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botanischer erlebnisführer deidesheim deutsche weinstraße

ein paradies für seltene gewächse

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botanischer erlebnisführer deidesheim deutsche weinstraße

ein paradies für seltene gewächse3


Wir danken für die freundliche Unterstützung

Frank-Lyden-Stiftung Deidesheim

Frank-Lyden-Stiftung Verbandsgemeindeverwaltung Deidesheim Deutsche Weinstraße e.V. Neustadt an der Weinstraße Kreissparkasse Bad Dürkheim-Grünstadt Bad Dürkheim Betonwerke Lösch GmbH Lingenfeld Stadtwerke Deidesheim Deidesheim Rathaus-Apotheke Deidesheim Garten- und Landschaftsgestaltung A. Steiger Bad Dürkheim Ingenieurbüro Fohs Deidesheim Büro für Bautechnik Deidesheim Baumschule Huben Ladenburg Baumschule Paul Oberholz Freinsheim Garten- und Landschaftsbau H. Clade Neustadt-Lachen-Speyerdorf Fa. Hövelmeier Kaiserslautern

Franz Josef Leidenheimer wurde am 09.11.1899 in Deidesheim geboren. Er graduierte an der Uni Mannheim im Jahre 1922 und wanderte 1924 in die USA aus, wo er sich Frank Lyden nannte.

Herausgeber: Stadt Deidesheim Frühjahr 1998 Layout, Satz, Lithografie: Concept K. E. Groß 67149 Meckenheim Fotografie: Paul Weißer ergänzt durch Bilder von Edgar Fußer, Karl Hoffmann Hermann Klaassen, Werner Sator Antje Verstl Rebsortenbilder: Dr. Fritz Schumann Archiv Concept K. E. Groß Archiv Tourist-Information Deidesheim Druck: Nino, Lachen-Speyerdorf ISBN 3-00-002627-4 Alle Rechte vorbehalten. Verwertung und Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur mit Einwilligung des Herausgebers oder der Autoren

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Vor seinem Tod am 8. April 1983, beschloß Lyden, daß sein Vermögen in drei Teile geteilt werden soll. Einen Teil hinterließ er seiner Frau und deren Verwandten, den zweiten Teil seinen Angestellten und den dritten Teil für wohltätige Zwecke der Stadt Deidesheim. Vorrangiger Zweck der Stiftung ist es, bedürftigen und begabten Schülern und Studenten den Besuch einer höheren oder weiterführenden Schule zu ermöglichen. Die Mittel der Stiftung können weiterhin eingesetzt werden für Stipendien, Unterstützung von Aktivitäten auf den Gebieten der Wissenschaften, der Literatur, der Kunst und Unterstützung von wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der Journalistik, der Erziehung und der Bildung, Unterstützung der wissenschaftlichen Modellvorhaben oder anderen einem Stiftungszweck nicht entgegenstehende Veranstaltungen mit überörtlicher Bedeutung.

Deutsche Weinstraße e.V. Wein & Tourismus Chemnitzer Str. 3, 67433 Neustadt an der Weinstraße Telefon 06321/9123-33 Fax 06321/9123-30 www.deutsche-weinstrasse.de E-Mail:Verein@Deutsche-Weinstrasse.de Faxabruf: 0621-700007-2218


Grünflächen der Stadt Deidesheim

Tourist-Information Bahnhofstraße 5 67146 Deidesheim Tel.: 06326/9677-0 Fax: 06326/9677-18 www.deidesheim.de eMail: touristinfo@deidesheim.de

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Paradies für seltene Pflanzen - Südländische Pracht in Deidesheim

Daß an der Deutschen Weinstraße und in Deidesheim guter Wein wächst, ist weithin bekannt. Doch längst noch nicht alle wissen, daß in dieser Urlaubsregion auch die Zitronen blühen - und sogar reif werden. Und die Feigen den Leuten quasi auf der Straße in den Mund wachsen. Die Natur meint es eben besonders gut: Während der Pfälzerwald, das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, die Westwinde abhält, mildern berühmte Weinlagen namens Hergottsacker oder Paradiesgarten im Lenz die kalten Nordwinde. So kommt es, daß Deidesheim einer der im Jahresmittel wärmsten Orte in Deutschland ist. In den Gärten der Deidesheimer Weingüter dokumentiert sich dieses mediterrane Klima in einer geradezu paradiesischen Vielfalt von südländischen Pflanzen, die hier seit Jahrhunderten gedeihen. Da diese Gärten der Öffentlichkeit aber selten zugängig waren, reifte die Idee des “mediterranen Hügels“. Hier sollten die Bürger und Besucher der Deutschen Weinstraße und Deidesheims ungestört die Vielfalt der südländischen Pflanzenpracht genießen können. Auf der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 1983 in München hat sich mir dann eine unverhoffte Chance geboten: Da ein Großteil der ausgestellten Gewächse den Münchner Winter nicht überstanden hätte, willigten die Verantwortlichen per Handschlag ein, ihre sorgsam gepflegten Pflanzen nach Deidesheim abzugeben. So holte dann im Herbst 1983 ein Lastzug viele hundert Bitterorangen,

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Mandarinen, Orangen, Zitronen, Kiwis, Granatäpfeln, Kakteen, Bougainvillien und andere paradiesische Gewächse aus Bayerns Hauptstadt nach Deidesheim. Einige Flaschen guten Deidesheimer Weines blieben als symbolische Gegenleistung in München. Der mediterrane Hügel ist inzwischen eine Attraktion und beliebtes Ziel botanischer Führungen im Sommer. Auch die anderen Parkanlagen, die in diesem Buch vorgestellt werden, sind zu beliebten Treffpunkten geworden. Ich freue mich, Ihnen ein Buch präsentieren zu können, das Sie zu einer botanischen Erlebnisreise durch Deidesheim und entlang der Deutschen Weinstraße animieren soll. Die Idee zu diesem Buch wurde gemeinsam mit dem Gärtnermeister Josef Dörr und dem ehemaligen Leiter der Tourist-Information Franz Josef Doll geboren. Die Umsetzung erfolgte durch seinen Nachfolger Stefan Wemhoener. Besonders freue ich mich, daß mit Dipl. Ing. Paul Weißer ein kompetenter Autor gefunden werden konnte. Ohne Sponsoren sind heutzutage Projekte wie diese nicht denkbar, weshalb mein besonderer Dank diesen Sponsoren gilt. Hier ist insbesondere die Frank Lyden-Stiftung zu nennen, die durch ihren Einsatz die Entstehung dieses Buches erst ermöglichte. Stefan Gillich Bürgermeister von Deidesheim

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Botanische Vielfalt Von der Natur geschenkt und von Menschen gepflegt

Dieses Buch ist geschrieben worden, um Bürger und Besucher der Urlaubsregion Deidesheim auf die Fülle von exotisch anmutenden Freiland- und Kübelpflanzen aufmerksam zu machen, die aufgrund von Herkunft und Wuchs, Blüte und Frucht etwas Besonderes darstellen. Den Grundstein für das Projekt hatte der langjährige Verbandsbürgermeister, Stefan Gillich, schon 1983 gelegt, als er eine Vielzahl mediterraner Pflanzen nach Abschluß der Internationalen Gartenschau von München nach Deidesheim brachte. Natürlich darf in diesem „Botanischen Erlebnisführer“ eine kurze Beschreibung der wichtigsten Rebsorten nicht fehlen. Diesen Beitrag hat Dr. Fritz Schumann von der Staatlichen Lehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau in Neustadt an der Weinstraße geleistet. Es sind 30 Rebsorten, und zwei Wildreben, die in Deidesheim am Verbindungsweg zwischen dem architektonisch gestalteten Teil des Stadtparks und dem angrenzenden landschaftsnahen Teil des Parks mit den „Mediterranen Terrassen“ gepflanzt sind. Das Buch beschreibt mehr als hundert Pflanzenarten, die zu allen Jahreszeiten die besondere Aufmerksamkeit des Betrachters erregen und nur in einer von der Sonne verwöhnten Region gedeihen können. Zu ihr zählen das Rhein-Neckar-Dreieck, das Gebiet der Deutschen Weinstraße, die Bergstraße, der Oberrheingraben mit dem Kaiserstuhl und Teile des Bodenseeraumes. Durch das fortwährende Bemühen der politisch und fachlich Verantwortlichen sind - mit wenigen Ausnahmen - alle Pflanzenarten im Stadtgebiet von Deidesheim gleichsam wie Lichtstrahlen 8


in einem Brennglas konzentriert. Wir finden sie in öffentlichen Grünanlagen, auf Stadtplätzen, in Straßen, Gärten und Innenhöfen. Das Buch umfaßt, außer den schon erwähnten Reben - 68 Laubgehölze / Schling- und Kletterpflanzen - 12 Nadelgehölze - 22 Kübelpflanzen. Ihrer Beschreibung liegt folgendes Schema zugrunde: - botanischer Name in alphabetischer Reihenfolge - Familienname - deutscher Name (Die Benennung folgt dabei dem „Zander, Handwörterbuch der Pflanzennamen“, Ausgabe August 1994): - Beschreibung der Wuchsform und Größe, von Stamm, Zweigen und Blättern, von Blüten und Frucht. Sie wird ergänzt durch Hinweise zu Standortansprüchen, zu Klima, Besonnung und Winterhärte. - Im Haupttext und vornehmlich in Randspalten fin- den sich Anmerkungen zur ursprünglichen Herkunft und zum Verbreitungsgebiet sowie erste urkundliche Erwähnungen. Ihr geschichtlicher Weg nach Mitteleuropa und in unser Gebiet wird aufgezeigt. Hingewiesen wird auch auf ihre teilweise große wirtschaftliche Bedeutung sowie ihre Wirkung als Heil- und / oder Giftpflanze. - Die Beschreibung wird ergänzt durch Hinweise auf die geschichtliche Bedeutung der Pflanze in Kultur und Region. 9


Fragen wir, warum die freie Landschaft und insbesondere die Städte und Dörfer entlang der Deutschen Weinstraße so viele interessante und seltene Pflanzen beherbergen, so ist dies wohl auf die intensive und enge Verzahnung der Landschaft mit ihrer Geschichte zurückzuführen. Dem Steilabbruch des Haardtrandes folgen nach Osten die diluvialen, eiszeitlichen Schotterterrassen des ehemaligen Hochgestades und schließlich die alluviale, nacheiszeitlichen Schwemmlandböden der Niederterrasse mit dem Rheinstrom selbst. Nach Westen schließt sich das Wander- und Erholungsgebiet des Naturparks Pfälzerwald an, dessen Höhen nur sparsam von Tälern unterbrochen wird. Sie schützen den Haardtrand und seine unmittelbar angrenzenden Bereiche vor kalten und regenreichen Westwinden. Die jährliche Niederschlagsmenge wird für Deidesheim und die Mittelhaardt mit 574 Millimeter im Jahr angegeben bei einer mittleren Jahrestemperatur von 10,1 Grad Celsius. Die heißen Sommertage und die klaren Herbsttage werden nur von wenigen, meist kräftigen Regenschauern unterbrochen. Herausgehoben aus dem Dunstkreis der Rheinniederung zählt dieser Landstrich 1639 Sonnenstunden im Jahr. So ist es nicht verwunderlich, daß die Römer auf ihrem Zug nach Norden sich hier bald heimisch fühlten und Weinkultur betrieben. Mit ihnen hielt auch die Kastanie ihren Einzug, deren widerstandsfähiges Holz zur Herstellung von Rebpfählen geschätzt wurde. Die Mandel und die Feige folgte – und mit ihnen noch manch anderes Gewächs aus dem Süden. Heute blühen im Februar und März hunderte von Mandelbäumen an der 80 Kilometer langen Deutschen Weinstraße 10


von Bockenheim bis Schweigen. Sie durchzieht das größte zusammenhängende Weinbaugebiet Deutschlands. Die Mandelbäume bilden ein blühendes Band zwischen den noch kahlen Rebhängen, und sie sind das Präludium einer Blütensymphonie, die erst verstummt, wenn der neue Wein im Keller reift. Mit dem Wein blüht und fruchtet die Eßkastanie. Sie begleitet weite Strecken im unteren Drittel des Haardtrandes in besonders geschützten Lagen, teils waldbildend, teils als Beimischung zu Kiefer oder Eiche. Etwas höher, wo am Südhang die Sonne kräftig einstrahlt, entdecken wir auf nährstoffarmen Silikatgestein Waldbilder von mediterranem Charakter. So findet man im Sensental einen 163 Jahre alten Kiefernbestand mit gespenstisch anmutendem, bizarren Wuchs. Die heimische Kiefer hat dort nur eine Kronenhöhe von acht bis zehn Metern erreicht. Ihr Kronendach ist waagrecht abgeflacht. In den Bestand sind die Österreichische Schwarzkiefer und die Strandkiefer (Pinus pinaster) eingestreut, eine Baumart, die sonst nur an den bewaldeten Küstenregionen des Mittelmeers zu finden ist. Auch die alten Weinbergterrassen bergen eine Vielzahl wärmeliebender Pflanzen- und Tierarten, die – teilweise vom Aussterben bedroht – unseres besonderen Schutzes bedürfen. Sie sind eine Fundgrube für den Kenner. Das besondere Klima der Pfalz und deren wechselvolle Geschichte, aber auch die Lust am Gärtnern, haben diesem Land einen außergewöhnlichen Reichtum an Pflanzen aus aller Welt gebracht. Eine unerwartete Vielzahl von Park- und Gartenanlagen mit einer Fülle bemerkenswerter 11


Pflanzen ist entstanden. Sie sind nahezu vollständig in dem Buch *„Parks und Gärten im Rhein-Neckar-Dreieck“ beschrieben. Die Parkanlagen der Fürstbischöfe, der Kurfürsten und Grafen wurden im 19. Jahrhundert abgelöst durch prachtvolle Gutsgärten und öffentliche Anlagen des aufstrebenden Bürgertums. Eine Leidenschaft für das Sammeln fremdländischer Pflanzen erfaßte große Teile der Gesellschaft. Gärtner, Kaufleute und Weltreisende brachten Pflanzen aus Ostasien, aus dem Orient, aus Italien, Spanien und Südfrankreich sowie Nord- und Südamerika, ja selbst aus Südafrika mit. Sie schmücken bis heute die Gärten, Plätze und Höfe. So entdecken die Reisenden und Urlauber unserer Tage Pflanzen aus fernen Urlaubsgebieten mitten in ihrer Heimat. Wichtig ist, daß die Bürger dieser Region selbst sich des Reichtums ihrer Landschaft und Gärten bewußt werden – zu ihrer eigenen Erbauung ebenso wie zur Freude der Besucher aus nah und fern. Diese Pflanzen zu erkennen und etwas über deren Eigenleben und Geschichte zu erfahren, soll Sinn und Zweck dieses Buches sein. * Wawrik/Weißer, Parks und Gärten im Rhein-Neckar-Dreieck, K.F. Schimper Verlag, Schwetzingen, 1996

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Inhalt

Pflanzenübersicht Seite 14-15

Park- und Gartenanlagen an der Deutschen Weinstraße Seite 17

Biophärenreservat Naturpark Pfälzerwald Seite 18

Laubgehölze/Schling- und Kletterpflanzen

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Nadelgehölze

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Kübelpflanzen Seite 101-127

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Rebsortiment Paradiesgarten Deidesheim

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Seite 19-85

Seite 86-100

Seite 128-134

Literaturhinweis Seite135

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1.0 Laubgehölze/Schling- und Kletterpflanzen Abelia grandiflora - Abelie Actinidia chinensis - Chinesischer Strahlengriffel, Kiwi Aesculus parviflora - Strauch-Roßkastanie Ailanthus altissima (= A. glandulosa) - Götterbaum Albizzia julibrissin - Seidenbaum Aralia elata - Japanische Aralie, Teufels Krückstock Arbutus unedo - Erdbeerbaum Aucuba japonica - Metzgerpflanze Camellia japonica - Kamelie Campsis radicans = Tecoma radicans, Bignonia radicans - Trompetenblume, Jasmintrompete Castanea sativa - Eßkastanie, Marone Catalpa bignonioides - Trompetenbaum Ceanothus x delilianus - Säckelblume (= C. americanus x C. coeruleus) Cercidiphyllum japonicum - Katsurabaum, Kuchenbaum Cercis siliquastrum - Judasbaum Chimonanthus praecox - Winterblüte Clerodendron trichotomum var. fargesii - Losbaum Cornus - Arten: Cornus florida - Blumen-Hartriegel, Dogwood Cornus nuttallii - Nuttalls Blütenhartriegel Cornus kousa - Japanischer Blumenhartriegel Cornus kousa var, chinensis - Chinesischer Blumenhartriegel Cornus controversa - Pagoden-Hartriegel Davidia involucrata var. vilmoriniana - Taschentuchbaum Diospyros kaki - Dattelpflaume, Kakipflaume Euonymus japonica - Japanischer Spindelstrauch Ficus carica - Echte Feige Gleditsia triacanthos - Dreidorniger Lederhülsenbaum, Gleditschie (G. tr. inermis - Dornenloser Lederhülsenbaum) Hamamelis-Arten - Zaubernuß Hibiscus syriacus - Eibisch Hydrangea aspera „Macrophylla“ - Riesenblatt-Hortensie Koelreuteria paniculata - Blasenbaum Lagerstroemia indica - Lagerstroemie Lavendula angustifolia (= L. spica) - Echter Lavendel Liquidambar styraciflua - Amberbaum Liriodendron tulipifera - Tulpenbaum Magnolien-Arten: Magnolie grandiflora „Galissonière - Immergrüne Magnolie Magnolia kobus - Kobushi-Magnolie Magnolia stellata - Stern-Magnolie Magnolia loebneri (M.kobus x stellata) Magnolia x soulangeana - Tulpenmagnolien Magnolia liliiflora „Nigra“ - Purpurmagnolie Magnolia sieboldii - Siebolds Magnolie, Sommermagnolie Mahonia bealei - Schmuckblatt Mahonie, Lederblatt-Mahonie Mespilus germanica - Mispel Morus alba - Weißer Maulbeerbaum Morus nigra - Schwarzer Maulbeerbaum Nandina domestica - Nandine Olea europaea ssp. europaea - Ölbaum, Olivenbaum (= Olea europaea var. sativa) Paeonia suffruticosa (= P.arborea) - Chinesische Strauchpfingstrose Parrotia persica - Eisenholzbaum, Parrotie Paulownia tomentosa - Blauglockenbaum, Kaiserbaum, Paulownie Perovskia atriplicifolia - Silberstrauch Photinia x fraseri - Glanzmispel (= Ph. glabra x Ph. serrulata)

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Phyllostachys-Arten - Bambus-Arten Pittosporum tobira - Klebsame Poncirus trifoliata - Bitterorange Prunus dulcis (= Pr.amygdalus) - Süßmandel Pyrus calleryana „Chanticleer“ - Chinesische Waldbirne Pyrus salicifolia - Weidenblättrige Birne Quercus ilex - Stein-Eiche Quercus turneri „Pseudoturnerie“ - Wintergrüne Eiche Rosmarinus officinalis - Rosmarin Ruscus aculeatus - Mäusedorn Sophora japonica - Schnurbaum (auch Perlschnurbaum), Honigbaum Stranvaesia davidiana - Lorbeermispel, Stranvaesie Viburnum tinus - Mittelmeer-Schneeball, Laurustinus, Stein-Lorbeer Wisteria floribunda - Japanischer Blauregen Wisteria sinensis - Chinesischer Blauregen

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2.0 Nadelgehölze Abies pinsapo - Spanische Tanne Araucaria araucana - Araukarie, Andentanne, Chilenische Schmucktanne (= A. imbricata) Cedrus atlantica - Atlaszeder Cedrus deodara - Himalaja-Zeder Cedrus libani - Libanon-Zeder Cryptomeria japonica - Sicheltanne Cupressus sempervirens - Mittelmeer-Zypresse Ginkgo biloba - Fächerblattbaum Pinus pinaster - Strandkiefer, auch Meer-, Igel- oder Sternkiefer Pinus pinea - Pinie Sequoiadendron giganteum - Mammutbaum Taxodium distichum - Sumpfzypresse

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3.0 Kübelpflanzen Abutilon x hortensis - Schönmalve Acacia dealbata - Silber-Akazie Agapanthus africanus - Schmucklilie (= A. umbellatus) Agave americana - Amerikanische Agave, Hundertjährige Aloe Bougainvillea glabra - Drillingsblume, Bougainville Caesalpinia gilliensii - Caesalpinie Callistemon speciosus - Zylinderputzer, Schönfaden Cassia marilandica (= Cassia hebecarpa) Chamaerops humilis - Zwergpalme Chrysanthemum frutescens - Wucherblume, Strauchmargerite (= Pyrethrum frutescens) Citrus-Arten: Citrus limon - Zitrone Citrus sinensis - Apfelsine, Orange (Citrus pomelmo) Cycas revoluta - Palmfarn, Sagopalme Datura-(Brugmansia)-Arten - Stechapfel, Engelstrompete Erythrina crista - galli - Korallenbaum Laurus nobilis - Lorbeerbaum Nerium oleander - Oleander, Rosenlorbeer Passiflora caerulea - Passionsblume Plumbago auriculata - Bleiwurz (Plumbago carpensis) Punica granatum - Granatbaum, Granatapfelbaum Tibouchina urvilleana - Tibouchine Trachycarpus fortunei - Hanfpalme (= Chamaerops excelsa, C. fortunei)

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Park- und Gartenanlagen an der Deutschen Weinstraße mit botanischen Kostbarkeiten Bockenheim Grünanlage am „Haus der Deutschen Weinstraße“ Grünstadt Paulownie vor St. Martin (ehem. Schloßgarten) Freinsheim Kausch´sche Garten Bad Dürkheim Kurpark, Garten am Weingut Fitz-Ritter, Dambach´sche Garten Wachenheim Park am Weingut Dr. Bürklin-Wolf, Park am Weingut Wolf Erben Gimmeldingen Park am Kloster Hildenbrandseck Neustadt-Haardt Parkanlage am Haardter Schlößchen, Welschterrassen, Haardter Friedhof Neustadt Der Naturpark, Parkanlage Kriegergarten, Parkanlage Rosengarten, Park an der Villa Böhm

Fußgönheim Schloßgarten am Hallbergschen Schloß

Deidesheim Stadtgarten mit Mediterranem Hügel Buhl´scher Garten Schloßgarten Kaisergarten Königsgarten Feigengasse Leinhöhlweg

Gleisweiler Park am Sanatorium Bad Gleisweiler

Landau Städtische Grünanlagen (Goethepark, Schillerpark)

Bad Bergzabern Kurpark

FRANKREICH

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Was heißt Biosphärenreservat?

„Biosphärenreservat“ ist die Bezeichnung für ein von der UNESCO im Rahmen des Programmes „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) anerkanntes und unter nationalem Schutz stehendes Gebiet. Biosphärenreservate sind großflächige, repräsentative Ausschnitte von Natur- und Kulturlandschaften, die sich durch landschaftliche Eigenart und beispielhafte Konzepte zu Schutz, Pflege und Entwicklung auszeichnen.

Was bedeutet MAB-Programm?

MAB ist die Abkürzung für „man and biosophere“, zu deutsch „Mensch und lebendige Umwelt“. Mit dem von der UNESCO, einer Organisation der Vereinten Nationen, begründeten MAB-Programm werden weltweit Strategien für einen schonenden und zukunftsorientierten Umgang mit den natürlichen Ressourcen dargelegt. Ziel ist die Entwicklung und Umsetzung eines für Menschen und Landschaft wirtschaftlich und ökologisch sinnvollen Konzepts. Die Natur- und Kulturlandschaft Naturpark Pfälzerwald wurde 1992 als Biosphärenreservat anerkannt.

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald

Der Naturpark Pfälzerwald ist eines der 13 deutschen Biosphärenreservate. Sie repräsentieren Ausschnitte der unterschiedlichsten deutschen Landschaften. Mit einer Fläche von 179 800 ha umfaßt der Naturpark Pfälzerwald das größte zusammenhängende Waldgebiet und die vielgestaltigste und eindrucksvollste Buntsandsteinlandschaft in Deutschland. Weitere Informationen: Naturpark Pfälzerwald Franz-Hartmann-Straße 9 D-67466 Lambrecht/Pfalz Telefon 06325-95 52-0 Telefax 06325-95 52-19 eMail: Pfälzerwald @t-online.de

Viel Wald, Stein und Wein

Wald und Buntsandstein sind wesentliche Naturelemente. Mehr als 75 % der Fläche des Biosphärenreservates ist mit Wald bedeckt. Bis zu 500 m hohe mächtige Schichten aus Buntsandstein und der Übergang von der Wald- zur klimatisch begünstigten Weinlandschaft im Bereich des Haardtrandes mit in Deutschland einzigartiger südlicher Flora und Fauna zählen zu den Besonderheiten des Naturparks Pfälzerwald.

Naturraum für Tiere und Pflanzen

Eine Vielzahl wildlebender Tiere und wildwachsender Pflanzen finden im Biosphärenreservat ihre angemessenen, ihrer Art entsprechenden Lebensräume (Biotope). Vielfalt und Eigenart zu schützen und ihre Lebensräume und Lebensgemeinschaften zu bewahren sind wesentliche Aufgaben von Naturschutz und Landschaftspflege.

Lebens- und Wirtschaftsraum

Der Naturpark Pfälzerwald ist eine über Generationen von Menschen geprägte Kulturlandschaft. Er ist Basis und Lebensader für Holz- und Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Weinbau und Tourismus. Er ist ein wichtiger Wasserspeicher, ein wertvoller Frischluftspender und ein bedeutendes zentrales Naherholungsgebiet für die gesamte Region zugleich. Seinen Bewohnern bietet der Naturpark Pfälzerwald hohe Lebensqualität.

Inhalte und Ziele des Biosphärenreservats

Biosphärenreservate tragen dazu bei, natürliche Ressourcen zu erhalten, Umweltbelastungen vorzubeugen und umweltgerechtes menschliches Verhalten bewußt zu machen. Individuelle Entwicklungs- und Förderprogramme zu Forschung, Umweltbeobachtung und Schaffung eines breiten Umweltverständnisses sollen ein harmonisches Miteinander zwischen Mensch und Natur einleiten und langfristig sichern.

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Abelia grandiflora Caprifoliaceae Abelie

Der mannshohe Strauch mit seinen leicht überhängenden Zweigen erinnert uns in Form und Blüte an die heimische Kolkwitzia amabilis, die sie an Eleganz noch weit übertrifft. Die rosa-weißen Rachenblüten stehen in kleinen Büscheln in den Blattachsen. Sie blühen unermüdlich von Juni bis Oktober. Bei älteren Pflanzen wird von Zeit zu Zeit ein Rückschnitt empfohlen damit sich junges, blühfreudiges Holz bildet. Das zierliche Laub ist an seiner Oberseite glänzend und erfreut uns im Herbst nochmals durch seine auffallende Herbstfärbung mit einem Farbspiel von bronze bis purpur. Die Pflanze verlangt einen durchlässigen Boden in geschützter Lage und an einem warmen, sonnigen Platz. Es wird empfohlen als Winterschutz den Wurzelballen mit einer Laub-Mulchschicht abzudecken. Friert der Strauch trotzdem zurück, so treibt er in der Regel im Frühsommer willig durch und blüht noch im selben Jahr am jungen Holz.

Die Abelia grandiflora ist eine Kulturform, entstan-den aus der Kreuzung von A.chinensis und A.uniflora. Sie ist härter als die Eltern. Im Botanischen Garten in Heidelberg zieht jedes Jahr eine Gruppe Abelien zur Blütezeit die neu-gierigen Blicke auf sich. Die Abelie ist es wert in unserer Region mehr angepflanzt zu werden.

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Actinidia chinensis Actinidiaceae Chinesischer Strahlengriffel, Kiwi

Die Heimat der Actinidia chinensis ist China. Dort wird sie seit alter Zeit in den großen Flußtälern kultiviert. Bei uns werden nur Zucht-sorten angepflanzt. Verwandte Arten sind: - Actinidia arguta. Die Blätter sind größer, 8-12 cm. Die Blüten haben dunkelpurpurne Staubgefäße. Die Früchte sind Stachelbeer ähnlich, eßbar, süß, ebenfalls mit hohem VitaminC-Gehalt. - Actinidia kolomicta - der Flamingo-Strahlen-griffel. Seine bis 15 cm langen Blätter färben sich schon im Frühsommer weiß bis hellrosa. Blüten weiß duftend, Früchte wohl-schmeckend.

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Wer kennt sie nicht, diese köstlich aromatische, leicht süßsäuerlich schmeckende Frucht mit dem hohen Vitamingehalt C. Doch nur wenige wissen, daß sie bei uns im Weinbauklima ebenfalls wächst und Früchte bringt. Mit der notwendigen Kletterhilfe erreicht die sommergrüne Pflanze Höhen von 8 m und kann mit ihren stark windenden Trieben auch größere Pergolen und Klettergerüste überwachsen. Die jungen Triebe sind auffallend braunrot und filzig behaart, die Blätter eirund, dunkelgrün und unterseits ebenfalls behaart. Die Art ist zweihäusig, d.h. es gibt Pflanzen mit nur männlichen oder nur weiblichen Blüten. Dies ist zu beachten, wenn man Früchte ernten will. Allerdings gibt es in jüngster Zeit auch einhäusige Zuchtsorten. Die Blüten sind zuerst cremeweiß, dann leicht ockergelb und ca. 3,5 cm groß. Sie blühen im Mai/Juni am vorjährigen Holz. Alle Actinidia-Arten verlangen einen guten, nahrhaften und mäßig feuchten Gartenboden in warmer, sonniger Lage. Die Kiwi-Pflanze ist frostempfindlich. Friert sie einmal zurück, treibt sie nach scharfem Rückschnitt im Frühjahr wieder kräftig durch.


Aesculus parviflora Hippocastanaceae Strauch - Roßkastanie

Die Strauch-Roßkastanie ist bei uns leider ein immer noch selten anzutreffender Blütenstrauch von einmaliger Schönheit. Allerdings ist er nicht für einen kleinen Garten geeignet, sondern eher für Parks oder parkartige, öffentliche Grünanlagen. Seine wenig verzweigten, bogig aufrechten Grundtriebe formen 3 m hohe Büsche, die 8-10 m breit werden können. Die niederliegenden Zweige bilden bei Bodenkontakt immer wieder neue Wurzeln. So gewinnt diese Pflanze ihre volle Schönheit. Die sommergrünen, 8-20 cm langen, 5-7 teiligen Blätter sind im Austrieb bronzebraun, was dem Strauch einen aparten Glanz verleiht. Später werden sie grün, im Herbst leuchtend gelb. Die aufrechten Blütenrispen stehen im Juli/August ca. 30 cm über dem dunkelgrünen Laub. Die Staubfäden der Einzelblüten ragen wie Schlangenzungen aus den weißen Blüten heraus, gekrönt von purpurnen Staubbeuteln. Die Früchte sind wesentlich kleiner als bei der Roßkastanie und unbedornt.

Die Strauch-Roßkastanie ist eine nordamerikanische Verwandte zur Baumkastanie. Sie hat ihre Heimat im südöstlichen Nordamerika, in lichten Wäldern und Waldränder. (Süd-Carolina bis Alabama und Florida). In voller Sonne bildet sie kompakte Büsche mit hellgrünem Laub. Im Halbschatten stellt sie das Laub horizontal und nimmt einen metallischen Glanz an.

Gedeiht am besten im lichten Schatten großer Bäume im humosen Boden, wo sie ihre Wurzelausläufer weit streichen läßt. Bevorzugt schwach sauren Boden.

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Ailanthus altissima ( = A. glandulosa) Simaroubaceae Götterbaum

„Ailanto“ bedeutet auf den Molukken „Baum des Himmels“. In Ostund Südasien gibt es 10 verschiedene Ailanthus-Arten. Unser A.altissima stammt aus China. Dort hat er auch als Futter für die Seidenraupen eine gewisse Bedeutung. Heute ist er quer durch den südlichen Bereich Europas sowie Amerikas verwildert. 1751 brachte Peter Collinson den ersten Samen nach London. In England wird er „Tree of Heaven“, in Holland „Hemelboom“ genannt. 1907 erster Hinweis seiner Erscheinung in Süddeutschland. In Deidesheim steht er u.a. am „Beinhaus“.

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Der Götterbaum hat seinen Namen zurecht. Er ist eine majestätische, Ehrfurcht gebietende Erscheinung, insbesondere, wenn er im Schmuck seiner scharlachroten Samenstände als Solitär oder in der Gruppe sich präsentiert. Der Götterbaum wird 25-30 m hoch, wächst schnell, selbst auf kargen Böden, hat einen durchgehend geraden Stamm mit einer hellen, längsgestreiften, grünlich graubraunen Borke. Seine jungen Triebe sind rotbraun, behaart. Er blüht im Juli in grünlich-gelben, endständigen und reich verzweigten Rispen. Besonders dekorativ aber sind seine geflügelten, scharlachroten Samenstände. Der Götterbaum ist ein Teufelskerl, denn er wächst selbst noch auf kargem Schuttboden und erträgt größte Trockenheit. Er bevorzugt durchlässige sandige Böden mit neutralem bis stark alkalischem pH-Wert. Als solcher ist er auch Erstbesiedler von Industriebrachen, wie sie sich z.B. nach 1945 auf dem Werksgelände der BASF ergaben. Er ist rauch- und abgasresistent. Er braucht volle Besonnung und erträgt große Hitze.


Albizia julibrissin Leguminosae Seidenbaum

Der Seidenbaum ist in unserer Region noch sehr selten anzutreffen, obwohl der kleine Baum oder mehrstämmige Strauch durch seine aparte Erscheinung eine Bereicherung der Wohngärten wäre. Seine grazilen Fiederblätter werfen einen lichten Schatten auf den Boden und glänzen wie ein fein gewirktes Seidentuch grün-silbern im Gegenlicht zur Sonne. Bei Nacht schließen sich die Blätter, indem die Fiederblättchen sich aufstellen und die Blattspreiten aneinander rücken. Über dem zarten Laub bilden sich von Juni bis September rötlich bis hellviolette Blütenköpfchen, angeordnet in einer breiten, flachen Rispe. Der Seidenbaum verlangt einen sonnigen, warmen und besonders geschützten Standort auf sandig-lehmigem Boden. Härter als die Art ist die breitwüchsige Sorte „Ernest Wilson“.

Die Heimat der Albizia ist Abessinien. Sie wächst von Iran bis Mittelchina und Japan. In den USA ist sie eingebürgert. Im Mittelmeergebiet wird sie als „acacia chinese“ kultiviert. An der Adriaküste entwickelt sie sich zu einem großen Baum, der auf Grund seines raschen Wuchses auch als Forstgehölz angepflanzt wird. Albizien liefern nicht nur ein gutes, vielseitig brauchbares Holz. Ihre Rinde ist tanninund saponinhaltig. Die aromatischen Blüten geben einen schmackhaften Tee. In Deidesheim finden wir den Seidenbaum auf dem „Mediterranen Hügel“ und in einem Privatgarten.

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Aralia elata Araliaceae Japanische Aralie, Teufels Krückstock

Die Heimat der Aralia elata ist Ostsibirien, Manschurei, Korea, Japan. Dort lebt sie in Gebüschen und lichten Wäldern des Tieflandes und der angrenzenden Berghänge. Die Form Aralia elata „Variegata“ hat weißbunte Blätter und ist schwachwüchsiger als die Art.

Stämme, Blätter und Blüten dieses bis 5 m hohen und bis 3 m breiten Großstrauchs sind von eigenwilliger Form und Ausdruckskraft. Sie geben der Pflanze eine exotische Note. Sie sollte daher auch allseits frei stehen, um ihre volle Schönheit zeigen zu können. Besonders dekorativ wirkt sie vor einer strengen Architektur in Beton und Glas. Der Strauch baut sich vom Boden aus mehrstämmig auf. Die einzelnen Stämme sind stachelig, wenig verzweigt und streben straff aufrecht nach oben. Die sommergrünen, bis 70 cm langen, doppelt wechselständig gefiederten Blätter sind allein schon sehr dekorativ. Im Herbst färben sie sich von gelb bis violett. Im August/September stehen zahlreiche weiße, kleine Blütchen in 50 cm breiten Trugdolden apart über dem Laub. Aus ihnen entwickeln sich 3 mm dicke schwarze, kugelige Früchte, die bis zum Wintereinbruch am Strauch haften. Die Blüten- und Fruchtschöpfe verstärken die dekorative Wirkung der Pflanze und vermitteln einen fast tropischen Charakter. Die Japanische Aralie wächst in gutem, mäßig trockenem bis feuchtem Boden. Sie ist kalkverträglich. Sie liebt einen sonnigen bis halbschattigen, geschützten Standort.

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Arbutus unedo Ericaceae Erdbeerbaum

Dieser immergrüne Strauch der mediterranen Macchia bringt in unsere Region eine fremde, ungewohnte Lebensweise. Seine weißen bis hellrosa Blüten blühen in einer Traube erst im November/Dezember, oft gleichzeitig mit den eßbaren, mehlig süßen Früchten, die an Erdbeeren erinnern. Die Früchte sind 1-2 cm groß, höckerig, zuerst grün, dann gelb und schließlich dunkelrot. Die Pflanze wird in ihrer Heimat ein bis 10 m hoher Baum oder Strauch mit glänzend und derb lederigen, lorbeerähnlichen Blättern, deren Blattrand etwas nach unten gebogen und scharf gezähnt ist. Arbutus unedo wächst im Weinbauklima an geschützten Standorten. Er liebt nahrhafte, leicht saure bis neutrale sandig-lehmige Böden. In seiner Heimat ist er dort am wüchsigsten, wo er mildes Klima in Verbindung mit hohen Niederschlägen vorfindet. Außerordentliche Kältegrade bis -12° C können ihm schaden, doch sein Lebenswille ist ungebrochen. Er schlägt wieder aus.

Der Erdbeerbaum ist in Südwesteuropa bis zu den Kanarischen Inseln und in Nordwestafrika zuhause. Wir treffen ihn auch in Nordwestirland und auf dem Monte Baldo am Gardasee. Er ist Hauptbestandteil der regelmäßig abgeholzten Niederwälder im Mittelmeerraum, insb. auf kalkarmen Roterdeböden. In Südtirol und Tessin ist er in Kultur. Seine Früchte werden z.T. als Marmelade eingekocht oder Branntwein oder Likör daraus bereitet, Rinde und Blüten zu Arzneien verarbeitet.

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Aucuba japonica Cornaceae Metzgerpflanze

Die Heimat ist Japan, Korea und Formosa. Bei uns wird Aucuba fast überall als Zimmerpflanze gezogen. Mit Vorliebe zur Dekoration von Schaufenstern der Metzgergeschäfte. Daher auch ihr deutscher Name! In Mittelmeerländern wird die Pflanze auch als Hecke gepflanzt. Alle Pflanzenteile enthalten das Glykosid Aucobin. In Japan verwendet man altes, schweres Holz auch für besondere Drechslerarbeiten. Das schwarzbraune Holz ist poliert besonders schön.

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Aucuben werden bei uns im Freiland als auch in Kübeln kultiviert. Es ist eine Blattschmuckpflanze, die in ihrer gelbgefleckten Form besonders gefällt. Die Zweige sind grünlich, die Blätter immergrün. Dies hat auch seine negative Seite, denn durch Frost gebräunte Blätter bleiben als solche lange haften und geben kein schönes Bild ab. Die Blätter sind dicklederig, ca. 20 cm lang, lineal-lanzettlich bis eiförmig elliptisch. Sie haben einen 5 cm langen Blattstiel, sind ganzrandig und laufen spitz zu. Besonders schön ist der reiche Fruchtbehang mit roten Beeren von Herbst bis Frühjahr. Die Pflanze verlangt einen humosen, sauren Boden analog den Rhododendronarten. Sie sollte in Halbschatten oder in lichten Schatten gepflanzt werden. Sie verlangt ein sehr mildes Klima.


Camellia japonica Theaceae Kamelie

Wer kennt sie nicht, die Kamelienblüte! Hat sie doch durch ihren Liebreiz Dichter und Musiker zu Lobgesängen inspiriert. Uns ist die Pflanze als stolzer, immergrüner Strauch von 3-4 m Höhe bekannt. Das dunkelgrüne Blatt gibt der Pflanze eine fast feierliche Erscheinung. Ihre Blätter sind eirund-länglich, scharf gesägt und lang zugespitzt. Ihre volle Pracht entfaltet sie zur Blütezeit im März/April. Große, aufrechte Blüten in weiß, rot oder rosa, gefüllt und einfach, gesprenkelt oder gestreift bedecken dann fast die ganze Pflanze. Sie sitzen ungestielt an den Zweigen und sind fast geruchlos. Die Kamelien brauchen einen humusreichen Boden von pH 4,5-6,0. Als Kultursubstrat hat sich Torf bzw. Nadelstreu gemischt mit Hygromull zur Feuchtigkeitshaltung besonders bewährt. Die Pflanzerde darf nie stark austrocknen. Stauende Nässe werden auch nicht ertragen. Im Freien will sie einen halbschattigen, geschützten Standort und Schutz vor Wintersonne. Im Winter sollte der Boden mit Mulchmaterial abgedeckt werden. Die Freilandkultur ist bei uns mit Risiko verbunden. Ich kenne auch Pflanzen, die seit vielen Jahren im Freien ohne besondere Schutzvorrichtungen überwintern und jedes Jahr voll blühen.

Die Familie der Theaceae umfaßt ca. 18 Gattungen mit 200 Arten. Zur Familie gehören die Teepflanzen Thea sinensis und Thea assamica. Die Camellia jap. wurde noch 1931 Thea japonica in der „Illustrierten Flora von Mittel-Europa“ genannt. Blätter und Blüten sind bis heute aromatische Beigaben für den Schwarztee. Im Schloßgarten zu Pillnitz steht eine ca. 200 Jahre alte Kamelie von 8 m Höhe und 35 m Umfang. Im Winter wird sie durch ein Glasdach geschützt und der Raum beheizt. Sie blüht jährlich! Die ursprüngliche Heimat ist Japan und China.

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Campsis radicans - (= Tecoma radicans, Bignonia radicans) Campsis x tagliabuana (C. grandiflora x C.radicans) Bignoniaceae Trompetenblume, Jasmintrompete

Die Heimat der Campsis radicans ist das süd-östliche USA bis Florida und Texas, während die C. grandiflora von China und Japan stammt. Mit ihren scharlachroten Blüten, die in lockerer Rispe stehen, ist sie fast noch schöner, dafür kälteempfindlicher. C.grandifl. wächst nur 4 m hoch. Häufig angepflanzt wird Campsis x tagliabuana „Mme.Galen“, eine Selektion, deren Röhrenblüte 8 cm lang und 6 cm breit ist. Außen ist sie orange, die Kronröhre innen ebereschenrot.

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Ein eigenwillig wachsender Kletterstrauch, der eine Höhe von 10 m erreichen kann und sich mittels Haftwurzeln an rauhem Untergrund (Beton, Holz u.a.m.) festhalten kann. Auf glatten Flächen braucht er Stützhilfen. Seine Wurzeln sind fleischig und weit ausstreichend. Die gegenständigen Fiederblätter sind sommergrün und von frischgrüner Farbe. Die Campsis ist ein sehr dekorativer Kletterstrauch. Erst spät, im Juli/September stehen die attraktiven Blüten in Doldenrispen vereint an den Triebenden. Die Einzelblüte ist ca. 7 cm lang, hellorange, der Kronsaum leuchtend scharlachrot und die Kronröhre innen gelb. Sie sollte bei uns noch mehr an Wänden und Pergolen gepflanzt werden. Die Campsis liebt einen kühl-feuchten Boden im Wurzelbereich, nährstoffreich und pH-neutral. Sie verlangt einen windgeschützten, sonnig warmen Standort, kann aber auch gut Sommertrockenheit ertragen. Für die Blüte ist ein Rückschnitt der im Spätherbst blühenden Jahrestriebe auf fingerlange Stümpfe wichtig.


Castanea sativa Fagaceae Eßkastanie, Marone

Es ist für Einheimische wie Fremde immer wieder ein besonderes Ereignis, wenn auf viele Kilometer an den tieferliegenden, windgeschützten Hängen des Haardtrandes die Kastanienwälder blühen und einen herben, ahnungsvollen Duft verströmen. Zur selben Zeit blüht auch der Wein und der Kundige weiß, in hundert Tagen wird der „Neue“ gekeltert und die Eßkastanien über offenem Feuer dazu geröstet. Der große, 25-30 m hohe und bis 20 m breite Baum hat im Freistand eine breit ausladende Krone. Der Stamm ist meist kurz, oft drehwüchsig. Seine Rinde ist in der Jugend glatt, olivbraun, und mit hellen Korkwarzen besetzt. Später braunlich-grau, von Längsrissen durchfurcht. Das dekorative, sommergrüne Laub ist groß, der Blattrand ist grob gesägt, oberseits lederig sattgrün, unterseits anfänglich etwas filzig. Die männlichen Blüten sind ca. 20 cm lang und stehen in grünlich-weißen, aufrechten Ähren. Die weiblichen Blüten sind unscheinbar. Blütezeit ist die 2. Hälfte Juni. Die eßbaren dunkelbraunen Früchte sind allgemein bekannt. Sie sind in stacheligen Fruchtbechern verborgen bis diese im Herbst aufspringen und die „Keschde“ entlassen. Die Eßkastanie liebt einen leicht sauren, nährstoffreichen Boden. Besonders gerne steht sie auf Buntsandsteinböden. Sie hat einen hohen Kalibedarf. Ihre Wurzeln gehen tief und streichen auf felsigem Standort weit hinaus. Ihr hohes Ausschlagvermögen gestattet dem Forstmann auch den Niederwaldbetrieb mit dieser Baumart.

Die ursprüngliche Heimat der Kastanie war wohl Kleinasien. Von dort kam sie ver-hältnismäßig spät nach Griechenland und Süditalien, sowie Spanien, um die Zeitrechnung nach Oberitalien und Südfrankreich. Das harte Holz wurde schon früh für Rebstöcke verwendet. So brachten die Römer den Baum mit dem Wein auch zu uns und in das Elsaß. Die Kastanie wird im „Capitulare“ Karls des Großen, im Bauplan des Klosters St. Gallen und bei der Heiligen Hildegard von Bingen erwähnt. Sie empfahl gegen Viehseuche aus der Rinde und den Blättern des Baumes einen Trank zu brauen. Im Tessin finden wir riesige Bäume von über 15 m Stammumfang, die 1000 Jahre alt sein sollen. Die Kastanie klettert im Bavonatal (Tessin) bis 1300 m, in Spanien bis 1600 m hoch.

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Catalpa bignonioides Bignoniaceae Trompetenbaum

Die Heimat der Catalpa sind die nährstoffreichen Böden entlang von Flußläufen im südöstlichen Nordamerika. 1726 wurden die ersten Bäume nach Europa gebracht, 1770 in den Schloßgärten des Kurfürsten der Pfalz in Mannheim und Schwetzingen gepflanzt. Auch in Deidesheim können wir ihm mehrfach begegnen. Die Arten der Familie Bignoniaceae leben vornehmlich in den Tropen und Subtropen. Ihren Namen erhielten sie von Abbé J.P. Bignon (1662-1743) ursprünglich Abt in St. Quentin, später Bibliothekar Ludwigs XIV. Der Name Catalpa ist die Benennung der Indianer für diesen Baum.

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Der Trompetenbaum ist ein in der Jugend raschwüchsiger Baum von mittlerer Größe mit einer breitgewölbten, runden Krone. Er wird 10-15 m hoch und 6-10 m breit. Seine Äste sind weit ausladend. Ein Baum für Einzelstellung! Wird er von anderen Gehölzen bedrängt, so kann er aber auch recht bizarre Wuchsformen annehmen. Er ist ein Herzwurzler. Die Wurzeln selbst sind fleischig dick. Groß und schön sind die herzförmigen Blätter. Sie sind mit denen der Paulownia fast zu verwechseln. Ohne Herbstfärbung fallen sie früh ab. Auffallend schön sind die Blüten. Die Einzelblüte ist 4-5 cm groß, glockenförmig, getragen von einer Kronröhre mit zwei gelben Streifen und purpurnen Flocken. Sie stehen in vielblütigen, aufrechten Rispen über dem Laub und vermitteln eine geradezu exotische Pracht. Die Samen liegen in bis 40 cm langen bohnenähnlichen Schoten, die über den ganzen Winter am Baum hängen. Sie haben der Pflanze den Scherznamen „Virginia Zigarrenbaum“ eingebracht. Der Trompetenbaum liebt einen leichten, frischen, eher kalkhaltigen Boden, der sich im Frühjahr rasch erwärmt. Auf eher trockenen Böden reifen die Triebe besser aus. Frostschäden werden so vermindert. Standort: Sonnig bis Halbschatten, windgeschützt.


Ceanothus x delilianus (C.americanus x C.coeruleus) Rhamnaceae Säckelblume

Es ist ein sommergrüner, nur bis 150 cm hoher Strauch von ungefähr gleicher Breite, der durch seine späte Blüte von Juli bis Oktober besondere Aufmerksamkeit verdient. Die Blätter sind wechselständig, 4-8 cm lang, oberseits dunkelgrün, unterseits filzig behaart. Die Pflanze blüht am einjährigen Holz mit violetten, locker verzweigten Blütenrispen. Die Säckelblume liebt leichten, sandigen bis sandig-lehmigen Boden. Sie braucht einen vollsonnigen, geschützten Standort, da sie etwas frostempfindlich ist. Sommerliche Hitzeund Trockenperioden werden gut überstanden. Ihre Hauptwurzeln sind wenig verzweigt und flach ausgebreitet. Daher eignet sich die Pflanze auch gut für Dachgärten mit geringem Substrataufbau.

Die Wildarten sind in Ost- und Mittelamerika sowie Mexiko beheimatet. Die Gattung Ceanothus umfaßt ca. 50 Arten. C.americanus wird für die Pharmaindustrie angebaut. Die Laubblätter werden teilweise auch als Tee-Ersatz (Neu Yersey-Tee) verwendet. Die Indianer brauten aus den Wurzeln ein Getränk gegen Fieber. In Frankreich ist Ceanothus seit 1713 in Kultur. Inzwischen gibt es ca. 20 Zuchtsorten. Die bekannteste ist „Gloire de Versailles“.

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Cercidiphyllum japonicum Cercidiphyllaceae Katsurabaum, Kuchenbaum

Der Katsurabaum begleitet in seiner Heimat Flußufer und Gebirgsbäche. Wir begegnen ihm in Japan, Mittel- und Westchina. Er ist empfindlich gegen Spätfröste, obwohl er andererseits auch tiefere Temperaturen erträgt. So finden wir ihn selbst noch in den baltischen Ländern.

Der Katsurabaum ist ein eleganter, kleiner, oft mehrstämmige Baum, der durch seine grazile Gestalt seine Heimat Japan nicht verleugnen kann. Bei uns wird er 8-10 m hoch (in Reutlingen soll ein Baum die Höhe von 20 m erreicht haben). In der Jugend hat er eine trichterförmige, im alter eine abgerundete Krone. Die Zweige wölben sich bogig elegant. Jedes Blatt ist eine Zierde. Die herzförmigen, nur 4-7 cm langen Blättchen hängen an roten, dünnen Blattstielchen. Sie heben sich recht apart von den frischgrünen, bläulich überreiften Blättern ab. Großartig ist die Herbstfärbung. Das Farbenspiel reicht von gelb bis karmin und scharlachrot bis zu violetten Tönen. In zu trockenen Lagen färben sich die Blätter nur gelb und fallen früh ab. Das auf dem Boden liegende Herbstlaub verströmt einen angenehmen Duft nach Zimt und Karamel. Deshalb erhielt die Pflanze auch den Namen Kuchenbaum. Die Pflanze ist zweihäusig. Die weiblichen Blüten zeichnen sich durch leuchtend purpurrote Nabensäume aus, die vor Laubaustrieb erscheinen. Der Boden muß nährstoffreich, tiefgründig und frisch sein. Der Baum verträgt keine Trockenheit. Er liebt eher saure bis neutrale Böden. Bei uns steht er am liebsten im Halbschatten. Er wirkt besonders schön vor einer alten Mauer oder aber auch modernen Glasfassaden, wo er seine ganze Eleganz entfalten und zeigen kann.

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Cercis siliquastrum Leguminose Judasbaum

Der Judasbaum ist ein kleiner Baum oder baumartiger Strauch von 6-10 m Höhe, in der Jugend mit straff aufrechten Ästen, im Alter breit ausladend. Seine Blätter sind sommergrün, wechselständig und von rundlicher Form, am Grunde nierenförmig und ganzrandig. Die Oberseite der vergleichsweise kleinen Blätter ist bläulich-grün, die Unterseite graugrün. Sie geben der Pflanze eine aparte Note, die durch den malerischen, oftmals bizarren Wuchs im Alter noch unterstrichen wird. Fasziniert sind wir, wenn im April die Tausenden von purpurrosa Schmetterlingsblüten direkt aus dem Stamm noch vor Laubentfaltung herausbrechen. Die Stammblütigkeit oder auch Cauliflorie genannt ist uns nur von wenigen tropischen Pflanzen wie z.B. der Kakaopflanze bekannt. Diese ungewöhnliche Erscheinung hat schon immer die Fantasie der Menschen angeregt. Die Früchte sind flache, braune Hülsen, die nach Laubfall den ganzen Winter am Baum hängen bleiben. Der Judasbaum hat eine kräftige, tiefgehende Hauptwurzel und bildet wenig Seiten- und Faserwurzeln aus. Deshalb gedeiht er noch auf trockenen, felsigen Kalkböden entlang der adriatischen Küste bis in das Karstgebiet hinein. Das Verpflanzen verlangt ebenfalls sorgfältige Vorbereitung. Da die Pflanze gut Trockenheit und Hitze verträgt, finden wir sie immer wieder in Pflanzkübeln inmitten der städtischen Fußgängerzonen oder als kleinkronige Straßenbäume wie in Bad Dürkheim.

Der Judasbaum hat der Legende nach seinen Namen, weil sich an ihm Judas Ischariot nach seinem Verrat an Jesus aufgehängt haben soll. Die Heimat der Pflanze ist Südeuropa bis Afghanistan. Am Südhang der Alpen, in Südfrankreich und Spanien hat er sich eingebürgert und ist teilweise verwildert. Bei Aristoteles und Theophrast heißt der Baum „Kerkis“ = Weberschiff. Lateinisch heißt „siliqua“ Schote. In Zürich wurden im 16. Jahrh. erstmals Pflanzen aus Samen gezogen. Erst ab 1771 wagte man sie im Freien zu kultivieren. Sehr schöne Pflanzen finden wir im Schloßgarten und am Weingut Kern in Deidesheim.

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Chimonanthus praecox (Chimonanthus fragrans, Calycanthus praecox) Calycanthaceae Winterblüte

Die Heimat von Chimonanthus ist China. Die Variation Ch.pr.var. grandiflorus hat zwar größere Blüten von reinerem Gelb, duftet jedoch nicht. Fehlt im Sommer die Wärme, so blüht er im Winter nicht. Die Winterblüte verträgt Schnitt sehr gut und kann deshalb auch an einer warmen Südwand als Spalier gezogen werden.

Der sommergrüne, aufrechte und sparrig verzweigte Strauch wird 2-3 m hoch und 2-2,5 m breit. Die gegenständigen Blätter sind eiförmig-elliptisch, 7-15 cm lang und erinnern an Pfirsichblätter. Sie sind im Sommer hellgrün, im Herbst verfärben sie sich leicht gelbgrün. Die Blattnerven an der Blattunterseite sind behaart. Der Strauch fällt vor allem durch seine frühe Blüte im Februar bis März/April auf. In milden Wintern können die Blüten schon im Januar erscheinen. Sie entwickeln sich am zweijährigen Holz vor Laubaustrieb direkt an den Zweigen. Die Einzelblüte ist hübsch anzusehen und stark duftend. Die Blütenblätter sind wachsgelb, innen leuchtend rotbraun bis purpur. Der Strauch verlangt einen nährstoffreichen, nicht zu schweren und durchlässigen Boden. Er braucht einen sonnigen Platz am geschützten Standort. Im Alter ist er frosthart.

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Clerodendron trichotomum var. fargesii Verbenaceae Losbaum

Der Losbaum ist im Alter eine tropisch üppige Erscheinung. Er wird 2-3 m hoch, durch zahlreiche Ausläufer kann er wesentlich breiter als hoch werden. Dann zeigt er erst seine volle Schönheit. Die Blätter des sommergrünen Strauches stehen dekorativ über den etwas brüchigen Zweigen. Sie sind groß, eiförmig und unterseits spärlich behaart. Leider riechen sie etwas unangenehm. Im August/September zeigt der Strauch seine volle Schönheit, wenn als Abschluß der Jahrestriebe die spinnenartigen, weißen Blütendolden über dem Laub stehen. Auch die Einzelblüte ist recht apart. Ihre 5 anfangs rosa-grünliche Kelchzipfel werden später leuchtend rot. Schön sind auch die Früchte. Es sind 6-8 mm große türkis bis preußisch-blaue Beeren, die schalenförmig von roten Kelchblättern umgeben sind.

Die Heimat des Losbaums ist China und Taiwan. In den Tropen ist die Gattung weit verbreitet. Der Name Clerodendron bedeutet Losbaum oder Schicksalsbaum. Linnè gab der Gattung den Namen, weil von zwei Arten der Insel Ceylon der einen Pflanze eine heilsame Wirkung zugeschrieben wurde (arbor fortunata), der anderen eine unheilsame (arbor infortunata).

Der Losbaum braucht einen kultivierten, leicht sauren und humusreichen Boden. Er gedeiht im milden Weinbauklima am geschützten Standort, verlangt jedoch eine Mulchschicht im Wurzelbereich als Winterschutz. Friert er dennoch zurück, treibt er in der Regel wieder willig durch.

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Cornaceae: Cornus - Arten, Heimat Nordamerika Cornus florida und Cornus florida „Rubra“ - Blumen-Hartriegel, Dogwood Cornus nuttallii - Nuttalls Blütenhartriegel

Die Staaten North Carolina und Virginia haben den Cornus florida im Staatswappen. Im Süden Nordamerikas leuchten die weißen und rosa Blüten der Büsche weithin unter dem Schirm der noch unbelaubten Waldbäume. Cornus nuttallii wächst vornehmlich entlang der pazifischen Küste von Vancouver bis Südkalifornien.

Die hier beschriebenen nordamerikanischen Hartriegelarten sind bezaubernde Blütensträucher von jeweils eigener Ausdruckskraft. Der Cornus florida wird 4-6 m hoch, im Alter kann er ebenso breit werden. Im Mai bezaubert er durch seine auffallenden, herrlichen, 8 cm breiten Blüten, die aus 12 mm großen Blütenköpfchen und 4 großen, weißen bzw. rosaroten Hochblättern gebildet sind. Die Früchte sind eiförmig, ca. 1,5 cm dick und leuchtend scharlachrot. Die jungen Triebe sind grünlich, oft purpurn bereift. Die formschönen Blätter verfärben sich im Herbst scharlachrot. Der Blumenhartriegel ist eines der schönsten Ziersträucher unserer Gärten! Nuttalls-Blüten-Hartriegel wird nicht ganz so groß (bei uns ca. 3 m). Am heimischen Standort erreicht er allerdings Höhen von 15 m. Sein Wuchs ist eigenwillig, unregelmäßig, bizarr. Die jungen Zweige sind erst grün, dann braun-rot bis violett. Das zweijährige Holz hellbraun. Die grünlichpurpurnen Blütenköpfchen werden von meist 6 großen, cremweißen Hochblättern umgeben. Im Herbst färbt sich das Laub leuchtend gelb bis orange. Beide Arten lieben einen feuchten, nahrhaften und durchlässigen Boden mit leicht saurem bis neutralem pH-Wert. Eine Mulchschicht sollte den Wurzelbereich vor Austrocknung schützen. Cornus nuttallii ist etwas frostgefährdet.

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Cornaceae: Cornus - Arten, Heimat Ostasien Cornus kousa - Japanischer Blumenhartriegel Cornus kousa var. chinensis - Chinesischer Blumenhartriegel Cornus controversa - Pagoden-Hartriegel

Der Japanische Blumen-Hartriegel erreicht bei uns Höhen von 6 m und Breiten von 4-5 m. Seine sommergrünen, leicht gewellten Blätter färben sich im Herbst leuchtend gelb bis scharlachrot. Die grünlich-gelben Blütenköpfchen werden im Juni von 4 weißen Hochblättern umgeben. Attraktiv sind auch die himbeergroßen, rosafarbenen Früchte, die elegant an langen Stielen hängen. Der Strauch hat eine klare überzeugende Struktur. Während die Hauptäste vasenförmig nach oben geben, gehen die Nebenzweige fast waagrecht und bilden einen etagenförmigen Aufbau. Der Chinesische Blumen-Hartriegel wird etwas höher und seine Zweigpartien sind im Alter breit überhängend. Blüten und Früchte ähneln dem Japanischen Bruder. Die Herbstfärbung ist rot. Der Pagoden-Hartriegel besticht vor allem durch seine waagrechten Astpartien und seinen strengen, etagenförmigen Aufbau. Dieser wird im Juni durch 15 cm breite, weiße Schirmrispen noch unterstrichen. Die blauschwarzen Früchte, zusammen mit der rötlichen Herbstfärbung der Blätter ergeben einen pittoresken Anblick.

Die Heimat von Cornus kousa sind die Bergwälder von Japan und Korea. Den Pagodenhartriegel finden wir im östlichen Himalaja, in Korea und Japan.

Beide Arten verlangen einen feuchten, humosen Boden von saurem bis neutralem pH-Wert. Vorteilhaft ist eine Laubmulchschicht. Sie lieben einen sonnigen bis leicht beschatteten Standort unter großen Bäumen.

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Davidia involucrata var. vilmoriniana Davidiaceae (Nyssaceae) Taschentuchbaum

Die Heimat des Taschentuchbaums ist Westchina. In Deidesheim können wir im oberen Schloßgarten unweit vom Stadtschreiberturm ein Exemplar bewundern.

Es gibt wohl keinen Baum, dessen Blüte so eigenartig gestaltet ist wie beim Taschentuchbaum. Deshalb erregt er auch immer die besondere Aufmerksamkeit der Pflanzenliebhaber. Aus einiger Entfernung könnte man meinen am Baum hingen lauter weiße Taschentücher oder eine Schar weißer Vögel habe sich auf ihm niedergelassen. Die etwa 2 cm großen, rotbraunen Köpfchen bestehen aus zahlreichen männlichen und nur einer weiblichen Blüte. Sie werden umgeben von zwei kahnartigen, großen weißen Hochblättern. Diese sind zuerst grünlich-weiß, werden dann rahmweiß und schließlich rötlich überhaucht. Die Blütezeit währt im Mai/Juni ca. 3 Wochen. Daraus entwickeln sich walnußgroße Steinfrüchte, die an langen Stielen hängen. Sie enthalten 3-5 g Samen. Das dekorative Laub ähnelt dem der Linde. Der Blattrand ist grob bezähnt. Die Winterknospen sind auffallend groß, etwas abstehend und rötlich glänzend. Im Schnee sehen sie apart aus. Der Taschentuchbaum ist ein kleiner bis mittelgroßer Baum von 8-12 m Höhe. Er hat eine breitpyramidale, später rundliche, lockere Krone. Der Baum verlangt einen ausreichend feuchten, lockeren und nährstoffreichen Boden in geschützter, warmer Lage. In der Jugend ist er etwas frostempfindlich. Er liebt Sonne bis Halbschatten, schwach saure bis neutrale Böden.

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Diospyros kaki Ebenaceae Dattelpflaume, Kakipflaume

Die Dattelpflaume ist in Deutschland nur an wenigen, besonders vom Klima begünstigten Orten zu finden, so auch in Deidesheim. Meist kennen wir sie nur als Kübelpflanze. Der kleine Baum bildet tomatenähnliche runde Früchte von 5-7 cm Durchmesser. Sie sind je nach Sorte gelb, orange oder fleischfarben. Diese werden im Juni gebildet. Wegen ihres extrem hohen Gehalts an Gerbstoffen sind sie erst im überreifen Zustand schmackhaft. Der Baum selbst ist rundkronig und hat braunbehaarte Zweige. Seine Blätter sind groß, dunkelgrün glänzend, unterseits behaart. Er hat gelblich-weiße, ca. 3 cm breite Blüten. Die Dattelpflaume ist sehr wärmebedürftig und kann nur an besonders warmen und geschützten Standorten ausgepflanzt werden. Mit Frostschäden ist immer zu rechnen. Sie verlangt einen durchlässigen, nahrhaften Boden.

Diospyros kaki wird in Japan „Japanische Dattelpflaume“ genannt, in China „Chinesische Quitte.“ Die Kakipflaume wird in vielen subtropischen Gebieten als sommergrüner Obstbaum kultiviert, so in Japan, Nordchina, Formosa und Korea. In jüngster Zeit auch in Kalifornien und Florida sowie in Mittelmeerländern, an den Oberitalienischen Seen und der Westschweiz. Je nach Sorte können seine Früchte auch erst deutlich später reif werden. Nahe Verwandte sind Diospyros ceylon, Diospyros silvatica u.a.m. Sie liefern das geschätzte Ebenholz. In Deidesheim finden wir die Kakipflaume auf dem „Mediterranen Hügel“.

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Euonymus japonica Celastraceae Japanischer Spindelstrauch

Die Heimat des Euonymus japonicus ist Japan, Korea und die Liukiu-Inseln. Hier wie dort wird er gerne als Dekorationsmaterial verwendet. Der Name Spindelstrauch weist auf seine Verwendung zur Herstellung von Spindeln und als Drechslerholz hin. Die Früchte erinnern an die Kopfbedeckung der Geistlichen, daher Pfaffenhütchen. Die Wurzelrinde enthält wie fast alle Euonymus-Arten „Guttapercha“, ein dem Kautschuk ähnlicher Milchsaft, der u.a. zum Isolieren von Elektrokabel als sehr guter Nichtleiter verwendet wurde.

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Dieser immergrüne Strauch sollte auch in seiner reinen Art mehr Beachtung in unseren Gärten und Parkanlagen finden. Er wird bei uns ca. 2 m hoch. In der Heimat erreicht er 5-8 m Höhe. Seine Zweige sind schwach, vierkantig, die ovalen Blätter 4-5 cm groß, lederig, dunkelgrün, oberseits glänzend. Die Blüten sind eher unscheinbar weiß. Sie stehen in 5-10 cm langen Trugdolden. Besonders zierend sind die pfaffenhütchen-artigen Früchte. Sie sind rosa, ungelappt. Der Arillus ist orange, die Samen weiß. Im allgemeinen bekannter sind die buntblättrigen Sorten, die sich durch einen speziellen Wuchs sowie durch gelbgrüne oder weißbunte Blätter von ihrer Umgebung abheben. Solche finden wir auch auf dem „Mediterranen Hügel“ in Deidesheim. Dort steht auch eine botanische Seltenheit, nämlich Euonymus aquifolium. Die Blätter sind auch immergrün und erinnern an ein Ilexblatt. Die Heimat dieser Art ist Westchina. Euonymus japonicus liebt feuchten, nicht zu trockenen Boden in halbschattiger Lage. Er liebt Kalk und kann dann auch etwas trockenere Standorte ertragen.


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Ficus carica Moraceae Echte Feige

Die ursprüngliche Heimat von Ficus carica ist Kleinasien und das östliche Mittelmeergebiet. Von dort brachten sie die Griechen nach Italien. Heute wird sie im gesamten Mittelmeerraum von den Kanaren bis Syrien kultiviert. Auch auf der Alpensüdseite hat sie sich eingebürgert. Die Römer brachten sie mit dem Wein und der Eßkastanie in unser Land. Im „Capitulare de Villis“ Kaiser Karl des Großen wird die Feige mit aufgeführt und deren Anpflanzung

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Wer aus kälteren Zonen in dieses klimatisch gesegnete Land der Pfalz kommt ist höchst erstaunt, daß er an geschützten Hauswänden in vielen Straßen unserer Städte und Dörfer eßbare Feigen findet. Besonders berühmt ist die Feigengasse in Deidesheim, die 1908 von Dr. Bassermann in seiner Zeit als Bürgermeister angelegt wurde. Die Feigen brachte er aus einem Urlaub in der Toskana mit. 1972/73 pflanzte Gärtnermeister Gößlin im Auftrag der Stadt am Leinhöhlenweg Feigen im Wechsel mit Bittermandeln an. Die Feige ist mit seinen großen, 3-5 lappigen, tief ausgebuchteten Blättern ein interessanter und eigenwillig wachsender Strauch. Die sommergrünen, dunkelgrünen Blätter sind unterseits weichhaarig. Ungewöhnlich ist vor allem die Befruchtung. Sie war schon den Phöniziern und Ägypter bekannt und regte die Neugierde von Herodot an. Die Blüten sind äußerlich nicht zu erkennen, denn sie sitzen auf der Innenseite eines umgestülpten, hohlen Kelchbechers. Die Wildform hat weibliche Blüten oder Staubbeutel mit sogenannten Gallblüten, deren Samenanlage verkümmert ist. Die Befruchtung erfolgt durch die Gallwespe, einem ca. 1 mm großen Insekt. Die Gallwespe vermag mit ihrer kurzen Legröhre ihr Ei nur in die kurzgrifflige Gallblüte zu legen, deren Fruchtknoten darauf hin anschwillt und die Entwicklung der Gallwespe sichert. Beim Verlassen des Kelchbechers nimmt die Gallwespe Blütenstaub der männlichen Blüten mit und befruchtet die echten weiblichen Blüten. So entstehen einmal samentragende, eßbare Feigen oder aus den Gallblüten die sogenannten Ziegen- oder Holzfeigen. Durch


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gekreuzte Befruchtung ergeben sich drei Ernten im Jahr: Die Vorsommer-, Sommer- und Winterfeigen.Die neueren Zuchtsorten tragen auch ohne den komplizierten Vorgang der „Caprification“ eßbare Früchte. Diese jungfernbürtigen Fruchtfeigen haben keinen Samen. Sie sind zuerst grün, dann schwarzviolett. Ihr Fleisch ist saftig süß und von feinem Aroma. Frisch schmecken sie köstlich oder auch als Beigabe zu diversen Speisen. Aus dem Mittelmeerraum kennen wir sie auch getrocknet. Die Pflanze wird bei uns ein 4-6 m hoher Strauch. Die Feige gedeiht noch auf warmen, kargen Sandböden. Sie kann große Trockenheit im Sommer gut überstehen. Man sollte sie an einen warmen, geschützten Standort vor Mauern oder in einem Innenhof pflanzen. In kalten Wintern ist sie für einen leichten Winterschutz dankbar. Friert sie zurück, treibt sie häufig nochmals aus den Wurzelsprossen aus. Hier braucht man allerdings große Geduld.

empfohlen. Auch die Heilige Hildegard von Bingen zählte die Feige in ihrer „Physica“ zu den bedingt guten Nahrungsmitteln“. Wolfram von Eschenbach berichtet im „Parzival“, daß in den Burggärten „Vigenboum, granat, öle, vin und andere art des wuchs“ gezogen wurden. Wir können annehmen, daß in der Pfalz die Feige ab 1000 n.Chr. vielerorts eingebürgert ist.

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Gleditsia triacanthos (Gl.tr. inermis - = Dornenloser Lederhülsenbaum) Caeselpiniaceae, Ordnung Leguminosae Dreidorniger Lederhülsenbaum, Gleditschie

Die Heimat des Lederhülsenbaumes ist Lousiana und Texas. In Süd- und Mitteleuropa ist er eingebürgert. Benannt wurde er nach dem Direktor des Bot.Gartens in Berlin J. G. Gleditsch (1714-1786). Dieser Botaniker erbrachte den Beweis für das Geschlechtsleben der Pflanzen und war Linné bekannt. Die ersten Gleditschien blühten 1728 im bischöfl. Garten zu Fulham. 1850 wurden die ersten Gleditschien in Neustadt gepflanzt.

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Die Gleditischie ist ein interessanter und vielseitig verwendbarer Baum. Sie erreicht 15-25 m Höhe und 10-15 m Breite. Seine Zweige streben in der Jugend schräg aufwärts und nehmen später eine mehr waagrechte Haltung ein. Sie sind zuerst rotbraun, dann olivgrün und im Alter schwärzlich. Besonders auffallend sind die zahlreichen, 8-20 cm langen, verzweigten spitzen Dornen, die aus Hauptstamm und Zweigen unvermittelt herauskommen. Sie geben dem Baum einen wehrhaften, bizarren Charakter. Dieser wird verstärkt durch den Zickzackwuchs der Triebe. Das lichte, sommergrüne Laub färbt sich im Herbst leuchtend gelb. Die Samen sind in 30-40 cm langen Hülsen eingeschlossen, die dunkelbraun und etwas leicht verdreht den Baum auch im Winter schmücken. Die Gleditschie wächst noch auf kargen Sandböden und ist gegenüber der Bodenazidität sehr tolerant. Auf zu nahrhaften Böden reift das Holz spät aus und ist dann frostgefährdet. Der Baum ist strahlungsfest, trockenresistent, salztolerant und widerstandsfähig gegen Luftverschmutzung. Diese Eigenschaften zeichnen ihn als idealen Baum an Straßen und Plätzen aus, insbesondere die dornenlose Spezies Gl.tr.inermis. In Amerika ist es eines der meist gepflanzten Gehölze.


Hamamelis - Arten Hamamelidaceae Zaubernuß

Die Zaubernuß hat zurecht ihren Namen. Sie überrascht uns mitten im Winter durch ihre interessanten Blüten. Über einem vierteiligen Kelch stehen die achselständigen Blüten in kurz gestielten Büscheln. Die Kronblätter rollen sich bei Frost zusammen und blühen bei Erwärmung der Lufttemperatur wieder auf. So blühen sie manchmal unter einer Schneehaube bei - 10-12° C! Ein besonders zauberhafter Anblick. Alle Hamamelisarten haben einen aufrechten, breitsparrigen und trichterförmigen Wuchs. Ihr sommergrünes Laub erinnert an die Haselnuß. Es hat eine wunderschöne Herbstfärbung in Gelb und Rot. Die holzigen, haselnußgroßen Früchte brauchen ein volles Jahr der Reife und springen erst im Spätherbst, wenn die Blüte fast beginnt, auf, um die Samen hinaus zu schleudern. Es gibt mehrere Arten und viele interessante Kulturformen mit unterschiedlicher Blüte und Blütezeit. Die Wuchsgrößen schwanken von 3-9 m Höhe.

Die Hamamelis virginiana stammt aus dem östlichen Nordamerika. Wir finden sie als Unterholz an Waldränder oder an Flußufer. Seit 200 Jahren bei uns in Kultur. Die Hamamelis mollis stammt aus China. Sie ist in den Provinzen Hubei und Jiangsu in Höhen von 1300-2500 m zu Hause. 1879 wurde sie nach England eingeführt. Die Hamamelis japonica lebt in den Bergwäldern Japans und kam 1860 nach Europa.

Die Zaubernußarten verlangen einen humosen, leicht sauren und durchlässigen Boden. Ein lichter, schattiger Standort ist hierzulande vorteilhaft.

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Hibiscus syriacus (Hibiscus rosa-sinensis = Roseneibisch) Malvaceae Eibisch

Unser Hibiscus syriacus stammt aus China und Indien. In den Tropen und Subtropen gibt es weitere 300 verschiedene immergrüne und sommergrüne Arten. Verwandt sind Malven (Stockrose) und die Baumwollstaude (Gossypium arboreum). Als Topfpflanze bei uns bekannt ist die Hibiscus rosa-sinensis. Sie stammt wohl aus China und ist heute im Mittelmeerraum ein beliebter Freilandstrauch mit besonders schönen großen, roten Blüten. Es gibt 250 verschiedene Zuchtsorten in roten und gelben Farben. Auch als Kübelpflanze wird sie verwendet und erfreut durch ihre lange Blütezeit.

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Der Hibiscus ist durch seine späte Blütezeit und durch sein unermüdliches Blühen von Ende Juni bis in den Oktober für jeden Gartenliebhaber von unschätzbarem Wert. Die Farbskala der malvenähnlichen Blüten reicht von violett bis rot und rosa. Sie sind einfach, halbgefüllt oder gefüllt blühend und stehen am einjährigen, jungen Holz. Durch einen leichten Rückschnitt nach der Blüte kann die Blütenpracht verstärkt werden. Die Pflanze selbst wächst straff aufrecht und erreicht gut 3 m. Die Rinde ist in der Jugend weich behaart, später grau und kahl. Die sommergrünen Blätter sind eiförmig dreilappig. Sie kommen erst sehr spät in Erscheinung und verfärben sich im Herbst gelb. Der Hibiscus wächst nur in klimatisch begünstigten Zonen. Er ist etwas frostempfindlich, daher sollte man ihn an einen geschützten, sonnigen Standort pflanzen. Er verlangt nährstoffreiche, nicht zu trockene Böden.


Hydrangea aspera „Macrophylla“ Hydrangeaceae (Saxifragaceae) Riesenblatt-Hortensie

Die Riesenblatt-Hortensie ist durch ihren Habitus, ihr Blatt und ihre Blüte eine fremdländische Erscheinung, die die Blicke auf sich zieht. Die Haupttriebe des ca. 1,5-3,0 m hohen Strauches wachsen steif aufrecht. Sie sind wenig verzweigt. Die Seitentriebe stehen locker und wachsen ungeordnet kreuz und quer. Die sommergrünen Blätter sind auffallend groß und lanzettlich geformt. ihre Oberseite ist rauh behaart, die Unterseite weiß filzig. Im Herbst schrumpeln sie einfach zusammen. Besonders attraktiv sind die 15-30 cm großen Blüten. Die fertile Blüten stehen in breiten Schirmrispen in rosalila bis hellviolett. Sie sind von großen, weißen Randblüten umgeben. So erhält die Gesamtblüte eine interessante Form und Farbkontrast. Sie blühen verhältnismäßig spät erst im Juli/August. Die Früchte sind unscheinbar. In Wuchsform und Blüte ist die Hydrangea aspera „Macrophylla“ der Hydrangea sargentiana (Samthortensie) recht ähnlich. Die Riesenblatt-Hortensie mag keinen Kalkboden, sondernmöchte einen leicht sauren, humusreichen Standort. Er soll halbschattig und geschützt sein. Steht die Pflanze zu mastig, dann reifen die jungen Triebe nicht aus und frieren leicht zurück. Im Winter ist Bodenschutz zu empfehlen.

Die Heimat der Riesenblatt-Hortensie ist China, Formosa, Sumatra, Java. In den Wäldern des Himalaja wächst sie bis in Höhen von 15002300 m ü.N.N. In Deutschland und Frankreich ist der Name Hortensie für Hydrangea-Arten allgemein gebräuchlich. Der französische Botaniker Philibert Commerson entdeckte 1767 in China die Schneeball-Hortensie. Sie wurde nach seiner schönen und mutigen Geliebten Hydrangea hortensia benannt. Hortensie Barré begleitete ihn als Jäger verkleidet auf seinen Exkursionen, denn für eine Frau war damals das Reisen in China recht gefährlich.

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Koelreuteria paniculata Sapindaceae Blasenbaum

Die Heimat des Blasenbaums ist China, Korea und Japan. Obwohl eingebürgert ist er in Amerika als „Pride of India“ oder „Goldenrain Tree“ weithin bekannt und beliebt. 1763 wurde er erstmals nach Europa gebracht. An der Deutschen Weinstraße finden wir selten diesen wunderschönen kleinen Baum. Er hätte es verdient, mehr angepflanzt zu werden!

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Der Blasenbaum hat seinen Namen von den gelbbraunen, blasenförmigen Früchten. Die papierdünnen Kapseln werden im Herbst rötlich und bleiben lange am Baum hängen. Zusammen mit dem gelben Herbstlaub ist der formschöne, kleine Baum ein faszinierender Anblick. Die großen, ca. 35 cm langen gefiederten Blätter werden von eiförmigen, gekerbten 3-8 cm langen Blättchen gebildet. Die gelben Blütenrispen erreichen eine Größe von 40 cm und stehen locker über dem schönen, lichten Laub. Die Einzelblüte ist klein,nur ca. 1 cm groß. Der Baum selbst erreicht eine Höhe von 8-12 m. Der Blasenbaum steht gerne in einem leichten Sandboden am geschützten Standort. Er verträgt auch Trockenzeiten. Ein warmes, mildes Weinbauklima ist jedoch Grundvoraussetzung für sein Gedeihen. Erst spät erreicht er seine Blühreife. Aber die Zeit des Wartens wird belohnt. Seine Blüte im August/September ist besonders wertvoll, da die meisten Gehölze im Frühjahr und Frühsommer blühen.


Lagerstroemia indica Lythraceae Lagerstroemie

Wer im Hochsommer durch die Straßen von Locarno lustwandelt, wird immer wieder von einem kleinen, blühenden Baum begeistert sein, dessen große, 25-30 cm langen Blütenrispen in allen Farben von rot, rosa, purpur und weiß über einem lichten Laubdach stehen. Seine Hauptblütezeit ist Juli bis September. Die Blüten bilden sich am Ende der Zweige an den einjährigen Trieben. Durch gezielten Rückschnitt wird ihre Bildung begünstigt. Besonders schön und interessant ist die glatte Rinde der Hauptäste und des Stammes. Man muß sie berühren! Sie fühlt sich an wie die zarte Haut eines Menschen. Die Lagerstroemia verlangt einen neutralen bis alkalischen, durchlässigen Boden. Sie verträgt keine stauende Nässe. Gegen Hitze und sommerliche Trockenheit ist sie widerstandsfähig. Bei uns gedeiht sie nur an einem geschützten, warmen Standort in voller Sonne. Der letzte harte Winter 1996/97 hat einigen Lagerstroemien das Leben gekostet, andere dagegen wachsen unbeschadet weiter. Eine Begründung hierfür ist schwer zu treffen.

Die ursprüngliche Heimat der Lagerstroemia ist China. In Indien, Südeuropa und Südamerika wird sie häufig angepflanzt. Vor allem in der Toskana, aber auch im Tessin und in Südtirol sowie Südengland ziert dieser Blütenbaum Gärten und Parks. In Deidesheim finden wir die Lagerstroemia auf dem „Mediterranen Hügel“. Den Namen hat diese Pflanze von Magnus von Lagerstroem (1696-1759), geb. in Stockholm, gestorben in Gothenburg. Er war Direktor der Ostindischen Kompanie, Zeitgenosse und Freund von Linné.

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Lavendula augustifolia (= L.spica) Labiatae Echter Lavendel

Die Heimat des Lavendel ist Südwesteuropa. In der Provence wird Lavendel feldmäßig zur Ölgewinnung angebaut. Hauptlieferant ist die etwas höher werdende Art Lavendula latifolia. Zum Unterschied von angustifolia hat sie am Stengelgrund rosettartige Blatthäufungen. Die Blätter sind beidseitig grau-filzig. Diese Art ist frostempfindlicher. Bei uns sind vor allem Bastarde von langustifolia und latifolia in Kultur. Lavendel wurde um 1000 n.Chr. durch Benediktiner Mönche vom Süden über die Alpen zu uns gebracht.

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Wer kennt nicht den Duft von Lavendel und träumt nicht von den tiefblauen Lavendelfeldern Südfrankreichs? Der kleine, immergrüne Halbstrauch bringt uns von beidem einen Hauch in unsere Gärten. Er wird nur 50-70 cm hoch. Die zahllosen aufrechten Triebe enden fast alle in hellblauen bis violetten Blütenständen, die von Juni bis August die Bienen und andere Insekten anziehen. Die zahlreichen, schmallanzettlichen Blättchen sind direkt am Stengel aufgereiht. Sie sind oben grau-grün, unterseits graufilzig. Neben den blaublühenden Sorten gibt es auch weißblühende. Lavendel liebt trockene, sandige und kalkreiche Böden. Nach der Blüte soll die Pflanze scharf zurückgeschnitten werden, sonst besteht die Gefahr der frühen Vergreisung.


Liquidambar styraciflua Hamamelidaceae Amberbaum

Der Amberbaum ist ein raschwüchsiger, durch seine Rinde interessanter und vor allem im Herbst ein aufregend schöner Baum. Je nach Standort wird er 15-30 m hoch. Im Winter zieren die mit dicken Korkleisten besetzten Zweige den Baum. Im Sommer erfreuen wir uns an den wohlgeformten Blättern. Sie sind in der Regel fünflappig, diese wiederum dreieckig und von strenger, klarer Form. Die Blüten sind unscheinbar, gelblich. Eine Pracht ist die Herbstfärbung. Die Farbskala spielt von gelb bis karmin und von grün bis violett. Auch scharlachrote und violettbraune Töne finden wir in diesem Farbenspiel. Der Amberbaum braucht frische, eher feuchte Böden von schwach saurer bis neutraler Bodenreaktion. Bei zu hohem pH-Wert bekommt er Chlorose. In der Jugend ist er etwas frostempfindlich. Später erträgt er Temperaturen bis -28° C. Die Pflanzung sollte nur im Frühjahr erfolgen. Je sonniger sein Standort, desto schöner und vielfarbiger ist seine Herbstfärbung.

Die Heimat ist das südöstliche Nordamerika. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich westlich bis Ost-Texas, südlich bis Mittelflorida, Mexiko und Guatemala. Dort treffen wir ihn vor allem auf feuchten Talböden, in Uferwälder und noch in der unteren Zone der Laubmischwälder. Der Name Liquidambar hat seine Wurzeln im lateinischen liquidus = flüssig, und dem arabischen Ambar = Duftstoff. Das Holz enthält die angenehm duftende und schmeckende Zimtsäure. Sein Harz (storax liquidus) wird in der Pharmazie sowie als Grundsubstanz für Kaugummi verwendet. Deshalb wird der Amberbaum auch „Sweetgum“ genannt.

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Liriodendron tulipifera Magnoliaceae Tulpenbaum

Der Tulpenbaum stammt aus dem Mississippi-Gebiet und kommt von Massachusetts bis Florida vor. Dort ist er auch als Forstgehölz in Kultur. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts kamen die ersten Bäume nach Deutschland. Ab 1770 finden wir sie auch in den Gärten und Parks von Schwetzingen, Mannheim und Karlsruhe. Auch im Stadtgarten in Deidesheim und am Königsplatz können wir ihn beobachten. Sein Name ist dem Griechischen leirion = Lilie und dendron = Baum abgeleitet.

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Der Tulpenbaum ist von edler Erscheinung. Sein schlanker, gerader Stamm endet in einer pyramidalen Krone. Die Hauptäste breiten sich leicht steigend aus und können im Außenbereich malerisch herabhängen. Der Baum erreicht Höhen von 40 m. Er wächst auf geeignetem Standort sehr rasch. Seine großen, formschönen Blätter hängen an langen Blattstielen und färben sich im Herbst leuchtend gelb. Mitte Mai bis Ende Juni überraschen uns die aufrecht stehenden, tulpenförmigen Blüten. Ihre Grundfarbe ist schwefelgelb bis gelb-grün. An der inneren Basis der Kronblätter finden wir orangefarbene Saftmale. Die Früchte sind aufrechte, ca. 6-8 cm lange Zapfen. Der Liriodendron beginnt erst spät als 20-30jähriger Baum zu blühen. Der Tulpenbaum braucht möglichst einen offenen, frischen oder feuchten Boden. Seine fleischigen Wurzeln streichen weit hinaus. Die beste Pflanzzeit ist das Frühjahr. Am schönsten entwickelt er sich auf einer großen Rasenfläche als freistehender Parkbaum. Hier kann er seine majestätische Erscheinung zu jeder Jahreszeit voll zeigen. Bei uns ist der Liriodendron frosthart. Insgesamt liebt er jedoch Wärme. Im Straßenbereich sollte man ihn nicht pflanzen, da sein Holz zu Windbruch neigt.


Magnoliaceae - Magnoliengewächse: Magnolia grandiflora „Galissonière“ Immergrüne Magnolie

Aus über 80 Magnolienarten und einer fast unüberschaubaren Vielzahl von Kulturformen sollen nachfolgend die Wichtigsten beschrieben werden: Magnolia grandiflora „Galissonière“ Immergrüne Magnolie: Wer die immergrüne Magnolie ohne Blüte sieht, denkt nicht an die enge Verwandtschaft mit unseren sommergrünen Magnolien. Sie ist ein imposanter Baum von streng kegelförmigem Wuchs. In Italien wird sie mit Vorliebe zu Pyramiden, Kegeln oder einer runden Krone über einem kurzen Stamm geschnitten. Die dicht stehenden, großen dunkelgrünen Blätter bilden geschlossene Wände, so daß die angestrebte Form exakt in Erscheinung tritt. Sie sind eiförmig-elliptisch und auf der Unterseite rostbraun. Die Blüten erscheinen bei uns sehr spärlich, meist einzeln den ganzen Sommer über. Sie sind groß, rahmweiß und duften. Die Früchte sind eiförmig, braun-filzig. Der Baum erreicht bei uns ca. 10 m, in südlichen Ländern 25 m Höhe.

Die Heimat der immergrünen Magnolie ist das südöstliche Nordamerika, Nordcaroline bis Florida und Texas. Im Mittelmeerraum ist sie eingebürgert, insbesondere in Italien, auf der Iberischen Halbinsel und im Tessin. In Deidesheim schmücken sie den Kaisergarten und den „Mediterranen Hügel“ im Stadtpark. Königsgarten und Königsstraße erhält ihren Schmuck von dieser Pflanze. Dort wurde zum ersten Mal in Deutschland eine Baumreihe mit der immergrünen Magnolie angelegt.

Der Baum wächst auf fast allen gut durchlüfteten Böden, ist bei uns im Weinbaugebiet weitgehend frosthart und verlangt einen sonnigen, geschützten Standort. Im vergangenen, strengen Winter 96/97 hat er sich überall sehr frosthart erwiesen. Während Pinien und Feigen vielerorts starke Frostschäden zeigen, konnte dies bei der Magnolia grandiflora „Galissonière“ nirgends festgestellt werden. 53

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Magnolia kobus - Kobushi-Magnolie Magnolia stellata - Stern-Magnolie Magnolie loebneri (M.kobus x stellata

Wenn die Sternmagnolien in den Wäldern rund um den heiligen Berg Japans blühen und das Haupt des Fujijama mit einer weißen Schneekappe bedeckt ist, erleben wir unvergeßliche Bilder.

Alle diese Magnolien mögen einen leicht sauren, humosen Boden und ertragen keine lange Sommertrockenheit. Der Standort sollte windgeschützt sein, da sie keine tiefen Wurzeln haben.

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Magnolia kobus: In der Heimat ein hoher Waldbaum, wird diese Magnolie bei uns ein Großstrauch oder kleiner Baum. Ein selten großes und schönes Exemplar steht vor dem Gesellschaftshaus der BASF in Ludwigshafen. Dieser Baum ist gut 15 m hoch und breit. Es ist ein Ereignis, wenn sich dort Tausende von silbrig-weißen Blüten auf einmal öffnen. Die Einzelblüte ist so zart wie Schatunseide und duftet. Leider blüht sie Ende April meist nur sehr kurz. Die Pflanze wird erst spät, mit 10-15 Jahren, blühfähig. Magnolia stellata: Die kleinste der Magnolien blüht schon in der Jugend. Beim ersten warmen Sonnenstrahl beginnt sie ihre sternförmigen Blüten zu öffnen, die schon im März den Strauch über und über in Weiß hüllen. Allerdings ist sie hierdurch auch sehr spätfrostgefährdet. Die Einzelblüte besteht aus 12-15 weißen Blütenblätter, die angenehm duften. Die Anzahl der Blütenblätter ist sehr variabel und kann bis 40 Stück betragen. Die Pflanze selbst wird 2-3 m hoch und ist von rundlicher Form. Magnolia loebneri: Sie ist eine Kreuzung von M. kobus und M. stellata. Sie wird nach ihrem Züchter Max Loebner benannt, dem es 1900 gelang den Wuchs der M.kobus mit der Blühwilligkeit der M.stellata zu vereinen. Sie wird 5-7 m hoch und 4-5 m breit. Ihre weißen Sternblüten zeigen oft einen schwachen lila Streifen.


Magnolia x soulangeana - Tulpenmagnolien Magnolia liliiflora „Nigra“ - Purpurmagnolie Magnolia sieboldii - Siebolds Magnolie, Sommermagnolie

Magnolia x soulangeana: Sie ist eine Kreuzung zweier ostasiatischen Arten, der M.denudata und der M.liliiflora. Dem Züchter SoulangeBodin gelang 1826 die erste Blüte dieser Kreuzung im Königlichen Gartenbauinstitut in Fromont bei Ris. Der mittelgroße Baum hat zuerst einen pyramidalen Habitus. Im Alter wird er breit ausladend und zeigt oft einen bizarren, individuellen Wuchs. Seine sommergrünen Blätter sind 15 cm lang und färben sich im Herbst gelb bis braun. Vor dem Laubaustrieb erscheinen im April/Mai die tulpenförmigen Blüten in überreicher Fülle. Sie sind weiß mit rosa-violettem Streifen und duften leicht. Magnolia liliiflora: Diese Art ist langsamer wachsend, dichtbuschig und nur 4 m hoch. Die Blüten erscheinen etwas später gleichzeitig mit den Blättern. Die formschöne und elegante Tulpenblüte ist außen rubinrot, innen weiß mit zartem hellgrau. Sie ist frosthärter als M.soulangeana. Magnolia sieboldii: Dieser aparte Strauch hat einen typisch japanischen Charakter. Seine Hauptäste gehen im Alter trichterförmig auseinander und bilden einen 4-6 m hohen Strauch. Die jungen Triebe sind dünn und behaart. Die Blüten stehen in reinweißen Schalen über dem Laub, geschmückt durch auffallend leuchtende, scharlachrote Staubgefäße. Sie erscheinen nach Laubaustrieb erst im Juni/Juli und duften.

Die Magnolia liliiflora wurde 1861 von G.J. Veitsch in Japan entdeckt und nach England eingeführt.

Die Magnolia sieboldii wächst in den Wäldern der japanischen Inseln und in Korea, ebenso in den Stromtälern der Mandschurei.

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Mahonia bealei Berberidaceae Schmuckblatt-Mahonie, Lederblatt-Mahonie

Die SchmuckblattMahonie stammt aus China. Sie ist mit der sehr ähnlichen Mahonia japonica nahe verwandt und wird mit ihr häufig verwechselt. Für den Gartenliebhaber ist dies jedoch nur am Rande interessant.

Dieser immergrüne, 150-200 cm hohe Strauch eignet sich durch seinen straff aufrechten Wuchs in Verbindung mit dem großen, blaugrünen Blatt besonders zur Einzelstellung. Die bis 40 cm langen, gefiederten Blätter sind starr lederig und dornig gezähnt. Besonders auffallend sind die hellgelben Blüten, die noch manchmal unter dem Schnee hervorschauen. Sie erfreuen uns von Ende Februar bis April und stehen in 7-15 cm langen aufrechten, manchmal auch nickenden Trauben. Hübsch sind auch die darauf folgenden schwarzen Beeren anzusehen. Die Schmuckblatt-Mahonie verlangt leicht sauren, humosen Boden. Er muß nährstoffreich und darf nicht trocken sein. Sie liebt einen leichten Schatten unter Bäumen und verträgt Wurzelkonkurrenz. Die Pflanze hat sich im vergangenen harten Winter 96/97 als sehr frostgefährdet gezeigt. Sie braucht deshalb einen geschützten Standort. Der Boden sollte mit einer guten Mulchschicht abgedeckt werden.

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Mespilus germanica Rosaceae Mispel

Die Mispel stammt ursprünglich aus dem Vorderen Orient. Die Griechen brachten sie um 200 v.Chr. nach Italien und in ihre südfranzösische Kolonie Massilia (Marseille). Archilochos von Paros erwähnte sie schon 700 v.Chr. In den Wandgemälden von Pompeji wird sie dargestellt. In Klöstern und auf kaiserlichen Gütern des Mittelalters wurde sie gerne und häufig kultiviert. Wo sie noch verwildert bei uns anzutreffen ist, sind es meist Abkömmlinge alter Kulturformen. Schon Albertus Magnus wußte, daß man die Mispel auf Weißdorn oder Wildbirne propfen kann, um größere und kernlose Früchte zu erzielen. Früchte und Blätter wurden als Arznei sehr geschätzt.

Die Mispel ist vor allem kulturhistorisch interessant. Sie hat seit dem Ende des 18. Jahrhundert in der Pfalz ihre Bedeutung als Obstbaum verloren, so daß nur noch wenige dieser Bäume hier anzutreffen sind. In jüngster Zeit gibt es wieder Bestrebungen diese Baumart erneut in den Weinbergen anzupflanzen. Die Mispel ist ein meist rundkroniger, kleiner Blüten- und Fruchtbaum von 4-6 m Höhe. Der Stamm ist kurz. Seine jungen Triebe sind grau-filzig, im Alter silbrig-grau bis grauschwarz. Die sommergrünen Blätter stehen wechselständig. Sie haben ovale Form und sind ca. 12 cm lang und 5 cm breit. Die Oberseite ist stumpfgrün und gering behaart, die Unterseite hellgrün behaart. Die weißen Blüten erfreuen uns im Mai/Juni. Die Früchte haben eine interessante Form. Sie sind kreiselförmig, 3-4 cm groß und haben einen abgeplatteten Kelch. Die Kelchzipfel bleiben wie eine kleine Krone am Kelchboden sitzen. Die Frucht ist anfangs grün-braun und wird später sattbraun. Sie sind nach Frosteinwirkung zu essen und schmecken süß-säuerlich. Da sie viel Gerbstoffe haben, wurden sie früher dem Wein, den Obstweinen und Marmeladen beigemischt, um diese haltbarer zu machen. Der Obstbaum zeigt eine schöne Herbstfärbung, die von rotbraun bis leuchtend orange-gelb gehen kann. Die Mispel bevorzugt kalkhaltige, tiefgründige Lehmböden. Sie gedeiht nur im milden Weinbauklima und liebt volle Sonne.

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Morus alba - Weißer Maulbeerbaum Morus nigra - Schwarzer Maulbeerbaum Moraceae

Die Blätter des weißen Maulbeerbaumes sind die einzige Nahrung der Raupen des Seidenspinners, eines unscheinbaren Schmetterlings. Vor der Verpuppung spinnen sich die Raupen in einen weißen Kokon aus feinen Fäden ein, die Rohstoff für die Seidenherstellung liefern. In China ist die Seidenraupenkultur schon seit 2700 v.Chr. bekannt. Die „Seidenstraße“ verband China mit dem Vorderen Orient. Dieser Handelsweg legt Zeugnis ab von der über Jahrhunderte währenden, großen Bedeutung der Seide. Seit dem 11. Jahrhundert wurde der Maulbeerbaum auch in den Mittelmeerländern angebaut. Im Jahre 1599 pflanzte der Arzt Libavius von Rothenburg o.d.T. die ersten Bäume in Deutschland für eine Seidenraupenzucht. Kurfürst Carl Philipp ließ zwischen

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Beide Arten der Maulbeerbäume werden bei uns kleine Bäume von 4-6 m Höhe. Sie sind rundkronig und haben ein dichtes Laubdach. Deshalb wurde der schwarze Maulbeerbaum als Fruchtbaum auch gerne an Kellereingängen gepflanzt, um den Weinkeller kühl und schattig zu halten. Die Blätter sind breit eiförmig, 10-20 cm lang. Die von M.nigra am Rand grob gesägt und unterseits heller behaart. Die Blüten sind unscheinbar. Die Früchte des M.alba brombeerähnlich, weiß bis rosa, eßbar, jedoch fade im Geschmack. Die von M.nigra ca. 3 cm lang, purpurschwarz bis dunkelviolett und sehr schmackhaft. Wenn sich im Herbst das Laub gelb färbt, ergibt sich hierdurch ein interessantes Farbenspiel. Beide Arten bevorzugen einen leichten, sandigen und kalkhaltigen Boden in warmer, sonniger Lage. In Weinbaugebieten sind sie frosthart.


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Während der Weiße Maulbeerbaum aus den Hochländern Zentralasiens stammt, kommt der Schwarze Maulbeerbaum aus dem Orient. Etwa um 500 v.Chr. kam die Pflanze nach Griechenland und von dort nach Italien, im frühen Mittelalter nach Deutschland. Sie war als Fruchtbaum und als Heilpflanze begehrt. Julius Wilde berichtet, daß zu seiner Zeit neben vielen Jungpflanzen in Neustadt noch 26 alte 80-100jährige Schwarze Maulbeerbäume standen.

Heidelberg und Schwetzingen die erste Maulbeerbaumallee anpflanzen. Sein Nachfolger Carl Theodor verordnete seinen Untertanen, daß auf jeden Morgen Land 6 Maulbeerbäume gepflanzt werden mußten.

In Deidesheim finden wir auf dem unteren Weg zum „Mediterranen Hügel“ einen Schwarzen Maulbeerbaum.

Per Dekret wurde die Ausübung eines Berufes, der Antritt einer Erbschaft oder gar die Heirat mit dem Nachweis der Anpflanzung von Maulbeerbäumen verbunden. So ist die Wut verständlich, wenn gleich nach dem Tod des Kurfürsten der verhaßte Baum überall vernichtet wurde. Auch spätere Bemühungen, die Seidenraupenkultur wiederzubeleben, waren letztlich erfolglos. So gibt es bis heute nur noch wenige Morus alba bei uns.

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Nandina domestica Berberidaceae (nach Zander) - Nandinaceae (n. Krüssmann) Nandine

Die Heimat der Nandine ist Japan und das mittlere China. In Japan werden ihre Fruchtzweige im Winter überall zum Schmuck der Wohnräume und des Hausaltars angeboten.

Die Nandine ist ein hübscher, immergrüner Strauch, der für den Liebhaber seltener Pflanzen eine Bereicherung seines Gartens darstellt. Er wird 120-150 cm hoch. Seine Zweige sind fingerdick, aufrecht und unverzweigt. Die schönen Blätter sind doppelt oder dreifach gefiedert, die Einzelblättchen schmal-lanzettlich. Die frischen Austriebe im Frühjahr sind rotbraun und stehen hübsch zu den sattgrünen älteren Blätter. Besonders schön ist die purpurne Herbstfärbung. Im Juni/Juli bilden sich 20-30 cm lange Rispen mit kleinen weißen Blütchen, an denen sich später leuchtend rote Beeren bilden. So überrascht uns der Strauch im Ablauf eines Gartenjahres immer wieder mit neuen Schmuckelementen. Es gibt eine Reihe interessanter Zuchtformen der Nandine mit weißbunten Blättern oder gelben Früchten. Die Nandine sollte nur in besonders klimagünstigen Gebieten angepflanzt werden. Selbst hier in der Pfalz ist sie frostempfindlich und zeigt nach harten Wintern Frostschäden. Sie braucht einen humosen, frischen Boden von leicht saurem pH-Wert. Sie verträgt keine Sommertrockenheit. Ein eher halbschattiger Platz ist ihr angenehm.

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Olea europaea ssp. europaea (Olea europaea var.sativa) Oleaceae Ölbaum, Olivenbaum

Der Ölbaum war schon 3000 v.Chr. in Ägypten bekannt. Die Kulturform entstand bereits im Orient. Während die Sumerer Öl aus unserem Ölbaum gewannen, stellten die Babylonier Öl aus der Sesampflanze her. Die Phönizier sorgten für die Verbreitung der Ölkultur im südlichen und östlichen Mittelmeerbecken. Vor Homers Zeiten war der Ölbaum in Griechenland wohl bekannt. Der Sage nach soll er aus einer Lanze der Pallas Athena auf der Akropolis entstanden sein. Er war ihr ge-heiligt. Die Vernichtung eines Ölbaum war unter schwerer Strafe gestellt. Seine Zweige an der Haustür zeigten die Geburt eines Kinds an. Mit Ölzweigen wurden Grab und Sarg ge-schmückt. Er ist bis heute ein Zeichen des Friedens. So begleitete der Ölbaum den Menschen über Jahrtausende in Leben

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Der Ölbaum ist eines der wichtigsten Kulturpflanzen des Menschen. Deshalb wird er in allen Kulturen seit alters her hoch verehrt. Die uns bekannten Ölbäume sind ausnahmslos Kulturformen, die im Laufe von Jahrtausenden durch Selektion und Zucht entstanden sind. Zuchtformen des Ölbaums finden wir im gesamten Mittelmeerraum. Darüber hinaus wird er in Abessinien, Süd- und Südwestafrika, Vorderindien, Japan, Australien und Amerika angebaut. Als Zierbaum finden wir ihn öfters an der vom Golfstrom erwärmten Kanalküste von England. Auch bei uns an der Deutschen Weinstraße finden wir immer wieder Ölbäume in den Gärten, so auch im Stadtpark Deidesheim. Für den Botaniker wird die Verbreitung des Ölbaum gleichgesetzt mit dem mediterranen Florengebiet. Unser Ölbaum wird in der Regel 5-6 m hoch, manchmal auch größer bis 10 m. Sein Wuchs ist rundkronig. Er wächst sehr langsam und kann sehr alt werden. Der Stamm der Kulturpflanzen ist meist kurz und dick, die Borke rissig. Die Blätter sind weidenblattähnlich, derb-lederig und von silber-grauem Glanz. Die Früchte sind rund oder länglich pflaumenähnlich, schwarz oder gelb. Man unterscheidet Früchte für die Ölgewinnung und Früchte für die Küche. In Italien allein gibt es 150 Zuchtsorten. Alle sind eßbar und sehr ölhaltig. Im Mittelmeerraum, insbesondere Griechenland, gibt es noch eine kleinere Wildform, Olea europaea var. oleaster. Sein Wuchs ist sparrig, die Zweige bedornt. Die schwar-


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zen Früchte sind nicht eßbar und ölarm. Teilweise wird er noch für Windschutzstreifen angepflanzt. Es gibt bis heute wohl kaum eine Pflanze, die uns Menschen so in den Bann zieht wie der Ölbaum. Mit ihr ist die Kulturgeschichte des Menschen eng verbunden. Wer einmal mit wachen Sinnen durch den lichten Hain uralter Ölbäume ging, deren Stamm von Sonne und Wind zerrissen und deren Laub die brennende Sonne in ein mildes, silber glänzendes Licht verwandelt, wird diese Stunden nie vergessen! Der Ölbaum verlangt ein warmes, mediterranes Klima. In der Toskana erträgt er Kälte bis -12° C, kurzzeitig bis -16° C. Steht der Baum in vollem Saft können schon -8° C zum Absterben führen. Ältere Bäume haben ein sehr hohes Ausschlagvermögen. Bei uns gedeiht der Ölbaum in besonders geschützten Lagen in voller Sonne. Er erträgt Sommertrockenheit sehr gut. Neutrale bis kalkhaltige, sandige Böden sagen ihm zu. In Südfrankreich werden Ölbäume bevorzugt durch Samen vermehrt. Sie haben ein besseres Wurzelwerk und sind gegenüber Frost widerstandsfähiger. Andere Vermehrungsarten sind die vegetative Vermehrung durch Ableger oder durch Propfen der Wildform. Eine besondere Art ist die Vermehrung durch Uovoli, das sind kleine, rundliche Auswüchse am Wurzelholz, die mit Vegetationspunkten versehen sind. Bäume aus dieser Vermehrungsart tragen schon ab dem 7. Jahr Früchte. Allerdings bilden sie auch zahlreiche Wurzelschößlinge.

und Tod. Auch im Alten Testament erhält der Ölbaum eine tiefe Bedeutung. Die von Noah abgesandte Taube kehrt mit einem Ölzweig in die Arche zurück, Symbol des Lebens und des Friedens. Die Griechen brachten erst im 7. Jahrhundert v. Chr. die Ölkultur rasch nach Apulien, von wo sie sich rasch nach Mittel- und Oberitalien ausbreitete. Ab dem 1. Jahrh. v.Chr. war für die Römer Öl ein bedeutendes und Gewinn bringendes Handelsgut. Bis zu den Punischen Kriegen war das Olivenöl von Tunis besonders berühmt. Durch den Verlust der Handelsbeziehungen mit Rom und den Einbruch arabischer Nomaden ging dort diese Kultur zugrunde.

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Paeonia suffruticosa (= P.arborea) Paeoniaceae Chinesische Strauchpfingstrose

Die Strauchpfingstrose ist eine der edelsten Blumen, die wir kennen. Auch die ganze Pflanze hat zu allen Jahreszeiten einen besonderen Charme. Nicht umsonst war sie die Blume der chinesischen Kaiserin. In China wird sie als Königin der Blumen verehrt und ist Symbol des Glücks. Ursprünglich stammt die Strauchpaeonie aus den nördlichen Provinzen von China und Tibet. Heute gibt es auch dort keine Naturbestände mehr. Schon vor 2000 Jahre waren in China Kulturformen bekannt. Im 6. Jahrhundert v.Chr. kam die Pflanze mit dem Buddhismus nach Japan. 1787 kamen die ersten Pflanzen von China nach Europa. Ein anderer Teil der Grundsorten kam 1844 von Siebold aus Japan hierher.

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Die Strauchpfingstrose ist nicht zu verwechseln mit der Staudenpaeonie (Paeonia lactiflora, albiflora oder chinensis), die wir häufig in Bauerngärten antreffen. Wenn sie blüht, erregt sie die Bewunderung des Betrachters. Der nur 150 cm hohe und breite Strauch wird nur selten 200 cm groß. Seine dicken, fleischigen, später verholzten Triebe sind wenig verzweigt. Im Alter wachsen sie seitlich und bilden einen fast runden Busch. Die Blätter sind sommergrün, groß und doppelt gefiedert. Auffallend sind die großen Winterknospen. Die Blüten der reinen Art sind ungefüllt weiß, am Grunde dunkelrot bis dunkelpurpur gefleckt. Heute gibt es viele Zuchtformen in vielen Farben, dazu einfach, halbgefüllt und gefüllt. Manche Blüten können Tellergröße erreichen. Sie blühen schon anfangs Mai und verströmen einen feinen Duft. Leider ist die Blütenpracht nur von kurzer Dauer. Vor allem sind sie gegen Regen sehr empfindlich. Die braunen Balgfrüchte haben große, meist leuchtend rote Samen. Die Strauchpaeonie braucht einen nährstoffreichen, humosen Boden von leicht saurer bis neutraler Bodenreaktion (pH 5,5-6,5). Sie erträgt keinen Wurzeldruck und keinen trockenen Standort. Obwohl sie kurzzeitig tiefe Frostgrade bis -20° C ertragen kann, entwickelt sie sich nur in Gebieten mit ausgeglichenem, milden Klima. Wegen ihrem frühen Austrieb ist Herbstpflanzung vorzuziehen, dabei soll sie am neuen Standort tiefer als zuvor gesetzt werden. Die Pflanze bildet dann aus der Veredlung neue Triebe und wird so vieltriebiger, größer und älter.


Parrotia persica Hamamelidaceae Eisenholzbaum, Parrotie

Die Parrotie ist ein kleiner Baum oder Strauch von malerischem Wuchs. Er erreicht 6-8 m Höhe und wird 4-6 m breit. An alten Stämmen blättert seine Rinde wie bei Platanen ab. Die Blätter sind denen von Buchen in Form und Größe ähnlich. Ihre hohe Zeit hat dieser Strauch im Herbst, wenn sich die Blätter von gelb über orangerot bis scharlachrot und violett färben. In jedem Blatt erkennen wir mehrere Farben und feine Farbübergänge. Es ist ein berauschendes Farbspiel! Schon im Austrieb sind die frischgrünen, später dunkelgrünen Blätter oft rot gerändert. Die Blüte im Januar/ Februar ist dagegen fast unscheinbar. Nur aus der Nähe ist die aparte Schönheit der gelblichen Blütenköpfchen mit ihren roten Staubgefäßen, umhüllt von einem Mantel dunkelbrauner Hochblätter, zu erkennen. Als Schmuckzweig in der Vase sind sie mitten im Winter von beeindruckender Schönheit.

Die Parrotia persica hat ihre Heimat vor allem in den feuchtwarmen Wäldern von Nordpersien und in den Niederungswäldern um das Kaspische Meer.

Die Parrotie liebt einen sandig-lehmigen Boden von neutraler Bodenreaktion. Sie ist wärmeliebend und verlangt vor allem in der Jugend einen etwas geschützten Standort. Sie will an der Sonne möglichst als Solitär stehen. Am schattigen Standort warten wir umsonst auf das herbstliche Zauberspiel der Farben.

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Paulownia tomentosa Scrophulariaceae Blauglockenbaum, Kaiserbaum, Paulownie

Die Heimat der Paulownie ist Mittelchina. Nach Japan wurde sie erst vor ca. 200 Jahren eingeführt. Als die erste Pflanze 1842 im „Jardin des Plantes“ in Paris gepflanzt wurde, war anfangs die Enttäuschung der Pariser Bevölkerung groß, weil die dunkelbraunen Knospen nicht aufblühten. Umso größer war die Freude, als im folgenden Jahr die prächtigen Blüten erschienen. Der Baum trägt den Namen der jüngsten Zarentochter Anna Paulowna von Zar Paul I. von Rußland, die als Königin Pauline der Niederlande 1865 starb.

Wenn die Paulownia in Blüte steht, zieht sie alle Blicke auf sich. Ihre violettblauen Blüten stehen in großen, pyramidalen Rispen weithin sichtbar auf den fast noch kahlen Zweigen. Die Einzelblüte ist in der Form wie ein großer Fingerhut. Außen violettblau, ist der Schlund innen gelb gestreift. Die Blüte hat einen angenehmen Duft. Ihre Blüte zeigt sie erst Ende Mai, gleichzeitig mit beginnendem Laubaustrieb. Die Blütenknospen bilden sich bereits im Spätsommer des Vorjahres. Sie überwintern in einer dunkelbraunen Schutzhülle. Die Fruchtstände mit ihren braunen Kapseln bleiben meist bis zur nächsten Blüte am Baum. Dies stört den sonst so prächtigen Anblick. Der Baum wächst gerne unkontrolliert schief. Im Alter kann der Baum zu einer malerischen, exotisch wirkenden Baumgestalt werden. In der Jugend wächst er rasch bis 15-20 m Höhe. Dies wird durch Luftblasen im Stammholz ermöglicht. Je trockener der Standort, umso mehr sind sie im Holz zu finden. Die jungen Triebe sind dick, hohl und behaart. Die Blätter groß herzförmig. Sie zeigen keine Herbstfärbung und fallen nach dem ersten Frost ab. Der Blauglockenbaum bevorzugt etwas trockene, kalkhaltige Böden. Auf feuchten Standorten reift das Holz nicht rechtzeitig aus. Seine Anpflanzung kann nur im Weinbauklima empfohlen werden. Im Sommer verträgt er sommerliche Hitze und Trockenheit. Seine Sämlinge finden wir in weitem Umkreis eines Baumes in Mauerritzen und geschotterten Wegrändern.

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Perovskia atriplicifolie Labiatae Silberstrauch

Es ist ein kleiner, nur 100-150 cm hoher Strauch mit aufrechten oder niederliegend aufsteigenden Trieben der besonders durch seine sehr späte Blütezeit von August bis Anfang Oktober wertvoll ist und unsere Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Die Perovskia abrotanoides ist der kleine Bruder. Er wird nur ca. 100 cm hoch und breit. Beide Arten lassen sich besonders schön in Heidegärten integrieren und passen sehr gut zu Rosen. Die Zweige sind rutenförmig, weißfilzig und wenig verzweigt. An ihnen hängen sommergrüne, schmale, grob gesägte Blätter. Der Strauch blüht violettblau in 30-50 cm langen, endständigen Rispen.

Die Heimat der Perovskia ist Afghanistan, das westliche Himalaja-Gebirge und Westtibet. Sie kam erst 1904 zu uns nach Deutschland. Auch in Deidesheim auf dem „Mediterranen Hügel“ können wir sie finden.

Die Pflanze liebt einen trockenen, sandigen Boden von neutraler bis alkalischer Bodenreaktion. Er ist sehr wärmebedürftig und braucht sonnige, offene Lagen. Der Strauch ist frostempfindlich und friert meist bis zum Boden zurück, treibt aber im Frühjahr wieder willig durch. Ein jährlicher Rückschnitt ist für die Blütenbildung am einjährigen Holz ohnedies erforderlich.

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Photinia x fraseri - (= Photinia glabra x Photinia serrulata) Rosaceae Glanzmispel

Die Eltern der Photinia x fraseri stammen aus China und Japan. Die ScharlachGlanzmispel (Photinia villosa) klettert in der Heimat bis auf Höhen von 1000 m ü.N.N. Sie ist sommergrün, jedoch frosthärter als Photinia x fraseri. Die Blüten sind rahmweiß und haben einen dem Weißdorn ähnlichen, strengen Geruch. Hervorzuheben ist die besonders auffallende und prächtige Herbstfärbung von leuchtend gelb bis orange sowie die zahlreichen 0,8 cm dicken, kugeligen roten Früchte, die oft über den ganzen Winter am Strauch haften bleiben. Sie sind eßbar. Der Strauch wird bis 5 m hoch.

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Die Glanzmispel ist ein immergrüner, 2-3 m hoch und breit werdender Strauch, dessen 10-12 cm langen Blätter eiförmig sind und sich unvermittelt zuspitzen. Der Blattrand ist feingesägt, die Basis breit kegelförmig. Besonders zierend ist der bronzerote Austrieb, der sehr lange dem Strauch sein besonderes Aussehen gibt. Die Blüten sind wenig auffallend. Sie erscheinen im Mai/Juni in breiten, weißen Schirmrispen. Dagegen sind die roten, 0,5 cm dicken Beeren von ganz besonderem Zierwert. Die Glanzmispel läßt sich nur in klimatisch begünstigten, wintermilden Gebieten mit Erfolg kultivieren. Sie verlangt einen mäßig trockenen bis frischen Kulturboden und hat eine große Breite bezüglich der Bodenazidität von leicht sauer bis schwach alkalisch. Sie ist auch für Kübelpflanzungen gut geeignet.


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Phyllostachys-Arten Gramineae, Unterfamilie Bambusoideae Bambus-Arten

Bambus ist ein großartiges Gestaltungselement der Gartenkunst. Mit ihr lassen sich elegante wie naturhafte Gartenszenerien schaffen. Hierfür stehen eine Vielzahl von Arten mit unterschiedlichen Wuchshöhen und Farbspiel der Rohre zur Verfügung. Die Frosthärte der einzelnen Arten ist zu beachten. Der Bambus stammt aus Ostasien, insbesondere aus dem Himalaja-Gebirge. Dort gibt es ca. 50 Arten. Umfangreiche Kulturen finden wir in Italien und Südfrankreich. In der Heimat des

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Bambus gehört zur Großfamilie der Gräser. Innerhalb der Familie gibt es jedoch sehr verschiedene Arten, teilweise auch mit baum- oder strauchartigem Wuchs. Eine tropische Art der Bambusoideae erreicht eine Höhe von 40 m bei 25 cm Stammdurchmesser! Im Gegensatz zu den Arundinaria-, Sinarundinaria- und Sasa-Arten weisen die Phyllostachys ein deutlich abgeflachtes oder gefurchtes Rohr auf. Daher werden sie auch Flachrohrbambus genannt. Die Arten unterscheiden sich in der Farbe der Rohre wie auch durch die verschieden kurzen, hohlen Internodien. An den Knoten bilden sich 2-3 Seitentriebe, die ihrerseits wieder verzweigt sind. Die Stammscheiden fallen verhältnismäßig früh ab. Die Blätter sind gestielt und schmal-lanzettlich. Die Wurzeln streichen nahe der Oberfläche oft viele Meter weit nach allen Seiten hinaus. Sie gehen kaum tiefer als 25 cm. Aus ihnen bilden sich laufend neue Sprosse. So können sie zur Plage werden und in wenigen Jahren einen vielgestaltigen Garten in einen Bambuswald verwandeln. Es wird daher empfohlen sie in Kunststoffkübel ohne Boden zu pflanzen und diese mit Rindenmulch ca. 5 cm zu überwerfen, damit sie optisch nicht in Erscheinung treten.


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Alle Bambus sind pH-tolerant. Sie brauchen jedoch einen sandig-kiesigen bis leicht humosen Boden mit gutem Wasserabzug. zur Hauptwachstumszeit sind sie für häufiges Wässern und Düngen dankbar. Vor Winter sollte der Wurzelbereich mit einer wärmenden Mulchschicht abgedeckt werden. Ideal wäre Pferdemist. Die bei uns gebräuchlichen Arten werden 3-7 m je nach Art hoch. ihre Halme sind 2-4 cm dick. Die starken, vielfach schön gezeichneten Rohre bilden sich erst nach 10-15 Jahre. Alle Bambusarten sind frostempfindlich. Die Frostgrenze liegt in der Regel bei -18° C. Sterben einzelne Rohre ab, so treiben die Pflanzen bald wieder neue Sprosse aus den Wurzeltrieben. Sie können einen enormen Zuwachs aufweisen. Im Botanischen Garten in Hamburg wurden 42 cm innerhalb 24 Stunden gemessen! Aus der großen Anzahl der einzelnen Arten seien für unsere Region empfohlen: - Phyllostachys aurea mit gelblich-grünem oder grau grünem Rohr. - Phyllostachys nigra, Rohr zuerst oliv-grün, dann mit schwarzen Punkten, schließlich glänzend schwarz. - Phyllostachys aureosulcata, Rohr dunkelgrün, auf der abgeflachten Seite gelb, besonders apart.

Bambus wird die ganze Pflanze intensiv genutzt: Aus ihr werden Baugerüste, Wasserleitungen und Zäune hergestellt, schöne und behagliche Möbel gefertigt und Hüte geformt. In der ersten Glühbirne ihres Erfinders Edison glimmte eine Bambusfaser. Am Anfang der Grammophonentwicklung wurden die besseren Grammophonnadeln ebenfalls aus Bambus hergestellt. Schließlich sind Bambussprossen ein wichtiges, schmackhaftes Gemüse.

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Pittosporum tobira Pittosperiaceae Klebsame

Die Heimat von Pittosporum tobira ist ursprünglich China und Japan. Inzwischen hat sie sich den Mittelmeerraum erobert, besonders häufig ist sie in Oberitalien und der Toskana anzutreffen. Dort wird die Pflanze auch für dichte, immergrüne und geschnittene Hecken verwendet.

Wer nach Süden reist begegnet in Parks und Gärten immer wieder immergrünen, ca. 3 m hohen und breiten Sträuchern, die zur Blütezeit, besonders abends, einen wunderbaren Duft nach Honig ausströmen. Ihre meist runde, dichte kugelförmige Erscheinung paßt zu den streng gestalteten Stadtplätzen und Innenhöfen ganz besonders gut. Die eiförmigen Blätter sind an der Spitze abgerundet, nur 2,5-3 cm lang, lederig und oberseits glänzend. Von April bis Juni stehen die rahmweißen Blüten zu 6-12 in endständigen Büscheln über dem Laub. Sie nehmen später einen leicht gelblichen Ton an und stehen meist am Ende der Seitentriebe. Die Klebsame braucht einen besonders geschützten Standort. Sie ist sehr wärmebedürftig und bevorzugt einen lehmig-humosen Boden. Häufig wird sie in Kalthäusern überwintert. In Deidesheim steht sie ganzjährig auf dem „Mediterranen Hügel“ des Stadtparks.

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Poncirus trifoliata Rutaceae Bitterorange

Die Bitterorange wird fälschlicherweise immer wieder als Zitrone angesprochen. Diese gehört zwar zur selben Familie, ist jedoch eine eigenständige Art. Der sparrige, dornige Strauch hat grüne Triebe und bis 5 cm lange Dornen. Die sommergrünen, dreizähligen Blätter sind durchscheinend punktiert. Im April erscheinen die kleinen weißen, achselständigen Blüten und geben dem Strauch einen exotischen Charakter durch den Gegensatz zwischen dornenbewehrtem Zweig und anmutiger, duftender Blüte. Die 3-5 cm dicken, gelbgrünen Früchte sind ungenießbar, leicht behaart und duften angenehm. Jeder der abgeflachten Zweige endet in einem wehrhaften, abgewinkelten Dorn. Sie bilden einen undurchdringlichen Strauch. Die Bitterorange liebt einen leichten, warmen, sandigen Boden in geschützter Lage. Sie ist in unserem Klimaraum ausreichend frosthart. Der Boden sollte eine leicht saure bis neutrale Bodenreaktion aufweisen.

Die Bitterorange hat ihre Heimat in Nordchina und Japan. Sie wurde vor ca. 100 Jahren in die Pfalz eingeführt. Der bizarre und dornenbewehrte Strauch erlangt immer wieder die Aufmerksamkeit der Betrachter und erinnert an südliche Gefilde. An der Deutschen Weinstraße finden wir die Pflanze häufig, in Deidesheim besonders entlang der Wingertmauer der Leinhöhlenstraße im Wechsel mit Feigen, aber auch im „Kaisergarten“.

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Prunus dulcis (= Pr. amygdalus) Rosaceae Süßmandel

Die Mandel stammt wohl ursprünglich aus dem westlichen Mittelasien von Afghanistan bis Persien. Heute ist sie in China, Indien, dem vorderen Orient und den Mittelmeerländern eingebürgert und teilweise verwildert. Wir finden sie häufig auch in Südtirol, dem Tessin, im Elsaß und bei uns an der Bergstraße und im Gebiet „Deutsche Weinstraße“. Bei den Phönikern war

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Seit Mitte der 70er Jahre erhob der Arbeitskreis Deutsche Weinstraße immer wieder die Forderung neben einheimischen Bäumen alt eingebürgerte Baumarten wie die Walnuß und die Mandel entlang der Deutschen Weinstraße anzupflanzen. Das zuständige Straßenbauamt Speyer hat in Verbindung mit Flurbereinigungsverfahren die Anpflanzung des kleinkronigen Blütenbaumes sehr unterstützt. Heute zieht sich ein blühendes Band von Bockenheim bis Schweigen, das Tausende von Besuchern aus allen Teilen Mitteleuropas zur Blütezeit ab Mitte Februar und insbesondere im März anlockt. Der breitkronige, mittelgroße Baum erreicht eine Höhe von 10 m. Die weißen bis intensiv-rosa Blüten erscheinen vor dem Blattaustrieb. Die Blätter sind schmal-lanzettlich und werden bis 12 cm lang. Die braune Steinfrucht ist von einer flachen, eiförmigen Schale umschlossen.


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Man unterscheidet: - Prunus dulcis var. amara - die Bittermandel Die unteren Sägezähne der Blätter sind drüsig. Die Steinschale ist sehr hart und löcherig, der Kern selbst klein und bitter. - Prunus dulcis var. fragilis - Krach-Mandel Die Kronblätter sind so lang wie der Kelch, ihre Blüten weißlich-rosa. Die Steinschale krustig und tief gefurcht. Der Kern süß. - Prunus dulcis var. sativa - Süßmandel Hier gibt es viele Sorten und auch gefülltblühende Zierformen, deren Blüte von weiß bis purpurrot variieren. Der Kern ist größer und süß. Die Mandel wächst auf leichten, sandigen Böden und ist im Weinbauklima weitgehend frosthart.

die Mandel der Göttin Amygdala geweiht. Hebräern, Griechen und Römern waren schon viele Hauptrassen der Süßmandel bekannt. Schon um 1000 v.Chr. kam sie nach China, 500 v.Chr. nach Griechenland, im 2. Jahrh. vor Chr. zu den Römern, die sie mit dem Wein zu uns brachten. Einer kleinasiatischen Sage nach soll die Bittermandel aus dem Leichnam der Tochter des Gottes Midas entstanden sein, die sich aus Gram über den Verlust ihres Bräutigams das Leben nahm.

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Pyrus calleryana „Chanticleer“ Rosaceae Chinesische Wildbirne

Die Wildart ist in China beheimatet. Dort wächst sie an Flußufern und Wälder der Schotterterrassen. Die Selektion „Chanticleer“ wurde von dem Amerikaner Edward Scanlon eingeführt. Sie hat sich als stadtklimafest bewährt. Der Name Pyrus stammt von der römischen Bezeichnung für Birnbaum!

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Die Chinesische Wildbirne ist ein mittelgroßer, in der Jugend rasch wachsender Baum von anfangs schmal kegelförmiger, später breitpyramidaler Krone. Er wird 10-12 m hoch und nur 4-5 m breit, daher ist er für schmale Straßen hervorragend geeignet. Es ist ein prachtvoller Blütenbaum, wenn im April/Mai die weißen, duftenden, ca. 2 cm großen Blüten kurz vor dem Laubaustrieb erscheinen und den Baum in eine weiße Blütenwolke hüllen. Seine zweite hohe Zeit hat er im Spätherbst, wenn sich das Laub von gelb über orange bis scharlachrot färbt. Die birnenförmigen, nur ca. 1 cm dicken Früchte sind wenig attraktiv. Sie sind grünlich-braun und heben sich vom lang am Baum haftenden Laub kaum ab. Die Chinesische Wildbirne hat tiefe Wurzeln und verträgt daher sehr gut Trockenheit. Sie wächst auf neutralen bis alkalischen Böden. Bezüglich der Bodenart ist sie anspruchslos. Da der Baum sehr lange das Laub hält, ist eine Frühjahrespflanzung einer Herbstpflanzung vorzuziehen.


Pyrus salicifolia Rosaceae Weidenblättrige Birne

Die Weidenblättrige Birne ist ein interessant wachsender Strauch mit vielen, dünnen, überhängenden Zweigen, dem man seine Heimat aus Steppengebieten ansieht. Er wird ein 4-6 m hoher Strauch oder Baum, der im Alter ebenso breit werden kann. Seine Blätter ähneln der Weide. Sie sind lang und schmal, zuerst beidseits graufilzig mit einem silbernen Schein, später oberseits kahl und grün-grau. Mit dem Laubaustrieb erscheinen die kleinen, weißen Blüten, die zu 6-8 in einer lockeren Traube beieinander stehen. Kelch und Blütenstiel sind weißwollig. Ihre Blütezeit ist der Monat April. Die Birnen sind 2-3 cm groß, von grüner Farbe und stehen an kurzen, dicken Stielen.

Die Wildart wächst in den nördlichen Steppen des Kaukasus bis in den Süden von Armenien, im nordöstlichen Anatolien und nordwestlichen Persien. In Deidesheim finden wir diesen Strauch auf der Südseite der „Mediterranen Terrassen“.

Die Weidenblättrige Birne liebt einen neutralen bis alkalischen Boden. Sie verträgt extreme Trockenheit und ist hitzebeständig.

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Quercus ilex Fagaceae Stein-Eiche

Die Steineiche hat ihr natürliches Verbreitungsgebiet im Mittelmeerraum bis Pakistan. Die Nordgrenze hat sie gemeinsam mit dem Ölbaum. In Südtirol und am Gardasee klettert sie vereinzelt noch bis auf 1000 m Höhe. Die Steineiche ist der dominierende Baum der MittelmeerMacchien. Besonders schöne und große Bäume findet man auf Korsika.

Dieser schöne und interessant wachsende Baum oder Großstrauch ist in unserem Klima nur mit Einschränkung zu pflanzen. Wir finden ihn deshalb nur sehr selten in Privatgärten. Für den Liebhaber mediterraner Pflanzen ist er eine wertvolle Bereicherung seines Sortiments. Die immergrüne Pflanze variiert in ihrer Wuchsform sehr stark. Im Süden kann sie 20 m Höhe erreichen, im Freistand eine breite, rundliche Krone. Die Rinde ist anfangs glänzend hellgrau und glatt, im Alter wird sie kleinschuppig und bräunlich-grau. Auch die lederigen Blätter verändern sich an verschiedenen Standorten stark. Sie sind meist elliptisch bis schmal eiförmig und 4-7 cm lang. Ihre Basis ist rund und haben keine Einbuchtungen, wie wir sie von unseren Eichen her kennen. Die Oberseite ist dunkelgrün, die Unterseite graufilzig. Der Blattrand dornspitzig gezähnt. Die Eicheln sitzen zu 2-3 an einem Stiel. Für sie typisch ist, daß sie bis zur Hälfte vom Becher umgeben sind. Die Kerne schmecken bitter. Die Stein-Eiche sollte bei uns nur an besonders geschützten Standorten mit der Möglichkeit eines zusätzlichen Winterschutzes kultiviert werden. Sie wächst auf trockenen, kargen und steinigen Böden und erträgt größte Trockenheit.

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Quercus turneri „Pseudoturneri“ Fagaceae Wintergrüne Eiche

Die wintergrüne Eiche ist ein äußerst langsam wachsender, kleiner Baum oder Strauch, dessen Äste dicht aufwärts streben und eine breitovale, geschlossene Krone bilden. Die Blätter bleiben in normalen Wintern grün am Baum bis der Frühjahrtrieb kommt. Nach vierzig Jahren kann sie eine Höhe von 8 m erreichen. Die Blätter sind 7-10 cm lang, spitz oder stumpf buchtig gezähnt. Sie sind lederig, dunkelgrün und matt glänzend. Die Eicheln sitzen auf dünnen, filzigen Stielen und werden von einem ebenfalls filzigen Becher zur Hälfte umschlossen. Die Wintergrüne Eiche ist eine wärmeliebende Pflanze, die einen vor Winden und Wintersonne geschützten Standort braucht. Auf durchlässigen, nahrhaften Böden toleriert sie saure bis stark alkalische Bodenreaktionswerte. In unserem Klima gilt sie als ausreichend frosthart.

Die Querus turneri ist eine um 1800 in England entstandene Kreuzung von Quercus robur und Quercus ilex. Die Variation „Pseudoturnerie“ hat etwas längere Blätter als die Art. Sie ist in der mitteleuropäischen Klimazone ein möglicher Ersatz für die doch recht frostempfindliche Quercus ilex. Ein besonders schönes Exemplar finden wir im Friedhof von Neustadt/Haardt

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Rosmarinus officinalis Labiatae Rosmarin

Schon bei den alten Ägypter, den Griechen und Römern wurde Rosmarin kultiviert. Seine durchblutungsfördernde Wirkung als Bad wurde geschätzt wie auch sein herbschmeckender Blütenhonig. Bei Montpellier in Südfrankreich gewinnt man aus der Beweidung von Rosmarinflächen ein ganz besonders schmackhaftes Lammfleisch. Bereits 100 n.Chr. wird Rosmarin als Heilmittel erwähnt. Um 1300 n.Chr. gewann Arnold von Villanova eine alkoholische Lösung aus Rosmarin, das „Oleum mirabile“. Nach Ovid und Horaz ist Rosmarin der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Rosmarin ist Lebens, Frucht-barkeits- und Todessymbol zugleich.

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Rosmarin ist ein typischer Vertreter der Mittelmeerflora, dessen Größe je nach Standort zwischen 50 cm und 200 cm Höhe schwankt. Die Heimat des Rosmarin sind die Macchien des Mittelmeergebiets. In Südtirol, im Wallis und an den Westhängen des Gardasees hat sich Rosmarin eingebürgert. Dort finden wir die Pflanze auf felsigen Hängen mit Kalkgestein und am Rande der Weinbergterrassen. Seine steil aufwärts gerichteten Äste sind dicht verzweigt, die Triebe selbst dicht belaubt mit schmalen, nadelförmigen Blättchen. Diese sind oberseits glänzend grün, unterseits graufilzig. Ihre Blattränder sind eingerollt. Hierdurch schützen sie sich vor zu starker Austrocknung. Zusätzlich besitzen die Blättchen unter ihrer dicken Epidermis ein einschichtiges Wasserspeichergewebe. Rosmarin blüht im Mai an kurzen Trieben des Vorjahres. Die blaßblauen bis weißlichen Blüten haben einen bläulich-roten Kelch. Die Einzelblüten stehen zu 5-10 Blüten in endständigen Scheintrauben. Bei Sonneneinstrahlung verströmen sie einen wunderbaren Duft. In den Blättern und im Holz sind aromatische Harze eingeschlossen, aus denen durch Destillieren das bekannte Rosmarinöl gewonnen werden kann. Rosmarin ist eine anspruchslose, wärmebedürftige Pflanze, die auf kalkhaltigen Böden auch karge Steinhalden bewachsen kann. Sie braucht bei uns einen vollsonnigen, geschützten Standort. Im vergangenen, harten Winter 96/97 waren Frostschäden und teilweise auch Totalschäden zu beklagen.


Ruscus aculeatus Liliaceae Mäusedorn

Der Mäusedorn ist ein Vertreter der Macchien, der jedoch einige Frostgrade erträgt und auf Grund seiner Eigenschaften auch bei uns vortrefflich eingesetzt werden kann. Der niedrige, immergrüne Strauch wird nur ca. 0,50 bis 1 m hoch und breit. Seine zweiteilig angeordneten Scheinblätter haben eine 2-3 cm lange scharfe Spitze. An der Basis der Zweige sitzt ein kleines, lanzettliches Blatt. Der Strauch blüht auf der Unterseite weiß und unscheinbar. Dagegen sind die ca. 1 cm großen, runden Beeren leuchtend rot und von besonderem Zierwert. Sie werden daher oft in der Floristik zu Trockensträußen verarbeitet. Der Strauch ist sparrig und eng verästelt. Der Strauch wächst auf klimatisch begünstigten Standorten und ist dort leidlich frosthart. Er liebt trockene, durchlässige Standorte. Seine Lichtansprüche sind gering. Er gedeiht sowohl in voller Sonne wie in tiefem Schatten und erträgt starken Wurzeldruck von Bäumen. Daher ist er insbesondere für schmale Grünstreifen zwischen Verkehrswegen geeignet. Seine geringe Höhe läßt den Blick zur benachbarten Straße frei, seine Stacheln verwehren ein Übertreten. Auf Grund seiner Boden- und Lichtansprüche kann er sich auf diesen extremen Standorten noch behaupten.

Im gesamten Mittelmeerraum finden wir den Mäusedorn als Unterwuchs der Macchien. Sein Name rührt daher, daß früher seine Zweige auf Speisen gelegt wurden, um Mäuse von ihnen abzuwehren. Sein italienischer Name „spazzacamin“ weist auf die Verwendung der Zweige zum Säubern des Kamins durch den Schornsteinfeger (il spazzocammino) hin. Ruscus hypoglossum ist ein niedriger, nur 20-30 cm hoher unverzweigter Strauch mit lederigen, nicht stechenden Blättern. Die gelblichen Blüten sind an der Oberseite sichtbar, die Beeren ebenfalls leuchtend rot. Er wächst noch zwischen Baumwurzeln im tiefsten Schatten.

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Sophora japonica Leguminosae Schnurbaum (Perlschnurbaum), Honigbaum

Die ursprüngliche Heimat des Sophora japonica ist China und Korea. In Japan kommt er nur als Kulturform vor. Über Amerika kam er schließlich 1753 nach England. Wenige Jahre zuvor (1747) wurde er von Jussieu nach Paris gebracht und erschien kurz darauf in den Kurfürstlichen Anlagen in Mannheim. Blütenknospen und Laub enthalten bis zu 11 % Sophorin, das in China seit alters her zum Gelbfärben von Stoffen benutzt wurde. In Japan durften damit nur die kaiserlichen Gewänder gefärbt werden. Von der Sophora gibt es einige interessante Gartenformen, von denen hier Sophora japonica „Pendula“ erwähnt werden soll. Sie ist seit 1927 in England in Kultur.

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Der Schnurbaum ist ein formschöner, großer und rundkroniger Parkbaum, der auch zunehmend an Straßen und auf Parkplätzen gerne gepflanzt wird. Im Hochsommer flutet das Licht durch das grazile, dunkle Laubwerk und taucht die breitausladende Krone in ein silbernes Licht. Die jungen Triebe sind olivgrün, der Stamm dunkelgrün mit hellbraunen Lentizellen versehen. Die sommergrünen, unpaarig gefiederten Blätter sind 25 cm lang, oberseits grün, unterseits graugrün. Sie treiben spät aus und haften dafür lange. Im Herbst nehmen sie eine leicht gelbe Blattfärbung an. Das feingegliederte Laub gibt dem Baum eine lichte Note. Besonders auffallend ist die späte Blüte im Juli/August. Viele kleine, gelblich-weiße Blüten stehen in endständigen, lockeren Trauben von gut 25 cm über dem Laub und verstärken die heitere Erscheinung dieser Baumart. Aus den Schmetterlingsblüten entwickeln sich rundwandige Hülsen, die wie Perlschnüre, nach jedem Samen leicht eingeschnürt, von den Zweigen hängen. Man sollte dem Schnurbaum zugestehen, daß er erst spät die generative Phase erreicht. Der Schnurbaum braucht viel Platz, um seine breite Krone voll entfalten zu können. Da er auch noch auf trockenen Standorten gut wächst, lange sommerliche Trockenperioden verträgt und weitgehend abgasresistent ist, eignet er sich auch sehr gut für den innerstädtischen Bereich. Er ist ein sehr gesunder Baum, von dem keine Krankheiten bekannt sind.


Stranvaesia davidiana Rosaceae Lorbeermispel, Stranvaesie

Die Lorbeermispel wächst langsam und wird bei uns ein 2-3 m hoher und breiter, immergrüner Strauch. Seine Hauptäste wachsen locker breitausladend. So ergeben sie ein eigenwilliges, malerisches Gesamtbild der Pflanze. Die Blätter sind schmal-lanzettlich, bis 12 cm lang und 2-3 cm breit. Im Herbst nehmen die älteren Blätter eine leuchtend orange bis rote Herbstfärbung an. Die weißen Blüten stehen in flachen Doldentrauben. Aus ihnen entwickeln sich im Herbst erbsengroße, rote Früchte, die den Strauch oft bis zum Frühjahr schmücken. Zusammen mit den wenigen Herbstblättern ergeben sie gegenüber dem immergrünen Blattwerk einen wundervollen Farbkontrast.

Die Heimat dieser Pflanze ist das westliche China einschließlich Tibet und dem Himalaja. Hier kann man sie bis in Höhen von 2500 m ü.N.N. finden.

Die Lorbeermispel liebt einen humusreichen, normalen Gartenboden von leicht saurem bis neutralem pH-Wert. Dieser soll feucht, aber durchlässig sein. Kurze Trockenheit wird noch ertragen. Sie braucht geschützte, sonnige bis halbschattige Standorte, da die junge Pflanze etwas frostempfindlich ist. Die Früchte selbst ertragen Frostwerte bis -20° C.

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Viburnum tinus Caprifoliaceae Mittelmeer-Schneeball, Laurustinus, Stein-Lorbeer

Der Stein-Lorbeer ist in Südeuropa zu hause. Dort finden wir ihn als Unterholz der immergrünen Eichenwälder zusammen mit Quercus ilex, Erica arborea, Arbutus unedo und Myrtus communis. Der Name „Viburnum“ stammt von Virgil. Er ist aus dem lateinischen „viere“ = binden oder von „vimen“ = Flechtwerk abgeleitet. Dies nimmt Bezug auf die zähen, dünnen Zweige des Viburnum, die sich zum Flechten eignen.

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Der bis mannshohe, immergrüne Strauch der Mittelmeerregion erfreut uns nach milden Wintern bereits schon im Februar/März mit seinen rahmweißen, manchmal rötlich überlaufenden Blüten. Sie stehen in leicht gewölbten, endständigen Trugdolden von 5-7 cm Breite über dem Laub und vermögen den ganzen Strauch in eine weiße Blütenwolke zu hüllen. Die Blüten haben einen leichten, angenehmen Duft. In ihrer Heimat blüht der Strauch von November bis April. Aus den Blüten entwickeln sich zuerst tiefblaue, dann schwarze Beeren. Der Strauch ist dichtbuschig. Seine Blätter 5-10 cm lang und spitz zulaufend, oberseits dunkelgrün, unterseits etwas heller. Viburnum tinus kann in unserer klimatisch begünstigten Region an geschützten Standorten gepflanzt werden. Als immergrüner und sehr früh blühender Strauch ist er von Bedeutung. Da er Rückschnitt gut verträgt und ein hohes Wiederausschlagsvermögen besitzt, können oberflächliche Frostschäden rasch wieder ausgeglichen werden. Am wohlsten fühlt er sich im Schutz von höheren Bäumen im lichten Halbschatten. Der Boden soll humos und nährstoffreich sein, die Bodenreaktion sauer bis neutral. Eine Winterabdeckung des Wurzelballens wird empfohlen.


Wisteria floribunda - Japanischer Blauregen Wisteria sinensis - Chinesischer Blauregen Leguminosae (Papilionaceae)

Beide Wisterien-Arten sind sommergrüne Kletterpflanzen von großer Wuchskraft. Die Wisteria floribunda ist bei uns nicht so gebräuchlich wie ihre chinesische Schwester. Sie blüht erst Ende Mai/Juni zusammen mit den wechselständigen, unpaarig gefiederten Blättern. Diese sind gegenüber dem Chinesischen Blauregen etwas kleiner, dafür sind die Blütentrauben größer und prächtiger. Sie können gut 50 cm erreichen und blühen vom Blütenansatz langsam bis zur Spitze. Es gibt violett-, rosa- und weiß-blühende Sorten. Dagegen blüht der bei uns allgemein bekannte Chinesische Blauregen im Mai vor dem Laubaustrieb und hüllt Hauswände und Pergolen in ein lichtes Blau. Die Blütentrauben erblühen vollständig zu einem gemeinsamen Zeitpunkt und verströmen einen leichten Duft. Im August erfreut uns meist noch eine geringe Nachblüte, die aber zusammen mit dem Laub sehr dekorativ wirkt. Es gibt ein ganzjährig sicheres Unterscheidungsmerkmal der beiden Arten: Wisteria floribunda ist rechtswindend, Wisteria sinensis linkswindend. Beide lieben einen leicht sauren bis neutralen Boden. Bei zu hohem Kalkgehalt werden die Pflanzen chlorotisch. In der Vegetationszeit sollte man die stark wachsenden und reich blühenden Pflanzen gut mit Nährstoffen und Wasser versorgen. Wenn auch frosthart, so sind sie doch wärmeliebend. Der Chinesische Blauregen ist durch seine frühe Blütezeit etwas spätfrostgefährdet. Sämlingspflanzen blühen erst nach Jahren und nicht so reich wie vegetativ vermehrte Pflanzen. Darauf sollte man beim Kauf achten.

Wie der deutsche Name bereits aussagt stammt die Wisteria floribunda aus Japan, die W.sinensis aus China. Wisteria floribunda ist besonders schön an Pergolen. Ihr Blattwerk und die großen Blüten sind von eigenem Zauber. Die W.sinensis eignet sich besonders an Spanndrähten ganze Hauswände mit ihrer Blütenfülle zu bedecken. Sie wird 10 m hoch. Der stark windende Strauch kann eine Gefahr für Dachrinnen sein!

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Abies pinsapo Pinaceae Spanische Tanne

Die Heimat von Abies pinsapo ist die Sierra de Ronda in Südspanien. Dort wurde sie 1837 von Boissier entdeckt. In der Pfalz finden wir immer wieder einzelne Bäume mit meist malerischem, unverwechselbarem Wuchs. Gegenüber der Haardter Schule ist eines der ältesten Exemplare, gepflanzt 1870. Wir finden die Spanische Tanne auch im Park Kirchheimbolanden, auf dem Gelände des Sanatoriums Gleisweiler und in Neustadt.

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Die spanische Tanne ist ein eigenwilliger Baum, der durch Wuchs und Benadelung unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht. In der Heimat erreicht er eine Höhe von 20 m bei einem Stammdurchmesser von 1 m über dem Boden. Seine Krone ist in der Regel breit kegelförmig, die Äste streben in regelmäßigen Quirlen vom Hauptstamm ab. Die Borke ist in der Jugend glatt, später rauh. Die blaugrünen, stumpfspitzigen Nadeln stehen radial nach allen Seiten von den Zweigen ab. Sie sind nur 2-3 cm lang und 2,5 mm breit. Durch sie erhält der Baum seine Unverwechselbarkeit gegenüber anderen Abiesarten. Zugleich sind sie eine große Zierde und geben dem Baum seine Eleganz. Die Blüten sind dunkelrot. Die hellbraunen Zapfen sind 10-15 cm lang, 4-5 cm dick und sitzen aufrecht auf den Zweigen. Der Baum liebt mäßig trockene bis frische, nahrhafte Böden. Er toleriert schwach saure bis stark alkalische Substrate und gedeiht auch noch auf trockenen Standorten. Dort zeigt er dann oft einen malerisch bizarren Wuchs. Ein sonniger Standort tut ihm wohl. Gegenüber Frost ist er weitgehend unempfindlich.


Araucaria araucana (A.imbricata) Araucariaceae Araukarie, Andentanne, Chilenische Schmucktanne

Die Schmucktanne hat ihren Namen zurecht. Schon von weitem fällt sie dem Betrachter durch ihren etwas steifen, herrschaftlichen Wuchs auf. Ein Exote in unserer Region! Der bizarre, meist einstämmige, selten mehrstämmige Baum hat wenig verzweigte, walzenförmige Äste. Sie sind schlangenförmig in Quirlen angeordnet und haben lederartige, dicke, eiförmig bis lanzettliche Blätter, mit steifer und scharfer Spitze. Unachtsame können sich daran empfindlich verletzen. Die Stämme haben eine schwärzlich graue bis graubraune dicke Schuppenborke. Die Zapfen sind ca. 15 cm dick, kugelig. Bei uns jedoch äußerst selten. Die Araukarie liebt nährstoffreiche, frische und gut drainierte, kalkfreie Böden. Zwar verträgt sie zeitweise starke Hitze, bevorzugt aber luftfeuchte Lagen. Ein sonniger Standort vor morgendlicher Wintersonne geschützt, läßt diesen Exoten auch bei uns vielfach gedeihen. Allerdings, er ist nicht frosthart. Den Winter 96/97 hat er fast überall gut überstanden.

Ihre Heimat ist das Andengebirge in Chile und Südwestargentinien, hier besonders in den luftfeuchten Lagen. In der Pfalz ist sie häufig in Gärten und Gartenanlagen anzutreffen, so im Schloßgarten und auf dem „Mediterranen Hügel“ der Stadt Deidesheim wie auch auf den Welschterrassen oberhalb Neustadt-Haardt. Eine der ältesten Araukarien finden wir im Park des Sanatoriums Gleisweiler. Die Araucarie ist benannt nach dem Indianerstamm der Araucaner in Chile, denen die großen Früchte als wichtige Nahrung dienten. Imbricata heißt dachziegelartig, breitschuppig.

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Cedrus atlantica Pinaceae Atlaszeder

Im marokkanischen und algerischen Atlasgebirge bildet sie den Waldgürtel zwischen den immergrünen Lorbeerwäldern und den baumfreien, steppenähnlichen Rasengesellschaften in Höhenlagen von 1500 - 2000 m. Cedrus atlantica wurde 1839 nach Europa eingeführt, in der Pfalz erstmals um 1870 (Park Gleisweiler, Weinhandlung Witter in Neustadt). In Deidesheim finden wir sie u.a. im Schloßgarten und im Hotelgarten Hatterer.

Die Atlaszeder, wie auch ihre Schwestern, vermittelt ganzjährig eine südliche Atmosphäre und weckt Erinnerungen an warme südliche Länder. Wir finden sie recht häufig in unserer Region, denn sie ist vor allem in ihrer Variation Cedrus atlantica „Glauca“ recht frostverträglich. Diese Blaue Atlaszeder ist am gebräuchlichsten, seltener die ursprünglich grün benadelte Art. Hin und wieder trifft man auch die Goldzeder oder Cedrus atl. „Aurea“ an. Ein ganz verrückter Geselle ist die Hänge-Blau-Zeder oder botanisch Cedrus atlantica „Glauca Pendula“. Die Cedrus atlantica ist ein rasch wachsender, bis 25 m hoher und 15 m breiter Nadelbaum, der in seiner Heimat Höhen von 50 m erreichen kann. Er wächst in der Jugend kegelförmig mit steil aufrecht wachsenden Ästen, später breit ausladend. Er hat eine schwarzgraue, längsrissige Schuppenborke. Die 2 - 2,5 cm langen Nadeln stehen an Langtrieben einzeln spiralig, an Kurztrieben in Büscheln. Die Zapfen sind tonnenförmig, 5-7 cm lang. Sie zerfallen am Baum, während die Spindel noch stehen bleibt. Die Cedrus atlantica liebt durchlässige, mäßig trockene bis frische, kalkhaltige Böden. Sie gedeiht noch auf schwach sauren, sandigen Standorten. Im Winter verlangt sie ausreichend Niederschläge, während sie im Sommer ein hohes Wärmebedürfnis aufweist. Als Herzwurzler ist sie windbruchgefährdet. Sie muß in der Jugend verankert werden.

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Cedrus deodara Pinaceae Himalaja - Zeder

Die Himalaja-Zeder entspricht in ihrer Erscheinung nicht unserem Bild einer Zeder. Ihr fehlt der typisch etagenförmige Aufbau. Ihre Zweige sind waagrecht, die Triebspitzen neigen sich elegant nach unten. Durch den feinzweigigen Wuchs wirkt der Baum recht dicht. In seiner Heimat wird der Baum bis 50 m hoch und 3 m dick. Bei uns erreicht er 20-30 m. Er ist sehr raschwüchsig, aber frostgefährdet. Die jungen Triebe sind hellbraun, behaart, die alten Zweige schwärzlich. Die Nadeln stehen in dichten Büscheln, sind ca. 3-5 cm lang und blaugrün. Es gibt auch eine blaue Form, die bei uns kaum bekannt ist. Die Zapfen sind 7-10 cm lang, tonnenförmig und bläulich bereift, im reifen Zustand rötlich-braun. Ihnen fehlt die sonst bekannte Scheiteleinbuchtung. Der Baum fruchtet erst ab 25-30 Jahren. Die Cedrus deodare hat einen eigenwilligen, eleganten, grazilen Wuchs.

Im westlichen Himalaja ist Cedrus deodare bis in Höhen über 2000 m waldbildend. Ihr Ausbreitungsgebiet reicht westlich bis in die semiariden Ausläufer Afghanistans, östlich bis in die vom Monsun beeinflußten Lagen des Punjab. 1822 wurde diese Zedernart nach Europa eingeführt. Von England kam sie dann bald in die Pfalz.

Sie liebt tiefgründige, nährstoffreiche Böden von schwach saurem bis neutralem ph-Wert. In alkalischen Böden wird sie gerne chlorotisch. Der Baum wächst nur in sehr milden Klimabereichen und dort in möglichst windgeschützten Lagen. Verliert er nach kalten Wintern alle Nadeln, so muß man Geduld hegen: Ein Wiederaustrieb ist möglich.

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Cedrus libani Pinaceae Libanon-Zeder

In ihrer Heimat ist die Libanon-Zeder fast ausgestorben. Ihr Holz war im Altertum bis zur großen Zeit Venedigs äußerst begehrt. Auch der legendäre Tempel Salamons in Jerusalem wurde aus ihrem Holz errichtet. Einzelne wildwachsende Bäume sind 2000-3000 Jahre alt. Diese ehrwürdigen Baumgestalten erreichen riesige Ausmaße. Das Bild der Zeder finden wir im Staatswappen des Libanon. Die älteste Zeder Deutschlands steht im Schloßpark von Weinheim an der Bergstraße – eine überwältigende Baumgestalt. Auch in Neustadt/Weinstraße stehen stattliche, 140 Jahre alte Bäume.

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Die Libanon-Zeder ist durch ihren strengen, etagenförmigen Aufbau ein Baum von unverwechselbarem Charakter und seltener Schönheit. Sie unterstreicht das südliche Flair der Deutschen Weinstraße wie kein anderer Baum mit Ausnahme der frühen Mandelblüte. Diese Zedernart wächst bei uns nur 25 cm/Jahr. Dennoch kann sie stattliche Größen von 20-40 m Höhe erreichen. Charakteristisch sind die fast waagrecht abgehenden Äste schon in geringer Höhe über dem Boden sowie ihr tafelförmiges Kronenbild. Dies wird durch einen meist fast waagrecht zur Seite gebogenen Gipfel noch wesentlich verstärkt. Die Nadeln sind kurz, grün und haben einen bläulichen Schimmer. Die Libanon-Zeder liebt Kalkboden, dürre Sommer und Winter mit reichlich Niederschlag.


Cryptomeria japonica Taxodiaceae Sicheltanne

Dem bei uns 10-15 m hohen und 4-7 m breiten Nadelbaum sieht man nicht an, daß er in der Heimat 40 m hoch wird. Der höchste Baum dieser Art soll 64 m hoch bei einem Stammdurchmesser von 7 m sein. Seine Borke ist dick, weich und faserig. Sie löst sich in langen dünnen Streifen ab. Das Material wird in Japan teilweise als Dachdeckmaterial verwendet. Die Nadeln sind spiralig in Reihen angeordnet und 6-12 cm lang. Sie fallen nicht einzeln, sondern als ganze Triebe in 4-5 jährigem Rhythmus ab. Die Zapfen sind 1,5-3 cm dick, kegelförmig und reifen im ersten Jahr. Die Sicheltanne ist in der Jugend raschwüchsig und zeigt einen schlank kegelförmigen Aufbau. Im Alter wird der Baum breitpyramidal. Durch seine unregelmäßige, lockere Krone erhält er insbesondere im Herbst einen malerischen Anblick. Die Variation C.j. „Elegans“ hat eine kupferrote bis rotviolette Herbstfärbung und bringt gerade zur Herbstzeit japanisches Flair in unsere Gärten.

Die Heimat ist Südchina und Japan. In Japan bedeckt sie als „Sugi“ 50 % der gesamten Waldfläche. In Japan gibt es ca. 200 Kulturformen. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet ist kaum mehr festzustellen. Älteste Bestände findet man auf der Insel Yakushima in Höhen von 1000-1500 m bei 3000-4000 mm Niederschlag.

Die Sicheltanne liebt frische, feuchte und tiefgründige Böden mit möglichst saurem pH-Wert. Besonders braucht sie hohe Luftfeuchtigkeit, die sie bei uns nur an Gewässer und Wasserflächen findet. Sie braucht einen windgeschützten Standort, da sie keine tiefgehenden Wurzeln hat. Jungpflanzen sind frostgefährdet, ältere ausreichend frosthart.

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Cupressus sempervirens Mittelmeer - Zypresse Cupressus arizonica Amerikanische Zypresse Cupressaceae

Cupressus sempervirens ist in den Gebirgen von Nordpersien, Kleinasien, Kreta und Zypern zuhause. Von dort wurde sie schon im Altertum nach Italien eingeführt. Sie muß an einem sonnigen Platz frei stehen, damit ihre besondere Säulenstruktur voll zur Geltung kommt. In Gedichten und Gesängen verherrlicht erinnert sie uns an das sonnige Italien und unterstreicht damit das südliche Flair der Deutschen Weinstraße.

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Die Naturform der Zypresse ist breitpyramidal. Bei uns werden meist ausgesuchte, schlanke Formen angepflanzt. Die Borke ist dünn, glatt grau-braun oder etwas rissig. Die Zweiglein stehen dicht beieinander in einer Ebene. Daran liegen die Blätter schuppenförmig an und stehen dachziegelartig übereinander. Ihre Farbe ist stumpfgrün. Die kugeligen Zapfen hängen an kurzen Stielen und sind glänzend braun bis grau, 2-3 cm groß. Neben der Mittelmeer-Zypresse trifft man bei uns auch immer wieder die Amerikanische Zypresse (Cupressus arizonica) an. Besonders beliebt und in Südfrankreich und Norditalien häufig gepflanzt ist deren Säulenform Cupressus arizonica fastigiata. Die Benadelung der Amerikanischen Zypresse ist blaugrün. Die Cupressus sempervirens wie auch ihre amerikanische Verwandte verlangen neutralen bis leicht alkalischen, sandigen Boden. Den letzten harten Winter 96/97 haben sie alle schadlos überstanden.


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Ginkgo biloba Ginkgoaceae Fächerblattbaum

Der Ginkgo biloba ist noch ein Relikt einer einstmals artenreichen Pflanzengruppe, die vor 180 Millionen Jahren auch Europa bis zum jüngeren Tertiär besiedelte. Er erlebte die Entwicklung der Laubbäume, der Vögel und das Kommen und Aussterben der Saurier und des Mammuts. Goethe beschäftigte sich ebenfalls intensiv mit dem Ginkgo und widmete Marianne Willemer über ihn ein sinnreiches Gedicht (27.9.1815), das in den „Westöstlichen Diwan“ aufgenommen wurde. Der Name Gin-kyo heißt japanisch Silberaprikose. Naturstandorte finden wir nur

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Der Ginkgo-Baum ist wohl das berühmteste, älteste lebende, pflanzliche Fossil unserer Erde. Auch heute noch beeindruckt er durch seine unverwechselbare Gestalt und sein formschönes Blatt, das nicht umsonst als Wahrzeichen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft auserwählt wurde. Botanisch wird er den Nadelgehölzen zugeordnet, da die Blätter parallelnervig angelegt sind. In Wirklichkeit nimmt er eine Sonderstellung in der Systematik der Pflanzen ein. Der Fächerblattbaum erreicht bei uns eine Höhe von 30 m und wird 10-15 m breit. Seine Äste recken sich ungezähmt mal steil in die Höhe oder strecken sich fast waagrecht vom Stamm nach außen. Jeder Baum ist ein einmaliges Individuum. Die Rinde ist grau, längsrissig, an alten Stämmen oft stark gefurcht. Die Blätter fächerförmig an einem langen Stiel, lederig frischgrün. Im Herbst leuchten sie weithin goldgelb in der Sonne. Die Pflanze ist zweihäusig. Allerdings ist das Geschlecht oft erst im Alter eindeutig bestimmbar, wenn der weibliche Baum mirabellenähnliche Früchte trägt. Sie sind gelblich-grün, fleischig mit einem harten Kern. Überreif riechen sie unangenehm nach Buttersäure. Erst an den abgefallenen Früchten beginnt die Entwicklung des Embryos.


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Der Fächerblattbaum hat keine großen Ansprüche an Boden und Standort. Er liebt durchlässige Böden vom sauren bis neutralen Bereich (pH 5-7). Er erträgt größte Sonnenstrahlung vor heißen Südwänden. Krankheiten sind keine bekannt. Nur der Hallimasch kann ihn umbringen, wie von Neustadt berichtet wird. Ältere Pflanzen können meterlange Auswüchse ähnlich Stützwurzeln bilden, wohl noch eine Rückerinnerung an ehemals sumpfige Standorte. Sie werden in seiner Heimat „Tschitschi“ genannt.

noch im südöstlichen China. In Japan, Manschurei und Korea ist nur seine Kulturform bekannt. In diesen Ländern wird der Ginkgo-Baum als Tempelbaum hoch verehrt. 1727 kam der erste Baum von Japan nach Europa, wo er heute noch im Botanischen Garten in Utrecht steht, 1732 in die Gärten der Kurpfalz. Eines der ältesten und schönsten Baumgestalten steht im Garten des Weinguts Fitz-Ritter in Bad Dürkheim.

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Pinus pinaster Pinaceae Strandkiefer, auch Meer-, Igel- oder Sternkiefer

Die ursprüngliche Heimat ist das Mittelmeergebiet, insbesondere die Iberische Halbinsel, Südwest- und Südfrankreich, Korsika, Nordsardinien, das westl. Italien, Marokko und vereinzelt in Algerien. Mit Erfolg wurde die Strandkiefer auch auf den britischen Inseln, dem Niederrhein und in Teilbereichen am Haardtrand angebaut. Sie steht in großen Beständen in Südwestfrankreich, wo sie neben der Holznutzung zur Terpentingewinnung aufgeforstet wurde. Teilweise wird sie auch zur Dünenbefestigung (Graudüne) herangezogen. Im Sensental bei Deidesheim finden wir auf halber Höhe des Südhangs Pinus pinaster in einem sehr interessanten 163-jährigen, bizarren Bestand von Pinus sylvestris eingestreut.

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Die Strandkiefer ist ein 20-30 m hoher Nadelbaum von Kegelförmigem Wuchs. Im Alter ist diese Kiefer oft nur im oberen Drittel beastet und zeigt eine dichte, abgeflachte Krone. Die Borke ist tiefrissig, grau bis rötlich-braun. Die Nadeln sind bis 20 cm lang, steif und stechend zugespitzt, graugrün. Sie werden 3-4 Jahre alt und stehen zu zwei oder drei an Kurztrieben. Die weiblichen Blüten finden wir nahe den Triebspitzen bis zu 6 Stück. Sie sind 1,5-2 cm lang und von purpurner Farbe. Die 10-20 cm langen Zapfen sind sternförmig angeordnet. Neben der Pinie sind es die längsten Nadeln und größte Zapfen aller Kiefernarten. Die leeren Zapfen bleiben oft noch lange am Baum bis sie intakt zu Boden fallen. Sie sind in der Jugend purpurn, später hellbraun. Auf geeignetem Standort erreicht der Baum einen Jahreszuwachs von 50 cm. Die Strandkiefer wächst bevorzugt auf leicht saurem Silikatgestein oder auch gut drainierten armen Sandböden. Sie verlangt ein mildes, ausgeglichenes Klima. Meeresnähe wird bevorzugt.


Pinus pinea Pinaceae Pinie

Innerhalb der Familie der Piniengewächse gibt es über 100 Arten auf der nördlichen Halbkugel. Die Pinie ist eine wärmeliebende und frostempfindliche Pflanze des Mittelmeerraums. Durch ihre schirmförmige Krone erhält sie einen unverwechselbaren Charakter. In der Provence wird sie „parasol“ genannt. Die Pinie wird im Alter ein imponierender, bis 25 m hoher Baum tief-längsrissiger, rotbrauner bis graubrauner Borke. Ihre Äste stehen waagrecht ab. Die anfangs graugrünen Triebe sind dicht benadelt. Sie werden später gelbbraun. Die Nadeln selbst sind spitzig-steif und 10-15 cm lang. Ihre Farbe ist innen hellgrün, die Spitzen leicht gelb. Die Zapfen sind eiförmig bis flach kugelig, 8-15 cm lang, ca. 10 cm breit. Die Fruchtschuppen reifen im dritten Jahr. Die Samen sind eßbar (Pinienkerne). Die Pinie ist wie alle Kiefernarten ein Tiefwurzler, der große Trockenheit gut verträgt. Er liebt mehr neutralen bis alkalischen Boden. Er erträgt in der Regel Temperaturen bis -15° C. Im vergangenen Winter 96/97 erlitten viele Pinien bei uns im Bereich Deutsche Weinstraße erhebliche Frostschäden. Sie sind wohl auf den unerwarteten Eisbehang in der Weihnachtszeit zurückzuführen. Mit etwas Geduld treiben sie, wenn auch spät, mit neuen Trieben wieder durch. Die Kiefer braucht volle Sonne im Freistand.

Die Pinie hat ihre Heimat entlang dem Nordrand des Mittelmeers. Man trifft sie nicht entlang der afrikanischen Küste. Außer ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet werden sie in Oberitalien, Nordspanien, der Normandie, den britischen Inseln und der Insel Krim angepflanzt. Herr Gartenmeister Dörr hat in Deidesheim am Kaisergarten und im Bereich „Mediterraner Hügel“ im Stadtpark Pinien angepflanzt, die das südliche Flair der Stadt unterstreichen und von eindrucksvoller, repräsentativer Wirkung sind.

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Sequoiadendron giganteum (= Sequoia gigantea oder Wellingtonia gigantea) Taxodiaceae Mammutbaum

Der Mammutbaum hat seinen natürlichen Standort in Zentralkalifornien und an der Westseite der Sierra Nevada. In den eisfreien Talschluchten, den „groves“, steigt er bis 2500 m Höhe auf. 1841 entdeckte ihn der Engländer John Bidwill auf einer Reise von Sutters Forst zum Sacramento-Fluß. Dowd, ein Jäger, bestätigte das Vorkommen der gewaltigen Bäume, als er in die wilde Gegend kam, um einen angeschossenen Bären zu erlegen. Pflanzensammler brachten erst 1853 erste Samen nach England und Schottland. 1872 wurde in Weinheim bereits der Exotenwald auf drei Hektar Fläche angelegt. Aus dieser Zeit leben noch ca. 150 Stück, 40-50 m hoch.

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Der Mammutbaum hat seinen Namen zurecht, ist er doch eines unserer größten lebenden Wesen auf der Erde. In der Höhe wird er nur noch von Eucalyptus amygdaline mit 155 m Höhe übertroffen. Mammutbäume verleihen durch ihre alles überragende Gestalt jedem Ort einen monumentalen Charakter und kennzeichnen ihn weithin sichtbar. Bei uns wird er 30-50 m hoch und erreicht in der Jugend einen Jahreszuwachs von 80 cm. Sein Stamm ist gerade durchgehend und von unten an beastet. Seine hell-rotbraune Borke ist schwammig-rissig. An alten Bäumen kann sie 30-60 cm dick werden. Sie bildet so einen guten Feuerschutz. Die blaugrünen Blätter sind schuppenförmig bis pfriemförmig und blaugrün. Die Zapfen rotbraun und 5-8 cm lang. Der Mammutbaum verlangt einen sonnigen, freien Stand. In der Jugend bildet er eine Pfahlwurzel und ist daher möglichst klein und als Containerware zu pflanzen. Später bildet er weitstreichende Ernährungswurzeln in der obersten Bodenschicht. Dieser breite Wurzelteller macht den großen Baum extrem sturmsicher. Er liebt einen frischen bis feuchten, nährstoffreichen und tiefgründigen Boden mit Werten von leicht sauer bis alkalisch.


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Berühmte Bäume sind der „General Sherman“ im SquoiaNationalpark mit 84 m Höhe und einem Stammumfang von 31 m. Dies entspricht 15000 m3 Holz! Alter 2500-3000 Jahre. Der „General Grant“ ist 89 m hoch und hat 12,5 m Ø. Alter 3500 Jahre. Er wird der „Weihnachtsbaum der amerikanischen Nation“ genannt. Der „Hausmann“ ist 92 m hoch bei 8 m Ø. In ihm ist eine Sommerwohnung eingerichtet. Der größte Baum im Calaveras-Nationalpark hatte 135 m Höhe und 12 m Ø. Er wurde Vater des Waldes genannt. In unserer Region finden wir immer wieder herrliche Mammutbäume, so auch im Schloßgarten in Deidesheim, in Gleisweiler oder am Ortseingang von Wachenheim.

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Taxodium distichum Taxodiaceae Sumpfzypresse

Die Heimat der Sumpfzypresse sind die Flußufer und Sümpfe im südöstlichen Nordamerika, insbesondere entlang dem Golf von Mexiko. Stammstücke von 8 m Umfang als Fossile der Braunkohle weisen auf ihre Ausbreitung im warmen Meer des Tertiärs hin. In der Eiszeit ist diese Baumart bei uns ausgestorben. Das Holz ist besonders widerstandsfähig gegen Schadpilze, weich und gut zu bearbeiten. Sumpfzypressen werden in Südeuropa forstlich angebaut. Nach Europa wurde sie erstmals 1640 eingeführt. In Deutschland erscheint sie um die Wende des 18./19. Jahrhunderts.

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Die Sumpfzypresse ist ein sommergrüner bis halbimmergrüner Nadelbaum von 30-40 m Höhe und 8-10 m Breite. Seine rotbraune Borke ist dünn und glatt. Die Nadeln stehen wechselständig im Gegensatz zur Metasequoia mit gegenständiger Anordnung der Nadeln. Sie sind insbesondere im Frühjahr frischgrün und färben sich im Herbst rotbraun. Die Nadeln und Kurztriebe fallen zur gleichen Zeit ab. Die Zapfen sind eirund bis kugelig, 2-3 cm groß, zuerst grün, dann braun. Eine Besonderheit sind die bis 30 cm dicken und 100 cm aus dem Boden herausragenden Atemwurzeln. Sie weisen ein grob strukturiertes Durchlüftungsgewebe auf und dienen neben der Stützfunktion der Sauerstoffzufuhr in sumpfigen Böden. Eine schöne Sumpfzypresse steht im Buhlschen Park in Deidesheim, ein interessanter, alter Baum mit Luftwurzeln (Atemknien) im Gutsgarten von Fitz-Ritter in Bad Dürkheim. Der Name „Sumpfzypresse“ weist bereits auf den heimatlichen Standort in sumpfigem Gelände oder in Überschwemmungsgebieten hin. Trotzdem kommen sie bei uns auch auf leicht sauren bis schwach alkalischen Sandböden vor. Bei hohem pH-Wert werden sie allerdings chlorotisch. Sie lieben sonnige, geschützte Lagen im Freistand.


Abutilon x hortensis Malvaceae Schönmalve

Die Gattung der Abutilon ist mit ca. 80 Arten in den Tropen und Subtropen beider Hemisphären vertreten. Die Heimat unserer Schönmalve ist Brasilien, Columbien und Mexiko. In Mitteleuropa sind fast ausschließlich Kulturhybriden im Handel. Bevorzugte Blütenfarben sind rot und gelb. In Deutschland wurden sie seit 1600 kultiviert. In Bad Dürkheim stellte man erstmals die verwilderte Form der Abutilon 1880 fest. Die Pflanze erfreut durch ihre unermüdliche Blüte von Mai bis in den Herbst. Die roten und gelben „Laternen“ leuchten zwischen dem sattgrünen Laub jeweils am Ende einer Triebspitze. Im Herbst erfordert sie einen scharfen Rückschnitt, umso mehr wird sie verzweigt und umso größer ist die Blütenfülle. Wie alle Kübelpflanzen verlangt sie in der Vegetationszeit häufiges düngen und wässern. Sie wird im Kalthaus bei 5-10° C überwintert oder an einem entsprechenden, hellen Ort. Abutilon kann auch im Zimmer über Winter bei max. 20° C gehalten werden und dankt dies durch andauernden Blütenflor.

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Acacia dealbata Leguminosae Silber-Akazie

Die Gattung Acacia ist vorwiegend in Afrika und Australien mit ca. 500 Arten vertreten. Wie alle Arten der Unterfamilie Mimosoideae zeichnen sie sich durch ein ansprechendes, fein gefiedertes Laubblatt aus. Bei der Silber-Akazie ist es fein silbrig behaart. Bei Berührung klappen die feinen Fiederblättchen zusammen. Ihre Grundfarbe ist blau-grün. Die gelben Blütenköpfchen stehen zahlreich in rispig angeordneten Trauben. Sie sind uns als Mimose der Riviera bekannt. Bezaubernd ist auch ihr feiner Duft. Die Pflanze wird im Süden bis 15 m hoch. In Ostafrika und Vorderindien wird sie forstlich kultiviert und für Bauholz und Gerberrinde genutzt. Die Silber-Akazie wird seit langem in europäischen Gärten kultiviert. Im Kalthaus blüht sie von Januar bis März. Durch ihr schönes Blatt ist die Silberakazie auch ohne Blüte eine Augenweide und wird daher gerne in entsprechenden Gefäßen im Sommer draußen aufgestellt. Die Silber-Akazie verlangt ein humoses, leicht saures Bodensubstrat. In der Wachstumsphase brauchen sie viel Wasser und Dünger. Ab August sollten sie trockener gehalten werden, damit das Holz besser ausreift. Der Schnitt blühender Zweige sollte nur im voll aufgeblühten Zustand erfolgen, sonst schrumpfen die Blütenknospen in warmer Zimmerluft schnell zusammen. Der Pflanzrückschnitt erfolgt am besten gleich nach der Blüte. Obwohl die Pflanze starken Schnitt verträgt, sollte er so vorsichtig erfolgen, daß möglichst viele kürzeren Triebe entstehen, an denen die Blütenrispen sich bilden. 102


Agapanthus africanus (= A. umbellatus) Liliaceae Schmucklilie

Die Schmucklilie hat ihren Namen zurecht. Sie gehört zu den schönsten, blühenden Kübelpflanzen. Über den langen und schmalen, grundständigen Blättern stehen auf langen Stielen die hellblau leuchtenden, doldenähnlichen Blütenstände im Juli/August. Weiße Blüten sind seltener und von geringerer Wirkung. Sie halten sich auch als Schnittblume lange in der Vase. Die fleischigen Wurzeln sollten möglichst wenig gestört und geteilt werden. Umso williger blüht die Pflanze. Die Pflanze braucht einen vollsonnigen, geschützten Standort. In Einzelstellung oder in lockeren Gruppen ist ihre Wirkung am schönsten. Als Bodensubstrat genügt ein nahrhafter, humusreicher Boden wie z.B. Einheitserde. Vor und nach der Blütezeit braucht sie viel Wasser und häufiges Düngen. Die Überwinterung soll in hellen und möglichst kühlen Räumen erfolgen. Bei Temperaturen über 15° C setzt sie keine Blüten im folgenden Sommer an.

Entlang den Nevadas von Madeira wachsen und blühen Agapanthus zu Hunderten. Ihre hohen, blauen Blütenstiele ergeben zauberhafte Bilder vor dem Hintergrund der schroffen und hohen Berge.

Die Heimat der Agapanthus africanus ist Südafrika (Kapland).

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Agave americana Agavaceae Amerikanische Agave, Hundertjährige Aloe

Auf den WelschTerrassen in Neustadt/Weinstraße werden in jedem Sommer Agaven und Kakteen in sandigsteinigem Substrat ausgepflanzt. Sie unterstreichen damit das besonders milde und sonnenreiche Klima der Pfalz.

Die sukkulente Gattung der Agaven ist mit ca. 100 Arten in Mexico, Südamerika und den südlichsten Teilen von Nordamerika zu Hause. Inzwischen hat sie sich auch im gesamten, heißen Mittelmeergebiet einschl. Portugal eingebürgert, insbesondere auf Felsterrassen und an Mauern. So ist sie häufig zusammen mit Kakteen zu finden. Aus einer grundständigen Blattrosette entwickeln sich bis zu 40 schmal-lanzettliche, dickfleischige Blätter von graugrüner Farbe. Sie sind stachelig gezähnt und mit einem bis 5 cm langen Endstachel bewehrt. Im öffentlichen Bereich ist daher die Aufstellung von Pflanzkübel mit Agaven nur eingeschränkt ratsam. Daneben gibt es auch Sorten mit gewellten, gelb- oder weißrandigen Schmuckblättern. In der Heimat und im Mittelmeerraum vermögen die Agaven 6-10 m hohe Blütenschäfte zu bilden, die von großartiger Schönheit in Struktur und Farbe sind. Nach der Fruchtreife stirbt die Pflanze ab. Es entwickeln sich meist Seitensprosse, sogenannte „Kindel“, aus denen neue Pflanzen entstehen. Die Agaven wollen einen durchlässigen, sandig-lehmigen Boden. Ein wöchentlich einmaliges Gießen im Sommer genügt. Zu ihrem Gedeihen braucht die Agave volle Sonne.

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Bougainvillea glabra Nyctaginaceae Drillingsblume, Bougainville

Zur Zeit der Blüte, von April bis Juni, sind die BougainvilleSträucher völlig eingehüllt von der Vielzahl der rotvioletten Blüten, genauer von den farbigen drei Hochblättern, die die eigentliche Blüte umgeben. Sie bleiben bis zur Samenreife verblaßt und eingetrocknet als Flugkörper für die Samen selbst im Kelch sitzen. Aus der ursprünglichen Art B. glabra wurden viele interessante Unterarten und Sorten gezüchtet. Ihre Farben spielen von leuchtendem rot zu violett und selbst zu gelb. Bougainvillea glabra ist blühfreudiger und blüht früher als ihre nahe Verwandte B. spectabilis, die von Dezember bis April bräunlich-rot blüht und bedeutend stärker als B. glabra wächst.

Bougainvillen stammen aus Südamerika, unsere B. glabra aus Brasilien. Die Gattung wurde nach Louis Antoine Bougainville benannt, geboren 1729, der französischer Admiral war und 1766 den Auftrag erhielt in der Südsee Gebiete als Ausgleich für die in Nordamerika verlorenen Kolonien zu erobern.

Die Bougainvillea braucht einen gut durchlässigen Boden, in der Jugend sandiger Lehm, später mit Humus angereicherten Lehmboden. Ihr Standort soll in voller Sonne liegen. Besonders geeignet ist eine geschützte, warme Mauerecke. Im Spätherbst sollte man die Pflanzen etwas trockener halten, damit sie besser ausreifen. Eine sichere Blüte dankt dies im Frühjahr. Die Überwinterung erfolgt in kühlen geschützten Räumen. Im Zimmer kann sie aber auch bis Weihnachten blühen. Bei zu warmer und trockener Luft wirft sie allerdings Blüten und Blätter.

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Caesalpinia gilliesii (= Poiciana gilliesii) Leguminosae Caesalpinie

Die Pflanze wurde nach Andrea Cesalpino (Caesalpinus) benannt, der von 1519-1603 lebte und Prof. der Botanik in Pisa war. Er war der Verfasser eines 1583 veröffentlichten Pflanzensystems. Nahe Verwandte unserer C.gilliesii erreichen Baumhöhen, so z.B. C. sappan aus Ostindien. Dieser liefert das sehr geschätzte Sappanholz, auch Rotholz oder falsches Sandelholz genannt. Alle Rothölzer enthalten den Farbstoff „Brasilin“.

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Die Caesalpinie stammt ursprünglich aus Südamerika. Dort ist sie in Uruquay, Argentinien und Chile beheimatet. Inzwischen hat sie den Mittelmeerraum erobert, was verständlich ist, wenn wir diesen interessanten Zierstrauch mit seinen auffallenden Blüten kennen. Über seinen äußerst feingefiederten Blättern erheben sich die endständigen Blütentrauben aus 30-40 Einzelblüten. Sie leuchten goldgelb und strecken bis 7 cm lange, scharlachrote Staubfäden hinaus. Die Caesalpinie wird bei uns mannshoch und blüht in den Monaten Juni/August. Die Überwinterung erfolgt im Kalthaus. Caesalpinien finden wir immer wieder in geschützten Innenhöfen, wo sie die Aufmerksamkeit eines jeden Besuchers erregen.


Callistemon speciosus Myrtaceae Zylinderputzer, Schönfaden

Die wichtigste und schönste Art der Gattung Callistemon ist wohl Callistemon speciosus. Sie stammt aus Westaustralien und wird dort zu einem hohen Strauch oder kleinen Baum. Die Laubblätter sind sehr schmal, 7-10 cm lang und steif. Die jungen Sprosse sind seidenhaarig, sonst kahl. Auffallend und dekorativ sind die dicht zylindrischen, 12-15 cm langen roten Blütenähren. Der Zylinderputzer wird bei uns gerne im Sommer als Schmuck von Plätzen und Innenhöfen aufgestellt. Seine interessanten Blüten erscheinen von Ende Mai bis Ende Juli. Er braucht einen sonnigen Standort und liebt lehmigen Boden. Der Zylinderputzer wird auch als kleiner Stamm mit Krone angeboten. In Deidesheim finden wir ihn auf dem Stadtplatz.

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Cassia marilandica (= Cassia hebecarpa) Leguminosae Gewürzrinde, Zimtbaum, Kerzenstrauch

Die Cassia-Arten werden seit 1723 in den trockeneren und wärmeren Gegenden Europas immer wieder in Gärten herangezogen, so auch besonders im Oberrheintal. F. Zimmermann fand 1909 eine verwilderte Pflanze in Ludwigshafen/Rhein. Die Blütenkerzen der afrikanischen Art Cassia didymobotrya kann Blütenkerzen bis zu einem halben Meter bekommen. Der Name Cassia stammt aus dem Hebräischen und bedeutete bei den Griechen soviel wie Gewürz. Auch der deutsche Name Gewürzrinde weißt darauf hin, daß ihr Laub stark nach Gewürzen riecht.

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Die Cassia besticht durch ihren reichen und langanhaltenden Blütenflor von Juni bis September. Im Wintergarten kann sie den ganzen Winter über blühen. Die goldgelben Blüten stehen in kurzen Trauben an den Triebenden. Sie erhalten im Spätsommer dunkelrote Antheren. Die Gewürzrinde ist ein Halbstrauch, dessen 1 m lange Triebe jährlich bis auf den Wurzelstock absterben. Die Laubblätter bestehen aus kleinen, grazilen Fiederblättchen, die zu 12-18 Stück gegenständig angeordnet sind. Die Heimat der Cassia marilandica ist das Südöstliche USA. Sie braucht volle Sonne und während der Wachstumszeit viel Wasser. Eine wöchentliche Düngung ist notwendig.


Chamaerops humilis Palmae Zwergpalme

Palmen werden wegen ihres hoheitlichen, majestätischen Wuchses die Fürsten unter den Pflanzen genannt. Wegen ihrer stattlichen Erscheinung werden sie immer wieder bei uns in Kalthäusern, im Süden im Freien kultiviert. Im Hochsommer schmücken sie in den wärmeren Regionen Süddeutschlands Plätze und historische Gärten. Von den 1100 bekannten Arten kommt nur Chamaerops humilis in Europa vor. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist die spanische Mittelmeerküste und Südportugal. Nach Osten reicht ihr Verbreitungsgebiet bis Malta. Die Heimat der meisten Chamaerops-Arten sind die Tropen und Subtropen. Die Zwergpalme wächst langsam und wird ohne Stamm nur 1 m hoch. Sie ist am Grunde buschig verzweigt und hat ein hartes, fächerförmiges Blatt. Im Gegensatz zu Ch. excelsa besitzen die Blattstiele Stacheln.

In Deidesheim finden wir die Zwergpalme im Hof des neuen Spitals und auf dem „Mediterranen Hügel“. Sie werden im Kalthaus der Stadtgärtnerei überwintert.

Palmen verlangen im Sommer reichlich Wasser und wollen einen gut durchlässigen Boden.

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Chrysanthemum frutescens (= Pyrethrum frutescens) Compositae Wucherblume, Strauchmargerite

Die Heimat der Chrysanthemum frutescens sind die Kanarischen Inseln.

Die Strauchmargerite ist eine unserer bekanntesten und beliebtesten Kübelpflanzen. Sie werden auch gerne mit anderen Pflanzen in Balkonkästen oder auf Sommerblumenbeete mitverwendet. Durch ihr strahlendes Weiß verstärken sie die Farben anderer Blumen. Chrysanthemum frutescens ist ein verholzender Halbstrauch mit stark gefiedertem, hellgrünem Laub und großen, weißen Gartenmargeriten. Auch Sorten mit rosa oder gelben Farben sind im Handel. Mit etwas Mühe können binnen drei Jahre die beliebten Margeritenbäumchen herangezogen werden. Besonders wertvoll ist die lange Blütezeit von Ende Mai bis Anfang Oktober. Sie verlangt einen sonnigen Standort und nährstoffreichen, guten Gartenboden. Während der Vegetationszeit ist tägliches Gießen und wöchentliches Düngen Voraussetzung für eine reiche Blüte. Werden die Blätter im Innern der Pflanze braun, so schneide man die Hälfte der Blüten und Knospen ab und junge, frisch-grüne Blätter bilden sich neu. Die Überwinterung ist in kühlen, selbst etwas dunklen Räumen möglich. Bevor die Pflanze ins Freie gestellt wird, soll sie umgepflanzt und in lichten Räumen vorsichtig angetrieben werden.

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Citrus-Arten: Citrus limon Rutaceae Zitrone

Die ursprüngliche Heimat der Zitrone ist Asien und hier an erster Stelle Indien. Über den Orient kam sie nach Ägypten, von dort durch die Römer nach Spanien und Sizilien. Durch Handelsleute und Pilger wurde sie nach und nach im ganzen Mittelmeerraum verbreitet. Das nördlichste europäische Anbaugebiet liegt bei Limone am Gardasee. Große Kulturflächen finden wir heute in Israel, Westindien und in Teilen des südlichen Nordamerikas wie Florida, Louisiana und Kalifornien. Bei uns wurden Zitronen neben Orangen und anderen Citrusfrüchten in den Orangerien der fürstlichen Residenzen des 16. und 17. Jahrhundert mit Vorliebe als Schaupflanzen kultiviert. In geringerem Umfang hat sich bis heute die Anzucht der Pflanze im Kübel gehalten. Wir finden sie in Strauchform oder als kleine Bäumchen in öffentlichen Anlagen wie in privaten Innenhöfen. Ihre Kultur setzt einen Wintergarten oder ein heizbares Gewächshaus voraus. Die Zitrone ist ein sparriger Strauch mit ca. 16 cm langen, unregelmäßig schwach gekerbten Blättern an kleinen, geflügelten Stielen. Sie blühen und Fruchten zur gleichen Zeit das ganze Jahr über. Die angenehm duftenden, weißen Blüten in Verbindung mit grünen und gelben Früchten aller Reifestadien machen den besonderen Reiz dieser südlichen Pflanze aus. Die Hauptblüte kommt im Frühjahr.

Zitronen werden seit Beginn ihrer Kultur als vielseitig wirksames Heilmittel hoch geschätzt, ebenso bei der Zubereitung von Speisen jeder Art und als Saft. Interessant und vielseitig sind die Kultbräuche im Altertum bis in unserer Zeit. In ihnen gibt die Zitrone Schutz vor ansteckenden Krankheiten und Tod.

Die Pflanze liebt einen durchlässig, sandig humosen Boden. Gegenüber Kalk in jeder Form, auch kalkhaltigem Wasser, ist sie empfindlich und wird chlorotisch. 111

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Citrus-Arten: Citrus sinensis Rutaceae Apfelsine, Orange

Der schöne Anblick der blühenden und zugleich fruchtenden Pflanze mit ihrem Duft des Südens hat in unserer mitteleuropäischen Zone schon immer Liebhaber und Freunde gefunden, die bereit waren, manchmal erhebliche Aufwendungen für die Überwinterung der Pflanze aufzuwenden. Die in den letzten Jahrhunderten auch architektonisch meisterhaft gestalteten Orangerien sind ein beredet Beispiel hierfür.

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Die ursprüngliche Heimat der Orange ist China. Den Chinesen war ihre Kultur seit alters her bekannt. Dagegen wurde sie in indischen Schriften erst 1347 erwähnt. Die Portugiesen fanden auf ihren Überseefahrten in diesen Ländern bereits einen weitverbreiteten Anbau der Orange vor und brachten sie 1520 nach Portugal. Heute finden wir die Hauptanbaugebiete in Süditalien, auf Sizilien, den südlichen Randgebieten der Iberischen Halbinsel und Israel, außerdem in Australien, Kalifornien, Florida und dem Kapland. Von Israel kommt vor allem die „Jaffa-Apfelsine“, eine dickschalige, kernlose Form. Die Sprosse des kleinen Baumes oder sparrig wachsenden Strauches sind blaßgrün. Die ovalen, grünen Blätter sitzen auf schwach geflügelten Stielen. Sie duften leicht. Die kugeligen Früchte sind allgemein bekannt. Heute gibt es eine fast unüberschaubare Vielzahl von Zuchtrassen und Kreuzungen mit anderen Zitrusfrüchten. Wie die Zitrone sind die etwas größeren Blüten weiß und strömen einen feinen Duft aus. Sie erscheinen mit den Früchten der verschiedenen Reifestadien gleichzeitig. An der „Deutschen Weinstraße“, auch in Deidesheim und Forst, finden wir immer wieder Zitrusarten in öffentlichen Anlagen und privaten Innenhöfen. Neben der Zitrone und Orange auch Citrus deliciosa (reticulata) - Mandarine Citrus maxima - Riesenorange, Pampelmuse Citrus paradisi (C.maxima x C sinensis) - Grapefruit Citrus pamelmo - Großfrüchtige Pampelmuse


Cycas revoluta Cycadaceae Palmfarn, Sagopalme

Der Palmfarn ist weder Palme noch Farn, aber wird durch diesen deutschen Namen treffend gekennzeichnet. Die langen, bis 2 m großen Wedel, stehen in einem dichten Schopf. Der Stamm ist meist kurz und dick, bei alten Pflanzen kann er jedoch auch 2-3 m hoch werden. Die Wedel selbst sind dunkelgrün glänzend. An den etwas vierkantigen Blattstielen stehen die äußerst schmalen, starren Blättchen dicht in zwei Reihen beieinander. Sie geben der Pflanze eine besondere Eleganz. Junge Blätter rollen sich wie Farne schneckenartig auf. Die Pflanze wächst sehr langsam und ist daher auch sehr teuer. Trotz ihrer filigranen Erscheinung ist die Pflanze recht robust und kennt keine Krankheiten oder Schädlinge.

Die Heimat der Cycas revoluta ist China und Ostindien.

Sie liebt einen durchlässigen, sandig-humosen Boden mit ausgeglichener Feuchtigkeit. Ein etwas geschützter, halbschattiger Platz ist für sie der richtige Standort. Im Winter kann man sie auch in die Wohnräume nehmen, soweit diese Zimmertemperaturen von 20° C nicht wesentlich überschreiten.

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Datura-Arten: Solanaceae Stechapfel, Engelstrompete

Die Gattung Datura umfaßt mehrere, sehr verschiedene Arten von der Staude bis zum hohen Strauch und Baum. Entsprechend ist ihre Herkunft rund um den Erdball verteilt. Gemeinsam sind ihnen die großen, oft gezähnten und gebuchteten Blätter, die fünflappige, lange Blütenröhre, die in einer großen, trichterförmigen Blütenkrone endet. Die 5 Staubbeutel sind nicht länger als die Krone. Der Name Stechapfel bezieht sich auf die stachelige Frucht der einjährigen Pflanze Datura stramonium (Gemeiner Stechapfel). Für unsere Betrachtung ist die Sektion Brugmansia wichtiger. Sie umfaßt Bäume oder Sträucher mit hängenden Blüten und beerenartigen Früchten. Hierher gehört die aus Chile und Peru stammende Datura arborea, deren weiße, bis 25 cm langen Blüten in den Abendstunden einen feinen Duft ausströmen. Dasselbe gilt für die in Mexico beheimatete Datura suaveolens. Datura sanquinea dagegen ist geruchlos, ist jedoch leicht gelb mit rotem Schlund. Sie ist ein Spätherbst und Winterblüher. Heute wird ein breites Sortiment von Datura in allen Farben, insbesondere weiß, gelb und orange, aber auch in zarten Rot- und Blautönen angeboten. Sie bilden bei ausreichender Pflege von Juni bis Oktober eine Vielzahl der schöngeformten und vielfach duftenden Blüten, so daß der Name Engelstrompete durchaus gerechtfertigt ist.

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Sie braucht einen warmen, sonnigen Platz und einen nahrhaften Boden. Während der Sommermonate ist der Wasserbedarf sehr hoch, häufiges Düngen notwendig. Vor dem Einwintern ist sie stark zurückzuschneiden. Sie soll kühl, eher zu trocken als zu feucht stehen. Wird sie im Wintergarten bis Frühjahr weiterkultiviert, so muß sie dennoch im Frühjahr scharf zurückgeschnitten werden, da sie nur an einjährigen Trieben blüht. Alle Pflanzenteile der Datura sind leicht giftig. Dies ist beim Umgang mit den Pflanzen zu berücksichtigen. Datura finden wir in vielen Winzerhöfen entlang der „Deutschen Weinstraße“, dagegen weniger in öffentlichen Grünanlagen.

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Erythrina crista-galli Leguminosae Korallenbaum

In den wärmeren Zonen dieser Erde gibt es ca. 30 verschiedene Arten der Erythrina. Sie werden zum Teil richtige Bäume. Unsere Erythrina crista-galli stammt aus Brasilien. Sie hat besonders bizarre und auffallende, rot leuchtende Blüten, die der Pflanze in ihrer Heimat den Namen „Crista di Gallo“ = Hahnenkamm eintrug. Die Pflanzen können 100 Jahre alt werden. Aus dem dicken, holzigen Stamm entwickeln sich im Frühjahr neue, dornige Triebe. Auch in den Blattachseln bilden sich mehrere Zentimeter lange Dornen. An den Triebenden blühen von Juni bis Ende September die ca. 5 cm großen, feuerroten Blüten in langen, bis 50 cm großen Blütentrauben. Werden die welken Blütenstände entfernt, blüht die Pflanze üppiger. Der Korallenbaum ist einfach zu halten. Da er erst spät in Blüte kommt wird empfohlen, ihn im zeitigen Frühjahr vorzutreiben. In den Sommermonaten braucht er viel Wasser. Nach Ende der Blütezeit wirft er die Blätter ab und kann in einem dunklen und kühlen Raum überwintert werden. In dieser Zeit soll er möglichst trocken stehen. Zuvor sind seine Triebe kurz über dem Stamm abzuschneiden.

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Laurus nobilis Lauraceae Lorbeerbaum

Bei den alten Griechen stand der Lorbeer in hohem Ansehen. Er wurde „Daphne“ genannt und war dem Gott Apollo geweiht. An den apollinischen Heiligtümer wurde er deshalb als Götterbaum angepflanzt. Der Lorbeerstab verlieh dem Seher die Kraft das Verborgene zu sehen. Frühzeitig wurde der Loorbeerkranz zum Abzeichen der Sänger und Dichter. Die Griechen brachten den Lorbeer nach Italien. Bereits Theophrast

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Der Lorbeerbaum hat seit dem Alterum bis in unsere Zeit hinein eine hohe symbolische Bedeutung für den Menschen. Die ursprüngliche Heimat des Lorbeers in historischer Zeit liegt wohl in Kleinasien und auf dem Balkan. Heute finden wir Laurus nobilis im ganzen Mittelmeergebiet. Hier bildet er zuweilen kleinere Wälder, denen Bäume und Sträucher der Mittelmeerflora beigemischt sind. Die dunkelgrünen Wälder wirken ernst und feierlich. Die Bäume erreichen dort 10-20 cm Stammdurchmesser bei einer Baum- bzw. Strauchhöhe von 10 m. Die immergrünen Blätter sind dunkelgrün, lederig, ca. 10 cm groß und laufen beidseitig spitz zu. Am Rande sind sie gewellt. Voll aufgeblüht erhalten die grün-weißlichen kleinen Blütendolden einen gelben Schimmer. Die Beeren sind zuerst grün, später tiefschwarz. Sie sind eiförmig, ca. 2 cm lang und sitzen unmittelbar am unverdickten Stiel. Den Lorbeerbaum finden wir auch verwildert und bewußt kultiviert häufig am Südfuß der Alpen, so im Etschtal bis Meran und im Tessin..


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In Mitteleuropa ist er als Kübelpflanze seit alter Zeit beliebt und von großer, symbolischer Aussagekraft. Die immergrüne, dichtlaubige und wohlriechende Pflanze wird meist in streng geschnittener Form als Kegel, Pyramide oder Kugel bei vielen Feierlichkeiten aufgestellt. Sie erträgt kurzfristig -10° C. Über Winter sollte sie in einem hellen Raum von 0-10° C aufgestellt werden. Ihr Ballen darf nicht trocken werden, sonst muß mit Laubfall gerechnet werden. Es wird empfohlen, die Pflanze von Zeit zu Zeit mit einem scharfen Wasserstrahl abzuspritzen. So können Schädlinge zurückgehalten werden. Im Freien liebt der Lorbeerbaum einen halbschattigen Standort.

berichtet um 300 v.Chr. von den vielen Lorbeerbäumen in der latinischen Ebene. Von „Laurus“ leitet sich der Name „Loretto“ ab, den viele christliche Wallfahrtskirchen und Gnadenorte tragen. Schließlich finden seit alters her Frucht und Blätter in der Medizin Verwendung. Die Heilige Hildegard von Bingen nannte den Lorbeer „Laurus“. Nicht zuletzt ist das Lorbeerblatt ein köstliches Gewürz für viele Speisen.

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Nerium oleander Apocynaceae Oleander, Rosenlorbeer

Die Heimat des Oleander ist das Mittelmeergebiet. Er soll auch an den felsigen Abhängen des Gardasees bei Riva wild vorkommen. In seinem Verbreitungsgebiet begleitet er häufig Flußläufe und deren Schotterterrassen. Selbst in angrenzenden Macchien ist er zu finden. Die Blätter besitzen an der Blattunterseite eingebuchtete Spaltöffnungen und im Blattinnern ein aus zwei bis drei Zellschichten bestehendes Wassergewebe. Damit können sie auch auf Trockenstandorten durchhalten. So wird verständlich, daß auf dem Autobahnmittelstreifen zwischen Pisa und Florenz auf vielen Kilometern Oleander blüht.

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Der Oleander ist die bekannteste und beliebteste Kübelpflanze in unseren Breiten. Er erfreut uns mit seiner reichen Fülle von Blüten in allen Rottönen, Weiß und Gelb. Die Kübelpflanzen werden 2-3 m hoch. Im Freien erreichen sie in ihrer Heimat 5 m. Die ansehnlichen Blüten stehen in endständigen Rispen vereint. Es gibt einfach blühende, halbgefüllte und gefüllte Sorten. Zwar duften die Gefüllten mehr, aber beim Verblühen bleiben sie unansehnlich an den Zweigen hängen. Die immergrünen Blätter sind meist quirlständig angeordnet, schmal-lanzettlich und spitz zulaufend. Sie haben einen ausgeprägten Mittelnerv und verschmälern sich dem Stiel zu. In nassen, kühlen Sommern blüht der Oleander spärlich. Er braucht Wärme und volle Sonne. Seine Blütezeit ist von Juli bis Oktober. Im Hochsommer braucht er sehr viel Wasser und wöchentlich Volldünger. Im Frühjahr nach der Winterruhe werfen die Oleander mehrjährige Blätter ab. Dünne Triebe sollten herausgeschnitten, hohe eingekürzt werden. Blattwurf im Sommer zeigt akuten Wassermangel an. Oleander hat in allen Pflanzenteilen giftige Glykoside. Dies ist bei Pflegemaßnahmen zu berücksichtigen. Sie können Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen verursachen.


Passiflora caerulea Passifloraceae Passionsblume

Unter den ca. 400 Arten der Familie Passifloraceae ist die sprossrankende P. caerulea für uns die wichtigste. Sie stammt aus Brasilien und Peru. Dieser schnellwachsende, ca. 3 m hoch kletternde Strauch besticht durch sein schönes, 3 bis 5-lappiges Blatt, die schönen 8-10 cm großen weiß-blauen Blüten und die Hühnerei großen, orange-gelben Früchte. Die eßbaren Früchte der Passionsblume stammen allerdings von der verwandten Passiflora edulis. Sie werden wegen der Ähnlichkeit mit Granatäpfeln auch „Grenadilla“, in Brasilien „Maracuja“ genannt. Die sehr eigenwillig geformte Blüte hat schon seit alter Zeit die Fantasie der Menschen angeregt. So wollte man in der Blume die Marterwerkzeuge Christi oder auch den Strahlenkranz erkennen. Die Passionsblume ist bei uns nicht winterhart. Deshalb wird sie nach dem ersten Frost und dem darauf folgenden Laubfall scharf zurückgeschnitten und in das Kalthaus gebracht. Anfang Mai wird sie im Kübel, bei warmer Witterung schon vorher, ins Freie gestellt oder ausgepflanzt. Sie braucht einen locker humosen, nährstoffreichen Boden und muß während der Wachstumszeit häufig gegossen und mehrfach gedüngt werden. Als Kletterpflanze muß man ihr ein Rankgerüst anbieten. In kurzer Zeit überwächst sie mehrere Quadratmeter Wandfläche. Ab Ende Juni bis Oktober erscheinen Hunderte der interessanten Blüten. Voraussetzung ist allerdings ein vollsonniger, geschützter Standort.

Der Name der Passionsblume kommt von lateinisch passio = leiden und flos = Blume, Blüte. Der 1653 in Siena gestorbene Jesuitenpater J.B. Ferrari beschrieb in seinem Werk „De florum cultura“ 1633 die Blüte und verglich sie mit den Marterwerkzeugen Christi. Demnach sind - die drei Narben die Nägel - der Fadenkranz die Dornenkrone - der gestielte Fruchtknoten der Kelch - die fünf Staub beutel die fünf Wundmale, - die dreilappigen Laubblätter die Lanze - die Ranken die Geisel - und die weiße Farbe die Unschuld Christi

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Plumbago auriculata (= P. carpensis) Plumbaginaceae Bleiwurz

Bleiwurz ist eine der bekanntesten und beliebtesten Kübelpflanzen, die wir in öffentlichen Anlagen, Gärten und Innenhöfen finden. Auf dem „Mediterranen Hügel“ des Stadtparks in Deidesheim wird sie im Frühjahr ausgepflanzt. Auf dem Stadtplatz zwischen Rathaus, Kirche und Deidesheimer Hof können wir sie als Kübelpflanze bewundern. Dort trägt sie nicht unwesentlich zur heiteren Atmosphäre des Platzes bei.

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Die Bleiwurz ist ein reichblühender, krautiger Strauch, dessen hellblaue Blüten schon von weitem die Aufmerksamkeit an sich ziehen. Sie blühen in flachen, endständigen Ähren, die mit Widerhaken versehen sind. Diese halten die verblühte Einzelblüten fest. Die Blütezeit geht von Juli bis Oktober. Als Strauch wird er 150 cm hoch. Oft wird er auch als Stämmchen mit lockerer Krone oder Ampel gezogen. Die Pflanze hat einen sparrigen Wuchs. Durch Entspitzen erzielt man dichtere Pflanzen, allerdings auf Kosten einer verzögerten Blüte. Die Heimat der Plumbago auriculata ist Südafrika. Bei uns muß sie im Kalthaus überwintert werden. Dabei werden im Spätherbst die Triebe um ein Drittel eingekürzt. Ihre Ruhezeit kann sie auch in Kellerräumen bei mäßiger Belichtung und Temperaturen von 5-15° C verbringen. Sie muß dann trocken gehalten werden. Es empfiehlt sich die Pflanzen ab März im Zimmer vorzutreiben. In den Sommermonaten braucht sie viel Wasser und einen geschützten, sonnigen bis halbschattigen Standort.


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Punica granatum Punicaceae Granatbaum, Granatapfelbaum

Als Nahrungs-, Genuß- und Arzneipflanze ist der Granatapfelbaum, seine Blüten und Früchte seit dem frühen Altertum eine hochangesehene Kultpflanze von großer Symbolkraft, so in den syrischphönikischen Gottesdiensten. Den Ägyptern waren sie schon um 2500 v.Chr. bekannt. Wir finden sie als Totenbeigaben in Grabkammern der verschiedensten Epochen. Die älteste Darstellung des Granatapfels stammt aus der Zeit um 1370 v.Chr. Aus altägyptischen Texten weiß man, daß schon damals aus dem säuerlichen Fruchtfleisch des Granatapfels ein köstliches, durstlöschendes Getränk hergestellt wurde. Auch am salomonischen Tempel finden wir den

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Der Granatapfelbaum ist neben dem Ölbaum eines der ältesten Kulturgewächse der Menschheit. Seit dem Altertum bis in unsere Zeit ist der Granatapfel Vorbild für eine unermeßliche Fülle künstlerischer Gestaltungen in allen erdenklichen Materialien. Seine ursprüngliche Heimat ist wahrscheinlich Vorderasien. Heute ist er im gesamten Mittelmeerraum eingebürgert. Seine Nordgrenze liegt am Gardasee, dem Tessin und Wallis, wo wir ihn vereinzelt auf trockenen, felsigen Hängen oder über Mauern finden. In Mitteleuropa ist seine Kultur als Kübelpflanze seit Jahrhunderten bekannt. Heute gibt es eine Vielzahl von Sorten mit roten, rosa und weißen, ja sogar gelben Blüten. Sie können einfach, gefüllt oder halbgefüllt sowie zweifarbig sein. Der Granatbaum wird ein sparriger, ca. 2-3 m hoher Strauch oder bis 5 m hoher Baum. Er hat kahle, vierkantige, zuweilen bedornte Zweige. Die sommergrünen Blätter sind gegenständig, an den Zweigenden büschelig angeordnet. Sie sind verhältnismäßig klein, oval-lanzettlich und steif. Ihre Farbe ist hellgrün mit einem ausgeprägten Mittelnerv. Die trichterförmigen, granatrot leuchtenden Blüten sitzen zu 1 bis 3 am Ende der Triebspitzen oder seitlich in den Blattachseln. Gegenüber dem Altertum haben die Früchte heute etwas von ihrer einst großen Bedeutung verloren. Sie wurden durch die Orange abgelöst. Die bei uns in Pflanzkübeln wachsenden Zuchtsorten haben meist keine oder nur vereinzelt Früchte. Die Importfrüchte aus dem Mittelmeerraum werden halbreif geerntet und reifen in besonderen Kühlhäusern nach. Hierfür brauchen sie bis zu 6 Monate.


3 stilisierten Granatapfel als Motiv. In griechischer Zeit war der Granatbaum Symbol der Frucht-barkeit und des Überflusses. Schon früh gelangte der Baum zu den Römern. Sie nannten die Frucht „Punischer Apfel“ (malum punicum) oder Granatapfel (malum granatum). Der Granatbaum war Sinnbild der Einigkeit, Demokratie und Freundschaft. Die Araber brachten schließlich den Baum nach Spanien. Die im 10. Jahrh. n.Chr. gegründete Stadt Granada erhielt nach ihm ihren Namen. Kaiser Heinrich IV. wählte den Granatapfel als „acre dulce“ zu seinem königlichen Wappen. Im Mittelalter war der Granatapfel das Symbol der Jungfrau Maria, die die köstlichste Frucht gebar.

Der Granatbaum blüht bei uns von Juni bis Oktober. Er braucht einen sonnigen, warmen Standort und lehmighumosen Boden. Die Ansprüche an wässern und düngen sind im Vergleich zu den meisten Kübelpflanzen gering. Vor dem Einwintern sollte er etwas zurückgeschnitten und die starken Triebe eingekürzt werden. Schwache Triebe bilden keine Blüten und werden entfernt. In der Vegetationsruhe soll er kühl und trocken stehen. Er braucht wenig Licht.

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Tibouchina urvilleana Melastamataceae Tibouchine

Die Tibouchine stammt aus Brasilien und vermittelt uns mit ihren auffallenden violett-purpurnen Blüten und samtig behaarten dunkelgrünen Blättern einen Hauch tropischer Üppigkeit. Wenn Sie ab August in voller Blüte steht, so lenkt sie sicher alle Blicke auf sich. Der an sich sparrig wachsende Strauch muß durch rechtzeitiges Stutzen gezwungen werden, möglichst viele Triebe zu bilden. Dies ist vor allem in der Jugend möglich. Die Blüten sitzen an den Triebenden. Um die Blütezeit zu verlängern, sollte man die Pflanze im Herbst in einem kühlen Raum weiterkultivieren. Die Pflanze liebt einen humosen, eher sauren Boden und einen geschützten Platz im Halbschatten. Die Überwinterung soll in hellen Räumen bis 15° C erfolgen.

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Trachycarpus fortunei (= Chamaerops excelsa, C.fortunei) Palmae Hanfpalme

Die Trachycarpus ist von allen Palmenarten die für Kübel am besten geeignete. Sie ist leicht in der Pflege, braucht wenig Wasser und kaum Dünger und erträgt noch Frost bis -15° C. Ihr Blatt besteht aus vielen, schmalen, steifen und spitz zulaufenden Blattsegmenten, die von einem langen, gezähnten Stiel getragen werden. Am Stamm bleiben die trockenen, alten Blätter direkt unter dem grünen Schopf noch lange hängen. Sie sollten aus ästhetischen Gründen abgeschnitten werden. Der Stamm selbst kann mehrere Meter hoch werden. Er ist mit einem dichten Fasernetz umgeben. Die Pflanze blüht mit einer leicht überhängenden, gelben Rispe, an der sich später blauschwarze Früchte bilden.

Die Hanfpflanze stammt aus Ostasien, dort vor allem aus Burma, Mittel- und Ostchina sowie Südjapan. Ihre Erscheinung strahlt etwas exotisches aus und betont das südliche Flair der „Deutschen Weinstraße“. Dort finden wir die Pflanze häufig in öffentlichen Anlagen, in Gutsgärten und Innenhöfen.

Die Hanfpalme erträgt keine direkte intensive Sonneneinstrahlung. Sie steht im Freien am besten an einem halbschattigen Platz. Im Wohnzimmer kann sie noch in einem dunklen Raum stehen.

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Rebsortiment am Stadtgarten Deidesheim Dr. Fritz Schumann, Dozent an der Staatlichen Lehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau, Neustadt an der Weinstraße

In Verbindung mit dem Museum für Weinkultur, der Weinstadt Deidesheim und der Staatlichen Lehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau Neustadt/Weinstraße wurde im Stadtgarten ein Sortiment mit weltweit bekannten Rebsorten und Wildarten gepflanzt. Es soll den Gästen und Weinfreunden zur Anschauung dienen und im Herbst auch die Verkostung der Trauben ermöglichen. Beachtenswert ist neben dem sehr unterschiedlichen Aussehen der verschiedenen Rebsorten und dem differierenden Traubengeschmack auch die in Abhängigkeit von der Herkunft erheblich streuende Reifezeit. Tragen Blätter und Beeren einen grauen, staubigen Überzug, dann sind sie vom aus Amerika stammenden Echten Mehltau - Oidium befallen. Unbefallene Reben sind gegen den Pilz resistent.

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I. Europa - Deutschland 1. Weißer Riesling

Die bekannteste deutsche Rebsorte, vermutlich von einheimischen Wildreben am Rhein abstammend, ist seit dem 15. Jh. bekannt. Aufrechter Wuchs, Neigung zur Verrieselung, späte Reife und geringe Winterfrostempfindlichkeit sind für sie im Weinberg kennzeichnend. Der Wein wird bestimmt von einer ausdrucksvollen fruchtigen Säure, die ihm auch bei Vollreife Eleganz verleiht.

2. Grüner Silvaner

Im 17. oder 18. Jh. eingeführte alte Rebsorte, deren mundartliche Benennung durch die Winzer Rückschlüsse auf Religion und frühere Herrschaft erlaubt: „Österreicher“ = evangelisch = Leininger oder Kurpfälzer Herrschaft; „Franken“ = katholisch = Fürstbischöflich Speyerische Herrschaft. In Ungstein wird er „Österreicher“ genannt, da das Dorf zur Leininger Herrschaft gehörte, in Deidesheim mit ehemals speyerischer Herrschaft „Franken“. Mittlere Reifezeit, Ertragssicherheit und neutraler Wein ließen die Sorte bis in die 60er Jahre zur wichtigsten pfälzischen Sorte werden. Inzwischen ist der Anbau aber zu Gunsten von Riesling, Müller-Thurgau und Kerner zurückgegangen. Die Weine des Silvaners sind ausgeglichen harmonisch, trocken, auch saftig oder bei großer Reife schwer und wuchtig.

3. Müller-Thurgau, Rivaner

1882 von Professor Helmut Müller aus Thurgau/Schweiz in Geisenheim gekreuzte, nach der Anbaufläche, wichtigste deutsche Rebsorte. Die vom Züchter angegebenen Eltern Riesling x Silvaner sind unwahrscheinlich. Nach 1996 in Klosterneuburg vorgenommenen Genanalysen ist Gutedel der Vater. Ertragssicherheit, frühe Reife und niedrige Säuregehalte sind die Vorteile, die verbunden mit einem an einen Sommerblumenstrauß erinnernden Duft der Weine den Erfolg der Sorte erklären.

4. Blauer Portugieser

Um 1770 von der Iberischen Halbinsel nach Bad Vöslau in Österreich und von dort um 1840 von Johann Philipp Bronner (1792-1864) nach Deutschland gebracht, verbreitete sich die „Portugiesische“ aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit, Ertragssicherheit, frühen Reife und niedrigen Säure sehr rasch. Die rubinroten, milden, zart duftenden Weine bringen jung als „primeur“, aber auch nach längerer Lagerung viel Freude.

5. Blauer Spätburgunder

National und international als Pinot Noir berühmte alte Rebsorte, die 884 von Karl III., dem Dicken, von Burgund an den Bodensee gebracht wurde. Hohe Reifegrade verbunden mit ausdrucksvoller Säure, ein manchmal an Waldbeeren erinnernder Geschmack, abgerundet durch den an Holz erinnernden Burgundercharakter sind die Ursachen des Ruhmes der lange lagerfähigen Weine.

6. Blauer Trollinger

Als Frankenthal oder Fleischtraube weit verbreitete Tafeltraube. Als Weintraube wird er noch in Württemberg und in Südtirol (als Vernatsch) angepflanzt. In der Pfalz wurde er Malvasier (Hambach, Gimmeldingen) oder Hammelshoden (Deidesheim) bezeichnet und von den Landesherren wegen unzureichender Qualität vom Anbau ausgeschlossen. 129


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7. Blauer Limberger, Lemberger, Blaufränkisch

Mit dem Blauen Portugieser um 1840 von Johann Philipp Bronner (1792-1864) aus Österreich eingeführte Rebsorte mit besonderer Anbaubedeutung in Württemberg. Sie bringt in der Jugend feinfruchtige, säurebetonte bis im Alter markante Rotweine.

8. Gewürztraminer, Roter Traminer

Schon im 16. Jh. wegen des an Rosen erinnernden Buketts und der großen Reife der Trauben viel gerühmte Rebsorte. Verrieselungsneigung, niedrige Erträge machen die edlen, würzigen Weine zur seltenen Spezialität vor deren Genuß schon 1593 Albertinus die Damen gewarnt hat.

9. Weißer Gutedel

Wie der Elbling war auch der Gutedel früher in Mischung mit anderen Rebsorten besonders in Gebieten mit vom Klima her hohen Säuregehalten weit verbreitet. Nach Bronner begann 1833 südlich von Edenkoben in der Pfalz das GutedelLand. Als Weintraube wird er nur noch in der Ortenau angebaut; als Tafeltraube ist er aber noch weit verbreitet.

10. Weißer Elbling

Früher fast überall in Deutschland in Mischung mit anderen Sorten angebaute alte Rebsorte, die heute in Deutschland fast nur noch an der Obermosel angebaut wird. Ertragssicherheit, starker Wuchs machen sie für den Winzer interessant. Die Weine sind auch bei weniger großen Reife beliebt für die Sektbereitung.

II. Exotische Rebsorten 11. Butschera, Putzscheere

Sehr spät reifende, früher im Gemischten Satz gepflanzte, wegen schlechter Qualität verrufene alte Massensorte aus südlichen Weinbaugebieten.

12. Polux. Gf B 6-18

Gegen Pilzkrankheiten resistente Rebsorte mit guter Frostfestigkeit. Da die Weine in manchen Jahren Geschmackseigenschaften der Vitis Riparia aus Nordamerika zeigen, wird sie nicht weiter angebaut.

13. Dahomeen

„Orientalische Rebsorte aus dem Sortiment von Georg Scheu Alzey. Sie ist über die Rebsortimente der SLFA Neustadt in Rhodt und Neustadt erhalten geblieben.“

14. Eicheltraube

Sehr spät reifende weiße Tafeltraube südlicher Herkunft mit großen, lockeren Trauben mit dicken, ovalen Beeren.

15. Mädchentraube, Leanyka Szölö

Starkwachsende, gelbtraubige Keltertraube aus Siebenbürgen/Rumänien

16. Polux, Gf B 6-18

Gegen Pilzkrankheiten resistante Rebsorte mit guter Frostfestigkeit. Da die Weine in manchen Jahren Geschmackseigenschaften der Vitis Riparia zeigen, wird sie nicht weiter angebaut.

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III. Weltbekannte Rebsorten 16. Chardonnay

Weiße Keltersorte aus der Burgundergruppe, die von Frankreich (Chablis, Burgund) ausgehend im ganzen Weltweinbau angepflanzt wird.

17. Cabernet Franc

Brudersorte des Cabernet Sauvignon mit weniger ausgeprägtem Aroma und Tannin.

18. Cabernet Sauvignon

Weltweit verbreitete, aus Frankreich stammende, rote Qualitätsweinsorte für heiße Klimagebiete. Zur Minderung des starken Aromas und des Tannins häufig mit Merlot oder Cabernet Franc verschnitten bildet er die Basis bekannter Rotweine mit Barriqueausbau.

19. Feteaska, Mädchentraube

Starkwachsende, gelbtraubige Keltertraube aus Siebenbürgen/Rumänien.

20. Chaptal

Weiße Tafeltrauben mit großen Beeren und mittlerer Reifezeit. Nach dem französischen Minister und Weinbaufachmann Jean Antonine Chaptal (1756-1832) benannt.

21. Gammay Noir

Rebsorte für jung zu trinkende, fruchtige Rotweine in Frankreich (Beaujolais).

22. Grenache

Aus südlichen Weinbaugebieten Europas (SpanienGarnacha Tinta) stammende, heute in heißen Weinbaugebieten verbreitete Rotweinsorte.

23. Gelber Muskateller

Gelbtraubige Form des Muskateller, der aus dem „östlichen Mittelmeer“ stammen soll. Wird für bekannte Bukettweine, aber auch als Tafeltraube gerne gepflanzt.

24. Nebbiolo

Sehr spät reifende, besonders in Italien verbreitete rote Keltertraube.

25. Ruländer, Grauer Burgunder

Der „graue Burgunder“ wurde 1711 in einem aufgelassenen Garten im 1689 zerstörten Speyer vom Kaufmann Johann Seger Ruland (1683-1745) entdeckt und mit dessen Namen belehnt. Große Reife und Fülle brachten der Sorte aus der Burgunder-Familie mit grauen Trauben großen Ruhm und erklären bei Beerenund Trockenbeerenqualitäten die im Elsaß übliche Bezeichnung „Tokayer“.

26. Sangiovese

Starkwüchsige, besonders in Italien verbreitete blaue Rebsorte. Grundlage des Chianti.

27. Sauvignon Blanc, Gris, Muskatsilvaner

Aus Frankreich stammende, weltweit verbreitete Weißweinsorte.

28. Semillon Blanc

Aus Frankreich stammende, weltweit in heißen Klimagebieten verbreitete Weißweinsorte. Basis der edelsüßen Sauternes.

29. Vernatsch, Blauer Trollinger

Bezeichnung für den Blauen Trollinger in Südtirol.

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4 I. Europa - Deutschland

Weißer Riesling

Grüner Silvaner

Müller-Thurgau, Rivaner

Blauer Portugieser

Blauer Spätburgunder

Blauer Limberger, Lemberger, Blaufränkisch

Gewürztraminer, Roter Traminer

Weißer Gutedel

II. Exotische Rebsorten

Weißer Elbling

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Butschera, Putzscheere

Dahomeen

Polux, Gf B 6-18


4 III. Weltbekannte Rebsorten

Chardonnay

Cabernet Franc

Cabernet Sauvignon

Chaptal

Gammay Noir

Grenache

Nebbiolo

Rul채nder, Grauer Burgunder

Mehr Informationen 체ber Wein und Weinkultur

Sangiovese

Semillon Blanc

Museum f체r Weinkultur Marktplatz 8 67146 Deidesheim Telefon 06326/6140 oder 977-114 www.deidesheim.de

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V. Rebenarten

A. Kulturrebe Vitis Vinifera Linne var. sativa De Candolle. Sorte Blauer Gänsfüßer Nach Blatt und Traube eingeführte alte Rebsorte

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B. Wildrebe/Europa Vitis Vinifera Linne var. silvestris Gmelin. In den Auwäldern am Rhein noch heute vorkommende Wildrebe.

C. Wildrebe/Europa Vitis Vinifera Linne, kleinbeerige Trauben

D. Wildrebe/Ostasien Vitis Coignetiae Pulliat 1889 aus Japan eingeführte Kletterrebe mit sehr großen Blättern. Trauben nicht verwertbar. Interessante Schlingpflanze mit schöner Herbstfärbung.


Der Autor

Literatur-Nachweis „Handbuch der Laubgehölze“ Gerd Krüssmann Verlag Paul Parey 1978 2 Bände „ Handbuch der Nadelgehölze“, Gerd Krüssmann, Verlag Paul Parey 1972 1 Band „Illustrierte Flora von Mitteleuropa“ Gustav Hegi J. F. Lehmann-Verlag München, 1906, 7 Bände (Dr. Hegi war Privatdozent an der Universität München und Custos am Botanischen Garten) „Baumführer“ Heiko Himmler, Norbert Best, Ingrid Dorner 1993 Herausgeber Kreisgruppe Neustadt der Pollichia „Handbuch der Marktgärtnerei“, Alexander Steffen 1951 vierte Auflage Verlag Paul Perey in Berlin und Hamburg „Parks und Gärten im Rhein-Neckar-Dreieck“ Wawrik/Weißer K. F. Schimper-Verlag Schwetzingen, 1996 „Zander, Handwörterbuch der Pflanzennamen“ Encke, Buchheim, Seybold Verlag Ulmer, Stuttgart 15. Auflage 1994

Dipl. Ing. Paul Weißer, geboren 1930, heute wohnhaft in Bad Dürkheim, ist mit Gärten und Pflanzen von Jugend an vertraut. Nach dem Abitur in Freudenstadt machte er eine Gärtnerlehre in Bonn und studierte bei Prof. WiepkingJürgensmann Landespflege an der Technischen Universität Hannover. Nach acht Jahren freischaffender Tätigkeit als Landschaftsarchitekt im süddeutschen Raum mit Schwerpunkt Objektplanung, ergänzt durch Landschaftspläne und der Erfassung und Planung großräumiger Erholungslandschaften (Naturpark Schönbuch und Nordschwarzwald) wurde ihm die Leitung des Gartenwesens der BASF mit vielgestaltigen Aufgaben und Tätigkeiten im In- und Ausland übertragen (1967-1991). In diesem Zeitraum engagierte er sich in vielen Verbänden und Institutionen, so u.a. in der „Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landeskultur e.V.“ und dem „Arbeitskreis Deutsche Weinstraße“ an vorderer Stelle. Von 1986-94 war er Dozent an der Universität Kaiserslautern, Fachbereich Architektur/Raum und Umweltplanung/Bauingenieurwesen. Zahlreiche Fachvorträge und Veröffentlichungen zeugen von seinem Einsatz für Garten und Landschaft. Als jüngstes Produkt ist das Buch „Parks und Gärten im Rhein-Neckar-Raum“ zu nennen, das 1996 im Schimper-Verlag Schwetzingen erschien. Die Autoren Wawrik und Weißer beschrieben in ihm über 170 Park- und Gartenanlagen in Nordbaden, der Pfalz und Südhessen, eine wertvolle Ergänzung zum nun vorliegenden Buch. 135


ein paradies für seltene gewächse Botanischer Erlebnisführer: Deidesheim und Deutsche Weinstraße Das mediterrane Klima in Deidesheim und an der Deutschen Weinstraße hat in dieser Urlaubsregion einen außergewöhnlichen Reichtum an Park- und Gartenanlagen mit einer geradezu paradiesischen Fülle bemerkenswerter Pflanzen in Jahrhunderten entstehen lassen. Die mittlere Jahrestemperatur von 11 Grad Celsius und mehr als 1800 Stunden Sonnenschein im Jahr stellen außerdem optimale Rahmenbedingungen für beste Weinqualitäten dar. Der Botanische Erlebnisführer enthält eine Beschreibung von über 100 Pflanzenarten, die sich durch ihre Gestalt, Blüte und/oder Frucht besonders auszeichnen, sowie Hinweise auf Standortansprüche, ursprüngliche Heimat, Geschichte und Mythologie. Die fachlichen Aussagen gelten auch für vergleichbare Klimazonen Deutschlands. Ergänzt ist eine Kurzbeschreibung von circa 30 Rebsorten und 2 Wildformen sowie Ausflugstips zu Parkanlagen an der Deutschen Weinstraße.

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Botanischer Erlebnisfuehrer