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spezial - die neue männlichkeit maskulinismus wie lesen männer? literatur ist doch schwul der mann und die kunst lost places 48 / frühling 2018

Studierendenzeitschrift des Studienganges Buchandel/Verlagswirtschaft der HTWK

Der maskuline Blick auf die Branche


© Susanne Bez

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Service von Nord nach Süd

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editorial

VORWORT LEIPZIGER LERCHE FRÜHLING 2018

Liebe Leserinnen, liebe Leser, mit der 48. Ausgabe zur Leipziger Buchmesse dreht sich alles um das Thema Männlichkeit. Warum aber dafür eine rosa Lerche? Ganz einfach: Bis zu Beginn des 20. Jahrhundert waren die Farben Rot und Rosa Männerfarben. Blau wurde dagegen von Frauen bevorzugt. Rot stand für Macht und Aktivität, während Blau mit Leben und Anmut verbunden wurde. Warum es zu einem Wandel kam, ist umstritten, aber es zeigt deutlich, dass Farbpräferenzen immer dem Zeitgeist unterliegen. Dass Männlichkeit nicht nur in Sachen Farbe heftig diskutiert wird, haben wir bei einem Exkurs in die Welt der Kunst (Seite 14) festgestellt. Aber auch den Kampf von Verlagen, die sich mit Themen zur Homosexualität (Seite 8) befassen, haben wir unter die Lupe genommen. Außerdem haben wir uns daran gemacht, die alte Seele Leipzigs (Seite 26) zu entdecken und den Buchmarkt in Flandern (Seite 6) zu erkunden. Viel Spaß beim Lesen und Entdecken wünschen Eure Leipziger Lerchen

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inhalt

INHALTSVERZEICHNIS editorial ........................................................ 3

branchenanekdoten ................................................ 5

buchmarktforschung flandern ......................................................... 6

branche literatur ist doch schwul ........................................ 8 einblicke in: männermagazine .................................... 10 buchbranche im nachwuchsdilemma ................................. 11 „was macht eigentlich ...?“ ..................................... 12 spezial: die neue männlichkeit der mann und die kunst .......................................... wie lesen männer? ............................................... maskulinismus ................................................... feminismus für männer ...........................................

14 16 18 20

lokales lange nacht der wissenschaften .................................. what‘s up? htwk-news ............................................ hinter den kulissen ............................................. lost places .....................................................

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rezensionen – aufgeschlagen die 7 wege zur effektivität ..................................... psychologie der massen .......................................... schachnovelle ................................................... wie man freunde gewinnt .........................................

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rätselspass ..................................................... 30

ausmalbilder und impressum ...................................... 32

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Frühling 2018


branchenanekdoten

GESCHICHTEN aus

dem Bücher-Alltag

Zuckerbrot und Peitsche Ich war gerade am Anfang meiner Ausbildung zur Buchhändlerin, als ein Kunde ausdrücklich bat, mich sprechen zu können. Er sagte mir, er hätte einen „speziellen Wunsch“. Ich war als Frischling sehr nervös, versuchte ihm aber weiterzuhelfen. Der Kunde sagte, er brauche eine Fachzeitschrift mit dem Titel „Schlagzeilen“. Ich hatte absolut keine Ahnung und dachte an eine politische Zeitschrift. Nach langem Suchen ohne Erfolg bestellte ich irgendwann einfach direkt beim Verlag. Ein paar Tage später kam der Kunde wieder, um die Bestellung abzuholen, und verlangte erneut explizit nach mir. Ich, sehr freundlich, da ich ihn nun schon kannte, ging nach hinten und zog aus dem Abholfach ein BDSM-Bondage-Magazin mit einer nackten, gefesselten Frau auf dem Cover. Anonym

Auf leisen Sohlen Die Türen zur Buchhandlung öffneten pünktlich. Eine Mitarbeiterin, die noch im Wareneingang tätig war, betrat die Verkaufsfläche und rief: „Wir sind bereit Leute, ihr könnt kommen!“ Da antwortete eine leise Stimme aus einer Ecke des Ladens: „Ich bin doch schon da.“ Eine Kundin hatte sich mucksmäuschenstill hineingeschlichen und schmökerte bereits in einigen Reise-Büchern. Anna Leiß

Weihnachten 2017 Während des Weihnachtsgeschäfts im letzten Jahr kam ein älterer Herr auf mich zu. Er trug eine Packung mit Weihnachtsbaumanhängern für circa 15 Euro in den Händen. Ganz verwirrt fragte er mich, wo der Baum zu diesen Anhängern sein soll. Ich musste ihn enttäuschen und erklärte, dass die Anhänger nur an den Baum gehören und es keinen Baum dazu gibt. Annekatrin Franke

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buchmarktforschung

FLANDERN preisbindung? fehlanzeige!

ein kleiner gliedstaat mit viel potenzial und langjähriger buchkultur hauptstadt brüssel

fläche 13 522 km²

Im Jahr 2016 waren die Niederlande und Flandern zu Gast auf der Frankfurter Buchmesse. Mit ihrem Motto „Dit is, wat we delen“, was auf Deutsch übersetzt „Das ist, was wir teilen“ heißt, erregten die beiden Länder viel Aufmerksamkeit. Die Niederlande sind jedem geläufig, wo aber liegt Flandern und wie sieht die Buchmarktsituation dort aus?

einwohner 6,52 mio.

umsatz buchmarkt ca. 365 mio. €

jährliche novitäten ca. 11 000

alphabetisierungsrate ca. 99 % (belgien insgesamt)

Flandern ist einer der Gliedstaaten des Königreiches Belgien. Die Provinzen West-, Ostflandern, Flämisch-Brabant, Antwerpen und Limburg sind im nördlichen Teil des Staates gelegen. Bekannt ist der niederländischsprachige Landesteil für seine eindrucksvolle Landschaft und historische Architektur. Mit 6,52 Millionen Einwohnern ist Flandern ein kleines Land, weshalb viele flämische Verleger auf den deutschen Buchmarkt setzen. Das Land verzeichnet weniger als 100 Verlage. Darunter die Publikumsverlage Lannoo und WPG, Anführer der Branche, sowie die Bildungs- und Fachverlage Keure, Pleckmans, Plantyn, Van In und Wolters Kluwer. Allgemein ist das Segment Wissenschaft und Bildung das größte auf dem flämischen Buchmarkt. Der ländliche Buchhändlerverband verzeichnet circa 82 Mitglieder mit ungefähr 295 Buchhandlungen. Standard Boekhandel ist mit seinen circa 150 Läden die größte Buchhandelskette Flanderns und nimmt somit ungefähr die Hälfte der Branche für sich ein. CB Logistics hat sein niederländisches Unternehmen durch einen Geschäftszweig auf dem flämischen Markt erweitert. Bei ihnen liegt das Distributionsmonopol. Verlage wie Lannoo oder Vrijdag arbeiten derweil aber auch mit ihren eigenen Verlagsauslieferungen. Im Jahr 2014 betrug der Buchbranchengesamtumsatz für Belgien und Flandern rund 365 Millionen Euro, wovon 70 Prozent alleine durch Flandern erzielt wurden. Bildung und Wissenschaft als wichtigstes Segment nahm mit 172 Millionen Euro etwas weniger als die Hälfte des Gesamtumsatzes ein. Zusammen erzielten die

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Bereiche Sachbuch, Belletristik und Kinderbuch 82 Millionen Euro. Die restliche Summe wurde außerhalb Flanderns erwirtschaftet. Waren es im Jahr 2013 noch 10 608 Novitäten (inkl. Fachbücher und wissenschaftlicher Literatur), hat sich die Zahl im Nachfolgejahr um 3,8 Prozent gesteigert. Die Verteilung lautet wie folgt: Sachbuch, Belletristik, Kinderbuch: 5 086 Titel; wissenschaftliche Literatur: 3 137 Titel; Bildung: 2 409 Titel. Durch die standhafte Dominanz der Segmente Bildung und Sachbuch ist es für niederländische Werke schwer, international herauszustechen. Die hohe Investitionsbereitschaft der ländlichen Verlage ermöglichte allerdings die Professionalisierung und den Ausbau der Lizenzabteilungen in den letzten zehn Jahren, und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Zwischen 2012 und 2014 stiegen die Zahlen des internationalen Lizenzgeschäftes um rund 163 Prozent und zur Frankfurter Buchmesse 2015 nochmals um 400 Prozent. Laut Verlegerverband bis dahin ein neuer Rekord. Gibt es Unterschiede zu dem deutschen Markt? Die flämische Literatur unterscheidet sich sehr von der deutschen. Dominieren in Deutschland Romane, melancholische und düstere Werke den Markt, so bekleiden in Flandern Romane mit starkem Gegenwartsbezug und Realismus die Spitzen der Bestsellerlisten. Durch literarische Meisterwerke wie „Das Attentat“ oder „Die Entdeckung des Himmels“ von Harry Mulisch oder „Philip en de anderen“ von Cees Noteboom erlebte die niederländische Literatur internationalen Durchbruch. Eine Großzahl der Verlage ist in Antwerpen ansässig. Nur jedes zehnte Buch verschafft diesen kleinen Verlagen einen Gewinn. Daher wendet sich eine Vielzahl flämischer Autoren an niederländische Verlage, welche finanziell attraktiver sind.


buchmarktforschung

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© pixabay

Mit einem Anteil von 2,9 Prozent am gesamten flämischen Buchmarkt ist der Verkauf von E-Books eher mäßig. Im Jahr 2014 wurden insgesamt 446 297 E-Books verkauft. Der vergleichsweise bessere Anteil am Gesamtumsatz lag in den Niederlanden bei 5,4 Prozent. Auf Bücher wird eine reduzierte Mehrwertsteuer erhoben. Diese liegt bei 6 Prozent (normale Mehrwertsteuer: 21 Prozent). Bislang herrscht noch kein Preisbindungsgesetz, aber den ersten Schritt hat die belgische Region Wallonien in diesem Jahr gemacht. Wallonien hat einen Entwurf für ein Preisbindungsgesetz verabschiedet, das voraussichtlich 2018 in Kraft treten soll. Die Buchmesse Antwerpens war 2015 für 155 000 Besucher eine beliebte Anlaufstelle. Um einen kurzen Vergleich anzustellen – Frankfurt verzeichnete im selben Jahr 275 791 und Leipzig 186 000 Besucher. Antwerpen ist allgemein eine beliebte Stadt, um auf den Pfaden der Buchkultur zu wandern. Die einzig erhaltene Buchdruckerei aus Zeiten der Renaissance und des Barock, das Plantin-Moretus-Museum, wurde 2005 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen und zählt zum städtischen Kulturschatz. Gründer der Druckerei war Christoffel Plantijn. Sie wurde 1555 erbaut. Im Jahre 1876 wurde das Gebäude mitsamt seinem Inventar an die Stadt Antwerpen verkauft und zu einem Museum umfunktioniert. Das Inventar umfasst die ältesten Druckpressen der Welt sowie eine umfangreiche typografische Sammlung von metallenen Drucklettertypen. Außerdem ist dort eine der bedeutendsten DruckgrafikenSammlungen aus dem 16./ 17. Jahrhundert zu bestaunen. Liebhaber der Plantiniana haben die Möglichkeit in der Bibliothek mit ihren 25 000 Bänden, einen Überblick über die Buchproduktion dieser Zeit zu erhaschen. Wichtige Werke, wie die fünfsprachige Biblia Polyglotta (1567 – 1572) von Abraham Ortelius, sind der Stolz der Bibliothek.

Welche Stellung hat Amazon auf dem flämischen Markt? Wer hierzulande seinen Wunschtitel nicht in der Buchhandlung seiner Wahl findet, wendet sich an den Versandhändler Amazon. Anders in den Niederlanden und Flandern: Amazon findet dort nicht denselben Anklang wie bei uns. Wer in den Niederlanden auf die Homepage geht, wird auf die dortige Version des AmazonKindle-Shops weitergeleitet. In dem Shop gibt es nur das E-Book-Angebot. Anders als bei uns bestellen die Niederländer und Flamen ihre Bücher über die Online-Plattform bol.com. Die Webseite war ursprünglich eine deutsche, hat hierzulande aber keinen Anklang gefunden. Die Idee der Plattform kam von Bertelsmann und ist in Flandern Marktführer. Ebenfalls gängig sind Onlineshops der Buchhandelsketten oder Webshops einiger Verlage. Im Gegensatz zu unseren erschwinglichen Buchpreisen sind die Preise in den Niederlanden und Flandern hoch. Zahlt man hier für ein Taschenbuch 10 Euro, kann es dort bis zu 19,90 Euro kosten. Liebhaber von HC-Ausgaben müssen mit Beträgen von bis zu 40 Euro rechnen, weshalb auf den Kauf neuer Literatur dann oftmals verzichtet wird. Der stationäre Buchhandel verzeichnet seit einiger Zeit einen ernsten Konkurrenten: den Supermarkt. Laut Umfragen zur 81. Antwerpener Buchmesse werden nur 3,3 Prozent der abgesetzten Bücher in Buchhandlungen verkauft. Die jährliche Buchhandel-Studie des GfK Panelmarktes ergab, dass Bücher immer öfter über andere Verkaufskanäle ihre Besitzer finden. Präferiert werden Onlineshops und Großwarenhäuser, denn diese bieten ihre Waren für günstigere Preise an, begründet durch die fehlende Preisbindung. Jana Menke

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branche

LITERATUR IST DOCH SCHWUL! NEIN, EBEN (LEIDER) NICHT

„Männerliebende Schriftsteller können sich drehen und wenden, wie sie wollen, ihre sexuelle Ausrichtung ist [...] allemal ausdrucksstärker als ihre Werke. Ihre Literatur ist erst einmal schwul, und dann erst Literatur“ Zitat von Detlev Meyer aus einer Rede zum 5. Geburtstag des MännerschwarmSkript Verlags. Dass Literatur so funktioniert, möchte man sich nicht vorstellen. Sie wird ganz im Gegenteil gern als eine erhabene Kunst angesehen, in welcher Unterschiede oder Vorurteile, vor allem in Bezug auf den Autor, nicht zum Tragen kommen. Überall ist Homosexualität heute vertreten: Medien, Kunst, Mode und sogar in der Politik. Wo bleibt sie in der Literatur? Zeitpunkt Null

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Anfang der siebziger Jahre organisiert an der Berliner Universität eine Gruppe von Homosexuellen einen Büchertisch. Das Augenmerk soll auf homosexueller Literatur liegen: Sie wollen Bücher verkaufen, zur Diskussion anregen, aufmerksam machen. Doch ihnen wird schon zu Beginn des Projektes ein Stein in den Weg gelegt, als ihnen klar wird: Es gibt kaum etwas, das verkauft werden könnte. Es gibt keine reflektierende Literatur, in welcher sich der Geschichte gestellt wird. Es gibt keine Literatur, die Fragen stellt und beantwortet. Es gibt keine Geschichten, die zum Nachdenken anregen. Aus dieser Not heraus entsteht 1975 der erste schwule Verlag in Deutschland. Die Gründer Volker Bruns und Peter von Hedenström wollen mit dem „Verlag rosa Winkel“ die Verlagslandschaft sowohl mit belletristischen Titeln als auch Fachbüchern zur Homosexualität bereichern. Peter von Hedenström ist wenige Jahre später auch einer der Mitbegründer des ersten schwulen Buchladens in Deutschland. Aus dem anfänglichen Szene-Treff „Prinz Eisenherz“ in Berlin wurde mit Hilfe politischer Aktivisten und Literaturliebhabern zusehends eine Fachbuchhandlung mit dem Schwerpunkt Homosexualität.

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Männerschwarm Verlag Der Männerschwarm Verlag entstand aus dem gleichnamigen, 1981 gegründeten Buchladen. Drei Buchhändler, darunter Joachim Bartholomae und der Journalist Detlef Grumbach, gründeten 1992 einen Verlag, der gemeinsam mit der Schwulenbewegung dem allgemeinen Widerstreben und Unwissen entgegenwirken und Raum für Neues schaffen sollte. Doch ihr Einsatz für unvoreingenommene Literatur schlug fehl und wurde eher ignoriert als anerkannt. Schnell wich der Enthusiasmus, neues Verständnis zu schaffen, der Enttäuschung. Anscheinend wollte niemand diese neue Sichtweise. Die Betitelung „schwuler Autor“ verkörperte immer noch Zurückweisung, weswegen sie weiterhin vermieden wurde, um Vorurteilen und Schubladendenken zu entgehen. Doch mit der gesellschaftlichen Entwicklung hin zu einem offeneren und respektvolleren Umgang miteinander fand auch der Männerschwarm Verlag seine Nische. Die anfängliche Zurückhaltung der Verlagswelt ermöglichte dem kleinen Verlag die thematische Alleinstellung. Zum Programm gehören heute deutsche und internationale Belletristik, Sachbücher, Comics und seit 2001 auch erotische Literatur. Außerdem werden Titel aus dem Englischen, Amerikanischen, Französischen und Finnischen übersetzt. Das Motto: „Aus der Nische für Alle“ beschreibt nicht nur die Verlagsphilosophie, sondern ermutigt, auch zu diesen Büchern zu greifen. Denn wird von Literatur nicht erwartet, den Horizont zu erweitern, also die stets gewohnte Realität mit neuen Aspekten zu füttern? So kann mit Impulsen und Visionen Präsenz und Akzeptanz geschaffen werden. Mit der Auszeichnung einer Programmprämie der Kulturbehörde Hamburg erreichte der Männerschwarm Verlag 2001 einen kleinen Meilenstein in der Verlagsgeschichte. In der Dankesrede des Verlages sagte Detlev Meyer: „Ihr seid ja selber Schuld, warum begebt ihr euch in das Ghetto, rufen uns die Wohlmeinenden immer wieder gerne entgegen, wenn sie unsere Zustandsbeschreibung als Klage auffassen.


branche

Wir klagen aber nicht. Wir reagieren auf eine Situation. Wir verlegen und verkaufen schwule Bücher solange es andere nicht mit derselben Selbstverständlichkeit tun.“ Und heute? Der Verlag „rosa Winkel“ wurde 2005 aus dem Handelsregister gelöscht und existiert heute nicht mehr. Es wurde 2006 zwar versucht, der Makulierung des noch vorhandenen Lagerbestandes entgegenzuwirken. Dies blieb jedoch erfolglos. Auch die „Männerschwarm“-Buchhandlung schloss am 24. Januar 2015 ihre Türen. Einzig das Comicangebot wird vom Buchladen „Fusselschwarm“ fortgeführt. So existieren heute von den einst sieben homosexuell orientierten Buchläden in Deutschland nur noch zwei: Der „Erlkönig“ in Stuttgart und der Buchladen „Eisenherz“ in Berlin. Wurde 1981 in Hamburg noch ein realer Treffpunkt für die Homosexuellen-Szene gebraucht, so hat sich die Community heute überwiegend in das Internet verlagert. Vor allem für Unentschlossene bietet das Internet vorerst eine Art Diskretion, die es bei Betreten eines Buchladens weniger geben würde. So musste sich auch der „Männerschwarm“-Laden fragen: Ist ein solches kulturelles Zentrum noch nötig und wie soll es finanziert werden? Da es an erster Stelle doch der Austausch war, der das Geschäft belebte. Letztes Jahr feierte der „Männerschwarm“Verlag 25-jähriges Jubiläum. Im Zuge dieses Geburtstages wurde auf der Internetseite ein Text veröffentlicht, welcher auf Geschafftes zurückblickt und auf Neues hoffen lässt. Schwule Leser schätzen weiterhin das Angebot. Doch den Kunden des Feuilletons oder des Buchhandels einen Blick über den Tellerrand zu ermöglichen, bleibt noch immer ein unerfüllter Wunsch des Verlages. Obwohl die Themenauswahl sich mehr denn je mit Fragen beschäftigt die sich früher oder später jeder stellt, bleibt der Durchbruch aus. Was bedeutet Emanzipation oder selbstbestimmtes Leben? Wie formen sich Beziehungen heute, wo kaum eine Liebe ein ganzes

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Leben hält? Wie kann man Sicherheit erfahren, wo doch die Flexibilität am Arbeitsmarkt den Rhythmus des Lebens vorgibt? Das sind Themen, die jeden beschäftigen und nicht nur Homosexuelle. Natürlich sammeln auch sie ihre eigenen Erfahrungen, doch in der Literatur werden genau solche Erfahrungen gespiegelt, verarbeitet und reflektiert und das Schreiben und Lesen darüber erweitert den Horizont. Einen Nerv traf 2016 beispielsweise die Veröffentlichung des Titels „Im Versteck“ von Matthew Griffins. Ein Roman, der vom Altern, Schwinden der Kräfte und vom Vergessen eines schwulen Paares erzählt. In diesem Sinne soll jede Art von Literatur sich dem Außergewöhnlichen, fremden Welten und der Fantasie widmen. Der Leser versetzt sich in die Figuren der Bücher hinein, erlaubt ihnen Fehler, versteht sie und ändert teilweise unbewusst die eigene Meinung für sie. Doch es ist nicht das Ziel, eine Doppelmoral zu manifestieren, sondern dieses Hineinversetzen, Erlauben und Verstehen als neue Denkstruktur in den Alltag aufzunehmen und heute ein besseres „Ich“ zu sein als gestern. Melody Schieck

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branche

EINBLICKE IN: MÄNNERMAGAZINE LIFESTYLE-LESESTOFF FÜR MÄNNER

Männermagazine sind für den Zeitschriftenmarkt das, was Heimwerker-Bedarf für Frauen ist. Im gesellschaftlichen Bewusstsein ist beides vorhanden, aber bisher noch nicht vollends angenommen worden. Bereits Publikumszeitschriften für Frauen behandeln in der Regel eine Mischung aus Reise-, Mode-, Gesundheits-, Erotik- und Karrierethemen. Männerzeitschriften erweitern das Angebot um Lebensbereiche wie Technik-, Sport- und Automobilthemen, die Männer interessieren. Die Geschichte der Männermagazine

Club Bertelsmann

Diese Entwicklung ist noch recht jung. Noch vor einigen Jahrzehnten wurde ein Männer- und Herrenmagazin mit erotischen und teils pornografischen Inhalten assoziiert. Bestes Beispiel hierfür ist wohl der von Hugh Heffner ins Leben gerufene „Playboy.“ Doch dies änderte sich bereits in den 90er- Jahren, und die Magazine entwickelten sich durch Themenerweiterungen sowie zielgruppenrelevante redaktionelle Konzepte zu Zeitschriften, die heute der Lifestyle-Presse zugeordnet werden. Heute sind die Männermagazine als Lifestyle-Produkte konzipiert, die eine genaue Zielgruppe anvisieren und auf die unterschiedlichen Bildungs- wie Altersschichten sowie verschiedenen Interessenslagen eingehen. So spezialisieren sich viele Publikationen mit thematischen Schwerpunkten, beispielsweise die „Men’s Health“, die sich an sportbegeisterte und gesundheitsbewusste Männer richtet. Neue Formate braucht Mann Mit der zunehmenden Digitalisierung schwanden auch die alten Herrenmagazine. Die ständige Verfügbarkeit von nackten Tatsachen, Bildern und Filmen macht das Konzept dieser Zeitschriften überflüssig. So entdecken Verleger immer mehr die Möglichkeit, Männermagazine als Gegenstück zu Frauenzeitschriften zu konzipieren. Am interessantesten setzt die „GQ“ die Prämisse eines Lifestyle-Magazins um, denn in der Zeitschrift wie auch im Internetauftritt findet Mann Themen eines jeden Bereiches – egal ob Mode, Lifestyle, Wohnen, Sport, Technik. Andere Publikationen wie die „Men’s Health“, „Beef!“ oder das „Zeitmagazin Mann“ beschränken sich dabei viel zu sehr nur auf eine männliche Zielgruppe. Zwar wächst dadurch auch der Markt an Männermagazinen, doch engen sich die Formate dadurch selbst ein. Auch wenn das alte, angestaubte Männerbild vom ewig triebgesteuerten, harten und starken Mann in unserer heutigen Zeit immer mehr aufgebrochen wird, bestehen weiterhin diese traditionellen Rollenbilder, die auch insbesondere durch die Magazine weitergeführt werden. Zielgruppe und Anzeigenmarkt Männerzeitschriften brauchen eine genau definierte Zielgruppe. Zudem müssen sie sich untereinander abgrenzen können. Dies ist auch der Grund, warum das „Zeitmagazin Mann“ mit dem Slogan wirbt „was Männer sich für ihr Leben wünschen und erträumen.“ („Zeitmagazin Mann“, OnlineShop) Im Heft finden sich also nicht nur die typischen Lifestyle-Kategorien, sondern auch Interviews und Porträts mit Menschen, deren Entscheidungen ihr Leben geformt haben. Es geht um USPs und Kundenbindung. Ein Blick auf das zweite Standbein einer Zeitung kann hier Aufschluss geben: der Anzeigenmarkt. Denn hier findet zusammen, was zusammengehört. Attraktive Anzeigenkunden werben für Produkte, welche die Zielgruppe interessiert. Mit einem Männermagazin, welches einen thematischen Schwerpunkt setzt, können Anzeigenkunden ihre Zielgruppe direkt ansprechen und erhöhen damit exponentiell die Aufmerksamkeit für ihr Produkt. So gesehen kann der Markt für Männermagazine noch deutlich weiterwachsen – es ist Luft nach oben! Saskia Liske

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BUCHBRANCHE IM NACHWUCHSDILEMMA BEST OF LERCHE - BLOG: PREISWERTE SUPERHELDEN GESUCHT Kommunikationsstark und dynamisch sollen sie sein. Belastbar, natürlich gebildet und wahre „Digital Natives“. Die Anforderungen an die Einsteiger der Buchbranche sind hoch, und der Verlagsalltag hat den jungen Buchmenschen vor allem Blut, Schweiß und Tränen anzubieten. Hat die Buchbranche ein Nachwuchsproblem? Tatsächlich erscheint die Beschäftigung mit totem Papier in Zeiten rasanter Digitalisierung als anachronistischer Berufswunsch, höchstens ein Refugium für Mauerblümchen mit Hang zum Eskapismus. Die sind aber genau das Gegenteil, was die Buchbranche gerne hätte. Medienprofis werden verlangt, mit allen Wassern gewaschene Content-Kapitäne, um die Unternehmen mit sicherer Hand durch den digitalen Sturm zu steuern. Natürlich ist neben diesen „Soft Skills“ auch noch eine umfassende und moderne Bildung gewünscht. Wer heute beim altehrwürdigen Fischer-Verlag lektoriert, muss nicht nur die Feinheiten der deutschen Sprache und gewisse Kenntnisse der Hochkultur beherrschen. Digitale Medien sollen wie eine Zweitwohnung für den Nachwuchs sein. Er bewegt sich mühelos zwischen Facebook, Twitter und Google, schnappt dabei die neuesten technologischen Trends auf und beherrscht sie natürlich auf allen möglichen Geräten. Spannender Job, karges Einkommen: Arbeit mit Büchern Solch ein Universalgenie liegt selten schon in der Kinderwiege. Der Weg zu den höheren Weihen einer Festanstellung in der Buchbranche ist lang und steinig. Eine Ausbildung, Studium oder idealerweise beides, vielleicht noch ein Auslandsjahr, natürlich zahlreiche Praktika und Volontariate – sind längst keine Garantie, mit Ende zwanzig schließlich ein sicheres Auskommen zu finden. Ingenieure denken da bereits über den Hausbau nach, während der Nachwuchs der Buchbranche die nächste billige WG in München sucht. Die Jungen Verlagsmenschen befragten Anfang des Jahres den Buchbranchen-Nachwuchs zu seinem Arbeitsleben. Fazit: Hingabe und Freude am Beruf sind ungebrochen, aber ebenso der Unmut über unverhältnismäßige Entlohnung und den Missbrauch von Volontären als Ersatz für Vollzeitkräfte. Wer nach über einem halben Jahrzehnt Ausbildung nur hinhaltende Versprechen auf die nächste befristete Anstellung hört, sucht woanders sein Glück. Mäßige Bezahlung um das teure Leben in Berlin, Frankfurt oder Hamburg zu finanzieren; selbstverständliche Überstunden und Chefs, deren Dienstjahre sie in ihren Augen vor jeglicher Meinungsänderung schützen: Warum sollte ein ambitionierter Medienprofi voller Ideen bei einem Verlag arbeiten? Es hört sich nicht unbedingt nach einem guten Tausch an – wenn ebenso die Marketing-Abteilung von BMW lockt.

KOMPETENT KONKRET KULT

dung ist vielfältig und jeden Tag aufs Neue spannend, aber kein Zuckerschlecken: Einsatz am Wochenende und Feiertagen gehören naturgemäß zum Einzelhandel, die Vergütung ist bei unabhängigen Buchhandlungen kaum der Rede wert. Es sind aber nicht nur die trüben Aussichten, welche den Nachwuchs abschrecken. Viele Buchhandlungen bilden einfach nicht mehr aus. Nun könnte der Geist der jungen Azubis in den Betrieben, Berufsschulen und durch gute Nachwuchsarbeit der Branchenorganisationen geschmiedet werden. Leider gilt bei uns eher: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Gerade in den engagierten, unabhängigen Buchhandlungen mangelt es oft an elementaren Kenntnissen aus der digitalen Welt. Das Webseitendesign aus den 90ern mal überholen? Kann ja der Praktikant machen, wenn er Lust hat. Softwareupdates, um Sicherheitslücken zu schließen? Nicht möglich, das billige Gratisprogramm wird seit drei Jahren nicht mehr unterstützt. In den Berufsschulen und Unis sieht es auch nicht besser aus. Zwischen unterfinanzierten Computerkabinetten und einem altbackenen Berufsschullehrplan versuchen engagierte Lehrer, durch eigene Fortbildung den Unterrichtsstoff ins 21. Jahrhundert zu bringen. Doch was nützt die beste theoretische Bildung, wenn der Nachwuchs die Technik nicht in der Praxis kennenlernt? Gehirne! Jung und zart. Das ist, was wir brauchen! Auch wenn die Jungen Verlagsmenschen immerhin deutliche Gehaltssteigerungen feststellen konnten: Es bleibt noch viel zu tun. Mit Sparkurs und falscher Nostalgie sorgt die Buchbranche nicht nur für ein Abwandern intelligenter Fachkräfte, sondern behindert ihre eigene Innovationsfähigkeit. Auf Sparflamme gesetzte Volontäre mit unsicherer Zukunft behalten ihre Kompetenzen natürlich eifersüchtig für sich, um dem Verlag die dauerhafte Übernahme schmackhaft zu machen. Wenn die VertriebsVolontärin, die gerade das verlagsinterne CMS-System optimiert hat, dann doch geht, verschwinden natürlich auch ihre Kenntnisse. Dafür werden ihre Nachfolger endlos neu eingelernt. Ein selbst verschuldeter „Brain-Drain“. Am Ende könnte die Buchbranche tatsächlich zugrunde gehen, weil ihr die guten Mitarbeiter den Rücken kehren. Wir alle in unserem Studiengang sind auf unsere Art masochistisch-idealistisch und würden eine solche Entwicklung betrauern. Zeit, dass wir die Dinge selbst in die Hand nehmen.

Ausbildung im Buchhandel: Eigeninitiative statt Lehrplan Der wundervolle Beruf des Buchhändlerswww.buecherfrauen.de/akademie ist immer noch ein wichtiger Einstiegsweg in die Medienbranche. Die Ausbilakademie@buecherfrauen.de

Niklas Gaube

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branche

WAS MACHT EIGENTLICHT...? KATHRIN BETKA volontärin in der marketingabteilung des carlsen verlags in hamburg

Warum hast du dich für das Studium Buchhandel/Verlagswirtschaft entschieden? Die Kombination von betriebswirtschaftlichen Themen mit der Verlagswelt hat mich gereizt. Spannend war für mich auch die Stadt Leipzig an sich und die praxisnahe Ausrichtung des Studiengangs. Und welche Tipps hast du rückblickend für Studenten?

© Kathrin Betka

Das Praxissemester hat mir persönlich sehr viel gebracht. Ich kann nur empfehlen, eine andere Stadt und ein spannendes Unternehmen kennenzulernen. Buchmessen eignen sich gut, um mit möglichen Arbeitgebern persönlich in Kontakt zu kommen. Besonders bereichert hat mich auch die Arbeit im Fachschaftsrat. Ich habe dort tolle Menschen getroffen und viel für das Berufsleben gelernt. Wie sieht dein Arbeitsalltag bei Carlsen aus? Dieser ist zum Glück sehr abwechslungsreich. Unter anderem plane ich Social Media-Kampagnen für Endkunden und bin bei Handelsmaßnahmen an Bord. Ich koordiniere aber auch Programmvorschauen und habe nahezu täglich Kontakt mit Agenturen und Grafikern. Darüber hinaus stehen immer mal wieder Kooperationen mit Filmvertriebsunternehmen an. Im Moment beschäftige ich mich viel mit Harry Potter, da wir in diesem Jahr das 20-jährige Jubiläum feiern werden.

Wenn du nur noch ein Buch für den Rest deines Lebens lesen könntest, welches wäre das? Ganz schön schwierig. Spontan fällt mir da „Abbitte“ von Ian McEwan ein. Es ist großartig geschrieben. Die Geschichte berührt das Herz und ist durchweg mitreißend. Ich würde sagen, dass mich dieses Buch nachhaltig geprägt hat. Was ist dein Favorit aus dem Carlsen Verlagsprogramm? „Die Königinnen der Würstchen“ von Clémentine Beauvais. Ein humorvolles und gleichzeitig auch tiefsinniges Buch. Man möchte sich am liebsten aufs Rad schwingen und nach Frankreich fahren. LBM oder FBM? Und warum? Definitiv die Leipziger Buchmesse! Man kann dort hautnah Autoren und Verlage erleben. Die Wege sind nicht so lang wie in Frankfurt. Außerdem ist es immer mal wieder schön, in Leipzig zu sein und dort ehemalige Studienfreunde zu treffen. Das Interview führte Anne Franke

geboren am 20. februar 1991 in gladbeck von 2010 bis 2013 ausbildung zur sortimentsbuchhändlerin bei thalia von 2013 bis 2016 bachelorstudium buchhandel/verlagswirtschaft an der htwk leipzig

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DIE NEUE MÄNNLICHKEIT


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spezial

DER MANN UND DIE KUNST WAS IST MÄNNLICHKEIT IN DER KUNST?

Gibt es männliche Kunst? Und wie sieht männliche Kunst aus? Gibt es einen Unterschied zwischen weiblicher und männlicher Kunst? Was bedeutet das überhaupt: Kunst und Männlichkeit? Die Frage nach dem Geschlecht ist nicht nur in Kunstwerken von großer Bedeutung. Schließlich resultiert daraus die Frage nach Rollen, Möglichkeiten und Chancen, denen Menschen in einer Gesellschaft nachgehen. Dabei ist die Kunst auch immer die Möglichkeit, Rückschlüsse über repräsentierte Wirklichkeitsvorstellungen, über die in der Gesellschaft vorherrschenden Ideen, Normen und Werte zu ziehen. Denn in Kunstwerken sind soziale Rollen und das Geschlechterverhältnis mit eingeschrieben – entweder durch die Kunstschaffenden selbst oder durch die Betrachter. Kunst ist männlich Aber was bedeutet das? Zum einen meint dieser Ausdruck den Herstellungsprozess von Kunst, also dass vorrangig männliche Kunstschaffende Kunstwerke kreiert haben und diese in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. Zum anderen meint es aber auch Männlichkeitskonzepte, die im Kunstwerk selbst umgesetzt werden. Lange Zeit war Kunstschaffen von Männern geprägt. Selbst heute haben es Künstlerinnen schwer, von der Gesellschaft beachtet zu werden. Noch immer verkaufen sich Kunstwerke von männlichen Künstlern häufiger und besser als die von weiblichen. Zwar gab es immer schon Frauen, die sich künstlerisch betätigt haben, doch waren diese in der Minderzahl. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Kunst von Männern für Männer gemacht war. Es stellt sich die Frage nach der Präsentation der Geschlechter: Wie werden Frauen und Männer in den Kunstwerken dargestellt? Der männliche Blick legte diese Präsentation fest und entwickelte so Kategorien, was Männlichkeit ist. So entstand ein hegemoniales Männlichkeitskonzept, welches den Männern ein Rollenverhalten

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zuweist und vom Großteil der männlichen Gesellschaft akzeptiert wurde und letztlich konstruiert ist wie die Kunstwerke selbst. Männlichkeitskonzepte in der Kunst Die von Männern geschaffene Kunst ist in gewisser Weise auch eine Selbstreflexion beziehungsweise Selbstinszenierung. Der idealisierte männliche Körper findet sich in antiken Statuen genauso wie in Gemälden der Renaissance oder bei heutigen Männermodels. Das Streben nach Perfektion und Idealen führte und führt zu verschiedenen Männlichkeitskonzepten. So sind neben einem glorifizierten Körper Ideale wie Arbeit, Heldentum und Dominanz etabliert. Beispielsweise wurden Männer überdurchschnittlich häufig als Helden und Sieger dargestellt, selten bis gar nicht weinend. Viele als weiblich bekannte Eigenschaften wurden in der Kunst genutzt, um Anti-Typen zu entwerfen, wie der Mann nicht sein soll. Diese Gegendarstellung diente als Selbstvergewisserung der eigenen Männlichkeit und zur Festschreibung des hegemonialen Männlichkeitskonzeptes. Das Aufbrechen von Männlichkeit in der Kunst – alternative Männlichkeitsbilder In der allgemeinen Vorstellung gibt es bis heute noch viele Ansichten darüber, wie ein „richtiger“ Mann sein sollte – auch in der Kunst. Aber mit den sozialen Bewegungen der 70er- und 80er-Jahre, die sich gegen ein althergebrachtes Bild aussprechen, bricht das Bild des „einen Mannes“ auf. Stattdessen sind wir heute mit so vielen unterschiedlichen Vorstellungen und Konzeptionen vertraut wie konfrontiert, sodass wir heute von alternativen Männlichkeitsbildern sprechen können. Schließlich haben die alten Männlichkeitsideale vom starken Mann, dem Helden und dem disziplinierten Mann ausgedient. Die immer weiter fortschreitende Individualisierung führt zu einer beginnenden öffentlichen Akzeptanz von Homosexualität und Andersartigkeit. Der Feminismus ist dabei für neue männliche Rollenbilder Wegbereiter,


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da deren Forderung nach Gleichstellung die alten Rollenbilder immer weiter zurückdrängt. In der Kunst setzen sich neue, alternative Männlichkeitskonzepte durch. Es galt, alte, stereotype Bilder zu überwinden und neue Darstellungen für Männlichkeit zu finden. In vielen Kunstwerken zeitgenössischer Kunstschaffender findet zunehmend eine Symbiose zwischen biologischem und sozialem Geschlecht statt. Schließlich ist Männlichkeit nichts anderes als ein Kunstprodukt – eine gesellschaftliche Rolle mit genau festgelegten Vorstellungen, Bildern und Zuschreibungen. Können wir also überhaupt von Männlichkeit sprechen? Ist es nicht immer wieder ein hochindividueller, komplexer Konstruktionsprozess, der für uns alle heute ganz anders vollzogen wird? Antworten darauf versuchen Künstler und Künstlerinnen zu finden. Dabei testen sie immer wieder verschiedene Grenzen aus und erschaffen Kunst, die uns als Rezipienten zum Nachdenken anregen soll. Emotionen, Brüche und Realität Ausstellungen wie beispielsweise „Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo“ im Frankfurter Städel Museum (November 2016 – März 2017) präsentieren neue Sichtweisen auf moderne Kunstwerke. Dabei ging es vorrangig um die künstlerische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und -beziehungen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Anhand der Werke ließ sich nachvollziehen, wie Kunstschaffende der Moderne auf die Konstruktion von Geschlechtermodellen reagierten und wie sie Stereotypen, Idealbilder und Identifikationsfiguren in ihrer Kunst verarbeiteten. So konnten Besucher und Besucherinnen Kunstwerke sehen, deren Männlichkeits- und Weiblichkeitskonzepte als stereotype Rollenbilder funktionierten oder durch verschiedene Strategien aufgebrochen wurden. Ein ebenso interessanter und weitaus zeitgenössischerer Einblick in die Kunstwelt zwischen männlichen und weiblichen Rollenbildern

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erlaubte die Ausstellung „Trigger: Gender as a Tool and a Weapon“ des New Museums in New York (September 2017 – Januar 2018). Die Betrachter konnten sich anhand der verschiedenartigen Kunstwerke auf die Suche nach dem Geschlecht machen. Viele der Kunstwerke changieren zwischen den Geschlechtern und loten die Grenzen aus. Sie stellen diese infrage und suchen nach neuen Männlichkeits- oder gar Identitätskonzepten. Denn was heute als unser soziales Geschlecht definiert werden kann, ist oftmals durch viel fließendere Übergänge gekennzeichnet als tradierte Rollenbilder, die sonst sehr stark abgegrenzt waren. Die Kunstwerke selbst liefern zwar Ansätze von Antworten, bleiben aber die Auflösung den Rezipienten schuldig. Dies ist der große Vorteil dieser Ausstellung, denn erst in der Konfrontation mit sich selbst können die Grenzen von Männlichkeit und Weiblichkeit infrage gestellt werden. Gibt es überhaupt feste Abgrenzungen oder sind diese fließend? Wie stehe ICH dazu? Was denke ICH darüber? Wie reagiere ICH auf die Kunstwerke? Was Männlichkeit ist, kann jeder von uns nur selbst beantworten. So werden die Grenzen der Geschlechterrollen nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Realität überwunden. Saskia Liske

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WIE LESEN MÄNNER? EINE BEFRAGUNG ZUM LESEVERHALTEN

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Männer lesen viel weniger als Frauen. Jungen beschäftigen sich nur noch mit Computerspielen und dem Internet. Bücher sind nichts für richtige Männer. Diese und weitere Floskeln hört man oft. Aber stimmt das wirklich? Um einigen Vorurteilen auf den Grund zu gehen, wurden Jungen und Männer verschiedener Altersgruppen zu ihrem Leseverhalten interviewt. Hierbei wurde nicht nur erfragt, wie oft und was gelesen wird, sondern beispielsweise auch, wie sie sich das perfekte Buch für sich selbst vorstellen. Anton, 18 „Ich lese oft Artikel über Spiele im Internet. Ein Buch nehme ich vielleicht einmal im Monat in die Hand, wenn ich Zeit dafür habe und wenn, dann einen Ratgeber. Früher habe ich gern ‚Die Drei Fragezeichen‘ gelesen und so ähnliche Abenteuergeschichten. Als ich zu alt dafür war, habe ich aufgehört, Bücher zu lesen. Wenn man einen Ratgeber schreiben würde über Dinge, die man im Leben wissen muss, um keine Fehler zu machen, wäre es das perfekte Buch für mich. Das würde ich dann natürlich auch kaufen und lesen.“ Falk, 47 „Seit dem Jugendalter lese ich täglich Zeitung und Zeitschriften, wie die ‚Oschatzer Allgemeine Zeitung‘, den ‚Spiegel‘ und den ‚Stern‘, da ich politisch interessiert bin. Nachrichten, die man im Fernseher sieht, kann man dort noch mal genauer nachlesen und auch regionale Informationen aufnehmen. Bücher lese ich sehr selten, vielleicht einmal im Jahr. Mich schreckt die Anzahl der Seiten meist ab, und da ich so wenig Zeit habe, müsste ich dafür weniger Zeitung lesen. An Romanen stört mich außerdem, dass da noch drei bis vier Nebenhandlungen detailliert beschrieben werden. Ich bräuchte ein Buch mit einer geradlinigen Handlung, eventuell einen Krimi oder eine Abenteuergeschichte. Vielleicht wäre ein Kurzgeschichtenband etwas für mich. Das könnte ich mal ausprobieren.“

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Jonas, 14 „Früher habe ich mehr gelesen, zum Beispiel Bände wie ‚Harry Potter‘ und ‚Percy Jackson.‘ Heute lese ich nur noch ab und zu ‚Donald Duck‘ und Lektüren, die ich von der Schule bekomme, wie ‚Romeo und Julia.‘ Ich glaube das liegt daran, dass man im Internet viel mehr Filme zur Auswahl hat. Und wenn man zum Beispiel bei Amazon Prime alles streamen kann, braucht man kein Buch mehr zu lesen. Und, da spreche ich für alle aus meiner Altersgruppe, Filme oder Serien sind ansprechender als ein großes Buch. Denn entweder man liest die 2 000 Seiten von ‚Herr der Ringe‘ oder man guckt den Film mit Cola und Popcorn. Wenn ein Buch genauso gut sein soll wie ein Film, müsste der Autor es schaffen, den Leser so zu fesseln, dass er das Lesen gar nicht mehr wahrnimmt, sondern sich nur noch auf die Geschichte konzentriert. Ich glaube, dann und nur dann ist ein Buch genauso gut, wenn nicht sogar besser als ein Film. Der große Vorteil ist dann, dass jeder Leser sich die Geschichte in eigenen Gedanken selbst umformen kann.“ Henry, 10 „Ich lese fast jeden Tag abends im Bett, am liebsten Abenteuerbücher. Die sind so schön spannend. Jetzt gerade lese ich ‚Woodwalkers.‘ Da geht es um einen Jungen, der sich in einen Puma verwandeln kann. Das gefällt mir sehr gut. Am liebsten hätte ich ein Buch mit den lustigsten und spannendsten Abenteuergeschichten der Welt. Ich lese schon immer gern, aber Computerspiele sind trotzdem cooler. Da kann man selbst etwas verändern. Im Buch steht ja das Ende schon fest.“ Robert, 26 „Außer E-Mails lese ich gar nichts. Sehr selten nehme ich mal einen Krimi von Dan Brown in die Hand, aber da muss ich auch richtig Lust darauf haben und viel Langeweile. Ich habe von mir aus nie gelesen. Als ich jünger war, hat mich meine Mutti zum Lesen gezwungen, indem sie


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mich danach abgefragt hat. Wenn ich ihr nichts Neues zum Inhalt sagen konnte, gab es Gameboy-Verbot. In meiner Kindheit war ich lieber draußen mit meinen Freunden als drinnen mit einem Buch. Lesen ist für mich größtenteils uninteressant. Wenn ich Filme gucke, kann ich besser entspannen.“ Ralf, 45 „In meiner Jugend habe ich gelegentlich Comics, wie zum Beispiel ‚Mosaik‘ gelesen. Heute lese ich täglich die ‚LVZ‘, sowohl gedruckt als auch im Internet, und den ‚Spiegel Online.‘ Printmedien finde ich aber besser, weil es entspannter für die Augen ist und meiner Meinung nach auch übersichtlicher. Themen oder Sachverhalte, mit denen ich mich intensiver beschäftigen will, drucke ich aus, damit ich Notizen daneben schreiben kann. Onlineartikel überfliege ich meistens nur. Dann besitze ich noch ein Abonnement des Magazins ‚Guter Rat‘‚ welches einmal im Monat zugeschickt wird, und auf Arbeit lese ich für Recherchen viel auf dem Bildschirm. Für Bücher fehlt mir die Zeit, abgesehen von den Kinderbüchern, die ich abends in die Hand nehme, um vorzulesen. Zeitungsartikel sind praktischer, da sie nicht so lang sind wie ein Buch.“ Jürgen, 79 „Ich lese früh Zeitung und manchmal die Fernsehzeitschrift. Was Bücher betrifft, interessieren mich nur noch Nachschlagewerke und Fachliteratur. Ich besitze viele Natur- , Tier- und Gartenbücher, um mich zu informieren. Wenn ich Zeit habe, schaue ich da auch mal länger rein. Früher habe ich viel Karl May gelesen und Ähnliches. Manchmal so lang, dass meine Mutter mich ins Bett jagen musste. Später war ich draußen arbeiten bis es dunkel wurde, da hatte ich zum Lesen gar keine Zeit und Kraft mehr. Heute läuft bei uns abends der Fernseher, das hat sich so eingebürgert. Wenn ich entscheiden darf, was wir schauen, gucken wir Heimat- oder Tierfilme. Ansonsten sind Kreuzworträtsel mein Lesen.“

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Dennis, 30 „Bücher lesen – davon war ich noch nie ein Fan. Wenn, dann lese ich manchmal die Tageszeitung, aber auch nur online und Fachliteratur für die Ausbildung. Ich lese die Nachrichten lieber im Internet, weil ich mein Handy meistens dabei habe und jederzeit mal reinschauen kann, wenn es passt. Die gedruckte Zeitung müsste ich ja dann immer dabei haben. Ein Buch könnte ich aber nicht über das Handy lesen, das wäre mir zu klein. Wenn jemand ein Werk über mein Leben verfassen würde, wäre das super. Einfach um mal einen Rückblick zu haben über die vergangenen 30 Jahre.“ Fazit Natürlich kann durch diese Umfrage nicht herausgefunden werden, welche Vorurteile wahr sind und welche nicht. Dafür ist die Anzahl der Befragten zu klein, und es kommt auch immer darauf an, wen man fragt. Aber sie gibt einen guten Überblick darüber, wie Männer heutzutage lesen und über Bücher denken. Leider hat das Lesen bei der Hälfte dieser Männer und Jungen keine große Bedeutung mehr, besonders im Hinblick auf belletristische Literatur. Zum Glück gibt es aber noch andere Vertreter der männlichen Bevölkerung und viele Frauen, um dieses Desinteresse auszugleichen. Für guten Lesestoff können wir nur hoffen, dass es dabei bleibt. Janka Diettrich

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MASKULINISMUS DER KAMPF DES UNTERDRÜCKTEN MANNES

Feminismus ist sexy und modern. Aber es gibt in der männlichen Bevölkerung nicht nur Fürsprecher dieser sozialen Bewegung. Einige Männer fühlen sich – besonders auch durch die mediale Aufmerksamkeit der feministischen Strömung – massiv unterdrückt und benachteiligt. Als anti-feministische und betont maskuline Bewegung kämpfen sie gegen Feminismus, eine verweichlichte Gesellschaft und Gleichstellung. Maskulinismus – was ist das überhaupt? Unter Maskulinismus (oder auch Maskulismus) versteht man im ursprünglichen Sinn die soziale Bewegung, die sich für die Rechte und Gleichberechtigung von Männern einsetzt. Analog wurde dieser Begriff ursprünglich zur sozialen Bewegung des Feminismus gebildet. Die Grundidee der Strömung ist prinzipiell identisch mit der des Feminismus: gleiche Rechte für alle und eine faire Gesellschaft der Rücksichtnahme. Während Frauen einen emanzipatorischen Ansatz verfolgten, fühlten sich die Männer langsam eingeengt. Wie viel Gleichheit benötigt Gleichberechtigung? Und wie viel Staatsfeminismus muss das „starke Geschlecht“ noch ertragen? Wurden Frauen nicht schon genug gefördert? Wer ist Maskulinist? Geht es um Benachteiligung, verlorene Privilegien oder sozialen Missstand, werden die verärgerten Stimmen schnell lauter. Das hat auch die Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend herausgefunden. In der Untersuchung zur männlichen Perspektive der Gleichstellung macht die Kerngruppe des Maskulinismus in der männlichen Bevölkerung einen Anteil von 1 Prozent der Befragten aus. Abgefragt wurden dabei in Interviews und Fragebögen Aussagen wie: - Frauen sind jetzt genug gefördert worden, jetzt sind die Männer dran. - Die Rolle der Frau in der Gesellschaft besteht darin, eine gute Hausfrau und Mutter zu sein. - Durch den Feminismus werden in unserer

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Gesellschaft die Männer systematisch benachteiligt und Frauen bevorzugt. In den dabei gegebenen Antworten zeigten diese Männer extreme Positionierungen und eine Einstellung, die andere Positionen und Argumentationen verdrängen und aus ihrem Weltbild ausschließen. Für sie ist Gleichstellungspolitik nur ein anderer Name für Frauenförderung. Nach Ansichten des Maskulinismus wurden Frauen politisch und gesellschaftlich so weit gefördert, dass für Männer bereits Nachteile entstehen. Gesetzliche Regelungen für mehr Frauen in Führungspositionen schränken beispielsweise die beruflichen Perspektiven der männlichen Bevölkerung ein. Zusätzlich werden aber Aspekte wie die Förderung von Bedürfnissen und Anliegen von Müttern kategorisch abgelehnt. Um den engeren Kern des Maskulinismus zieht sich ein weiterer Kreis überzeugter Maskulinisten. Zu ihm gehören laut Studie etwa 5,3 Prozent. Diese unterscheiden sich von der Kerngruppe dadurch, dass sie in einzelnen Aspekten von den kategorischen Positionen abweichen. Demografisch befinden sich die Kerngruppe und der weitere Kreis von Männern mit maskulinistischer Überzeugung in einem Altersfeld von 40 bis 60 Jahren. Aber auch ein großer Teil der unter 30-jährigen Männer ist für Einstellungen und Argumente der maskulinistischen Haltung empfänglich. Dass diese Strömung also kein generationsspezifisches Phänomen ist, lässt hoffen, dass sie sich mit der voranschreitenden demografischen Entwicklung nicht deutlich vergrößert. Betrachtet man den Familienstand und die Lebenssituation von Männern, die zur Kerngruppe des Maskulinismus gehören, wird eines deutlich: Überdurchschnittlich viele Männer sind verheiratet, aber getrennt lebend, geschieden oder Singles. Das darf allerdings nicht den Anschein erwecken, dass eine Lebenssituation, in der ein Mann alleinstehend ist, automatisch zu dieser Einstellung führt. Dieser Lebensstil bietet zwar einen Nährboden für maskulistische Grundüberzeugungen, ist aber nicht allein für ihre Entstehung verantwortlich.


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Wenn Maskulinismus radikal wird Während die Grundidee des Maskulinismus noch handzahm die Gleichberechtigung von Männern und die Wahrung ihrer Rechte fordert, haben sich auch radikalere Flügel gebildet. Sie kritisieren die Gesellschaft als verweichlicht und verweiblicht. Feminismus gilt für sie nur als Diskriminierung der Männer und Übervorteilung der Frauen. Hängen geblieben in den 1950er-Jahren, projiziert sich ihr gesellschaftliches Bild in der Dominanz des Mannes und einem deutlich untergeordneten Frauenbild. Getreu dem Motto „Eine Frau hat zwei Lebensfragen: Was soll ich anziehen? Und was soll ich kochen?“ sehnen sich die Männerrechtler in eine Zeit zurück, in der sie sich nicht als unterdrückt und unterprivilegiert betrachten. Entstand Maskulinismus damals als Initiative von Männern, die sich unter anderem bei Sorge- und Scheidungsrecht benachteiligt fühlten, halten sie sich mittlerweile für systematisch diskriminiert. Im Gegensatz zum Feminismus wird ihnen in der Öffentlichkeit oder den Medien jedoch kaum Aufmerksamkeit entgegengebracht, sodass sie ihre Aktivitäten und ihren Gedankenaustausch vor allem in Internetforen, Blogs und soziale Netzwerke verlegt haben. Je radikaler die Männerrechtler werden, desto mehr verbinden sich ihre Thesen zu antifeministischen und sogar frauenfeindlichen Vorwürfen und Angriffen. Dass sich dadurch einige Frauen aus sozialen Netzwerken zurückziehen, wird dabei als weiterer Vorwand gesehen. Es bietet den so schon übervorteilten Frauen zusätzlich die Möglichkeit, sich weiter als Opfer aufzuspielen und im Sinne der medialen Wirksamkeit des Feminismus Mitleid und noch mehr Aufmerksamkeit zu erhalten.

betrachten. Selbstverständlich sind Jungen und Männer nicht nur Gewinner der Emanzipation. Sie verlieren einige der Privilegien, die sie so bevorzugten, dass dabei Frauen und Mädchen benachteiligt wurden. Aber dieser Verlust ist einseitig und muss nach anderen Maßstäben beurteilt werden. Die Zufriedenheit und die Glücksquote von Menschen eines Landes hängt von vielen Dingen ab. Dazu zählen materielle Dinge, wie Besitz und Eigentum, aber auch äußere Einflüsse wie die Beschäftigungsquote oder die Gleichstellung innerhalb der Bevölkerung. Verlieren Männer also Privilegien, die Frauen benachteiligt hätten, gewinnt die gesamte Gesellschaft an Gleichstellung. Je höher die Gleichstellung in einem Land ist, desto höher sind auch die Zufriedenheit und die Glücksquote seiner Bevölkerung. Gleiches gilt auch für Unternehmen und Beziehungen: je ausgewogener die Gleichstellung, desto zufriedener sind die Partner oder auch die Mitarbeiter. Es ist verständlich, dass Vorteile und erleichternde Umstände ungern abgegeben werden. Aber betrachtet man die Neu- und Umverteilung von Vorrechten unter dem Aspekt der Glücksquote und der Gesamtzufriedenheit, wiegt prinzipiell die positive Auswirkung auf die Gesamtbevölkerung schwerer. Frances Liebau

Männer als Verlierer der Emanzipation? Es ist nicht weiter erstaunlich, dass sich Maskulinisten als Emanzipationsverlierer sehen. Werden die Sonderrechte einer der privilegiertesten Gruppen der Gesellschaft in Frage gestellt, ist es natürlich, dass sie dies als Verlust © pixabay

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FEMINISMUS FÜR MÄNNER KANN DER WAS?

Das böse F-Wort! Manche mögen den Begriff einfach nicht, andere mögen die dazugehörige Bewegung nicht, und wieder andere verstehen den ganzen Aufriss nicht. Das Thema Feminismus wird so heiß diskutiert wie lange nicht, und die Veränderung unserer Gesellschaft findet vor unseren Augen statt. Viele fragen sich: Wo bleiben die Männer bei dem Wandel? Und gibt es keine anderen Themen mehr? Eine Sache für alle? Grundlegend: ja. Natürlich gibt es tausende Ansichten und Meinungen, aber wenn man die „Bewegung” nicht als exklusiven Club betrachtet, gibt es keinen Grund, warum nicht auch „das starke Geschlecht” daraus Vorteile beziehen kann. Immerhin gibt es das veraltete Frauenbild im Doppelpack mit dem veralteten Männerbild. Forderung und Förderung Heutzutage brauchen Männer nicht mehr der stoische Brotverdiener sein, der sich in jeden Kampf stürzt und im ganzen Leben keine Träne vergießt. Nein, heute kann Mann sein was man will. Gleichzeitig soll bisheriges Fehlverhalten eingesehen und korrigiert werden und auch bei anderen Männern nicht aus Höflichkeit hingenommen werden. Zwei, die es richtig machen Dass Frauen ihre Ansichten zu diesem Thema teils sehr leidenschaftlich kundtun und verteidigen, ist nichts Neues, aber immer häufiger melden sich auch Männer zu Wort. Ein Duo, das sich seit Jahren an diesem Dialog beteiligt, ist Herr & Speer. Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer haben sich während ihrer Studienzeit kennen gelernt und waren schon damals begeisterte Gesprächspartner. Später haben sie beschlossen, sich hauptberuflich dafür einzusetzen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Wobei sie sich nicht nur mit Geschlechtergleichberechtigung beschäftigen, sondern auch mit den Themen Jugend, Europa und Entrepreneurship. Was als „late night chats” begann, ist inzwischen ein national wie international veröffentlichtes Autoren- und Aktivistenteam. Zeitungsberichte, TV-Auftritte, Konferenzen und eine Buchveröffentlichung hat Herr & Speer gemeistert.

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Die Sache mit dem Zug Ein umstrittenes Projekt, an dem Herr und Speer sich seit dessen Entwicklung 2014 beteiligen, ist #FreeInterrail. Die Idee: Jeder Europäer bekommt zum 18. Geburtstag ein Zugticket geschenkt. Mit diesem reisen die jungen Erwachsenen einen Monat lang durch die EU und lernen andere Menschen, Länder und Kulturen kennen. Das Ziel ist, auch Jugendlichen, die finanziell sonst nicht die Möglichkeit hätten, das Reisen zu ermöglichen. Davon verspricht man sich viele positive Folgen. Zum Beispiel: - das Bekämpfen von Stereotypen und Vorurteilen, - das Bekämpfen von Jugendarbeitslosigkeit durch Zugang zu neuen Märkten, - Knüpfung internationaler Freundschaften, - und größeres Interesse der Jugend an Europa, seinen Institutionen und politischen Prozessen. Natürlich ist die Umsetzung dieser Idee eine finanzielle und organisatorische Höchstleistung. Nach der Entwicklung wurde das Projekt der EU-Kommission vorgelegt. Mit einem enttäuschenden Ergebnis: Das Projekt wird einmalig nur in einer Mini-Version umgesetzt. Nur 7 000 Teilnehmer haben die Chance, teilzunehmen, und statt kompletter Finanzierung gibt es nur einen Zuschuss von knapp 500 Euro. Diese Entscheidung sorgte für Kritik, natürlich auch durch Herr & Speer. Dennoch lässt sich das Team nicht entmutigen und arbeitet weiter an der Verwirklichung von #FreeInterrail. Die Sache mit der Jugend Neben der Mobilität der Jugend beschäftigt sich das Duo auch mit weiteren politischen Fragen. In ihren ersten Veröffentlichungen haben sich Herr & Speer bereits für eine Wahlpflicht mit Enthaltungsmöglichkeit ausgesprochen. Auch im Sommer- und Spätsommer 2017 wurden wieder einige Artikel verfasst, die sich mit Demokratie und Wahlpflicht beschäftigen. Auch Themen wie die demographische Entwicklung und deren Auswirkungen auf junge Menschen werden betrachtet. Durch Ihre Leidenschaft für die Themen Jugend und Europa entstand in Zusammenarbeit mit dem Young European Collectiv und dem Hash-


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tag #WhoIfNotUS das Buch „Wer, wenn nicht wir?” (Droemer Knaur; ISBN 978-3-426-78946-9). In diesem Buch haben Vincent Herr und Martin Sperr sich zusammen mit zwölf Autoren mit der Frage der europäischen Identität auseinander gesetzt. Sie sprechen sich für kritischeres Denken der Jugend aus und zeigen, dass Jugendliche quer durch Europa die gleichen Ängste wie Hoffnungen für die Zukunft haben. Die Sache mit der Gleichberechtigung Wie oben schon erwähnt, stehen die beiden auch offen zu ihren feministischen Ansichten. Seit einigen Jahren äußert sich das Duo immer wieder zum Thema Gleichberechtigung. In Radio-Interviews, Artikeln und Reden haben sie sich für die Gleichstellung von Mann und Frau ausgesprochen. Auf ihrer Webseite (online: herrundsperr.eu/gender-equality/) stellen sie ihre gebündelten Argumente dar. Detailreicher finden sich ihre Argumentationen in zahlreichen Artikeln. Regelmäßige Gastautoren sind Herr & Speer für PINKSTINKS Germany, eine Webseite, die Sexismus im Alltag aufzeigt

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und auch Sexismus gegenüber Männern immer wieder thematisiert. (Genaueres unter: herrundspeer.eu/publications/) Zwei, die die Welt verändern wollen Mit ihren Bemühungen um verschiedene Projekte und in Zusammenarbeit mit Vereinen und Stiftungen beweist Herr & Sperr, dass heute jeder eine Plattform kreieren kann. In Zeiten von Social Media und Networking löst der richtige Hashtag im richtigen Moment einen globalen Dialog aus. Das Team hat sich vor zehn Jahren organisiert und setzt sich für Herzensthemen ein. Natürlich gibt es Rückschläge, wie die abgespeckte Umsetzung von #FreeInterrail. Doch von diesen lassen sie sich nicht beeindrucken und machen weiter. Die beiden sind für Frauen wie Männer Vorbilder. Mit feministischen Ansichten versuchen sie, die Welt ein Stück zu verbessern. Also, liebe Männer, traut euch und labelt euch mit dem F-Wort! Annekatrin Franke

Die neue Reihe für Medienberufe

Band 1 Band 2 Band 3

Ulrich Huse, Verlagsmarketing ISBN 978-3-934054-53-0 Birgit Menche, Urheber- und Verlagsrecht ISBN 978-3-934054-55-4 Thomas Breyer-Mayländer, Klaus-W. Bramann Online-Marketing und E-Commerce für Buchverlage ISBN 978-3-934054-54-7

www.bramann.de

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LANGE NACHT DER WISSENSCHAFTEN LEIPZIG 2018

Datum Eckdaten: Lange Nacht der Wissenschaften Leipzig 22. Juni 2018, 18 bis 24 Uhr Eintritt frei www.wissenschaftsnachtleipzig.de

Am 22. Juni 2018 öffnen sich wieder die Türen für ein Publikum, das in der Regel nicht zu den Besuchern wissenschaftlicher Einrichtungen zählt. Was im Alltag den meisten Leipzigern verwehrt bleibt, soll in dieser Nacht möglich werden: Labore, Hörsäle, Magazine und Archive zu besuchen – und mit Wissenschaftlern und Forscherinnen ins Gespräch zu kommen. Diese eine Nacht gibt es seit 2008 alle zwei Jahre Anfang des Sommers in Leipzig, und die HTWK Leipzig ist von Anbeginn dabei. Auch in diesem Jahr, das ist sicher.

zum Hauptcampus der HTWK Leipzig im Süden geben wird. Was einen wohl dort erwarten könnte? Intelligente Exoskelette oder MiniSensoren, die ganz ohne Strom auskommen? Magnetische Spielereien oder sehr sichtbare Bodenverformungen? Faszination Forschung Es ist in jedem Fall aufregend, Forschungsprojekte live und hautnah sehen zu können, ja, erleben zu können! Für das Programm im Juni 2018 kann nur geraten werden, denn noch ist nicht sicher, wie das FLEX-Team seine Forschung zu gekrümmter Architektur in Szene setzen wird. Was wird das Wasserlabor vorbereiten? Sind die Nao-Fußballer spielbereit? Apropos Spiel: Spielerisch die Stadt entdecken, Zukunft erfinden oder mitraten bei einem Quiz. Chancen auf Erkenntnisgewinne können sicher vorhergesagt werden. Wer weiß schon noch genau, wie ein Motor funktioniert, wie Temperatur, Position und Bewegung gemessen werden oder 3D wirklich funktioniert?

Lange Nacht in der HTWK Leipzig

Erlebnis Mitmach-Aktion

Zur Langen Nacht der Wissenschaften öffnet die HTWK Leipzig ihre Häuser, Labore, Hörsäle, Studios und Werkstätten und ihre Bibliothek. In Vorträgen, Experimenten, Führungen, Ausstellungen und Mitmach-Aktionen kann das Publikum Technik, Forschung und Innovation erleben. Besucherinnen und Besucher, Erwachsene, Jugendliche und Kinder können sehen und erleben, woran geforscht wird, was Studierende noch lernen und was sie schon können. Noch steht das Programm der Langen Nacht der Wissenschaften 2018 nicht fest, bekannt aber ist, was die Programme in den letzten Langen Nächten der Wissenschaften geboten haben. Daraus zu schlussfolgern, gleicht Wahrsagerei. Trotzdem: Anzunehmen ist, dass in der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik in der Wächterstraße wieder (fast) alle Sinne unter Strom gesetzt und Roboter im Spiel sein werden, Gleitfunken sprühen und elektrische Winde wehen können. Und dass es womöglich wieder Mitfahrgelegenheiten im Elektroauto

Einen Roboter selbst programmieren, mit einer VR-Brille die Welt betrachten, eine Verpackung prüfen oder ein klassisches Druckverfahren selbst ausprobieren: Es gibt viele Gelegenheiten, mitzumachen, Forschung hautnah und live auch zu erleben. Nicht nur an der HTWK Leipzig! Zur letzten Langen Nacht der Wissenschaften luden mehr als 70 Leipziger Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Stiftungen und Vereine ein, und es ist anzunehmen, dass sie alle wieder dabei sind am 22. Juni 2018. Hier folgt eine nicht ganz vollständige und unsortierte Aufzählung: Universität Leipzig mit ihrer Kunstsammlung, mit Forscherinnen, Wissenschaftlern und Studierenden aus verschiedensten Fakultäten von Jura bis Sport und Medizin bis Philosophie, mit Einrichtungen wie dem Ägyptischen Museum, dem Bibliotop der Leipziger Buchwissenschaft, dem Botanischen Garten und vielen Instituten und Forschungszentren, Leibniz-Institute für Länderkunde, für Oberflächenmodifizierung und für Tropo-

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sphärenforschung, FOM Hochschule in Leipzig, HHL Leipzig Graduate School of Management , Institut français, Bach-Museum Leipzig, Leipziger Stadtbibliothek, Max-Planck-Institute für Kognitions- und Neurowissenschaften, für evolutionäre Anthropologie und für Mathematik in den Naturwissenschaften, INSPIRATA, Universitätsklinikum Leipzig, Deutsche Nationalbibliothek, IG Alte Messe am Deutschen Platz, BIO CITY LEIPZIG, Deutsche Bundesbank, Hauptverwaltung in Sachsen und Thüringen, Fraunhofer-Institute für Zelltherapie und Immunologie, für Internationales Management und Wissensökonomie, Haema Blutspendedienst, Herzzentrum Leipzig und HELIOS Park-Klinikum Leipzig, Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Bibliotheca Albertina, Hochschule für Telekommunikation, GRASSI Museum für Musikinstrumente, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Deutsches Biomasseforschungszentrum, Berufsakademie Sachsen, VDI Garage …

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Kontaktdaten: Petra Schwab wissenschaft@leipzig.de Tel.: 0341 123-2014 Kontakt an der HTWK: Rebecca Schweier rebecca.schweier@htwk-leipzig.de Tel.: 0341 3076-6385

Für die Lange Nacht der Wissenschaften 2018 ist ein Thema ausgewählt worden, das den Vorbereitungen als innerer Leitfaden dienen soll: Arbeitswelten der Zukunft. Mit diesem Thema sind alle Wissenschaftler an der HTWK Leipzig vertraut. Aber gerade die Arbeitswelten im Buchhandel wie auch das Verlagswesen könnten vom Umgang mit den Herausforderungen der Zukunft schon jetzt berichten. Petra Schwab Referat Wissenspolitik bei der Stadt Leipzig

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WHAT‘S UP? HTWK NEWS

Es gibt wieder spannende wie informative Veranstaltungen rund um die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, die wir Lerchen dem geneigten Publikum nicht vorenthalten wollen. Hier erfahrt ihr, was für die HTWK in den nächsten Monaten ansteht. Doppelevent am 21. April 2018: Die Lange Nacht der Computerspiele und der Hochschulinformationstag Am 21. April wird die HTWK Leipzig gleich zum Veranstaltungsort von zwei bedeutsamen Events. Beim nächsten Hochschulinformationstag bekommen Studieninteressierte einen Einblick in den Hochschulalltag der HTWK und können sich über die Studiengänge informieren. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aller sieben Fakultäten zeigen zudem allen Interessierten und Wissbegierigen die verschiedenen Labore, Werkstätten, Seminarräume und Hörsäle. Studierende geben Tipps rund ums Studium und zeigen, was in den unterschiedlichen Studiengängen vermittelt und praxisnah gelernt wird. Auch Absolventen berichten über ihre berufliche Entwicklung und stehen Rede und Antwort bei aufkommenden Fragen. Die Praxispartner der Hochschule sind an diesem Tag ebenso vor Ort und zeigen, welche spannenden Projekte Studierende bei ihnen erwarten können. Eine Beratung zum Dualen Studium gibt es hier an den Ständen natürlich auch. Zudem bekommen Studieninteressierte an einer zentralen Anlaufstelle alle wichtigen Informationen zum Thema Bewerbung, BAföG, Studieren im Ausland sowie zum studentischen Wohnen und auch zum studentischen Angebot in Leipzig. Daran anschließend können alle Interessierten zur kostenfreien Langen Nacht der Computerspiele kommen. Die 12. Ausgabe, der von 14:00 bis 01:00 Uhr in der Nacht stattfindenden Veranstaltung steht ganz im Zeichen von Virtual Reality. Dabei wird die Lange Nacht der Computerspiele wieder traditionell von einem ehrenamtlichen Team aus Professoren und Studierenden der Fakultät Medien sowie der Fakultät

Informatik, Mathematik, Naturwissenschaften organisiert. An mehr als 100 Rechnern, Automaten und Brettspielen kann gezockt, gestaunt und diskutiert werden. Neben unterschiedlichsten Computerspielen und diversen Konsolen, zeigen sich auch Roboter, die ihr Können unter Beweis stellen. Retro-Spielläden und E-SportVereine sind hier ebenso zu finden wie eine bunte Mischung aus Spiele-Interessierten. Hannover Messe vom 23. April 2018 bis 27. April 2018 Ingenieure und solche, die es werden wollen, aufgepasst! Bei der weltweit wichtigsten Industriemesse präsentieren Wissenschaftler der HTWK Leipzig neueste Entwicklungen. Am Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ können die Ingenieure zu aktuellen Entwicklungen und Forschungsergebnissen befragt werden. Auch so lohnt sich ein Besuch bei der größten Industriemesse Deutschlands. Denn hier gibt es spannende Entwicklungen hautnah zu erleben. Beispielsweise wie funktioniert Industrie 4.0 als ein Zusammenspiel von Automatisierungs- und Energietechnik, Intralogistik, IT-Plattformen und künstlicher Intelligenz. Oder wie Elektromobilität der Schlüssel zur nachhaltigen Umgestaltung von Mobilität ist und wie diese flächendeckend ausgebaut werden kann. Lange Nacht der Wissenschaften Leipzig am 22. Juni 2018 Alle zwei Jahre findet die Lange Nacht der Wissenschaften an einem Freitagabend im Juni statt. Alle Forschungseinrichtungen haben dann für Wissensdurstige und Gäste geöffnet und zeigen, was in ihren Laboren, Hörsälen, Magazinen und Archiven so passiert. Auch die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur nimmt daran teil. Für Jung wie Alt gibt es interessante Angebote über Vorträge bis zu Mitmachaktionen. Also traut euch und kommt vorbei! Einen ausführlichen Bericht zur nächsten Langen Nacht der Wissenschaften findet ihr in diesem Heft auch von Petra Schwab vom Referat Wissenspolitik der Stadt Leipzig. Saskia Liske

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HINTER DEN KULISSEN EINBLICKE IN DEN ALLTAG DER LERCHEN

© Rico Molaro, Richard Bößert

Gewinner des Covercastings

Peter macht an der HTWK seinen Master in WLM Wirtschaftsingenieurwesen. In seiner Freizeit spielt er gerne Gitarre oder läuft eine Runde um den Block. Auf die Frage, was sein persönliches Bild von Männlichkeit ist, hat er geantwortet: „Den Drachen erledigen und die Prinzessin befreien.“ An sich selbst findet Peter seinen Bart am männlichsten.

Ben studiert an der HTWK Architektur im dritten Semester (B. A.). Frauen die Tür aufzuhalten findet er an sich am männlichsten. Sein persönliches Bild von Männlichkeit besteht darin, mit bloßen Händen fischen zu können. In unserem Ranking belegt Ben den zweiten Platz.

Lerche hautnah! Rico Molaro, Fotograf des Covers, hat uns bei unseren Meetings besucht und die Sitzungen fotografisch festgehalten.

www.buecherfrauen.de/akademie akademie@buecherfrauen.de © Rico Molaro

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LOST PLACES VERGESSENE ARCHITEKTURPALÄSTE MIT CHARME UND DEM KLANG VERGANGENER ZEITEN

Zu Zeiten der Industrialisierung sind Fabriken und imposante Gebäude geradezu aus dem Boden geschossen. Mit ihrer zum Teil aufwändigen und einzigartigen Architektur bringen sie einen zum Staunen, aber nicht jedes dieser Gebäude erfüllt heute noch seinen ursprünglichen Zweck. Viele von ihnen sind verlassen, verfallen und geben sich der Verwitterung hin. Ich habe mich mit einigen Lost Places in Leipzig beschäftigt, die in diesem Artikel genauer beleuchtet werden. Was genau sind Lost Places eigentlich?

© Jana Menke

Lost Places sind verlassene Gebäude, die ihren ursprünglichen Nutzen nicht mehr erfüllen. Nicht selten werden nicht genutzte Industriegebäude umfunktioniert zu modernen Lofts, während andere Gebäude in Vergessenheit geraten, sich der Verwitterung beugen und als Ruinen enden. Oftmals stellen sich Restaurierungen oder Abrisse als unmöglich heraus. Nichtsdestotrotz besitzen diese Ruinen weiterhin den Charme der vergangen Zeiten und bieten Neugierigen genügend Sehenswertes und lassen Schaulustige auf längst vergessenen Pfaden der Vergangenheit wandeln. Hier tummeln sich Hobbyfotografen und Neugierige, die sich nach etwas Stille sehnen. Lost Places in Leipzig Leipzig bietet viele sehenswerte Lost Places. Jährlich kommen neue Festungen hinzu, die es zu entdecken gilt. Vier interessante Objekte werden nachfolgend genauer vorgestellt. Stadtbad – Eutritzscher Straße Das Stadtbad ist wohl einer der bekanntesten verlassenen Plätze. Im Leipziger Stadtteil Eutritzsch wurde diese imposante Festung von 1913 bis 1916 erbaut. Einer der Schöpfer und Erbauer war Otto Wilhelm Scharenberg. Zur Zeit der Erbauung war er im Stadtbaurat tätig. Seit 2004 sind die Tore der Einrichtung geschlossen. Grund dafür war der Absturz einiger Deckenteile. Eine Besonderheit des Stadtbades war die

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Unterteilung in Badbereiche für Männer und Frauen. Auch ein Hundebad war hinter den Toren der jetzigen Ruine, im Keller, zu finden. Außerdem wurden Wannen aufgestellt, um auch Menschen aus ärmlichen Verhältnissen das Baden zu ermöglichen. Sternburg-Brauerei – Radefelder Weg/ Hallesche Straße 1822 wurde das Gebäude von Maximilian Speck erworben und die Gründung der Marke Sternburg nahm seinen Lauf. Das Gebäude war der ursprüngliche Standort der Sternburg-Brauerei und wurde 1991 nach der Standortverlegung durch die Brau und Brunnen AG Dortmund übernommen. Drahtseilbahnfabrik Adolf Bleichert & Co. – Lützowstraße/ Wilhelm-Sammet-Straße Das Gelände des damaligen wichtigsten Transportmittels – der Drahtseilbahnen – verkommt seit 1991. Adolf Bleichert fertigte hier die stets verbesserten Drahtseilbahnen seit den 1880er Jahren. Lediglich ein Bürokomplex wurde saniert, aber der Verkauf des Geländes verspricht den Erhalt dieser Industriearchitektur. Postbahnhof – Adenauerallee Die achtschiffige Halle entstand von 1905 bis 1912 und war von dort an bis 1994 einer der wichtigsten Knotenpunkte des Bahnpostverkehrs. Mit einer Länge von 200 Metern und einer überdachten Fläche von circa 16 000 m² ist das Gelände immens groß. 29 Gleise und 16 Bahnsteige sind überspannt und boten Platz für circa 90 Bahnpostwagen. Der Bahnhof wurde ständig erweitert und technisch gewartet. Mit der Umwandlung der Deutschen Bundespost in die Deutsche Post AG verlor der Bahnhof seinen Zweck, denn ab diesem Zeitpunkt wurde der Posttransport auf die Straße und in die Luft verlagert. Geheimtipp: Einen meiner Lieblingsplätze habe ich eher durch einen glücklichen Zufall entdeckt. Mittlerweile ist es der einzige Ort, an den ich


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mich zurückziehen kann, wenn ich meine Ruhe haben möchte, um nachzudenken. Vor einem Jahr hat mir ein Bekannter das verlassene Gebäude gezeigt. Um zu einem Loch in der Außenfassade zu gelangen, überquerten wir zunächst eine große Wiese. Überall lagen Steinbrocken und hier und da mal ein Stück Draht. Vereinzelt sproßen kleine Setzlinge aus dem Boden. Als wir die Wiese passiert hatten und durch das kleine Loch gestiegen waren, eröffnete sich ein riesiger Raum. Graffitisprayer waren in dieser Location auch schon fleißig – an jeder Wand sind bunte Bilder und Schriftzüge aufgesprüht. Die Decken sind in jedem Stockwerk ziemlich hoch, und in regelmäßigen Abständen werden diese durch Pfeiler gestützt. Immer wieder hallt ein Knirschen durch den Raum, als wir mit unseren Schuhen die Scherben auf dem Boden zertreten. Im Treppenhaus löst sich die Farbe von den Wänden und erinnert an kleine bunte Blätter, die bei einem Windstoß zeitlupenartig zu Boden segeln. Ziel unserer Expedition ist das oberste Stockwerk. Bis dahin sind es einige Stufen, und es scheint eine Ewigkeit zu dauern. Immer wieder betont mein Bekannter, dass sich der Aufstieg lohnen wird. Als wir schließlich den letzten Treppenabsatz überwunden und somit das oberste Stockwerk erreicht haben, fallen mir zuerst ein umgekippter Stuhl und die zerschlagene Glasfassade an der Decke auf. Auch auf diesem Stockwerk ist der Boden von Scherben übersät.

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Zielstrebig steuern wir eine Tür am anderen Ende des Raumes an und überwinden eine weitere Treppe. Schließlich passieren wir eine Öffnung in der Wand, wo sich früher einmal eine Tür befunden haben muss, aber jetzt nur noch einsame Scharniere den Rahmen zieren, und stehen im Freien. Wir sind auf einem kleinen Turm. Meinen Blick schweifen lassend, fällt mir die unerwartete Ruhe auf. Der Wind ist fast das einzige Geräusch in dieser ungeheuren Höhe. Der perfekte Ort, um seinen Gedanken nachzuhängen und dem Alltag zu entfliehen. Der Aufstieg hat sich definitiv gelohnt! Aber wo befinden wir uns eigentlich? Es ist das Buchbindereimaschinenwerk Karl Krause in Leipzig Anger-Crottendorf, welches 1855 gegründet und nach der Wende stillgelegt wurde. Bis dahin wurden auf dem Gelände Maschinen und Geräte für die polygraphische Industrie und Verpackungsindustrie hergestellt. Im Gegensatz zum Industriegebäude wurde die dazugehörige Krause-Villa aufwändig saniert und versteigert. Begeisterten und Interessierten empfehle ich das Buch „Lost Places Leipzig – Verborgene Welten“ von Marc Mielzarjewicz (ISBN: 9783898126519). In diesem Werk ist eine Karte mit weiteren eindrucksvollen Bauten verzeichnet, ebenso eine kurze Einführung zu jedem Gebäude unterstützt durch ausdrucksstarke SchwarzWeiß-Fotografien. Jana Menke

© Jana Menke

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„DIE 7 WEGE ZUR EFFEKTIVITÄT“ VON STEPHEN R. COVEY Empfohlen von Jankas Bruder “ but until a person can say deeply and honestly, ‚i am what i am today because of the choices i made yesterday,‘ that person cannot say, ‚i choose otherwise.‘ ” - stephen r. covey

GABAL 24,90 € 400 Seiten, Gebunden ISBN 978-3-89749-573-9 Cover: © Gabal Verlag

Laut Stephen Covey existieren sieben Wege, um sowohl im Privatleben als auch im Beruf effektiver zu handeln: 1. Pro-aktiv sein, 2. Schon am Anfang das Ende im Sinn haben, 3. Das Wichtigste zuerst tun, 4. Gewinn / Gewinn denken, 5. Erst verstehen, dann verstanden werden, 6. Synergien schaffen, 7. Die Säge schärfen. Die damit verbundenen Prinzipien werden durch Beispiele aus dem Leben des Autors aufbereitet und bleiben somit im Gedächtnis. Der Business-Bestseller wurde seit der Erstveröffentlichung 1989 über 25 Millionen Mal verkauft und mehrmals neu aufgelegt. Die Neuauflage enthält ein letztes Interview von Covey sowie einen Nachruf seiner Kinder. Stephen Covey galt zu seinen Lebzeiten (1932 – 2012) als einer der einflussreichsten Managementberater und traf unter anderem vier Präsidenten der Vereinigten Staaten. Neben diesem Buch schrieb er weitere über Management, Vertrauen und Führungsprinzipien. Der Autor lebte nach seinen Ratschlägen und wurde somit zum Leitbild für multinationale Konzerne sowie Regierungschefs. „Ich finde das Buch toll, weil ich dadurch gelernt habe, wie ich mich im Alltag anders verhalten kann, um schneller an mein Ziel zu gelangen.“ - Jankas Bruder Janka Diettrich

„PSYCHOLOGIE DER MASSEN“ VON GUSTAV LE BON

Nikol Verlag 4,95 € 208 Seiten, Gebunden ISBN 978-3-86820-026-3 Cover: © Nikol Verlag

Empfohlen von Frances Freund Wie Motten dem Licht entgegenfliegen, folgen Menschen nur so lange der Wahrheit, bis sie auf Tatsachen stoßen, die ihnen missfallen. In „Psychologie der Massen“, das vor mehr als 100 Jahren veröffentlicht wurde, spricht Gustav Le Bon (1841 – 1931) von den Ursachen massenpsychologischer Phänomene. Die Abhandlung verneint dabei jede Möglichkeit politischer, kultureller oder auch sozialer Fortschritte, die aus emotional geleiteten Ansammlungen entstehen können. Menschenansammlungen, wie Le Bon sie beobachtet, widersprechen jeglicher Vernunft. Selbst einzelne, hoch gebildete Menschen, die sich im Alltag vernünftig verhalten, werden, sobald sie Teil einer Masse werden, von niederen und unbewussten Instinkten geleitet. Dabei verlieren sie ihre individuelle Persönlichkeit und tauschen Kritik- sowie Entscheidungsfähigkeit gegen scheinbare Anonymität und Verantwortungslosigkeit ein. Eine sich bildende Menschenmenge vermindert somit ihre geistigen Fähigkeiten auf das niedrigste Niveau und reagiert hoch emotional auf äußere Einflüsse. Mit Blick auf aktuelle Massenveranstaltungen in Sport, Kultur, Politik, aber auch in Netzwerken, kann man Le Bons Beobachtungen bestätigt finden. Zwar wirkt das Massenverhalten hier meist noch harmlos, aber die Stumpfheit einer Menge bleibt in gesellschaftspolitischen Fragen mehr als bedenklich. „Le Bon bietet einen sehr lesenswerten und zeitlosen sozialpsychologischen Klassiker über die Gleichmachung und De-Individualisierung als Gefahr für Kultur und Gesellschaft.“ - Frances Freund Frances Liebau

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„SCHACHNOVELLE“ VON STEFAN ZWEIG Empfohlen von Annes Freund Tom Stefan Zweig wurde 1881 in Wien als Sohn jüdischer Eltern geboren. Bereits 1934 emigrierte er nach London. Später lebten Zweig und seine Frau in Petropolis bei Rio de Janeiro. Dort entstand auch die Schachnovelle als letztes Buch, das zu Lebzeiten des Autors veröffentlicht wurde. Das wohl bekanntesten Werk Zweigs handelt von einer Überfahrt von New York nach Buenos Aires, wo der Amateur Dr. B. eine Schachpartie gegen den amtierenden Weltmeister Mirko Centovic gewinnt. Erstaunt über diese Meisterleistung sucht der namenlose Erzähler das Gespräch mit dem zurückhaltenden Dr. B. und erfährt von diesem von den grausigen Umständen, wie ihn ein Buch über Schach vor dem Wahnsinn bewahrte und gleichzeitig hineintrieb. In der Novelle hat Zweig seine Erlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg verarbeitet. Der Schachweltmeister Centovic zeichnet sich in seinem Spiel durch maschinelle Präzision aus, hat aber sonst keinerlei geistige Fähigkeiten und spielt nur aus Geldgier. Der Charakter kann als Metapher für das herrschende Nazi-Regime gesehen werden. Der Erzähler und Dr. B. hingegen sind intelligent und kultiviert. Sie stehen für die europäischen Bürger, welche unter den Nazis litten. Besonders der Bericht über die Isolationshaft Dr. B.s und die dadurch verursachten psychischen Schäden sind eindrucksvoll und feinfühlig beschrieben. Die Novelle zeigt, wie sehr Zweig das kulturelle Sterben Europas durch den Nationalsozialismus geschmerzt hat.

FISCHER Taschenbuch 10,00 € 96 Seiten, Gebunden ISBN 978-3-596-51235-5 Cover: © FISCHER Verlag

„Die Schachnovelle ist ein großartiges Buch, das einen selbst nach dem ersten Lesen noch lange begleitet.” - Tom Annekatrin Franke

„WIE MAN FREUNDE GEWINNT“ VON DALE CARNEGIE Empfohlen von Melodys Freund Hannes Wie sorgt man für einen positiven ersten Eindruck? Wie wird man als angenehmer Gesprächspartner wahrgenommen? Wie überzeugt man Geschäftspartner von den eigenen Ideen und schafft gleichzeitig ein gutes Verhältnis? „Wie man Freunde gewinnt“ ist noch heute einer der bekanntesten Kommunikationsratgeber. Dale Carnegie legte ein beeindruckendes Verständnis für die menschliche Natur an den Tag, sodass sein Werk seit Jahrzehnten nicht an Gültigkeit verloren hat. Als weiterbildende Literatur ist das Buch eine nicht ganz leicht zu lesende Lektüre. Aber dafür ist es auch nicht gedacht. Mit den anschaulichen Geschichten, die als Beispiele für die vorgestellten Kommunikationsgrundsätze angebracht werden, wird zum Nach- und Überdenken angeregt. Dale Carnegie (1888 – 1955) wuchs in eher bescheidenen Verhältnissen auf und musste sich sowohl den Schulunterricht als auch sein Pädagogikstudium hart erkämpfen. Trotz allem schaffte er es, dank seiner selbst aufgestellten Grundsätze und Regeln zu einem der meist gefragten Kommunikationsexperten aufzusteigen. In seinem Bestseller „Wie man Freunde gewinnt“ schrieb er diese Hilfestellungen nieder. Vor allem für erste Schritte des Kennenlernens und bei geschäftlichen Anliegen schadet es nicht, sich in das Gegenüber hineinzuversetzen und zu verstehen, was diesen Menschen bewegt. „Dieser Titel wird jedem gefallen der gern zwischenmenschliche Beziehungen analysiert. Zwar sind seine ‚Regeln‘ nicht universell anwendbar. Aber sie stellen gelungene Hilfen für den privaten und beruflichen Alltag dar.“ - Hannes Melody Schieck

FISCHER Taschenbuch 12,00 € 416 Seiten, Gebunden ISBN 978-3-596-51308-6 Cover: © FISCHER Verlag

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rätselspass

WER HAT AUFGEPASST? In der redaktion herrscht chaos, alles steht kopf. jemand hat sein unwesen getrieben und unter die gesammelten materialien zur recherche falsche informationen gestreut. aber welche antworten sind richtig, und was ist humbug? 1. a) b) c)

Männlichkeit in der Kunst ist: Wenn ein Mann als ein Mann (mit deutlich erkennbaren Geschlechtsorganen) erkennbar ist. Die Kategorie Männlichkeit als Kunstprodukt verstanden wird und eine Symbiose zwischen biologischem und sozialem Geschlecht erzielt wird. Wenn das Kunstwerk von einem Mann gefertigt wurde.

2. a) b) c)

Wo liegt Flandern? In den Niederlanden. In Belgien. In Frankreich.

3. a) b) c)

Wie viele der Männer in der Leserbefragung lesen noch gerne Bücher? Einer. Keiner. Zwei.

4. a) b) c)

Männermagazine sind: Typische Herrenzeitschriften mit erotischen und teils pornografischen Inhalten. Zusammenstellungen verschiedener Rezepturen für Essen und Trinken. Lifestyle-Produkte mit thematischen Schwerpunkten.

5. a) b) c)

Was befand sich im Keller des alten Stadtbades? Umkleiden. Ein Kinderbad. Ein Bad für Hunde.

6. a) b) c)

Warum hat sich der Maskulinismus ursprünglich gebildet? Aus Frauenhass, um eine weiterführende Emanzipation zu verhindern. Als Gegenströmung zum Feminismus, um die Rechte und die Gleichberechtigung der Männer zu wahren. Aus Frust über die hohe Arbeitslosigkeit und die Verantwortung, eine ganze Familie ernähren zu müssen.

7. a) b) c)

Wie entstand der Männerschwarm Verlag? Er wurde aus einem Mangel an Literatur mit homosexueller Orientierung gegründet. Er entstand aus dem gleichnamigen Buchladen. Er entstand aus einem Szenetreff für Homosexuelle.

Lösungen: 1b), 2b), 3a), 4c), 5c), 6b), 7b)

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ausmalbilder und impressum

IMPRESSUM „LEIPZIGER LERCHE“ ISSN: 1430-0737

Anzeigen: Janka Diettrich, Annekatrin Franke, Melody Schieck

Auflage: 3 000 Exemplare

Layout-Chefin: Jana Menke

Herausgeber: Hochschule für Technik, Wirtschaft und

Layout: Janka Diettrich, Jana Menke

Kultur Leipzig, Fakultät Medien,

Fotograf Titelbild: © Rico Molaro & Richard Bößert

Studiengang Buchhandel/Verlagswirtschaft,

Titelbild Spezial: © Anne Geßner

Karl-Liebknecht-Str. 145, 04277 Leipzig

Model Titelbild: Peter Kleemann,

Internet: www.fm.htwk-leipzig.de

Editorial: © Frances Liebau

www.leipzigerlerche.com

Reproduktion/Druck: Anke Schlegel, Roger Troks,

E-Mail: lerche-online@htwk-leipzig.de

Hausdruckerei der HTWK,

V.i.S.d.P.: Prof. Gunter Janssen

Gustav-Freytag-Str. 40, 04277 Leipzig

Chefredakteurin: Frances Liebau

Weiterverarbeitung: IGT Colordruck GmbH,

Redaktion: Janka Diettrich, Annekatrin Franke, Frances Liebau, Saskia

Mommsenstraße 2, 04329 Leipzig

Liske, Jana Menke, Melody Schieck Vertrieb: Annekatrin Franke, Frances Liebau, Melody Schieck


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