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nachgefragt: Autoreninterview green open access den einkauf besiegeln matabooks ohne verpackungen leben? mondholz 49 / Herbst 2018

Studierendenzeitschrift des Studienganges Buchandel/Verlagswirtschaft der HTWK Leipzig

der grĂźne blick auf die branche


© Susanne Bez

WWW.PETERSEN-BUCHIMPORT.COM

Service von Nord nach Süd

WWW.UMBREIT.DE


editorial

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VORWORT LEIPZIGER LERCHE HERBST 2018

Liebe Leserinnen und Leser, unsere 49. Ausgabe steht ganz unter dem Thema „die grüne Lerche.“ Wir haben uns mit dem Thema der Nachhaltigkeit und der Umwelt auseinandergesetzt, denn diese Themen gewinnen immer mehr an Relevanz. Dieses Mal haben wir den Buchmarkt im kalten Island unter die Lupe genommen (Seite 6), Matthias Soeder über seinen ersten Roman ausgefragt (Seite 8), stellen euch „grüne Verlage und Buchhandlungen“ vor (Seite 14) und beantworten die Frage was „Mondholz“ ist (Seite 20). Auch lokal gilt es einiges zu entdecken. Beispielsweise den Unverpackt-Laden (Seite 24) oder das Tapetenwerk im Leipziger Westen (Seite 26). Natürlich findet ihr auch wieder einige Buchrezensionen in dieser Ausgabe, die sich mit dem Thema Natur beschäftigen (Seite 28) und vieles mehr. Unser Coverfoto haben die talentierten Fotografen Richard Bößert und Rico Molaro geschossen und das Spezialcover entspringt dem kreativen Kopf von Anne Geßner, alias ennamalt (Seite 13) – hier ein großes Dankeschön im Namen der Redaktion! Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen! Eure Leipziger Lerchen


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inhalt

INHALTSVERZEICHNIS editorial ........................................................ 3

branchenanekdoten ................................................ 5

buchmarktforschung island ........................................................... 6

branche nachgefragt: autoreninterview .................................... 8 green open access ............................................... 10 „was macht eigentlich ...?“ ..................................... 12

spezial: die neue männlichkeit grün im trend ................................................... die zukunft wird grün ........................................... den einkauf besiegeln ........................................... Mondholz ........................................................

14 16 18 20

lokales matabooks ....................................................... ohne verpackungen leben? ........................................ kunstszene leipzig .............................................. htwk-news und abo ...............................................

22 24 26 27

rezensionen – aufgeschlagen wald von doris knecht ........................................... dunkelgrün fast schwarz von mareike fallwickl ................... pflanzenrevolution von stefano mancuso .......................... das flüstern der rebellion von sophie marlene fröhlich ..........

28 28 29 29

Mandala und Impressum ........................................... 30

Besucht uns auf unserem Blog leipzigerlerche.com und auf Facebook für Hintergrundberichte zum aktuellen Heft, monatliche Spezialthemen und alles rund ums Buch.

Leipziger Lerche 49

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Herbst 2018


branchenanekdoten

GESCHICHTEN aus

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dem bücher-alltag

Weihnachtsstress In der Buchhandlung. Kurz vor Weihnachten. Die Schlangen an den beiden Kassen nehmen langsam aber sicher ein beunruhigendes Ausmaß an. Eine Frau wartet mit ihrem Sohn in einer der Schlangen, in den Armen mehrere Bücher und DVDs und regt sich lautstark darüber auf, was für eine Frechheit es sei, nur zwei Kassen zu haben. Schließlich kommt sie an die Reihe und alles wird eingescannt. „Das macht dann 96,60 Euro, bitte. Möchten sie vielleicht noch eine Tragetasche?“ „Ach, Moment. Finn, kannst du mein Portemonnaie aus der Handtasche holen? Genau, irgendwo da unten muss es sein.“ … „Vielen Dank. Eine Tragetasche vielleicht noch für sie?“ „Ach, könnten Sie’s noch einpacken? Einzeln, bitte“

Die Leiden des Bücherkaufes Die erste Woche nach den Sommerferien. „Morgen, ich soll für meinen Sohn ein Buch für den Deutschunterricht besorgen.“ „Guten Tag. Wissen sie denn vielleicht, was für ein Buch? Eine Lektüre? Hat ihr Sohn vielleicht ein ISBN-Nummer vom Lehrer bekommen?“ „Das weiß ich nicht. Ich glaub‘ der Autor hieß Gohte, kann das sein?“ „Meinen sie Goethe? Vielleicht ‚Die Leiden des jungen Werther‘?“ „Genau! Das isses. Irgendwas mit Leiden war’s.“ Anonym

Anonym

Na wenn das so ist?! Kurz nach Ladenschluss klopft noch eine Frau an der Tür:

N a c h h a l t i g ist auch, Bücher lange lieferbar zu halten, die Arbeit, die einst in die Produktion geflossen ist, wertzuschätzen – aus Respekt vor dem Autor/der Autorin, allen Beteiligten, dem genutzten Material und den verwendeten Ressourcen. Lieferbar seit 1970:

Lieferbar seit 1974:

Lieferbar seit 1973:

TINY STRICKER

CHARLES BUKOWSKI

Trip Generation

Gedichte die einer schrieb, bevor er im 8. Stockwerk aus dem Fenster sprang

JÖRG FAUSER

Kundin: “Darf ich noch ganz schnell rein?” Ich: “Nein, tut mir leid. Die Kassen sind schon abgeschlossen, da können wir nichts mehr machen.” Kundin: “Das macht nichts, ich will auch nichts kaufen.” Anonym

Harry Gelb Story

Über zweihundert lieferbare Titel: w w w . m a r o v e r l a g . d e


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buchmarktforschung

ISLAND der etwas kleinere buchmarkt

hauptstadt reykjavik

fläche 103 000 km²

einwohner 330 000

umsatz buchmarkt ca. 40 mio. €

jährliche novitäten ca. 1 400

alphabetisierungsrate ca. 99 %

Die kleine Insel im hohen Norden Europas ist nicht nur ganz groß, wenn es um das Thema Umwelt geht, sondern auch, in Sachen Bücher. Denn wenige Einwohner muss nicht bedeuten, dass es nicht viele Leser geben kann. Bei der Beobachtung von wirtschaftlichen Gegebenheiten ist Island immer etwas gesondert zu betrachten, da die Insel schwierig mit anderen Ländern zu vergleichen ist. Der Grund dafür ist die geringe Bevölkerungsdichte Islands. Auf einer Fläche von 103 000 km2 wohnen gerade einmal 330 000 Menschen, was eine Bevölkerungsdichte von gerade einmal drei Einwohnern pro Quadratkilometer ergibt. Das macht Island zu dem am dünnsten besiedelten Land Europas, weshalb alle isländischen Märkte vergleichsweise klein sind, was den Vergleich zu den wesentlich größeren Märkten im Rest Europas schwierig macht. Mit einer Alphabetisierungsrate von 99 Prozent hat Island jedoch die perfekte Grundlage für einen funktionierenden Buchmarkt. Und die Lesegewohnheiten der Isländer perfektionieren das Bild. Die Pro-Kopf-Rate für den Bücherkauf liegt bei 3,5, was Island zu den Spitzenreitern zählen lässt. 93 Prozent der Bevölkerung lesen mindestens ein Buch pro Jahr und 50 Prozent lesen sogar mehr als acht Bücher jährlich. Besonders erstaunlich ist allerdings, dass ganze zehn Prozent aller Isländer zu Lebzeiten mindestens ein Buch veröffentlichen! 2014 wurden von fast 500 Personen oder Institutionen Bücher veröffentlicht, wobei von diesen 330 lediglich ein einziges Buch auf den Markt gebracht haben. Etwas mehr als 40 von diesen sind Mitglieder des Isländischen Verlegerverbandes (Félag íslenskra bókaútgefenda) und somit als „klassische“ Verlage zu bezeichnen. Gerade einmal 26 der Personen oder Institutionen brachten mehr als zehn Bücher auf den Markt.

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Die Zahl der Neuerscheinungen lag 2014 bei 1383 Büchern und hat sich somit kaum von derjenigen der Vorjahre unterschieden. Dies zeigt, dass der Buchmarkt in Island sehr beständig ist. Im isländischen Verlagsgeschäft gibt es so gut wie keine Backlist. Die meisten Bücher werden nur in einer Auflage produziert und sind nur so lang verfügbar, bis diese verkauft wurde. Danach werden die Bücher nie wieder gedruckt. Nur Klassiker oder Titel, bei denen klar ist, dass die Nachfrage auch Jahre später nicht abreißen wird, sich die Bücher also zu Longsellern entwickeln, werden überhaupt nachgedruckt und über längere Zeit im Buchhandel verkauft. Bis 2008 war das gängigste Format das Hardcover. Durch die fehlende Buchpreisbindung ist der Preiswettbewerb in Island vorhanden und auch Hardcover sind zu relativ günstigen Preisen zu bekommen. Ab 2008 wurden allerdings auch Paperbacks hergestellt und mittlerweile haben diese ebenfalls ihren festen Platz in den Bücherregalen Islands. Der Markt tendiert weiter zu den Paperbacks und sie werden den Buchmarkt in Zukunft wohl auch dominieren Die Anzahl der Läden, in denen Bücher verkauft werden, liegt relativ konstant bei 150 Geschäften. Bei diesen Geschäften sind Bücher zumindest Teil des Sortiments. Insgesamt gibt es 28 Buchhandlungen in ganz Island, wovon der größte Anteil in Reykjavik ansässig ist. Ebenfalls in Reykjavik, wo auch gut zwei Drittel der Bevölkerung Islands lebt, findet jährlich im November eine Buchmesse statt. Sie wird vom isländischen Verlegerverband und dem UNESCO City of Literature Office aus Reykjavik organisiert und ist für jeden ohne Eintrittsgebühren zugänglich. Wie steht es mit der Buchpreisbindung? Wie schon erwähnt, gibt es in Island keine Preisbindung. Auch Pläne oder Diskussionen diesen Zustand, der seit 1995 Normalität ist, zu ändern, gibt es nicht.


buchmarktforschung

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© pixabay

Der Mehrwertsteuersatz liegt normalerweise bei 25,5 Prozent. Bei Print-Erzeugnissen beträgt er mit gerade mal sieben Prozent nur ein Drittel des normalen Prozentsatzes. Interessant daran ist, dass für E-Books jedoch der volle Mehrwertsteuersatz berechnet wird und die digitalen Bücher in steuerlicher HInsicht nicht den gleichen Status wie die gedruckten Bücher genießen. Der durchschnittliche Buchpreis lag 2014 bei 18,40 Euro. Der Betrag, den die Isländer im Durchschnitt 2014 für Bücher ausgegeben haben, waren 83 Euro, was sich für das ganze Land auf 28 Millionen Euro hochrechnet. 2015 war der Umsatz bereits auf 40 Millionen Euro gestiegen, was durchaus beeindruckend ist, angesichts des allgemeinen Abschwungs des Buchmarktes, den man auch in Deutschland beobachten kann. E-Books oder gedrucktes Buch? Auch wenn E-Books schon vor einigen Jahren ihren Einzug in den Buchmarkt Islands gefunden haben, spielen sie keine große Rolle. Zwar ist der Umsatz an den elektronischen Büchern zwischen 2013 und 2014 um sage und schreibe 40 Prozent gestiegen, doch macht dieser Anteil gerade einmal ein Prozent des gesamten Marktvolumens aus. Ein Grund dafür könnte sein, dass E-Books in Island erst 2011 eingeführt wurden und sie bis 2014 noch nicht all zu viel Zeit hatten sich zu etablieren. Außerdem sind Bücher bei den Isländern auch als Geschenk sehr beliebt, der Grund etwa, warum die meisten Bücher in der Vorweihnachtszeit verkauft werden, und da machen sich gedruckte Bücher doch besser, als Elektronische. Weiterhin gelten die Isländer, trotz ihrer Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Dingen und der Technikaffinität, als sehr traditionsbewusst, was in Sachen Buch ein Hindernis für Innovation und Elektronik sein kann. eBækur, 2013 noch die größte Plattform für E-Books in Island, ist mittlerweile nicht mehr existent. In ganz Island gibt es insgesamt drei Internetbuchhandlungen, die

allerdings sehr eng mit ‚richtigen’ Buchhandlungen zusammenarbeiten und in etwa vier bis acht Prozent des Umsatzes erwirtschaften. Was liest man in Island? Die beliebtesten Themen der isländischen Literatur sind Sagen und Kriminalromane. Der Grund wieso Sagen so beliebt sind, ist das schon erwähnte Traditionsbewusstsein, das die Isländer sehr mit den Sagen der Vorfahren und den Geschichten über das ‚alte’ Island verbindet. Dagegen beschäftigen sich die Kriminalromane mit Themen, die die Isländer heute beschäftigen: Migration, Landflucht und die Wirtschaftskrise. Schon seit Jahrzehnten sind die gesellschaftskritischen Themen in der isländischen Literatur sehr aktuell. Alles in allem ist das Buchangebot in Island aber sehr breit gefächert und für jeden Leser sollte das richtige Buch dabei sein. Milena Lohse

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branche

Nachgefragt: Autoreninterview MATTHIAS SOEDER - HERZSCHLAG DER GEWALT

Ich hatte seit geraumer Zeit E-Mail-Kontakt mit Matthias Soeder. Der Selfpublishing-Autor hat mir sein Buch für Rezensionszwecke zukommen lassen. Für die Lerche führten wir ein Interview an einem sonnigen Apriltag. Unser Treffpunkt war das Café Orange auf der Karli.

© Richard Bößert

Etwas zögerlich kommt ein Mann mittleren Alters auf mich zu. Ich erkenne ihn sofort, hatte ich doch im Vorfeld im Internet recherchiert und das ein oder andere Bild des Autors gesehen. Gezielten Schrittes gehe ich ihm entgegen. Wir schütteln uns die Hand und ich frage ihn, ob er das Café einfach finden konnte, was er lächelnd bejaht. Die Stimmung ist gleich zu Anfang sehr locker und zwanglos und wir suchen uns einen kleinen Tisch im Außenbereich. Wir bestellen uns jeder einen Tee bevor ich meinen Fragebogen heraushole und darüber scherze, dass es viele Fragen sind und berichte was ich vorhabe. Tatsächlich habe ich viele Fragen, denn wann hat man als junger Mensch schon die Chance einen Autor zu interviewen und die Person hinter dem Buch näher kennenzulernen. Kein Wunder also, dass ich anfangs etwas nervös war. Schon bei den ersten Fragen, ob es Parallelen zwischen Matthias Soeder und seinem Protagonisten Alexander gibt, wird mir bewusst, dass der Autor für sein Werk lebt und diese Euphorie geht direkt auf mich über. Er und Alexander haben einiges gemeinsam und es finden sich generell viele biografische Züge in „Herzschlag der Gewalt“ wieder. Beide waren die jüngsten Soldaten ihrer Kaserne, Mitglieder im Rockerund Karateclub sowie Frachtpiloten. Auch eine Bekanntschaft mit Drogendealern in Würzburg ist beider inne. Als ich Matthias Soeder nach dem Wahrheitsgehalt seines Buches frage, überlegt er einen Moment, um die richtigen Worte zu finden, was während unseres Interviews noch häufiger passieren wird. Nach einem Moment antwortet er, dass die meisten geschichtlichen Hintergründe der Tatsache

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entsprechen und er einige Situationen selbst erlebt hat, beispielsweise die Flugnotfälle. Aber auch die im Roman beschriebenen Zustände einiger Länder sind real, davon konnte sich Matthias Soeder vor Ort selbst überzeugen und war zutiefst erschüttert. Einen treffenden Satz hat er zum Ende der Frage eingeworfen: „Es sind viele wahre Begebenheiten eingebaut und mit Fantasie verwoben.“ Als Pilot ist Matthias Soeder schon an vielen Orten gewesen. Mich hat vor allem interessiert, welche Orte und Kulturen ihn am meisten beeindruckt und geprägt haben. Hier überlegt der Autor nicht lange. Ohne zu zögern antwortet er, dass Australien und Neuseeland ihn sehr beeindruckt haben, weil er sich mit der Lebensweise der Bewohner gut identifizieren kann und die Weite der Länder ihn geprägt hat. Die Armut und die Hoffnungslosigkeit der Menschen in Afrika und den Ländern der Dritten Welt hingegen haben ihn sehr erschüttert. Dadurch wurde seine Sichtweise auf einige Dinge komplett geändert und er schätzt das Leben mehr. Auch die Profitgier in einigen Ländern kam zur Sprache und Matthias Soeder erwähnt, wie beängstigend dieser Zustand ist, denn viele Menschen sind durch diese Gier bereit über Leichen zu gehen. Deshalb bewundert er die Menschen, die unter diesen Umständen immer noch ein freundliches Lachen zustande bringen. Die Idee für seinen Roman kam durch ein einschneidendes Erlebnis in seinem Privatleben. Er verspürte den Drang einen Thriller schreiben zu wollen und es war wie ein Zwang der keinen Widerspruch zuließ. Die Geburt des goldenen Plots kam dem Autor, nach etlichen Gedankengängen und Stunden der Grübelei, auf dem Sofa. Doch nach 60 geschriebenen Seiten der Rückschlag in Form einer Schreibblockade. Matthias Soeder war überfordert mit seinen Ideen, die kreuz und quer durch seinen Kopf schwirrten, aber sich einfach nicht zu einem geordneten Ablauf zusammen schustern ließen. Er schrieb sich bei der „Schule des Schreibens“


interview

ein und arbeitete nach einer Pause an seinem Buch weiter. Mittlerweile kann er sich ein Leben ohne das Schreiben nicht mehr vorstellen, auch wenn es Rückschläge gibt, ist dies ein großer Teil seines Lebens geworden. Ich frage Matthias Soeder nach seinem Lieblingscharakter in seinem Roman und er antwortet prompt, dass er keinen Lieblingscharakter hat, sondern eine Eigenschaft – den ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Um auf seinen Beruf als Frachtpiloten einzugehen, habe ich ihm die Frage gestellt, ob Piloten beim Fliegen auch Musik hören, wie Autofahrer. Bei der Frage muss der Autor lachen, verneint dies aber. Es wäre zwar theoretisch möglich, aber er selber habe dies noch nie getan oder erlebt. Matthias Soeder liest selbst am liebsten Werke von Dan Brown oder Ken Follett, die ihm auch als Vorbilder dienen. Da jeder eine Inspirationsquelle hat, sei es ein Ort oder ein Lied, frage ich den Autoren nach seiner. Mittlerweile kann er sich überall inspirieren lassen, gerne auch im Auto, weil dort die Gedanken schweifen können. Sobald er eine zündende Idee hat, greift er zu seinem Handy und spricht alles darauf, um es sich später anzuhören und zu ordnen. Ich frage Matthias Soeder ob er lieber Kaffee oder Tee trinkt, einfach um den Menschen hinter dem Buch näher kennenzulernen und wieder lacht er. Sein Blick bleibt bei den beiden Teetassen vor uns hängen und seine Antwort ist klar – Tee. Komischerweise trinkt er gerne mal einen Espresso, aber herkömmlichen Kaffee nicht. Eine seiner Angewohnheiten besteht darin, in Hotelzimmern zuerst ein Handtuch auf das Kopfkissen zu legen, damit er möglichst viele Schichten zwischen sich und seinen Vorgänger bringen kann. Außerdem hängt er nach seiner Ankunft das „Don‘t disturb“-Schild an die Tür, denn er fühlt sich nicht wohl mit dem Wissen, dass eine wildfremde Person durch das Zimmer schleichen kann, auch wenn es die Putzfrau ist. Zurzeit arbeitet Matthias Soeder an einem neuen Projekt, in dem eine Journalistin die Protagonistin ist. Auch in seinem neuen Roman

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wird ein Frachtpilot eine tragende Rolle spielen. Der Autor probiert sich dieses Mal an neuen Elementen – Telepathie und Gedankenbeeinflussung. Zum Abschluss unseres Interviews gibt Matthias Soeder mir noch den Tipp eine Safaritour zu machen, wenn ich die Möglichkeit dazu habe, denn Tiere in freier Wildbahn seien sehr beeindruckend, wie er aus eigener Erfahrung weiß. Nach unserem Interview bin ich beeindruckt von diesem Selfpublishing-Autor. Sein Erstlingswerk ist mitreißend und schockierend. Die Person hinter dem Buch ist ein vielseitiger und kreativer Charakter, der uns sicher noch den einen oder anderen spannenden Roman liefern wird. Jana Menke

© Richard Bößert

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branche

GREEN OPEN ACCESS IN WISSENSCHAFTSVERLAGEN

Der gesellschaftlich ausgeübte Druck durch die Open-Access-Bewegung steigt an: Die Veröffentlichungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sollen der Allgemeinheit frei zur Verfügung stehen. Dabei gibt es zwei Konzepte wie wissenschaftliche Inhalte gemäß einer freien Zugänglichkeit von Bildung gewährleistet werden können, nämlich Gold Open Access und Green Open Access. Letzteres als nicht nur digitales, sondern auch nachhaltiges Publikationsmodell. Für viele Wissenschaftsverlage leuchtet die mögliche Open-Access-Einführung wie ein stetes Warnsignal am Horizont und stellt das gängige Geschäftsmodell umfassend in Frage. Die traditionelle Wertschöpfungskette mit Akquise, Bearbeitung, Produktion und Vermarktung wird dabei aufgebrochen, denn Gold oder Green Open Access bedeutet, dass Inhalte auf geeigneten Plattformen mit der Veröffentlichung komplett unbeschränkt zugänglich gemacht werden oder einen freien Zugang ab einem Zeitpunkt von schätzungsweise zwei bis fünf Jahren nach der Veröffentlichung gewährleisten. Da leuchtet es ein, dass besonders beide digitalen Publikationsformen verlagsseitig weithin als worst case scenario gehandelt werden. Vom Bücherverkäufer zum Servicedienstleister Doch es gibt auch aufgeschlossene Verlage, wie beispielsweise der Peter Lang Verlag, ein auf Geisteswissenschaften spezialisierter und international agierender Wissenschaftsverlag. Dieser hat bereits ein die Zukunft umarmendes Konzept entwickelt und spricht sich ganz klar für neue, innovative Publikationsprozesse aus. Das angedachte Zukunftsmodell für den Wissenschaftsverlag ist dabei, zumindest in diesem Einzelfall, vom Bücherverkäufer zum Servicedienstleister zu werden. Wie und warum könnte das funktionieren? Zweifelsohne ist eine der wichtigsten Aufgaben

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von Wissenschaftlern die Forschung, jedoch müssen immer mehr von ihnen auch eine umfangreiche Menge bürokratischer Prozesse managen. So bleibt unangenehm wenig Zeit für die Forschung selbst, was nichts anderes bedeutet, als dass die aktuellen Bedingungen dem Interesse der Fachautoren zuwider laufen. Und während der Wissenschaftsverlag seine Autoren nicht davon befreien kann, neben dem Forschen auch zu Lehren oder Forschungsgelder einwerben zu müssen, kann er doch dafür sorgen, dass wenigstens die Publikation der Forschungsarbeiten erstens reibungslos und zweitens möglichst erfolgreich verläuft. Wo liegen die Kernkompetenzen? Was er nämlich den Wissenschaftlern in der Praxis schon jetzt und seit jeher bietet, ist seine Expertise hinsichtlich der Layoutsetzung, der Klärung von Bildrechten, der Organisation des Drucks und überhaupt alle weitere Logistik, die das Vorhandensein des Buches in der Öffentlichkeit schlussendlich ermöglicht. Dass von Wissenschaftsautoren derzeit mitunter erwartet wird, dass sie ein bereits druckfertig gesetztes Manuskript im Verlag abliefern, offenbart sich demnach als eher problematische Realität. Geben doch die Verlage damit eine ihrer Kernkompetenzen aus der Hand. Wozu bräuchte der Wissenschaftler unter Open Access-Bedingungen überhaupt noch den Verlag, wenn dieser ihm nicht einmal derart grundlegende Aufgaben abnimmt? Aus dem erwähnten Anspruch, den Wissenschaftlern ein reibungsloses Publizieren zu ermöglichen, erwächst also folgende logische Konsequenz: Der Verlag muss die ihm traditionellerweise zufallenden technischen Organisationsaufgaben auch weiterhin übernehmen; seine diesbezüglichen Kompetenzen sogar eher noch erweitern. Ganz entgegen dem, nicht allseitig, aber doch mancherorts um sich greifenden Trend. Was sich dagegen im Wissenschaftsmetier unter „möglichst erfolgreich


branche

Publizieren“, wohlgemerkt aus Sicht der Fachautoren und nicht des Verlages, verstehen lässt, ist weniger eindeutig zu beantworten. Freilich stiftet die Platzierung im jeweiligen Verlagsprogramm dem Publikum Orientierung und sorgt bestenfalls für Prestige, das auf den Fachautoren zurückfällt. Ein unerreichtes Rennomee im Bereich der Geisteswissenschaften genießt etwa noch immer eine Publikation in der Reihe suhrkamp taschenbuch wissenschaft (stw). Eine dortige Veröffentlichung kann sich unbestreitbar förderlich auf die Karriere der Wissenschaftler auswirken. Auch die Organisation der Peer-Reviews wird über das verlagseigene Kontaktnetzwerk innerhalb des Wissenschaftsbetriebs bewerkstelligt, dessen Qualität sich ebenfalls zum entscheidenden Teil aus dem Programm ergibt. Die Programmplanung bleibt also auch weiterhin essentiell und sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden. Marketing im Aufschwung Absehbar ist darüber hinaus eine stärkere Konzentration des Verlages auf den Bereich Marketing. Seit jeher schreiben ja Wissenschaftsautoren ihre Bücher nicht primär, um damit Geld zu verdienen, sondern weil diese letztlich ein natürliches Beiwerk ihres Arbeit darstellen. Der Lohn jeder Veröffentlichung ist daher erst in zweiter oder dritter Linie monetär. Vorgelagert sind die Erlangung von wissenschaftlicher Anerkennung und fachgebietsübergreifender Aufmerksamkeit für die eigene Forschung. Auch größere Aufmerksamkeit durch die nichtwissenschaftliche Öffentlichkeit zu erfahren, wünschen sich viele Wissenschaftler, wobei das Verlagsmarketing ihnen zur Hilfe kommen kann und sollte.

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leider kein für alle Arten von Wissenschaftsverlagen tragfähiges. Verlage, die im Bereich Naturwissenschaften, Medizin oder Pharmazie publizieren, monetarisieren zum Beispiel die Veröffentlichungen ihrer Autoren im Durchschnitt wesentlich gewinnbringender als ihre geisteswissenschaftlichen Pendants und haben dem entsprechend mehr zu verlieren. Abschließend bleibt festzustellen: Damit Wissenschaftsverlage an der digitalen Wende erfolgreich partizipieren können, müssen sie, ähnlich wie der Peter Lang Verlag, auf die Bedürfnisse ihrer Autoren, Leser und neuer Kunden eingehen. Dabei werden natürlich, ganz im Sinne der schöpferischen Zerstörung, in dieser schönen neuen Wissenschaftsverlagswelt auch einige Dinge unwichtig. Welche das sein werden, mag sich in der näheren Zukunft zeigen. Eine Patentlösung ist zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls noch nicht gefunden. Christian Bartl

© pixabay

Zusammengenommen verleihen diese Ansätze dem genannten Servicegedanken eine gewisse Kontur. Gesehen werden sollte allerdings, dass es sich hierbei um nur eines von vielen möglichen Geschäftskonzepten handelt. Und

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branche

WAS MACHT EIGENTLICHT...? PIA HASENBEIN Werkstudentin bei der Online-Marketing-Agentur Projecter

© Pia Hasenbein

Nach deinem Studium an der HTWK absolvierst du nun einen Master in BWL an der Uni Leipzig. Was hat dein Interesse in diese Richtung geweckt? Als ich im Bachelorstudium mein Praktikum in einer Marketing-Agentur in England gemacht habe, hat sich der Wunsch entwickelt, mich noch einmal wissenschaftlich etwas breiter aufzustellen. Mal einen Blick über den Verlagstellerrand hinaus zu werfen. Hinzu kam mein zunächst privates Interesse für Nachhaltigkeit: Ich bin der Überzeugung, dass es in der Wirtschaft nicht immer nur um Wachstum und Gewinne gehen kann, sondern dass eben ein vernünftiger, langfristig orientierter Umgang mit knappen Ressourcen das Ziel sein sollte. Da Nachhaltigkeit in der Verlagswelt aktuell nur eine Nische ist, hat sich also der Weg hinaus angeboten.

Natürlich sollte darauf geachtet werden, dass Bücher umweltschonend produziert werden. Das beinhaltet jeden Schritt der Produktion, vom Bäumepflanzen bis hin zum emissionsarmen Transport. Auf der sozialen Ebene leistet die Buchbranche bereits einiges. Allerdings sehe ich im Umgang mit Mitarbeitern Defizite: wenn junge, engagierte Praktikantinnen für ihre Arbeit keine Entlohnung bekommen und Volontärinnen immer noch auf anderweitige finanzielle Unterstützung angewiesen sind – wie will man sich dann langfristig eine motivierte nächste Generation an Mitarbeitern aufbauen? Ökonomisch denke ich, dass die Branche viele Potentiale ungenutzt lässt. Aus Angst vor Veränderungen wird häufig Stillstand gewählt, obwohl sich durch die Digitalisierung viele Chancen auftun.

Du sagst, dass Nachhaltigkeit in der Verlagsbranche nur eine Nische ist und hast Abschlussarbeit genau darüber geschrieben. Was hast du dabei herausgefunden? Ziel meiner Bachelor-Arbeit war es herauszufinden, ob Verlage in ihrer Endkunden-Kommunikation auf Nachhaltigkeits-Argumente bauen sollten. Mein Ergebnis war ein klares Jein. Es kommt sehr auf die Affinität der jeweiligen Zielgruppe für Nachhaltigkeit und den thematischen Bezug der Buchinhalte an, ob Kunden Nachhaltigkeits-Argumente zu schätzen wissen. Schlussendlich kam ich daher zu dem Ergebnis, dass es sich für viele Verlage nicht anbietet, mit ihrer Nachhaltigkeit ausdrücklich zu werben. Das bedeutet aber nicht, dass eine nachhaltige Unternehmenspolitik keine Wettbewerbsvorteile an anderer Stelle bringen kann.

Was wünschst du dir für deine berufliche Zukunft? Landest du am Ende vielleicht doch noch in der Buchbranche? Und welche Rolle spielen Bücher und das Lesen in deinem Leben derzeit? Auf dem ersten Blick passen Nachhaltigkeit und Marketing nicht direkt zusammen. Aber genau das wäre mein Ziel: Nachhaltigkeit über MarketingStrategien zu etablieren. In Agenturen fühle ich mich wohl, weil man dort viele Projekte mit interessanten Kunden realisieren kann. Und wenn man von dem überzeugt ist, was man als Nutzenversprechen kommuniziert, macht die Arbeit umso mehr Spaß. Mein Weg wird mich wahrscheinlich erst mal nicht zurück in die Buchbranche führen – aber man sollte ja niemals nie sagen! Bücher spielen aktuell nicht so eine große Rolle in meinem Leben, wie ich es mir wünschen würde. Die vielen Texte, die man für Hausarbeiten lesen muss, reichen mir meist. Deswegen bin ich auf Hörbücher umgestiegen – Spotify und Audible sei Dank erzählt mir immer jemand eine schöne Geschichte.

Könnten - deiner Einschätzung nach - denn Verlage und sonstige Buchbranchenunternehmen hinsichtlich der Nachhaltigkeit trotzdem mehr tun? Nachhaltigkeit setzt sich ja aus Ökologie, Sozialem und Ökonomie zusammen.

Das Interview führte Christian Bartl

Geboren am 02.01.1993 in Volkmarsen Von 2013 bis 2016 Bachelorstudium Buchhandel/ Verlagswirtschaft an der HTWK Leipzig Seit 2016 Masterstudium Betriebswirtschaftslehre (Schwerpunkt Nachhaltigkeitsmanagement) an der Uni Leipzig Leipziger Lerche 49 | Herbst 2018


© ennamalt

EINFACH GRÜN


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branche

GRÜN IM TREND VERLAGE UND BUCHHANDLUNGEN ZIEHEN MIT

© pixabay

Nachhaltigkeit und grüne Alternativen gewinnen für den Kunden immer mehr an Bedeutung. Aus diesem Grund müssen sich auch die Anbieter mit diesem aktuellen Thema auseinandersetzen. Viele Verlage und Buchhandlungen haben den Umweltschutz schon in ihr Unternehmenskonzept integriert. Nachfolgend werden einige Vertreter aus diesem Segment vorgestellt.

lingpapier gedruckt. Auch bei der Wahl ihrer Geschäftspartner werden besondere Ansprüche gestellt: der Verlag arbeitet ausschließlich mit Anbietern zusammen die ebenfalls einen Beitrag zum Klimaschutz leisten z.B. durch die Nutzung von Ökostrom, ressourcenschonende Produktionsverfahren und Emissionsausgleich.

oekom Verlag

Der vegane Verlag existiert seit 2013 in Bad Lippspringe, nordöstlich von Paderborn. Das umfangreiche Sortiment umfasst alles was das grüne Herz begehrt: Kinderbücher, Zeitschriften, Hörbücher, Postkarten, Sach- und Kochbücher. Natürlich wird alles ökologisch und nachhaltig produziert, denn für das 20-köpfige Team steht die Umwelt an erster Stelle. Die Bücher und Karten sind komplett frei von tierischen Produkten, worauf der Verlag großen Wert legt. Denn besonders im Druckprozess ist es heute noch üblich tierische Bestandteile zu verwenden. Jene sind unter anderem in Bindemitteln, Klebstoff und Farben enthalten. Eine weitere nachhaltigkeitsfördernde Änderung im Produktionsprozess des GrünerSinn-Verlags ist die Verringerung des Makulaturbogenanteiles, wodurch Ressourcen und Kosten gespart werden. Um sich den Kundenwünschen anzupassen und ihren grünen Sinn zu verbreiten, besitzt das Unternehmen auch ein Facebook- und Instagramprofil.

Der klimafreundliche oekom Verlag mit Sitz in München veröffentlicht Fachbücher und Zeitschriften zu den Themen Ökologie und Nachhaltigkeit. Eine umweltschonende Ausstattung und Herstellung der Publikationen hat Priorität. Aber nicht nur die Bücher beschäftigen sich mit dieser Problematik. Der Umweltschutz ist zur Unternehmensphilosophie geworden. Ökostrom, Geschäftsreisen mit der Bahn und Nutzung von Recyclingpapier sind nur der Anfang. Um Transparenz über die Maßnahmen zu schaffen, veröffentlichte der führende Verlag für Umwelt und Nachhaltigkeit im deutschsprachigen Raum eine Entsprechenserklärung zum deutschen Nachhaltigkeitskodex. Außerdem verzichtet oekom seit 2017 auf das in der Branche übliche Einschweißen der Publikationen. Und es wird nicht nur im eigenen Unternehmen auf umweltfreundliche Methoden umgeachtet. Der Verlag möchte in der gesamten Branche neue Maßstäbe für Nachhaltigkeit setzen und arbeitet an diesem Ziel mit zahlreichen Arbeitsgruppen. Aus einem dieser Projekte ist das Umweltzeichen Blauer Engel für Druckerzeugnisse hervorgegangen. Doch dieser Verlag ist lange nicht der einzige, dem das Klima am Herzen liegt. Verlagshaus Gutekunst Als Partner des GoGreen-Projektes von DHL werden alle Pakete des in Bonn ansässigen Grußkartenverlages klimaneutral verschickt. Innerhalb der Stadt stellt Gutekunst die Sendungen sogar per Fahrrad zu. Die bunten Motive werden mit Hilfe von mineralölfreien Farben aus nachwachsenden Rohstoffen auf Recyc-

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GrünerSinn-Verlag

Ecobookstore Online aktiv ist auch der Ecobookstore. Im Jahr 2009 wurde der grüne Online-Buchhandel als Familienunternehmen gegründet. Mit ihrer Handelsplattform im Internet, die in Kooperation mit der Libri GmbH betrieben wird, möchten sie einen möglichst hohen Beitrag zum Schutz des Regenwaldes und des Klimas leisten. Ecobookstore bietet sowohl Bücher und eBooks, als auch tolino eReader, Hörbücher und Filme an. Durch diese Sortimentsbreite sollen Kunden die Onlinebuchhandlung als eine Alternative zu Amazon sehen. Das Angebot beinhaltet jetzt schon mehr als zehn Millionen Artikel, darunter über zwei Millionen e-Books.


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© pixabay

branche

Um den Kunden möglichst viel Einblick in die Klima-Unterstützung zu geben, können die Spendennachweise für den Regenwald direkt auf der Website eingesehen werden. Buchbox Die Buchbox-Buchhandlung gibt es mittlerweile an vier Standorten in Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Hier ist in Berlin die BiokäuferDichte besonders hoch. Vom Stromanbieter bis zum Reinigungsmittel werden alle Unternehmensprozesse auf Umweltverträglichkeit geprüft. Plastikbeutel wurden bereits durch Papiertragetaschen ersetzt und bei NonbookArtikeln wie Schokolade, wird auf das FairtradeSiegel geachtet. Einmal im Monat diskutiert das Team über Möglichkeiten die Buchbranche positiv zu verändern und veraltete Denkstrukturen zu durchbrechen. Dadurch entstand unter anderem die Initiative Bücher ab dem Verlag in Mehrwegwannen zu transportieren, um Pappe zu sparen. Buchbox beteiligt sich auch aktiv an der Foliendebatte, die sich mit dem umweltschädlichen Verschweißen von Büchern in Deutschland auseinandersetzt. Buchhandlung Varius Auf halbem Weg von Leipzig nach Dresden befindet sich in der Kleinstadt Mügeln die Buchhandlung Varius bzw. Der Grüne Laden. Hier kann man nicht nur Bücher kaufen. Der Shop ist gleichzeitig auch Café und Bioladen. So kann man vor und nach dem Essen schon in den Regalen stöbern. Die Sortimentsbreite lässt keine Wünsche offen, sowohl Kinder als auch Erwachsene finden in jedem Genre ein gutes Buch. Der integrierte Bioladen bietet regionale und faire Produkte aus ökologischem Anbau. Neben Lebensmitteln werden auch Kosmetik- und Geschenkartikel angeboten.

schon sagt, findet man dort sowohl Bücher als auch Spiele. Das Team hat sich auf Fantasy, Manga, Comics und Spiele für Jugendliche spezialisiert, bietet aber auch einige Romane, Hörspiele und englischsprachige Bücher an. Die Umwelt liegt den Mitarbeitern sehr am Herzen, sodass sie sich bemühen eine möglichst grüne Buchhandlung zu führen. Beispielsweise werden seit Anfang diesen Jahres für Kassenbons und Veranstaltungsflyer Recyclingpapier verwendet. Statt bedruckten Tragetaschen bietet die Buchhandlung von Hand gestempelte, ungebleichte braune Papiertragetaschen an, die gern zur Wiederverwendung genutzt werden oder wieder in der Buchhandlung zurückgegeben werden können. Das Geld für die erworbenen Beutel wird an eine Wildtierund Artenschutzstation gespendet. Durch eine Initiative des Bundesumweltamtes wurde in Wunstorf eine Fahrrad-Unterstellstation errichtet, die das Team von Wortspiel dazu motiviert hat, ihren Arbeitsweg zukünftig mit dem Rad zu bewältigen. Natürlich lässt sich darüber streiten inwiefern einzelne Maßnahmen der Anbieter wirklich nachhaltig sind. Aber viele Schritte gehen in die richtige Richtung und steigern die Präsenz des Themas Umweltschutz in der Buch- und Verlagsbranche. Diese Beispiele zeigen auch, dass ökologische Verlage und Buchhandlungen ihr Sortiment nicht nur „grün“ ausrichten, sondern genau so viel zu bieten haben wie andere Unternehmen. Also schnappt euch Jutebeutel oder Papiertragetasche und kauft das neue Buch mal woanders! Dann freut sich nicht nur der Buchladen, sondern auch die Umwelt. Janka Diettrich

Wortspiel Die Buchhandlung Wortspiel existiert seit 2010 in Wunstorf, nahe Hannover. Wie der Name © Pixabay

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DIE ZUKUNFT WIRD GRÜN BESONDERS IM BEREICH KINDERBUCH

Bio-Lebensmittel, Bio-Kleidung, fair gehandelte Produkte und ein umweltbewusstes Leben. Die Vermittlung von Werten wie Nachhaltigkeit, Entschleunigung und Einklang mit der Natur sind wichtige Inhalte für Kinderbücher. In Vielen von ihnen wird die Sehnsucht nach der Natur, das friedliche Zusammenleben mit Tieren und Pflanzen sowie Umweltbewusstsein thematisiert. Grün steht für Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit Das Thema grüne Bücher ist in den letzten Jahren in der Branche angekommen. Die breite gesellschaftliche Akzeptanz von Bio und Umweltschutz zeigen, dass nicht nur Ökos sich für Nachhaltigkeit interessieren. Während viele Bücher herkömmlicher Kinderbuchverlage im Ausland gedruckt werden, setzen einige wenige grüne Kinderbuchverlage ein Zeichen. Fair, nachhaltig und gesund sollen die Kinderbücher sein: das Papier soll nicht aus den Regenwäldern Indonesiens stammen und die Bücher nicht in China mit schadstoffbelasteter Farbe oder Klebstoff hergestellt werden. Auch bei großen Verlagen setzen neue Labels den Fokus auf ökologische Herstellung. Wie beispielsweise der Loewe Verlag mit seiner 2014 gestarteten „grünen Buchreihe“ Naturkind. Als grünes Buchlabel für die ganze Familie versteht sich die Reihe nicht nur von den Buchinhalten her als umweltfreundlich, sondern auch in ihrer Herstellungsweise. So werden die Bücher ausschließlich in Deutschland produziert, das Papier weist einen Recycling-Anteil von bis zu 90 % auf und die Illustrationen bestehen aus Farben auf Pflanzenölbasis. Runde Produkte: Von der Wiege zur Wiege Doch Grün bedeutet nicht gleich grün. Denn gerade engagierte VerlegerInnen verstehen unter „grünen Kinderbücher“ nicht nur ökologische Produkte, sondern vielmehr eine ganzheitliche Nachhaltigkeit, die mehr als nur Umwelt-

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bewusstsein umfasst. Dabei bezieht sich der Begriff Nachhaltigkeit eben auch auf die die ökonomische sowie die soziale Komponente: es geht damit um den geamten Herstellungs- und Fertigungsprozess des Buches. Das Cradle to Cradle-Konzept (deutsch: von der Wiege zur Wiege) ist von dem deutschen Chemiker Michael Braungart und dem US-amerikanischen Architekt William McDonough in ihrem 2002 erschienenen Buch Cradle to Cradle als Ökoeffektivität erdacht worden. Hierbei geht es darum, von Anfang an in kompletten Produktkreisläufen zu denken und auf diese Art erst gar keinen Müll im herkömmlichen Sinn entstehen zu lassen. Alles, was verwendet wird, soll nach dem Gebrauch weiter- und wiederverwendet oder ohne schädliche Rückstände kompostiert werden. Im Grunde also eine abfallfreie, biologische Kreislaufwirtschaft, bei der keine gesundheits- und umweltschädlichen Materialien zum Einsatz kommen. Dieser Ansatz wird bei einigen wenigen Kinderbuchverlagen genutzt, denn schließlich sind Eltern wie auch Verleger am Wohl der Kinder interessiert. Gerade für Printprodukte müssen viele Bäume abgeholzt werden. Bei mehreren tausend Novitäten im Jahr kommt da eine Menge zusammen. Die grünen Kinderbuchverlage setzen dabei mit dem Cradle to CradleKonzept auf die Verwendung von FSC-Papier aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern. Alternativ drucken sie ihre Bücher auf Recycling-Papier. Die ersten grünen Kinderbücher des Willegoos Verlags Handgemachte, hochwertige und nachhaltige Bücher bringt der Willegoos Verlag seit 2010 heraus. Das Verlagsprogramm beschäftigt sich nicht nur mit Themen rund um die Natur, auch die Herstellungsweise ist ökologisch und orientiert sich am Cradle to Cradle-Konzept. Die in Deutschland produzierten Bücher sind aus Recycling-Papier hergestellt. Selbst für


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die Hardcover wird Papier genutzt, das ohne zusätzliche Folie auskommt. Falls der ein oder andere dabei an graue oder nicht ästhetisch ansprechende Bücher denkt, dem kann gesagt sein, dass die Ausstattung der Kinderbücher äußerst gelungen ist und einen optischen wie haptischen Genuss für LeserInnen bietet. Denn, dies ist der große Anspruch des Verlags: es sollen Bücher sein, die gern zur Hand genommen werden, Bücher, an die man sich erinnern wird. Die Produkte unterscheiden sich in ihrer Wertigkeit also nicht von herkömmlich produzierten Büchern. Der Unterschied findet sich erst auf den zweiten Blick in der Produktion. Das Wissen um diese und die damit verbundenen Auswirkungen unterscheidet einen „grünen“ von einem traditionell produzierenden Verlag. Schöne grüne Kinderbücher aus dem Hause Neunmalklug und Kosmos Dieses Credo findet sich auch bei dem „grünen“ Neunmalklug Verlag. Dieser produziert seine umweltfreundlichen Bilderbücher ausschließlich nach dem Cradle-to-Cradle-Konzept und sorgt dafür, dass bedenkliche Materialien und Stoffen nicht in den Produkten enthalten sind. So verwenden die in Österreich hergestellten Bücher nicht einmal mehr Recyclingpapier. Da diese oftmals noch Reste von Druckfarben enthalten, nutzt der Verlag FSC oder PEFC zertifiziertes Papier. Die Druckfarben enthalten kein Mineralöl und sind frei von potenziell krebserregenden Azopigmenten. So können Kleinkinder die schadstofffreien Bücher gefahrlos in den Mund nehmen und sobald das Kind zu groß für Bilderbücher ist und es keine Verwendung mehr für das Bilderbuch gibt, können diese kompostiert werden. Doch der Neunmalklug Verlag setzt nicht nur auf eine grüne Produktion, sondern auch auf eine ganzheitliche, nachhaltige Unternehmensführung. Das Geschäftskonto befindet sich bei einer sozial-ökologischen Bank, Geschäftsreisen

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werden mit der Bahn unternommen, Bürobedarf wird bei nachhaltigen Shops bestellt, auch Ökostrom nutzt der Verlag und die Mitarbeiter setzen sich im Arbeitsalltag für Plastikvermeidung sowie Müllreduzierung ein. So weit ist vielleicht der Kosmos Verlag noch nicht, aber der Wissens- und Spieleverlag hat sich auch dem Cradle to Cradle-Konzept in seinen neuen Sachbuchreihen für Kinder verschrieben. Eine passende Verbindung, wenn man bedenkt, dass der Verlag seit über 100 Jahren den Fokus Natur in seinem Programm hat. Umweltschutz steht da natürlich an einer zentralen Stelle im Unternehmen, sodass sich der Verlag nun mit umweltfreundlicher Produktherstellung beschäftigt. Schritt für Schritt stellt sich der Fertigungsprozess und die Wertschöpfungskette auf Nachhaltigkeit um, bei der es um maximale Wiederverwendbarkeit und minimale Umweltbelastung geht. Die Zukunft wird grün werden und die bunten Kinderbücher machen Spaß für Groß wie Klein! Saskia Liske

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DEN EINKAUF BESIEGELN IM DSCHUNGEL DER ÖKO-SIEGEL

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Unser Alltag ist geprägt von Konsum. Ein Teil davon ist lebensnotwendig, ein anderer lebensbereichernd. Die Grenze dazwischen verändert sich, je nach dem wer gefragt wird. Um in unserem Konsum etwas verantwortungsbewusster zu sein, sowie zur Beruhigung des Gewissens, orientieren wir uns in unserem Einkaufverhalten an Zertifikationen. Bio, Fair trade, cruelty free sind dabei wohl die Bekanntesten. Doch welche Gütesiegel gibt es für unseren Medienkonsum? Und wofür stehen sie? Die Rohstoff-Retter Bücher, Zeitungen, Verpackungen und Kassenzettel sind nur einige Beispiele für Papierprodukte, die uns tagtäglich begegnen. Dementsprechend gibt es viele Zertifikate und vom Sehen her, kennen wir auch die meisten. Eines davon ist das „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemest“TM, kurz PEFCTM. Auf Deutsch steht die Abkürzung für Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen. PEFCTM ist ein internationales Zertifikat, welches Unternehmen und Waldbesitzer für nachhaltigen Umgang mit Holz erhalten. Laut ihrer Webseite ist ein Ziel die “Verbesserung der Waldnutzung und Waldpflege”. Die Zertifizierung erfolgt anhand von Anforderungen, die durch die PEFCTM gestellt und geprüft werden. Verbrauchern verspricht das PEFCTM-Kennzeichen u.a. Nachforstung, Erhaltung von Artenvielfalt und Lebensraum von Tieren und Pflanzen, sowie die Legalität der Herkunft. Ähnlich wie das PEFCTM steht das Forest Stewardship Council® (FSC®) für die ressourcenschonende Waldwirtschaft. Das FSC® hat zehn Grundsätze, die international gelten und das ökonomische Handeln ökologischen und sozialen Punkten unterstellt. Diese können samt Unterpunkten online eingesehen werden. Ebenso die angewandten Standards zum Beispiel für Recyclingpapier. Außerdem gibt es die Möglichkeit sich Lizenzinhaber unterschiedlicher Länder und Branchen anzeigen zu lassen.

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Anders als die obengenannten Kennzeichen ist Der Blaue Engel kein internationales und unabhängiges Zertifikat, sondern wird von deutschen Institutionen getragen. Diese sind das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, das Umwelt Bundesamt, die Jury Umweltzeichen und die RAL gGmbH. Der Blaue Engel prüft Produkte und Dienstleistungen auf ihre Auswirkungen auf Klima, Ressourcen und Menschen. Unternehmen, die ein Zertifikat erhalten haben, müssen sich alle drei bis vier Jahre durch das Umweltbundesamt neu prüfen lassen. Auch hier gibt es online die Möglichkeit herauszufinden, welche Unternehmen bestimmter Branchen dieses Umweltzertifikat erhalten haben. Das Vergleichsportal Die RAL gGmbH vergibt ein weiteres Umweltzertifikat: das EU Ecolabel. Die Europäische Kommission hat das Kennzeichen geschaffen um Produkte und Dienstleistungen zu kennzeichnen, die „geringere Umweltauswirkungen haben als Vergleichbare“. Besonders für Verbraucher eine praktische Information. Neben Papierprodukten gilt das Label unter anderem auch für Technikprodukte, Reinigungsmittel und Textilien. Sämtliche Mitglieder der EU haben das Kennzeichen anerkannt. Eine Übersicht über die vergebenen Zertifikate sowie Downloads der branchenspezifischen Kriterien, befinden sich auf der Webseite. Die Manager Qualität, Energie und Umwelt – wer hierfür in seiner Produktion gewisse Standards hochhalten will, der wendet sich an die International Organization for Standardization (ISO). Die ISO ist eine unabhängige und freiwillige Organisation mit 161 Mitgliedern. Sie arbeitet mit den nationalen Organisationen ihrer Mitglieder zusammen. In Deutschland wäre dies das Deutsche Institut für Normung (DIN). Zwischen der ISO und ihren Mitgliedern findet ein Austausch statt um Standards und Entwicklungen auf dem neuesten Stand zu halten. Insgesamt gibt es bereits


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22 210 international geltende Standards. Eine umweltschonende Herstellung sollen gerade die „DIN EN ISO 50001“, die für stetige Kontrolle und Optimierung des Energieverbrauchs steht und die „DIN EN ISO 14001“, Einhaltung und Weiterentwicklung einer ökologischen Produktion, garantieren. Was also lernen wir daraus? Es gibt ein großes Angebot an Zertifikaten, die umweltfreundliche Produkte kennzeichnen und viele von ihnen sind länderübergreifend gültig. Was häufig jedoch intransparent ist, sind die genauen Kriterien, die erfüllt sein müssen, um ein solches Label zu erhalten. Allgemeine Anträge und Kostenübersichten finden sich teilweise auf den jeweiligen Webseiten. Diese Intransparenz, sowie negativ Berichte, die immer mal aufkommen, führen dazu, dass Umweltzertifikaten gegenüber Misstrauen entstehen kann. Das entgegengebrachte Vertrauen gegenüber diesen Zertifikaten liegt im Ermessen des Einzelnen. Dennoch ist es gut zu wissen, dass sich weltweit Unternehmen freiwilliger Kontrollen unterziehen, um die Umwelt zu schützen.

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Annekatrin Franke

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MONDHOLZ ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT?

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Wisst ihr was Holz ist, was Bäume sind? Und was dieser Rohstoff für uns bedeuten kann? Nicht nur innerhalb der Buch- und Verlagsbranche, sondern ganz grundsätzlich? Nachhaltigkeit ist heute das Stichwort aller Umwelt- und Rohstoffdebatten. Und auch nach-wachsende Materialien bleiben ohne dieses Stichwort begrenzt. Doch der Mensch hat seine Kapazitäten noch lange nicht ausgeschöpft. Und mit Kapazitäten ist nicht die Umwelt ge-meint, sondern das eigene Denkvermögen und die Fähigkeit zu lernen. Vergangenheit 1750 war Karlo Witz der Verantwortliche für den Bergbau in Sachsen. Schon damals bemerkte er wie Wälder gedankenlos gerodet wurden. Er erkannte, dass der Wald so bewirtschaftet werden muss, dass das was herausgenommen wird auch wieder nachwächst. Dies beschreibt den Grundgedanken der Nachhaltigkeit. „Was vorher war, muss nachwachsen.“, so auch Erwin Thoma in einem Interview. Für manche ein esoterischer Träumer, für andere ein Visionär. Was Erwin Thoma allerdings niemand absprechen kann ist sein Unternehmen. Zwei Standorte (in Österreich und in Deutschland), ein Forschungszentrum, ein Säge- und ein Hobelwerk gehören zum Betrieb. Hier wird Mondholz verarbeitet. Schon Julius Cäsar nutzte Mondholz zum Bau seiner Schiffsflotte. Dank seines Schreibers Plenius, blieben detaillierte technische Beschreibungen erhalten. Schiffsbauer die kein Mondholz verwendeten drohte sogar die Todesstrafe. So wurde ein Gesetz erlassen, welches den Bau mit anderem Holz verbot. Denn dem Mondholz wurde nachgesagt, dass es resistent gegen Schädlinge sei, wie Muscheln die das Schiff zerlegten. Damals hatte nun einmal derjenige die Macht, der die See mit der stärksten Flotte bereiste. Theorie Aber was ist Mondholz? Oder zuerst was ist ein Baum? Werden die naturwissenschaftlichen Beschreibungen vereinfacht, ist ein Baum zu 99%

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um-geformte Luft. Entgegen unseren Vorstellungen entsteht sein „Material“ (Holz) nicht aus dem Boden, sondern aus der Luft. Die organischen Zellen eines Baumes sind ähnlich unserer Menschenzellen. Genau wie wir altern auch sie, bleiben dabei allerdings viel länger funktionsfähig. Holz wird dann als „Mondholz“ bezeichnet, wenn es zu einer bestimmten Zeit im Jahr gefällt wurde. Wird ein Baum im Winter bei abnehmendem Mond gerodet, werden dem Holz überdurchschnittliche Fähigkeiten zugesprochen. Zum Beispiel soll es resistenter gegenüber Pilzen und Insekten wie dem Borkenkäfer sein und keinerlei Holzschutzmittel benötigen. Doch wie kann das sein? Professor Ernst Zürcher von der ETH Zürich untersuchte in einem fünftjährigen Programm die Eigenschaften von Mondholz. Er erkannte, dass Bäume analog zur Gezeitenkurve dünner und dicker werden, sozusagen pulsieren. Es handelt sich hier nur um 1/100 mm aber die Veränderung ist messbar. Außerdem besitzt ein Baum ein elektro-magnetisches Ladungsfeld, welches sich einen Meter um ihn herum aufbaut. Das Ladungs-potenzial dieses Feldes steigt und sinkt synchron zur Mondphase. Die molekularen Bindungskräfte im Wasser des Baumes, sind wie bei Ebbe und Flut vom Mond beeinflusst. Bei abnehmendem Mond werden einzelne Moleküle aus dem Wassercluster herausgelöst und verbinden sich mit den Holzzellen. Die drei uns bekannten Aggregatzustände sind gasförmig, flüssig und fest. Doch innerhalb dieses Zusammenschlusses entsteht ein vierter Zustand: gallertartig. Das H2O-Molekül vermischt sich mit dem Zellulosemolekül und ist dann weder fest noch flüssig. Nimmt der Mond wieder zu trennen sich die beiden Moleküle wieder von-einander und der richtige Zeitpunkt zum Fällen der Bäume ist vorbei. Die Erklärung liegt also im Ladungspotenzial. In dieser speziellen Zeit des abnehmenden Mondes, welche im Herbst beginnt, befinden sich Bäume in der „Saftruhe“. Das bedeutet sie bereiten sich auf den Winter vor und wandelt


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Zucker in Stärke um. Die chemischen Abbauprozesse beginnen und die Blätter fallen, um bei mangelndem Sonnenlicht Energie zu sparen. Ansonsten würde ein Baum verdursten, da er nicht mehr genug Wasser aus dem gefrorenen Boden beziehen kann. Gegenwart Erwin Thoma baut also Häuser vollständig aus Mondholz. Diese Häuser kommen ganz ohne Dämmstoffe, Leim oder Verbindungsmittel aus und erfüllen trotzdem die vorgegebenen Werte der Dämmung eines Hauses. Was jedoch viel wichtiger ist, wenn wir die Nachhaltig-keit im Blick behalten wollen, sie sind zu 100% recyclebar. Weder bei der Produktion, noch bei einem Abriss entsteht das was wir Müll nennen. Doch bei all den Vorteilen, was passiert in einer Gefahrensituation, Beispielsweise einem Brand? Auch hier lohnt sich der Blick in den Wald: Wie kann er einen Brand überleben? Die Antwort: Dicke Bäume. Denn ist das Holz dick genug ist, brennt es nicht mehr lichterloh wie auf einem Lagerfeuer. Es verbrennt von außen, dabei entsteht allerdings eine Kohleschicht, die das Innere des Baumes schützt. Bei dem Ersten durchgeführten Brandschutztest, wurde die Beständigkeit einer 36 cm dicken Massivholzwand bei einem Brand mit 1000 Grad Celsi-us kontrolliert. Nach zwei Stunden musste der erste Testlauf abgebrochen werden, da der Öltank des Brenners leer war und die Wand noch stand. Der zweite Versuch endete nach drei Stunden, erst dann stürzte die Holzwand in sich zusammen. Andere Tests wurden durchgeführt vom Fraunhofer Institut, der Technischen Universität in Graz oder auch mit der Militäruniversität der deutschen Bundeswehr. Es stellte sich heraus, dass eine dicke Holz-wand im Hochfrequenzbereich strahlenfest ist, der Mobilfunk ist demnach abhörsicher.

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verstanden. Es sind komplexe Kreisläufe die wir dort vorfinden. Aber sowohl unsere Produktion, als auch unser Entsorgungssystem gestaltet sich größtenteils noch nicht als Kreislauf. Das Ziel muss es sein diese Kreislaufwirtschaft, welche wir zum Beispiel in einem Wald vor-finden, zu kopieren, denn er erzeugt alle Materialien selbst und recycelt sie in vollem Umfang. Das umzusetzen wird allerdings nicht möglich sein, wenn wir weiterhin Material nutzen, welches erstens nur begrenzt vorhanden ist, zweitens nicht nachhaltig genutzt wird und drittens nicht biologisch abbaubar ist. Der Mensch muss anfangen zu kooperieren, statt zu konfrontieren. Und ob das Beispiel des Mondholzes nun für Hokuspokus gehalten wird, oder nicht: Holz ist ein Rohstoff aus der Vergangenheit für die Zukunft. Melody Schieck

Zukunft Von der Natur haben wir schon viel lernen können, jedoch die wichtigste Lektion noch nicht www.buecherfrauen.de/akademie akademie@buecherfrauen.de

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MATABOOKS INTERVIEW MIT KAY HEDRICH

Wie entstand die Idee Bücher aus Gras herzustellen? Papier ist für mich ein wundervoller Werkstoff. Während meiner Arbeit in der Druckerei erlebte ich die massive Verschwendung dieses Stoffes. Das hat mich lange beschäftigt. Während eines Forschungsprojekts im Rahmen des Studiums, bei welchem die Produktion mit Graspapier analysiert wurde, entstand für mich die Idee Bücher alternativ aus diesem herzustellen. Im Mai 2015 wurde bestätigt, dass Gras für die Produktion von Papieren eingesetzt werden kann. Das war der Startschuss für Matabooks. Was bedeutet Matabooks? Auf meinen Reisen durch Indien ist mir der Begriff oft begegnet. In der heiligen Ursprache Indiens Sanskrit steht Mata für das Wort Mutter. Für mich ist Matabooks der Ausdruck des Respektes gegenüber Mutter Natur. Welche Leitlinien verfolgt das Unternehmen? Unsere Leitlinien beinhalten nachhaltige und soziale Aspekte. Nachhaltiges Publizieren bedeutet den gesamten Produktionsweg aus Umweltaspekten zu betrachten. Wir verwenden: Graszellstoff anstelle von Baumzellstoff, Biofarben anstelle von Farbpigmenten aus Läusen, Baumwolle anstelle von Polyester, wasserbasierten Klebstoff anstelle von Knochenleim (...). Unser Ziel ist zu gebrauchen und nicht zu verbrauchen. Die sozialen Leitlinien sind ebenfalls an Nachhaltigkeit orientiert: Neben des Aspekts jungen Künstlern und Autoren eine erste Chance zu bieten, versuchen wir ausschließlich regional zu arbeiten, des Weiteren spenden wir einen Teil der Erlöse an gemeinnützige Organisationen wie z.B. den Verein Anderes Sehen e.V.

es mit veganer Farbe und binden es mit einem Klebstoff auf Wasserbasis. Bis auf das schwierige Druckverfahren, produzieren wir unsere Bücher komplett in einem Haus. Baldiges Ziel ist jedoch die gesamte Produktion unter ein Dach zu bekommen, damit alles aus einer Hand kommt. Welche Vorteile stecken in dieser Art der Produktion? Der Rohstoff Gras ist sowohl reines Naturprodukt als auch überall regional verfügbar. Dadurch entfallen lange Transportwege und die CO2-Emissionen sind deutlich niedriger. Daraus resultiert ein effektiver Nutzen von Flächenressourcen durch die stoffliche Nutzung schnell wachsender, heimischer Pflanzen. Ein weitere Vorteil steckt in der Verarbeitung des Rohstoffes. Hierbei werden weniger Wasser und weniger Energie als bei der herkömmlichen Produktion benötigt. Ein positiver Nebeneffekt ist das neues Leseerlebnis beim Lesen von Matabooks. Neben haptischen und optischen Leseeindrücken, kommt eine olfaktorische Sinneserfahrung hinzu. Probiert es selbst! Welche Produkte bietet Matabooks an und welche Projekte sind für die Zukunft geplant? Derzeit verkaufen wir den Roman Das Flüstern der Rebellion und kunstvoll gestaltete Notizbücher. Das neueste Produkt ist unser Notizbuch zum Einpflanzen, ein Buch in dessen Cover Samen von Wildblumen eingeschöpft wurden. Wir planen demnächst drei Kinderbücher, einen Roman, ein veganes Hundekochbuch und mehrere Kalender zu veröffentlichen. Parallel arbeiten wir gerade an neuen Druckfarben aus Soja und Algen.

Wie funktioniert die Produktion mit Gras?

„Das Flüstern der Rebellion“ von Sophie Marlene Fröhlich

Das Gras wird auf der schwäbischen Alm von Heubauern geerntet. Es wird sonnengetrocknet, zermahlen und zu Pellets gepresst. Die Pellets werden anschließend in der Papiermaschine zu Papier verarbeitet. Danach bedrucken wir

Das Flüstern der Rebellion ist das erste von Matabooks verlegte Buch sowie Debütroman von Sophie Marlene Fröhlich und erschien im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2018. Die junge Autorin aus Potsdam entdeckte bei

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einem Schulprojekt ihre Leidenschaft anderen Jugendlichen ihre Geschichten zu erzählen. Im Rahmen des Deutschunterrichtes entstand die Idee für ihren Roman. Inhaber und Gründer Kay Hedrich wusste bereits von Sophies Schreiblust und gab ihr die Chance ihr Werk zu publizieren. Das durch Crowdfunding finanzierte Buch ist nicht nur Sophies erste Publikation, sondern auch das erste vegane Buch weltweit. Der Aspekt der Nachhaltigkeit spielt nicht nur für den Verlag, sondern auch für die Autorin eine große Rolle. Die erste Auflage besteht zu 100% aus Graspapier, für die zweite Auflage wurde nur für den Umschlag Graspapier und für das Papier recyclebare Stoffe verwendet. Auch inhaltlich beschäftigt sich die Geschichte mit den Entwicklungen der Umwelt und der Zukunft der Menschheit auf Erden. Die Dystopie mit zartem Happy End „passt zu der neuen Art von Buch, da das Graspapier in der Buchbranche auch eine Art Rebellion darstellt“. (Sophie Marlene Fröhlich). Wer jetzt neugierig auf mehr ist, kann ein paar Seiten weiter blättern und in den Rezensionen stöbern.

Kay Hedrich ceo und gründer von matabooks Bachelorstudium Buch- und Medienproduktion an der htwk Masterstudium Medienmanagement an der HTWK verlag matabooks mit sitz in dresden gegründet 2018 motto: nachhaltig, fair und vegan alleinstellungsmerkmal: Bücher aus Graspapier

Maxi Josephine Rauch

Die neue Reihe für Medienberufe

Band 1

Ulrich Huse, Verlagsmarketing ISBN 978-3-934054-53-0

Band 2

Birgit Menche, Urheber- und Verlagsrecht ISBN 978-3-934054-55-4

Band 3

Thomas Breyer-Mayländer, Klaus-W. Bramann Online-Marketing und E-Commerce für Buchverlage ISBN 978-3-934054-54-7

www.bramann.de

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OHNE VERPACKUNGEN LEBEN? EIN BLICK IN DEN LEIPZIGER UNVERPACKT LADEN

© Lisa Hanßke

Die Leipziger Stadtreinigung stellt auf ihrer Internetseite Tipps zur Abfallvermeidung zur Verfügung. Bereits der erste Satz lautet: „Der ‚beste‘ Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht.“ Diesem Motto haben sich auch Pierre Mischke und Christin Neubert verschrieben und führen seit mehr als zwei Jahren den Leipziger Unverpackt Laden Einfach Unverpackt. Verpackungsfrei

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Bei den beiden führte das Bedürfnis nach mehr Nachhaltigkeit schließlich zu dem Wunsch, etwas zu verändern. Der erste Schritt war es, im Supermarkt auf Plastiktüten zu verzichten und dann nach und nach ihren Müll immer weiter zu reduzieren. „Irgendwann haben wir aber gemerkt, dass es nicht weiter ging.“, erklärt Pierre. Dann stießen sie zufällig auf einen der ersten Unverpackt Läden Deutschlands in Berlin und das Konzept erschien ihnen für Leipzig passend. Pierre hatte als gelernter Koch schon lange mit dem Gedanken gespielt, sich selbstständig zu machen. Gemeinsam mit Christin, die vorher im Marketing gearbeitet hatte, setzte er Anfang 2016 die Idee in die Tat um. Heute läuft es gut und dank Social Media und Mundpropaganda immer besser. Das Konzept Zero Waste Das Konzept ist recht simpel: Beim Einkauf soll jeder Verpackungsmüll vermieden werden. Daher werden Trockenprodukte wie z. B. Müsli, Getreide, Nudeln oder Hülsenfrüchte in 25 kgSäcken und Trockenfrüchte in 10-20 kg-Säcken eingekauft und den Kunden in Spendern zum eigenen Abfüllen zur Verfügung gestellt. Obst, Gemüse und Milchprodukte liefert ein Großhändler aus Erfurt. Die beiden achten darauf, dass ihre Produkte so regional wie möglich sind. Beispielsweise wird Quinoa nicht aus Peru importiert, sondern kommt aus Deutschland. Wer es bei der Verpackungsvermeidung nicht

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beim Essen belassen will, der wird auch fündig. Gewillte Kunden können sich Flüssigseife, Waschmittel und Reiniger selbst abfüllen oder sich mit Bambuszahnbürsten und Toilettenpapier eindecken. Geboren wurde die Idee aus der Zero WasteBewegung (zu Deutsch: kein Abfall), nach der Müll möglichst gar nicht erst entstehen soll. Ihren Ursprung hat die Bewegung in den USA. Hier gibt es einige Städte, die sich im Kampf gegen den Müll engagieren und das Zero Waste-Prinzip auf kommunale Ebene gehoben haben. So will beispielweise San Francisco bis 2020 müllfrei sein und machte 2016 Schlagzeilen, als die Stadt Einwegbecher für den Gastronomiebereich verbot. Seit ihrer Entstehung hat sich die Bewegung vor allem dank Social Media bis nach Europa ausgebreitet. Wer will kann sich heute leicht über Blogs oder YouTube über Abfallreduzierung informieren. Was ist so schlimm an Plastik? Im Jahr 2016 entstanden in Deutschland 412 Mio. t Abfall, was 462 kg/Einwohner entspricht. Obwohl Deutschland eines der führenden Länder ist, was Recycling angeht, werden dennoch nur 68 Prozent des Abfalls recycelt. Dabei allerdings nur etwa 42 Prozent des Plastikmülls, wovon Deutschland so viel wie kein anderes Land in Europa produziert. Und dabei liegt im Plastik das eigentliche Problem: Seit 1950 wurden 8,3 Mrd. t Kunststoff (entspricht dem Gewicht von 80 000 000 Blauwalen) erzeugt. Davon wurden allerdings nur 600 Mio. t tatsächlich recycelt, 800 Mio. t wurden verbrannt. Der Rest landet auf Mülldeponien oder gelangt über Umwege ins Meer. In weiten Teilen des Meeres gibt es mittlerweile sechsmal mehr Plastik als Plankton. Wenn der Plastikkonsum mit der aktuellen Geschwindigkeit voranschreitet, wird im Jahr 2050 dreimal mehr Plastik im Meer sein als Fische. Und das Plastik verschwindet nicht einfach: Eine Plastikflasche braucht 450 Jahre, um sich zu zersetzen.


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Auf dem Weg dahin löst sie sich aber durch Mineralisierung auf und Mikroplastikpartikel entstehen. Wer beim Kochen Meersalz benutzt, kann also davon ausgehen, dass er immer auch eine Prise Plastik ins Essen streut. Was können wir also tun? Wer bei Einfach Unverpackt einkauft, der hat aber natürlich nicht immer diese Zahlen im Kopf, manchmal sind es auch ganz pragmatische Gründe: „Es kommen auch viele ältere Leute, die froh sind, dass sie nur so viel kaufen können, wie sie brauchen und dabei auch ein kleines Schwätzchen mitnehmen können.“ Außerdem kaufen junge Familien und Großfamilien, Studenten, Singles und Paare mit den unterschiedlichsten Einkommen ein. Denn obwohl der Laden nicht mit Discounterpreisen mithalten kann, günstiger als in einem BioSupermarkt ist es alle mal. Die Einsparungen, die das Team beim Einkauf macht, gibt es auch an seine Kunden weiter. All das klingt schön und gut, aber was kann man tun, wenn man keinen Unverpackt Laden um die Ecke hat? Pierre empfiehlt, einfach mal im Supermarkt die Plastiktüten wegzulassen. Denn wenn der Wunsch nach weniger Verpackung in Supermärkten kommuniziert wird, dann kann sich auch etwas verändern. Des Weiteren kann man bei Produkten wie z. B. Jogurt zum Glasgefäß statt dem Plastebecher greifen. Außerdem empfiehlt er den Weg zum Wochenmarkt, denn an vielen Ständen kann man Fleisch oder Käse auch schon im eigenen Behältnis einkaufen. Und sonst? Vorbereitung ist alles! Eigene Behältnisse oder Kaffeebecher mitnehmen, um To-go-Boxen oder -Becher einzusparen macht nicht viel Aufwand, vermeidet aber Verpackungsmüll. In Deutschland werden allein in einer Stunde 320 000 Coffee-to-go-Becher weggeworfen, die zwar zum Teil aus Pappe bestehen, aber mit einer Plastik-Beschichtung ausgelegt sind, die sich schwer abtrennen

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lässt – so kann nicht einmal die Pappe recycelt werden. Ein Blick in die Zukunft Wie geht es also weiter? Pierre ist zuversichtlich: „Als wir angefangen haben, gab es nur 10 Unverpackt Läden in Deutschland. Heute sind es zwischen 70 und 80 und es machen auch in Kleinstädten immer mehr auf.“ Für die Unverpackt Läden sieht es also gut aus, doch sie allein werden das Problem nicht beheben. Fürs Erste können wir aber alle hin und wieder zu verpackungsfreien Lebensmitteln greifen, eben Einfach Unverpackt. Paula Heinze

© Lisa Hanßke

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KUNSTSZENE LEIPZIG DAS TAPETENWERK - LINDENAUS KREATIVE HOCHBURG

© Wolfgang Schneider

Leipzig hat sich über die Jahre zu einer der Städte gemausert, die eine beeindruckende Kunstszene bieten - das Museum der bildenden Künste, die Galerie für zeitgenössische Kunst, das Kunstkraftwerk, das Spinnereigelände und viele weitere. Fast unmöglich sich auf einen einzigen Hotspot zu konzentrieren und diesen genauer zu beleuchten, doch den Anfang macht in dieser Ausgabe das Tapetenwerk. Geschichtlicher Hintergrund

© Andreas Schneider

Das Gelände des Tapetenwerkes liegt im Leipziger Westen, genauer im Stadtteil Lindenau. Die Geschichte dieser kreativen Stätte nahm 1883 ihren Lauf. In dem Jahr wurde dort die zweitgrößte Tapetenfabrik Deutschlands, die „Tapetenfabrik R. Langhammer Nachf. Emil Zilling KG“, gegründet. In den 1940er Jahren wird die Fabrik schrittweise zum Volkseigentum und 1976 schließlich als Teilbetrieb in das Kombinat VEB Verpackungsmittelwerk Leipzig integriert. Nach der Übernahme, im Jahr 1999, durch die TLG mbH Berlin und deren späterer Insolvenz, wird das Gelände 2006 an die heutigen Eigentümer verkauft. Im Januar 2007 wurde dann das Industriegelände umgebaut, um im April mit dem heute bekannten Tapetenwerkfest wiedereröffnet zu werden. Ein Highlight war die Aufnahme des Tapetenwerkes in die Good-Practice Datenbank der Bundesstiftung Baukultur im Jahr 2012.

Malern und Fotografen, Werkstätten, Büros von Mediengestaltern und Kommunikationsberatern. Und das ist nur eine Auswahl der beeindruckenden Räumlichkeiten, die es zu entdecken gilt. Das ganze Jahr über finden Ausstellungen und Workshops statt, die Besucher wie Mieter in den Bann ziehen. Kann ich dazu gehören? Es gibt auch für „Nichttapetenwerkler“ die Möglichkeit Teil des Ganzen zu sein, indem sie sich die Halle C01 mieten und auf den dortigen 320 m² eigene Ausstellungen, Projekt- und Abschlusspräsentationen, Workshops und andere Veranstaltungen ausrichten. Sollte sich der Hunger bemerkbar machen, haben Künstler und Besucher es nicht weit, um diesen zu stillen. Auf dem Gelände befindet sich eine Kantine, in der es jeden Tag viele verschiedene frische Gerichte gibt. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass sich ein Besuch mehr als nur lohnt. Staunend zieht es einen von einem Raum in den anderen. Von Stimmungen, Wirkungen und Eindrücken eingehüllt, bleibt der Besucher geradezu überwältigt zurück, denn dieser Ort ist magisch und einzigartig. Nach einem Besuch sind die kreativen Ergüsse kaum noch in Zaum zu halten und bahnen sich früher oder später einen Weg nach draußen und genau das ist es was mit einer Besichtigung erreicht werden soll: Kreativität wecken und ankurbeln, Faszination schaffen.

Das erwartet euch auf dem Gelände Jana Menke Auf dem 4.400 m² großen Gelände mit klassischer Industriearchitektur, uriger Backsteinfassade und teilweise mehrgeschossigen Hallenbauten, finden sich über viele Häuser verteilt kreative Räume, die in vielerlei verschiedener Weise genutzt werden. Das Gebäude ist in die Häuser A bis H, K und P eingeteilt, welche sich um einen zum Teil überdachten Innenhof anordnen. Ziel der Besitzer, die selbst Architekten sind, war es einen Ort zu erschaffen, an dem leidenschaftliche Köpfe preiswerte, aber professionelle Räume mieten und ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Es finden sich Ateliers von © Wolfgang Schneider

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WHAT‘S UP? HTWK NEWS

Ihr seid neugierig, was in den kommenden Monaten an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig alles so geschieht? Dann freut euch auf die nächsten Zeilen, denn hier gibt es alles Wissenswertes, was für die HTWK im nächsten Jahr so ansteht. Tag der offenen Hochschultür am 10. Januar 2019 Ihr seid neugierig, was die HTWK so zu bieten hat? Dann schaut am Tag der offenen Tür am 10. Januar 2019 vorbei. Hier könnt Ihr in Vorlesungen und Seminare aus dem aktuellen Lehrveranstaltungsprogramm hineinschnuppern, Labore und verborgene Räume betreten sowie sich einen ersten Eindruck vom Campus, den Studiengängen, Studierenden und Professoren der HTWK verschaffen. Natürlich werden auch grundlegende Fragen rund ums Studium beantwortet. So zum Beispiel: Was hat es mit dem Bachelor/Master-System auf sich, was für Studiengänge können an der HTWK studiert werden und was die Universitätsstadt Leipzig seinen Studierenden zu bieten hat.

Stuzubi Karriere Messe in Leipzig am 16. März 2019 Zum siebten Mal kommt im März die erfolgreiche Karrieremesse Stuzubi nach Leipzig und findet in der Kongresshalle am Zoo statt. Von 10:00 bis 16:00 Uhr habt Ihr die Möglichkeit kostenfrei durch die Halle zu wandeln und Euch eine Orientierung zur Studien- und Berufswahl zu verschaffen. An den verschiedenen Ständen könnt Ihr Euch mit Vertretern von Hochschulen und Unternehmen unterhalten. Auch die HTWK ist mit einem Informationsstand auf der Messe vertreten. Hier könnt Ihr mit unseren Studienberatern, Studierenden und Absolventen über Studienfächer und Berufsfelder ins Gespräch kommen.

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rezensionen

„WALD“ VON DORIS KNECHT

Rowohlt 9,99 € 272 Seiten, Taschenbuch ISBN 978-3-499-26787-1 Cover: © Rowohlt Verlag

Viele Menschen empfinden den Wald als einen Ort der Idylle und Ruhe. Für Marian ist er ihr letzter Ausweg, denn sie hat alles verloren. Sie flüchtet vor Schulden, vor Mitleid und vor der unerwiderten Liebe. Mit Anfang 40 scheitert ihre Karriere als Modedesignerin und sie muss ihr luxuriöses Wiener Großstadtleben aufgeben. Es treibt sie, völlig bankrott, in die dörfliche Einöde der Voralpen, nämlich in das alte Waldhaus ihrer verstorbenen Tante. Marian lernt sich selbst zu versorgen und die heimischen Bauern zu bestehlen. Deswegen heißt man sie dort nicht gerade herzlich willkommen als Außenseiterin. Sie trinkt sich ihre Einsamkeit abends gerade so erträglich, während sie tagsüber ihren Körper gegen Lebensmittel und Brennholz eintauscht. Der Jäger Franz hilft ihr, wenn sie ihn in ihr Bett lässt, denn als verarmte Einsiedlerin kann sie sich Sicherheit im wahrsten Sinne nicht leisten. Der Wald holt Fähigkeiten aus ihr heraus, die sie nie für möglich gehalten hat. Marian überwindet sich Tiere zu töten, sie auszunehmen und im Winter ohne Heizung zu überleben. Wer am Abgrund ist, hat ohnehin keine Wahl, sagt sie sich immer wieder. Jeder Leser wird in Wald Parallelen zu seinem eigenen Leben finden, da es um das Versagen und den Mut wieder aufzustehen geht. Es ist ein ernüchternder Roman der Gegenwart, denn nichts wird beschönigt und das ist eigenartig beruhigend. Danielle Schneider

„DUNKELGRÜN FAST SCHWARZ“ VON MAREIKE FALLWICKL

Frankfurter Verlagsanstalt 24,00 € 475 Seiten, Gebunden ISBN 978-3-627-00248-0 Cover: © Frankfurter Verlagsanstalt

In dieser Geschichte erlebt man eine nicht ganz einfache Dreiecks-Freundschaft. Moritz und Raffael, oder Motz und Raf wie sie sich gegenseitig nennen, sind Freunde, seit sie sich als Kinder das erste Mal auf dem Spielplatz getroffen haben. Moritz ist ein ruhiger Junge mit Synästhesie, die Fähigkeit die Welt in Farben wahrzunehmen, während Raffael sehr selbstbewusst und auch manipulativ voran geht. Johanna, oder Jo, wie sie von den beiden Jungs genannt wird, stößt erst in der zehnten Klasse zu den beiden Freunden und die Freundschaft der drei wird auf eine harte Probe gestellt. Der Roman beginnt sechzehn Jahre nach dem ersten Treffen und wird mit Einblicken in die verschiedenen Zeitpunkte im Leben der Freunde fortgeführt. Mit Episoden aus der Vergangenheit und den Geschehnissen der Gegenwart erfährt der Leser immer mehr über die Freundschaft und wie sie sich über die Jahre entwickelt hat. Erzählt wird aus drei Perspektiven: Moritz, Johanna und Moritz’ Mutter Marie, und nicht wie erwartet Raffael, weshalb man ein gutes Verständnis dafür bekommt, wie Raffael und Moritz Freunde geworden sind und wie sich diese Freundschaft in den frühen Jahren entwickelt hat, als die beiden noch klein waren. Ein wunderschönes Buch, das den Leser tief in die Geschichte eintauchen lässt, und das mit dem bildhaften Schreibstil seiner Autorin auftrumpft.

Leipziger Lerche 49 | Herbst 2018

Milena Lohse


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„PFLANZENREVOLUTION“ VON STEFANO MANCUSO

Pflanzen gibt es schon seit Anbeginn der Zeit, doch wie haben sie sich über die Jahre entwickelt und was ist das Faszinierende an ihnen? Dieser Frage geht Stefano Mancuso auf mitreißende Weise auf den Grund. Dieses Buch ist kein gewöhnliches Buch über Pflanzen. Mit besonderem Schreibstil und einer ansteckenden Euphorie entführt Stefano Mancuso den Leser in die Abgründe der Pflanzenwelt. Das Buch ist wie ein Roman geschrieben und lässt sich auch für Ahnungslose gut verstehen. Dabei ist dieses Werk kein traditioneller Ratgeber, sondern vielmehr ein Sachbuch für Erwachsene. Der Autor thematisiert interessante Punkte, beispielsweise dass Pflanzen kein zentrales Organ wie das Gehirn besitzen, wie es bei uns und den Tieren der Fall ist, sondern bei ihnen sind jegliche Funktionen über den kompletten Körper verteilt. Dadurch minimieren sie die Möglichkeit, durch gezielte Angriffe von natürlichen Feinden, ausgeschaltet zu werden. „Sie könnten genauso gut Außerirdische sein, so sehr unterscheidet sich ihr Organismus von dem unseren.“ (Zitat, S. 10) Unterfüttert wird das beeindruckende Wissen Mancuso‘s durch farbige Bilder - zum Teil sind thematisierte Pflanzen abgedruckt, aber auch wissenschaftliche Abbildungen finden sich auf den 256 Seiten wieder. Ebenfalls empfehlenswert sind die anderen Werke Mancuso‘s: Die Intelligenz der Pflanzen und Aus Liebe zu den Pflanzen, die auch im Kunstmannverlag erschienen sind. Hier wird der Leser ein weiteres Mal in die Welt der Pflanzen entführt, nur der Hintergrund und die behandelten Themen variieren.

Verlag Antje Kunstmann 24,00 € 256 Seiten, Gebunden ISBN 978-3-95614-233-8 Cover: © Verlag Antje Kunstmann

Jana Menke

„DAS FLÜSTERN DER REBELLION“ VON SOPHIE MARLENE FRÖHLICH Was passiert, wenn eine tödliche Krankheit ausbricht, welche die Menschheit zwingt auf engstem Raum, unterdrückt von der Regierung leben zu müssen? Das Flüstern der Rebellion von Sophie M. Fröhlich spielt im Jahr 2031. Eine Epidemie bricht aus, die Menschen qualvoll ersticken lässt. Die Kontinente werden unbewohnbar, 70% der Menschheit sterben und den wenigen Überlebenden bleibt nichts anderes als die Flucht nach dem noch nicht infizierten Europa. Dort herrscht bereits Chaos: die Städte platzen aus allen Nähten, sodass die Fortpflanzung verboten und die Nahrung rationiert wird. Dabei ist es nur Regierungsmitgliedern vorbehalten Freiheiten zu genießen und sich vor Ansteckung zu schützen. Allen anderen bleibt nur die Flucht über die Grenze bis zu dem von Rebellen besetzten Wald. Luna, die Heldin der Geschichte, ist eine der wenigen Privilegierten,. Sie hat das große Glück die Tochter des Präsidenten zu sein. Doch mit dem Verschwinden ihres Bruders Noah ändert sich ihr ganzes Leben. Er flüchtet in den Wald und wird an der Grenze angeschossen. Vor lauter Sorge macht sich Luna auf die Suche. Unterwegs wird sie mit den Lebensumständen jenseits der Grenze konfrontiert und stellt ihren Vater, seine Befehle und ihr ganzes Dasein in Frage. Noah hingegen liegt bereits im Sterben und schickt die Rebellen zu Luna. Doch es ist zu spät. Allein auf sich gestellt, sieht sich Luna nun mit dem Tod Noahs, der Lüge ihres Vaters und ihrem „neuen“ Leben konfrontiert. Die Widerständigen werden schnell zu ihren Freunden und unterstützen sie. Sorglos beginnt sie im Wald zu leben bis sie die Nachricht ereilt, ihre Eltern seien bei einem Attentat umgekommen. Das Schicksal der Menschheit liegt jetzt in ihren Händen. Wird sie zurückkehren und regieren? Kann sie die Menschheit am Ende retten?

Matabooks 24,90 € 316 Seiten, Taschenbuch ISBN 978-3-947-68100-6 Cover: © Nina Egil Foto: Maxi Josephine Rauch

Maxi Josephine Rauch

Leipziger Lerche 49 | Herbst 2018


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Ausmalbild und impressum

Mandala

© pixabay

IMPRESSUM „LEIPZIGER LERCHE“ ISSN: 1430-0737

Vertrieb: Annekatrin Franke, Melody Schieck, Milena Lohse, Christian Bartl

Auflage: 3 500 Exemplare

Anzeigen: Janka Diettrich, Annekatrin Franke, Melody Schieck, Milena

Herausgeber: Hochschule für Technik, Wirtschaft und

Lohse, Christian Bartl

Kultur Leipzig, Fakultät Medien,

Layout-Chefin: Jana Menke

Studiengang Buchhandel/Verlagswirtschaft,

Layout: Janka Diettrich, Jana Menke, Paula Heinze, Danielle Schneider

Karl-Liebknecht-Str. 145, 04277 Leipzig

Fotograf Titelbild: © Rico Molaro & Richard Bößert

Internet: www.fm.htwk-leipzig.de

Model Titelbild: Caroline Vetter

www.leipzigerlerche.com

Titelbild Spezial: © Anne Geßner

E-Mail: lerche-online@htwk-leipzig.de

Editorial: © Jana Menke

V.i.S.d.P.: Prof. Gunter Janssen

Reproduktion/Druck: Anke Schlegel, Roger Troks,

Chefredakteurin: Jana Menke

Hausdruckerei der HTWK,

Redaktion: Janka Diettrich, Annekatrin Franke, Saskia Liske, Jana Menke,

Gustav-Freytag-Str. 40, 04277 Leipzig

Melody Schieck, Christian Bartl, Paula Heinze, Danielle Schneider, Maxi Jose-

Weiterverarbeitung: IGT Colordruck GmbH,

phine Rauch, Milena Lohse, Anh Ty Le Tran, Ngoc Anh To

Mommsenstraße 2, 04329 Leipzig


Junge Karriere-Abonnement Das Abo für alle Studenten, Auszubildenden, Volontäre und Berufseinsteiger. 52 Ausgaben für nur 52 Euro! Das Börsenblatt informiert jede Woche als führendes Fachmagazin kompakt, informativ und immer Aktuell über Trends, Fakten und Entwicklungen in der Buchbranche. Genau das Richtige für Durchstarter und Überflieger. www.mvb-online.de/jungekarriere *Die Aktion ist zeitlich befristet bis zum 31.12.2018. Teilnahme ab 18 und Versand nur nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hinweis zum Datenschutz: Wir nutzen die postalische Adresse ausschließlich für die Abwicklung des Versands. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben (Details siehe www.mvb-online.de/datenschutz).


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49. Lerche  

Mit der Leipziger Buchmesse kommt auch die neue LEIPZIGER LERCHE! In der 49. Ausgabe wirft die "Grüne Lerche" einen Blick auf Themen rund um...

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Mit der Leipziger Buchmesse kommt auch die neue LEIPZIGER LERCHE! In der 49. Ausgabe wirft die "Grüne Lerche" einen Blick auf Themen rund um...

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