Issuu on Google+

ZEITSCHRIFT DES LCH

THEM

A 12 • 2 0 0 0

ISSN 1424-6880

THEMA

Berufswahl • Spiel und Sport


12 • 2000

EDITORIAL

Berufswahl im Wandel … oder etwa nicht?! Wer möchte seinem Kind nicht die beste Ausbildung ermöglichen – verbunden mit hohem Sozialprestige und entsprechenden Karrieremöglichkeiten? Und – Hand aufs Herz – wer sagt dann nicht fast automatisch: «… dann gehst du am besten ins Gymnasium und studierst nachher»?… «Bildung» bedeutet für die meisten «Schule», und wer gut gebildet sein will, geht möglichst lange in die Schule. Diese Einstellung hat bei uns eine lange Tradition und entsprechend starken Einfluss bei der Wahl des Bildungsweges. Bekanntlich wählen in der Schweiz rund 65 Prozent der Jugendlichen nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit eine berufliche Ausbildung, sei es als Berufslehre oder in einer anderen Form unseres dualen Systems. Rund 30 Prozent schlagen den rein schulischen Weg ein. Verglichen mit dem Ausland ist diese Zahl relativ gering – und wird häufig auch belächelt –, «beschert» uns aber eine entsprechend tiefe Jugendarbeitslosigkeit von unter 1,5 Prozent und einen beachtlichen wirtschaftlichen Erfolg unserer KMU. Trotzdem müssen wir seit Jahren feststellen, dass der Trend der Jugendlichen Richtung Mittelschulen steigend ist. Die Berufsverbände in fast allen Branchen klagen ständig über Lehrlingsmangel. Auch die Berufswahl der jungen Frauen muss zu denken geben. Oder wussten Sie, dass z.B. 1998 über 70 Prozent der jungen Frauen, die den Berufsbildungsweg einschlugen, aus nur zehn Berufen auswählten? Weshalb, werden Sie fragen. Weil hohes Sozialprestige automatisch mit der akademischen Ausbildung verbunden ist? Oder weil die Berufsbildung nicht attraktiv ist? Ich mache weder den Eltern noch den Jugendlichen, Lehrkräften oder Berufsberatungen einen Vorwurf. Ich stelle einfach fest, die Berufswahl läuft immer noch nach dem alten Schema «Schule gut – Berufslehre weniger gut». Seit Jahren kämpfen wir vom «Schweizerischen Gewerbeverband SGV» aus in allen Gremien dafür, dass die beiden Bildungswege endlich als gleichwertig anerkannt und behandelt werden. Konkret heisst dies, dass die Berufswahl in erster Linie von Eignung und Neigung abhängen soll und nicht vom Sozialprestige. Die Trennung von akademischer und allgemeiner Berufsberatung ist deshalb schnellstens abzuschaffen, die Berufswahlvorbereitung auch für Gymnasiastinnen und Gymnasiasten einzuführen – die «Drop-out-Quote» an den Universitäten beträgt bekanntlich über 30 Prozent – und als Vision sehe ich gar die Einführung des dualen Systems – also die Kombination von Theorie und Praxis – im ganzen Bildungssystem … … und dann wandelt sich auch die Berufswahl. Christine Davatz-Höchner

Christine Davatz-Höchner Vizedirektorin Schweizerischer Gewerbeverband SGV, Bern, Mitglied in der Kommission Berufsbildung KBB der Erziehungsdirektorenkonferenz EDK, Mitglied der Expertenkommission für ein neues Berufsbildungsgesetz, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Fachhochschulkommission und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Verbandes für Berufsberatung

3


I N H A LT

12 • 2000

Berufsbildung

A THEM

Spiel und Sport Nummer 12/2000

Berufsbildung fördern S. 10 Immer wieder sind Plakate aufgefallen mit Texten wie «Ich studiere Automech» oder «Ich bin von Natur aus Praktiker». «Bildung Schweiz•Thema» hat nachgefragt, was diese Kampagne für Ziele verfolgt.

5

3. Juli 2000

Zeitschrift des Dachverbandes Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) 145. Jahrgang der Schweizer Lehrerinnenund Lehrerzeitung (SLZ)

Inhalt 3 Berufsbildung im Umbruch Editorial von Christine DavatzHöchner, Vizedirektorin des Schweizerischen Gewerbeverbandes

Berufsbildung

Spielen nach Lust und Laune S. 34 Vom 6. bis 10. September 2000 findet in St. Gallen die Schweizer Spielmesse, 10. Internationale Spiel- und Spielwarenmesse statt. «Bildung Schweiz • Thema» bringt exklusiv die vollständige Übersicht aller Angebote für Schulen. Naturerlebnisse mit Kindern S. 44 Spiel und Sport brauchen nicht immer Hilfsmittel. Das Erlebnis in der Natur kann Rahmen sein, um bewusst die Umwelt spielerisch zu erleben. «SILVIVA» und die «Stiftung Umweltbildung Schweiz» haben eine Sammlung von Ideen für Naturelebnisse zusammengestellt.

Medienservice S. 22 Aus der breiten Palette von Büchern rund um Sport, Spiel und Berufswahl bietet «Bildung Schweiz • Thema» eine Auswahl, die bei der Vorbereitung auf diese Themen nützlich sind. Mit dem Bestellschein auf Seite 22 erhalten Leserinnen und Leser die gewünschten Medien schnell und preisgünstig.

28 30 31 32

Lesen und schreiben lernen Lesestoff für die Kids von heute «Retten Sie wenigsten mein Kind» SJW-Neuheiten Sommer 2000

Spiel und Sport 34 Spielen nach Lust und Laune 35 Spiel- und Workshops an der Schweizer Spielmesse 2000 43 «Pfeff ond Lischt» – Spielmöglichkeiten in Appenzell 44 Naturerlebnisse mit Kindern – Anregungen von SILVIVA und der Stiftung Umweltbildung 17 Medienservice «Spiel und Sport»

Service Reisen und Tourismus S. 26 Ferienreisen, Schulreisen, Ausflüge, Wanderungen – Reisen kennen fast alle Menschen. «Junior Achievement Switzerland» bringt ein Programm, das die Hintergründe des Wirtschaftszweigs Tourismus zeigt. Pilotklassen zum Mitmachen werden noch gesucht.

Leseförderung

Service Lesestoff für die Kids von heute S. 30 Sommerzeit ist Lesezeit. Die neuen SJW-Hefte wollen entdeckt sein. «Bildung Schweiz • Thema» bietet exklusiv das neue Programm zum Schulpreis an. Besonders aktuell ist die neue Reihe «von @ bis Zett» mit den beiden broschierten Büchern «Retten Sie wenigstens mein Kind» und «UFOs! Fragen, Rätsel, Erklärungen». Die Bestellmöglichkeit für aktuelle Sommerlektüre auf Seite 32.

23 Jugend und Wirtschaft 25 Stiftung Bildung und Entwicklung 26 Junior Achievement Switzerland

Stellenanzeiger 39 Stellenanzeiger von «Bildung Schweiz»

24 Impressum LEHRERINNEN UND LEHRER SCHWEIZ

ISSN 1424-6880

Zukunft Berufsbildung S. 20 Das «Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT» erhält mit Eric Fumeaux am 1. September einen neuen Direktor. «Bildung Schweiz • Thema» bringt Ausschnitte aus einem Interview über die Zukunft und den Stellenwert der Berufsbildung in der Schweiz.

8 way-up.ch – vom Gymnasium zur Fachhochschule 10 Berufsbildung fördern – Gespräch mit Pia Stalder und Esther Ritter über die Kampagne zur Förderung der Berufsbildung 12 Zukunft Berufsbildung – Gespräch mit Eric Fumeaux, dem neuen Direktor des «Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie» 20 Medienservice «Berufswahl»


Thema •

12 • 2000

BERUFSBILDUNG

8

way-up.ch – vom Gymnasium zur Fachhochschule Die Maschinen-, Elektro- und Metall-(MEM-)Industrie zeigt neue Möglichkeiten zur Ausbildung nach der Matura.

Die weitverzweigte MEM-Branche stellt nicht nur klassische Erzeugnisse der Metallbearbeitung wie zum Beispiel hochpräzise Werkzeuge und Formen her, sie baut auch anspruchsvolle Maschinen wie Bearbeitungszentren, Textilmaschinen, Verpackungsmasch-inen und Maschinen für die Graphische Industrie und realisiert komplexe Anlagen. Zunehmende Bedeutung haben elektrische und elektronische Hightech-Erzeugnisse sowie das Anbieten von Know-how und Dienstleistungen rund um diese Produkte.

Swissmem Swissmem ist der Verband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie). Unter dieser Marke vertreten die Verbände ASM Arbeitgeberverband der Schweizer Maschinenindustrie und VSM Verein Schweizerischer MaschinenIndustrieller die wirtschafts-, bildungs- und sozialpolitischen Interessen der MEM-Industrie. Die MEM-Industrie ist eine der wichtigsten Branchen der Schweizer Volkswirtschaft. Sie beschäftigt 325 000 Menschen. 1999 exportierte sie Güter für mehr als 52 Mrd. CHF, was 43% der gesamten Schweizer Warenexporte entspricht. Rund zwei Drittel dieser Exporte gehen in die EU- und in die EFTA-Länder, die den Heim-markt der MEM-Industrie bilden.

Arbeiten in der MEM-Industrie Über zwei Drittel des Personals der MEM-Industrie haben eine Berufslehre als Basisausbildung absolviert. Gelernte Berufsleute, die sich zusätzlich weiterbilden, sind gesuchte Arbeitskräfte. Die Bedeutung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Diplomen einer Hochschule oder Fachhochschule steigt in der Branche kontinuierlich an (1990: 11,4%; 1999: 18,2%). Quelle: Salärstatistik ASM (Arbeitgeberverband der Schweizer Maschinenindustrie) Das frühere Bild, nachdem in der Industrie vorwiegend Männer körperlich anspruchsvolle Arbeiten ausführen, stimmt heute nicht mehr. Frauen und Männer mit Abschluss als Ingenieur/in, Techniker/in, Kaufmann/Kauffrau oder in einem der neuen Hightech-Berufe arbeiten an modernen Arbeitsplätzen, wenden Computerprogramme an, erarbeiten im Team Lösungen für komplexe Aufgabenstellungen und kreieren damit Hightech-Produkte, die in manchen Bereichen weltweit führend sind. Die MEM-Industrie bietet für unternehmerisch denkende und technikbegeisterte Menschen die vielfältigsten Möglichkeiten. Da zahlreiche Unternehmen im Ausland Niederlassungen betreiben, steht in der Regel auch einem Auslandaufenthalt nichts im Wege.

Einstiegsmöglichkeiten nach der Volksschule Die Unternehmen der MEM-Branche bieten hauptsächlich folgende Berufslehren an: Anlagen- und Apparatebauer/in, Automatiker/in, Elektroniker /in, Informatiker/in, Kaufmann/ Kauffrau, Konstrukteur/in und Polymechaniker/in. Die Grundausbildungen in

den technischen Berufen dauern zwei Jahre und erfolgen in der Regel in betriebsinternen Ausbildungs- oder überbetrieblichen Einführungskurszentren durch professionelle Ausbilderinnen und Ausbilder. Die Lehrlinge eignen sich die Arbeitstechniken an und werden in Schlüsselqualifikationen wie Arbeitsmethodik, Kreativität, Teamund Kommunikationsfähigkeit gefördert. In den Betriebseinsätzen vertiefen die Auszubildenden ihre Fertigkeiten und Kenntnisse an Produktivarbeiten und anspruchsvollen Projekten. Sie sammeln so erste Berufserfahrungen und werden mit modernen industriellen Arbeitsmethoden vertraut gemacht. Im Berufsschulunterricht erarbeiten sich die Lernenden die theoretischen Grundlagen, in einigen Ausbildungen in zwei Niveaustufen. Auch eine breite Allgemeinbildung, technisches Englisch sowie Lern- und Arbeitsmethodik zählen zum Lehrprogramm.

Der neue Einstieg in die Hightech-Branche way-up.ch bietet Maturandinnen und Maturanden fünf zukunftsorientierte Berufsausbildungen. Die zweijährige praxisorientierte Hightech-Ausbildung schliesst mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis ab und öffnet dabei den prüfungsfreien Zugang zur Fachhochschule. way-up.ch basiert auf den folgenden Berufsausbildungen: Automatiker/in, Elektroniker/in, Informatiker/in, Konstrukteur/in und Polymechaniker/in. Die auf zwei Jahre verkürzte Berufslehre schliesst an die gymnasiale Matur an und ist in folgende Teile gegliedert: Die praktische Grundausbildung erfolgt in Lernzentren und im Betrieb. Dabei


12 • 2000

Die Ausbildung richtet sich in erster Linie an Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, die eine Alternative zu einem wissenschaftlichen Hochschul-studium suchen. Sie stellt eine ideale Vorbereitung auf ein praxisorientiertes Fachhochschulstudium dar und eignet sich auch für Hochschulaussteiger oder Absolventinnen und Absolventen verwandter technischer Berufslehren, die eine Zusatzlehre in einem attraktiven Swissmem-Beruf absolvieren möchten. Weitere Informationen sowie direkte Links zu den Unternehmen mit ihren Ausbildungsplätzen sind unter folgender Adresse zu finden: www.way-up.ch.

Im Internet nachfragen zum Nützliche Webadressen Thema Berufs- und Weiterbildung in der MEM-Branche Die Berufe der MEM-Industrie sind unter www.swissmem.ch Infojob detailliert beschrieben. Die Ausbildung anschliessend an die Matura ist unter www.way-up.ch zu finden. Um den direkten Kontakt zu den Unternehmen zu garantieren, werden die rund 80 verfügbaren Ausbildungsplätze online angeboten. Für die Ausbildenden sind unter der Adresse www.swissmem-berufsbildung.ch ausführliche Informationen über Berufe/Events/News erhältlich. Über einen Online-Shop können zudem Ausbildungs- und Prüfungsunterlagen direkt bestellt werden.

Berufsbildung

eignen sich die Studenten die technologischen Grundlagen an und fördern ihre Fähigkeiten, sich selbstständig neues Wissen anzueignen, innovative Ideen zu entwickeln und diese nach den Grundsätzen modernen Projektmanagements in die Praxis umzusetzen. Im zweiten Jahr werden die Grundlagen an konkreten Projekten im Betrieb vertieft. Die Berufspraxis wird erlebt. Parallel werden in einem anspruchsvollen Technologieunterricht die fachtheoretischen Kenntnisse erarbeitet.

9


Thema •

12 • 2000

BERUFSBILDUNG

10

Berufsbildung fördern Ein Gespräch von Daniel V. Moser-Léchot mit Pia Stalder und Esther Ritter vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT)

Immer wieder sind Plakate aufgefallen mit Texten wie «Ich studiere Automech» oder «Ich bin von Matur aus Praktiker». Daniel V. Moser-Léchot hat für «Bildung Schweiz Thema» nachgefragt, welche Ziele diese Kampagne verfolgt.

dem Motto Berufsmatura. Praxis macht Schule für die Berufsmatura. Im Juni 2000 ist die fünfte Welle angelaufen, die die Förderung von Ausbildungsplätzen in der Informationstechnologie (IT) zum Ziel hat. Die Kampagne richtet sich an die IT-Unternehmen selbst. Obwohl die IT-Branche boomt, mangelt es an Ausbildungsplätzen. Botschaftsträgerinnen und Botschaftsträger sind diesmal Persönlichkeiten aus dem Berufsalltag.

«Bildung Schweiz Thema»: Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) hat in den letzten beiden Jahren eine aufwändige Kampagne mit Plakaten, Inseraten und anderen Mitteln zur Förderung der Berufsbildung unternommen. Welches waren die Ziele dieser Kampagne?

Sind diese PR-Aktionen in irgendeiner Weise evaluiert worden? Gibt es Reaktionen aus der Öffentlichkeit?

Pia Stalder: Die nationale Kampagne des BBT wurde 1998 initiiert. Sie soll zur Schaffung und Erhaltung von Lehrstellen und zur Förderung des Images der Berufslehre beitragen. Die Kampagne umfasst soweit fünf «Wellen»: In einer ersten Welle (1998) wandten sich prominente Sportgrössen an Kaderleute in der Wirtschaft, insbesondere an diejenigen kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMU), damit diese neue Lehrstellen schaffen würden. In der zweiten Welle (ebenfalls 1998) richteten sich junge Sportlerinnen und Sportler, die für einen Grossteil unserer Jugend Vorbildcharakter haben, an Gleichaltrige. Auch in der dritten Welle (1999) wandten sich Jugendliche an Jugendliche. Doch waren diesmal nicht bekannte JungsportlerInnen Testifiers (resp. «BotschaftsträgerInnen»), sondern junge Berufsleute, «echte» Lehrlinge. Im Dezember 1999 wurde die Kampagne mit einer vierten Welle erweitert. Jugendliche warben unter

Pia Stalder: Wir verfügen über Evaluationsergebnisse aus verschiedenen Quellen zu den Wellen 1 bis 3. Die Ergebnisse sind sehr positiv. Die Kampagnen schneiden im Vergleich mit Durchschnittswerten der APG (Allgemeine Plakatgesellschaft) sehr gut ab. Einige der Sujets der drei ersten Wellen erzielten, im Bezug auf Wiedererkennungswert (Recall) und Gefallen, Werte, die weit über dem Durchschnitt liegen. Und, Sie stellen fest, dass sich die Situation auf dem Lehrstellenmarkt seit 1998 verbessert hat… Zur 4. Welle, der Kampagne, bei der es um die Förderung der Berufsmaturität ging, haben wir positive Rückmeldungen aus den Kantonen und von Wirtschaftsverbänden erhalten. Die Jugendlichen haben sich offensichtlich gut mit den gleichaltrigen Werbeträgerinnen und -trägern identifizieren können. Ist mit der Kampagne zur Förderung der Berufsmaturität nicht teilweise den Gymnasien das Wasser abgegraben worden? Im Kanton Bern gab es in diesem Frühjahr einen signifikanten Rückgang der Anmeldungen für die Gymnasien.

Esther Ritter: Wenn der Rückgang auf die Kampagne zurückzuführen wäre, so würde dies für die Qualität der Lehrstellen- und Berufsmaturitäts-PR sprechen. Nein, im Ernst, das ist reine Spekulation und lässt sich kaum so einfach beantworten. Jedenfalls war es nie die Absicht des BBT, die Berufsbildung gegen die gymnasiale Bildung auszuspielen. Die Kampagne wollte den Weg über die Lehre und die Berufsmaturität – mit dem prüfungsfreien Zugang zur Fachhochschule – als guten alternativen Ausbildungsgang bekannt machen. Das BBT verfolgt als Ziel, dass rund 15% der Lehrlinge die Berufsmaturität erwerben. Damit entsteht die Möglichkeit, eine erweiterte Allgemeinbildung auch auf dem Wege über die Berufsbildung und nicht ausschliesslich über die Gymnasien zu erreichen. Wie stellen sich die Betriebe zu dieser Verbreiterung des schulischen Teils der Lehrlingsausbildung? Mit zwei Tagen Schule sind die Lehrlinge ja bloss noch drei Tage in der Woche im Betrieb. Esther Ritter: Die Rückmeldungen auf die Kampagne sind positiv, vor allem aus grösseren Wirtschaftsbetrieben. Kritik hören wir von Lehrbetrieben zu organisatorischen Fragen der Berufsmittelschulen, wenn es unmöglich scheint, den beruflichen und den Berufsmaturitätsunterricht auf die vorgesehenen zwei Tage zu beschränken. Wie steht es mit der Verteilung der Geschlechter bei Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden? Esther Ritter: Der Anteil weiblicher Jugendlicher mit Berufsmaturität betrug 1994 erst 6,6%, 1997 23,8%, 1999 waren es 33% – ihr Anteil weist also steigende Tendenz auf. Es gehört zu den


Thema •

12 • 2000

BERUFSBILDUNG

11

heraus geboren, dass die raschen Veränderungen in der Arbeitswelt eine hohe Flexibilität der gelernten Berufsleute verlangen. Erste Berufsfelder wurden bereits 1979 realisiert. Das Zusammenfassen in Berufsfeldern ist auch konjunkturabhängig. Sinkende Lehrlingszahlen in Einzelberufen können zur Bildung von Berufsfeldern führen, «gemischte» Klassen und das gegenseitige Lernen voneinander werden als Vorteil empfunden. Sind hingegen die Stellen auf dem Arbeitsmarkt knapp, so fordern Betriebe eine Ausbildung, welche stark auf ihre spezifischen Bedürfnisse ausgerichtet ist. Die Vernehmlassung zum neuen Berufsbildungsgesetz ist abgeschlossen. Wie geht es weiter? Esther Ritter: Die Vernehmlassung ist ausgewertet und die Botschaft für den Bundesrat in Vorbereitung. Im Herbst beginnen die Beratungen der parlamentarischen Kommissionen. Anliegen des BBT, beiden Geschlechtern die gleichen Chancen in der Berufsbildung und der Weiterbildung zu bieten. Wir haben dem in den erwähnten Kampagnen auch Rechnung getragen und haben versucht, gewisse Klischees aufzubrechen, beispielsweise mit dem Bild einer jungen Frau in einem sogenannten typischen Männerberuf («Ich studiere Automech»). Im Kanton Bern wurde das Pilotprojekt «Rent-a-Stift» durchgeführt. Die Grundidee war, dass Lehrlinge als «Botschafterinnen» und «Botschafter» in die Schulen gehen und dort in den oberen Klassen über ihre Erfahrungen in der Lehre berichten. Was brachte die Evaluation dieses Projektes?

Statistik Berufsmaturitäten Jahr

BMZeugnisse

Anteil weiblich

1994 1995 1996 1997 1998 1999

241 480 2280 4324 5638 6026

6,6% 18,8% 16,4% 23,8% 31,0% 33,5%

Pia Stalder: Auch hier fallen die Ergebnisse überwiegend positiv aus. Die Idee, junge Berufsleute zu Jugendlichen sprechen zu lassen, hat diese selbst, aber auch die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Lehrmeister überzeugt und motiviert, am Projekt mitzumachen. Das «Image» der Berufslehre konnte verbessert werden; Vorurteile und Befürchtungen wurden thematisiert und konnten so bei den Schülerinnen und Schülern abgebaut werden. Der Evaluationsbericht zum Projekt «Rent-a-Stift» weist auch auf Verbesserungsmöglichkeiten hin. Beispielsweise erscheint die Konzentration auf das achte Schuljahr sehr sinnvoll, da zu diesem Zeitpunkt die Berufswahlkunde an den meisten Schulen im Zentrum steht. In der Berufsbildung sind in den letzten Jahren zahlreiche Spezialistenberufe in neue Berufsfelder zusammengefasst worden. Diese Entwicklung läuft offensichtlich weiter, es entstehen neue Berufe wie «Polymechaniker», «Haustechnikplaner» usw. Welche Überlegungen stecken dahinter? Esther Ritter: Die Zusammenfassung von Berufen in grösseren Berufsfeldern war und ist in erster Linie eine Forderung der Wirtschaft und der Bildungspolitik. Die Idee, zu Beginn der Ausbildung eine relativ breite gemeinsame Basis zu schaffen und erst in einem späteren Zeitpunkt in der Lehre zu spezialisieren, wurde aus der Erkenntnis

Bei der Diskussion des neuen Berufsbildungsgesetzes stand ja unter anderem die Frage zur Debatte, inwieweit Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden auch Zugang an die Universitäten erhalten sollen. Esther Ritter: In der neuen Verordnung über die schweizerische Maturitätsprüfung (Artikel 28) ist neu die Möglichkeit vorgesehen, dass mit der Berufsmaturität und Ergänzungsprüfungen der Zugang zur Uni möglich sein soll. Wie diese Durchlässigkeit konkret umgesetzt wird, wird noch Thema intensiver Diskussionen auf bildungspolitischer Ebene sein. Die Schweiz beteiligt sich als stiller, aber intensiv mitarbeitender Partner am Projekt «EURO-Bac», der Ausgestaltung des europäischen Standards der «Berufsreifeprüfung», mit welchem der Zugang zu den Universitäten möglich sein soll. Dadurch stellt sich die Frage, wo sich unsere Berufsmaturität positioniert. EURO-Bac prüft drei allgemeinbildende Fächer und ein berufsspezifisches Fach, ist also im Vergleich zur Berufsmaturität schmaler und tiefer. Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

PIA STALDER ist stellvertretende Leiterin der Stelle für Presse und Kommunikation des BBT, ESTHER RITTER wissenschaftliche Mitarbeiterin beim BBT.


Thema •

12 • 2000

BERUFSBILDUNG

12

Zukunft Berufsbildung Gespräch mit Eric Fumeaux, dem neuen Direktor des «Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie BBT»

Die Berufsbildung ist in der Schweiz besonders wichtig. Ein Land ohne Rohstoffe kann nur mit einer ausserordentlich guten Bildung bestehen. Am 1. September 2000 übernimmt Eric Fumeaux als neuer Direktor die Führung des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie BBT. Im Interview des Pressedienstes der Deutschschweizerischen Berufsbildungsämterkonferenz DBK gibt der 50-jährige Fumeaux Auskunft über seine Herkunft und seine zukünftigen Aufgaben. Mit Eric Fumeaux sprachen Daniel Fleischmann und Emil Wettstein. «Bildung Schweiz Thema» bringt Ausschnitte dieses Interviews, weil die Entwicklungen in der Berufsbildung auch Auswirkungen auf die Schule haben. Erlauben Sie uns einige grundsätzliche Fragen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung. Welche Rolle kommt dem Staat bei der Finanzierung der beruflichen Ausbildung zu? Für die zukünftige Finanzierung der Bildung – eines der zentralen politischen Themen – zeichnet sich eine Lösung ab, die durch folgende zwei Leitlinien charakterisiert ist: • progressiver Übergang auf eine leistungsorientierte Finanzierung (Pauschalbetrag pro Vertrag usw.), • grössere finanzielle Beteiligung des Bundes. Die Finanzierung der Weiterbildung wird noch zu zahlreichen Diskussionen führen, da die Meinungen diesbezüg-

lich stark auseinandergehen. Allgemein gesehen ist es in der Schweiz noch nicht zur Selbstverständlichkeit geworden, eine Weiterbildung zu absolvieren. Man verlässt sich noch zu stark auf den Wohlfahrtsstaat (Organisation und Finanzierung der Kurse). Den Fachhochschulen fehlt es an genügendem Nachwuchs. Was wollen Sie dagegen vorkehren? Ich bin mit Ihnen nicht einverstanden: den Fachhochschulen fehlt es nicht an genügendem Potenzial. Im Jahre 1998 haben 5638 Personen ein Berufsmaturitätszeugnis erhalten, an den Fachhochschulen haben aber im gleichen Jahr nur gerade 3000 Inhaberinnen und Inhaber einer Berufsmaturität ihr Studium aufgenommen, und dies bei einem Total von 6175 Erstsemestrigen. Die übrigen 51 Prozent sind 1998 über einen anderen Bildungsweg an die FH gekommen – meist nach der Berufslehre über eine Aufnahmeprüfung, in 16 Prozent der Fälle mit einer gymnasialen Maturität und einem Jahr Berufspraxis. Die 1993 eingeführte Berufsmaturität wird im Verhältnis zu den Aufnahmeprüfungen an Bedeutung gewinnen; das stete Wachstum der abgegebenen Berufsmaturitäts-Zeugnisse (1999 waren es bereits über 6000!) bestärkt uns in dieser Auffassung. Vielleicht gründet Ihre Behauptung aber auch auf der Beobachtung, dass an vielen Fachhochschulen Studiengänge mit unterkritischer Studierendenzahl geführt werden. Die Analyse der Eidgenössischen Fachhochschulkommission, welche im Auftrag des Bundesrates einen Bericht über den Zwischenstand der FH-Reform ausarbeitet, ergibt, dass 44 Prozent der Studiengänge durchschnittlich keine 15 Studierenden haben. Die Fachhoch-

schulen haben hier noch erheblichen Handlungsbedarf. Schliesslich möchte ich noch einen anderen Aspekt in die Runde werfen: Bund und Kantone haben in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um auch für die Informations- und Kommunikationstechnik Ausbildungsstrukturen zu schaffen (z.B. Informatikerlehre, Basislehrjahr in Informatik, weitere Massnahmen im Rahmen der Lehrstellenbeschlüsse). Zukunftsweisend hat denn der Bundesrat bereits 1996 in den Zielvorgaben für die Schaffung von FH bis 2003 den Abbau des Überangebotes an Studienplätzen in einzelnen Studienrichtungen zugunsten neuer, zukunftsträchtiger Ausbildungs- und Forschungsangebote verlangt. Daher werden wir die Fachhochschulen ermutigen, vermehrt Studienplätze in diesem Bereich zur Verfügung zu stellen. Ansonsten ist zu befürchten, dass in wenigen Jahren nicht alle Jugendlichen, die sich in diesen zukunftsträchtigen Berufen ausgebildet haben, an einer FH aufgenommen werden können. Der Anteil der Lehrbetriebe, die Jugendliche ausbilden, ist in den letzten 15 Jahren massiv zurückgegangen. Was wollen Sie unternehmen, um diese Entwicklung endgültig zu stoppen? Zwischen 1985 und 1995 ist die Zahl der Lehrverhältnisse tatsächlich von 190 000 auf rund 150 000, also um etwa 40 000 zurückgegangen. Dank grosser Anstrengungen von Bund, Kantonen und Sozialpartnern hat dann aber eine eigentliche Trendwende eingesetzt. 1999 waren es bereits wieder über 165 000 Lehrverhältnisse, und die Tendenz ist weiterhin steigend. Dies ist allerdings auch dringend nötig, zeigt doch die demografische Entwicklung, dass zumindest bis 2005


Thema •

BERUFSBILDUNG

13

Plakatkampagne BBT

12 • 2000

die Zahl der Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen, noch leicht zunehmen wird. Es gilt also, die gemeinsamen Anstrengungen fortzusetzen: Mit innovativen Ideen wie dem neuen Konzept für die Informatikausbildung (I-CH) oder der Reform der kaufmännischen Grundausbildung lässt sich das in den Betrieben vorhandene Wissen und Können noch besser als bisher für die Ausbildung nutzen. Ich bin überzeugt, dass hier ein zusätzliches Potenzial an Ausbildungsplätzen erschlossen werden kann. Daneben wollen wir auch die Zahl der Ausbildungsplätze in weniger anspruchsvollen Berufstätigkeiten verstärken. Gerade auch im Dienstleistungsgewerbe braucht es nach wie vor Leute, welche die einfacheren, alltäglichen Routinearbeiten erledigen. Mit einer geschickten berufspraktischen Ausbildung können wir einerseits diese Bedürfnisse befriedigen und andererseits den mehr praktisch begabten jungen Erwachsenen eine interessante berufliche Perspektive bieten. Ich gehe davon aus, dass auch in Zukunft etwa zehn Prozent der in allen Wirtschaftszweigen vorhandenen Arbeitsplätze Ausbildungsplätze sein müssen. Dabei denke ich nicht ausschliesslich an die Lehrstellen; es braucht genauso ein Praxisfeld für die Absolventen von Universitäten, Fachhochschulen und Mittelschulen; eine Auffassung, die übrigens von den massgeblichen Exponenten der Wirtschaft geteilt wird. Ich bin sicher, dass die Durchlässigkeit zwischen den allgemeinbildenden Ausbildungsinstitutionen und dem dualen System weiter verbessert

werden muss. Ein gleichwertiges Nebeneinander und eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen den beiden Welten sind ein unverzichtbares Muss für die Zukunft. Man hat auch den Eindruck, dass die Leitungen mancher Grossunternehmen das Verständnis für die Berufsausbildung nach Schweizerischem Muster verloren haben, weil sie selbst den akademischen Weg gegangen sind und vor allem weil sie von ihrer Herkunft her das Schweizer Bildungswesen nicht kennen. Wie soll das Schweizer Bildungswesen darauf reagieren? Diesen Eindruck kann ich gar nicht bestätigen. Ich mache im Gegenteil sehr gute Erfahrungen mit der Ausbildungsbereitschaft von Grossbetrieben: Banken, Versicherungen, aber auch zum Beispiel die Maschinenindustrie finden gemeinsam mit uns fortschrittliche Lösungen. Diese Unternehmen sind auch bereit, ihre Ausbildungsfachleute im Milizsystem zur Verfügung zu stellen, um die innovativen Ausbildungskonzepte gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln. Das kommt allerdings nicht von selbst. Wir stehen im ständigen Dialog mit den Grossunternehmen, leisten viel Überzeugungsarbeit und lernen so auch die spezifischen Bedürfnisse der Arbeitswelt besser kennen.

zukünftigen Mitarbeitern bearbeitet werden. Dazu gehören unter anderem: • im Bereich der Berufsbildung: – Behandlung des Berufsbildungsgesetzes durch die Kommissionen und Kammern des Parlaments und dessen Anwendung – Definition des Profils des SIBP und Vollendung der Reform – die anspruchsvolle Aufgabe der Integration der Berufe des Sozialund Gesundheitswesens sowie der Künste in die Bundeskompetenz • im Fachhochschul-Bereich: – Vorantreibung der Reform, die in die schwierige Phase der Bewertung der von den Schulen angebotenen Dienstleistungen und der Fachhochschul-Anerkennung übergehen – Durchführung von Verhandlungen bezüglich der internationalen Anerkennung der FachhochschulDiplome – Revision des Gesetzes über die Fachhochschulen, um die kantonalen Fachhochschulen darin integrieren zu können • im Bereich der KTI: – in Hinsicht auf eine Dynamisierung der Innovation Beschleunigung der Bildung von nationalen Kompetenznetzwerken Herr Fumeaux, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Sehen Sie schon heute Prioritäten, die Sie bei Ihrer künftigen Arbeit setzen werden? Es erwarten mich einige komplexe Dossiers, die schon jetzt von meinen

DANIEL FLEISCHMANN und EMIL WETTSTEIN arbeiten bei der Deutschschweizerischen Berufsbildungsämter-Konferenz DBK in Luzern.


SERVICE

12 • 2000 AV-Medien Projektions, TV- & Apparatewagen FUREX AG, 8320 Fehraltorf Tel. 01 954 22 22

www.furex.ch

16

Für den Unterricht «Bildung Schweiz • Thema» bietet seinen Leserinnen und Lesern einen neuen Service: Die einfache Erwerbsmöglichkeit ausgewählter Lehr- und Lernmaterialien. Der Berner Lehrmittel- und Medien-

Freizeit- und Unterrichtsgestaltung

Freizyt Lade Gratis-Katalog Tel 041 419 47 00 St. Karliquai 12

6000 Luzern 5

Spiele - Werken - Lager - Bücher

verlag (BLMV) betreut in Zusammenarbeit mit «Bildung Schweiz • Thema» diesen Bereich. Die Redaktion freut sich, wenn mit dem «Medienservice» die grosse Arbeit der Lehrpersonen etwas erleichtert werden kann.

Fax 041 419 47 11 freizyt-lade@bluewin.ch

Lehrmittel/Schulbücher

• fegu-Lehrprogramme • Demonstrationsschach

• Wechselrahmen • Galerieschienen • Bilderleisten

• Stellwände • Klettentafeln • Bildregistraturen

Doping

Pano-Lehrmittel / Paul Nievergelt Franklinstrasse 23, 8050 Zürich, Telefon 01 311 58 66

Lernmaterial für Physik, Chemie, Biologie (NMM)

METTLER TOLEDO

Präzisionswaagen für den Unterricht

Beratung, Vorführung Awyco AG, 4603 Olten, 062 212 84 60 Kümmerly+Frey AG, 3052 Zollikofen, 031 915 22 11 und Verkauf durch: Didactic Team GmbH, 3012 Bern, 031 307 30 30

Musik/Theater

Projektierung Ausführung Service – Vermietung

E b e r h a r d

Licht – Technik – Ton

B ü h n e n

Eberhard Bühnen AG, Postfach 112, 8872 Weesen Tel. 055 616 70 00 Fax 055 616 70 01

Zeitschriftenreihe «Zur Zeit:» – damit Aktualität Schule macht Sekundarstufe I und II Die erste Ausgabe der Reihe «ZUR ZEIT:» erschien im Juni 1999 zum Auftakt der Tour de Suisse und befasste sich mit dem heiss diskutierten Thema «Doping». «ZUR ZEIT:» wirft einen Blick auf die Dopingskandale der jüngsten Zeit und verschafft Schülerinnen und Schülern den Überblick darüber, was überhaupt unter Doping zu verstehen ist. Wie Sportlerinnen und Sportler mit dem enormen Leistungsdruck umgehen, wie sie trainieren und wie wichtig ihr Umfeld ist, darüber berichtet «Zur Zeit: Doping» in den Porträts einer Spitzensportlerin und eines Spitzensportlers. Vier Jugendliche schliesslich diskutieren in einer Gesprächs-

runde über die Bedeutung des Sports für sie selbst, über ihre Ziele, über ihren Umgang mit Leistungsdruck, mit Niederlagen und, natürlich, über ihre Meinung zum Einsatz von Doping im Spitzenwie im Breitensport. Abgerundet wird diese Ausgabe durch einen Bericht über das Schicksal eines jungen Bodybuilders, der lange an die Vorteile von Anabolika glaubte, dafür aber einen hohen Preis zu zahlen hatte. Konzipiert als informative und interessante Zeitschrift, öffnet «ZUR ZEIT: Doping» Jugendlichen ab 13 Jahren verschiedene Zugänge zu einem Thema, das in der Öffentlichkeit diskutiert wird, über das aber oftmals kaum Hintergrundwissen vorhanden ist. Da die Zeitschrift bewusst ohne didaktische Anweisungen auskommt, stellt ihr der Verlag einen Kommentar für Lehrerinnen und Lehrer zur Seite, in dem die Aktualität und Relevanz des Themas beschrieben, der Bezug zu den Lehrplänen hergestellt und aufgezeigt wird, wie das Schülerheft gezielt im Unterricht eingesetzt werden kann. So enthält der Kommentar eine detaillierte Planung für vier bis zehn Lektionen mit Kopiervorlagen und Arbeitsaufträgen zum Heft sowie Anregungen für eine allfällige Vertiefung des Themas mittels weiterer Medien (z.B. Internet).

Beachten Sie den Bestellschein auf Seite 22


SERVICE

12 • 2000 Heft für Schülerinnen und Schüler, BLMV 1999, 22 Seiten, A4, farbig illustriert, Einzelheft Fr. 5.–, ab 10 Exemplaren Fr. 4.– /Heft Artikel-Nr. 20.650.00 Kommentar für Lehrkräfte, BLMV 1999, 20 Seiten, A4, Einzelheft Fr. 10.– Artikel-Nr. 20.650.04 Setpreis 1 Schülerheft und 1 Lehrerkommentar: Fr. 12.– Artikel-Nr. 20.650.06

ren Skaten – Aufstehen, Bremsen, Fallen ... – mit konkreten Unterrichtsvorschlägen sowie Kopiervorlagen zu Verkehrsregeln, Schutzkleidung, Materialkunde und -pflege. Ausserdem werden Ideen für Ball-, Lauf- und Wettbewerbsspiele und Anregungen zum Fitnesstraining und zum Figuren- und Formationsskaten geboten (also auch etwas für die nächste Schulfeier). Schlichte, InlineGudrun Skaten lernen – aber sicher!, Verlag an der Ruhr, 2000, 108 Seiten, 16x23 cm, illustriert, broschiert ISBN 3-86072-487-8 Fr. 22.– Artikel-Nr. 2487

17

Musik/Theater

Staunen und Lachen

Bauchreden Eine Idee für Ihre nächste Schulveranstaltung. Programme für jede Altersstufe. Sehr gerne erteilt Ihnen weitere Auskunft: Fridolin Kalt, 8597 Landschlacht Telefon 071 695 25 68, Fax 071 695 25 87

Schulbedarf/Verbrauchsmaterial

Frema-Schläppi 5042 Hirschthal Tel. 062/721 30 24

Laminierfolien &

www.frema-schlaeppi.ch

Schuleinrichtungen/Mobiliar

Neu: Inline-Skaten lernen – aber sicher! Hauptstrasse 96, CH-5726 Unterkulm, Tel. 062/776 40 44, Fax 062 77612 88

Ein Trainingsbuch für Schule, Kinder- und Jugendgruppen 2. bis 7. Schuljahr «Inline-Skating ist cool!» und sind die Rollen erst einmal an den Füssen, geht das Skaten wie von selbst... oder?! Leider enden die rasanten Fahrten nur allzu oft mit Verstauchungen oder Knochenbrüchen – nur Übung und Erfahrung macht die (Skate-) MeisterInnen! Im Rahmen der Verkehrserziehung sollten sich Schulen realistischerweise auch mit InlineSkating befassen. Egal ob Sie Inline-Skating im Verkehrsunterricht besprechen oder gleichzeitig im Sportunterricht richtig trainieren wollen, hier finden Sie, was Sie suchen: Übungen zum siche-

Neu: Bewegung im Mittelpunkt, Mappe 2 Stundenbilder für die Bewegungserziehung 2. und 3. Schuljahr Als Ergänzung zum Lehrmittel «Sporterziehung» der Eidgenössischen Sportkommission wurden für Kindergarten/1.Klasse und für das 2./3. Schuljahr je 120 Lektionen, aufgeteilt in vier Quartale, ausgearbeitet. Die vielseitigen Bewegungsangebote sind praxiserprobt. Neben den motorischen werden in den beiden Schnellheftern auch

Beachten Sie den Bestellschein auf Seite 22

eugen knobel, grabenstr. 7 6301 zug tel. 041 710 81 8 1 fax 041 710 03 4 3 http://www.knobel-zug.ch E-mail:eugen@knobel-zug.ch

SCHULEINRICHTUNGEN

TRAGKonstruktion in Perfektion TRAG AG • Feldstrasse 18 • CH-5107 Schinznach-Dorf Tel. ++41(0)56-443 36 70 • Fax ++41(0)56-443 36 72 http://www.trag.ch • e-Mail: info@trag.ch

Der Beitrag zur bewegten Schule mit dem neuen ergonomischen Schulmöbelprogramm SANA SCHOOL ® .


SERVICE

12 • 2000 Schuleinrichtungen/Mobiliar

die kognitiven, sozialen und emotionalen Aspekte im Turn- und Sportunterricht ausgewogen berücksichtigt.

Vitrinen

Rosconi AG, 5612 Villmergen Tel. 056 622 94 30 Fax 056 621 98 44

TOBLER & CO. AG

günstige

Strickerei/Näherei 9038 Rehetobel

SITZKEILE mit Frottée-Überzug

Telefon 071 877 13 32 / Fax 071 877 36 32

E-Mail: info@zesar.ch, www.zesar.ch

Der Spezialist für Schul- und Saalmobiliar ZESAR AG, Gurnigelstrasse 38, Postfach, 2501 Biel, Tel. 032 365 25 94, Fax 032 365 41 73

Sabina und Michael Geissbühler-Strupler, Bewegung im Mittelpunkt, Mappe 1, Ingold 1999/2000, 170 Seiten, A4, lose Blätter gelocht in Mappe. Fr. 88.– Artikel-Nr. 1.408.00 Bewegung im Mittelpunkt, Mappe 2, 198 Seiten, A4, lose Blätter gelocht in Mappe. Fr. 88.– Artikel-Nr. 2.192.00

18

Almuth Bartl, Fun-Olympics, Verlag an der Ruhr, 1999, 94 Seiten, Hardcover, farbig illustriert, gebunden. ISBN 3-86072-445-2 Fr. 29.80 Artikel-Nr. 2445

Schulraum-Planung und Einrichtung

Streetball und 120 andere coole Spielideen

Strasser AG Thun Bierigutstrasse 18 3608 Thun Tel. 033 334 24 24 Schreinerei Laborbau Spiel und Sport

Alle Schuljahre

Neu: Fun-Olympics Sport- und Spassspiele für alle Schuljahre

Armin Fuchs, Thun Bierigutstrasse 6

– Drehbare Kletterbäume – Fuchs-Teller

3608 Thun – Kombi-Geräte Tel. 033 334 30 00 – Skateboard-Rampen

GTSM-Magglingen •• Spielplatzgeräte Pausenplatzgeräte Aegertenstrasse 56 8003 Zürich ( 01 461 11 30 Telefax 01 461 12 48

• Tischtennistische • Bänke

Die Olympischen Spiele finden nur alle vier Jahre statt, aber eine Fun-Olympiade können Sie jederzeit starten. Egal, ob draussen (zu Fuss oder mit dem Fahrrad), im Klassenraum oder im Schwimmbad. In über 70 Disziplinen geht es nicht immer darum, den Stärksten oder die Schnellste zu finden, oft kommt es auf andere Qualitäten an: Beim Schneckenrennen gewinnt derjenige, der am besten eine Minute abschätzen kann; beim Monstervolleyball ist die Koordination von zwei oder mehreren Partnern gefragt...

Hip, spontan, verspielt und bunt, ohne den Wettkampfgedanken vollständig aufzugeben: Hier werden nicht nur die Regeln der neuesten Trendsportarten (z.B. Ultimate) aufgeführt, nicht nur alte Bekannte (z.B. Fussball) mit ganz neuen Einfällen wieder zum Leben erweckt, sondern auch alte Unbekannte (u.a. Tchouk) vorgestellt. Im Anhang finden SpielleiterInnen und SportlehrerInnen zusätzlich komplette Turnierplaner. Friedhelm Heitmann, Streetball und 120 andere coole Spielideen, Verlag an der Ruhr, 1995, 120 Seiten, illustriert, broschiert. ISBN 3-86072-178-X Fr. 19.80 Artikel-Nr. 2178

Beachten Sie den Bestellschein auf Seite 22


SERVICE

12 • 2000

19

Wandtafeln

Werken/Handarbeit/Kunstschaffen

Alles zum Töpfern und Modellieren im Werkunterricht

1. bis 7. Schuljahr Ein aussergewöhnliches Buch, das mit einfachen Mitteln die Fantasie und Kreativität der Kinder zwischen sechs und 14 Jahren zur Entfaltung bringt. Komische Situationen und schräge Figuren schaffen eine gelöste Stimmung und bauen Spiel-, Bewegungs- und Auftrittshemmungen rasch ab. Das Werk erhebt den Anspruch, das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken, und will dazu beitragen, dass kreatives Spiel in Schule und Freizeit Spass macht. Aus dem Inhalt: einfache Rollenspiele, kreative Kommunikation, Tücher als Auslösung von Bewegungen, Szenen gemeinsam entwickeln, kleine Auftritte, komische Situationen, Startszenen, ein Bausteintheater bauen u.a. Willy Germann, Das Monster unter dem Tuch, Lehrmittelverlag Zürich, 2000, 164 Seiten, A4, illustriert, Broschüre mit Fadenheftung. Schulpreis Fr. 29.50 Artikel-Nr. 2417

Pinball Science Ab 6. Klasse

Töpfereibedarf, 8840 Einsiedeln www.bodmer-ton.ch, Tel. 055 · 412 61 71

Gratis-Katalog verlangen!

schaftliche und technische Sachverhalte so anschaulich und humorvoll darzulegen. In «Pinball Science» ist es die Aufgabe der Spielerin oder des Spielers, einen grossen Flipperautomaten zusammenzubauen. Für die Bestandteile der Maschine müssen aber vorerst die entsprechenden Naturgesetze erkannt und erforscht werden. In einem Flipperautomaten lassen sich zahlreiche elementare Grundlagen der Physik zeigen, man findet ideale Anschauungsbeispiele für die Gesetze der Schwerkraft, der Mechanik, der Aerodynamik oder der Elektrizität. Um mit den einzelnen Bauteilen arbeiten zu können, müssen Fragen zu Sachverhalten der Physik beantwortet werden. Zum Nachschlagen steht ein Lexikon auf Hypertextbasis zur Verfügung. Wem es schliesslich gelingt, die Konstruktion zu vervollständigen, darf natürlich auch flippern. Einmal zusammengebaut, stehen drei virtuelle Flipper bereit. «Pinball Science» ist eine ideale Kombination von Lernen, Entdecken und Spielen. CD-ROM Win 95/98 Fr. 69.– Artikel-Nr. 300.585

Kaum einem gelingt es wohl besser als dem Bestseller-Autor David Macauly, wissen-

Beachten Sie den Bestellschein auf Seite 22

Jeder Künstler ist ein Lehrer. Jeder Lehrer könnte ein Künstler sein. Entscheiden Sie sich jetzt! Verlangen Sie unsere Kurs- und Schulprogramme!

C A F C R E AT I V E A R T F O R U M

CAF – Creative Art Forum Kunstschule und Akademie Parkweg 1, 5600 Lenzburg Telefon 062 892 16 74 062 892 16 75 Fax

ROBLAND Holzbearbeitungsmaschinen Kreissägen, Hobelmaschinen, Kehlmaschinen usw., kombiniert und getrennt

Inh. Hans-Ulrich Tanner Bernstrasse 25

3125 Toffen b. Belp Telefon 031 819 56 26

Industrieöfen • Keramikbrennöfen • Laboröfen Härterei-, Giesserei- und Keramikbedarf CH-4614 Hägendorf • Batterieweg 6 Tel. 062 / 209 60 70 • Fax 062 / 209 60 71 E-Mail Info@tonygueller ch • www.tonygueller.ch

Holzbearbeitungsmaschinen: Hobelmaschinen, Kreissägen, Kehlmaschinen, Kombimaschinen, Bohrmaschinen, Bandschleifen, Vorschubapparate, Absaugungen, Werkzeuge, Vorführ- und Gebrauchtmaschinen in jeder Größe und Preisklasse. VIDEO-Kassette erhältlich. Verlangen Sie Unterlagen. HM-SPOERRI AG Maschinencenter ZH-Unterland · Weieracherstr. 9 8184 BACHENBÜHLACH · Tel. 01 872 51 00 · Fax 01 872 51 21 · www.felder.co.at

Wö582_2000_F+H582

Neu: Das Monster unter dem Tuch

Maschinen Markt

Werkraumeinrichtungen, Werkzeuge und Werkmaterialien für Schulen 8302 Kloten, Telefon 01/804 33 55 auch in Köniz, St.Gallen, Aesch und Kriens

OESCHGER Wir handeln.


SERVICE

12 • 2000 CD-ROM WIN 3.1/95/98/NT Fr. 49.90 Artikel-Nr. 2396.00

20

Kantons Aargau, 2000, gebunden, 132 Seiten. ISBN 3-906 783-00-0 Schulpreis Fr. 12.80, Ladenpreis Fr. 19.80 Artikel-Nr. 28.502.06

Schulpreis Fr. 11.–, Ladenpreis Fr. 17.– Artikel-Nr. 28.500.00

Löwenzahn 4 1. bis 6. Klasse Im Fernsehen gehört «Löwenzahn» mit Peter Lustig zu den bekanntesten Kinderserien. Auf CD-ROM sind bisher drei Ausgaben erschienen, in welchen eine bunte Mixtur aus Themen angeboten wird, welche Kinder interessieren. Auch in «Löwenzahn 4» ist in und um den Bauwagen immer etwas los. Peter Lustig entführt in die faszinierende Welt der Wissenschaft. Auf ihrem Spaziergang mit der Maus entdecken die Kinder immer wieder neue Flächen, hinter denen sich ein kleiner Film, ein Spiel oder eine Bastelanleitung verbirgt. Durch anschauliche Experimente und Videosequenzen werden den Kindern auch komplexe Sachverhalte erklärt. In einem digitalen Bastelbuch mit Ratschlägen zum Nachbauen und Ausprobieren werden die zu behandelnden Themen (bei «Löwenzahn 4» zum Thema Mensch, Weltall, Raumfahrt und Brücken) nochmals aufgegriffen, so dass die Kinder animiert werden, ihre Tätigkeiten auch neben dem Computer weiterzuführen. In einem Weltraumabenteuerspiel geht es darum, Fotos von Planeten zu schiessen, und für ganz Wissensdurstige steht ein nach Themen geordnetes Minilexikon zur Verfügung.

20 Tipps zur Berufswahl Berufswahl Vorbereitung Ab 7. Schuljahr Seit vielen Jahren das praxisbewährte Standardlehrmittel für den Berufswahlunterricht an den Oberstufen der deutschsprachigen Schweiz. Erwin Egloff, Berufswahl Vorbereitung, Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, 12., überarbeitete Ausgabe 2000, A4, 176 Seiten, farbig illustriert, Ordner. Schulpreis Fr. 59.–, Ladenpreis Fr. 74.– Artikel-Nr. 28.502.04

Die Planungshilfe zum «Elternratgeber Berufswahl» Erwin Egloff, 20 Tipps zur Berufswahl, Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, A4, 6 Seiten, gefalzt, farbig illustriert. Schulpreis Fr. 1.50, Ladenpreis Fr. 2.80 Artikel-Nr. 28.503.06

Berufswahl Tagebuch Ab 7. Schuljahr Das Arbeitsheft zum Lehrmittel «Berufswahl Vorbereitung». Ausgezeichnet mit dem «Worlddidac Award 1998» und der «Goldenen Schiefertafel 1999». Erwin Egloff, Berufswahl Tagebuch, Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, 15. Ausgabe 2000, A4, 96 Seiten, farbig illustriert, broschiert.

Beachten Sie den Bestellschein auf Seite 22

Elternratgeber Berufswahl Informationen und Arbeitshilfen zur Berufswahl, Schulwahl und Laufbahn der Jugendlichen. Erwin Egloff, Elternratgeber Berufswahl, Lehrmittelverlag des

Schnupper-Set Ab 7. Klasse Das neue Schnupper-Set bietet hierfür eine Fülle an Informationen, Tipps, Anregungen und Materialien wie: Checklisten zur Vorbereitung von Schnupperlehren, Arbeitsblätter zum Festhalten eines Tagesablaufes, Fragebogen zum Beruf, Beurteilungsbogen für SchnupperlehrVerantwortliche und vieles mehr. Ein unentbehrliches Hilfsmittel für Schnupperlehrlinge, Eltern und Lehrbetriebe. Die Unterlagen wurden so konzipiert, dass sie sich für den Einsatz in der ganzen Schweiz eignen. Herausgeber: Zentralstelle für Berufs- und Laufbahnberatung des Kantons Bern, Berner Lehrmittel- und Medienverlag, 10 S. und 8 Kopiervorlagen für Arbeits- und Auswertungsblätter, Format A4. Fr. 7.– Artikel-Nr. 28.507.00


12 • 2000

Berufswahl Werkstatt Ab 7. Schuljahr Wohl kaum ein anderes Thema verlangt so viel individuelles Eingehen auf die aktuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler wie die Berufswegvorbereitung – wohl kaum eine andere Methode eignet sich so gut für individualisierenden Unterricht wie eine Lernwerkstatt. Damit ist schon fast alles gesagt. Die Lernwerkstatt mit den 30 Posten lässt sich dem Stand der Klasse sowie dem Stand einzelner Schülerinnen und Schüler individuell anpassen. Die Reihenfolge der Posten kann durch die Jugendlichen selbst bestimmt werden. Die Werkstatt behandelt Themenkreise wie: Berufseinteilungen, Berufe im Wandel, Modeberufe, Frauen- und Männerberufe, Selbstporträt, Neigungen und Fähigkeiten, Berufsporträts, Bewerbung, Lebenslauf, Vorstellungsgespräch, Lehrvertrag usw. Sie deckt damit ohne zusätzliche Lehrmittel die wichtigsten Felder der Berufswegvorbereitung ab. Die Sozialformen bei der Bearbeitung der Posten sind dem jeweiligen Thema angepasst. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit ist allein oder in Partnerarbeit am besten möglich, von erarbeiteten Sachinformationen kann die ganze

Klasse profitieren, über Werte lässt sich in einer Kleingruppe gut diskutieren. Entsprechend lassen sich die einzelnen Resultate unterschiedlich weiterverwenden, z.B. können sie im persönlichen Berufswahlordner gesammelt, in der Gruppe besprochen, an einer Pinwand aufgehängt oder der Klasse vorgestellt werden. Ob die Werkstatt in kompakter Form oder über einen längeren Zeitraum verteilt eingesetzt wird, ist von der einzelnen (Klassen)Lehrkraft, vom Klassenkonvent oder allenfalls vom ganzen Kollegium zu entscheiden. Berufswegvorbereitung steht an der Schnittstelle von Schule und Betrieben bzw. Institutionen, die die Schülerinnen und Schüler nach der ersten Wahl übernehmen. Dies muss den Jugendlichen durch Unterricht ausserhalb des Schulzimmers (trotz Werkstattarbeit) immer wieder bewusst gemacht werden. Ruedi Meier, Berufswahl Werkstatt, sabe 1998, 180 Seiten, A4, Kartonmappe mit Loseblättern. ISBN 3-252-08322-1 Fr. 68.– Artikel-Nr. 34.510.06

Berufswahlbuch mit Berufekatalog 2000/2001 Berufswahlbuch und Berufekatalog richten sich primär an Jugendliche, die vor ihrer ersten Berufswahl stehen. Sie bieten ihnen in direkter Art und Weise Hilfestellungen im Informationsdschungel an. Das Berufswahlbuch vermittelt anhand von 22 Berufsfeldern viele allgemeine Informationen, stellt Berufe im charakteristischen Umfeld dar und verweist darüber hinaus auch auf Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Im Berufekatalog

Beachten Sie den Bestellschein auf Seite 22

SERVICE

21


SERVICE

12 • 2000 sind alle berufskundlichen Informationen über praktische alle in der Schweiz erlernbaren Berufe zu finden – ebenfalls gegliedert in die 22 Berufsfelder. Beide Titel wurden inhaltlich vollständig überarbeitet und mit einem neuen, attraktiven Layout versehen. René Zihlmann, Berufswahlbuch mit Berufekatalog 2000/2001, Sabe, 5. Auflage 1999, 2 Bände, 167 bzw. 192 Seiten, broschiert (in praktischer Plastikhülle). ISBN 3-252-08332-9 Fr. 56.– Artikel-Nr. 2422

Wegweiser zur Berufswahl Die Jury ehrte das mit der goldenen Schiefertafel ausgezeichnete Werk folgendermassen: «Ein handliches, aufgrund wesentlicher Bedürfnisse der Praxis konzipiertes und auf den selbstständigen und bildenden Schülergebrauch ausgerichtetes Lehrmittel.» Es führt Oberstufen-

schülerinnen und -schüler dazu, sich entscheidende Dimensionen der 20 wichtigsten Berufsgruppen bewusst zu machen, und hilft ihnen, in einem altersgemäss wichtigen Prozess der Klärung und Selbsteinschätzung ein angemessenes Berufsfeld zu finden. Der Wegweiser erfüllt somit seine Aufgabe und ist dank zahlreicher Arbeitsblätter und durchdachter Fragebogen sowie praxisbezogener Zusatzinformationen ein bewährtes Unterrichtsmittel, das in ers-ter Linie dem Schüler, aber ebenso den Lehrkräften und Eltern mehr als nur gerade «erste Hilfe» leistet.

Reinhard Schmid, Claire Barmettler, Wegweiser zur Berufswahl, S&B Institut für Berufsund Lebensgestaltung AG, aktualisierte 9. Auflage 1999, 94 Seiten, A4, broschiert. Fr. 18.–

Bestellschein Ich bestelle gegen Rechnung Name

Anzahl

Titel

Artikel-Nr.

Vorname Adresse PLZ/Ort Unterschrift Die Lieferung erfolgt per Post und mit Rechnung. Für Porto und Verpackung wird bei Bestellungen unter Fr. 40.– ein Zuschlag von Fr. 5.– erhoben. «Bildung Schweiz • Thema», Medienservice, c/o BLMV, Güterstrasse 13, 3008 Bern A4 Fax 031 380 52 10

22


SERVICE

12 • 2000

23

«Goldene Schiefertafel» Auszeichnungen für Lehrmittel mit wirtschaftskundlichem Inhalt

An der 29. Generalversammlung des Vereins «Jugend und Wirtschaft» übergab Präsident Peter Schmid, alt Erziehungsdirektor des Kantons Bern, am 5. Juni 2000 in Olten die «Goldene Schiefertafel 2000» für hervorragende wirtschaftskundliche Lehrmittel. Das Kuratorium des Vereins hat auf Antrag der deutschsprachigen Jury folgendes Werk mit der «Goldenen Schiefertafel» ausgezeichnet:

Die goldene Schiefertafel

und die natürlichen Gegebenheiten in den wichtigsten Regionen ausserhalb Europas. Das Buch ergänzt so ein früheres Werk, das sich auf Europa konzentrierte. Bei der Darstellung der Lebensräume ist es der Autorin gelungen, sich auf wesentliche Besonderheiten einzelner Regionen zu beschränken und diese Besonderheiten exemplarisch zu behandeln. So wird die Entwicklung von traditioneller Landwirtschaft zum Agrobusiness anhand der USLandwirtschaft aufgezeigt, am Beispiel des Kaffeeanbaus in Lateinamerika wird gleichzeitig erklärt, wie eine Warenterminbörse funktioniert, oder es wird der Umgang der Japaner mit den Gefahren von Erdbeben vorgestellt. Der Anteil an wirtschaftskundlichen Informationen und Fragestellungen ist dabei erfreulich gross. In einem zweiten Teil werden die natürlichen Grundlagen wie Klima oder Tektonik beschrieben.

Astrid Kugler: Die Erde, unser Lebensraum, 1999, 336 Seiten, Fr. 42.40 (Einzelverkauf), Fr. 27.50 (Schulpreis). Interkantonale Lehrmittelzentrale und Kantonaler Lehrmittelverlag Zürich. Das Werk informiert über Lebensräume der Menschen

Im abschliessenden dritten Teil stellt die Autorin die grossen sozialen und ökologischen Herausforderungen der Gegenwart dar. Dabei kommt die globale Verflechtung der Wirtschaft genauso zur Sprache wie der Einfluss der Menschen auf das Klima oder die Tatsache, dass mehr Menschen mehr Nahrung brauchen. Kontroverse Fra-

gen wie beispielsweise Nutzen und Gefahren der Gentechnologie werden dabei auch kontrovers behandelt. Das Werk ist für Lernende der Sekundarstufe I sehr gut verständlich. Es ist reich mit Fotos, Grafiken, Karten oder auch erklärenden Zeichnungen und einigen Comic-Ausschnitten illustriert. Quellentexte aus Zeitungen oder anderen Publikationen sowie zusätzliche Informationen und Hinweise für besonders interessierte Schülerinnen und Schüler runden das Angebot ab.

gramm ca. 8 Stunden, Fr. 79.– (Einzellizenz), Fr. 590.– (Klassenlizenz).

Empfohlen

Arbeitsgemeinschaft für Gruppenarbeit Geografie: Erich Aebi, Karl Bolleter, Alberto Brun del Re, Urs Rigo, Werner Thöny: Indien. Verlag der Sekundarlehrerkonferenz des Kantons Zürich, 1999, 91 Seiten, Fr. 43.–, ab 3 Expl. Fr. 36.–.

Das Prädikat «Empfohlen» sprach die Jury folgenden vier Werken zu: Werner Kolb, Monika Wyss, Walter Mahler: Volkswirtschaftslehre (Grundlagen/Arbeitsheft/CD-ROM). Bildung Sauerländer, 1998–1999, Grundlagen: 126 Seiten, Fr. 29.–/Arbeitsheft: 89 Seiten, Fr. 18.–/CD-ROM: Lernpro-

Andreas Blaser, Peter Egger, Roland Gehrig, Daniel Hurter, Hanspeter Maurer, Rudolf H. Strahm, Heini Tischhauser: Mensch – Wirtschaft – Politik. Bildung Sauerländer 1999, 383 Seiten, Fr. 36.–/ 128 Seiten (Materialien und Lösungsvorschläge), Fr. 59.–. Peter Schnider: Grosse Projekte, fette Gewinne und grandiose Pleiten. Comenius Verlag 1998, 112 Seiten, Fr. 28.–.

Jugend und Wirtschaft Alte Landstrasse 6 8800 Thalwil Telefon 01 772 35 25 Fax 01 772 35 27 www.jugend-wirtschaft.ch info@jugend-wirtschaft.ch


Impressum

A THEM

«Bildung Schweiz» erscheint monatlich, «Bildung Schweiz • Thema» erscheint zweimonatlich; 145. Jahrgang der Schweizer Lehrerinnen- und Lehrerzeitung (SLZ)

Herausgeber/Verlag Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) • Beat W. Zemp, Zentralpräsident, Erlistrasse 7, 4402 Frenkendorf E-Mail: bwzemp@datacomm.ch • Urs Schildknecht, Zentralsekretär E-Mail: schildknecht@lch.ch • Anton Strittmatter, Leiter Pädagogische Arbeitsstelle LCH, Oberstadt 25, 6210 Sursee E-Mail: a.strittmatter@mail.tic.ch • Walter Herren, Präsident Medienkommission, Kreuzwegacker 18, 3110 Münsingen E-Mail: w.herren@bluewin.ch Zentralsekretariat/Redaktion: Ringstrasse 54, Postfach 189, 8057 Zürich Telefon 01 315 54 54 (Mo bis Do 7.30 bis 9.00 und 13.00 bis 17.00 Uhr, Fr bis 16.30 Uhr) Fax 01 311 83 15, E-Mail: lchadmin@lch.ch

Redaktion BILDUNG SCHWEIZ

Zwischen «megageil» und «supercool» Sexualität in der Schule – eine pädagogische Knacknuss

• Heinz Weber (hw.), Verantwortlicher Redaktor E-Mail: lchredaktion@lch.ch • Peter Waeger, (wae), Layout E-Mail: lchlayout@lch.ch

Redaktion BILDUNG SCHWEIZ • THEMA • Hermenegild Heuberger (HKH), Verantwortlicher Redaktor und Geschäftsführer Ober-Schachenmatt, 6133 Hergiswil b. Willisau E-Mail: hheuberger@bluewin.ch Telefon 041 979 00 10; Fax 041 979 00 05 • Daniel V. Moser-Léchot (DVM), Textredaktion, Steigerweg 26, Postfach 194, 3000 Bern 32 E-Mail: dvmoser@bluewin.ch

Internet www.lch.ch www.bildungschweiz.ch Alle Rechte vorbehalten.

Abonnemente/Adressänderungen Zentralsekretariat LCH, Postfach 189, 8057 Zürich, Telefon 01 315 54 54, E-Mail: lchadress@lch.ch Für Aktivmitglieder des LCH ist das Abonnement von BILDUNG SCHWEIZ inklusive BILDUNG SCHWEIZ • THEMA im Verbandsbeitrag enthalten. Schweiz Ausland Jahresabonnement Fr. 88.– Fr. 148.– Studierende Fr. 60.– (Einführungspreise für das Jahr 2000) Einzelexemplare:Einzelhefte • BILDUNG SCHWEIZ • BILDUNG SCHWEIZ • Thema jeweils zuz. Porto/Mwst. *ab 5 Exemplaren halber Preis

Fr. 12.–* Fr. 12.–*

Dienstleistungen Bestellungen/Administration: Zentralsekretariat LCH E-Mail: lchadress@lch.ch LCH-Dienstleistungen/Reisedienst: Martin Schröter E-Mail: lchadmin@lch.ch

Inserate/Druck Inserate: Zürichsee Zeitschriftenverlag, 8712 Stäfa Telefon 01 928 56 11, Fax 01 928 56 00 Postscheckkonto 80-3-148 Verlagsleitung: Bruno Wolf E-Mail: bwolf@zsm.ch Anzeigenverkauf: Martin Traber E-Mail: mtraber@zsm.ch Druck: Zürichsee Druckereien AG, 8712 Stäfa ISSN 1424-6880

Die Sexualpädagogik ist ein brennendes Thema auf allen Schulstufen, eine richtige «Knacknuss» für Lehrpersonen, SchülerInnen und Eltern. Früher war die Sexualaufklärung Sache der Eltern. Doch die Schule von heute kommt immer mehr mit den Fragen von Kindem und Jugendlichen zu Sexualität in Kontakt. Zudem nimmt die sexualisierte Gewalt ständig zu und findet gar in unseren Schulen statt, so dass das Thema in der Bildungsarbeit nicht mehr länger marginalisiert werden kann. Kein Problem, könnte man meinen. Sexualität ist im Alltag von Kindem und Jugendlichen allgegenwärtig, sei es in ihrer Umgangssprache oder in den Medien. Homosexualität, Vergewaltigung, Verhütung, AIDS: betont locker und «supercool» nehmen Kinder und Jugendliche diese Ausdrücke in den Mund. Der Schein täuscht, korrektes Wissen und eindeutige Informationen sind bei Jugendlichen oft erschreckend rar. Über Ängste, Sehnsüchte und Unsicherheiten zu reden fällt ihnen begreiflicherweise schwer. Und wie findet man

als Lehrerin oder als Lehrer den richtigen Ton oder auch den richtigen Moment, um mit Kindern und pubertierenden Jugendlichen über Sexualität zu diskutieren? An diesem Punkt sieht denn auch das Institut für Sexualität (ISP) in Uster seine Aufgabe. Speziell für den Schulbereich hat das ISP neue pädagogische Konzepte entwickelt. Es will Impulse geben und Lehrpersonen ermutigen. Die Institutsleiterin Esther E. Schütz (Sexualpädagogin/Primarlehrerin) und der Institutsleiter Heinz Jufer (Dr. phil., Psychologe/Sekundarlehrer) bieten zusammen mit erfahrenen Fachleuten eine breite Palette von Weiterbildungskursen an: Neue Ideen für Projektwochen, Klassengespräche über Sexualität, Sexualpädagogik in multitkulturellen Klassen, Einführung in die Arbeit mit dem Lehrmittel «Sexualität und Liebe» – Praxis der Sexualpädagogik … Auskünfte und Programme: Institut für Sexualpädagogik ISP, Brauereistrasse 11, 8610 Uster Tel. 01 940 22 20, Fax 01 940 22 25, E-Mail: isp.uster@bluewin.ch


SERVICE

12 • 2000

25

«Zünder», «Lumina und Pangolin» Lehrmittelpreis «Blauer Planet»: zwei preisgekrönte Unterrichtsmaterialien

Zum ersten Mal hat die Stiftung Bildung und Entwicklung dieses Jahr den Lehrmittelwettbewerb «Blauer Planet» durchgeführt. Mit insgesamt 10 000 Franken werden Unterrichtsmaterialien ausgezeichnet, die das Globale Lernen fördern und unterstützen. Es ist vorgesehen, den Wettbewerb künftig alle zwei Jahre auszuschreiben.

Der erste Preis von 8000 Franken wurde dem Lehrmittel «Zünder» zugesprochen, einer attraktiv gestalteten Publikation in Zeitungsformat, die aktuelle Themen des Globalen Lernens aufgreift, wie Nachhaltigkeit, Krieg und Konflikte, Migration und Multikulturalität. Besonders positiv vermerkte die Jury, dass der «Zünder» dank des sechsmal jährlichen Erscheinens immer zeitgemäss ist, dass die Informationen reichhaltig und konzentriert sind und Bezug auf das Geschehen in der Schweiz nehmen. Der «Zünder» richtet sich an Jugendliche vom 10. Schuljahr an. Den zweiten Preis von 2000.– Franken erhielt das Bilderbuch «Lumina und Pangolin» für Kinder im 4. bis 6. Schuljahr. Es erzählt die Geschichte eines mutigen Jungen aus Afrika, der es mit Hilfe eines klugen Schuppentiers wagt, die Übeltaten des bösen Krokodilkönigs öffentlich anzuprangern. Um sein Leben zu retten, muss Lumina ins Exil flüchten. Auf der ergänzenden CD ist die Geschichte in Deutsch und «Schwyzerdütsch» mit passenden afrikanischen Musik-

stücken zu hören, und im Begleitheft finden sich anregende Unterrichtsvorschläge. Die Jury würdigte die einfühlsame Aufbereitung der Geschichte zwischen Traum und Realität, die für Kinder viele Identifikationsmöglichkeiten bietet. Der Preisverleihung war ein aufwändiges Evaluationsverfahren vorausgegangen. Je zwei Evaluatorinnen oder Evaluatoren erprobten die insgesamt 23 eingereichten und für den Wettbewerb zugelassenen Lehrmittel in ihrem Unterricht und beurteilten sie nach den Kriterien für Globales Lernen. Auf der Basis dieser ersten Evaluation nahm die Jury, die sich aus sieben pädagogischen Fachleuten zusammensetzte, die endgültige Auswahl vor. In der Beurteilung wurden inhaltliche Merkmale (wie etwa das Aufzeigen weltweiter Zusammenhänge, das Bewusstmachen eigener Vorurteile oder inhaltliche Zuverlässigkeit), didaktische Kriterien (Eignung für die angesprochene Zielgruppe, fächerübergreifende Einsatzmöglichkeiten u.ä.) sowie Benutzerfreundlichkeit berücksichtigt.

Die beiden ausgezeichneten Lehrmittel können bei der «Stiftung Bildung und Entwicklung» in Bern (Telefon 031 389 20 21, Fax 031 389 20 29) oder Zürich (Telefon 01 360 42 32, Fax 01 360 42 33) bezogen werden.


SERVICE

12 • 2000

26

Reisen und Tourismus Im Programm «Travel and Tourism Business» (TTBiz) erarbeiten sich Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren am Beispiel der Tourismusbranche wirtschaftliche Kompetenzen, lernen verschiedene Berufe kennen und nutzen das Internet als Ressource. Pilotklassen sind gesucht.

Reisen und Tourismus ist in der Schweiz traditionell ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig. Jede und jeder hat schon positive Erfahrungen damit gemacht: Ferienreisen, Schulreisen, Ausflüge, Wanderungen usw. Zudem ist die Reise- und Tourismusbranche die am schnellsten wachsende der Welt und bietet Jugendlichen eine Vielfalt von interessanten Möglichkeiten bei der Berufswahl. «Junior Achievement Switzerland» startet mit «Travel and Tourism Business» im kommenden Schuljahr ein Programm, das unter dem Oberthema Reisen und Tourismus eine Vielzahl von persönlichen, sozialen und fachlichen Lerninhalten handlungsorientiert miteinander verknüpft.

Ernen VS Komf. Maisonette-Whg. noch frei, 15.7.–12. 8. 2000. 5 Zi./9 B., Miete Fr. 118.– pro Tag. Max. 6 Pers., jede weitere Person Fr. 8.– pro Tag, inkl. NK. Eigene Parkplätze, Fr. 3.– pro Tag u. Auto. Wofa / Josef von Flüe 6060 Sarnen, Tel. u. Fax 041 660 26 12

Bei «Travel and Tourism Business» (TTBiz) lernen Jugendliche die lokale und globale Reise- und Tourismusbranche kennen. Sie erfahren, wie ein Dienstleistungsunternehmen gegründet und geführt wird, dessen Kunden andere Unternehmen der Branche oder Reisende und Touristen sind. Die Jugendlichen und die Lehrpersonen können Partnerschaften mit anderen teilnehmenden Schulen bilden, so dass die Schülerinnen und Schüler wertvolle Erfahrungen im Austausch mit Klassen aus anderen Ländern und Kulturen machen können. Das ganze Programm ist über Internet zugänglich. Die Nutzung der Website von TTBiz macht die Schülerinnen und Schüler vertraut mit dem Internet als Ressource. TTBiz besteht aus zehn Lektionen und ist als Programm sehr flexibel. Das Material wurde erfolgreich mit Klassen der Sekundarstufe und mit Studienanfängern getestet. Es kann von Schülerinnen und Schülern ab 14 Jahren verwendet werden, wobei die Lehrperson das Niveau der Komplexität auf das Alter und die Erfahrung der Schüler abstimmen kann. So ist TTBiz für alle Schulstufen geeignet.

HE N M I T L U S T U N D F R E U D E KO C Als Störköchin begleite ich Sie während Ihres Seminars, am liebsten vollwertig vegetarisch

Margrith Mattle 062 751 35 59 / 079 211 33 89

Ski- und Ferienhaus Vardaval

7453 Tinizong GR bei Savognin, 1300 m ü. M. Zweckmässig eingerichtetes Haus für Ferien-, Ski und Klassenlager. Das Haus bietet 60 Schlafplätze in 11 Zimmern an, wovon 6 freistehende Lagerleiter-Betten in Doppelzimmern (mit fliessend Kalt- und Warmwasser). Weiter sind im Haus vorhanden: Duschanlage, Badezimmer, gut eingerichtete Küche für Selbstverpflegung, geräumiger Speisesaal und freundlicher Aufenthaltsraum. Auskunft und Reservation: Schulsekretariat Schwerzenbach, Kornstrasse 9, Postfach 332, 8603 Schwerzenbach, Telefon 01 826 09 70, Fax 01 826 09 71.

«Junior Achievement Switzerland» rechnet damit, dass im Schuljahr 2000/2001 weltweit 600 Klassen TTBiz einsetzen werden. Zur Zeit liegt das ganze Programm-Material in Englisch vor, eine deutsche Version ist in Arbeit. Über Internet kann der öffentliche Teil von TTBiz abgerufen werden unter der Adresse: http://www.ttbiz.org. Dort ist unter anderem eine Beschreibung aller zehn Lektionen zu finden. Der geschützte Teil des Programms ist nur zugänglich, nachdem ein Passwort zugewiesen wurde. Die Lehrperson braucht kein spezielles Wissen über die Reise- und Tourismusbranche. Alle Lektionen sind in sich abgeschlossen und selbsterklärend. Einzelne Themenbereiche werden ergänzt durch den Besuch einer Fachperson (Consultant) aus der Wirtschaft, sodass praktische Erfahrungen aus dem Geschäftsleben in das Programm einfliessen, z.B. wie eine Dienstleistung vermarktet wird oder wozu ein Businessplan dient.

• Mohrenkopfschleuder • Kinderkarussell Ein Spass für Gross und Klein

mit Velo-Antrieb zum selbst aufbauen! Vermietung unserer Spielund Festausrüstung: Schreinerei Ernst Hess Tel. 01 321 33 97


SERVICE

12 • 2000

Die Lektionen Lektion 1: Einführung in «Travel and Tourism Business» und in das weltweite Tourismusgeschäft» Lektion 2: Der lokale Tourismus Lektion 3: Daten benützen, um geschäftliche Entscheidungen zu treffen Lektion 4: Ein Reise-und-TourismusGeschäft üben Lektion 5: Ein Geschäft wählen Lektion 6: Das Geschäft organisieren Lektion 7: Einen Businessplan erstellen Lektion 8: Das Geschäft finanzieren Lektion 9: Kunden finden Lektion 10: Ein Geschäft führen («Student Company»)

dem alle Schülerinnen und Schüler einen persönlichen Bezug haben (jede/ jeder verreist in die Ferien). Von zentraler Bedeutung ist der Praxisbezug. Dieser wird hergestellt durch die Feldarbeit. Einzelne Aufgaben führen die Schülerinnen und Schüler in ihrer Region durch, z.B. eine Umfrage im Tourismusgewerbe. Beim Einsatz von Consultants zu verschiedenen Themenbereichen des Programms kann die Lehrperson Referentinnen und Referenten aus der Wirtschaft beiziehen. Diese schaffen einen direkten Bezug zum Arbeitsalltag und geben einen Einblick in ihre Berufspraxis. «Junior Achievement Switzerland» organisiert dafür eine Gruppe von Fachleuten.

Methodik-Didaktik «Student Company» Jede Lektion hat drei Teile: 1. Klassendiskussion, die auf dem zur Verfügung stehenden Material der Lektion basiert; 2. Feldarbeit, bei der die Schülerinnen und Schüler in ihrer Gemeinde oder Region aktiv sind und 3. Webarbeit, wo die Schülerinnen und Schüler Computer und das Internet benützen, um Informationen zu erhalten, zu verarbeiten und mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern von TTBiz in anderen Ländern und Kulturen zu kommunizieren. Methodisch-didaktisch basiert TTBiz auf dem Modell des handlungsorientierten Unterrichts. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten die Lerninhalte durch gemeinsames aktives Handeln. Die Lehrperson ist dabei ein Lernberater und -begleiter. Das Programm enthält viele Aufgaben, die die Schülerinnen und Schüler selbstständig erledigen können und sollen. Die Motivation zum Lernen entsteht vor allem aus dem Handeln selber und aus dem Thema, zu

Während acht bis zehn Wochen erproben die Schülerinnen und Schüler ihren Businessplan in der Praxis. Ein «Student Company Kit» enthält die dafür nötigen Unterlagen, sodass die Klasse dies im Unterricht eingebettet oder in der Freizeit tun kann. Die «Student Company» ist ein ideales Anschauungsexemplar eines Unternehmens für den betriebswirtschaftlichen Unterricht.

Persönliche, soziale und wirtschaftliche Kompetenzen Auch wenn bei TTBiz Reisen und Tourismus als Thema im Vordergrund steht, liegen die Lernziele auf einer anderen Ebene. Das Programm fördert verschiedene persönliche und soziale Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler sowie ihre wirtschaftliche Kompetenz und Eigenverantwortung. Selbstkompetenzen: Sammeln und auswerten von Informationen, analytisches

und vernetztes Denken, Entscheidungen treffen, darstellen von Informationen, präsentieren, Verantwortung übernehmen, berufliche Orientierung. Sozialkompetenzen: Zusammenarbeiten als Team, Ideen finden und Entscheidungen treffen in einer Gruppe, Arbeitsteilung, Personen befragen. Wirtschaftliche Kompetenzen: Form, Ausmass und Bedeutung der Reise- und Tourismusbranche (lokal und global), Marktanalyse, Organisation, Geschäftsgründung, Businessplan, Finanzierung, Marketing, Buchführung.

Pilotklassen gesucht Das «Travel and Tourism Business»Programm von Junior Achievement Switzerland startet im September 2000 in der Schweiz. «Junior Achievement Switzerland» sucht zurzeit maximal zehn Pilotklassen. Die Teilnahme der Pilotklassen ist kostenlos dank der finanziellen Unterstützung des Programms durch Kuoni Reisen Schweiz. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die Klasse über einen Zugang zum Internet verfügt und Seiten aus dem Internet ausdrucken kann. Im Laufe des Pilotjahres werden die Programminhalte auf Deutsch übersetzt, sodass das Programm auf Deutsch geführt werden kann. Englisch-Grundkenntnisse der Lehrpersonen sind trotzdem erforderlich, bei Schülerinnen und Schülern erwünscht. Für interessierte Lehrerinnen und Lehrer veranstaltet «Junior Achievement Switzerland» nach den Sommerferien einen Orientierungsabend (Mittwoch, 23. August 2000, 17 bis 19 Uhr, Ort noch offen).

Kontaktadresse Junior Achievement Switzerland Löwengasse 15, Postfach 925 4502 Solothurn Telefon 032 621 01 31 Fax 032 621 01 32 E-Mail: info@jaswitzerland.ch Homepage: www.jaswitzerland.ch

27

Verzeichnis von Schulen am Netz (Sek II). Mit Suchmöglichkeit und Online-Meldeformular. Schon mal benutzt?

www.schulweb.ch Der Bildungsserver für Lehrkräfte. Infos aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.


Thema •

12 • 2000

LESEFÖRDERUNG

28

Lesen und schreiben lernen Kurt Meiers: Lesen und schreiben lernen mit dem «Buchstabenschloss»

Die höchste Kunst des Lehrens ist, das in jedem Menschen angelegte Lernen so zu fördern, dass der Lernende in steigendem Masse in allen Bereichen sein Lernen selbst bestimmen, lenken, effektiv gestalten und – hinsichtlich seines Ergebnisses – selbst prüfen kann. Dies hat logisch zur Folge, dass ein Lehrender, der diese Kunst pflegt, darauf hinarbeitet, sich immer mehr zurückzuziehen und am Ende überflüssig zu sein.

Damit ist die zentrale Aufgabe, wie sie Herausgeber und Autorinnen des Leselernwerkes «Das Buchstabenschloss» von Anbeginn an verstanden haben, umrissen; es geht darum, Kindern den Weg zu zeigen, wie sie im Gebrauch der Schrift zu eigener Freude und eigenem Nutzen immer selbstständiger und kompetenter werden können. Alle weiteren Teilaufgaben des Lese-Schreib-Lernprozesses wie Buchstabenkenntnis, Textverständnis, Lesegeschwindigkeit, Sprache verschriften, sich zunehmend an orthografischen Normen orientieren u. a. wurden von dieser zentralen Aufgabe her gesehen und medial gestaltet. Bei der Ausarbeitung der konzeptionellen Grundidee waren aber eine Reihe von Bedingungen zu beachten. So verlangen – die sachlogischen Bedingungen der Buchstabenschrift, dass sie nicht wie eine Bilderschrift gelehrt wird, d.h., das ganzheitliche Lesen der Wörter darf nicht am Anfang stehen,

– die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder die Möglichkeit, von dem Niveau aus weiterzulernen, auf dem das Kind steht, – die differierenden schulpraktischen Erfahrungen der Lehrpersonen ein klar strukturiertes Konzept, das Erläuterungen, Anleitungen, Anregungen, Hilfen und damit Sicherheit gibt, – die vielfältigen Unterrichtsformen ein offenes Konzept, das nicht auf eine Unterrichtsform zugeschnitten ist, – die unterschiedlichen Lebenswelten der Kinder eine Besinnung auf elementare, von allen Kindern erfahrbare Situationen. Im Folgenden sollen drei Fragen im Vordergrund stehen: Wie sieht das Konzept im Einzelnen aus? Wie ist es medial realisiert? Wie kann damit gearbeitet werden?

Wie sieht das Konzept im Einzelnen aus? 1. Die Förderung des selbstgeleiteten Lernens realisiert «Das Buchstabenschloss» dadurch, – dass es die Kinder zwar mit individuellen Hilfen, aber ohne strukturell angelegte Umwege möglichst schnell zur Einsicht in die Funktionsweise der Schrift einführt, – dass die Übungsformen in den Arbeitsheften nach Möglichkeit einfach gehalten werden und sich hinreichend oft wiederholen, – dass Lesen und Schreiben von Anbeginn an gleichzeitig praktiziert werden. Die Vermittlung der Einsicht in die Funktionsweise unserer Buchstabenschrift geschieht in der Weise, dass den Kindern kein Wort (oder gar Satz) zum Lesen vorgegeben wird, sondern dass ih-

nen gezeigt wird, wie unsere Sprache verschriftet wird. Dies geschieht in folgenden vier Schritten: (1) Deutliches Sprechen eines aufzuschreibenden Wortes, (2) Analyse der hörbaren Laute, (3) Notieren der Laute mit Buchstaben, (4) Lesen des geschriebenen Wortes. So werden dem Kind das Verfahren zur Ermittlung der Laute, der dazugehörigen Buchstaben, deren Funktion in Bezug zur Entstehung von Schrift, das Erlesen und die Methode der Kontrolle des Gelesenen (Beweislesen) in einem Zug vermittelt. Hat ein Kind diese vier Schritte verstanden und ist in sie eingeübt, hat es den entscheidenden Schritt zum selbstständigen Erwerb der Leseund Schreibfähigkeit gemacht. Viele Kinder signalisieren ihr Verstandenhaben mit dem Ausruf: «Ach so geht das!» Die Folge ist, dass viele Kinder das Kennenlernen der Buchstaben selbst betreiben. 2. Die Lese- und Schreibfreude fördert «Das Buchstabenschloss» dadurch, – dass auf seine Durcharbeitung in einem für alle gleichen Tempo verzichtet wird, – dass dem Kind sein Lernfortschritt neben der Bestätigung durch die Lehrperson auch an den Materialien selbst (Buchstabenschlüssel, Übergang von Heft 1 zu Heft 2, ...) deutlich wird. In diesem Zusammenhang sollte das Lesebuch nicht primär als Übungsbuch verwendet werden. 3. Der Unterschiedlichkeit der Leselernvoraussetzungen der Kinder trägt «Das Buchstabenschloss» an vielen Stellen Rechnung. – In den Arbeitsheften ermöglicht der Aufbau der linken Seite ein individuelles Lerntempo im Buchstabenlernen, die Aufgaben auf der rechten Seite lassen sich durch Anschlussauf-


Thema •

12 • 2000

LESEFÖRDERUNG

29

gaben in ihrem Anspruchsniveau steigern; – der «Buchstabenschlüssel» ermöglicht das Verschriften von Sprache auf dem individuellen Sprachniveau; – im Lesebuch finden sich bis Seite 29 zusätzliche Texte für Leser, ab Seite 50 sind sowohl inhaltlich als auch sprachlich anspruchsvollere Texte aufgenommen worden; – zahlreiche Kopiervorlagen im Handbuch öffnen Möglichkeiten differenzierter Lernaktivitäten.

– Für jeden Buchstaben ist eine Doppelseite vorgesehen. – Die linke Seite präsentiert den zu lernenden Buchstaben. Ihr gleich bleibender Aufbau erleichtert das selbstständige Lernen – Die rechte Seite orientiert sich an den zuvor eingeführten Buchstaben und enthält grundlegende Übungen zum Aufbau und zur Steigerung des Könnens mit Anschlussaufgaben, die individuell gestaltet werden können.

tung von und mit Buchstaben anregt und damit weitere kognitive Prozesse und ästhetische Aktivitäten provoziert.

4. Lesen und schreiben lernen heisst letztlich geistige Prozesse aufbauen und ihren Ablauf durch Üben automatisieren. Automatisieren heisst die Kleinschrittigkeit und Langsamkeit überwinden. «Das Buchstabenschloss» vermeidet darum jedes vorzeitige Speichern von Wörtern im Sinne des naivganzheitlichen Lesens und fordert das Durchlaufen des komplexen Leseprozesses von der ersten Wahrnehmung bis zur Sinnerfassung.

– Beide Arbeitshefte haben ausfaltbare Teile, auf denen jeweils der halbe «Buchstabenschlüssel» (eine Buchstaben-Laut-Tafel) abgedruckt ist. – In Arbeitsheft 2 sind die im Lehrgang verwendeten Wörter alphabetisch aufgelistet; damit kann in die Technik des Nachschlagens und so in den Gebrauch des Wörterbuchs eingeführt werden. 3. «Der Buchstabenschlüssel» ist das Instrument, mit dessen Hilfe die Kinder Wörter selbst verschriften können, sobald sie die Beziehung von Buchstabe und Laut prinzipiell verstanden haben. 4. Das «Lesebuch» hat viele Funktionen (Näheres siehe im Handbuch). Eine der wichtigsten ist, die Kinder durch die Texte zum Denken zu veranlassen. Darum haben viele Texte «offene» Stellen («Julia denkt nach – lange»), die den Einstieg ins Denken provozieren. Eine weitere ist die Hinführung zur Literatur. Fast alle Textsorten sind vertreten. 5. Der Schreiblehrgang «Buchstaben schreiben und gestalten» (mit Begleitheft) hat die Aufgabe, die Automatisierung der Schreibabläufe zu fördern, um den Verschriftungsvorgang motorisch zu entlasten; es ist ein Übungsheft, das über das Schreiben hinaus zur Gestal-

sachlich kompetenter und pädagogisch einfühlsamer Lehrpersonen entfalten kann, ist die Lehrperson letztlich entscheidend; erst sie bringt die pädagogische und didaktische Konzeption des Lehrwerks u.a. durch Nutzung der im Handbuch enthaltenen Hinweise zum Nutzen der Kinder voll zur Geltung. Gestattet sei abschliessend folgender Hinweis: Leser wird ein Kind auch durch Gewöhnung an das Buch und andere Lesestoffe; darum macht es Sinn, von Anbeginn an im Wochenplan «Buchzeit» einzuplanen, in der sich alle Kinder und die Lehrperson mit einem Buch befassen. Die «Buchzeit» wird, wenn die Kinder lesen können, feierlich umgewandelt in «Lesezeit»; Private und schulische Lektüre sind hier nicht getrennt. Ist das Lesen den Kindern zum Bedürfnis geworden, wäre das wichtigste aller Leselernziele erreicht und die höchste Kunst des Lehrens (s. o.) erfolgreich.

Wie ist das Konzept medial realisiert? «Das Buchstabenschloss» besteht aus fünf Teilen. 1. Das Handbuch will den Lehrerinnen und Lehrern bei der Bewältigung ihrer Aufgaben helfen; es informiert über das Konzept, es entlastet durch kurze Hinweise, Anregungen und Kopiervorlagen und bietet vielfältige praktische Literaturhinweise. 2. Die zwei Arbeitshefte mit beigefügtem erstem Büchlein enthalten alle notwendigen Informationen und Übungen. Sie weisen folgende Besonderheiten auf:

Wie kann mit dem «Buchstabenschloss» gearbeitet werden? Mit ihm kann auf jede Weise gearbeitet werden; keine Unterrichtsform und keine neue Lernform wird von ihm ausgeschlossen. Da aber jedes Lehrwerk seine Intention erst in den Händen

Kurt Meiers ist emeritierter Professor für Schulpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.


Thema •

12 • 2000

LESEFÖRDERUNG • SJW

30

Lesestoff für die Kids von heute

Schon als Kind war vielen das SJW-Heft bekannt. Im neuen Jahrtausend will dieser Verlag wichtige Akzente für die Schule setzen. Gespräch mit Barbara Kürz.

Vor knapp 70 Jahren wurde in Olten das Schweizerische Jugendschriftenwerk gegründet, kurz SJW. Mit Titeln wie «Liebe Sex. Verhüte Aids» und einem innovativen Programm hat der Verlag erfolgreich den Sprung in die Neuzeit geschafft. Die Schweizer Jugend verroht! Diese Warnung ertönt nicht erst, seit es Comics, Brutalo-Videos und Computerspiele gibt. Ab 1920 beispielsweise wird die Schweiz von einer Welle deutscher «Schund- und Schmutzliteratur» überschwemmt: Reisserische Krimis und Abenteuergeschichten mit teilweise deutlich nationalistischen Untertönen. Die Jugendlichen verschlingen die Schundhefte mit Begeisterung. Den Pädagogen stehen die Haare zu Berge. Die Schränke in den Lehrerzimmern ächzen unter der Last der konfiszierten Ware. Abhilfe tut not.

Lehrerverein als Mitgründer Im Jahr 1931 wird das Schweizerische Jugendschriftenwerk SJW ins Leben gerufen. Der Schweizerische Schriftstellerverein beteiligt sich mit 200 Franken am Startkapital, der Schweizerische Lehrerverein gewährt ein zinsloses Darlehen von 1800 Franken. Unter dem Titel «Wie Edison Erfinder wurde» erscheint schon bald das allererste SJW-Heft. Bis heute sind ihm 2100 weitere gefolgt mit einer Gesamtauflage von 47 Millionen.

Leseförderung als Ziel «Leseförderung in allen Landessprachen»: Unter diesem Motto erschliesst der Verlag nach und nach alle Landes-

Rund 300 000 Hefte pro Jahr verkauft

teile. Seit 1941 erscheinen einzelne SJWHefte auch auf Romanisch (und hier wiederum in fünf verschiedenen Idiomen). Dass sich eine romanische Auflage von beispielsweise 700 Exemplaren nicht «lohnt», versteht sich von selbst. Nicht zuletzt dieser Minderheitenpflege ist es allerdings zu verdanken, dass dem SJW der Verkauf der Hefte im Schulhaus erlaubt wurde. Heute sind 200 nebenamtliche Vertriebsleiter in der ganzen Schweiz unterwegs, besuchen die Schulen und nehmen Bestellungen auf. Ehrenamtliche Redaktionskommissionen in den verschiedenen Landesteilen gewährleisten, dass die kulturellen Eigenheiten berücksichtigt werden. Koordiniert wird das alles vom Zürcher Haupsitz aus, in dem nur gerade vier Personen angestellt sind.

Schweizerisches Jugendschriftenwerk SJW SJW Hotzestrasse 28 Postfach 309 8042 Zürich Telefon 01 362 24 00 Fax 01 362 24 07 office@sjw.ch E-Mail Homepage www.sjw.ch

Wer die Verlagsräume an der Hotzestrasse 28 betritt, merkt rasch, dass der SJW trotz seines stolzen Alters keinesfalls von gestern ist. Seit sechs Jahren amtet Barbara Kürz als Verlagsleiterin. Zusammen mit ihrem jungen Team hat sie den SJW-Heften ein neues Erscheinungsbild verpasst und das Programm kräftig ausgebaut. Nach wie vor werden jährlich etwa 300 000 der klassischen SJW-Hefte verkauft. Pro Jahr gibt es rund zwei Dutzend Neuerscheinungen. Daneben hat man in den letzten Jahren eine ganze Reihe neuer Verlagsprodukte lanciert. Da wären etwa die pfiffigen SJW-Bilderbücher im A5-Format. «Für kleine Kinderhände genau richtig», erklärt Barbara Kürz. In der SJW-live-Reihe werden Tabuthemen wie Gewalt, versteckte Armut, Alkoholismus oder Sekten behandelt. Auch für das Jahr 2000 hat man an der Hotzestrasse etwas Neues ausgeheckt. «Wir werden erstmals mit zwei broschierten Büchern für die Mittel- und Oberstufe auf den Markt kommen.» Die Verlagspalette präsentiert sich entsprechend vielseitig. Sie umfasst den «Tausendfüssler Millepede» (ab sechs Jahren) genauso wie den Peter-ZeindlerKrimi «Klick!» (ab 11 Jahren) oder den Sachtitel «Blickpunkt Gene» (ab 13 Jahren). Ein paar wenige Hefte, wie etwa «Barri» von Max Bolliger, sind seit Jahrzehnten im Programm, gehören allerdings nicht zu den aktuellen Rennern. Hier schwingen Titel wie «Dinosaurier in der Stadt» oder «Liebe Sex. Verhüte Aids» obenauf. Das Gespräch erschien auch in der Hauszeitschrift der Fotorotar in Egg ZH, der Druckerei der SJW-Hefte.


Thema •

12 • 2000

LESEFÖRDERUNG • SJW

31

«Retten Sie wenigstens mein Kind» Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges berichten

Zehn Frauen und Männer blicken zurück. Sie haben als Kinder, Studenten, junge Mütter oder Väter den Zweiten Weltkrieg auf unterschiedliche Art miterlebt: Die einen berichten von Ausgrenzung, Verfolgung, Flucht und Neuanfang in der Schweiz. Die andern erzählen vom Alltag in unserem Land während des Krieges: vom Dienst an der Grenze, der Begegnung mit Flüchtlingen. In zehn packenden Porträts erzählen Betroffene aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges ihre persönlichen Erfahrungen. Neben Flüchtlingen berichten eine Fluchthelferin, ein Soldat, ein Student sowie ein Grenzwächter. Die heute betagten Frauen und Männer schildern ihre unterschiedlichen Erlebnisse, die ein trauriges, aber auch ermutigendes Bild dieser Epoche widerspiegeln. Die Berichte, besonders diejenigen von Flüchtlingen und Verfolgten, gehen unter die Haut und lösen Betroffenheit durch die Unmittelbarkeit der Aussagen aus. Da ist zum Beispiel das sechsjährige Mädchen, welches das Konzentrationslager Auschwitz überlebte. Die Mutter war Schweizerin und verlor durch die Heirat mit einem deutschen Juden das Schweizer Bürgerrecht. Sie wurde mit ihrer Familie bei Kriegsausbruch als geborene Schweizerin aus unserem Land ausgewiesen. Der Vater blieb verschollen. Die Mutter kehrte 1945 nach der Befreiung durch die Amerikaner mit den beiden Töchtern und einem unehelichen Sohn in die Schweiz zurück. Der Halbbruder war das Erzeugnis einer Vergewaltigung im KZ. Nach vielen Jahren wird die Erzählerin, das ehemals kleine Mädchen, erneut mit ihrer schicksalhaften Vergangenheit konfrontiert... Monika Fischer hat es verstanden, die persönlichen Gespräche mit den Betroffenen mit grossem Feingefühl aufzu-

zeichnen. Sie schreibt dazu im Vorwort: «Eindrücklich waren für mich auch die zeitgleichen Lebenserfahrungen in der Schweiz. Während ausserhalb der Grenzen Millionen von Menschen auf der Flucht waren oder umgebracht wurden, nahm der Alltag in unserem Land mehr oder weniger seinen Gang. Neben der Angst vor einem möglichen Übergreifen des Krieges auf die Schweiz standen Berufslehre, Studium, Militärdienst, Heirat und Geburt der Kinder im Mittelpunkt. Was Krieg und Verfolgung wirklich bedeuten, konnten sich die wenigsten vorstellen.» s j w vo n @ b i s Z e t t 2

Monika Fischer

«Retten Sie wenigstens mein Kind»

Z e i t ze u ge n d e s Z we i t e n We l t k r i e ge s b e r i c h t e n

«Retten Sie wenigstens mein Kind» Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges berichten Monika Fischer, Text und Porträtfotos 14 x 21 cm, broschiert, 64 Seiten mit Fotos Bestell-Nr.: @-Zett 2 ISBN-Nr. 3-7269-1002-6 Fr. 12.80 Schulpreis Fr. 9.80

Die Erfahrungen dieser Zeitzeugen sind aktuell wie eh und je. Ihre Schicksale sind vergleichbar mit denjenigen aus der heutigen Zeit: Nach wie vor gibt es Krieg, werden Frauen vergewaltigt und mit ihren Männern und Kindern aus der Heimat vertrieben. «Deshalb gehen die Erlebnisse der zehn betagten Menschen uns auch heute etwas an» (Monika Fischer). Ein wichtiges Buch für Jugendliche und Erwachsene. B.K.

«von @ bis Zett» – neue Reihe von SJW SJW lanciert eine neue Reihe von broschierten Büchern zu Themen, die Jugendliche und Erwachsene interessieren. Zwei Titel erscheinen in diesem Sommer. Geheimnisvolle Lichter in der Nacht, Ausserirdische, die Menschen entführen, Fliegende Untertassen in der Bibel – UFOs! Das Buch zeigt, was von solchen Gerüchten, Zeitungsmeldungen und alten Legenden zu halten ist und wie man damit umgehen kann. «UFOs! Fragen, Rätsel, Erklärungen» Bruno Deckert, Dieter Sträuli, Raphael Volery 14 x 21 cm, broschiert, 64 Seiten Bestell-Nr.: @-Zett 1 ISBN-Nr. 3-7269-1001-8 Fr. 12.80 Schulpreis Fr. 9.80


Thema •

12 • 2000

LESEFÖRDERUNG • SJW

32

Neuheiten Sommer 2000 Die neuen «SJW»-Hefte bieten ein breites Spektrum an Lesespass. Ein Überblick zeigt die Höhepunkte. Beachten Sie den Bestelltalon.

SJW-Bücher SJW gibt seit einigen Jahren preisgünstige, farbige Bilderbücher für das erste Lesealter heraus. Mit den diesjährigen Neuerscheinungen sind bereits 17 Bücher erschienen – sorgfältig gestaltet und gebunden.

Das schönste Lied Max Bolliger Jindra C˘apek Unterstufe SJW-Buch, 32 Seiten 16 Farbabbildungen

Der grüne Elefant Franz Hübner Eugen Sopko Unterstufe SJW-Buch, 32 Seiten 14 Farbabbildungen

ISBN-Nr. 3-7269-0015-2

ISBN-Nr. 3-7269-0016-0

Bestell-Nr. B15 Schulpreis

Fr. 12.80 Fr. 9.80

Am siebten Tag wusste der Vogelsänger kein Lied mehr. «Es ist zum letzten Mal», dachte er und spielte sein eigenes Lied.

Bestellschein Name

Bestell-Nr. B16 Schulpreis

Das Tal im Nebel Arcadio Lobato Unterstufe SJW-Buch, 32 Seiten 16 Farbabbildungen ISBN-Nr. 3-7269-0017-9

Fr. 12.80 Fr. 9.80

Weil er andersfarbig war, wollten viele Tiere nicht mit ihm spielen. Doch als die Steppe brannte und alle um ihr Leben rannten, hatte der Elefant die rettende Idee.

Ich bestelle gegen Rechnung zum Schulpreis Anzahl

Titel

Bestell-Nr. B17 Schulpreis

Fr. 12.80 Fr. 9.80

Die Bewohner des Nebeltals haben den Alten aus der Stadt gejagt. Es gebe jenseits der Berge Sonne und eine andere Welt. Dieser Narr! Aber Stefan ist überzeugt, dass sein Grossvater Recht hat.

A1 T

Artikel-Nr.

Vorname Adresse PLZ/Ort Unterschrift

Die Lieferung erfolgt per Post und mit Rechnung. Mindestbestellwert Fr. 15.– plus Fr. 5.– für Porto und Verpackung. Fax-Bestellungen an: SJW, Hotzestrasse 28, Postfach 309, 8042 Zürich Fax 01 362 24 07


12 • 2000

Thema •

LESEFÖRDERUNG • SJW

33

SJW live In der Reihe «SJW live» werden schwierige und aktuelle Themen wie Gewalt, Suchtprobleme, Armut in der Schweiz usw. behandelt. Texte, die zum Nachdenken und Diskutieren anregen: allein, zusammen mit andern Kindern, in der Familie oder in der Schule.

Werken mit Schachteln und Papier Valerie Wirz Beat Sigel Reihe: Werken Unterstufe Bestell-Nr. 2144 Fr. 5.90 Schulpreis Fr. 4.90 Ein Heft mit 20 Überraschungs-, Geschenk- und Spielideen. In klaren Zeichnungen werden die einzelnen Arbeitsschritte gezeigt.

Der Drache Triturus Markus Fricker Reihe: Erstes Lesealter Unterstufe farbig illustriert Bestell-Nr. 2145 Fr. 5.90 Schulpreis Fr. 4.90 Keiner will ihr glauben, was sie gesehen hat. Doch Marisa ist sich ihrer Sache ganz sicher: Es war ein Drache!

Känguru Didu Janine Bruneau Fabrice Mosca Reihe: Erstes Lesealter Unterstufe farbig illustriert Bestell-Nr. 2146 Fr. 5.90 Schulpreis Fr. 4.90 Dass auf Tränen Freudensprünge folgen können, erlebt der kleine Didu an seinem ersten Tag in der Känguruschule. Übersetzung: Hanna Burkhardt

Gratis für die Schule SJW gibt für die Eltern einen Prospekt in mehreren Sprachen heraus, in dem die Idee und die Schulpreise des Verlages vorgestellt werden (BestellNr. 90 008). Lehrpersonen können das farbige Gesamtverzeichnis (Bestell-Nr. 90 000) für alle Schüler und Schülerinnen kostenlos beim Verlag bestellen.

Runa – ein Bärenkrimi Felix Schröter Reihe: Krimi Mittelstufe Bestell-Nr. 2143 Fr. 5.90 Schulpreis Fr. 4.90 Aus dem Freigehege ist die Braunbärin verschwunden. Die Vermutung einer Entführung wird zur Gewissheit. Aber wer sind die Täter und wo ist Runa? Mit einem Sachteil Braunbären.

zum

Daulas Geheimnis – eine Geschichte aus der Jungsteinzeit Anita Siegfried Verena Pavoni Mittelstufe Bestell-Nr. 2147 Fr. 5.90 Schulpreis Fr. 4.90 Der Streit droht, das Dorf zu entzweien. Die Dorfältesten beraten, was zu tun sei. «Die Fremden sind schuld daran», meint einer. «Warum sind sie hierher gekommen?» «Es ist die Axt», sagt die

Grossmutter. «Sie hat uns Unglück gebracht.» «Daulas Geheimnis» ist das langerwartete Nachfolgeheft für die «Pfahlbauer am Moossee»

Familienkrach Margrit Keller Mittelstufe, SJW live 32 Seiten, farbig Bestell-Nr. 2148 Fr. 5.90 Schulpreis Fr. 4.90 Was machst du, wenn deine Eltern sich zanken, wenn sie dich schlagen oder wenn du sonst Gewalt erlebst? Weisst du, dass Eltern ihre Kinder, auch wenn sie ungehorsam sind, nicht schlagen dürften? Kinder einer vierten Klasse in Zürich haben während eines Jahres zum Thema Streit immer wieder gezeichnet und gemalt. Margrit Keller hat mit ihnen die Zeichnungen angeschaut und mit jedem darüber gesprochen. Zuerst war das schwierig für sie. Aber dann haben sie gemerkt, dass sie nicht allein sind mit ihren Erlebnissen und dass es gut ist, mit andern über ihre Gefühle zu reden.


Thema •

12 • 2000

SPIEL UND SPORT

34

Spielen nach Lust und Laune Schweizer Spielmesse 2000 in St. Gallen

Vom 6. bis 10. September 2000 öffnet die Schweizer Spielmesse, 10. Internationale Spiel- und Spielwarenmesse St. Gallen, ihre Tore. Das Gelände der Olma Messen St. Gallen wird für fünf Tage zum Mekka für alle Spielbegeisterten, wo nach Lust und Laune phantasievoll gespielt, ausgiebig getestet und kreativ gebastelt werden kann. Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal sind während der ersten drei Messetage wiederum eingeladen, an den verschiedenen, actionreichen Spielund Workshops teilzunehmen.

Die Schweizer Spielmesse zeigt einen repräsentativen Querschnitt aus dem aktuellen Angebot der Spielwarenbranche und der Spieleverlage sowie aus den Bereichen Modellbau, Basteln und kreatives Gestalten. Die Angebotspalette ist breit und reicht von traditionellen Spielwaren bis zur neusten Generation von Elektronikspielen, von Angeboten im klassischen Modellbau bis zu den Computer-Games.

Datum / Öffnungszeiten Die Spiel- und Workshops für Schulklassen finden während der ersten drei Messetage statt: Mittwoch, 6.9., bis und mit Freitag, 8.9.2000, vor- und nachmittags. Die Schweizer Spielmesse ist am Mittwoch, Donnerstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr sowie Freitag und Samstag von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Handwerk, aber auch der pädagogische Aspekt des (Sich-Kennen-)Lernens bei der Teilnahme sinnvoll ineinander fliessen. Die Spiel- und Workshops werden in der Regel von Fachleuten betreut und sind während der ersten drei Messetage vornehmlich für Schulklassen reserviert. Natürlich hat die Schweizer Spielmesse noch zahlreiche andere Höhepunkte und Leckerbissen zu bieten, die so manches Kinderherz höher schlagen lassen. Jemanden zu einem Spiel herausfordern, in virtuellen Welten als Märchenheld finstere Bösewichte überlisten, mit Holzklötzen hohe Türme bauen, Seifenkisten fahren, jonglieren, schnelle Flitzer über Rennbahnen lenken, Lokführer spielen und vieles andere mehr: Die kunterbunte Welt des Spiels – spannendes und faszinierendes Abenteuer für Schülerinnen und Schüler, aber auch für Lehrerinnen und Lehrer.

Spiel- und Workshopangebot für Schulklassen

Weitere Informationen

Die Schweizer Spielmesse hat zusammen mit Ausstellern wiederum ein vielseitiges Spiel- und Workshopprogramm – schwergewichtig für Klassen der Primarschulstufe – zusammengestellt. Die thematischen Inhalte sind so gewählt, dass Spieltrieb, Fantasie,

Olma Messen St. Gallen Sekretariat Schweizer Spielmesse Telefon 071 242 01 77 Fax 071 242 01 03 spielmesse@olma-messen.ch www.olma-messen.ch www.spielmesse.ch

Messeeintritt Der Eintritt für Schulklassen (ab 10 Personen) kostet pro Person Fr. 4.–. Maximal drei Begleitpersonen haben Gratiseintritt.

Kostenbeitrag Eventuelle Kosten (Material etc.) für die Teilnahme an den Spiel- und Workshops sind direkt mit dem Anbieter abzurechnen.

Anmeldungen und Anmeldeschluss Anmeldungen für die Teilnahme an sämtlichen Workshops sind per Telefon an das Messesekretariat der Schweizer Spielmesse, c/o Olma Messen St. Gallen, Telefon 071 242 01 77, zu richten. Ausnahme: Ravensburger SpieleParcours, Anmeldungen über Carlit + Ravensburger AG, Frau M. Barth, Telefon 056 436 84 84. Die teilnehmenden Klassen erhalten eine Bestätigung mit Ort (Hallenund Standnummer) und Zeit des gewählten Workshops sowie maximal drei Eintrittsgutscheine für die Begleitpersonen. Anmeldeschluss ist Donnerstag, 31. August 2000.


Spiel- und Workshops für Klassen Angebote für Schulen im Detail

Ravensburger Spiele-Parcours Spannung, Action und Unterhaltung Teilnehmerzahl max. 20 Personen Alter Kindergarten und 1. Klasse Termine 10.30–12.00 und 14.00 –15.30 Uhr Kosten keine Unkostenbeteiligung Weitere Infos Carlit+Ravensburger AG, Frau M. Barth Grundstr. 9, 5436 Würenlos Telefon 056 436 84 84 Bitte beachten Anmeldungen für den Ravensburger Workshop sind direkt über Carlit+ Ravensburger, Frau M. Barth, Telefon 056 436 84 84, vorzunehmen.

Drachen-Werkstatt Schau dort oben, eine Fledermaus. Und dort, eine Schwalbe: In einer professionell eingerichteten Drachen-Werkstatt können die Teilnehmer aus einer Auswahl von acht Drachenmodellen (Vogelsujets, indonesische Drachen, Edy-Form etc.) ihren eigenen Drachen herstellen. Fünf Nähmaschinen, Spinnakerstoff in 18 Farbvarianten, Carbon- und Fiberglasstäbe sowie alle weiteren notwendigen Drachen-Instrumente stehen zur Verfügung. (Für Teilnehmer ab der 2. Klasse gibt es übrigens ein Modell zum Kleben.) Teilnehmerzahl max. 8 Personen Alter ab 4. Klasse (Modell zum Kleben: ab 2. Klasse) Termine 10.30–13.00 und 14.15–17.00 Uhr (mit Pause)

Kosten Fr. 8.– bis Fr. 15.– je nach gewähltem Modell Weitere Infos Skyway Air Concept, Jean-Jacques Bonnet, 2028 Vaumarcus Telefon 032 835 24 68

JEZ-Starlight – der trendige (Disco-)Ansteckblinker Schülerinnen und Schüler löten eine originelle Blinkschaltung zusammen. Sie lernen dabei die wichtigsten Bauteile der Elektronik kennen und erhalten Erklärungen zu deren Funktion und Anwendung. Natürlich wird auch der Umgang mit Lötkolben und Werkzeug geübt. Teilnehmerzahl max. 12 Personen Alter ab 5. Klasse Termine 10–11, 11–12, 13.30–14.30, 14.30–15.30, 15.30 –16.30, 16.30–17.30 Uhr Kosten Fr. 7.– (inkl. Batterie) pro Teilnehmer Weitere Infos Jugend-Elektronik-Zentrum, Helvetiastr. 47, 9000 St. Gallen, Telefon 071 888 45 26 oder www.jez.ch

Minibagger ganz gross Für die Kinder stehen zwei Minibagger bereit, die sämtliche Funktionen ihres 1:1-Vorbildes ausführen können – zwei richtige Profibagger im Kleinformat. Beim Kiesbaggern mit der Schaufel oder Stapeln von kleinen Holzbalken mit

35

Spiel und Sport

RUBRIK

12 • 2000


Thema •

12 • 2000 dem Holzgreifer ist mehr verlangt als blosses Knöpfe drücken. Von den Schülern selber organisierte Turniere – z.B. wer füllt den Eimer am schnellsten mit Kies oder wer beweist sich mit dem Holzgreifer als geschicktester Baggerführer – werden garantiert zu spannenden und unterhaltsamen Wettkämpfen. (Fachleute attestieren den Minibaggern wichtige Schulungsfunktionen für motorisch und körperlich behinderte Kinder.) Teilnehmerzahl eine Klasse (max. 30 Personen) Alter ab Kindergartenstufe Termine 10.00–12.00 und 13.00–18.00 Uhr (rund 45–60 Min., Start zu jeder vollen Stunde) Kosten keine Unkostenbeteiligung Weitere Infos Markus Stadelmann, Rothenburgstr. 3, 6274 Eschenbach Telefon 041 448 04 62

Kreative Spiele mit allen Sinnen – zum Lachen Mit einfachen, fantasiereichen Mitteln erleben und erarbeiten die Kinder Spiele, welche durch die verschiedensten Kommunikationstechniken entstehen, selbst. Durch sanfte Bewegungsübungen, Animationen, Improvisationen und vor allem mit viel Spass bei der Sache werden Kreativität, Wahrnehmung und Körperbewusstsein der Kinder geweckt und Durchhaltevermögen sowie Sozialkompetenz gefördert. Wir werden viel über uns selbst lachen und über das, was wir entstehen lassen. Teilnehmerzahl max. 25 Personen (pro Workshop kann nur ein Thema gewählt werden!) Alter ab 1. Klasse Termine 10.30 –12.00, 12.30–14.00 und 14.30– 16.00 Uhr Kosten Fr. 10.– pro Teilnehmer Weitere Infos Klaus-Peter Wick, «Clown-Niklaus», Schlüsselblumenweg 12 D-76476 Bischweier Telefon 0049 7222 49854

Kreative Spiele «Mit der roten Nase den Clown in sich entdecken» Die Teilnehmer entdecken und erleben mit einfachen, spielerischen Übungen die Welt des Clowns. Habt ihr Lust am Stolpern? Könnt ihr vor einem Publikum lachen und weinen? Wollt ihr lustig und dann wieder ernst sein? ProfiClown Niklaus zeigt vor, wie es geht: Die Clownnase aufziehen, Alltägliches in Besonderes verwandeln, improvisieren – einfach einmal ein richtiger Clown sein, der andere zum Lachen bringt.

Faszination Fliegen – Perfekte Flugsimulation am Computer Schülerinnen und Schüler lernen in einer kurzen Einführung das Fliegen in der heutigen Luftfahrt kennen und nehmen dann sehr schnell das Steuer in die Hand. Starten und landen wie in der Realität, sich im Luftraum nach Sicht und Instrumenten orientieren sowie eine Boeing 737 vom Flughafen Kloten nach Friedrichshafen pilotieren.

SPIEL UND SPORT

Teilnehmerzahl max. 8 Personen (4 Teams à 2 Personen) Alter ab 6. Klasse Termine 10.30–13.00 und 14.00–16.30 Uhr Kosten Fr. 8.– pro Teilnehmer Weitere Infos Approach Bigler, Flight Sim + Engineering, Multergasse 16, 9000 St. Gallen Telefon 071 220 10 20

Kleine Spiele – grosse Wirkung Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen erleben, wie mit Würfeln, Hölzchen, Papier und Bleistift die Konzentration und logisches Denken trainiert und das Glück herausgefordert werden können. Lustige Spielideen liefern ausgebildete SpielpädagogInnen des Schweiz. Berufsverbandes für Spiel und Kommunikation SBSK. Teilnehmerzahl eine Klasse (max. 30 Personen) Alter ab 1. Klasse Termine 10.00–12.00 und 13.00–16.00 Uhr (rund 30 Min. pro Klasse) Kosten keine Unkostenbeteiligung Weitere Infos SBSK, Gaby Hasler, Haldenstr 15, 4441 Thürnen Telefon 061 973 10 93

Scuola. Das Pult. Büro- und Schuleinrichtungen Baldeggstrasse 20, CH-6280 Hochdorf Tel. 041 914 11 41, Fax 041 914 11 40 E-Mail: novex@dial.eunet.ch www.novex.ch

36


Thema •

Geländebau einfach gemacht (Modelleisenbahn) Neben der Vermittlung der wichtigsten Grundlagen für den Geländebau im Bereich Modelleisenbahn und Informationen zur Detailgestaltung erhalten die Teilnehmer Gelegenheit, Felsteile zu bemalen, Bäume herzustellen oder mit Styropor Mauern für Rampen, Tunneleingänge etc. zu gestalten. Teilnehmerzahl max. 5 Personen Alter ab 4. Klasse Termine 11.00–13.00 und 14.00 –16.00 Uhr Kosten keine Unkostenbeteiligung Weitere Infos Ruedi Hanselmann, Resedastr. 6 9404 Rorschacherberg Telefon 071 855 37 27

Fun & Action mit coolen Bewegungsspielen AstroJax, KiwiDo, Paddle Ball, Jonglieren und Yo-Yo – neue und bekannte Bewegungsspiele, mit denen man wieder tolle Tricks lernen und atemberaubende Kombinationsfiguren vollführen kann. Gespielt wird nicht nur als Zeitvertreib, vielmehr ist mit dieser Beschäftigung auch ein Lerneffekt verbunden. Sowohl manuelle wie intellektuelle Fähigkeiten werden herausgefordert und weiterentwickelt. Gleichzeitig wird beim Spielen in Gruppen die soziale Komponente angesprochen und damit die soziale Kompetenz der Mitspielenden gefördert. Seid ihr mutig genug, ein neues Spiel auszuprobieren? Spass ist garantiert. (Pro Workshop können maximal zwei Spiele gewählt werden.)

Teilnehmerzahl max. 20 Personen Alter ab 4. Klasse Termine 10.30 –11.15, 11.30–12.15, 13.30–14.15 und 14.30–15.15 Uhr Kosten keine Unkostenbeteiligung Weitere Infos Active People, Daniel Wieland Kerngartenstr. 15, 4104 Oberwil Telefon 061 401 53 50

Das Internet – neue Plattform für Spiele Das Internet wird kurz vorgestellt. Die Teilnehmer lernen Dienste und Angebote im Internet kennen und haben die Möglichkeit, diese unter Anleitung von Mitgliedern des Internet Clubs Zürich auch auszuprobieren. Im Besonderen wird in die Thematik der Spielwelt eingeführt. Welche Möglichkeiten gibt es für Internet-Spiele(r), wo liegen die Vorteile und Chancen, wo die Gefahren und Nachteile dieser neuen Plattform für Spiele? Den Teilnehmern wird empfohlen, Papier und Schreibzeug mitzunehmen. Teilnehmerzahl max. 14 Personen Alter ab 4. Klasse Termine 10.30 –11.30 und 14.00–15.00 Uhr Kosten keine Unkostenbeteiligung Weitere Infos Marco Bürli, Internet Club ZH Hardstr. 23, 5430 Wettingen Telefon 076 393 94 95

SPIEL UND SPORT

37

Glasfusing – Glasschmelzen – künstlerisch gestaltetes Glas Die Teilnehmer können aus transparentem und farbigem Glas Vögel, Fische und andere Tiere herstellen und natürlich auch Fantasiegebilde kreieren. Das Glas wird geschnitten, geschichtet, kombiniert und anschliessend im Fusingofen zusammengeschmolzen. (Die Werkstücke werden nach der Messe im ateliereigenen Ofen geschmolzen, Abholen oder Lieferung nach Vereinbarung). Teilnehmerzahl max. 10 Teilnehmer Alter ab 5. Klasse Termine 10.30–11.30 / 12.30–13.30 / 14.00–15.00 / 15.30–16.30 Uhr Kosten Fr. 10.– pro Werkstück Weitere Infos Werkgalerie K, Edeltraud Krämer Schmiedgasse 22, 9102 Herisau Telefon 071 351 71 70

Marmorieren auf Seide Das Marmorieren ist eine wunderbare Kunst, die sich ihr begeistertes Publikum durch schnelle Ergebnisse und unendlichen Spielraum für Experimente und Fantasie in rasantem Tempo erobert hat. Die Herstellung von marmorierten Seidentüchern ist dank der Entwicklung von besonders geeigneten, brillanten Farben und einem passenden Marmoriergrund aus einem natürlichen Algenpulver für die Teilnehmer leicht nachvollziehbar, und ein Erfolgserlebnis ist garantiert. Die marmorierten Seidentüchlein (28 x 28 cm) können als Bild, Einsteck- oder Taschentuch verwendet werden. Zepf&ZepfASW

12 • 2000


Thema •

12 • 2000

SPIEL UND SPORT

38

Teilnehmerzahl max. 10 Personen Alter Kindergarten- und Primarschulstufe Termine ab 10.30 Uhr: Dauer 15 Min., genaue Beginnzeiten bei Anmeldung anfragen Kosten Fr. 8.– pro Teilnehmer Weitere Infos Donacolor Vertrieb, Hannelore Otto Alter Bahndamm 5 D-53797 Lohmar-Wahlscheid Telefon 0049 2206 82631

Spielerisches Gestalten mit «TiP» Der Fantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. TiP besteht aus natürlichem Mais und ist biologisch abbaubar. Die TiP-Elemente können durch Drücken und Modellieren beliebig verformt und mit verschiedenen Werkzeugen – Schere, Schablonen, Zentrierer etc. – nach Lust und Laune bearbeitet werden. Zum Verkleben der farbigen TiPs reicht ein angefeuchtetes Schwammtuch. Wer mit seinem Werk nicht zufrieden ist, beginnt einfach von neuem – die TiPs können mehrere Male verwendet werden. TiP ist eine Erfindung von Artur Fischer, Erfinder der «fischertechnik». Teilnehmerzahl max. 6 Personen Alter Kindergartenstufe bis 3. Klasse Termine 10.30–11.15, 13.00 –13.45, 14.00 –14.45 und 15.00 –15.45 Uhr Kosten Fr. 5.– pro Klasse/Gruppe Weitere Infos Innotrade AG, Thomas Rietschi Gundeldingerstr. 180, 4018 Basel Telefon 061 363 23 21

Tontopf positioniert. Anschliessend wird der Topf mit Patio Paint überstrichen – fertig ist der lichtbeständige und wetterfeste Tontopf. Bissiger Karten-/Notizenhalter Wer von euch hat nicht schon einmal eine Verabredung vergessen? Die Teilnehmer basteln einen eigenen Kartenhalter, an den sie wichtige Termine oder Verabredungen klammern können. Der Kartenhalter wird aus einer Holzblume, einer Keramikkugel, Silberdraht, einer Moosgummihohlschnur und einer «bissigen» Krokodilklammer zusammengesetzt oder zusammengeklebt. Vor dem Zusammensetzen wird die Keramikkugel möglichst originell und auffällig bemalt. Teilnehmerzahl max. 10 Personen pro Workshopthema. (Pro Klasse können beide Themen gewählt werden.) Alter 1. bis 6. Klasse Termine 10.00 –12.00 und 13.00–17.00 Uhr (Dauer ca. 30–45 Minuten, Start zu jeder vollen Stunde) Kosten Fr. 5.– pro Teilnehmer Weitere Infos Zolli Bolli, Maria Palatini Marktgasse 19, 9004 St. Gallen Telefon 071 222 70 86

Anmeldungen Anmeldungen für die Teilnahme an sämtlichen Workshops sind per Telefon an das Messesekretariat der Schweizer Spielmesse, c/o Olma Messen St. Gallen, Telefon 071 242 01 77, zu richten.

Anmeldeschluss: Donnerstag, 31. August 2000 Ausnahme: «Ravensburger Spiele-Parcours»: Anmeldungen für diesen Workshop erfolgen ausschliesslich über Carlit+ Ravensburger, Frau M. Barth, Telefon 056 436 84 84.

Anmeldeschluss: Donnerstag, 31. August 2000

Tontopf und Notizhalter Dekorierter Tontopf als Geschenk Die Teilnehmer gestalten mit der Serviettentechnik einen gewöhnlichen Tontopf. Aus einer bedruckten Papierserviette wird das gewünschte Motiv ausgeschnitten. Die oberste Schicht der Serviette wird abgelöst und auf dem

Teilnehmerzahl max. 10 Personen Alter ab 2. Klasse Termine 10.30–12.00, 13.30 –15.00 und 15.30– 17.00 Uhr Kosten keine Unkostenbeteiligung Weitere Infos IGORA-Genossenschaft für AluminiumRecycling, Daniel Frischknecht, Bellerivestr. 26, 8034 Zürich, Telefon 01 387 50 10, www.igora.ch

Kreativ mit Alu Die Teilnehmer basteln aus Aluminiumverpackungen und weiteren «Abfällen», welche täglich im Haushalt anfallen, Windräder, Musikinstrumente, Spiele, Mobile, Schmuck und viele andere fantasievolle Objekte.


12 • 2000

Haben Sie keine Angst vor Unbekanntem? Wollen Sie neue schulische Betreuungsformen entwickeln? Möchten Sie in einer ungewöhnlichen Schule arbeiten?

39 Das Schulheim Schiltwald (Kt. Aargau) für Kinder mit einer Verhaltensauffälligkeit oder Lernbeeinträchtigung, welches in einer idyllischen naturverbundenen Umgebung, abseits von Lärm und Hektik verweilt, sucht per sofort (14. August 2000) für ein Jahr eine

Dann sind Sie unser

HEIMSCHULLEHRER FÜR DIE OBERSTUFE 100% (aus Gründen der Teamzusammensetzung suchen wir einen Mann) Als Durchgangsheim nehmen wir Kinder und Jugendliche in Krisensituationen vorübergehend auf. Wir bieten eine heiminterne Sonderschule für maximal 11 Knaben und Mädchen im Alter von 6 bis 16 Jahren. Da die Kinder und Jugendlichen zeitweise oder längerfristig keine öffentliche Schule besuchen können oder auf das herkömmliche Schulangebot nicht mehr reagieren, werden Sie bei uns in zwei Lerngruppen individuell betreut und gefördert. Unsere Schule ist ein integrierter Teil des Gesamtheimes und stellt diesem eine wichtige Struktur zur Verfügung. Wir erwarten: – Bereitschaft zu enger Zusammenarbeit innerhalb des Gesamtheimes, Teamfähigkeit – Innovation und Fantasie – belastbare, flexible Persönlichkeit – anerkanntes Lehrerpatent – vielfältige Berufserfahrung (auch ausserschulisch) – heilpädagogische Zusatzausbildung oder Bereitschaft, diese zu absolvieren Wir bieten: – interessante, herausfordernde Tätigkeit – sozialpädagogische Unterstützung innerhalb des Schulbetriebes – Mitarbeit an konzeptuellen Aufgaben – grossen Gestaltungsspielraum – Einblick in verschiedene Bereiche der stationären und ambulanten Jugendhilfe – Anstellungsbedingungen in Anlehnung an kantonale Richtlinien Nähere Auskünfte erteilt Ihnen gerne Frau E. Zinniker, Heimleiterin, Tel. 01 251 34 55. Bewerbungen richten Sie bitte an: FLORHOF, Durchgangsheim für Schulpflichtige, Florhofgasse 7, 8001 Zürich.

Schulgemeinde Hegi–Winden Auf Beginn des Schuljahres 2000/2001 suchen wir eine

Primarlehrkraft (1.–3. Klasse) Sind Sie aufgestellt, unkompliziert, einsatzfreudig und teamfähig? Würden Sie gerne an einer ländlich geprägten Schule im Oberthurgau (Nähe Arbon) im Mehrklassensystem unterrichten? Bevorzugen Sie ein kleines Lehrerteam und die Unterstützung der schulischen Heilpädagogik sowie der Logopädie? Liegt lhnen viel an einer guten und natürlichen Schulhauskultur? Jobsharing ist nicht ausgeschlossen. Sind Sie an unserer Lehrstelle interessiert, dann senden Sie lhre Bewerbungsunterlagen bitte an unseren Schulpräsidenten: Moritz Tanner, Siebeneichen, 9315 Winden Telefonische Auskunft erhalten Sie unter: 071 477 19 82

Lehrkraft für die Mittelstufe (auch Teilzeit möglich, heilpädagogische Zusatzausbildung erwünscht) Die 8 Kinder wohnen von Montag bis Freitag im Schulheim und werden von einem aufgestellten Team betreut und begleitet. Die Zusammenarbeit der Schule und der sozialpädagogischen Betreuung ist uns sehr wichtig, damit eine ganzheitlich, gezielte Betreuung und Förderung stattfinden kann. Die neue Stiftung, das neue pädagogische Konzept, sowie die Interimsleitung sind sehr flexibel und gerne bereit, neue Ideen zur Entwicklung der Kinder einfliessen zu lassen. Wenn Sie demnächst eine grössere Reise oder einen Bildungsurlaub planen und für ein Jahr eine spontane, kreative Herausforderung, nach kantonaler Besoldung, in einem professionell geführten Team haben möchten, sind Sie genau richtig um ihre schriftliche Bewerbung an die folgende Adresse zu senden: Institut PEQM Untere Grabenstrasse 33 4800 Zofingen Frau K. Haefeli und Herr R. Jäggi geben Ihnen gerne weitere Auskünfte unter Tel. 062 752 72 02 oder 062 756 35 63

FREIE VOLKSSCHULE LENZBURG Augustin-Kellerstr. 22, 5600 Lenzburg Auf Beginn des Schuljahres 2000/01 oder ev. später suchen wir an unsere Privatschule (gegründet 1972)

Hauptlehrer und Schulleiter im Vollamt Selbständiges Arbeiten nach unserem Leitbild mit zeitgemässer Entlöhnung und Sozialleistungen. Erforderlich ist mind. das Primarlehrer-Patent. Bitte verlangen Sie unser Leitbild unter 062/891 99 81. Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen und Foto richten Sie bitte zu Handen Vorstand.

Schulgemeinde Büron/LU Wir suchen für das Schuljahr 2000/2001 eine

Lehrperson für die 3./4. Kleinklasse in Büron

Per 14. August 2000 (Schuljahresbeginn) suchen wir

eine Logopädin / einen Logopäden

Bewerbungen an: Schulpflege Büron, Franz Amberg Postfach 155, 6233 Büron Tel. 041 933 26 13

für ein variables Pensum von 5 bis 8 Lektionen pro Woche. Gerne beantwortet Ihnen unter der Telefonnummer 056 649 23 23 der Heimleiter Ihre Fragen zu diesem interessanten Teilpensum. Schriftliche Bewerbungen wollen Sie bitte an das Schulheim St. Benedikt, z.H.d. Heimleitung, 5626 Hermetschwil AG, schicken.

Verzeichnis von Schulen am Netz (Sek II). Mit Suchmöglichkeit und Online-Meldeformular. Schon mal benutzt?

www.schulweb.ch Der Bildungsserver für Lehrkräfte. Infos aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.


Thema •

12 • 2000

SPIEL UND SPORT

40

Swiss Snow Camps Schneesportwochen für Schulen und Jugendgruppen

Seit längerem nimmt die Zahl der Skilager für Schulen, und teilweise auch für Jugendgruppen, stetig ab. SWISS SNOW CAMPS ist die Antwort auf diese Entwicklung. Im September wird in «Bildung Schweiz•Thema» ein ausführlicher Beschrieb mit allen Angeboten erscheinen. Hier eine erste Übersicht über das neue Angebot, das den Lehrpersonen die Organisation von Schneesportwochen erleichtert. Der «Schweizerische Ski- und Snowboardschulverband SSSV» wie auch der Verband der Schweizer Seilbahnen «Seilbahnen Schweiz SBS» haben sich – unabhängig voneinander – mit diesem Thema befasst und Gründe für den markanten Rückgang der Skilager gesucht. Die Kantone, die Gemeinden und die Schulen stehen unter zunehmendem Kostendruck. Immer mehr Eltern sind nicht mehr in der Lage oder

nicht mehr bereit, hohe Ausgaben für den Wintersport ihrer Kinder zu tragen.

Vielfältige Gründe Die weiteren Abklärungen haben mögliche zusätzliche Ursachen für den Rückgang der Schulsportwochen ergeben: • In den heute grösstenteils multikulturellen Schulen fehlt vielfach ein (direkter) Bezug zum Wintersport. • Die Lehrkräfte sind nicht mehr bereit, die zusätzliche Verantwortung – insbesondere bei Haftungsfragen – zu tragen. Die durch die Skilager verursachte Mehrarbeit wird nicht mehr von allen Lehrkräften geleistet. • Die Verbreitung neuer (Trend-)Sportarten und der damit verbundenen neuen Sportgeräte überfordert einen Grossteil der Lehrerinnen und Lehrer in Bezug auf den Unterricht. • Fehlende Schneesicherheit hat ein Ausweichen in höher gelegene und meist teurere Skigebiete zur Folge. • Der massive Kostendruck auf Kantone und Gemeinden führt vielfach dazu, dass keine Skilager mehr bzw. nur noch billigere Sommerlager angeboten werden.

Partner von SWISS SNOW CAMPS • Schweizerischer Ski- und Snowboardschulverband SSSV • Schweiz Tourismus ST • Seilbahnen Schweiz SBS • Verband Schweizer Sportfachhandel ASMAS • Intersport (Schweiz) AG • Schweizerische Bundesbahnen SBB • «Bildung Schweiz • Thema» • BRO Solutions AG (Koordination) Mit weiteren Partnern und Sponsoren sind zurzeit Gespräche im Gange.

Endlich Ferien. Ihre Schweiz.


Thema •

12 • 2000

Diese Aufzählung der Ursachen ist nicht vollständig. Sie fasst jedoch die meistgenannten Gründe für die Aufgabe von Skilagern zusammen.

Neues Angebot soll den Lehrkräften helfen Die Skischulen des SSSV wollen mit ihren Partnern (siehe Kasten) möglichst vielen Schulklassen die Durchführung von Skilagern im Rahmen der jeweiligen Budgetbeschränkungen wieder ermöglichen. Zudem entwickeln sich die Skischulen zusehends vom «saisonalen Winterbetrieb» zum ganzjährigen «touristischen Anbieter». Aus diesem Grund bieten sie – in enger Zusammenarbeit mit starken nationalen Tourismuspartnern und lokalen Erbringern von touristischen Leistungen – während Tiefsaisonwochen Schulen und Jugendgruppen Schneesportwochen mit folgenden Leistungen an: • Transport Wohnort–Zielort–Wohnort zu Sonderkonditionen (optional) • Mietwagen für Gepäcktransport zu Sonderkonditionen (optional) • Umfassendes Gesamtpaket inklusive Beherbergung, Halbpension, Bergbahn-

abonnement, Schneesportunterricht, Ski-, Snowboardrennen, Zusatz-Dienstleistungen (Fondueabend o.ä.) • Miete von Schneesportgeräten zu Sonderkonditionen (optional) • Entlastung der Lehrkräfte beim Schneesportunterricht • Entlastung der Lehrkräfte bei der Lagerorganisation vor Ort Für die Schulen können die kleineren Preise dazu führen, dass Schulsportwochen wieder durchführbar werden. Die Lehrkräfte werden in ihrer schwierigen Aufgabe der Führung von Schulsportwochen entlastet.

SPIEL UND SPORT

Kontaktadresse Weitere Informationen und Unterlagen zu den SWISS SNOW CAMPS erscheinen in «Bildung Schweiz • Thema» vom September 2000. Koordination durch: BRO Solutions AG SWISS SNOW CAMPS Postfach 4106 Therwil Kontaktperson: Dominik Nydegger Tel. 061 726 92 20 Fax 061 726 92 41 E-Mail: sports@bro.ch

Umfassende Information Die Lehrerinnen und Lehrer werden in «Bildung Schweiz • Thema» im September über dieses neue Angebot für Schulen umfassend informiert. In Ergänzung dazu wird die Lancierung der SWISS SNOW CAMPS mit folgenden Massnahmen unterstützt: • Internetportal von «Schweiz Tourismus» www.myswitzerland.com • Informations- und Buchungsmöglichkeit über Swiss Destination Management SDM von «Schweiz Touris-mus» ab HKH Herbst 2000.

41

Endlich Ferien. Ihre Schweiz.


D LCH IENST

42

EISTUNGEN

2000 Englisch Französisch Italienisch Spanisch Portugiesisch Griechisch Russisch Polnisch Türkisch

Die Welt verstehen lernen

Zum Beispiel Nerja

Die Welt verstehen – Sprachen lernen. Grenzen überwinden. Durch Sprachen. Einander kennen und verstehen lernen. Durch Sprachen. Sprachen lernen und dabei gleichzeitig ein Land oder eine Region in der ganzen Sinnlichkeit erleben. Das ist möglich. Studiosus bietet dafür unterschiedlichste Sprachkurse an: Für Anfänger und Fortgeschrittene, als Ferien- oder Businesskurs, als Standard- oder Intensivkurs. Der Veranstalter – nicht von ungefähr europäischer Marktführer – legt bewusst Wert auf ein vielseitiges Angebot. Es fusst auf den essenziellen Werten Qualität, Sorgfalt, Service und Zuverlässigkeit. Spanisch ist übrigens momentan in. Sprachreisen auf die Iberische Halbinsel und nach Lateinamerika werden von Jahr zu Jahr mehr gebucht. Die meisten Menschen wollen natürlich immer noch Englisch lernen, dicht gefolgt von Italienisch und Französisch.

Sprachreisende legen viel Wert auf Lokalkolorit und auf kulturelles Ambiente, weiss Studiosus. So sei in Italien Florenz mit Abstand Trumpf. Auch in Spanien gehe der Trend nicht nach Madrid. Am meisten gefragt seien hier der von Badebuchten, Bergen und der andalusischen Küche verwöhnte Küstenort Nerja nahe Malaga und Malaga selbst. Die Schule in Nerja liegt mitten in der Altstadt und der Unterricht im schattigen Innenhof unter exotischen Bäumen wird zum Vergnügen. Paella-Feste, Grillabende, Bootsausflüge und Besichtigungen von Granada, Sevilla und Cordoba runden einen Sprachaufenthalt ab. Natürlich kann man sich Spanisch auch in Sevilla und Granada aneignen. Wen es noch weiter in die Ferne zieht, der kann im mexikanischen Cuernavaca Spanisch lernen und seine Vokabeln in einem bei durchschnittlich 25 Grad äusserst angenehmen Klima unter Palmen an drei schuleigenen

Qualität von Studiosus

Swimmingpools büffeln. Natürlich lockert auch in Mexiko ein umfangreiches Ausflugs- und Freizeitangebot, fröhliche Fiestas inbegriffen, das Lernprogramm auf. Eines der bestgehüteten Geheimnisse ist ein Spanischkurs in Cuenca, der kulturellen Hauptstadt von Ecuador. Sie liegt in der Andenregion «La Sierra» und zeichnet sich durch indianische Märkte und koloniale Architektur aus. Stadtführungen, Ausflüge zu indianischen Dörfern und Treffen mit Einheimischen geben Einblick auch in die ecuadorianische Kultur und Lebensweise. Neu im StudiosusProgramm sind Spanischkurse im Naturparadies Costa Rica.

Buchung und Beratung beim LCH-Reisedienst Herrn Martin Schröter Ringstrasse 54 8057 Zürich Telefon 01 315 54 64


Thema •

12 • 2000

SPIEL UND SPORT

43

«Pfeff ond Lischt» Die im April eröffnete Ausstellung «Pfeff ond Lischt» bietet unzählige Möglichkeiten zu spielendem Lernen. Die im April mit Erfolg gestartete Ausstellung bietet eine ganze Palette von Spielmöglichkeiten und Experimenten. Eine kleine Auswahl aus dem breiten Angebot:

Auge formatfüllend im Monitor zeigt usw.

«Hör-Reise» In einem Raum laden bequeme Polstermöbel zum Sitzen ein. Der Raum wird verdunkelt und aus mehreren Lautsprechern (Quadrophonie) ertönt (Radio-) Geschichte. In kurzen Sequenzen erlebt der Hörer eine Zeitreise durch die Schweizer und die Weltgeschichte.

Im Freien Die Ausstellungsobjekte der SPICKExperimenta laden vor allem die Kinder ein, sich mit dem «Bewegungssinn» zu betätigen: auf der grossen Balancierscheibe, auf dem Wackelsteg, auf einer Wippe und am Flaschenzug. Hinter dem Haus kann man in 4 m Höhe auf einem Seil Fahrrad fahren.

Geophysikalische und andere Sensationen Im Parterre erwarten den Besucher phänomenale Experimente, die Staunen und Verwunderung auslösen: ChaosPendel, eine schwebende Rose, ein Wasserhahn in der Luft, gebogene Spiegel, eine Brille, durch die die Welt auf dem Kopf steht, eine Mikrokamera, die ein

Seh-Bar lllusionskarten zeigen, wie leicht das menschliche Auge zu täuschen ist. Kaleidozyklen von Escher lassen sich als Modelle nachbauen.

Informationen für Lehrkräfte «Pfeff ond Lischt» ist vom 15. April bis 4. November 2000 täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet (Montag geschlossen). Sie steht unter dem Patronat der Kantonsschulen Trogen und Appenzell und des Dachverbands Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH).

Räume im Dunkeln Absolut abgedunkelte Räume mit Wohnzimmereinrichtung. Die Besucherinnen und Besucher erhalten einen Walkman mit konkreten Anweisungen und Arbeitsaufträgen, z.B. Blumen giessen, Brief schreiben, sich ein Glas Wasser einschenken etc.

Riechbar Im 2. Stock wird der Riechsinn getestet. Ätherische Öle, Küchengewürze, Appenzeller Kräuter und Teesorten erfüllen die Luft. Beim «Suleika»-Spiel muss durch die Nase ein Prinz oder eine Prinzessin gefunden werden. An der Riechbar können «Liebesdüfte» nach Rezept selber hergestellt werden.

Weitere Informationen Gerd Oberdorfer, Projektleiter Sulzbach, 9413 Oberegg AI Tel. 071 891 47 09 Kulturzentrum Ziegelhütte 9050 Appenzell Tel. 071 787 80 55 www.ai.ch/ausstellung Eintrittspreise Fr. 10.– für Schüler und Schülerinnen, Fr. 15.– für Erwachsene. Lehr- und Begleitpersonen gratis. Unterrichtsmaterialien vorhanden.


Thema •

SPIEL UND SPORT

44

Zeichnung: © Hermenegild Heuberger

12 • 2000

Naturerlebnisse mit Kindern Wenn wir unsere Kinder beobachten, wie sie neugierig und gespannt auf die Welt zugehen, so sind wir auch immer wieder mit der Frage konfrontiert: Wie ermöglichen wir ihnen eine an Leib und Seele gesunde Entwicklung? Was möchten wir für Werte vermitteln, die ein Verhalten fördern, das gegenüber Natur und Mitmensch von Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt geprägt ist? Naturerlebnisse stellen einen wichtigen Baustein dazu dar. Eines ist sicher: Kinder brauchen das spielerische und lustbetonte Wahrnehmen der Natur für eine ungestörte Entwicklung. Naturerlebnisse bilden – neben vielen anderen Einflussgrössen – einen wichtigen Baustein im Aufbau eines umweltverträglichen Fühlens, Denkens und Handelns. Voraussetzungen dazu sind: – Zeit (findet sich leicht, wenn sie einem etwas wert ist), – ein wenig Mut (wie immer auf ungewohntem Terrain), – ein paar Impulse, bis man entdeckt, was uns und den Kindern alles ein-

fällt, wenn alle Sinne geöffnet sind und sich die Fantasie, die Spiel- und Bewegungsfreude, die Neugier und der Forschungsdrang entfalten können.

Der Wald als Schulzimmer Wie kaum ein anderer Naturraum eröffnet uns der Wald eine Vielzahl von Möglichkeiten, um grundlegende Erfahrungen in und mit der Natur zu machen. Wir werden erleben, dass uns ein Aufenthalt im Wald auf besondere Art berührt. Gefühle und innere Bilder entstehen und tragen wesentlich zu einem nachhaltigen Erlebnis bei.

Beziehung durch Verweilen und vielfältige Wahrnehmung Die Klasse sucht gemeinsam einen Ort im Wald, an dem sich alle wohl fühlen und der im Verlauf der nächsten Monate oder Jahre als Rastplatz und Ausgangspunkt für verschiedene Aktivitäten dienen soll. Das «Einrichten» erfolgt nach den Wünschen und Bedürfnissen der beteiligten Kinder. Es können dabei

einzelne Sitze oder ein kreisförmiger Sitzwall entstehen. Dabei kommt aber nur vorhandenes Naturmaterial zum Einsatz. Neben dem Schulzimmer haben alle Kinder noch einen eigenen Platz im Wald, wo sie sich wohl fühlen und wo sie eine bestimmte Zeit alleine verweilen können (15–30 Minuten). Mit der Zeit entsteht so eine feste und individuelle Beziehung zur Natur.

Neue Umgangsformen durch Naturerfahrungen und aktives Tun Mit dem Bau des «Schulzimmers» hat – ohne viel Aufhebens – bereits eine ganze Reihe von wichtigen Naturerfahrungen stattgefunden: Das Durchstreifen eines Waldstückes mit offenen Augen, das Entdecken und Besprechen von Beschaffenheit und Atmosphäre verschiedener Waldabschnitte auf der Suche des Platzes sowie das handfeste Kennenlernen von Naturmaterial zu dessen Gestaltung und nicht zuletzt ein intensives Gespräch über Walderfahrungen beim Vorstellen der verschiedenen Plätze. Das Schulzimmer im Wald eignet sich nicht nur als Treffpunkt zum Spielen oder Le-


Thema •

12 • 2000

SPIEL UND SPORT

45

sen, sondern kann auch Gelegenheit bieten, sich zusammen in besonderer Umgebung mit Konfliktsituationen zu beschäftigen. Dadurch können auch ganz neue Umgangsformen untereinander entwickelt werden.

• Den Tieren auf die Spur kommen. Wo haben sie überall Frass-, Kot-, Trittund Behausungsspuren hinterlassen und was lässt sich daraus interpretieren? Eine Auslegeordnung von Gegenständen, welche auf die Tätigkeit eines Tieres schliessen lassen, gibt einen erstaunlich vielfältigen Eindruck, was hier im Wald so alles kreucht und fleucht. • Pflanzen kennen lernen. Nicht die Namen sollen hier in erster Linie gefragt sein, sondern die verschiedenen typischen Eigenschaften von Pflanzen. Eine Person legt zum Beispiel zehn bis 20 verschiedene Blätter von Pflanzen auf ein weisses Tuch. Alle anderen haben nun die Aufgabe, durch genaues Beobachten, Tasten und Riechen eine Sammlung der genau gleichen Blätter zusammenzustellen. Jemand merkt sich ein Blatt und die anderen versuchen anhand von erfragten Eigenschaften herauszufinden, welches es sein könnte. • Die vielfältigen Bewegungs-, Such- und Sinnesspiele sind ebenfalls wichtige Hilfsmittel, um Kinder auf ungezwungene und ihren Bedürfnissen entsprechende Weise zur Natur hinzuführen. Hier verweisen wir auf das Buch «Naturerlebnis Wald – Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen im Wald. Ideen zum Verweilen – Entdecken – Spielen» ( Bezugsadresse: SILVIVA, Limmatplatz 2, 8005 Zürich)

Zeichnung: © Hermenegild Heuberger

Weitere Ideen in Kürze

• Spielen und Austoben ist wichtig und möglich, am besten an störungsunempfindlichen Stellen. • Schauen Sie darauf, dass Ihre Kinder zu den Pflanzen Sorge tragen und die Rinde von Bäumen nicht verletzen. • Tier- und Naturbeobachtungen brauchen Zeit und Ruhe. Tierbeobachtungen sollen aus genügender Entfernung erfolgen. Ziehen Sie sich mit Ihrer Klasse zurück, wenn die Tiere dabei gestört werden. • Benutzen Sie bestehende Feuerstellen und löschen Sie vor dem Weggehen jedes Feuer sorgfältig. • Legen Sie mit Ihrer Klasse keine neuen Trampelpfade an, weder im Wald noch auf Wiese oder Acker.

Verhalten in der Natur Wer sich in der Natur bewegt, sollte sein Verhalten der Umgebung anpassen. Dies gilt insbesondere auch für Schulklassen! Untenstehende Hinweise helfen Ihnen dabei. • Führen Sie keine Exkursionen in Gebiete mit besonders störungsempfindlichen Tieren durch, schonen Sie Naturschutzgebiete. Informieren Sie sich im Zweifelsfalle bei den lokalen Behörden (Förster, Gemeindeverwaltung).

Die angeführten Hinweise sind sinngemäss entnommen aus: Tester, U.: Natur als Erlebnis. Eine Ideensammlung für Jugendliche. Pro Natura (ehemals SBN) Pfadibewegung Schweiz.

Speziell für Byker Byker sollten beachten: • Fahren Sie mit Ihrer Klasse nicht quer durch den Wald.

• Wählen Sie markierte MTB-Routen oder breite Wanderwege. • Fahren Sie nicht auf Trampelpfaden. • Respektieren Sie die Signalisation und Hinweise des Forstdienstes. • Beachten Sie die Aufzuchtzeiten der Wildtiere. Ein entsprechendes Merkblatt ist erhältlich bei: SILVIVA, Limmatplatz 2, 8005 Zürich, Tel. 01 275 10 10. E-Mail: silviva@swissonline.ch

Wie halte ich es mit dem Abfall? • Wichtig ist es, den Abfall mitzunehmen und richtig zu entsorgen. • Das gemeinsame Einsammeln nach dem Picknick ist effizient, lustig und fördert die soziale Kontrolle. • Noch besser sind Abfallvermeidungsideen (z. B. Znünibox, Feldflasche, wenig Verpackung, Mehrwegflaschen), welche man in der Klasse bereits vor dem Ausflug zusammentragen kann. Ideen, wie das Thema «Abfall» in den Schulalltag integriert werden kann, erhalten Sie bei: PUSCH, Hottingerstr. 4, 8024 Zürich, Telefon 01 267 44 11. mail@umweltschutz.ch


Thema •

12 • 2000

Waldkindergärten als Chance Die kindliche Art zu lernen ist das spielerische Nachahmen. Neugierig, also gierig auf Neues, öffnen sie sich tagtäglich der Welt. Diese Offenheit ist ihrem Wesen nach kindlich und äusserst sensibel. Sie birgt aber auch die grosse Gefahr in sich, dass erwachsene Menschen hier grosse Förderungs- und Ausbildungsmöglichkeiten wittern. Das impliziert, dass wir dabei sind, die Altersgrenze bei Kindern immer weiter herabzusetzen, ab wann diese Lehrplänen zu genügen und Lernziele zu erfüllen haben. Die lustvolle, spielerische Art der Kinder darf nicht getrübt werden. In verschiedenen Kantonen und in der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) läuft gegenwärtig eine Diskussion über das Modell Basisstufe/Grundstufe. In diesem Zusammenhang werden denn auch Befürchtungen laut, ob das neue Konzept nicht zu einer Verschulung des Kindergartens führe. Ob dem so sei oder nicht, soll im Rahmen dieses Beitrags nicht weiter vertieft werden. Lediglich das Ansinnen, immer jüngere Kinder in Lehrpläne zu «integrieren», lässt das Phänomen der Waldkindergärten als eine mögliche Chance aufleuchten, Kindern ganzheitliche und individuelle Bildungsangebote zu offerieren.

Der Wald und die Natur – willkommene Lehrmeister Die Kinder bewegen sich in einem reinen Waldkindergarten – für drei bis vier Stunden pro Tag – ausschliesslich in der Natur. Die Natur wird im Waldkindergarten zu ihrem ständigen Begleiter. Damit die Vielfältigkeit des Waldes als Lernort zum Tragen kommen kann, ist eine gute Ausbildung der Pädagoginnen und Pädagogen im Bereich der Naturund Waldpädagogik unabdingbar. Mit Kindern im Kindergartenalter kann man auf zwei Weisen das Thema «Wald» angehen: Zum einen ist es möglich, die Natur lediglich als Kulisse zu benutzen und so den «normalen» Kindergartenalltag einfach in den Wald zu transportieren. Hier wird es notwendig sein, immer einen gewissen Mindestbestand an Kindergartenmaterial in die Natur mitzunehmen. Der Umgang mit Schere und Stift kann auch im Wald geübt werden. Zum anderen ist es jedoch möglich, die Natur als aktiven Begleiter, als konkreten Lehrmeister einzubeziehen. Hier werden die Kindergärtnerin und der

Kindergärtner dazu aufgefordert, darüber nachzudenken, ob Feinmotorik nur aus dem Umgang mit Schere und Stift abzuleiten ist oder ob da draussen in der «Wildnis» andere Möglichkeiten (eventuell Tannennadeln) vorhanden sind, um diese zu üben. Die Herausforderung besteht darin, verstehen zu lernen, dass die Natur – in unserem Falle der Wald – einen Raum voll von unstrukturierten Medien und Situationen darstellt.

Fundierte Weiterbildungsangebote sind notwendig Damit der Lernort Natur in seiner speziellen Art genutzt werden kann, sind grundlegende Weiterbildungsangebote notwendig. Hier soll ein kurzer Überblick über die wichtigsten Angebote vorgestellt werden: • «Dusse Verusse Weiterbildung»: Speziell für (Spielgruppen) Kindergarten und Primarschule bietet diese Weiterbildung das umfassende naturpädagogische, naturwissenschaftliche als auch organisatorische Know-how. Darüber hinaus werden Impulse in der Persönlichkeitsentwicklung geboten. Sie findet ausschliesslich in der Natur statt. Auskunft erteilt: Christoph Lang, Feuervogel Genossenschaft für Naturpädagogik, Sonnenberg 5, 8636 Wald, Telefon 055 266 14 55, Fax 055 266 14 56, Homepage: feuervogel.ch SILVIVA, Limmatplatz 2, 8005 Zürich, Tel. 01 275 10 10. E-Mail: silviva@swissonline.ch • Lehrgang Natur- und Umweltpädagogik. Für den schulischen als auch ausserschulischen Bereich der Naturbezogenen Umweltbildung bietet die NUP eine umfassende berufsbegleitende Fortbildung im Bereich der Naturund Umweltpädagogik. • Einführungskurs Wald-Kindergärten, Wald-Spielgruppe. Er führt in den Wald, wo erprobte Methoden der Waldpädagogik exemplarisch erlebt werden können. Erstmals entsteht ein Verzeichnis mit Adressen von Fachleuten für erlebnisorientierte Naturführungen, Koordinationsstellen für WaldkindergärtnerInnen und Aus- und Weiterbildungsangebote im Bereich Naturbezogene Umweltbildung. Diese Unterlagen sind sowohl für PädagogInnen als auch für Tourismusund Jugendfachleute sowie für Firmen und Familien nützlich. Sie werden von

SPIEL UND SPORT

46

der Stiftung Umweltbildung Schweiz und der Umweltbildungsorganisation SILVIVA herausgegeben und sind ab Sommer 2000 erhältlich. • Pestalozzianum Zürich, Beckenhofstr. 31–37, 8035 Zürich, info@pestalozzianum.ch • Kindergarten im Wald. Der Bericht dokumentiert die Ergebnisse eines Austauschtreffens von Kindergärtnern/-innen und Spielgruppenleitern/-innen. Nach Kurzberichten über Projekte in Wald und Natur werden die Ergebnisse der Tagung zusammengefasst. Ein Überblick über Informations-, Austausch- und Weiterbildungsangebotsmöglichkeiten zum Thema «Waldkindergärten» bildet den zweiten Teil. Im Anhang findet sich ein Literatur- und Medienverzeichnis. Bezug: Pestalozzianum Verlag, Lernmedien-Shop, Stampfenbachstrasse 121, 8035 Zürich, Tel. 01 368 26 46, Fax 01 368 26 49.

Waldschulen • Bildungsangebote für Waldspielgruppen und Waldkindergärten Die Waldschulen bieten zum Thema unterschiedliche Angebote an. Es lohnt sich, Informationen direkt bei diesen zu erfragen (z.B. Waldschule Winterthur, Waldschule Zürich).

Erster Film über den Waldkindergarten Die Kindergärtnerin Anna Leiser und der Filmemacher Joseph Scheidegger haben einen eindrücklichen Film über die Aktivitäten in einem Waldkindergarten produziert. Sie zeigen einfühlsam, welche Fähigkeiten Kinder im Wald entwickeln können. Diese reichen von der Verbesserung der Grob- und Feinmotorik über das Abbauen von Ängsten bis hin zum Aufbau von sozialen Qualitäten (z. B. Hilfsbereitschaft, Integration von AussenseiterInnen). Der Film eignet sich vorzüglich, um Behörden, Eltern oder KollegInnen von der Notwendigkeit zusätzlicher Waldkindergärten zu überzeugen. Informationen: SILVIVA, Limmatplatz 2, 8005 Zürich


Thema •

12 • 2000

SPIEL UND SPORT

47

Einstieg leicht gemacht! Die in einer Unterrichtsmappe enthaltene attraktive Broschüre (A5, 32 Seiten) liefert das nötige Grundwissen zum Thema «Boden», reich illustriert und in verständlicher Sprache. Aus den rund 45 fertig ausgearbeiteten und erprobten Unterrichtsideen der Loseblattsammlung (A4, 120 Seiten) – bestehend aus Arbeitsauftrag und Lehrerinformation – lässt sich ein spannender und praktischer Unterricht zusammenstellen. Die behandelten Themen reichen von der Entstehung des Bodens über das Bodenleben bis hin zu Nutzung und Gefährdung von Böden. Didaktische Anregungen vermitteln, wie der Unterricht erfolgreich gestaltet werden kann. Ergänzt wird die Unterrichtsmappe mit einer CD-ROM, welche das Bildmaterial der Broschüre, die Arbeitsaufträge und weitere interessante Materialien enthält. Diese können individuell den Bedürfnissen der Lehrperson angepasst und ausgedruckt werden. Ein ausführliches Bezugsquellenverzeichnis gibt an, wo das Material für die einzelnen Versuche bezogen werden kann. Buwal (Hrsg.): Boden – erleben, entdecken, erforschen. Hitzkirch: Comenius Verlag, 2000, 120 Seiten, Preis: Fr. 49.50.

Lehrlinge bauen Sonnenkollektoren «Zuerst stellten wir die Beige- und Löttische auf, welche wir für den Bau der Absorber benötigen. Kupferrohre mussten gebogen werden, danach gereinigt und auf ebenso gereinigte Kupferbleche gelötet werden.» Das schrieben die beiden 18-jährigen Spenglerlehrlinge Adrian und Stefan aus Winterthur. In einer Projektwoche haben die angehenden Spengler und Spenglerinnen eine 12 m2 grosse Sonnenkollektoanlage gebaut. Angeleitet von einem Solar-Fachmann bogen die Schüler Kupferröhren,

Zeichnung: © Hermenegild Heuberger

Boden – erleben, entdecken, erforschen

löteten Blechplatten, zimmerten Kollektorkästen, montierten die Kästen auf dem Dach und schlossen sie ans Heizsystem an. Am Ende der Woche wurde die Anlage feierlich in Betrieb genommen. Sie wird eine Lebensdauer von mindestens 25 Jahren haben und jährlich etwa 600 l Heizöl sparen. Ziel war es aber auch, Erfahrungen in der Praxis zu sammeln. Erfahrungen, die sie später als Ausgelernte anwenden können: Denn wer mehr Solaranlagen will, muss dafür sorgen, dass Baufachleute in ihrer Ausbildung davon erfahren. Das «Jugend-Solar-Projekt» fördert solche Praxisansätze durch Vermittlung von Projektträgern mit bauwilligen Lehrlingsklassen und durch Mitfinanzierung. «Solares Bauen» sollte in allen Bauberufen etabliert werden, damit die

nötige Ausbildung nicht dem Engagement einzelner Lehrkräfte überlassen bleibt. Zusammen mit dem Spenglermeisterverband (SSIV) und Solar Support hat das «Jugend-Solar-Projekt» beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) einen Antrag zur Einführung von solchen Projektwochen sowie des Themas «Solarenergie» als Teile der Lehrpläne eingereicht. Kontakt: Info-Line: Telefon 01 447 41 26; www.jugendsolarprojekt.ch E-Mail: info@jugendsolarprojekt.ch sowie JugendSolarProjekt c/o Greenpeace, Bollwerk 35, 3011 Bern Christoph Frommherz, Stiftung Umweltbildung Schweiz, Zofingen Thea Rauch-Schwegler SILVIVA, Zürich

Stiftung Umweltbildung Schweiz, SUB Die SUB wurde von Kantonen, Gemeinden, dem Bund und Organisationen der Bildung und des Umweltschutzes eingesetzt, um gemeinsame Interessen zu vertreten. In dieser Funktion koordiniert sie landesweit Bestrebungen zur Förderung der Umweltbildung, trägt zu deren Entwicklung bei und organisiert den Zugang zu Ressourcen. Kontaktperson für Anliegen und Beiträge sowie Redaktion dieser Seite: Christoph Frommherz (SUB), Tel. 062 746 81 20 Stiftung Umweltbildung Schweiz.


12 2000