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Sonderdruck aus STEREO 6/2010

Digital Total Die Masters-Baureihe von NAD war stets für positive Überraschungen gut. Nun kommt für knapp 6000 Euro ein kraftstrotzender „Digital“-Verstärker, bei dem laut Hersteller drängende Class D-Probleme innovativ gelöst wurden

A

ls NAD sich auf der High End 2009 nicht etwa darauf beschränkte, „nur“ einen eigenen Amp mit Class D-Endstufe anzukündigen, sondern gar einen „Direct Digital Amplifier“ vermeldete, war unsere Neugier mehr als geweckt. Denn das bedeutet praktisch einen Di-

gital-Analog-Wandler mit Leistungsendstufe, der somit unmittelbar die Lautsprecher antreibt. Und ohne Details zu kennen begannen bei uns die wildesten Spekulationen, wie wohl bewährte Technologien des Hauses NAD wie „Power Drive“ integriert worden sein könnten.

Class D-Problem Lautsprecher Denn bisherige, selbstredend analoge NAD-Verstärker gehen sogar mit schwierigen Lautsprechern und deren Impedanzen geradezu maßgeschneidert um. Das Netzteil passt die Stromzufuhr entsprechend an, um den Lautsprecher optimal anzusteuern. Das äußert sich bei


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Impedanzen (acht Ohm) ab. Diese Lastabhängigkeit ist übrigens ein Grund dafür, warum Class D- und Röhren-Verstärker sich die Vorliebe für impedanzlinearisierte, besonders gutmütige Boxen wie etwa Dynaudios superbe Contour 5.4 teilen.

Digitale Gegenkopplung Anders als üblich kann beim NAD die Lastimpedanz entsprechend der verwendeten Box gewählt und so der Frequenzgang korrigiert werden. Die obere Kurve zeigt acht Ohm Last bei Einstellung vier Ohm, die untere vier Ohm Last bei acht Ohm Einstellung, die mittlere Kurve die – gut gelungene Anpassung: Acht-Ohm-Last bei vorgewählten acht Ohm

der gemessenen Leistung, die fast impedanzunabhängig gleich bleibt. Und genau die funktionelle Abhängigkeit von der so genannten Last ist ein gewaltiger Pferdefuß typischer Class DDesigns mit ihrem Ausgangsfilter. Tatsächlich ist dort das am Lautsprecheranschluss befindliche Filter fix ausgelegt, meist als Kompromiss für mittlere sechs Ohm. Und da das aus Spulen und Kondensatoren bestehende „LC“-Filter ähnlich einer Frequenzweiche den Übertragungsbereich begrenzt, nicht zuletzt um Reste der Schaltfrequenz aus dem Signal herauszuhalten, steigt bei niedrigeren Impedanzen (vier Ohm) der resultierende Frequenzgang ab etwa 15 Kilohertz spürbar an, fällt dagegen bei höheren

Eine flexible Anpassung bedeutet eine besagtes Filter mit einbeziehende Korrektur der Gegenkopplungsschleife (Feedback), die den Verstärker kontrolliert. Genau das hat NAD in Zusammenarbeit mit den Spezialisten von Diodes Zeta Semiconductor getan – und neben „Direct Digital Feedback“ auch gleich „Power Drive“ mit in die Digitalwelt überführt. Üblicherweise werden bei der Gegenkopplung Ein- und Ausgangssignal miteinander verglichen, eine etwaige Differenz phasenverkehrt zur Auslöschung dieser Abweichung wieder dem Eingang zugeführt und so Verzerrungen kompensiert. Beim M2 hat man die gesamte Korrekturschleife digitalisiert, was dank 35 Bit interner Auflösung und Taktung mit 108 MHz weitaus schneller ist. Über die laufende Fehlerkompensation hinaus ist die Lautsprecherlast zudem zwischen zwei und > acht Ohm fünfstufig schaltbar (siehe Grafik). Und auch sonst weicht der Masters M2 deutlich vom Schema F des üblichen

NADs „Digitalo“ bietet Anschlüsse satt sowohl für digitale wie auch für analoge Signalquellen, sogar an den bewährten Partymodus, das zuschaltbare „Soft Clipping“, wurde gedacht

Class A/AB- oder gar D-Vollverstärkers ab. Das beginnt mit der Eingangsstufe, die a priori digital statt analog ist und PCM-Signale mit Samplingraten bis 192 Kilohertz „versteht“. Auch 24 Bit/96 kHz-HD-Tracks, etwa von Linn oder Naim Records, sind somit gängige „Nahrung“ für den NAD, der allerdings keine HDMI-Schnittstelle aufweist.

NAD MASTERS M2

um €6000 Maße: 44x15x48 cm (BxHxT), Garantie: 3 Jahre Vertrieb: Dynaudio, Tel.: 04108/4180-0 www.nad.de Innovativer Digitalverstärker auf sehr hohem Klang- und Leistungsniveau.

Am besten digital Der bestmögliche und favorisierte Weg ins Gerät hinein führt folgerichtig digital über die AES/EBU-, die Koaxial- oder die Toslink-Buchse, wobei dies auch exakt die klanglich vorzuziehende Reihenfolge widerspiegelt.

MESSERGEBNISSE *

Der direkte Weg Ohne weitere Umwege mündet die Eingangsstufe in den DSP-Teil, und von dort geht das digitale „Pulse-Code“ (PCM)-Signal, per Modulator umgesetzt auf die eigentlich analoge „PulsbreitenTechnologie“ (PWM), sogleich in die Class D-Endstufe, die locker über 300 Watt pro Kanal generiert. Um den M2 universell einsetzbar zu machen, spendierten ihm die Ingenieure aber selbstredend auch analoge Eingänge in symmetrischer und unsymmetrischer Form, wobei die Signale den Umweg über einen hochwertigen 24Bit/216-KilohertzA/D-Wandler nehmen. Dennoch spielt

Der saubere, fürs Foto schon von einigen Abschirmblechen befreite Innenaufbau des NAD zeigt die Schaltnetzteile, zudem die Endstufenkühlkörper und links, abgeschottet, die EingangsWandlersektion

der NAD „digital“ eine ganze Klasse besser als konventionell analog, wobei letztere Betriebsart immerhin, wenngleich knapp, das Niveau des Bruders M3 erreicht. In jeder Hinsicht audiophiler, offen, geschmeidig mit sattschwarzem Hintergrund, straffer Kontrolle, Kraft, Blick in eine andere Welt: Die potente Class D-Endstufe samt Kühlkörper mit sichtbaren Filterdrosseln

Dynamik und tollen Klangfarben agiert der M2 souverän und vermittelt richtig Spaß am Musikhören. Das gilt sowohl an einer Dynaudio Contour als auch an einer B&W 804 Diamond. Man hört gerade bei Live-Konzerten von Prince oder dynamischen Gewittern à la Safri Duo im Vergleich zur Konkurrenz, dass hier die obere Grenzfrequenz eine volle Oktave höher liegt. Der „schnelle“ NAD ist bislang mit das Beste, was Class D passieren konnte. Gratulation! Tom Frantzen

Dauerleistung an 8 | 4 Ohm Impulsleistung an 4 Ohm

313 | 336 Watt pro Kanal 432 Watt pro Kanal

Klirrfaktor bei 50 mW | 5 Watt | Pmax -1 dB 0,0027 | 0,0054 | 0,006 % Intermodulation bei 50 mW | 5 Watt | Pmax -1 dB 0,0073 | 0,023 | 7,2 % Rauschabstand CD bei 50 mW | 5 Watt 78 | 98 dB Kanaltrennung bei 10 kHz 84 dB Dämpfungsfaktor bei 4 Ohm 200 Obere Grenzfrequenz (-3 dB, 4 Ω) 95 kHz Anschlusswerte praxisgerecht Gleichlauffehler Lautstärkesteller bis -60 dB <0,1 dB Leistungsaufnahme Aus | Standby | Leerlauf 0 | <0,1 | 81 Watt LABOR-KOMMENTAR: Hohes und sehr stabiles Leistungsniveau. Sehr gute Rausch- und Verzerrungswerte, nur nahe der Aussteuerungsgrenze schnellen die Intermodulationsverzerrungen sehr stark nach oben. Die Übersteuerungsgrenze der Analogeingänge, mit 2V knapp, ist anpassbar. Enorme Stereo-Kanaltrennung, auffallend hohe GrenzNetzphase frequenz bei steiler Filterung am Testgerät (-41 dB bei 110 Kilohertz). AUSSTATTUNG

Reiner Hochpegelverstärker mit je einem analogen symmetrischen und unsymmetrischen Eingang, je zwei optischen/koaxialen Digitaleingängen, 1x AES/EBU, Prozessorschleife koaxial digital In/Out, Fernbedienung, Samplefrequenzen schaltbar.

KLANG-NIVEAU PREIS/LEISTUNG

91 %

EXZELLENT * Zusätzliche Messwerte und Diagramme für Abonnenten im STEREO-Club unter www. stereo.de


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Die NAD Masters Stereo-Komponenten. Erleben Sie Ihre Musik-Sammlung, Filme und Live-Konzerte vollkommen neu und genießen Sie edelste Audio- und Video-Modelle auf höchstem Niveau. Erleben Sie die NAD Masters Serie bei exklusiven Fachhändlern – weitere Informationen auf www.nad.de oder direkt bei: NAD c/o Dynaudio International GmbH, Ohepark 2, 21224 Rosengarten, Tel.: 04108 - 4180 - 0, Fax: 04108 - 4180 - 10, E-Mail: kontakt@nad.de

German Review of M2  

Great NAD Masters Series M2 Review ffor our friends in Germany