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bewusst in die Pfalz verliebt Das Journal der Deutschen Weinstraße Mittelhaardt

— Farbrausch Pfälzer Mandelwochen

— Liebe ist … Liebeserklärungen an die Pfalz

— Veranstaltungen Winter / Frühling 2017 / 2018


Inhalt

Ausgabe 02 Winter/Frühling 17/18 „bewusst in die Pfalz verliebt“

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— deutsche-weinstrasse.de/bewusst

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Irgendwann hat ihn jeder: seinen persönlichen Pfalz-Moment und dann hat es einen erwischt. „bewusst“ in die Pfalz verliebt.

09 Wenn in der Pfalz die rosa Blüte am Baum erblüht  Es ist das Naturspektakel im Frühjahr in der Pfalz und wird sehnsüchtig erwartet: die Mandelblüte.

10 Der Stoff für prickelnde Anlässe Champagner? Winzersekt aus der Pfalz! Hier entsteht Schaumwein auf höchstem Niveau.

12 Die Pfalz to-go

Urlaubsregion Deutsche Weinstraße – Mittelhaardt Telefon +49 (0)6321. 912 333 — deutsche-weinstrasse.de — facebook.com/deutscheweinstrasse — instagram.com/deutscheweinstrasse

Impressum

03 Liebeserklärungen an die Pfalz

Kontakt

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Konzeption und Gestaltung KGP Visuelle Kommunikation GmbH — kgp.de in Zusammenarbeit mit den Tourismus-Informationen der Deutschen Weinstraße – Mittelhaardt und dem VielPfalz Verlag. Redaktion/Texte Kathrin Ayaß, Michael Dostal (beide VielPfalz Verlags- und Dienstleistungs GmbH — vielpfalz.de) Fotos/Abbildungen

Vier Tipps um sich oder anderen ein Stück Pfalz zu schenken.

Titel: Kurt Groß, gliglag.de, ergänzt durch Bilder von:

13 Veranstaltungstipps

September 2017. Änderungen vorbehalten.

Von Weihnachtsmärkten bis Weinmessen: Top Events im Winter/Frühling entlang der Deutschen Weinstraße/Mittelhaardt.

Frederic Groß, Silke Herrgen, Schloss Wachenheim AG, Reichsrat von Buhl, Binas Pfalzliebe, Henner Rosenkranz Druck und Verarbeitung PVA Druck Landau — pva.de Druckauflage 40.000 Expl.


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Home is where your Haardt is: Die Pfalz zieht viele in ihren Bann. Viele kommen als Touristen und gehen als Freunde.

Liebeserklärungen an die Pfalz

— Text: Kathrin Ayaß, Fotos: Kurt Groß, Frederic Groß

Liebe – das ist ein großes Wort. Das ist Passion, Lebensfreude, Lachen, Bauchkribbeln, ein unbeschreibliches Gefühl und oft eine Geschichte fürs Leben. Sieben Menschen erzählen, wie sie in der Pfalz die Liebe gefunden haben. Zur Kultur, zur Eisenbahn, zum Wein, zur Landschaft, zum Brauchtum, zu einer Stadt, zum Sport und natürlich die Liebe zu einem besonderen Menschen.

Pierre Amblard liebt die Pfalz, Wachenheim und besonders seine Frau Christiane. Ohne die hätte der Franzose hier nicht seine Heimat gefunden. „Fängt eine gute Geschichte nicht immer mit einer Frau an?“, fragt Pierre Amblard lachend. In die Pfalz kam Amblard während seines Wehrdienstes 1976. „Damals waren hier noch 40.000 französische Soldaten stationiert“, erklärt er. An einem freien Abend ging die Kompanie in die Grafenstube nach St. Martin. Zu essen gab es Wildschweinbraten mit Rotkraut und Herzoginnenkartoffeln. Das erste Pfälzer Wort, das der Franzose lernte, war „Schorle“. An diesem Abend galt seine Aufmerksamkeit aber nicht nur dem guten Essen und Wein. Die Tochter des Wirts hatte es ihm angetan – umgekehrt genauso. Etwas Festes wurde daraus nicht, denn sie war erst sechzehneinhalb Jahre alt. Pierre Amblard kehrte in die Nähe von Lyon zurück. Die Pfälzerin Christiane konnte ihren Franzosen nicht vergessen, „was ich gut verstehen kann“, fügt Amblard mit einem verschmitzten Lächeln hinzu. Als sie mit 18 Jahren Urlaub in Südfrankreich machte, ging sie auf die Post und erklärte dem Beamten

Gästeführer in Wachenheim Pierre Amblard


04 Von Geburt aus Franzose, aber Pfälzer aus Leidenschaft. Pierre Amblard engagiert sich stark für seine Wahlheimat Wachenheim.

dort mit Händen, Füßen, kaum Französisch und ein paar englischen Brocken, dass sie ihren Pierre in der Nähe von Lyon finden musste. Der Postler suchte diesen Herren und wurde tatsächlich fündig. Die beiden sahen sich wieder und fanden, dass sie ganz gut zusammen- Mit Allongeperücke: Pierre Amblard führt als Herzog Louis de Rouvroy Gäste durch passten. Das ist 40 Jahre her. Wachenheim Pierre Amblard folgte seiner Liebe in die Pfalz, fand Arbeit bei der BASF und gemeinsam verbrachten sie 21 Jahre im Außendienst in Afrika und Asien. Vor fünf Jahren kehrten sie zurück, um hier für den Ruhestand Fuß zu fassen. „Es sollte eine Stadt sein, kein Lieblingsplätze Dorf und noch einiges mehr bieten. Burg, Wald, Wein: Unsere erste Café Schellack Wahl war Wachenheim“, erklärt Amblard, der dem Deutsch-PfälziPierre Amblards Lieblingsplatz ist das Café Schelschen eine herrlich französisch-blumige Note verleiht. lack im Zentrum Wachenheims. Das sei der Ort, an Auch die gute Laune, die von der Stadt ausgeht, gefällt. „Wenn dem sich die Wachenheimer treffen, „das ist wie ein zweites Wohnzimmer“, sagt der Gästeführer, du hier nur ein Brot kaufen gehst, kommst du erst nach einer StunWahl-Pfälzer und Grauburgunder-Trinker. Er liebe de zurück. Man trifft immer jemanden und tauscht sich aus. Wadie Stimmung und das Dekor in dem gemütlichen chenheim bietet höchste Lebensqualität“, sagt der 63-Jährige aus Café, das hausgemachte Kuchen, erlesene Weine und kleine Gerichte anbietet. Überzeugung. Amblard engagiert sich im deutsch-französischen — deutsche-weinstrasse.de/bewusst Freundeskreis und in der Stadtmauer Initiative Wachenheims mischt er mit. Für das Stadtjubiläum hat Amblard 2016 einen historischen Garten entworfen und umgesetzt. Wo einst eine Rebfläche mitten in der Stadt am Stadtgraben brach lag, blüht, gedeiht und summt es heute. „Im Vergleich zu dem, was ich als Vision für den Garten hatte, ist es noch ein Embryo“, sagt der Hobby-Gärtner, der sich wünscht, dass noch mehr Leute mit anpacken. Besucher Wachenheims können den gebürtigen Franzosen und Pfälzer aus Leidenschaft bei einer Stadtführung erleben. Als zertifizierter Gästeführer erzählt er in seiner Kostümrolle des Herzogs Louis de Rouvroy – inklusive Allongeperücke und Kniehosen – aus der Zeit des Pfälzischen Erbfolgekrieges, von Lieselotte aus der Pfalz und von der heutigen deutsch-französischen (Liebes-)Beziehung.

An Bahnhöfen herrscht immer eine besondere Atmosphäre. Morgens mischen sich Schüler im besten Kicher-Alter unter kaffeebecherhaltende Arbeitspendler. Rüstige Rentner-Wandergruppen versammeln sich für die Hüttentour, dazwischen sieht man ein paar gechillte Weltenbummler. Reinhard Winkler sitzt morgens beim Frühstück gerne auf seinem Gartenstuhl gegenüber des Neustadter Bahnhofs und beobachtet das Treiben. Umgeben ist er von historischen Eisenbahnwagons.

Zugführer Kuckucksbähnel Reinhard Winkler


05 „Welch ein Kleinod in der Großstadt“, schwärmt Winkler. Er könne stundenlang an den Gleisen sitzen, viele Lokführer kennen ihn inzwischen und winken freundlich zu. Stunden werden es dann doch nicht, denn Reinhard Winkler hat viel zu tun. Seit etwa 25 Jahren engagiert er sich ehrenamtlich für das Neustadter Eisenbahnmuseum und den Museumszug Kuckucksbähnel. Das Museum ist direkt neben dem Hauptbahnhof in einem der ältesten Lokschuppen Europas untergebracht. Sowohl am Gebäude als auch an den historischen Lokomotiven und Wagen aus der Länder-, Reichs- und Bundesbahnzeit wird immer geschraubt, gewartet, restauriert und konserviert. „Ich liebe es, zu konservieren und so den momentanen Charakter zu erhalten“, erklärt Winkler, während er auf „Die Pfalz“ mit so viel Bewunderung schaut, als würde er die pfälzische Schnellzugdampflok aus Eisenbahnmuseum Neustadt: Reinhard Winkler im dem Jahr 1853 zum ersten Mal sehen. historischen Schnelltriebwagen, der Mutter des ICEs. Die Liebe zur Bahn hat den pensionierten Kaufmann und Ladenbauer in die Pfalz gebracht. „Bei der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG) bin ich seit 48 Jahren aktiv.“ Zunächst half der gebürtige Westfale im Eisenbahnmuseum in Tipp Bochum mit, dann zog er in den Taunus und heiratete seine Frau. Neustadt Wstr. / Lambrecht / Pfälzerwald „Ohne Eisenbahn war aber nichts“, fügt Winkler hinzu. Er fand — heraus, dass das nächste Eisenbahnmuseum, jenes in Neustadt an der Weinstraße, „nur“ 150 Kilometer weit weg ist und fing zunächst Das Kuckucksbähnel als Schaffner im Kuckucksbähnel an. Gereist wird in der Holzklasse bei etwa 20 bis 25 Heute ist Winkler ausgebildeter Zugführer und stellvertretender Stundenkilometern. Seit über 30 Jahren fährt die Museumsleiter. „Früher konnte ich es kaum glauben, dass Rentner Museumsbahn Kuckucksbähnel vom Neustadter Hauptbahnhof, über Lambrecht, durch das Elmsteikeine Zeit haben sollen“, sagt er lachend. Seit seiner Pensionierung ner Tal. Das Einzigarte an der historischen Bahn ist vor drei Jahren ist er fast jedes Wochenende in der Pfalz, oft mehdie Zusammensetzung: „Die Wagen der Holzklasse rere Tage am Stück. Wie viele ehrenamtliche Helfer wohnt er in stammen alle aus der baden-württembergischen Länderbahnzeit“, erklärt Reinhard Winkler, Zugfühdieser Zeit im Museum, in dem er jedes der Eisenbahnschätzchen rer im Kuckucksbähnel. Die Dampflok Speyerbach bis ins Detail beschreiben kann. zieht das Gespann jeden Sonntag von Mai bis Ende Momentan arbeitet das Museum an einem neuen AusstellungsOktober. Die hügelige und kurvige Strecke als solches ist schon ein Erlebnis. Richtig spannend konzept, bei dem es viele Aktivstationen geben soll. Ein Schmuckwird es, wenn man sich zwischen den Waggons an stück ist jetzt schon das in einem historischen Schnelltriebwagen, der frischen Luft zur Museumsschänke vorarbeitet. der Mutter der ICEs, untergebrachte Café. „Bei den historischen Wer die Fahrten mit Weinproben oder im Dezember mit Nikolaus buchen möchte, muss schnell Zugfahrten geht es mit den Besucherzahlen aufwärts. Das ist auch sein, sonst fährt der Zug mit anderen Gästen ab. das Ziel für das Museum“, erklärt der Eisenbahn-Liebhaber. — eisenbahnmuseum-neustadt.de An der Pfalz hat er nicht nur die regionale Eisenbahngeschichte lieben gelernt, sondern vor allem den Menschenschlag. „Die Pfalz ist schon etwas Besonderes.“ In Neustadt schätzt er das internationale Flair und die vielen schönen Begegnungen.

Michael Konietzny bezeichnen viele als positiv verrückt. Oder wie würden Sie jemanden nennen, der aus purer Leidenschaft und Freude mindestens die Hälfte seines Jahresurlaubs damit verbringt, auf einem Weingut zu arbeiten? Konietzny trägt an diesem Kerwe-Freitag in Deidesheim ein blaues Shirt mit einem Schärpe-ähnlichen weißen Streifen von der Schulter bis zur Hüfte. „Stephan meinte vorhin, dass dort eigentlich VIP bei von Winning stehen müsste“, erzählt der Sauerländer. Mit Stephan ist Stephan Attmann gemeint, seines Zeichens seit zehn Jahren Leiter des VDP-Weinguts von Winning in Deidesheim und seit fünf Jahren

Weinfreak Michael Konietzny


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Lieblingsplätze

VIP im Deidesheimer Weingut von Winning. Der Sauerländer hilft in seinem Urlaub bei allem was ansteht.

Eva im Paradiesgarten Wie Gott sie schuf steht Eva im Paradiesgarten. Die Figur aus Pfälzer Buntsandstein schaut nicht nur auf die berühmte Weinlage, sondern auch auf Deidesheim. Wanderer, Radfahrer oder Spaziergänger können dort an einer Tischgruppe ebenfalls den wunderbaren Blick hinunter in die Weinlandschaft genießen. „Eine Flasche Wein und Gläser im Gepäck und die Entspannung ist garantiert“, schwärmt Michael Konientzny, leidenschaftlicher Helfer beim Weingut von Winning in Deidesheim, von seinem Lieblingsplatz. — deidesheim.de

Turn-Trainer Alexander Pogoreltsev

Ein beliebter Picknickplatz bei Wanderern und Touristen: die Eva im Paradiesgarten

ein guter Freund von Michael Konietzny. Hier trifft Weinfreak auf Weinfreak. Pfalzliebhaber auf Pfalzliebhaber. Profi auf Amateur. „Als ich das Weingut 2012 bei einer Reise mit dem Master-Sommelier Hendrik Thoma kennenlernte, fing die Liebe zur Pfalz richtig an“, denkt Konietzny zurück. Seit etwa 25 Jahren hatte der 56-Jährige zuvor schon des Weines wegen Kontakt zur Pfalz. Dass die Pfälzer sehr offen sind, wusste er damals bereits. Aber wie großzügig sie in ihrer Art und wie gastfreundlich sie außerdem sein können, erfuhr er so richtig intensiv erst in Deidesheim. Mit dem Weingut von Winning sollte es was Ernstes werden. „Aus Freude zum Wein und Liebe zum Weingut komme ich jedes Jahr wieder und helfe in meinem Urlaub aus. Ich bin begeistert, für so ein gutes Weingut arbeiten zu dürfen“, betont Michael Konietzny, der in seinem „echten“ Arbeitsleben Haustechniker bei einer Bank ist. Es sei nicht verkehrt, wenn man keine zwei linken Hände habe, um handwerklich anpacken zu können. „Ich habe inzwischen viele Phasen des Weinbaus mitgemacht. Von der Lese im Herbst, über den Ausbau im Keller bis zum Rebschnitt und Rutenbiegen im Frühjahr.“ Vergangenes Jahr half er zum ersten Mal bei der berühmt-berüchtigten Deidesheimer Weinkerwe beim Ausschank. Auch wenn das nicht weniger anstrengend als die Arbeit im Weinberg ist, war der Gastarbeiter der besonderen Art voll in seinem Element. Denn dabei sieht er all die Menschen wieder, mit denen er Freundschaften geknüpft hat, und kommt mit neuen Leuten ins Gespräch. Bei jedem Satz sprudelt die Begeisterung, die Passion für Wein und Deidesheim nur so aus ihm heraus. Nur einmal, vor vielen, vielen Jahren zweifelte er etwas an den Pfälzern: „Bis zu meinem ersten Weinfest dachte ich, Wein und Wasser passt so nebeneinander, aber nicht in ein Glas. Doch wenn man Durst hat, ist eine Schorle genau das richtige Getränk.“ Michael Konietzny kann sich gut vorstellen, zusammen mit seiner Frau, seinen Ruhestand in der Weinregion zu verbringen, in der Wein und Wasser zusammen in ein großes Glas fließen.

Selbst als er Angebote für die erste Liga in anderen Bundesländern bekam, ging Alexander Pogoreltsev nicht aus der Pfalz weg. „Hier hat einfach alles gestimmt: die Mannschaft, der Verein, die Trainer, die Umgebung“, zählt der Kunstturner und gebürtige Russe auf. Sein Sportler-Herz schlägt seit über 20 Jahren für die Turnabteilung der TSG Grünstadt. In den 90er-Jahren war Pogoreltsev mit seiner russischen Mannschaft in Ludwigshafen-Oppau im Trainingslager. Dort lernte er die Jungs der TSG kennen. 1996 hatte er dann seinen ersten Auftritt bei dem pfälzischen Verein, der damals noch in der Regionalliga mitmischte. Viele Insider sagen, Alexander Pogoreltsev sei ausschlaggebend für den Sprung in die zweite Bundesliga gewesen. Das würde der aus Jekaterinburg stammende Profi nie so bestätigen. Sein Glück sei gewesen, dass er der einzige Sechskämpfer gewesen sei. Der Rest war Teamleistung. Viele seiner Landsleute haben in deutschen Ligen geturnt, um hier Geld zu verdienen. Sie blieben nur für die Wettkämpfe, dann ging es wieder zurück. Auch Pogoreltsev, der zudem Mitglied der russischen Nationalmannschaft war, machte das so.


07 Ausschlaggebend, dass er letztendlich in der Pfalz blieb, war nicht nur die Liebe zum Sport, sondern eine Frau. „Ich lernte Viktoria über einen Freund kennen. Sie war meine erste feste Freundin. Seit 2002 sind wir jetzt verheiratet.“ Alla. Das Wörtchen, das so vieles auf den Punkt bringt, ist passenderweise eines seiner liebsten Pfälzer Wörter. „Ich babbel‘ eigentlich immer Pälzisch“, fügt er grinsend hinzu. Überhaupt lacht und scherzt der Sportler mit der typischen Turnerfigur viel. Er passt in die Gute-Laune-Pfalz. „Mir gefällt Grünstadt, die Region, die offenen und herzlichen Leute. Ich würde nirgendwo anders hinziehen“, sagt der Familienvater. Seit dem Ende seiner erfolgreichen, aktiven Sportzeit, gehört der heute 39-Jährige zum Trainerstab der TSG Grünstadt. Den studierten Sportlehrer sieht man außer in der Halle noch an einer anderen Wirkungsstätte: In Flipflops, kurzen Hosen und gelbem Shirt wacht er als Schwimmbadmeister-Assistent über die Wasserbecken im Cabalela Cabriobad in Grünstadt.

Der Turn-Trainer und Sportlehrer Alexander Pogoreltsev kam aus Jekaterinburg nach Grünstadt und ist heute auch Schwimmbadmeister-Assisent im Cabalela Cabriobad.

Winzerehepaar. Frank und Olga Schäfer

Wie viel darf oder sollte man beim ersten Date trinken? Olga und Frank haben ihre erste Verabredung auf dem Weinlesefest in Neustadt im Pfälzer Weindorf, den Haiselscher. Frank, Gentleman, gibt Olga, gebürtige Polin, eine Schorle aus. Sie hat Durst und zieht den Inhalt des klassischen 0,5-Liter-Glases schnell ab. Bei der Hälfte der zweiten Schorle angekommen, ist Frank etwas irritiert und fragt, ob sie denn wisse, was sie da trinke. „Nö.“ Frank klärt auf. Pfälzer Schorle besteht bei gutem Mischungsverhältnis aus mindestens dreiviertel Wein und ein viertel Wasser. „Ich wollte nichts mehr trinken, ich habe mich so geschämt“, erzählt Olga lachend. Acht Jahre ist das her. Dieses Jahr haben die beiden geheiratet und Olga ist inzwischen mit der Pfälzer Schorle, der Kultur, der Lebensart und dem Dialekt bestens vertraut. Tipp 2008 war Olga das erste Mal in der Pfalz und auf dem Weingut Porträts weiterer Protagonsiten finden Sie auf Schäfer in Neustadt-Mußbach. Sie hatte in Polen Semesterferien. — deutsche-weinstrasse.de/bewusst Da ihr Vater als Erntehelfer nach Deutschland fuhr, in die Nähe, wo auch ihre Oma lebt, ist sie spontan mitgekommen. Frank, der damals noch im Weingut Müller-Catoir arbeitete, lernte sie erst ein Jahr später kennen, als er in den Familienbetrieb einstieg. „Ich war direkt verliebt, als ich Frank gesehen habe“, sagt Olga strahlend. Tipp Frank war etwas reservierter, aber nicht abgeneigt. Den ersten Das CabaLela Cabriobad Schritt machte dennoch die junge Polin. Nach einigen Jahren FernHallen- und Freibad in einem: Beim CabaLela beziehung und nachdem sie 2013 ein halbes Jahr gemeinsam in Cabriobad in Grünstadt lässt sich das Dach über Neuseeland verbracht hatten, war klar, dass Olga in die Pfalz zieht. dem 25-Meter-Becken je nach Witterung auf- oder zuschieben und die Glasfront öffnen. So entsteht „Am Anfang war es schon eine Umstellung, von einer polnischen in den Sommermonaten Freibad-Feeling mit Großstadt in die Pfalz zu ziehen“, sagt die 30-Jährige. Inzwischen direktem Zugang zu den Liegewiesen, Spiel- und meint sie aber mit „ich will häm“ nur noch und eindeutig Mußbach. Spaßanlagen wie dem Beach-Soccer-Feld. Das Freizeitbad wurde im Frühjahr 2017 nach zweiDort kennt das Paar spätestens seit der Hochzeit auch jeder, als die jähriger Umbauzeit wieder neueröffnet. Neben Feier kurzerhand mit der Ortskerwe verbunden wurde. „Wir haben dem Schwimmbereich bietet es ein Kinder- und vor allen getanzt“, sagt Olga. Diese Lust am gemeinsamen Feiern Kursbecken. Das vielseitige Sportprogramm – von Aquajogging, über -Cyling und -Zumba bis und Spaß haben ist es, was sie an der Region fasziniert.

Aquatrampolin – zeichnet das Aktiv-Bad aus. 1000 Quadratmeter groß ist zudem die Saunalandschaft mit Dachterrasse. Stärkung gibt es im Gastrobereich, der auch für Nicht-Badegäste zugänglich ist. — cabalela.de


08 Die Weine, Keschde (Kastanien) und besonders Pfälzer Bratwurst zählt der Winzer zusätzlich auf. Frank hätte auch an der Hochzeit am liebsten Bratwurst gehabt. Das wurde von Olga abgelehnt, auch wenn die leidenschaftliche Köchin gern pfälzische Gerichte wie Wild mit Kastanien zubereitet. Nach dem ersten Weinerlebnis mit der Schorle und den ersten nicht ganz geglückten Weinproben, mag sie heute auch diesen Teil der Pfälzer Kulinarik sehr. „Ich musste das lernen, denn in Polen sind die Weine ungenießbar“, fügt die studierte Physiotherapeutin hinzu. „Wenn wir essen gehen, wählt Olga inzwischen die Weine aus. Sie hat eine sehr gute Sensorik“, sagt Frank anerkennend. Ihr Lieblingswein ist Riesling – wie sollte es anders sein – vom Weingut Schäfer aus Franks eigener Linie „Limit“. —

Lieblingsplätze

Lieblingsplätze

Verliebt in einen Winzer: Olga, gebürtige Polin, und Frank Schäfer, Vollblut-Pfälzer, gaben sich 2017 das Ja-Wort.

© Silke Herrgen

Zeter Berghaus Kein Weg führt an einem ausgiebigen Spaziergang vorbei, um zum Zeter Berghaus zwischen Hambacher Schloss und Diedesfeld am Rande des Pfälzerwaldes zu gelangen. Das ist einer der Lieblingsplätze des Ehepaars Marianne Burbott und Peter Fischer. Die aus Essen-Kettwig stammenden Pfalz-Liebhaber schätzen dort – vor allem während den ruhigeren Wochentagen – den schönen Blick in die Rheinebene. Mit der Pfalz verbinden sie neben ausgezeichnetem Wein, üppigen Essensportionen, schönen Rad- und Wandertouren vor allem ihre „Jubelwoche“ 2003. Damals verbrachten sie ihre Flitterwochen, den Kennenlerntag und Marianne Burbotts Geburtstag in Kallstadt. Seitdem kommt das Ehepaar mindestens einmal pro Jahr in die Pfalz. Natürlich auch, um sich mit „Feinpulversorten für besondere Abende“ auszustatten, wie Fischer lachend erklärt. Damit sind hochwertige Weißweine etwa von Buhl oder Bürklin-Wolf gemeint. — zeterberghaus.de

Anna Maria Angeli in ihrer Rolle als Hauswirtschafterin beim Theater im Hof.

Ältestes Haus in Haßloch Das Älteste Haus Haßlochs hat es der Amateur-Schauspielerin Anna Maria Angeli angetan. Dort entdeckte sie, wonach sie lange gesucht hat: ein wunderbares Kulturleben und das Gefühl, dazuzugehören. Angeli hatte im April ihren ersten Auftritt beim Theater im Hof. Sie spielte die Hauswirtschafterin Gertrud im Stück „Einen Jux will er sich machen“ von Johann Nepomuk Nestroy. Ihr Höhepunkt: Aus dem Dachfenster des Ältesten Hauses blickt sie auf das Publikum und singt im Dialekt ein Wiener Volkslied. „Das ganze Theaterstück hat in mir so viele Gefühle ausgelöst“, erzählt die Rentnerin, die über drei Länder (ehemals Jugoslawien-Ungarn-Österreich) und viele Umwege ging, bis sie vor 26 Jahren in der Pfalz ankam. Der Drei-Seiten-Hof in Haßloch erinnert die Donau-Schwäbin an die Häuser in ihrer ersten Heimat, dem Balkan. In dem romantischen Fachwerkhaus aus dem Jahr 1599 ist auch das Heimathaus untergebracht. Die Sammlung zeigt vor allem das Pfälzer Landleben vom 17. bis 20. Jahrhundert. Der Eintritt ist frei. Zudem finden im Hof des Ältesten Hauses regelmäßig Theaterauftritte oder Konzerte statt. — hassloch.de


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Wenn in der Pfalz die rosa Blüte am Baum erblüht Rosarot, Hellrosa oder strahlendes Weiß. Ein wahres Blütenmeer lässt die Pfalz unter der Frühlingssonne ganz besonders strahlen. Mit der Mandelblüte wird die ohnehin abwechslungsreiche LandUnzählige Mandelbäumen säumen die schaft zu einer einzigen Inszenierung für Genießer und Natur- Deutsche Weinstraße – spezielle freunde. Angenehm warme Temperaturen bereits im März und Veranstaltungen bieten die Pfälzer Mandelwochem vom 1. März bis 30. April April machen es möglich. Die blühende Region lässt sich bei Wanderungen und Ausflügen mit dem Fahrrad, E-Bike oder Segway aktiv erkunden. Geführte „Mandel-Frühlings-Touren“, zum Beispiel auf dem Pfälzer Mandelpfad zur Wachtenburg, vermitteln zudem unterhaltsam Informationen. Ganz bequem ist das Naturschauspiel durch die Panoramafenster des Oldtimerbusses zu erleben. Romantische Tagestouren oder spektakuläre Abendfahrten können gebucht werden. Denn auch in der Dunkelheit leuchtet die Deutsche Weinstraße rosa und pink, wenn Burgen, Schlösser, Kirchen und Stadttürme illuminiert Tipp sind. Im Neustadter Weindorf Gimmeldingen lockt zudem „DeutschWeinbergnacht Bad Dürkheim lands frühestes Weinfest“. Den genauen Termin bestimmt die Natur, 2. und 3. März denn gefeiert wird erst, wenn die über 1500 Mandelbäume blühen. Nicht nur das Blütenmeer des Frühlings, sondern Die Bandbreite an speziellen Mandelblüten-Veranstaltungen auch das Lichterspiel der Weinbergsnächte ist ein sorgt für zusätzliche Attraktionen. Da sind zum Beispiel Malkurse. farbenfrohes Ereignis. Dazu werden längs eines Rundweges in beleuchteten Kuppelzelten ausgeDa gibt es eine Mandel-Genießer-Safari mit einem Cup-Cake-Wettwählte Weine von 25 Bad Dürkheimer Winzern bewerb. Und da gibt es besondere Weinproben, wie „Rosa Leuchten ausgeschenkt. im Glas“. Im Neustadter Genusszentrum Michel’scher Hof können — bad-duerkheim.com dabei rund 40 Sekte und Weine verkostet werden. Alle in Rosé versteht sich. Mit speziellen Arrangements, die Tourismusbüros oder Hotels anbieten, lässt sich die Mandelblüte quasi im Paket buchen. Tipp Dazu gehören nicht nur Mandelmenüs, sondern auch Wellness-AnMein Freund, der Baum wendungen mit Mandelpeeling, Mandelöl-Massage oder ManIn Gimmeldingen werden jährlich etwa 40 neue delcreme-Packung. Und wer sich das Erlebnis rund um die MandelMandelbäumchen gepflanzt, um den Verlust von blüte noch länger erhalten will, kann sich auch hier ein Stück Pfalz kranken, alten oder beschädigten Bäumen auszumit nach Hause nehmen. Von Mandelbrot über Mandelschokolade gleichen. Sie können Pate von so einem jungen bis zu Mandeltorte oder von Mandelblütenkaffee bis zu Mandellikör Mandelbaum werden und ihm beim Wachsen zusehen. Sie erhalten eine Urkunde und einen reicht das Angebot. Standortplan, auf dem Ihr Patenbaum eingezeichnet ist. Im Herbst dürfen Sie beim Baumpflanzen aktiv dabei sein. — mandelbluete-pfalz.de


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Der Stoff für prickelnde Anlässe Verliebt in die Pfalz oder verliebt in der Pfalz: Sekt als Inbegriff von Lebenslust gehört einfach mit dazu. Als Liebesbotschafter, zum Anstoßen bei Geburtstagen, Feiertagen oder Festlichkeiten oder einfach nur als Aperitif vor einem guten Essen. — Text: Michael Dostal, Fotos: Frederic Groß, Armin Faber

„Der Rosé ist der unbeschwerte Flirt mit dem Augenblick.“ Marie Menger-Krug hält einen Rosé-Sekt für den optimalen Begleiter, wenn sich Verliebte tief in die Augen schauen. Die junge Kellermeisterin in der Deidesheimer „Villa im Paradies“ kümmert sich neben den Weinen ganz besonders um Qualitätssekt auf höchstem Niveau.

Das dynamische Duo Richard Grosche (links) und Mathieu Kauffmann mischen die deutsche Sektszene auf.

Sie setzt bei ihrer Linie Motzenbäcker ganz auf die Méthode rurale, die älteste Art, Schaumwein herzustellen. Von der Traube bis zum Trunk entsteht der schäumende Wein dabei aus einer einzigen, spontanen Gärung ohne Zuckerzusatz in der Flasche. „Der Sekt wird so ein Spiegel der Aromatik der Traube. Ich habe viel Gärkohlensäure und am Ende eine höhere Lebendigkeit im Mund. Damit steckt Leidenschaft in jedem Glas“, erklärt Marie Menger-Krug strahlend.

© Reichsrat von Buhl


11 Der Deutsche trinkt im Schnitt, so die Statistik, nicht ganz sechs Flaschen des prickelnden Getränks pro Jahr. Kein Wunder, dass sich Sekt von Winzern in der Pfalz immer größerer Beliebtheit erfreut. Entscheidend für die Qualität ist dabei schon die Lese. Nur die besten Trauben eignen sich. Diese müssen vorsichtig gepresst werden, damit keine störenden Geschmacksstoffe – etwa von den Kernen oder Stielen – in den Most kommen. Dieser wird dann, je nach Machart, mit Hefe in Edelstahltanks oder Holzfässern zu Wein vergoren. In einem weiteren Schritt wird die Hefe entfernt. Die Weine ruhen und reifen danach in anderen Fässern. Aus den verschiedenen sogenannten Grundweinen werden die gewünschten Mischungen hergestellt, bevor der eigentliche Sekt mit der zweiten Gärung entsteht. Bei gehobenen Sekten wird ganz auf die traditionelle Flaschengärung gesetzt. Der Wein erhält dazu in der Flasche ein Gemisch aus Hefe und Zucker (Tirage) und wird dann mit einem Kronkorken verschlossen. Bei der erneuten Gärung, die so angestoßen wird, entwickelt sich Gärkohlensäure, die sich mit dem Wein verbindet.

Marie Menger-Krug erregt viel Aufmerksamkeit mit der fast vergessenen Sektbereitung »Methode Rurale«.

Für Winzersekt ist eine vom Gesetzgeber Mindestlagerzeit auf der Hefe von neun Monaten vorgeschrieben. Qualitätssekte reifen jedoch noch viel länger, denn mit der Zeit wird das Sektaroma immer besser und das Perlen des Sektes (Mousseux) immer feiner. Nach der Lagerung werden bei erlesenen Sekten die Flaschen Tag für Tag von Hand gedreht. Mit diesem sogenannten Rütteln wird dafür gesorgt, dass die Hefe aus der zweiten Gärung Richtung Flaschenhals wandert und sich dort absetzt. Beim Degorgieren – meistens nach 21 Tagen – wird der Hefepropf zunächst eingefroren und aus der Flasche entfernt. Die Flasche erhält dann einen Korken und das Etikett. Die Bandbreite an qualitativ hochwertigen Sekten in der Pfalz ist groß. Noch spannender wird sie durch Ansätze, wie sie Marie Menger-Krug mit ihrer Besinnung auf die Méthode rurale verfolgt. In Deidesheim will man auch im Weingut Reichsrat von Buhl „die Sektkultur nachhaltig beeinflussen“. Mathieu Kauffmann, vorher Chef du Cave beim Champagnerhaus Bollinger, wechselte dazu 2013 an die Weinstraße. Zusammen mit Richard Grosche ist er als Geschäftsführer derzeit dabei, für ein Prestigesekt-Projekt Reser© Schloss Wachenheim AG veweine aus Große-Gewächs-Lagen zurückzulegen. In diesem HighEnd-Bereich werden die Cuvées vier bis zehn Jahre auf der Hefe ­Tipp bleiben. Drei preisgekrönte „normale“ Sekte – Riesling, WeißburDas Wachenheimer Sektschloss gunder/Chardonnay und Spätburgunder Rosé – gibt es schon heute.

Ein Barock-Schloss – in der Zeit um 1730 errichtet – ist heute nicht nur ein Kulturdenkmal. Die Sektkellerei Schloss Wachenheim hat hier ihren Standort. Die historischen Räume werden gerne auch als Eventlocation für Hochzeiten, Feste oder Tagungen genutzt. Kellerführungen gibt es von März bis Oktober immer donnerstags und samstags um 14 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen um 11 Uhr (November bis Februar nur samstags, 14 Uhr). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt ist im Schlosshof. — schloss-wachenheim-pfalz.de


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To Go. Die Pfalz zum mitnehmen

Ein paar Flaschen Pfälzer Wein des Lieblingsweinguts am Ende des Urlaubs oder Ausflugs mit nach Hause zunehmen, ist Pflicht. Schöne Pfalz-Mitbringsel gibt es aber noch mehr. 4 Tipps, um sich oder anderen ein Stück Pfalz zu schenken! Culinary Heritage

Neustadt an der Weinstraße —

Süße Pfalz

PFALZ

Roter und gelber Buntsandstein sind ein Markenzeichen der Pfalz. Da sind zum einen faszinierende Felsformationen oder Gebäude aus diesem Baustoff. Da sind zum anderen „Pfälzer Sandsteine“: Das süße Vergnügen von Konditor Jochen Müller aus der Neustadter Confiserie Michel besteht in der roten Form aus fruchtigem Mandel-Nuss-Nougat mit karamellisierten Haselnüssen. Die gelbe Variante entsteht aus fruchtigem Mandelnougat. Die Confiserie Michel ist einer von rund 30 Betrieben in der Pfalz, die sich dem Guide und Netzwerk von Culinary Heritage angeschlossen haben. Ein Markenzeichen für die Pflege des kulinarischen Erbes. — fantasy-pastry.com — culinary-heritage.com

Wachenheim —

Die Wurst Die einen sind rund 25 Zentimeter lang, die anderen knapp zehn. Beide kann man gut aus der Hand essen. Es ist die Mischung, die beide besonders macht. Die Rede ist von luftgetrockneten Würsten aus der Wachenheimer Metzgerei Hambel. Sie bestehen aus magerer Schweinenuss und Schweinebauch. Zur langen: Grober schwarzer Pfeffer und eine spezielle Mischung aus Gewürzen zeichnen die mediterrane Salami im Schweinsdarm aus. Sie macht sich, hauchfein geschnitten, auch über dem Salat mit Balsamico gut. Zur kurzen: Eine feine Gewürzmischung, gehackte Mandeln und Mandellikör verfeinern die Füllung für den dünnen Schafsdarm der Pfälzer Mandelsalami.

© Binas Pfalzliebe

— metzgerei-hambel.de

Deidesheim — Leiningerland —

Frisches vom Hof Die Pfalz ist auch deshalb ein Schlemmerparadies, weil viele der guten Zutaten vor der Haustür wachsen. Ob Äpfel, Kartoffeln, Öle und Essige, Säfte und Obstbrände, Käse und Wurst: Bei richtig guter Qualität macht es Spaß, frische Produkte zu ergattern – für den Sofort-Genuss oder den heimischen Vorrat. Im Leiningerland gibt es viele Betriebe, die direkt ab Hof verkaufen. Absolut empfehlenswert! Ein besonderer Tipp ist der Kleinsägmühlerhof der Lebenshilfe Bad Dürkheim in Altleiningen. Dort bewirtschaften, nach Demeter Richtlinien, behinderte Menschen und ihre Betreuer 115 Hektar Grün- und Ackerland, backen Brot und andere Leckereien und führen einen Hofladen. — leiningerland.com — lebenshilfe-duew.de

Modekollektion Winzerblau Der blaue Winzerkittel hat Kultstatus in der Pfalz! Seit wenigen Jahren gibt es aus dem robusten Streifenstoff, als elegante Modekollektion. „Winzerblau“ nennt sich das Label, das 2015 den Designpreis Rheinland-Pfalz gewonnen hat. Magret Schleef, die aus Deutschlands Norden in die Pfalz zuzog, hatte die Idee zu verschiedenen Kleidungsstücken. Zusammen mit der Deidesheimer Modedesignerin Stefanie Wiebelhaus hat sie den blau-weißen Traum realisiert. Magret Schleef bietet die Winzerblau-Kollektion auf regionalen Veranstaltungen wie den Biosphärenmärkten an. Getragen werden können die individuellen Teile zu vielen Anlässen. — winzerblau.com


Hohoho. Die Weihnachtsmärkte

Mit Pfälzer Weihnachtsmärkten ist es wie mit Pfälzer Weinfesten: War man einmal dort, liebt man sie. Kennst du ein Fest, kennst du aber noch lange nicht alle. Jeder Weihnachtsmarkt für sich lässt die Besucher das authentische Lebensgefühl dieser Region spüren. Klaus Eichberger, seines Zeichens Marktmeister beim Deidesheimer Advent, ein Pfälzer Original und seit über 40 Jahren stolzer Vollbartträger, schätzt die Ausgewogenheit zwischen Kunsthandwerk und Kulinarischem. Gegessen und getrunken werde immer und in der Pfalz auf höchstem Niveau. Besonders werden die Weihnachtsmärkte aber erst durch das liebevolle Handwerk.

Haßloch —

Grünstadt —

Weihnachtsmarkt der 1.000 Lichter

Weihnachtsmarkt

1. bis 23. Dezember Freitag bis Sonntag Wenn die weihnachtlich dekorierte Budenstadt im Lichterglanz erstrahlt und der Duft nach Glühwein und Lebkuchen über den Platz hinter dem Rathaus zieht, beginnt im pfälzischen Haßloch der „Weihnachtsmarkt der tausend Lichter“. Tausende von Lichtern an Bäumen und Sträuchern tauchen den Weihnachtsmarkt in eine stimmungsvolle Atmosphäre. Ein Bummel über den Haßlocher Weihnachtsmarkt, das abwechslungsreiche Bühnenprogramm sowie Pferdekutschfahrten und das Stockbrotbraten am Lagerfeuer sind ein Erlebnis für die ganze Familie. Eine Besonderheit ist die Waldweihnacht mit dem beliebten Treffpunkt in der Jurte.

1. bis 3., 8. bis 10. und 15. bis 17. Dezember Von Bastel- und Handwerksarbeiten über Strick- und Schmuckwaren bis hin zu Weihnachtsartikeln aller Art: An den Ständen auf dem Carrières-sur-Seine- und Schillerplatz ist für jeden Weihnachtsmarktgänger was dabei. Die jungen Besucher können sich am zweiten Advent auf den Besuch des Nikolauses freuen. — gruenstadt.de

Deidesheim —

— tourismus-hassloch.de

Deidesheimer Advent 1. bis. 23. Dezember Freitag bis Sonntag Neuleiningen —

Weihnachtsmarkt 2. bis 3. und 9. bis 10. Dezember Zu Weihnachten wird das ganze Wein- und Burgdorf festlich geschmückt und der Weihnachtsmarkt schlängelt sich durch die romantischen Gässchen. Mehr als 40 örtliche Winzer, Gastronomen, Vereine und andere Aussteller lassen keine Adventswünsche offen – ganz gleich, ob kulinarischer, dekorativer oder künstlerischer Natur. Die vielen Hobbyaussteller, die hier ihre Waren anbieten, lassen den Weihnachtsmarkt authentisch wirken, wodurch er sich vom Adventseinerlei abhebt. — weihnachtsmarkt-neuleiningen.de

Kein Nachtwächter und kein Weihnachtsmann: Klaus Eichberger dreht als Marktmeister im historischen Gewand seine Runden auf dem Deidesheimer Weihnachtsmarkt.

Krippenfiguren und Holzspielzeug. Engel und Christbaumschmuck. Goldschmiede und Holzschnitzer. Schneider und Plätzchenbäcker. Deidesheim verwandelt sich an den Adventswochenenden in einen einzigen Weihnachtsmarkt. Es versteht sich von selbst, dass der Qualitätsmaßstab, der für die Aussteller gilt, auch bei den kulinarischen Spezialitäten und Weinen angelegt wird. Ein umfangreiches Programm, unter anderem mit Kirchenkonzerten oder Theaterstücken für Kinder, sorgt für zusätzliche Attraktivität. — deidesheim.de

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14 Neustadt an der Weinstraße —

Weihnachtsmarkt der Kunigunde 1. bis 22. Dezember täglich Der Neustadter Weihnachtsmarkt der Kunigunde wird jeweils an den Adventswochenenden um einen Genussmarkt erweitert. Ein Gang durch die Höfe von Rathaus, Michel’schen Hof und Vizedomei in der Neustadter Altstadt ist dann so etwas wie eine kleine kulinarische Reise durch Europa und die Pfalz. Feine Weine aus der Pfalz und aus anderen Regionen. Trüffelprodukte, Salami oder Pasta aus Italien. Preisgekrönte Fisch- und Meeresfrüchte-Spezialitäten aus Schweden. Zitronencreme oder Orangenmarmelade aus England. Der Kunigundenmarkt ist ein Fest für Augen und Gaumen. Und er liefert gleichzeitig ausgefallene Geschenkideen. — neustadt.eu

TIPP Weitere stimmungsvolle Advents- und Weihnachtsmärkte und Infos unter — deutsche-weinstrasse.de/advent

Veranstaltungstipps Winter/Frühling

Haßloch —

Wachenheim —

Wachenheimer Unterwelten 11. November Es sind imposante Keller und Gewölbe, die sich unter Weingütern und Privathäusern in Wachenheim befinden. Eintauchen in diese Unterwelten heißt aber nicht nur sehen und staunen, sondern auch riechen, schmecken und hören. Der Tag der offenen Keller wird so zu einem kulturellen und kulinarischen Genuss gleichermaßen. — wachenheim.de

Kulinarische Haselnusswochen 21. Oktober bis 5. November

Haselnusslikör, Haselnussschnaps und seit vergangenem Jahr Haselnussbier: In Haßloch – oder Hasalaha, die Siedlung am fließenden Wasser unter den Haselbüschen, wie das heutige Dorf unter der Herrschaft der Rheinfranken hieß – kreieren Gastronomen Schmackhaftes rund um die Nuss. Tipp als Pfalz-Mitbringsel: Der Haselnusslikör sowie der Haselnussschnaps können in der Tourist-Information in Haßloch gekauft werden. — hassloch.de


15 Wachenheim —

Neustadt an der Weinstraße —

10. Pfälzer Krimiwochenende

MUSSBACHER SPITZEN

3. bis 5. November Feine Leckerbissen, Pfälzer Wein und etwas Mord und Totschlag – was braucht man mehr für einen gelungenen Abend? Das Pfälzer Krimiwochenende entfacht zum zehnten Mal mit dem Slogan „Spannung und Genuss“ das Krimifieber für Pfälzer Geschichten. Bei 22 Veranstaltungen lesen bekannte regionale Autoren aus ihren Werken, während die Zuhörer Wein und Kulinarisches an besonderen Orten genießen oder Menüs sogar selbst zubereiten. Eines der Events ist „Tod im 7. Himmel“ mit Susanne Kliem am 4. November in der neuen Vinothek des VDP-Weinguts Dr. Bürklin-Wolf in Wachenheim. Schaurig schön!

2. bis 4. März

Mehr als 100 Weine und Sekte von Mußbacher Winzerbetrieben stehen bei der Weinmesse im ältesten Weingut der Pfalz, dem Herrenhof, zur Verkostung. Die „Mußbacher Spitzen“ laden Weinneulinge, Hobbysommeliers und Profis gleichermaßen in den Weinort ein, der schon viele Talente und Spitzengewächse hervorgebracht hat. Anfang März sind natürlich die neuen Jahrgänge die Stars der Verkostungstheke. Ein Muss für Weinfreunde der Haardt! —mussbacher-spitzen.de

— wachenheim.de — pfalz.de

Deutsche Weinstraße —

Lange Nacht der offenen Keller 2. Dezember

Edle Tropfen dort probieren, wo sie ihren Ursprung haben. Die Winzer des Verbands der Prädikatsweingüter (VDP) in der Pfalz öffnen wieder Kelterhäuser oder Barriquekeller. Diesmal zwischen Duttweiler und Wachenheim. Neben ausgezeichneten Weinen locken kulinarische Leckereien. Bands sorgen zudem für musikalische Unterhaltung. — vdp-pfalz.de

Forst an der Weinstraße —

Hansel-Fingerhut-Fest 11. März

Leiningerland —

Bockenheimer Weinmesse 24. bis 25. März

Sie ist ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender Bockenheims. Anno 2018 wird die Weinmesse bereits zum zehnten Male organisiert. Weinfreunde können die besten Tropfen der Bockenheimer Winzer aus den Lagen rund um den Ort verkosten. Angeboten werden auch Sekte, Secco, Destillate und Säfte. Und zur Stärkung gibt es Fingerfood. — bockenheim.de

Das Spiel mit den schwarzen Küssen: Frauen aufgepasst! Nicht selten gehen weibliche Zuschauer beim Hansel-Fingerhut-Fest mit schwarzen Mundabdrücken auf den Wangen nach Hause. Seit mehr als 200 Jahren wird in Forst das Sommertagsspiel am Sonntag Lätare (drei Wochen vor Ostern) auf den Straßen des Edelweinortes aufgeführt. Der Vagabund Hansel-Fingerhut tritt dabei im Lumpenkleid eines Narren mit geschwärztem Gesicht und Händen auf, ist immer zu Streichen aufgelegt und stellt den Mädchen nach, um sie zu küssen. Das Forster Hansel-Fingerhut-Fest wurde 2016 in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. — forst-pfalz.de

TIPP

Immer aktuell sein. — deutsche-weinstrasse.de/veranstaltungen — facebook.com/deutscheweinstrasse — instagram.com/deutscheweinstrasse


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Spüren Sie die Wärme der Pfalz – auch im Winter? Geht Ihr Herz auf, wenn Sie den Pfälzerwald und die Weinberge sehen? Strahlen Sie, wenn Sie an Ihren ersten Pfalz-Moment denken? Dann sind Sie vermutlich etwas in diese Region verliebt und damit nicht alleine.

Unsere Themen in Zahlen

Etwa 7.000

100

Ehen werden jährlich in der Pfalz geschlossen.

Prozent Baumwolle – Küferstoff ist strapazierfähig und auch elegant.

12,97

1.800

Kilometer legt der Liebhaberzug, das Kuckucksbähnel, pro Fahrtstrecke zurück.

Stunden lang lacht die Sonne jährlich über der Pfalz.

1.000

1

Quadratmeter Saunalandschaft bietet das neue CabaLela Cabriobad.

Mandelblüte hat fünf Blätter und ist deshalb botanisch gesehen ein Rosengewächs.

3,5 bis 6

78

Bar muss eine Sektflasche an Druck aushalten.

Grad Wärme verträgt ein Glühwein. Darüber entweicht der Alkohol.

PARTNER

› Tourist-Information Neustadt / Weinstraße Hetzelplatz 1, 67433 Neustadt an der Weinstraße 06321-926892, neustadt.eu, pfalztours.eu

› Tourist Service GmbH Deidesheim Bahnhofstraße 5, 67146 Deidesheim 06326-96770, deidesheim.de

› Tourist-Information Leiningerland Weinstraße 91, 67278 Bockenheim 06359-8001820, leiningerland.com

› Tourist-Information Haßloch Rathausplatz 1, 67454 Haßloch 06324-935225, tourismus-hassloch.de

› Tourist-Information Wachenheim Weinstraße 15, 67157 Wachenheim 06322-9580801, wachenheim.de

› Tourist-Information Im Alten Rathaus Hauptstraße 84, 67269 Grünstadt 06359-9297234, leiningerland.com

› Deutsche Weinstraße e.V. – Mittelhaardt – Martin-Luther-Straße 69, 67433 Neustadt / Weinstraße 06321-912333, deutsche-weinstrasse.de

bewusst »in die Pfalz verliebt«  

Das Journal für die Deutsche Weinstraße.