bronze; v.l.n.r Landesfeuerwehrpräsident Rudi Hofer, 3. Rang FJG Pfalzen, 1. Rang FJG Kastelbell, 2. FJG Weitental, Landesrat Dr. Florian Mussner.

Sieger Kategorie Silber; v.l.n.r Ressortdirektor Heinrich Holzer, 3. Rang FJG St. Martin/Gsies, 1. Rang FJG Pfalzen, 2. Rang FJG Weitental, LFP Rudi Hofer, Bürgermeister Josef Gatterer.


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2/2007

Jugend/Bewerbe/Sport

31. Landes-Jugendfeuerwehrleistungsbewerb Südtirol Bronze Rang StartNr. 1 132 2 133 3 103 4 98 5 100 6 93 7 51 8 104 9 90 10 148

Hindernisübung Staffellauf Vorg.Zeit Fehler- Erreichte Ges.- Soll- Ist- FehlerPunkte Punkte Punkte alter Zeit Zeit Punkte KASTELBELL 1000 42,60 0 957,40 130 74 72,30 0 WEITENTAL 1000 42,60 0 957,40 134 71 70,90 0 PFALZEN 1000 45,80 0 954,20 129 74 74,78 0 ANTHOLZ/MITTERTAL 1000 46,90 0 953,10 130 74 78,71 0 TRAMIN 1000 52,10 0 947,90 125 74 79,41 0 PRAGS 1000 52,00 0 948,00 134 71 76,73 0 MITTERDORF 1000 48,80 0 951,20 130 74 76,40 10 ST. MARTIN I. THURN 1000 55,40 0 944,60 132 71 77,02 0 NIEDERDORF 1000 48,70 10 941,30 130 74 78,11 0 REINSWALD 1000 50,30 5 944,70 131 71 80,09 0 Jugendgruppe

Erreichte Punkte 101,70 100,10 99,22 95,29 94,59 94,27 87,60 93,98 95,89 90,91

GesamtPunkte 1059,10 1057,50 1053,42 1048,39 1042,49 1042,27 1038,80 1038,58 1037,19 1035,61

Südtirol Silber 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

124 160 158 119 42 75 84 74 35 32

PFALZEN WEITENTAL ST. MARTIN/GSIES ANTHOLZ/MITTERTAL AFING BOZEN OBEROLANG 2 OBEROLANG 1 VAHRN WELSBERG

1000 1000 1000 1000 1000 1000 1000 1000 1000 1000

48,10 52,50 54,60 57,70 56,00 56,00 50,70 56,70 57,00 54,60

0 0 0 0 0 0 5 0 0 5

951,90 947,50 945,40 942,30 944,00 944,00 944,30 943,30 943,00 940,40

133 136 130 130 126 135 132 134 130 127

71 71 74 74 74 71 71 71 74 74

72,55 73,59 74,77 76,83 79,75 79,36 80,91 81,68 84,59 82,41

0 0 0 0 0 0 0 0 0 0

98,45 97,41 99,23 97,17 94,25 91,64 90,09 89,32 89,41 91,59

1050,35 1044,91 1044,63 1039,47 1038,25 1035,64 1034,39 1032,62 1032,41 1031,99

1000 1000

45,10 48,50

0 10

954,90 941,50

122 127

74 74

79,26 72,20

0 0

94,74 101,80

1049,64 1043,30

1000

55,80

0

944,20

129

74

84,55

0

89,45

1033,65

1000 1000

48,80 57,50

5 0

946,20 942,50

125 127

74 74

74,99 72,47

0 0

99,01 101,53

1045,21 1044,03

1000

63,10

0

936,90

129

74

82,04

0

91,96

1028,86

Gäste Bronze 1 2 3

179 UNTERPREMSTÄTTEN 106 SCHWEINSEGGZEHETNER 177 GROSSHARRAS

Gäste Silber B 1 2 3

180 UNTERPREMSTÄTTEN 127 SCHWEINSEGGZEHETNER 178 GROSSHARRAS


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Jugend/Bewerbe/Sport

2/2007

Obereggen

30. Feuerwehr-Landesmeisterschaft in Ski alpin Berufsfeuerwehr Bozen sowie der drei Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Bozen. Die Ergebnisliste, weitere Infos und Fotos sind auf unserer Homepage (WWW.SPORT-BF.ORG) zu finden.

Italienmeisterschaft

Landesjugendmeister Patrick Steinwandter und Landesmeister Martin Karbon

Zu einem runden Jubiläum lud die Sportgruppe der Berufsfeuerwehr Bozen alle Südtiroler Feuerwehren in Obereggen ein. In Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrverband wurde dort die 30. Feuerwehr-Landesmeisterschaft in Ski alpin abgehalten. Auf der gut präparierten Oberholz-Piste waren 292 Rennläufer aus allen Bezirken am Start, auch einige Gäste von den Berufsfeuerwehren Trient, Innsbruck und Verona waren mit dabei. Das Rennen konnte zur Freude aller ohne Unfälle und Verletzungen ausgetragen werden. Im Beisein von vielen Ehrengästen, darunter der Abteilungsdirektor der Abteilung Brand- und Zivilschutz Anton Fiechter, der Landesfeuerwehrpräsident Rudi Hofer, der KommandantStellvertreter der Berufsfeuerwehr Bozen Florian Alber, der Landesrat Florian Mussner, der Bürgermeister von Deutschnofen Bernhard Daum und viele Bezirksfunktionäre, nahm der Präsident der Sportgruppe, Alois Unterberger, die Preisverteilung vor. Landesmeister wurde, zum dritten Mal in Folge, Martin Karbon (Bezirk Bozen)

und Landesjugendmeister wurde Patrick Steinwandter (Bezirk Oberpustertal). In der Bezirkswertung belegte der Bezirk Meran den ersten Platz, vor dem Bezirk Unterpustertal und dem Bezirk Oberpustertal. Somit geht die Wandertrophäe wiederum nach Meran. Zur 30. Landesmeisterschaft wollte man alle Beteiligten mit einem schönen Präsent überraschen, daher gab es für alle Rennläufer Poloshirt, die von VIST und SELGAS gesponsert wurden. Für das Organisationsteam, den Landesmeister und Landesjugendmeister gab es dazu noch eine Weste. Diese wurde in Anwesenheit von Herrn Konrad Piazza, Präsident der SELGAS, und Michele Tessadri, Marketingleiter der VIST, überreicht. Im Anschluss an die Preisverteilung wurden noch viele schöne Sachpreise unter den anwesenden Personen verlost. Ein besonderer Dank geht an die Obereggen AG für die tatkräftige Unterstützung, an die Firmen, Gastbetriebe und Politker für die Pokale und Sachpreise und alle Helfer der Sportgruppe der

Wie jedes Jahr machten sich wieder einige Südtiroler Feuerwehrmänner/frauen auf den, heuer nicht so langen Weg, um an der Italienmeisterschaft der Feuerwehren in Ski alpin teilzunehmen. Die 23. Ausgabe fand heuer in Alleghe (BL) vom 16. bis zum 20. Jänner statt. Am 19. Jänner wurde, mit erfreulichen Ergebnissen für die Südtiroler, der Riesentorlauf ausgetragen. Florian Mahlknecht von der Sportgruppe der Berufsfeuerwehr Bozen wurde zum Italienmeister gekürt. Hier die wichtigsten Ergebnisse: Kategorie A: 1. Augschöll Florian 2. Unterberger Alois 3. Mössler Karlheinz 4. Hofer Siegfried

FF Sterzing BF Bozen BF Bozen FF St. Johann

Kategorie B: 1. Hofer Hans FF St Johann 2. Hofer Peter FF St Johann 6. Prantl Oswald BF Bozen 11. Schroffenegger Nikolaus BF Bozen 19. Prantl Günther BF Bozen Kategorie C: 1. Mahlknecht Florian BF Bozen 10. Perathoner Günter FF Wolkenstein 11. Perkmann Paul BF Bozen 13. Schweigkofler Gerhard BF Bozen Kategorie D: 8. Hofer Markus 22. Tschager Michael

FF St Johann FF Eggen

Kategorie Frauen: 4. Hangherer Hariet

FF Pfatten


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Jugend/Bewerbe/Sport

FF Wolfersdorf/Prissian

Prissianer Florianijünger in Bayern Zwölf Wehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr Prissian nahmen jüngst am Bewerb um das bayrische Leistungsabzeichen in Bronze und Silber in Wolfersdorf in Bayern teil. Sie hatten sich über Monate auf diese anspruchsvolle Prüfung vorbereitet. Zum Schluss machte sich der große Zeitaufwand jedoch verdient: elf Wehrmänner konnten das Abzeichen in Silber und einer jenes in Bronze aus den Händen von Heinz Fischer, dem Kreisbrandrat von Freising Land, in Empfang nehmen. Neben dem Bewerb stand auch die Besichtigung der Feuerwehrschule in Zolling und freies Schießen auf dem Programm. Der Prissianer Delegation statteten auch Sebastian Mair, den ersten Bürgermeister von Wolfersdorf, Ortskommandant Anton Keindl und

Feuerwehrkamerad Heinrich Ruhland einen Besuch ab. Ein großer Dank geht an unseren Freund Heinz Fischer und

an die Freiwillige Feuerwehr Wolfersdorf für die herzliche Aufnahme. Florian Mair

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Jugend/Bewerbe/Sport

2/2007

FF Schleis

Atemschutz-Leistungsprßfung erfolgreich bestanden Seit einigen Jahren wird auch im Bundesland Tirol die in Österreich ßbliche Atemschutz-Leistungsprßfung durchgefßhrt. Sie wird in den Stufen 1 (Bronze), 2 (Silber) und 3 (Gold) abgehalten. Voraussetzung fßr die Zulassung zur hÜheren Stufe ist der erfolgreiche Abschluss der vorhergehenden Leistungsprßfung. Im vergangenen Herbst beteiligte sich erstmals auch ein Atemschutztrupp aus dem Feuerwehrbezirk Obervinschgau erfolgreich an einer solchen Prßfung der Stufe 1. Die drei Wehrmänner Kommandant Peter Abarth, Norbert Waldner und David Waldner der FF Schleis nahmen an der Leistungsprßfung des Bezirkes Innsbruck Land in Reith bei Seefeld teil.

Die Prßfung besteht aus fßnf unterschiedlichen Aufgaben. Die Durchfßhrung der Tätigkeiten bei den einzelnen Stationen entspricht den Ausbildungsrichtlinien fßr Atemschutzträger. Unter Einhaltung eines vorgegebenen Zeitlimits wird auf die korrekte persÜnliche Schutzausrßstung, die Bedienung der verwendeten Ausrßstung und Geräte, sowie die Einsatztaktik Wert gelegt. Erreicht ein Mitglied des Trupps die Mindestpunkte nicht, gilt die Atemschutzleistungsprßfung fßr den gesamten Trupp als nicht bestanden. Station 1: Theoretische Prßfung Fragen aus dem Bereich Atemschutz. Station 2: Vorbereitung und richtiges Anlegen der Pressluftatmer Besonderer Wert wird auf die gegenseitige Hilfe sowie auf die Kontrolle der



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persĂśnlichen AusrĂźstung und des Atemschutzgerätes gelegt; dies ist sowohl zum Schutz des einzelnen Atemschutzträgers als auch des gesamten Trupps besonders wichtig bzw. lebenswichtig. Ergänzt wird die AusrĂźstung durch Handlampe, Rettungsleine und Rettungstuch. Station 3: Menschenrettung Bei dieser Station wird der Lungenautomat angeschlossen und bleibt dies bis zum Abschluss der Station 4. Es gilt weiters, eine verletzte Person in den Obergeschossen eines Gebäudes zu suchen, Ăźber das Stiegenhaus zu retten und Erste-Hilfe-MaĂ&#x;nahmen einzuleiten. Station 4: Innenangriff Die Aufgabe besteht darin, mit einem Hochdruckrohr Ăźber das Stiegenhaus einen LĂśschangriff in den Obergeschossen durchzufĂźhren. Station 5: Gerätekunde und Maskenreinigung Bei dieser Station gilt es, die Atemschutzgeräte fĂźr den nächsten Einsatz, einschlieĂ&#x;lich Flaschenwechsel und aller erforderlichen Kontrollen vorzubereiten. Die Atemschutz-LeistungsprĂźfung kann neben der Ausbildung bei den Lehrgängen (Atemschutz, Brandbekämpfung usw.) sowie den verschiedenartigen AtemschutzĂźbungen in der Ortsfeuerwehr sicherlich als ein weiteres wertvolles Mosaiksteinchen in der Weiterbildung von Feuerwehrleuten gesehen werden. nw


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Die Freiwillige Feuerwehr

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Jugend/Bewerbe/Sport

FF Telfes

Feuerwehrjugend stellt ihr Wissen unter Beweis Bilderbuchwetter für alle und ein erfolgreicher Abschluss für viele Jugendliche zum voll ausgebildeten Jungfeuerwehrmitglied, so präsentierte sich ein gelungener Herbstsonntag, an dem der Wissenstest 2006 für die Bezirke Oberpustertal, Unterpustertal und Wipptal stattfand. Immer abwechselnd, traf es unter der Leitung des Bezirksjugendreferenten Luis Roalter, den Bezirk Wipptal, der heuer für diesen alljährlichen Jugendbewerb verantwortlich zeichnete. Organisiert und ausgetragen wurde er erstmals in Telfes von der örtlichen Feuerwehr mit Jugendgruppe in der Gemeinde Ratschings. Wer vertritt die Feuerwehr nach außen? Welche Effekte haben Löschmittel? Wie muss eine brennende Fettpfanne gelöscht werden? Dies nur einige Beispiele aus den insgesamt 85 Fragen, die die Goldkandidaten neben der Anfertigung von verschiedenen Knoten mündlich bzw. praktisch zu absolvieren hatten. Fast der gesamte Bezirksausschuss Wipptal war bei der Goldabnahme sowie beim heuer erstmals durchgeführten Marschierbewerb als Bewerter tätig. Die blau und rot markierte 1,5-km-Strecke musste nach schriftlicher Vorgabe der Richtungsgrade natürlich mit dem Kompass gefunden werden. Sie beinhaltete zudem etliche Stationen, bei denen es wiederum um viel Wissen ging.

Der Höhepunkt des Orientierungslaufes war ohne Zweifel das Gerätekuppeln. 30 Geräte mussten innerhalb von zwei Minuten zu einem ganzen Stück zusammengekuppelt werden, sonst gab es pro übrig gebliebenen Gerät 1 Punkt Abzug. Wie technisch gut drauf die Gruppen waren, nahmen z. B. die örtlichen Wehrmänner außer Dienst Seppl Lanthaler und Luis Hofer mit Staunen zur Kenntnis, welche mit ihren 84 bzw. 92 Jahren ebenso zu den interessierten Zuschauern zählten wie der Ortspfarrer Gottfried Grober und viele andere. Nach getaner Arbeit ließen sich die Jugendlichen und Betreuer auf dem Schulhof schließlich die schmackhafte Pasta schmecken. Der Kommandant der gastgebenden Wehr von Telfes Luis Sparber, seines Zeichens auch Jugendbetreuer seit der Gründung der Jugendgruppe Telfes, konnte eine Vielzahl von Feuerwehrfunktionären und Ehrengästen begrüßen, darunter den Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde und Präsident der Bezirksgemeinschaft Wipptal Leopold Siller. Dankesworte richtete Kommandant Sparber an alle seine Wehrmänner, besonders an den Schriftführer Christian Bacher, an die Bezirksfeuerwehrausschussmitglieder des Wipptales, die Bezirksjugendreferenten und an das Weiße Kreuz Sterzing für die gemeinsame Mitarbeit zum guten Gelingen

dieses Bewerbes. Ein weiterer Dank ging an die fünf Gemeinden und alle Sponsoren der schönen Preise, und nicht zuletzt an alle Männer vom Hilfszug des Weißen Kreuzes mit Martin Longo, die mit ihrer Feldküche wieder einen Sonntag geopfert und für unser aller leibliches Wohl gesorgt haben. Dem Motto der Jugend gerecht »kurz und bündig« waren anschließend die Gruß- und Anerkennungsworte der Ehrengäste, bevor die Ergebnisse bekannt gegeben wurden: 45 Burschen und 3 Mädchen mehr sind nun berechtigt, das Leistungsabzeichen in Gold zu tragen. Der Titelverteidiger vom Vorjahr, die Jugendgruppe Mauls, siegte auch heuer beim Orientierungsmarsch vor den starken Gruppen Sterzing und Antholz-Mittertal. Es folgten Wengen und St. Lorenzen auf den Plätzen 4 und 5. Die sonst meist weit vorne mitmischende Gruppe Telfes konnte vor lauter Übereifer den Heimvorteil nicht nützen und belegte Platz 6. Den bronzenen Fußball mit je drei Treffern holten sich heuer Hans Jörg Töchterle aus Oberolang und Alex Gschließer aus Telfes. Den 2. Platz mit 4 erzielten Toren sicherte sich Richard Lungkofler aus St. Lorenzen. Letztes Jahr noch Zweiter im Torwandschießen, holte sich Matthias Sparber aus Telfes mit 6 Knallern ins Schwarze heuer den goldenen Fußball.


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Jugend/Bewerbe/Sport

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FF Raas

27. Landesmeisterschaft im Eisstockschießen

Bereits zum dritten Mal wurde die Feuerwehr Raas mit der Austragung der Landesmeisterschaften im Eisstockschießen beauftragt. Moarschaften aus ganz Südtirol, am stärksten vertreten

waren die Pusterer, nahmen an dieser sportlichen Veranstaltung teil. Der Wettkampf selbst fand am Samstag, den 17. Februar 2007 statt. Der Kommandant der FF Raas, Konrad

Delazer, konnte bei der Eröffnung um 7 Uhr insgesamt 22 Moarschaften begrüßen. Daraufhin übergab er die Leitung der Spiele an den Schiedsrichter Richard Michaeler, der die Meisterschaft mit dem traditionellen »Stock heil« eröffnete. Nach sportlich fairen und sehr spannenden Wettkämpfen fand die Preisverteilung in der Turnhalle von Raas statt. Als Ehrengäste waren Frau Bürgermeister Marianna Überbacher Unterkircher und der Landesfeuerwehrpräsident Rudi Hofer der Einladung gefolgt. Beide nahmen die Preisverleihung vor und betonten in ihren Grußworten, wie wichtig solche Veranstaltungen für den Zusammenhalt und die Kameradschaft seien. Frau Bürgermeister unterstrich weiters, dass sie sich über solche bedeutenden Veranstaltungen von landesweitem Interesse in der Gemeinde Natz-Schabs sehr freue. Der Kommandant Konrad Delazer bedankte sich bei allen Feuerwehren, den Mitarbeitern und Ehrengästen für die gelungene Durchführung der Landesmeisterschaft. Ein besonderes Dankeschön gilt hauptsächlich den Sponsoren, die diesen Wettkampf mit ihrer Großzügigkeit erst möglich gemacht haben. Die Ergebnisse: Landesmeister der Freiwilligen Feuerwehren im Eisstockschießen 2007 wurde die FF Eppan/ Berg, gefolgt von der FF Taisten und der FF Gossensaß, welche die viertplatzierte FF Mühlbach knapp geschlagen hatte.


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Ehrungen

Ehrungen 2007 Verdienstkreuz Gold Bezirk Bozen Unterkofler Georg Kröss Helmuth Marzoner Alois Mayr Johann Rungger Pius Weissensteiner Franz Plank Martin Timpfler Anton Wieser Martin Donat Erich Klotz August Ohnewein Helmuth Röggl Ernst Spitaler Alfred Unterkofler Heinrich Pichler Toni Foppa Walter Rottensteiner Paul Gänsbacher Günther Wohlgemuth Robert Polli Walter Lantschner Peter Vieider Alois Pellegrini Oskar

Altenburg Astfeld Astfeld Atzwang Atzwang Deutschnofen Eggen Flaas Flaas Frangart Frangart Frangart Frangart Frangart Gries Gummer Leifers Lengstein Oberbozen Oberplanitzing Seis am Schlern Steinegg Steinegg Terlan

Bezirk Meran Gamper Josef Moser Leo Flarer Hubert Flarer Josef Flarer Pepi Menz Bernhard Egger Georg Gamper Karl Santer Alois Santer Johann Geier Alois Malpaga Peter Rauch Josef Unterholzner Josef Weiss Johann Lanthaler Eduard Egger Siegfried Haller Rudolf Kaufmann Anton Pföstl Walter Verdorfer Robert Verdorfer Johann Waldner Franz Weger Michael Gaiser Karl Marsoner Paul

Algund Algund Freiberg Freiberg Freiberg Freiberg Hafling Lana Lana Lana Nals Nals Nals Naraun Naraun Rabenstein Saltaus Schenna Schenna Schenna Schenna Schenna Schenna Schenna St. Walburg St. Walburg

Pircher Othmar Gilg Anton Pichler Albert Pixner Johann Gritsch Franz Reiterer Josef-Franz

St. Walburg Tall Tall Tirol Tschirland Vöran

Bezirk Untervinschgau Innerhofer Karl Innerhofer Walter Tappeiner Franz Mair Herbert Steiner Erwin Tumler Anton Auer Erich Niederfriniger Johann Schuster Wolfgang Tapfer Erhard

Galsaun Galsaun Galsaun Göflan Göflan Göflan Goldrain Tanas Vetzan Vetzan

Bezirk Obervinschgau Patscheider Engl Prieth Hubert Rainalter Josef Riedl Hermann Frank Josef Wallnöfer Alfred Eberhart Arnold Federspiel Rudolf Maas Gottlieb Stecher Alexander Stecher Sebastian Agethle Lorenz Bernhart Matthias Moriggl Florin Patscheider Martin Marseiler Hermann Marseiler Franz Pider Paul Waldner Ignaz Pinggera Hubert Steck Karl

Burgeis Glurns Glurns Glurns Mals Prad Reschen Reschen Reschen Reschen Reschen Schleis Schlinig Schlinig Schlinig Schluderns Schluderns St. Valentin a. der Haide St. Valentin a. der Haide Stilfs Tartsch

Bezirk Brixen/Eisacktal Messner Franz Untermarzoner Walter Steiner Anton Weger Johann Deltedesco Günther Jaist Peter Überbacher Johann Zini Josef Lechner Anton Brugger Paul Gruber Franz Pichler Walter Priller Peter Fischnaller Alois Fischnaller Peter

Gufidaun Klausen Lajen Mühlbach Raas Raas Raas Raas Rodeneck Schalders Spiluck St. Andrä St. Andrä St. Magdalena/Villnöß St. Magdalena/Villnöß


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Ehrungen

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Steinacher Jakob Rabensteiner Johann

Verdings Villanders

Bezirk Wipptal/Sterzing Leider Otto Zössmayr Josef Mair Josef Siller Leopold Wieser Hubert Wieser Justin

Kematen/Pfitsch Mauls Ratschings Ratschings Stilfes Stilfes

Bezirk Unterpustertal Mairvongrosspeinten Paul Alton Hansjörg Gremes Günther Mutschlechner Franz Forer Friedrich Niederwanger Paul Forer Josef Cerbaro Rudolf Auer Franz Castlunger Karl Mutschlechner Arthur Winding Josef

Aufhofen Bruneck Bruneck Bruneck Gais Gais Mühlen Obervintl Rein in Taufers St. Martin in Thurn St. Vigil Terenten

Bezirk Oberpustertal Leitgeb Georg Preindl Peter Steiner Franz Wierer Josef Schenk Anton Seyr Oswald Amhof Emil Hintner Johann Schwingshackl Anton Bacher Michl Winkler Johann

Antholz-Mittertal Niederrasen Niederrasen Niederrasen Oberolang Oberrasen Taisten Taisten Taisten Vierschach Vierschach

Bezirk Unterland Bertignoll Walter

Neumarkt

Ehrungen für langjährige Kommandantschaft Verdienstkreuz in Bronze mit einem Stern Lang Paul Lengmoos/Klobenstein Lappach Aschbacher Werner Verdienstkreuz in Silber mit zwei Sternen Melnicenko Robert Truden Verdienstkreuz in Gold mit drei Sternen Pichler Wilhelm Perdonig St. Nikolaus/Ulten Schwienbacher Erich Tappeiner Kurt Göflan

Ehrungen für langjährige Bezirksausschussmitglieder Verdienstkreuz in Bronze mit einem Stern Pollinger Max Nals Gögele Albert Rabland

Ehrungen für langjährige Landesfeuerwehrausschussmitglieder Ehrenkreuz in Silber Pollinger Max

Nals

Ehrungen für besondere Verdienste Ehrenzeichen in Gold Hofer Erich Mair Josef

Innsbruck Land Pens

Bezirkskommandant a. D. von Innsbruck Land geehrt Anlässlich des 125. Bezirksfeuerwehrtages der Feuerwehren des Bezirkes Innsbruck Land in Oberhofen am Inn, konnte Bezirksfeuerwehrpräsident Peter Heidegger dem Bezirksfeuerwehrkommandanten außer Dienst Erich Hofer für seine Freundschaft zu den Südtiroler Feuerwehren und zum benachbarten Bezirk Wipptal/Sterzing im Namen des Landesfeuerwehrverbandes Südtirol das Ehrenzeichen in Gold überreichen. Die 450 Ehrengäste, Kommandanten und Delegierten applaudierten ihrem ehemaligen Bezirkskommandanten, der 31 (!) Jahre im Bezirksausschuss tätig war.


Südtirols Feuerwehrzeitung

Anzahl

EINSATZSTATISTIK 450

399

400

353 350

300

297

250

237

232 210

200

162 150

121 87

100

50

0

Februar

März

Einsätze

Einsätze Technische Einsätze Brandeinsätze

April

technische Einsätze

Brandeinsätze

Februar

März

April

297 210 87

353 232 121

399 237 162

Monat


Die Freiwillige Feuerwehr

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In die Zeit gesprochen/Info Termine

1/2007

In die Zeit gesprochen von Landesfeuerwehrkurat Pater Reinald Romaner Liebe Kameraden! Am Pfingstmontag begleitete ich eine stattliche Gruppe von Männern und Frauen jeder Altersklasse über den Pilgerweg von Leifers nach Maria Weißenstein. Da ich die Rolle des Vorbeters übernommen hatte, kam ich gehörig ins Schwitzen und meine Rosenkranzgesätzchen glichen öfters eher einem Japsen als einem schön formulierten, verständlichen Satz. Neben mir ging ein Verwandter. Je weiter wir hinaufkamen, umso mehr spürte ich, wie sehr ich froh war, dass er da war. Er leistete mehr als nur Schrittmacherdienste, er war genauso Pilger wie ich! Das Wort Pilger kommt vom lateinischen »peregrinus«, d.h. etwa »über das Land ziehen«. Ein Pilger ist immer auf dem Weg, aber nicht in ruheloser Nervosität, sondern in vertrauensvoller Gelassenheit, dass er sein Ziel, letztlich das Ziel seines Lebens, erreichen wird. Wenn auch jeder Pilger auf der Wallfahrt sein persönliches »Paktl« an Bitten, Sorgen, Wünschen, Freud und Leid mithat, so ist er doch nie allein. Der Mitpilger geht

neben ihm her und hat ähnliche Bitten, Sorgen und Wünsche. So ist das Wallfahren ein Ausdruck von Solidarität und Gemeinschaft. Solidarität zeigt sich bei weitem nicht immer in großen Gesten und Aktionen, viel häufiger sind die kleinen Zeugnisse des Füreinander-Daseins! Kurz vor Maria Weißenstein erinnerte ich mich an einer ganz bestimmten Stelle daran, wie vor Jahrzehnten der damalige Stadtpfarrkooperator Johannes Noisternigg mich, den kleinen erschöpften Buben, an der Hand nahm und mir weiterhalf bzw. mich weiterzog. Ein kleines Zeichen nur, ja, aber eines, das der kleine Bub von damals bis heute nicht vergessen hat! Solche Zeichen zu setzen sind wir alle imstande, liebe Kameraden, ob zu Hause, im Beruf oder im Verein. Was habe ich für ein »Paktl« mit nach Maria Weißenstein genommen? Ich dachte an mich, an meine Ordensfamilie, an meine Schüler, betete für die Kranken und Schwerstkranken in der Klinik, für meine Feuerwehrkameraden, dass sie von gefährlichen Einsätzen wieder gut nach Hause kommen, und für vieles andere mehr. Und mein Nebenmann? Er wird auch solche oder

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verwandte Anliegen gehabt haben – ich kann es nur ahnen. Nicht alles, was wir in unserem Herzen tragen, können und müssen wir auch aussprechen. Manches darf im Innern bleiben. Gott hört auch das Unausgesprochene! Meine Gedanken zu Pilgersein und Wallfahrt enden in den Räumen neben der Basilika von Maria Weißenstein. Dort hängen unzählige Votivtafeln. Eine Votivtafel erinnert an die Rettung aus großer Gefahr. Menschen danken für gesunde Heimkehr von der Kriegsfront, für das Überleben eines schweren Unfalles oder das Überstehen einer lebensbedrohlichen Krankheit. Gerade in ihrer Schlichtheit beeindrucken mich diese Tafeln immer wieder. Damit will ich sagen: in unserem Leben gibt es Platz für das Bitten und Flehen, es muss aber auch Raum da sein für den Dank! Und damit sind wir wieder beim Miteinander, und ich könnte meine Überlegungen von neuem beginnen lassen ... Einen erholsamen Sommer in frohem Miteinander wünscht Euch Euer P. Reinald

Termine

Veranstaltung

Termin

Ort

Info

Wettkampf »Härtester Feuerwehrmann Südtirols«

Samstag, 21.07.07 ab 19 Uhr

Latsch

FF Latsch

Lüneburger Heide

FF Bienenbüttel Telefon: 0049(0)5823-1232 www.feuerwehr-bienenbuettel.de Mail: Pilo@pilo-franke.de

6. Internationaler Feuerwehr-Pokal- 7.–9.09.07 wettbewerb und Ballonevent


Die Freiwillige Feuerwehr

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Im Gedenken an unsere verstorbenen Kameraden den ehrenamtlichen Dienst konnte Hermann auch seinen Sohn Peter anstecken, der ebenfalls schon längere Zeit in unserer Wehr aktiv mitwirkt.

MICHAEL LEITNER

FRANZ FEICHTER

FF Schabs

FF Taisten

Am 15. März 2006 verstarb ganz plötzlich und überraschend unser Ehrenmitglied Michael Leitner, Schusterbauer in Schabs. Michael ist am 12. August 1932 in Natz-Schabs geboren und war über 40 Jahre aktives Mitglied unserer Feuerwehr. Unser Kamerad hinterlässt in der gesamten Dorfgemeinschaft einen tiefen Eindruck. Er war immer zur Stelle, wenn ehrenamtliche Dienste zu verrichten waren. In der Pfarrei als Mesner und bei den verschiedenen Vereinen im Dorf half er stets tatkräftig mit. Trotzdem fand er auch die Zeit, für seine Frau und die vielen Kinder ein guter Familienvater zu sein. Mehrere seiner Söhne haben inzwischen aktiv in unserer Feuerwehr mitgearbeitet und Sohn Markus ist auch weiterhin als Atemschutzbeauftragter tätig.

Am 12. Oktober 2006 verstarb im Alter von 91 Jahren unser Ehrenmitglied Franz Feichter. Die Feuerwehr war ihm immer ein wichtiges Anliegen und er setzte dafür jederzeit seine ganze Kraft ein. Franz ist im Jahr 1933 der Freiwilligen Feuerwehr Taisten beigetreten und wurde nach 48-jähriger aktiver Tätigkeit 1981 zum Ehrenmitglied unserer Wehr ernannt. Sein Leben war geprägt von Hilfsbereitschaft. Unermüdlich setzte er seine Kräfte ehrenamtlich und freiwillig für die Dorfgemeinschaft und für den Dienst am Nächsten ein. Diese Hilfsbereitschaft zog sich wie ein roter Faden durch seine aktive Tätigkeit bei der Feuerwehr Taisten. Wo immer Hilfe benötigt wurde, war er zur Stelle. Ebenso war er begeistertes Mitglied der ersten Wettkampfgruppe von Taisten, welche viele große Erfolge aufzuweisen hat. Die wohl bedeutendsten Erfolge erzielte die Gruppe bei den internationalen Wettkämpfen im Jahr 1977 in Trient, 1981 in Böblingen/Deutschland und 1985 in Vöcklabruck/Österreich, wo sie immer das internationale Leistungsabzeichen in Gold errang. Gott möge ihm seinen lebenslangen Einsatz belohnen, und wir sind ihm für seine geleistete Arbeit und für seine Vorbildfunktion zu großem Dank verpflichtet.

RUDOLF PLONER FF Schabs Unser Ehrenmitglied Rudolf Ploner wurde am 6. November 1929 in Sterzing geboren. Neben seiner aufopferungsvollen Tätigkeit im Schützenwesen unseres Landes hatte sich Rudolf auch die Zeit genommen, in unserer Feuerwehr aktiv mitzuhelfen. Kamerad Ploner war knapp 20 Jahre aktives Mitglied unserer Wehr. Auch Sohn Günther war einige Zeit in unserer Feuerwehr aktiv tätig. Nach einem Schlaganfall war Rudolf längere Zeit auf den Rollstuhl angewiesen und verstarb am 18. August 2006. Die Wertschätzung der drei verstorbenen Ehrenmitglieder wurde durch die zahlreiche Anteilnahme der Bevölkerung bei den Beerdigungsfeiern deutlich. Wir danken unseren Kameraden für ihren freiwilligen, ehrenamtlichen Dienst am Nächsten. Wir werden diese Menschen in guter Erinnerung behalten.

HERMANN REINTHALER FF Schabs Unser Kamerad Hermann Reinthaler ist am 12. Februar 1915 in Natz-Schabs geboren und verstarb nach längerer Krankheit am 6. Mai 2006. Hermann war ebenfalls über 40 Jahre aktives Mitglied unserer Feuerwehr und konnte seine Erfahrung als Gerätewart und Maschinist in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Mit seiner Begeisterung für


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Im Gedenken an unsere verstorbenen Kameraden

MATHIAS FREI

JAKOB LOCHMANN

FF Völlan

FF Völlan

Der »Hofer Hias« wurde am 8. Februar 1933 in Lana geboren. Im Jahre 1951 trat er der Feuerwehr Völlan bei. Er war ein gewissenhafter Feuerwehrmann und vor allem ein guter Kamerad. 1976 erhielt er das Verdienstkreuz in Silber für die 25-jährige Mitgliedschaft. 1988 wurde er auf eigenen Wunsch hin außer Dienst gestellt. Mathias verstarb am 30. Dezember 2006 im Alter von 73 Jahren. Wir wollen Ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Am 4. Februar 2006 verstarb unser Mitglied Jakob Lochmann im Alter von 81 Jahren. Im Jahre 1956 wurde der »Meixnerander Jogg« Mitglied der Feuerwehr Völlan. Er war von Anfang an als Sanitäter eingeteilt. Von 1967 bis 1971 war er außerdem Gerätewart unserer Wehr. Ab 1977 bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst im Jahre 1990 war er als Kassier tätig. In seinen zahlreichen Funktionen war er sehr gewissenhaft und engagiert. 1990 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen, und er half auch weiterhin bei den Veranstaltungen der Feuerwehr tatkräftig mit. 1981 erhielt er das Verdienstkreuz in Silber für 25-jährige Mitgliedschaft. Eine weitere Ehrung für 50 Jahre Mitgliedschaft konnte er 2006, aufgrund seiner Erkrankung, leider nicht mehr persönlich entgegennehmen. Wir werden ihn stets in dankbarer und ehrender Erinnerung behalten.

HERMANN HABICHER FF Schlinig/Amberg Am 7. Dezember 2006 verstarb unser Gründungsmitglied Hermann Habicher. Er war seit 1950 Mitglied der Schlinger Wehr und leistete bis zu seinem 60. Lebensjahr aktiven Feuerwehrdienst. Bei den Kameraden war er sehr beliebt und galt als zuverlässiger Feuerwehrmann. Wir verlieren mit ihm einen lieben Menschen, der auch noch nach seiner aktiven Dienstzeit großes Interesse für die Feuerwehr zeigte und ihre Arbeit schätzte. Am 11. Dezember geleiteten wir Hermann unter großer Anteilnahme zu Grabe. Die Feuerwehr Schlinig dankt ihm für seine Einsatzbereitschaft und wird ihm stets ein ehrenvolles Andenken bewahren.

MAX NIEDERMAIR FF Thuins Am 25. Juli 2006 verstarb im Alter von 82 Jahren unser Ehrenmitglied Max Niedermair. Er trat bereits mit 15 Jahren der Freiwilligen Feuerwehr Sterzing bei und war von 1953 bis 1958 ZugskommandantStellvertreter sowie von 1958 bis 1972

2/2007 Gruppenkommandant. Im Jahre 1972 trat er in die FF Thuins ein und diente dieser zehn Jahre lang. 1982 wurde Max Niedermair mit dem Ehrenzeichen in Gold belohnt. Nachdem er in den Ruhestand getreten war, wurde er zum Ehrenmitglied unserer Wehr ernannt. Er war ein pflichtbewusster Feuerwehrmann und erfüllte den Dienst stets zur vollen Zufriedenheit aller. Als begeisterter Alpinist war Max Niedermair auch Gründungsmitglied der Bergrettung Sterzing. Wir werden unseren Kameraden Max Niedermair stets in ehrenvoller Erinnerung behalten.

ANTON AUER FF Dietenheim Am 7. Dezember 2006 verstarb unser Kamerad Anton Auer nach langer, mit Geduld ertragener Krankheit, im Alter von 72 Jahren. Im Jahre 1952 trat der Mair am Graben Tondl im Alter von 18 Jahren der Freiwilligen Feuerwehr Dietenheim bei und leistete aktiven Dienst bis zu seiner schweren Erkrankung im Jahre 1993. In dieser Zeit war er ein zuverlässiger Wehrmann und geselliger Kamerad. Nach seinem krankheitsbedingten Ausscheiden aus dem aktiven Dienst blieb er der Wehr stets verbunden und nahm gerne an verschiedenen Veranstaltungen teil. Wir danken ihm für seinen Dienst am Nächsten und behalten ihn in ehrenvoller Erinnerung. Unser Mitgefühl bekunden wir seinen Söhnen und Feuerwehrkameraden Alois und Andreas.


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Im Gedenken an unsere verstorbenen Kameraden

HEINRICH MERANER

HELMUTH NIEDERBACHER

FF St. Michael/Eppan

FF Uttenheim

Am 13. Februar 2007 erreichte uns die traurige Nachricht vom plötzlichen Tod unseres 81-jährigen Ehrenkommandanten Heinrich Meraner. Er trat 1944 als aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr St. Michael/Eppan bei und leistete bis zur Vollendung seines 65. Lebensjahres aktiven Dienst. Heinrich war maßgeblich am Wiederaufbau und der Ausrüstung der Feuerwehr nach den Kriegsjahren beteiligt, bekleidete das Amt des Gruppenkommandanten und wurde 1969 schließlich zum Kommandanten der Feuerwehr gewählt. Diese Funktion übte er elf Jahre aus und war zugleich auch in der Gemeindebaukommission tätig. Heinrich war immer gewissenhaft bei Einsätzen und Übungen. Er legte auch viel Wert auf eine gute Kameradschaft in der Wehr. Wir verlieren mit Heinrich einen guten Menschen, der auch noch nach seinem aktiven Dienst großes Interesse für die Feuerwehraktivitäten zeigte und fleißig an allen Feiern teilnahm. Unter großer Anteilnahme der Feuerwehrkameraden wurde Heinrich zu Grabe getragen. Es waren Feuerwehrabordnungen aus den Fraktionen der Gemeinde Eppan, der Nachbargemeinde Kaltern und des Bezirksverbandes Bozen anwesend. Ein Bläserquartett der Bürgerkapelle St. Michael/Eppan spielte am offenen Grab. Die Freiwillige Feuerwehr St. Michael/ Eppan dankt ihm für seinen Einsatz und wird ihm stets ein ehrenvolles Andenken bewahren.

Es war nicht leicht für die Familie, Freunde und die Feuerwehr Uttenheim, den Kommandanten Helmuth Niederbacher jetzt, im Alter von 48 Jahren, schon zu seiner ewigen Ruhe zu begleiten. Er schied am 20. Februar 2007 ganz plötzlich, nach kurzer schwerer Krankheit, mitten aus einem Leben voll Tatendrang und Einsatzbereitschaft für die Gemeinschaft. Nach Schul- und Berufsschulausbildung trat er als qualifizierter Elektriker in den Dienst der Stadtwerke Bruneck (Elektrizitäts- und Wasserwerk). Die Beurteilung der Wettbewerbskommission (1981) schließt mit den Worten: »... selbstsicher, durchsetzungsfähig, dynamisch, schnelle Auffassung, intelligent; gute Voraussetzungen für Führungseigenschaften«. So wurde er dort nach zehn Jahren Dienst zum Koordinator der Mannschaften im Stromleitungsbau und 2002 zum Netzmeister der Stromverteiler befördert. 1983 heiratete Helmuth Frau Anna. Sie schenkte einem Sohn und einer Tochter das Leben. Helmuths Vater ist seit 30 Jahren Kirchenmesner in Uttenheim. Helmuths Frau ist aktiv in der Frauenbewegung tätig, hilft aus, wo sie gebraucht wird, und wendet viel Fleiß und Mühe für die Pflege und Verwaltung unseres Vereinshauses auf. In der ganzen Familie Niederbacher sind die Nächstenhilfe und der Gemeinschaftssinn schon alte Tradition. Zur Anerkennung und als Solidaritätsbeweis beteiligte sich eine unüberschaubare Trauergemeinde an der Beerdigung. Helmuth kam 1983 zur Feuerwehr Uttenheim, wurde später Gruppenkommandant und schließlich 1995 zum Kommandanten gewählt. In seiner 12jährigen Amtszeit hat er allerhand be-

wegt: Er hat die gut funktionierende Feuerwehr weiter fachlich qualifiziert; er war ein großes Vorbild für alle Mitglieder und hat die gute Kameradschaft erhalten und weiter gefestigt. Die laufende Anpassung und Erneuerung der gesamten Ausrüstung lag ihm sehr am Herzen: Unter anderem wurden ein Mannschaftsfahrzeug und ein Kleinrüstfahrzeug in Dienst gestellt. Er hat die Erweiterung der »Festhütte« beim Vereinshaus und Festplatz unter Mithilfe aller Uttenheimer Vereine veranlasst und durchgeführt. Er wusste, dass diese Struktur unerlässlich ist für die gute Durchführung von Feiern und Festen und somit die finanzielle Lebensgrundlage vieler Vereine. Helmuth verstand es, selbst meisterhaft mit seiner eingespielten Mannschaft auch große Feste zu organisieren: Die Spitze war die 100-Jahr-Feier 1997, aber auch der traditionsreiche Uttenheimer Kirchtag war immer wieder eine Herausforderung und ein großer Erfolg. Sein letztes Meisterwerk für die Feuerwehr war im Herbst 2006 die Erweiterung unseres Gerätehauses in echter Rekordzeit. Auch außerhalb der Feuerwehr war Helmuth in seiner Freizeit ein gefragter Fachmann und Helfer: Am Fußballund Tennisplatz sowie bei der neu angelegten Rodelbahn erstellte er die Elektro- und Beleuchtungsanlagen und vermittelte auch günstige Einkaufsquellen für die jeweiligen Vereine. Viele Jahre war er Mitglied im Verwaltungsrat der Fraktion Uttenheim. Für die Gemeindeverwaltung Gais war er auch in der Freizeit zur Stelle, wenn es Probleme mit der öffentlichen Beleuchtung gab. Lange Jahre kümmerte er sich als Präsident des Pfarrgemeinderates um alle kirchlichen Belange und besonders bei großen Anlässen kam sein Organisationstalent zur Geltung. So half er auch seinem Vater bei der Mesnerei und vertrat ihn, wenn es einmal nötig war. Am offenen Grab kamen zum Abschied der Dank und auch der Wunsch zum Ausdruck, dass Helmuth mit seinem Gemeinschaftssinn und seinem Beispiel in unserer Gemeinschaft lebendig weiterwirkt.


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Im Gedenken an unsere verstorbenen Kameraden

FRANZ RAINER FF Trens Ende letzten Jahres verstarb ganz unerwartet unser allseits geschätzter Kamerad Franz Rainer durch Herzversagen im Alter von 75 Jahren. Der »Strutzer Franz«, wie er allgemein genannt wurde, war von 1957 bis 1972 bei unserer Feuerwehr aktiv und als hilfsbereiter und humorvoller Kamerad bekannt. Überhaupt war Franz ein richtiger Vereinsmensch. Er war über 50 Jahre lang ein fleißiger Chorsänger beim Kirchenchor und als Mitglied der Musikkapelle eine markante Persönlichkeit. So wurde er auch unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und seiner Vereinskameraden zu Grabe getragen. Möge der Herrgott die Dienste des Verstorbenen bei den Vereinen von Trens belohnen. Wir Kameraden der Feuerwehr werden Franz in ehrender Erinnerung behalten.

giert setzte er sich bei Übungen und Einsätzen für seine Mitmenschen ein. Als vorzüglicher Gerätewart leistete er unzählige Stunden. Stolz trug er die Feuerwehrfahne bei kirchlichen Anlässen und sonstigen Feierlichkeiten. Max war ein humorvoller und aufgeschlossener Kamerad und wurde von allen in unserem Dorf sehr geschätzt. Mit seinen Kameraden beteiligte er sich auch bei Leistungsbewerben, 1968 erwarb Max das Leistungsabzeichen in Bronze und 1972 jenes in Silber. 1990 wurde ihm das Verdienstkreuz in Gold überreicht, 1998 ernannte ihn die Kommandantschaft zum Ehrenmitglied. Wir werden unseren Kameraden Max Patscheider in dankbarer Erinnerung behalten und ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Möge Gott ihn für seine Dienste am Nächsten belohnen.

ALOIS THALER FF Thuins

MAX PATSCHEIDER FF Schleis Tief betroffen nahmen die Mitglieder, Ehrenmitglieder und die Jugendfeuerwehr von Schleis unter Anteilnahme von vielen Trauernden Abschied von ihrem Kameraden und Ehrenmitglied Max Patscheider, der am 12. März unerwartet im Alter von 73 Jahren von uns gegangen ist. Max trat im Jahre 1950 der Feuerwehr Schleis bei. Pflichtbewusst und enga-

Am 18. Jänner 2007 verstarb nach längerer Krankheit Alois Thaler im Alter von 76 Jahren. Er trat 1953 mit 23 Jahren unserer Feuerwehr bei und leistete 25 Jahre lang gewissenhaft den Dienst, weshalb er auch das Verdienstkreuz in Silber erhielt. Alois Thaler war ein einfacher, verlässlicher Feuerwehrmann, der seine Aufgaben stets pflichtbewusst erfüllte. Dem Kameraden Alois Thaler gilt unsere Anerkennung und ein ehrendes Gedenken.

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JOSEF SORG FF Ridnaun Im November 2006 verstarb nach schwerer Krankheit, aber doch unerwartet, unser Kamerad Josef Sorg. Josef war Gründungsmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Ridnaun. 35 Jahre, von 1970 bis 2005, war er aktives Mitglied und bis zu seinem plötzlichen Tod Mitglied außer Dienst. Josef war immer ein treuer und verlässlicher Freund und Feuerwehrkamerad. Er hat immer geholfen, wo Not am Mann war, ob bei Feuerwehrübungen, Einsatz oder Veranstaltungen von Vereinen. Neben der schweren Arbeit im Bergwerk hat er immer die Zeit gefunden, dem Nächsten zu helfen. Er wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und der Feuerwehrkameraden auf seinem letzten Weg auf den Friedhof von Ridnaun geleitet, wo sich die Feuerwehrfahne zum letzten Gruß auf seinen Sarg senkte. Möge ihn der Herrgott für seinen Dienst am Nächsten belohnen. Die Feuerwehr Ridnaun wird Dich, lieber Seppl, stets in dankbarer und ehrenvoller Erinnerung behalten.


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Im Gedenken an unsere verstorbenen Kameraden

MATTHIAS PEDROSS

ALOIS WENIN

FRANZ DONNER

FF Kortsch

FF Völlan

FF Schluderns

Am 24. Jänner diesen Jahres wurde unser langjähriger Kamerad Matthias Pedroß unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen. Er war am 21. Jänner im Alter von 84 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in seinem Heimathaus verstorben. Matthias Pedroß war am 25. Mai 1949 in die Feuerwehr Kortsch eingetreten und bis zu seinem Ausscheiden am 15. Juli 1980 stets ein gewissenhafter und fleißiger Wehrmann. Schon in seiner Jugendzeit musste er selbst erfahren, was es heißt, sein ganzes Hab und Gut durch einen Großbrand zu verlieren. Später, als aktiver Wehrmann, stand er in den fünfziger Jahren bei sämtlichen Großbränden in Kortsch im Einsatz. Neben seiner Arbeit am Hof und in der Feuerwehr war Matthias noch ein leidenschaftlicher Jäger bis ins hohe Alter. Durch seine ruhige Art, seine Zufriedenheit und Kameradschaft war der »Stiffter Hias« in der Wehr sowie im Dorf sehr beliebt. Die Feuerwehr Kortsch wird Matthias Pedroß in dankbarer Erinnerung behalten und ihm stets ein ehrenvolles Andenken bewahren.

Am 13. März 2007 verstarb unser Kamerad Alois im Alter von 85 Jahren. Alois Wenin, genannt »Kobalt Luis«, wurde am 29. April 1922 in Völlan geboren. Am 12. Mai 1948 trat er der Feuerwehr Völlan bei. Noch im selben Jahr wurde er zum Zugskommandanten gewählt. Ab 1954 war er Kommandant-Stellvertreter und im Jahre 1956 schließlich übernahm er das Amt des Kommandanten, das er bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst 1980 innehatte. Im selben Jahr wurde er Ehrenmitglied unserer Wehr und erhielt das Verdienstkreuz in Gold mit drei Sternen für die 26-jährige Tätigkeit als Kommandant. Er war auch weiterhin an diversen Festen und Veranstaltungen beteiligt. Auch bei Ausflügen war er bis zuletzt dabei und pflegte die Kameradschaft. Unter großer Anteilnahme begleiteten wir unser Ehrenmitglied, zusammen mit einer Delegation unserer Partnerwehr aus Leinfelden/Echterdingen, Vertretern der Nachbarwehren und des Bezirksverbandes und unter den Klängen der Bauernkapelle Völlan, auf seinem letzten Gang. Wir werden Luis stets in dankbarer und ehrenvoller Erinnerung behalten.

Nach langer, geduldig ertragener Krankheit verstarb am 29. März 2007 im Alter von 75 Jahren unser Kamerad und Ehrenkommandant Franz Donner. Er trat 1955 der Freiwilligen Feuerwehr Schluderns bei, von 1969 bis 1990 war er Kommandant sowie von 1970 bis 1990 Bezirksinspektor. Er verstand es immer, die Kameradschaft innerhalb der Wehr zu pflegen und den Zusammenhalt zu fördern. Franz Donner wurde als Kommandant sehr geschätzt und war über die Gemeindegrenzen hinaus als hilfsbereiter Kamerad bekannt. Im Jahre 1998, nach 43 verdienstvollen Jahren, schied er aus dem aktiven Dienst aus und wurde zu diesem Anlass zum Ehrenkommandant ernannt. Am 2. April 2007 wurde unser Kamerad Franz unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, Abordnungen des ganzen Landes sowie der Musikkapelle Schluderns auf dem Friedhof von Schluderns beigesetzt. Unsere Anerkennung und ein ehrendes Gedenken gelten einem guten Kameraden.



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