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AUSGABE 11

krebsvorsorge noch zu wenig beachtet. Dabei haben ca. 30 % der Menschen, die an Darmkrebs erkranken, mindestens ei-

SC HÜ TZ EN SIE IH RE FA MI LIE !

Illustration: Jill Enders / Creative Commons

nen direkten Verwandten, der an Darm-

Informieren Sie Ihre Angehörigen über das familiäre Darmkrebsrisiko!

krebs erkrankt ist, und damit selbst ein erhöhtes Risiko für diesen Krebs. Haupt-

Wer an Darmkrebs erkrankt ist, sollte wissen, dass seine direkten Verwandten (Eltern, Geschwister, Kinder) durch die eigene Erkrankung ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs haben. Die gute Nachricht ist: Auch Menschen mit erhöhtem Risiko für Darmkrebs können durch Vorsorgemaßnahmen verhindern, dass sich bei ihnen ein Darmtumor entwickelt. Bitte sprechen Sie mit Ihren Angehö rigen über das erhöhte Risiko. Für Ihre Familie ist es jetzt wichtig zu wissen, dass sie aktiv etwas tun kann, um nicht an Darmkrebs zu erkranken.

merkmal ist, dass sie häufiger und oft bereits im jungen Erwachsenenalter ein Darmkarzinom entwickeln. Die meisten

Motivieren Sie Ihre Familie, mit einem Arzt über die vorhandenen Vorsorgemöglichkeiten zu sprechen. Sie helfen damit Ihren Kindern, Geschw istern und Eltern, gesund zu bleiben.

Betroffenen wissen nichts von ihrem

Was bedeutet das erhöhte Darmkr ebsrisiko für meine Familie?

Das Schicksal der familiären Belastu ng teilt Ihre Familie mit fünf bis zehn Prozent der erwachsenen deutschen Bevölkerung. Im Einzeln en bedeutet das familiär erhöhte Risiko:

erhöhten Risiko, da kein Arzt jemals mit ihnen darüber gesprochen und eine Fa-

» Das Risiko, an Darmkrebs zu erkrank en, erhöht sich durch Ihre eigene Diagnose für Ihre Kinder, Geschwister und Eltern im Vergleic h zum Durchschnittsrisiko um das Zwei- bis Vierfach e.

milienanamnese erhoben hat. Die Felix

Wir wünschen Ihnen alles Gute.

» Menschen mit einem familiären Risiko erkranken oft in einem früheren Alter. Ihren Angehörigen wird deshalb geraten, wesentlich früher als andere Menschen mit der Darmkrebsvors orge zu beginnen. Familiär Belasteten wird als Vorsorg emethode die Durchführung der Darmspiegelun g 10 Jahre dem Alter, in dem der Verwandte an Darmkr ebs erkrankte, spätestens jedoch im Alter von 40 bis 45 Jahren, empfohlen. » Sind drei oder mehr Personen in Ihrer Familie an Darmkrebs, Gebärmutter- oder Magenk rebs erkrankt, liegt möglicherweise eine erbliche Belastung (Lynch-Syndrom/HNPCC) vor. Die Untersuchung naher Familienangehöriger mittels Darmspiegelung sollte in diesem Fall erstmals im Alter von 25 Jahren durchgeführt werden. Ihre Angehörigen sollten sich von einem Facharzt beraten lassen.

Wie sage ich es meiner Familie? Alles was Sie benötigen, um Ihre Familie über die notwendigen nächsten Schritte zu informieren, inden Sie auf dem beigelegten Briefen twurf („Bitte schütze dich“). Mehr Informationen zum familiär en und erblichen Darmkrebsrisiko unter: www.darmkre bs.de

Burda Stiftung beteiligt sich deshalb an einem neuen Projekt, dessen Haupttool die Familienanamnese ist. Es soll mit einem einfachen, allgemein verständli-

DOWNLOAD ANGEHÖRIGEN­A NSCHREIBEN

chen Fragebogen zur Krebsgeschichte in der Familie zunächst einmal in möglichst vielen Arztpraxen im Bundesland

Auch für Pflegefachkräfte: Erinnern und motivieren Sie mit diesem Anschreiben Darmkrebsbetroffene und deren Angehörige, über das eigene Darmkrebsrisiko zu sprechen und ggf. eine Beratung aufzusuchen, sofern ein erhöhtes familiäres Risiko besteht.

Bayern festgestellt werden, wer von den Patienten, die zwischen 25 und 50 Jahren die Praxis aufsuchen, Darmkrebs in der Familie hat und wer, nachdem er über die Möglichkeiten der Früherkennung und Vorsorge informiert wurde, eine Untersuchung macht und bei wie vielen Betroffenen Vorformen von Darmkrebs oder frühe Karzinome rechtzeitig erkannt werden. LEBENLANG.DE

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Lebenlang Ausgabe 11  

Besonders die Medizin wird von einem Innovationsdrang getrieben, sich ständig weiterzuentwickeln und zu transformieren. Sie blickt in die Zu...

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