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der

heimatliche

blick

auf

die

branche

Digitale Nomaden Von Ossis und Wessis Die Buchstadt Leipzig In der Fremde Heimat finden Zukunftskompetenzen im digitalen Wandel

54 / Frühling 2021


Die nächste Ausgabe der Leipziger Lerche erscheint im Oktober 2021. Wer uns bis dahin zu sehr vermisst, findet regelmäßige Beiträge auf unserem Blog und die alten Ausgaben als E-Paper auf der Magazinplattform ISSUU.

www.leipzigerlerche.com


VORWORT

Editorial

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Leipziger Lerche Frühling 2021

Liebe Leser*innen, Wir leben in einer nahezu grenzenlosen Welt und haben die Chance, alle möglichen Orte zu bereisen und kennenzulernen. Nun leben wir aber schon seit einiger Zeit in einer merkwürdigen Realität und unsere Möglichkeiten sind eingeschränkt. Was machen denn nun die ganzen Weltenbummler und abenteuerlustigen Menschen? Das gleiche, wie alle anderen auch: Zuhause sitzen. Doch wie gut kennen wir unser Zuhause eigentlich? Wenn wir sowieso den ganzen Tag dort festhängen, können wir uns doch gleich mal intensiver damit beschäftigen, denn Heimat ist ein komplexer Begriff und hat viele unterschiedliche Gesichter. Doch gerade in diesen Zeiten stellt er für die Menschen einen sichereren Hafen dar - einen Ort, an den man sich zurückziehen kann. In dieser Ausgabe widmen wir uns der Frage, was es mit der Heimat auf sich hat. Angefangen bei den Leipziger Stimmen, die uns erzählt haben, was Heimat für sie bedeutet, über einem geschichtlichen Exkurs über Leipzig als Bücherstadt, bis hin zu einer Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Ost- und Westdeutschland. Neben spannenden Buchrezensionen gibt es auch ein kleines Extra in dieser Ausgabe: Das Rezept für die berühmte Leipziger Lerche, der wir unseren Namen verdanken! Apropos Dank: Wir bedanken uns recht herzlich bei Paul Schmidt für das Coverfoto, sowie bei Tram Ahn Nguyen, die auch diese Ausgabe mit einer wunderschönen Illustration ausgestattet hat. Außerdem möchten wir uns bei Herrn Troks bedanken, der uns tüchtig unter die Arme gegriffen hat, sowie unseren Anzeigenkunden und allen, die ermöglicht haben, dass ihr diese Ausgabe in den Händen halten dürft. Auch unseren Interviewpartner*innen und der Papierfabrik Schleipen, die uns seit langer Zeit das Leben mit einer Papierspende erleichtern, danken wir aus vollem Herzen. Nun aber viel Spaß beim Lesen! Eure Leipziger Lerchen


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Inhalt

INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL .......................................................

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.....................................................

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REZEPT

LEIPZIGER STIMMEN

.............................................

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BUCHMARKTFORSCHUNG GASTLAND AUF DER LEIPZIGER BUCHMESSE ............................

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BRANCHE

FLUCHT INS EXIL .... ........................................... DIE BUCHSTADT LEIPZIG ........................................... DIE VERLAGSLANDSCHAFT IN LEIPZIG ................................ ZUKUNFTSKOMPETENZEN IM DIGITALEN WANDEL..... ....................

10 11 12 14

SPEZIAL ILLUSTRATION..................................................... HEIMAT - TRENDTEHEMA DER POLIZIK................................. IN DER FREMDE HEIMAT FINDEN...................................... DIE KUNST DES REDENS - MUNDART .................................. STATTREISEN...................................................... HEIMATGESCHICHTE TRIFFT GEGENWART................................ DIGITALE NOMADEN ................................................ VON OSSIS UND WESSIS ............................................

16 17 18 20 21 22 23 24

LOKALES WAS MACHT EIGENTLICH...? ........................................ 26 BUCHEMPFEHLUNGEN ZUHAUSE.......................................................... TAKE ME TO THE LAKES ............................................ DAS KIND IN DIR MUSS HEIMAT FINDEN............................... 52 KLEINE UND GROSSE ESKAPADEN IN UND UM HALLE UND LEIPZIG.......

28 28 29 29

HTWK - NEWS & IMPRESSUM ......................................... 30 OPEN CALL ....................................................... 31

Besucht uns auf unserem Blog leipzigerlerche.com! Jeden Donnerstag erscheinen hier Blogeinträge zu spannenden Themen rund ums Buch, lustige Anekdoten und Artikel zu aktuellen Trends.

Leipziger Lerche 54 | Frühling 2021


LEIPZIGER LERCHE

2) Für die Füllung Marzipan grob raspeln. Die weiche Butter mit dem Handrührgerät 2 Minuten schaumig schlagen. Mehl, Stärke, 1 Eigelb, Marzipan und Bittermandelaroma zugeben und 2 Minuten unterrühren. Eiweiß steif schlagen und unterheben.

©pexels

Zubereitung Für die Zubereitung benötigt ihr außerdem runde Ausstecher und 12 Muffinförmchen. 1) Für den Teig die Butter in der Mikrowelle erhitzen. Mehl, Zucker, Ei, Butter, Weinbrand und 1 Prise Salz in eine große Schüssel geben und zu einem glatten Teig verkneten. Teig zu einer kleinen Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten kaltstellen.

3) Backofen auf 180 Grad vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche 3 mm dick ausrollen und 12 Kreise ausstechen. Die Förmchen einfetten und mit den Teigkreisen auslegen. In die Mitte jeweils einen halben Teelöffel Kirschkonfitüre geben. Mit der Füllung aus Schritt 2 auffüllen. Aus den Teigresten ca. 24 Streifen schneiden und über jede Form ein Kreuz legen. Das restliche Eigelb verquirlen und die Lerchen damit bestreichen. 30 Minuten bei 180 Grad backen. 4) Für die Glasur die Aprikosenkonfitüre mit 2 EL Wasser bei mittlerer Hitze aufkochen, dabei umrühren. Durch ein Sieb streichen. Die Lerchen aus dem Ofen nehmen und kurz abkühlen. Zeit: 1 Stunde 30 Minuten

REZEPT open call 5 5

Zutaten Teig: 125 g Butter 250 g Mehl 1 Ei 70 g Zucker 1 TL Weinbrand Salz Füllung: 200 g Marzipan- rohmasse 125 g weiche Butter 75 g Mehl 1 EL Speisestär- ke 2 Eigelb 3 Tropfen Bitterman delaroma 4 Eiweiß 6 TL Kirschkon- fitüre 100 G Aprikosen konfiüre

bramann_Lerche 54_2021_Bramann_HKS 61 12.01.21 18:56 Seite 1

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66 leipziger Leipziger stimmen Stimmen

TABU INTERVIEWREIHE

Was bedeutet Heimat für dich?

Elisabeth (22) - Studierende Lehramt an Förderschulen Den Begriff Heimat verbinde ich aus irgendeinem Grund mit Nationalsozialismus. Für mein „Heimatland“ einstehen, dafür kämpfen und Vaterlandsliebe – all das klingt für mich totalitär und sorgt für einen bitteren Beigeschmack. Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, für die die Auseinandersetzung mit dem Thema eine ganz andere Bedeutung hat als für mich. Menschen, die nicht in Deutschland geboren wurden, wird oft das Gefühl gegeben, kein richtiger Teil des Landes, hier nicht willkommen und nicht akzeptiert zu sein. Das beginnt schon bei der Bürokratie. Deshalb denke ich, ist es ein großes Privileg nicht gezwungen zu sein, darüber nachzudenken, wo die eigene Heimat ist oder sein könnte. Für mich war schon immer meine Geburtsstadt meine Heimat. Hier spielt sich mein komplettes Leben ab: Familie, Kindheit, Schule, Uni. Ich werde zukünftig hier arbeiten und möchte den Rest meines Lebens hier verbringen. Ich habe alles da und musste noch nie woanders hin. © privat

Marianne Eppelt (37) - freie Lektorin bei Worte & Strategie Mit „Heimat“ assoziiere ich Biedermeier und dumpfen Kitsch. „Nachhause“ oder „daheim“ sind dagegen ganz konkrete Orte: meine Wohnung, mein Bett, meine Bücher, mein Schreibtisch oder unser Elternhaus, in dem meine Eltern noch wohnen. Mir ist der Begriff zu überfrachtet mit Ideologien und Geschichte. Wie ein vollgestopftes Lagerhaus, es riecht muffig und irgendwo tropft‘s. Jeder kann sich dort herausnehmen, was er*sie gerade möchte. Entsprechend bleibt unklar, was der Begriff bezeichnet. Einen Ort? Ein Gefühl? Ein Beziehungsgeflecht? Ein bestimmtes Set an Verhaltensweisen? So lässt sich sehr gut Streit anfangen, aber sehr schlecht etwas Konkretes sagen. Insofern bedeutet „Heimat“ für mich erst einmal Arbeit. Die Arbeit herauszufinden, was man eigentlich meint. © Marianne Eppelt

Dr. Anselm Hartinger - Historiker & Musikwissenschaftler, Direktor des SGM Leipzig Heimat ist, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit an meiner Kinderstube vorbeiradele und in der Rosentalgasse den kleinen Laden vermisse, wo es die leckere Brause gab. Heimat ist, wo ich die Abkürzungen kenne, und die Gartenkneipe mit dem verblasssten Gelb an der Fassade. Heimat ist, wenn ich immer weiß, wo es die besten Lerchen gibt. Heimat ist, wo der Zug in den Kopfbahnhof einfährt. Und der Schnee von gestern nie ganz schmilzt. Heimat ist, wo mir die Treppenhäuser etwas sagen, die Zahlschalter und die verschlossenen Türen. Heimat ist, wo ich immer einen Koffer und ein Stück Stuckdecke behalte. Heimat ist, wo ich die Menschen und ihren Zungenschlag verstehe. Auch die aus dem Dreißigjährigen Krieg. Heimat ist, wo ich mit Bach im Ohr Fußball gespielt habe, auf einer Wiese, die mich noch immer lockt. Heimat ist, wo es mir nie egal sein kann, was daraus wird. Heimat ist, womit ich aus Liebe doppelt kritisch bin, und worauf ich dann stolz sein kann, wenn wir es gemeinsam verbessern. Heimat ist, wo ich Ausstellungen mache, die auch von mir handeln. Heimat ist, wo meine Eltern liegen und ich alt werden möchte. Aber noch nicht jetzt. ©Dr. Anselm Hartinger

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Leipziger Stimmen

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Moha (29) - Studierender Zahnmedizin undErnährungswissenschaften Heimat bezieht sich für mich nicht auf einen bestimmten Ort, Heimat ist ein Gefühl der Zugehörigkeit und Geborgenheit. Ich fühle mich in Deutschland zuhause, genauso wie ich mich in meinem Geburtsland dem Jemen zuhause fühle. Und auch, wenn ich meine Familie im Jemen sehr vermisse, habe ich ebenfalls hier eine Familie. Hier gibt es Menschen, die mir sehr wichtig sind und mir das Gefühl geben in Deutschland angekommen zu sein – meine Frau, meine Freunde, die Leute aus der Uni, von der Arbeit oder dem Sport. Ich bin dankbar, dass ich im Jemen viel gelernt habe und nun die Chance habe, hier noch mehr zu lernen und meine Träume zu verwirklichen. Wo man aber nimmt, sollte man auch immer bereit sein zu geben – das dürfen wir niemals vergessen.

© privat

Robin Lewwe (31) - stellvertretender KiTa-Leiter Heimat ist nicht zwangsläufig mein Zuhause. Heimat ist der Ort, an dem ich groß geworden bin. Sie ist verknüpft mit Erinnerungen aus der Vergangenheit und Erlebnissen aus der Gegenwart. Der Kiefernwald ruft Assoziationen von Heimat hervor. Alleine schon der Geruch der Kiefern lässt Vergangenes aufleben. Es fühlt sich dort heimelig an. Ähnlich die Sonntage in der Provinz, wo es im ganzen Ort nach Sonntagsessen roch. Sonntag ist Suppentag. Suppentage sind ein Stückchen Heimat. Aber Heimat sind für mich auch zwei Türme, zwei recht einfache Kirchentürme. Der eine steht in meinem Heimatort, der andere blickt mir entgegen, wenn ich Zuhause bin. Heimat ist für mich ein Ort, an dem ich gerne zurückkehre. © Nikola Kraa

Pater Martin Rosner (54) - Studentenpfarrer Seit Oktober 2019 arbeite ich als Seelsorger in der katholischen Studentengemeinde. Ich bin Dominikaner und Priester und schon oftmals umgezogen. Ich fühle mich an vielen Orten „zuhause“, was mit „Heimat“ allerdings nicht verwechselt werden darf.Ursprünglich bin ich Franke und komme aus Nürnberg, lebte nach der Schule hauptsächlich in Norddeutschland und dem Rheinland, für einige Zeit auch in Südafrika und Ungarn. Franken, vor allem Nürnberg und seine Umgebung sind mir Heimat – das ist eine einfache und ehrliche Antwort auf die eingangs gestellte Frage. Die Beantwortung der Frage wird vielfältiger, wenn ich meinen Eintritt in den Dominikanerorden im Jahre1990 in den Blick nehme – denn dieser ist mir ebenfalls „Heimat“ geworden. Ich habe mir diese „Heimat“ damals gesucht, weil ich klösterlich leben und Priester werden wollte. Ich wollte einen freimachenden Glauben gemeinsam mit anderen Mitbrüdern verkünden. Dieses Thema beinhaltet dann, was mir wirklich „Heimat“ ist, der Glaube an einen Gott der mich sieht und der um mich weiß. Am besten in Worte gebracht zu Beginn des Psalm 139:„Herr, du hast mich erforscht und kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du kennst es. Du durchschaust meine Gedanken von fern. Ob ich gehe oder ruhe, du hast es gemessen. Du bist vertraut mit all meinen Wegen.“ © Pater Martin Rosner

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Buchmarktforschung

GASTLAND AUF DER LEIPZIGER BUCHMESSE Portugal

Im Jahr 2021 begrüßt die Leipziger Buchmesse Portugal als Gastland. Doch nicht nur das Land, sondern auch die portugiesische Literatur soll im Vordergrund stehen, da Portugiesisch von ca. 240 Millionen Menschen in Europa, Afrika und Lateinamerika gesprochen wird. Bis zur Buchmesse werden rund 50 Titel aus dem portugiesischen Sprachraum in deutscher Übersetzung erscheinen. Geschichte © Tanja Müller

Im 15. Jahrhundert wurde Portugal zu einer großen Seefahrernation. Die Portugiesen eroberten unter anderem Madeira, die Azoren und Mosambik. Auch in Brasilien gründete Portugal Kolonien. Doch im Laufe der Geschichte wurde Portugal selbst wiederholt besetzt. Wie beispielsweise von Napoleon 1807. Er eroberte die Hauptstadt Lissabon, sodass das portugiesische Königshaus seinen Regierungssitz in die brasilianische Kolonie verlegte. Anfang des 19. Jahrhunderts kehrte der Regierungssitz zurück nach Portugal. Nach mehreren turbulenten Jahren wurde die Monarchie 1910 gestürzt. In den darauffolgenden 16 Jahren gab es 45 Regierungen mit acht Präsidenten und 26 Putschversuchen. Seit 1974 konnte das Land in eine demokratische Richtung gelenkt werden. Auch seine Kolonien entließ Portugal zu der Zeit in die Unabhängigkeit. Vielfältige Literatur So vielfältig wie das Land ist auch seine Literatur. Vor allem die Lyrik und ihre Dichter hatten und haben in Portugal einen hohen Stellenwert. Einer der bekanntesten Dichter ist Luís Vaz de Camões (1524-1580). 1572 entstand sein Werk Die Lusiaden, welches sich um die Zeiten der Entdecker und Eroberer dreht. Am Cabo da Roca findet man eine Steintafel mit einem Zitat aus diesem Werk: „Aqui – onde a terra se acaba e o mar começa...“ - „... wo das Land endet und das Meer beginnt...“.

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Im Laufe der Jahre durchlief Portugal mehrere Staatsformen. Diese Zeiten verarbeiten beispielsweise Autoren wie Fernando Pessoa (1888-1935) oder José Saramago (1922–2010). Letzterer startete sein Berufsleben vorerst mit technischen Berufen wie Maschinenschlosser. Später begann Saramago in einem Verlag zu arbeiten und wurde anschließend Journalist. Er wurde vor allem durch seine Romane bekannt wie zum Beispiel Hoffnung im Alentejo (1980). Insgesamt schrieb Saramago 22 Romane und Novellen. Seine Werke lösten oft Kontroversen aus und wirkten experimentell, da er weniger Wert auf korrekte Zeichensetzung und Grammatik legte. Im Jahre 1998 erhielt der Autor den Nobelpreis für Literatur. Nicht ungeachtet sollten Autorinnen bleiben, die die portugiesische Literatur und Geschichte beeinflusst haben. Eine von ihnen ist Maria Isabel Barreno (1939-2016). Sie arbeitete bei verschiedenen Zeitungen u.a. als Chefredakteurin und veröffentlichte zahlreiche Romane. Einige davon erschienen in deutscher Übersetzung wie zum Beispiel: Der gestohlene Diamant oder Der Tugendkreis. Für ihr Werk Crónica do tempo (Chronik der Zeit) erhielt Barreno den Prémio Fernando Namora, einen bedeutenden portugiesischen Literaturpreis. Des Weiteren war sie Mitautorin der Neuen portugiesischen Briefe (Novas Cartas Portuguesas). Barreno verfasste diese zusammen mit Maria Teresa Horta und Maria Velho da Costa. Sie thematisierten die Unterdrückung von Frauen in Portugal und sprachen sowohl Erfahrungsbereiche wie Liebe, Sexualität, Schwangerschaft und Abtreibung als auch gesellschaftliche Machtverhältnisse an. Nach der Veröffentlichung 1972 wurde das Werk beschlagnahmt und die Autorinnen wegen „Verletzung des öffentlichen Anstands“ verklagt. Der Prozess rund um die Neuen portugiesischen Briefe erhielt weltweit große Aufmerksamkeit und wurde zu einem


Buchmarktforschung

wichtigen Werk für Feminist*innen.

Lissabon – Die beeindruckende Hauptstadt

Nun noch ein kleiner Blick in die Gegenwart: Auch in Portugal ist die Corona-Krise nicht ohne Spuren an der Branche vorbeigegangen. Der einheimische Buchmarkt verzeichnete 2020 ein Minus von 28,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Selbst nachdem der Lockdown wieder aufgehoben wurde, verbesserten die Zahlen sich nicht wesentlich.

Im Vergleich zu anderen europäischen Städten scheint Lissabon mit einer Einwohnerzahl von 545 000 eher klein. Doch egal, welche Internetseite man aufruft, alle sind sich einig: Lissabon ist eine der schönsten Städte in Europa.

Land und Leute Portugal beeindruckt mit seiner vielfältigen Landschaft. Das Land wird durch den Fluss Tejo zweigeteilt. Im Norden ist es bergig und grün. Dort findet man viele Gemüseplantagen und Weinanbaugebiete. Der Süden ist eher trocken und bietet viele Strände, die bei Tourist*innen sehr beliebt sind. Eine der bekanntesten Weinspezialitäten aus Portugal ist der Portwein. Ende des 17. Jahrhunderts gab es einen Engpass bei der Lieferung von französischem Wein nach Großbritannien, also griffen die Briten auf portugiesischen Wein zurück. Dieser verdarb jedoch auf der längeren Reise. So kam es dazu, dass der Wein mit hochprozentigem Weingeist angereichert wurde und Portwein entstand. Portugal hat zehn Millionen Einwohner. 65 Prozent davon leben in Städten, 10 Prozent machen allein die Städte Lissabon und Porto aus. In Portugal zieht es die meisten aus den ländlichen Gegenden und der Trend, in die Städte zu ziehen, hält an. Die Portugiesen werden als sehr aufgeschlossen und gastfreundlich beschrieben. Die Landessprache ist Portugiesisch, jedoch gibt es einen kleinen Ort im Nordosten an der Grenze zu Spanien: Miranda do Douro. Hier wird ein Dialekt namens Mirandes gesprochen. Dementsprechend sind die Ortsschilder zweisprachig.

Besucht man die Hauptstadt, sollte man sich auf keinen Fall das älteste Viertel entgehen lassen: Alfama. Einst war es das Zentrum der Stadt. Jedoch verlor es im Mittelalter seine Bedeutung und wurde zum Zuhause von armen Fischern und zum Rotlichtviertel. Heute ist nur noch wenig von dieser Vergangenheit zu sehen. In den 1970ern wurden viele Häuser saniert. Künstler und Gastronomen siedelten sich an. Die Bezeichnung Alfama bedeutet so viel wie „Bäder“ und geht zurück auf die zahlreichen thermischen Quellen im Viertel. Am besten zu erreichen ist Alfama mit der Straßenbahnlinie 28. Die nostalgische Bahn schmückt bis heute viele Postkarten und ist für viele Besucher*innen ein absolutes Highlight. Did you know? – Funfacts über Portugal

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© Tanja Müller

Hauptstadt: Lissabon Währung: Euro Sprachen: Portugiesisch Fläche: 92 090 km^2 Einwohner: 10,3 Millionen Nationalfeiertag: 10. Juni, Tag von Portugal

In Portugal ist der älteste Buchladen zu finden. Livraria Bertrand wurde 1732 eröffnet. Heute findet man Filialen in 52 Orten im ganzen Land. Portugal ist der größte Kork-Produzent der Welt. 50 Prozent des weltweiten Korks wird in dem Land produziert. Hier befindet sich außerdem der westlichste Punkt Europas: Cabo da Roca. Dieser befindet sich im Nationalpark Sintra-Cascais. Von den 140 m hohen Steilklippen aus haben Besucher*innen einen schönen Ausblick über das Meer. Die Universität Coimbra (portugiesisch: Universidade de Coimbra) ist eine der ältesten Universitäten in Europa. Sie wurde 1290 gegründet. Tanja Müller

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Branche

FLUCHT INS EXIL autor*innen fernab der heimat

„Als Exil bezeichnet man den langfristigen Aufenthalt außerhalb des Heimatlandes, das aufgrund von Verbannung, Ausbürgerung, Verfolgung durch den Staat oder unerträglichen politischen Verhältnissen verlassen wurde“, so steht es im Duden.

© pexels

Wenn wir heute über Exilliteratur sprechen, denken viele sicherlich an die Bilder des 10. Mai 1933, die auf dem Berliner Opernplatz entstanden sind. Student*innen, Professor*innen und Mitglieder der nationalsozialistischen Partei verbrennen Bücher von Autor*innen, die sich ihrer Ideologie nicht beugen wollen. Die verbrannten Werke waren zuvor auf der „Schwarzen Liste“ erfasst und aus Bibliotheken, Leihbüchereien und Buchhandlungen aussortiert worden. Karl Marx, Heinrich Mann, Erich Maria Remarque, Carl von Ossietzky, Sigmund Freud und Erich Kästner sind nur einige der Namen, die auf den Titelseiten der Bücher standen, die in dieser Nacht in Flammen aufgingen. Im Deutschunterricht lernen Schüler*innen, dass die Exilliteratur eine abgeschlossene Epoche darstellt, die sich vorrangig auf die Schriftsteller*innen bezieht, die während der Zeit des Nationalsozialismus Zuflucht in der Fremde suchten. Das Phänomen des „Exils“ geht jedoch viel weiter in der Geschichte zurück als wir vielleicht im ersten Moment denken – wie könnte es auch anders sein? Bereits in der Antike suchten Exilliteraten wie Hipponax oder Ovid Zuflucht im Exil aufgrund von Zensur oder gar Verbannung. Auch der italienische Dichter und Philosoph Dante Alighieri verließ im Mittelalter seine Heimat nachdem er als Staatsfeind aus Florenz verbannt und schließlich zum Tode verurteilt wurde. Deutsche Exilliteratur während des Nationalsozialismus Ca. 1 500 Autor*innen verließen Deutschland

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nach der Bücherverbrennung im Jahr 1933. Schon vor der „Machtübernahme“ durch Hitler kursierten Verbotslisten mit „anti-deutscher“ oder „nicht-arischer“ Literatur, auch Kunst und Film standen nun fortan unter strenger Zensur. Die meisten Schriftsteller*innen flüchteten zunächst ins europäische Ausland; etwa nach Österreich, Frankreich oder in die Niederlande. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs reichte das europäische Exil jedoch nicht mehr aus, man ging nach New York, Moskau oder Mexiko, wo nicht selten Verlage gegründet wurden, um deutschsprachige Exilliteratur zu publizieren. Nur eine kleine Gruppe von Autor*innen ging in die innere Emigration. Sie blieben in ihrer Heimat, bewahrten eine oppositionelle Haltung und schrieben vorrangig nicht über Politik. Ein Phänomen der Vergangenheit? Im Exil thematisierten Schriftsteller*innen vor allem die Sehnsucht nach ihrer Heimat. Da meist keine Möglichkeit bestand, ihre Werke in deutscher Sprache zu veröffentlichen, mussten zahlreiche Autor*innen um ihre Existenz bangen. Hinzu kamen bürokratische Probleme und die ständige Angst vor Abschiebung. Diese Schicksale erscheinen so fern der eigenen Realität, ist es doch ein beängstigendes Unterfangen, sein zu Hause aufzugeben und in der Fremde ein neues Leben anzufangen. Doch wer heute glaubt, die Exilliteratur würde sich auf die Spanne einer Epoche beschränken, der irrt. Flüchtende Schriftsteller*innen suchen tagtäglich Zuflucht fernab der Heimat und verfallen dort wortwörtlich der Sprachlosigkeit, weil ihnen Kultur und Sprache fremd sind. Nikola Kraa


Branche 11 11 Branche

DIE BUCHSTADT LEIPZIG

Ein kleiner historischer Überblick

Leipzig und Bücher – das gehört seit Jahrhunderten zusammen. Die ersten Bücher werden hier bereits im 15. Jahrhundert gedruckt. Leipzig bildet das Zentrum des Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert. Zahlreiche Verlage und Buchhandlungen werden gegründet und verhelfen der Buchstadt zu ihrem Namen. Das goldene Zeitalter 1825 unterschreiben 101 Buchhändler*innen und Verleger*innen ihre Börsenordnung und gründen damit offiziell den Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig. Sie legen damit einen Grundstein für die Entwicklung zur Metropole des Buchhandels. Der Börsenverein führt in den folgenden Jahrzehnten den festen Ladenpreis ein. Auch die Deutsche Buchhändlerbörse wird 1836 in Leipzig gegründet. Immer mehr Unternehmen der Buchbranche sehen das Leipziger Potenzial und siedeln sich bevorzugt in der Ostvorstadt, dem Graphischen Viertel, an. Leipzig wird zur aufstrebenden Handelsstadt. Große Verlage, wie Reclam und Brockhaus, Buchhandlungen und Druckereien sind in Leipzig beheimatet. Anfang des 20. Jahrhunderts verdienen rund 60 000 der 500 000 Einwohner*innen ihren Lebensunterhalt mit der Produktion oder dem Handel von Büchern. 1912 wird die Deutsche Bücherei, heute bekannt als Deutsche Nationalbibliothek, in Leipzig gegründet. Es ist ein goldenes Zeitalter für die Stadt. Ein Zentrum der Vielfalt und Kreativität entsteht. Die Buchstadt zwischen 1933 und 1990 Mit dem Einzug des Nationalsozialismus kommt der schlagartige Wandel. Unmittelbar nach ihrer „Machtübernahme“ beginnen die Nationalsozialisten mit der Gleichschaltung aller medialen Institutionen. Auch Leipzig ist betroffen. Im Graphischen Viertel druckt man nun faschis-

tische Schriften. 1933 werden in Leipzig viele geächtete Bücher verbrannt. Aus dem geistigen Zentrum der Weimarer Republik wird ein Zentrum nationalsozialistischer Propaganda. Der Zweite Weltkrieg trifft Leipzig schwer. Im Dezember 1943 wird das Graphische Viertel zu 80 Prozent von britischen Bomben zerstört. Der Stolz der Buchstadt liegt in Schutt und Asche. Der Krieg hinterlässt Trümmer und das Gefühl der Aussichtslosigkeit. Arbeitsplätze und Materialien gibt es nicht mehr. Wie geht es jetzt weiter? Wird es sich lohnen, den Firmensitz wiederaufzubauen? Im April 1945 treffen sich Leipziger Verleger*innen mit amerikanischen Kulturoffizieren. Mehrere Verleger*innen, darunter Hans Brockhaus, sollen in Wiesbaden neue Verlagsniederlassungen gründen. In Leipzig verbleibende Unternehmen der Buchbranche werden im Zuge des sozialistischen Einflusses enteignet. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte schrumpft die Zahl der Leipziger Buchunternehmen auf knapp 40, alle staatsoder parteieigen. Nach der Bombenzerstörung die zweite Katastrophe für die alte Buchstadt. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands strömt ein umfangreiches West-Sortiment in die Leipziger Buchhandlungen. Bücher aus dem Osten verlieren an Bedeutung. Das ruiniert in erster Linie die noch bestehenden Leipziger Verlage. Viele gehen in die Insolvenz oder schließen ihre Niederlassungen in Leipzig.

© pixabay

„Was Rom für die katholische Kirche war, war Leipzig im Buchhandel.“ Prof.Dr.Siegfried Lokatis

Und heute? Trotz zahlreicher Schicksalsschläge ist und bleibt Leipzig die Buchstadt in Deutschland. Im Vergleich zu früher eher kleinteilig, aber dennoch lebendig und kreativ mit einigen noch heute ansässigen Urfirmen. Die Leipziger Buchmesse erreicht Besucherrekorde und beherbergt das größte Lese-Fest Europas. Lisa Hauschild

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Branche

DIE VERLAGSLANDSCHAFT IN LEIPZIG.. Wie sieht sie heute aus?

Neben den hier genannten gibt es noch viele weitere Verlage in Leipzig. Die traditionelle Buchstadt ist heute noch kreativ und lebendig.

Lehmstedt

©pixabay

Programmschwerpunkt: Kulturgeschichte Mittedeutschlands, Fotografie, Reiseführer Bestseller: „Zwischen Schein und Sein – Ostdeutsche Modegrafik 1960-1990“ Auszeichnung: Führender Reisebuchverlag Ostdeutschlands Gründungsjahr: 2003 Verlagssitz: Barthels Hof, Leipziger Zentrum Verleger: Dr. Mark Lehmstedt

Sax-Verlag Programmschwerpunkt: Sachbuch (insbesondere mitteldeutsche Landesge schichte), Geschichte, Reise- führer Verlagskonzept: Schaffen eines geschichtswis- senschaftlichen Konzepts für den mitteldeutschen Raum Gründungsjahr: 1992 Verlagssitz: Markleeberg Verlegerin: Birgit Röhling

Liesmich Verlag Programmschwerpunkt: Belletristik Bestseller: „Pedalpilot Doppel-Zwo“ Verlagskonzept: Unkonventionelle Ideen fördern; Geschichten veröffentlichen, die aus der Reihe tanzen Gründungsjahr: 2013 Verlagssitz: Leipzig Knauthain Verleger: Karsten Möckel

Passage Verlag Programmschwerpunkt: Kunst, Architektur, Kultur- & Geisteswissenschaften, Regio- nales Gründungsjahr: 1990 Verleger: Thomas Liebscher

BuchVerlag für die Frau Programmschwerpunkt: Koch- und Backbuch, regionale Küche, Ratgeber Longseller: „Wir kochen gut“, „Das Backbuch“ Gründungsjahr: 1996 (aus dem 1946 gegründetem Verlag für die Frau hervorgegangen) Verlagssitz: Haus des Buches, Leipzig Zentrum-Südost Verleger: Dr. Lutz Gebhardt, Christoph Hoffmann

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Endlich: der neue Roman von

Benedict Wells

Programmschwerpunkt: Kinderbuch Longseller: „Der Zauberer der Smaragdenstadt“, „Die Ge schichten vom kleinen Maulwurf“ Verlagskonzept: Werke veröffentlichen, die „Langzeitwirkung“ ausstrahlen (insbesondere Kinderbuchklassi- ker Osteuropas) Gründungsjahr: 1991 Verlagssitz: Leipzig Schönefeld Verleger: Steffen Lehmann

Foto: © Roger Eberhard

leiv Leipziger Kinderbuchverlag

Lychatz Verlag Programmschwerpunkt: Kinder- und Jugendbuch, Lyrik, Krimi, Sachbuch Gründungsjahr: 2009

Leipziger Literaturverlag Programmschwerpunkt: Fremdsprachige Literatur aus Europa, Amerika und Asien Longseller: „Studien zu Laozi“ Verlagskonzept: Einen Ort für Begegnungen und Grenzüberschrei- tungen schaffen Gründungsjahr: 1998 Verlagssitz: Leipzig Schleußig

Connewitzer Verlagsbuchhandlung Programmschwerpunkt: Belletristik, Kunst, Lyrik, Regionales Gründungsjahr: 1990 Lisa Hauschild

Benedict Wells Hard Land

Roman · Diogenes

Auch als Hörbuch

Über ein Lebensgefühl, das man nur einmal erlebt. Missouri, 1985. Der Sommer, in dem du erwachsen wurdest und den du nie mehr vergisst. Mehr unter: www.hard-land.de

Diogenes

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ZUKUNFTSKOMPETENZEN IM DIGITALEN WANDEL

Ein Interview mit Herr Professor Figge und Frau Tischer aus dem Lehrgebiet Electronic Publishing und Multimedia

Die Zahlen sinken stetig, dennoch sind sich viele Kleinverlage sicher auch in Zukunft relevante Wettbewerber der deutschen Verlagslandschaft zu sein. Aber wie stehen ihre Chancen in Zeiten des umfassenden digitalen Wandels wirklich? Damit befasst sich die im Oktober 2020 veröffentliche Forschungsarbeit von Herrn Professor Figge und Laura Tischer aus dem Lehrgebiet Electronic Publishing und Multimedia. Wie sie ihre Forschung durchgeführt haben und zu welchen interessanten Ergebnissen sie gekommen sind, erzählen uns die beiden in einem Interview: ©privat

Prof. Figge übernahm 2004 das Lehrgebiet Electronic Publishing und Multimedia an der htwk Leipzig. Vorher war er Verlagsleiter nach Stationen als Leiter Neue Medien, OnlineManager, Projektleiter für Geschäftsfeldentwicklung und Business Analyst u. a. bei Bertelsmann und Reed Elsevier. Er hat Wirtschaftswissenschaften und Kunstgeschichte in Berlin, München und Madrid studiert.

Wen haben Sie erforscht und wie sind Sie dabei vorgegangen?

Hinblick auf die Marktveränderungen ist. Dabei hat uns besonders überrascht, dass eine Mehrheit der Verlage die dramatische Entwicklung aufgrund der Digitalisierung nicht einmal wahrnimmt. Dies, obwohl die Anzahl der Verlage seit Jahren sinkt und Studien das sich ändernde Mediennutzungsverhalten oder die sinkenden Leserund Kundenzahlen im Buchmarkt, wie bspw. 2018 in der Quo Vadis Studie von Börsenverein und GfK (Growth from Knowledge) beschrieben, hervorheben. Da sie sich nicht gefährdet fühlen, reagieren diese Verlagscluster verständlicherweise auch kaum auf Markentwicklungen.

Unsere Forschung basiert auf einer Befragung, welche auf der Grundlage von Expertengesprächen entwickelt wurde. Mit Hilfe der IG Kleinverlage des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels haben wir einen detaillierten Online-Fragebogen zu „Zukunftskompetenzen von kleinen und mittelgroßen Verlagen im Digitalen Wandel“ versandt.

Wir hatten erwartet und gehofft, dass die Bedeutung der Digitalisierung längst von der Mehrheit der Kleinverlage wahrgenommen wird. In den meisten Fällen verfügen diese Verlage über keine systematische Marktforschung innerhalb und außerhalb der Branche und auch über keine konsequente Digitalisierungsstrategie. Dies betrifft u. a. die IT-Sicherheit, die medienneutrale Datenhaltung oder das Social Media Marketing.

Entlang einer Wertschöpfungskette wurde untersucht, welche Faktoren aufgrund der Digitalisierung auf die Verlage einwirken. Hierbei wurde zwischen Kleinstverlagen bis 100 000 € Jahresumsatz, kleinen Verlagen bis 1 Mio. € Umsatz und mittleren Verlagen bis 10 Mio. € Umsatz unterschieden. Mit Hilfe einer Clusteranalyse konnten wir fünf Verlagscluster unterscheiden. Diese haben wir beschrieben und Empfehlungen für sie und andere Stakeholder ausgesprochen.

Anhand der o. g. Clusteranalyse haben wir die befragten Verlage in Strategietypen eingeteilt. Dabei konnten wir fünf Cluster mit unterschiedlichen Strategien identifizieren: Traditionelle, Einsteiger, Digitale, Dienstleister und Avantgarde. Demnach haben wir Traditionelle, die primär auf das gedruckte Buch, traditionelle Produktionsmethoden und Vertriebswege setzen sowie die digitalen Einsteiger, die im Unterschied zu den Traditionellen bereits in digitale Vertriebswege investieren.

Was war in Ihren Augen besonders auffällig während der Durchführung? Wie können wir uns die aktuelle Situation in den Verlagen vorstellen?

Diese beiden Cluster machen ca. 80 Prozent der befragten Verlage aus. Neben diesen zwei Clustern ergaben sich drei kleinere Cluster, die sich auf unterschiedliche Strategien ausgerichtet haben, wie die konsequente Digitalisierung von Produktion, Marketing und Vertrieb oder die Ausrichtung auf bestimmte Nischen wie Selfpu-

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich, dass die Mehrheit der Verlage unvorbereitet in

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blishing mit spezifischen Dienstleistungen.

zu.

Was sollten Verlage dringend an ihrer Arbeit ändern, um weiterhin mithalten zu können?

Der Verlagsmarkt der Zukunft dürfte daher sowohl aus mehr durchdigitalisierten und klar positionierten Verlagen, als auch aus neuen Anbietern mit Produkten wie der Tonie-Box, Apps zur Unterhaltung oder zum Lernen bestehen.

Es ist wichtig, zuerst ein Bewusstsein für die Digitalisierung zu entwickeln. Die Verlage sollten ihren Markt, auch in Hinblick auf neue Wettbewerber um Zeit und Budget ihrer Kunden, analysieren und eine eigene digitale Strategie erarbeiten. Anhand der fünf Cluster kann ein Verlag herausfinden, zu welchem Strategiecluster er gehört und Empfehlungen in der Studie finden. Während unseres Vortrages und Workshops, auf dem future!publish- Kongress am 14.01.2020, konnten sich sowohl eine Reihe von Verlagen spontan in die Cluster einordnen als auch Empfehlungen bestätigen oder neue praktische Hinweise aufgrund der eigenen Erfahrung nennen. Haben Sie konkrete Handlungsempfehlungen, die Verlage in Zukunft umsetzen könnten? In unserer Studie zeigen wir mehrere Strategien auf, passend zu dem jeweiligen Cluster. Optimal wäre natürlich eine effektive und durchgängige Digitalisierung aller Wertschöpfungsstufen mit klarer Wettbewerbspositionierung. Als einen besonders wichtigen Schritt empfinden wir Investitionen in die Marktforschung und in das digitale Marketing. Wie könnte die Verlags- und Buchbranche der Zukunft aussehen? Wünschenswert wäre es, wenn die Verlage sich am Cluster „Avantgarde“ ausrichten und versuchen würden, diesen Digitalisierungsgrad zu erreichen. Dies könnte vielen, aber dürfte nicht allen Verlagen gelingen. Schon jetzt sinkt einerseits die Verlagszahl aufgrund von Aufkäufen, Geschäftsaufgaben, Insolvenzen oder Fusionen, und andererseits nimmt die Zahl der Startups

Das Interview führte Sarina Libramm

Hier findet man die Forschungsergebnisse Leseprobe unter: http://www.verlagederzukunft.de/forschung/ Verlag: Akademische Verlagsgemeinschaft München (AVM), ISBN: 978-3-95477-119-6 Friedrich Figge et. al.: Zukunftskompetenzen von kleinen und mittelgroßen Verlagen (KMV) im digitalen Wandel. Akademische Verlagsgemeinschaft München (AVM) 2020, 74 Seiten, 21,99 Euro als E-Book oder 28,00 € für die Print Version Die Autorenvergütung soll der Forschung und Lehre zugutekommen.

©Andreas Schumacher

Laura Tischer ist Studentin im Studiengang Buch- und Medienwirtschaft an der HTWK Leipzig und dauerhafte Studentische Hilfskraft bei Prof. Figge. Sie hat von Anfang an in diesem Forschungsprojekt bis hin zu einem Vortrag und Workshop auf der future!publish am 14. Januar 2021 mitgearbeitet. Ansprechpartnerin Rezensionsexemplare für Pressezwecke: Laura Tischer Tel.: 0152 – 07 25 0183 laura_sophie.tischer@htwk-leipzig.de

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Heimat Trendthema der Politik

Als wir begannen Artikelthemen für diese Ausgabe der Lerche zu sammeln, kamen uns zunächst die typischen Dinge in den Sinn: Freunde, Familie, Mamas Essen und das Gefühl von Geborgenheit und Angekommensein. Wir fühlen uns dort heimisch, wo wir uns verstanden fühlen. Das bezieht sich nicht nur auf die Sprache, sondern auch auf vertraute Gebräuche und Traditionen. Das Wort Heimat müsste eigentlich durchweg positiv besetzt sein. Die Schlüsselworte hierbei „müsste eigentlich“. Heimat im politischen Spektrum Das Wort Heimat ist im politischen Zusammenhang häufig verbunden mit Konservativen und Rechtspopulist*innen und der Abgrenzung des eigenen Landes und seiner Identität von anderen. Das linke Spektrum hingegen tut sich schwer mit dem Begriff und versucht sich zumeist – auch aufgrund der Konnotation mit der NS-Vergangenheit und dem ausgrenzenden Potential – von dem Wort abzugrenzen. Doch in den letzten Jahren versuchen auch sie das Wort Heimat zu besetzen. Allerdings geht es ihnen eher darum, das gesellschaftliche Zusammenleben so zu gestalten, dass sich Menschen, die nicht zur Mehrheitsgesellschaft zählen, heimisch in Deutschland fühlen. Bei den Grünen kommt noch der Aspekt des Heimatschutzes in Form von Umwelt- und Naturschutz hinzu. Bei der letzten Bundestagswahl und bei den letzten Wahlen zum Europaparlament und den Landtagen war Heimat immer ein wichtiges Schlagwort. Auch im diesjährigen Wahlkampf werden wir wahrscheinlich wieder Plakate mit Slogans sehen, die die Heimatvorstellungen der einzelnen Parteien in den Vordergrund stellen.

Migration. Erst wenn wir uns von unserem Herkunftsort wegbewegen oder uns mit Menschen auseinandersetzen müssen, die eine andere Herkunft haben, gewinnt die Heimat als Identifikationspunkt und Sehnsuchtsort an Bedeutung. Seit der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 fühlen sich viele Menschen durch die Erfahrung erhöhter Einwanderung bedroht. Dies spiegelt sich auch in den Debatten des Bundestags wider, wo das Wort Heimat in diesem Jahr einen kleinen Höhepunkt hatte. Seit dem Einzug der AfD ins Parlament 2017 und der Einrichtung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat ist die Verwendung des Wortes nochmal angestiegen, wie aus einer Datenanalyse der Sitzungsprotokolle des Bundestages von Zeit Online hervorgeht. Für die aktuelle Situation gibt es noch keine Daten, aber im vergangenen Jahr haben wir uns alle hauptsächlich an unserem Wohnort aufgehalten und im Urlaub ebenfalls kaum außerhalb der deutschen Grenzen bewegt. Die Heimat und das Sich-Geborgen-Fühlen haben mit Sicherheit an Wichtigkeit gewonnen. Es bleibt die Frage: Wie wird sich unser Heimatverständnis in Zukunft entwickeln und wie wird die Politik das nutzen? Hedwig Walter

Heimat, die – Substantiv, feminin a) Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend) b) Ursprungs-, Herkunftsland eines Tiers, einer Pflanze, eines Erzeugnisses, einer Technik o. Ä. s.Duden.de Stichwort Heimat

Warum ist Heimat in den letzten Jahren so wichtig? Das Konzept von Heimat ist eine mögliche Antwort auf die Probleme, die sich uns in einer globalisierten Welt stellen. Hier treffen das Bedürfnis nach Vertrautheit und Stabilität auf die erhöhte Mobilität der Menschen, sowohl in der selbstgewählten als auch der erzwungenen

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Spezial

IN DER FREMDE HEIMAT FINDEN Die Geschichte eines ehemaligen Vertragsarbeiters

Vor 40 Jahren, am 11. April 1980, schloss die ehemalige SED-Regierung mit der Sozialistischen Republik Vietnam ein bilaterales Abkommen über die Eingliederung vietnamesischer Gastarbeiter. Im Rahmen dieses Programms kam Van-Long Nguyen 1988 in die DDR und arbeitete von dort an für den VEB (Volkseigener Betrieb) in der Braunkohleförderung in Cottbus.

©privat

Van-Long Nguyen in seinem Wohnzimmer in Leipzig Über Vertragsarbeiter* Innen In Der DDR 1989 wurde die Gesamtzahl ausländischer Vertragsarbeiter* innen auf 91 000 – 94 000 geschätzt, davon 55 000 Vietnamese* innen. Rund 8000 Kombinate und VEB wurden nach der deutschen Wiedervereinigung ab 1990 durch die Treuhandanstalt privatisiert. Zu diesem Zeitpunkt waren in annähernd 1000 volkseigenen Betrieben ausländische Vertragsarbeiter* innen angestellt.

Van-Long Nguyen wurde 1950 in Hanoi geboren. Während der letzten Phase des Vietnamkriegs trat er der Vietnamesischen Volksarmee bei und diente dort nach dem Krieg weiter. Als der Staat im Jahr 1988 eine StellenabbauPolitik im Militär durchführte, verlor der damalige Leutnant seine Position. Die Möglichkeit, in der DDR zu arbeiten, war für ihn zu diesem Zeitpunkt sehr verlockend, da er dadurch seine Familie finanziell unterstützen könne. „Das vietnamesische Volk in der Nachkriegszeit war sehr arm und elend. Viele litten unter Hungersnot.“, spricht der heute 70-Jährige bedachtsam durch das Telefon, „Jeder, der diese Gelegenheit von der Regierung bekam, freute sich am Anfang wirklich darauf und kam nach Deutschland ohne Zögern. Ich auch.“

In der DDR hingegen herrschte Ende der 1970er-Jahre Arbeitskräftemangel. Um dieser Lage entgegenzuwirken, setzte die Regierung auf ein Modell, welches bereits seit Mitte der 1960er-Jahre erfolgreich mit Ungarn und Polen durchgeführt wurde: Der Austausch von Arbeitskräften und Fachwissen zwischen anderen sozialistischen Ländern. Dieser jedoch, war in der DDR nur als zeitlich befristet angesehen und nach der Rückkehr in ihr Heimatland, sollten sie mit den angelernten Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Aufbau und der Sicherung des Sozialismus beitragen. „Solidarität durch Ausbildung“ war der Leitfaden der damaligen Regierung und sollte den Arbeitskräfteeinsatz im Inland als sozialistische Entwicklungshilfe auszeichnen. Vor allem hatte dieses Konzept die Aufgabe, sich von der teils umstrittenen Gastarbeiterpolitik der BRD zu distanzieren. Entlang dieser außenpolitischen Linie der Partei, unterzeichnete die DDR-Regierung Ende der 1970er-Jahren weitere Abkommen mit außereuropäischen Entwicklungsländern, wie Algerien (1974), Kuba (1975), Mosambik (1979) und 1980 einen Vertrag mit Vietnam. Sie wurden damals „Vertragsarbeiter des Sozialismus“ genannt. Nguyen war einer von ihnen. Das neue Leben

„Vertragsarbeiter“ - Der Weg nach Deutschland Fünf Jahre nach dem Krieg herrschte in Vietnam noch immer Armut. Entgegen jeglicher Erwartungen der vietnamesischen Bevölkerung, ihr Land sei schnell wiederaufgebaut und die Zeiten der Entbehrungen seien vorüber, führte die neue Regierung die gespaltene Nation in eine eklatante Wirtschaftskrise und eine außenpolitische Isolierung. Die daraus resultierende Arbeitslosigkeit, stellte eines der größten Probleme dar, denn freie staatliche Arbeitsstellen wurden damals nur begrenzt von der kommunistischen Regierung vergeben.

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Am 22. Januar 1988 kam Nguyen nach Cottbus. Dort wohnte er in einem Wohnheim mit drei weiteren Vietnamesen. Der Betrieb, in dem er arbeitete, gehörte zum Volkseigenen Betrieb des Braunkohlewerks Cottbus. Doch war die Arbeit nicht so, wie er es sich anfänglich vorstellte. Anstatt Tätigkeiten in der Fabrik und nebenbei eine Fachausbildung zu absolvieren, wie das sogenannte „Solidaritätsprogramm“ ursprünglich prophezeite, ging es zum Braunkohleabbau unter Tage. Die Arbeit als „Kumpel“ war hart und strapaziös. Dennoch waren Nguyen und seine Landsmänner motiviert und froh aufgenommen worden zu sein.


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Das neue, recht bescheidene Leben mit all seinen Schikanen, schweißte die vietnamesische Gemeinschaft zusammen und mit den Gedanken an die Familie in der weit entfernten Heimat, begann er die Schwierigkeiten in der Fremde zu meistern. Als 1989 die Mauer fiel, liefen auch die Regierungsabkommen aus. Es war nicht klar, was mit den Vertragsarbeiter*innen passieren würde. Viele von ihnen gingen freiwillig, andere unfreiwillig in ihre Heimat zurück. Für diejenigen, die blieben, waren die ersten Jahre nach der Wende eine besonders schwere Zeit, denn der Kampf um das Bleiberecht und die Arbeitslosigkeit zwangen viele zum Umdenken. In Nguyens Fall war der Weg als selbstständiger Kleinhändler seine Lösung. Erst 1997, als die Aufenthaltsfrage für die Vertragsarbeiter*innen geklärt wurde, war es für Nguyen möglich, nach zehnjähriger Trennung seine Familie wieder zu sehen und sie nach Deutschland zu holen.

sche Sprachkurse für die jüngere vietnamstämmige Generation. Auch vor der Pandemie war er noch regelmäßig im Vereinsbüro tätig um bei kleinen Aufgaben mitzuhelfen. “Ich mag diese Arbeit.”, äußert Nguyen. Es ist ihm wichtig, auch nach all den Jahren für seine Landsleute da zu sein. Immerhin war es das Netzwerk, das die Gebliebenen über die Wendezeit rettete. Nicht alle Vietnames*innen konnten schnell Anschluss finden, deswegen mussten sie sich gegenseitig helfen. Im Laufe der Zeit entwickelt sich die vietnamesische Gemeinschaft in Deutschland immer noch größer und aktiver. Dies hilft den Vietnames*innen in Deutschland auch dabei, die Quintessenz ihrer Wurzeln im Integrationsprozess in die deutsche Kultur zu bewahren. Traditionen und Bräuche werden nach wie vor von der älteren Generation an die folgende weitergegeben und somit sind ihre Religion, Sprache oder Esskultur bis heute erhalten geblieben.

Heimatgefühl Jeder sieht das Wort „Heimat“ unterschiedlich. Für viele Menschen ist Heimat einfach der Ort, wo man geboren und aufgewachsen ist, für viele andere bedeutet sie eher etwas Abstraktes. „Heimat ist für mich ein Gefühl, …“, sagt Nguyen, „…, das Gefühl der Geborgenheit und Zugehörigkeit.“. Als jemand, der mehr als die Hälfte seines Lebens entfernt vom Heimatland lebte, versteht er zutiefst, dass es für Menschen wie ihn sehr wichtig ist, eine Gemeinschaft zu finden, zu der sie gehören.

Ngoc Tram Anh Nguyen Dong Tran

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Über die Vietnamesische Gemeinschaft in Deutschland Laut Statista lebten 2019 99725 Vietnames*innen in Deutschland. 2015 existierten elf vietnamesischbuddhistische Pagoden, eine von ihnen heißt Pagode Phuoc Ngiem, die 2006 auf der Kamenzer Straße in Leipzig gebaut wurde. 2014 wurde der Kinderbuchverlag Homari, ein Pionier in der Entwicklung von Deutsch-Vietnamesischen Kinderbüchern, von Hanh Nguyen-Schwanke gegründet.

Das wurde Nguyens Motivation für seine Beiträge beim Verein der Vietnamesen Leipzig e.V. Von 2007 bis 2011 organisierte er zusammen mit einem Kollegen verschiedene Veranstaltungen wie Fußballturniere und das traditionelle Tet-Fest für die vietnamesische Gemeinschaft in Leipzig und schuf erfolgreich viele Integrationskurse für Ausländer*innen, sowie vietnamesi-

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Spezial

Die Kunst des Redens – Mundart

Ein kleiner Einblick in die Entwicklung der Dialekte

©unsplash

Die Inspiration für diesen Artikel stammt aus dem Buch „Alles außer Hochdeutsch – Ein Streifzug durch unsere Dialekte“ von Karl-Heinz Göttert. Wer sich tiefergehend für das Thema interessiert, sollte es sich unbedingt anschauen! *Zum Verständnis der - zweiten Lautverschiebung hier ein paar Beispiele: p wurde zu pf /f (Appel zu Apfel), t zu s/ss/tz/z (wat zu was), und k zu ch (maken zu machen)

Kann man erkennen, woher du kommst, wenn man dir nur aufmerksam genug zuhört? An der Art, wie du Endungen verschluckst? Das „R“ rollst oder andere Konsonanten und Vokale benutzt, als die Hochsprache vorsieht? Dialekte sind am Leben und werden das auch noch eine Weile bleiben. Wie ein Stückchen Heimat, das man überall mit sich nimmt. Oder wie Johann Wolfgang von Goethe 1811 gesagt hat: „Jede Provinz liebt ihren Dialect: denn er ist doch eigentlich das Element, in welchem die Seele ihren Athem schöpft.“ Kalt und Warm Macht man sich über Dialekte Gedanken, dann wird früher oder später auch die Hochsprache ein Thema werden. In Deutschland wird das Hochdeutsch mit Seriosität verbunden, die gerade in geschäftlichen Angelegenheiten gewünscht wird. Dabei schafft sie aber auch eine gewisse Distanz und somit Kühle. Dialekt hingegen wird mit Wärme, Nähe und Vertrauen assoziiert. Besonders, wenn der Gegenüber im gleichen Dialektraum aufgewachsen ist. Die Tatsache, dass Hochsprachen eine gewisse Künstlichkeit ausstrahlen, ist leicht zu erklären: Weil sie genau das sind. Ein Kunstprodukt. Sie entstanden durch die formende Hand Einzelner, um dem Nachteil von Dialekten entgegenzuwirken. Der begrenzten Reichweite. Vor allem in der Schrift sehr nützlich, die große Entfernungen überbrücken muss. Dabei wird die Künstlichkeit einfach in Kauf genommen. Dialekte entstehen genau gegenteilig. Hier geht es vor allem um die gesprochene Sprache, welche bei zu großen Flächen nicht gleich bleibt. Denn wo Menschen kommunizieren, kommt es zu Veränderung.

Friesen, Sachsen, Franken, Hessen (Chatten), Thüringer und Alemannen (Alamannen). Auf diesen Stämmen beruhen unsere Dialekte, auch wenn man von den Namen nicht direkt auf das passende Bundesland schließen kann. Jacob Grimm schaffte Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Werk „Deutsche Grammatik“ eine Grundlage für die Gliederung der Dialekte. Laut seiner Forschung teilt sich das Deutsche in Hochund Niederdeutsch, also einmal mit und einmal ohne Lautverschiebung*. Das Hochdeutsch war früher jedoch nur der Ausdruck für das im landschaftlich „hohen“ Süden Gesprochene. Das ist auch die Erklärung dafür, warum im Norden – beim Niederdeutschen – heute hauptsächlich die „Hochsprache“ verwendet wird. Ohne die Lautverschiebung ist der Unterschied zum Hochdeutschen so groß, dass man das Niederdeutsche ins Private verbannte. Das wiederum hatte zur Folge, dass das Hochdeutsche einfach niederdeutsch ausgesprochen wurde. Im Süden hatte man es damit also nicht so schwer, da die gewählte Hochsprache nahe an den dort kursierenden Dialekten lag. Der „Mix“, bei dem beides kombiniert wurde, war leicht zu vollführen und hielt eine eigene Sprechweise am Leben, welche heute in der Umgangssprache wieder zu finden ist. Dialekte entwickeln sich ständig weiter, gerade in Zeiten der Globalisierung. Neben den „alten“ Dialekten, mit landschaftstypischen lautlichen Besonderheiten, gibt es die neuen Regionalund Stadtsprachen. Hier leben die Dialekte zwar deutlich abgeflacht weiter, aber mit neuem, farbenreichem Wortschatz, der seinen ganz eigenen Charme hat. Senta Keller

Ursprung der deutschen Dialekte Das Deutsche ist eine germanische Sprache. Wenn man nun aber die Germanen sagt, meint man eigentlich viele verschiedene Völker. Die

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StattReisen

Deine Heimat neu entdecken

Wie gut kennst du dich in deiner Heimatstadt aus? Vermutlich ziemlich gut in dem Stadtteil, in dem du lebst und die großen Sehenswürdigkeiten sind dir natürlich auch bekannt. Aber was ist mit dem anderen Ende der Stadt? Was ist mit der weniger glanzvollen Geschichte, die nichts mit den großen Fürst*innen, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen zu tun hat? Diese macht die Stadt doch erst zu dem Ort, der sie ist. Doch die meisten geheimen Ecken und Winkel kennen Einheimische nicht und für Tourist*innen sind sie mit einer Hop-OnHop-Off-Bustour erst recht nicht erlebbar. Die Anbieter von StattReisen wollen dem entgegenwirken und abseits des klassischen Sightseeings Menschen, Gebäude, Orte sowie deren Vergangenheit und Gegenwart in den Fokus rücken. Was ist StattReisen? Die erste StattReisen-Initiative wurde 1983 in Berlin gegründet, seitdem sind 20 Städte in Deutschland und der Schweiz nachgezogen. Alle Anbieter von StattReisen sind im Verband Forum Neue Städtereisen mit Geschäftssitz in Hamburg zusammengefasst. Sie haben sich gemeinsamen Qualitätsstandards verpflichtet, die sich auf sanften Tourismus und umweltund sozialverträgliche Grundsätze stützen. Die Mitarbeiter*innen der einzelnen Organisationen sind keine gelernten Stadtführer*innen sondern (Kunst-) Historiker*innen, Pädagog*innen, Stadtplaner*innen, Architekt*innen, Schauspieler*innen, Journalist*innen, Autor*innen und vieles mehr, die sich intensiv mit ihrer Stadt auseinandersetzen, recherchieren und ihr Wissen weitergeben. So kann man als Kunde echten Originalen begegnen und der Stadtrundgang bleibt im Gedächtnis. Durch die regelmäßige Möglichkeit der Aus- und Weiterbildung und Überprüfung der Inhalte wird der Anspruch an hohe Qualität sowohl thematisch als auch zwischenmenschlich sichergestellt.

Das Forum versteht sich allerdings nicht nur als Anbieter in der Bildungs- und Kulturarbeit, ebenso wichtig ist das politische Engagement. Neben den allgemein angebotenen Führungen, die einen Blick auf die NS-Vergangenheit oder die Lebenssituation von Minderheiten und Migrant*innen werfen, veranstalten die Organisationen zahlreiche Touren am 9. November oder zum Tag des Flüchtlings, deren Einnahmen gespendet werden. Allgemein will StattReisen Menschen mit Respekt begegnen, ob es nun um die Stadtbewohner*innen, Kund*innen oder historische Personen geht. Was macht die Stadttouren aus?

In diesen Städten gibt es Angebote von StattReisen: Aachen – Bamberg – Berlin – Bern – Bonn – Bremen – Dresden – Freiburg – Halle (Saale) – Hamburg – Hannover – Karlsruhe – Köln – Leipzig – Mainz – München – Münster – Nürnberg – Saarbrücken – Stuttgart

Umweltfreundlich geht es zu Fuß, mit dem Rad, den öffentlichen Verkehrsmitteln oder Booten durch die Stadt. Die Ausführungen werden begleitet mit historischen Karten oder Bildern, einem kostümierten Stadtführer, kleinen Schauspieleinlagen oder einem Probierhappen hier und da, je nachdem welche Tour man ausgewählt hat. Thematisch reichen die Touren von der klassischen Runde durch die Innenstadt über Stadtteil- oder Kiezrundgänge bis hin zu der genauen Besichtigung eines Ortes oder Gebäudes. StattReisen in Leipzig Die Leipziger Organisation heißt Leipzig Details und bietet seit 2003 Führungen an. Entsprechend des StattReisen-Konzeptes wird ein Teil der Einnahmen für die Denkmalpflege von Grabstätten auf dem Südfriedhof und die Sanierung der Peterskirche verwendet. Beide Orte sind natürlich auch Teil des breit aufgestellten Angebots von über 80 Themenführungen. Auch in diesem Sommer werden die Reisemöglichkeiten wahrscheinlich noch eingeschränkt sein, also nichts wie raus und die eigene Heimat entdecken! Hedwig Walter

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Heimatgeschichte trifft Gegenwart

... im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig

©SGM, Peter Franke

Die Stadt Leipzig hat sich im Laufe der Zeit zu einer blühenden Metropole entwickelt. Rund 600 000 Menschen nennen Leipzig ihre Heimat. Eine große Rolle bei der Definition des Heimatbegriffs spielt die Heimatgeschichte, denn ohne sie wäre die Stadt heute nicht so, wie Viele sie kennen und lieben.

Rund 600 000 Ausstellungsstücke aller Art warten darauf, besichtigt zu werden. Das Haus Böttchergäßchen bildet das Zentrum des Museums. Neben einer Erlebnisausstellung, einer öffentlichen Bibliothek und Fotothek, findet man hier wechselnde kulturhistorische Sonderausstellungen.

Leipziger Geschichte sammeln, erforschen und auf lebendige Weise ermitteln. Das ist die Devise des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig. Seit der Gründung im Jahr 1909 bietet das Museum einen vielseitigen Blick auf die Kulturgeschichte Leipzigs von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Passend zu unserem Heimatthema, kann man dort ab dem 09.05.2021 die Sonderausstellung „KENNZEICHEN L – Eine Stadt stellt sich aus“ besuchen. Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Stadt Leipzig als Heimatsort, insbesondere mit der Leipziger Mentalität und den Menschen, die Leipzig ihr Zuhause nennen und nannten.

Zum Museum gehören acht verschiedene Ausstellungshäuser und Geschichtsstätten, darunter das Alte Rathaus, das Schillerhaus und das Völkerschlachtdenkmal. Der Vergangenheit kommt man hier besonders nah.

Lisa Hauschild


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Digitale Nomaden

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Ein Leben auf dem Sprung

Was bedeutet Zuhause? Für viele ist es ein fester Ort, an dem sie sich sicher und zugehörig fühlen oder dort, wo Freunde und Familie sind. Doch für manche Menschen ist es auch ein Gefühl von Freiheit, welches die ganze Welt zu ihrem Zuhause macht.

Heute in Prag, morgen in Sri Lanka und übermorgen in Singapur. Möglich machen das sogenannte Co-Working-Spaces. Das sind Büroräume, in denen voneinander vollkommen unabhängig Beschäftigte für einen flexiblen Zeitraum arbeiten können.

Digitale Nomaden sind Menschen, die auf Sesshaftigkeit verzichten und ein mobiles Leben bevorzugen. Früher wurden wandernde Viehzüchter als Nomaden bezeichnet. Heute handelt es sich bei dieser Lebensweise jedoch nicht mehr nur noch um eine Form der Weidewirtschaft, sondern auch um eine Chance, sich von Zwängen zu befreien und mehr Freiheiten zu erlangen. Die Gründe für ein Leben auf Wanderschaft können sehr vielseitig sein. Manche lehnen das ewige Streben nach Materialismus ab, sehnen sich nach Abenteuern oder möchten die Welt erkunden.

Herausforderungen auf der Reise

Arbeiten auf der ganzen Welt Doch zu einem flexiblen Leben gehören auch flexible Arbeitsverhältnisse, die das Reisen ermöglichen. Durch den technischen Fortschritt können immer mehr berufliche Tätigkeiten nicht nur von einem festen Arbeitsplatz aus ausgeübt werden. Viele Unternehmen ermöglichten ihren Mitarbeiter*innen bereits vor der COVID-19-Pandemie im Homeoffice zu arbeiten.

Diese Art zu leben erscheint auf den ersten Blick wie ein wundervoller Traum. Die Welt erkunden, seine Persönlichkeit entwickeln und dabei auch noch Geld verdienen. Doch wie jeder Traum hat auch dieser seine Schattenseiten. Neben kleinen Problemen wie Zeitverschiebungen und Währungsunterschieden, haben viele Nomaden auch mit Einsamkeit zu kämpfen. Einigen fällt es sehr schwer, dauerhafte Beziehungen aufzubauen oder Kontakt zu ihrer Familie und ihren Freunden zu halten. Auch ihren materiellen Besitz müssen sie stark einschränken.

©pexels

Des Weiteren sind nicht alle Orte für das Leben eines Digitalen Nomaden geeignet. Besonders niedrige Lebenserhaltungskosten, sichere Internetverbindungen und geringe Sprachbarrieren sind wichtig, um dieses Leben führen zu können. Dieser Lebensstil bietet außergewöhnliche Freiheiten und Chancen, aber man muss sich auch über die Einschränkungen im Klaren sein, die er mit sich bringt. Lisa-Maria Monetha

Digitale Nomaden, ein geschützter Begriff für Unternehmer*innen, Freelancer*innen und Angestellte, die hauptsächlich im Internet tätig sind, nutzen dies, um auf der ganzen Welt zu arbeiten. Dafür benötigen sie nur ihren Laptop im Rucksack und einen Internetanschluss. Solche Berufe können unter anderem der der Programmierer*in, Grafikdesigner*in oder Online-Redakteure*in sein. Unternehmen sind verstärkt auf der Suche nach qualifizierten und ortsunabhängigen Arbeiter*innen und sind bereit, dafür ein hohes Gehalt zu zahlen.

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VON OSSIS UND WESSIS

Die Gen Z und das geteilte Deutschland

© pexels

Ein DDR-Witz geht so: „Warum ist die Banane krumm? – Weil sie 40 Jahre lang einen Bogen um die DDR machen musste“. Bananen sind heute DAS Symbol für den Mangel an vielen Dingen, der in der Deutschen Demokratischen Republik herrschte, ob das nun andere Südfrüchte wie Mangos oder Pfirsiche betraf, gute Schokolade oder bestimmte Kleidungsstücke. Die Generation Z, geboren zwischen 1997 und 2012, auch Gen Z genannt, hat die DDR nicht mehr erlebt; kennt sie nur aus Erzählungen von Eltern und Großeltern. So habe ich schon einige Male die Geschichten über die Westpakete gehört, die meine Eltern hin und wieder von der Verwandtschaft im Westen bekamen. Darin fand man Bounty oder Raider, Kaffee, Bettwäsche und – das war wohl das Beste – meistens auch Kleidung. Cordhosen, Jeansjacken, BH’s, das sind alles Dinge, die ich heute für selbstverständlich halte, die aber für eine ganze Generation ein absolutes Highlight im DDRAlltag darstellten. Fragt man einen ehemaligen DDR-Bürger, was er am Abend des 9. November ‘89 gemacht hat, so wird er die Frage mit Sicherheit beantworten können. Die geschichtsträchtige Pressekonferenz des Zentralkomitees der SED, der Zettel, den Günther Schabowski in der Hand hielt und die Worte „sofort, unverzüglich“, die einen ungeheuren Ansturm auf sämtliche Grenzübergänge in Berlin zur Folge hatten. Wochen zuvor, am 30. September ‘89, gab es bereits einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Deutschen Einheit. Hans-Dietrich Genscher steht auf dem Balkon der westdeutschen Botschaft in Prag, vor tausenden DDR-Bürger*innen, die auf dem Gelände Zuflucht suchten, und verkündet die Ausreisegenehmigung. Es sind Aufnahmen, die unter die Haut gehen. Hüben und drüben, wir hier und die da

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Ich kenne die Geschichten über das heimliche Westfernsehen und die Bückware, die man nur durch gute persönliche Beziehungen bekommen konnte. Ich weiß über die Machenschaften der Stasi Bescheid und habe die Serie Weissensee gesehen. Die DDR ist nun seit über 30 Jahren buchstäblich Geschichte, doch inwiefern spielt die ehemalige Teilung Deutschlands noch eine Rolle in meinem Leben? Und wie „vereint“ ist Deutschland wirklich? Trotz einer Wiedervereinigung, die schon mehrere Jahrzehnte zurückliegt, sind sowohl Ost- als auch Westdeutschland immer noch mit unzähligen Klischees behaftet. Im Osten baden alle nackt, abends gibt es hier „Stulle mit Brot“ und die Rate der Rechtsextremen ist hoch. Im Westen hingegen sind alle arrogant und eingebildet, so richtige „Wessis“ halt, berufstätige Frauen waren lange nicht hoch angesehen und alle Kinder werden streng religiös erzogen. Tatsächlich lassen sich demografisch und politisch immer noch signifikante Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen feststellen. Der wohl offensichtlichste – die Lohnungleichheit, welche auf die jeweiligen Unternehmensstrukturen in Ost und West zurückzuführen ist. Gleichzeitig hat man sich aber auch in einigen Lebensbereichen angenähert, das zeigt eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Beispielsweise bekommen Frauen in Ost- und Westdeutschland gleich viele Kinder und auch das Konsumverhalten hat sich weitestgehend angeglichen. Die Mauer in den Köpfen Tatsächlich werden bestimmte Klischees – ob sie nun wahr sind oder nicht – erst greifbar, wenn man mit „den Anderen“ in Berührung kommt. Historiker gehen davon aus, dass bestimmte Klischees oder Zuschreibungen wie bspw. „Ossi“ und „Wessi“ durch Stigmatisierungen ent-


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entstanden sind, die von der jeweiligen Gegenseite ausgingen. So haben sich viele Ostdeutsche nie wirklich als solche identifiziert, bis sie in Kontakt mit westdeutschen Mitbürger*innen kamen und gewissermaßen zu „Ossis“ gemacht wurden und auch andersherum. So entstand auch die wenig schmeichelhafte Bezeichnung „Besserwessi“. Auch das Stigma der „Neuen“ bzw. „Alten“ Bundesländer zeigt die vermeintlich weiterhin bestehende innerdeutsche Grenze, auch wenn sie nur noch in den Köpfen der Bevölkerung existiert. Die Identität der Gen Z Als ich geboren wurde, lag der Mauerfall schon zehn Jahre zurück. Trotzdem habe ich als gebürtige Ostdeutsche das Gefühl, dass die DDR auch ein Teil meiner Geschichte ist. Obwohl meine Eltern schon immer sehr kosmopolitisch waren und wir nie am FKK-Strand baden gegangen sind, kam mir „der Westen“ immer etwas fremd vor, was wohl auf das Wissen über die innerdeutsche Grenze und die damit verbundene vergangene Lebensrealität meiner Eltern und Großeltern zurückzuführen ist. Als ich anfing zu studieren, war mir klar: „Bloß nicht nach Köln, Frankfurt oder Stuttgart!“, lieber wollte ich nach Berlin, Jena oder einfach hier in Leipzig bleiben; denn hier ist meine Heimat. Ostdeutschland, wie es heute ist, ist meine Heimat. Wie es früher war, kenne ich nur aus Erzählungen. Doch eins ist klar: Wenn es Zeitmaschinen gäbe, dann würde ich zum Abend des 9. November ‘89 reisen.

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Nikola Kraa

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WAS MACHT EIGENTLICH...?

KIM-MARIE PHILIPP

DIGITAL MANAGER BEI HAPERCOLLINS GERMANY IN HAMBUR

Was bedeutet Heimat für dich? Heimat verbinde ich als Erstes mit meiner Familie und dem Zuhause, in dem ich aufgewachsen bin. Ich bin in Norddeutschland auf dem Land groß geworden und hätte mir als Kind nichts Anderes vorstellen können, auch wenn ich jetzt sehr gerne in der Stadt wohne. Das erste Mal „Lokalpatriotismus“ habe ich verspürt, als ich mit 18 Jahren zum Studium nach Leipzig gekommen bin und meinen Mitstudent*innen erklären musste, dass es Buxtehude – meine Geburtsstadt – wirklich gibt. ©Kim-Marie Philipp

In einem Interview, mit dem Börsenblatt, hast du Leipzig als deine zweite Heimat benannt. Möchtest du irgendwann hierher zurückkommen? Leipzig ist schon besonders. Als ich damals angekommen bin, habe ich mich sofort wohl gefühlt. Es war Liebe auf den ersten Blick. Wenn ich jetzt zu Besuch nach Leipzig komme, fühlt es sich gleich wieder wie Zuhause an. Und das geht nicht nur mir so. Auch eine Freundin und damalige Kommilitonin hat letztens etwas in die Richtung erwähnt. Wenn man wieder mal in Leipzig ist, sagt die Stadt: „Schön, dass du wieder da bist! Wir machen einfach genau da weiter, wo wir aufgehört haben.“, meinte sie. Ob ich irgendwann zurückziehen werde, ist schwer zu sagen. Während meines Studiums war klar, wenn ich einen Job in Leipzig finde, dann bleibe ich gern. Die Jobaussichten waren in Hamburg jedoch sowohl für mich als auch für meinen Freund besser und da wir hier viele Freunde und Familie haben, war der Norden einfach die näherliegende Wahl. Aber sag niemals nie! Du hast während deines Studiums mehrere Praktika absolviert, warst als studentische Hilfskraft tätig, bei den Jungen Verlagsmenschen und im Nachwuchsparlament des

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Börsenvereins aktiv! Im Namen überforderter Student*innen die Frage: Wie hast du das geschafft? Ich war schon recht umtriebig, das stimmt, und natürlich gab es auch Momente, in denen ich mich gefragt habe „War das jetzt so eine gute Idee? Wird dir das nicht doch zu viel?“ Ich denke, das Wichtigste ist es, nur Dinge zu tun, aus denen man mindestens genauso viel Energie schöpft, wie sie einen kosten. Sich zum Beispiel nur ehrenamtlich zu engagieren, weil man das Gefühl hat, man müsste es für den Lebenslauf tun, halte ich für kontraproduktiv. Mir haben all diese Tätigkeiten im Nachwuchsparlament und bei den Jungen Verlagsmenschen wahnsinnig viel Spaß gemacht. Deswegen ist es mir auch gelungen, dafür neben dem Studium und meinem Job Zeit zu schaffen. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte ich es bleiben gelassen. Fühlt euch nicht gezwungen, euch in Rollen zu begeben, die euch nicht glücklich machen. Traut euch, etwas auszuprobieren und findet etwas, das euch beflügelt, aber setzt euch auch nicht unnötig unter Druck, wenn ihr neben dem Studium nicht den Drang verspürt, auf zehn weiteren Hochzeiten zu tanzen. War das Studium die richtige Entscheidung für dich? Beim Bachelor warst du ja „nur“ Gasthörerin. Wie kann man sich das vorstellen? Ja, auf jeden Fall! Ich wusste schon während meines geisteswissenschaftlichen Bachelors an der Uni, dass ich den Master Verlags- und Handelsmanagement machen möchte. Da mir aber in wirtschaftlichen Bereichen noch einige Kenntnisse fehlten, empfahl mir Prof. Dieckmann mich als Gasthörerin einzuschreiben. Das habe ich dann auch gemacht und während meiner Bachelorarbeit ein Semester lang ein paar Module belegt.


Lokales

Eine Marketing-Vorlesung bei Prof. Hartmann und Kosten- und Leistungsrechnung, sowie Handelsbetriebslehre bei Prof. Dieckmann. Das hat sich ausgezahlt: Meine Bewerbung für den Master wurde angenommen. Im Masterstudium konnte ich mich dann auf Fragestellungen aus der Medienwirtschaft und der Verlagsbranche spezialisieren, was super für mich war und genau die richtige Ergänzung zu meinem Bachelor darstellte. Wie verlief der Berufseinstieg für dich? Ich habe währenddessen noch meine Masterarbeit fertig geschrieben, da ich die Ausschreibung für meine Stelle bereits während meinem Studium gefunden hatte und direkt wusste, dass ich mich dort bewerben muss! Als ich angenommen wurde, musste ich mir eine feste Deadline schaffen, bis zu der ich den Hauptteil der Arbeit fertigzustellen hatte und das hat glücklicherweise gut funktioniert. Das erste halbe Jahr im Job war natürlich unglaublich spannend! Den Student*innen kann ich trotz aller Aufregung nur sagen: Entspannt euch. Man stellt den Berufseinstieg immer auf so ein Podest; er ist das große Ziel, auf das man über Jahre hinarbeitet. Aber am Ende fängt man doch einfach an zu arbeiten. Das klingt ernüchternd, aber eigentlich ist es auch sehr befreiend. Covid-19 hat dieses Jahr unser aller Leben auf den Kopf gestellt. Welche Hürden musstest du seitdem überwinden? Durch die Pandemie musste der gesamte Verlag relativ kurzfristig ab Mitte März ins Home-Office wechseln. Hier hat unser IT-Kollege Wahnsinniges geleistet. Nach einer Umgewöhnungsphase mit kleineren Herausforderungen, die bewältigt werden mussten, lief alles erstaunlich gut. Mittlerweile sind wir perfekt eingespielt. Nach dem ersten harten Lockdown konnten wir auch unter bestimmten Bedingungen wieder ins Büro. Heute schätze ich die Flexibilität, die

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ich durch das Home-Office gewonnen habe. Als größten Nachteil sehe ich den fehlenden Ortswechsel, durch den es mir schwerer fällt, im Feierabend abzuschalten und mich gedanklich von der Arbeit zu trennen. Dein Ratschlag für die baldig und jetzigen Student*innen des Studiengangs Buch-und Medienwirtschaft? Wenn ihr unsicher seid, wo genau es nach dem Studium hingehen soll, dann kann ich immer nur raten, die vielen Angebote zu nutzen, die es in der Buchbranche für den Nachwuchs gibt. Dabei kann man viele Kontakte knüpfen, auch mit schon erfahrenen Verlagsmitgliedern. Es gibt beispielsweise kostenlose (bzw. kostengünstige) Mentoringprogramme beim Nachwuchsparlament und bei den Jungen Verlagsmenschen, bei denen sich Programmleiter, Vertriebsleiter und so weiter für ein Jahr als Mentoren zur Verfügung stellen und euch begleiten. Hier bekommt man spezifische Tipps und kann sich bei Karrierefragen beraten lassen. Natürlich muss ich auch nochmal für die Jungen Verlagsmenschen Werbung machen. Mich dort im Verein zu engagieren war eine schöne und bereichernde Erfahrung, die ich jeder/jedem ans Herz legen kann. Auf den Buchmessen gibt es darüber hinaus immer spannende Angebote und auch die HTWK hat tolle Projekte zu bieten. Bei den ganzen Möglichkeiten kann man seinen Horizont erweitern und da es immer um Thematiken geht, die Student*innen der Buch-und Medienwirtschaft auch interessieren, fühlt es sich gar nicht nach Arbeit an! Das Interview führte Senta Keller

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Buchempfehlung

„ZUHAUSE“

von Daniel Schreiber

Für die meisten Menschen ist klar: Heimat ist entweder der Ort, an dem man lebt oder an dem man aufgewachsen ist. Für Daniel Schreiber trifft beides nicht zu, denn seine von Mobbing und Ausschluss geprägte Kindheit hat ihm ein Gefühl von Heimat verwehrt und in die Welt hinausgetrieben. Er führt ein Leben auf der Reise. Seine Berliner Wohnung – merkwürdig fremd und nur Mittel zum Zweck. Er lebt immer wieder für mehrere Monate an anderen Orten und pendelt so zwischen Berlin, London und New York. Nach einer Trennung stürzt er in eine tiefgreifende Identitätskrise und Depression.

Suhrkamp Taschenbuch, 140 Seiten 10,00 € ISBN: 987-3-518-46916-3 Cover: ©Suhrkamp

In seinem Essay begibt er sich auf die Suche nach sich Selbst und dem Ort, an dem er sein Leben verbringen möchte. Dabei setzt er sich in jedem Kapitel mit seinem Leben und der Vergangenheit auseinander und reflektiert sein Verhältnis zur Welt. Anschließend werden immer wieder Referenzen von Expert*innen aus Wissenschaft, Philosophie oder Psychologie und anderen Essayist*innen eingebunden, welche die Konstrukte Heimat und Zuhause genauer analysieren. Er begreift: Der Mensch braucht ein Zuhause. Und Heimat ist ein Ort, den wir uns Selbst schaffen müssen, um wahrhaft glücklich zu sein. Der Leser erhält viele interessante Anhaltspunkte und kann Schreiber auf seiner Reise begleiten oder sich selbst auf die Suche begeben. Ein rundes Leseerlebnis mit hohem Identifikationsfaktor. Sarina Libramm

„TAKE ME TO THE LAKES“ “Angelegte Steinbrüche, seichte Ufer, steile Klippen und smaragdgrüne Kiesgruben.“ Dass man nicht weit fahren oder sogar fliegen muss, um schöne Orte zu entdecken, zeigt uns das Buch Take me to the Lakes – Leipzig Edition. Auf 300 Seiten werden die schönsten 50 Seen und 120 Badestellen rund um Leipzig vorgestellt. Der Seenführer ist mit einer Karte ausgestattet, die zeigt, wo sich die Seen befinden und ist in vier Teile gegliedert: Norden, Osten, Süden und Westen. Darüber hinaus stellt das Buch Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln und eine Vielzahl von Unterkünften in der Nähe zur Verfügung. Auch für Design-Liebhaber*innen hat der Seenführer einiges zu bieten. Eine klare Struktur und ein simples Farbschema unterstützen die sorgfältig ausgewählten Bilder.

The Gentle Temper Taschenbuch, 296 Seiten 19,90 € ISBN 978-3-947747-03-0 Cover: © The Gentle Temper

Der Verlag hinter Take me to the Lakes nennt sich The Gentle Temper und hat seinen Sitz in Berlin. Er wurde 2016 gegründet und spezialisierte sich seitdem auf Design, Reisen und Kultur. Das Buch ist der perfekte Begleiter für alle, die nach Inspirationen für den nächsten Ausflug in der Umgebung suchen oder ihre Heimat neu entdecken wollen.

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Tanja Müller


Buchempfehlung

„DAS KIND IN DIR MUSS HEIMAT FINDEN“

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von Stefanie Stahl

Jeder Mensch trägt ein inneres Kind in sich, welches durch die Kindheit, einschneidende Erlebnisse und durch Beziehungen zu anderen Menschen geprägt und geformt wurde. Diese Erfahrungen helfen dabei das eigene Selbstbewusstsein zu entwickeln und sich sowohl geliebt als auch geborgen zu fühlen. Doch auch schlechte Erlebnisse prägen sich intensiv ein und bestimmen unser Leben als Erwachsene maßgeblich. Für viele stellt sich dies als sogenanntes „Schattenkind“ dar, welches all die negativen Erfahrungen und Glaubenssätze verinnerlicht. Es ist verantwortlich für ungesunde Verhaltensmuster und kann den Alltag stark beeinflussen. Mit diesem inneren Kind muss Frieden geschlossen werden, um Konflikte zu lösen und die eigene Zukunft glücklicher gestalten zu können. Erst dann ist es möglich, dass auch die Psyche eine Heimat findet. Die Psychotherapeutin Stefanie Stahl schafft es dem Leser auf verständliche und lockere Art die menschliche Psyche näherzubringen und gibt uns hilfreiche Tipps und Schutzmechanismen an die Hand, um das innere Kind in uns zu stärken. Sie erforscht die Ursachen für viele Probleme im Erwachsenenalter, zeigt, wodurch diese ausgelöst wurden und erklärt verschiedene Übungen, durch die die eigene Persönlichkeit weiterentwickelt werden kann. Lisa-Maria Monetha

Kailash Verlag Taschenbuch, 288 Seiten 14,99 € ISBN 978-3-424-63107-4 Cover: © Kailash Verlag

„52 KLEINE&GROSSE ESKAPADEN IN UND UM HALLE UND LEIPZIG“ von Sylvia Pollex Die Reiseführer der Eskapaden-Reihe sind in drei Abschnitte gegliedert, die die Auswahl des nächsten Abenteuers erleichtern. Im ersten Kapitel namens Abstecher finden sich Ausflugsziele, die sich in ca. vier Stunden erkunden lassen, die Ausflüge in Kapitel zwei sind auf einen ganzen Tag ausgelegt und mit dem dritten Kapitel plant sich der Miniurlaub übers Wochenende wie von selbst. In dem Band zum Großraum Halle Leipzig dürfen offensichtliche Highlights wie die Zoos, das Neuseenland und der Auwald nicht fehlen. Daneben gibt es aber auch echte Perlen wie das Kleingärtnermuseum in Leipzig und einen Rundgang durchs Paulusviertel in Halle. Alle Eskapaden haben den Aktivismus gemein. In diesem Buch geht es darum rauszugehen und etwas zu machen, sei es nun ein Spaziergang, eine Wanderung, eine Tour mit Paddelboot oder Fahrrad, oder der Sprung ins kühle Nass. Jedem Ausflug werden mind. zwei Doppelseiten mit einem Text, tollen Fotos, einer kleinen Karte und einem Infokasten gewidmet. Besonders schön: Die Informationen gehen meist von einer Anreise zu Fuß, mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln aus. Außerdem beinhalten sie die Kategorie „Ausrüstung“, in der der Fotoapparat, das Rad, aber auch Zeit, Muße und das Lieblingsbuch nicht fehlen dürfen. DuMont bietet die Karten auch als einzelne GPX-Downloads für das Smartphone an, sodass man sich auch wirklich nicht verlaufen kann. Hedwig Walter

DuMont Reiseverlag Taschenbuch, 232 Seiten 16,95 € ISBN 978-3-7701-8074-5 Cover: © DuMont Reiseverlag

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HTWK NEWS NEUES AUS DER HOCHSCHULE

Seit unserer letzten Ausgabe ist wieder viel passiert an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. Auf den folgenden Seiten informieren wir euch wie immer über die aktuellen Neuigkeiten. Digitales Semester Auch das Wintersemester fand aufgrund des Corona-Virus überwiegend digital statt. Am 01. Oktober startete die HTWK erneut mit dem Hochschulbetrieb und versuchte, die Präsenzlehre unter strikten Hygiene- und Schutzmaßnahmen wieder möglich zu machen. Auf eine Immatrikulationsfeier wurde verzichtet. Stattdessen gab es über 1 400 Begrüßungs-Taschen für die Erstsemester. Durch die weitere Ausbreitung der COVID19-Pandemie musste die Hochschule ab dem 28. Oktober wieder hauptsächlich auf die Fernlehre umstellen. Präsenzveranstaltungen wurden nur noch in sehr kleinen Gruppen unter hohen Schutzvorkehrungen erlaubt. Seit dem 14. Dezember gilt in allen Bereichen ein eingeschränkter Betrieb und die Gebäude dürfen nicht mehr von Studierenden betreten werden.

auf dem Dach des Föppl-Baus. Seitdem kümmert sich ein Imkerteam aus sechs Mitglieder*innen der HTWK, gegründet von Jochen Holdt, Mitarbeiter an der Fakultät Bauwesen, liebevoll um das Bienenvolk. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten im Winter konnten im Sommer 9 kg Honig produziert werden. Books for future – Hereos of Publishing Am 26. November 2020 veranstaltete der Studiengang Buch- und Medienwirtschaft den Hereos of Publishing – Tag der Verlage zu dem Thema „Books for future“. Erstmals fand diese Veranstaltung vollständig digital über einen Livestream auf YouTube statt. Verschiedene Branchenvertreter*innen wurden eingeladen, um über Nachhaltigkeit in der Buchbranche und umweltschonendes Drucken zu referieren. Zu den Gästen gehörten Vertrer*innen aus dem Oekom Verlag, dem Peter Meyer Verlag, sowie von den Unternehmen Pagina, Matabooks und Umbreit. Zum 27. Mal wurde das Event traditionell von den Studierenden des Schwerpunkts „Kommunikationsmanagement“ unter der Leitung von Professor Dr. Heiko Hartmann und in Kooperation mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels veranstaltet.

Erster HTWK-Honig Lisa-Maria Monetha Seit Juni 2019 leben über 75 000 Honigbienen

IMPRESSUM „LEIPZIGER LERCHE“ ISSN: 1430-0737 Auflage: 2 000 Exemplare Herausgeber: Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Fakultät Informatik und Medien, Studiengang Buchhandel/Verlagswirtschaft, Karl-Liebknecht-Str. 145, 04277 Leipzig Internet: www.fim.htwk-leipzig.de www.leipzigerlerche.com E-Mail: lerche-online@htwk-leipzig.de V.i.S.d.P.: Prof. Gunter Janssen Chefredaktion: Sarina Libramm, Senta Keller Redaktion: Lisa Hauschild, Senta Keller, Nicola Kraa, Sarina Libramm, Lisa-Maria Monetha, Tanja Müller, Tram Ahn Nguyen, Hedwig Walter Vertrieb: Nicola Kraa, Tanja Müller Anzeigen: Lisa Hauschild, Nicola Kraa Layout-Chefin: Lisa-Maria Monetha Layout: Lisa-Maria Monetha, Tram Ahn Nguyen, Hedwig Walter

Herstellung: Lisa-Maria Monetha Fotografin Titelbild: © Paul Schmidt Editorial: © Sarina Libramm, Senta Keller Reproduktion/Druck: Anke Schlegel, Roger Troks, Hausdruckerei der HTWK, Gustav-Freytag-Str. 40, 04277 Leipzig Weiterverarbeitung: Zschämisch Buchbinderei, Weststraße 9, 04425 Taucha


Open Call

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Leipziger Lerche: Open Call Wir suchen Schreiberlinge für die 55. Ausgabe der Leipziger Lerche. Wir wollen mit euch eine vielfältige und abwechslungsreiche Zeitung kreieren. Du schreibst gerne? Egal ob Dramen, Lyrik oder Prosa, wir sind interessiert! Konnten wir dein Interesse wecken? Dann schick uns gerne deinen thematisch unabhängigen Text mit max. 3400 Zeichen (inkl. Leerzeichen) bis zum 14.06.2021 an: redaktion@leipzigerlerche.com P.S. Wir sehen uns nicht als Wettbewerb.

ihr wollt noch mehr von der lerche? dann folgt uns auf: instagram leipziger.lerche facebook

leipziger lerche

das lerche-abo

informativ, regelmäßig, kostenlos Ja, hiermit abonniere ich die Leipziger Lerche. Ich erhalte zwei Hefte pro Jahr pünktlich zu den Buchmessen kostenlos zugeschickt. Ich kann das Abonnement jederzeit kündigen. Einrichtung/Firma: _________________________________________________________________ Name: _______________________________________________________________________________ Straße: ______________________________________________________________________________ PLZ, Ort: _____________________________________________________________________________ Telefon: __________________________________ E-Mail:

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HTWK Leipzig, Lerche-Abo, Karl-Liebknecht-Straße 145, 04277 Leipzig :: Fax: 0341 / 3076-5455 :: E-Mail: lerche-online@htwk-leipzig.de


Schleipen Papier zum Lesen Papierfabrik Schleipen Kaiserslauterer Straße 403 67098 Bad Dürkheim Telefon 0 63 22 / 6 00 80 Fax 0 63 22 / 6 17 02

Die Leipziger Lerche wurde gedruckt auf Schleipen Fly 07 Schneeweiß 1,2-faches Volumen 115 g/qm

Ein Unternehmen der Cordier Spezialpapier GmbH www.cordier-paper.de

Studien gang Buch- und Medien

Fakultät: Informatik und Medien Regelstudienzeit: 6 Semester (inkl. Praxissemester) Voraussetzungen: allgemeine Hochschulreife oder fachgebundene Hochschulreife Studienabschluss: Bachelor of Arts » Buch- und

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Studium Buch Studiumrund rundums ums Buch

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Dezernat Studienangelegenheiten • Postfach 30 11 66 • 04251 Leipzig • htwk-leipzig.de

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54. Leipziger Lerche  

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