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3 | 2015

SPORT UND SPIEL

Spielplätze sollen fördern statt fordern Spielorte und -plätze sollen Kindern unter anderem die Möglichkeit geben, ihren Bewegungsdrang auszuleben. Dieser ist gerade im Primarschulalter am grössten – also dann, wenn die Kinder stillsitzen und lernen sollen.

Kinder sollen beim Spielen den Taumel des Rollens und Drehens erleben und dabei Risikokompetenz entwickeln. Foto: Iris Spielwelten, zVg.

«Schweizer Kinder gehören im internationalen Vergleich zwar noch zu den aktiveren. Dennoch ist der Bewegungsmangel auch in der Schweiz ein grosses Thema», sagt Lukas Zahner, Leiter des Projekts «Bewegungsfreundliche Schule». Es wurde 2012 gestartet, um diesem Mangel abzuhelfen (siehe Seite 33). Laut Zahner drohen bei Bewegungsmangel Gesundheitsschädigungen im Erwachsenenalter und depressive Verstimmungen; zu wenig Bewegung hat auch einen Einfluss auf die Entwicklung der sozialen Kompetenzen und auf die soziale Integration. Bewegung sollte deshalb möglichst organisch in schulisches Lernen eingebunden werden. Neben freiwilligem Schulsport, obligatorischem Sportunterricht,

Gesundheits- und Bewegungsförderungsprogrammen gehören auch die Schulhausumgebung und die unterrichtsfreie Zeit zum Konzept der bewegungsfreundlichen Schule. Den Taumel des Rollens erleben

Wie müssen Spielorte und -plätze auf dem Schulareal angelegt sein, damit sie die Motorik der Kinder fördern? Kinder haben primäre Bewegungsbedürfnisse (z. B. den Taumel des Rollens und Drehens erleben, gleiten und rutschen, sich im Rhythmus bewegen), denen Genüge getan werden muss. Ausserdem sollen Kinder beim Spielen ein positives Selbstkonzept und Risikokompetenz entwickeln. Beide Entwicklungsgebiete tragen ein

Konfliktpotenzial in sich, etwa, wenn es um die «Überwachung» der spielenden Kinder und die Spielplatzsicherheit geht. Das Motto für die Spielplatzgestaltung aus pädagogischer Sicht lautet deshalb für Lukas Zahner: Fördern durch Fordern. «Spielträumer» setzt Kindheitserinnerungen um

Wie soll das praktisch umgesetzt werden? Einer, der es wissen muss, ist Toni Anderfuhren. Der 1954 geborene selbsternannte Spielträumer übernahm 1986 in Uster die Leitung des Abenteuerspielplatzes «Holzwurm», dem er 15 Jahre treu blieb. Heute ist Anderfuhren als freischaffender Berater für kindgerechte Lebensraumgestaltung tätig. Als solcher begleitet er

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http://www.lch.ch/fileadmin/files/documents/BILDUNG_SCHWEIZ/2015/1503.pdf

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