__MAIN_TEXT__

Page 1

DOSSIER:

Auf‘s Herz hören – Wie wir es schützen und schädigen

e r u s s e r Under P


FOLGT UNS!

Folgen Sie uns auch auf Facebook, Instragram und Twitter. Dort berichten wir von Schönem, Spannendem und Aktuel­ lem, und eben über alles, was wichtig ist rund um das Älter­ werden @lebenlang_magazin


› › › EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser, wow – was für ein spannendes Ausgabenjahr liegt nun fast hinter uns! Mit dieser Ausgabe runden wir 2018 ab und starten gleichzeitig kraftvoll ins neue Jahr. Und so stimmungsreich wie das Ausgabenjahr bis jetzt war, geht es auch in dieser Ausgabe weiter. Dieses Heft ist der krönende Abschluss unserer Ausgabenreihe „Melodien des Leb­ ens“. Für LEBENLANG N°15 haben wir uns einen Titel ausgesucht, der aus einer Symbiose verschiedener Musiktalente entstanden ist: „Under Pressure“ von der britischen Rockband “Queen”. Der Titelsong der Ausgabe inspiriert zu vielen Themen des Lebens und in der Pflege. “Under Pressure” heißt auf Deutsch „unter Druck“. Und unter Druck fühlt sich jeder von uns von Zeit zu Zeit. Angehörige, Freunde oder der Job verlangen manchmal viel von uns. Wir wollen in dieser Ausgabe anhand von Lebensgeschichten zeigen, wie wir mit sozialen und emotio­ nalen Druck am besten umgehen und wir uns für emotionale Talfahrten wappnen können. Passend zum Musiktitel dreht sich dieses Dossier rund um die schwer unterschätzten Krank­ heitsbilder wie Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Störungen. Wir geben Tipps und Anre­ gungen, wie Sie Ihr Herz schützen können. Das Dossier steht also ganz im Sinne, auf das eigene Herz zu hören. Wir wünschen Ihnen vom ganzen Herzen ein frohes Fest und einen famosen Start ins das neue Jahr. Genießen Sie die ruhigen Tage, nehmen Sie sich Zeit für sich und erfreuen sich an unseren Geschichten, die wir für Sie gesammelt haben. Viel Spaß beim Lesen!

Foto: Jamie Street | unsplash

PS: Übrigens, wer genau hinschaut, findet in dieser Ausgabe wieder ein tolles Gewinnspiel, das noch bis zum 20. Januar läuft!

z et m in te S e in ad N & es d n ra B ia Ihre Lyd


Under Pressure

1 › › › DOSSIER:

Auf‘s Herz hören – Wie wir es schützen und schädigen

88

ON THE EDGE 10 KOLUMNE Leben im Scheinwerferlicht

16 DIVERSITÄTSSENSIBLE PFLEGE Schluss mit dem Versteckspiel


I N H A LT Ausgabe 15

22 RESILIENZ Der Schlüssel zur inneren Stärke

28 #GEFÜHLTEACHTZIG Das beste kommt zum Schluss

38 DER WORKSHOP: STATION FEEL Wenn das Gefühl fehlt

56

76 DOKUMENTE FÜR DEN ERNSTFALL Angehörige entlasten

80 FÜR DIE GUTE SACHE „Helfen für ein Lächeln”

2

DEMOGRAFISCHER WANDEL Wer fühlt sich hier alt?

UNDER PRESSURE

62

88

MEIN ZUHAUSE FÜR SPÄTER Wohnformen für’s Alter, die zu mir passen

BLUTHOCHDRUCK Die ungeahnte Gefahr

70

94

NOTFALL PFLEGE Was ich aus der Ferne tun kann

EXPERTENINTERVIEW Zu viel Druck für unser Herz


CO

VE

RF

OT

O

|C

EC

ILI

EA

RC

UR

S

96

3

GUTE FETTE, BÖSE FETTE? Die großen Cholesterin-Mythen

LET ME OUT

100

132

JEDER KANN LEBEN RETTEN Richtig handeln im Notfall

TIPPS FÜR DEN PFLEGEURLAUB Reisen mit gutem Gefühl

112

138

WENN, DANN RICHTIG Gemeinsam gegen Antibiotikaresistenzen

WIE GUT SIND WIR VERSORGT? Unser Gesundheitssystem in Zahlen

116

148

TÖDLICHER QUALM Wie Rauchen unser Herz schädigt

DIE BESTE THERAPIE Ist die, für die Sie sich entscheiden

122

158

AKTUELLES ZUR ORGANSPENDE Kommt jetzt die Pflicht zu entscheiden?

IM DIALOG Tipps für mündige Patienten

128

168

HAND AUF’S HERZ Hätten Sie es gewusst?

GEDULD BEWAHREN Im Umgang mit Demenzkranken


E G.D AN NL BE LE W. WW

172 AUS ALT MACH NEU DIY-Trend: Upcycling

192 PRODUKTCOLLAGE Totally Stressfree!

194 DIE NEUEN SCHUHTRENDS 2019 Schön und bequem: das geht!

208 WINTER IST ERKÄLTUNGSZEIT So schützen Sie Ihr Immunsystem

214 MACH’ MAL DAMPF! Leckere Rezepte aus dem Dampfgarer

PA RT N E R Unsere Partner-Features erkennen Sie am Logo in der rechten ­oberen Ecke. Wir danken ­unseren Partnern sehr herzlich, denn ohne sie wäre diese Ausgabe nicht möglich gewesen!


AUSGABE 14

8


› › › ON THE EDGE

1

Foto links: xxx | xxx

„Can’t we give ourselves one more chance? Why can’t we give love that one more chance?“ Queen

9

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

KOLUMNE

s n e b e L s e d n e i d Me l o TEXT | JAYNE CASH

AUSGABE 15

10


ON THE EDGE

Fluch und Segen zugleich

Foto: Felipe Portella

EIN LEBEN IM SCHEINWERFERLICHT Tragisches Beispiel: QueenFrontsänger Freddie Mercury

Bei Musikern ist der Leistungsdruck hoch – man muss ständig kreativ sein und abliefern, die Menschen überraschen, in den Medien glänzen und ständig dabei die Angst, dass morgen schon alles vorbei sein könnte und man alles verliert. Dazu kommt noch der Druck von der Familie, dem eigenen Perfektionismus oder der Gesellschaft. Viele Künstler verarbeiten das in ihrer Musik, mindestens genauso viele Künstler greifen zu Alkohol und Drogen, um sich die nötige Energie zu beschaffen oder um einfach mal alles für einen Moment zu vergessen.

Passend zu diesem Thema lese ich gerade die Biografie von Freddie Mercury, der alles in einer Person vereinte. Vom Label kam Leistungsdruck, von der Familie privater Druck, weil er nicht zu seiner Kultur stand, dazu Druck von der Gesellschaft, weil zu jener Zeit Bisexualität noch nicht geduldet wurde. Er zerbrach an dem Gefühl, anders zu sein, und fühlte sich oft einsam, obwohl Millionen von Fans ihn weltweit feierten. Dieses Gefühl spülte er mit Alkohol und Drogen hinunter und sorgte dafür, dass das Haus stets voll war und die Party niemals endete. In einigen Songs, wie „Seven Seas Of Rhye“ oder „Lily of fhe Valley“ verbergen sich subtile Hinweise auf die Sehnsucht 11

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

nach seiner Heimat, in die er nie zurückkehren könnte. Trotzdem ließ privat ein schüchterner, unsiche-

Freddie Mercury verstarb im Jahr

rer Mann war, konnte er immer auf

1991 an den Folgen von AIDS. Im Jahr

Knopfdruck in seine Rolle eintau-

1985 traf er seinen Freund, Liebha­

chen und damit wenigstens einen

ber und Wegbeleiter Jim Hutton, der

kleinen Teil seines wirklichen Ichs

bis zu Mercurys Tode an seiner Sei­

ausleben.

te war. Freddie Mercury gab zu sei­ nen Lebzeiten nur wenig über sein

Die Liga der gescheiterten Musiker

Privatleben preis. Jim Hutton hat jedoch vor Kurzem Bilder aus sei­

Denken wir an Amy Winehouse, die

ner privaten Sammlung aus seiner

unter dem intensiven Leistungs-

gemeinsamen Zeit mit Mercury ver­

druck ihres Labels zusammenbrach

öffentlicht, die den Künstler in ver­

und ihr Management förmlich an-

trauten Momenten zeigen.

flehte, dass sie eine Pause vom TouEine Bildergalerie von Freddie

tern oft nur den finanziellen Anreiz

Mercury finden Sie hier.

Foto: Trinity Mirror-Mirrorpix / Alamy Stock Photo

ren einlegen dürfte. Doch diese wit-

AUSGABE 15

12

FREDDIE MERCURY

er sich nicht aufhalten: Obwohl er


Foto: Jacob Morch

ON THE EDGE

und vergessen dabei das Wohl der Künst-

» GERADE KÜNSTLER UND ENTERTAINER WEISEN EIGENSCHAFTEN AUF, DIE SIE ANFÄLLIG FÜR DEPRESSIONEN UND SUIZIDGEDANKEN MACHEN. «

ler. So kam es, dass Amy sich weiterhin betäubte, um sich irgendwie am Leben zu halten. In ihrer Musik verarbeitete sie ihre Vergangenheit und wurde damit zu einem offenen Buch. Die Öffentlichkeit erhielt so tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt. So wurde Amy Winhouse gleichzeitig aber auch immer angreifbarer. Hinzu kommen oft noch Depressionen, wie bei Linkin Park-Frontmann Chester Bennington, der erfolgreich, beliebt und doch krank war. Er sprach mehrfach in der Öffentlichkeit über seine Depressionen und Suchtprobleme und nahm sich schließlich 2017 im Alter von 41 Jahren das Leben. Auch für ihn war der Druck zu hoch. 13

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

Sind Prominente anfälliger für Depressionen und Suchtprobleme? Prof. René Hurlemann, stellvertrender Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Bonn, erklärte in einem

Über die Autorin

Interview mit „Neue Westfälische“, dass

JAYNE CASH

gerade Künstler und Entertainer Eigenschaften aufweisen, die sie anfällig für Depressionen und Suizidgedanken machen.

Ich bin Jayne Cash aus Berlin und

In der Regel sind es unsichere, manchmal

lie­be nichts mehr, als neue Musik zu

traumatisierte Menschen, die durch die

entdecken und sie mit allen um mich

öffentliche Anerkennung ihr Selbstwert-

herum zu teilen, weshalb ich auf mei­

gefühl aufbauen.

nem Blog regelmäßig über Konzer­ te, Festivals, meine Lieblingssongs und absolute Geheimtipps berichte.

Als Prominenter hat man außerdem bes-

Dabei verbinde ich alles mit persön­

seren Zugang zu Drogen und Alkohol,

lichen Geschichten, Erfahrungen

wenn der Künstler zusätzlich noch impul-

und Emotionen, die aus der Musik

siv ist, erhöht das auch das Risiko, dass

entstanden sind.

er seine Suizidabsicht in die Tat umsetzt.

www.jaynecash.com

Dabei könnte man denken, dass Erfolg, Geld und Zuspruch aus der Krise helfen könnten. Hier verneint Prof. Hurlemann, denn unsicher und erfolgreich zu sein, bedeutet auch, unter Erfolgsdruck und der

mäßig vom Druck ablenkt und dabei hilft

Furcht zu versagen zu stehen.

zwischendurch zu entspannen. Für die Einen ist es Malen, Yoga, Meditieren oder

Doch wohin mit so viel Ballast?

zum Stressabbau auf ein kaputtes Auto

Ich denke hier kommt es auf die psychi-

auf dem Schrottplatz einschlagen. Das

schen Gegebenheiten einer jeden Person

muss jeder für sich selbst herausfinden.

an, doch wie bei Burnout-Patienten könn-

Was mir persönlich am besten hilft: mei-

te es helfen mit den Vertrauten über die

ne Lieblingsmusik laut anmachen und all

eigenen Gefühle zu reden und sich einen

den Stress und die negativen Gedanken

Ausgleich zu schaffen, der einen regel-

im Wohnzimmer wegtanzen!

AUSGABE 15

14


ON THE EDGE

BUCHTIPP Das Leben von Freddie Mercury Der Komponist, Leadsänger und Mitbegründer der britischen Band Queen Freddie Mercury – mit gebürtigem Namen Farrokh Bulsara – begeisterte in den 1970er- und 1980er-Jahren mit seiner einzigartigen Stimme und Bühnenpräsenz Menschen weltweit. Vor zwei Jahren, zum 25. Todestag des legendären Superstars, veröffentlichte die Rock-Journalistin Lesley-Ann Jones ihre Biografie über den charismatischen Sänger und Entertainer. In Interviews mit ehemaligen Bandmitgliedern und Vertrauten gelingt Jones ein intimer Blick in das Leben der Rocklegende.

Online Erhältlich

Pla ylist Queen Under Pressure

Amy Winehouse Rehab

Queen Seven Seas of Rhye

Linkin Park In the End

15

Johnny Cash God’s Gonna Cut You Down

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

Diversitätssensible Pflege

SCHLUSS MIT DEM VERSTECKSPIEL TEXT & FOTOS | KATI BORNGRÄBER

AUSGABE 15

16


ON THE EDGE

Späte Coming-outs, Heimlichtuerei auf der Arbeit, schräge Blicke: Für viele queere Senioren war das früher Alltag. Kein Wunder, dass manche im Alter nicht auf ihre mühsam erkämpften Freiheiten verzichten wollen – und sich eine diversitätssensible Pflege wünschen.

M

änner lieben Männer, Frauen lie-

Coming-out mit 42 Jahren

ben Frauen, Polyamore lieben

Hans aus Hamburg ist 1940 geboren. Er

mehr als eine Person und Trans* fühlen

führte zunächst ein bürgerliches Leben

sich dem Geschlecht, das ihnen bei der

auf dem Land, arbeitete als Beamter, war

Geburt zugeordnet wurde, nicht zugehö-

verheiratet und hatte zwei Kinder. Mit 42

rig. Für mich, Jahrgang 1980, aufgewach-

Jahren passierte es dann: „Ein Mann ver-

sen in einer deutschen Großstadt, ist das

führte mich in der Sauna“, erzählt er. Kurz

ziemlich normal. Doch das war nicht im-

darauf fand seine Frau ein Briefchen des

mer so. In der Mitte des vergangenen

Liebhabers – und setzte ihn vor die Tür.

Jahrhunderts zeichnete sich noch ein völ-

Nach diesem nicht ganz freiwilligen Co-

lig anderes Bild ab. Damals war Homose-

ming-out ging Hans in die Hansestadt.

xualität nicht nur ein gesellschaftliches

Auf der Arbeit erzählte er nichts von sei-

Tabu – sie stand sogar unter Strafe (siehe

ner Homosexualität – zu groß war seine

auch Kasten). Wie war es, sich in dieser

Angst, diskriminiert, ausgegrenzt oder so-

Zeit zu Menschen desselben Geschlechts

gar entlassen zu werden. „Eigentlich un-

hingezogen zu fühlen?

vorstellbar, wenn man bedenkt, dass wir heute heiraten können“, sagt er. 17

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

» EIGENTLICH UNVORSTELLBAR, WENN MAN BEDENKT, DASS WIR HEUTE HEIRATEN KÖNNEN. «

möglich sein, in einem gemischten Pflegeheim offen schwul zu leben.

Brauchen wir LSBTI-sensible Pflegeheime? So optimistisch wie Hans sehen das nicht alle Lesben, Schwule, Bisexu-

Foto: Kati Borngräber

elle, Transsexuelle, Transgender Mittlerweile ist Hans 78 Jahre alt. Er hat

und Intersexuelle (LSBTI). Viele, die jetzt

Pflegegrad 1, also geringen Unterstüt-

in die Pflegeheime kämen, hätten in ih-

zungsbedarf im Alltag. So benötigt er zum

rer Biografie sehr oft Diskriminierung,

Rausgehen einen Rollator, kann aber mit

Ausgrenzung und Kriminalisierung erlebt,

der Unterstützung seiner Kinder, Enkel

sagt Pflegeheimleiter Ralf Schäfer dem

und seines Partners noch selbstständig in

Rundfunk Berlin-Brandenburg. Jetzt, da

seiner Hamburger Zweizimmerwohnung

sie auf die Hilfe anderer Menschen an-

leben. Wenn es nach ihm geht, soll das

gewiesen seien, hätten sie die Befürch-

auch so bleiben – wenn nötig, mithilfe

tung, wieder in genau solche Situationen

eines ambulanten Pflegedienstes. Sollte

hineinzugeraten.

er mal in ein Heim ziehen müssen, würde Mit

senen Einrichtung für Schwule suchen –

Schöneberg

schließlich müsse es heutzutage auch

verpflichtet, LSBTI-Menschen beim Co-

AUSGABE 15

18

dem

Immanuel-Seniorenzentrum

er nicht unbedingt nach einer ausgewie-

in Berlin hat Schäfer sich


ON THE EDGE

ming-out und bei Transitionsprozessen zu unterstützen. Für alle sichtbar sind die Toiletten der Einrichtung geschlechtsneutral ausgeschildert und Piktogramme zeigen Männer, Frauen sowie einen mit Sternchen gekennzeichneten Menschen. Regenbogen schmücken die Fenster, um auszudrücken, dass LSBTI-Menschen an diesem Ort willkommen sind. Dafür wurde das Pflegeheim als erstes in Deutschland mit dem Qualitätssiegel „Lebensort Vielfalt ® “

ausgezeich-

„JEDE LIEBE – JEDER KÖRPER – GUT GEPFLEGT“

net. Die insgesamt 120 Kriterien hat die Schwulenberatung Berlin gemeinsam mit

INFO § 175: Homosexualität war früher eine Straftat Mit dem 1871 im Deutschen Kaiserreich eingeführten § 175 wurden sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe gestellt. Im Nationalsozialismus wurde der Paragraf noch verschärft und zahlreiche ho­ mosexuelle Männer wurden in Konzentrationslager verschleppt. Auch in der Bundesrepublik galt Homosexualität gemäß § 175 als Straftat. 1969 wurde der gleichgeschlechtliche sexuelle Verkehr zwischen Personen ab einem Alter von 21 Jahren legalisiert. 1973 sank das „Schutzalter“ auf 18 Jahre. Erst 1994 wurde § 175 gänzlich aufgehoben.

19

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

Menschen aus der LSBTI-Community und mit finanziellen Mitteln des Bundesfamilienministeriums erarbeitet. Mit dem Siegel können sich Pflegeheime im gesamten Bundesgebiet als diversitätssensibel zertifizieren lassen.

JETZT DOWNLOADEN!

Gute Pflege ist diversitätssensibel

Sie sind sich mit einigen Begriffen zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt noch unsicher? Das Projekt „Akzeptanz für Vielfalt hat bspw. eine Auswahl von Begriffen mit kurzen Erläuterungen zusammengefasst. Ein kleines Glossar können Sie sich bereits hier herunterladen.

Das Siegel ist ein gutes Signal und kann LSBTI-Menschen helfen, ein für sie passendes Pflegeheim zu finden. Letztlich muss aber für eine diversitätssensible Pflege vor allem die Pflegequalität stimmen – und dafür ist eine individuelle und auf die jeweilige Biografie abgestimmte

Foto: franz12 | istock

Hans demonstriert mit einem Bekannten auf dem Hamburger Rathausmarkt für Toleranz.

AUSGABE 15

20


ON THE EDGE

Rainbow-Flashmob in Hamburg: mit bunten Luft­ ballons am Internationalen Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie ein Zeichen setzen

Versorgung nötig. Die ist natürlich nicht nur für LSBTI-Personen wichtig – aller-

Über die Autorin

dings können sie dem Soziologen Rolf

KATI BORNGRÄBER

Lottmann zufolge als exemplarisches Beispiel gesehen werden, an dem die

Mit Pflege hatte die Historikerin und Jour­

Mängel unseres Pflegesystems besonders

nalistin in ihren ersten Berufsjahren wenig

deutlich sichtbar werden.

am Hut. Das änderte sich, nachdem ihr Opa an Demenz erkrankte und sie ein nebenbe­

Hans ist also vermutlich gut damit bera-

rufliches Studium der Pflegewissenschaften

ten, solange wie möglich mit Unterstüt-

begann. Inzwischen hat die Wahlberlinerin

zung seiner Lieben in den eigenen vier

Kati Borngräber den Master in der Tasche und schreibt nur noch über ihr Herzensthe­

Wänden zu leben. Und wer weiß – viel-

ma Pflege – ob in Lebenlang, beim Maga­zin

leicht hat sich ja in einigen Jahren bereits

Pflegekammer interaktiv oder auf ihrem Blog.

das eine oder andere Pflegeheim als „Lebensort Vielfalt“ qualifiziert und er über-

www.katicares.com

legt es sich doch noch mal. 21

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

RESILIENZ

Das Immunsystem unserer Psyche & Superpower im modernen Alltag

Was hat zwei Arme, aber trägt acht Taschen? Was hat mehr Ohren als Münder und redet doch mehr, als es zuhört? Was hat zwei Augen, aber sucht nach dem dritten? Was rennt morgens zum Yoga und steht abends im Stau? Wir muten uns mitunter viel zu, gehen dabei manchmal kaputt und kommen dann wieder auf die Beine. Was Physik damit zu tun hat und warum es heute wichtiger denn je ist, dieses Talent zu pflegen.

Rede. Wenn ein Fahrstuhl trotz Stromaus-

Was bedeutet Resilienz?

Kurzum: Resilienz ist, wenn Sie auch nach

Wenn ein Gegenstand verformt wird, aber

größeren psychischen oder körperlichen

dieser dann wieder in seine ursprüngliche

Stresssituationen nicht komplett die Fas-

Form zurückwabert, dann ist in der Physik

sung verlieren bzw. wenn Sie es schaffen,

von Resilienz die Rede. Wenn eine Stadt

sich nach einer kurzen Phase klassischer

trotz schwerer Naturgewalt die Versor-

Belastungssymptome recht schnell wieder

gungsstrukturen aufrechterhalten kann,

zu fangen.

fall nicht mitsamt seinen besorgten Insassen 70 Meter in die Tiefe stürzt, dann ist in den Ingenieurwissenschaften von Resilienz die Rede. Naja, und wenn Sie eben tagein, tagaus vollgepackt durch den viel zu späten Feierabend huschen, im Hinterkopf noch das absolut verpatzte Meeting nachklingt und am Telefon der Partner wettert, dann ist es psychologische Resilienz, die Ihnen ein abgeklärtes Lächeln ins Gesicht malt.

dann ist in der Urbanistik von Resilienz die AUSGABE 15

22


ON THE EDGE

TEXT | CAROLIN MAKUS ILLUSTRATION | SEDA DEMIRIZ

23

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

INFO

» ES ZEIGT SICH IMMER WIEDER, DASS JEDER EINZELNE UND AUCH GEMEINSCHAFTEN ÜBER DIE NÖTIGEN RESSOURCEN VERFÜGEN, MIT BELASTUNGEN UMZUGEHEN. «

Laut dem Deutschen Resilienz Zentrum (DRZ)

tragen „Stres­

soren wie traumatische Ereignis­ se, belastende Lebensumstände im privaten oder beruflichen Bereich oder körperliche Erkrankungen […] wesentlich zur Entwicklung vieler psychischer Störungen wie Depres­ sionen

oder

Angsterkrankungen

bei. Stressbedingte psychische Stö­

tungen umzugehen. Da wir allerdings auf

rungen betreffen schätzungsweise

alltäglicher Basis geforderter sind denn je,

jedes Jahr 120 Millionen EU-Bürger.

werden psychische Schutz- und Selbsthei-

Das entspricht etwa 30 Prozent der

lungskräfte immer wichtiger, womit auch

Bevölkerung“. Die besondere Pro­

die Rolle von Resilienztraining zunimmt.

blematik hierbei liegt darin, dass

Das DRZ schreibt hierzu: „Durch die zu-

Hilfe meist viel zu spät gesucht und

nehmende Digitalisierung und Komple-

folglich auch erst sehr spät geleistet

xität der Arbeitswelt, die Beschleunigung

wird.

der Arbeitsprozesse und den gleichzeitigen Mangel an Erholungsphasen nehmen Stresserleben und damit wahrscheinlich auch das Risiko der Entwicklung psychi-

Was ist Resilienztraining?

scher Erkrankungen zu.“

Icons: designed by Freepik

Damit Hilfe möglichst effektiv ist und nicht, wie so oft, viel zu spät kommt, ist eine För-

Resilienztraining meint also Übungen, die

derung der psychischen Gesundheit bereits

die psychische und seelische Widerstands-

vor, während oder direkt nach stressigen

kraft fördern, um einerseits weniger stress-

Situationen und Lebensereignissen ratsam.

anfällig zu sein und andererseits möglichst

Es zeigt sich immer wieder, dass jeder Ein-

unbeschwert wieder zum Normalzustand

zelne und auch Gemeinschaften über die

zu gelangen, wenn das Leben einmal Tief-

nötigen Ressourcen verfügen, mit Belas-

schläge ausgeteilt hat.

AUSGABE 15

24


ON THE EDGE

Akzeptanz „Vorbei ist vorbei.“ Optimismus „Alles wird besser.“ Selbstwirksamkeit „Die eigenen Bedürfnisse achten“ Eigenverantwortung „Opferrolle verlassen und eigene Leistungsgrenzen kennen“ Netzwerkorientierung „Hilfe suchen“

Die sieben Schlüssel der Resilienz

Lösungsorientierung

In der Fachliteratur werden zwar verschie-

„Eigene Wünsche entdecken

denste Ansätze diskutiert, doch besteht ein

und aktiv werden“

gewisser Konsens darüber, dass eine gewis-

se Auswahl an Eigenschaften der eigenen Resilienz sehr zuträglich ist. So nennt auch

Zukunftsorientierung

Resilienz Coach und Buch-Autorin Prof. Dr.

„Ziele setzen, Leben planen“

Jutta Heller

, die folgenden Faktoren

die entscheidenden Schlüsselfaktoren des Resilienzkonzepts: 25

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

KOSTENLOS PROBELESEN!

Diese Faktoren können Sie wiederum sehr gut trainieren, z. B. in Online-Kursen, in Form von Gruppentreffen oder mittels entsprechender Literatur und Videos. Wir haben Ihnen hier eine Auswahl an Material zusammengestellt, das Ihnen beim eige-

BUCHTIPP FÜR DIE PFLEGE

nen Resilienztraining helfen soll und Impulse für eine tiefere Recherche gibt.

Pflegefachkräfte haben es schwer: Die beruflichen Belastungen, aber auch die eigenen Anforderungen an sich selbst und andere sind hoch. Deshalb ist es wichtig, Kraft und innere Stärke zu entwickeln, um Krisenzeiten zu meistern. Das Buch „Resilienz in der Pflege“ von Gabriela Kosloswki – studierte praktische Psychologie und psychologische Beratung – beshreibt, was Pflegefachpersonen gegen ihre emotionale Erschöpfung tun können und vermittelt anschaulich Strategien, die sofort umsetzbar sind.

Foto: Macrovector / Freepik

Übrigens: Gabriela Koslowski ist eine der zahlreichen Referenten, die am Deutschen Pflegetag in Berlin vom 14.-16. März 2019 zu Gast sein werden. Tickets und Infos zum Deutschen Pflegetag finden Sie hier: www.deutscher-pflegetag.de

Online Erhältlich AUSGABE 15

26


ON THE EDGE

Mehr über Resilienz erfahren von Prof. Dr. Jutta Heller – Expertin für Veränderungskompetenz und Resilienz

Online-Kurse Auch Krankenkassen haben er­ kannt, dass die Stärkung der inneren Widerstandskräfte durch Resilienz­ trainings wichtig zur Vorbeugung

Über die Autorin

und Behandlung von stressbe­

CAROLIN MAKUS

dingten Erkrankungen sind. Eini­ ge Kassen bieten daher jetzt schon Online-Kurse an wie bspw. die BARMER,

Carolin Makus hat die Wissenschaft des Al­

die zugänglich für

ters und des Alterns studiert. Seit 2015 ist sie

Mit- und Nichtmitglieder sind. Er­

als freie Gerontologin vor allem fachjourna-

kundigen Sie sich daher am besten

listisch aktiv.

auch direkt bei Ihrer Krankenkasse

www.carolinmakus.de

nach passenden Angeboten.

27

LEBENLANG


ANZEIGE

Foto: Marko Milovanović | stocksy

g i z t h c a e t l h #ge f ü

AUSGABE 15

28


Das Beste kommt zum S chluss FOTOS | PATRICIA HAAS

29

& DAVID NASSIM

LEBENLANG


ANZEIGE

#gefühlteachtzig Die Idee hinter der großen Mission: ein Gefühl vom Älterwerden bekommen Solange wir jung und fit sind, unsere besten Jahre leben, denken wir nicht viel über das Alter oder unsere älteren Mitmenschen nach. Wir wissen, es ist der Lauf der Dinge, dass sich der Mensch altersbedingt verändert. Aber wissen wir auch, was das eigentlich bedeutet? LEBENLANG hat sich gemeinsam mit der Allianz Privaten Krankenversicherung einer ganz besonderen Frage gewidmet: Wie fühlt es sich an, 80 Jahre oder älter zu sein? Und was bedeutet diese Erkenntnis für einen selbst und unseren Blick auf die Gesellschaft?

Denn das Alter betrifft jeden Zu verstehen, was das Alter bedeutet, wie es den Körper verändert und welche Möglichkeiten sich für Menschen in unserer Gesellschaft dadurch erschließen oder auch verwehrt bleiben, fällt einem in der Regel eher schwer. Dabei ist es so wichtig, ein Verständnis für das Älterwerden zu bekommen, nicht nur um ältere MitmenAUSGABE 15

30


schen besser zu verstehen, sondern auch um die eigene spätere Zukunft besser einschätzen zu können: Was kommt im Alter auf mich zu? Und was kann ich tun, um meine Gegenwart und Zukunft alterssensibel zu gestalten, sodass wir in einer Gesellschaft leben, in der die Lebensqualität nicht vom Alter abhängig ist?

Start der Mission Die Mission begann schon am Anfang des Jahres auf dem diesjährigen Deutschen Pflegetag

. Am Deutschen Pfle-

getag treffen sich jedes Jahr Tausende Besucher, darunter zum Beispiel viele Alten- und KrankenpflegerInnen. Viele von ihnen beschäftigen sich täglich mit älteren Menschen. Das LEBENLANG-Team hatte am Stand der Allianz Private Krankenversicherung einen Parcours aufgebaut, der die Teilnehmer sich ganz schön alt fühlen ließ. Mithilfe von sogenannten Altersanzügen, die die Testpersonen mal eben gefühlt um 40 Jahre altern lassen, durften die Teilnehmer einen Hindernisparcours

Zu den Erkenntnissen vom Hindernisparcours und dem Deutschen Pflegetag geht es hier lang

absolvieren. Und obwohl der Parcours mit gefühlten 80 Jahren gar nicht so leicht zu bewältigen war, waren die Teilnehmer hellauf begeistert. Denn das erste Mal bekamen sie ein Gefühl und damit auch ein Verständnis dafür, wie es ist, alt zu sein. 31

LEBENLANG


ANZEIGE

Move

Feel

See

Look

Der Workshop über das Älterwerden Nachdem der Parcours mit den Altersan-

Stationen Bewegung, Fühlen, Sehen und

zügen auf so gute Resonanz stieß, spann

Aussehen vermittelt – und das jeweils

das Team von LEBENLANG diese Idee wei-

unter den erschwerten Bedingungen der

ter, und zwar auf vier unterschiedliche

Altersanzüge.

Lebensbereiche, die das Team anhand von Stationen beim Workshop erfahrbar

Neben Mitarbeitern der Allianz Private

machte: MOVE – FEEL – SEE – LOOK. Die

Krankenversicherung haben sich auch

unterschiedlichen Facetten des Älter-

vier neugierige Blogger mit auf die Missi-

werdens wurden den Teilnehmern am

on #gefühlteachtzig gewagt: Anja Hesse-

Workshoptag durch Aufgaben an den

Grunert

AUSGABE 15

32

mit ihrem Lifestyleblog über


Move Zu Paulas Erkenntnissen des Workshops hier lang

Für die Station MOVE und damit für den Teil der Bewegung stand Fitnessbloggerin Paula von Laufvernarrt dem Team zur das Leben um die 40, die DIY-Expertin

Seite. Sie hatte sich für den Workshoptag

Luisa Beck

Übungen überlegt, die die Teilnehmer in

, Interior Design Liebhabe-

rin Sarah Piede terte Paula Krüger

und die sportbegeis-

den Altersanzügen absolvierten. Dabei

.

merkten die Teilnehmer schnell: Bewegungsabläufe, Balance und Beweglich-

In den letzten beiden LEBENLANG-Ausga-

keit sind im Alter stark eingeschränkt.

ben wurden bereits die Stationen MOVE

Der Altersanzug brachte nämlich nicht

und SEE ausführlich vorgestellt. Ein kur-

nur Gewicht auf die Knochen, sondern er

zer Rückblick:

erschwerte durch Gewichte an den Gelenken auch die Bewegungen. 33

LEBENLANG


ANZEIGE

See

Mehr über das Thema Alterssichtigkeit erfahren Sie hier

Weiter ging es mit der Station SEE: Hier drehte sich alles rund um das Sehen und die Wahrnehmung im Alter, denn beides kann sich im Laufe des Lebens stark verändern. Bei vielen Menschen tritt später die sogenannte „Alterssichtigkeit“ in Erscheinung. Kurz gesagt bedeutet das, dass die Sehfähigkeit stark abnimmt und altersbedingte Augenkrankheiten auftreten, die das Sehen und das Sichtfeld stark einschränken. In einem kontrastarm gestalteten Raum trugen die Teilnehmer Simulationsbrillen, die die altersbedingten Sehkrankheiten erstaunlich realitätsnah simulierten. Ein einfacher „Kaffeeklatsch“ mit Tee und Kuchen wurde dadurch auf einmal zu einer kleinen Herausforderung, wie in der letzten Ausgabe AUSGABE 15

zu sehen ist. 34


» Die Einschränkung meiner Augen, die ich durch die Spezialbrillen erfahren musste, waren für mich persönlich am erschreckendsten. Ich bin ein sehr visueller Mensch und fotografiere extrem viel. Wenn ich darüber nachdenke, auf was ich alles verzichten müsste, wenn meine Augen irgendwann nicht mehr mitspielen, dann wird mir ganz anders. Ich kann jetzt die Verzweiflung der älteren Menschen sehr gut nachempfinden. « Sarahs wichtigste Erkenntnis aus dem Workshop

35

LEBENLANG


ANZEIGE

Besonderes Augenmerk auf die Station

Mehr über Sarahs Eindrücke vom Workshop gibt es hier zu lesen.

SEE hatte Sarah von eatbloglove. Sarah ist begeisterter Interior- und Designfan, hat einen Blick für alles Schöne und fotografiert für ihr Leben gern. Der „White Room“ mit seinen Simulationsbrillen hat sie daher sehr zum Nachdenken gebracht, denn auf ihrer Sehfähigkeit beruhen viele ihrer Leidenschaften. Ohne ihren klaren Blick für alles um sie herum würde ein großer Teil von dem wegfallen, was ihr wirklich Freude bereitet. AUSGABE 15

36


37

LEBENLANG


ANZEIGE

AUSGABE 15

38


l e e F

Patin der Station: Bloggerin Luisa von Luloveshandmade

Wenn das Gefühl fehlt

Man kennt die Situationen: Die ältere Dame an der Kasse, die minutenlang versucht, aus ihrem Portemonnaie das Kleingeld rauszusuchen. Der eigene Opa, der für eine kurze SMS auf dem Handy eine gefühlte Ewigkeit braucht. Oder die Oma, die den Haustürschlüssel nur mit Mühe ins Schlüsselloch bekommt. Das sind nur ein paar Beispiele aus dem Alltag, bei denen ältere Menschen einfach etwas mehr Zeit brauchen.

Besonders spannend war der DIY-Teil des Work­ shops für Luisa. Sie steckt voller kreativer Einfälle und entwickelt auf ihrem Blog Luloveshandmade

Gesunden und jungen Menschen kann es in der Welt aber oft nicht schnell genug gehen. Man wartet nur ungern und älteren, langsameren Menschen steht man meist mit großer Ungeduld gegenüber.

bunte Ideen für Bastel- und DIY-Projekte: von filigranen Schmuckstücken bis zu Ka­ lendern und Stifteboxen – es gibt fast nichts, was sie nicht schon mit ihren Händen gebastelt hätte. Von ihr stammte auch die Anleitung für die Pinnwand, die die Teilnehmer am Workshop fertigten.

Beim Workshop #gefühlteachtzig wurde der Spieß umgedreht: Dieses Mal waren es die Teilnehmer, die für alltägliche Dinge plötzlich etwas länger brauchten. Die Finger werden auf einmal unbeweglich und starr, ähnlich wie es bei Erkrankungen der Fall ist, die die Gelenke betreffen, beispielsweise Gicht, Rheuma oder Arthrose. Diese Krankheiten treten mit steigendem Lebensalter in Erscheinung und führen zu schmerzenden Entzündungen oder Verschleiß in den betreffenden Gelenken. 39

LEBENLANG


ANZEIGE

Um das zu verdeutlichen, war ein Bastelprojekt ideal geeignet. An der Station FEEL ging es also vor allem um das Feingefühl in den Fingern. Hier gab es eine kleine DIY-Aufgabe für die Teilnehmer: Es galt, eine kleine praktische Pinnwand zu basteln – aber nicht einfach so, sondern erschwert durch spezielle Handschuhe mit eingenähten Gewichten, die die Beweglichkeit und das Gefühl der Finger verschlechterte. Zusätzlich trugen die Teilnehmer eine starre Nackenkrause, dicke Lärmschützer auf den Ohren und eine Brille, die das Sichtfeld einschränkte und zusätzlich einen schummrigen Blick erzeugte. Das einfache Basteln fiel so deutlich schwerer und die Teilnehmer brauchten um einiges länger, als sie es sonst für ein Projekt dieser Art gebraucht hätten.

#gefühlteachtzig

Aber: Alle Teilnehmer haben es geschafft und sie waren umso stolzer, als sie ihre Pinnwände fertiggestellt hatten.

AUSGABE 15

40


41

LEBENLANG


ANZEIGE

5 Fragen 5 Ant worten

MIT LUISA

W

elches sind die wichtigsten Erkenntnisse, die du

für dich persönlich aus unserem Workshoptag ziehst, auch in Bezug auf deine Leidenschaft des DIY? Der Workshoptag und der dazugehörige Vortrag haben mich auf jeden Fall deutlicher als vorher für den Umgang mit älteren Menschen sensibilisiert. Welche Hürden müssen sie im Alltag meistern? Was ist für sie unmöglich, was für mich noch selbstverständlich erscheint? Wie werden ältere Menschen wahrgenommen? Das sind alles Fragen, auf die ausführlich eingegangen wurde, und ich fand es unglaublich spannend, meinen Blick auf die Welt und den Alltag erweitern zu können.

AUSGABE 15

42


Nicht nur mit Blick auf mein Wissen und meine Empathie hat mich der Workshop bereichert: Dank der Altersanzüge, der Brillen und der Handschuhe an den DIY-Stationen konnten wir am eigenen Leib spüren oder zumindest er-

» Dank der Altersanzüge, der Brillen und der Handschuhe an den DIYStationen konnten wir am eigenen Leib spüren oder zumindest erahnen, wie eingeschränkt man im Alter ist. Daher ist es spannend, sich zu fragen, welche Projekte im hohen Alter überhaupt noch umsetzbar sind. «

ahnen, wie eingeschränkt man im Alter ist. Daher ist es spannend, sich zu fragen, welche DIY-Projekte im hohen Alter überhaupt noch umsetzbar sind. Du bist erfahrene DIYBloggerin und fertigst fast jeden Tag wunderschöne DIY-Projekte. War unser DIY-Projekt trotzdem herausfordernd für dich? Auch wenn ich sehr geübt darin bin, mit meinen

tere Schwerfälligkeit bei Bewe-

Händen und mit Geschick-

gungen imitieren, werden die ein-

lichkeit schöne Dinge zu kreie-

fachsten Handgriffe plötzlich zur

ren, wird das plötzlich ganz schön

enormen Herausforderung.

schwierig, wenn sich die Grundvoraussetzungen ändern. Mit ein-

Sicherlich ist nicht jeder deiner

geschränkter Sicht und schweren

Follower in deinem Alter. Welche

Gewichten am Körper, die die spä-

Impulse hat dir unser Workshop 43

LEBENLANG


ANZEIGE

gegeben, um Projekte für Menschen jedes Alters zu entwickeln? Wenn man auf eine ältere Zielgruppe eingehen möchte, muss man im Hinblick auf kreative Projekte auf jeden Fall die Werkzeuge und die Materialien überdenken, wenn man den Zugang weiterhin barrierefrei gestalten möchte. Die Schritte der Projekte dürfen nicht mehr zu feinmotorisch sein, die Details nicht zu klein, die Werk-

Wie denkst du jetzt darüber: Wie

stoffe nicht zu schwer. Es war sehr

müssen wir als Gesellschaft un-

spannend, sich in eine andere

seren Blick auf das Leben im Al-

Zielgruppe hineinzuversetzen.

ter und das Älterwerden ändern? Toleranz und Empathie sind hier

Gibt es Dinge, auf die du dich

auf jeden Fall die richtigen Stich-

später

worte. Veranstaltungen wie der

im

Alter

vorbereiten

möchtest?

Workshop zum Thema Altern

Ich möchte auf jeden Fall – wie

tragen auf jeden Fall dazu bei.

wahrscheinlich jeder – so lange

„80 für einen Tag“ – das sollte

wie möglich meine Mobilität und

jeder mal ausprobieren, um ein

Unabhängigkeit bewahren. Am

bisschen mehr Verständnis für äl-

besten kann man dafür mit viel

tere Menschen zu üben und um

Bewegung für den Körper und

für ein faires und rücksichtsvol-

Herausforderungen für den Geist

les Miteinander zu sorgen. Wir

vorsorgen. Ein Leben lang Neues

sollten auf jeden Fall die Ängs-

lernen und den Horizont erwei-

te und Wünsche unserer älteren

tern, das hält auf jeden Fall den

Mitmenschen ernst nehmen, und

Verstand frisch und froh, und so

das fängt schon damit an, ihnen

möchte ich leben.

überhaupt zuzuhören.

AUSGABE 15

44


45

LEBENLANG


ANZEIGE

Look » Niemand soll die Falten auf meiner Stirn wegzaubern, die ich durch die Verwunderung angesichts der Schönheit des Lebens bekommen habe; oder die Falten um meinen Mund herum, die zeigen, wie viel ich gelacht und geküsst habe; und auch nicht die Tränensäcke, denn sie erinnern daran, wie viel ich geweint habe. Das sind meine Falten und sie sind schön. « Meryl Streep

AUSGABE 15

46


Das Alter ins Gesicht malen Beim Workshop #gefühlteachtzig oder „80 für einen Tag“ ging es nicht nur um das Fühlen; auch das Sehen spielte beim Event eine große Rolle. Und wer sich alt fühlt, sollte beim Workshop auch mit eigenen Augen zu sehen bekommen, wie man alt aussieht. Die eingeladenen Bloggerinnen hatten daher am Workshoptag an der Station LOOK die Möglichkeit, mithilfe professioneller Unterstützung im Zeitraffer zu altern. Unter den Händen von sechs angehenden Maskenbildnerinnen der Hasso von Hugo Maskenbildnerschule Berlin verwandelten sich Paula, Sarah, Anja und Luisa sowie auch Lydia, Kati und Nadine aus dem Team von LEBENLANG mit jeder Menge Puder, Spezialkleber, Altersflecken-Spray und vielem mehr innerhalb von 90 Minuten in ihre älteren Ichs. Alle waren mehr als fasziniert von dem Ergebnis.

„Making of “ anschauen 47

LEBENLANG


ANZEIGE

AUSGABE 15

48

Luisa vorher


49

Luisa nachher

LEBENLANG


ANZEIGE

AUSGABE 15

50

Anja vorher


51

Anja nachher

LEBENLANG


ANZEIGE

AUSGABE 15

52 Das LEBENLANG-Team nachher


53

LEBENLANG


ANZEIGE

BLOG POSTS

Was auf Social Media los war …

Paula

Luisa

Sarah

Anja

@luloveshandmade

@laufvernarrt

@schoenesleben

@eatbloglove

AUSGABE 15

54


55

LEBENLANG


ANZEIGE

Man ist so

alt U wie Fühlt

man sich

Wandel – das nicht nur im technischen oder di-

gitalen Sinne, sondern auch demografisch. Was das genau für unsere gesellschaftliche Zukunft bedeutet, wird vielerorts diskutiert. Jeder hat ein vages Bild im Kopf, was der demografische Wandel bedeutet: mehr alte als junge Menschen, unsichere Rente, längere Lebensarbeitszeiten ... Politiker, Gesundheits- und Wirtschaftsökonomen stellen ihre Prognosen auf und führen Studien durch, um die Auswirkungen des demografischen Wandels und der veränderten Altersstruktur möglichst genau abschätzen zu können. Dabei geht es beim demografischen Wandel bei Weitem nicht mehr um reine Zukunftsprognosen. Der Wandel ist bereits Gegenwart. Schon heute spüren wir die Veränderungen.

ICONS | LLUISA IBORRA AUSGABE 15

nsere Gesellschaft ist im

56


57

LEBENLANG


ANZEIGE

Bevölke­r ung

© Statista 2018

Bevölkerung – Zahl der Einwohner in Deutschland nach Altersgruppen am 31. Dezember 2017 (in Millionen)

0,79 Unter 1 Jahr

3,9 1–5 Jahre

6,59

2,37

6–14 Jahre

15,75

15 –17 Jahre

24,1

18 –20 Jahre

17,71 5,38

3,68

21 –24 Jahre

2,63

25–39 Jahre

40 –59 Jahre

60 –64 Jahre

65 Jahre und älter

» Eine heute 65-Jährige hat im Durchschnitt noch eine Lebens­ erwartung von ca. 20 Jahren, ein gleich­a ltriger Mann im Schnitt von 17 Jahren.1 «

Wir verändern uns: der demografische Wandel Die Verteilung der Bevölkerungsschichten hat sich in Deutschland bereits verschoben. Die älteren Menschen überwiegen zahlenmäßig die jüngeren, die Lebenserwartung steigt, während die Geburtenrate sinkt. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Vor allem die positive Entwicklung, dass wir Menschen immer länger leben, also die sinkende Sterblichkeit der Alters-

Quelle: Statistisches Bundesamt, Demografie-Portal des Bundes und der Länder. PDF herunterladen

1

gruppe der über 65-Jährigen, wirkt sich

2

 uelle: „Demographischer Wandel: Wahrnehmung und Einschätzung der Q Bevölkerung“, Oktober 2017. PDF herunterladen

3

 IA-Studie 2017 „Einzigartigkeit des Alterns“ des Meinungs­forschungs­ D instituts Insa-­Consulere und des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

auf den demografischen Wandel, was sich wiederum in den Statistiken niederschlägt. AUSGABE 15

58


die der Bertelsmann Stiftung schätzen

Die gute Nachricht: die Älteren fühlen sich besser, als man denkt

65 % den demografischen Wandel eher

Vor Kurzem wurde im Bundesministerium

als Risiko ein, weniger als Chance.2 Fast

für Gesundheit eine Studie vom „Deut-

zwei Drittel denken dabei primär an Al-

schen Institut für Altersvorsorge“ (DIA)

tersarmut – trotz längerer Lebensarbeits-

vorgestellt, die zeigt, dass die Vorstel-

zeiten –, schlechte Pflege und steigende

lung, die wir vom Alter haben, regelrecht

Rentenbeiträge. Die Veränderung hin zu

veraltet ist. Für die neue DIA-50plus-Stu-

einer alternden Gesellschaft scheint we-

die „Einzigartigkeit des Alterns“ wurden

nig positiv behaftet zu sein. Das Alter

Menschen über das Alter befragt.3 Dabei

macht uns Angst. Aber warum ist das so?

kam überraschenderweise heraus: Die

Und empfindet die heutige Altersgruppe

Deutschen fühlen sich jünger, als sie sind,

Von den Befragten einer aktuellen Stu-

der über 65-Jährigen überhaupt so?

Ab wann ist man alt?

Erst einmal ist es doch etwas Gutes, dass die Lebenserwartung steigt und Menschen immer länger leben. Generell hat Deutschland eine gute ge-

Über 4 0-Jährige sagen: ab 60 Jahren

sundheitliche und medizinische Versorgung. Das Angebot an Vorsorge und präventiven

Unter 4 0-Jährige hingegen: ab 70 Jahren

Maßnahmen, die die Gesundheit erhalten oder gar verbessern, nimmt zu. Hygiene, Ernährung und

im Schnitt sogar zehn Jahre. Die Befra-

die Wohnsituation verbessern sich ste-

gung belegt zudem: Den Älteren, Senio-

tig. Die dadurch gewonnenen Jahre sind

ren und Rentnern geht es besser als ge-

daher zum größten Teil auch gesunde

dacht, zumindest schätzen die befragten

Lebensjahre, die die Lebensqualität stei-

über 70-Jährigen ihre Lebensqualität zu

gern. Jahre, die aktiv genutzt und gelebt

60 % als gut ein. Bei den unter 30-Jähri-

werden dürfen. Die Befürchtung, dass äl-

gen, die befragt wurden, denken hinge-

tere Menschen den jüngeren immer mehr

gen nur 46 %, dass die Lebensqualität der

zur Last fallen werden, kann laut den neu-

Senioren gut sei. Die jüngeren haben also

en Studien daher abgeschwächt werden.

eigentlich ein verzerrtes Bild von den Älteren, denn die fühlen sich fitter und wohler, als man denkt. 59

LEBENLANG


ANZEIGE

50 %

Ein gemeinsamer Wunsch: selbstbestimmt leben

75 %

Für die meisten lebt es sich im Alter gut und sie sind zufrieden mit ihrer Lebensqualität. Immer wichtiger wird zudem das Thema Selbstbestimmtheit im Alter. Denn

Jeder zweite Mann und drei von vier Frauen werden pflegebedürftig.1

7 Jahre

was nützen einem die gewonnenen Jahre, wenn man selbst nicht darüber entscheiden kann, wo und wie man lebt? Wenn die finanziellen Mittel fehlen, um den persönlichen und individuellen Anspruch an Lebensqualität ausleben zu können? Die Studie der Bertelsmann Stiftung kann

6 Jahre

das belegen: 94 % der befragten Senioren wünschen sich, so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben zu können und damit auch ihren Alltag selbst zu bestimmen – dieser Wunsch steigt zudem

Durchschnittliche Pflegedauer ab Pflege­e intritt für jedes Alter 2

mit zunehmendem Alter. Doch eine Angst schränkt diesen Wunsch ein, denn laut der Befragung befürchten 30 %, dass im Alter niemand da sein wird, der sie pflegt, und sie dann notgedrungen in ein Heim ziehen müssen.

ca. 1,6 Mio. Menschen leben in Deutschland mit einer Demenz­e rkrarnkung

Die Besorgnis vor einer eintretenden Pfle-

Pro Jahr gibt es 300.000 Neuerkran­k ungen; Schätzungen für 2050: über 3 Mio. Erkrankte. 3

denn gepflegt werden müssen die meis-

gebedürftigkeit ist nicht unbegründet, ten von uns irgendwann. Deshalb ist es umso wichtiger, sich für so einen Fall zu wappnen und sich bereits früh Gedanken darüber zu machen: Wie will ich im Alter leben? Nur so können wir sichergehen, dass die Lebensqualität eben keine Frage des Alters ist, sondern eine Sache der ei-

Quelle: BARMER GEK Pflegereport 2016 | BARMER GEK Pflegereport 2015 | 3 Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.

1

AUSGABE 15

2

genen Entscheidung. 60


» 94 % der befragten Senioren wünschen sich, so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben zu können und damit auch ihren Alltag selbst zu bestimmen. «

61

LEBENLANG


ANZEIGE

» Leben nach meinen Vorstellungen «

AUSGABE 15

62


Was ist, wenn ich irgendwann mal nicht mehr so kann, wie ich will? Wenn mein Körper nicht mehr mitmacht und ich den Haushalt allein nicht mehr schaffe? Was ist, wenn ich Hilfe im Alltag benötige? Diese Fragen beschäftigen jeden früher oder später einmal. Denn auch wenn es einem lange Zeit gut geht, kann es schnell passieren, dass man Pflege benötigt. Wer rechtzeitig Antworten auf diese Fragen findet, hat gute Chancen, auch im Alter selbstbestimmt und nach seinen eigenen Vorstellungen zu leben, ohne dabei Kompromisse eingehen zu müssen. 63

LEBENLANG


ANZEIGE

W

ichtig ist es daher im ersten Schritt,

Ihr Zuhause wichtig?

sich einen Überblick über die ver-

Im eigenen Zuhause möglichst selbstständig leben

schiedenen Wohnformen zu schaffen. Die Allianz stellt Ihnen hier

die drei wich-

tigsten Wohnformen für Pflegebedürftige

Jenseits von Pflegeheimen gibt es ein

vor und gibt Tipps, wie diese finanziert

vielfältiges Angebot für all diejenigen,

werden können. Generell sollten Sie sich

die so lange wie möglich weitestgehend

bei der Wahl der Wohnform immer die

selbstständig im eigenen Zuhause le-

Frage stellen: Was ist Ihnen für später und

ben möchten. Sie wollen später auf den Blick in Ihren eigenen Gar-

» Was ist Ihnen für später und Ihr Zuhause wichtig? «

ten nicht verzichten und Ihre Nachbarschaft

nicht

mis-

sen? Dann entscheiden Sie sich am besten für die häusliche Pflege

und suchen

Sie sich einen ambulanten Pflegedienst. Dieser kommt zu Ihnen nach Hause und unterstützt Sie bei alltäglichen Dingen. Denn nicht immer können Angehörige einspringen und die Grundversorgung

übernehmen.

Mit der richtigen Vorsorge, wie zum Beispiel der Pflegezusatzversicherung PflegetagegeldBest

(mit Ta-

gessatz von bis zu 150 Euro zur freien Verfügung) und dem Baustein „ambulante Erhöhung“, ist das Wohnen in den eigenen vier Wänden bis ins hohe Alter möglich.

AUSGABE 15

64


Zusätzlich können Sie nach dem Baukas-

zulässt – auch zum Kauf. Neben dem Tarif

tenprinzip auch den Zusatzbaustein „Ein-

PflegetagegeldBest bietet sich hierfür

malauszahlung“ wählen, um damit not-

auch die Pflegerentenversicherung Pfle-

wendige Umbauten

gePolice Flexi

wie zum Beispiel

an, mit der Sie und Ihre

einen Treppenlift oder ein ebenerdiges

Familie für den Pflegefall finanziell vor-

Bad in Ihrem Zuhause zu finanzieren. So

sorgen können.

sichern Sie sich im Pflegefall ab dem Pflegegrad 2 eine Einmalauszahlung von bis zu 15.000 Euro.

» Mit der richtigen Vorsorge ist das Wohnen in den eigenen vier Wänden bis ins hohe Alter möglich. «

Selbstständig leben, aber bei Bedarf jederzeit auf sichere Hilfe zählen können Wenn Sie sich nach Gesellschaft sehnen, sind Sie am besten in (betreuten) Wohngemeinschaften oder Mehrgenerationenhäusern

aufgehoben. Hier leben

Sie in Ihrem eigenen Haushalt und genießen eine gewisse Unabhängigkeit, können aber bei Bedarf die nötige Betreuung und Pflege bekommen, die Sie sich persönlich wünschen. Angebote für betreutes Wohnen gibt es zur Miete oder – wenn die Finanzierung es

BERECHNEN SIE JETZT EINFACH ONLINE DEN BEITRAG FÜR IHRE PRIVATE PFLEGEVORSORGE.

zum PflegetagegeldBest zur Pflegerente 65

LEBENLANG


ANZEIGE

Keine häuslichen Verpflichtungen, dafür eine Rundumbetreuung Zieht man Umfragen heran, wie die Deut-

gebedürftigkeit führt oftmals jedoch kein

schen im Alter gern leben wollen, fällt

Weg daran vorbei. Doch das Klischee vom

vor allem ein Satz: „Hauptsache nicht im

Pflegeheim trifft nicht immer zu. Es gibt

Pflegeheim.“ Bei fortgeschrittener Pfle-

durchaus schöne Einrichtungen, die nicht an Krankenhäuser erinnern und die Pflegebedürftigen

» Die gesetzliche Pflege­ versicherung fängt bei Weitem nicht alles ab, was an Kosten im Falle einer Pflegebedürftigkeit anfällt. «

gut versorgen. Diese Häuser heißen dann gern Seniorenresidenz oder Wohnstift

.

Sie sind für alle Menschen die richtige Adresse, die bereits einen großen Teil ihrer Selbstständigkeit eingebüßt haben oder aber einfach das Gefühl haben wollen, an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden lang Hilfe bekommen zu können. Im Tarif PflegetagegeldBest sind bei stationärer Pflege bereits ab Pflegegrad 2 100 % des vereinbarten Tagessatzes abgesichert. Bei einem vereinbarten Tagessatz von beispielsweise 60 Euro erhalten Sie also 1.800 Euro monatlich.

Was ist finanziell möglich? Bei der Frage, wie man im Alter leben will, geht es zwangsläufig auch um die AUSGABE 15

66


1

Quelle: Die Daten entstammen einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) im November 2018 auf eine Frage im Bundestag.

Im Vergleich: durchschnittlich errechnete Pflegekosten und gesetzliche Leistungen

Frage, was man sich leisten kann. Die ge-

Aktuelle Zahlen des Bundesgesundheits-

setzliche Pflegeversicherung fängt bei

ministeriums zeigen, dass der durch-

Weitem nicht alle Kosten ab, die bei einer

schnittliche monatliche Eigenanteil für

Pflegebedürftigkeit entstehen. Um die

die reine Pflege bei 602,13 Euro liegt.1 Hin-

Lebensqualität im Alter zu erhalten bzw.

zu kommen die Kosten für Unterkunft und

bestmöglich leben zu können, sollten Sie

Verpflegung. So landet man schnell bei

die Lücke zwischen der gesetzlichen Ab-

hohen Kosten, die die finanziellen Mög-

sicherung und den tatsächlichen Kosten

lichkeiten vieler übersteigen. Pro Monat

im Pflegebedarf mit einer Zusatzversi-

schlägt ein Pflegeheimplatz in Deutsch-

cherung wie dem PflegetagegeldBest

land mit durchschnittlich 3.000 Euro zu

oder der PflegePolice Flexi

Buche, wovon die gesetzliche Pflegever-

schließen. 67

LEBENLANG


ANZEIGE

sicherung für etwa die Hälfte aufkommt.

den, falls sie keine anderen finanziellen

Den Rest müssen die Betroffenen aus ei-

Rücklagen mehr haben. Um sich davor zu

gener Tasche bezahlen. Ob die tatsäch-

schützen, ist eine private Pflegeversiche-

lichen Kosten darüber oder darunter lie-

rung

gen, hängt unter anderem vom Heim, der

Pflege später nicht zur Last für Ihre Kin-

Zimmerausstattung, dem Standort und

der wird. Denn wussten Sie, dass Kinder

dem Bundesland ab.

unter bestimmten Voraussetzungen ih-

ratsam. Auch damit Ihre nötige

ren Eltern gegenüber zum Unterhalt ver)? Das

Wer noch zu Hause zurechtkommt,

pflichtet sind (Elternunterhalt

braucht vermutlich ambulante Pflege,

bedeutet, dass Ihre Kinder für einen Teil

und auch die kann teuer werden. Zwar

der Kosten aufkommen müssen.

erhalten Pflegebedürftige aus der gesetzlichen Versicherung entweder Pflegesachleistungen, wozu die Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst gehört, oder Pflegegeld, wenn Angehörige die Pflege übernehmen. Jedoch sollten Sie bedenken, dass diese Mittel in der Regel nicht ausreichend sind.

» Wie kann ich welche Leistung beantragen und welche Zusatz­versiche­ rung ist die richtige für mich? «

Individuelle Vorsorge Um den Eigenanteil für die Pflegekosten zu decken, müssen die Bewohner auch ihr Vermögen in Form von Haus, Aktien und sonstigem Eigentum zur Bezahlung der Heimkosten verwenAUSGABE 15

68


Meistens tritt der Pflegefall sehr abrupt ein.

Lösungen, wenn es darauf ankommt – auch für Angehörige

Die Allianz steht Ihnen rund um das Thema Pflege zur Seite und hat für Sie hilfreiche In­ formationen zusammengestellt, die jederzeit abrufbar sind.

Wer pflegebedürftig wird, muss sich erst einmal durch einen dichten Antragsdschungel schlagen und hat

» Sie benötigen Unterstützung

unzählige Fragen. Mit dem Allianz

und praktische Hilfestellun­

PflegetagegeldBest und der PflegePolice Flexi sowie Pfle­geRente gegen Einmalbeitrag können Sie sich

RATGEBER ZUM DOWNLOAD

gen, um wichtige Entschei­ dungen für Ihre pflegerische Zukunft zu treffen? Dann kann

jederzeit auf umfangreiche Service-

Ihnen der Ratgeber Pflege der

und Assistanceleistungen

Allianz als erste Orientierung

durch

dienen.

den Partner WDS.care verlassen – nicht nur im Pflegefall. Sie und Ihre nahen Angehörigen, das heißt Eltern, Kinder, Enkel, Groß- und Schwiege-

» Weiterführende Informationen

reltern, Ehe- oder Lebenspartner,

zum Thema Pflege bekommen

können Pflege Assistance Leistungen, wie etwa persönliche Beratung und Organisation rund um die Pfle-

ADRESSEN ZUM DOWNLOAD

Sie auch bei zahlreichen Ver­ bänden und Institutionen. Die Allianz hat ein paar der wich­ tigsten für Sie gesammelt.

ge und Vermittlung von Pflegeservices, in Anspruch nehmen.

» Sie haben sich persönlich be­ reits für das Pflegeheim als

Schritt für Schritt in Ihre pflegerische Zukunft

CHECKLISTE ZUM DOWNLOAD

Wohnform

entschieden?

Es

gibt ein paar Kriterien, die die Vorauswahl

des

passenden

Heims vereinfachen. Die Allianz hat für Sie eine praktische Checkliste zusammengestellt, die die Wahl erleichtert.

69

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

Plรถtzlicher Pflegefall, und jetzt?

Foto: Arnel Hasanovic

Was ich als Angehรถriger aus der Ferne tun kann ...

TEXT | SWANTJE PUIN

AUSGABE 15

70


ON THE EDGE

Deutschland wird älter. Es fehlt an Pflegepersonal und mit wachsender Altersarmut auch an nötigen finanziellen Mitteln. Pflege und Hilfe für Senioren übernehmen immer häufiger die eigenen Kinder. Doch was tun, wenn diese nicht am gleichen Wohnort leben?

V

iele Eltern sind lange erstaunlich fit. Doch dann kommt plötzlich die

Nachricht: ein Sturz, ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall, Krebs, Demenz oder einfach Altersschwäche. Eine Situation, die alle Angehörigen und auch die Eltern am liebsten im Vorfeld verdrängen. Und die dann umso hilfloser sind, wenn der Ernstfall eintritt. Was tun, wenn der eigene Wohnort weiter entfernt ist und sie nicht „mal eben nach dem Rechten schauen“ und Unterstützung leisten können? Damit dieses Szenario nicht zur Zerreißprobe wird, ist es ratsam, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und die richtigen Anlaufstellen zu kennen.

71

LEBENLANG


Erste Hilfe

Gute Vorbereitung

Trifft der Ernstfall ein, finden Angehöri-

Idealerweise bereitet man sich bereits im

ge aus der Ferne online sowie telefonisch

Vorfeld auf den Ernstfall vor. Ratsam ist,

schnell Hilfe bei den Anlaufstellen der

sich beim nächsten Besuch der Eltern über

Gemeinde: Kommunale Behörden bieten

eventuelle gesundheitliche oder Sicher-

in der Regel verschiedene Pflegebera-

heitsprobleme zu informieren. Gemein-

tungen und Pflegedienste an. Einfach zu

sam sollten sie notwendige medizinische,

finden sind diese in einer Suchmaschi-

finanzielle und juristische Unterlagen zu-

ne wie Google mit der Begriffseingabe

sammenstellen: Wer sind die behandeln-

„Pflegeberatung“ und den Namen der

den Ärzte? Welche Medikamente werden

Kommune. Darüber hinaus gibt es, von

eingenommen? Wo befinden sich die Un-

den Bundesländern initiiert‚ sogenannte

terlagen über Versicherungen? Wie sieht

„Pflegestützpunkte“, die über alles Wich-

es mit den rechtlichen Vorsorgeformen

tige informieren sowie Antragsformulare

und der Vermögenslage aus? Ist der All-

oder konkrete Hilfestellungen liefern.

tag noch zu bewältigen oder ist es bereits

AUSGABE 15

72

Foto: rawpixel

UNDER PRESSURE


ON THE EDGE

sinnvoll, häusliche Unterstützung durch eine Pflegestufe zu beantragen? Hilfreich ist zudem eine Liste der Personen und ihrer Kontaktdaten, die in der Nähe helfen könnten und ansprechbar sind, wenn die

» DAMIT DIESES SZENARIO NICHT ZUR ZERREISSPROBE WIRD, IST ES RATSAM, SICH FRÜHZEITIG MIT DEM THEMA AUSEINANDERZUSETZEN. «

Eltern nicht zu erreichen sind. Und wo ist ein Zweitschlüssel außerhalb der Wohnstätte deponiert? Erkenntnisse aus der Alterspsychologie verdeutlichen zudem, dass eine regelmäßige feste Verabredung sowohl Eltern als auch Kindern guttut, weil diese Sicherheit bietet. Etwa die Vereinbarung, jeden Donnerstagabend anzurufen.

Berufliche Auszeit Ab Eintritt der Pflegesituation können in Deutschland lebende Angehörige außerdem eine berufliche Freistellung für bis zu zehn Tage erbitten, um sich um die Erstversorgung und die weitere Planung der Pflege zu kümmern. Für diese Zeit

Sonderkündigungsschutz genießen und

steht ihnen das Pflegeunterstützungsgeld

der Arbeit ganz fern bleiben können. Die-

zu, das bei der Pflegekasse der Pflegebe-

ser Anspruch gilt jedoch nur in einem Un-

dürftigen beantragt wird. Eine wichtige

ternehmen ab 15 Angestellten. Und auch

Voraussetzung für die Genehmigung ist,

dann gibt es keine Lohnfortzahlung. Ein

dass der Angehörige einer Pflegestufe zu-

finanzieller Ausgleich lässt sich eventu-

geordnet ist.

ell über das Beantragen von Pflegegeld bei der Pflegeversicherung der Betroffe-

Angehörige selbst pflegen

nen erzielen. Die Höhe des Pflegegelds

Entscheiden sich Angehörige nach den

errechnet sich aus dem Pflegegrad, der

ersten

beruflichen

dem Versicherten zugewiesen ist. Dau-

Freistellung weiterhin die Pflege oder ei-

ert der Pflegebedarf über sechs Monate,

nen Teil vor Ort zu übernehmen, haben

lässt sich für bis zu 24 Monate die Fami-

sie laut Pflegezeitgesetz Anspruch auf

lienpflegezeit nutzen. Sie ist als finan-

bis zu sechs Monate Pflegezeit, in der sie

zielle Unterstützung für pflegende An-

zehn

Tagen

der

73

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

gehörige

im

» DOCH GLEICHZEITIG IST ES WICHTIG, DEN ELTERN KLARZUMACHEN, DASS IHNEN DIE UNTERSTÜTZUNG HILFT, UNABHÄNGIG ZU BLEIBEN. «

Familienpflegezeitgesetz

geregelt. Die Voraussetzung ist, dass Angehörige pro Woche mindestens 15 Stunden bei ihrem Arbeitgeber tätig sind. Um den Verdienstausfall während der Pflege- und Familienzeit auszugleichen, kann ein zinsloses, staatliches Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFZA) beantragt werden. Eine weitere Freistellung für bis zu drei Monate sichert das Pflegezeitgesetz zu, um Angehörigen die letzten Wochen oder Monate möglichst angenehm zu gestalten.

Sensibles Thema „Du siehst mich wohl schon mit dem halben Bein im Grab?!“ Viele Ältere reagieren empört und fühlen sich von ihren Kindern geradezu entmündigt, wenn man sie

Über die Autorin

im Vorfeld auf diese Themen anspricht.

SWANTJE PUIN

Frisch frisiert, mit extra festem Händedruck begrüßen sie dann den Gutachter

Swantje Puin studierte Politik- und Medien­

für die Einstufung in eine Pflegestufe und

wissenschaft mit zusätzlicher Ausbildung zur

verhalten sich so, als könnten sie locker

PR-Referentin. Seit 2007 arbeitet sie bundes-

noch beim nächsten Inlineskate-Wettbe-

weit als freie Redakteurin und Texterin mit

werb mitmachen. Respekt. Doch gleich-

Sitz in Hannover. Ihr Angebot umfasst – von

zeitig ist es wichtig, den Eltern klarzuma-

der konzeptionellen Idee über frischen Con­

chen, dass ihnen die Unterstützung hilft,

tent für On- und Offline-Medien bis hin zum

unabhängig zu bleiben. Und dass auch

Lektorat – die zielgruppenaffine Ansprache mit Text.

Sie als Angehöriger ein sorgenfreieres

www.medien-am-markt.de

Leben führen, wenn diese Dinge geklärt sind. AUSGABE 15

74


ON THE EDGE

TIPPS ww

Schnelle Hilfe im Netz Aktuelles, Tipps und spannende Anregungen rund um Pflege, Betreuung und pflegende Angehörige finden Sie auf: www.pflegen-online.de Umfangreiche Informationen von Anbietervergleichen zur Altenpflege über barrierefreies Wohnen und der Er­ klärung der Pflegegrade bis hin zu Vordrucken gibt es hier: www.pflege.de In der Datenbank des Zentrums für Qualität in der Pfle­ ge (ZQP) lassen sich alle gelisteten Pflegestützpunkte nach Postleitzahl nachschlagen: www.bdb.zqp.de Pflegeberatung lässt sich auch im lokalen Online-Bran­ chenführer finden: www.golocal.de Der Verband Pflegehilfe bietet deutschlandweit Hilfe bei der Suche nach Pflegeanbietern und Unterstützungs­ angeboten für Senioren: www.pflegehilfe.org Das bundesweite Pflegenetzwerk hilft Dienstleister und Antworten zu finden: www.pflegenetzwerk.com

75

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

VORSORGLICHE DOKUMENTE FรœR DEN ERNSTFALL

Foto: Macrovector / Freepik

Familienangehรถrige entlasten

AUSGABE 15

76


ON THE EDGE

TEXT | ALEXANDER KORDS

Im einen Moment kann das Leben noch sorglos sein, und im nächsten können schwarze Wolken aufziehen – nämlich dann, wenn ein naher Verwandter einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt erleidet. Als wäre die Sorge um den Betroffenen nicht Last genug, gilt es dann, möglichst schnell in relevanten Fragen Klarheit zu haben. Um die Familienangehörigen in solchen dramatischen Zeiten nicht unnötig unter Druck zu setzen, sollten bereits einige Vorsorgedokumente vorhanden sein. Wir haben die wichtigsten für Sie zusammengefasst. 77

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

Die Patientenverfügung

Die Betreuungsverfügung

Zu diesen wichtigen Schriftstücken ge-

Ist nach der Krankheit eine Pflege nötig,

hört etwa die Patientenverfügung. In der

dann hilft eine Betreuungsverfügung da-

wird geklärt, wie mit der erkrankten Per-

bei, die eigenen Wünsche in dieser Hin-

son medizinisch umzugehen ist, wenn sie

sicht abzuklären. In diesem Schriftstück

selbst nicht mehr in der Lage ist, Entschei-

notiert man beispielsweise, womit man

dungen zu treffen oder diese mitzuteilen.

am liebsten den Tag verbringt oder wie

Enthalten sein können darin etwa Vorga-

das eigene Zimmer gestaltet sein sollte.

ben zu lebenserhaltenden Maßnahmen,

Die Verfügung hilft dem Pfleger dabei,

künstlicher Ernährung oder Beatmung

die individuelle Betreuung zu gestalten

sowie Wiederbelebung. Der behandeln-

– auch für den Fall, dass die Verwandten

de Arzt ist an die Patientenverfügung ge-

über bestimmte Vorlieben nicht Bescheid

bunden. Hat der Patient keine erstellt,

wissen.

dann müssen sich Arzt und gesetzlicher Vertreter auf eine Behandlung

TIPPS

einigen. Ist eine solche Einigung nicht möglich, dann benötigt der Vertreter eine Genehmigung durch das Betreuungsgericht, um

Das Bundesministerium der Justiz und

den mutmaßlichen Willen des Pa-

für Verbraucherschutz (BMJV) hat vie­

tienten durchzusetzen.

le Formulare oder verschiedene Text­ bausteine zusammengestellt, die das Verfassen der jeweiligen Dokumente erleichtert: Hier entlang Noch leichter geht es mit Affilio, denn hier können Sie online ganz einfach die Vorsorgedokumente erstellen, die zu­ sätzlich auch mit hilfreichen Erklärun­

Foto: Macrovector | freepik

gen versehen sind: Jetzt erstellen

AUSGABE 15

78


ON THE EDGE

Das Testament

Sorgerechtsverfügung

Sollte der Betroffene tragischerweise an

Ist man alleinerziehend und hinterlässt

den Folgen von Herzinfarkt oder Schlag-

ein minderjähriges Kind, dann sollte man

anfall versterben, dann regelt das deut-

eine Sorgerechtsverfügung erstellen. In

sche Gesetz klar, wer sein Vermögen

dieser benennt man den gewünschten

erbt – es sei denn, es liegt ein gültiges

Vormund für seinen Nachwuchs. Tut man

Testament vor. Man kann das Testament

dies nicht, dann wird der überlebende El-

selbstständig verfassen, dann muss es

ternteil gerichtlich zum Vormund erklärt.

handschriftlich und unterschrieben sowie

Das zuständige Betreuungsgericht ist

mit der Überschrift „Testament“ und der

nicht an den Inhalt der Sorgerechtsver-

eigenen Unterschrift versehen sein. Lässt

fügung gebunden. Allerdings wird es die-

man seinen letzten Willen von einem

ser in aller Regel nachkommen, wenn es

Rechtsanwalt oder einem Notar erstel-

keine Bedenken hinsichtlich der Eignung

len, dann sollte er jedoch gedruckt sein.

des potentiellen Vormunds gibt.

Vor allem wenn Besitztümer von großem Wert zu vererben sind und/ oder viele potentiell begünstigte Personen existieren, empfiehlt es sich, diese Angelegenheiten durch ein Testament zu regeln.

Die Vorsorgevollmacht Wichtiger als die Patientenverfügung ist meist die Vorsorgevollmacht. Mit der regelt man, welche Person Entscheidungen

Über den Autor

trifft, wenn man selbst dies nicht tun kann.

ALEXANDER KORDS

Der Unterschied zur Patientenverfügung ist der, dass die Vorsorgevollmacht vor

Alexander Kords, studierter Sprach-

allem nicht-medizinische Angelegenhei-

wissenschaftler und Philosoph, ist

ten abdeckt. Hat man keine Vollmacht

seit 2011 als Redakteur tätig. Mit

erteilt, dann setzt das zuständige Amts-

Frau und zwei Kindern lebt er in

gericht einen Bevollmächtigten ein. Das

Gyula (Ungarn).

kann ein Verwandter des Patienten sein,

www.kords.net

aber auch eine Person, die nicht zur Familie gehört. 79

LEBENLANG


Foto: MEISTER

ANZEIGE

AUSGABE 15

80


FOTOS | JUTTA JUNGE

Unter dem Motto „Helfen für ein Lächeln“ verhelfen Fußbodenspezialist Meister und Werkzeughersteller Bosch Bedürftigen zu neuen Bodenbelägen. Dieses Mal wurde der Wunsch einer alten Dame nach einem neuen Bodenbelag für ihr Häuschen erfüllt.

Neuer Boden für die Gute Sache

Die meisten Menschen wollen im eigenen Heim alt werden. Was voraussetzt, dass sie sich sicher und komfortabel darin bewegen können. Der Bodenbelag spielt dabei eine entscheidende Rolle, doch die Erneuerung kostet Geld, das viele nicht haben. Wir haben dazu aufgerufen, uns einen älteren Menschen zu nennen, der gerne einen neuen Bodenbelag hätte. Das Los entschied: Sigrid S. (79) aus Glücksburg ist die Gewinnerin. Nun hieß es für uns, die Aktion zu organisieren und durchzuführen. Am 15. November war es so weit: 81

LEBENLANG


ANZEIGE

Das „Helfen für ein Lächeln“-Team (v. l. n. r.): Anna Dau von „genau“, Erika K., Rebecca und Michael, Lasse Drews, Leitung Key Account bei der Schlüterschen Verlags­ gesellschaft.

10.15 Uhr

Das Team ist angekommen. Sigrid S. erwartet die Helfer gemeinsam mit Amira, ihrem kleinen Hund. Nachbarin Erika K. hatte sich im Namen von Sigrid beworben, die seit vielen Jahren in einem Häuschen mit Blick auf die Flensburger Förde wohnt – be-

6.30 Uhr

scheiden, auf kleinstem Raum, mit nur

Das Team, bestehend aus Tischlerin Re-

einem Ofen für die Beheizung, aber ge-

becca und Tischler Michael von der Fach-

mütlich und zufrieden. Nur ein neuer Bo-

schule Holztechnik & Gestaltung Hildes-

denbelag wäre schon schön, denn der

heim sowie den Redaktionskollegen des

alte Teppichboden hat seine besten Jah-

Fachmagazins „genau“ Anna, Lasse und

re schon lange hinter sich.

Jutta fährt in Hannover los. Außerdem an Bord: das benötigte Profi-Werkzeug von

Diesen Wunsch möchte Meister ihr nun

Bosch.

erfüllen. Vorab hatte sie den Bodenbelag ausgewählt: „Ich wollte nichts Dunk-

Parallel hat Meister dafür gesorgt, dass

les“, meint sie, „und weil ich den Namen

das benötigte Material rechtzeitig vor Ort

so schön finde, habe ich mich für ‚Polar­

ist.

eiche‘

AUSGABE 15

82

entschieden.“ Dass der neue


Die Dämmunterlage MEISTER-SilenceGrip sorgt für Trittschallre­ duzierung und gelenk­ schonenden Gehkomfort.

Sigrid und Amira sind schon etwas aufgeregt und neugierig auf das, was in ihren vier Wän­ den passiert.

10.30 Uhr

Weil fleißige Helfer vorab schon den alten Bodenbelag entfernt haben, können Rebecca und Michael sofort die Ärmel hochkrempeln und loslegen. Zunächst wird

die

SilenceGrip

Dämmunterlage

MEISTER-

sorgfältig verlegt. Das

Bodenbelag aber so gut aussieht und so-

Material sorgt für eine dauerhafte Tritt-

gar über eine täuschend echte Holzstruk-

schallreduzierung durch hohes Eigenge-

tur verfügt, hat sie nicht erwartet.

wicht und – besonders wichtig – für ge-

Sie und Hündchen Amira dürfen sich nun

lenkschonenden Gehkomfort.

kurzzeitig bei der netten Nachbarin ein-

Wegen vieler Ecken, Kanten, Winkel und

quartieren und bei Kaffee und Kuchen auf

unebener Wände wird die Verlegung

das Ergebnis warten.

des Designbodens zu einer echten He83

LEBENLANG


ANZEIGE

freut sich über die entstandene großzügige Fläche und Helligkeit, zieht gleich ihre Schuhe aus und findet die Haptik einfach

Die Befestigung der Leisten war dank Pro­ fi-Werkzeug von Bosch schnell erledigt.

nur angenehm und fußwarm. Dass der Bodenbelag auch noch so pflegeleicht ist, begeistert sie sehr. Amira schaut zwar noch etwas skeptisch, aber wir denken, dass auch sie sich schnell an das neue Wohlgefühl gewöhnen wird. 0.15 Uhr

Das Team ist wieder zurück in Hannover. Alle haben ein gutes Gefühl: Der neue Bodenbelag wertet das Heim der alten Dame auf und sorgt für ein behagliches Ambiente und für Barrierefreiheit.

Der alte Teppich­ boden hatte seine besten Jahre schon lange hinter sich.

rausforderung. Das dauert – schließlich soll alles perfekt werden. Hilfreich sind hier die Profi-Werkzeuge von Bosch und eine gehörige Portion Improvisationstalent. 20.30 Uhr

Ist es schließlich so weit: Sigrid

Der Designbodenbelag „Polareiche“ ist optisch ein Highlight und dabei aus­ gesprochen pflegeleicht.

S. und Amira können ihr „neues“ Heim einer ersten Begutachtung unterziehen. Und sie staunen: Sigrid AUSGABE 15

84


DIE AKTION ww

„Helfen für ein Lächeln“ Seit einigen Jahren schon lässt die Fach­ bodenfirma Meister

unter dem Motto

„Helfen für ein Lächeln“ Wohnträume wahr werden. Einmal im Jahr dürfen sich ältere Menschen, denen die nötigen fi­ nanziellen Mittel fehlen, über einen neu­ en Bodenbelag von hoher Qualität freuen. ▸ Die Lieferung erfolgt kostenfrei und wird von der Firma Meister organisiert. ▸ Die Verlegung ist ebenfalls gratis und wird vor Ort von einem Fachmann vorgenommen. ▸ Sie kennen auch einen älteren Men­ schen, der sich über einen neuen Bo­ denbelag in seinem Haus oder in seiner Wohnung freuen würde? Oder gehören Sie selbst zu diesem Kreis? Dann bewerben Sie sich jetzt! Hier finden Sie das Online-Formular

DIE BEWERBUNG FÜR DIE AKTION IST DAS GANZE JAHR ÜBER MÖGLICH!

– ganz ein­

fach ausfüllen, abschicken und mit et­ was Glück kommt das Team von „Hel­

Foto: MEISTER

fen für ein Lächeln“ bald zu Ihnen.

85

LEBENLANG


AUSGABE 14

86


› › › UNDER PRESSURE

2 „It’s the terror of knowing what this world is about Watching some good friends screaming “Let me out”! “ Queen

87

LEBENLANG


DOSSIER

WAS SCHÄDIGT UNSER HERZ?

Foto: Juan Moyano

Bluthochdruck, die ungeahnte Gefahr

AUSGABE 15

88


UNDER PRESSURE

TEXT | BABETTE BRAUN

FAST JEDER DRITTE ERWACHSENE ÜBER 45 JAHREN LEIDET UNTER BLUTHOCHDRUCK – VIELE AHNEN ES NICHT

3, 2,1 – die letzte Übung der Trai-

Mehr als 20 Millionen Bundesbürger zwi-

ningseinheit ist geschafft oder die letzte

schen 18 und 79 Jahren haben ihn in sich,

Stufe zur Wohnung erklommen, der Zu-

den Bluthochdruck, der eben nicht in ge-

schlag für den besonders günstigen Flug

sunde Bereiche absinkt, wenn wir uns ent-

geht an uns. Jetzt ist Entspannung ange-

spannen. Das geht auf Dauer ans Herz.

sagt, der Druck lässt nach, das System fährt wieder runter. Wenn wir die richtige

Warum uns Druck ans Herz geht

Einstellung haben – in Sachen Blutdruck.

Blutdruck zeigt an, dass unser Herz pul-

Unsere Gefäße sind auf diesen wechseln-

siert und den Körper Schlag auf Schlag

den Druck eingerichtet: durch Dehnbar-

mit Blut versorgt. Das leistet es aber nicht

keit und die Fähigkeit, sich zusammenzu-

alleine, neben dem Herzmuskel können

ziehen. Im Normalfall sinkt der Blutdruck

auch die Arterien selbst Druck aufbauen,

zum Beispiel im Schlaf und steigt bei

indem sie sich zusammenziehen, ihre Wän-

körperlicher Betätigung oder auch bei

de bestehen zum Teil aus Muskelgewebe.

Schmerzen.

Wenn das Herz sich zusammenzieht, wird 89

LEBENLANG


DOSSIER

das Blut mit Druck aus der linken Herz-

Dauerhaft ungewöhnlich hoher Blutdruck

kammer in die Hauptschlagader (Aorta)

entsteht dann, wenn das fein abgestimm-

gepumpt. Diese leitet es dann in die Arte-

te Zusammenspiel aus der Pumpleistung

rien weiter. So pulst unser Blut durch den

des Herzens, die Dehnbarkeit der großen

ganzen Körper. Bei der Blutdruckmessung

Gefäße und des Strömungswiderstandes

ergibt sich aus diesem durch die Arterien

der kleinen Gefäße nicht mehr reibungs-

gleitenden Druck der „obere“, also „sys-

los verläuft.

tolische Wert“, des Blutdrucks (Systole =

Durch die Überbelastung kommt es zu

das Zusammenziehen).

kleinen Verletzungen in den Blutgefäßen. Die bilden, um diese Schäden zu „kitten“,

Nach dem Zusammenziehen folgt die

Ablagerungen. Das können Blutfette sein,

Ausdehnung des Herzens, die Diastole.

Kalk, Bindegewebe. Blutgerinnsel kom-

Das Herz füllt sich erneut mit Blut. Durch

men auch vor. Der Effekt der Ablagerun-

die Venen fließt das Blut zurück

gen: Sie verengen die Gefäße und machen

in Richtung Herz. Dadurch

sie starrer. Engere Blutbahnen bedeuten,

nimmt der Druck in den

dass mehr Druck notwendig wird, damit

Blutgefäßen ab. Die-

der Körper noch ausreichend durchblu-

ser

Blut-

tet werden kann. Das Herz muss stär-

druck ist bei der Mes-

ker pumpen, so vergrößert sich die linke

sung dann der „untere“

Herzkammer, die für das Herauspumpen

Gemessen werden die Werte in Millimeter Quecksilbersäule = mmHg

geringere

Wert.

des Blutes in den Körper zuständig ist. Das

Foto: Rawpixel

Herz ist geschädigt.

AUSGABE 15

90


UNDER PRESSURE

Belastbar, konzentriert, fit …

So entlarvt man Bluthochdruck

… sind wir nach den Beobachtungen von

Auch schlanke junge Menschen können

Medizinern im Allgemeinen bei einem

Bluthochdruck haben. Unbemerkt, jahre-

durchschnittlichen Blutdruck von 120 zu

lang, bis dann die Gefäße geschädigt wer-

80, also 120/80 mmHg. Mit wiederholt ge-

den. Entlarven kann man den „stillen Kil-

messenen 140/90 mmHg ist zu viel Druck

ler“ aber bequem und schmerzfrei, durch

in den Adern – dann ist eine Behandlung

Blutdruck messen. Am besten jeden Tag

gegen Bluthochdruck notwendig.

zur selben Zeit. Wenn der Bluthochdruck sich schon eingeschlichen hat, kann er sich in leichter Form (140 bis 159/90 bis 99 mmHg) mit Symptomen wie Schlaf-

INFO

störungen, geringerer Belastbarkeit oder Nasenbluten bemerkbar machen. Schwerer Bluthochdruck (180 oder mehr zu/110 oder mehr mmHg) kann unter anderem

70% der behandelten Bluthoch­

Krampfanfälle, verschwommenes Sehen

druckpatienten sind heute „gut

oder Lähmungen und Sprechstörungen

eingestellt“, und daher können

mit sich bringen.

50%

der

Herzinfarkte

oder

so die Deutsche Hochdruckliga

Bluthochdruck kommt auf leisen Sohlen

. Nur die Hälfte der Betroffe­

„Plötzlich da“ ist er auch nur im seltenen

nen von Bluthochdruck sind sich

Fall – Bluthochdruck kommt auf leisen

ihrer Werte bewusst. Um das zu

Sohlen, mit liebgewonnenen Gewohn-

verhindern, setzt sich die Deut­

heiten. – Die haben viel mit Keller, Küche

sche Hochdruckliga dafür ein,

und Couch zu tun. So um die 50 steigt bei

dass Menschen von ihrer Krank­

Frauen das Bluthochdruckrisiko und für

heit erfahren, fördert den Dialog

Männer ab 55.

Schlaganfälle verhindert werden,

über Bluthochdruck und hält auf ihrer Plattform aktuelle Informa­

AB 50 STEIGT BEI FRAUEN DAS BLUT­­HOCH­­D RUCK­ RISIKO UND FÜR MÄNNER AB 55.

tionen bereit.

91

LEBENLANG


DOSSIER

2Bluthochdruck T YPEN I. SEKUNDÄRE HYPERTONIE = Bluthochdruck entsteht aus einer anderen Krankheit heraus (10 % der Fälle von Bluthochdruck). → Ursachen: Stoffwechselkrankheiten wie die der Schild­ drüse, Diabetes Typ-2, Neben­ nieren­ erkrankun­ gen oder Nieren­ erkrankungen können Bluthoch­ druck auslösen, aber die Einnahme von Hormonpräparaten oder das Schlafapnoe-­Syndrom II. PRIMÄRE HYPERTONIE = Bluthochdruck als eigenständige Krankheit trifft auf 90 % aller Betroffenen zu.. → Ursachen: Stress, falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht, familiäre Neigung zu Bluthochdruck Wodurch der eigenständige Bluthochdruck genau entsteht, ist noch nicht bekannt. Es gibt allerdings eindeutige Faktoren, die ihn begünstigen: RAUCHEN ÜBERGEWICHT

HOHER SALZKONSUM WENIG BEWEGUNG

WENIG OBST UND GEMÜSE

ALTER

HOHER (REGELMÄSSIGER) ALKOHOLKONSUM* FAMILIÄRE NEIGUNG

STRESS

* Männer mehr als 0,5 L Bier -oder 0,25 L Wein am Tag/ Frauen mehr als 0,25 L Bier oder 0,13 (1/8) L Wein an 5 Tagen pro Woche

AUSGABE 15

92


UNDER PRESSURE

Macht nix – gibt es nicht

Bei leichtem und mittlerem Bluthoch-

Es ist heute widerlegt, dass es eine Art

druck bemühen sich Ärztin oder Arzt in

von gutartigem Bluthochdruck (benigne

der Regel, den Blutdruck gemeinsam mit

Hypertonie) gibt. Selbst wenn man nur ab

dem Patienten ohne Medikamente wie-

und an hohen Blutdruck hat, ist das gefähr-

der auf normale Werte zu senken. Drei

lich. Schwedische Wissenschaftler haben

Monate Zeit werden für diesen Versuch

herausgefunden, dass dann das Schlag-

meistens eingeräumt.

anfallrisiko besonders hoch ist. Weil man

Hier ist dann Umstellung angesagt – das

meistens nicht weiß, wie lange man schon

Sofa sollte mal des Öfteren unbesetzt

Bluthochdruck hat, lohnt sich eine gründ-

bleiben. Stattdessen sind Spaziergänge,

liche Untersuchung auf Folgeschäden

Walken, Schwimmen, radeln oder ande-

auf jeden Fall. Untersucht wird man auch

re Sportarten, bei denen möglichst viele

Herz- und Nierenschäden, Arterienveren-

Muskelgruppen aktiviert werden, ange-

gung, zu hohen Augeninnendruck.

sagt. Außerdem: auf eine gesunde Ernährung achten.

WENN DER BLUTDRUCK VON JETZT AUF GLEICH AUF 230/ 130 MMHG SCHNELLT, IST DAS FÜR DEN KÖRPER EINE LEBENSBEDROHLICHE KRISE. EIN HERZINFARKT DROHT. SOFORT 112 WÄHLEN!

Wenn die Umstellung der Lebensgewohnheiten den Blutdruck nicht genügend senkt, dann beginnt die Behandlung beim Arzt mit Medikamenten.

Über die Autorin

Unter Druck und jetzt? – Maßnahmen gegen leichten und mittleren Bluthochdruck

BABETTE BRAUN Die Autorin Babette Braun ist freie Multi­

Im Alleingang sollte man nicht versuchen,

media-Redakteurin. Sie lebt in Köln und

Bluthochdruck in den Griff zu bekommen.

arbeitet für Medien in ganz Deutschland.

Was nach der Diagnose Bluthochdruck zu

Zu ihren Spezialgebieten gehören Online-,

tun ist, hängt von den begleitenden Umständen wie Alter, genetischem Risikopo-

plizierte wissenschaftliche Sachverhalte in

tenzial, gesundheitlichem Zustand ab.

einfache Sprache „übersetzt”. 93

LEBENLANG

Foto: Privat

Print- und Radiobeiträge, in denen sie kom­


Wenn der Druck für das Herz zu groß wird AUSGABE 15

94

Prof. Dr. med. Heribert Schunkert ist Mitglied im Vorstand der Deutschen . Er ist zuHerzstiftung dem Klinikdirektor der Klinik für Herz und Kreislauferkrankungen und stellvertretender ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Mün. Dort praktiziert er chen an der Klinik für Herz und Kreislauferkrankungen.

Foto: Deutsche Herzstiftung | Andreas Malkmus

Achtung: Bluthochdruck!

IM INTERVIEW

DR. MED. SCHUNKERT

DOSSIER


UNDER PRESSURE

G

ibt es so etwas wie einen

den Medikamenten unter 120 zu

„gutartigen“

70 mmHg gesenkt werden sollte.

Bluthoch-

druck auf das Herz bezogen?

Bei den Senioren soll nach dem

Nein, ein Bluthochdruck hinter-

Fitnessgrad unterschieden wer-

lässt auf Dauer immer Schäden

den. Bei den rüstigen und aktiven

am Herzen und an den Gefäßen.

gelten die Ziele wie für alle

Je höher der Blutdruck ist, desto

anderen auch. Bei weni-

eher stellen sich die Verschleißer-

ger guter Verfassung

scheinungen ein. Das geringste

und

Risiko hat der Mensch, wenn der

strebt man Werte un-

Blutdruck Zeit seines Lebens nor-

ter 140 mmHg systo-

mal ist.

lisch an, soweit sie ver-

Gebrechlichkeit

Berechnen Sie jetzt Ihr individuelles Risiko für Herzkreislauf- ­und Kreis­lauf­erkankun­gen Zum Rechner

tragen werden. In dieser Kann man sagen, ab welchem Al-

Gruppe kann man auch Werte

ter ein Herz durch Bluthochdruck

bis zu 160/90mmHg akzeptieren.

eher geschädigt wird? Bluthochdruck ist vom Kindesal-

Sind

ter bis zum alten Menschen eine

Bluthochdruck z.T. reversibel?

Gefahr für Herz, Niere, Gehirn und

Ja, das Herz reagiert auf Blut­

viele andere Organe. Einzig die

hoch­druck

Grenzwerte, ab denen man von

einem

einem erhöhten Blutdruck spricht,

ten Muskel­wachs­

unterscheiden sich je nach Alter.

tum. Das heißt, die

Herzschädigungen

durch

mit

vermehr-

Herz­wände

wer-

Die Deutsche Herzstiftung

Gibt es Patientengruppen, für die

den dicker. Dies

e.V.

andere Richtwerte in Bezug auf

geht einher mit ei-

Mitglieder und klärt Patien-

einen gut eingestellten Blutdruck

ner zunehmenden

ten in unabhängiger Wei­

gelten?

Versteifung

des

se und mit viel Engagement

Durch Verbesserung der Lebens-

Herzmuskels. Die-

über Herzkrankheiten auf.

stilmaßnahmen oder Medikamen-

se Prozesse sind

Gemeinsam mit Herzexper­

te sollte der Blutdruck auf Werte

bei optimaler The-

ten initiiert die Stiftung stetig

von 130 zu 80 mmHG oder leicht

rapie in großen

Aufklärungskampagnen und

darunter gesenkt werden. Neu ist

Teilen reversibel.

unterstützt mit ihrer Arbeit

hat über 100.000

wichtige Forschungsprojekte.

auch in den Leitlinien, dass der Blutdruck nicht wesentlich mit 95

LEBENLANG


DOSSIER

GUTE FETTE, BOSE FETTE Die größten Cholesterin-Mythen

AUSGABE 15

96


UNDER PRESSURE

TEXT | MARION SENDKER ILLUSTRATION | KAROLINA ZOLUBAK

Einer der größten Ernährungsirrtümer dieses Jahrhunderts lautet: Fett macht fett und herzkrank. Dabei ist Fett lebensnotwendig - es muss nur das richtige sein.

Butter oder Margarine? Hinter dieser Fra-

Wie viel ist zu viel?

ge versteckt sich ein jahrzehntealter Glau-

Zu viel des Guten führt aber zu Gefäßver-

benskrieg am Frühstückstisch. Butter gilt

kalkungen und kann als Herzinfarkt oder

als Blutgefäß verstopfende Cholesterin-

Schlaganfall enden. Die Cholesterinauf-

bombe, während das pflanzliche Fett der

nahme sollte auf 200–300 mg pro Tag be-

Margarine angeblich sogar beim Abneh-

schränkt sein, empfehlen Mediziner. Bei

men hilft. Von den Kalorien her ist es ziem-

gesunden Menschen mit Risikofaktoren für

lich egal, ob man Margarine oder Butter isst

eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Über-

– das gilt mittlerweile als herrschende Mei-

gewicht, hohem Blutdruck, Bewegungs-

nung in der Medizin. Die Experten wissen

mangel oder Rauchen und bei Menschen

nämlich: Es kommt auf die Art der Fette an.

mit Diabetes mellitus sollten die Gesamt-

Der mutmaßliche Fett-Übeltäter der But-

cholesterinwerte sogar unter 200 mg pro

ter heißt Cholesterin. Das ist ein fettartiger

Tag liegen. Diese Angaben beziehen sich

und fettlöslicher Naturstoff, der für diverse

auf den Gesamtcholesterinwert. Das ist

körpereigen Prozesse und Funktionen, wie

wichtig, denn: Cholesterin wird in HDL-Cho-

dem Zellaufbau, der Hormon-, Vitamin-

lesterin und LDL-Cholesterin unterschie-

und Gallensäureproduktion notwendig ist.

den. Wird der Stoff im Körper mithilfe von

Selbst das Gehirn braucht Cholesterin als

„Low Density Lipoproteinen“ transportiert,

Bausubstanz für die Nervenschaltstellen.

also mit Fett-Eiweiß-Verbindungen, die

Cholesterin ermöglicht so die Übertragung

eine niedrige physikalische Dichte haben,

lebensnotwendiger Signale.

spricht man von LDL-Cholesterin. 97

LEBENLANG


DOSSIER

» ZWEI DRITTEL DES BENÖTIGTEN CHOLESTERINS STELLT DER KÖRPER VOR ALLEM IN DER LEBER SELBST HER. « Wo kommt das Cholesterin her? Zwei Drittel des benötigten Cholesterins stellt der Körper vor allem in der Leber selbst her. Ein Drittel wird mit der Nahrung aufgenommen – zum Beispiel über Butter. In 100 Gramm stecken schon 220 mg Cholesterin. Zu viel? Mediziner geben Entwarnung: Cholesterin aus der Nahrung erhöht den Cholesterinspiegel nicht immer in gleichem Maße. Die Qualität der Nahrungsfette spielt nämlich eine nicht zu unterschätzende Rolle: Es gibt gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Erstere komWährend LDL das Cholesterin von der Le-

men vermehrt in tierischen Fetten vor, wie

ber, wo es hauptsächlich entsteht, in die

bei Butter, Fleisch und Milchprodukten vor.

verschiedenen Gewebe führt, geht HDL

Aber auch pflanzliche Fette können reich

den umgekehrten Weg, und bringt Choles-

an gesättigten Fettsäuren sein. Dass Nah-

terin von den Körperzellen zur Leber zu-

rungscholesterin meistens im Verbund mit

rück. Befindet sich zu viel LDL-Cholesterin

gesättigten Fettsäuren vorkommt, kann

im Blut, dann kann es zu Ablagerungen an

sich schlecht auf den Cholesterinspiegel

den Gefäßinnenwänden kommen – irgend-

auswirken. Es muss aber deswegen nicht

wo muss das Cholesterin ja hin. Diese Ab-

zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

lagerungen erhöhen das Krankheitsrisiko. Und deswegen sollten gesunde Menschen

Nichtsdestotrotz seien ungesättigte Fett-

nicht mehr als 115 mg LDL-Cholesterin täg-

säuren grundsätzlich besser, betonen Ex-

lich aufnehmen.

perten immer wieder. Man findet diese

AUSGABE 15

98


UNDER PRESSURE

oft in pflanzlichen Fetten, wie bei Nüssen, Fisch oder Olivenöl. Ein gutes Beispiel für ungesättigte Fette ist zwar auch die Margarine, aber: Margarine ist ein Industrie-

» VOR ALLEM IST MARGARINE NICHT UNBEDINGT CHOLESTERINSENKEND. «

produkt aus flüssigem Öl. Damit das fest wird, muss es chemisch bearbeitet werden. Dabei entstehen oft noch Transfette – und die erhöhen das LDL-Cholesterin. Selbst bei Margarine, die den Zusatz “cholesterinsenkend” hat, ist ein Blick auf die Menge der enthaltenen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren geboten.

Butter oder Margarine? Was bedeutet all das am Ende für das Frühstücksbrötchen? Butter ist zwar besser als ihr Ruf, aber nicht besser als Margarine und die ist wiederum keine gesunde Alternative zur Butter. Vor allem ist Margarine nicht unbedingt

Über die Autorin

cholesterinsen-

MARION SENDKER

kend. Anders ist das mit dem Grundstoff

Marion Sendker ist Diplomjuristin

der Margarine: pflanzli-

und Journalistin in Köln und in Istan­

ches Öl. Das ist nicht nur gut

bul. Sie schreibt, spricht und fotogra­

für einen ausgewogenen Cholesterinwert,

fiert für verschiedene Radios, Print-

sondern Olivenöl und andere einfach und

und Online-Medien; am liebsten über Themen rund um Gesundheit, Ge­

mehrfach ungesättigte Fettsäuren können

sellschaft, Feminismus, Türkei und

auch das koronare Risiko reduzieren. Wie

Recht.

wäre es also mit Olivenöl anstelle von But-

www.marionsendker.de

ter und Margarine? 99

LEBENLANG


DOSSIER

JEDER KANN LEBEN RETTEN –

Und es ist einfach zu lernen

AUSGABE 15

100


UNDER PRESSURE

Plötzlicher Herzstillstand: Mehr als 50.000 Menschen sind davon jedes Jahr in Deutschland betroffen – außerhalb des Krankenhauses. Nur zehn Prozent der Menschen überleben. Das heißt: Mehr als 45.000 Menschen sterben an den Folgen eines plötzlichen Herzstillstandes, das sind 14 Mal so viel, wie es Verkehrstote gibt.

Foto: Rawpixel

TEXT | HELMUT LASCHET

101

LEBENLANG


DOSSIER

V

iele dieser Menschen könnten ge-

und mit vielfältigen Aktionen, unter ande-

rettet werden, wenn die Bevölke-

rem auch in Schulen, dafür gesorgt, dass

rung über grundlegende Möglichkeiten

sich Wissen und wichtige Fertigkeiten zur

der Reanimation aufgeklärt wären und

Wiederbelebung verbreiten.

sie beherrschen würden. Doch die meisten trauen sich nicht – auch deshalb, weil

Jede Minute zählt

der Erste-Hilfe-Kurs für den Erwerb des

Denn das muss man als Hintergrund wis-

Führerscheins Jahre oder gar Jahrzehnte

sen: Trotz eines hochleistungsfähigen

zurückliegt.

Rettungssystems in Deutschland trifft der Notarztwagen im Durchschnitt acht Minu-

Das soll sich ändern und hat sich auch be-

ten nach seiner Alarmierung am Notfall-

reits geändert: Intensivmediziner haben

ort ein. Das menschliche Gehirn beginnt

2012 den „World Restart a Heart Day“

aber bereits drei Minuten nach einem

(Welttag der Herz-Reanimation) initiiert

Herzstillstand zu sterben. Die Erfolgschancen einer Wiederbelebung, die nach drei Minuten beginnt, betragen noch 75 Prozent, bereits nach zehn Minuten liegt diese Wahrscheinlichkeit nur noch bei zehn Prozent. „Wenn Laien frühzeitig mit Reani-

“Jeder kann Leben retten” – Plakat aus dem Jahr 2018

mationsmaßnahmen

beginnen,

dann kann dieses Zeitfenster überbrückt werden“, sagt Professor Bernd Böttiger, Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdiszi-

plinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI

). „Mit einer bes-

seren Ausbildung könnten wir die aktuelle Überlebensrate verdreifachen.“

AUSGABE 15

102


UNDER PRESSURE

Mehr Aufklärung über Wiederbelebung In Deutschland beginnen zur Zeit nur

wohlwollende Empfehlung der Kultusmi-

etwa 30 Prozent der Laien mit Wiederbe-

nisterkonferenz, doch die wird in keinem

lebungsmaßnahmen. In skandinavischen

Bundesland derzeit konsequent umge-

Ländern sind es hingegen etwa 60 bis 80

setzt. Die Entwicklung verläuft schlep-

Prozent. „Wären wir hier so weit wie die

pend, beklagt Böttiger.

Skandinavier, dann würden bei uns jedes Jahr 10.000 Menschen zusätzlich überle-

So unterstützt die DIVI auch eine Forde-

ben“, so Böttiger.

rung des Deutschen Rates für Wiederbele-

Foto: Rawpixel

bung: Laienreanimation muss eine BürgerEr plädiert dafür, schon vor der Führer-

pflicht werden. Dazu müsse bundesweit

scheinprüfung anzufangen, das machen

eine Telefon-Reanimation gesetzlich ein-

die nordeuropäischen Länder so. Seine

geführt werden. Unter der Notrufnummer

Empfehlung an die Politik: Ab der sieb-

112 muss die Rettungsleitstelle dem An-

ten Klasse sollten jährlich zwei Unter-

rufer erklären, wie die Herzdruckmassa-

richtsstunden in Wiederbelebung gesetz-

ge korrekt funktioniert. „Das ist in einer

lich verpflichtend sein. Zwar gibt es eine

Minute gut zu erklären“, sagt Böttiger. 103

LEBENLANG


DOSSIER

In Kooperation mit der European Space Agency (ESA) ist auf der Internationalen Raumstation (ISS) ein Video zum Thema Wiederbelebung entstanden, das jetzt auch für die Schülerausbildung eingesetzt werden soll.

Die Intensivmediziner haben durch ihre Lobbyarbeit bereits Erfolge erzielt. Lag die Zahl der Laienreanimationen noch vor sechs Jahren bei etwa 20 Prozent, so ist die Rate auf inzwischen 42 Prozent gestiegen. Das nächste Ziel: Bis 2020 sollen

Über den Autor

es 50 Prozent sein.

HELMUT LASCHET

Auch die Politik zieht inzwischen – teilweise – konsequenter mit. In Nordrhein-West-

Helmut Laschet ist freier Journalist

falen ist die Etablierung von Reanimati-

in Berlin und unter anderem Haupt­

onskursen in der Koalitionsvereinbarung

stadtkorrespondent der Ärzte Zei­

verankert worden. Eine gute Chance, dass

tung. Dort leitete er von 1983 bis 2017

auch schon Schüler der Mittelstufe die Fer-

das Ressort Gesundheitspolitik und

tigkeit erlernen, Menschenleben zu retten.

AUSGABE 15

war stellvertretender Chefredakteur.

104


UNDER PRESSURE

Die wichtigsten Schritte der Reanimation auf einen Blick

105

LEBENLANG


DOSSIER

1.

REAGIERT DIE PERSON?

112! wählen

↓ Leicht an der Schulter schütteln und laut fragen: „Ist alles in Ordnung?“ ↓ Bei einer Reaktion: Die Person liegen lassen, Hilfe rufen (Notarzt, Tel. 112), regelmäßig den Zustand überprüfen. ↓ Den Patienten nur verlassen, wenn es anders nicht geht.

AUSGABE 15

106


UNDER PRESSURE

2.

ATEMWEGE FREI?

↓ Hand auf die Stirn legen, Kopf leicht nach hinten ziehen, mit der anderen Hand das Kinn anheben, den Patienten auf den Rücken legen. ↓ Atmung kontrollieren durch Sehen, Hören und Fühlen: Es ist möglich, dass der Patient kaum atmet oder nur vereinzelte, langsame oder geräuschvolle Atemzüge macht.

107

LEBENLANG


DOSSIER

3.

PATIENT REAGIERT NICHT UND ATMET NICHT NORMAL: THORAXKOMPRESSION!

↓ Knien Sie sich neben den Patienten. ↓ Legen Sie den Ballen einer Hand auf die Mitte der Brust (untere Hälfte des Brustbeins). ↓ Legen Sie den Ballen der anderen Hand auf die erste Hand. ↓ Finger ineinander verschränken. ↓ Vergewissern Sie sich, dass man nicht auf die Rippen des Patienten drückt, kein Druck auf den Oberbauch. ↓ Bringen Sie Ihre Schultern senkrecht über den Brustkorb des Patienten. ↓ Mit den Handballen mindestens fünf, jedoch nicht mehr als sechs Zentimeter tief drücken. ↓ Die Frequenz pro Minute soll bei 100 bis 120 liegen. Bis zum Eintreffen des Rettungswagens fortsetzen. Das ist sehr anstrengend. Am besten sollten weitere Personen zusammenarbeiten und sich abwechseln. AUSGABE 15

108


UNDER PRESSURE

4.

BEATMUNG?

↓ Wenn Sie nicht trainiert sind, nur die Herzmassage durchführen.

HIER KÖNNEN SIE SICH DIE ANLEITUNG HERUNTERLADEN

109

LEBENLANG


DOSSIER

BUCH TIPP

» 3 MINUTEN NACH EINEM HERZ­STILL­ STAND BEGINNT DAS GEHIRN ABZUSTERBEN. ACHT MINUTEN AB ALARMIERUNG DAUERT ES IM SCHNITT, BIS DER RETTUNGS­WAGEN EINTRIFFT. «

Sie sind häufig im Umgang mit äl­ teren Menschen und möchten Ihr Wissen über medizinische Notfäl­ le wieder auffrischen? Dann kann das Buch „Akute Notfälle in der Altenpflege“ von David J. Gräter etwas für Sie sein, das mit vielen Praxisbeispielen wichtige Notfall­ maßnahmen veranschaulicht. ISBN 9783899939699

WIE FUNKTIONIERT EIN DEFIBRILLATOR? Viele öffentliche Institutionen und auch Formen investieren in das Retten von Menschenleben und haben an öffentlich gut zugänglichen Stellen einen Defibrillator platziert. Bei diesen Geräten handelt es sich meist um einen sogenannten AED, einen automatisierten, externen Defibrilla-

Hier erhältlich

tor. Diese Geräte sind speziell darauf ausgelegt, von Laien ohne jegliche Erfahrung bedient zu werden. Jede Scheu vor einer Nutzung ist im Notfall unangebracht!

AUSGABE 15

110


UNDER PRESSURE

Das sind die wichtigsten Schritte, um den Defibrillator einzusetzen: ↓ Das Gerät einschalten. ↓ Die selbstklebenden Pads auf die nackte Brust des Patienten kleben: Wo genau, das erklärt der Defibrillator. ↓ Wenn mehr als ein Helfer vorhanden ist, die Herzdruckmasssage fortsetzen. ↓ Den Sprach- und Bildschirmanweisungen des Defibrillators unbedingt folgen. ↓ Das Gerät prüft den Herzrhythmus des Patienten – in dieser Phase den Patienten nicht berühren! ↓ Das Gerät empfiehlt einen Schock: Niemand darf den Patienten berühren! ↓ Den Auslöseknopf betätigen, wenn das Gerät dazu auffordert. Vollautomatische AED geben den Schock automatisch ab. ↓ Anschließend Herzdruckmassage und gegebenenfalls Atemspende fortsetzen. ↓ Den Anweisungen des Defibrillators folgen.

111

LEBENLANG


ANZEIGE

WENN, DANN RICHTIG –

Foto: Ben Kolde

Antibiotika einnehmen mit der Beratungs-App

AUSGABE 15

112


113

LEBENLANG

Foto unten: Rawpixel | Foto oben: Sharon Mccutcheon

Eine kleine Pille mit großer Wirkung. Antibiotika sind eine herausragende medizinische Errungenschaft und können Lebensretter sein – jedoch kommt es auf die richtige Einnahme an. Der digitale Coach hilft dabei und verhindert die Gefahr von Antibiotikaresistenzen, die nicht zu unterschätzen sind.


ANZEIGE

S

Hier finden Sie teilnehmende Apotheken

eit Herbst 2017 unterstützt die

Die Smartphone-App

Smartphone-App AB.Coach Patien-

AB.Coach kann von je-

ten bei der täglichen Einnahme von An-

dem genutzt werden, der

tibiotika. Mit der Kampagne „Antibiotika:

auf Basis des ärztlich ausge-

Richtig ist wichtig“

stellten Rezepts durch die ver-

macht der AB.Coach

gemeinsam mit starken Partnern ver-

abreichende Apotheke individuell freige-

stärkt auf das Thema aufmerksam, ver-

schaltet wurde. Die Apotheken nehmen

sorgt Patienten mit umfangreichen In-

dadurch in der unterstützenden Kampa-

formationen und gibt Hilfestellung vom

gne „Antibiotika: Richtig ist wichtig“ eine

Fachexperten für die korrekte Einnahme

besondere Rolle ein. „Es ist nicht zu un-

von Antibiotika.

terschätzen, dass wir als Apotheker oft erste und noch öfters letzte Anlaufstation für Arzneimittelfragen sind. Gerade wenn

Das Video zur Kampagne „Antibiotika: Richtig ist wichtig“ anschauen

AUSGABE 15

114


es um die richtige Anwendung geht, ist unsere Beratung von den

Mehr Information zur App finden Sie unter abcoach.info

Kunden sehr gefragt.“, bestätigt der Apotheker in München Dr. Lukas Vogel. Über 200 Apotheken in Deutschland sind bereits Teil der Kampagne und unterstützen Kunden bei ihren Antibiotikatherapien.

Gemeinsam gegen Resistenzen vorgehen

Die App ist für iOS auf iTunes und für Android auf Google verfügbar.

Immer noch bestehen in der Bevölkerung große Wissensdefizite über die richtige Einnahme von Antibiotika. Viele Patien-

Damit diese Kommunikation beim Her-

ten

missachten die Einnahmepflichten

ausgehen aus der Apotheke nicht abbricht,

des Arzneimittels. Dabei sind diese so

helfen wir mit digitalen Hilfsmitteln wie

wichtig, denn sonst können sich auf Dau-

dem AB.Coach.“

er antibiotikaresistente Bakterienstämme bilden. Um dem entgegenzuwirken,

Um den Apothekern im gemeinsamen

soll laut André Gerber – Präsident des

Kampf gegen Resistenzen noch besser

in der Kampagne federführenden Un-

zuarbeiten zu können, erarbeiten die

ternehmens doc.coach – der Dialog zwi-

Kampagnenmitglieder zurzeit ein arznei-

schen Experten und Gesundheitskunden

mittelunabhängiges Programm. Es zeigt

gestärkt werden: „Zuallererst wollen

sich deutlich, dass die erweiterte Betreu-

wir mit unserer Kampagne und der Ap-

ung anhand der App den Patienten dabei

plikation den Dialog zwischen Exper-

hilft, den Überblick über ihre Behandlung

ten und Gesundheitskunden stärken.

zu behalten. 115

LEBENLANG


DOSSIER

TĂ–DLICHER QUALM

Wie Rauchen unser Herz-Kreislauf-System schädigt TEXT | HELMUT LASCHET

Der Verzicht auf das Rauchen ist die wirksamste und preiswerteste Methode, Krankheit und vorzeitigen Tod zu vermeiden. Im Kampf gegen den Tabakkonsum sind durchaus Erfolge zu verzeichnen, vor allem bei Jugendlichen und jungen Menschen hat sich der Raucheranteil in den vergangenen zehn Jahren deutlich vermindert. Dennoch bleiben Zigarette & Co. eine ernste Herausforderung.

AUSGABE 15

116


UNDER PRESSURE

117

LEBENLANG


DOSSIER

» ES ENTSTEHT EINE ARTERIO­SKLEROSE, EINE LANGSAM FORTSCHREITENDE VERKALKUNG DER BLUTGEFÄSSE. «

Rauchen ist nicht nur eines der größten Risiken für Krebs, es wirkt auch enorm herzschädigend. Dazu einige Fakten: Das Risiko, an Herzerkrankungen zu sterben, ist für Raucher dreimal so hoch wie für Nichtraucher. Raucher haben ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko für Schlaganfall. Bei Frauen, die rauchen, versechsfacht

digt wird dabei die innerste Gefäßschicht,

sich das Risiko für einen Herzinfarkt

das sogenannte Endothel. Dies versucht

im Vergleich zu Nichtraucherinnen.

der Körper selbst zu reparieren, indem er Schädigungen mit LDL-Cholesterin kittet.

Rauchende Männer haben ein dreifach

Auch Muskelzellen aus der äußeren Blut-

erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt.

gefäßwand wandern zu den geschädigten Stellen und produzieren Bindegewebsfa-

Übergewicht als zusätzlicher Risiko­

sern, um die mikroskopisch kleinen Schä-

faktor erhöht die Wahrscheinlichkeit

digungen auszubessern. Durch diese Re-

für einen vorzeitigen Tod um weitere

paraturversuche – vergleichbar mit dem

25 %.

notdürftigen Auffüllen von Schlaglöchern durch Teer und Splitt auf einer vielbefah-

Wie sind die ursächlichen Zusammen-

renen Straße – entstehen Plaques, die in

hänge zwischen Rauchen und Herzschä-

das Gefäß hineinragen und den Blutstrom

digung? Beim Rauchen einer Zigarette

behindern. Die Folge ist zunächst ein er-

entstehen mehr als 4.000 verschiedene

höhter Blutdruck, langfristig die Verstop-

Substanzen und chemische Verbindun-

fung von Gefäßen. Es kommt zu Verklum-

gen. Ein großer Teil davon schädigt das

pungen von Blutplättchen, die – geraten

Gefäßssystem – es entsteht eine Arte-

sie ins Gehirn – Schlaganfälle auslösen

riosklerose, eine langsam fortschreiten-

oder auch in verengten Herzkrankgefäßen

de Verkalkung der Blutgefäße. Beschä-

einen Herzinfarkt verursachen können.

AUSGABE 15

118


UNDER PRESSURE

Rauchen ist für sich genommen schon

Nach einem Jahr ist das zusätzliche

einer sehr wichtiger Risikofaktor – aber

Risiko für eine koronare Herzkrank-

die Wahrscheinlichkeit kann durch wei-

heit im Vergleich zu einem Raucher

tere ungesunde Verhaltensweisen noch

halbiert.

gesteigert werden: Über- und Fehlernährung, die zu Übergewicht führen sowie

Nach 15 Jahren hat der Ex-Raucher

Bewegungsmangel und Alkoholkonsum.

das gleiche Risiko für koronare Herzkrankheiten wie ein Nichtraucher,

Gute Gründe

zugleich hat sich das Lungenkrebsrisi-

Jeder Raucher, der einmal (oder mehr-

ko um mehr als die Hälfte vermindert.

mals) den Versuch unternommen hat, sich aus der Abhängigkeit zu befreien,

Doch gute Gründe für den Rauchverzicht

weiß, wie schwierig und frustrierend der

sind nicht hinreichend, erfolgreich aus

Versuch ist, auf die Zigarette zu verzich-

dem Tabakgenuss auszusteigen. Das weiß

ten. Dabei könnten schon die sachlichen

die Medizin inzwischen und anerkennt

Gründe motivierend sein:

das Rauchen als eine Sucht mit hohem eigenständigen Krankheitswert. Raucher

Bereits 20 Minuten nach der letzten

benötigen deshalb meist professionelle

Zigarette sinken Herzfrequenz und

Hilfe, um erfolgreich – das heißt langfris-

Blutdruck.

tig abstinent zu bleiben. Jeder Rückfall – und eine einzige Zigarette ist (genau-

Nach zwölf Stunden sinkt der

so wie beim Alkoholiker

Kohlen­monoxid-Gehalt im Blut auf

ein Glas Bier) – ein

Normalniveau.

hohes Risiko, die Abstinenz nicht durchzuhalten.

Nach zwei Wochen bis drei Monaten verbessern sich Kreislauf und Lungenfunktion, spürbar wird dies in der Lunge bereits nach wenigen Tagen.

Mehr zum Thema Rauchen sowie Tipps und Anregungen, wie es mit dem Rauchstopp wirklich klappen kann, können Sie hier nachlesen.

Nach einem bis neun Monaten nehmen Hustenneigung und Kurzatmigkeit ab. 119

LEBENLANG


DOSSIER

DIE E-ZIGARETTE – EINE ALTERNATIVE?

Foto: RyanJ Lane

Was Sie wissen sollten

TEXT | HELMUT LASCHET AUSGABE 15

120


UNDER PRESSURE

Die Tabakindustrie weiß, dass ihr ge-

Konsumenten, die sowohl Tabak- als

sundheitsschädliches

Geschäftsmodell

auch E-Zigaretten rauchen, haben nur ei-

– zumindest in allen entwickelten Indus-

nen geringen Gesundheitsvorteil. Starke

trienationen – auf tönernen Füßen steht.

Raucher, die nur teilweise auf E-Zigaret-

Sie sucht nach Alternativen, gesünderen

ten umsteigen, sterben langfristig eben-

Produkten, mit denen sich das Verlan-

so häufig als Atemwegs- und Herz-Kreis-

gen nach dem Rauchgenuss befriedigen

lauf-Erkrankungen wie Raucher, die bei

lässt. E-Zigaretten und andere innovative

der Tabakzigarette geblieben sind.

Rauchprodukte sind seit einigen Jahren

Die wenigen klinischen Studien zur Wirk-

auf dem Markt und werden kontrovers

samkeit der E-Zigarette als Hilfsmittel

diskutiert.

zum Rauchstopp zeigen nach einer Analyse des DKFZ widersprüchliche Ergeb-

Experten des Deutschen Krebsforschungs-

nisse. Die Beweislage lasse keine qualifi-

zentrums (DKFZ

zierte Aussage zur Wirksamkeit zu.

) Heidelberg geste-

hen in ihrer Stellungnahme zur E-Zigarette zu: Sie „sind lediglich im Vergleich

Es bleiben nach Einschätzung des DKFZ

mit Tabakzigaretten weniger schädlich;

auch bei der E-Zigarette erhebliche Risiken:

ein vollständiger Umstieg vom Rauchen auf E-Zigaretten kann wahrscheinlich

das hohe Suchtpotenzial von Nikotin

das Gesundheitsrisiko senken. Für Nichtraucher bedeuten E-Zigaretten jedoch

die Kanzerogenität von Liquids und Aer-

eine Erhöhung des Gesundheitsrisikos, da

solen mancher E-Zigaretten

beim E-Zigarettenkonsum ein Chemiekaliengemisch inhaliert wird.“

Frucht- und andere Aromen, die für Kinder attraktiv sein könnten

» KONSUMENTEN, DIE SOWOHL TABAK- ALS AUCH E-ZIGARETTEN RAUCHEN, HABEN NUR EINEN GERINGEN GESUNDHEITSVORTEIL. «

die Aufrechterhaltung des Rauchrituals und damit die Gefährdung der Tabakprävention FAZIT: Niemand sollte das Rauchen mit E-Zigaretten starten – es ist nicht harmlos! Eine Alternative mit einem etwas günstigeren Risiko sind E-Zigaretten nur für Hardcore-Raucher, die anders gar nicht vom Rauchen ablassen können. 121

LEBENLANG


Foto: Beatrix Boros

ORGANS

PE

ND E

DOSSIER

AUSGABE 15

122


UNDER PRESSURE

K

om m

td ie P

TEXT | HELMUT LASCHET

t fl ich

Neue Besen kehren bekanntlich gut – und manchmal auch in eine andere Richtung.

zu entscheiden?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Debatte um die bislang politisch mehrheitlich abgelehnte Widerspruchslösung bei der Organspende neu eröffnet und dabei seinen ursprünglichen Standpunkt korrigiert. Der Hintergrund ist dramatisch: 10.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan, alle acht Stunden stirbt ein Mensch, der auf ein Spenderorgan wartet. Mehr als ein Jahr warten die Patienten im Schnitt auf eine Transplantation, darunter auch Kinder. Und: Die Qualität der Organe wird immer schlechter. 123

LEBENLANG


DOSSIER

I

m ersten Schritt und un-

Die Kernpunkte des Gesetzes

abhängig von der Debat-

te über den Wechsel von der geltenden Zustimmungs- zur Widerspruchslösung will Spahn die komplizierte Organisation

» Q ualifizierte Ärzte müssen von ihren Kranken­

der Organgewinnung reformie-

häusern für die Aufgabe des Transplantati­

ren und sicher finanzieren. Am

onsbeauftragten freigestellt werden; ihre Be­

31. Oktober 2018 hat das Bun-

fugnisse werden gestärkt, zum Beispiel durch

deskabinett das „Zweite Gesetz

uneingeschränktes Zugangsrecht auf Inten­

zur Änderung des Transplanta-

sivstationen und Einsichtsrecht in Patienten­

tionsgesetzes – Verbesserung

akten zur Prüfung des Spenderpotenzials.

der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspen-

» Die Krankenhäuser erhalten nun eine kosten­

de“ beschlossen, es wird zur

deckende Vergütung für den gesamten Pro­

Zeit im Bundestag beraten und

zessablauf; die Pauschalen für intensivmedi­

in der ersten Jahreshälfte 2019

zinische Leistungen bei der Organentnahme

verabschiedet.

müssen von der gesetzlichen Krankenversi­ cherung, der Deutschen Krankenhausgesell­

Damit könnte eine Entwick-

schaft und der Bundesärztekammer festge­

lung umgekehrt werden, die

legt werden.

Foto: designed by freepik

der Ärztliche Direktor der Charité Professor Ulrich Frei bei ei-

» Für kleinere Krankenhäuser werden neurolo­

ner Diskussionsveranstaltung

gische konsiliarärztliche Bereitschaftsdiens­

des Marburger Bundes und

te errichtet; sie unterstützen die Kliniken

des „Tagesspiegel“ in Berlin

kompetent bei der Identifikation möglicher

als eine „Verkümmerung der

Organspender.

Pflicht, nach Organspendern zu suchen“ bezeichnete. AUSGABE 15

124


UNDER PRESSURE

» EIN ENTSCHEIDENDER SCHLÜSSEL BEI DER ORGANSPENDE LIEGT BEI DEN KLINIKEN. IHNEN FEHLEN HÄUFIG ZEIT UND GELD, UM MÖGLICHE ORGANSPENDER ZU IDENTIFIZIEREN. DA SETZEN WIR JETZT GANZ KONKRET AN. « – Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister Die Auswirkungen auf die Qualität der

eingeleiteten möglichen Umdenkprozess

Transplantationsmedizin sind erheblich.

als Chance: „Dieser Prozess muss zu Ende

„Wir akzeptieren inzwischen grenzwer-

gedacht werden, der Nagel muss einge-

tige Organe, das Alter der Spender ist in

schlagen werden.“

den letzten zehn Jahren um durchschnittlich zehn Jahre gestiegen, viele junge Pa-

Ebenso eindeutig positionierten sich die

tienten erhalten heute Organe von alten

beiden offiziellen Vertreter der Ärzteschaft,

Menschen“, sagt Professor Volkmar Falk,

Frank Ulrich Montgomery als Präsident der

Direktor des Deutschen Herzzentrums

Bundesärztekammer und Günther Jonitz

in Berlin. Derzeit stünden fünf Kinder auf

als Präsident der Berliner Ärztekammer.

der Warteliste. Kinder haben grundsätz-

Montgomery, persönlich Befürworter der

lich die höchste Dringlichkeitsstufe, früher

Widerspruchslösung, weist allerdings dar-

war eine Transplantation meist innerhalb

auf hin, dass es keine Evidenz dafür gibt,

weniger Tage möglich, inzwischen warten

dass mit einem Wechsel von der Zustim-

aber auch sie bis zu einem Jahr auf die le-

mungs- zur Widerspruchslösung die Zahl

bensrettende Operation.

der Organspender steigt. Umso wichtiger sei die öffentliche Debatte, die mit dem

Unter den Erwachsenen gelangen inzwi-

gestarteten Gesetzesvorhaben zur Trans-

schen 80 Prozent nach dem Kriterium der

plantationsmedizin ausgelöst werde.

Dringlichkeit und nicht mehr aufgrund des zu erwartenden Erfolgs zu einem Spender-

Sein Kollege Jonitz geht da noch einen

organ. Frei begrüßt ausdrücklich die Ge-

Schritt weiter. Er hält die Bereitschaft zur

setzesinitiative von Spahn und den damit

Organspende für ein ethisches Gebot. Zu 125

LEBENLANG


DOSSIER

bedenken sei, dass Deutschland Organe

Aber eines liegt auch auf der Hand: Würde

aus Ländern importiere, in denen die Wi-

die Widerspruchslösung eingeführt, ent-

derspruchslösung gilt. Man müsse offen

stünde damit auch ein Zwang, sich dann

darüber diskutieren, warum in 22 euro-

zu offenbaren, wenn man nicht als Organ-

päischen Ländern – alle übrigens mit ei-

spender zur Verfügung stehen will. „Wir

nem christlichen Kulturhintergrund – das

dürfen den Menschen nicht zu viel zumu-

Organspendewesen funktioniert – nur in

ten“, glaubt Catherina Pieroth, gesund-

Deutschland nicht.

heitspolitische Sprecherin der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus.

» DIE WIDER­SPRUCHS­ LÖSUNG ERLÖST DIE ANGEHÖRIGEN VON DIESEM ENTSCHEIDUNGS­ZWANG UND ENTLASTET DIE ÄRZTE, DIE AUCH NICHT IMMER HEROISCH SIND. «

Allerdings: Auch bei der geltenden Zustimmungslösung treffen Menschen eine Entscheidung – eben durch Nichtbekunden der Zustimmung und damit gegen die Organspende. Auch diese heimliche Entscheidung ist eine Entscheidung.

Gerade die Zustimmungslösung bringe Ärzte, vor allem aber die Angehörigen todgeweihter Patienten in eine doppelt dramatische Lage: erst werden sie mit dem bevorstehenden Tod ihres Familienange-

Über den Autor

hörigen, möglicherweise des Sohns oder

HELMUT LASCHET

der Tochter konfrontiert – und werden dann in eine Entscheidungssituation gedrängt,

Helmut Laschet ist freier Journalist

Foto: designed by freepik

die einen Einfluss auf die Lebenschancen

in Berlin und unter anderem Haupt­

eines anderen, fremden Menschen hat. Jo-

stadtkorrespondent der Ärzte Zei­

nitz: „Die Widerspruchslösung erlöst die

tung. Dort leitete er von 1983 bis 2017

Angehörigen von diesem Entscheidungs-

das Ressort Gesundheitspolitik und

zwang und entlastet die Ärzte, die auch

war stellvertretender Chefredakteur.

nicht immer heroisch sind.“ AUSGABE 15

126


UNDER PRESSURE

INFO

Organspenden 2015 2016 2017 Herz 214 193 222 Niere 1088 1029 1202 Jeweils 1. Bis 3. Quartal Quelle: Deutsche Stiftung für Organtransplantation (DSO)

Wartelisten

Auf der Warteliste: über 800 Patienten Transplantationen 2017: 257 Wartezeit: zwischen drei und fünf Jahren, auch in sehr dringlichen Fällen über 100 Tage

Auf der Warteliste: ca. 8.000 Dialysepatienten Transplantationen 2017: 1921 Durchschnittliche Wartezeit: acht Jahre

127

LEBENLANG


DOSSIER

Schon gewusst?

eines durchschnittlich schweren, gesunden

das also 5 bis 6 Liter Blut.

schlägt das Herz eines durchschnittlichen Erwachsenen. Ein Kinderherz dagegen etwa 100 Mal. Babys kommen sogar auf ca. 130 Schläge pro Minute.

20 BIS 30 MILLIONEN

Bundesbürger leiden unter Bluthochdruck. Das ist fast jeder Dritte in Deutschland.

Illustration: Caren Pauli

seines Körpergewichts macht das Blutvolumen

Menschen aus. Bei 70 kg Körpergewicht macht

70 MAL PRO MINUTE

ca. 96.000 Kilometer

misst das Blutgefäßsystem des Menschen in voller Länge. Blutgefäße sind muskulöselastische Röhren, die das Blut durch den Körper leiten.

AUSGABE 15

CA. 8%

128


UNDER PRESSURE

So sieht ein Herzinf a rkt auf dem EKG aus:

DAS HERZ PUMPT PRO MINUTE CA. 5 LITER BLUT DURCH UNSERE BLUTGEFÄSSE, das sind am Tag fast 7.000 Liter.

257

Herztransplantationen wurden in Deutschland im Jahr 2017 durchgeführt. 429 Patienten wurden neu zur Transplantation angemeldet.

129

LEBENLANG


AUSGABE 14

130


› › › LET ME OUT

3 „Because love’s such an old-fashioned word And love dares you to care for The people on the edge of the night“ Queen

131

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

Pflege mit

Pina Colada?

AUSGABE 15

132


LET ME OUT

TEXT | MARTIN PIECK ILLUSTRATION | CAREN PAULI

Es ist für viele der Worst Case. Ein Angehöriger wird pflegebedürftig, und mit einem Schlag scheint die Welt sich anders zu drehen. Neben immensen Kosten erwartet man dann den ständigen Kampf mit Beeinträchtigungen im Alltag. Nachvollziehbare Gedanken, manchmal ist die Realität dann aber trotz aller Herausforderungen weniger schlimm, als man sich zuvor ausgemalt hat.

133

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

V

erschiedene Formen der Pflegebe-

schon architektonisch eine Umgebung für

dürftigkeit können mittlerweile im Grun-

Demenzerkrankte schaffen, die zum einen

de am Strand oder in den Bergen be-

beruhigend wirkt, zum anderen aber die

handelt werden. Immer mehr Anbieter

Weglauftendenz aufgreift und diese um-

machen solche Pflegereisen möglich. Al-

geht, etwa weil der Gang den Patienten

lerdings sollte man nicht freudestrahlend

immer dorthin führt, wo er oder sie von

auf das erstbeste Angebot eingehen. Ein

anderen gesehen werden kann. Weitere

Pflege-Urlaub will genau geplant sein

Kriterien sind das Vorhalten geeigneter

und stellt ganz besondere Anforderun-

Medikamente und – in erster Linie – spezi-

gen an die Anbieter. Wenn man ein paar

alisierte, persönliche Betreuung.

Punkte beachtet, kann man das Abenteuer Urlaub trotz Pflegebedürftigkeit alle-

Richtig ausgebaut, ergibt sich so eine

mal wagen.

Win-win-Situation. Pflegebedürftige erleben einen Tapetenwechsel, werden aber

Angebote sollten verglichen werden

dennoch gut versorgt, während die Ange-

Denn immer dann, wenn ein Reiseanbieter

te sammeln können. Das heißt nicht, dass

eine generelle Pflegetauglichkeit bewirbt,

man sich vollständig trennen muss. So gibt

ist Vorsicht angesagt. So hat der Demenz-

es zum Beispiel Pflegehotels, die auch den

kranke naturgemäß andere Ansprüche an

Angehörigen Zimmer bieten. Neben dem

seine Umgebung als der Rollstuhlfahrer.

Zugewinn an Lebensqualität ist der Ge-

Neben Barrierefreiheit geht es auch um

sundheitstourismus auch ein wachsender

psychologische Einflüsse. So kann man

Zukunftsmarkt. Einer, den die Gemeinde

AUSGABE 15

hörigen in der Auszeit endlich neue Kräf-

134


LET ME OUT

Willingen in NRW bereits vor Jahren für

schusst keinen Pflegeurlaub in diesem Sinn.

sich entdeckt hat. Im Pfleghotel Willingen

Allerdings gibt es auch hier Möglichkeiten.

etwa wird einiges angeboten, von der

Wenn zum Beispiel der pflegende Angehö-

Reha-Kurzzeitpflege über die Spezialthe-

rige Urlaub braucht oder erkrankt, kann er schon heute finanzielle Hilfen beantragen,

» JE ANSPRUCHSVOLLER DIE PFLEGE, DESTO WICHTIGER IST ES, DIE ANGEBOTE GENAU UNTER DIE LUPE ZU NEHMEN. «

damit er für den Zeitraum seiner Abwesenheit eine Pflegekraft zu Hause zahlen kann. Während dieser sogenannten Verhinderungspflege wird die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegelds weitergezahlt.

Neues Jahr, neue Möglichkeiten Spannend wird es im kommenden Jahr. Dann nämlich kommt das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz. Ein Wort wie ein Sinnbild deutscher Bürokratie – und doch soll

rapie von Schlaganfallpatienten bis hin

es künftig einiges leichter machen: zum

zum gesonderten Angebot für pflegende

Beispiel die Urlaubserholung.

Angehörige. Nun gibt es Anbieter, die auch Menschen einen Urlaub ermöglichen, die in Pflegegrad 3 geführt werden. Das kann sich allemal lohnen – auch, weil Kosten unter gewissen Umständen anteilig von Pflegeversicherungen übernommen werden können. Hier ist aber Vorsicht geboten. Diverse Veröffentlichungen im Internet suggerieren hier hohe Zahlungsbereitschaften. Im Einzelfall muss man aber die Bedingungen privater Anbieter erfragen. Die soziale Pflegeversicherung bezu135

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

Denn das neue Gesetz macht es ab Neu-

GUT ZU WISSSEN

jahr unter anderem möglich, den pflegenden Angehörigen mitzunehmen, wenn die Betreuungsperson sich in Reha begibt. Mit Pina Colada und Strand hat der Urlaub

Pflegende Angehörige können schon

dann in der Regel wohl eher nicht viel ge-

heute finanzielle Hilfe beantra­

mein. Dennoch könnte das neue Gesetz in

gen, wenn sie alleine mal eine Aus­

manchen Fällen für längst vergessene Ur-

zeit brauchen. So kümmert sich in

laubsgefühle sorgen.

der Zeit ein Pflegedienst um die Es besteht dann gegenüber der Kranken-

Pflegeperson.

kasse sogar ein Anspruch darauf, dass der Ab 2019 besteht ein Anspruch, dass

oder die Pflegebedürftige in derselben Ein-

Pflegebedürftige ihre Angehörigen

richtung aufgenommen und versorgt wird.

in deren Reha begleiten können.

Soll die oder der Pflegebedürftige in einer anderen Einrichtung untergebracht werden, koordinieren Pflegekasse und Krankenkasse die Unterbringung – die Kasse bezahlt. So kann man dem eigenen Bedürfnis nach zwingend notwendiger Erholung nachkommen, ohne dabei die Angehörigen zurücklassen zu müssen. Bis zu einem gewissen Grad werden dann beide gemeinsam den Tapetenwechsel genießen können. Dennoch: Die dringend nötige Auszeit sollte man sich in jedem Fall nicht entgehen lassen, schließlich sollte die Reha nicht mit den gleichen Belastungen verbunden sein, vor der sie einen eine Zeit lang entbinden will.

AUSGABE 15

136


LET ME OUT

Checkliste für den Pflegeurlaub

» Vergleichen Sie Angebote » Vorsicht bei Allround-Angebo­ ten, der Urlaub sollte auf die ei­ gene Situation passen » Ist das Haus entsprechend mei­ ner Bedürfnisse barrierefrei? » Ist eine angemessene Anreise möglich? » Gibt es ein ansprechendes Frei­ zeitangebot für alle Beteiligten? »  Wie ist die Infrastruktur vor Ort? Gibt es Notfalllösungen?

Über den Autor

MARTIN PIECK

» Ist ein ambulanter Pflegedienst

Martin Pieck ist freier Journalist aus

» Wie sind die Erfahrungen vor­

stets verfügbar?

Köln. Arbeit sucht er sich gerne über­

heriger Besucher?

nia, der Arktis oder dem Libanon ist

» Beim Anbieter vorab nachfra­

er genauso gerne unterwegs wie in

gen: Sind alle Medikamente

Flensburg.

ausreichend verfügbar?

www.martinpieck.com

137

LEBENLANG

Foto: Rawpixel.com / freepik

all da, wo es spannend wird. In Ke­


ANZEIGE

DEUTSCHLAND

UNTER

DRUCK – Ein statistischer Spazier­gang an den Grenzen unseres Gesundheits­systems

AUSGABE 15

138


* Die OECD ist eine Organisation aus 36 Staaten, die für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung steht. Die meisten Mitgliedsstaaten sind industrialisierte Länder mit relativ hohen Einkommen.

Ausgaben für das Gesundheitswesen in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

W

12,4

11,3

9,7

Schweiz

Deutschland

Großbritannien

ir haben eines der leistungsstärks-

ten und teuersten Gesundheitssysteme der Welt. Trotzdem leben wir weder länger noch gesünder als andere Westeuropäer. Woran liegt das? Die Statistik kann Hinweise und Antworten geben.

9,0

9,0

OECD-Durchschnitt

Spanien

8,9

7,8

Italien

Irland

Viel hilft viel? Das Ergebnis der OECD-Studie* „Gesundheit auf einen Blick 2017“ ist auf den ersten Blick durchweg positiv: Wer in Deutschland krank wird, kann auf ein leistungsstarkes Medizinsystem zählen. Die Finanzierung von und der Zugang zu medizinischer Versorgung sind im europäischen und weltweiten Vergleich erstklassig. In vielerlei Hinsicht sind wir Spitzenreiter: Deutschland gibt überdurchschnittlich viel Geld für sein Gesundheitssystem aus – nur die Schweiz und die USA können das noch 139

LEBENLANG


ANZEIGE

überbieten. Dieses Geld fließt in ein eng-

So weit, so gesund – sollte man meinen.

maschiges Netz an medizinischer Versor-

Doch die Überraschung folgt auf den

gung: Die Deutschen verfügen europaweit

zweiten Blick: Trotz dieses Hochleis-

über die meisten Krankenhausbetten und

tungssystems sind die Deutschen weder

Ärzte pro Kopf, sie vereinbaren auch die

die gesündesten noch die langlebigsten

häufigsten Arzttermine. Diese lückenlose,

Europäer. Im Gegenteil, in einer aktuel-

hochwertige Infrastruktur sorgt natürlich

len Studie der WHO zur Lebenserwartung

auch für eine hohe Aktivität: Neben Ös-

bildet Deutschland unter den westeuro-

terreich kann Deutschland die meisten

päischen Ländern sogar das Schlusslicht,

Krankenhausaufenthalte verzeichnen –

neben Großbritannien und Dänemark.

und liegt damit mehr als 65 % über dem

Während Männer in Westeuropa heute im

OECD-Mittel. Verglichen mit unseren

Schnitt mit 79,5 und Frauen mit 84,2 Jahren

westeuropäischen Nachbarn bekommen

rechnen können, sind es in Deutschland

wir auch überdurchschnittlich oft Medi-

nur 78,2 bzw. 83 Jahre. Zum Vergleich die

kamente verschrieben: Bei der Einnahme

beiden Spitzenreiter: Die langlebigsten

von Blutdrucksenkern belegt Deutsch-

Männer finden sich mit 82,1 Jahren in der

land sogar den ersten Platz.

Schweiz, während sich spanische Frau-

Anzahl Krankenhausbetten pro 100 Personen

8,1 Deutschland

7,6 Österreich

6,1 Frankreich

4,4 Finnland

3,2 Italien

2,5 Dänemark

AUSGABE 15

140

4,7 OECD-Durchschnitt


» MEHR VERSORGUNG UND AUSGABEN GEHEN ALSO NICHT UNBEDINGT MIT MEHR GESUNDHEIT EINHER. «

Tägliche Dosis von blutdrucksenkenden Mitteln pro 1.000 Personen

591 Deutschland

en über eine Lebenserwartung von 85,5 Jahren freuen können. Und auch bei den Behandlungsergebnissen

bewegt

sich

433 Finnland

Deutschland eher im Mittelfeld: Während beispielsweise die Erfolge in der Darmkrebstherapie überdurchschnittlich hoch

380 Großbritannien

sind, liegt die Überlebensrate bei einem Herzinfarkt unter der aller anderen Industrienationen. Brustkrebspatien­tinnen in Spanien oder Korea haben laut der

317 OECD-Durchschnitt

OECD beispielsweise eine fast 30 bzw. 60 % höhere Überlebenschance als in Deutschland.

299 Niederlande

Wohin fließt das Geld? Mehr Versorgung und Ausgaben gehen

266 Frankreich

also nicht unbedingt mit mehr Gesundheit oder einem längeren Leben einher. Aber woran liegt es, dass eines der teuersten

170 Österreich

und leistungsfähigsten Gesundheitssysteme der Welt nur durchschnittliche Ergebnisse hervorbringt? 141

LEBENLANG


ANZEIGE

Krankenhauspersonal pro 1.000 Einwohner

12 Deutschland

13 Niederlande

16 Österreich

19 Dänemark

19 Schweiz

19 Norwegen

» DIE OECD SCHÄTZT, DASS DEUTSCHLAND BIS ZU 20 % SEINER GESUNDHEITSAUSGABEN STREICHEN KÖNNTE [...]. «

Die OECD schätzt, dass Deutschland bis zu 20 % seiner Gesundheitsausgaben streichen könnte, ohne dass es Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung oder die Qualität der Versorgung hätte. Das liegt vor allem darin begründet, dass momentan viel Geld für Dinge ausgegeben wird, die die OECD als „Überversorgung“ kategorisiert. So schätzt die Organisation unter anderem viele Krankenhausaufenthalte als unnötig ein, die sich durch bessere Vorsorge oder ambulante Betreuung vermeiden ließen. AUSGABE 15

17 Frankreich

142


» WÄHREND IN DEUTSCHLAND NUR CA. 5 % DER PATIENTEN DIE PERITONEALDIALYSE ERHALTEN, SIND ES IN FAST ALLEN ANDEREN WESTEUROPÄISCHEN LÄNDERN 10–30 %. «

aufenthalten verfügen deutsche Krankenhäuser über bedeutend weniger Pflegepersonal als viele andere europäische Länder wie die Schweiz oder Norwegen. Eine Empfehlung der OECD lautet deshalb, vor allem die ambulante ärztliche Versorgung und Kompetenzen des Pflegepersonals zu stärken. In diesem Bereich müsste sich auch die Schulung, Betreuung und Pflege von chronisch Kranken verbessern, um stationäre Behandlungen bei Diabetikern, Asthmatikern oder Blutdruckpatienten zu reduzieren. Und zur Stärkung der ambulanten Versorgung gehört nicht zuletzt die politische Aufgabe, den Beruf des niedergelassenen Allgemeinarztes

Das trifft zum Beispiel auf stationäre Auf-

wieder attraktiver zu machen – deren An-

enthalte wegen Diabetes zu: Hier steht

zahl schrumpft hauptsächlich in ländli-

Deutschland nach Österreich europaweit

chen Regionen stark.

an zweiter Stelle, weltweit an sechster.

Und was ist mit der Eigenverantwortung?

Mandeln werden in Finnland zu 86,3 % ambulant entfernt, in Deutschland dagegen in 96,6 % aller Fälle im Krankenhaus. Dasselbe Bild zeigt sich auch im Bereich

Aber die Ursachen für die große Diskre-

der Dialyse: Die Patienten können entwe-

panz zwischen medizinischer Versorgung

der mehrmals die Woche mit der Hämo-

und tatsächlicher Gesundheit sind noch

dialyse (Blutwäsche) in einem Zentrum

viele komplexer. Sie finden sich nicht nur

behandelt werden oder eine sogenannte

im Gesundheitssystem, sondern auch in

Bauchfell- bzw. Peritonealdialyse zu Hau-

den Patienten selbst. In Westeuropa liegt

se durchführen. Während in Deutschland

Deutschland an vierter Stelle, was Über-

nur ca. 5 % der Patienten die Peritoneal-

gewicht betrifft, genauso wie beim Anteil

dialyse erhalten, sind es in fast allen ande-

der Raucher. In der Kategorie „Alkohol-

ren westeuropäischen Ländern 10–30 %.

konsum pro Kopf“ erreicht Deutschland

Und trotz der hohen Zahlen an Hospital­‑

den fünften Platz und liegt damit bei al143

LEBENLANG


ANZEIGE

mieren mehr Tabak und Alkohol

Gesundheitsrisiken – Deutschland im OECD-Vergleich

als die meisten ihrer Nachbarn – dagegen käme selbst das beste

Erwachsene, die täglich rauchen, in Prozent

Medizinsystem nicht an. Ein Ansatzpunkt liegt sicherlich in besseren Präventionsangeboten und

20,9 Deutschland

stärkeren staatlichen Regularien: Zum Beispiel Sport- und Ernäh-

18,4 OECD-Durchschnitt

rungsangebote an Schulen, Verbot von Tabakwerbung oder eine Zuckersteuer nach dem Vorbild

Liter Alkohol pro Person und Jahr

Großbritanniens. 11,0 Deutschland

Andererseits fällt die Verantwortung für die eigene Gesundheit zu großen Teilen auch uns selbst zu – unsere Ernährung und Be-

9,0 OECD-Durchschnitt

wegung haben wir selbst in der

Erwachsene mit einem Body Mass Index über 30, in Prozent

Hand. Das ist in vielen Fällen allerdings leichter gesagt als getan, denn Studien zeigen übereinstimmend die wichtigsten Fakto-

23,0 Deutschland

ren, die über Gesundheit und Lebenserwartung entscheiden sind: Geld und Wissen. Die größte Kluft

19,4 OECD-Durchschnitt

in Sachen Gesundheit tut sich vor allem

zwischen

Einkommens-

und Bildungsschichten auf: Je ärmer und ungebildeter, umso größer das gesundheitliche Risikoverhalten. len drei Faktoren über dem OECD-Durch-

Hier könnten verstärkte Bildungs- und In-

schnitt. Die Deutschen ernähren sich also

formationsangebote, die leicht verständ-

überdurchschnittlich fett- und kalorien-

lich und zugänglich sind, eine positive

haltig, bewegen sich zu wenig und konsu-

Wende anstoßen.

AUSGABE 15

144


» ANDERERSEITS FÄLLT DIE VERANTWORTUNG FÜR DIE EIGENE GESUNDHEIT ZU GROSSEN TEILEN AUCH UNS SELBST ZU. « Ein gemeinsamer Weg: Shared Decision Making

Das Beste aus unserem Gesundheitssys-

»Die Kommunikation in die-

tem holen wir heraus, wenn medizini-

sem Konzept erfolgt […] zwei-

sches Personal und Patienten zusammen-

seitig. Sowohl der Arzt als

arbeiten. Wenn Patienten Fragen stellen

auch der Patient stellen Fra-

und auch mal infrage stellen. Wenn sie am

gen und beantworten Fragen.

Gesundbleiben und -werden aktiv mitar-

Hierfür bezieht der Arzt sei-

beiten und Verantwortung für sich über-

nen Gesprächspartner in alle

nehmen. Und wenn Ärzte sie dazu moti-

wichtigen Aspekte mit ein. Der

vieren können, sie miteinbeziehen und

Patient wiederum bespricht

informieren. Aber das erscheint beiden

seine Anliegen offen und er-

Seiten oft schwierig – ist doch kaum eine

klärt seine Präferenzen. Ziel

Beziehung so von Ungleichheit geprägt

ist es, gemeinsam über eine

wie die Arzt-Patienten-Beziehung. Wenn

angemessene

Wissen und Autorität so asymmetrisch

Behandlung zu entscheiden

verteilt sind, wie kann man da auf Augen-

und diese zu verantworten.«

medizinische

höhe kommunizieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Modell des Shared Decision Making, zu Deutsch: gemeinsame Entscheidungsfindung. Die Stiftung Gesundheitswissen beschreibt das Vorgehen so: 145

LEBENLANG


ANZEIGE

Da Patienten natürlich nicht den glei-

» IM SINNE DES SHARED DECISION MAKING IST ES WICHTIG, DASS SIE ALLE FRAGEN, SORGEN UND ZWEIFEL OFFEN MITTEILEN. «

chen Erfahrungsschatz und Wissensstand wie Ärzte erreichen können und müssen, bleibt Vertrauen die wichtigste Basis der Beziehung. Eine aktive Patientenrolle beginnt daher schon bei der Wahl der Behandler. Suchen Sie einen Arzt, dem Sie vertrauen und der Sie ernst nimmt. Im Sinne des Shared Decision Making ist es wichtig, dass Sie alle Fragen, Sorgen und Zweifel offen mitteilen. Ihr Arzt sollte Sie dabei unterstützen, eine passende Entscheidung zu treffen, indem er alle dazu nötigen Informationen verständlich vermittelt sowie Vor- und Nachteile neutral erklärt. Zahlreiche Studien belegen, dass so getroffene Entscheidungen auch bessere Behandlungsergebnisse nach sich ziehen. Die Patienten haben die Therapie selbst gewählt und verstehen den Nutzen und eventuelle Nebenwirkungen besser. Deshalb halten sie sich konsequenter an Behandlungsprotokolle und ärztliche Empfehlungen – was sich wiederum in weniger Komplikationen äußert. Die Zahlen zeigen: Es gibt Handlungsbedarf im deutschen Gesundheitssystem. Aber es gibt auch viele Stellschrauben, die es beeinflussen – und daher keine einfachen Lösungen. Trotzdem kann jeder

Welcher Patiententyp sind Sie?

Einzelne schon jetzt viel tun, indem er Verantwortung für die eigene Gesundheit übernimmt und so zum mündigen Patienten wird. AUSGABE 15

146


Patiententypen Kein Mensch ist wie der andere – das gilt auch, wenn wir krank wer­ den. Manche schätzen ihre Unab­ hängigkeit, andere geben lieber die Kontrolle ab. Während einige

Der akzeptierende Patient Dieser Patiententyp sieht den Arzt als alleinige Autorität. Akzeptierende Patienten überlassen ihren Behandlern gerne alle Entscheidungen, die Weitergabe und Dokumentation von Infor­mationen.

Patienten medizinisch vorgebil­ det sind, sprechen andere kaum die deutsche Sprache. All das beeinflusst die Arzt-PatientenBezie­ hung und das Shared De­ cision Making, die gemeinsame Entscheidungsfindung, stark. Die

Der aufgeklärte Patient Der aufgeklärte Patient arbeitet konsequent und eigenverantwortlich an seiner Behandlung mit. Zum Beispiel ein Diabetiker, der seine Blutzuckerwerte selbst dokumentiert und sich nach einer Schulung eigenständig Insulin spritzt.

Boston Consulting Group hat in einer Untersuchung vier ver­ schiedene Patiententypen identifiziert. Diese Rollen können sich in der Realität natürlich vermi­ schen oder auch im Verlauf einer Krankheit wechseln, bilden aber

Der involvierte Patient Er informiert sich aktiv, sucht das Gespräch und Diskussionen mit seinem Arzt. Dieser Typus interessiert sich sehr für seine Gesundheit und Prävention; gesundheitsbewusstes Verhalten ist ihm wichtig.

einen ersten Orientierungspunkt für die unterschiedlichen Gestal­ tungsmöglichkeiten von Shared Deci­sion Making.

Der steuernde Patient Diese Patienten zeigen das höchste Maß an Autonomie. In allen Gesundheitsfragen nutzen sie aktiv alle ihnen zur Verfügung stehenden Medien, um sich zu informieren. Sie holen sich auch häufig Zweitmeinungen ein oder überprüfen Arzt­ aussagen im Internet.

147

LEBENLANG


ANZEIGE

Wer sich bewusst entscheidet, bleibt auch dran Im Gespräch mit Frau Prof. Dr. Erley FOTOS | BEATRICE GRUNDHEBER

»

AUSGABE 15

148


149

LEBENLANG


ANZEIGE

F

rau Prof. Dr. Christiane Erley ist Chefärztin der Klinik für Nierenund Hochdruckerkrankungen am St. Joseph Krankenhaus

» IM EINZELFALL MUSS IMMER INDIVIDUELL ABGEWÄGT WERDEN, WELCHES VERFAHREN SICH FÜR WELCHEN PATIENTEN BESSER EIGNET. «

in Ber-

lin Tempelhof. Sie ist

außerdem Vorstandsmitglied der Kommission Frau und Niere und der Berlin-Brandenburgischen

Gesell-

schaft für Nephrologie. Frau Prof. Dr. Erley kann aus jahrzehntelanger Erfahrung schöpfen – sowohl in der Anwendung verschiedener Therapieverfahren wie auch in der langfristigen Begleitung nierenkranker Menschen. Wir wollten deshalb von ihr wissen, wie Ärzte und Patienten die besten

Therapie-

entscheidungen treffen können.

AUSGABE 15

150


Wenn ich morgen durch eine Nierenerkrankung dialysepflichtig werden würde, welche Optionen zur Behandlung hätte ich? Behandlungsmethoden,

die

bei

ei-

nem Ausfall der Nieren deren Entgiftungs-

und

Ausscheidungsfunktionen

übernehmen, bezeichnet man als Nierenersatztherapie. Dazu gehören die Peritonealdialyse, die Hämodialyse und die Nierentransplantation. Die Hämodialyse (HD) ist eine Form der Blutwäsche, die normalerweise dreimal pro Woche für durchschnittlich vier bis fünf Stunden ambulant durchgeführt wird, meistens im Dialysezentrum. Dabei wird das Blut des Patienten durch ein Schlauchsystem in einen Kreislauf außerhalb des Körpers gebracht, in dem sich die künstliche Niere, der Dialysator, befindet. Bei den verschiedenen Formen der Peritonealdialyse (PD) wird das Bauchfell des

dung und Regulation, sondern auch die

Körpers als Filtermembran benutzt. Zur

hormonellen Funktionen der Niere voll-

Durchführung der PD ist ein Katheter not-

ständig wiederhergestellt. Die transplan-

wendig, durch den die Dialyseflüssigkeit

tierten Organe stammen von hirntoten

in die Bauchhöhle gelangen kann, wo sie

Organspendern oder von nahestehenden

je nach Verfahren unterschiedlich lange

Lebendspendern. Um Abstoßungen des

verweilt. Sie wird dann aus der Bauchhöh-

Fremdgewebes zu vermeiden, müssen

le wieder abgeleitet und durch eine neue

Patienten nach der Organtransplantation

Füllung ersetzt. Die PD kann zu Hause

immunsuppressive Medikamente einneh-

selbst durchgeführt werden.

men, solange das transplantierte Organ in Funktion ist.

Durch eine Nierentransplantation werden nicht nur die Funktionen der Ausschei151

LEBENLANG


ANZEIGE

» WENN EIN PATIENT ABER GRUNDSÄTZLICH FÜR DIE PD INFRAGE KOMMT, IST NEBEN DER GRÖSSEREN UNABHÄNGIG­ KEIT SICHER AUCH VOR ALLEM DIE RESTDIURESE EIN VORTEIL. « AUSGABE 15

152


Sind die beiden Dialyseoptionen gleich effektiv und erfolgreich?

Was wären Gründe, die einen Patienten von der PD ausschließen?

Ja, wenn sie von erfahrenen Ärztinnen

Grundsätzlich wären das alle Erkrankun-

und Ärzten angewandt werden. Es gibt

gen, die das Legen des Bauchkatheters

viele Untersuchungen zur Dialyseeffek-

erschweren, zum Beispiel viele vorange-

tivität und -sterblichkeit, da schneiden

gangene Bauch-Operationen oder ent-

beide Verfahren gleich gut ab. Zu allen

zündliche Darmerkrankungen. Aber auch

Verfahren gibt es auch klare Qualitäts-

hier gilt: Dazu gibt es keine pauschalen

standards, zum Beispiel die „Qualitätssi-

Aussagen, jeder Patient muss individuell

cherungs-Richtlinie Dialyse“ des Gemein-

betrachtet werden.

samen Bundesausschusses. Dort werden auch Dialysezentren erfasst und auf die

In Holland oder Großbritannien erhalten zum Beispiel 30 % aller Patienten die PD, in Neuseeland sind es sogar 47 % – in Deutschland aber nur ca. 5 %. Warum ist

Einhaltung dieser Standards hin überprüft. Wenn also zum Beispiel in einer Praxis die Quote für Katheterbehandlungen überdurchschnittlich hoch ist, muss sie sich im Zweifelsfall vor einer Qualitätssicherungskommission verantworten.

Welches Verfahren empfehlen Sie welchen Patienten? Es muss immer individuell abgewägt werden, welches Verfahren sich für welchen Patienten besser eignet. Hier spielen viele gesundheitliche und soziale Faktoren eine Rolle. Wenn ein Patient aber grundsätzlich für die PD infrage kommt, ist neben der größeren Unabhängigkeit sicher auch vor allem die Restdiurese ein Vorteil. Das heißt, die Patienten scheiden noch länger und mehr Urin aus als bei der Hämodialyse. Das erlaubt zum einen größere Trinkmengen, zum anderen reduziert es die Komplikationen im Fall einer späteren Transplantation. 153

LEBENLANG


ANZEIGE

Deutschland so zurückhaltend in Bezug auf die PD? Das liegt vor allem an der gewachsenen Infrastruktur – traditionell gibt es in

» WENN SICH PATIEN­ TEN ERST MAL BEWUSST FÜR DIE PD ENTSCHIEDEN HABEN, BLEIBEN SIE MEISTENS AUCH DRAN. «

Deutschland viele Hämodialysezentren. Diese haben zu einem relativ lückenlosen Therapienetz geführt, was schnell fast allen Betroffenen eine Dialyse ermöglicht hat. In anderen Ländern gab es vor allem früher viel längere Wartezeiten auf einen Dialyseplatz. Andere Länder, die früher schlechter mit HD versorgt waren, haben deshalb bereits schneller und öfter auf PD zurückgegriffen.

Wie sieht die Vergütungsstruktur der unterschiedlichen Dialysearten in Deutschland aus? Die Behandlung von Nierenversagen gehört ohne Zweifel zu den kostenintensivsten Erkrankungen in unserem Gesundheitssystem. Die Dialysebehandlung wird in Deutschland aber von allen Krankenkassen gleich vergütet. Und zwar in Form von therapiespezifischen Wochenpauschalen. Dabei gibt es eine leichte Differenz zugunsten der Heimdialyse, die sowohl die Peritonealdialyse als auch die Heimhämodialyse umfasst.

Studien zeigen, dass die Lebensqualität von PD-Patienten als hoch empfunden wird. Aber in Deutschland brechen auch relativ viele Patienten die PD innerhalb des ersten Jahres wieder ab. Was sind Ihrer Erfahrung nach Gründe dafür? AUSGABE 15

154


Oft sind es medizinische Gründe: Die Patienten bekommen Infektionen oder

Wie kann man diese Patienten besser unterstützen?

kommen mit dem Katheter nicht klar – er

Wenn der Katheter verheilt und einge-

verstopft oder liegt nicht richtig. Manche

wachsen ist, bekommen alle Patienten

bekommen zum Beispiel Ödeme, also

über mehrere Wochen eine Schulung.

Wassereinlagerungen, die sie nicht mehr

Das kann im Krankenhaus stattfinden, im

in den Griff bekommen. Aber es spielen

Dialysezentrum, in der Praxis oder auch

auch soziale Gründe eine Rolle: Für die

zu Hause. Normalerweise lernen sie das

Heimdialyse ist es oft besser, einen Part-

nach ein bis zwei Tagen. Die Patienten

ner oder eine betreuende Person zu ha-

werden also bereits sehr gut geschult,

ben. Manche Patienten oder Partner mer-

und das ist auch gar nicht so sehr das Ent-

ken im Verlauf, dass sie das Verfahren

scheidende. Denn wenn sich Patienten

doch nicht so gut selbst durchführen kön-

erst mal bewusst für die PD entschieden

nen. Wenn dann der Arzt oder die Ärztin

haben, bleiben sie meistens auch dran.

auch nicht so erfahren mit der PD ist, ra-

Viel wichtiger ist deshalb die Information

ten sie vielleicht schon bei kleineren Pro-

vorher – durch Arzt oder Ärztin und auch

blemen vorschnell zum Abbruch.

durch Begleiter von Patientenverbänden. 155

LEBENLANG


ANZEIGE

WICHTIG

Helfen können aber auch telemedizinische Entwicklungen, zum Beispiel Dialysegeräte, die Daten an den behandelnden Arzt automatisch weiterleiten, oder entsprechende Apps, in denen Patienten

Wie hilfreich es ist, sich mit ande­

ihr Gewicht oder Flüssigkeitsmengen no-

ren Patienten auszutauschen, zeig­

tieren können. Dadurch können sie Ärz-

te sich auch beim Frühstückstalk

ten und Patienten zusätzliche Hilfe an

gemeinsam mit Baxter

die Hand geben.

dem sich Dialysepatienten ganz

, bei

persönlich über ihre unterschied­ lichen Therapien austauschten.

Gibt es bestimmte Fehlannahmen oder Vorurteile gegenüber der PD, die Sie häufig hören?

Zum Beitrag und den Erkennt­ nissen des Tages

Die Patienten befürchten zum Beispiel, dass sie aufgrund des Katheters nicht mehr duschen können, ihre Katze abschaffen müssen oder Bauchfellentzündungen bekommen. Ärzte und Ärztinnen,

Patienten waren zufriedener, wenn sie an der Entscheidungsfindung aktiv beteiligt waren. Was ist Ihr Rat an Ärzte und Patienten, um Shared Decision Making besser umzusetzen?

die weniger Erfahrung mit der PD haben, haben manchmal Sorge, dass der Patient das nicht alleine schaffen wird oder die hygienischen Voraussetzungen bei ihm zu Hause nicht gegeben sind.

Reden, reden, reden – aber Achtung: Man muss auch aufpassen, einen Patienten

Die CORETH-Studie der Uniklinik Halle hat untersucht, wie Patienten sich für eines der Dialyseverfahren entscheiden und wie zufrieden sie mit ihrer Wahl sind. Die Patienten, die angaben, die Entscheidung gemeinsam mit ihrem Arzt getroffen zu haben, entschlossen sich häufiger zur PD als die, bei denen der Arzt alleine die Entscheidung traf. Und egal welche Therapieform – alle AUSGABE 15

nicht zu verunsichern. Am besten ist es, dem Patienten auch Kontakt zu anderen Betroffenen zu ermöglichen, damit er sich mit ihnen austauschen kann. Das geht zum Beispiel über die Deutsche Nierenstiftung, über Programme wie z. B. „Fit für Dialyse“

oder über den

Bundesverband Niere e. V.

156


157

LEBENLANG


ANZEIGE

Früher waren die Rollen klarer verteilt: Herr oder Frau Doktor trugen den weißen

Prof. Dr. Erley

Kittel der Autorität, Patienten ließen sich

St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof

passiv behandeln. Das ändert sich rapide: Heute möchten viele im Krankheitsfall ei-

IM DIALOG

nen aktiven Part spielen – auch bei der Wahl ihrer Dialyse. Das liegt nicht zuletzt auch an den Informationsmöglichkeiten, die ständig wachsen: Medizinerlatein

Hilfreiche Tipps für mündige Patienten

übersetzen wir heute per Google, nehmen in Internetforen Kontakt zu anderen Betroffenen auf oder überwachen unsere Blutdruckwerte per App. Und auch viele Ärzte begrüßen engagierte, mündige Patienten, die Verantwortung für sich übernehmen. Trotzdem fühlen sich Patienten häufig übergangen und nicht ernst genommen. Und die Informationsfülle führt manchmal auch zu Verunsicherung oder Misstrauen. Wie können Ärzte und Patienten also gemeinsam die Beziehung ge-

FOTOS | BEATRICE GRUNDHEBER

stalten, in einen Dialog miteinander tre-

VIDEO | XAVER NEUMANN

ten? Frau Prof. Dr. Erley gibt praktische

SCHNITT | CLAUS KUHLMANN AUSGABE 15

Tipps. 158


WERDEN SIE AKTIV:

verstehen – engagieren – erfolgreich therapieren!

Nützliche Links und Anlaufstellen, um Klarheit über Diagnosen und Therapien zu erhalten

159

LEBENLANG


ANZEIGE

IM DIALOG MIT DEM ARZT

Studien belegen, was viele Ärzte aus Erfahrung wissen: Patienten, die aktiv mitentscheiden, erzielen bessere Therapieergebnisse. Aber wie kann ich mich als Patient stärker einbringen? Und was können Ärzte tun, um gemeinsame Entscheidungen zu ermöglichen?

AUSGABE 15

160


Der Befunddolmetscher Übersetzt unverständliche Fachbegriffe aus medizinischen Befunden in Alltagssprache. www.befunddolmetscher.de

Was hab’ ich? Noch einfacher geht es über diesen Weg: Hier können Sie Ihren ärztlichen Befund einsenden und kostenlos von Medizinstudenten in eine leicht verständliche Sprache übersetzen lassen. www.washabich.de

161

LEBENLANG


ANZEIGE

WELCHE BEHANDLUNG PASST ZU MIR?

Veraltete Informationen oder Vorurteile auf Arztoder Patientenseite können die richtige Entscheidung manchmal schwer machen. Da lohnt sich oft ein zweiter Blick – wir haken bei Frau Prof. Dr. Erley nach.

AUSGABE 15

162


Gesundheitsinformation Auf gesundheits­information.de finden Sie wichtige Informationen zu gesundheitlichen Fragen. Ihnen werden Vor- und Nachteile von Behandlungs­möglichkeiten erklärt, sodass Sie Angebote der Gesundheits­versorgung besser verstehen lernen. www.gesundheitsinformation.de

Dialyse ­zu Hause Wer sich konkret über die Heimdialyse erkundigen möchte, findet auf dialyse-zuhause.de viele hilfreiche Erklärungen und Beiträge, in denen Patienten über ihren Alltag mit der Peritonealdialyse berichten. www.dialyse-zuhause.de

163

LEBENLANG


ANZEIGE

WELCHE RECHTE HABE ICH ALS PATIENT?

Kennen Sie eigentlich Ihre Rechte als Patient? Frau Prof. Dr. Erley gibt einen kurzen Überblick über das Patientenrechtegesetz.

AUSGABE 15

164


Patientenbeauftragter Auf der Internetpräsenz des Beauftragten der Bundesregierung fßr die Belange der Patientinnen und Patienten finden Sie viele Informationen rund um Patientenrechte. www.patientenbeauftragter.de

165

LEBENLANG


ANZEIGE

ÜBERFLÜSSIGE BEHANDLUNGEN

Was soll ich tun, wenn mein Arzt mir Selbstzahlerleistungen anbietet? Brauche ich das Antibiotikum wirklich? So erkennen Sie überflüssige Behandlungen und Untersuchungen.

AUSGABE 15

166


Kassenärztliche Bundesvereinigung

Die Seite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bietet neben einer Arztsuche auch viel Lesestoff zu Krankheitsbildern und Sinn bzw. Unsinn von medizinischen Leistungen. www.kbv.de

167

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

IM INTERVIEW

HEIDI BASCHEK & ELLEN PANKE

Heidi Baschek (l.) und Ellen Panke: Die Altenpflegerin (57) und die Krankenschwester (34) arbeiten in der geriatrischen Abteilung des St. Joseph Kran­ kenhaus in Berlin-Tempelhof.

PROTOKOLL | KIRSTEN GAEDE

Under pressure – wer mit Demenzkranken zu tun hat, kennt dieses Gefühl gut: Die Situation ist angespannt, man möchte ruhig bleiben – und doch gelingt es nicht immer. Wir haben uns bei zwei Demenz-Expertinnen nach Tipps für einen kühlen Kopf erkundigt.

Foto: Jens Schünemann

Demenz

… gleich eskaliert die Situation – was mach‘ ich nur? AUSGABE 15

168


LET ME OUT

Heidi Baschek:

wertschätzend. Das heißt, ich ver-

Ob Patienten mit Demenz mich

suche die Situation umzudrehen

an meine Grenzen bringen? Si-

und deeskalierend auf den Patien-

cherlich, das kommt schon vor,

ten einzuwirken. Sofern er es zu-

auch wenn ich als examinierte

lässt, nehme ich Körperkontakt

Altenpflegerin jahrelange Übung

auf, berühre ihn am Arm oder an

habe. Doch für mich gibt es zwei

der Schulter und versuche ihn

bis drei Mechanismen, die mir hel-

durch streichende Bewegungen

fen, wenn ich merke, dass mein

zu beruhigen. Das funktioniert oft

Blut hoch kocht. Nehmen wir die

gut. Allerdings bin ich nicht immer

klassische Situation: Ich komme

dazu in der Lage. Man muss auch

ins Zimmer und der Patient re-

vorsichtig sein, ich habe schon ein-

agiert ungehalten und ablehnend.

mal eine gewatscht bekommen.

Dann sage ich oft: „Einen kleinen

Wichtig ist, den Patienten in einer

Moment bitte, ich komme gleich

solchen Situation nicht am Kopf

wieder.“ Ich verlasse also die Situ-

oder im Gesicht zu berühren, das

ation. Und diese Unterbrechung

wird leicht als Angriff empfunden.

nimmt oft die Anspannung raus. Je nach Demenzform kann es näm-

Was bei mir hinzu kommt: Mit

lich passieren, dass der Patient

meinen 57 Jahren und meiner tie-

sich gar nicht mehr erinnert, dass

fen Stimme respektieren mich die

ich die Person bin, die kurz zuvor

Patienten oft mehr als die jünge-

schon einmal ins Zimmer gekom-

ren Kollegen. Mit tiefer Stimme,

men ist. Auch ich selbst habe mich

in kurzen Sätzen und langsam

dann meistens beruhigt und kann

sprechen – das wäre in jedem Fall

mich besser auf den Patienten

noch ein ganz wichtiger Tipp, wie

einstellen.

man deeskalierend wirken kann.

Eine zweite Strategie, die bei mir

Ellen Panke :

gut greift: Tief einatmen und 21,22,

Was mir sehr gut hilft, wenn De-

23 … zählen. Dabei werde ich tat-

menzkranke aggressiv werden:

sächlich ruhiger. Die dritte Her-

Ich sage mir, dass es nicht sie

angehensweise ist eigentlich die

selbst sind, die mich beschimpfen,

Beste: Ich reagiere validiant, also

dass es vielmehr die Krankheit ist, 169

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

» MAN DARF LACHEN – NICHT ÜBER DIE DEMENZKRANKEN, ABER MIT IHNEN. «

Was für mich ganz allgemein im Umgang

mit

Demenzkranken

ebenfalls wichtig ist: Man darf lachen – nicht über die Demenz-

die sie so hat werden lassen. Ich

kranken, aber mit ihnen. Wenn die

versuche, die Aggression zu be-

Patientin sich etwa mit der Gabel

trachten wie ein Symptom, ähn-

die Haare kämmt: Dann lache ich

lich wie einen auffälligen Puls.

nicht, weil sie etwas Lächerliches getan hat, sondern weil die Asso-

Eine andere gute Methode ist, sich

ziation, die sie hat, für mich sogar

auf die Wut des Patienten total

irgendwie nachvollziehbar ist und

einzulassen, seine Wahrheit nicht

mir Freude bereitet. Das wieder-

infrage zu stellen. Damit habe ich

um bereitet ihr idealerweise Freu-

schon häufig Erfolge erzielt. Wenn

de. Vielleicht lässt sich auf diese

mir ein 94-Jahre alter Patient mit

Weise auch manche aggressive

abwehrenden Handbewegungen

Situation auflösen – das müss-

erklärt, er hätte jetzt keine Zeit

ten wir vielleicht doch häufiger

für mein Anliegen, er müsse seine

probieren.

vierjährige Tochter aus dem Kin-

AUSGABE 15

dergarten abholen, dann erkläre

Nichtsdestotrotz: Es gibt immer

ich im nicht, dass seine Tochter

wieder Situationen, in denen man

inzwischen Ende 50 ist und nicht

die Geduld verliert. Wenn Patienten

mehr in den Kindergarten geht.

zum Beispiel sehr persönlich wer-

Vielmehr versuche ich das, was

den oder einen unsittlich berühren.

ich pflegerisch plane, mit seinem

So etwas beschäftigt mich lange,

Wunsch zu verbinden. „Ja, Sie sind

weil ich dann glaube, professionell

ein zuverlässiger Mann, Sie wol-

versagt zu haben. Andererseits: Er-

len nicht zu spät kommen, das

folgreich ist man mit seiner Arbeit

verstehe ich. Aber vielleicht darf

nur, wenn man menschlich bleibt

ich Ihnen vorher dabei helfen, ein

und sich berühren lässt. Ideal ist,

wenig gut auszusehen.“ So oder

wenn man über solche Eskalatio-

ähnlich versuche ich ihn abzulen-

nen mit Kollegen sprechen und Lö-

ken. Das funktioniert meistens.

sungen finden kann.

170


POLITIK

WIRTSCHAFT

PFLEGE

14. – 16. März 2019

I

GESELLSCHAFT

STATION-Berlin

spannende Podiumsdiskussionen

hochkarätige Fachvorträge

umfassende Fachausstellung

praxisnahe Workshops

Auf diese Themenschwerpunkte können Sie sich 2019 freuen!

Wie werden wir morgen arbeiten? Neue Versorgungsformen, neue Arbeitsplätze.

Gibt es einen Ausweg aus der demografischen Falle? Die Pflege soll es nun richten.

Wird jetzt alles gut? Die Umsetzung der Pflegeberufereform.

Wie Pflege weiterentwickeln? Professionalisierung vs. Gleichmacherei auf niedrigem Niveau.

Wie viel Geld darf man mit der Pflege verdienen? Chancen und Risiken der freien Marktwirtschaft.

* ichern! s t t a b Jetzt Ra

Gutscheincode LL19DPT

20 € Rabatt

Jetzt Programmvorschau online ansehen!

deutscher-pflegetag.de /deutscherpflegetag

#pflegetag

bar resstickets einlös r 3-Tages-Kong fü r nu den. ist tt ba *Der Ra kombiniert wer Ermäßigungen n re de an it m t und kann nich 19 gültig. s zum 05.03.20 Der Rabatt ist bi

Eine Veranstaltung von


Foto | Jagoda Kondratiuk

ANZEIGE

AUSGABE 15

172


s r e d n A h c a m t l A s au Wie ein altes Konzept zum Do-it-yourselfTrend wird: Heimwerker und Bastler hauchen vermeintlichem „Müll” neues Leben ein.

173

LEBENLANG


ANZEIGE

» Maßloser Konsum, unnötiger Verpackungs­müll und Wegwerfmentalität gefährden die Zukunft unseres P laneten. «

Altes Wissen, neu verpackt Für die Generation 60plus ist es oft noch eine Selbstverständlichkeit – Geschenkpapier wird glattgestrichen und wiederverwendet, alte Obstkisten werden zu Kellerregalen umfunktioniert und leere Schraubgläser zum Einmachen verwendet. Wer nicht in unserer gegenwärtigen Überflussgesellschaft aufgewachsen ist, hat meist verinnerlicht, Materialien wiederzuverwenden und möglichst wenig zu verschwenden. „Müll“ im heutigen Sinne gab es lange gar nicht – umso unüberlegter und leichtsinniger war der gesellschaftliche Umgang damit, seit in den 50er-Jahren der Massenkonsum aufkam. Bis vor Kurzem wurden die Großeltern noch belächelt für ihre Wiederverwendungsbemühungen,

während

spätere

Generationen in Plastik eingeschweißte Gurken und Kaffee aus Einmalbechern verzehrten. Inzwischen ist es aber auch in der Mitte der von Klimakatastrophen bedrohten Gesellschaft angekommen: Maßloser Konsum, unnötiger Verpackungsmüll und Wegwerfmentalität gefährden die Zukunft unseres Planeten. Nachhaltigkeit und Müllvermeidung sind jetzt chic – und heißen plötzlich Minimalismus, Zero Waste (zu Deutsch: Null Müll) Illustrationen | Sasi

oder Upcycling. Und gerade der Basteltrend Upcycling zeigt, dass das nicht nur Verzicht, sondern auch eine Menge Spaß bedeutet. AUSGABE 15

174


Upcycling: Do-it-yourself mit viel Fantasie Während Recycling die klassische Wie-

günstig: Sie müssen einfach nur Verpa-

derverwendung bezeichnet, dreht sich

ckungen, Reste, Altes oder Gebrauchtes

bei Upcycling alles darum, gebrauchte

vor der Mülltonne retten. Und dann sind

Gegenstände aufzuwerten oder komplett

der Kreativität keine Grenzen gesetzt! Ob

umzufunktionieren. Damit schlagen Sie

Sie nun alten Möbeln einen neuen An-

zwei Fliegen mit einer – ressourcenscho-

strich verpassen, Altglas zur Blumenvase

nenden – Klappe: Statt ständig Neues zu

machen oder Weinkisten mit einem Sitz-

kaufen, basteln Sie es einfach selbst – mit

kissen und Farbe in Balkonmöbel verzau-

dem, was sonst auf der Deponie gelandet

bern: In jedem Haushalt finden sich ver-

wäre. Das macht den Bastel- bzw. Do-it-

steckte Schätze, denen Sie zu ganz neuem

yourself-Trend auch besonders preis-

Glanz verhelfen können. Denn Upcycling heißt auch, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Inspiration dazu finden Sie am Ende dieses Artikels.

» Denn Upcycling heißt auch, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. « 175

LEBENLANG


ANZEIGE

» Damit haben Sie Ihre Projekte im Griff! «

hochwertiges

Equipment

investieren,

statt immer wieder neues kaufen zu müssen. Damit Sie lange an den Werkzeugen Freude haben, ist es auch wichtig, dass sie leicht und komfortabel zu bedienen sind: Der TWERCS Ladekoffer

von Vorwerk

enthält beispielsweise verschiedene kleine, handliche Geräte. Das akkubetriebene Equipment ist außerdem ein echtes Leichtgewicht ganz ohne Kabelsalat – damit Sie Ihre neueste Idee immer schnell und unkompliziert umsetzen können.

Upcycling-Projekte mit TWERCS von Vorwerk Die Firma Vorwerk

macht Do-it-your-

self jetzt ganz leicht – mit dem praktischen TWERCS-Werkzeugkoffer. Er enthält alles, was Sie zum Heimwerken und Basteln benötigen: Stichsäge, Bohrschrauber, Tacker und Heißklebepistole. Dabei

Mit den richtigen Helfern geht’s leichter

ist der gesamte Koffer eine Ladestation,

Zum Basteln und Heimwerken brauchen

einmal geladen werden, wenn Sie den

Sie die richtigen Geräte und Materiali-

TWERCS an eine Steckdose anschließen.

en. Warum nicht auch hier die Nachhal-

Handlich, leicht und mobil - damit haben

tigkeit im Auge behalten? Wer zum Bei-

Sie Ihre Projekte im Griff!

über den die kabellosen Geräte alle auf

Illustration | Aum

spiel auf umweltfreundliche Farben und Lacke setzt, hat sicher noch mehr Spaß

Entdecken Sie mit unseren Upcycling-­

an seinem Projekt. Das gilt auch für die

Ideen, wie viele Möglichkeiten in dem

Auswahl der Geräte: Lieber einmal in

kleinen Koffer stecken.

AUSGABE 15

176


Y I D MINI-WANDREGALE DAS BRAUCHEN SIE DAFÜR 1 - 2 Personen Zeitaufwand ca. 1 Stunde Anspruch TWERCS TOOLS IM EINSATZ Akku-Stichsäge Akku-Bohrer TWERCS ZUBEHÖR IM EINSATZ SW103 S SW104 S 4-mm-Bohrer 8-mm-Bohrer MATERIALLISTE 1x Kunststoffeimer ca. 10l (A) 1x Sperrholzplatte ca. 400 x 400 x 8 mm (B)

DIY-ANLEITUNG HERUNTERLADEN

4x Senkkopfschrauben 3 x 30 mm (C)

Für die Mini-Wandregale braucht man nur wenig Material und sie sind in einfachen Schritten nachgebastelt. Die kleinen Regale eigenen sich ideal dafür, ein paar bunte Farbakzente an Ihre Wand zu bringen. Und zusätzlich bieten sie Fläche für hübsche Deko-Elemente.

177

SONSTIGES MATERIAL Acrylfarbe zum Bemalen

LEBENLANG


ANZEIGE

1

g n u t i e l An

1. Zeichen Sie zuerst zwei gleiche Abstände an dem Einer (A) an. Verwenden Sie dazu eine selbstgebaute An-

1

zeichenhilfe wie abgebildet, damit die Abstände identisch werden. Sägen Sie anschließend den Eimer wie abgebildet in drei Teile. Verwenden

Ac ht un g!

Sie dazu die Akku-Stichsäge und das Sägeblatt SW103 S.

2

Beim Sä gen sollten Sie den Eimer d rehen und die Akku Stichsäg e stillhalt en.

2. Übertragen Sie als Nächstes den Innendurchmesser des Eimers auf die Sperrholzplatte (B). Sägen Sie den Kreis mithilfe der Akku-Stichsäge und dem Sägeblatt SW104 S aus. AUSGABE 15

178


3

3. Verschrauben Sie den nun das Teilstück des Eimers mit dem ausgeschnittenen

Kreis.

Verwenden Sie dazu den 4-mm-Bohrer zum vorbohren und verschoben sie alles mit vier Schrauben (C) und dem Bit PH1.

4

4. Bohren Sie zum Schluss ein Loch wie abgebildet in die Rückwand.

Tipp

chluss S m u Z e das i s n e könn Regal e g i t r fe eben i l e B nach lfarbe y r c A mit len. bema

179

LEBENLANG


ANZEIGE

Y I D KUPFER-WEINKISTE DAS BRAUCHEN SIE DAFÜR 1 - 2 Personen Zeitaufwand ca. 2 Stunden Anspruch TWERCS TOOLS IM EINSATZ Akku-Stichsäge Akku-Bohrschrauber Akku-Heißklebepistole TWERCS ZUBEHÖR IM EINSATZ Sägeblatt SW101 S “Clean Metal” Bit PH2

DIY-ANLEITUNG HERUNTERLADEN

MATERIALLISTE 2 x Kupferrohr 15 mm Durchmesser,

Die Kupfer-Weinkiste verbindet den DIY-Trend perfekt in sich: Die alte Weinkiste in Kombination mit den coolen Kupferstangen sieht kreativ aus und strahlt gleichzeitig einen gemütlichen Charme aus. Es ist der Kontrast zwischen dem natürlichen Holz und dem industriellen Metall, der dem Regal seine Besonderheit verleiht.

mindestens 2.000 mm Länge (A) 4 x Kupfer-T-Stück, passend für 15 mm Durchmesser (B) 8 x Kupfer-Winkel-Stück, passend für 15 mm Durchmesser (C) 4 x Rohrschellen 16 mm (D) 8 x Schrauben 4 x 12 mm (E) 1 x Weinkiste 500 x 300 x 300 mm (F) SONSTIGES MATERIAL Zollstock und Schleifpapier

AUSGABE 15

180


g n u t i e l An

1

1. Zeichen Sie bitte folgende Längen am Kupferrohr (A) an:

2 x 5000 mm

4 x 100 mm

4 x 150 mm

4 x 200 mm

Sägen Sie die angezeichneten Längen mit der Akku-Stichsäge zu. Verwenden Sie dafür das Sägeblatt „SW101 S“. Schleifen Sie anschließend alle Schnittkanten sorgfältig mit dem Schleifpapier glatt, da beim Sägen scharfe Kanten entstehen können.

Ac ht un g!

Verwen den Sie beim Sä g unbedin en gt eine Schutzb rille, damit k eine Metalls plitter in Ihre A ugen geraten .

JE T Z T E IN E N VON 3 TWERCS KOFFER G E W IN N E N ! Hier geht’s zum Gewinnspiel.

181

LEBENLANG


ANZEIGE

2 2. Setzen Sie nun die Kupferstangen, wie abgebildet, zu zwei Rahmen zusammen. Geben Sie jeweils etwas Heißkleber vor dem Zusammenstecken in die Verbindungsstücke.

3

3. Verbinden Sie zum Schluss die beiden Rahmen und

F e rt i g !

AUSGABE 15

stecken Sie diese mit dem kurzen Bogen auf die Weinkiste (F). Verschrauben Sie mithilfe des Akku-Bohrschraubers und des Bit PH2 den Rahmen mit der Weinkiste. Verwenden Sie dafür die vier Rohrschellen (D) und acht Schrauben (E). Fertig ist Ihr Regal.

182


Mitmachen ! n e n n i w e und G

Gewinnen Sie e ­ inen TWERCS­Werkzeugkoffer!

Hat Sie die Lust zum Upcycling gepackt

Und so einfach nehmen Sie an der Verlo-

und Sie möchten ein eigenes DIY-Projekt

sung teil: Melden Sie sich bis zum 20. Ja-

realisieren?

nuar 2019 hier

für unseren regelmäßi-

gen Newsletter an und geben Sie bei der Für alle Anfänger, die noch das passende

Anmeldung den Betreff „TWERCS“ an. Alle

Werkzeug brauchen oder für alte Hasen,

neuen Abonnenten nehmen an der Verlo-

die Lust auf Neues haben: Lebenlang ver-

sung der Koffer teil. Mehr Informationen

lost gemeinsam mit Vorwerk drei TWERCS-­

und die genauen Teilnahmebedingungen

Koffer im Wert von je rund 649 EUR.

finden Sie hier

183

.

LEBENLANG


ANZEIGE

) r ( e d e j n e d , r e f f Der Ko gerne trägt.

Der Twercs Ladekoffer hat ordentlich Power unter dem Deckel und braucht sich dank seines schicken und edlen Designs nicht im Keller zu verstecken. Sein Motto: leere Akku-­ Werk­zeuge hinein, volle wieder heraus. Immer geladen und allzeit bereit. Und die tropfwasserfeste Ummantelung schützt die vier Power­tools stets vor Nässe. Besonderer Clou: Steht der Koffer schräg auf einem nicht stabilen Untergrund, so gibt er ein Warnsignal von sich!

Akku-Bohrschrauber: KLEINER SCHRAUBER GANZ GROSS Handliche Bedienung dank ergo­no­mischen Designs und geringen Gewichts ohne Einbußen bei der Leistung: beste Kraftübertragung bei 20 Drehmomentstufen plus Bohrstufe, einer hohen Laufruhe und überlegener Lebensdauer

AUSGABE 15

184


Akku-Sticksäge: SCHARFE SCHNITTE, ENGE KURVEN, SICHERE GERADEN – kein Thema! Während die Stichsäge exak­ te Sägearbeiten und Kurven­ schnitte auf engstem Raum ermöglicht, kann die integrierte Säbelsäge gröbere Abschnitte und größere Schnitttiefen voll­ führen – beinah zwei Geräte in einem. Ausgestattet mit sechs Sägeblättern, lassen sich ver­ schiedene Materialien wie zum Beispiel Teppich, Styropor, Holz oder Metall bearbeiten.

Akku-Heißklebepistole: HÄLT FÜR IMMER … und dies binnen Sekunden: Drei bis fünf Minuten Aufheiz­ zeit benötigen herkömmliche Heißklebewerkzeugen, nur 15 Sekunden die des Twercs-­ Systems. Der Akku sorgt für eine konstante Temperatur der Heizkammer, und so kann die feine Düsenspitze besonders bei präzisen und feinen Arbeiten auf fast allen Materia­lien glänzen. Und wird das Werkzeug mal fünf Minuten lang nicht benutzt, so schaltet es sich automa­ tisch ab.

Akku-Tacker: KLAMMERN ERWÜNSCHT Schnell und einfach lässt sich mit ihm alles ver­ binden, was zusammen­ gehört – optimal für den Deko- und Polsterbereich. Eine spezielle Sicherung sorgt für eine kontrol­lierte Schlagauslösung. Das heißt, erst bei Auf­ setzen der Tackernase löst der Tacker aus. Klein­ kinder können somit nicht ungewollt das Werkzeug benutzen.

185

LEBENLANG


ANZEIGE

» Das kommt in den Müll? Denkste! «

Y I D INSPIRATION

Foto | John Mark Arnold

ZUM THEMA UPCYCLING

AUSGABE 15

186


Fotos | Pinterest

Der Blog Schere Leim Papier bietet neben klassischen DIYAnleitungen auch zahlreiche Ideen fĂźr Upcycling-Projekte.

187

LEBENLANG


ANZEIGE

Fotos | Pinterest

Das Einrichtungs­ magazin So leb ich sammelt viele kreative UpcyclingIdeen seiner Leserinnen.

AUSGABE 15

188


Lemonaid, der Hersteller fairer Bio-Limonaden, verkauft verschiedene Aufsätze für seine Flaschen. So kann man diese als Seifenspender oder Zuckerstreuer weiterverwenden.

Fotos | Pinterest

Viele weitere kreative Möglichkeiten für das Upcycling von Flaschen finden Sie auf Pinterest.

189

LEBENLANG


ANZEIGE

Fotos | Pinterest

Fantasievolle Upcycling-Ideen fĂźr Projekte mit Kindern bietet GEOlino, die Kinderseite des Magazins GEO

AUSGABE 15

190


Viel Spaß ! n e l c y c p U m i be

191

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

ROTER FRÜCHTETEE für wärmende Momente KUSCHELSOCKEN Gute Laune, warme Füße!

OMA, ERZÄHL M Für die schönsten KISSENHÜLLE “Sleepy eyes”

FÜR REIFE HAUT Gesichtsdampfbad Illustrationen: Rawpixel.com / Freepik

es r t s y ll a t To

Jeder kennt da Das Ende eines davon zu befre Passend dazu h te für Sie zusa

AUSGABE 15

192


LET ME OUT

TEE-EI “NESSI” lässt ernste Gedanken vergessen

TIEF DURCHATMEN! Anti-Stress-Räucherschnüre

MAL! n Erinnerungen

! ee r f ess

EIN GUTER PLAN Ausmalbuch für Erwachsene

as Gefühl, ab und an unter Druck zu stehen. s Jahres bietet eine schöne Möglichkeit, sich eien und es entspannt ausklingen zu lassen. haben wir einige besonders schöne Produkmmengesucht.

WITH HEART Wandbild von Juniqe 193

LEBENLANG


ANZEIGE

HALL VALGUS AUSGABE 15

194


LUX f u a , d n u r G Kein cs höne Schuhe ! n e t h c i z r e v zu Der Hallux valgus oder auch Ballenzeh genannt, ist die häufigste Fußfehlstellung – insbesondere bei Frauen. Damit verbunden sind nicht nur Schmerzen und Druckstellen an der großen Zehe, sondern vermeintlich auch das Aus für hohe oder schöne Schuhe. Doch damit ist nun Schluss! 195

LEBENLANG


ANZEIGE

WAS IST EIN HALLUX VALGUS?

WODURCH ENTSTEHT EIN HALLUX VALGUS?

Beim Hallux (=großer Zeh) valgus (=schief) verformt sich

Illustration links: Kera Till | Illustration rechts: Helena Melikov

die große Zehe mit der Zeit nach und nach in Richtung

Die Ursache für das Entstehen eines Hallux val-

der kleineren Zehen, während

gus lässt sich zum einen auf körperliche Faktoren

der Zehenballen nach außen

wie genetische Veranlagung, Gewicht, Alter oder

weicht bzw. sich verdickt. Dies

Bindegewebsschwäche zurückführen, aber auch

ist auch der Grund, weshalb

besonders auf modische Gründe wie zum Beispiel

diese Fehlstellung auch häu-

das Tragen von zu hohen, spitzen oder zu engen

fig bekannt ist als Ballenzeh.

Schuhen. Die chronische Fehlstellung der Fuß- und Zehenknochen führt dazu, dass die Zehen ihre natürliche Bewegung und Haltung aufgeben und sich der Fuß dem Schuh und nicht umgekehrt anpasst.

AUSGABE 15

196


!

Rund

11 MILLIONEN Frauen ab 30 leiden an

HALLUX VALGUS und die Zahl

der Betroffenen steigt mit zunehmenden Alter.

197

LEBENLANG


ANZEIGE

BESSER ALSO AUF HIGH HEELS, PUMPS & CO. VERZICHTEN?

Frühjah – 9 1 0 2 r e m m o S AUSGABE 15

198


d n u h c s i d o M bequem Die Liste der möglichen Folgen eines Hallux valgus reichen von schmerzhaften Druckstellen, Hautreizungen, Schwellungen bis hin zu Entzündungen oder Gelenkverschleiß (Arthrose). Doch nicht nur die körperlichen Folgen belasten die Betroffenen, nein auch die kosmetisch-ästhetischen

Entstellungen

des Fußes. Viele Frauen verzichten daher völlig auf offenes Schuhwerk und greifen in der Not auf bequeme, dabei meist unmoderne Schuhe zurück in der Hoffnung, ein Fortschreiten der Fehlstellung und zunehmende Schmerzen zu vermeiden. „Neben den Schmerzen beim Gehen leiden die betroffenen Frauen vor allem an der Scham des entstellten Fußes und darunter, keine modischen Schuhe mehr tragen zu können“, so Dinah Eikholz – Produktmanagerin bei LaShoe. „Denn aus welchen Gründen auch immer, scheint es bisher so zu sein, dass sich die Beschreibungen ,modisch und bequem‘ bei Schuhen bisher ausschließen.“ 199

LEBENLANG


ANZEIGE

WUNSCHLOS GLÜCKLICHE FÜSSE Aus diesem Grund hat es sich das

he. Besonders tragbar und komfor-

junge Unternehmen „LaShoe“

tabel werden die Schuhe durch das

aus Düsseldorf zur Aufgabe ge-

spezielle „LaShoe-Prinzip“

macht, modische und bequeme Schuhe speziell für Frauen mit Hal-

Die schönen Modelle von LaShoe

lux valgus zu entwickeln.

eigenen sich aber auch hervorra-

Wichtig dabei: Die Hallux-Schuhe

gend für empfindliche Füße oder

sehen aus wie völlig normale Schu-

Frauen ohne Hallux valgus, die aber besonders bequeme Schuhe tragen möchten. Viele Flugbegleiterinnen zum Beispiel schwören auf die bewährten Modelle von LaShoe!

Halluxun–d? na AUSGABE 15

200


MEHR INFORMATIONEN zu LaShoe und den aktuellsten Modellen finden Sie unter www.laShoe.de Dort können Sie sich auch direkt zum Newsletter anmelden. Bleiben Sie so immer auf dem Laufenden und erfahren als Erste von den neuen Schuhtrends 2019.

Besonderer Bonus! Sie erhalten einen 10 EUR Einkaufsgutschein bei der ersten Anmeldung!  

Flexibles Material

1

In alle LaShoes sind Hallux Comfort Stretch-Zonen integriert, die an den richtigen Stellen nachgeben – z.B. bei Hallux valgus oder für sensible Füße.

2

Hochwertige Echtleder

Ob Nubuk- oder Glattleder, Präge- oder Metallic-Effekte, ein LaShoe ist grundsätzlich aus edlem, weichem Leder gearbeitet. Für mehr Laufkomfort und für einen guten Stil.

3

Modisches Design

Ein LaShoe ist entweder ein Klassiker, der in keinem Schuhschrank fehlen darf, oder ein Schuh, der aktuelle FashionTrends begleitet. Von flach bis High Heel, geschnürt, geschnallt oder geschlüpft und in vielen verschiedenen schicken Variationen, die zum individuellen Stil passen. 201

LEBENLANG


ANZEIGE

STILVOLL UND BEQUEM INS NEUE JAHR!

AUSGABE 15

202


Foto: Pinterest

2019 Begleitet vom Jahreswechsel eröffnen uns die Modehersteller ihre Ideen und Inspirationen für den Start in das neue Jahr. Neue Modelle, moderne Farben und ansprechende Themen machen Lust auf das, was uns in dem noch jungen Jahr erwartet. Von diesen Modetrends waren Frauen mit Hallux valgus bisher meist ausgeschlossen, da der typische Gesundheitsschuh üblicherweise recht unmodisch und trendlos daherkam. Mit

den

neuen

Schuhmodellen

von LaShoe gehören diese Zeiten

, r u o m a l G , r e Glitz – l h ü f e g s k c ü l G

der Vergangenheit an, denn egal

MIT DIESEN SCHUHEN KÖNNEN SIE JEDES PARTY-OUTFIT WAGEN

ob Boots, Stiefel oder festliches Schuhwerk, Trendfarben wie Bee-

Foto links: BONNINSTUDIO

re und Cassis, Metallic-Look oder klassisch schwarz – alle aktuel-

Ob Firmenevent, Silvesterparty oder Fest

len Highlights der Herbst-Win-

bei Freunden: Ende 2018 und Anfang 2019

ter-Saison liegen der Damen-

darf es funkeln und glitzern, was das Zeug

welt

besonderen

hält! Doch nicht nur auffällig sollte das

Schuhbedürfnissen zu Füßen:

Schuhwerk dabei sein, sondern möglichst

mit

den

203

LEBENLANG


ANZEIGE

Auf den ersten Blick ein klassischer Pump – doch wer genauer hinsieht, der erkennt den aufregenden Absatz.

auch bequem, damit die Unterhaltung am Stehtisch kein abruptes Ende findet. Besonders gut passen schwarze, klassische Partyoutfits, die sich selbst etwas zurücknehmen und den Schuh richtig in Szene setzen.

Tipps Tipps

von

LaShoe-Produktmanagerin

Dinah Eikholz: „Vor der Party am besten mit einem Wechselbad in den Tag starten. Für die Party selbst Schuhe mit einer maximalen Absatzhöhe von 6 cm wählen – das ermöglicht auch zu späterer Stunde noch einen eleganten Gang, wenn alle anderen Damen wegen schmerzender Füße sitzen müssen. Außerdem unter dem Tisch mal die Schuhe ausziehen und die Füße fest anspannen und wieder spreizen. Das lockert die Muskeln!“

AUSGABE 15

204


Foto: Pinterest

2019 e e n k r e v O r e D ist zurück –

SCHÖNER DENN JE

Overknee Stiefel sind diese Saison als absolutes It-Piece in der Schuhmode nicht

Von LaShoe gibt es den Overknee aus butterweichem Nubukleder mit Hallux Comfort-Stretchzonen, wodurch dieser selbst bei empfindlichen Füßen oder einem Hallux Valgus besonders bequem zu tragen ist.

wegzudenken. Richtig ausgewählt und gestylt streckt er nicht nur elegant die Beine, sondern versprüht femininen Charme. Das passende Styling dazu: schlichte und edle Outfits. Strick ist perfekt und macht in der richtigen Länge immer einen gut angezogenen und weiblichen Eindruck. Schön feminin zum Strickkleid ist die Kombi zur semi-blickdichten Strumpfhose und einem schlank geschnittenen Mantel mit grafischen Mustern. Unser absoluter Stylingliebling: Overknees zum ebenfalls angesagten Wollmantel in Nude, Light-Beige oder hellem Karamell – natürlich in Oversize oder asymmetrischem Schnitt. Das wirkt zusammen unaufgeregt und selbstbewusst. 205

LEBENLANG


ANZEIGE

So kann ! n e m m o k 9 1 20

DIE VORSCHAU AUF DIE FRÜHJAHRS- UND SOMMER-TRENDS IM NÄCHSTEN JAHR Kräftige Farben, tolle Styles und Hallux

Und auch die Lebenlang Redaktion hat

Comfort Technologie – was will Frau von

sich diese Schuhe auf die Wunschliste

der Frühjahrsmode 2019 mehr erwarten?

geschrieben: Während Geschäftsführerin

Das sind ganz klar die die Wow-Modelle

Nadine noch schwankt, für welche der

der Saison: Die knallig farbigen Mules sind

drei Farben sie sich entscheiden soll, fällt

traumhaft schöne Hingucker! Die große

die Wahl bei Helena und Lydia eindeuti-

Blume kaschiert den Hallux Valgus, das

ger aus: Helena Rot und Lydia Gelb. Und

Leder ist angenehm weich und umspielt

welcher ist Ihr persönlicher Favorit?

den Vorfuß. Der Schuh wertet jeden Look auf. Ein Muss für den Start in die Frühjahrssaison 2019.

AUSGABE 15

206


207

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

TEXT | CONNY BRACKMANN

Zur kalten Jahreszeit dreht der Körper voll auf. Das Immun- und Abwehrsystem arbeitet daran, uns gesund zu halten. Aber was passiert dabei im Körper? Und wie können wir unser Abwehrsystem schützen?

AUSGABE 15

208

Foto: Ljubaphoto | istockphoto

WENN DER KÖRPER MIT HOCHDRUCK ARBEITET


LET ME OUT

209

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

D

» WER BEREITS AN EINEM GESCHWÄCHTEN IMMUNSYSTEM LEIDET, DEM KANN EXTREME KÄLTE AUCH SCHADEN. «

ie Sonne lacht, draußen ist es kalt, und über den Feldern steht noch

der Morgennebel. Warm eingepackt geht es raus in die Natur. Jetzt machen ausgiebige Spaziergänge an der frischen Luft viel Freude und man kann wieder richtig durchatmen. Doch im Herbst und Winter wird unser Immun- und Abwehrsystem

tem auswirken. Doch Vorsicht bei akuter

besonders gefordert und Erkältungen

Erkältungsgefahr: Wer bereits an einem

machen sich breit. Ein Grund mehr, die

geschwächten Immunsystem leidet, dem

körpereigene Abwehr zu stärken.

kann extreme Kälte auch schaden.

Das Immun- und Abwehrsystem – ein Hochleistungssportler

Fit durch die kalte Jahreszeit

Das natürliche Immun- und Abwehrsystem

kommen und die körpereigene Abwehr

hilft dabei, Erreger zu erkennen und die-

zu stärken, kann man einiges tun.

Um gesund durch Herbst und Winter zu

se unschädlich zu machen. Die kalte Jahreszeit ist für dieses natürliche System des

» Gerade jetzt ist es mehr als wichtig,

Körpers eine besondere Herausforderung.

sich ausgewogen und gesund zu er-

Niedrige Temperaturen begünstigen das

nähren, um das natürliche Abwehrsys-

Austrocknen der Schleimhäute. Viren und

tem des Körpers bei seiner Arbeit zu

Keime finden einen perfekten Nährboden

unterstützen.

und können sich ungehindert ausbreiten. Das körpereigene Abwehrsystem arbeitet

» Ausreichend Schlaf ist für den Körper

in den Herbst- und Wintermonaten auf

eine Wohltat.

Hochtouren. Die Kälte treibt es zu wahren Höchstleistungen an und das Herz-Kreis-

» Ausgiebige

Spaziergänge

an

der

lauf-System kommt in Schwung. Dies

frischen Luft kurbeln das Immun- und

kann sich positiv auf unser Immunsys-

Abwehrsystem an.

AUSGABE 15

210


LET ME OUT

» Ein gutes Gleichgewicht zwischen Stress und Entspannung fördert neben der Ge-

INFO

sunderhaltung des Körpers auch die

ww

Lebensfreude.

Die alljährliche Frage: Wie sinnvoll ist eine Grippeimpfung?

STIKO

Die Grippe- bzw. Influenza-Impfung ist

Die Ständige Impfkommission (STIKO)

ein viel besprochenes Thema. Es gibt vie-

ist ein unabhängiges Expertengremi­

le Befürworter, aber auch genauso viele

um, das jedes Jahr Impfempfehlungen

Gegner. Für wen ist dieser kleine Pieks

für Deutschland entwickelt und dabei

wirklich sinnvoll?

nicht nur das Verhältnis zwischen Nut­ zen und Risiko für Einzelpersonen be­

Gerade chronisch kranke oder auch älte-

rücksichtigt, sondern ebenso für die

re Menschen haben meist ein geschwäch-

gesamte Bevölkerung. Die empfohlenen

tes Immunsystem und wenig körpereige-

Impfungen der STIKO sind Grundlage

ne Abwehr. Die Gefahr, durch eine Grippe

für die Schutzimpfungsrichtlinie des

schwer oder gar lebensbedrohlich zu er-

Gemeinsamen Bundesausschusses so­

kranken, ist höher als bei gesunden Men-

wie für die Pflichtleistung der gesetzli­

schen. Daher rät die Ständige Impfkom-

chen Krankenversicherung.

mission (Stiko)

dieser Zielgruppe zu

Foto: milanvirijevic – istockphoto.com

einer rechtzeitigen Grippeimpfung.

211

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

Auch Personen, die aus beruflichen Grün-

Ein gutes eigenes Abwehrsystem hilft, ge-

den tagtäglich mit vielen Menschen zu-

sund und fit durch die kalte Jahreszeit zu

sammenkommen, sollten sich rechtzeitig

kommen. Ausreichend Schlaf, ausgewo-

einer Grippeimpfung unterziehen. Das

genes Essen und viel Bewegung an der

Gleiche gilt für Schwangere: Um das un-

frischen Luft halten auf natürliche Wei-

geborene Kind zu schützen, wird eine

se gesund und können vor der nächsten

Impfung empfohlen.

Grippe schützen.

Eine Grippe oder auch Influenza verläuft jedoch in der Regel harmlos und wird nicht als lebensbedrohlich eingestuft. Vor der Entscheidung, sich dagegen impfen zu lassen, sollten also zunächst der Nutzen und das Risiko abgewogen werden, denn auch eine Impfung gegen Grippe bietet in nur etwa 55 bis 70 Prozent einen sicheren Schutz.

Über die Autorin

CONNY BRACKMANN

TIPPS

Mein Name ist Conny Brackmann. Mit meiner text-liebe habe ich meine größte Leidenschaft zum Beruf ge­

ww

macht: Ich gestalte Websites und er­

Nicht jede Krankenkasse über­

stelle Content für Webseiten, Maga­

nimmt die Kosten einer Grip­

zine und vieles mehr. Außerdem bin ich Bloggerin und Autorin und schrei-

peimpfung für alle Versicher­

be auf neuelebenslust – ein Blog für

ten. Ein Gespräch mit Ihrem

Frauen ab 40, die bunt denken, aber

Arzt oder direkt mit Ihrer Kran­

auch die Grautöne des Lebens ken­

kenkasse hilft aber in der Regel,

nen.

um die Übernahme der Kosten

www.text-liebe.de

zu erreichen.

AUSGABE 15

212


LET ME OUT

» GERADE CHRONISCH KRANKE ODER AUCH ÄLTERE MENSCHEN HABEN MEIST EIN GESCHWÄCHTES IMMUNSYSTEM UND WENIG KÖRPEREIGENE ABWEHR. « 213

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

Fo t

os

&

Re

zep

te

SOPHIA

h ’ c m a a M l

AUSGABE 15

214

K I L L SCHI


LET ME OUT

p f ! m a D

215

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

Schmoren, brutzeln, braten: Klar,

schmeckt das lecker. Aber wie wäre es mal mit einem Menü aus dem Wasserdampf? Die schonendste aller Garmethoden ist nicht nur etwas für Gesundheitsbewusste, sondern kann – richtig eingesetzt – durchaus

Rezepte

auch Gourmets überzeugen. Pluspunkte gibt es zur Genüge:

DOWNLOAD

Durch das Dämpfen geht das Aroma von Fisch, hellem Fleisch oder Gemüse nicht verloren, Kräuter und Gewürze können ihre ätherischen Öle voll entfalten. Außerdem bleiben Mineralstoffe und Vitamine optimal im Gargut eingeschlossen und

Gedämpftes Baby-Gemüse mit Sojabohnen-Crunch und Sauce Bèarnaise

weitestgehend erhalten. Aber auch Süßspeisen lassen sich mit dieser schonenden Zuberei-

1

tungsart kreieren.

Probiert doch mal unser mit Wasserdampf

Gedämpfte ForellenKlößchen mit 5 Kräutern und Koriander-Limetten-Sauce

gegartes 3-Gänge-Menü aus!

2 Sticky Rice mit Mango und Kokossauce

AUSGABE 15

216

3


Dos and Don’ts

U ND W I S S E N S W E RTE S ÜB E R DI E G AR M E THO DE M I T W A S S E RDA M PF

LET ME OUT

Dämpfen oder Dampfgaren gilt als die schonendste aller Garmethoden. Dabei wird das Gargut bei Temperaturen bis zu 100 °C gegart. Das praktische dabei: Man benötigt kein teures Equipment. Ein einfacher Topf und ein simpler Dämpfeinsatz reichen vollständig aus. In Asien werden oft Dämpfkörbchen aus Bambus verwendet. Wer öfter dämpfen möchte, kann sich natürlich auch einen Dampfgarer z.B. aus Edelstahl anschaffen. Mein Favorit: Die wunderschönen aus Stahl und Aromapots Emaille von Riess.

Besonders gut eignen sich zum Dämpfen zartes Gemüse, (Pseudo-)Getreide wie Reis, Amaranth oder Quinoa und fettarmer Fisch. Aber auch Geflügel oder Kartoffeln gelingen über Wasserdampf sehr gut. Die Gerichte können so außerdem ohne zusätzliche Fette gegart werden.

Wichtig: Das Wasser im Topf darf das Gargut nicht berühren! Liegt es teilweise im Wasser, spricht man von Dünsten. Nachdem das Wasser auf Siedetemperatur (100 °C) gebracht wurde, wird die Hitze reduziert. Das Wasser sollte beim Dämpfen also nur noch simmern. Der Deckel muss geschlossen sein.

217

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

e s ü m e G ­ y b a B s te Gedämpf MIT SOJA­B OHNEN-­C RUNCH UND SAUCE BÈARNAISE

Zutaten 200g kleine Topinamburknollen 150g Baby-Navetten 150g Baby-Fenchel 100g kleine Shiitakepilze 1 Handvoll Wildkräuter- oder Baby Leaf Salat FÜR DEN CRUNCH 40g Butter 80g Dinkelsemmelbrösel 30g helle Sesamsaat 50g geröstete Sojabohnen ½ TL Fleur de Sel FÜR DIE SAUCE BÈARNAISE Reduktion aus 2 gehackten Schalotten, 200 ml Fond, 50 ml Weißwein, 1 Spritzer Essig 1 Estragonzweig 3 Eigelb 120g geklärte Butter Geflügelfond Salz, weißer Pfeffer Abrieb von ½ Bio-Zitrone, 1 Spritzer Zitronensaft

REZEPTE HERUNTERLADEN AUSGABE 15

218


LET ME OUT

Zubereitung 1.

Das Gemüse waschen, putzen

und vorbereiten. Einen Topf (z.B. den Aromapot) weniger als zur Hälfte mit Wasser füllen und dieses zum Kochen bringen. Topinambur und Navetten in den Siebeinsatz geben, die Hitze etwas reduzieren und bei geschlossenem De­ ckel je nach Größe ca. 15-20 Minuten lang im Wasserdampf garen, dann Fen­ chel, Shiitakepilze und Schalotten hinzu­ fügen und weitere zehn Minuten dämpfen. Aufpassen, dass der Siebeinsatz das Wasser nicht berührt. Das Gemüse gart auf diese Weise aromen- und vitamin­

aufgefangenen Feststoffe entfernen.

schonend und bekommt eine schöne

Reduktion und Eigelb in einer großen

mal samtige, mal bissfeste Konsistenz.

Schüssel vermischen und über dem Was­ serbad mit einem Schneebesen unter

2.

Währenddesssen Wildkräuter-

ständigem Rühren ca. fünf Minuten cre­

oder Baby Leaf Salat waschen, verlesen

mig aufschlagen. Die geklärte, flüssige

und trocken schleudern.

Butter nun erst tröpfchenweise, dann in einem feinen Strahl unterschlagen. Ach­

3.

Für den Crunch die Butter in ei­

tung: Damit die Sauce Bèarnaise gelingt,

ner Sauteuse bei mittlerer Hitze schmel­

müssen alle Zutaten die gleiche Tempe­

zen lassen. Semmelbrösel und Sesam

ratur, dealerweise lauwarm haben.

darin unter Rühren goldbraun rösten.

Die fertige Sauce mit Salz und Pfef­

Sojabohnen und Salz untermischen. Bei­

fer, Zitronenabrieb und etwas -saft

seite stellen.

abschmecken.

4.

5.

Für die Bèarnaise zunächst aus

Gemüse in Schalen anrichten.

gehackten Schalotten, Fond, Weißwein,

Mit reichlich Béarnaise und ein bis zwei

Essig und Estragon eine Reduktion her­

EL Crunch servieren.

stellen. Durch ein Sieb abgießen und die

219

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

n e h c ß lö K n e ll e r o F te f p Gedäm MIT 5 KRÄUTERN UND KORIANDER-LIMETTEN-SAUCE

Zutaten 1 Regenbogenforelle (alternativ geht auch ein weißfleischiger Fisch wie Kabeljau, Heilbutt, Schellfisch oder Hecht) 5 Kaffirlimettenblätter 1  Stängel Zitronengras je einige Stängel Koriandergrün, Minze, Basilikum, Estragon und Kerbel 1 Eigelb (Klasse M) 3 EL Goldleinsaat, geschrotet Saft und abgeriebene Schale von ½ Limette 1 TL grüne Currypaste FÜR DIE KORIANDERLIMETTEN-­SAUCE 1 Bund Koriandergrün Saft von 1 Limette Olivenöl 1 TL Ahornsirup Meersalz Wildkräuter oder Salatblätter zum Anrichten

REZEPTE HERUNTERLADEN AUSGABE 15

220


LET ME OUT

Zubereitung

1.

Einen Topf (z.B. einen Aro­

mapot) weniger als zur Hälfte mit Wasser füllen und dieses zum Kochen bringen. Den Siebeinsatz mit etwas Öl bepinseln und die Forelle zusammen mit Kaffirlimettenblättern und Zitronengras hineingeben. Das Wasser zum Kochen bringen, die Hitze etwas reduzieren und den Fisch bei geschlossenem Deckel ca. 20 Minuten lang im Wasserdampf ga­ ren. Aufpassen, dass der Siebeinsatz das

3.

Wasser nicht berührt.

etwas Öl einfetten. Die Fischbällchen

Den Topf vom Herd ziehen und den Fisch

mit etwas Abstand zueinander hinein­

bei geöffnetem Deckel etwas auskühlen

setzen und über Wasserdampf 10-12 Mi­

lassen.

nuten garen.

Dann Herausnehmen, das Fischfleisch

4.

vorsichtig von der Karkasse lösen und

bereiten. Dafür Koriandergrün und Li­

von Haut und Gräten befreien.

mettensaft im Standmixer glatt mixen.

Den Dämpfeinsatz erneut mit

Währenddessen die Sauce zu­

Nach und nach so viel Olivenöl in einem Die Kräuter waschen und tro­

dünnen Strahl einließen lassen, bis eine

ckenschütteln, Blättchen abzupfen und

homogene grüne Sauce entstanden ist.

grob hacken. Zusammen mit dem Fisch­

Mit Ahornsirup und Salz abschmecken.

2.

fleisch, Eigelb, Leinsaat, Limettensaft Zwei Teller vorbereiten, Kräu­

und -schale sowie der Currypaste im

5.

Standmixer zu einer glatten Masse ver­

ter oder Salatblätter darauf anrichten.

arbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschme­

Die Sauce in einen Spritzbeutel (alter­

cken, erneut kurz durchmixen, dann in

nativ einen Gefrierbeutel) füllen und

eine Schüssel geben.

kleine Tupfen daraufsetzen. Die Fisch­

Mit feuchten Händchen kleine Bällchen

bällchen nach Belieben darum herum

aus der Masse formen.

arrangieren und sofort servieren. 221

LEBENLANG


UNDER PRESSURE

y Rice k c ti S MIT MANGO UND KOKOSSAUCE Zutaten 100g Klebreis 4 EL

Sesamsaat

2

reife Thaimangos

HELLE KOKOSSAUCE 300ml Kokosmilch ½ TL Meersalz 4 EL Akazienhonig DUNKLE KOKOSSAUCE 100ml Kokosmilch 100ml Wasser

REZEPTE HERUNTERLADEN AUSGABE 15

222

6 EL

Kokosmus

3 EL

Kokosblütenzucker

1

Prise Meersalz


LET ME OUT

Zubereitung 1.

Den Reis in eine große Schüs­

sel geben und mehrmals gut durchspü­ len, bis das Wasser klar ist. Am besten über Nacht einweichen, am nächsten Tag erneut spülen und in ein sauberes Küchentuch geben. Einen Topf weniger als zur Hälfte mit Wasser fül­ len, das Küchentuch in den Siebeinsatz setzen und den Reis darin bei geschlos­ senem Deckel ca. 40-45 Minuten lang im Wasserdampf garen. 2.

Währenddessen die beiden Ko­

Guten Appetit!

kossaucen zubereiten. In einem ersten Topf die Kokosmilch erwärmen, aber nicht aufkochen. Salz und Akazienhonig einrühren. Unter den warmen Reis he­ ben, bis dieser vollständig von der Sauce überzogen ist. Kokosmilch, Wasser und Kokosmus in einen zweiten Topf geben und kurz auf­ kochen lassen, dann die Hitze etwas herunterschalten. Kokosblütenzucker und Salz unterrühren und alles zu einer karamellfarbenen, glänzenden Kokos­ sauce einreduzieren lassen 3.

Sesamsaat in einer Pfanne

ohne Fett rösten. Die Mango schälen, das Fruchtfleisch vorsichtig vom Stein lösen und in Stücke oder Scheiben schneiden. 4.

Den fertigen Kokosreis auf Tel­

lern oder in kleinen Bambussteamern anrichten. Mit der Mango garnieren und mit der Sesamsaat bestreuen. Dazu die dunkle Kokossauce reichen. 223

LEBENLANG


IMPRESSUM

› › › EMAIL

mail@lebenlang.de

TWITTER

twitter.com/lebenlang_mag

FACEBOOK

facebook.com/lebenlang.magazin

INSTAGRAM

instagram.com/lebenlang_mag

GESCHÄFTSFÜHRERIN

Nadine van Maanen

CHEFREDAKTION

Lydia Brandes

ART DIRECTION & DESIGN TEXT

Helena Melikov Conny Brackmann, Kati Borngräber, Lydia Brandes, Babette Braun, Kirsten Gaede, Eva Hasel, Alexander Kords, Helmut Laschet, Carolin Makus, Martin Pieck, Swantje Puin, Jennifer Reich, Sophia Schillik, Marion Sendker

FOTO 

Beatrice Grundheber, Patricia Haas, David Nassim

LAYOUT ILLUSTRATION

Helena Melikov, Caren Pauli Seda Demiriz, Helena Melikov, Caren Pauli, Karolina Zolubak

LEKTORAT

Bernd Gössel, Anja Töller

Lebenlang erscheint vierteljährlich in der Carry-On Trade Publishing GmbH, Potsdamer Platz 9, 10117 Berlin, Deutschland. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Die Carry-On Trade Publishing GmbH übernimmt keinerlei Garantie und Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Foto: Jamie Street | unsplash

SALES & MARKETING

Nadine van Maanen

LEBENLANG ist eine Publikation von

CARRY-ON TRADE PUBLISHING

225

LEBENLANG


Bleiben Sie bis dahin in Kontakt über:

VERPASSEN SIE NICHT LEBENLANG N° 16 IM MÄRZ 2019

FACEBOOK

www.facebook.com/lebenlang.magazin

TWITTER

@lebenlang_mag

INSTAGRAM @lebenlang_mag

NEWSLETTER @lebenlang_mag

WWW.LEBENLANG.DE

Profile for Carry-On Trade Publishing GmbH

Lebenlang 15 – Under Pressure (Bluthochdruck)  

So stimmungsreich wie das Ausgabenjahr bis jetzt war, geht es auch in dieser Ausgabe weiter. Dieses Heft ist der krönende Abschluss unserer...

Lebenlang 15 – Under Pressure (Bluthochdruck)  

So stimmungsreich wie das Ausgabenjahr bis jetzt war, geht es auch in dieser Ausgabe weiter. Dieses Heft ist der krönende Abschluss unserer...

Profile for lebenlang