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Das Schlössle Ein schwäbischer Modellbauer errichetet aus 300000 Legosteinen Berlins umstrittenstes Bauprojekt Pascal Lenhard will da gar nicht groß herumdiskutieren –aus dem Streit um den Wiederaufbau des Stadtshlosses hält er sich raus. „Ich baue einfach los“, sagt er. Eine barocke Außenfassade ist in Ansätzen erkennbar, im Maßstab 1:60. Ein überdimensionaler Plan des Stadtschlosses ziert seine kleine Werkstatt. Sehnsüchtig wartet Lenhard auf die Materiallieferung, die dieser Tage aus Tschechien am Postdamer Platz ankommen soll: 300000 Legosteine. „Die sind noch heiß, wenn sie hier ankommen“, sagt er, reibt sich die Hände, dann grinst er, spitzbübisch wie ein Kind. Pascal Lenhard ist 39 jahre alt, ein schlaksiger, etwas hyperaktiver Typ mit Sechs-Tage-Bart und etwas schütterem Haar. Ein Piercing steckt im Innenohr, und aus dem Kragen des schwarzen Poloshirts rankt ein Tattoo den Hals empor. Jugendsünden. Genau wie der berufliche Irrweg. Kaufmann und Heilpraktiker zu lernen. Lenhard wollte in seinem Leben nie etwas anderes tun, als kleine bunte Lego-Steine zusammenzusetzen. Mit sieben Jahren diktierte er dem Vater seine erste Bewerbung für den dänischen Konzern. „Gerne möchte ich Modellbauer warden”, schreib er. Erst 30 Jahre spatter sollte es klappen. Als er vor drei Jahren seinen Vertrag als Modellabuer bei Lego unterschreib, musste er zwar aus dem beschaulichen Sigmaringen in Baden-Württemberg ins szenige Friedrichshain ziehen, doch für den Job gab er die Heimat auf. „Mein Hobby ist jetzt mein Beruf“, sagt er. Ams Postdamer Platz, wo die große Legogiraffe parkt, hat der dänische Spielwarenhersteller eine Ausstellung errichtet – und dort arbeitet Lenhard auch. Mit Besuchern steigt er in die Tiefen hinab, winkt Captain Steinebart zu, dem Legomännchen, das er gebaut hat, dann führt er an vielen Tieren vorbei. Zwischen ihnen hängt eine meterlange Schlange, die ist auch von ihm. Sien bisher größtes Projekt war die Gedächtniskirche, in drei Monaten steckte er 40000 Steine zusamen. Das Stadtschloss soll sein Gesellenstück werdern. Problematisch sei jedoch, dass

es keine echte Vorlage gibt, sagt Lenhard, “weil das Schloss nicht existiert”. Als sein Plan feststand, rief Lenhard York Stuhlemmer an, einen Architekten aus dem Förderverein Berliner Schloss. „Ich werde ihr Schloss bauen“, ließ er ihn wissen. Stuhlemmer zeigte sich irritiert, fühlte sich gar veräppelt, inzwischen telefonieren die beiden häufig miteinander. Nachdem kürzlich entschieden wurde, dass sich der Bau des Stadtscholosses verschiebt, will Lenhard mit seinem barocken Prachtbau umso schneller fertig sein – in sechs Monaten, samt Fresken, Ornamenten und Säulen. „Ich halte mich streng an den Ehrenkodex: Da wird nichts abgeschnitten oder drangeklebt, alles nur Lego“, sagt er. Nur Berlin schreckt in noch Lenhard is glücklich zurzeit, doch es gibt einen Wermutstropfen: Berlin. Ein Moloch, sagt er, chaotich, laut. „Als echtes Landei muss ich mich daran erst gewöhnen.” Vielleicht macht es Lenhard deshalb so viel Spaß, in seiner Werkstatt an einer Fantasiewelt mitzubauem. Und nun auch noch ein eigenes Schlössle. Das Beste aber, betont er, sei der Pres: “Teurer als 24000 Euro wird es garantiert nicht.” Lego möchte das Schloss in der Ausstellung neben die Gedächtniskirche setzen, Lenhard aber hat einen Traum: Er will das Modell zur Scholosswiese karren und dort auf den Rasen stellen. Er würde sich auch als Schlosskönig anbeiten. Besuchen Sie unsere Freizeitpark Berlin. Im Innern des LEGOLAND Discovery Centre Berlin kannst du unglaubliche Abenteuer mit Piraten und Dschungelforschern erle-ben, auf Drachen eine Reise ins Unbekannte unternehmen, komplexe Gebäude und Fahr-zeuge bauen, im LEGO MINILAND die örtliche Umgebung in Miniatur mit erstaunlichenDetails sehen, eine weitere Unterhaltungsdimension in unserem LEGO Studio 4D-Kinoerleben und -was am wichtigsten ist -die Kraft deiner eigenen Vorstellung entdecken!


Das Schlossle - Legoland Discovery Centre Berlin  

Ein schwäbischer Modellbauer errichetet aus 300000 Legosteinen Berlins umstrittenstes Bauprojekt

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