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30 • Juni 2013 • www.leibnitzaktuell.at

Regional

Schüler der HAK Leibnitz beziehen kritisch Stellung

In ganz Österreich soll das neue, einheitliche Jugendschutzgesetz in Kraft treten. Doch die Steiermark wehrt sich und ist aus der Ländervereinbarung ausgestiegen.

E

ine eigentlich normale Samstagnacht in den Discotheken in Gralla, es wird gefeiert, es wird getanzt und getrunken – egal ob jetzt 16, 19 oder 30 Jahre, jeder hat seinen Spaß. Wie selbstverständlich hieß es für uns, als wir noch keine 18 Jahre alt waren, dass wir um 2:00 Uhr daheim zu sein hatten. Nicht nur das Gesetz wollte das so, auch Eltern, Verwandte und ältere Freunde waren glücklich, einen um diese Uhrzeit daheim zu wissen. Doch das soll nun bundesweit geändert werden: Jugendliche unter 16 sollen bis 1:00 Uhr früh ausbleiben dürfen, ab 16 soll das Fortgehen unbegrenzt möglich sein. Wie soll es also in Zukunft in unseren Discotheken aussehen? 15-Jährige, die bis 1:00 Uhr früh die oftmals nicht wirklich strengen Kontrollen ausnützen und sich ins Koma saufen; 16-Jäh-

Hurra!

Endlich wegbleiben, solange ich will!

rige, die um 6 Uhr früh vom Feiern nach Hause kommen und deren Eltern seit 2 Uhr früh vergebens auf ihre Kinder warten? Ein nicht wirklich rosiges Zukunftsbild... In ganz Österreich soll es so sein, wenn das neue einheitliche Jugendschutzgesetz bundesweit in Kraft treten wird. Steiermark ausgestiegen Doch ein Bundesland wehrt sich, unsere Steiermark ist aus der Ländervereinbarung ausgestiegen. Ein viel umstrittenes Thema, ob gut oder nicht. Aus der Sicht der Jugendlichen unter 18 wahrscheinlich eine Schikane, eine Erleichterung für viele Eltern und zwiegespalten ist wahrscheinlich die Seite der Gastronomen. Zum einen sind viele Lokalitäten erst ab 18 Jahren zugänglich, zum anderen wissen viele Jugendliche ganz genau, wie sie diese Regelungen umgehen. Doch ich denke auch, dass es vielen Lokalbesitzern recht ist, dass das Jugendschutzgesetz in der Steiermark nicht geändert wird. Denn keiner kann die Folgen, die aus diesem neuen Jugendschutzgesetz hervorgehen, voraussehen. Wie wird es in Zukunft um 2

Uhr früh in den Discotheken und Lokalitäten bundesweit ausschauen? Wie bisher, oder doch Massen von feierwütigen Jugendlichen? Und was bedeutet dieses neue Jugendschutzgesetz für die Notaufnahmen in den Spitälern und auch für das Personal in den Lokalitäten? Denn was mit dem neuen Jugendschutzgesetz nicht besprochen wurde, ist, was an Jugendliche ab welchem Alter ausgeschenkt werden darf. Genau hier bestehen relevante Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern, und da die Steiermark an fünf Bundesländer grenzt, in denen Ausgehzeiten und Ausschank anders gehandhabt werden, wird der Andrang bei grenznahen Lokalitäten stark sein. Die Ausgehzeiten, die im Jugendschutzgesetz geregelt sind, sind nur ein Teil eines Ganzen. Die Ländervereinbarung ist nur ein Bruchstück dessen, was mit diesem Gesetz geregelt wird. Wieder wurde nur ein Teil erneuert oder verändert, nur ein Bruchstück eines Ganzen. Bruchstücke sind ein Anfang, aber es sollten uns Gesamtergebnisse präsentiert werden, nicht nur Halbfertiges...  Pia Unger, 18 Jahre

06.2013  

Leibnitz Aktuell Ausgabe Juni 2013

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