Issuu on Google+

Lebenswege Ausgabe 38 · Oktober 2010

m u z s o l n e t kos ! n e m h e n Mit

Forum für Krebspatienten und ihre Angehörigen

Inhalt Klinische Studien: Versuchskaninchen oder Therapiefortschritt?

Seite 2

Keine Kostenexplosion durch Krebsmedikamente

2

Darmkrebs Paroli bieten

3

Fragen zur Krebserkrankung nicht verdrängen

3

Brustkrebs – schon früh mit Bewegung beginnen

6

Wenn Brustkrebs erblich ist

7

Prostatakrebs punktgenau diagnostizieren

7

lässt. So kann möglicherweise vielen Frauen die Entfernung der Lymphknoten in den Achseln erspart werden, ohne dabei Heilungschancen einzubüssen, so hieß es bei der 30. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Hamburg. Neue Ergebnisse und Trends rund um die Behandlung des Mammakarzinoms wurden auch beim amerikanischen Kongress ASCO, dem weltweit größten Krebskongress, in diesem Jahr in Chicago vorgestellt und von den Experten diskutiert. Dazu gehört auch die Beobachtung, dass sich Metastasen beim Brustkrebs oft anders verhalten als der ursprüngliche Tumor. Sie haben häufig einen anderen Hormonrezeptorstatus, was zur Folge haben kann, dass die Behandlungsstrategien geändert werden müssen. „Es muss beim Wiederauftreten des Tumors und bei Metastasen deshalb stets der Hormonrezeptorstatus geprüft werden und auch, ob der neue Tumor HER2-positiv ist“, betonte Frau Professor Nadia Harbeck aus Köln.  1 – Shutterstock

ge

re nk

bsm

o n at

to Ok

be

Dr. Diethelm Wallwiener, Tübingen, ein bundesweites Netz an zertifizierten Brustkrebszentren: „Die Einrichtungen werden regelmäßig überprüft mit dem Ziel, die Qualität weiter zu optimieren“, erklärte der Mediziner beim Kongress in Hamburg. Dass sich die Bemühungen lohnen, zeigt die bisherige Entwicklung: Heutzutage überleben 25 bis sogar 50 Prozent mehr Frauen eine Brustkrebserkrankung als noch vor 15 Jahren.  Siehe Seite 4

Vitamin B6: Schutzeffekt gegenüber Lungenkrebs?

o nat

r

Ob beim Brustkrebs stets die Lymphknoten in den Achselhöhlen entfernt werden müssen, wenn sich neben dem Tumor auch Krebszellen im Wächterlymphknoten finden, wird derzeit intensiv unter den Wissenschaftlern diskutiert. Es gibt aktuelle Daten, wonach die konsequente Entfernung der Achsel-Lymphknoten nicht zwangsläufig die Heilungschancen und die Lebenserwartung der Frauen verbessert. Eine deutsche Forschergruppe hat nunmehr einen Score erarbeitet, mit dem sich im individuellen Fall die Gefährdung abschätzen

be

Bei der Brustkrebstherapie ist einiges im Fluss

n

Lymphknoten in der Achselhöhle entfernen?

t

bsm

Lu

An einem bösartigen Tumor in der Brust, erkranken jährlich in Deutschland etwa 58.000 Frauen. Die einzelnen Regionen der weiblichen Brust sind dabei unterschiedlich häufig betroffen. Mediziner unterteilen die Brust in vier Quadranten. Inzwischen ist bekannt, dass Brustkrebs am häufigsten im oberen äußeren Quadranten auftritt. 60 Prozent aller Tumore werden dort entdeckt.

schaftler kürzlich bei der 30. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Hamburg hervor gehoben. Die größere Erfahrung der Operateure bei der Tumorentfernung, aber auch die intensivere Kooperation der Mediziner verschiedener Fachrichtungen, machen die Experten für das Phänomen verantwortlich. In den Zentren wird die Therapiestrategie von den Ärzten verschiedener Disziplinen gemeinsam besprochen und es wird beraten, welche Behandlungsform den größten Erfolg verspricht. Inzwischen gibt Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor der es laut Professor Frau (1)

Durchschnittlich jede elfte Frau in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Die Heilungs- und Überlebenschancen der betroffenen Frauen sind dabei am besten, wenn sie in einem speziellen Brustkrebszentrum behandelt werden. Das haben Wissen-

us

e kr

r

Beste Chancen im zertifizierten Zentrum

Br

Brustkrebs – Heilungsraten haben sich verbessert

No

ve

m

Vitamin B6 und auch die Aminosäure Methionin können möglicherweise vorbeugend im Hinblick auf die Entwicklung von Lungenkrebs wirken. Das deuten Untersuchungen amerikanischer Wissenschaftler an. Diese haben in vergleichenden Blutproben von Menschen mit Lungenkrebs sowie gesunden Personen festgestellt, dass das

Lungenkrebsrisiko offenbar steigt, wenn die Konzentrationen an Vitamin B6 und Methionin im Blut gering sind. Die Beobachtung ergab sich, so die Wissenschaftler, unabhängig davon, ob die Betreffenden Raucher oder Ex-Raucher waren oder nie geraucht hatten. Inwieweit sich die Ergebnisse zu vorbeugenden Maßnahmen nutzen lassen, ist noch unklar. Sie unterstreichen aber die Bedeutung einer ausgewogenen und vitaminreichen Ernährung. Vitamin B6 kommt vor allem in Fleisch, Hülsenfrüchten, Fisch, Hefe, Nüssen, Vollkornprodukten, Bananen, Aprikosen, Kohlarten und Spinat vor. Methionin ist vor allem in Eiern, Fisch, Le-

ber, Paranüssen und Mais enthalten.  Siehe auch Seite 6

Lungenkrebs wird leider oft erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt


Lebenswege

2

Meldungen Die moderne „zielgerichtete Behandlung“, die sich an den in den Krebszellen gestörten Signalwegen orientiert und diese zu normalisieren versucht, ist ein wesentlicher Fortschritt in der modernen Krebstherapie. Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg nehmen derzeit den so genannten Wnt-Signalweg genauer unter die Lupe. Störungen in diesem Signalweg scheinen dazu zu führen, dass Gene abgeschaltet werden, welche die Tumorentstehung unterdrücken. Das bessere Verständnis der Mechanismen kann möglicherweise helfen, einen Weg zu finden, um das abgeschaltete Gen wieder zu reaktivieren.  Lungenkrebs lässt sich möglicherweise durch eine Analyse der Atemluft bald frühzeitiger als bisher erkennen. Denn die sehr stoffwechselaktiven Krebszellen produzieren organische Abbaustoffe, die sich offenbar beim Ausatmen in der Atemluft nachweisen lassen. Wissenschaftler in Hemer bei Dortmund sowie in Düsseldorf arbeiten nun intensiv daran, auf dem Boden dieser Erkenntnis ein Früherkennungsverfahren für den Lungenkrebs zu entwickeln. 

Klinische Studien: Versuchskaninchen oder Therapiefortschritt? Interview mit Professor Dr. Elke Jäger, Krankenhaus Nordwest in Frankfurt So mancher Krebspatient wird mit der Frage konfrontiert, ob er bereit ist, an einer klinischen Studie teilzunehmen. Was das konkret bedeutet, erläutert Professor Dr. Elke Jäger vom Krankenhaus Nordwest in Frankfurt. Frau Professor Jäger, warum braucht man überhaupt klinische Studien? Neue Medikamente müssen stets im Rahmen so genannter klinischer Studien auf ihre Wirksamkeit und ihre Sicherheit bei der Anwendung geprüft werden. Das ist in der Krebsmedizin nicht anders als in anderen medizinischen Bereichen. Eine Besonderheit aber gibt es: Es werden derzeit viele neue Krebsmedikamente entwickelt und zudem wird in solchen Studien auch geprüft, ob Medikamente, die sich bei einem Tumor als hilfreich erwiesen haben, eventuell auch bei einer anderen Tumorart die Heilungschancen steigern. Auch muss oft durch zusätzliche Studien bei einem Medikament, das schon eingesetzt wird, weiter geprüft werden, ob die Wirksamkeit noch gesteigert werden kann und wie

Lesetipp

Teilnahme an klinischen Studien Wird Krebspatienten die Teilnahme an einer klinischen Studie angeboten, so wirft das automatisch Fragen auf: Was ist anders, als bei der normalen Behandlung? Wie läuft eine solche Studie ab? Bin ich dabei besonderen Risiken oder Belastungen ausgesetzt? Habe ich vielleicht andererseits bessere Heilungschancen? Antworten auf ihre Fragen können Betroffenen zwei Broschüren geben. So hat der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) eine umfassende Informationsbroschüre herausgegeben, die kostenfrei zu beziehen ist (VFA, Hausvogteiplatz 13, 10117 Berlin, www.vfa.de/publikationen). Der Ratgeber informiert gut verständlich über die Bedeutung und den Ablauf klinischer Studien, über die Sicherheit der Teilnehmer und über die Veröffentlichung der Studienergebnisse. Lesenswert ist ferner eine Informationsbroschüre der Deutschen Krebshilfe zum Thema „Klinische Studien“, die in der Reihe „Die blauen Ratgeber“ erschienen ist und ebenfalls kostenfrei angefordert werden kann (Deutsche Krebshilfe e.V., Buschstr. 32, 53113 Bonn, www.krebshilfe.de). In beiden Broschüren wird auch dargestellt, warum es für Krebspatienten wirklich gute Gründe gibt, bei einer Therapiestudie dabei zu sein. 

lange der Wirkstoff im optimalen Fall eingenommen werden sollte. Warum sollten Patienten an solchen Studien teilnehmen? Mit der Teilnahme an klinischen Studien tragen sie wesentlich dazu bei, den Fortschritt in der Krebsmedizin voranzutreiben. Das kommt künftigen Patienten zugute, aber auch den teilnehmenden Patienten selbst. Denn sie erhalten im Rahmen der Studie die fortschrittlichste Behandlungsform. Es wird ja ein Behandlungsprinzip erprobt, von dem man sich einen Fortschritt gegenüber der Standardtherapie erhofft. Die Studienteilnehmer bekommen also, je nachdem in welcher Studiengrup-

Muss er nicht Sorge haben, ein Versuchskaninchen zu sein? Nein. Man muss zwei Situationen unterscheiden. Es gibt Studien, in denen völlig neue Medikamente erprobt werden. Das geschieht nur bei Patienten, bei denen wir keine andere Chance auf eine wirksame Therapie haben, zum Beispiel weil der Tumor so fortgeschritten ist, dass er mit den bewährten Methoden nicht mehr zu kontrollieren ist. Diese Patienten können von neuen Medikamenten praktisch nur profitieren. Anders ist es, wenn wir Studien durchführen, um bereits etablierte Behandlungsstrategien noch effizienter zu gestalten. In solchen Fällen aber erhält der Patient entweder die bis dato übliche Behandlung oder eine Behandlung nach dem neuen Konzept, von dem wir uns noch eine Steigerung der Effektivität versprechen.

Wie steht es mit Nebenwirkungen und wie sicher ist insgesamt die Teilnahme an einer klinischen Studie? Ein intensives Beratungsgespräch ist wichtig, Selbstverständlich wenn es um die Teilnahme an einer klinischen wird im Rahmen Studie geht (2) solcher Studien alpe sie behandelt werden, entwe- les für ein Höchstmaß an Sicherder die übliche Standardtherapie heit getan. Das beginnt schon bei oder eine Behandlung, von der der Planung, die nicht willkürlich wir erwarten, dass sie noch besse- erfolgen kann, sondern sehr genau re Therapieergebnisse bringt. Da- kontrolliert wird. Die Studien müsmit vergibt der Krebspatient keine sen zum Beispiel durch EthikkomHeilungschancen, gewinnt aber missionen genehmigt werden. Hinzu kommt, dass teilnehmende Patineue Therapiechancen hinzu.

Prof. Dr. Elke Jäger enten sehr genau in ihren Reaktionen überwacht werden. Sie werden regelmäßig von den betreuenden Ärzten untersucht und erhalten generell weit mehr Kontrolluntersuchungen als Patienten, die nicht in Studien behandelt werden. Wohin wendet man sich als Krebspatient, wenn man Interesse an der Teilnahme an einer klinischen Studie hat? Am besten ist es, die Frage zunächst mit dem behandelnden Onkologen zu besprechen. Darüber hinaus kann man versuchen, sich beim Krebsinformationsdienst oder bei der Deutschen Krebshilfe zu informieren, wo entsprechende Studien laufen. Informationen bietet auch das Institut für Klinische Forschung am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt. Dort kann den Patienten oft auch geholfen werden zu eruieren, wo Studien geplant sind, die sich mit den für den individuellen Patienten wichtigen Fragestellungen befassen.  Frau Professor Jäger, haben Sie vielen Dank für das Gespräch.

Keine Kostenexplosion durch Krebsmedikamente In den Medien ist regelmäßig zu lesen und zu hören, dass die modernen Krebsmedikamente über Gebühr teuer sind und eine Kostenexplosion im Gesundheitswesen verursachen. Dem widerspricht nun eine Untersuchung des IGES-Institutes in Berlin. Das Institut hat in einer umfassenden Analyse festgestellt, dass die Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen auch künftig das Gesundheitswesen keineswegs in den finanziellen Kollaps führen wird.

Entsprechend der aktuellen Prognose werden die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Krebsarzneimittel von 3,1 Milliarden Euro im Jahr 2009 auf 3,8 Milliarden Euro im Jahr 2013 wachsen. Das entspricht einer Steigerungsrate von 4,8 Prozent. Doch auch die Ausgaben für andere Arzneimittel werden zunehmen und das laut IGES um voraussichtlich 3,9 Prozent. Den Anteil der Krebsmittel an den gesamten Arzneimittelausgaben beziffert das Institut auf derzeit 9,4 Prozent. Er wird sich, so die Ana-

Kosten für moderne Krebsmedikamente werden überschätzt (3) lyse, auf 9,7 Prozent erhöhen. „Von einer Explosion der Ausgaben für Krebsmittel kann folglich nicht die Rede sein“, betonte IGES-Chef Professor Bertram Häussler bei der Vorstellung der neuen Daten. 

2 – xxx ©Fotolia.com, 3 – xxx ©Fotolia.com


Lebenswege

3

Darmkrebs Paroli bieten „Durch dick & dünn – Leben mit Darmkrebs“

Jan Hofer – routinierter Moderator von „Durch dick & dünn – Leben mit Darmkrebs“ Sich verändernde Stuhlgewohnheiten mit einem Wechsel von Verstopfung und Durchfällen, ein bleistiftdünner Stuhlgang, Blut im Stuhl sowie anhaltende krampfartige Bauchschmerzen, Müdigkeit, eine ungewohnte Blässe, ein ungewollter Gewichtsverlust – das alles sind Symptome, mit denen sich ein Darmkrebs bemerkbar machen kann. Kommt es jedoch zu solchen Beschwerden, so ist der ver-

ursachende Tumor meist schon in einem fortgeschrittenen Stadium. Leider wird der Darmkrebs bisher bei den meisten Patienten erst entdeckt, wenn die Erkrankung tatsächlich schon fortgeschritten ist und sich der Tumor mit einer alleinigen Operation nicht mehr völlig entfernen lässt. Das könnte sich künftig ändern, berichtete Professor Dr. Martin Krüger aus Bielefeld bei einer Informationsveranstaltung der Kampagne „Durch dick & dünn – Leben mit Darmkrebs“. Denn durch eine vorsorgliche Darmspiegelung, deren Kosten ab dem 55. Lebens-

therapie und eventuell auch eine Strahlenbehandlung erforderlich, berichteten Experten bei der von Tagesschausprecher Jan Hofer moderierten Informationsveranstaltung. Bei der Chemotherapie erhalten die Patienten in regelmäßigen Abständen, den so genannten Zyklen, Zellgifte (Zytostatika). Diese können beim Darmkrebs als Infusion oder auch in Form von Tabletten eingenommen werden. Es besteht außerdem die Möglichkeit einer so genannten zielgerichteten Therapie. Dabei erhalten die Patienten Wirkstoffe wie Bevacizumab, das gezielt die Bildung

„Darmkrebs wird meist erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt“ jahr von den Krankenkassen übernommen werden, kann der Darmkrebs in vielen Fällen frühzeitig erkannt und dann direkt auch entfernt werden. Gelingt es nicht, den Darmkrebs frühzeitig zu fassen, so ist neben der Operation auch eine Chemo-

neuer Blutgefässe des Tumors und damit dessen Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen unterbindet. „So wird das weitere Tumorwachstum gehemmt“, berichtet Professor Krüger. Was es bedeutet, die Diagnose „Darmkrebs“ zu erhalten, wel-

„Fragen zur Krebserkrankung nicht verdrängen“

Informationsmaterial zum Thema Darmkrebs wurde bei einer Patientenveranstaltung in Bielefeld geboten chen Belastungen die Betroffenen ausgesetzt sind, wurde in Bielefeld von den Experten erläutert und wirkungsvoll durch Einspielungen aus dem Film „Ein Tag wie jeder andere? Mein Weg mit Darmkrebs“ erläutert. Sehr eindrucksvoll wurde im Rahmen der Comedy-Einlage „Sprachlos im Wartezimmer“ außerdem dargestellt, wie unterschiedlich Männer und Frauen auf die Diagnose Krebs reagieren. „Während Frauen eher das Bedürfnis haben, über die Erkrankung und auch ihr emotionales Erleben zu sprechen, versuchen Männer meist, die Fakten der Erkrankung in den Vordergrund zu stellen“, berichtete die Psychologin Christine Scherb. „Wichtig ist vor allem, dass offene Worte gesucht und die Belas-

tungen, die mit der Tumorerkrankung verbunden sind, thematisiert werden“, betonte sie in Bielefeld. So wie dort, gab es in diesem Jahr unter dem Motto „Durch dick & dünn – Leben mit Darmkrebs“ verschiedene Informationsveranstaltungen, die sich insbesondere an Menschen mit Darmkrebs und ihre Angehörigen gerichtet haben. Die Kampagne wird fortgesetzt, die nächste Veranstaltung unter Moderation von Jan Hofer findet am 13. November 2010 in Halle/Saale statt. Weitere Informationen gibt es unter www.darmkrebszentrale.de. 

„Aus der Mitte – Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs“

Die Diagnose „Bauchspeicheldrüsenkrebs“ wirft bei Betroffenen wie auch deren Angehörigen Fragen auf. Dabei sollten vor allem Fragen, die im Hintergrund immer mitschwingen und die Endlichkeit und das Überleben thematisieren, nicht verdrängt werden – so der Tenor der Experten bei der Informationsveranstaltung „Aus der Mitte – Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs“ kürzlich in Bielefeld. Die Veranstaltung ist Teil der gleichnamigen Kampagne, bei der Patienten wie auch ihren Angehörigen und allgemein Interessierten umfassendes Informationsmaterial über die Erkrankung zur Verfügung gestellt wird. Es gibt zudem jährlich mehrere Informationstage, bei denen unter der bewährten Moderation von Dagmar Berghoff ähnlich wie in Bielefeld, Patienten und Angehörigen durch Experten über die Hintergründe der Erkrankung, über deren Symptome sowie die diagnostischen Möglichkeiten und die Behandlung informiert werden.

Ein wichtiger Part ist dabei die Frage nach den Behandlungsmodalitäten und deren Nebenwirkungen. Wird der Tumor frühzeitig erkannt, so kann die Erkrankung durch eine Operation vollständig geheilt werden. Das ist beim Bauchspeicheldrüsenkrebs leider eher die Ausnahme als die Regel. Denn das Pankreaskarzinom macht sich zunächst kaum durch Beschwerden bemerkbar, sodass die Erkrankung erst im fortgeschrittenen Stadium offenkundig wird. Dann ist eine Heilung kaum mehr wahrscheinlich und das Ziel besteht darin, die Le-

bensqualität der Betroffenen zu verbessern und ihnen eine möglichst lange Lebenserwartung zu sichern. Es wird meist eine Chemotherapie eingeleitet, eventuell in Verbindung mit einer Strahlenbehandlung. Daneben gibt es, wie in Bielefeld dargelegt wurde, neue Therapieansätze, die das Wachstum des Tumors hemmen und so die Lebenszeit der Patienten deutlich verlängern können. Weitere Informationen zu der Kampagne finden sich im Internet unter www.bauchspeicheldruesenkrebszentrale.de. 

Reges Interesse gab es zum Informationsmaterial über den Bauchspeicheldrüsenkrebs

Hoffnung auf Fortschritte bei der Früherkennung Mit neuen Ansätzen für eine verbesserte Diagnostik von Bauchspeicheldrüsenkrebs befasst sich derzeit ein von der EU gefördertes Forschungsprojekt an der Universitätsklinik in Ulm. Den Forschern dort ist es bereits gelungen, Verfahren zu entwickeln, die Fortschritte vor allem bei der Früherkennung des Tumors versprechen. So konnten sie Moleküle entwickeln, die sich speziell im Bereich von Tumoren der Bauchspeicheldrüse anreichern und durch bildgebende Verfahren sichtbar gemacht werden können, wenn sie radioaktiv markiert sind. Das wird im Newsletter „Aus der Mitte – Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs“ mitgeteilt. Der Newsletter bietet Patienten und deren Angehörigen sowie allgemein Interessierten aktuelle Informationen rund um das Thema Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er ist im Internet unter der Webadresse www.aus-der-mitte.de oder www.bauchspeicheldruesenkrebszentrale.de zu finden und kostenfrei per E-Mail zu beziehen. 

Moderatorin Dagmar Berghoff im Gespräch mit einem der Referenten


Lebenswege

4

Leitlinien statt Willkür bei der Krebstherapie „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Deutschen Krebsgesellschaft

Die Behandlung von Krebserkrankung ist durch die Verschiedenheit der Tumore sehr komplex und darf nicht willkürlich erfolgen. Vielmehr sind die Krebsmediziner gehalten, sich bei der Behandlung an den von den medizinischen Fachgesellschaften vorgegebenen Leitlinien zu orientieren. Die Leitlinien sind dabei kein Dogma. Es gibt in Einzelfällen sicher gute Gründe, von den vorgegebenen Behandlungsschemata abzuweichen. Im Großen und Ganzen aber folgen die Ärzte bei der Therapieplanung den Vorgaben, die von den jeweiligen Expertengruppen für die verschiedenen Tumore erarbeitet wurden. Bei den medizinischen Leitlinien handelt es sich um wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen. Sie geben den aktuellen Stand des medizinischen Wissens wieder und beschreiben, wie eine bestimmte Erkrankung, also zum Beispiel eine konkrete Tumorart, in bestimmten Situationen am bes-

ten zu behandeln ist. Von besonderer Tragweite sind dabei die so genanten S3-Leitlinien. Sie werden von einem Expertengremium anhand systematischer Analysen der vorliegenden Studiendaten aufgestellt. Im Bereich der Krebsmedizin gibt es dabei eine Besonderheit: Parallel zu den S3Leitlinien für Ärzte hat die Deutsche Krebsgesellschaft in einzelnen Bereichen auch bereits Patientenleitlinien formuliert. Diese leiten sich aus den S3-Leitlinien für Ärzte ab und sollen die betroffenen Patienten wie auch ihre An-

gehörigen in allgemein verständlicher Sprache über die Krankheit und ihre Behandlungsmöglichkeiten informieren. Die ärztlichen Leitlinien und die Patientenleitlinien sind Bestandteil des „Leitlinienprogramms Onkologie“, hinter dem neben der Deutsche Krebsgesellschaft auch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften und die Deutsche Krebshilfe stehen. Die Organisationen wollen mit dem Leitlinienprogramm sicherstellen, dass möglichst jeder Krebspatient hierzulande eine optimale Behandlung nach dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens erhält. Folgende Leitlinien liegen bereits vor und können unter www. krebsgesellschaft.de eingesehen, heruntergeladen und zum Teil

 „Früherkennung von Brustkrebs – ein Thema für mich?“  Prostatakrebs 1 – Lokal begrenz tes Prostatakarzinom“  Prostatakrebs 2 – lokal fortge schrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom“ 

Lesetipp

Informationen für Frauen mit Brustkrebs Krebsmediziner orientieren sich an den medizinischen Leitlinien ähnlich wie Autofahrer an den Leitplanken und dem Mittelstreifen (4).

Br

Neue Option beim Brustkrebs

Bei der Strahlenbehandlung des Mammakarzinoms gibt es Neuerungen: So kann inzwischen in einigen Kliniken Deutschlands die Brust direkt nach der Entfer-

Eine umfassende seriöse Information ist für Krebspatienten von besonderer Bedeutung. Nicht zuletzt will auch „Lebenswege“ dazu beitragen, Tabus rund um das Thema Krebs aufzubrechen und die betroffenen Patienten adäquat zu neuen Ergebnissen, den allgemeinen Therapiemaßnahmen sowie Möglichkeiten der Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung zu informieren. Doch nicht jeder Patient wird beim Erscheinen der Zeitung Antworten auf seine individuellen Fragen finden. Deshalb gibt es alle Artikel aus „Lebenswege“ im Internet zum Nachlesen unter www. lebenswege-forum.de. Dort finden Sie außerdem Links zu weiteren Anlauf- und Informationsstellen und es besteht die Möglichkeit, direkt online weiterführendes Informationsmaterial in Form von Patientenbroschüren zu bestellen – und kostenfrei die Zeitung „Lebenswege“ zu abonnieren.

auch als Ratgeber bestellt werden:  „Krebserkrankung der Bauch speicheldrüse“  „Brustkrebs. Die Ersterkrankung und DCIS – eine Leitlinie für Patientinnen“

Schon während der OP bestrahlen?

Herkömmliche Strahlentherapie (5)

Lebenswege im Internet

t

bsm

o n at

be

r

nung des Tumors, also quasi noch während der Operation, bestrahlt werden. Studien belegen, dass durch diese intraoperative Strahlenbehandlung die Gefahr eines erneuten Auftretens des Tumors gesenkt und zudem die Behandlungsdauer nach der Operation verkürzt werden kann. Praktiziert wird die intraoperative Strahlentherapie in anderen Ländern bereits seit rund zehn Jahren. In Deutschland wurde das Verfahren vor sieben Jahren am Universitätsklinikum Mannheim eingeführt. Nun wird es auch an der Medizinischen Hochschule Hannover etabliert. „Die intraoperative Strahlentherapie erweitert unser Behandlungsspektrum“, erklärt Professor Dr. Peter Hillemanns aus Hannover. „Die Behandlung kann dadurch flexi-

us

e kr

to Ok

bler auf die einzelnen Patientinnen abgestimmt werden“. Die direkte Bestrahlung noch während der Operation kann möglicherweise vielen Frauen eine konventionelle Strahlenbehandlung mit mehreren Bestrahlungsterminen ersparen. Ob das neue Verfahren allerdings die herkömmliche Ganzbrustbestrahlung voll ersetzen kann, wird derzeit noch in wissenschaftlichen Studien geprüft. 

Was muss ich über Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium wissen? Welche Therapien stehen mir zur Verfügung? Wie gehe ich am besten mit der Erkrankung um? An wen kann ich mich wenden? Das sind typische Fragen, die sich Frauen stellen, wenn ein Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird. Antworten auf diese Fragen gibt ihnen der Ratgeber „Fortgeschrittener Brustkrebs – Informationsbroschüre für Patientinnen“. In einfach verständlicher Sprache wird darin dargestellt, wie die Stadien der Erkrankung bezeichnet und wie der Tumor eingeordnet wird, welche diagnostischen Verfahren zum Einsatz kommen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Die Frauen erhalten zudem Tipps für den Umgang mit der Erkrankung. An Frauen mit Brustkrebs, die im Zuge der Chemotherapie ihre Haare verlieren, wendet sich die Broschüre „Gut betucht – Tipps und Tricks zum kreativen Umgang mit dem Kopftuch. Die reich bebilderte Broschüre gibt gut nachvollziehbare Anleitungen zum Binden von Kopftüchern, mit denen sich der Haarverlust attraktiv kaschieren lässt. Beide Broschüren sind kostenfrei anzufordern bei der Roche Pharma AG, 79630 GrenzachWyhlen, Telefon 07624/ 142013. 

4 – Shutterstock, 5 – SPL


Lebenswege

5

Fortschritt beim aggressiven Non-Hodgkin-Lymphom Bei der Behandlung verschiedener Krebserkrankungen des Lymphsystems hat es in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gegeben. Dazu gehört auch das so genannte diffus-großzellige Lymphom, berichtete Professor

Um eine genaue Diagnose stellen zu können, ist meist die operative Entfernung des Lymphknotens oder eine Biopsie des vom Tumor befallenen Organs erforderlich. „Die entnommene Gewebeprobe wird dann vom Pathologen

„Höhere Heilungschancen, aber nicht mehr Nebenwirkungen“ Dr. Martin Bentz aus Karlsruhe beim diesjährigen Patientenkongress der Deutschen Leukämie und Lymphomhilfe e. V. (DLH). Das diffus-grosszellige Lymphom ist laut Professor Bentz die häufigste Unterform der so genannten „aggressiven Non-Hodgkin Lymphome“. Typische Symptome der Erkrankung sind tastbare Lymphknotenvergrößerungen. Außerdem können Schmerzen, Fieber, Nachtschweiß oder ein Gewichtsverlust auftreten.

feingeweblich untersucht“, erläuterte der Mediziner bei dem Kongress, der in diesem Jahr in Karlsruhe-Ettlingen stattgefunden hat. Nach der Sicherung der Diagnose erfolgen die so genannten „Staging“-Untersuchungen, mit denen die Ausbreitung der Erkrankung bestimmt wird. Hierzu gehören die körperliche Untersuchung (Abtasten der Lymphknotenstationen), das Erheben wichtiger Laborwerte (zum Beispiel der so genannte LDH-Wert, der Hin-

Erneuter Krebs durch Tumorstammzellen? Für das Wiederauftreten einer Krebserkrankung, die zunächst als geheilt angesehen wurde, sind offenbar so genannte Tumorstammzellen verantwortlich. Das sind Tumorzellen, die nach der Chemotherapie im Körper verbleiben, ohne sich jedoch zunächst aktiv zu teilen. „Während sich teilende Krebszellen durch die Chemotherapie abgetötet werden, sind die ruhenden Tumorstammzellen durch die Behandlung meist nicht zu eliminieren“, berichtete Professor Dr. Reinhard Büttner, Bonn, anlässlich der 4. Mildred Scheel Cancer Conference in Königswinter. Die ruhenden Tumorstammzellen bleiben daher trotz Chemotherapie im Körper erhalten. Sie

können allerdings später in einen sich teilenden Status übergehen und dann zum erneuten Heranwachsen einer Krebsgeschwulst führen. Neueste Forschungsergebnisse zeigen laut Büttner, dass es mit Hilfe von Interferon offenbar möglich ist, ruhende in sich teilende Tumorstammzellen umzuwandeln. Das gibt zu Hoffnungen Anlass, durch eine vorherige Interferonbehandlung die Chemotherapie künftig effektiver gestalten zu können. „Wenn sich die noch vorläufigen Daten bestätigen, wird es wahrscheinlich möglich, die Gefahr des erneuten Auftretens einer Krebserkrankung für die Patienten deutlich zu senken“, so Professor Büttner. 

Mit Hochdruck arbeiten die Krebsforscher an der Entwicklung neuer Behandlungsstrategien (7) 6 – Shutterstock, 7 – Pitopia

weise auf den weiteren Verlauf der Erkrankung gibt) und bildgebende Methoden wie Ultraschall und Computertomografien von Brustkorb und Bauchraum. Auch eine Untersuchung des Knochenmarks ist meist erforderlich. Als zentrale Säule der Behandlung bezeichnete Professor Bentz nach wie vor die Chemotherapie mit dem „CHOP-Protokoll“, wobei die Substanzen Cyclophosphamid, Adriamycin, Vincristin und ein Kortisonpräparat verabreicht werden. Eine deutliche Verbesserung der Heilungsraten hat sich dabei

durch die Kombination dieses Behandlungsregimes mit dem Antikörper Rituximab ergeben. „Die Behandlung wird aber trotz besserer Heilungschancen nicht nebenwirkungsreicher“, sagte der Krebsmediziner. Dies ist dadurch erklärbar, dass sich der Antikörper gezielt gegen Eiweißmoleküle auf der Oberfläche der Lymphomzellen richtet. Durch Kontakt des Antikörpers mit diesen Eiweißmolekülen, die nur auf den Lymphomzellen, nicht aber auf gesunden Zellen vorkommen, werden die bösartigen Zellen dann abgetötet. 

Die Krebsmediziner können heutzutage vielen Lymphompatienten Hoffnung machen (6)

M

von

z

A

h

Lymphome: Heilungserfolge durch Antikörper

zinerdeut edi sc bis

Mit „Medizinerdeutsch von A bis Z“ wollen wir zu etwas mehr Orientierung im Dschungel der Medizinersprache beitragen. Häufig fallen die Begriffe „adjuvant“ und „palliativ“. Von einer „adjuvanten Behandlung“ sprechen die Ärzte, wenn sie davon ausgehen, dass eine Krebserkrankung zum Beispiel durch eine Operation geheilt wurde, wenn sie aber eine unterstützende Behandlung, also eine adjuvante Therapie, anordnen. Das kann eine Chemotherapie, eine Anikörpertherapie, eine antihormonelle Behandlung oder auch eine Strahlentherapie sein. Ist eine Heilung der Krebserkrankung nach menschlichem Ermessen nicht möglich, so sprechen die Ärzte von palliativer Therapie. Sie zielt darauf ab, die Tumormasse möglichst weit zu verringern, um dadurch die tumorbedingten Beschwerden zu lindern und die Lebenszeit des Patienten zu verlängern. 

Krankengeld – wann und wie lange? Serie Patientenrechte

Besonders drängend werden Fragen der Existenzsicherung, wenn sich die Behandlung einer Krebserkrankung über einen längeren Zeitraum hinzieht und der Betreffende für mehr als sechs Wochen arbeitsunfähig ist. Denn nur für diesen Zeitraum wird eine Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber geleistet. Dauert die Arbeitsunfähigkeit über die sechs Wochen hinaus an, was im Falle einer Krebserkrankung eher die Regel als die Ausnahme darstellt, so haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf Krankengeld. Dieses wird von den Krankenkassen für maximal 78 Wochen gezahlt. Es ist nicht ganz so hoch wie das Gehalt des Arbeitnehmers, sondern liegt bei etwa 70 Prozent des vor der Erkrankung erzielten beitragspflichtigen Gehalts. Zu beachten ist, dass die Frist von 78 Wochen für drei

Jahre gilt. Erkrankt der Arbeitnehmer innerhalb dieser Zeit erneut an der gleichen Erkrankung, so erhält er nicht noch einmal Krankengeld. Anders sieht das aus, wenn die drei Jahre verstrichen sind, aber ein Rückfall der gleichen Erkrankung erfolgt, wie es bei Krebserkrankungen nicht ungewöhnlich ist. Dann hat der Arbeitnehmer wiederum Anspruch auf Krankengeld, sofern er im Drei-Jahres-Zeitraum mindestens sechs Monate erwerbstätig war. 

Zur Sache: Weiterführende Informationen rund um das Thema Patientenrechte bietet die Informationsbroschüre „Den Alltag trotz Krebs bewältigen – Hilfen für Arbeitnehmer in der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung“. Die Broschüre informiert in verständlicher Sprache über Hilfe im sozialen Umfeld, von der Gewährung einer Haushaltshilfe, über die Frage, welche Kosten für Medikamente sowie Heil- und Hilfsmittel von den gesetzlichen wie auch den privaten Krankenkassen übernommen werden, bis hin zu Themen der Existenzsicherung. Die Broschüre kann kostenfrei angefordert werden bei der Redaktion Lebenswege, Verlag Wortreich GIK GmbH, Postfach 1402, 65534 oder per Coupon, siehe Seite 8.


Lebenswege

6

Brustkrebs – schon früh mit Bewegung beginnen g u ng

Generell empfiehlt Sporttherapeut Baumann Frauen mit Brustkrebs Ausdauersportarten wie Radfahren, Walken und auch Schwimmen, sofern die Operationsnarbe gut verheilt, das Immunsystem stabil ist und keine Kreislaufbeschwerden oder Schwindel und auch keine Schmerzen dabei auftreten.

s reb

Übungen zur Mobilisation sind bei Frauen mit Brustkrebs schon am Tag nach der Operation sinnvoll, sollten aber unter Anleitung eines Physiotherapeuten erfolgen. Die frühe und gezielte Bewegungstherapie kann dazu beitragen, Verkürzungen des Muskelgewebes zu verhindern. Durch Kräftigungsübungen kann außerdem den Auswirkungen eines Lymphödems entgegengewirkt werden, erläutert Dr. Freerk Baumann von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Wurde bei der Operation neben dem Tumor nur der Wächterlymphknoten entfernt, können die Frauen nach vollständiger Abheilung praktisch alle Bewegungsformen und Sportarten ausüben. Dazu können laut Dr. Baumann durchaus auch Handball, Tennis und Badminton gehören. Vorsichtiger sollten Frauen sein, bei denen viele Lymphknoten entfernt wurden. Für sie heißt es: Langsam beginnen und sich nach und nach steigern. Bei ihnen sollte außerdem eine individuelle Beratung zur Bewegungstherapie erfolgen.

Jedes Jahr wird in Deutschland bei mehr als 420.000 Menschen ein bösartiger Tumor diagnostiziert. Bei Frauen tritt die Krebserkrankung im Durchschnitt im Alter von 69 Jahren auf, Männer erkranken im Mittel rund ein Jahr früher. Experten schätzen, dass die Zahl der Menschen mit Krebs bis zum Jahr 2030 noch um gut ein Drittel steigen wird. Sie führen dies auf die sich verändernde Altersstruktur in unserer Gesellschaft zurück. So sind derzeit rund 15 Prozent der deutschen Bevölkerung älter als 65 Jahre, 2030 werden es schätzungsweise rund 30 Prozent sein. Im Gegensatz zur Zahl der Neuerkrankungen sinkt erfreulicherweise die Zahl der krebsbedingten Todesfälle. Eine Veränderung der Lebensgewohnheiten, die zunehmenden Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung und auch die verbesserten Möglichkeiten infolge der zielgerichteten Krebstherapie dürften die Basis dieser positiven Entwicklung sein. – Quelle: Robert-Koch-Institut Sogar Tennis ist für viele Frauen mit Brustkrebs nicht mehr tabu. (8) Beim Kraft- und Koordinationstraining rät der Experte in Sachen „Sport und Krebs“ zu Bewegungen im Wasser, zum Tanzen, Aerobic und asiatischen Bewegungsformen wie Tai-Chi, Qui-Gong oder Yoga. „Neuen Untersuchungen zufolge ist auch ein vorsichtiges Krafttraining an Großgeräten problemlos möglich, sobald die Operation gut abgeheilt ist“, erklärt Dr. Baumann. Die Belastungsintensität sollte jedoch vorsichtig gesteigert und die Bewegungstherapie durch einen Therapeuten begleitet werden. Generelle Verbote in puncto Sportart gibt es beim Brust-

Per Antikörper gegen den Lungenkrebs Wird ein Lungenkrebs erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt, so sind die Heilungschancen leider nur noch gering. Es geht dann darum, Beschwerden durch den Tumor zu mildern und den betroffenen Patienten noch ein möglichst langes und beschwerdearmes Leben zu ermöglichen. Hierzu kann wesentlich eine Behandlung mit dem Antikörper Bevacizumab beitragen, der das Wachstum der Tumorzellen hemmt. Der Antikörper wird inzwischen auch in den aktuellen Behandlungsleitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft empfohlen, und zwar kombiniert mit einer Chemotherapie bei Patienten, bei denen der Tumor sich bereits in die Lymphknoten und andere Organe ausgebreitet hat. Grundlage der Empfehlung sind die Ergebnisse mehrerer Studien, die einen Vorteil einer solchen Behandlungsstrategie belegen. In diesen Untersuchungen verbesserte sich durch die Gabe des Antikörpers zusätzlich zur Chemotherapie das Ansprechen auf die Behandlung und die Lebenserwartung der Patienten. Außerdem konnte die Gefahr eines Krankheitsrückfalls gemindert werden. 

Fragen rund um den Lungenkrebs ge

nk

r

Telefonaktion mit zwei Experten

m o nat ebs

Substanzen für Sie in Frage kommen, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

r

K bei

be

krebs nach Baumann nicht. Dennoch sind einige Formen wenig empfehlenswert. Dazu gehören wettkampforientierte Sportarten sowie Kampfsportarten und alle Bewegungsformen, bei denen ruckartige, reißende Bewegungen Verletzungen provozieren können. 

n

ewe

Lu

tu

B nd

Sp

or

In der Nachsorge sind fast alle Sportarten möglich

No

v

em

Jede Krebserkrankung wirft Fragen auf. Die speziellen Fragen von Patienten mit Lungenkrebs haben zwei Experten, Professor Dr. Christian Grohé von der Evangelischen Lungenklinik Berlin und Dr. Jens Kollmeier von der Lungenklinik Heckeshorn, HELIOS Klinikum Emil von Behring in Berlin, im Rahmen einer Telefonaktion beantwortet. Hier ein paar Beispiele von Fragen der Anrufer. Bei mir wurde im September Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Der Tumor kann nicht operiert werden und nun erhalte ich eine Chemotherapie. Aber was kommt danach? Dr. Grohé: Sollte der Tumor nach einer Chemotherapie wieder wachsen, so gibt es heutzutage moderne Medikamente, die das Wachstum der Krebszellen stoppen oder hemmen können. Sie werden als Tablette eingenommen. Ob diese

Vergangene Woche wurde bei mir Lungenkrebs festgestellt. Die Ärzte sagen, dass er schon so weit fortgeschritten ist, dass er nicht mehr operiert werden kann und auch nicht mehr heilbar ist. Wie sicher ist so eine Aussage und welche Behandlung steht mir bevor? Dr. Kollmeier: Im Regelfall ist eine solche Aussage leider wahrscheinlich richtig. Falls Sie sich aber unsicher sind, besteht die Möglichkeit, sich bei einem anderen Krebsarzt noch eine zweite Meinung einzuholen. Denn die anfänglich richtige Festlegung des Tumorstadiums ist auch für die weitere Behandlung von entscheidender Bedeutung. Ist der Tumor nur auf die Lunge begrenzt, so kann er häufig noch operiert werden. Dann ist auch eine Heilung noch möglich. In Einzelfällen gelingt dies alternativ auch mit einer Bestrahlung, eventuell zusammen mit einer Chemotherapie. Falls der Krebs sich jedoch schon auf andere Organe ausgebreitet hat, sollte das Therapieziel die Lebensverlängerung bei guter Lebensqualität sein. Es wird hierzu üblicherweise eine Chemotherapie gegeben – eventuell auch in Kom-

bination mit einem sogenannten Angiogenesehemmer. Diese Substanz hemmt das Wachstum von Blutgefäßen, die der Tumor zu seiner Ernährung benötigt. Seit April dieses Jahres lebe ich mit der Diagnose Lungenkrebs. Ich war zu Anfang mehr als geschockt. Wie kann das mir als Nichtraucher passieren? Dr. Grohé: Zwar ist in 90 Prozent aller Fälle das Rauchen die Ursache von Lungenkrebs, aber es kann auch andere Ursachen geben. So kann zum Beispiel auch das Einatmen von Schadstoffen wie Asbest oder eine erhöhte Exposition mit dem Edelgas Radon die Entwicklung von Lungenkrebs begünstigen. 

Am Telefon standen LungenkrebsExperten Rede und Antwort (9)

8 – xxx©Fotolia.com, 9 – Shutterstock


Lebenswege

7

Br

Wenn Brustkrebs erblich ist…. us

t

e kr

bsm

BRCA-Netzwerk unterstützt Betroffene

o n at

be

r

to Ok

Brustkrebs entwickelt sich meist sporadisch, doch es gibt auch Familien, in denen die Erkrankung – und oftmals auch ein Krebs der Eierstöcke – besonders häufig vorkommt. Es ist in solchen Fällen von einem familiären oder auch einem genetisch bedingten Mammakarzinom auszugehen. Ursache sind Veränderungen (Mutationen) im Erbgut, beispielsweise in den Genen BRCA1 und BRCA2, die be-

reits in den 90iger Jahren entdeckt wurden. Auch Männer können dabei Mutationsträger sein. Sie entwickeln nicht zwangsläufig einen Brustkrebs, können die Veränderung allerdings an ihre Kinder vererben. Liegt eine entsprechende Genmutation bei einer Frau vor, so ist das Erkrankungsrisiko extrem erhöht. „Die Wahrscheinlichkeit, während des Lebens an Brustkrebs zu erkranken, kann bis zu 90 Prozent hoch sein“, erklärt Andrea Hahne, Vorsitzende des BRCANetzwerks, einer Patientenorganisation, die sich speziell für Familien mit familiär gehäuftem Brust- und Eierstockkrebs stark macht. Einen Ansprechpartner zu haben, der sich mit der Erkrankung gut auskennt, ist für die Betroffenen wichtig. Denn der erblich bedingte Brustkrebs weist gegenüber der sporadisch auftretenden Erkrankung einige Besonderheiten auf. Ein Merkmal ist, dass die Frauen im Allgemeinen schon in relativ jungen Jahren, also meist vor dem 50. Lebensjahr, erkranken. Dann aber haben Themen wie die Folgen der Erkrankung auf Partnerschaft und Sexualität, auf einen Kinderwunsch und auch allgemein auf die Betreuung

Andrea Hahne der Familie, auf die berufliche Entwicklung und auch versicherungsrechtliche Fragen eine besondere Bedeutung.

Nicht zuletzt wegen der besonderen Probleme der Betroffenen haben sich in Deutschland 12 Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs etabliert, die die Frauen und Männer medizinisch beraten, die Gendiagnostik vornehmen sowie die Früherkennungsmaßnahmen und gegebenenfalls auch die Behandlung. Frauen und Männer mit familiär bedingt erhöhtem Krankheitsrisiko haben darüber hinaus oft einen vielfältigen Beratungsbedarf, um für sich Entscheidun-

Neues Ultraschallverfahren verbessert die Biopsieentnahme lich vorhanden ist. Sie bekommen auch Informationen darüber, wo sich der Tumor genau be-

für die gesundheitspolitischen und sozialrechtlichen Belange der Patienten stark. Weitere Informationen gibt es unter: BRCA-Netzwerk – Hilfe bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs e.V., Telefon 0151-20119 651, Email info@brca-netzwerk. de und auf der Webseite der Organisation unter www.brca-netzwerk.de. 

Lexikon

Prostatakrebs punktgenau diagnostizieren Beschwerden macht ein Prostatakrebs oft erst, wenn der Tumor schon weit fortgeschritten ist. Dann geht es darum, ihn möglichst genau zu orten, damit eine optimale Behandlung erfolgen kann. Mit einer neuen Ultraschalltechnik ist es nun besser möglich als bisher, Gewebeproben punktgenau zu entnehmen, um sie anschließend auf Tumorzellen zu untersuchen. Das Verfahren kombiniert den Ultraschall mit der Hochfeld-Magnet-Resonanz-Tomographie und wurde jetzt an der Universitätsklinik Heidelberg als einer der ersten Kliniken weltweit etabliert. Mit der neuen Biopsie-Methode diagnostizieren die Ärzte nicht nur, ob Tumorgewebe tatsäch-

gen treffen zu können – für oder gegen einen Gentest, für oder gegen eine intensive Früherkennung, aber auch für oder gegen vorbeugende Operationen. „Bei vielen Fragen können am besten diejenigen helfen, die die Probleme aus dem eigenen Erleben heraus kennen“, so Frau Hahne. Auch dies war nach ihren Worten ein entscheidender Grund, das bundesweite BRCA-Netzwerk zu etablieren, das die Ratsuchenden somit wohnortnah betreuen kann. Die Mitarbeiter stehen telefonisch oder über E-mail für direkte Anfragen zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es derzeit bereits zehn Gesprächskreise, die sich regelmäßig treffen. Die Patienteninitiative macht sich außerdem

findet, wie groß und wie aggressiv er ist. Das Ergebnis der Biopsie kann deshalb auch Basis für die

Durch eine Ultraschall-gesteuerte Biopsie soll die Diagnostik des Prostatakarzinoms noch genauer werden.

Genetischer Brustkrebs Bei rund zehn bis zwanzig Prozent der Patienten mit Brustkrebs oder einer Krebserkrankung des Eierstocks entwickelt sich die Erkrankung auf der Basis genetischer Veränderungen und kann damit an die Nachkommen weitergegeben werden. Meist ist dabei das so genannte BRCA1- oder das BRCA2-Gen betroffen. Der Begriff BRCA (BReast CAncer) stammt aus dem Englischen und bedeutet Brustkrebs. BRCA1 und -2 werden deshalb oft auch als „Brustkrebsgene“ bezeichnet. Auch das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, kann über dieses Gen vererbt werden. Es handelt sich bei den beiden Genen um so genannte Tumorsuppressorgene, also um genetische Strukturen, die die Bildung von Tumoren unterdrücken. Bei Veränderungen (Mutationen) in diesen Genen ist diese Funktion beeinträchtigt und es kann zu einem unkontrollierten Zellwachstum und damit zur Tumorbildung kommen. Sowohl Mutter als auch Vater können Träger der Genveränderung sein. Brust- und Eierstockkrebs kommen in den betroffenen Familien gehäuft vor und treten in aller Regel bereits vor dem 50. Lebensjahr auf. Das Risiko, dass eine Mutter oder ein Vater mit einer Veränderung des BRCA-Gens seinem Kind die Mutation vererbt, beträgt 50 Prozent. 

Therapieüberlegungen sein. Es kann im individuellen Fall darüber entscheiden, ob eine gezielte Krebstherapie überhaupt erfolgen muss, und wenn ja, welche. Denn es gibt verschiedene Verfahren, mit denen der Prostatakrebs behandelt werden kann. Dazu gehört die moderne externe Bestrahlung, eine Behandlung mit einem Hochintensiv Fokussierten Ultraschall (HIFU), eine Schwerionentherapie sowie die minimal-invasive Computer-unterstützte Operation. Mit Hilfe der neuen Biopsie-Methode können die Ärzte den Patienten nun gezielte Therapien vorschlagen und ihnen unter Umständen auch belastende Behandlungen ersparen. 

Impressum Herausgeber: WORTREICH Gesellschaft für individuelle Kommunikation mbH, Barfüßerstr. 12, 65549 Limburg/Lahn, Tel.: 06431/59096-0, Fax: 06431/ 59096-11, info@wortreich-gik.de Verantwortliche Redaktion: Christine Vetter, Köln freie Mitarbeit: Dr. med. Klaus Steffen Grafik: Inken Pöhlmann, Bremerhaven Druck: Kessler, Druck+Medien, Bobingen „Lebenswege“ wird gefördert von der Roche Pharma AG, GrenzachWyhlen.


Lebenswege

8

Termine

Die Aktion „Der zweite Atem – Leben mit Lungenkrebs“ bietet Betroffenen wie auch ihren Angehörigen in diesem Jahr noch dreimal eine umfassende Informationsmöglichkeit. Die von Dieter Kürten moderierte Veranstaltung findet statt am 30. Oktober in Kassel, am 6. November in Chemnitz und am 13. November in Heilbronn. Weitere Informationen gibt es unter www.lungenkrebszentrale.de.  „Aus der Mitte – Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs“ heißt eine Kampagne für Menschen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und ihre Angehörigen. Die Aktion bietet Betroffenen in diesem Jahr noch eine weitere Informationsveranstaltung unter der Moderation von Dagmar Berghoff, und zwar am 13. November 2010 in Halle. Weitere Informationen gibt es unter www.bauchspeicheldruesenzentrale.de.  „Begleitende Therapien bei Krebserkrankungen“ lautet der Titel des 3. Patientenforums im Roman-Herzog-Krebszentrums CCC am Klinikum rechts der Isar in München. Weitere Informationen gibt es bei der Geschäftsstelle des RomanHerzog-Krebszentrums, Sylvia Tanzer-Küntzer, Telefon 0894140-7707 sowie unter www. rhccc.de. 

„Endlich wieder in den Händen eines Frisörs sein“ Serie Hautpflege und Kosmetik-Tipps Wenn nach der Chemotherapie die Haare wieder nachwachsen, fehlen ihnen häufig die gewohnten Pigmente. Ob in dieser Situation die Haare gefärbt werden dür-

fen, sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Rät er davon ab, so besteht die Möglichkeit, den Haaren zumindest mit einem Farbfestiger ein

Der erste Besuch beim Frisör, wenn endlich die Haare wieder sprießen: Eine reine Wohltat. (10)

d

un

„Deutsche Städte gegen Brustkrebs“ – unter diesem Motto veranstaltet die Kampagne „Durch die Brust ins Herz – Herausforderung Brustkrebs“ in diesem Jahr noch zwei Informationstage für Frauen mit Brustkrebs und ihre Angehörigen. Die Veranstaltungen werden von Susanne Conrad moderiert und finden statt am 3. Oktober im Kongresszentrum (Konzerthaus) in Karlsruhe und am 21. November im Volkshaus in Jena. Der Eintritt ist kostenfrei, weitere Informationen gibt es unter www.brustkrebszentrale.de. 

K os m

wenig Farbe zu verleihen. „Denn beim Farbfestiger gehen die Farbpigmente nicht an die Haarwurzel, sondern werden nur von außen auf das Haar gelegt“, erläutert Kosmetikerin Marion Wehmeier aus Köln. Der Farbfestiger hilft vielen Betroffenen, auch wenn sich die Farbe nach und nach wieder aus den Haaren heraus wäscht. Zu überlegen ist laut Frau Wehmeier andererseits, ob man die fehlenden Pigmente nicht hinnimmt, denn auch weiße Haare können sehr attraktiv aussehen. „Mit einem Shampoo mit Kornblumenextrakt oder einem sogenannten Silberfestiger kann man graues oder gelblich-graues Haar auffrischen und ihm ein strahlendes Weiß verleihen“, berichtet die Kosmetikerin.

et

ik

-

Pf l eg etip ps

Sie empfiehlt Patienten mit nach der Chemotherapie nachwachsenden Haaren außerdem den regelmäßigen Gang zum Frisör. „Auch wenn man aus verständlichen Gründen an jedem Zentimeter der nachwachsenden Pracht hängt, sieht es doch gepflegter aus, wenn mit einem fachgerechten Schnitt aus den Haaren wieder eine richtige Frisur wird“, meint Frau Wehmeier. Vor allem Frauen fühlen sich dann deutlich wohler, weiß sie aus vielen Kosmetikseminaren, die sie zusammen mit der DKMS für Krebspatienten durchführt. „Allein schon das Gefühl, endlich mal wieder in den Händen eines Frisörs zu sein, tut vielen Frauen schon gut.“ 

Leserbriefe

Der Tumorpatient Der Tumorpatient, erschüttert durch die Diagnose, Wird mit der Tatsache konfrontiert Sein Leben sei nur noch eine Prognose.

Mit dem Schreiben von Geschichten und auch Gedichten lassen sich Gefühle in Worte fassen. Das kann durchaus bei der Bewältigung von Krankheiten helfen. Eine Leserin, selbst an Krebs erkrankt, hat uns das nebenstehende Gedicht zur Veröffentlichung zugeschickt.

Für ihn ändert sich alles von heut‘ auf morgen, Gestern scheinbar gesund, heute schon aussortiert, Er weiß nicht, wohin mit diesen neuen Sorgen. Seine Zeit nimmt eine kostbare Dimension, Denn sie ist ab jetzt, wie man sagt, „limitiert“ Wie ein Soldat ist er auf Per (…) mission. Sein Alltag wird von der Medizin bestimmt Therapien, Operationen, Infusionen, Untersuchungen, Es ist seine Chance, klar, dass er sie nimmt. Hat er alles durchgestanden, die Medizin fragt nicht wie… Er ist auf sich gestellt, allein, und der Körper geschunden Aber am Leben, und das ist Magie. Die Kräfte gleiten zurück mit dem Lebensmut, Wie die schwache Sonne nach einem langen Winter, Verteilen ihre Macht als wärmende Flut.

11

Schreiben Sie uns, wie Sie mit der Krebserkrankung umgehen. Wir freuen uns über jede Zuschrift, müssen uns leider aber vorbehalten, Leserbriefe gekürzt wiederzugeben. Leserbriefe stellen die Meinung des Schreibenden und nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion dar. 

Der Tumorpatient, einst erschüttert durch die Diagnose, Triumphiert mit der Tatsache nicht minder; Sein Leben sei alles andere als eine Prognose. Yolande Buchholz, Rosenheim

Die Redaktion

Lebenswege Ausgabe 38 · Oktober 2010

Forum für Krebspatienten und ihre Angehörigen

Lymphknoten in der Achselhöhle entfernen?

06431/59096-25

Bei der Brustkrebstherapie ist einiges im Fluss Ob beim Brustkrebs stets die Lymphknoten in den Achselhöhlen entfernt werden müssen, wenn sich neben dem Tumor auch Krebszellen im Wächterlymphknoten finden, wird derzeit intensiv unter den Wissenschaftlern diskutiert. Es gibt aktuelle Daten, wonach die konsequente Entfernung der Achsel-Lymphknoten nicht zwangsläufig die Heilungschancen und die Lebenserwartung der Frauen verbessert. Eine deutsche Forschergruppe hat nunmehr einen Score erarbeitet, mit dem sich im individuellen Fall die Gefährdung abschätzen

info@lebenswege-forum.de www.lebenswege-forum.de WORTREICH GIK GmbH „Lebenswege“ Postfach 1402 D-65534 Limburg

Inhalt Klinische Studien: Versuchskaninchen oder Therapiefortschritt?

 Broschüre: Fortgeschrittener Brustkrebs

 Broschüre: Hilfen für den Arbeitnehmer in der gesetzlichen und privaten KV

Seite 2

Keine Kostenexplosion durch Krebsmedikamente

2

Darmkrebs Paroli bieten

3

Fragen zur Krebserkrankung nicht verdrängen

3

Brustkrebs – schon früh mit Bewegung beginnen

6

Wenn Brustkrebs erblich ist

7

Prostatakrebs punktgenau diagnostizieren

7

lässt. So kann möglicherweise vielen Frauen die Entfernung der Lymphknoten in den Achseln erspart werden, ohne dabei Heilungschancen einzubüssen, so hieß es bei der 30. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Hamburg. Neue Ergebnisse und Trends rund um die Behandlung des Mammakarzinoms wurden auch beim amerikanischen Kongress ASCO, dem weltweit größten Krebskongress, in diesem Jahr in Chicago vorgestellt und von den Experten diskutiert. Dazu gehört auch die Beobachtung, dass sich Metastasen beim Brustkrebs oft anders verhalten als der ursprüngliche Tumor. Sie haben häufig einen anderen Hormonrezeptorstatus, was zur Folge haben kann, dass die Behandlungsstrategien geändert werden müssen. „Es muss beim Wiederauftreten des Tumors und bei Metastasen deshalb stets der Hormonrezeptorstatus geprüft werden und auch, ob der neue Tumor HER2-positiv ist“, betonte Frau Professor Nadia Harbeck aus Köln. 

n

An einem bösartigen Tumor in der Brust, erkranken jährlich in Deutschland etwa 58.000 Frauen. Die einzelnen Regionen der weiblichen Brust sind dabei unterschiedlich häufig betroffen. Mediziner unterteilen die Brust in vier Quadranten. Inzwischen ist bekannt, dass Brustkrebs am häufigsten im oberen äußeren Quadranten auftritt. 60 Prozent aller Tumore werden dort entdeckt.

schaftler kürzlich bei der 30. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Hamburg hervor gehoben. Die größere Erfahrung der Operateure bei der Tumorentfernung, aber auch die intensivere Kooperation der Mediziner verschiedener Fachrichtungen, machen die Experten für das Phänomen verantwortlich. In den Zentren wird die Therapiestrategie von den Ärzten verschiedener Disziplinen gemeinsam besprochen und es wird beraten, welche Behandlungsform den größten Erfolg verspricht. Inzwischen gibt Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor der es laut Professor Frau (1)

ge

nk

reb

us

tk

re

bsm

o n at

be

r

Beste Chancen im zertifizierten Zentrum

Br

Brustkrebs – Heilungsraten haben sich verbessert Durchschnittlich jede elfte Frau in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Die Heilungs- und Überlebenschancen der betroffenen Frauen sind dabei am besten, wenn sie in einem speziellen Brustkrebszentrum behandelt werden. Das haben Wissen-

Ok

to

Dr. Diethelm Wallwiener, Tübingen, ein bundesweites Netz an zertifi zierzertifizier ten Brustkrebszentren: „Die Einrichtungen werden regelmäßig überprüft mit dem Ziel, die Qualität weiter zu optimieren“, erklärte der Mediziner beim Kongress in Hamburg. Dass sich die Bemühungen lohnen, zeigt die bisherige Entwicklung: Heutzutage überleben 25 bis sogar 50 Prozent mehr Frauen eine Brustkrebserkrankung als noch vor 15 Jahren. 

No

ve

m

Vitamin B6 und auch die Aminosäure Methionin können möglicherweise vorbeugend im Hinblick auf die Entwicklung von Lungenkrebs wirken. Das deuten Untersuchungen amerikanischer Wissenschaftler an. Diese haben in vergleichenden Blutproben von Menschen mit Lungenkrebs sowie gesunden Personen festgestellt, dass das

Lungenkrebsrisiko offenbar steigt, wenn die Konzentrationen an Vitamin B6 und Methionin im Blut gering sind. Die Beobachtung ergab sich, so die Wissenschaftler, unabhängig davon, ob die Betreffenden Raucher oder Ex-Raucher waren oder nie geraucht hatten. Inwieweit sich die Ergebnisse zu vorbeugenden Maßnahmen nutzen lassen, ist noch unklar. Sie unterstreichen aber die Bedeutung einer ausgewogenen und vitaminreichen Ernährung. Vitamin B6 kommt vor allem in Fleisch, Hülsenfrüchten, Fisch, Hefe, Nüssen, Vollkornprodukten, Bananen, Aprikosen, Kohlarten und Spinat vor. Methionin ist vor allem in Eiern, Fisch, Le-

1 – Shutterstock

 Zeitung: Lebenswege

Name, Vorname

Siehe Seite 4

Vitamin B6: Schutzeffekt gegenüber Lungenkrebs?

s m o nat

Lu

✆ @

Bestellung bitte per Fax an: 06431/59096-11

Hier können Sie auswählen, was Sie bestellen möchten:

r

Sollten Sie Fragen zu den hier vorgestellten Themen haben, rufen Sie uns unter der angegebenen Service-Nummer an, schicken Sie uns eine E-Mail oder schreiben Sie uns an die angegebene Adresse.

be

KONTAKT

10 – Pitopia, 11 – Pitopia

ber, Paranüssen und Mais enthalten.  Siehe auch Seite 6

Straße, Nr.

Lungenkrebs wird leider oft erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt

PLZ, Ort

E-Mail


Lebenswege - Zeitschrift für Krebspatienten und ihre Angehörigen Ausgabe 38