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Lebenswege Ausgabe 25 · August 2008

Forum für Krebspatienten und ihre Angehörigen

Vom Krebs geheilt – aber doch nicht gesund? Mögliche Spätfolgen der Krebstherapie oft noch unklar Die Heilungschancen haben sich bei vielen Krebserkrankungen verbessert und liegen zum Teil sogar schon bei 80 bis 90 Prozent. Doch so mancher Patient steht nach dem ersehnten Urteil „geheilt“ vor neuen Problemen: Wie wird es weitergehen? Wird der Krebs zurückkehren? Oder wird sich ein anderer Tumor entwickeln? Gibt es Spätfolgen der Krebsbehandlung? Das alles sind Fragen, die die Patienten noch lange nach Therapieabschluss beschäftigen. „Pauschal lassen sich diese Fragen nicht beantworten“, sagt Dr. Gabriele Calaminus. In jedem Einzelfall muss nach ihren Worten geprüft werden, wie aggressiv die

Krebstherapie war und wie hoch die Gefahr eines Krankheitsrezidivs, also des späteren erneuten Auftretens der Krebserkrankung, ist. Vergleichsweise hoch ist zum Beispiel das Risiko für einen späteren Brustkrebs, wenn Mädchen oder junge Frauen wegen eines Lymphknotenkrebses eine Bestrahlung im Brustbereich erhalten. Bei anderen bösartigen Erkrankungen können sich Zweiterkrankungen in anderen Organbereichen entwickeln. „Wir wissen zum Beispiel, dass Kinder, die an einer Leukämie erkrankt waren und eine Schädelbestrahlung erhalten haben, ein erhöhtes Risiko haben, später einen Hirntumor zu entwickeln“, sagt die

Münsteraner Medizinerin. Dank der hohen Heilungsraten bei Leukämien und Hirntumoren im Kindesalter weiß man nach ihren Worten über Spätfolgen bei Kindern und Jugendlichen generell ganz gut Bescheid. Klar ist zum Beispiel, dass Kinder nach einer aggressiven Krebsbehandlung in ihrem Größenwachstum beeinträchtigt sein können, dass oft die Pubertät verzögert verläuft und dass Einbußen bei der Fruchtbarkeit bestehen können. Wenig aber weiß man bislang über die Langzeitfolgen der Krebserkrankung und ihrer Behandlung im Erwachsenenalter.  Siehe Interview Seite 2

Wie sage ich es meinen Liebsten? Krebsdiagnose belastet die ganze Familie Die Diagnose „Krebs“ belastet nicht nur den betroffenen Menschen, sondern sein ganzes Umfeld. Wie wird mein Partner mit der Erkrankung fertig? Wie teile ich ihm am besten mit, dass ich Krebs

habe? Wie sagen wir es unseren Kindern? Das sind Fragen, die viele Krebspatienten bewegen. Am besten können sich in eine solche Situation diejenigen eindenken, die diese Erfahrungen bereits

Persönliche Schilderungen Frauen mit Brustkrebs und ihre Angehörigen sind aufgerufen zu berichten, wie sie das Gespräch über den Krebs angegangen sind und was ihnen dabei geholfen hat. Die persönlichen Schilderungen können – möglichst zusammen mit einem Foto bis zum 31. März 2009 eingereicht werden bei „Durch die Brust ins Herz“, Postfach 511170, 50947 Köln. Eine Auswahl der Beiträge soll als Dokumentationsband erstellt werden und anderen Patienten

Hilfestellungen im Gespräch mit ihren Angehörigen geben. 

selbst gemacht haben. Die Kampagne „Durch die Brust ins Herz – Herausforderung Brustkrebs“ hat deshalb Brustkrebs-Patientinnen und Angehörige eingeladen, von der Situation zu erzählen, in der sie über die Diagnose gesprochen haben. Die Betroffenen sind aufgerufen zu berichten, wie sie die Ohnmacht im Angesicht der Krebsdiagnose erlebt haben und was ihnen bei dem Gespräch mit ihren Liebsten geholfen hat. „Uns interessiert, welche Worte die Betroffenen gewählt haben, um die Sprachlosigkeit der Diagnose zu überwinden, und wie die Gefühle und Gedanken ihrer Angehörigen in diesem Moment aussahen“, sagte ZDF-Moderatorin Susanne Conrad (Foto) als Schirmherrin der Kampagne. Eine Auswahl der Einsendungen, die bis März 2009 möglich sind, wird anschließend als Dokumentationsband veröffentlicht. 

Isolierte Krebszellen – bizarr anzusehen

Nationaler Krebsplan vorgestellt Die Versorgung von Krebspatienten zu sichern und zu verbessern – das ist Ziel des „Nationalen Krebsplans“. Das neue Projekt wurde vom Bundesgesundheitsministerium gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren erarbeitet. „Es soll die Früherkennung stärken und die Zusammenarbeit aller Akteure voran bringen“, sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Außerdem soll die Qualität der Patientenversorgung weiter entwickelt und verbessert werden, meinte dazu Professor Dr. Michael Bamberg, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft. Dies ist notwendig, da die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen stetig steigt. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern: Denn durch die Fortschritte bei der Krebstherapie verläuft die Erkrankung oftmals „chronisch“. „Immer mehr Menschen, die früher an einer Krebserkrankung gestorben wären, überleben, wenngleich der Krebs nicht in allen Fällen völlig geheilt werden kann“, erklärte Bamberg. 

Bauchspeicheldrüsenkrebs – es gibt Fortschritte Fortschritte gibt es beim Bauchspeicheldrüsenkrebs: Die Lebenserwartung der Patienten wird deutlich länger, wenn sie zusätzlich zu der herkömmlichen Chemotherapie den Wirkstoff Erlotinib erhalten. Das berichtete Professor Dr. Volker Heinemann kürzlich in München. Einen weiteren Erfolg Erlotinib hemmt Wachstumsfaktoren in der Zelle. vermeldeten Forscher beim ASCO, dem weltgrößten Krebskon- kung bei Patienten mit bereits megress kürzlich in Chicago. Dort wur- tastasiertem Bauchspeicheldrüsenden erste Daten vorgestellt, wonach krebs verlängern lässt. Bevacizumab die zusätzliche Behandlung mit dem hemmt die Ausbildung von BlutgeWirkstoff Bevacizumab die Zeit oh- fäßen, mit denen der Tumor sich  ne Fortschreiten der Tumorerkran- mit Nährstoffen versorgt.


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An mögliche Spätfolgen denken Interview mit Dr. Gabriele Calaminus, Universitätsklinik Münster

Dr. Gabriele Calaminus Geheilt – und doch bleiben viele Ängste. Worauf nach dem Abschluss einer Krebserkrankung zu achten ist, erläutert Dr. Gabriele Calaminus vom Universitätsklinikum in Münster. Frau Dr. Calaminus, es gibt mehr und mehr Menschen, die eine Krebserkrankung überleben und als geheilt gelten. Mit welchen Spätfolgen müssen diese Menschen rechnen? Die möglichen Spätfolgen ergeben sich meist aus der Behandlung und deren Aggressivität. Bei Patienten, die eine aggressive Chemo- und/ oder Strahlenbehandlung erhalten haben, drohen andere Langzeitfolgen als bei Patienten, bei denen

Nachrichten Ältere und alte Krebspatienten sollen stärker in klinische Studien einbezogen werden. Der besseren Versorgung dieser Patienten sollen so genannte Registerstudien dienen, in denen die Behandlung abhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten getestet wird. Dieser wird dabei jeweils durch eine besondere Untersuchung erhoben. Das hat Dr. Ulrich Wedding aus Jena mitgeteilt, der dort die klinische Forschungsgruppe „Geriatrische Onkologie“ koordiniert.  Mit dem Rauchen aufzuhören, lohnt sich: Schon nach nur fünf Jahren des Nikotinverzichtes geht bei Frauen das Lungenkrebsrisiko deutlich zurück, wie amerikanische Forscher herausgefunden haben. Allerdings dauert es rund 30 Jahre, bis es so niedrig ist wie bei Frauen, die stets Nichtraucher waren.  Hodenkrebs wird weniger aggressiv als noch vor Jahren behandelt. Im Frühstadium ersetzt meist eine Überwachungsstrategie ohne oder mit nur minimaler Therapie die früher übliche aggressive chirurgische Behandlung oder die Strahlentherapie. Darauf hat Professor Dr. Hans-Joachim Schmoll, Halle, bei einem ESMO-Sympsium in München hingewiesen. 

der Tumor durch eine Operation entfernt werden konnte. So kann es zum Beispiel bei Frauen nach einer Brustoperation zur Entwicklung eines Lymphödems im Arm kommen. Hat die Frau auch eine Strahlenbehandlung erhalten, so besteht zusätzlich ein erhöhtes Risiko, dass sich im Bestrahlungsfeld ein Zweittumor entwickelt. Die Gefährdung ist dabei abhängig von der eingesetzten Strahlendosis und kann immer nur ganz individuell beurteilt werden.

Chemotherapeutika behandelt wurde. Es gibt Substanzen, die den Herzmuskel schädigen können, andere wirken ungünstig auf die Leber, wieder andere können die Nierenfunktion oder das Gehör beeinträchtigen. Das muss beim Nachsorgeprogramm berücksichtigt werden, damit auftretende Folgekomplikationen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Geschieht das schon regelmäßig? Bei Kindern und Jugendlichen gibt

es standardisierte Nachsorgeprogramme und wir arbeiten daran, jedem Patienten nach der Heilung eine Art Wegweiser an die Hand geben zu können, was in seinem individuellen Fall zu beachten ist. Bei den Erwachsenen stehen wir leider mit solchen Programmen noch am Anfang. Wir lernen derzeit von der Situation bei den Kindern, sind aber noch längst nicht so weit. Es macht deshalb Sinn, dass man sich als Patient selbst gut informiert, worauf zu ach-

Welche Konsequenzen hat das? Man muss sich der Gefährdung bewusst sein und die Patienten entsprechend überwachen. Im Hinblick auf die Strahlentherapie raten wir den Betroffenen, sich mindestens fünf Jahre lang einmal pro Jahr bei einem Strahlentherapeuten vorzustellen und entsprechend untersuchen zu lassen. Welche Folgen kann eine Chemotherapie haben? Das hängt davon ab, mit welchen

Krebspatienten sollten auch nach der Heilung noch regelmäßig untersucht werden.

ten ist und im Zweifelsfall auf die notwendigen Untersuchungen drängt. Wichtig ist es auch, die angebotenen Rehabilitationsmaßnahmen wahrzunehmen, da hierbei auch Hilfestellungen im Umgang mit den Folgen einer Krebserkrankung gegeben werden. Wie sieht es mit der psychischen Belastung als Folge der Krebserkrankung aus? Jede Krebserkrankung ist generell eine enorme psychische Belastung, weshalb Krebspatienten aus meiner Sicht ganz allgemein das Angebot einer psychoonkologischen Betreuung erhalten sollten. Das gilt für die Zeit der Therapie und es gilt auch für die Zeit danach, in der viele Patienten weiter von Ängsten geplagt werden, dass sich erneut ein Krebs entwickeln könnte. Leider ist die Betreuung über die Heilung hinaus heutzutage noch kein Standard.  Frau Dr. Calaminus, haben Sie vielen Dank für das Gespräch.

Aktion „Selbsthilfe gegen Lungenkrebs“ Peter Lustig ruft zur Gründung von Selbsthilfegruppen auf Speziell für Lungenkrebspatienten werden mehr Selbsthilfegruppen gebraucht. Bislang bestehen nur drei dieser Gruppen, weshalb Ärzte, Wissenschaftler und Vertreter der Selbsthilfe zur Gründung weiterer Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland aufrufen. In Berlin wurde dazu jetzt der Startschuss der Aktion „Selbsthilfe gegen Lungenkrebs“ gegeben. Mit von der Partie war Peter Lustig, der vor etwa 25 Jahren selbst an Lungenkrebs erkrankt war. Der TV-Moderator der Sendung „Löwenzahn“ ist auch auf der neu eingerichteten Webseite der Aktion zu sehen und er-

klärt dort in gewohnt einfach verständlicher Art und Weise in drei Filmen, wie Lungenkrebs diagnostiziert werden kann, wie ein Lungenfunktionstest abläuft und welche Möglichkeiten der Behandlung von Lungenkrebs es mittlerweile gibt. Wie wichtig die Selbsthilfe vor allem für Lungenkrebs-Patienten ist, machte Barbara Baysal, Mitbegründerin der Berlin Initiative beim Aktions-Startschuss deutlich: „Von ihrem Umfeld und allgemein von der Öffentlichkeit werden die Betroffenen oft diskriminiert und ihre lebensbedrohliche Erkrankung wird mit Tabus belegt“, sagte Frau Baysal.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 46.000 Menschen neu an Lungenkrebs.

„Mein Selbstvertrauen und die Freude an den vielen kleinen Dingen im Leben haben mir eine große Lebenskraft geschenkt, die zu meiner Heilung sicherlich beigetragen hat“, sagt Peter Lustig, der Ende der 80er Jahre an Lungenkrebs erkrankte. Es wurde ihm eine Lungenhälfte entnommen und die Ärzte hatten ihn nach verschiedensten Komplikationen fast schon aufgegeben. Doch der TV-Moderator erholte sich und arbeitete zum Teil sogar schon während seines Krankenhausaufenthaltes weiter an seiner Sendung „Löwenzahn“. Selbsthilfegruppe können in einer solchen Situation Hilfen bieten, die Familienangehörige, Freunde und auch die Ärzte nicht leisten können, so Frau Baysal. Denn die Selbsthilfe kann sich nach ihren Angaben gezielt um die Patienten kümmern, ihre Nöte besser verstehen und sie fördert zugleich den Austausch untereinander. 

Zur Sache: Wer eine Selbsthilfegruppe für Lungenkrebs gründen will, erhält nähere Informationen auf der Aktions-Webseite, die über www. selbsthilfe-lungenkrebs.de zu erreichen ist oder direkt bei der Berliner Selbsthilfegruppe unter der Telefonnummer 030-66620069 und ab 18 Uhr unter 030-72324905.


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Brustkrebs – die Therapie macht weiter Fortschritte Neue Daten beim weltweit größten Krebskongress

Prof. Dr. Nadia Harbeck Fortschritte vollziehen sich in der Medizin selten in großen, sondern fast immer in kleinen Schritten. So ist es auch beim Brustkrebs. Das zeigen neue Studiendaten, die beim weltweit größten Krebskongress, dem ASCO, in Chicago vorgestellt wurden. Dort wurden den anwesenden Krebsexperten erstmals Daten der so genannten AVADOStudie präsentiert. In dieser Studie wurden Frauen mit fortgeschrittener Brustkrebserkrankung,

deren Krebszellen aber nicht den Marker HER2 an ihrer Oberfläche tragen, mit dem Wirkstoff Bevacizumab behandelt. Dieser verhindert, dass die Tumorzellen die Bildung neuer Blutgefäße im Körper veranlassen, über die sich der Tumor dann mit Nährstoffen versorgt. Das aber ist notwendig, damit er wachsen kann. Wird die Gefäßbildung gestoppt, so wird das weitere Tumorwachstum aufgehalten – eine Erkenntnis, die auch bei der Behandlung anderer Krebsformen wie dem Darmkrebs und dem Lungenkrebs bereits erfolgreich genutzt wird. „Wir haben beim Brustkrebs gesehen, dass sich die Zeitspanne ohne Fortschreiten der Krebserkrankung verdoppeln lässt, wenn die Frauen neben der üblichen Chemotherapie auch Bevacizumab

Blasenkrebs – noch unterschätzt

erhalten“, erläutert Professor Dr. Nadia Harbeck aus München die neuen Studiendaten. Die Krebsexpertin macht gleichzeitig darauf aufmerksam, dass die Behandlung keinesfalls die Lebensqualität der Frauen, die in aller Regel in einem guten Allgemeinzu-

stand sind, schmälert. Im Gegenteil, es gibt sogar Beobachtungen, dass sich die Frauen unter dem Hemmstoff der Gefäßneubildung (Angiogenesehemmer), der bereits seit einem Jahr zur Behandlung von Brustkrebs zugelassen ist, sogar deutlich besser fühlen. 

Nachrichten Am Prostatakrebs sind in Tirol deutlich weniger Männer verstorben, nachdem dort ein kostenloser PSA-Suchtest eingeführt worden ist. Mit dem Test wird nach einer Erhöhung des Prostata-spezifischen Antigens gefahndet, das ein Hinweis auf die Krebserkrankung sein kann. Konkret hat sich die Sterberate beim Prostatakrebs in den 15 Jahren, seit der Test kostenfrei in Tirol angeboten wird, halbiert.  Ein Bluttest soll künftig Darmkrebs schon im Frühstadium aufspüren können. Der Test, an dessen Entwicklung Forscher des Universitätsklinikums Bonn arbeiten, schlägt Alarm, wenn ein bestimmtes Protein, das so genannte Dickdarmkrebs-spezifische Antigen, im Blut vermehrt vorkommt. Es scheint in den Dickdarmzellen die Genaktivität zu regulieren. Die Forscher arbeiten nun daran, die Empfindlichkeit und die Zuverlässigkeit des Testverfahrens zu verbessern. 

Auch beim metastasierten Brustkrebs gibt es Therapiefortschritte.

Neues auch beim HER2-positiven Brustkrebs

Leben mit der Ersatzblase Blut im Urin – an Blasenkrebs denken zunächst die wenigsten Betroffenen. Doch diese Diagnose wird jährlich in Deutschland fast 30.000 Mal gestellt. Der Harnblasenkrebs steht damit laut der Deutschen Gesellschaft für Urologie an vierter Stelle der Krebserkrankungen bei Männern. Bei Frauen ist er deutlich seltener und liegt in der Häufigkeitsstatistik auf Platz acht.

Die Heilungschancen bei Blasenkrebs hängen entscheidend davon ab, wie frühzeitig der Tumor erkannt wird. Ist er bereits tief in die Blasenwand hinein gewachsen, so muss die Harnblase entfernt werden. Vielen Patienten kann anschließend mit einer Harnersatzblase geholfen werden. Sie wird aus Teilen des Dünndarms gebildet und an die Stelle der natürlichen Harnblase platziert, wo sie deren Funktion übernimmt. Die

Auch bei der Behandlung von Brustkrebs mit erhöhter Anzahl von HER2-Rezeptoren auf der Zelloberfläche melden die Krebsforscher beim ASCO Fortschritte. Die so genannten HER2-positiven Tumore sind in aller Regel besonders aggressiv, lassen sich andererseits aber mit dem Antikörper Trastuzumab, besser bekannt unter dem Handelsnamen Herceptin®, gut behandeln. Durch die Bindung des Antikörpers an den HER2-Rezeptor der Tumorzelle wird das Tumorwachstum gestoppt und die Tumorzelle markiert, sodass das körpereigene Immunsystem die Krebszellen erkennen und zerstören kann.

Neue Studiendaten zeigen, dass teres Fortschreiten der TumorerTrastuzumab auch bei Brust- krankung verlängern“, berichtete krebspatientinnen noch wirksam in Chicago Studienleiter Profesist, bei denen der Krebs während sor Dr. Gunter von Minckwitz aus  einer vorangegangenen Behand- Frankfurt. lung mit dem Antikörper fortgeschritten war. Die Studienpatientinnen erhielten eine erneute Chemotherapie und anschließend Trastuzumab. „Auch bei diesen Frauen bleibt der Antikörper bei einer erneuten Behandlung wirksam und kann die Zeit ohne KrankheitsChicago war in diesem Jahr das Mekka der zeichen und ohne weiKrebsforscher.

Hilfe bei Knochenmetastasen Weniger Schmerzen und weniger Knochenbrüche

Patienten mit Blasenkrebs kann durch das Schaffen einer „Ersatzblase“ oft wieder zu einem weitgehend normalen Leben verholfen werden. Der Unterschied in der Häufigkeit von Blasenkrebs zwischen Mann und Frau erklärt sich durch die unterschiedlichen Rauchgewohnheiten. Denn das Zigarettenrauchen ist ein entscheidender Risikofaktor auch beim Blasenkrebs.

Ersatzblase hat eine ähnliche Kapazität wie die ursprüngliche Blase und wird an den normalen Harnleiter angeschlossen. So erlaubt sie rund 70 % der Menschen mit fortgeschrittenem Blasenkrebs ein weitgehend normales Leben bei guter Lebensqualität. 

Beim fortgeschrittenen Brustkrebs ist das Risiko hoch, dass sich Knochenmetastasen bilden. Die betroffenen Frauen haben unbehandelt meist große Schmerzen. „Außerdem besteht die Gefahr, dass es zu Knochenbrüchen kommt“, betont Professor Dr. Ingo J. Diel aus Mannheim. Durch die Behandlung mit speziellen Wirkstoffen, den so genannten Bisphosphonaten, die auch bei der Osteoporose eingesetzt werden, lassen sich die Schmerzen lin-

dern. Gleichzeitig wird mit dieser Behandlung Knochenbrüchen entgegengewirkt. Denn die Bisphosphonate hemmen die Knochenzerstörung durch die Metastasen und senken so das Frakturrisiko. Trotz der gleichen Wirkweise gibt es Unterschiede bei dieser Medikamentengruppe, stellt Professor Diel fest. So kann Ibandronat sowohl als Tablette wie auch als 15-minütige Kurzinfusion verabreicht werden.

In klinischen Studien wurde nachgewiesen, dass beide Formen vergleichbar wirksam sind. Frauen mit starken Schmerzen kann durch die Kurzinfusion deshalb schnell geholfen werden. Bei der weiteren Behandlung können die Frauen dann zwischen Kurzinfusion und Tablette wählen. Denn die Umstellung von der einen auf die andere Behandlungsform ist laut Professor Diel problemlos möglich. 


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Den Krebs verstehen Wissen stärkt im Kampf gegen den tumor Ängste werden sehr oft durch Unsicherheiten und durch NichtWissen genährt. Speziell für Krebspatienten ist es deshalb wichtig, sich über ihre Erkrankung zu informieren, über die Natur des Tumors Bescheid zu wissen und zu verstehen, wie die Ärzte versuchen, den Krebs zu

behandeln und welche Strategien sie dabei verfolgen. Selbstverständlich gibt es zahlreiche Literatur zu diesem Thema und die Vielfalt des Informationsangebotes im Internet ist schon fast unübersehbar groß. Dennoch sollen an dieser Stelle exemplarisch einige Titel vorgestellt wer-

den, die umfassend über Krebs, über einzelne Krebsformen und auch über spezielle Fragen wie zum Beispiel den „Kinderwunsch bei Krebs“ informieren. Sie sind teils über den Buchhandel zu beziehen, können teils als Informationsbroschüre, aber auch kostenfrei angefordert werden. 

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„Über-Lebensbuch Brustkrebs“ Es ist ein weiter Weg von der Diagnose „Brustkrebs“ bis zur Nachsorge. Und es ist ein Weg, der von vielen Fragen begleitet ist. Umfassende Antworten auf die Fragen, die Frauen auf diesem Weg beschäftigen, gibt das „Über-Lebensbuch Brustkrebs“ von Ursula Goldmann-Posch und Rita Rosa Martin, das jetzt in dritter Auflag erschienen ist. Das Buch versteht sich als Wegweiser für mündige Patientinnen durch alle Phasen der Diagnostik und Therapie einer Brustkrebserkrankung. Es behandelt die vielfältigen Therapiemöglichkeiten, aber auch Fragen wie „Was kann ich selbst künftig für mich tun?“ Im Anhang befindet sich ein persönliches Therapietagebuch, in das erkrankte Frauen zum Beispiel ihre Laborwerte eintragen können, sowie „Notizzettel“ unter anderem mit Fragen an den behandelnden Onkologen, an den Chirurgen, den Pathologen und an den Strahlentherapeuten. Das „Über-Lebensbuch Brustkrebs“, 360 Seiten, 17 Abb., 25 Tab., mit herausnehmbaren Therapietagebuch, ist im Schattauer Verlag erschienen (ISBN 978-3-7945-2604-8) und kostet 34,95 Euro. 

einsicht in die Krankenakte Serie Patientenrechte Was hat die Untersuchung ergeben? Sagt der Arzt mir auch wirklich die Wahrheit? Das sind Fragen, die sich klären lassen, wenn man tatsächlich die erhobenen Befunde liest. Was viele Patienten nicht wissen: Sie haben jederzeit das Recht darauf, Einsicht in ihre Krankenakte zu nehmen und können so den Krankheitsverlauf, die durchgeführten Untersuchungen und auch die erhobenen Befunde sowie die Therapiemaßnahmen kontrollieren. Denn jeder behandelnde Arzt ist verpflichtet, all diese Daten in der Krankenakte zu dokumentieren. Ziel dieser Vorgabe ist es, dass der Arzt – oder auch ein Kollege von ihm, wenn eine Zweitmeinung eingeholt wird – sich jederzeit rasch einen Überblick über den Krankheitsverlauf verschaffen kann. Die sorgfältige Dokumentation aller Maßnahmen soll außerdem dazu beitragen, dass die Patienten sachgerecht behandelt werden. „Das Recht auf Einsicht in die Patientenakte besteht insbesondere auch unabhängig davon, welche Gründe der Betreffende hier-

für hat und ob er die Informationen möglicherweise braucht, um einen Haftungsprozess anzustreben“, sagt Rechtsanwältin Dr. Astrid von Einem aus Köln. Der Arzt muss dem Patienten dabei jedoch nur Kopien der Befunde überlassen, wobei die Kopierkosten vom Patienten zu erstatten sind. Kein Recht hat der Patient hingegen auf die Herausgabe der Originalakte. Diese kann er aber in den Praxisräumen des Arztes einsehen. „Übrigens müssen die Befunde wie auch die handschriftlichen Anmerkungen lesbar sein“, so Rechtsanwältin Dr. von Einem. Der Arzt ist aber nicht verpflichtet, dem Patienten gängige medizini-

sche Abkürzungen oder Diagnose-Verschlüsselungen zu erklären oder zu entschlüsseln. Eine solche Entschlüsselung ist jedoch mit relativ wenig Aufwand über das Internet möglich.  Haben Sie Fragen? Die Serie zum Thema Patientenrechte entsteht in enger Zusammenarbeit mit der Rechtsanwaltskanzlei Norbert Bauschert und Dr. Astrid von Einem aus Köln. Die Kanzlei ist auf sozial- und medizinrechtliche Fragestellungen spezialisiert. Wenn Sie Fragen zu Ihren Rechten als Patient haben, können Sie diese an die Lebenswege-Redaktion (Bahnhofstr. 21, 65549 Limburg, info@2xfromm. de) richten. Die Anfragen werden gesammelt und an die Rechtsanwälte weitergeleitet.

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„Bauchspeicheldrüsenkrebs – erkennen – Begreifen – Behandeln“ Speziell an Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs wendet sich eine Informationsbroschüre, die umfassend die wichtigsten Fragen rund um die Erkrankung aufgreift. Denn der Bauchspeicheldrüsenkrebs ist noch mit vielen Unsicherheiten behaftet und wird in der Öffentlichkeit kaum thematisiert, schreibt Professor Dr. Volker Heinemann aus München in seinem Vorwort zu der Broschüre. Diesem Manko will die Broschüre abhelfen und den Betroffenen wie auch deren Angehörigen Hilfestellungen im Umgang mit der Erkrankung geben. Dabei werden die üblichen Diagnoseverfahren wie auch die Therapiemöglichkeiten behandelt und es werden praktische Tipps zum Thema Ernährung und Bewegung sowie zur Krankheitsbewältigung vermittelt. Die Broschüre „Bauchspeicheldrüsenkrebs: Erkennen – Begreifen – Behandeln“ kann kostenfrei bei der Roche Pharma AG, 79630 Grenzach-Wyhlen, angefordert werden. 

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„Leben bis zum Schluss“ Mancher Krebspatient entwickelt auch bei ungünstigen Aussichten eine unerschütterliche Hoffnung auf Heilung. Andere reagieren mit Trauer und Resignation, wieder andere gehen mit großem Kampfeswillen gegen die Erkrankung vor. Ein Buch über die eigenen Erfahrungen zu schreiben, über die Art und Weise, wie man die Erkrankung oder die eines nahestehenden Angehörigen bewältigt hat, ist auch eine Form der Verarbeitung, von der man als ebenfalls Betroffener möglicherweise lernen und aus der man Kraft für die eigene Krankheitsbewältigung ziehen kann. Ein solches Buch hat Petra Thorbrietz geschrieben. „Leben bis zum Schluss“ – so lautet der Titel. Die Journalistin beschreibt eindrucksvoll, was sie erlebte und wie sie sich fühlte, als ihr Mann an einer aggressiven Krebsform erkrankte. Er verstarb nur dreieinhalb Monate später – dreieinhalb Monate, in denen ihr Mann und auch sie selbst sich mit der Erkrankung und sehr intensiv auch mit den Themen Tod und Sterben auseinander gesetzt haben. Frau Thorbrietz will mit dem Buch, das sie selbst eine „persönliche Streitschrift“ nennt, aber auch alle Betroffenen motivieren, sich mit dem Leben und auch mit dem Sterben auseinander zu setzen. Sie beschreibt die Phasen der Hoffnung, der Wut und der Verzweiflung, ihre Angst vor dem Verlust des Partners, ihre Trauer bei seinem Tod. Und sie hält mit dem Beschreiben ihrer Geschichte ein „Plädoyer für ein würdevolles Sterben“ und kämpft für einen offenen Umgang mit Krebspatienten, damit diese „Mensch sein dürfen bis zuletzt“. Das Buch ist erschienen bei Zabert Sandmann Debatten, 176 Seiten, ISBN 978-3-89883-186-4 und kostet16,95 Euro. 


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Psychoonkologische Gespräche helfen bei der Krankheitsbewältigung So mancher Krebspatient fühlt sich mit seinen Problemen alleine gelassen und hat niemanden, mit dem er seine innersten Sorgen und Ängste besprechen kann oder will. Eine wertvolle Hilfe in einer solchen Situation sind psychoonkologische Gespräche, wie sie inzwischen in vielen Kliniken, in denen krebskranke Menschen betreut werden, angeboten werden. Verständnis geben, Zuhören, Da-Sein, wenn der Krebspatient über seine Probleme, sein Nöte und seine Ängste sprechen möchte. Ihm zuhören, wenn er Themen ansprechen möchte, die er mit seinen Angehörigen nicht bereden kann. Ihm helfen, seine eigenen Ressourcen der Krankheitsbewältigung zu nutzen, wenn die Ängste und Sorgen übermächtig zu werden drohen – das sind Ziele solcher Gespräche mit eigens hierfür ausgebildeten Psychologen.

Über ihre Krebserkrankung zu sprechen, fällt vielen Betroffenen schwer. So mancher Krebspatient aber scheut die „Sitzung“ beim Psychoonkologen. „Ich habe Krebs und keine Macke“ – das bekommen diese nicht selten zu hören, wenn sie über ihr Gesprächsangebot informieren. Bei dem Beratungsangebot aber geht es keineswegs darum, eine „psychische Erkrankung“ zu behandeln. Ziel ist es vielmehr,

die psychische Belastung, die mit einer Krebserkrankung praktisch immer verbunden ist, zu lindern. Nicht jeder Patient braucht diese Hilfe. Andererseits aber kann vielen Patienten so geholfen werden, mit den psychischen Belastungen besser fertig zu werden und damit die Krankheit auch insgesamt besser bewältigen zu können.

Denn die Diagnose Krebs wird von vielen Patienten als Lebenskrise erlebt und nicht selten fehlen ihnen Strategien, wie mit dieser Krise umzugehen ist. Diese Hilflosigkeit kann sich ganz unterschiedlich äußern. Manche Patienten können dann über ihre Probleme sprechen, andere weinen und schreien, wieder andere ziehen sich zurück, verstummen und scheinen in ihren Gefühlen regelrecht zu erstarren. Das alles sind Reaktionen, die völlig normal sind und die seelische Belastung widerspiegeln. Psychologische Hilfe ist immer dann ratsam, wenn die Betroffenen selbst glauben, dass ihnen dieser Weg gut tun kann, und wenn sie die Belastungen als überstark empfinden. Dann können Gespräche mit dem geschulten Psychoonkologen helfen, die Probleme auf emotionaler Ebene zu verarbeiten. 

Sich dem Krebs nicht einfach ergeben interview mit Professor Dr. Volker tschuschke aus Köln Es lohnt sich, dem Krebs kämpferisch gegenüberzutreten. Sich nicht in sein Schicksal zu ergeben, sondern positive Lebensziele zu formulieren. Diese Ansicht vertritt Professor Dr. Volker Tschuschke. Wie die Patienten von einer solchen Haltung profitieren, erläutert der Psychologe in einem Interview.

Professor Tschuschke ist Leiter der Abteilung Medizinische Psychologie der Universitätsklinik Köln. Herr Professor Tschuschke, wann brauchen Krebspatienten eine psychoonkologische Betreuung? Ob ein Patient eine psychoonko-

Mit Bewegung gegen die Krebs-erschöpfung Zu den Maßnahmen, die das emotionale Erleben der Krebserkrankung und ihrer Therapie positiv beeinflussen, gehören neben den psychoonkologischen Gesprächen und der Gruppentherapie unter anderem auch die Kunsttherapie oder die Musiktherapie. Besonders gut in Studien belegt ist der günstige Einfluss körperlicher Bewegung. Regelmäßige körperliche Aktivität trägt in besonderem Maße dazu bei, dass sich die chronische Müdigkeit und die massive Erschöpfung (Fatigue), unter der viele Krebspatienten leiden, wieder bessern. Dazu sind keine sportlichen Höchstleistungen notwendig. Ein täglicher Spaziergang, der langsam aber sicher in der Zeit ausgedehnt wird, hilft ebenso wie zum Beispiel regelmäßige Regelmäßige Bewegung tut gymnastische Übungen.  auch der Seele gut.

logische Betreuung braucht oder nicht, hängt wesentlich davon ab, ob er genügend innere Kräfte und psychische Stabilität besitzt, um mit einer solchen Belastungssituation fertig zu werden. Auch spielt es eine Rolle, wie groß der Rückhalt des Patienten in seinem sozialen Umfeld ist. Etwa zwei Drittel der Betroffenen verkraften die Diagnose und auch die Krebsbehandlung ohne professionelle Hilfe. Jeder dritte Patient ist aber so stark durch die Krebserkrankung in seinem Erleben belastet, dass eine gezielte psychologische Betreuung ratsam ist. Was kann eine psychoonkologische Betreuung dagegen ausrichten? Ziel der Maßnahmen ist es, dem Patienten beim Aufbau von positiven Bewältigungsstrategien zu helfen, beim Ziehen seiner Lebensbilanz und auch bei der Entwicklung neuer Lebensziele. Wir wissen, dass ein Gespräch mit einem entsprechend geschulten Psychoonkologen auf Krebspatienten befreiend wirkt, sie entlastet und ihre Sorgen und Nöte lindern kann. Auch können oftmals irrationale Ängste, die sich um die Chemotherapie oder um die Strahlenbelastung ranken, in einem solchen Gespräch abgebaut werden.

Prof. Dr. Volker Tschuschke Viele Patienten geben zudem an, nach der Behandlung wieder mehr Lebensqualität zu erfahren und wieder mehr Lebensfreude zu spüren. Was sind positive Bewältigungsstrategien? Es wirkt sich nach unserer Erfahrung allgemein günstig auf die Patienten aus, wenn sie sich nicht aufgeben, wenn sie sich dem Krebs nicht hilflos ausgeliefert fühlen, wenn sie nicht fatalistisch resignieren und sich sozial zurückziehen, sondern den Kampf gegen den Krebs aufnehmen. Zwar fehlen noch weitere wissenschaftliche Beweise hierfür, aber es gibt gute Hinweise darauf, dass Patienten, die rebellisch reagieren und die auch weiter positive Lebensziele verfolgen, bessere Überlebenschancen haben.  Herr Professor Tschuschke, haben Sie vielen Dank für das Gespräch.

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Ärzte sprechen häufig eine eigene Sprache und nicht immer haben sie Zeit, die medizinischen Fachbegriffe für die Patienten zu übersetzen. Mit „Medizinerdeutsch von A bis Z“ wollen wir zu etwas mehr Orientierung im Dschungel der Ärztesprache beitragen. Viele Krebspatienten müssen sich einer „Chemotherapie“ unterziehen. Dabei erhalten sie so genannte Zytostatika, Wirkstoffe, die die Tumorzellen abtöten sollen, die leider aber auch gesunde Zellen des Körpers schädigen. Die moderne Chemotherapie ist so ausgerichtet, dass die gesunden Zellen möglichst wenig beeinträchtigt werden. Die Behandlung kann in einigen Bereichen auch schon mit Tabletten zu Hause durchgeführt werden. Tumore werden häufig durch eine „Computertomographie“ nachgewiesen. Es handelt sich dabei um ein Untersuchungsverfahren, bei dem Teile des Körpers praktisch schichtweise geröntgt wird, wobei die Bilder vom Computer direkt zusammengesetzt werden. Es entsteht so ein dreidimensionales Bild, das Unregelmäßigkeiten im Gewebe wie Tumore oder auch Metastasen sichtbar macht. 

iMPreSSUM  Verlag Fromm & Fromm GmbH Medizinischer Fachverlag Verlagssitz: Achtern Felln 26 25474 Hasloh Tel.: 04106/6307-0 Fax: 04106/6307-15  Redaktionssitz: Bahnhofstr. 21, 65549 Limburg Tel.: 06431/21897-68 Fax: 06431/21897-10 E-mail: info@2xfromm.de www.2xfromm.de  Redaktion: Christine Vetter  Freie Mitarbeit: Dr. med. Klaus Steffen  Druck: Druckerei Möller, Berlin  „Lebenswege“ wird gefördert von der Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen.

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„ich habe Krebs – ich habe doch keine Macke“

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haarschonende chemotherapie

terMiNe Zu einem Krebs-Informationstag lädt der Verein lebensmut am 27. September 2008 ein. Die Veranstaltung findet von 10 bis 16 Uhr am Klinikum der Universität München, Campus Großhadern im Hörsaalbereich I statt. Programm und Informationen unter www.lebensmut.org oder telefonisch unter 089-70954 903 

Nicht immer kommt es zum haarverlust Der drohende Haarverlust ist vor allem für Frauen eine der am stärksten gefürchteten Nebenwirkungen der Chemotherapie. Der Verlust der Haare ist emotional sehr belastend, da er die Krebserkrankung praktisch jedermann signalisiert und daher regelrecht stigmatisierend wirkt. Er wird zudem von vielen Frauen als ein teilweiser Verlust der Weiblichkeit empfunden. Verursacht wird der Haarverlust direkt durch die Zytostatika. Diese greifen sich teilende Zellen an und zerstören damit nicht nur die sich überproportional häufig teilenden Krebszellen, sondern auch die Zellen, die für die Haarbildung verantwortlich zeichnen. Bei verschiedenen Tumoren wie

zum Beispiel dem fortgeschrittenen Brustkrebs ist auch eine Chemotherapie mit Tabletten möglich, die haarschonender ist. Dabei wird der Wirkstoff Capecitabin in inaktiver Form aufgenommen. Er durchläuft im Körper verschiedene Umwandlungsprozesse und wird erst im Bereich des Tumors zum wirksamen Zellgift aktiviert. Dadurch werden die Krebszellen wirksam attackiert, gesunde Körperzellen – und mit ihnen die Haarbildenden Zellen – aber bleiben weitgehend unbeeinträchtigt. Die Behandlung ist somit schonender, denn die Haare fallen nicht mehr büschelweise aus und dennoch ist die orale Chemotherapie ebenso wirksam wie

Bei modernen Behandlungsmethoden kommt es bei der Chemotherapie nicht mehr zwangsläufig zum Verlust der Haare. die Behandlung per Infusion. Sie hat den weiteren Vorteil, dass die Chemotherapie bequem zu Hause durchgeführt werden kann,

so dass Termine in der Klinik oder der Praxis entfallen und die Patienten flexibel und mobil bleiben. 

„Gute reinigung – gesunde haut“ Serie hautpflege und Kosmetik-tipps

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ein Gesichtswasser gebungsluft vielfältige, für das von der Haut gleich mit entohne Alkoholzusatz. menschliche Auge nicht sicht- fernt, die Poren werden wieDie Reinigungsmilch bare Staubpartikel und zahlrei- der frei und die Haut wird ins wird auf die Haut che Umweltsubstanzen befinden. gesamt geschmeidiger. aufgetragen, leicht Sie können sich auf der Haut abKosmeti keinmassiert und an- lagern und deren Poren verstopu schließend mit leich- fen. Durch die Hautporen werden tem Druck über Pads andererseits Schlacken und GiftWährend der Krebstherapie reagiert die Haut zusammen mit den stoffe aus dem Körper nach aubesonders empfindlich. Sie braucht dann aufgesogenen Fett- ßen befördert – eine Funktion auf mehr Pflege und muss vor allem morgens und Staubpartikeln die vor allem Krebspatieten nicht wieder entfernt. leichtfertig verzichten sollten. und abends gut gereinigt werden. Die gute Hautrei- Mit der Hautreinigung werden Wer eine gesunde Haut hanigung ist nach Frau Wehmeier die aus dem Körper ausgeschieben möchte, muss sich angewichtig, weil sich in unserer Um- denen Schlacken und Giftstoffe wöhnen, seine Haut regelmäßig sorgfältig zu reinigen. Was das bedeutet, weiß die Kölner Kosmetikerin Marion Wehmeier: „Unsere Haut braucht tägMilchmixgetränk mit energie lich eine gute Reinigung und das morgens und abends.“ Wichtig ist für Krebspatienten Tipp: Verwenden Sie Keimöle/ Fruchtig geht’s im Sommer zu. Nährwerte: eine milde Reinigung, am besSonnenblumenöle, diese sind geDazu passt ein Mixgetränk mit Energie: 513 kcal ten wählt man eine milde Reischmacksneutral. Kirschen und Bananen. Es bietet KH: 70 g nigungsmilch oder alternativ Weitere Rezepte für „EnergieVitamine, ist leicht zuzubereiten EW: 15 g reiche Mixgetränke” enthält die und kann die Kost von Krebspa- F: 20 g gleichnamige Broschüre, die kostienten gut ergänzen. Kalzium: 306 mg tenfrei angefordert werden kann Vitamine: bei der Roche Pharma AG, 79639 Zutaten (pro Person): Vitamin E: 6 mg Grenzach-Whylen.  1 kleine Banane Vitamin C: 15 mg Sollten Sie Fragen zu den hier 50 g Magerquark vorgestellten Themen haben, 150 ml Milch (3,5 % Fett) rufen Sie uns unter der 50 ml Sahne angegebenen Service-Nummer an, schicken Sie uns eine E-Mail 2 EL Maltodextrin oder schreiben Sie uns an die 1 EL kaltgepresstes Maiskeimöl angegebene Adresse. 1 EL Kirschsirup 1 EL Zucker

„Prostatakrebs“ so lautet das Thema der „Abendlichen Fragestunde“ der Bayrischen Krebsgesellschaft e. V. am 23. September 2008 in Regensburg. Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet von 19 bis 21 Uhr im Konferenzraum der Volkshochschule im ThonDittmer-Palais am Haidplatz statt. 

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Die Kampagne „Städte gegen Brustkrebs“ bieten Frauen mit Brustkrebs, Angehörigen sowie allgemein Interessierten in diesem Jahr noch in mehreren Städten Veranstaltungen zum Thema Brustkrebs mit dem Titel „Durch die Brust ins Herz – Herausforderung Brustkrebs“. Jeweils freitags und samstags gibt es spezielle Informationsstände in der Stadt, sonntags dann eine öffentliche und kostenfreie Informationsveranstaltung, die von der ZDFModeratorin Susanne Conrad geleitet wird. Mit von der Partie ist auch Sängerin Ina Deter, die vor Jahren selbst an Brustkrebs erkrankt war.

KONTAKT

KiBa – Kirsch-Banane

✆ @

06431/21897-68

info@lebenswege-forum.de www.lebenswege-forum.de

 Fromm & Fromm GmbH „Lebenswege“ Bahnhofstr. 21 D-65549 Limburg

Zubereitung: 1. Die geschälte Banane in Scheiben schneiden 2. Alle Zutaten in einem Mixer pürieren 3. Kalt servieren

Die Veranstaltungen finden statt am: 16.-17. August in Limburg, 17.-19. Oktober in Stuttgart und am 14.-16. November in Leipzig. Informationen gibt es unter www.brust krebszentrale, per Email anzufragen unter info@brust krebszentrale.de oder per Post unter „Durch die Brust ins Herz“, Postfach 511170, 50947 Köln. 


Lebenswege ­ Zeitschrift für Krebspatienten und ihre Angehörigen Ausgabe 25