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Münchhaldeneck Münchhaldeneck

ISBN 978-3-9523754-1-9


01 | Einführung

Einführung | 02

Münchhaldeneck


FĂźr meine wunderbaren TĂśchter Bianca, Laura und Lisa Urs Ledermann


Urs Ledermann (Hg.)

MĂźnchhaldeneck


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Editorial

Aussergewöhnlich, auffallend, polarisierend, konkurrenzlos:

Für mich hat Konkurrenzlos Wohnen auch damit zu tun,

All das ist das neu erstellte Münchhaldeneck im Zürcher

dass wir als Eigentümerin eine eigene Organisation aufge-

Seefeld. Wie es entstanden ist, welche Entwicklungs-,

baut haben, die sich mit dem Management und der Bewirt-

Planungs- und Ausführungsideen dahinter stehen – das

schaftung der Liegenschaften auseinandersetzt. Das heisst:

alles erfahren Sie im vorliegenden Buch Münchhaldeneck.

Wir sind sehr nahe am Kunden, und diese – also unsere

Und auch, was wir, die Ledermann Immobilien AG, unter

Mieterinnen und Mieter – sprechen mit uns als Liegen-

unserer Corporate Identity Konkurrenzlos Wohnen verstehen.

schaften-Eigentümerin und nicht mit einer LiegenschaftenVerwaltung, die als Dienstleisterin im Auftrag einer Eigen-

Auf der einen Seite ist es der Standort, der ein Haus oder

tümerin tätig ist. Unsere Mieter und Mieterinnen gelangen

eine Wohnung konkurrenzlos macht: Das sind die einzig-

direkt an uns, und damit sind der Kontakt und die Kunden-

artige Lage im Seefeld, die sorgfältige Integration ins städte-

bindung viel direkter und persönlicher. Die Wünsche unserer

bauliche Umfeld, aber auch die architektonische Umsetzung

Mieter sind uns sehr wichtig, und allfällige Probleme werden

und die Wirkung der Materialisierung nach aussen und innen.

bei unseren Koordinations- und Abstimmungssitzungen besprochen und im Team gelöst.

Auf der anderen Seite soll auch das Produkt selber konkurrenzlos sein. Das heisst sorgfältig gestaltete Wohnungen mit

Schliesslich bedeutet Konkurrenlos Wohnen auch Liebe zur

einer klaren Raumaufteilung mit Tag- und Nacht-Bereichen,

Liegenschaft. Und es ist Leidenschaft, die uns laufend antreibt,

mit komfortablen, gut ausgestatteten Küchen, luxuriösen

besser zu sein als unsere Mitbewerber. Die Möglichkeit,

Wohlfühl-Bädern und qualitativ hochstehenden Materialien.

herausragende Architekten zu beauftragen und herausra-

Das geht weiter mit hohen Räumen – wir orientieren uns

gende Materialien zu verwenden, um herausragende Liegen-

nicht an Minimalvorschriften, sondern setzen uns eigene

schaften zu schaffen, in denen zufriedene und glückliche

Standards. Wir klimatisieren unsere Dachwohnungen und

Mieter wohnen – das alles ist Konkurrenzlos Wohnen.

geben allen Wohnungen charmante Aussenbereiche. Nach Möglichkeit erschliessen wir auch Dachbereiche und

Und ein wenig gehört auch die Freude dazu, solche nach-

versuchen, grosszügige Terrassenbereiche zu schaffen,

haltigen Bau-Bücher machen zu können: Als Präsent an

die Rundumsichten oder sogar Panorama-Aussichten

unsere Mieter, als Dankeschön an alle Beteiligten und nicht

ermöglichen – über den See zum Üetliberg und zu den Alpen

zuletzt auch, um in Erinnerung zu behalten, was es alles

oder zum Adlisberg.

braucht und was alles dazugehört, um einen solchen Neubau realisieren zu können.

Konkurrenzlos Wohnen schliesst auch Serviceleistungen ein – angefangen bei Hauswartleistungen, aber auch Raumpflege-, Wäsche-, Ferien-, Handyman- und HaustierServices. Mieterinnen und Mieter des Münchhaldenecks können auch das Spa des Wildbachguts mitbenutzen – eine exklusive Wohlfühl-Oase in absolut privater Atmosphäre

Michael Müller

und mit Sauna Hamam sowie Sauna Solarium.

CEO Ledermann Immobilien AG


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Inhalt

Einführung

3

Bauablauf

Editorial

5

Aufbruch

Inhalt

6

Der Bauherr

9

Philosophie Ledermann Immobilien AG

10

Der Verwaltungsrat Ledermann Immobilien AG

12

Das Team Ledermann Immobilien AG

14

Das Zürcher Seefeld Ursprung, Quartier und Nachbarn

16

Geschichte eines Ecks

22

Architektur Markant: Das Tor zum Seefeld

Von Moränen, Altlasten und Wasser

39

44

48

52

Geschossbau Etage um Etage in die Höhe

29

30

Ambiente im Treppenhaus

55

72

Arbeitsabläufe

75

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Aufrichte

79

66

82

83

107

Öffentliche Räume Visitenkarte der Liegenschaft

108

Fotokünstler Lukas Wassmann

111

Kindern vorbehalten

112

Grosszügige Kleinwohnung

Kücheneinbau 84

Urbanes Leben im gehobenen Standard

115

Maisonette-Wohnung

Badezimmer 87

Räume 89

Abnahme Minutiöse Qualitätskontrolle

Pflanzenwahl

Erdgeschoss

Fassadenfarbe

Letzer Schliff vom Boden bis zur Decke

102

Kunst im Bau

Farb- und Material-Bemusterung

Kompakte Wohlfühl-Oasen

98

Organische Formen, warme Farben,

Farbe, Form und Struktur

Fensterornamente aus Aluminium

Lebenszentrum der Wohnung

Markant und ins Quartier integriert

ruhige Oasen

78

Den richtigen Ton finden

97

Hoffassade

Funktionale Blickfänge

Ein stilvolles Zusammenspiel

Besprechungen

Ein persönliches Dankeschön

Spachteln, gipsen, streichen

Das Münchhaldeneck Strassenfassade

70

Fenster

Haustechnik Verborgene Lebensqualität

Holz, Stein, Textil und Farben

Designer-Leuchten

Untergrund Bodenplatte und Untergeschoss

69

Innenausbau

Boden

Effizienz durch Vorfertigung

Generalunternehmung Implenia – ein starker Partner

Aushub Grosse Herausforderungen

Ausbau Materialien

34

Kommunikation und Koordination als Basis 57 24

Ideenschmiede atelier ww Architekten

Zum Abbruch

33

92

Erstvermietung Leben kommt ins Haus

93

Tag der offenen Tür

94

Lichtdurchflutetes Wohnen auf zwei Etagen

116

Attika-Wohnung Gross, hoch, exklusiv

118

Ein herzliches Dankeschön

124

Impressum

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Der Bauherr Seine Passion

„Projekte wie das Münchhaldeneck entstehen nicht auf dem Reisbrett. Sie entwickeln sich, manchmal sogar über Jahrzehnte. Sie regen zuerst einmal zu Träumen und Visionen an. Erst im Verlauf der Planung, ja sogar der Umsetzung, reifen sie zum handfesten Vorhaben. Dieser Prozess führt – dank der Mithilfe eines eingeschworenen Teams, aber auch dank spontaner Angebote und glücklicher Zufälle – zu jener Qualität, die aus einer Immobilie ein Haus mit Charakter und eigener Geschichte macht. Lesen Sie auf Seite 22 die Chronologie zur‚ Geschichte eines Ecks‘. Die Familienunternehmung lässt dieses Über-die-Jahrzehnte-hinweg-Denken zu, weil bei allem, was wir tun, nicht der spekulative Gedanke im Vordergrund steht. Meine Passion ist die treibende Kraft. Oder meine Sammelleidenschaft. Andere leben diese in der Kunst aus; für mich sind gute Gebäude Kunstwerke. Und noch immer gibt es neue zu entdecken. Am schönsten ist es, ein Haus aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Dies entfacht meine Passion, löst jene Dynamik aus, die sprichwörtlich Berge zu versetzen vermag. Natürlich braucht ein solches Projekt auch Kraft und Durchhaltevermögen, um es zu einem guten Ende zu führen. Ausschlaggebend bei alldem ist der Sinn für Schönheit und Qualität. Schliesslich sind Schönheit und Qualität wertbestimmend für ein Gebäude. Sie sind die Garanten der Werterhaltung. Hier im Zürcher Seefeld gibt es viele gute Beispiele, stolze Zeugen des Qualitätssinns ihrer Erbauer. Es liegt in der Verantwortung der Bauherren, sich Rechenschaft zu geben, wie das Gebäude gegen aussen und gegen innen wirkt. Das ist auch unser Ziel: stolz sein können auf unsere Bauwerke. Weil sie nicht nur gut aussehen, sondern ihren Bewohnerinnen und Bewohnern Qualität und Wohnlichkeit bieten. Erreichen wir ein solches Resultat, färbt sich das positiv auf die Nachbarn und aufs Quartier ab. Es verströmt positive Energie, ja kann Funken sprühen, die zu weiteren interessanten Projekten führen. Beim Münchhaldeneck, das in seinem Ergebnis meine kühnsten Träume übertrifft, könnte ich nun sagen: Das habe ich gut gemacht! Das wäre natürlich vermessen. Es ist ein Gemeinschaftswerk. Jedoch ist es mir gelungen, meine Passion zu übertragen – auf alle Partner, aufs Team, auf die Behörden, die Architekten und Planer bis hin zum Spezialisten, der die Fenstergitter, Stück für Stück, in Handarbeit giesst. Oder der Plattenleger, der die Steinplatten der Dachterrasse millimetergenau verlegt. Sie alle haben Anteil am guten Gelingen. Dafür bin ich dankbar. Oftmals musste ich nur gut zuhören. Im Verlaufe der langen Entstehungszeit sind viele nützliche Impulse und gute Ideen an mich herangetragen worden. Alles zusammen hat geholfen, dass schliesslich das verwirklicht worden ist, was heute da steht. Und wer weiss – manches hätte man möglicherweise anders, vielleicht noch besser machen können? Daraus lernt man fürs nächste Mal und fürs nächste Projekt. Damit die nächste Vision in der Realität noch perfekter wird.“ Urs Ledermann


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Philosophie Ledermann Immobilien AG „Verwurzelung in der Stadt und im Raum Zürich,

edle Materialien, eine hochwertige Ausstattung, perfekter

vorwiegende Konzentration auf Wohnbauten an Spitzen-

Service. Da wir eigenverantwortlich, ohne Mitinvestoren und

lagen, grosse Unabhängigkeit, grosse Flexibilität.“

ohne Aktionäre handeln können und sämtliche Liegenschaften selber verwalten, garantieren wir so für Fairness

Das sind nur einige der Kernaussagen zum rund

und schnelle, unbürokratische Entscheidungswege.

70 Liegenschaften umfassenden Portfolio der Ledermann

Die Zufriedenheit unserer Mieterinnen und Mieter ist uns

Immobilien AG. Dazu Michael Müller, CEO der Unternehmung:

wichtig. Generell legen wir grossen Wert auf die Schaffung

„Unser lokales Immobilien-Portfolio ist überschaubar,

langfristiger, nachhaltiger und echter Mehrwerte für unsere

wir führen es mit grossem Know-how und können so verant-

Liegenschaften und deren Umgebung.“

Seefeldstrasse 75, Zürich-Riesbach Das Wohn- und Geschäftshaus an der Seefeldstrasse 75 ist ein typischer Bau aus den 1980er-Jahren, der mit viel Sorgfalt und umsichtig renoviert wurde. Dabei durften einzelne markante Elemente wie Bogenfenster oder Terrazzotritte, die den Charme des Gebäudes ausmachen, bestehen bleiben. Andere architektonische Merkmale der 1980er-Jahre wurden diskret zurückgenommen. Neu präsentiert sich das Gebäude in dezenter Farbgebung mit champagnersilbernen Balkonen als Blickfang und Wiedererkennungsmerkmal. Das neu gebaute Attikageschoss – anstelle des früheren Estrichs – führt den Gedanken des Schmucks weiter und setzt dem Haus eine goldene Krone auf. Architekten: Hemmi Fayet.

wortungsvoll und mit Begeisterung die Gestaltung und Veränderung eines Quartiers mitprägen. Getreu unseres

Seefeldstrasse 129, Zürich-Riesbach Ein Zeitzeuge des gut situierten Bürgertums des Zürcher Seefelds ist das geschichtsträchtige Wohn- und Geschäftshaus aus dem Jahr 1909. Jetzt wurde das denkmalgeschützte Eckhaus stilgerecht und sorgfältig umgebaut und um eine grosszügige, doppelgeschossige Wohnung unter dem Dach erweitert – da wo früher die Mädchenzimmer waren. Architekt: Wolfgang Rührl.

Slogans Konkurrenzlos Wohnen erheben wir nicht nur einen hohen Anspruch an die Architektur, sondern auch an jedes Detail – das sind kluge Wohnungsgrundrisse,

Kirchenweg 2 / 4 / 8, Zürich-Riesbach Eine echte Architekturikone: Prägendes Merkmal des 1967 fertiggestellten Gebäudekomplexes der Architekten Haefeli Moser Steiger ist das sichtbare Eisenbetonskelett. Ein auf den Park ausgerichteter pavillonartiger Sitzungssaal ergänzt die Anlage an der Mühlebachstrasse. Für Renovation und Neunutzung wurde unter acht Architekturbüros ein Wettbewerb ausgeschrieben. Die nicht ganz einfache Entscheidung der Jury fiel schliesslich auf das Projekt der Architektin Tilla Theus.

Kino Razzia – Villa Mainau Ecke Seefeldstrasse/Mainaustrasse, Zürich-Riesbach Das ehemalige Kino Razzia – 1922 als eines der ersten Zürcher Kinos erbaut – und die Villa Mainau haben eine turbulente Geschichte hinter sich. Nach jahrelanger Planung, nach vielen Ideen und langen Gesprächen wird das denkmalgeschützte Kino nun sorgfältig renoviert, werden im Innern die alten Fresken restauriert und Foyer und Kinosaal zu einem Restaurant umgestaltet. Auf dem Grundstück der Villa Mainau entsteht ein neues Wohn- und Geschäftshaus. Architekten: Moser Wegenstein Architekten, Hemmi Fayet.

Seefeldstrasse 204, Zürich-Riesbach Die Liegenschaft Seefeldstrasse 204 aus dem Jahre 1924 besticht durch den Charme des Altbaus und den Kontrast zu moderner Baukunst. Bei der aufwendigen Renovation nahm die Architektur stets Rücksicht auf bestehende Merkmale und die Struktur des Hauses: Ursprüngliche Blumenornamente wurden neu interpretiert, hundertjährige Eisengitter wiederverwendet und Wandbilder erhalten. Liftverkleidung und Balkongeländer wurden aus gewobenem Maschendraht gefertigt, die Eingangstür im alten Stil nachgebaut. Die aufs modernste ausgestatteten Wohnungen und die gelungene Materialisierung machen das Wohnen zum konkurrenzlosen, einzigartigen Erlebnis. Architekten: Hemmi Fayet.


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Der Verwaltungsrat Ledermann Immobilien AG Die Ledermann Immobilien AG ist eine Familienunter-

breitere Verwaltungsstruktur gegeben werden, die eine

nehmung, die seit rund 35 Jahren überwiegend im Raum

gesunde und sichere Weiterentwicklung garantiert und das

Zürich aktiv ist. Seit 1987 begleitet Ruedi Holdener als

vorhandene Entwicklungspotenzial voll ausschöpft.

Verwaltungsratsmitglied den Firmengründer Urs Ledermann

Zudem ging es darum, dem Unternehmen die Sicherheit und

als Steuerberater, Treuhänder, Berater und Freund.

Nachhaltigkeit eines immer voll funktionsfähigen Verwal-

2010 kam Michael Müller als CEO und Geschäftsführer ins

tungsrats zu geben.

Leitungsteam, und Anfang 2012 wurde der Verwaltungsrat um drei neue namhafte Verwaltungsräte – Markus Bleuer,

Der Verwaltungsrat der Ledermann Immobilien AG trifft sich

Heiner Plüer und Stefan Mächler – erweitert. Der Grund lag

regelmässig an VR-Sitzungen und Strategie-Tagen sowie zu

auf der Hand: Der Ledermann Immobilien AG sollte eine

Besichtigungstouren der Immobilienprojekte des Portfolios. Gute Gesprächskultur, grosse Aufmerksamkeit, gut vorbereitete Sitzungen und die Persönlichkeit von Urs Ledermann, der mit Leidenschaft das Immobilienbusiness betreibt, sind die Grundlagen für konstruktive Verwaltungsratssitzungen in guter Atmosphäre.

«Als Geschäftsführer einer Immobilien-

«Ich hoffe, mit meinem Bank-

gesellschaft, die verwaltet, entwickelt

und Finanzwissen sowie meinen

und verkauft, respektive vermittelt,

vertieften Kenntnissen des

kenne ich den lokalen Immobilienmarkt

Immobilienmarkts und einem ent-

sehr gut – eine Erfahrung, die ich gerne

sprechend grossen Beziehungsnetz

in dieser Runde einbringe.»

einen Beitrag leisten zu können.»

Heiner Plüer

Stefan Mächler

CEO und Mitinhaber der Rhombus Partner Immobilien AG, Zürich

CIO und Mitglied der Geschäftsleitung der Schweizerischen Mobiliar Holding AG, Bern

«Der Verwaltungsrat entscheidet

«Als Architekt sind für mich die in

gemeinsam und gleichberechtigt.

höchster Qualität erstellten Leder-

Mitunter wird – den unterschiedlichen

mann-Gebäude natürlich eine Freude.

Kompetenzen entsprechend – zwar

Gerne bringe ich mein Know-how ein –

kontrovers diskutiert, aber immer mit

gerade wenn es um den Umbau und

einer sehr guten Gesprächskultur.»

Neubau einer Liegenschaft geht.»

Ruedi Holdener

Markus Bleuer (links)

Firmeninhaber TRESCOR Treuhand Kt. Schwyz AG, Unteriberg

Head Real Estate Development Management und Mitglied der Direktion Zurich IMRE AG


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Das Team Ledermann Immobilien AG Jede Unternehmung ist nur so gut wie die Mitarbeitenden, die sich mit Engagement hinter die Ideen und Aufgaben des Unternehmens stellen. Klare Aufgabenteilung und eine hohe Fachkompetenz kennzeichnen das Team der Ledermann Immobilien AG.

Michael Müller Geschäftsleitung

Michael Müller, Nicole Brügger Baumanagement / Projektleitung

„Als Geschäftsführer und Mitglied der Geschäftsleitung ist es meine Aufgabe, die Philosophie und Strategie der Ledermann Immobilien AG zu pflegen und umzusetzen. Ambitiöse Ziele mit Leidenschaft zu verfolgen, gehört ebenso zu meinen Aufgaben, wie es auch meine Pflicht ist, neue Projekte federführend und mit Unterstützung des gesamten Teams zu realisieren. Wie schon das Wildbachgut stellt auch das Münchhaldeneck – beide einmalig und dennoch vollkommen unterschiedliche Projekte – eine weitere Topliegenschaft dar, die Orientierung und Vorgabe zugleich ist und die es nach Möglichkeit in Zukunft sogar zu übertreffen gilt. Ich werde mit meinem ganzen Team alles daran setzen, unsere Philosophie Konkurrenzlos Wohnen auf unser Portfolio und auf kommende Projekte der Ledermann Immobilien AG zu übertragen und weiterzuentwickeln.“

„Wir sind die Drehscheibe jedes Bauvorhabens. Unsere Aufgabe ist es, ein Projekt so zu planen und abzuwickeln, dass die vereinbarten Termine und Kosten eingehalten werden und die Qualität des Bauwerks der Philosophie und den hohen Ansprüchen der Ledermann Immobilien AG entspricht. Wir schaffen die Basis für die Auftragsvergabe, für die Materialisierung, die Ausführung und das bis ins letzte Detail. Mit Urs Ledermann haben wir an der Firmenspitze einen leidenschaftlichen Investor, der nichts dem Zufall überlässt und der die Seele jedes Gebäudes erspüren will. Sicher mit ein Grund, warum auch das Münchhaldeneck als Tor zum Seefeld so speziell und einzigartig ist.“

Markus Killer Akquisition und Entwicklung „Meine Aufgabe ist es, alle Nachbarschaftskontakte zu pflegen, Chancen für mögliche Erweiterungen unseres Liegenschaftsportefeuilles zu prüfen, entsprechende Kaufopportunitäten zu formulieren und Anträge an den Verwaltungsrat zu stellen. Unterstützung liefere ich auch bei der Ausarbeitung von Portfolio- und individuellen Liegenschaften-Strategien.“

Christoph Untereiner, Tanja Joho, Tanja Kuriger Bewirtschaftung / Portfolio-Management „Wir bewirtschaften das gesamte Immobilien-Portfolio der Ledermann Immobilien AG, das zurzeit rund 70 Adressen umfasst, meist Wohnliegenschaften, grösstenteils im Raum Zürich gelegen – mit so spannenden Liegenschaften wie dem Wildbachgut und jetzt neu dem Münchhaldeneck. Der hohe Qualitätsanspruch, die individuelle Architektur, der aussergewöhnliche Komfort sowie die gebotenen Service-Leistungen stellen dementsprechend auch eine Herausforderung an die Bewirtschaftung dar – die wir im Team gerne annehmen. Auch weil die Aufgaben so unterschiedlich sind: Neben den spektakulären Neubauten gibt es in unserem Portfolio ebenso erhaltenswerte, der Tradition verpflichtete Häuser aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die wir sorgfältig in die Zukunft transformieren werden.“

Mischa Pfenninger, Regula Lüthi-Hefti, Miriam Müller Finanzen / Finanz- und Liegenschaftenbuchhaltung „Wir Finanzleute sind in gewisser Weise das finanzielle Gewissen des Unternehmens. Wir achten darauf, dass immer genügend Liquidität vorhanden ist, um Löhne und Rechnungen zu zahlen, und wir schauen, dass dabei immer noch etwas übrig bleibt, um neue Projekte finanzieren zu können. Möglichst auch mit Spielraum für Kunst am Bau, für Ornamente oder Lichtspiele, die den Anspruch Konkurrenzlos Wohnen unterstreichen. Für uns Finanzleute sind das zwar vor allem Zahlen in Form von Kalkulationen, Abrechnungen und Rechnungen, aber es ist uns eine grosse Freude und erfüllt uns auch mit Stolz, bei so speziellen Bauprojekten wie dem Münchhaldeneck unseren nicht ganz unwichtigen Beitrag leisten zu können.“

Emil Brunold, Monika Berger Assistenz der Geschäftsleitung / Sekretariat / Empfang „Wir sind die Drehscheibe der Ledermann Immobilien AG. Für die Besucher sind wir Visitenkarte und Empfang. Für das Ledermann-Team leisten wir als Koordinatoren unseren Beitrag zur reibungslosen Abwicklung des administrativen Bereichs. Und für Urs Ledermann als Verwaltungsratspräsident und Michael Müller als Geschäftsführer sind wir die Vertrauenspersonen mit umfassenden Hintergrundinformationen und genauer Terminplanung. Der grossen Verantwortung entsprechend erledigen wir unsere Arbeiten mit grösster Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt.“


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Das Zürcher Seefeld Ursprung, Quartier und Nachbarn

Riesbach Äusseres Seefeld mit Bierbrauerei und Mühle Tiefenbrunnen um 1900

Am Anfang war Wasser

Überschwemmungen und Verwüstungen, bis er – der Wild-

lich offene Waldweiden, und in der Folge wurde zunehmend

Der Name Seefeld gilt eigentlich nur für die breite Schwemm-

bach – 1879 in ein gemauertes Bachbett gesperrt und damit

Getreide angebaut – nachgewiesen sind Dinkel, Hirse,

land-Ebene am See – korrekt wäre es, vom Riesbach-Quartier

gezähmt wurde.

Flachs, Erbsen und – in grossen Mengen – Schlafmohn.

zu sprechen, das auch die Anhöhen der Lengg, des Burghölzli und der Weinegg umfasst.

Umfangreiche Grabungen im inneren Seefeld ergaben, dass

Um 950 v. Chr. – dem Beginn der Eisenzeit – verschwanden 4

Riesbach bereits in der Steinzeit besiedelt war. In jahrelanger Kleinarbeit analysierten Archäologinnen und Archäo-

zogen sich in befestigte Höhensiedlungen zurück. Davon

Lage am See zum Kennzeichen des Riesbach-Quartiers

logen ihre Funde: 1,8 Millionen Pflanzenreste aus über 1 000

zeugen u. a. Grabstätten auf dem Burghölzli-Hügel, die im

wurde. Zwei Bäche schufen das Seefeld und prägen die

Proben und über 99 000 Tierknochen. Das Ergebnis: Im Zeit-

natürliche Topografie. Im Süden der kleine Nebelbach –

raum von 4200 v. Chr. bis rund 950 v. Chr. – von der jüngeren

der auch Riesbach genannt wird. Bedeutender ist aber der

Steinzeit bis in die jüngere Bronzezeit – war das Seeufer

Wildbach, der aus den Wäldern des Adlisbergs herunter-

nacheinander Standort von mindestens 52 nachgewiesenen

fliesst und im oberen Teil Wehrenbach, im unteren Teil auch

Siedlungen. Die Tier- und Pflanzenfunde dokumentieren den

Hornbach heisst. Sein Geschiebe schuf die Ebene des

tief greifenden Wandel in dieser mehr als 3 000 Jahre währen-

Seefelds, und seine Hochwasser führten regelmässig zu

den Periode. Dem ursprünglich dichten Wald folgten allmäh-

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die Pfahlbau-Dörfer an den Ufern, und die Menschen

Heute aber spricht man meist vom Seefeld-Quartier, dessen

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19. Jahrhundert entdeckt wurden.

Blicke in die Vergangenheit. Obere Bildreihe: Riesbach Kreuzbühlstrasse um 1839, Stich nach H. Siegfried nach Schmid; Riesbach Seefeldstrasse um 1850, Aquarell; Riesbach um 1840, Faksimile nach Aquarell von Jakob Heinrich Reutlinger; Riesbach Zollikerstrasse/Flühgasse um 1880

Die urkundlich überlieferte Geschichte setzt knapp 2000 Jahre später ein: 953 n. Chr. erwarb das Grossmünsterstift Grundbesitz in einer „Riedsbach“ genannten Gegend nahe dem Bürghölzli-Hügel. 1236 gründeten Nonnen am Zürich-

Unteres Bild: Prospekt von Savillion im Nidelbad über den [Zürich-] See, nach der Natur gezeichnet, Stich von Jav. Hoffmann, 1772

horn das Kloster Oetenbach , das sie knapp 50 Jahre später –

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Das Zürcher Seefeld | 19

1285 – in die von schützenden Stadtmauern umgebene

und an der Flühgasse. Namengebend war der Weiler

Stadt verlegten.

Riesbach beim Übergang der Zolliker Landstrasse über den

Riesbach Utoquai/ Seehofstrasse, erbaut 1894

Nebelbach. Hier, wo sich heute die Erlöserkirche befindet Ein geschlossenes Dorf im Sinne einer Gemeinde mit

(Zollikerstrasse 160), stand seit 1593 ein Gesellenhaus und

Selbstverwaltungsrechten war Riesbach bis ins 19. Jahrhun-

seit 1781 ein kleines Schul- und Bethaus (Zollikerstrasse 149).

und Rebbau an den Südwesthängen über dem Seefeld. Die

dert nicht. Über viele Jahrhunderte war die Geschichte

Ebene selber war nur teilweise für Ackerbau geeignet,

Riesbachs eng mit den Nachbargemeinden Hirslanden und

Alle Weiler lagen leicht erhöht über der Ebene des Seefelds.

Riedwiesen nahmen den grössten Teil der Flächen ein, die

Hottingen verbunden. 1218 erlangte die Stadtzürcher

Die einzige Landstrasse – die heutige Zollikerstrasse – folgte

unbebaut blieben.

Ritterfamilie Mülner die Reichsvogtei über das Gebiet, das

dem Hangfuss und verband die ländlichen Siedlungen

sie 1357 an die Stadt verkaufte. Als Teil der Obervogtei

miteinander. Nur wenige Seitenwege zweigten von ihr ins

Eine neue Ära beginnt

Küsnacht und der Wacht Stadelhofen war Riesbach in

Seefeld ab.

Neben ihrer Arbeit auf dem Feld verdienten die Bewohner

grössere, von städtischen Interessen gelenkte Verbände

und Bewohnerinnen Riesbachs ihr Einkommen seit jeher

eingebunden und besass wie seine Nachbarorte nur geringe

Seit dem Hochmittelalter nutzten die Bewohner von Ries-

auch als Tagelöhner und Dienstboten in der Stadt. Erst im

Selbstverwaltungsrechte.

bach die Wasserkraft des Wildbachs: Mühle, Säge, Draht-

17. Jahrhundert schaffte die Baumwoll- und Seidenweberei

und Hammerschmieden finden sich im Tobel unterhalb der

heimindustrielle Existenzmöglichkeiten. Das Gesicht von

Der älteste Plan von Riesbach, der Stadelhofer Zehntenplan

Drahtzug- und Hammerstrasse. Ein schnurgerader Kanal,

Riesbach veränderte sich aber zunehmend auch dadurch,

von 1653, zeigt vereinzelte Weiler, in denen zusammen rund

der Mühlebach, führte einen Teil des Wassers des Wildbachs

dass ab dem 17. Jahrhundert vermögende Stadtbürger ihr

500 Personen wohnten. Spuren dieser Siedlungskerne sind

der Mühle Stadelhofen zu. Der Zehntenplan von 1653 zeigt

Geld in Grundbesitz in den Vororten anlegten. Am Seeufer,

bis heute im Stadtbild auszumachen, so etwa am Burgweg

intensive Landwirtschaft in den höheren Lagen des Quartiers

auf dem Kreuzbühl, im Wonneberg entstanden in der Folge Landsitze, deren Äusseres sich nur wenig von stattlichen 10

Bauernhäusern unterschied. Mit der Regeneration, der Machtergreifung der Liberalen im Kanton Zürich 1830, kam Riesbach in ein neues Verhältnis zur nahen Stadt: Stadt- und Landbevölkerung besassen nun gleiche Rechte, die Niederlassung war frei. Riesbach konstituierte sich – erst jetzt – als eigene Gemeinde. Stadtmauern und Bollwerke wurden geschleift, und eine neue Chaussée erschloss in schnurgerader Linie das Seefeld: Die 1840 fertiggestellte Seefeldstrasse. An ihren Seiten wurden nun in rascher Folge bürgerliche Villen, kleine Wohnhäuser und Gewerbebauten errichtet. Zahlreiche kleine Brauereien und Gasthäuser entstanden und machten die Seefeldstrasse zu einem beliebten sonntäglichen Corso der Stadtzürcher. Dank der Nähe zur Innenstadt erlebte Riesbach im frühen 19. Jahrhundert das schnellste Wachstum aller Vororte (erst um 1860 wurde es von Aussersihl überholt). Im Jahre 1800 wurden rund 900 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt, 1836 bereits 2000 und 1860 dann 4 575. Am Vorabend der Eingemeindung – 1892 – war Riesbach mit rund 14 000 Personen statistisch gesehen eigentlich eine Stadt.

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Charakteristisch für den neuen Vorort war das Nebeneinander von Fabriken, Villen, Handwerkerhäusern und stattlichen Mietshäusern – und damit eine stark durchmischte Bevölkerung. Die liberale Wirtschaftsordnung förderte die Gründung

Ansichten von Riesbach im 19. und 20. Jahrhundert. Obere Bildreihe: Seefeldstrasse, letzte Fahrt des Rösslitrams; Seefeldstrasse, Inneres Seefeld; Blockrandüberbauung Korneliusstrasse 163-175, erbaut 1893 bis 1899 Untere Bildreihe: Seefeldstrasse, Magazinund Reparaturwerkstatt VBZ, erbaut 1900; Inneres Seefeld, Seefeldstrasse 5

von Industrie und Gewerbe in allen Teilen des Quartiers. Eine Seidenzwirnerei entstand 1840 an der Hammerstrasse 18–20, zur gleichen Zeit die Färberei Blatter am Zürichhorn, der weitere Gründungen wie die Färberei Bodmer an der späteren Färberstrasse folgten. Die Lage am Wasser war unentbehrlich: Die Zwirnerei nutzte die Antriebskraft des 9

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Wildbachs, die Färbereien das Wasser des Sees für ihre


20 | Einführung

Das Zürcher Seefeld | 21

Produktionsprozesse. Die Grösse der Riesbacher Fabriken

Park und Mauer getrennt, entstanden. Die aussichtsreiche

1881 bis 1887 als letzter Teil eines Gesamtkonzepts die

700 Quadratmeter Grundfläche mieten, zu denen Marmor-

blieb allerdings bescheiden, das Gewerbe war kleinbetrieb-

Lage entlang der Zollikerstrasse ist bis heute mit bedeuten-

Quaianlagen des Zürcher Seebeckens als öffentliche

treppen und Aufzüge hinaufführten und deren grosszügige

lich strukturiert und primär auf den städtischen Bedarf

den Villen des Klassizismus und Historismus gesäumt: Villa

Promenade gestaltet.

Räume ein repräsentatives Wohnen mitten in der Stadt

ausgerichtet.

Schönbühl (Kreuzbühlstrasse 36), Villa Rosenbühl (Kreuz-

Die lebhafte Bautätigkeit erfolgte bis weit ins 19. Jahrhun-

erlaubten.

bühlstrasse 26), Villa Bleuler und Villa Patumbah (Zolliker-

Die bis anhin selbstständige Gemeinde Riesbach wurde 1892

strasse 32 bzw. 128–130).

eingemeindet, womit das Quartier definitiv zu einem Teil der

Eine andere, zeitgemässe Lebensweise in Riesbach bot seit

dert eher zufällig entlang den bestehenden Wegen und

Stadt Zürich wurde. Wie die ganze Stadt wurde Riesbach und

den späten 1920er-Jahren das Apartmenthaus nach

Strassen. Die meisten Häuser hatten nur zwei bis drei

Das Quartier entwickelte sich nun immer schneller: 1853 war

insbesondere das Seefeld in den folgenden Jahren und

Vorbildern in New York und Paris. Ein Apartmenthaus der

Stockwerke und standen frei, oft umgeben von Nebenbauten

der Bau eines Schulhauses nötig geworden (Zentralschul-

Jahrzehnten von einem Bauboom erfasst, der ihm ein neues,

Luxusklasse entstand 1929 neben dem Hotel Bellerive

wie Remisen, Ställen oder Werkstätten. Da es nur rudimentä-

haus an der Seefeldstrasse 131), 1857 wurden moderne

urbanes Gesicht verlieh. Das Kantonale Baugesetz für

(Utoquai 47). „Das Apartement-Haus“, schrieb die NZZ, folgt

re Bauvorschriften gab, wurde oft äusserst dicht gebaut. Ein

Gaslampen installiert, 1863 folgte ein kommunales Bauge-

Ortschaften mit städtischen Verhältnissen vom 23. April 1893

amerikanischen Vorbildern. Ein Wohn-Hotel, das ganzen

Strassenplan fehlte ebenso wie eine geregelte Versorgung

setz, das es erlaubte, den Bau von neuen Strassen voranzu-

erlaubte und förderte die drei- bis fünfgeschossige geschlos-

Familien ermöglicht, mit grösstem Komfort in abgeschlosse-

mit Wasser und Kanalisation: Sodbrunnen und Jauchegru-

treiben: 1867 wurde die Klausstrasse gebaut, 1869–1870 die

sene Hofrandbebauung, die im Seefeld das bisher dominie-

nen Wohnungen zu wohnen, ohne sich um die Führung eines

ben wurden in gefährlicher Nähe zueinander gegraben. Bis

Mühlebachstrasse, im selben Jahr auch die Lindenstrasse

rende frei stehende Bürgerhaus ablöste. Am See etablierte

eigenen Haushalts kümmern zu müssen, entspricht unbe-

heute sind Reste dieser kleinbürgerlichen Quartiere in

und die Wiesenstrasse, 1872 die Florastrasse, 1873 folgte die

sich um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert grossbürger-

dingt modernen Bedürfnissen.“ Zum Komfort gehörten ein

Riesbach erhalten: Man findet sie am Ottenweg, an der

Mainaustrasse – alles Querstrassen, die das Seeufer

liches Wohnen einerseits in Form von grossen Villen und

umfassender Service, und wie in einem Hotel gab es eine Bar,

Wagnergasse, der Ceres-, Reinhard- oder Wildbachstrasse.

erschlossen. Die parallel zur Seefeldstrasse 1876–1879

andererseits in Form von städtischen Palästen wie dem nahe

verschiedene Clubs sowie Konferenzräume. Auf Wunsch

Von diesen kleinbürgerlichen Bauten hoben sich die gross-

gebaute Dufourstrasse vollendete im Seefeld ein mehr oder

dem (früheren Stadttheater und heutigen) Opernhaus

wurden die Mahlzeiten im eigenen Apartment serviert. Ein

bürgerlichen Villen ab, die in räumlicher Nähe, aber durch

weniger rechtwinkliges Strassenraster. Schliesslich wurden

gelegenen Utoschloss. Hier konnte man Wohnungen mit

Jahr bevor das Bellerive 1935 in ein Hotel umgewandelt wurde, eröffnete 1934 das Frascati (am Seefeldquai 1) seine Tore, und in einfacherer Ausführung erlebte das Apartmenthaus in den 1950er-Jahren eine Renaissance als Wohnform für Alleinstehende. Die Nachkriegszeit brachte dem Quartier grundlegende bauliche und demografische Umwälzungen. 1948 erreichte die Einwohnerzahl mit 27 000 Personen ihren Höhepunkt – danach führte Verslumung zur ständigen Abnahme der Wohnbevölkerung. 2002 zählte Riesbach nur noch rund 15 000 Einwohner. Demgegenüber wuchs die Zahl der Arbeitsplätze auf 23 000 im Jahr 1990 und steigt seither weiter an. 16

Auch die Bevölkerung wächst wieder. Grund ist die Bauund Zonenordnung von 1947, die im ganzen Seefeld dichte Blockrandbauweise mit sechs Vollgeschossen erlaubt und damit für die meisten Grundstücke erhebliche Ausnützungsreserven schuf. In rascher Folge wichen die bescheidenen Fabriklein und Handwerkerhäuschen modernen Bürogebäuden, Apartmenthäusern und Wohnbauten. In den 1980er-Jahren wurde urbanes Wohnen neu entdeckt 13

14

und Riesbach bzw. das Seefeld mauserte sich zum beliebtesten Wohnquartier der Stadt. Für Jung und Alt, Alleinste-

Seefeld der Moderne. Seefeldstrasse 12–18, um 1930; Seefeldstrasse 152, erbaut 1960

hende und Familien. Und mit allem, was ein urbanes Quartier ausmacht: trendige Restaurants, Cafés, Bars, Galerien, Theaterbühnen, ein Opernhaus und einen See vor grandioser

Gegenüberliegende Seite: Seefeldstrasse 173, Wohn- und Geschäftshaus, erbaut 1961, Seefeldstrasse 134, Wohnhaus, erbaut 1946

Bergkulisse. Durch die starke Bautätigkeit, die automatisch auch eine grosse Fluktuation nach sich zieht, verändert sich das Gesicht des Seefelds und Riesbachsw ständig weiter … die Geschichte nimmt ihren Lauf.

15

17


22 | Einführung

| 23

Geschichte eines Ecks

Was lange währt … Das neu gebaute Münchhaldeneck steht auf den früheren Parzellen der Häuser Seefeldstrasse 188, Seefeldstrasse 190 und Münchhaldenstrasse 15. Das älteste Haus, das der Neuüberbauung Platz machen musste – die Seefeldstrasse 188 – datiert von 1880. Das Geviert der vier anderen Gebäude – 18

die Häuser Säntisstrasse 21, Münchhaldenstrasse 11, Münchhaldenstrasse 15 (eine Münchhaldenstrasse 13 gab es nie!) und Seefeldstrasse 190 – wurde 1896 als Ensemble

Stadt Zürich, Auszug aus dem Protokoll der Bausektion vom 1. September 1896

geplant und nach langem Hin und Her schliesslich 1915 bis 1916 realisiert.

Baumeisterhaus in U-Form Was da mitten im Ersten Weltkrieg entstand und bis Anfang

Ein erstes Bauprojekt wurde im März 1896 von J. Bachmann

des 21. Jahrhunderts Bestand hatte, war ein sogenanntes

eingereicht, dem die baupolizeiliche Bewilligung zwar erteilt

„Baumeisterhaus“. Bei solchen Projekten ist der Bauherr

wurde, das aber aus heute nicht mehr rekonstruierbaren

oftmals Baumeister und Architekt in einem, manchmal aber –

Gründen doch nicht realisiert wurde. Noch im gleichen Jahr

wie beim Münchhalden-U – „nur“ Baumeister, der für

gab es eine erste Handänderung, und im Auftrag des neuen

die Architektur einen entsprechend ausgebildeten Fachmann

Besitzers reichte die Firma Thomas & Cons. ein zweites

hinzuzieht. Nach Fertigstellung solcher Bauten werden die

Immobilienunternehmer, den Kaufvertrag des Hauses

Wunsch, die Häuser 188 und 190 miteinander zu verbinden,

Projekt ein, das am 1. September 1896 von der Bausektion

einzelnen Häuser oder Hausteile in der Regel an Investoren

Seefeldstrasse 188 zu einem fairen Preis „beurkunden“

die Lücke zu schliessen und so eine hofseitige Ruhezone zu

der Stadt Zürich abgelehnt wurde – die 1899 auch die

verkauft. So geschehen beim Münchhalden-U: Ende des

lassen. Damit war der nötige Spielraum für eine sinnvolle

schaffen, brachte gleichzeitig einen Grundbucheintrag

Realisierung der drei (!) späteren Projekte von Ferdinand

20. Jahrhunderts gehörten die Häuser Säntisstrasse 21 und

Gesamtplanung gegeben. Übrigens: Das Haus 188 mit dem

zutage, wonach ein Fuss- und Fahrwegrecht von der Seefeld-

Meili verweigerte. Damit war die Überbauung dieses Grund-

Münchhaldenstrasse 15 Dr. Jürg Acklin, Besitzerin der

„Schwarzen Kater“ – später „Seefeldbar“ – ist als eine der

strasse zur Säntisstrasse 21 bestand. Zwar nie benutzt, aber

stückes mit einem Ensemble aus mehreren einzelnen

Münchhaldenstrasse 11 war (und ist) Marianna Rossi und

ersten Zürcher Schwulenbars in die Geschichte eingegangen.

gleichwohl gültig.

Mehrfamilienhäusern vorerst vom Tisch. 16 Jahre später –

das Haus Seefeldstrasse 190 befand sich im Portefeuille von

also 1915 – reichte der neue Grundeigentümer und

Urs Ledermann, der es 1989 Dr. Fritz Hauser abgekauft hatte.

„Mach irgendetwas mit der Lücke“

Was tun?

Bauunternehmer J. Pfenninger ein Projekt für den Bau von

(Dr. Fritz Hauser hatte Jahre vorher Urs Ledermann in

Im gleichen Jahr – 2005 – kam Benedikt Läng als Leiter Bau

Der Besitzer des Servituts und gleichzeitig der Liegenschaften

vier Mehrfamilienhäusern ein, dem – mit einigen Auflagen –

Küsnacht eine Liegenschaft verkauft – wodurch sie zu

zur Ledermann Immobilien AG und erhielt den Auftrag,

Säntisstrasse 21 und Münchhaldenstrasse 15, Dr. Jürg Acklin,

innert weniger Wochen die baupolizeiliche Bewilligung

Nachbarn und guten Freunden wurden). 2001 konnte

Lösungen für die beiden Häuser Seefeldstrasse 188 und

unterbreitete einen Vorschlag: Parkplätze in der zu bauenden

erteilt wurde.

Urs Ledermann zudem mit Rico Gartmann, dem Zürcher

Seefeldstrasse 190 zu finden. Zwischen diesen beiden

Tiefgarage gegen Aufhebung des Servituts. Kurze Zeit

Häusern gab es – niemand wusste weshalb – eine Baulücke.

später revidierte Dr. Jürg Acklin sein Angebot und warf dann

Das war der Anfang einer langen Geschichte, an deren Ende

nochmals alle Planungen über den Haufen: Er bot das Haus

das neue Münchhaldeneck steht: eine Blockrandüber-

Münchhaldeneck 15 zum Kauf an, aber nur in Kombination

bauung, einem verkehrten L gleich, mit einer gelungenen

mit der Säntisstrasse 21 und damit war die Auflösung des

Hofsituation, die das Wohnen an dieser verkehrsreichen

Wegrechts möglich. Der Preis der ebenso vernachlässigten

Strasse erst ermöglichte.

Liegenschaften war eigentlich über ihrem wirklichen Wert.

20

Münchhalden-U: Säntisstrasse 21, Münchhaldenstrasse 11–15 und Seefeldstrasse 190, erbaut 1915–1916, Lücke zu Seefeldstrasse 188, erbaut 1880

Aber die Idee, so eine Lücke zu schliessen, mit dieser städteNach Begehungen und genauen Analysen der Bausubstanz

baulichen Architektur zu erweitern und Vorgaben in puncto

stand schnell fest, dass die beiden Häuser 188 und 190 in

Lärm und Wohnqualität lösen zu können, war einfach zu

einem vernachlässigten (um nicht zu sagen desolaten)

verlockend.

Zustand waren und dass es schwierig und teuer werden

19

Fassade gegen Münchhaldenstrasse für drei Doppel- und ein einfaches Mehrfamilienhaus für (Bauherr) J. Pfenninger, Baumeister, Zürich, Architekt M. Rotter, Zürich, Juni 1915

würde, die Häuser zu sanieren. Geologische Bodenproben

Drei Jahre nach der ersten Begehung konnte dann mit

hatten zudem ergeben, dass das Erdreich unter dem Haus

dem Bau begonnen werden, nach dessen Fertigstellung 2011

Seefeldstrasse 190 mit sogenannten schweren Abwässern

Benedikt Läng feststellte: „Das Haus ist gut durchkonstruiert,

der früher dort ansässigen chemischen Reinigung verun-

man hat viel Zeit gehabt und wirklich lang herumstudiert.

reinigt war. Altlasten auf der einen, miserabler Zustand der

Ein solches Projekt kann man nicht in einem Jahr entwickeln –

Häuser auf der anderen Seite führten erstmals zur Über-

aber was lange währt, wird endlich gut.“

legung, abzureissen und neu zu bauen. Für einen Entwurf wurde Walter Wäschle, atelier ww, angefragt: „Mach öppis Spezielles.“ Die Auseinandersetzung mit der Situation, der


24 | Einführung

| 25

Architektur Markant: Das Tor zum Seefeld Die Überbauung Münchhaldeneck provoziert. Sie ist gross,

geschossig überhöht, Dekorationselemente und Materialien

rot, auffallend, aussergewöhnlich und gleichwohl erstaunlich

der umgebenden heterogenen Architektur verschiedener

gut integriert. Durch die Möglichkeit, die Parzellen an der

Epochen werden geschickt aufgenommen und interpretiert:

Seefeldstrasse 188 und 190 sowie an der Münchhalden-

Durch Erker, filigrane Fenstereinfassungen, Naturstein

strasse 15 zusammenzufassen, ist im städtebaulichen

und Putz. Und aus Aluminium gegossenen Gittern vor den

Kontext eine repräsentative Ecksituation entstanden, die

Fenstern, ganz den dekorativen gusseisernen Balkon-

auch gekonnt als Tor zum Seefeld eingefordert wird.

brüstungen, die das Seefeld prägen, nachempfunden.

Die Parzellen liegen in der Quartiererhaltungszone I.

Sie sind dekorativ und gleichzeitig funktional, dienen sie

Das Gebäude orientiert sich an seinem Blockrand und

doch auch als Absturzsicherung für die dahinterliegenden

schliesst eine Lücke an der Seefeldstrasse.

grossflächigen Fensterflügel.

Dem Entwurf des Münchhaldenecks gingen eine intensive

Die zwei Gesichter der Fassaden

Planungsphase und eine umfassende Analyse des Umfeldes

Zu den Strassenseiten hin präsentiert sich das Gebäude mit

voraus. Die klassische Dreiteilung der umliegenden Bau-

einer markanten, eckigen und städtischen Fassade – mit

körper wird weitergeführt, das Attikageschoss subtil zwei-

erhabenem Ausdruck und auffallend roter Farbe. Erker über

Visualisierungen der Fassaden im Entwurfsstadium. Die städtische, eckige, markante Strassenfassade und die wohnliche, warme Hofsituation mit den runden Balkonen.

Gewerbe

Haupteingang Wohnen

Einfahrt Tiefgarage


26 | Einführung

| 27

2 1/2 Zi-Whg.

2 1/2 Zi-Whg.

2 1/2 Zi-Whg.

2 1/2 Zi-Whg.

2 1/2 Zi-Whg.

3 1/2 Zi-Whg.

Dachgeschoss

2. Obergeschoss

den Eingängen weisen auf die unterschiedlichen Nutzungen für Wohnen

2 1/2 Zi-Whg.

und Gewerbe hin. Dabei verstärken die

2 1/2 Zi-Whg.

2 1/2 Zi-Whg.

2 1/2 Zi-Whg.

2 1/2 Zi-Whg.

8 1/2 Zi-Maisonette-Whg.

Gesimse die Zonierung und die Plastizität des Volumens.

3 1/2 Zi-Maisonette-Whg.

Ganz im Gegensatz dazu ist die Hoffassade weich und in sonnigen, warmen Farben gehalten. Die geschwungenen

Dachaufsicht

Formen der Balkone integrieren sich

2.Obergeschoss 3 1/2 Zi-Whg.

gekonnt im schön gestalteten und begrünten Innenhof, der als einfache, aber sinnliche Welt des Wohnens

Attikageschoss

1. Obergeschoss

verstanden werden will. Die markante

Seefeldstrasse

Dreiteilung der Strassenfassade wird hier nur noch angedeutet, auf jegliche Profilierung wird verzichtet. Der obere

2 1/2 Zi-Whg.

Attikaabschluss ist nur noch eingeschossig. 2 1/2 Zi-Whg.

Haupteingang Wohnen

2 1/2 Zi-Whg.

Architektur, die Auge und Herz gefallen darf. Der kühle Rationalismus der letzten Jahre wird hier überwunden.

1.Obergeschoss

Attika 3 1/2 Zi-Whg.

Einfahrt Tiefgarage

Geschickte Erschliessung und gelungene Grundrisse unterschied-

4. Obergeschoss

lichster Art

Erdgeschoss

Die spezielle, schwierige Lage mit lärmiger Seefeldstrasse und ruhigem Innenhof stellten eine grosse Heraus-

2 1/2 Zi-Whg.

2 1/2 Zi-Whg.

2 1/2 Zi-Whg.

2 1/2 Zi-Whg.

2 1/2 Zi-Whg.

forderung an die Grundrissgestaltung dar. Die Lärmgrenzwerte sind an der Seefeldstrasse überschritten, d. h., es dürfen keine Wohn- und Schlafräume ausschliesslich auf die Seefeldstrasse hin orientiert werden. Das Problem wird ganz raffiniert gelöst: Die ersten drei

4.Obergeschoss

Wohngeschosse werden über einen

Erdgeschoss

3 1/2 Zi-Whg.

mittig gelegenen Gang zur Seefeldstrasse hin erschlossen. Das macht spannende, durchgehende Räume mit

3. Obergeschoss

Untergeschoss

sse enstra hhald Münc

Das Münchhaldeneck steht für

Gewerbe


28 | Einführung

| 29

Ideenschmiede atelier ww Architekten viel Lichteinfall möglich. Mit nur einem Treppenhaus für das

„Wir gestalten Räume und Objekte in jedem Massstab. Die

ganze Gebäude ist auch das Nutz-/Verkehrsflächenverhältnis

Arbeitsweise passen wir dabei den räumlichen und formalen

optimal gelöst.

Gegensätzen der gebauten Umwelt an – entsprechend hinterfragen wir unsere Architektur bei jeder Aufgabe von

Alles in allem verfügt das Münchhaldeneck über sechzehn

Neuem. Dabei lesen und interpretieren wir Situation und

verschiedene Wohnungstypen, die sich in achtzehn

Programm unabhängig von abstrakten „Stilfragen“ – denn

2½-Zimmer-Wohnungen, fünf 3½-Zimmer-Wohnungen und

oberstes Ziel ist, dass ein Bau als ein Ganzes überzeugt und

in drei Attika-Wohnungen mit 5 bzw. 3½ Zimmer unterteilen.

dass er dabei optimal auf den Menschen, seine Umgebung und die Philosophie des Bauherren abgestimmt ist.“ Soweit

Die Materialisierung der Wohnungen, die Innenausstattung,

die Firmenphilosophie der Architekten des atelier ww.

der Komfort, die Gestaltung von Gängen, Beleuchtung und Kunst zeigen, wie sehr die Architektur den Firmenslogan der

Gestartet wurde mit der Planung des Münchhaldenecks

Bauherrschaft Konkurrenzlos Wohnen verinnerlicht hat.

bereits 2005, allerdings noch auf einer Grundlage mit nur zwei Parzellen. Durch die Möglichkeit, auch noch die Parzelle der Münchhaldenstrasse 15 erwerben zu können, liessen sich drei Parzellen zu einem neuen Quartier-Wahrzeichen Viele Gespräche, Entwürfe, Verworfenes, Neuentwicklungen gingen dem Bau des Münchhaldenecks voraus. Im Team: Walter Wäschle, verantwortlicher Architekt, und Reto Sewer, Architekt und verantwortlicher Projektleiter.

Attika

vereinen: Dem Tor zum Seefeld. Um das Gebäude, der Firmenphilosphie entsprechend, dem traditionsverhafteten Seefeld anzupassen, bestand der erste Teil der Entwurfsplanung darin, genaue Studien der Volumen, der Gebäudeformen, der Materialien, der Farben und der Ornamente zu betreiben und für das Münchhaldeneck neu zu interpretieren.

4.Obergeschoss

Das Ergebnis überzeugt. Walter Wäschle als kreativer Kopf, Mitbesitzer und Mitglied des Verwaltungsrats des atelier ww, und Reto Sewer als verantwortlicher Projektleiter haben mit nicht nachlassender Begeisterung die Herausforderung der

3.Obergeschoss

komplexen Aufgabe angenommen und mit Bravour – im Team mit der Generalunternehmung Implenia – umgesetzt.

2.Obergeschoss

1.Obergeschoss

Erdgeschoss

Untergeschoss

Schnitt


30 | Einführung

| 31

Generalunternehmung Implenia – ein starker Partner „Nachhaltigkeit als Handlungsprinzip bedeutet für uns auch Zukunftsfähigkeit. Als einer der bedeutendsten Baudienstleister des Landes ist sich Implenia bewusst, dass ihre Tätigkeiten nicht nur Auswirkungen auf die wirtDas Münchhaldeneck-Generalunternehmungsteam Bauen ist Teamsport. Und bauen setzt Begeisterung, Belastbarkeit, Ausdauer und lösungsorientiertes Handeln voraus. Wie umfassend die Aufgabenstellungen bei einem Bau sind, zeigen schon allein die Funktionserklärungen der verschiedenen Teammitglieder. Und neben den strategischen und operativen Aufgaben der GU-Mitarbeitenden gilt es, auch die verschiedenen externen Fachplaner zu betreuen.

Implenia Real Estate im Überblick

schaftliche Wertschöpfung

Der Konzernbereich Implenia Real Estate bietet seinen Kunden ein integriertes Businessmodell und deckt mit einem kompletten Dienstleistungsangebot den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie ab. Von der Kapitalbeschaffung, der Entwicklung und Realisation bis zur Betriebsoptimierung und der Promotion. Im Bereich General- und Totalunternehmung ist Implenia Real Estate Marktführerin in der Schweiz. Als führendes Unternehmen nimmt sie ihre Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt wahr, denn nachhaltiges und bedürfnisorientiertes Planen und Bauen ist ihr Credo. Implenia befasst sich permanent mit Fragen der Energieeffizienz und der Schadstoffbegrenzung, dem schonenden Umgang mit Ressourcen, der Wirtschaftlichkeit, der Werterhaltung und der Raumplanung mit Fokus auf Verdichtung. Implenia entwickelt ihr Know-how ständig weiter, um jederzeit über das aktuellste Wissen zu verfügen und es in die Planung und Umsetzung einbringen zu können. Kundennähe ist Implenia wichtig. Das Unternehmen will Nutzer und Bauherren verstehen, auf ihre Bedürfnisse eingehen und sie in jeder Phase ihres Auftrags unterstützen. Deshalb ist die kompetente Beratung ein wichtiger Bestandteil des Dienstleistungsdenkens. Transparenz, Integrität, Qualitätsbewusstsein, Terminsicherheit wie auch ein professionelles Kosten- und Prozessmanagement sind Elemente, die für Implenia zentral sind und auf die sie in allen Abläufen höchsten Wert legt. Unabhängig davon, ob es sich um ein Grossprojekt oder einen kleinen Bau in irgendeiner Region der Schweiz handelt.

Raumplanung sowie nach-

hat. Gesellschaft, Ökologie, haltige Produkte und Dienstleistungen definiert Implenia in einem umfassenden Sinn und legt den Fokus aller Aktivitäten entsprechend. Nachhaltiges Wirken ist für uns eine Verpflichtung!“ René Zahnd, Leiter Konzernbereich Real Estate

Implenia Development AG Implenia Development steht für zukunftsorientierte ProjektEntwicklungen, für Innovationen und Visionen. „Wir entwickeln und bauen die Schweiz von morgen“ ist ein Anspruch, dem sich Implenia verpflichtet fühlt. Deshalb bringt sie gesellschaftliche Akzeptanz, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit in Einklang. Eigenentwicklungen und Service Development, d. h. direkte Kundenaufträge, sind die gebräuchlichen Abwicklungsformen.

Das Implenia-Generalunternehmungsteam, das die markante Blockrandüberbauung Münchhaldeneck zu einem gelungenen Abschluss gebracht hat (v. l. n. r.): Paride Visca (Freelancer) > Bauleitung > Innenausbau Mieterausbau EG (Kinderhort) sowie Umbau und Innenausbau Attika-Wohnung

Reto Lerch > Bauleiter > Bauleitung, Gesamtverantwortung Ausführung Jürg Weilenmann > Bauleitung > Erstellung der Ausschreibungen (Devis) der diversen Arbeitsgattungen zum Zeitpunkt der Ausführung Rolf Hungerbühler (Freelancer) > Bauleitung > unterstützende Aufgaben, Hauptaufgabengebiet: Rohbau und Innenausbau der Wohnungen

Brigitta Jenzer > Sekretärin > alle administrativen Aufgaben im Zusammenhang mit dem Projekt sowie Unterstützung der Projekt- und Bauleitung Thomas Frey > Abteilungsleiter Fabio Ranieri > Projektleiter > Gesamtverantwortung Projektabwicklung Nicht auf dem Foto: Levent Kugucak > Baukostenplaner > Kalkulation und

Erstellung der TU-Submission bis zum TU-Werkvertrag René Stricker > Projektleiter Gebäudetechnik > technische Unterstützung der Projekt- und Bauleitung in Themen der Haustechnik (Sanitär/Heizung/ Lüftung) Peter Hanselmann > Projektleiter Haustechnik > technische Unterstützung der Projekt- und Bauleitung in Themen der Elektroanlagen

Implenia Generalunternehmung AG Als führende Generalunternehmung der Schweiz ist Implenia die ideale Partnerin für schlüsselfertige Bauwerke jeder Art. Das Dienstleistungsangebot ist umfassend und orientiert sich am Kundennutzen. Mit 17 Geschäftsstellen in der ganzen Schweiz ist Implenia national ausgerichtet und lokal verankert. Reuss Engineering AG Mit Projektmanagement- und Spezialistenleistungen im technischen und organisatorischen Bereich deckt Reuss Engineering die verschiedenen Bedürfnisse ihrer Kunden von der Projektidee bis zum Betrieb ab. Die Basis für die Konzepte bildet die präzise Analyse der Kundenprozesse. Reuss Engineering will den Kunden verstehen und ihm sowohl eigenständige und effiziente wie auch kreative Lösungen anbieten, um damit eine nachhaltige Kundenbeziehung zu schaffen.

Spannende Grossprojekte, die zurzeit von Implenia umgesetzt werden. Oben: Wrighthouse, Glattpark/Opfikon (Züst Gübeli Gambetti, Zürich); unten: themetropolitans, Zürich (Baumschlager Eberle, Zürich).


32 |

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Bauablauf

„Mach etwas aus dieser Baulücke.“ Mit diesem Auftrag an den damaligen Projektleiter begann 2005 ein spannender Prozess für die Planung des Münchhaldenecks. Es folgten verschiedene Entwürfe, dann Stopps wegen Zukäufen, Projekterweiterungen, Situationsänderungen – bis es dann 2009 endlich so weit war: Der ebenso spannende Prozess des Bauens konnte beginnen. Bekanntlich wird über einen Bauprozess wenig kommuniziert. Dabei: Hier wird die Basis geschaffen für ein qualitativ hochstehendes Gebäude, hier braucht es eine Unmenge an Fachwissen, Systematik, Innovationen, Technik, Logistik, Improvisationstalent und Flexibilität. Für all das, was plötzlich als Überraschung zutage tritt und gelöst werden muss. Die folgenden Bilderseiten geben von all dem einen kleinen Eindruck. Und auch davon, dass es bei allem technischen Fortschritt immer noch der Mensch ist, der bei Wind und Wetter, bei Hitze und Kälte auf der Baustelle dafür sorgt, dass ein gekonntes, einmaliges Bauwerk entsteht.


34 | Bauablauf

Abbruch | 35

Aufbruch Zum Abbruch Es ist schmerzhaft, wenn Bäume gefällt und Häuser abge-

geschlossen: Günstige Mieten und Eigeninitiative für weitere

brochen werden – was bleibt, sind Erinnerungen. Das war

Renovationsarbeiten. Das war vor mehr als 30 Jahren.

auch beim Abbruch der Häuser an der Seefeldstrasse 188

Im Laufe der Zeit kippte das ins Negative. Auch Liegenschaften

und 190 nicht anders. Die Stadt Zürich – als Mieterin – hatte

haben nur eine begrenzte Lebensdauer, es sei denn, sie

an der Seefeldstrasse 188 Notwohnungen eingerichtet,

werden ständig bedarfsgerecht erhalten. Mit dem Verkauf

und hier gab es auch die legendäre Seefeldbar – Treffpunkt

der Liegenschaft Münchhaldenstrasse 15 an die Ledermann

für das umliegende Kleingewerbe, für Nachbarschaftskontakte

Immobilien AG wurde eine optimale Basis für die Zukunft

und angesagte Künstler. Obwohl gut betreut, konnte dem

geschaffen. Für das neue Münchhaldeneck.

Verfall der Häuser nur bedingt Einhalt geboten werden. Da halfen weder Absturzsicherungen der Balkone noch phasenweises Flickwerk. Auch der angrenzenden Liegenschaft Münchhaldenstrasse 15 ging es nicht anders. Der Hausbesitzer hatte – als Erbe – mit den Mietern nach einer ersten Renovation einen Deal

Der lauschige Innenhof war lange Zeit für Barbesucher und Mieter eine viel genutzte Oase. Für die neue Blockrandüberbauung mussten die alten Bäume weichen – um der Baustelle und einer späteren Neubepflanzung Platz zu machen. Überreste der Bar, ein Gespür des alten Glamours, Beschriftungen der Raumwände, ungeleerte Briefkästen – Überbleibsel einer vergangenen Zeit und Zeugen der schleichenden Verwahrlosung.


36 | Bauablauf

Abbruch | 37

Entsprechend schwierig gestaltete sich auch die Trennung und die Abfuhr des Bauschutts: Ohne Lärm und Staub war das natürlich nicht machbar. Der Abbruch der drei Gebäude an der stark befahrenen Zürcher Seefeldstrasse und an der Münchhaldenstrasse war kompliziert. Platzierung und Einsatz der schweren Abbruchmaschinen brauchte grosses Feingefühl, die Gefahr von ungewollten Zusammenbrüchen war gross.

Parallel zum Abbruch galt es auch, die Nachbarliegenschaften zu stützen und einzurüsten und den Baugrund mit Pfählen zu stabilisieren. Das alles vor dem Hintergrund eines umfassenden Schutzes von Fussgängern und Verkehr.


38 | Bauablauf

| 39

Aushub Grosse Herausforderungen Die Enge des Grundstückes, die direkt angrenzenden Nach-

Zwar mit einem grösseren Aufwand als ursprünglich

bargebäude, ein Boden, der als „lebendig“ zu bezeichnen ist –

geplant, mit erzwungenen Stopps nach dem ersten Schnee

all das machten einen subtilen, nur mit grossem Fachwissen

und einem schlechten Befund des Bodens, der eine spezielle

durchzuführenden Aushub nötig. Dazu kam, dass die alten

Entsorgung nötig machte (das ist eine Geschichte für sich) –

Nachbargebäude auf das Rütteln der Baumaschinen mit

ging alles ziemlich reibungslos vonstatten: Aushub und

Senkungen reagierten und vorsichtig unterfangen, gestützt

Betonieren von tiefer liegenden Gruben – für Liftanlagen –

und befestigt werden mussten – neben dem schon erwähn-

Befestigungen der Ränder und der allgemeinen Baugruben-

ten Abstützen und Sichern der Brandmauern. Nur so war

sicherungen.

dem Schreckensszenario eines Zusammenbruchs entgegenzuwirken. Mit ständigen Messungen und Kontrollen, die Die Brandmauern zu den Häusern Seefeldstrasse 186 und Münchhaldenstrasse 11 waren ein Problem. Sie waren dünn, alt, brüchig (Dilationsfugen, sogenannte Dehnungsfugen, kannten die damaligen Baumeister noch nicht) und mussten als Erstes abgestützt und mit Isolation zusätzlich abgedichtet werden.

Veränderungen sofort angezeigt und aufgrund derer allfällige Massnahmen umgehend eingeleitet wurden, ist dieser Part des Baugrubenaushubs schliesslich glücklich über die Bühne gegangen.


40 | Bauablauf

Bauablauf | 41


42 | Bauablauf

Aushub | 43

Während die Baustelle noch ruht, ist die Planung für die nächste Bauetappe in vollem Gange. Dafür braucht es den Kran, der alle Geräte, Lasten und Materialien von der Strasse bis in den hintersten Winkel der Baustelle hieven kann. Platziert wird der Kran erhöht mitten auf der Münchhaldenstrasse/Ecke Seefeldstrasse. Dafür wurde die Einfahrt in die Münchhaldenstrasse für den Verkehr gesperrt, eine überdachte Fussgängerpassage bleibt aber offen. Die Materialanlieferungen sind so ohne Behinderung via Dufourstrasse und dem unteren Teil der Münchhaldenstrasse möglich.

Der Kranmontage gehen Transporte von überlangen Einzelteilen voraus. Das Aufstellen des Krans vor Ort verlangt das Spezialwissen von Monteuren, die bis auf die letzte Schraube alles im Griff haben – nur so ist eine hundertprozentige Sicherheit gewährleistet.


44 | Bauablauf

| 45

Boden Von Moränen, Altlasten und Wasser Ein nicht ganz einfaches Grundstück: Das geologische

Abwasser der ehemaligen chemischen Reinigung im Haus

Gutachten belegt, dass das Gebiet von Gletscherbewegungen

190 die Kanalisation beschädigt, sodass es zu einer Belas-

während der letzten Eiszeit und postglazialer Sedimentation

tung von Bodenplatte und Erdreich kam. Eine Altlast, die es

geprägt ist. Über der verwitterten Felsoberfläche, die hier

umfassend und fachmännisch zu entsorgen galt, bevor neu

in 36 Meter Tiefe erbohrt wurde, hinterliess der Gletscher

gebaut werden konnte. Das verzögerte den Bauablauf.

eine circa zwei Meter mächtige, harte Moränenschicht. Darüber liegen überwiegend weiche Seesedimente des

Beim Aushub der Grube für den Autolift – die aus statischen

Zürichsees und Ablagerungen des Wildbachs. Früher über-

Gründen noch tiefer als die eigentliche Bodenplatte liegt –

flutete der Bachschutt bei hohem Seespiegel das gesamte

verursachen starke Wassereinflüsse vom See her Material-

Seefeld. Mit den Aufschüttungen Anfang des 20. Jahrhun-

ausschwemmungen. Eine zusätzliche Überraschung,

derts versuchte man dem beizukommen. Die Spuren aus

die spezielle Entwässerungssysteme und Abdichtungsmass-

dieser Zeit liegen heute in rund drei Meter Tiefe.

nahmen zu den Nachbargebäuden notwendig machen.

Bei den geologischen Untersuchungen trat noch ein weiteres Problem zutage: Im Laufe der Jahre hatten die „schweren“

Die starken Wassereinflüsse vom See, die durch Materialausschwemmungen verursacht werden, erfordern ein „WellpointSystem“: Ein hochleistungsfähiges VakuumVerfahren zur Entwässerung von Baugruben mit feinkörnigem Boden. Zudem sind Abdichtungsmassnahmen zum Nachbargebäude notwendig. Das muss schnell gehen, jeder Arbeitsschritt wird im Vorfeld genau geplant, und auch für unerwartete Ereignisse gibt es Lösungsszenarien.


46 | Bauablauf

Boden | 47

Um das Nachrutschen von Erdreich in die Baugrube zu verhindern, mussten vorab 300 Quadratmeter Rühlwände gebaut werden. Eine Rühlwand setzt sich aus eingerammten Stahlträgern mit Füllung zusammen. Erst dann konnte mit den weiteren Schalungs- und Betonarbeiten begonnen werden.

Arbeitsetappen: Das Problem des Wassereinfalls betrifft nur einen Teil der Baugrube, die Arbeiten sonst nehmen ihren normalen Lauf. Eindrücklich – und behindernd und verzögernd – ist der Bau der massiven Stützen der Brandmauern.


48 | Bauablauf

| 49

Untergrund Bodenplatte und Untergeschoss genau berechneten und eingearbeiteten Dehn- und Arbeitsfugen versehen sowie mit Übergängen, die ebenso absolut „Das Fundament (die Bodenplatte) eines Gebäudes ist die

wasserdicht sein müssen. Einmal mehr ist sorgfältige Aus-

konstruktive und statische Ausbildung des Übergangs vom

führung, verbunden mit viel Handarbeit, gefragt.

Bauwerk zum Boden. Fundamente sind schwerer, steifer und schwingungsfester als die darauf zu befestigenden Bau-

Die erste Decke, die auf dieses sichere Fundament gesetzt

elemente.“ Soweit die präzise Erklärung von Sinn und Zweck

wird, ist die des Untergeschosses – hier entsteht genügend

heutiger Bodenplatten eines Gebäudes. Bauherren längst

Platz für die Haustechnik, die Garage und die Mieterkeller.

vergangener Zeiten haben ihre Häuser auf Sand, später

Damit ist der Bau auf Strassenhöhe angekommen.

häufig auf Holzschwellen oder auf Steingründungen gebaut. Beim Münchhaldeneck bedeutet das – der Bodenbeschaffenheit entsprechend – den Einbau einer Weissen Wanne. Weisse Wannen werden aus wasserundurchlässigem Beton hergestellt – in diesem Fall sogar dicker als üblich – und mit

Viel Stahl, viel Beton, sorgfältige Abgrenzungen und genaues Ausschalen. Das sind die Voraussetzungen für richtiges Betonieren. Und immer wieder ist es mit viel Handarbeit verbunden. Die Stützen der Brandmauern stehen im Weg und müssen entsprechend „verkleidet“ werden. Für die geplanten, innen liegenden, handgefertigten Designer-Leuchten in den Gängen gilt es, die entsprechenden Schalungen zu schneiden und zentimetergenau anzubringen.


50 | Bauablauf

Untergrund | 51

Auf sicherem Grund und Boden: Was wie eine Materialschlacht daherkommt, ist von Statikern normengerecht, präzise und, im Hinblick auf die Ressourcenverknappung unserer Zeit, auch sparsam berechnet worden.

Früher war es Einwegmaterial, die auf der Baustelle zugesägte Verschalung für Betonwände und -böden. Heute hat sich daraus ein für alle lukrativer Geschäftszweig entwickelt: Schaltafeln in allen Formaten lassen sich – für jede Baustelle individuell zusammengestellt – bedarfsgerecht mieten. Das spart Lagerflächen und Ressourcen.


52 | Bauablauf

| 53

Haustechnik Verborgene Lebensqualität Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind klare Vorgaben bei

Nicht ganz typisch im Bauablauf und auch nicht ganz

allen Bauten und Umbauten der Ledermann Immobilien AG.

unproblematisch ist der Einbau der Haustechnikanlage:

Entsprechend durchdacht ist auch die Haustechnikanlage

Statt das ganze System in Einzelteile zu zerlegen und

des Münchhaldenecks. Gebaut wird nach Vorgaben und

dann vor Ort Stück für Stück wieder zusammenzusetzen,

Werten des Minergie-Standards; auf eine Komfortlüftung

hat man einen einmal geplanten und dann wieder verworfe-

wird dabei bewusst verzichtet – alle Wohnungen lassen sich

nen Durchgang zum Nachbargebäude vorerst offen gelassen

zum ruhigen Innenhof oder zur wenig befahrenen Seiten-

und kann auf diese Weise die ganze Anlage – fertig vor-

strasse hin lüften.

montiert in einem Stück – durch diesen Zugang ins Haus transportieren und im Untergeschoss aufstellen. Dabei ist

Die Wämeerzeugung erfolgt über eine Erdsonden-Anlage,

Millimeter-Arbeit gefragt. Die Mitarbeiter der Firma Sada

wie üblich gekoppelt mit einer Wärmepumpe, die in Abhän-

haben die Aufgabe mit Bravour gemeistert.

gigkeit von der Aussentemperatur betrieben wird und nur dann läuft, wenn Wärme tatsächlich benötigt wird. Damit ist ein sparsamer Energieverbrauch der aus dem Boden gewonnenen Wärme gewährleistet. Das warme Wasser kommt aus einem Speicherwassererwärmer, der in Kombination mit der Heizungsanlage betrieben wird. Zum Komfort jeder Mieterschaft gehört (was in der heutigen Zeit auch behördlich vorgeschrieben ist), dass der Energieverbrauch für Raumheizung, Kalt- und Warmwasser in jeder Wohnung individuell erfasst und über ein BUS-Datensystem zentral verwaltet und abgerechnet wird.

HKLS-Planer: Turin Engineering

Haustechnikanlagen zu planen und zu installieren, ist Sisyphus-Arbeit – das Verlegen gemäss Plan verlangt äusserste Präzision und viel Schweissarbeit – im wahrsten Sinne des Wortes. Zum Beispiel Wasserleitungen: Die Wohnungen werden über vertikale Steigzonen erschlossen, wobei jeder Steigstrang im Untergeschoss absperr- und entleerbar ist. Pro Wohnung sind Gruppenabsperrungen mit den notwendigen Kaltwasser- und Warmwasserzählern angebracht. Um Geräuschübertragungen in die einzelnen Wohnungen zu verhindern, werden schallgedämmte Kunststoffrohre verwendet. Zum Beispiel Wärmeverteilung: Die Wohnungen werden mit einer Fussbodenheizung erwärmt. Dafür hat jede Wohnung einen separaten Wohnungsverteiler, und jedes Zimmer lässt sich mit Raumthermostaten individuell regulieren – all das sorgt für grossen Komfort und Wohlfühlstimmung bei der Mieterschaft.


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Geschossbau Etage um Etage in die Höhe Jetzt nimmt er also langsam Form an, der Rohbau des

Also, dass das verbaute Material nach Ablauf seiner

Münchhaldenecks – mit seinen geplanten sechs Geschossen

Lebensdauer im Sinne eines nachhaltigen Materialkreislaufs

und 25 Wohnungen. Noch ist es aber eigentlich eine

rückgebaut, rezykliert und in neuer Form wiederverwendet

ganz gewöhnliche Baustelle, die sich Etage für Etage hinter

werden kann.

dem Bauzaun hochentwickelt und ab und zu Passanten

Vorerst wird das Münchhaldeneck aber ganz einfach den

zum Staunen anregt. Was bringen die grossen Lastwagen an

Menschen von heute ein komfortables Wohnen ermöglichen.

interessantem, voluminösem Material? Was schwebt da

Von den hier ablaufenden Arbeiten, dem grossen persön-

halsbrecherisch durch die Lüfte? Wie viel Material wird

lichen Einsatz der Bauarbeiter, den verbrauchten Material-

da eigentlich verbaut? Sicher ist: 290 Tonnen Stahl,

mengen werden in dieser Form schon bald nur noch die

2400 Kubikmeter Beton. Und sicher ist auch, dass dieses

Bilder sprechen.

Material unseren Urenkeln als Überbleibsel unserer Zeit vererbt wird. Sie sind es dann, die sich mit diesem Stück Baukultur auseinandersetzen werden, mit einem nach bestem Wissen und Gewissen nachhaltig erstellten Gebäude.

So sieht der Kranführer seine Baustelle. Und von hier oben wird auch die Ecksituation des Grundstückes klar erkennbar – mit dem direkt anstossenden Gebäude an der Seefeldstrasse und dem anderen an der Münchhaldenstrasse. Zurzeit dient der Innenhof noch als Materiallagerplatz.

Und wieder sind es Schalungen, die ins Auge stechen: Die konisch zulaufende Wanne mit den weich geschwungenen Formen – blau in der Mitte ein Wasserabfluss – wird zum Balkon, und die gelben Holzschalungen bilden die Rundungen der Treppen in den zweigeschossigen 2½-Zimmer-Wohnungen.


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Besprechungen Kommunikation und Koordination als Basis Einmal wöchentlich finden auf der Baustelle Bauleitungssitzungen im eigens dafür eingerichteten Container statt. Immer anwesend sind der verantwortliche Projektleiter der atelier ww Architeken, Reto Sewer, der verantwortliche Bauleiter der Generalunternehmung Implenia, Reto Lerch, zusammen mit seinem Stellvertreter vor Ort, Rolf Hungerbühler, der Baumanager der Bauherrschaft, sowie, je nach Bedarf, die internen und externen Fachplaner der Generalunternehmung. Böden und Wohnungstrennwände sind – der Statik wegen und auch aus schalltechnischen Gründen – alle aus Beton. Interne Wände, selbst dann, wenn sie tragend sind, werden nach alter Baumeisterkunst mit Backsteinen gemauert. Das ist nicht nur günstiger, sondern sorgt auch für ein gesundes Raumklima.

Begonnen wird meist mit einem Rundgang über die Baustelle, um allfällige Probleme zu besprechen, zu lösen und die weiteren Schritte zu planen. Die klar strukturierten Sitzungen – Zeit ist Geld – dienen aber vor allem der Termin- und Kostenkontrolle und dem Fortführen der Pläne.


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Arbeitsabläufe Effizienz durch Vorfertigung Die Zeiten haben sich geändert, auch in der Bauwirtschaft.

und Produktionsanlagen hergestellt werden, steht das

Genügte es früher noch, sich als Bauunternehmung mit

Baugewerbe hier erst am Anfang. Das Baugewerbe nutzt die

Qualitätsarbeit dem Preiswettbewerb zu stellen, werden

auf Massenproduktion ausgerichtete Fabrikfertigung, die

heute von engagierten Bauherrschaften zunehmend System-

längst auf Produktionstypen wie „Mass Customization“

leistungen als ganzheitliche, lebenszyklusoptimiert und

umgestellt hat – und dementsprechend jegliche individuellen

wirtschaftlich herstellbare Lösungen gefordert. Das ist

Wünsche erfüllen kann – ganz einfach noch viel zu wenig.

sinnvoll, spart Zeit und Geld und garantiert eine höhere Qualität und Präzision und entspricht nicht zuletzt dem

Wirklich lohnenswert ist die Vorfertigung einzelner Bau-

Nachhaltigkeitsgedanken unserer Zeit.

elemente beim Bau von grossen Siedlungen oder Arealen. Das Münchhaldeneck ist dafür eigentlich zu klein: Gleichwohl

Allerdings: Während in allen Industriezweigen materielle

wurden hier, wo sinnvoll und logisch, vorgefertigte Beton-

Produkte, wo immer es die Rahmenbedingungen – Art des

elemente eingesetzt.

Produktes, Art des Einsatzortes bzw. des Verwendungszwecks – erlauben, längst unter kontrollierten Bedingungen im Schutz der Fabrik durch automatisierte Fertigungs-

Eigentlich kommentarlos – die Bildsprache genügt. Die vorgefertigten Betonelemente werden „angeflogen“, zentimetergenau eingesetzt, vor Ort befestigt. Unverständlich ist, wie in früheren Zeiten ohne Funk und Handy auf den Baustellen kommuniziert werden konnte. Aber auch in dieser Dimension hat sich einiges geändert, wurde quasi ein Paradigmenwechsel vollzogen.


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Zum Stand der Dinge: Der Bau des Münchhaldenecks nimmt inzwischen ganz klar seine Position ein. Zwar fehlt noch das Attikageschoss, aber auch ohne dieses wird deutlich, wie stark diese Überbauung am Eingang zum Seefeld Präsenz markieren wird.

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Industrielles Bauen ist eines. Gleichwohl sind die Männer auf der Baustelle immer noch die gefragtesten Personen. Nur dank ihnen werden Leitungen richtig verlegt, stimmen die Masse, entstehen senkrechte Backsteinmauern, gibt es ebene Böden und sind Anschlüsse dank Bitumen und einer Flamme, die alles aufweicht und verklebt, wasserdicht.


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Inzwischen ist auch die 6. Etage – das Attikageschoss – errichtet und die überhöhte Turmsituation der Ecke erkennbar. An der Fassade werden nun erste Werbeplanen angebracht. In der darunter liegenden Fussgängerpassage werden den Passanten das Gesamtprojekt und die diversen Wohnungstypen präsentiert und detailliert vorgestellt.

Innen austrocknen: Bauchige Lüftungsschlangen ziehen sich durchs Gebäude. Aussen abdichten: Mit Blechen, Bitumen und Schützbahnen.


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Aufrichte Ein persönliches Dankeschön

Mit der Aufrichtefeier wird die Rohbauetappe abgeschlossen. Nach alter Tradition bedankt sich die Bauherrschaft bei den Handwerkern für die erbrachten Leistungen und erbittet Gottes Segen für das Gebäude. Ein schöner Brauch, der das Gefühl von „Gemeinsam waren wir super“ stärkt und all die frostigen Hände und Strapazen bei Wind und Wetter vergessen lässt. Die Kurzansprachen stellten diese Leistungen noch in ein konkretes (Zahlen-)Licht: Allein der komplizierte Baugrund verlangte die Errichtung von 300 Quadratmetern Rühlwänden, das Einlochen von 50 Mikropfählen (Gesamtlänge 1 250 Meter) und 40 Verdrängungspfählen (Gesamtlänge 1 100 Meter). Darüber hinaus wurden Erdsondenbohrungen von über 1,4 km durchgeführt und insgesamt 1 800 Kubikmeter Erdreich abgeführt. Das sind eindrückliche Zahlen! Bei den Bauhandwerkern wird aber sicher der persönliche Händedruck und das herzliche Dankeschön von Urs Ledermann in Erinnerung bleiben, und der Bauherr weiss, dass er gegenüber den Handwerkern seinen grossen Respekt und seine persönliche Anerkennung für die gelungene Arbeit gebührend zum Ausdruck gebracht hat.

René Zahnd, Leiter Konzernbereich Implenia Real Estate

Urs Ledermann in seinem Element. Selber in einem bodenständigen Milieu aufgewachsen, kann er genau abschätzen, was jeder einzelne Bau- und Facharbeiter zum Gelingen seines Bauwerkes beigetragen hat, und er kann das mit den entsprechenden Dankesworten auch ausdrücken und glaubhaft kundtun.

Michael Müller, CEO Ledermann Immobilien AG


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Ausbau

Der Rohbau steht, und in seinen Konturen ist das neue Münchhaldeneck bereits gut erkennbar und zeigt seine Integration ins Quartier. Nun wechseln die Bauleute: Jetzt kommen die Metallbauer, die Sanitärinstallateure, Fensterbauer, Elektriker, Gipser, Tapezierer, Maler, Plattenleger, Bodenleger, Schreiner, Küchenbauer und geben sich gegenseitig die Klinke in die Hand – wohlgemerkt nach präzise einzuhaltenden Terminen. Nur so gibt es keine Staus bei den Materialanlieferungen und keine Wartezeiten bei der Ausführung und den Einbauten. Dem hohen Anspruch des Bauherrn – Konkurrenzlos Wohnen – muss nicht nur die ausgesuchte Qualität der Materialien und deren farblich harmonische Abstimmung aufeinander, sondern auch deren perfekte Verarbeitung genügen.


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Materialien Holz, Stein, Textil und Farben Konkurrenzlos Wohnen – Selbstverständnis und

Vorschlägen gaben sie den neu geschaffenen Räumen

die Treppenhäuser der Jahrhundertwende – und anschlies-

Bekenntnis des Teams der Ledermann Immobilien AG –

des Münchhaldenecks die richtigen Kleider in den richtigen

send gestrichen. Der Farbton: Champagnersilber. Das als

beinhaltet einerseits eine gute Architektur und andererseits

Farben in der richtigen Tonalität.

stimmige Ergänzung zum geschliffenen Terrazzoboden mit in

eine exklusive Materialwahl, hohen Komfort und das Gespür

Messing eingelegtem Abschluss und dem massiven Hand-

für die angesagten Inneneinrichtungen. Da war weibliche

So wurden die Glasfaservliestapeten in den Wohnungen als

Intuition gefragt: Die atelier ww Architekten holten sich dafür

Fortsetzung des warmen, dunklen Räuchereichen-Parketts

das Team des Innenarchitekturbüros atelier zürich unter

sandfarben gestrichen, und die Fensterrahmen, Türrahmen

der Leitung von Claudia Silberschmidt mit ins Boot.

und Türen wurden passend zu Wänden und Böden in einem

lauf aus Räuchereiche.

dezenten Braunton gehalten. Das Team von atelier zürich hatte schon bei anderen Projekten der Ledermann-Unternehmung mitgewirkt, und es tat

Die Wände des Treppenhauses, die ursprünglich nur einen

für das Münchhaldeneck genau das, was ihre Internetseite

weissen Anstrich erhalten sollten, wurden stattdessen mit

verspricht: „Das atelier zürich entwirft massgeschneiderte

Stramin tapeziert, einem vergleichsweise lockeren, leinwand-

Raumkleider für eine anspruchsvolle Kundschaft.“ Mit ihren

ähnlichen Gewebe aus Flachsgarn – ganz in Anlehnung an

Wichtiger Besprechungstermin in einer grossen Runde. Zusammengekommen sind die verantwortlichen Projektleiter der atelier ww Architekten, des Innenarchitekturbüros atelier zürich, der Generalunternehmung Implenia sowie ein Bauherrenvertreter. Initiiert und geleitet wurde die Sitzung von den zwei Innenarchitektinnen.

Gut abgestimmt: Muster des RäuchereichenParkettbodens, der Feinsteinzeugplatten für Böden und Wände der Badezimmer, des Terrazzo-Fliessbodens und der gestrichenen Tapete für die Wände in den Wohnungen.


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Innenausbau Spachteln, gipsen, streichen Die Eigenschaften der Materialien, die heute im Innenausbau

Baubehörden zu neuen Vorgaben und Vorschriften geführt.

verwendet werden, haben sich in den letzten Jahren grund-

Die heutigen Farben sind lösungsmittelfrei, die Gifte in

legend verändert: Die Rezepturen und Zusammensetzungen

Klebstoffen und Fugendichtungsmitteln sind auf ein (für die

sind neu, Wirkung und Ergebnisse sind besser, die Verarbei-

Verarbeitung) nötiges Minimum reduziert – darüber hinaus

tung wurde erleichtert – vor allem im Hinblick auf Schnellig-

gibt es inzwischen auch vollkommen giftstofffreie, baubio-

keit – schneller sind auch die Trocknungszeiten. Den Aspek-

logische Farben ohne Gesundheitsgefährdung.

ten von Schadstofffreiheit und Gesundheit werden höchste Beachtung geschenkt. Die Zeiten, in denen sehr erfolgreiche

Solche Quantensprünge sind in der Verarbeitung nicht nach-

Bücher geschrieben wurden (wie das 1985 publizierte Buch

zuweisen. Auch wenn es inzwischen die unterschiedlichsten,

„Wohngifte – Handbuch zur kritischen Auswahl der Materia-

automatischen Hilfsmittel gibt – seien das Misch- oder

lien für gesundes Bauen und Einrichten“ oder der (wahre)

Spritzmaschinen, Hochdruckgeräte usw. Dieser Part des

Krimi von Roger Schawinski über das Haus, durch das seine

Innenausbaus ist immer noch überwiegend Handarbeit.

Familie buchstäblich vergiftet wurde), haben ein nachhaltiges Umdenken und einen Wandel ausgelöst und auch bei den

Fast schon eine Skulptur: Das gemeinsame Treppenhaus für alle 25 Wohnungen deutet schon im Rohzustand auf ein spannendes Raumgefühl hin. Ursprünglich waren im Erdgeschoss verschiedene Geschäfte und/oder Restaurants vorgesehen. Als sich das gesamte Parterre an eine internationale Kinderkrippe vermieten liess, wurden - bedarfsgerecht – mobile Zwischenwände eingebaut.

Sorgfältige Verarbeitung ist immer auch mit sorgfältigem Abdichten und Schützen der umliegenden Flächen verbunden. Das Stilleben mit den unterschiedlichen Spachteln könnte auch in längst vergangenen Zeiten aufgenommen worden sein.


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Designer-Leuchten Ambiente im Treppenhaus Schon in den ersten Planungen hatten sich die Fensterornamente als eigentliche Corporate Identity des Münchhaldenecks etabliert. Und diese CI sollte sich möglichst auch als angewandtes Kunstobjekt im Innern wiederholen. Die Architekten kreierten daraufhin eine dreigeteilte, fünfeckige Form und machten sich auf die Suche nach einem Hersteller, der daraus stimmungsvolle Einbau-Lampen für das Treppenhaus bauen könnte. Dabei stiessen sie auf die Bost Productions GmbH in Maur, die sich einen Namen für Messe- und Eventbau gemacht hatte und auch für den Bau von individuellen Exponaten wirbt. Ein moderner Maschinen-

Arbeitsschritte: Einbau der Türzargen für die Wohnungstüren, Ausspachteln des Treppenverlaufs, Vorarbeiten für den Einbau des Personenliftes und die Grundierung der Decke der Tiefgarage deuten auf eine stimmungsreiche Farbwahl hin.

park, der gekonnte Umgang mit Lichteffekten, die genaue Kenntnis, wie etwas verkabelt werden muss, machten die Bost-Leute zum idealen Partner für die aufwendige Produktion der 65 Designer-Leuchten. Jede ein Einzelstück.

Für den Einbau der Designer-Leuchten wurden beim Giessen der Betondecken die entsprechenden Lampen-Formen ausgespart, und vom Elektriker wurden die nötigen Anschlüsse vorbereitet. Die Montage war dann ein Einfaches. Komplizierte Herstellung und grösste Präzisionsarbeit. Die LED-Streifen sind schon eingepasst und auf ihre Funktion hin geprüft. Anschliessend werden die Abdeckungen zugeschnitten und befestigt.


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Beim Innenausbau der Wohnungen wechseln sich die unterschiedlichsten Fachhandwerker ab: Nach der Isolation des Bodens nach unten gilt es, die Rohre für die Fussbodenheizung gemäss Plan zu verlegen, diese dicht zusammenzuhängen und ans System anzuschliessen und schliesslich in einen schwimmenden Betonboden einzugiessen. Die Decken erhalten einen Weissputz, der aufgespritzt und dann sorgfältig geglättet wird. Die Wände bekommen einen Grundputz, darüber wird eine superfeine Glasfaservliestapete geklebt. Später werden die Maler Decke und Tapeten noch im richtigen Farbton überstreichen. Dann folgen die Plattenleger, die die Wände und Böden der Nasszellen mit Feinsteinzeugplatten verkleiden. Was ausserhalb des Spritzwasserbereichs liegt, erhält wiederum einen Weissputz.


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Fenster Funktionale Blickfänge

Fensterornamente aus Aluminium

Um sich der klassischen Dreiteilung der umliegenden

Der Einbau der ersten Fenster und der ersten Gitter ist für

„Giessen ist unsere Leidenschaft“ – so werden Besucher im

Baukörper anzupassen und um möglichst viel Licht in die

den Fensterbauer und den verantwortlichen Bauleiter

kleinen, aber topmodernen Germann-Guss-Fabrikationshaus

Wohnungen zu holen, entwarfen die Architekten ein Gebäude

gleichermassen spannend und herausfordernd: Werden alle

in Flawil empfangen. Leidenschaft ist Voraussetzung für

mit gleichmässig grossen Fenstern, die sich teilweise ganz

Anschlüsse passen? Millimetergenau zu giessen, bedingt

das 20-köpfige Team, das inmitten von grossen Feuerstellen,

öffnen lassen. Das bedingte aber eine Absturzsicherung.

genauestes Einkalkulieren des Aluminiumschwunds wäh-

beinahe unerträglicher Hitze, undefinierbaren Dünsten,

In Form von aus Aluminium gegossenen Gittern vor den

rend des Giessprozesses, der bei 1,25 Prozent liegt. Sind die

schweren Lasten und grossen Kannen mit fliessendem Metall

Fenstern – den Balkongittern der Umgebung abgeschaut –

Übergänge, Ecken und Anschlüsse optisch schön gelöst?

die unterschiedlichsten Sandgussteile herstellt. So auch

kommen diese nun als gerahmtes Aussichtsfenster oder als

Wie wirkt das unpolierte Gitter? Ja, und wie ist die Gesamt-

die 76 unterschiedlich grossen Fensterornamente für das

ganzflächiges Gitter vor den zu öffnenden Fensterflügeln

wirkung der Fenster als Blickfang insgesamt?

Münchhaldeneck.

daher: Einerseits ein augenfälliges und schönes, andererseits ein praktisches und sicherheitsrelevantes Element.

Aluminium hat viele Vorteile. Es rostet nicht und ist vergleichsweise leicht. Für den Arbeitsprozess werden computergenau hergestellte Negativformen in ein geschlossenes Quarzsandbett gelegt.

Kurze Absprachen, prüfende Blicke, Kontrolle der Pläne und schliesslich die grosse Erleichterung. Alles passt und sieht fantastisch aus. Eine aussergewöhnliche Idee wurde gekonnt umgesetzt.

Der Sand dient der schnellen Abkühlung. 90 Prozent Aluminium und 10 Prozent Silizium (zur besseren Lauffähigkeit) werden bei 720 Grad verflüssigt und über einen Einfüllstutzen in die Form gegossen. Nach 15 Minuten ist das Gussteil abgekühlt und wandert zur Nachbearbeitungsstelle. Anschliessend wird der Sand für den nächsten Gussgang vorbereitet, und das überschüssige Aluminium wird wieder neu eingeschmolzen.


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Farb- und Material-Bemusterung Ein stilvolles Zusammenspiel

Fassadenfarbe Den richtigen Ton finden

Seinerzeit hatten die Innenarchitektinnen von atelier zürich –

Gemeinsam wird Raum für Raum, werden die Platten im

Mit der Baueingabe muss auch der Fassadenfarbton

zusammen mit den Archikekten von atelier ww und den

Bad, die Farben der Fugen, die Muster des Parkettbodens

anhand von Visualisierungen genau definiert werden. Bei der

Vertretern von Ledermann Immobilien und von Implenia –

besprochen, werden Entscheide gefällt und anschliessend

endgültigen Farbabstimmung hat dann die Stadt Zürich,

anhand von Mustern Farben und Materialien der Innenräume

die definitiven Aufträge an die Handwerker erteilt.

konkret das Amt für Städtebau, ein Wort mitzureden.

bestimmt. Jetzt galt es, die Farben in einer entsprechend

Die Strassenfront des Münchhaldenecks ist auffallend rot –

vorbereiteten Musterwohnung 1:1 zu applizieren und zu

in zwei aufeinander abgestimmten Farbtönen. Zur Bemuste-

kontrollieren, ob die damals definierten Farbtöne den

rung haben die Maler Varianten der vorgesehenen Farbtöne

Vorstellungen immer noch entsprechen. Obwohl im gleichen

auf die Balkonbrüstung des Attikageschosses gestrichen

Farbton, aber auf unterschiedliche Materialien – die Decke

und – für eventuelle Korrekturen – Kübel mit alternativen

wurde vergipst, die Wände tapeziert – gestrichen, wirken

Farbtönen bereitgestellt.

die beiden Flächen unterschiedlich. Ist eine Korrektur nötig? Passen die Farben der Fensterrahmen zu den Türen

Verschiedene Farbproben, unterschiedlich abgestuft,

und Schrankfronten? Sollen die Fronten gepritzt oder mit

und konstruktive Diskussionen. Das letzte Wort hatte die

Kunstharzfarben gestrichen werden?

Projektleiterin der Stadt Zürich, die Architektin Silvia Venuti. Sie definierte die perfekt passenden Farben für das Münchhaldeneck.

Ganz klar Chefsache: Bei der Farb- und Materialabstimmung waren Michael Müller, CEO der Ledermann Immobilien AG, die Architekten Walter Wäschle und Reto Sewer vom atelier ww und die verantwortlichen Projektleiter der Implenia, Fabio Ranieri und Reto Lerch, anwesend.


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Kücheneinbau Lebenszentrum der Wohnung Die einmal vor langer Zeit heiss geführten Diskussionen um

Und die Küchengerätehersteller ihrerseits sind ständig

„geschlossene Wohnküche“ oder „offene, in den Wohnraum

bemüht, noch geräuschärmere Geschirrspüler, noch leistungs-

integrierte Küche“ sind zugunsten der offenen Küche längst

fähigere Dunstabzugshauben und noch raffinierteren Koch-

verstummt. Sicher wird es noch die eine oder andere private

komfort in schönen Designgeräten zu verpacken – und das

Bauherrschaft geben, die der offenen eine geschlossene

mit immer noch besserer Energieeffizienz zu kombinieren.

Küche vorzieht. Aber der Vorteil der Küche, die Teil des

Die offenen Küchen im Münchhaldeneck entsprechen in allem

Wohnens ist und sich zum Kommunikationsmittelpunkt der

dem angesagten Inneneinrichtungstrend: Die schwarzen,

Familie entwickelt hat, liegt ganz klar auf der Hand.

hochglanzlackierten und mit verdeckten Griffen versehenen Schränke und die helle Steinabdeckung vermitteln eine

Die Küchenhersteller haben entsprechend reagiert und

ruhige Ausstrahlung und präsentieren sich als optischer

präsentieren eine riesige Auswahl an Möbeln, an Fronten,

Höhepunkt des Wohn- und Essbereiches. Die Geräteausstat-

Materialien, Einbauten, Farben, Scharnieren, Griffen und

tung – unter anderem mit Steamer, Glaskeramikkochfeld,

erfinden immer wieder neue Raffinessen, was Auszüge,

Geschirrspüler und hoch liegendem Backofen – entspricht

Einbauten und Schubladen betrifft.

höchstem Komfort.

Viele Handgriffe, gut geplante Arbeitsabläufe, millimetergenaue Anpassungen. Die Küchenbauer der Firma Herzog verstehen ihr Handwerk perfekt. Und in dieser Branche ist der Vorfertigungsgrad dank präzisen und genau definierten Normen sehr hoch.


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Badezimmer Kompakte Wohlfühl-Oasen Nicht nur Küchen sind zum Statussymbol einer Wohnung

Deren Auswahl ist riesig. Die Ausstattung ist ebenso

geworden. Auch die auf das Funktionale beschränkten Nass-

Einrichtungstrends unterworfen, was die Wahl im Einzelfall

zellen früherer Zeiten haben sich zu Prestige-Projekten und

nicht unbedingt einfacher macht. Bei den Bädern, Duschen

Wellness-Oasen zu Hause entwickelt. Die Sanitärbranche

und Toiletten der Wohnungen im Münchhaldeneck verliess

hat entsprechend reagiert und noch raffiniertere Vorwand-

man sich auf die gelungene Form, die gute Qualität und

systeme für das gekonnte Verstecken von Spülkästen und

auf bekannte Hersteller.

Abflussrohren entwickelt. Anschlüsse und Verbindungen sind noch sicherer und noch schneller zu montieren, und für die in die Böden verlegten ebenerdigen Abflüsse wurden noch speziellere Dichtungsmassen entwickelt. All das, um die Schönheit der Materialien, die gestylten Formen der Lavabos und Armaturen in den Mittelpunkt stellen zu können.

Je nach Grösse der Wohnung und dem unterschiedlichen Grundriss (16 an der Zahl) ist jedes Bad, jede Dusche quasi eine Einzelanfertigung. Die Handwerker der Firma SADA waren entsprechend gefordert. Einheitlich sind lediglich die Feinsteinzeugplatten an Wänden und Böden und die gewählte Produktelinie der Badezimmerausstattungen.


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Räume Letzter Schliff vom Boden bis zur Decke Der letzte Schliff, etwas vollenden, einer Sache ein schönes Aussehen geben – fast schon ein geflügeltes Wort. Aus der Praxis abgeleitet das beste Beispiel: Erst mit dem Schleifen des gegossenen Terrazzobodens in Treppenhaus und Gängen tritt die volle Schönheit des gemusterten Bodens mit dem Mosaik zutage. Vom letzten Schliff spricht man aber auch, wenn die kleinen Unebenheiten des Malens beseitigt, letzte Anschlüsse gemacht werden, vielleicht ein winziges Detail, ein Schalter durch einen anderen ersetzt wird. Sicher ist: All das ist Kleinstarbeit. Zeitraubend und meist Handarbeit. Und für alles ist ein gutes Auge, viel Feingefühl und grosses Qualitätsbewusstsein gefragt.

Augenfälligstes Material in den Wohnungen ist das Riemenparkett aus Räuchereiche – hier Fotos vom sorgfältigen Verlegen. In der Verarbeitung wird das an sich helle Eichenholz mit Ammoniak behandelt, bis die gewünschte Verfärbung – Dunkelbraun bis Schwarz – erreicht ist. Natürliche Farbvarianzen bleiben dabei erhalten – was die Schönheit des Materials unterstreicht. Mit dem Räuchern verändern sich auch die Eigenschaften: „Geräuchertes“ Holz ist alterungs- und lichtstabiler, geschmeidiger und widerstandsfähiger.


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Räume | 91

Der Bau nähert sich dem Ende. Die Fassaden sind verputzt und gestrichen, die gewählten Farben kommen voll zur Geltung, und die Gerüste können abgebaut werden – was einer Enthüllung gleichkommt.

Definitiv fertig sind die Wohnungen. Der Spaziergang mit der Fotolinse durch die noch leeren Wohnungen unterschiedlichster Grösse macht – ohne jegliche Ablenkung durch Bilder, Möbel, Vorhänge – die gelungene Material- und Farbwahl deutlich, zeugt von gekonnten Licht- und Ausblicken, unterstützt die raffinierten Details und bestätigt den hohen Anspruch an Wohnkomfort und den Unternehmensslogan: Konkurrenzlos Wohnen.


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Abnahme Minutiöse Qualitätskontrolle

Erstvermietung Leben kommt ins Haus

Rechnet man alle am Bau Beteiligten des Münchhalden-

Branche entstanden, werden Studiengänge ausgeschrieben

Sie waren die ersten strahlenden Mieter, die ins Münch-

ecks – Bauarbeiter, Handwerker, Fachplaner, GU-Mitarbeiter

und Programme entwickelt. So ausgebildete, externe

haldeneck einzogen: Lorris und Gabrijela Kennel. Und sie

und Architekten – zusammen, kommt man auf eine stattliche

Kontrolleure werden vor allem bei Grossbaustellen entweder

sind sicher die Mieter, die sich schon im Vorfeld am inten-

Zahl von rund 220 Personen. Diese Zahl macht deutlich,

vom Bauherrn oder der Generalunternehmung mit ins Boot

sivsten mit ihrer neuen Wohnung auseinandergesetzt haben

dass ohne ein gutes Qualitätsmanagement, ohne ständiges

geholt – um auf diese Weise sicherzustellen, dass wirklich

und es kaum erwarten konnten, bis die Zügelwagen vor-

Überprüfen der ausgeführten Arbeiten kein wirklich gutes

kontrolliert wird und Qualitätsmängel auch erkannt werden.

fuhren. Hintergründe dazu und Fotos der eingerichteten

Gebäude entstehen kann.

Wohnung auf Seite 116. Die Bauabnahme ist dann die eigentliche Schlussrunde.

Diese Qualitätskontrollen ziehen sich durch die ganze

Damit gehen alle Rechte und Pflichten eines Bauwerks an

Zur Firmenphilosophie der Ledermann-Unternehmung

Rohbau- und Ausbauphase hindurch. Die Begehung und

den Eigentümer über, und die Garantiefrist beginnt zu laufen.

gehört es, den Kundenkontakt persönlich zu pflegen, und

Besichtigung der Baustelle und die Kontrolle der seit dem

oberste Priorität hat natürlich die Kundenzufriedenheit.

letzten Termin ausgeführten Arbeiten steht immer am

Ausgedrückt wird das u. a. durch dieses „Herzlich Willkommen“

Anfang jeder Bausitzung. Der Wichtigkeit dieser Aufgabe

und durch einen wunderschönen Blumenstrauss bei der

entsprechend, ist aus diesem Arbeitsbereich eine ganze

Schlüsselübergabe. Ein herzlicher und schöner Empfang.

Christoph Untereiner, verantwortlich für die Bewirtschaftung des Immobilien-Portfolios der Ledermann Immobilien AG, nimmt zusammen mit dem Projektleiter/Architekt des atelier ww die Arbeiten ab und notiert allfällige Mängel in der sogenannten Mängelliste, die dann von den betreffenden Unternehmen abgearbeitet werden müssen.


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Tag der offenen Tür

Der sichtlich begeisterte Mieter der spektakulären Attikawohnung mit hohem Turmzimmer und grosser Dachterrasse mit Rundblick auf Stadt, Berge und See (mehr dazu auf den Seiten 112 bis 115) erklärte sich bereit, seine noch unmöblierten Räume für einen Eröffnungs-Apéro zur Verfügung zu stellen. Die Ledermann Immobilien AG lud ein, und es kamen viele, sehr viele Personen: Fachleute, Freunde, Bekannte und andere Interessierte. Die Drahtzieher der Überbauung Münchhaldeneck, also Architekten, Generalplaner, Fachplaner, die Geschäftspartner der Firma Ledermann Immobilien AG sowie Vertreter der Behörden, Nachbarn, Freunde, Neugierige. Eine gelungene Einladung: Die Wohnung präsentierte sich im schönsten Licht und überzeugte durch Ausbau, Materialien, Stimmung, Komfort. Der Blick von der Dachterrasse begeisterte alle, und der Apéro war verführerisch: Networking par excellence!


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Das Münchhaldeneck

„Architektur für Auge und Herz im Zürcher Seefeld: Das markante Münchhaldeneck an der Seefeldstrasse in Zürich ist fertiggestellt und bezugsbereit. Mit dem Abbau der Gerüste hat das Seefeld-Quartier einen neuen architektonischen Akzent erhalten.“ Soweit die Pressemeldung, mit der am 27. Juli 2011 das Münchhaldeneck einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde – als Tor zum Seefeld. Provozierend und polarisierend ist nicht allein die auffallende Farbe. Staunen, Neugierde oder Kopfschütteln erwecken bei den Betrachtern vor allem die aus Aluminium gegossenen Gitter vor den Fenstern, die die grossflächigen Fensterflügel schmückend umrahmen. Sie sind zum eigentlichen Erkennungsmerkmal dieser architektonisch hochstehenden Blockrandüberbauung geworden.


98 | Das Münchhaldeneck

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Strassenfassade Markant und ins Quartier integriert Das Münchhaldeneck wirkt selbstsicher und fügt sich

Symbolträchtig ist auch der Turm an der Ecke Seefeld-/

gleichzeitig nahtlos in sein Umfeld ein. Beim Neubau wurden

Münchhaldenstrasse: Wie die Türme der umliegenden Gebäude

Materialien und Dekorationselemente der architektonisch

demonstrieren sie Überblick, Präsenz, Macht.

heterogenen Häuser der Umgebung gekonnt aufgenommen und zeitgerecht interpretiert.

Das dunklere Rot der Strassenfassade kennzeichnet die Weiterführung der klassischen Dreiteilung der umliegenden

So finden sich am Münchhaldeneck Erker, filigrane Fenster-

Baukörper. Die subtil überhöhte zweigeschossige Attika-

einfassungen, Naturstein und Putz. Die Erker, von Baumeis-

Wohnung im helleren Rot nimmt sich zurück und kaschiert so

tern längst vergangener Zeiten als schmückendes Element

die Grösse der Blockrandüberbauung.

und Ausdruck von Reichtum kreiert (die die Sicht auf die Strasse erweitern und so auch die Neugierde zu befriedigen vermögen), kennzeichnen am Münchhaldeneck den Eingang zu den Wohnungen und den Eingang zur Kindertagesstätte.

Strassenfluchten: Der Blick vom Bahnhof Tiefenbrunnen stadteinwärts hat dem Münchhaldeneck den Namen als Tor zum Seefeld gegeben. Der Blick von der Münchhaldenstrasse verdeutlicht, wie gekonnt sich die neue Überbauung an die bestehenden Gebäude anpasst, ohne seine Identität zu verleugnen. Bis ins letzte Detail durchdacht: Die Betonumrandungen der Fensterflächen untermalen deren Grösse. Gelungen ist auch das komplizierte, genaue Aneinanderstossen der Gitter über Eck. Da war Präzision und handwerkliches Können gefragt. Die gesamte Strassenfront des Münchhaldenecks: Das klar abgegrenzte Erdgeschoss mit der grauen Sandsteinfassade aus grossen, fast überdimensionierten Platten mit unterschiedlicher Oberflächenbearbeitung verleiht dem Gebäude eine gewisse Leichtigkeit.


100 | Das Münchhaldeneck

Die Verkleidung der Fassade des Erdgeschosses – inklusive Eingangsbereich – mit grauem Sandstein war eine Herausforderung: Gewünscht waren Platten mit einer Grösse von bis zu 3,3 m2 Fläche. Die Statik schrieb eine Plattenstärke von 6 cm vor, was zu einem Gewicht von 530 kg pro Platte führte. Die Folge davon: Jede Platte musste an einem versetzten Bolzen mit einer Seilwinde aufgerichtet, auf die vormontierten Konsolanker abgesetzt und mit Bolzen und Rückhalteanker gesichert werden. Also alles andere als eine Normausführung. Entsprechend mussten für das Münchhaldeneck spezielle Konsolanker und Unterkonstruktionen für Wand- und Deckenbefestigung entwickelt und hergestellt werden.

Strassenfassade | 101

Die Corporate Identity des Münchhaldenecks – das wabenartige Gittergeflecht aus Aluminium – zieht sich durch das ganze Bauprojekt hindurch. Gefordert waren nicht nur die Leute der Germann Guss AG, die die Gitter „mit Leidenschaft“ gegossen haben, sondern auch die Lichtbauer, die das Oberlicht im Hauseingang entworfen und gebaut haben, sowie die Metallbauer, die das Garagentor zum Autolift mit dem gleichen Ornament versehen haben.


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Hoffassade Organische Formen, warme Farben, ruhige Oasen Im Gegensatz zur eckigen, städtischen Strassenfassade ist

Der Innenhof ist gleichzeitig Augenweide, grüne Lunge und

die Hoffassade „weich“ und geschwungen, die organischen

Oase der Ruhe – ganz im Kontrast zur lärmigen Strassenseite.

Formen integrieren sich gekonnt in den begrünten Innenhof

Die geschickte Grundrissplanung der unterschiedlichen

mit den als Blickfang gestalteten Bauminseln.

Wohnungstypen (16 an der Zahl) macht es möglich, dass alle Wohneinheiten über den Innenhof belüftet werden können.

Ganz gegensätzlich ist auch die Farbgestaltung. Statt auffälligen Rottönen mit eckigen, hellen Umrandungen präsentiert sich die Hoffassade im warmen Ginstergelb. Die Fensterleibungen und die Untersichten der frei schwebenden Balkone setzen gekonnt Akzente durch den

Durch- und Ausblicke: Die Hinterhofsituation wird durch die verschiedenen Höfe der umliegenden Gebäude zu einer Oase mitten in der Stadt.

Rotton der Strassenfassade. Das Grau an der Fassade des Erdgeschosses nimmt die Farbe der Sandsteinplatten der Strassenfront auf.

Eine Augenweide und wohltuend ruhig – was Lärm und Farbwahl anbelangt. Die geschwungenen Balkone lockern die an sich grosse Fassade der Blockrandüberbauung gekonnt auf.

Von oben betrachtet, wirken die weiss umrandeten Bauminseln wie lustige Eierbecher – passend zu den geschwungenen Formen der Balkone.

enda vollut pre porereicta ani omnimagnia pre nis eicipsa ne sum rehenemquam res cust quostem peratur, sunt apit labore estiur? Qui con consers periatin ped molor as explabo. Aliquos doles aut explia. enda vollut pre porereicta ani omnimagnia pre nis eicipsa ne sum rehenemquam res cust quostem peratur, sunt apit labore estiur? Qui con consers periatin ped molor as explabo. Aliquos doles aut explia.


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Das fertige Projekt | 105


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Pflanzenwahl Farbe, Form und Struktur Die erhöhten, weiss gestrichenen Bauminseln mit den ovalen

Austrieb dekorativ rot gerandet und wird im Sommer

Die Vorschläge für die Bepflanzung des Innenhofes der

Umrandungen sind Blickfänge und erfüllen gleichzeitig den

glänzend dunkelgrün. Das grosse Finale im Herbst kommt,

Gartenbaufirma Lüscher war mit der Einladung verbunden,

Zweck, den bereits meterhohen Bäumen – Persische Buchen –

wenn sich die Blätter in einer kaum zu erreichenden Vielfalt

in der firmeneigenen Baumschule die definitive Pflanzen-

genügend Platz für die Entwicklung der Wurzeln zu geben.

aus mehreren Farbtönen unterschiedlich verfärben. Die

auswahl zu treffen. Ein Anlass, der jedes „Gärtnerherz“ höher

Blätter aus dieser Farbpalette aus Gelb, Orangerot, Schar-

schlagen lässt. In der weiten, grosszügigen Anlage des

Die Persische Buche (Parrotia persica) gehört zu den schönsten

lachrot, Violett und Rosa bleiben sehr lange am Baum und

Familienbetriebes stehen Bäume, die schon einige Genera-

herbstfärbenden Gehölzen im Garten. Wegen ihres dichten,

überstehen auch die ersten Nachtfröste völlig problemlos.

tionen überdauert haben und entsprechend wertvoll sind.

schweren Holzes wird sie auch als Eisenholzbaum bezeich-

Ein gelungener Farbwechsel im Wandel der Jahreszeiten.

Neben einheimischen Gehölzen stehen aussergewöhnliche

net, der bis zu 10 Meter hoch wird. Das Laub ist beim

Exoten, blühen Büsche in den schönsten Farben, finden sich noch nie gesehene Gräser und Bodendecker. Die Wahl war schwierig.

Aufmerksame Zuhörer, fachkundige Beratung und lange Diskussionen. Mit dabei: Michael Müller und Christoph Untereiner seitens der Bauherrschaft und Fabio Ranieri als Vertreter der Generalunternehmung. Die Wahl fiel schliesslich auf die Persische Buche, die aufgeastet und als Formschnittgehölz gestaltet wurde. So macht sie im Sommer und im Herbst eine gute Figur. Für die Bepflanzung entlang des Zaunes entschied man sich für Efeu und buschige, weisse Hortensien.


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Öffentliche Räume Visitenkarte der Liegenschaft Nach Hause kommen, die Welt des Wohnens geniessen,

Terrazzo-Boden, das Treppengeländer mit einem Handlauf

den Alltag hinter sich lassen. Bereits beim Betreten des

aus massiver Räuchereiche zeugt von hohem Qualitäts-

Münchhaldenecks umhüllen einen edle Materialien in

bewusstsein. Das Lichtband darunter und die Designer-

warmen Farben, überzeugt ein gedämpftes Lichtkonzept,

Leuchten mit der Corporate Identity des Münchhaldenecks –

heischen wunderschöne Landschaftsbilder nach kurzer

dem wabenähnlichen Aluminiumgitter – runden das Bild

Aufmerksamkeit. Egal, ob man den Haupteingang benutzt

gekonnt ab.

oder via Autolift und Garage ankommt: Hier wird gewohnt. Konkurrenzlos. Die Wände des Treppenhauses sind mit Stramin tapeziert, einem vergleichsweise lockeren, leinwandähnlichen Gewebe aus Flachsgarn, das in Champagnersilber gestrichen wurde. Die Treppenstufen und -podeste schmückt ein geschliffener

Kunst im Untergeschoss. Selbst der schmale Zugang zur Tiefgarage wird von den Landschaftsbildern des Fotokünstlers Lukas Wassmann begleitet. Raffinesse in den Hausgängen: Die lange Fensterfront mit den schmückenden Aluminiumgittern hält den Strassenlärm ab. Der Gang mit der holzverkleideten, unterschiedlich versetzten Wand führt zu den einzelnen Wohnungen.


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Kunst im Bau Fotokünstler Lukas Wassmann Mit seinen 32 Jahren hat der Künstler Lukas Wassmann schon eine erstaunliche Vielfalt an unterschiedlichsten Arbeiten aufzuweisen, basierend auf verschiedenen Studien- und Auslandaufenthalten in Mailand, Paris, Berlin und Los Angeles. Seine Fotos zieren internationale Zeitschriften, und zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen haben ihn bekannt gemacht. Überwiegend im Ausland. Das erklärt auch, warum Urs Ledermann Lukas Wassmann an einer Vernissage in Berlin kennengelernt hat. Auf den spontan guten Kontakt folgte ein Besuch im Zürcher Atelier und ein konkreter Auftrag: Der Künstler sollte die nackten Wände der Tiefgarage als Galerie nutzen. Das Konzept ist überzeugend. Als passionier-

Die Idee der Galerie in der Autogarage wurde weiterentwickelt. Die Fotobilder von Lukas Wassmann schmücken nicht nur die Garage selber, sondern auch den Eingang, den Autolift und selbst den Personenlift. Kontrastprogramm zum Stadtgedränge.

ter Jäger mit grosser Naturverbundenheit will Lukas Wassmann dem Autofahrer das zeigen, was er auf seiner Fahrt verpasst: Den Blick auf Landschaften, auf Stimmungen. Ruhe und Besinnlichkeit als Gegenpol zu Tempo und Hektik.

Schreinerarbeit in Perfektion. Der Handlauf aus massiver Eiche bietet Sicherheit und ein gutes Materialgefühl.

Lukas Wassmann lässt sich nur ungern auf eine Arbeit, auf einen Stil festlegen. Er stellt sich jeder Herausforderung und scheut weder Zeit noch Aufwand. Sein Haupterwerb sind Fotoaufträge im kulturellen Bereich.


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Erdgeschoss Kindern vorbehalten „globegarden is a great place to grow.“ Getreu dem eigenen Slogan konnte the kcc group im Erdgeschoss des Münchhaldenecks auf rund 500 Quadratmetern eine weitere Kindertagesstätte einrichten. globegarden steht für bilinguale qualitative Kinderbetreuung und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Aufgenommen werden Kinder im Alter von drei Monaten bis zum Eintritt in die Primarschule. Das Ziel der Gruppe ist es, schweizweit Kindergärten und Krippen mit der Unterstützung grosser Unternehmen aufzubauen. Der Ort hier mitten im Zürcher Seefeld, urban und doch mit Grün, in unmittelbarer Seenähe, ist sicher ein Vorzeigeprojekt.

Helle, grosszügige Räume für unterschiedliche Aktivitäten, Möbel, die in den Hintergrund treten, um Malereien und Farbinseln Raum zu lassen, Spielecken, Nischen für den Rückzug und Öffnung zum Grün des Hofgartens kennzeichnen die Kindertagesstätte.


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Grosszügige Kleinwohnung Urbanes Leben im gehobenen Standard

Offenes Wohnen auf der gesamten Gebäudetiefe: Der Blick vom Essplatz her, vorbei an der Kücheninsel, den Eingangstüren zu Bad und Schlafzimmer, der Wohnecke bis zum kleinen, vorgehängten Balkon.

Von den total 25 Wohnungen sind 17 Wohnungen 2½-Zimmer-

Ein Blick in eine 2½-Zimmer-Wohnung zeigt, wie geschickt

Wohnungen und verfügen je nach Typ zwischen durchschnitt-

die Architekten bei der Grundrissplanung vorgegangen sind:

lich 55 und 75 Quadratmeter Wohnfläche. Diese Zahlen

Die Wohnung wird vom gemeinsamen Haus-Mittelgang aus

spiegeln den Trend: Moderne (kleine) Stadtwohnungen, deren

betreten, eine Treppe führt in den offenen Arbeits-, Ess-,

Mieterinnen und Mieter das Leben im beliebten, urbanen

Koch- und Wohnbereich. Da der Eingangsbereich auf einer

Seefeldquartier, die Nähe zum Arbeitsplatz, zum See, zu

anderen Etage liegt, sind die Wohnungen durchgängig, das

angesagten Restaurants, Bars, Galerien, zum Opernhaus oder

heisst, sie erhalten ihr Licht sowohl von der grösszügigen

den Theaterbühnen lieben. Und auch den Komfort und den

Fensterfront auf der Strassenseite als auch von der Hofseite

Service der Ledermann-Liegenschaften zu schätzen wissen.

her. Das nennt man hohe Lebensqualität.

So steht zum Beispiel die Wellness-Oase des benachbarten Wildbachguts auch den Mietern des Münchhaldenecks offen.

Geschickt genutzte Quadratmeter: Die Küchenfront bietet jeglichen Kochkomfort. Das Badezimmer mit den Abtrennungen aus Glas bekommt auf diese Weise Grösse, und auch das Schlafzimmer bietet genügend Raum für eine Schrankwand und ein Doppelbett.

Gut versteckt: Der Raum unter der Treppe bietet Platz für den Waschund Trockenturm.

Oliver Schneider „Als engagierter Finanzexperte bin ich eigentlich mehr im Ausland als hier in Zürich. Im Hinblick auf die Zeit, die ich hier verbringe, ist diese komfortable Wohnung tatsächlich ein Luxus. Und doch: Auf dieses Gefühl von Heimkommen, zur Ruhe kommen und des Wohlfühlens möchte ich nicht verzichten.“


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Maisonette-Wohnung Lichtdurchflutetes Wohnen auf zwei Etagen Wohnkomfort pur. Die grosszügig geplanten 3-Zimmer- und

direkte Sicht auf die Baustelle. Und mir war klar: Da ziehe

4-Zimmer-Wohnungen im Münchhaldeneck lassen wirklich

ich ein. Aus diesem Grund nahmen wir schon früh mit

keine Wünsche offen. Über 100 Quadratmeter geschickt

Urs Ledermann Kontakt auf und haben diese Wohnung quasi

angeordnete Wohnfläche. Zwei Bäder/Duschen, WCs,

ab Plan gemietet. Wir waren dann auch ständig auf der

teilweise auf zwei Etagen.

Baustelle. Schon während des Rohbaus habe ich mir vorgestellt, wie unsere Wohnung einmal aussehen würde.

Für Gabrijela Kennel ein wahrer Glücksfall. Sie war – mit

Wirklich eingerichtet haben wir sie aber erst, als wir schon

ihrer Familie – die erste Mieterin, die ins Münchhaldeneck

eine Zeit lang hier gewohnt haben. Und sie ist perfekt:

einzog. Ihre Begeisterung ist ansteckend: „Wir sind von einer

In Bezug auf das wunderbare Licht, auf ihre Grösse und

Wohnung mit 46 Quadratmetern in eine neue mit 106 Quad-

auf ihre Funktionalität. Und niemand kann uns in die

ratmetern gezogen. Ein Quantensprung – klar auch im

Wohnung sehen. Der Hof ist ruhig. Die Materialien sind schön.

Mietpreis. Gewohnt haben wir seit 2006 in einem Haus gleich

Unser Bad ist eine wirkliche Wellness-Oase – mit vielen

um die Ecke, auch in einer Ledermann Immobilie, und

Kerzen rundum bin ich innert kürzester Zeit völlig entspannt.“

entsprechend fest sind wir im Quartier verankert und wollten auch hier bleiben. Von unserem Balkon aus hatten wir eine

Betreten wird die Wohnung vom Mittelgang her. Auf der unteren Etage hat es neben einer Toilette mit Dusche zwei Zimmer zum Hof. Gut gelöst sind die Verglasung an der Treppe und der Abschluss mit dem gestrichenen Holzgeländer oben. Die obere Etage bekommt von beiden Seiten Licht, und beidseitig gibt es über die ganze Länge eine Terrasse, sodass man von allen Wohnräumen, von der Küche, vom Bad und von den Schlafzimmern hinaus ins Freie treten kann.

Gabrijela Kennel „Unser Umfeld war eher skeptisch. Ja, das Gebäude polarisiert. Aber wir haben nach wie vor jeden Tag Freude am neuen Ort.“


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Attika-Wohnung Gross, hoch, exklusiv

Thomas Gerull, ehemaliger Weltmeister im Degenfechten,

neuen Plänen, zum Abbruch von zwei Wänden und dem Bau

vielseitig tätig – im Finanzmarkt, im Energiemarkt und in

von neuen Durchgängen. Die Planänderungen erfolgten gerade

einer karitativen Vereinigung –, lebt schon seit mehr als zehn

noch rechtzeitig, denn so konnten die zukünftigen Mieter

Jahren mit seiner Familie in der Schweiz. Bis vor kurzem in

noch auf den Ausbau Einfluss nehmen und verhindern, dass

einem Einfamilienhaus in Erlenbach.

es doppelte Küchen und zu viele Bäder geben würde. Noch heute erinnert sich Thomas Gerull gerne an die vielen guten

Um lastenfreier reisen zu können, der Wunsch nach mehr

Gespräche mit den Architekten, mit Urs Ledermann und

Stadtnähe, die Begeisterung für das Zürcher Seefeld führten

dessen ausgesprochen kulantem Verhalten.

ihn direkt zu der Ledermann Immobilien AG und damit zum

Das grosse Turmzimmer ist ganz eindeutig die Attraktion

Münchhaldeneck. Allerdings: Die attraktive Attika-Wohnung

des Attikageschosses. Die überhohen Fenster mit Blick auf

mit dem mehr als vier Meter hohen, übergrossen Turm-

Stadt und Berge, der exklusive Holzboden, die Sorgfalt bei der

zimmer allein genügte den Bedürfnissen der Familie nicht.

Einrichtung – der Wechsel vom Einfamilienhaus in die Miet-

Thomas Gerull mietete also kurzerhand zwei Attika-Wohnun-

wohnung im Seefeld-Quartier werden von Thomas Gerrull

gen. Das führte zu einem kurzen Baustopp beim Rohbau, zu

und seiner Familie als „bestens gelungen“ bezeichnet.

Selbst der Wunsch nach einem stimmungsvollen, mit zügelnden Flammen bestückten Cheminée konnte in letzter Minute noch erfüllt werden. Die Lösung: Ein Gas-Cheminée.


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Attika-Wohnung | 121

Die Attika-Wohnung – mit grosser Front zur Seefeldstrasse, mit Turmecke zur Münchhaldenstrasse, Vollverglasung über Eck zum Innenhof – fasziniert auch durch die ständige hohe Lichteinstrahlung – zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Der Übergang vom Turmzimmer in die „zweite“ Wohnung mit Zimmern und Trainingsraum führt durch einen schmalen Gang mit Lichtkuppel.

Die grosse Dachterrasse mit herrlicher Rundumsicht war – logisch – mit ein Grund für die grosse Begeisterung, mit der Thomas Gerull mit Familie ins Münchhaldeneck gezogen ist. Und ein guter Ersatz für den wunderschönen Garten des früheren Einfamilienhauses in Erlenbach.


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Ein herzliches Dankeschön

Einen Bau über mehr als zwei Jahre dokumentarisch zu

Die Bankspezialisten haben ihr Vertrauen in das Projekt

begleiten, ist ein langer, aber auch ein spannender Prozess,

gesetzt und uns die nötige wertvolle Unterstützung geboten.

den diese Baudokumentation nun Revue passieren lässt. Das vorliegende Buch zeigt eindrücklich, was es braucht,

Die Architekten und Innenarchitektinnen, welche dachten

um ein solches Werk zu schaffen: Begeisterungsfähige

und nachdachten, überlegten und nach Lösungen suchten,

Besitzer, Partner, Immobilien Player wie Fritz Hauser,

die allen gerecht zu sein hatten, die entwarfen, überarbeiteten,

Rico Gartmann, Jürg Acklin, Know-how auf den unterschied-

neu planten, haben sich stets in unser ganzes Immobilien-

lichsten Gebieten, geballte Maschinenkraft und unendlich

Team eingebracht, um so jenes Projekt zu realisieren,

viel Handarbeit und handwerkliches Können.

das das wirklich beste war.

Davon legt dieses Buch beredtes Zeugnis ab.

Ihnen allen persönlich zu danken, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Darum hier ein imaginärer Händedruck,

Bauen ist Teamwork, und jedes Bauwerk ist ein Unikat,

verbunden mit einem grossen Lob und einem herzlichen

hinter dem immens viel Kreativität, Planungsarbeit und

Dankeschön!

Fachwissen steht. Das Münchhaldeneck ist nur dank allen Beteiligten und Rund 220 Bauspezialisten haben am Münchhaldeneck

Freunden unseres Hauses zu einer solch gelungenen,

mitgearbeitet. Bevor das Projekt überhaupt umgesetzt

wegweisenden Überbauung im Zürcher Seefeld geworden.

werden konnte, haben sich Siedlungsplaner eingehend und in zahlreichen Sitzungen und in langen Gesprächen damit

Ihre

auseinandergesetzt.

Ledermann Immobilien AG

Mit den zuständigen Behördenvertretern der Stadt Zürich, den unmittelbaren Nachbarn und dem Quartierverein wurden Ideen besprochen, verbessert, angepasst, bis alle vorbehaltlos begeistert waren.


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BAUHERR

I M PR ES S U M Herausgeber Urs Ledermann, Zürich

Ledermann Immobilien AG Seefeldstrasse 60 8008 Zürich Fon +41 (0)44 396 15 85 Fax +41 (0)44 396 15 86 www.ledermann.com Münchhaldeneck Münchhaldenstrasse 15 8008 Zürich www.muenchhaldeneck.ch

PROJEKT-BET E ILIGT E ARC H ITEK TUR atelier ww Architekten SIA AG Asylstrasse 108 8032 Zürich Fon +41 (0)44 388 66 66 Fax +41 (0)44 388 66 16 www.atelier-ww.ch

Konzept, Text, Projektleitung Sigrid Hanke efaktor GmbH, Baar und Zürich www.efaktor.ch Lektorat, Korrektorat Text: Das Zürcher Seefeld Alexander Peter Weiss opus LLC, Zug www.opus-words.ch Gestaltung, Realisation Mark Frederick Chapman Nextforce GmbH, Zürich www.nextforce.ch Fotos Francesca Giovanelli, Birr Druck Print Solutions AG, Zürich www.print-solutions.ch ISBN 978-3-9523754-1-9

INNENARC H ITE KTUR atelier zürich gmbh Gotthardstrasse 51 8002 Zürich Fon +41 (0)44 205 93 93 Fax +41 (0)44 205 93 94 www.atelierzuerich.ch

GENERALUNTE R N E HMUN G Implenia Generalunternehmung AG Industriestrasse 24 8305 Dietlikon Fon +41 (0)44 805 44 11 Fax +41 (0)44 805 44 12 www.implenia.ch

K UNST IM BAU Lukas Wassmann, Adliswil www.lukaswassmann.com

VERMIETUNG Ledermann Immobilien AG Seefeldstrasse 60 8008 Zürich Fon +41 (0)44 396 15 85 Fax +41 (0)44 396 15 86 www.ledermann.com

© 2012 Bella Verlag, Ledermann Immobilien AG, Zürich

Bild- und Quellennachweise © Rendering Seite 8, Kino Razzia Moser Wegenstein Architekten, Zürich www.moserwegenstein.ch © Fotos Seite 11oben rechts, unten links Hannes Henz, Zürich www.hanneshenz.ch © Fotos Seiten 14 bis 15 Beat Bühler, Zürich www.beatbuehler.ch Abbildungen Seiten 12 bis 19 © 2012 Baugeschichtliches Archiv der Stadt Zürich BAZ 1)

Riesbach, Kreuzbühlstrasse um 1839, Stich H. Siegfried nach Schmid;

2)

Riesbach, Seefeldstrasse um 1850, Aquarell;

4)

Riesbach, Äusseres Seefeld mit Bierbrauerei und Mühle Tiefenbrunnen um 1900;

6)

Riesbach, Zollikerstrasse/Flühgasse um 1880;

7)

Riesbach, Seefeldstrasse: Letzte Fahrt des Rösslitrams, Foto J. Sax, 5. 8. 1900;

8)

Riesbach, Seefeldstrasse, Inneres Seefeld, Foto Kunstverlag E. Goetz, Luzern;

9)

Riesbach, Seefeldstrasse Magazinund Reparaturwerkstatt VBZ, erbaut 1900;

10)

Riesbach, Utoquai/Seehofstrasse, erbaut 1894;

11)

Riesbach, Blockrandüberbauung Korneliusstrasse 163–175, erbaut 1893 bis 1899;

12)

Riesbach, Inneres Seefeld, Seefeldstrasse 5;

13)

Riesbach, Inneres Seefeld, Seefeldstrasse 12–18, Foto W. Gallas, Zürich, um 1930;

14/15) Riesbach, Seefeldstrasse 152, erbaut 1960;

Anmerkungen und Literatur zu Kapitel Das Zürcher Seefeld

16)

Riesbach, Seefeldstrasse 173, Wohn- und Geschäftshaus, erbaut 1961;

17)

Riesbach, Seefeldstrasse 134, Wohnhaus, erbaut 1946, Foto Wolf Bender, 1946;

Hochbaudepartement der Stadt Zürich. Amt für Städtebau (Hg.): Baukultur in Zürich. Hirslanden und Riesbach. Zürich: Neue Zürcher Zeitung, 2003

20)

Riesbach, „Münchhalden-U“: Säntisstrasse 21, Münchhaldenstrasse 11–15 und Seefeldstrasse 190, erbaut 1915–1916, Lücke zu Seefeldstrasse 188, erbaut 1880.

© 2012 Amt für Baubewilligungen Stadt Zürich 18)

Auszug aus dem Protokoll der Bausektion vom 1. September 1896;

19)

Fassade gegen Münchhaldenstrasse für drei Doppel- und ein einfaches Mehrfamilienhaus für (Bauherr) J. Pfenninger, Baumeister, Zürich, Architekt M. Rotter, Zürich, Juni 1915

© 2012 Zentralbibliothek Zürich Graphische Sammlung und Fotoarchiv 5)

Riesbach um 1840, Faksimile nach Aquarell von Jakob Heinrich Reutlinger

© 2012 Privatbesitz, Zürich 3)

Prospekt von Savillion im Nidelbad über den [Zürich-]See, nach der Natur gezeichnet, Stich von Jav. Hoffmann, 1772

© Renderings Seiten 20 bis 25 atelier ww Architekten SIA AG, Zürich www.atelier-ww.ch © Fotos Seite 27 Implenia Generalunternehmung AG, Zürich www.implenia.ch © Grafik Haustechnik Seite 48 Turrin Engineering, Volketswil www.turrin-engineering.ch © Fotos Seiten 93 bis 95, 97unten, 99 links atelier ww Architekten SIA AG, Zürich www.atelier-ww.ch

Dölf Wild, Die Zürcher City unter Wasser. Interaktion zwischen Natur und Mensch in der Frühzeit Zürichs. In: Hochbaudepartement der Stadt Zürich, Amt für Städtebau (Hg.): Stadt Zürich. Archäologie und Denkmalpflege Bericht 2008–2010. Zürich: gta Verlag 2010. Siehe auch: stadt-zuerich.ch/ denkmalpflegebericht Am bisher ausführlichsten ist die hier besprochene Fragestellung dargestellt in: Dölf Wild, Lindenhof, Sihl und Zürichsee. Fragen zu Geologie und Topographie zwischen Spätlatène und Frühmittelalter. In: Margrit Balmer et al., Zürich in der Spätlatène- und frühen Kaiserzeit. Vom keltischen Oppidum zum römischen Vicus Turicum. Diss. Universität Bern, 2005. Zürich: Hochbaudepartement der Stadt Zürich, Amt für Städtebau, Stadtarchäologie, 2009, S. 14–17. Dazu auch: Dölf Wild, Archäologie im alten Kratzquartier. Die Untersuchungen in der Kappelergasse und in der Börsenstrasse 2000–2001. In: Stadt Zürich. Archäologie und Denkmalpflege 1999–2002, Zürich 2003, S. 24–38.


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