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42 Umzug

Der Umzugshelfer Auch sein neustes Businessmodell ist ein voller Erfolg: Seit Frühling des ­vergangenen Jahres vermietet der Unternehmer Erik Streller-Shen Umzugskisten – und vervielfachte nach kurzer Zeit bereits die Standorte. Wieso die Geschäftsidee einschlug und wie er das weitere Entwicklungs­ potenzial beurteilt, erklärt er gegenüber dem LEADER.

Fast ein Dutzend Mal ist Erik Streller-Shen umgezogen. Vor jedem Wohnungswechsel musste er mühsam Bananenkisten organisieren. Beim Surfen stiess der Unternehmer schliesslich auf ein amerikanisches Unternehmen, das Umzugskisten aus Kunststoff vermietet. Das Angebot faszinierte Streller-Shen. Umgehend überlegte er sich, ob diese Idee auch hierzulande funktionieren würde: «Die Statistiken sprechen von rund 480 000 Umzügen pro Jahr in der Schweiz. Da braucht es eine einfache Mehrwegalternative zu den immer schwieriger erhältlichen Bananenkisten und Kartonschachteln.»

Bereits während seines Studiums an der Universität St.Gallen gründete er die heutige Go! Uni-Werbung AG. Einfache Idee mit komplexen Abläufen So eröffnete Streller-Shen im Mai 2015 die ersten LeihBOX-Filialen in St.Gallen, Wil/Henau und Herisau. Nur vier Monate später folgte dann bereits die Realisation des zehnten Standortes. Das Konzept von LeihBOX ähnelt jenem des amerikanischen Vorbildes: Bis zu maximal zwölf Monate im Voraus buchen die Kunden die faltbaren Mehrwegbehälter. Diese werden dann am gewünschten Standort abgeholt oder geliefert. Nach dem Umzug werden die Kisten zurückgebracht oder beim neuen Zuhause vom Logistikpartner abgeholt. «Eine einfache Idee – hinter der komplexe Abläufe stecken», so Streller-Shen. «Beispielsweise kann es vorkommen, dass Kunden die Mietdauer der Artikel verlängern oder die gemieteten Artikel nur zum Teil zurückbringen.» Dies alles müsse im Ablauf berücksichtigt werden, damit stets genügend Mengen zum jeweils gewünschten Zeitpunkt verfügbar seien. Doch der Unternehmer und sein Team kämpfen nicht nur mit logistischen Herausforderungen: Die traditionelle Kartonschachtel sei noch fest in den Köpfen der Menschen verankert, so Streller-Shen. Er ist jedoch überzeugt, dass die Vorteile der Mehrweg-Umzugsboxen gegenüber den Kartonschachteln überwiegen und sich entsprechend etablieren werden. «Hat man sie einmal bei sich, füllt man sie und kann sie dann platzsparend stapeln, ohne dass man be-

fürchten muss, dass die Kisten nachlassen. Während des Umzugs bieten unsere Boxen durch ihre stabile Bauweise und Wasserbeständigkeit einen wirklich sicheren Stauraum.» Beim Umzug könne man die Boxen auf einen Transportroller stapeln und bequem bis zu fünf Kisten vor sich her schieben. Und einmal im neuen Heim angekommen, müsse man sich nicht mit lästigem Klebeband und kaputten Kartonschachteln herumschlagen.

Erfolgreiche Start-ups Ein weiterer Pluspunkt: Die Kisten verstopfen nicht den neuen Keller, sondern werden zusammengeklappt und platzsparend an den nächsten Standort gebracht. Auch aus ökologischer Sicht macht die Leihbox Sinn: «Unser Ziel ist es, die Menschen zu sensibilisieren, dass für jede Kartonschachtel Bäume gefällt werden mussten und dass es die Mehrwegalternative gibt.» In Zukunft will Erik Streller-Shen die Dienstleistung in der Schweiz flächendeckend anbieten. Er wünscht sich: «Private wie Unternehmer sollen beim Gedanken an den nächsten Umzug oder an die nächste Renovation von sich aus an LeihBOX denken.» LeihBOX ist nicht das erste, erfolgreiche Unternehmen des Henauers: Bereits während seines Studiums an der Universität St.Gallen gründete er die heutige Go! Uni-Werbung AG. Die Agentur ist spezialisiert auf Kommunikation im Umfeld von Universitäten und Fachhochschulen. «Wir bieten Organisationen den einfachsten Zugang zu über 3000 Hochschulen in Europa. Wir entwickeln Konzepte für Employer Branding oder für die Promotionen von Dienstleistungen und Produkten bei den Studenten», so Streller-Shen. Vor zwei Jahren lancierte er Geotargads.com, das standortbasierte Handywerbung bietet. «Man kann Anzeigen in rund 1.2 Millionen Apps buchen, welche im Umkreis einer beliebigen Adresse von den Handy-Nutzern verwendet werden», erklärt Erik Streller-Shen. Man darf also gespannt sein, welche Idee der umtriebige Unternehmer als Nächstes realisieren wird.

Text: Eva Hediger Bild: Stéphanie Engeler SPECIAL | Februar 2016

ImmoPuls 2016  
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