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Olten, den 28. Mai 2014

Medienmitteilung Physikunterricht im Progymnasium? Gestrichen! Unterricht in Ethik / Religion an der gymnasialen Oberstufe? Um einen Drittel kürzen! Hauswirtschaftsunterricht auf Progymoder Gymstufe? Gestrichen oder auf eine Minimum reduziert! Ergänzungsfächer? Minus eine Lektion! Schwerpunktfächer wie „Physik und Anwendungen der Mathematik“, „Musik“, „alte Sprachen“ oder „Italienisch“? Akut gefährdet! Die Kantonsschulen gehören zwar klar nicht zu den Kostentreibern im Solothurner Finanzhaushalt. Der Zugriff auf diese ist aber vergleichsweise einfach, wenn man sparen will, und so geht der Raubbau am progymnasialen und gymnasialen Bildungsgang unter dem Schlagwort der „Opfersymmetrie“ weiter. In Kombination mit den Reformen auf der Sekundarstufe I erschüttern die beschlossenen und geplanten Sparmassnahmen das Progymnasium und das Gymnasium nun in seinen Grundfesten. Die Solothurner Kantischüler/-innen haben schon jetzt ein Jahr weniger Zeit als ihre Kollegen/-innen aus den andern Kantonen des Bildungsraumes NWCH, um sich auf die Herausforderungen eines universitären Studiums vorzubereiten Nämlich 12 statt 13 Jahre. Da wiegt es umso schwerer, wenn jetzt die Lektionentafeln weiter ausgedünnt und das gymnasiale Angebot an Schwerpunktfächern eingedampft wird. Die Kantonsschulen der andern Kantone im Bildungsraum NWCH wird‘s freuen. Ab August 2015 dürfen die Gymnasiasten/-innen nämlich auswählen, an welcher Kantonsschule im Bildungsraum sie die Matura machen wollen. Der Nicht - Universitätskanton Solothurn schwächt auf Kosten der jungen Menschen, die ein universitäres Studium ins Auge fassen, den gymnasialen Bildungsgang weiter. - Und er schickt seine Kantonsschulen mit skandalös kurzen Spiessen in den, von den verantwortlichen Bildungspolitikern gewollten Wettbewerb zwischen den Kantonsschulen des Bildungsraumes NWCH. Vorausschauende Standortpolitik ist das aus Sicht des Solothurner Kantonsschullehrer/innen Verbandes nicht. Die geringen, aber sehr destruktiven Einsparungen an den Kantonsschulen werden sich langfristig als Kostentreiber auf der Tertiärstufe entpuppen. Wir fordern die Verantwortlichen deshalb nachdrücklich auf, den Raubbau an der (pro-) gymnasialen Bildung sofort zu stoppen.

Sabine Trautweiler Präsidentin des Solothurner Kantonsschullehrer/-innen Verbandes


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