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ȹ ȹbuchtipps Mit stefan möller

Wolf Biermann

barbara „Liebesnovellen und andere Raubtiergeschichten“ ist dieser Band untertitelt, den Biermann als Ergänzung zu seiner vor einiger Zeit erschienenen Autobiografie jetzt herausgebracht hat. Versammelt sind Erinnerungen an prominente und unbekannte Wegbegleiter, manche langjährig, andere einmalig. Es dreht sich um Liebe, große Gefühle und Freundschaft. So ist ein Kapitel Manfred Krug gewidmet, Krugs Familie zeigte sich darüber wenig begeistert. Aber gerade im Indiskreten und im schonungslos Offenen liegt der Reiz dieses mit großer Freude zu lesenden Buches. ȹȹ ISBN: 9783550200250 erschienen bei Ullstein, 20 Euro

Hans Christoph Buch

tunnel über der spree Unlängst hat Buch seinen 75. Geburtstag gefeiert, und vielleicht war dies auch der Anlass, sein Leben Revue passieren zu lassen. Anders als Biermann stellt sich Hans Christoph Buch nicht selbst in den Mittelpunkt seiner Erinnerungen. Vielmehr ist „Tunnel über der Spree“ eine autobiografisch geprägte deutsche Literaturgeschichte vor allem der 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. In persönlichen, liebevollen Texten begegnen wir allem, was im Literaturbetrieb Rang und Namen hatte und können zugleich den Werdegang eines großen Autors nachvollziehen. ȹȹ ISBN: 9783627002626 erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt, 20 Euro

André Herrmann

platzwechsel André ist zurück. Zurück in der sachsen-anhaltischen Provinz. In Leipzig wartet eh nur der Gerichtsvollzieher auf ihn. Dass ihm sein Kumpel Maik allerdings einen Job besorgt hat, begeistert Antreh eher wenig. So ist er aber seinem Opa näher, der dement in ein Heim ziehen muss. André Herrmann erzählt in der Fortsetzung von „Klassenkampf“ weiter vom Versuch, erwachsen zu werden, ohne erwachsen werden zu wollen. Dies geschieht mit einer Komik, in der zugleich die Liebe zu seinen Figuren immer mitschwingt. Denn nur weil man selber bescheuert ist, heißt das noch lange nicht, dass alle anderen ebenso bescheuert sind. ȹȹ ISBN: 978-3-863912-16-1 erschienen bei Voland & Quist, 20 Euro

Ganz ehrlich: Mir fällt für diese Kolumne nichts ein. Das ist natürlich blöd, weil zu viel Weißraum an dieser Stelle auch irgendwie nicht gut aussieht. Und der Herausgeber dieses Magazins ist ja ästhetisch veranlagt und wäre dann traurig. Vielleicht würde er mich dann sogar feuern, und das wäre auch blöd, weil mir meistens ja was einfällt. Nur diesmal halt irgendwie nicht. Und draußen scheint die Sonne, es ist warm, man könnte gemütlich im Biergarten ein Buch lesen. Stattdessen muss ich mir aber was einfallen lassen, um diese Zeilen irgendwie zu füllen. Buchmesse in Leipzig war übrigens schön, großartiges Wetter. Bela B. habe ich verpasst, zweimal sogar. Auf der Messe selber und abends auf der Tropen-Party, auf der ich war und er auch gewesen sein soll, aber mich nicht gefunden hat. Da habe ich mich ein bisschen geärgert und sein Buch nicht gelesen. Das hat er nun davon! Dafür hat mir Nora Gomringer verraten, wie man ein Loch in einer schwarzen Strumpfhose kaschiert. Das war ein nützlicher Tipp. Aber ich merke, dass ich mich damit abfinden muss, dass mir diesmal wirklich nichts einfällt. Ich hoffe, Sie verzeihen mir. PS: Chef, kommt nicht wieder vor! PPS: Naja, vielleicht doch.

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Mai 2019  

Zwei Jahrzehnte Ohrenschmaus – l’arc six mit Jubiläumskonzert; das Bauhausjubiläum kommt langsam ins Rollen – "Passagen", "Werkleitz-Festiva...

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