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46 :: Frühling 2017

Der nostalgische Blick auf die Branche

Leipziger Lerche Studentenzeitschrift des Studienganges Buchhandel/Verlagswirtschaft der HTWK Leipzig

Der

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E-Reader

Spezial: Vintage Daumenkinoverlage Buchmarkt Finnland Voland & Quist Umweltzertifikate Hipster in Leipzig Hippieliteratur


© Susanne Bez

2 :: Rubrik

Überschrift WWW.PETERSEN-BUCHIMPORT.COM

Unterüberschrift Artikel

Service von Nord nach Süd

WWW.UMBREIT.DE

Leipziger Lerche 42 | Herbst 2013 Leipziger Lerche2 .indd 1

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Editorial Rubrik :: 3

EDITORIAL LEIPZIGER LERCHE FRÜHLING 2017

Liebe Leserinnen, liebe Leser, in unserer 46. Ausgabe nehmen wir euch mit auf eine Zeitreise durch die Buchwelt des Zwanzigsten Jahrhunderts. Wir beginnen in der Zeit, als sich die Lerche noch in den Kinderschuhen befand (Seite 14) und springen dann zurück zu den Golden Twenties, den Bücherverbrennungen im Nationalsozialismus und zur Hippie-Literatur (ab Seite 16). Passend zu unserem Vintage-Thema haben wir uns etwas ganz besonderes für euch überlegt: Wir haben uns von unseren Eltern/ Großeltern die Bücher zeigen lassen, die sie in ihrem Leben geprägt oder Ihnen besonders gut gefallen haben und vier davon für euch ausgewählt, gelesen und rezensiert (Seite 32). In diesem Heft erwarten euch außerdem noch ein Exkurs zum Buchmarkt in Finnland (Seite 6), ein nicht ganz wertungsfreier Blick auf die Hipster (Seite 28), ein wunderschönes Mandala zum Ausmalen und vieles mehr. Wir hoffen, dass ihr beim Lesen genauso viel Spaß haben werdet, wie wir mit der Ausarbeitung dieser Ausgabe hatten. Eure Leipziger Lerchen

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4 :: Inhalt

Inhaltsverzeichnis Editorial ........................................................................................................................................................................ 3

Branchenanekdoten ............................................................................................................................................... 5

Besucht uns auf unserem Blog leipzigerlerche. com und auf

für Hintergrundberichte zum aktuellen Heft, monatliche Spezialthemen und alles rund ums Buch.

Buchmarktforschung Finnland ....................................................................................................................................................................... 6

Branche Das Daumenkino ...................................................................................................................................................... 8 Was macht eigentlich ...? ..................................................................................................................................... 10 „Ich mach was mit Büchern ...“ .......................................................................................................................... 11

SPEZIAL Lerche goes Vintage Lerche vor 22 Jahren ............................................................................................................................................ 14 Abschied vom Gestern ........................................................................................................................................ 16 Die Brandbücher ........................................................................................................................................................ 18 Antiquariat ............................................................................................................................................................... 20 Literatur der Generation Flowerpower .......................................................................................................... 22 Verhandlungen mit der Natur ........................................................................................................................... 26

Leben und Studieren in Leipzig Hipster go home! ................................................................................................................................................... 28 BuMerang ................................................................................................................................................................. 30

Rezensionen – Aufgeschlagen Ponny Pedro ........................................................................................................................................................... 32 Märchenbuch .......................................................................................................................................................... 32 Nichts ......................................................................................................................................................................... 33 Das Café am Rande der Welt ............................................................................................................................. 33

Ausmalen .................................................................................................................................................................. 34

Impressum ............................................................................................................................................................... 34

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Branchenanekdoten :: 5

Branchenanekdoten Geschichten aus dem Bücher-Alltag

Zum Umgang mit Shades of Grey-Käufern: Die geschiedene Mutter: „Ich suche ein Buch: Fuffzich Schaddes off Grai.“ Tipp: Jeden direkten Bezug zum Geschlechtsverkehr vermeiden. Die jungen Mädchen: „Kicher Tuschel haben sie auch das Sex-Buch?“ Tipp: Nicht nach dem Alter fragen. Die Hartgesottenen: „Haben sie hier auch was über Bondage?“ Tipp: Todernst bleiben und zu den Ratgebern verweisen.

Witzige Mail aus dem Musik-Verlag: Sehr geehrter Herr, Die CD ist immer noch nicht da. Haben Sie Sie schon versonden? Mit freundlichen Gruessen. Daraufhin Mail Nummer 2: Entschuldigen Sie mich für die fehlerhafte E-Mail. Ich kann ganz gut Deutsch, aber zwei Kollegen zankten neben mir, ich konnte überhaupt nicht aufpassen. Könnten Sie mich verstehen? Ich hoffe.

Ich komme nicht aus Sachsen und manchmal ist mir sächsisch noch ein wenig befremdlich. Vor einiger Zeit trat ein Mann zur Tür meines Antiquariats ein und fragte: „Sie vergoofn hior also Büscher?“ Augenscheinlich tue ich das, ja.

Lina Al Ghori, Viktoria Gamagina, Niklas Gaube

Leit

Lightfaden Der Leitfaden Freies Lektorat – ein echtes Schwergewicht, vollgepackt mit Fachwissen und Praxistipps, Fakten und Erfahrungsberichten. 10., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage, 248 Seiten 39,90 Euro (www.vfll.de, Buchhandel oder Online-Shops) 19,90 Euro für VFLL-Mitglieder (über www.vfll.de) ISBN 978-3-9808876-3-2 www.vfll.de

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Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren e.V. (VFLL)


6 :: Buchmarktforschung

Finnland: Buchmarkt im Winterschlaf Wo die Branchenwelt noch in Ordnung ist

© Wikimedia Commons

Finnland Hauptstadt: Helsinki Fläche: 338 432 km² Einwohner: 5,5 Mio. Buchhandlungen: ca. 500 Umsatz Buchmarkt: ca. 232 Mio. € Jährliche Novitäten: ca. 4 000 Alphabetisierungsrate: 100 %

Vor zwei Jahren präsentierte sich Finnland auf der Frankfurter Buchmesse als feuchter Traum aller Nostalgiker. Ein stabiler Buchmarkt, wo Buchclubs und Bibliotheken noch eine gewichtige Rolle spielen und jedermann ein eifriger Leser ist. Zwei Jahre später scheint es, dass auch am Polarkreis der Wandel angekommen ist. Der Buchmarkt in Finnland weist einige besondere Charakteristika auf, bedingt durch die Beschaffenheit des Landes. Auf einer Fläche fast so groß wie Deutschland lebt weniger als ein Zehntel von dessen Einwohnerzahl. Dadurch sind städtische Ballungsgebiete ein seltener Anblick, viele Menschen wohnen in abgelegenen Dörfern. Extrem schlechte Bedingungen für den stationären Buchhandel also, außerdem existiert seit 1971 keine Preisbindung mehr. Über das ganze Land verteilt gibt es weniger als 500 Buchläden, die in der Mehrzahl großen Filialsystemen zugehörig sind. Dafür überdauern in Finnland noch Verlagsbuchhandlungen, denn die beiden Platzhirsche werden nicht von Einzelhandelskonzernen geführt. Einen Teil des Kuchens verwaltet die schwedische Bonnier-Gruppe, ein weiterer bedeutender Mitspieler ist die Verlagsgruppe Otava. Die Buchpreise können ungewöhnlich stark variieren, durch die räumliche Entfernung der Verkaufsstellen sind Differenzen von bis zu 20 Euro möglich. Auch in Finnland gilt ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz für Bücher, in diesem Fall zehn Prozent. Mit Verspätung in die Krise Das Leben in Finnland ist tatsächlich relativ teuer. Der normale Mehrwertsteuersatz beträgt 25 Prozent, die Finnen zählen zu den wohlhabendsten Menschen Europas. Das erklärt, warum die rückläufigen Absätze auf diesem Buchmarkt mit solch einer Verzögerung im Vergleich zur restlichen Buch-Welt

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einsetzten. Bei knappen Kassen verschwinden Bücher in der Regel als Erstes von der Einkaufsliste, aber dank stabiler Wirtschaft kaufen die Finnen immer noch vergleichsweise viel Literatur. Außerdem steht Bildung hoch im Kurs. Finnland besitzt nach wie vor eines der weltbesten Bildungssysteme, und das braucht natürlich eine Menge Lesestoff. In der Jahresstatistik 2015 machen Lehrbücher mehr als ein Drittel des Umsatzes aus und liegen damit auf dem zweiten Platz. Auch sonst ist der Wissens- und Lesehunger der Finnen erfreulich hoch, mit 4 000 Novitäten jährlich produzieren sie europaweit die meisten Neuerscheinungen pro Kopf. Um die alle zu verteilen, gibt es eine ganze Menge Bibliotheken und Buchclubs. Letztere haben aber in den vergangenen fünf Jahren eine Halbierung der Umsätze hinnehmen müssen und sind mittlerweile ähnlich ins Schwimmen geraten wie in Deutschland. Trotzdem weist der finnische Verlegerverband Suomen Kustannusyhdistys in seinem Jahresbericht weiterhin eine eigene umfangreiche Statistik über Buchclubs aus, was den hohen kulturellen Stellenwert dieser Lesezirkel im Hohen Norden zeigt. Dank Vernetzung nicht länger einsam Das Gesamtbild des finnischen Buchmarktes zeichnet jedoch ein düsteres Bild, mit teils zweistelligen Rückgängen. Positive Zahlen sind rar, und der Gesamtumsatz hat sich in den letzten fünf Jahren um fünfzig Millionen Euro verringert. Hauptmotor dafür ist auch in Finnland die Digitalisierung. Der E-BookMarkt verzeichnete in den letzten Jahren satte Zuwächse und macht mittlerweile, dem weltweiten Branchentrend folgend, rund 20 Prozent des gesamten Absatzes aus. Der Löwenanteil entsteht durch den direkten Verkauf an Endkunden. Eine weit verstreut lebende Bevölkerung, für die das Lesen immer noch einen hohen Stellenwert besitzt, dürfte gerade auf solch eine Vereinfachung gewartet


Buchmarktforschung :: 7

Der finnische Buchmarkt 2015. © by Niklas Gaube, Quelle: http://tilastointi.kustantajat.fi/

haben. Bei diesen Voraussetzungen könnte sich der digitale Buchmarkt in Finnland sogar noch weitaus stärker etablieren, als im Rest der Welt. Kein Platz für verlegerische Experimente Da der finnische Buchmarkt so klein ist, gibt es wenig Spielraum für Exoten unter den Verlagen. Selbst Sparten wie das Kinderbuch werden nur von großen Verlagshäusern bedient, erfolgreiche Spezialisierungen sind selten. Marktführer sind die bereits erwähnten Verlage Otava und Bonnier. Die Verlagslandschaft wird also von skandinavischen Unternehmen dominiert und ist weniger international als anderswo. Konkurrenz bekommen die Platzhirsche am ehesten aus dem starken Schulbuchsektor, z. B. von Sanoma Learning. Ein weiterer Anachronismus sind die hauseigenen Druckereien vieler Verlage. Die Buchbranche ist weitaus weniger arbeitsteilig als im Rest der Welt, Verlage sind tatsächlich gleichzeitig auch allumfassende Literaturdienstleister. Diese Konzentration der Arbeitsprozesse basiert ebenfalls auf der dünnen Besiedelung und dem kleinen Markt – da muss man seine Schäfchen zusammenhalten, damit sie nicht verloren gehen.

Finnlands Autoren – schwer zu vermarkten, aber mit Seele International spielen die Finnen kaum eine Rolle, und auch umgekehrt setzten sie vor allem auf die heimische Titelproduktion. Nicht einmal ein Fünftel aller Bücher sind Übersetzungen, und international dominieren den Lizenzverkauf eher die anderen Skandinavier mit ihren Krimi-Serien. Die finnische Literatur dreht sich meist um Finnland selbst, die raue Landschaft, ihre eigenbrötlerischen Bewohner und die Schwierigkeiten zwischenmenschlicher Beziehungen. Diese Themen verarbeiten Autoren mit unaussprechlichen Namen vor allem in Krimis, doch auch Satire unter dem Namen „Finnish Weird“ hat Hochkonjunktur. Andere Top-Themen sind die Vergangenheit, wie das zwiespältige Verhältnis zum russischen Nachbarn oder natürlich das Nationalepos „Kalevala“. Für Buch-Nostalgiker ist Finnland also (noch) das perfekte Urlaubsziel. Die Buchbranche sieht aus wie das Land selbst: Etwas düster im Zukunftsausblick, für Fremde schwer zu verstehen – und irgendwie sehr liebenswert. Niklas Gaube

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8 :: Branche

Das Daumenkino Kleine Bilder ganz Groß Daumenkinos: Das sind diese kleinen Bücher, bei denen durch schnelles Durchblättern eine Bildfolge entsteht, die wie ein stummer kurzer Film wirkt. Früher erfreuten sich diese kleinen „Filmchen“ großer Beliebtheit, heute sind sie etwas in Vergessenheit geraten – leider. Aber davon lassen sich einige Verlage nicht abschrecken.

sich darauf spezialisiert hat, Daumenkinos herzustellen und zu verkaufen. Und der Schacks-Verlag, der Ende 2016 seine Tätigkeit einstellte, stand nicht allein da. Es gibt weitere Verlage, wie den Machandel-Verlag, der ebenfalls ein paar eigene Daumenkinos im Programm hat. Oder eben Dr. Brahms Daumenkino aus Breisach, die sich komplett auf Daumenkinos spezialisiert haben.

Wie funktioniert ein Daumenkino eigentlich? An sich ist das ganz einfach: Das Gehirn verarbeitet die Umwelt nicht kontinuierlich, sondern in aufeinander folgenden Zeitfenstern. Fallen zwei oder mehr Reize in ein Zeitfenster, so werden sie nicht getrennt, sondern gemeinsam wahrgenommen. Auf diese Weise entsteht bei bildlichen Reizen eine Bewegung, das heißt, die aufeinander folgenden Bilder des Daumenkinos „kommen in Bewegung.“ Nach dem selben Prinzip funktionieren auch Filme, nur werden hier viel mehr Bilder pro Zeiteinheit gezeigt, sodass die Bewegungen richtig fließend und zusammenhängend sind, während es bei den Bildern im Daumenkino vorkommen kann, dass sie abgehackt wirken. Wie fließend ein Daumenkino wahrgenommen wird, hängt also auch davon ab, wie schnell man hindurch blättert. Ist man zu langsam, entstehen keine richtigen Bewegungen, ist man zu schnell, sind die Bewegungen zwar fließend, aber man kann die kurze Geschichte gar nicht richtig wahrnehmen. Wer macht so etwas eigentlich noch? Ich war gerade auf dem Weg zum Kulkwitzer See, als ich an einem unscheinbaren Haus vorbeilief. Vorne war wie gewöhnlich ein Briefkasten am Zaun angebracht. Aber was darauf stand, ließ mich stutzen: Schacks Verlag. Hm, dachte ich und habe direkt einmal nachgesehen, was sich dahinter verbirgt. Die Antwort: Ein Daumenkino-Verlag, also ein Verlag, der

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Michael und Holger Schack © Schacks Daumenkino

Aber man kann nicht nur vorgefertigte Daumenkinos erstehen, sondern auch selbstgemachte Daumenkinos Online anfertigen und bestellen. Wozu braucht man das? Das Daumenkino ist neben der privaten Benutzung für Spaß und Unterhaltung ein immer beliebter werdender Werbeträger. Verschiedene Firmen, darunter die Allianz, Durex und der Kinderkanal, nutzen diese Werbemöglichkeit. Die kleinen Filmchen zeigen ihrem Betrachter kurz und prägnant die Kernfunktion des Unternehmens oder ein neues Projekt/ Produkt. Auf jeden Fall bringen die Daumenkinos jede Menge Spaß und gerade die Selbstgemachten eignen sich hervorragend als liebevolles Geschenk. Maxi Herzog


Branche :: 9

Š Schacks Daumenkino

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10 :: Branche

Was macht eigentlich...? Leif Greinus und Sebastian Wolter: Geschäftsführer bei Voland & Quist

© Robert Gommlich

Für die Ausgabe 46 der Leipziger Lerche hatten wir die Möglichkeit ein Interview mit den beiden Geschäftsführern sowie Alumni Leif Greinus und Sebastian Wolter durchzuführen. Nach ihrem Studium an der HTWK war für beide klar, wohin der Weg beruflich führen sollte. Seit 2004 veröffentlichen die Verleger mit ihrem Unternehmen Voland und Quist „Lesebühnenliteratur“ und waren damals Wegbereiter eines völlig neuen Konzepts für die Branche. Hauptaugenmerk wird dabei auf junge, zeitgenössische Prosa und Lyrik gelegt. Im Jahr 2007 wurde Voland und Quist mit dem Preis der »Hanna Johannes Arras Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur in Dresden« ausgezeichnet und 2010 mit dem Kurt-Wolff-Förderpreis. Der Werdegang der beiden Alumni zeigt deutlich, wie Know-how gepaart mit der richtigen Geschäftsidee bis heute erfolgreich sein kann. Welche beruflichen Wünsche hatten Sie nach Ihrem Studium Buchhandel/Verlagswirtschaft und was waren für Sie die Auslöser einen Verlag zu gründen? Für uns war schon im letzten Studienjahr klar, dass wir uns mit einem Verlag selbständig machen wollten. Auslöser gab es mehrere: Wir kannten durch unsere Veranstaltungen viele Autoren, die nicht verlegt waren oder nicht adäquat, wie wir fanden. Die Idee, unsere Bücher mit CDs zu verlegen, war ein wichtiger gedanklicher Schritt vor der Gründung: so konnte man das Live-Erlebnis unserer Autoren halbwegs transportieren und sie „passend“ verlegen. Außerdem gab es so ein Verlagskonzept damals noch nicht. Zudem hatten wir am Ende des Studiums an der HTWK das Know-how, um den Schritt zur Verlagsgründung zu gehen.

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Welches Leitbild vertritt Voland und Quist und wodurch heben Sie sich von Ihrer Konkurrenz ab? Wir wollen ungewöhnliche Bücher abseits des Mainstreams verlegen, die auch noch ungewöhnlich gestaltet sind. Humor spielt eine wichtige Rolle in unserem Programm. Was uns sicher von anderen unterscheidet, ist, dass wir eine starke Ausrichtung auf die mündliche Vermittlung von Literatur haben, viele unserer Autoren schreiben auch für die Bühne. Was waren für Sie die größten Herausforderungen in Ihrer Verlags-Laufbahn? Da gab es sicher mehrere: die ersten Jahre, als es noch nicht so gut lief, den Wanderhurenstreit, in dem ein großer Verlag versucht hat, einen unserer Titel zu verbieten. Derzeit ist es vor allem herausfordernd, einige unserer neuen Autoren aufzubauen. Und ganz allgemein gesagt: Man hat immer zu wenig Zeit. Von welcher Art Autoren lebt Ihr Verlag und worauf legen Sie bei der Auswahl Ihrer Lesebühnenliteratur besonders wert? Wir verlegen hauptsächlich Autoren und Autorinnen der Lesebühnen- und Spoken-WordSzene. Kriterien für uns sind vor allem Originalität und Witz der Texte. Dass zwei langjährige Autorinnen von uns zuletzt mit dem Bachmannpreis (Nora Gomringer 2015) oder dem Kasseler Förderpreis Komische Literatur (Kirsten Fuchs 2016) ausgezeichnet wurden, zeigt, dass wir da auf einem guten Weg sind. David Barthelmann


Branche :: 11

„Ich mach was mit Büchern...“ Heutige Jobanforderungen in der Buchbranche Die Buch- und Verlagsbranche ist in Deutschland renommiert und vom Umbruch gekennzeichnet. Kaum eine andere Branche bietet so facettenreiche Jobs wie die Verlagswelt. Jedoch sind diese hart umkämpft und vom Outsourcing geprägt. Viele neue Anforderungen stellen sich im Zuge der Digitalisierung an den Branchennachwuchs. Nur wie sieht die Zukunft der Buchbranche und damit die neuen Anforderungen an die Bewerber aus? Wir zeigen euch, auf was es ankommt und welche Softskills überzeugen, um den Einstieg zu schaffen. In den letzten Jahren häuften sich die Schlagzeilen vom Stellenabbau, welcher innerhalb der Buchbranche mehr und mehr stattfindet. Und wer kennt nicht Sprüche wie: Was? Ich wusste nicht, dass man Buchhandel studieren kann. Doch mit 110 372 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Ende 2015 gehört das Verlagswesen noch immer zu einer der wichtigsten Größen des hiesigen Arbeitsmarktes. Wie lassen sich der Stellenabbau und der generelle Volksmund, der Buchmarkt wäre tot, erklären? Es ist keine Frage, dass sich in Zeiten der Digitalisierung Rationalisierungsprozesse in der Arbeitswelt ergeben haben. Wie in allen Bereichen der Volkswirtschaft findet in den heutigen Zeiten des Warenüberflusses der eigentliche Wettbewerb im Bereich des Verkaufs sowie des Marketings statt. Die Tätigkeitsfelder haben sich dadurch in den letzten Jahren auf die Bereiche nach der Fertigungsphase verschoben. Gefragt ist Personal in den Bereichen: Werbung, Messen, Lizenzverwaltung etc. Personen aus Lektorat und Herstellung hingegen kaum noch. Wer sich dennoch in die Richtung orientieren möchte, sollte sich auf eine selbstständige Tätigkeit ohne Urlaubsanspruch einstellen. Denn hier weht seit Jahren ein

eisiger Wind durch die Branche. Ohne Zweifel haben sich Medienberufe vor diesem Hintergrund nicht nur in handwerklicher Hinsicht geändert, sondern auch dahingehend, dass es in diesem Segment zunehmend Berufe mit abnehmender Arbeitsplatzsicherheit gibt. Die neuen Berufsfelder im Zeitalter der Social Media und Co. Eine generelle Antipathie gegen Social Media Plattformen solltest du dir schnell abgewöhnen, wenn du einen Beruf in der Medienbranche ergattern möchtest, denn dieser Bereich zählt heute zu den großen Schwerpunkten innerhalb der Verlagsbranche. Kaum ein Verlag kommt heute noch ohne Twitter, Facebook und ähnlichem aus, was qualifiziertes Personal erfordert sowie völlig neue Berufsfelder geschaffen hat. Begriffe wie: Blogger Marketing, Influencer oder Content Marketing definieren die Arbeit eines Medienunternehmens völlig neu und gehören dazu, um besonders die jüngere Zielgruppe, die Digital Natives, zu erreichen. Von der Spezialisierung zur eierlegenden Wollmilchsau. Die Anforderungen sind hoch! In heutigen Verlagen wird der ideale Mitarbeiter meist als „spezialisiertes Multitalent“ beschrieben, welcher im besten Fall ein technisch versiertes, sprachgewandtes, wirtschaftlich denkendes Organisationsgenie in sich vereinen soll. Wer sich den Beruf in einem Verlag also mit zu viel Idealismus vorgestellt hat, wird schnell von der Realität eingeholt. Zudem sind Entdeckungen von Bestsellern heutzutage wie ein Sechser im Lotto.

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12 :: Branche

Die Palette an Berufen ist groß: Lektor, Autor, Buchhändler, Mediengestalter um nur einige zu nennen. Doch alle haben eins gemeinsam: Es wird vor allem Flexibilität sowie ein Gespür für den Markt abverlangt und wer von einer Karriere in der Buch- und Zeitschriftenbranche träumt, sollte sich vor allem in den großen Verlagsorten nach Jobs, Praktika oder Volontariaten umsehen: Berlin, München, Frankfurt am Main, Hamburg. Für viele Berufseinsteiger ist der Weg eines Praktikums die einzige Möglichkeit den Einstieg in die Branche zu meistern. Leider werden diese meist nur gering bis gar nicht entlohnt. Doch nur wer den Alltag in einem Verlag kennt, hat gute Aussichten sich einen Arbeitsplatz zu sichern. Social Skills sind gefragt! In der Zusammenarbeit mit Autoren und Agenten kommt es heute neben einem hervorragenden Sprachgefühl und Verhandlungsgeschick auf Durchsetzungsfähigkeit und Persönlichkeit an, welche keinen Konflikt scheuen. Verlagsvertreter brauchen ein Gespür für Trends auf dem Buchmarkt und müs-

Gute Chancen haben Hartnäckige, die wissen, was sie wollen. Deinem Traumberuf in der Bücherwelt sollte mit den beschriebenen Fähigkeiten also nichts mehr im Weg stehen. David Barthelmann

Leipziger Buchmesse

kompetent kult

sen mit viel Sprachgewandtheit, welche in der Verlagswelt zum guten Ton zählt, erfolgreiche Überzeugungsarbeit leisten. Auch wenn du von Natur aus nicht der extrovertierte Verkäufertyp bist, solltest du unbedingt innerhalb deines Studiums an diesen Eigenschaften arbeiten. Gelegenheiten dafür bieten sich, spätestens in einem Praktikum, viele! Wer in Bewegung bleibt und mit der Zeit geht, kann also von der Umbruchsituation durchaus profitieren. Wenn es nach Studien des Börsenvereins des deutschen Buchhandels geht, dann lesen gerade die 14- bis 19- Jährigen überdurchschnittlich viel. Über zukünftige Kunden braucht sich die Buchbranche somit keine Sorgen zu machen, zudem E-Book und Co. immer noch Exoten auf dem Markt darstellen.

Halle 5

konkret

Stand G 309

www.buecherfrauen.de/akademie akademie@buecherfrauen.de


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Lerche goes Vintage

Rubrik :: 15

Artikel

Leipziger Lerche 42 | Herbst 2013


12 :::: Branche 14 Rubrik SPEZIAL

Lerche vor 22 Jahren Ein Blick in die 2. Ausgabe der Leipziger Lerche von 1995 Wir schreiben das Jahr 1995. Die zweite Ausgabe der Leipziger Lerche erscheint pünktlich zur Leipziger Buchmesse. Doch was macht sie aus? Was unterscheidet sie von der 46. Ausgabe, oder gibt es gar keine Unterschiede? Wir sind der Sache für euch auf den Grund gegangen. Wie sah die zweite Ausgabe eigentlich aus? Schaut man sich die zweite Ausgabe der Leipziger Lerche in unserem Archiv an, so fällt direkt auf, dass die Lerche damals im Großformat gedruckt wurde, anstatt im heutigen handlichen Format. Sie wirkt anmutig, groß und prunkvoll. Auf der Titelseite prangt ein Schriftzug, welcher das Hauptthema der Zeitschrift auf den Punkt bringt. „Ist Leipzig Buchstadt?“, wird tituliert. Die Leipziger Lerche erstrahlt in klassischer Schwarz - Weiß - Optik, anstatt sich in ein zweigeteiltes Farbkleid zu hüllen. Durch diese Schwarz - Weiß - Optik stößt man aber aufgrund der schwierigeren Abgrenzung an einige Problemstellen, vor allem bei der Abhebung von Hintergründen und Schrift. Diese gehen zum Teil manchmal ineinander unter. Vom optischen Gesamteindruck her zeigt sich die zweite Ausgabe der Leipziger Lerche aber von einer professionellen und innovativen Seite, vor allem weil das Projekt noch in seinen Kinderschuhen steckte. Traf man den Nerv der Zeit? Die Themen der zweiten Ausgabe: Man warf sich 1995 ordentlich in Schale und konnte mit interessanten und bekannten Gesichtern der Branche glänzen. Die zweite Ausgabe der Leipziger Lerche ist gespickt mit Interviews mit Autoren und Verlegern, welche alle ihre ganz eigene Geschichte zum „Spezialthema“ und der allgemeinen Lage der Branche zum Besten geben. Mit von der Partie waren unter anderem

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Michael Faber (Faber & Faber Verlag), Arnulf Conradi (Berlin Verlag), Gunter Preuß (Autor), Egbert Herfurth (Grafiker/Maler) und Bern Lunkewitz (Aufbau Verlag). Die Interviews erstrecken sich teils über zwei gefüllte, großformatige Seiten, sozusagen sechs Seiten geballtes Verleger und Autoren Fachwissen. Außerdem warteten die Redakteure mit Informationen über den Studiengang Buchhandel/Verlagswirtschaft, aktuellen Ereignissen, der Nachgefragt-Rubrik und weiteren interessanten Fakten und Themengebieten auf. Thematisch gesehen lieferte die zweite Ausgabe der Leipziger Lerchen einen kritischen Blick auf die Branche, was vor allem durch die geführten Interviews heraussticht. Es wurde sich intensiv mit der Thematik des Buchmarktes auseinandergesetzt und mit scharfer Feder geschrieben und gestaltet. Fazit Die zweite Ausgabe der Leipziger Lerche erschien in einem heutzutage sehr nostalgisch anmutenden Outfit und hatte einige hochkarätige Gäste eingeladen. Sie alle hatten ihre Meinung zum Buchmarkt kund getan und in einer kleinen, aber feinen Zeitschrift verewigt. Ob Leipzig nun wirklich Buchstadt war, ist oder sein wird, das liegt wohl letztendlich auch im Auge des Betrachters. Also lasst uns mit diesem nostalgischen Blick noch ein wenig in die Ferne schweifen und schauen was die aktuelle Ausgabe für uns bereit hält. Michael Kroschwald


Branche Rubrik :: 13 15

Das Medium für alle Medienberufe

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© Michael Kroschwald

Ausgabe 2 der Leipziger Lerche erstmals 1994 zur Frankfurter Buchmesse erschienen 2. Ausgabe zur Leipziger Buchmesse 1995 Großformat, 40 x 28,5 cm Thema: „Ist Leipzig Buchstadt?“

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Artikel

Das Fachbuch bietet einen umfangreichen und kompakten Gesamtüberblick über alle Bereiche der Medien: Grundlagen, Gestaltung und Produktion sowie Wirtschaft und Management. Für die 7. Auflage wurden die Inhalte vor allem in den Bereichen Medieninformatik, Recht und multimediale Techniken auf den neuesten Stand gebracht.

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Interviews mit Michael Faber (Faber & Faber Verlag), Arnulf Conradi (Berlin Verlag), Gunter Preuß (Autor), Egbert Herfurth (Grafiker/Maler), Bern Lunkewitz (Aufbau Verlag)

Leipziger Leipziger Lerche Lerche 4642| Frühling | Herbst 2017 2013 www.europa-lehrmittel.de


26 :: SPEZIAL 16

Abschied vom Gestern Die Buchbranche in den 20er Jahren Der Buchmarkt ist in der Krise! Ramschliteratur breitet sich in den Regalen aus! Neue Medien zerstören die traditionelle Verlagslandschaft! Die Menschen lesen nicht mehr! – Nein, das sind nicht die aktuellen Schlagzeilen im Börsenblatt, sondern Untergangsprophezeiungen aus den 20er Jahren. Klingt bekannt? Auf zu einer Zeitreise, als die heile Verlegerwelt noch in Ordnung war. Deutschlands wilde Zeit liegt nun bald ein Jahrhundert zurück, und natürlich blieb auch die Buchbranche damals nicht von den Umwälzungen jener bewegten Epoche verschont. Neben Inflation und ideologischen Grabenkämpfen beschäftigten die Verleger und Buchhändler Probleme, die uns heute seltsam bekannt vorkommen. Der Große Krieg war beendet, doch anders als dreißig Jahre später waren Gesellschaft und Land zumindest oberflächlich intakt und funktionsfähig geblieben. Viele Verlage hatten selbst während des Ersten Weltkrieges ohne größere Schwierigkeiten publizieren können und setzten die Arbeit nun reibungslos fort, angeführt von ihren Firmenpatriarchen. Es war die große Zeit der Verleger-Legenden, die einzelkämpferisch ihre Familienunternehmen führten und maßgeblich das Programm mitbestimmten. Ernst Rowohlt, Gustav Kiepenheuer oder Samuel Fischer sind heute nur traditionsbeladene Namen, ab und zu für die ein oder andere Verlagspräsentation hervorgeholt. Damals jedoch mischten sie aktiv im Tagesgeschäft mit, warben Autoren an und stritten über kulturelle Entwicklungen. Diese einsamen Regenten konnten einen Verlag aber auch schnell ins Unglück stürzen, sei es aus Altersstarrsinn oder mangelnder Flexibilität. Vertraute Krisen-Diskussionen Von vielen beweint, war die gute alte Kaiserzeit unwiederbringlich vergangen und mit ihr Sicherheit und Verlässlichkeit. Die Zukunft klopfte lautstark an die Tür der behüteten

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Buchbranche. Auf einmal musste man sich auf einem internationalen Markt behaupten, Kino und Radio lockten die Menschen vom gedruckten Papier weg und Währungsschwankungen machten Umsatzprognosen zu Wahrsagerei. Der Buchmarkt sprach die ganzen 20er Jahre hindurch von einer „Bücherkrise“ und stritt gleichzeitig vehement darum, ob diese überhaupt existierte.

© Niklas Gaube

Zurück in die Zukunft? Die Diskussionen, wie damit umzugehen sei, kreisten im Wesentlichen um die selben Themen wie heute. Junge Marketing-Strategen forderten massive Konzentrationsprozesse und Zusammenschlüsse, den Aufbau gigantischer Buchhandelsketten mit riesigen Flächen und international operierende Verlagsgruppen. Kinos sollten nicht verfemt, sondern einträglich genutzt werden über Verfilmungslizenzen. Das Buch sei nicht länger erhabenes Kulturgut, sondern ein ganz normales wirtschaftliches Produkt. Dem gegenüber standen die Traditionalisten. Sie sahen in der Entwicklung einen gesamtgesellschaftlichen Verfall und machten fehlende Moral und Ordnung verantwortlich für eine Art geistige Apokalypse. Der einzige rettende Weg führe nur zurück in die glorreiche Vergangenheit, mit Ordnung, Sauberkeit und altdeutscher Glorie.


SPEZIAL :: 17 27

Schwimmen im eigenen Saft Letztendlich mussten sich die Verlage auch selbst an die Nase fassen: die schiere Flut von produzierten Titeln überschwemmte den Markt. Für viele alte Verleger war es jedoch unvorstellbar, kleinere Auflagen zur produzieren. Das erhöhte Risiko und die nötige Kosteneinsparung ließen das Buchgeschäft für sie zu einer kalten Zahlenangelegenheit werden, in der für persönliche Lieblingsprojekte und Autorenfürsorge kein Platz mehr waren. Die kurzfristige Lösung war für viele erst einmal eine Erhöhung der Buchpreise. Nun wirken die damals durchschnittlichen sechs bis sieben Reichsmark für ein Taschenbuch vertraut, in die heutige Zeit umgerechnet stünden dann aber 30 bis 40 Euro auf dem Preisschild. Daher setzten sich ab Mitte der 20er jahre zunehmend sogenannte „Volksausgaben“ durch, billig angeboten und produziert – was den gut situierten Alt-Verlegern natürlich die Zornesfalte anschwellen ließ. Freiheit, aber bitte ohne Frauen Im Programm der Verlage spiegelten sich deutlich die neuen Freiheiten der Weimarer Republik wider: Alles durfte gesagt werden, es gab keine kaiserliche Zensur mehr und jedwede Art zu Leben war möglich. Die großen Bestseller drehten sich um die Lebenswirklichkeit der Menschen, stritten über den richtigen Weg zum eigenen Glück und politische Ideologien, verbunden mit einer Rückschau auf das Trauma des Ersten Weltkriegs. Resignation und persönlicher Niedergang zogen sich als Hauptthema durch viele Werke, Autoren erzählten von der großen Not der einfachen Menschen, die das dynamische Räderwerk der „Goldenen Zwanziger“ zermalmte. Gleichzeitig existierte eine große rechts-konservative Literaturszene, viele geistige Wegbereiter der Nationalsozialisten oder ehemalige kaiserliche Offiziere waren in den 20er Jahren Bestsellerautoren. Bei den bis heute gefeierten Denkmalen dieser Jahre fällt

jedoch eines auf: all jene großen Verleger, Autoren und Journalisten waren durchgehend männlich. Frauen spielten in den höheren Etagen des Literaturbetriebs nur eine untergeordnete Rolle. Weder führten sie Verlage, noch schrieben sie Weltbestseller. Die neuen gesellschaftlichen Freiheiten führten zwar den Frauenroman zu einer begrenzten Blüte und begünstigten auch das Aufkommen erster schwul-lesbischer Literatur. Die Bestimmer über die Buchbranche blieben aber ganz klar die Herren der Schöpfung, trotz häufig liberaler Einstellung. Bemerkenswert ist immerhin der hohe Anteil jüdischer Literaturschaffender in der Weimarer Republik, was sich freilich bald ändern sollte. Spiel mit dem Feuer Am Ende schließlich, mit Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929, setzten sich die Kulturpessimisten durch. Der reaktionäre Teil der Buchbranche verehrte Nationalismus und Preußentum und empfand die Nationalsozialisten zwar als vulgäre Marktschreier, sympathisierte aber nur allzu gern mit der Idee eines starken Anführers, der alles wieder an seinen rechtmäßigen Platz rückt. Die folgenden Bücherverbrennungen waren der Auftakt für die Zerschlagung des literarischen Lebens, das unter der braunen Knute weitgehend verkümmerte. Es darf aber nicht vergessen werden, dass Teile der geistigen Elite und damit auch der Verlagswelt dem durchaus Vorschub geleistet hatten und wie z. B. der BertelsmannVerlag den neuen Herren dienstbeflissen den roten Teppich ausrollten. Niklas Gaube

Leipziger Leipziger Lerche Lerche 4642| Frühling | Herbst 2017 2013


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Die Brandbücher Literatur im Nationalsozialismus Über einhundert Bücherverbrennungen wurden im Jahr 1933 dokumentiert, rund 10.000 Zentner Literatur wurden beschlagnahmt. Wie viel davon genau verbrannt wurde, ist unklar. Organisiert wurden diese Verbrennungen von der Deutschen Studentenschaft unter der Aktion wider den undeutschen Geist. Das Ziel dieser Aktion war, verfemte Autoren bzw. ihre Werke auszusondern und zu eliminieren. Die Grundlage bildeten die sogenannten schwarzen Listen, erstellt vom Bibliothekar Wolfgang Herrmann. Vor allem wissenschaftliche und politische Werke wurden Ziel dieser Säuberung, aber auch die sogenannte schöne Literatur, die heute unter die Rubrik Belletristik fällt, oder Bücher über Religion, Geschichte und Kunst. Aber wer waren die betroffenen Autoren? Und warum wurden ihre Werke verboten und vernichtet? Einer der bekanntesten verbrennungswürdigen Autoren war Karl Marx. Mit seinem Kommunistischen Manifest stand er gegen alles, was den Nationalsozialismus ausmachte. Kein Wunder also, dass alle seine Werke auf den schwarzen Listen landeten. Aber auch alle Schriften von Friedrich Engels - bis auf drei - und Rosa Luxemburg sowie einige Werke von Karl Liebknecht standen darauf. Das waren natürlich erst einmal alles politische und staatswissenschaftliche Werke, die nicht den Lehren Adolf Hitlers entsprachen und somit ist in gewisser Weise verständlich und nachvollziehbar, dass diese Werke beseitigt wurden. Erich Kästner und Hemingway Es gab auch noch andere verbrannte Literatur. So hieß es zum Beispiel bei

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Erich Kästner „alles außer Emil und die Detektive“. Aber wieso? Wie zahlreiche andere auch, war Kästner dem Drill der Kaiserzeit unterworfen - gehorchen und funktionieren statt denken und gestalten. Bei den meisten funktionierte diese Erziehung, allerdings hatte Kästner die Möglichkeit, in einem Umfeld heranzuwachsen, das ihn zu einem kritikfähigen Menschen werden lies. Seine frühen Werke sind gekennzeichnet durch Antimilitarismus und scharfsinnigen Spott auf die Obrigkeiten und die Hierarchie. Beides wurde von den Nationalsozialisten als schändlich und undeutsch aufgefasst. Auch sein Mitwirken in aufgeklärten Intellektuellenkreisen Berlins, insbesondere aber seine Tätigkeit für die Zeitschrift Weltbühne, trugen dazu bei, dass er ins Visier der Nationalsozialisten geriet. Dazu kam noch sein Wirken als aufklärerischer und kritischer Kinderbuchautor. All das trug dazu bei, dass seine Werke in die schwarze Liste aufgenommen und schließlich verbrannt wurden - alle außer Emil. Denn Emil und die Detektive war in der kurzen Zeit nach der Veröffentlichung bereits ein so großer Erfolg, dass selbst die Nationalsozialisten davon absahen, dieses Buch zu verbieten. Am 10. Mai 1933, bei einer zentralen Veranstaltung auf dem Berliner Opernplatz, wurden Kästners Gedichte und Kinderbücher verbrannt, zusammen mit Werken von weiteren 24 deutschen Autoren. Darunter waren auch die Brüder Heinrich und Thomas Mann, Bertolt Brecht, Alfred Döblin und Erich Maria Remarque, die bis zu diesem Zeitpunkt bereits alle außer Landes geflohen waren. Erich Kästner war an diesem Abend anwesend und sah zu, wie seine Werke zu dem „Ausruf Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die


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Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner!“ verbrannt wurden.

Künstler wurden eliminiert. Betroffen davon war Marc Chagall, der polnisch-jüdische Künstler, dessen Leben und Werke wohl auf Grund seiner religiösen Herkunft unerwünscht waren. Weiterhin wurden auch Werke über Paul Ernst Klee, einen deutschen Expressionisten, entfernt. Nachdem er 1933 einen Ariernachweis erbringen sollte, da er in einer Zeitung als Jude beschimpft wurde, und dies ihm auch gelang, betrachteten die Nationalsozialisten ihn dennoch als entarteten Künstler und politisch unzuverlässig.

© Bundesarchiv, Bild 102-14597/CC-BY-SA

Aber auch, wenn die Nationalsozialisten alles daran setzten, undeutsche Literatur aus den Bibliotheken und den Häusern der Menschen zu entfernen und zu vernichten, fanden umso mehr eben diese Werke ihren Weg auf den Schwarzmarkt und blieben der Nachwelt erhalten.

Und auch nach dieser Zeit der Bücherverbrennungen verharrte Kästner in Deutschland und obwohl ihm die Veröffentlichung weiterer Werke untersagt war, arbeitete er unter Pseudonymen weiter. Er wurde zum Beispiel von Joseph Goebbels persönlich beauftragt, das Drehbuch zu dem Ufa-Prestigestück Münchhausen zu schreiben, das 1943 in die Kinos kam. In einem anderen Land ist der Name des Romans, der 1929 von Ernest Hemingway veröffentlicht wurde und in dem er seine eigenen Fronterlebnisse aus dem Ersten Weltkrieg verarbeitet. In dem Werk äußert sich Hemingway kritisch zum Ersten Weltkrieg, die uniformierten Figuren im Roman empfinden den Krieg als Schweinerei. Auch hier spielte Antimilitarismus eine große Rolle, was ausschlaggebend dafür ist, dass auch dieses Buch auf der schwarzen Liste landete und wahrscheinlich verbrannt wurde.

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Auch die Kunst war betroffen Die Nationalsozialisten verbannten aber nicht nur Werke von bestimmten Autoren. Auch Monographien über bestimmte

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Antiquariat Wissenwertes aus dem Handel mit alten Büchern Seit etwa 200 Jahren gibt es das Antiquariat als selbstständiges Gewerbe neben dem Buchhandel, Antiquare hindoch gab es schon im Mittelalter. Sie verkauften hauptsächlich gebrauchte Bücher von Gelehrten und Studenten und wurden „Stationarii“ genannt.

Von damals bis heute hat sich ein großer Wandel hin zum digitalen OnlineGeschäft vollzogen. Es haben sich aber auch andere erstaunliche Entwicklungen getan. Hier gibt es ein paar wissenwerte Fakten zum Antiquariat.

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© www.freevectors.net © Viktoria Gamagina

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Smalltalk mit Frau Lorenz, der Inhaberin des Antiquariats Artemis Leipzig Frau Lorenz ist schon seit acht Jahren im Geschäft und betreibt seither ihr eigenes Antiquariat. Zuvor hat sie eine Ausbildung zur Buchhändlerin absolviert und an der HTWK einige Semester Buchhandel und Verlagswirtschaft besucht. Durch einen Vorrat an Büchern, den Sie im Keller hatte, kam sie zur Selbstständigkeit. Frau Lorenz, wie vertreiben Sie Ihre Bücher hauptsächlich? Ein Großteil geht über das Online- Geschäft, darauf habe ich schon von Anfang an gesetzt. Online vertreibe ich 98 Prozent meiner Bücher.

Wie ist ihr Antiquariat eingeteilt? Meine Geschäftsfläche ist eingeteilt in Ladengeschäft, Lager und Büro. Im Lager befinden sie etwa 25 000 Bücher. Wie halten Sie bei so vielen Büchern denn Ordnung? Die Lagerplätze müssen natürlich genau definiert sein. Mein Ordnungssystem habe ich mir bei Amazon abgeschaut als ich dort mal zu Besuch war. Ich ordne meine Bücher in Bananenkisten welche jeweils mit einer Nummer versehen sind, in jeder Kiste sind jeweils etwa 30 Bücher. Sozusagen Chaos und Ordnung zugleich.

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Literatur der Generation Flowerpower Hippieliteratur – Bücher, die eine Generation prägten

© Wikipedia

© Rowohlt

Lange Haare, der Wunsch nach Frieden, Drogen, die Suche nach Freiheit, Spiritualität, Selbstverwirklichung, freie Liebe, Naturverbundenheit, Rock ´n‘ Roll – all dies sind Schlagworte oder Kennzeichen der Hippiebewegung, welche sich Mitte der Sechziger Jahre in den Vereinigten Staaten als Gegenkultur zum konsumorientierten Establishment formierte und in verschiedensten Inkarnationen bis heute weltweit Anhänger findet. Ein paar literarische Werke formten die Bewegung entscheidend mit und helfen uns heute, diese besondere Ära besser zu verstehen. Im Gegensatz zu manch anderen modernen Jugendkulturen war der Kampf gegen bestehende Strukturen der Gesellschaft bei den „Blumenkindern“ weitaus weniger radikal und politisch motiviert. Das Prinzip des „Aussteigens“, das Anzweifeln von Autorität und Hierarchie, des Leistungsprinzips und veralteter, konservativer Moralvorstellungen bildeten wichtige Eckpfeiler der Hippie-Ideologie. Eine Welt, bestimmt durch Frieden und eine klassenlose Gemeinschaft aller Individuen stellte das utopische Ziel der Jugendlichen dar. Allgegenwärtig war die Suche nach einem tieferen Sinn des menschlichen Daseins. Antworten wurden in fernöstlichen Religionen und/oder Experimenten mit bewusstseinserweiternden Substanzen wie LSD gesucht, welche die Kultur und Philosophie der Bewegung beeinflussten. Die Ablehnung durch große Teile der Gesellschaft und die Diffamierung als „Gammler“ oder arbeitsscheue Chaoten führte dazu, dass sich die Hippies zunehmend isolierten und in den sogenannten „Underground“ zurückzogen, um unter sich bleiben zu können. Viele Anhänger der Gegenkultur lebten fortan in Kommunen oder in ländlichen Gebieten auf Farmen und versorgten sich

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selbst. Es galt vor allem, sich in allen Facetten des persönlichen Lebensstils vom Mainstream abzuwenden. So ist es nicht verwunderlich, dass sich der Literaturkonsum der Weltverbesserer nicht auf den Bestseller-Listen von damals wiederfindet. Die folgenden Werke gelten allgemein als besonders wichtig für die Hippie-Bewegung und greifen viele der bereits genannten Themen auf. Die Inhalte der Bücher beschreiben das Lebensgefühl der Generation und spiegeln die Sehnsüchte und Ansichten der Jugendlichen wider. Einige Autoren erlangten innerhalb der Szene Kultstatus, wenngleich ihnen langfristiger kommerzieller Erfolg zu Lebzeiten verwehrt blieb. Ebenfalls fällt auf, dass die einflussreichen Titel, selten zeitgenössisch waren und entweder erst mehrere Jahre später populär wurden oder wie im Fall Hermann Hesse gar posthum einen regelrechten Boom auslösten.

Jack Kerouac – Unterwegs, 1957 Sex, Drogen und Jazz – dies sind, überspitzt formuliert, drei Grundelemente des KultRomans, der Kerouac auf einen Schlag berühmt machte und heute als Klassiker der amerikanischen Literatur gilt. Die Geschichte trägt stark autobiographische Züge, welche durch die Veröffentlichung der Gesamtausgabe von Kerouacs Werk verifiziert wurden, die eine Liste mit den realen Namen der Charaktere im Buch enthält. Protagonist und Ich-Erzähler Sal Paradise (Kerouac) ist Schriftsteller und will mit dem Schreiben seinen Lebensunterhalt bestreiten. Diesen Plan verwirft er jedoch, als er Dean Moriarty kennen lernt. Die beiden Männer freunden sich an und es beginnt eine drei Jahre andauernde Reise (1947 – 1949) quer durch die Vereinigten Staaten und Mexiko, deren Geschichte das Bewusstsein einer ganzen


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Leser-Generation beeinflussen sollte. Kernstück dieses Trips ist die Suche nach dem Leben – der innere Antrieb, alles erleben zu wollen und das möglichst intensiv. Dabei spielen auch die eingangs erwähnten Grundelemente eine tragende Rolle. Diese Sucht nach Abenteuern, neuen Bekanntschaften und Erlebnissen zwingt die Charaktere ständig „auf Achse“ zu sein, um bloß keine Gelegenheiten zu verpassen. Dieses Gefühl des „Brennens“ auf Leben findet sich auch bei den Hippies wieder, welche dieses Buch zu einer Art Bibel aufwerteten und Kerouac zum Durchbruch verhalfen. „[…] denn die einzigen Menschen sind für mich die Verrückten, die verrückt sind aufs Leben, verrückt aufs Reden, verrückt auf Erlösung, voll Gier auf alles zugleich, die Leute, die niemals gähnen oder alltägliche Dinge sagen, sondern brennen, brennen, brennen wie phantastische gelbe Wunderkerzen und wie Feuerräder unter den Sternen explodieren […]“ (Jack Kerouac – Unterwegs, Rowohlt, 2006)

Hermann Hesse – Siddhartha, 1922 Ein kurioses Phänomen verwunderte die Mitarbeiter des Suhrkamp Verlages um 1965. Während in Deutschland die Rezeption der Werke von Hermann Hesse an einem Tiefpunkt angelangt war, wuchs die Nachfrage in den USA plötzlich immens. Grund dafür waren die Hippies, die in Hesses Texten Themen und Motive ihrer alternativen Lebensweise wieder fanden. So auch in der Erzählung „Siddhartha“, welche das zentrale Thema der Suche im Kontext der indischen Glaubenswelt behandelt. Protagonist Siddhartha und sein Freund Govinda sind Brahmanen, Angehörige der obersten

Kaste, und somit der Lehre der Religion verpflichtet. Der junge Mann sieht trotz erlernter Gebete und Rituale, welche den Menschen von Sünden reinigen sollen, keinen Ausweg aus dem Samsara, dem Kreislauf der Wiedergeburten im Hinduismus. Er beschließt, sein Leben der Suche nach dem Atman zu widmen, dem wahren Selbst des Menschen. Es beginnt eine Reise, deren Ziel die Erleuchtung ist. Auf seinem Weg durchläuft Siddhartha verschiedene Existenzen und lernt dabei Armut, Reichtum, Verlust und weitere Facetten des Daseins kennen. Diese Erfahrungen helfen ihm auf dem Weg zum Erlangen von Erkenntnis. Die Hippies konnten sich leicht mit dem Suchenden identifizieren, da auch sie aus traditionellen Strukturen und vorgegebenen Lebensweisen ausbrachen, um Erkenntnis zu gewinnen und die Welt mit anderen Augen sehen zu können. Das Buch diente Anhängern der Subkultur als Inspiration und viele traten selbst die Reise Richtung Indien an, um zu sich selbst zu finden und die vermeintliche Freiheit auszukosten. Einige blieben sogar und etablierten die Gegenkultur in Goa oder Kathmandu.

© Suhrkamp

„Wenn jemand sucht, dann geschieht es leicht, daß sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht, daß er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag, weil er nur an das Gesuchte denkt, weil er ein Ziel hat, weil er vom Ziel besessen ist. Finden aber heißt: frei sein, offen stehen, kein Ziel haben.“ (Hermann Hesse – Siddhartha, Suhrkamp, 2015)

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Aldous Huxley – Die Pforten der Wahrnehmung, 1954

© Piper

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Die Zeit der Hippie-Ära ist untrennbar mit psychedelischen Substanzen verbunden. Experimente mit LSD, Meskalin und anderen bewusstseinserweiternden Substanzen galten als Rituale zur Vergrößerung des eigenen Horizonts und waren fester Bestandteil von Szeneveranstaltungen. Eine Inspirationsquelle zum Selbstversuch stellte für viele Anhänger das Essay Die Pforten der Wahrnehmung des britischen Schriftstellers Aldous Huxley dar, in welchem er seine persönlichen Erfahrungen mit der Einnahme von Meskalin beschreibt und die Auswirkungen der Substanz auf das menschliche Bewusstsein schildert. Er stellt dabei fest, dass das menschliche Gehirn eliminierend arbeitet und als eine Art Reduktionsfilter fungiert, welcher dem Bewusstsein ermöglicht, sich auf die lebenswichtigen Informationen der Umwelt zu konzentrieren. Auf diese Weise kann der Mensch gesellschaftlich funktionieren und seine Aufgaben erfüllen. Das daraus resultierende Weltbild ist demnach verfälscht und stellt nicht die Gesamtheit des Universums dar. Gerade diese umfassende und ungefilterte Sicht auf die Welt suchten die Hippies und erhofften sich durch die Erfahrungen mit psychedelischen Drogen Erkenntnisse zum menschlichen Dasein. Künstler und Musiker benutzten die Substanzen, um kreative Impulse durch die veränderte Wahrnehmung zu erhalten und verarbeiteten die Eindrücke in ihren Werken. Das Buch hatte auch innerhalb dieser Szene großen Einfluss. So soll Jim Morrison das Werk gelesen und seiner neu gegründeten Band daraufhin den Namen The Doors gegeben haben (nach dem englischen Titel The Doors of Perception).

„Und zur gleichen Zeit wie diese Gleichgültigkeit gegen den Raum hatte mich eine noch größere Gleichgültigkeit gegen die Zeit erfasst.“ (Aldous Huxley – Die Pforten der Wahrnehmung, Piper, 2006) Weitere wichtige belletristische Werke für die Hippie-Kultur veröffentlichten unter anderen Ken Kesey mit seinem Roman Einer flog übers Kuckucksnest (1962) und William S. Burroughs mit Naked Lunch (1959). Im Bereich der Lyrik besitzen die Werke des BeatGeneration-Dichters Allen Ginsberg einen besonders hohen Stellenwert innerhalb der Szene. In der Flower-Power-Metropole San Francisco entstanden in den späten 1960er Jahren eine Vielzahl von Klein- und Selbstverlagen, die sogenannte Underground Comix veröffentlichten, welche sich bei den jungen Erwachsenen großer Beliebtheit erfreuten. Zu den bekanntesten Illustratoren zählen Robert Crumb (Fritz the Cat) und Gilbert Shelton (The Fabulous Furry Freak Brothers), welche in ihren Geschichten typische Einflüsse des Hippie-Lebensstils thematisierten. Einen umfassenden Augenzeugenbericht der HippieÄra auf ihrem Höhepunkt lieferte Tom Wolfe 1968 mit Der Electric Kool Aid Acid Test, welcher die Reise der Kommune um Autor Ken Kesey und deren LSD-Experimente als Gast begleitete und niederschrieb. Eines kann als sicher betrachtet werden: Die Literatur der Hippies war und ist genauso vielfältig wie die Szene selbst und auch für Außenstehende durchaus lesenswert. In diesem Sinne: Make Love, Not War!

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Norman Zwanzig

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Verhandlungen mit der Natur Von der Utopie einer grünen Zukunft Citius, Altius, Fortius oder zu Deutsch, schneller, höher, stärker: Das ist nicht nur das Motto der Olympischen Spiele, vielmehr ist es sehr bezeichnend für die Art, wie unserer Wirtschaftssystem zu funktionieren scheint. Niemals zuvor stand die Welt vor einem derartigen Umbruch, wie es aktuell der Fall ist. Das Schmelzen der Polkappen ist letztendlich doch nur ein kleiner Auszug der Konsequenzen, die mit dem kapitalistischen Wirtschaften einhergehen. Nicht ganz davon zu schweigen, welche gesellschaftlichen Probleme der Kapitalismus allein schon innerhalb eines einzigen Kulturkreises mit sich bringt. Geradezu unvorstellbar ist es, diesen ökonomischen Gedanken auf der gesamten Erde anzuwenden. Doch das passiert genau in diesem Moment! Die Menschheit hält dem Planeten die Pistole an die Schläfe und der Abzug ist bereits halb durchgedrückt. Gleichzeitig können sich aber Leute aus nahezu jedem Winkel der Welt, mithilfe des Internets austauschen, um erstmals Mensch und Natur in einem globalen Kontext zu führen. Über die Sinnhaftigkeit einzelner Diskussionen lässt sich sicherlich streiten, jedoch nicht über die Notwendigkeit des Disputierens selbst. Was früher nur Politikern vorbehalten war, ist heute zu einer breiten Gesellschaftsdebatte herangereift. Was ist eigentlich nachhaltig? Jedem von uns schwirrt doch ein mehr oder minder diffuses Bild im Kopf herum, wenn er oder sie kurz über diesen Begriff nachdenkt. Den meisten werden sofort weitere Schlagworte einfallen wie: Ökobilanz, Energiewende oder vielleicht sogar noch der Klassiker Recycling. Generell aber gilt im Volksmund, dass jeder sich bewusst sein sollte, welche Auswirkungen die Handlungen eines Einzelnen auf unser aller Umwelt haben. Oder mit anderen Worten ausgedrückt: Es ist die Angst davor,

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unseren Kindern später einmal eine karge Wüstenlandschaft zu hinterlassen. Momentan ist das Leben eines Schweines in deutschen Mastbetrieben gerade einmal sechs Euro wert, denn nur so wenig bringt der Erlös aus dem Verkauf des Fleisches an Discounter und Supermärkte. 50 Prozent des weltweiten Getreideanbaus werden nur allein dafür gezüchtet, um eben diese Schweine oder auch Kühe und andere Nutztiere zu füttern. Ein Wahnsinn der nicht nur in der Lebensmittelindustrie sein Unheil treibt, sondern in nahezu jedem Industriezweig auf dem Globus. Ebenso arbeiten Hersteller technischer Geräte schon längst mit der sogenannten „geplanten Obsoleszenz“, also die absichtliche Verringerung der Lebensdauer ihrer Geräte, um deren Umsatz auch in Zukunft sichern zu können. Der Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastung, der/die dadurch entsteht sind immens. Abhilfe durch Umweltzertifikate? Um den fortwährenden Verfall des Klimas aufzuhalten, wurde im Jahre 1997 das Kyoto-Protokoll ins Leben gerufen. Ziel dieses Protokolls sollte es sein, einen allgemeingültigen Rahmenvertrag zur Reduzierung von umweltschädlichen Treibhausgasen in allen Industriestaaten sowie Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien zu verabschieden – darunter Kohlendioxid, Methan und Lachgas. Im Zeitraum von 2008 bis 2012 sollten die Emissionen um mindestens fünf Prozent verringert werden, als Referenzwert für die Reduktion nahm man die Zahlen aus dem Jahr 1990. Mittlerweile wurde es von 191 Staaten ratifiziert, allerdings nicht von den USA und selbst Kanada ist 2013 wieder ausgetreten. Mit der Unterzeichnung durch Russland, das für rund 16 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen der Industrieländer in 1990 verantwortlich war, konnte das Protokoll 2005 letztendlich in Kraft treten.


SPEZIAL :: 27 17 Der neue Bestseller von

Martin Suter Um die Umsetzung des Kyoto-Protokolls zu garantieren, wurden in diesem drei Mechanismen niedergeschrieben, die den Staaten dabei helfen sollten, ihre vereinbarten Emissionsreduzierungsziele zu erreichen. Emissionshandel und Clean Development Mechanism sind wohl die Bekanntesten. Emissionshandel und Clean-Development-Mechanism

Clean Developement Mechanism bezieht nicht nur die Industrieländer mit ein, sondern soll auch den Aufbau einiger Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern fördern. Industrieländer wie Deutschland können somit beispielsweise in Indonesien mit Know-how und neuen Technologien dabei helfen, umweltfreundlichere Papierfabriken zu errichten. Zum Ausgleich dafür erhält Deutschland dann sogenannte CER-Zertifikate, die ebenfalls das Recht beinhalten eine Tonne Kohlendioxid auszustoßen. Deshalb ist es Industrienationen möglich, eigene Klimaschäden durch Aufbauprojekte auszugleichen. Jedoch sieht die Realität oft anders aus. Da in den meisten Entwicklungsländern große Korruption in der Gesellschaft, wie auch in der Politik herrscht, stehen diese Klimaprojekte zwar auf dem Papier, aber in den meisten Fällen werden diese nicht richtig oder überhaupt nicht umgesetzt. Denn niemand kontrolliert die Kontrolleure. So geschieht es, dass der indonesische Regenwald, welcher eigentlich unter Naturschutz steht, immer mehr und mehr für die Papierproduktion abgeholzt wird. Papier welches auch deutsche Unternehmen nur zu gerne importieren! Auch wenn es Deutschland und einige andere Industrieländer geschafft haben, die Richtlinie von fünf Prozent sogar noch zu übertreffen und mitunter sogar zweistellige Werte zu erzielen, ist der weltweite Kohlendioxid-Ausstoß dennoch um 40 Prozent gestiegen. Schlussendlich nützt es dem Klima nichts, wenn sich nur die Standorte der Umweltverschmutzung verschieben. Ronny Wenzel

Foto: © Maurice Haas

Der Emissionshandel erlaubt es Industrieländern, untereinander mit Emissionsrechten zu handeln. Das Prinzip hierbei ist denkbar einfach: Jedes Land und jeder Industriezweig bekommt genau so viele Emissionsrechte zugewiesen, dass sie die in dem Kyoto-Protokoll festgesetzten Richtlinien nicht überschreiten können. Länder, die schon frühzeitig auf Klimaschutzprojekte gesetzt haben und somit ihre Emissionsrechte nicht gänzlich verbrauchen, dürfen diese an der Londoner Börse zum Kauf anbieten. Staaten, welche es also nicht schaffen ihre Klimaziele adäquat umzusetzen, können diese nun zusätzlich dazu kaufen. Der Marktwert für diese sogenannten EUA-Lizenzen betrug im September 2012 noch sechs Euro. Es kostete Unternehmen also gerade einmal den Preis einer Schachtel Zigaretten, um eine Tonne mehr Kohlendioxid in die Umwelt entlassen zu dürfen. Das führte unweigerlich dazu, dass diese lieber ein paar Lizenzen mehr dazu kauften, anstatt in langfristig umweltfreundlichere Techniken zu investieren. Im Übrigen ist die Flug-, Schiff- und Automobilindustrie vom Handel mit diesen Lizenzen völlig ausgeschlossen, obwohl diese die Industriezweige sind, welche heutzutage die größten Umweltbelastungen verursachen.

Martin Suter Elefant Roman · Diogenes

352 Seiten, Leinen, € (D) 24.– Auch als eBook & Hörbuch

»Vor ihm lag ein perfekt geformter Elefant. Keine zwanzig Zentimeter hoch. Er war pink. Und ein heiliger Schein ging von ihm aus.« Ein Roman über die ungeheuerlichen Möglichkeiten der Wissenschaft und über ein kleines Wunder in einer Welt, in der alles machbar scheint.

Diogenes Leipziger Leipziger Lerche Lerche 4642| Frühling | Herbst 2017 2013


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Hipster go home! Eine ironische Auseinandersetzung mit der Subkultur, die keine sein will

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Leipzig – die Boomtown an der Elster. Schon oft als „Neu-Berlin“ und der „place to be“ kolportiert und von diversen Medien als DIE nächste Metropole gefeiert. So entstand „Hypezig“. Wie alle aufstrebenden Städte ist auch Leipzig durch Zuwanderung und Bevölkerungswachstum von der Gentrifizierung betroffen. Ein Indikator für die baldige Überformung eines Viertels ist das Auftauchen von Hipstern… Der Begriff „Hipster“ entstand in den vierziger und fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts und bezeichnete damals Angehörige einer Jugend-Subkultur in den USA. Deren Mitglieder waren anfangs größtenteils schwarze Jazz-Musiker, die zur künstlerischen Avantgarde zählten. Mit wachsender Popularität der Szene wollten nun auch immer mehr weiße Jugendliche der Mittelschicht aus den republikanisch geprägten Gesellschaftsstrukturen ausbrechen. Die kleinbürgerliche Spießigkeit sollte bekämpft werden. Dazu wurden die Eigenschaften der afroamerikanischen Hipsterkultur studiert und der Kleidungsstil, die Lebensart und der Musik- und Kunstgeschmack „übernommen“. Dies führte zu einem weit verbreiteten Vorurteil, welches modernen Hipstern ebenfalls nachgesagt wird: Die Nachahmerei. Bereits zu Beginn der 60er Jahre zerbrach die Szene wieder und verschwand für mehrere Jahrzehnte aus der Öffentlichkeit. Zur Jahrtausendwende tauchten in New York die „neuen Hipster“ auf und eroberten Stadtteile wie Williamsburg und die Lower East Side. Bald erschienen auch in anderen Großstädten weltweit junge Leute, denen der Mainstream offenkundig zuwider war und die sich bewusst und geradezu aufdringlich von allem distanzierten, was in der breiten Masse der Bevölkerung als

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„angesagt“ galt. Das Wort „Hipster“ bekam einen spöttischen Charakter und wurde für manche sogar zum Schimpfwort. Doch was macht den modernen Hipster aus? Ein nicht ganz wertungsfreier Blick auf die Ausprägung des Hipstertums in Leipzig: Woran erkennt man Hipster? Auch wenn sich die Szene (die keine sein möchte, weil man ja dann wieder Mainstream wäre) sich mittlerweile in viele verschiedene Untergruppen aufgeteilt hat und eine eindeutige Zuordnung somit schwieriger geworden ist, gibt es so etwas wie den männlichen „Proto-Hipster“. Mit ihm fing alles an: Röhrenjeans, Jutebeutel, selbstgedrehte Zigarette, Hornbrille, Baskenmütze, Ringelshirt, Lederschuhe und fertig ist die Vorlage, die beliebig ergänzt werden kann. Als Accessoires dürfen Apple-Produkte, die jederzeit zur Schau gestellt werden, ein Rennrad und eine Flasche mit Matetee nicht fehlen. Im Gesicht ist klassische Bartmode, wie zum Beispiel Schnurr- oder Vollbart, gern gesehen. Wo wohnen und leben Hipster in Leipzig? Der Leipziger Westen ist das Epizentrum der Hipster. In Plagwitz und Lindenau sind sie mittlerweile weit verbreitet und die Expansion ist in vollem Gange. Reudnitz und die Eisenbahnstraße gelten als wahrscheinliche Ziele der nächsten „Hipsterwanderung“. Erste Anzeichen in Form von verstärkten Sanierungsvorhaben diverser Altbauten untermauern diese Vermutungen. Wie ernähren sich Hipster? Auf keinen Fall von Tieren! Vegetarier, Veganer, Frutarier, Makrobiotiker und andere „Spezialisten“ der Ernährung tummeln sich innerhalb der Szene und versuchen gern,


Lokales :: 29

l auch andere auf unterschwellig aggressive Weise davon zu überzeugen, dass ein gluten- und laktosefreies Leben alternativlos ist und Chia-Samen, Quinoa, Algen und andere sogenannte „Super-Foods“ dem Menschen doch alles bieten können, was er braucht. Die jeweils gewählte Ernährungsweise ist dabei selbstverständlich stets die Beste. Welche Musik hören Hipster? Hier sind der Vielfalt so gut wie keine Grenzen gesetzt. Am wichtigsten ist, dass der Künstler im besten Fall von niemandem aus dem Umfeld des Hipsters gekannt werden darf. So kann er nämlich den exklusiven Anspruch auf diesen erheben und anderen ihre Unkenntnis unter die Nase reiben und sich mit seinem erlesenen Geschmack und immensen Sachverstand rühmen. Egal ob bulgarisches Elektropop-Duo oder FusionJazz-Band aus Guatemala, je exotischer und unbekannter, desto besser. Da wird die Qualität auch mal zur Nebensache. Das Schlimmste, was passieren kann, ist plötzlicher Erfolg für den jeweiligen Musiker und ein Plattenvertrag. Denn dann kennen auf einmal mehr Menschen den UndergroundGeheimtipp und sofort wird dieser in Zukunft gemieden. Kommerz geht gar nicht und Mainstream kann ja jeder. Wo halten sich Hipster in Leipzig auf? Viele Hipster in freier Wildbahn kann man abends auf der Karl-Heine-Straße beobachten. In diversen Spätshops decken sie sich mit Getränken und Tabak ein und lassen sich im Sommer am Karl-Heine-Kanal oder vor dem Westwerk nieder. Auch kleine, alternative Kneipen wie das „Dr. Seltsam“ oder das „Noch besser leben“ sind Hotspots der urbanen Boheme. Am Tag trifft man sie häufig beim Einkauf in Bio-Supermärkten

und Feinkostläden oder beim Mittagessen in der „Vleischerei“ und anderen Nischengastronomien. Das Nachtleben am Wochenende wird bei Vernissagen, Theaterstücken und Lesungen in diversen Locations wie der Leipziger Baumwollspinnerei, dem Westwerk oder der Schaubühne Lindenfels eingeleitet. Gefeiert wird danach entweder privat in Künstler-WGs oder in Clubs wie dem „Täubchenthal“ oder dem „elipamanoke“. Selbstverständlich erhebt diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das moderne Hipstertum polarisiert und hält der Gesellschaft gleichzeitig den Spiegel vor das Gesicht, denn Hipster sind ein Produkt des Zeitgeistes. Auch wenn viele Großstädter das Phänomen belächeln oder gar anfeinden, sollte man sich Gedanken darüber machen, was dazu geführt hat, dass eine Subkultur entsteht, die so zwiegespalten ist. Einerseits den Mainstream und Kommerz ablehnend, andererseits mit der Liebe für schöne und teure Dinge ausgestattet, stehen Hipster quasi „zwischen den Stühlen“. Sie genießen einerseits die Vorzüge der modernen Welt und bewegen sich im digitalen Raum, andererseits verklären sie vergangene Epochen und zitieren diese mit ihrem Auftreten. Diese nostalgische und romantisierende Ader resultiert vielleicht aus dem Frust, dass nichts mehr Neues und Spannendes entsteht und die Zukunft mehr denn je ungewiss ist. Die Gier nach Exklusivität und Individualität scheint durch die allgemeine Beliebigkeit verursacht zu sein, die in der Gesellschaft Einzug hält. Die vorangegangene ironische Betrachtung von Hipstern in Leipzig soll also den geneigten Leser zur Selbstreflexion anregen und seinen Blick für Hintergründe schärfen. Vielleicht gehört der Hipster dann schon bald der Vergangenheit an. Norman Zwanzig

Leipziger Lerche 46 | Frühling 2016


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Lexikon der Medien- und Buchwissenschaft analog | digital Herausgegeben von Thomas Keiderling 3 Bände zu je etwa 320 Seiten. Geb., mit zahlreichen Abb. ISBN 978-3-7772-1612-6 Band 1: A – F 2016. VI, 293 Seiten. Gebunden. ISBN 978-3-7772-1627-0 Subskriptionspreis bis 31. März 2017: € 98,–, danach € 122,– Band 26 der Reihe «Bibliothek des Buchwesens»

Die von internationalen Experten verfassten Artikel dieses Lexikons behandeln in alphabetischer Anordnung die ganze Bandbreite sowohl der ›alten‹ analogen Medien von der Papyrus-Buchrolle angefangen, über die verschiedenen Erscheinungsformen der Printmedien bis hin zu den heutigen ›neuen‹ digitalen Medien online und offline. Beide Bereiche – analog und digital – führen hier eine symbiotische Partnerschaft und stellen gegenseitig unter Beweis, wie schwierig das Leben des einen ohne den anderen heute wäre. In konzisen, wenn geboten aber auch weiter ausholenden Artikeln werden unter allen diesbezüglichen Bereichen die Buch- und Bibliothekswissenschaft, die Buchgestaltung, der Buchdruck und Buchhandel, die Leserund Rezeptionsforschung sowie das Urheberund Verlagsrecht übersichtlich dargestellt. – Der digitale und online-Kosmos der Medien-, Informations- und Kommunikationswissenschaft (einschließlich ihrer Arbeitsmittel, der Hardware, Software und Trägermedien und deren Entwicklungsgeschichte, die sie schon

wieder aufweisen) wird erschlossen durch aktuelle Erläuterungen aus den weiten Komplexen Internet, Datenbanken, online-Publikationen, Digitaldruck, E-Book und -Reader. Auch die heutzutage so wichtigen Dinge wie Chatroom, Twitter, YouTube und WLAN usw. werden beschrieben. Thomas Keiderling, PD Dr. phil., Historiker und Medienwissenschaftler, Studium der Geschichte, Journalistik und Kulturwissenschaften in Leipzig und Newcastle upon Tyne (Großbritannien); Fernstudium der Bibliotheks- und Informationswissenschaft in Berlin. 1999 Promotion, danach 2002/03 Tätigkeit beim Lexikonverlag BI/Brockhaus in Mannheim und Leipzig, 2003 –2012 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig, 2010 Habilitation. Seit 2012 publizistische Arbeiten und Aufarbeitung des Verlagsarchivs Vandenhoeck & Ruprecht an der Staatsbibliothek zu Berlin. Von 2004 an korrespondierendes Mitglied der Historischen Kommission des Börsenvereins.

ANTON HIERSEMANN KG, VERLAG · STUTTGART Haldenstr. 30 · 70376 Stuttgart · Deutschland/Germany Telefon: +49 (0) 711 54 99 71-0 · Fax: -21 verlag@hiersemann.de · www.hiersemann.de


Lokales :: 31

Campus-Buchhandlung BuMerang nach Renovierung wiedereröffnet! Am 05.07.1995 wurde die Lehrbuchhandlung BuMerang, die als Labor für Studenten des Studiengangs Buchhandel-/Verlagswirtschaft im Schwerpunkt Buchhandelsmanagement dient, erstmals feierlich eröffnet. Im Sommer wird die Buchhandlung ihren 22. Geburtstag feiern, Zeit also für ein paar Veränderungen. Gemeinsam hat das Team im Wintersemester 2016/17 das Projekt angepackt und nicht nur den Namen von Lehrbuchhandlung zu Campus-Buchhandlung geändert, sondern der BuMerang auch einen neuen, blauen Anstrich verpasst. Brandneu ist auch die Webseite, die die Schwerpunktteilnehmer gemeinsam erarbeitet haben und die ab Sommersemester 2017 nicht nur Buchbestellungen rund um die Uhr ermöglicht, sondern auch Rezensionen

zu Büchern und Informationen zu Veranstaltungen und dem Team übersichtlich zur Verfügung stellt. Ein besonderes Highlight der Studenten des Schwerpunktes Buchhandelsmanagement ist weiterhin die erstmalige Teilnahme an Leipzig liest, dem Lesefest Leipzigs während der Leipziger Buchmesse 2017. Am 24.03.2017 ist die BuMerang Gastgeber einer Lesung mit dem Titel „Untote, Orks und Dämonen - Heldentum neu definiert.“, während der der Verlag Schwarze Ritter aus Hamburg sein aktuelles Programm vorstellt und Autoren aus ihren Büchern lesen werden. Im Sommersemester ist eine große Geburtstags-Party geplant sowie weitere Veranstaltungen, auf die ihr euch freuen dürft! Reni Nürnberger

Leipziger Lerche 4642| Frühling Leipziger Lerche | Herbst 2017 2013


32 :: Rezensionen

Aufgeschlagen © Eulenspiegel Kinderbucgverlag

Rezensionen ... „Pony Pedro“ von Erwin Strittmatter Empfohlen von Maxis Mama

Eulenspiegel Kinderbuchverlag 9,99 € 144 Seiten, Gebunden ISBN 978-3-359-02407-1

Ein Schriftsteller kauft zusammen mit seiner Frau auf dem Land einen alten Hof. Die frische Dorfluft lässt den Mann neu aufblühen und weckt seine lang unterdrückte Pferdeliebe. Da wird nicht lange gefackelt: Ein Pony soll her! Und nicht irgend eines - Pedro, das schwarze Bündel Energie soll es sein. Das Pony wird also gekauft und bringt fortan seine neuen Besitzer in allerlei Schwierigkeiten. Pedro tut alles was er kann, aber nichts was er soll. Immer wieder frisst er, was er nicht fressen darf, geht dorthin, wo er nicht hingehen soll, oder er macht einen ganzen Tag mühevoller Putzarbeit für die Hengstshow zunichte, indem er sich in einer riesigen Schlammpfütze wälzt. Liebevoll und mit viel Humor erzählt Erwin

Strittmatter aus dem Leben von Pony und Besitzer. Das Kinderbuch wurde von Hans Baltzer illustriert und 1958 vom Ministerium für Kultur mit einem Preis ausgezeichnet. Das Buch wird vom Aufbau Verlag Berlin in einer neuen Ausgabe und einem völlig veränderten Cover als Taschenbuch verlegt, aber auch gebundene Ausgaben mit dem ursprünglichen Cover werden vom Eulenspiegel Kinderbuchverlag hergestellt. „Das war mein erstes eigenes Buch überhaupt. Die Geschichte hat mich als Kind einfach berührt und ist mir so lange in Erinnerung geblieben, dass ich sie auch an mein Kind weitergeben wollte.“ - Maxis Mama Maxi Herzog

© Cigaretten-Bilderdienst Hamburg

„Deutsche Märchen“ von Paul Alverdes (Herausgeber) Empfohlen von Niklas Oma

Cigaretten-Bilderdienst Hamburg ab 25,00 € (Antiquariat) 120 Seiten, Gebunden

Ein klassischer Kandidat für die Spiegel-Liste ist so ein Märchenbuch sicher nicht. Aber nicht nur meine Großmutter hat es geprägt, wie kaum ein anderer Lesestoff, auch meinem Bruder und mir wurde in unserer Kindheit oft daraus vorgelesen. Das Buch selbst war ein Äquivalent zu heutigen Fußballsticker-Sammelalben, es erschien 1939 in einer Reihe des Cigaretten-Bilderdienstes Hamburg. Die damals üblichen Zigarettenbildchen illustrierten die Märchensammlung mit farbgewaltiger Pracht. Meine Oma kramte sie fleißig aus weggeworfenen Schachteln, um das ganze Buch zu vervollständigen. Auf der Flucht am Ende des Zweiten Weltkrieges konnte sie es zusammen mit ihrer Puppe als einziges mitnehmen.

Danach musste das Buch neu gebunden und der Rand zurechtgeschnitten werden, auf der Rückseite findet sich bis heute der Stiefelabdruck eines sowjetischen Soldaten. Durch die Brille der heutigen Zeit betrachtet, fehlen dem Buch so einige Ansprüche moderner Lesegewohnheiten, die Märchenauswahl mag für Kinder teils verstörend sein. Es ist vor allem die Geschichte, die in diesem besonderen Exemplar steckt und es zu einem Stück Familienschatz macht. „Mein Märchenbuch hat mir den Einstieg ins Lesen gegeben, was mir bis zum heutigen Tag eine liebe Freizeitbeschäftigung geblieben ist. Bücher sind die besten Freunde!“ - Oma Rosemarie Niklas Gaube

Leipziger Lerche 46 | Frühling 2017


Rezensionen :: 33

Empfohlen von Linas Stiefvater Adrian Was hat für uns Bedeutung? Pierre fordert seine Klasse auf, darüber nachzudenken, als er eines Tages nicht mehr zur Schule geht. Stattdessen sitzt er im Pflaumenbaum und philosophiert über den Satz „Nichts bedeutet irgendwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendwas zu tun“. Seine Klassenkameraden wollen ihm das Gegenteil beweisen, denn sie alle haben etwas, das für sie einen besonders großen Wert hat. So beginnen sie, den Berg der Bedeutung in einer alten Scheune mit all ihren wichtigsten Dingen zu errichten, um Pierre umzustimmen. Was anfangs wie eine nette Idee der Schüler erscheint, beginnt nach und nach immer weiter auszuarten.

© Hanser

„Nichts“ von Janne Teller Als Pierre den Berg der Bedeutung trotz all der großen Dinge nicht anerkennt, eskaliert die Situation und damit die Frage nach der Bedeutung völlig. „Mich hat am Buch besonders die Konsequenz beeindruckt, mit der die Jugendlichen sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens machen, wie sie Grenzen austesten, auch wenn es skurril und überzogen scheint. Ich bin in der DDR aufgewachsen, wo ehrlicherweise selbst die Langeweile in vorgefertigte Bahnen gelenkt wurde. Absurditäten gab es erst in der Rückschau, von Freiheit der Meinung und des Tuns keine Spur. Vielleicht ist das Buch doch eher für die Eltern oder Erwachsen, die die Jugend wieder verstehen wollen. Auf jeden Fall zu empfehlen.“ – Adrian

Hanser 12,90 € 144 Seiten, Broschiert ISBN 978-3-446-23596-0

Lina Al Ghori

Empfohlen von Michas Mama Es ist eine schnelle Welt in der sich John innerhalb seines Managerberufs bewegt. Doch auf einmal findet er sich, aufgrund einer Umleitung und einer Irrfahrt „irgendwo im nirgendwo“ vor einem Café wieder, welches seine Ansicht auf die Welt von Grund auf ändern wird. John beschließt, aufgrund seines großen Hungers, in das Café hineinzugehen und schlägt die Karte auf. Doch diese entpuppt sich nicht als normale Karte auf der Speisen stehen. Statt dessen stehen drei Fragen auf dieser Karte: Warum bist du hier? Hast du Angst vor dem Tod? Führst du ein erfülltes Leben? Was soll das nur bedeuten? Für ihn erschließt sich der Sinn hinter diesen Fragen nicht. So beginnen die Gespräche zwischen ihm und dem Besitzer, dem Koch und der Kellnerin des

© dtv

„Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky Cafés. Es wird über das Leben sinniert und John begibt sich auf eine etwas andere Reise, nach der Suche seines Zwecks der Existenz. Mit sehr viel Humor und Leichtigkeit beschreibt der Autor die einzelnen Gespräche und Erfahrungen die im Leben wichtiger sind, als nur eine Karriere. Es ist eine Reise, welche über den Tellerrand des Alltags hinaus blickt und eine andere Seite des Lebens aufzeigt, welche jeder selbst für sich gestalten kann. „Das Buch zeigte eine andere Sicht auf die Welt und auf das, was ebenfalls wichtig ist, was mir sehr gefallen hat. Außerdem war es sehr gut und bildlich geschrieben, daher konnte ich mich sehr gut in die Personen hineinversetzen.“ - Michas Mama

dtv 7,95 € 128 Seiten, Taschenbuch ISBN 978-3-423-20969-4

Michael Kroschwald

Leipziger Lerche 46 | Frühling 2017


34 :: Ausmalen & Impressum

Jetzt wird ausgemalt!

Impressum „Leipziger Lerche“

Anzeigen:

Michael Kroschwald, Ronny Wenzel, Norman Zwanzig,

ISSN:

1430-0737

Layout-Chefs:

Lina Al Ghori, Viktoria Gamagina

Auflage:

3 000 Exemplare

Layout:

Niklas Gaube, Maxi Herzog

Herausgeber:

Hochschule für Technik, Wirtschaft und

Fotografin Titelbild:

© Sophia Molek, www.sophiamolek.de

Kultur Leipzig, Fakultät Medien,

Model Titelbild:

© Victoria Beyer, www.vintagemaedchen.de

Studiengang Buchhandel/Verlagswirtschaft,

Editorial:

© Maxi Herzog

Karl-Liebknecht-Str. 145, 04277 Leipzig

Titelbild Spezial:

© Viktoria Gamagina

David Barthelmann

I nternet: E-Mail:

lerche-online@htwk-leipzig.de

V. i. S. d. P.:

Prof. Gunter Janssen

Chefredakteurin: Maxi Herzog Redaktion:

Bild: Wikimedia Commons

www.fbm.htwk-leipzig.de www.leipzigerlerche.com

Lina Al Ghori, Viktoria Gamagina, Niklas Gaube, Michael Kroschwald

Druck:

Anke Schlegel, Roger Troks, Hausdruckerei der HTWK, Gustav-Freytag-Str. 40, 04277 Leipzig

Weiterverarbeitung:

Schwarz auf Weiss GbR Hauptstraße 17, 04509 Krostitz

Ronny Wenzel, Norman Zwanzig, David Barthelmman Vertrieb:

Ronny Wenzel, Norman Zwanzig, David Barthelmann

Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung bei der Papierfabrik Schleipen und der Lehrbuchhandlung Bumerang, sowie Vera Karabanov,

Leipziger Lerche 46 | Frühling 2017


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Rubrik :: 1

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Ein Unternehmen der Cordier Spezialpapier GmbH www.cordier-paper.de

Studiengang Buchhandel / Verlagswirtschaft Fakultät Medien Regelstudienzeit: 6 Semester (inkl. Praxissemester) Voraussetzungen: allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife Studienabschluss: Bachelor of Arts » Buchhandel / Verlagswirtschaft «

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Leipziger Lerche 42 | Herbst 2013

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Leipziger Lerche 46  

Mit der aktuellen „Lerche“ Nr. 46 schwelgen wir dieses Mal in Nostalgie und blicken zurück auf die Buchbranche im 20. Jahrhundert. Vom beweg...

Leipziger Lerche 46  

Mit der aktuellen „Lerche“ Nr. 46 schwelgen wir dieses Mal in Nostalgie und blicken zurück auf die Buchbranche im 20. Jahrhundert. Vom beweg...

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