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Blogwerk

Jahrbuch 2007


Editorial

Blogwerk bloggt – auf Papier

Huch. Hat sich da jemand im Medium

wir uns; ohne die vielen Kommentare wären

vergriffen? Blogtexte in einem gedruckten

unsere Blogs nicht dasselbe. Stellvertretend

Jahrbuch?

für alle seien die drei Topkommentatoren (hier quantitativ gemeint, es gilt aber auch

Nein, wir finden das gut. Blogtexte stehen

für die Qualität) «mds», «Jean-Claude» und

(wenn auch nur bei Nichtbloglesern, aber

«leu» genannt. (Nebenbei: alles Pseudony-

von denen soll es ja noch einige geben) oft

me; keiner dieser drei dürfte so auf «NZZ

im Ruf, nur kurz hingeworfene, womöglich

Online» kommentieren.) Wir haben den

sogar verquere Gedanken zu sein, verfasst

Kommentatoren einige Seiten und auf Seite

von Leuten, die nichts Besseres zu tun haben.

39 allen mit mehr als vier Kommentaren eine «Kommentatoren-Cloud» gewidmet. Euch

Der Meinung sind wir natürlich überhaupt

allen herzlichen Dank.

nicht. Die Beiträge unserer Autoren können sich in jedem Umfeld gut sehen lassen — und

Ähnlich willkürlich wie die Auswahl der Texte

vielleicht erkennt man das noch etwas besser,

ist die der rund 500 Personen, denen wir

wenn man sie zur Abwechslung auf Papier

dieses Jahrbuch schicken: Bloggern, Journa-

liest; wir sind keineswegs dogmatische

listen, Werbekunden, Freunden und weiteren

«Onliner», die damit ein Problem hätten.

Personen, die uns begegnet und aufgefallen sind – wobei unser Gedächtnis auch schon

Im Jahr 2007 (bis Redaktionsschluss am

besser war, daher sorry an alle, die wir ver-

4. Dezember) haben wir auf unseren Blogs

gessen haben.

2.467 Beiträge veröffentlicht. Das wollen wir gern dokumentieren, indem wir einige

Das «Jahrbuch» steht als PDF zum Down-

besonders gelungene hier abdrucken.

load unter blogwerk.com/jahrbuch zur Verfügung. Will noch jemand eines auf Papier?

Natürlich ist die Selektion willkürlich. Wir

100 würden wir noch versenden, bitte auf

konnten nur wenige Texte nehmen, und

derselben Seite bestellen.

plötzlich wurde uns einer der grossen Nachteile eines Print-Layouts wieder schmerz-

Ich wünsche allen viel Spass bei der Lektüre

lich bewusst, den wir schon halb vergessen

unseres «Blogwerk-Jahrbuchs 2007» und

hatten: Man hat nur beschränkten Platz! Die

hoffe, wir sehen uns schon bald wieder –

Auswahl geschah also auch aufgrund der

dann wieder wie gewohnt online.

Länge, und wir haben stellenweise gekürzt. Peter Hogenkamp 2007 wurden dreimal mehr Kommentare

peter.hogenkamp@blogwerk.com

als Beiträge veröffentlicht. Darüber freuen

Gründer und Geschäftsführer

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Blogs – eine Einführung

Über Blogs und Blogosphären

Früher, zu den Hochzeiten der papiernen

Auswirkungen einer Quote. Blogscout habe

Information, wurden Zeitungssonderaus-

seine eigenen Ansprüche nicht erfüllen kön-

gaben gedruckt, wenn es Dramatisches zu

nen, sagte Olbertz, der sich mit bemerkens-

melden gab. «Extrablatt», schrien dann

wertem Einsatz um das Angebot gekümmert

die Zeitungsjungen, man kennt das ja aus

hatte. Und stellte es ein.

Filmen. In der Blogosphäre kann heute jeder «Extrablatt» schreien, wenn Dramatisches

Verloren gingen dadurch nicht nur die

geschieht. Und als der Statistikdienst Blog-

Rangliste und der Counter, sondern auch

scout.de im September 2007 abgeschaltet

eine Möglichkeit zur Erkundung der Blogo-

wurde, wurde geschrien. Triumphierend von

sphäre. Zwischen den circa 3'300 Blogs

den einen, enttäuscht von den anderen.

im Ranking fanden sich Unterschiede wie

Was war passiert?

zwischen Tag und Nacht; oder, besser gesagt, wie zwischen «Bild-Zeitung» und «Süddeut-

Eigentlich war Blogscout nur ein «Counter»,

scher», zwischen Anzeigenblättchen und der

ein Schnipsel Code, den Blogger in ihre Web-

«Zeit», zwischen Tittenheftchen und wissen-

site einbauen und von da an ihre Besucher

schaftlichem Fachjournal. Eben ganz wie im

zählen lassen konnten. Als interessanter für

richtigen Medienleben. Die Blogosphäre hat

viele erwies sich aber die Rangliste, die der

ihre Punks und Fanzines, ihre Yellow Press,

Betreiber Dirk Olbertz aus den aggregierten

Nischenpublikationen und Massenblätter.

Daten zusammenstellte: der Maßstab der

Und sie fußt dort, wo das Schreiben beginnt,

Blogosphäre, öffentlich einsehbar, ein nach

tatsächlich auf kaum zählbaren Privatblogs,

Reichweite oder Relevanz geordnetes Ran-

die mit dem Begriff «Online-Tagebuch» pas-

king aller Blogs, die den Blogscout-Counter

send umschrieben werden können.

installiert hatten. Mehr als 3.000 waren es zuletzt. Dann zog Olbertz den Stecker. Und

Anders ausgedrückt: Es gibt sie nicht, die

das Ende dieses Dienstes sagt viel aus über

Blogosphäre.

die deutschsprachige Blogosphäre. Es gibt lediglich die eine oder andere

4

Die einen bejubelten es, weil sie sich um

Gemeinsamkeit, die wir alle haben, wenn

die Kultur des Bloggens sorgen, in Blogscout

wir auf Basis einer Blog-Software Texte ins

einen «Schwanzvergleich» und in seinen

Netz stellen: die meist ausgesprochen gute

allzu eifrigen Fans «Linkhuren» sahen. Die

Vernetzung über Links und Trackbacks etwa

anderen betrauerten es, weil sie sich für die

oder die in aller Regel vorhandene Möglich-

Zahlen interessierten — manche aus edlen,

keit zum umstandslosen Kommentieren

andere aus egozentrischen oder kommer-

jedes Beitrags. Dass dennoch so oft von

ziellen Motiven. Was für Fernsehleute die

«den Blogs», «der Blogosphäre» oder gar

Einschaltquote und für Zeitungsmacher die

«den Online-Tagebüchern» gesprochen wird,

Auflage ist, war Blogscout für Blogger

wenn eigentlich nur ein vergleichsweise

geworden — mit den guten und schlechten

kleiner, der sichtbarste Teil der Blogland-


schaft gemeint ist, daraus entstehen wohl

werden. Aber auch sonst stellt sich in vielen

die meisten der üblichen Fehleinschätzungen

Fällen die Frage, worin genau die Differenz

zum Thema.

zum journalistischen Arbeiten bestehen soll. Das wiederum heißt nicht, dass alle Blogger

Fehleinschätzungen, Missverständnisse und

ihr Schreiben als journalistische Arbeit ver-

andere Inadäquanzen zum Thema Blogs:

stünden — oder gar Journalisten und etablierten Medien Konkurrenz machen wollten.

«Blogs, da schreiben doch nur Teenager über ihre vergessenen Mathe-Hausaufgaben.»

Blogs sind nicht «nur», «entweder», «oder».

Es schreiben auch Supermarktleiter über

Sie sind ein Instrument zum Publizieren, ein

Lieferanten. Datenschützer über Innenminis-

Gefäß für die unterschiedlichsten Inhalte.

ter. Bestatter über Beerdigungen. Anwälte

Wir bei Blogwerk versuchen, unterhaltsa-

über die Justiz. Designer über T-Shirts. Und

me und professionelle Magazine daraus zu

die Teenager schreiben natürlich auch über

machen.

Liebesfrust und Lieblingsbands.

«Blogger, das sind doch alles Feiglinge, die

Sie wollen sich die sogenannte Blogosphäre

im Schutze der Anonymität schimpfen wol-

näher ansehen? Dann ...

len.» Kommt vor, ist aber keineswegs Standard.

... lesen Sie Rivva (rivva.de), einen Dienst,

Und selbst bei den anonymen Schreibern ist

der nicht unterschiedliche Blogs, sondern

meist die Kommentarfunktion geöffnet — wer

Themen sichtbar macht. Je stärker ein The-

sich der Kritik stellt, kann so feige nicht sein.

ma in der Blogosphäre diskutiert wird, desto deutlicher wird es auf Rivva hervorgehoben.

«Blogs, die werden doch nur von weltfremden Technikfreaks gelesen.»

... stöbern Sie in den Deutschen Blogcharts

Das war vermutlich mal so, dürfte aber heu-

(deutscheblogcharts.de), einer Top-100-

te nur noch bei weltfremden Technikblogs

Liste der meistverlinkten deutschsprachigen

der Fall sein. Durch die in der Regel sehr

Blogs. Grundlage ist die Zahl unterschiedli-

gute Platzierung von Blogs in den Trefferlis-

cher Blogs, die auf ein einzelnes Blog verlin-

ten von Suchmaschinen stoßen auch «nor-

ken. Die Liste wird jeden Mittwoch von Jens

male» Internetnutzer auf Blogs — ob sie sich

Schröder aktualisiert.

dessen bewusst werden oder nicht. ... sehen Sie sich Blogcensus (blogcensus.de)

«Bloggen, das hat doch nun wirklich nichts

an, ein aktuelles Projekt von Dirk Olbertz

mit Journalismus zu tun.»

zusammen mit Jens Schröder, in dem sie

Dass es so einfach nicht ist, zeigt schon die

versuchen, nach und nach alle aktiven

Tatsache, dass viele populäre Blogs von

deutschsprachigen Blogs zu zählen. Aktuell

professionellen Journalisten geschrieben

kommen die beiden auf 133.300 Blogs.

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Blogwerk — Die Geschichte bis heute

Die Blogwerk-Idee entstand im November

heute auf medienlese.com rund 350 werk-

2005 in einem Instant-Messaging-Fenster,

tägliche Folgen von «6 vor 9» ohne einen

konkret: in Google Talk. Andreas Göldi und

einzigen Aussetzer bewältigt hat.

Peter Hogenkamp, die sich seit 1992 kennen, seit 1994 im Web sind und seit 2004 blog-

Im September 2006 stiess Peter «Pit» Senn-

gen, chatteten über aktuelle Entwicklungen

hauser zum Team, der erste Profijournalist,

auf dem US-Blogmarkt und das Potenzial

der als freier Auslandskorrespondent aus

eines kommerziellen Blognetzwerks für den

San Francisco für Schweizer Publikationen

deutschsprachigen Raum.

berichtete. Zunächst wollte er nur das auch für neuerdings.com und medienlese.com

Die Idee wogte hin und her, aber die bei-

machen, doch schnell wurde daraus viel

den – der eine gerade auf dem Absprung

mehr. Heute ist Sennhauser als Chefredaktor

ins Sabbatical, der andere am Ende seiner

gesamtverantwortlich für die Inhalte aller

«Babypause» – konnten sich nicht recht

Blogs und ist zugleich das «publizistische

entscheiden.

Gewissen» von Blogwerk.

Zwei Tage vor Beginn der Computermes-

Im Februar 2007 entdeckte unser Talent­

se CeBIT am 9. März 2006 entschlossen

scout Ronnie das gerade erst lancierte neue

sie sich spontan zu einem «Pilotblog» von

Journalismusblog von Florian Steglich, den

der Messe. Über die Domain konnte nur

wir vom Fleck weg engagierten und der heu-

kurz nachgedacht werden, man wollte eine

te stellvertretender Chefredaktor ist. Nicht

.com-Adresse, um nicht auf die Schweiz oder

unerwähnt sei Lea Barmettler, die seit März

Deutschland festgelegt zu sein. Kurze Zeit

alles macht, was draussen niemand sieht.

später stand neuerdings.com. Hogenkamp reiste nach Hannover, fotografierte und

Alle können wir nicht erwähnen, denn das

telefonierte, Göldi sass zu Haus und schrieb.

Team wuchs auf heute 31 Mitglieder, davon

neuerdings.com zog in den ersten Tagen

9 mit fester Anstellung und 22 Freelancer.

rund 2000 Besucher an und die beiden emp-

Letztere werden von Blogwerk nach einem

fanden den Test als gelungen.

Punkteschlüssel mit sechs Aufwandklassen bezahlt — und sie schreiben so kurz oder

Im Mai 2006 wurde die Blogwerk AG mit Sitz

lang wie sie es für nötig halten.

in Zürich gegründet. Mitarbeiter Nummer 3 wurde HSG-Student Damian Amherd, der

Von diesen 31 Blogwerkern leben nur vier

heute noch für Blogwerk schreibt; kurze Zeit

nahe beieinander (im Grossraum Zürich), alle

später stiess Ronnie Grob zum Team, der bis

anderen sind verstreut über mehrere Länder

weiterlesen S. 6

6


Page Impressions 500‘000 450‘000 400‘000 350’000 300’000 250’000 200’000 150’000 100’000 50’000

0

Sept.

Okt.

Nov.

Dez.

Nov.

Dez.

Jan.

Feb.

März

April

Mai

Juni

Juli

Aug.

Sept.

Feb.

März

April

Mai

Juni

Juli

Aug.

Sept

Okt.

Nov.

Okt.

Nov.

Unique Clients 150’000 140’000 130’000 120’000 110’000 100’000 90’000 80’000 70’000 60’000 50’000 40’000 30’000 20’000 10’000 0

Sept.

Okt.

Jan.

.

Page Impressions: Seitenabrufe pro Monat auf allen Blogwerk-Blogs seit September 2006, Unique Clients: Anzahl verschiedener PCs pro Monat.

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Blogwerk — Die Geschichte bis heute

und sogar über drei Zeitzonen. Wir kommu-

Im März 2007 wurde imgriff.com zum

nizieren per E-Mail, Wiki, Skype, Google Talk,

Thema Arbeitsproduktivität lanciert, im Juli

Telefonkonferenzen und SMS. Die Arbeit in

fokussiert.com (Digitalfotografie als Hobby

diesem verteilten Team ist ungewöhnlich,

und Kunstform), und Ende November folgte

aber für alle Beteiligten sehr spannend.

fraulich.com. Damit wagen wir uns erstmals

Dass die Zugriffszahlen von Monat zu Monat

auf ein Terrain vor, wo wir selbst nicht die

recht atemberaubend wachsen, spornt alle

Texte schreiben können. Umso mehr wün-

zusätzlich an.

schen wir Redaktorin Ruth Bossart und ihrem Team viel Erfolg.

Unser Selbstverständnis ist eher das eines klassischen Verlags als eines losen Haufens

Blogwerk betreut auch Blogs für Firmenkun-

von Bloggern. Bis heute fühlen wir uns

den: Erst vor wenigen Tagen lancierten wir

manchmal etwas in der Zwickmühle, wie

ein Reiseblog unter blog.ebookers.ch. Wir

wir das, was wir machen, eigentlich nennen

wollen kein klassisches «Corporate Blog»

sollen. Sagen wir «Blogs», denken viele an

machen, sondern ein Online-Reisemagazin

die unsägliche Umschreibung «Online-Tage-

mit dem Absender des grössten Schweizer

bücher», die es natürlich gibt, aber die doch

Online-Reisebüros.

nur eine Ausprägung des inzwischen unendlich vielfältigen Phänomens «Blogging» sind.

Bis heute sind wir begeistert vom Medium

Sagen wir aber «Online-Fachmagazine»,

Blog und natürlich haben wir noch viel vor.

finden wir das wieder blutleer und langwei-

Wer mitmachen will, <pathos> die Blogwerk-

lig – denn so erfassen wir nicht den Reiz des

Geschichte weiterzuschreiben </pathos>:

Bloggens, dem wir doch alle erlegen sind.

Unter blogwerk.com/jobs geht‘s los.

Chefredaktor

Peter Sennhauser

8

Peter Sennhauser (41) war schon online, be-

als Vollblut-Geek für tech-

vor das World Wide Web die Medienwelt auf

nisches Spielzeug. Seit 2004

den Kopf zu stellen begann. Als Parlaments-

lebt und arbeitet Peter in San

berichterstatter beim Berner «Bund» und

Francisco am Eingang zum Silicon

Ressortleiter «E-World» der Wirtschaftszei-

Valley. Seit September 2006 schreibt er für

tung «Cash» interessierte er sich genauso für

Blogwerk, seit März 2007 ist er als vollamt-

politische Konsequenzen und gesellschaft-

licher Chefredaktor verantwortlich für alle

liche Auswirkungen der Digitalisierung wie

Blogs.


http://neuerdings.com/

Über neuerdings.com

Live gebloggt

Mit neuerdings.com fing alles an. Das Gadget- und Technikblog war

Es macht nicht immer Spaß, das Live-

das erste Weblog der Blogwerk AG, sozusagen der Testballon für alle

bloggen. Wenn es in der Warteschlange

weiteren — und der Test gelang. neuerdings.com gehört mit durch-

vor dem T-Punkt in Köln zu regnen be-

schnittlich 6.000 Besuchern am Tag zu den grössten deutschspra-

ginnt, wenn das WLAN in der Messehal-

chigen Blogs, und das Wachstum der Zugriffszahlen von Monat zu

le permanent ausfällt, dann wünscht

Monat verblüfft uns manchmal selbst. Diesen Erfolg verdankt es ganz

man sich, man würde in Ruhe den

wesentlich seinen ausführlichen Testberichten. Wir mögen die kur-

neuen DVD-Player im eigenen Wohn-

ze, spaßige Meldung zum neuesten Technikspielzeug sehr, wir lieben

zimmer testen. Aber spätestens wenn

auch die Gadget-Gerüchteküche, aber wirklich stolz sind wir auf die

es Kommentare zu den Liveartikeln ha-

fundierten, oft mehrteiligen Gerätetests, die den echten Nutzwert von

gelt, wenn der Server ächzt, wenn auf

neuerdings.com ausmachen. Durch die Autoren Peter Sennhauser und

Handy und Diktat umgestiegen wird,

Andreas Göldi, die beide in den USA leben, können wir Produkte unter

um einen Blogeintrag zu vollenden,

die Lupe nehmen, lange bevor sie auf den europäischen Markt kom-

weiß man wieder: Es lohnt sich, was

men. Ob das iPhone, der Asus-EEE-Laptop oder Amazons E-Book-Le-

man da macht.

segerät Kindle — neuerdings.com hatte sie alle in den Fingern. Bei den Tests stehen nicht die «Tech Specs», die harten Fakten zur Leistung,

Liveblogging ist eine Spezialität von

im Vordergrund, sondern der Alltagsnutzen, die Bedienbarkeit und das

neuerdings.com.

Am

Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir berichten konsequent aus Nutzerpers-

bis

Liveberichterstattung

pektive.

vom iPhone-Verkaufsstart in den USA.

dato:

Die

spektakulärsten

neuerdings.com war gleich mit zwei neuerdings.com ist seit März 2006 online und wird derzeit von sieben

Autoren vor Ort — in zwei Städten, in

Autoren betreut.

zwei Bundesstaaten, in zwei Zeitzonen: Andreas Göldi stand in Boston in der Warteschlange, Peter Sennhauser in San Francisco. Wir wollten unbedingt ein Testgerät ergattern. Am Ende hatten wir zwei, was sich als perfekt für eine arbeitsteilige Testserie erwies. Noch am selben Wochenende waren mehrere iPhone-Artikel online. Und wir kennen kein einziges deutschsprachiges Medium, das einen vergleichbaren Aufwand betrieben hat, um sich eine eigene Meinung über das «Gadget des Jahres» zu bilden.

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http://neuerdings.com/2007/11/09/asus-eee-pc-701-test-fazit-zwerg-mit-riesenpotenzial/

Von Peter Sennhauser am 9. November 2007 um 15:09 Uhr Kommentare (18) Kategorien: Portables, PC, Wunschgeräte, Tests

Asus EEE PC 701 Test IV/IV

Fazit: Zwerg mit Riesenpotenzial Der Asus EEE PC 701 ist nicht nur ein kleines Schmuckstück — der winzige Linux-Rechner hat das Zeug, zum Kultmaschinchen von Bloggern und Bastlern und zur Schreib- und Webmaschine von Oma zu werden. Ein Wermutstropfen ist der zu kleine Bildschirm. Ansonsten stimmt an dem Gerät — bei dem Preis — fast alles. Kleine Geräte, die viel können, sind bei Technikfans beliebt. Kleine Geräte, die viel können und noch mehr Spielraum für Erweiterungen lassen, haben Kultpotenzial. Der Asus EEE PC gehört zweifellos in diese Kategorie. Aber er wird nicht nur Geeks begeistern. Der EEE PC ist wohl als billige, kleine Arbeitsmaschine für anspruchslose Einsteiger konzipiert worden. Dank schlankem, kostengünstigem Linux und Hardware-Komponenten, für die noch vor wenigen Jahren Tausende von Euros fällig waren, löst er mehr als dieses Versprechen ein. Der EEE ist vielleicht der erste Notebook-Computer, dessen innere Werte begeistern, während das Handling ein wenig Anlass zum Meckern gibt. Bisher wars eher umgekehrt: Grosse Bildschirme und ergonomische Tastaturen, hinter denen der Anwender gähnend auf seine Software warten musste. Der EEE PC startet sein Linux nicht nur in Sekunden, er geht dank des schnellen SSDSpeichers auch mit Dateien recht flott um, findet Funknetzwerke selbsttätig und brilliert als Internettelefon mit Skype genauso wie als kleine Jukebox. Im Test der Kollegen von der «Notebook-Review» schlägt ein mit Windows XP ausgestatteter EEE PC seine ausgewachsenen Notebook-Kollegen mit Vista beim Booten des Betriebssystems um Längen und kann bei Anwendungsbenchmarktests beinahe mithalten. Er ist ausserdem so winzig klein und leicht, dass man ihn beinahe überall hin mitnehmen möchte. In seinen kleinen Abmessungen aber steckt das grösste Manko: der Bildschirm. Die sieben Zoll Diagonale sind nicht so sehr das Problem — schliesslich gucken wir uns ja auch Webseiten auf Handydisplays an. Die haben aber heute bereits eine Auflösung, die jener des EEE-Monitors gefährlich nahekommt. 800 mal 480 Bildpunkte sind einfach zu wenig. Nichts ist auf diese Abmessung ausgelegt; das kleinste, mit dem sich Software in den letzten zehn Jahren auf PCs herumschlagen musste, waren 800 mal 600 Bildpunkte. Das gesagt, sind wir mit der Kritik an der Hardware beinahe durch: Dass ein Winzgerät von der Grösse dreier Schokoladentafeln keine Tastatur für Holzfällerhände bietet, war von vornherein klar, und das Keyboard ist trotz seiner Gedrängtheit recht angenehm zu benutzen. Schliesslich muss aber noch bemerkt werden, dass die Webcam, die offenbar volle 30 Euro oder 50 Franken Preisunterschied vom billigsten zum zweitbilligsten Modell rechtfertigt, mit der vorinstallierten Linux-Software praktisch nicht zu gebrauchen ist. Nachdem ich endlich

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Autoren bei neuerdings.com:

Damian Amherd

Damian Amherd (23) stiess Mitte 2006 zu Blogwerk, wo er vor allem für

neuerdings.com

schreibt.

Er

interessiert sich für alles, was mit rausgefunden habe, wie man weitere Linux-Programme installieren kann, obwohl Asus die IceWM-Benutzeroberfläche des Xandros-Linux

Computern, Internet und Gadgets zu tun hat, und besitzt auch gerne das

weitgehend kastriert hat, brachte das videofähige Skype 2.0 (Beta für

neueste Technikspielzeug (der Amiga

Linux) die Wahrheit an den Tag: Die Kamera wird nicht erkannt. Das

500 ist in seinen Augen jedoch immer

steht auch auf den Websites von Asus — lediglich unter Windows XP

noch unerreicht). Seit einigen Jahren

sei sie auch für Video-IM zu nutzen.

ist Damian auch im Internet präsent — zuerst mit eher rudimentären HTML-

Damit wären wir bei der Software, und so mancher gespannte EEE-Interessent wird mit Freuden hören, dass sich auf der kleinen Maschine Windows XP nicht nur installieren lässt, sondern — nach ein bisschen Anpasserei — auch hervorragend läuft.

Pages auf Geocities, inzwischen mit einem eigenen Blog. Zurzeit wohnt er in Mikkeli, Finnland, und studiert dort Betriebswirtschaftslehre.

Aber von Haus aus kommt der EEE mit Linux. Nachdem ich zwar im Software-Test einiges an der unflexiblen Oberflächengestaltung durch Asus bemängelt habe, muss ich jetzt, nachdem ich endlich Zugriff auf die Konsole gekriegt habe und das Rechnerlein bereits um die Grafikanwendung GIMP, den Startknopf von IceWM und die vier virtuellen Arbeitsflächen erweitert habe, festhalten, dass ich wohl bei Linux bleiben werde. Das freie Betriebssystem bietet nämlich vor allem Unmengen an winzigen, blitzschnellen Anwendungen für jeden Zweck,

Kurt Haupt

die zusammen mit den verblüffend leistungsfähigen Komponenten des EEE meinen drei Jahre alten und fast zehnmal so teuren Sony-VaioSubnotebookrechner buchstäblich alt aussehen lassen. Ein Celeron-Mobile-Prozessor mit einer Taktrate von weniger als einem Gigahertz, 512 MB Arbeitsspeicher, 4 GB Festspeicher, drei USB-

Kurt Haupt (46) will es wissen: Er traut weder Pressemitteilungen noch Pro-

Anschlüsse und einem SD-Speicherkärtchenslot — mehr, glaube ich

spekten, sondern glaubt grundsätz-

nach zwei Tagen festgestellt zu haben, brauche ich unterwegs nicht.

lich nur an Produkte, die er selbst in

Bedenkt man zudem, dass eine Version mit 8 GB Speicher und 1 GB

Händen gehalten hat. Entsprechend

RAM verfügbar wird, dann bleiben wenige Wünsche offen (der nach

verkabelt, blinkend und funkend ist

ein paar Megapixeln mehr Display gehört allerdings dazu).

deshalb inzwischen auch sein Ar-

Das Schönste allerdings ist, dass der Asus EEE PC 701 sein Publikum wohl an zwei Enden des Spektrums finden wird: Er ist ebenso als robustes, kleines Werkzeug für die reinen Anwender mit Basisbedürfnissen geeignet, als er bei den Bastlern und Schraubern auf Begeisterung stossen wird.

beitsplatz; sein Heimbüro erobert zunehmend die ganze Wohnung. Seit 15 Jahren verbindet er sein Computerwissen mit Schreibwut und versorgt als freier Journalist Tageszeitungen und Fach-

Asus hat hier womöglich im Windschatten des 100-Dollar-PC-Projekts einen Kult geschaffen.

zeitschriften in der Schweiz mit Fachbeiträgen zu Informatik und Technik. 11


http://neuerdings.com/2007/11/17/tomtom-go-720t-test-das-navi-als-spion/

Von Kurt Haupt am 17. November 2007 um 11:50 Uhr Kommentare (3) Kategorien: Navigationssysteme, Tests

TomTom GO 720T Test III/III

Das Navi als Spion Im Test des Navigationsgeräts TomTom Go 720T stiess neuerdings.com auf eine bedenkliche «Zusatzfunktion»: Das Gerät speichert insgeheim Fahrdaten. Bei Unfällen könnten die zur Belastung für den Navi-Besitzer werden. Bei TomTom reagierte man überrascht auf die Anfrage von neuerdings.com. Eine Besonderheit der meisten TomTom-Navis ist das proprietäre Verkehrsinfosystem TomTom Traffic. Während die ganze Konkurrenz dabei auf das TMC-System setzt, muss sich das GO 720T diese Infos via Handy holen. Bei TMC werden Verkehrsinfos wie Stau- und Sperrmeldungen über die gewohnten Radiosender verbreitet. TomTom sammelt dagegen diese Infos selbst und verkauft sie als kostenpflichtigen Zusatzdienst. Das hat den Nachteil, dass Stauinfos nur zur Verfügung stehen, wenn man sein Mobiltelefon dabei und mit dem TomTom gekoppelt hat. Ferner muss man neben den Abo-Gebühren auch noch den GPRS-Traffic beim Netzanbieter bezahlen. In unserem Fall läpperten sich die Kommunikationskosten im Testmonat auf über 10 Euro (15 Franken) zusammen. Qualitativ konnten wir keine Vorteile bei der TomTom-Lösung finden. Testfall waren zwei Sperrungen von schweizerischen Staatsstrassen, die bereits Tage im Voraus angekündigt und publiziert waren. TomTom liess uns voll gegen die Strassensperre fahren und bürdete uns dann 15 Kilometer Umweg auf. Allerdings kannte auch das kostenlose TMC-System die Sperre nicht. Inzwischen scheint auch TomTom nicht in jedem Fall von den Vorteilen der eigenen Lösung überzeugt zu sein. Zahlreiche neue TomTom-Modelle werden deshalb mit TMC-Empfängern ausgeliefert. Das TomTom GO 720 unterstützt glücklicherweise sowohl TMCpro als auch TomTom Traffic. Um TMC zu nutzen, muss eine kleine Wurfantenne an das Navi gestöpselt und an der Windschutzscheibe mittels Saugnapf befestigt werden. Laut einer Ankündigung soll TomTom Traffic stark verbessert werden. Dazu erhält TomTom vom Handyanbieter Vodafone die anonymisierten Positionsdaten von Hunderttausenden von Handys. Mit den Bewegungsprofilen der Handys lässt sich dann eruieren, wo der Verkehr stockt. Das Navi als Fahrtenschreiber Aufregung verursachte in der Presseabteilung von TomTom unsere Frage, ob das Gerät im Geheimen als Fahrtenschreiber arbeitet. Misstrauisch machte uns dabei die Anfrage der PCSynchronisationssoftware. Diese wollte nämlich Gerätedaten an TomTom übermitteln, um inskünftig Routen- und Zeitberechnungen zu optimieren.

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Autoren bei neuerdings.com:

Kathrin Granne- mann

Kathrin (23) ist seit fast neun Jahren Artistin im Medienzirkus — von Tageszeitung bis Online-Musikmagazin war alles dabei. Ende 2006 Ist das Navi also eine Art Blackbox? Muss man nach einem Unfall riskieren, dass Ermittlungsbehörden Zugriff auf diese Blackbox verlangen und so vielleicht nachweisen, dass man 12 Stunden nonstop

führte sie der Weg in die Welt der Blogs. Inzwischen schreibt sie nicht mehr nur in ihrem eigenen Blog, son-

oder zu schnell unterwegs war?

dern auch für neuerdings.com. Tech-

Die Antwort bleibt offen. TomTom versichert, dass die an sie über-

nik ist seit jeher ein wichtiges Thema

mittelten Daten anonymisiert sind, nicht an Dritte weitergegeben und

in ihrem Leben. Wenn Kathrin nicht

nach der Übermittlung im Gerät gelöscht werden. Was allerdings das

gerade ihren RSS-Reader nach neuen

Problem «Fahrtenschreiber» nicht löst.

und interessanten Nachrichten durch-

TomTom gibt zu den Blackbox-Funktionen folgendes Statement ab:

«Auf dem TomTom werden Routingdaten gespeichert. Das bedeutet,

forstet, studiert sie in Bochum und arbeitet auf den geplanten BA-Titel hin.

dass die Route vollständig aufgezeichnet wird und die Geschwindigkeit rekonstruiert werden kann. Eine Fahrt von drei Stunden braucht rund 6 Kilobyte Speicherkapazität und beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit des TomTom nicht. Die Daten werden beim nächsten Update mit TomTom HOME an TomTom anonymisiert übermittelt und dabei gleich vom Gerät gelöscht.» Und versichert auch die guten Absichten hinter diesem Projekt:

Nunzio Mannino

«TomTom möchte die Benutzer schneller und effizienter zu ihrer Destination bringen. Mit dem Analysieren von aktuellen Daten und der Kombination dieser Daten mit älteren Statistiken von vielen TomTomBenutzern kann ein solches Modell nachgebildet werden, welches der

Nunzio (25) ist seit zwölf Jahren

Errechnung einer treffenden realistischen Ankunftszeit beim Zielort

täglich auf seinen Streifzügen durchs

dient.»

Internet anzutreffen. Im November 2001 hat er das Medium Blog

Die ganze Problematik hinterlässt einen schalen Beigeschmack.

für sich entdeckt, anfangs als In-

TomTom sollte schleunigst die Software so anpassen, dass man die

formations- und Gossip-Plattform

Aufzeichnungsfunktion im Gerät dauerhaft deaktivieren kann.

seiner Gymnasiumsabschlussklas-

Fazit: Das TomTom Go 720T ist momentan wohl das Navi mit den meisten Nebenfunktionen. Ein Teil davon ist clever, ein Teil nur halbherzig umgesetzt. Als reiner Pfadfinder von A nach B leistet das

se, später als Mittel zur persönlichen Publikation. Die Freude am Schreiben und die Faszination

GO 720T zuverlässig, was es muss, und lässt sich vor allem simpel be-

für technische Geräte — Nunzio

dienen. Der Hersteller täte aber gut daran, die zahlreichen Kanten der

drückt auch heute noch gern

Software zu beheben und vor allem auch die OVI- und Adressdaten

Knöpfchen, wo‘s nur geht —

vom Legasthenie-Touch zu befreien.

führte

ihn

Mitte

2007

zu

neuerdings.com. Nunzio ist in den Tiefen der Ostschweiz aufgewachsen und lebt heute in Zürich.

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Kommentare zu Beiträgen auf neuerdings.com

http://neuerdings.com/2007/05/21/kein-nd-ig-in-china/

China zeigt neuerdings.com die kalte Schulter 11 Kommentare

martin schrieb am 21. Mai 2007, 19:59 Uhr

Auf jeden Fall rechne ich es Blogwerk hoch an, dass gerade in diesem Beitrag Cisco Systems zumindest ein wenig kritisiert wird, obwohl ihr im Moment on top einen Flash-Banner vom eben genanntem Unternehmen eingebunden habt — das spricht doch sehr für eure journalistische Glaubwürdigkeit! Martin kommentiert einen Beitrag darüber, dass neuerdings.com aus China nicht erreicht werden kann (und Cisco bekanntlich die Hardware für das Filtering geliefert hat).

http://neuerdings.com/2007/11/09/samsung-f700-qbowl-vodafones-iphone-konter/

Samsung F700 Qbowl: Vodafones iPhone-Konter 10 Kommentare

lars schrieb am 2. Dezember 2007, 04:02 Uhr

Ich hab mir iPhone und Qbowl genau angesehen und verglichen und mich fürs iPhone entschieden. Der Hauptgrund für mich war die eindeutig bessere Haptik. Das Qbowl ist im Vergleich miserabel und billig gefertigt. Sobald man mit dem Finger etwas Druck auf den Batteriedeckel ausübt, knarzt und ächzt das Plastik.

http://neuerdings.com/2007/11/25/amazon-kindle-im-test-ivivfazit-besser-als-man-denkt/

Amazon Kindle im Test (IV/IV): Fazit: Besser als man denkt 2 Kommentare

Hans schrieb am 26. November 2007, 12:22 Uhr

Danke erstmal für den extrem detaillierten und differenzierten Test zum Kindle, sowas ist wirklich selten! Zur öffentlichen Kritik am Gerät: Was glaubst Du, wie viele Leute aus Prinzip über Windows Vista schimpfen, ohne je damit gearbeitet zu haben? Das ergeht dem Kindle nicht anders. Geltungssucht und zwanghaftes Mitteilungsbedürfnis sind gesellschaftliche Symptome unseres WWW-Zeitalters, denen man selber oft erliegt. Siehe Blogosphäre. :-) Ich persönlich finde das Teil grottenhässlich, ein totaler Griff ins Design-Klo, aber das ist Geschmackssache. Wenn die Praxis überzeugt, würde ich ihn trotzdem kaufen — nur kann man sich den Luxus, ein Gerät “mal eben so” zu erwerben und ausführlich zu testen, kaum leisten. Die Zeit für E-Books ist IMHO längst reif, der Umdenkprozess setzt langsam ein. Natürlich habe ich zu Hause auch lieber Musik-CDs (früher LPs) in der Hand und blättere in Booklets — bin aber trotzdem froh, nicht mit 5 Umzugskartons in Urlaub fahren zu müssen, weil eben alle meine Musik auf einen einzigen MP3 Player passt. Wo ist da der Unterschied zwischen Buch und E-Book? Jede Form hat ihre Berechtigung, Koexistenz ist die Lösung!

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http://medienlese.com/

Über medienlese.com

6 vor 9

Unterhaltsamer, kritischer Medienjournalismus mit Bloggeschmack:

Täglich

Das ist das Ziel von medienlese.com, unserem zweitältesten Blog. Na-

immer um 6 Minuten vor 9 Uhr,

turgemäß räumen wir dort dem Medium Internet viel Platz ein. Recht

und das schon seit über 300 Ta-

unbeeindruckt von Keynote-Vorträgen auf Branchentreffs schauen wir

gen — die Rubrik «6 vor 9» ist das

uns an, wie sich die etablierten Medienunternehmen auf dem Web-

Fundament

von

Montag

von

bis

Freitag,

medienlese.com.

Parkett bewegen — oft bissig, aber eigentlich mit dem tiefen Wunsch, Erfolge beklatschen zu können. Denn wir glauben nicht an den unzu-

In der allmorgendlichen Presseschau

schüttbaren Graben zwischen Print und Online, TV und Online, Radio

empfiehlt medienlese.com-Autor Ron-

und Online. Wir beobachten deshalb alle Mediengattungen, behandeln

nie Grob sechs bemerkenswerte Arti-

die sogenannte Blogosphäre gleichwertig und machen ab und zu Aus-

kel zu Medienthemen. Ob «FAZ» oder

flüge in die Abteilungen «Buch» und «Film». Wir müssen nicht jedes

«Titanic», «NZZ» oder «Neon», ob

Thema mitnehmen, sondern widmen uns im Gegenteil auch mal den

der Online-Auftritt eines Fernsehsen-

abseitigen Erscheinungen auf dem Markt — in der Serie «Zeitschriften

ders oder ein privates Weblog — die

im Test» kommt uns dabei auch ein Modelleisenbahner-Magazin in die

Quelle ist sekundär, der Inhalt zählt.

Finger (und schneidet gar nicht mal so schlecht ab!). «6 vor 9» verweist auf Kurzes und medienlese.com ist seit August 2006 online und wird derzeit von vier

Langes, Ernstes und Lustiges und im-

Autoren betreut.

mer wieder gerne auf neue ungelesene Perspektiven.

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http://medienlese.com/2007/09/23/wie-dossiers-spass-machen/

Von Ole Reißmann am 23. September 2007 um 18:31 Uhr Kommentare (0) Kategorien: Allgemein, Online

Wie Dossiers Spaß machen

Googles automatisch generierte Nachrichten-Cluster und Internet-Suchroboter zeigen zwar, dass Computer Texte auch inhaltlich verstehen können, aber noch ist ein wirklich schickes Dossier das Werk von Menschenhand. Im Internet warten gigantische Archive mit Unmengen hervorragender Texte auf den Leser. Allein: Der klickt sich auf der Startseite seines geschätzen Online-Mediums durch die Nachrichten der letzten Viertelstunde. Deswegen gibt es eigens eingerichtete Übersichtsseiten, auf denen die sorgfältig mit Schlagwort versehenen Artikel zu einem Thema zugänglich sind. Heraus kommen dabei leider noch viel zu oft ellenlange Listen mit Nachrichten zwischen Relevanz und Firlefanz. So kann man es besser machen — fünfmal «mehr Dossier»: 1. Mehr weniger: Wer schon auf der Eingangsseite eines Dossiers mit Hunderten von Links auf Tausende Texte erschlagen wird, liegt ermattet darnieder und ringt um Luft. Dabei wollte er doch nur den aktuellen Stand eines Themas ansehen: Was waren die entscheidenden Ereignisse, was sind die wirklich relevanten Entwicklungen? Wenige gute und umfassende Artikel statt Kurzmeldungsbombardement machen ein Dossier aus. 2. Mehr Arbeit: Ein gutes Dossier braucht eine Einleitung. Worum geht es, wie ist das Thema abgesteckt, was waren die zentralen Ereignisse. Gerade bei einer Vielzahl kleiner wie aktueller Meldungen lohnt sich ein zusammenfassender, einordnender Text — der unter Umständen erst noch geschrieben werden muss. Eine Zeitleiste, ein chronologischer Abriss wäre eine vortreffliche Idee. Die filternde Hand des Journalisten kommt hier zum Einsatz und verschafft den nötigen Überblick. 3. Mehr sehen: Bilder, Videos und Töne brauchen einen zentralen Platz im Dossier. Was nützen mir zehn Bildergalerien in zwanzig verschiedenen Texten — ich möchte interessante und relevante Bilder sofort.

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Autoren bei medienlese.com:

Ronnie Grob

Ronnie (32) surfte 2001 bei einer Google-Suche das erste Mal auf ein Blog. Bald hatte er alle Einträge gelesen und die der Vormonate 4. Mehr wagen: Das nach wie vor große Tabu in der Medienlandschaft: Links nach «draußen». Gute Dossiers loben nicht nur den eigenen Content, sondern verweisen auch auf andere gute Texte. Hier hinken

auch. Er folgte den Links. Er merkte, dass es auch noch andere Blogs gibt. Er begann, da und dort zu kommen-

die Online-Ableger der etablierten Medienhäuser dem Internet noch

tieren. Er eröffnete ein eigenes Blog.

hinterher. Klar, man möchte den Besucher auf der eigenen Site halten,

Er merkte, dass ihm das Schreiben

möglichst lange soll er bleiben, möglichst oft klicken. Andererseits

und das Verlinken Spass machte. Seit

kommt der Leser gerne zurück zu einer Site, die ihn ernst nimmt und

August 2006 schreibt er für medienle-

vorbehaltslos auch auf andere Angebote hinweist. 5. Mehr verknüpfen: Die New York Times macht es vor: Technik macht heute viel möglich, etwa automatisch generierte Seiten zu Firmen oder

se.com und bloggt seit Mai 2007 auch privat unter ronniegrob.com. Ronnie lebt vorwiegend in Berlin.

Personen. Außerdem gut: ein Register mit relevanten Personen. Eine Liste mit Stichwörtern zum Thema — verknüpft mit entsprechenden Artikeln. Dossiers können dem Leser Spaß machen — wenn eine Redaktion entsprechend Arbeit investiert. Ansprechende Dossiers oder Themenseiten, die mehr sind als bloßes Sammelbecken, gibt es noch nicht per Mausklick. Die Technik, mittels Schlagwörtern und automatischer Text-

Ole Reissmann

analyse Themencluster zu bilden und die Relevanz eines Dokuments über Verlinkung und Nutzung zu ermessen, mag verfügbar sein. Die Redaktionssysteme müssen erst noch angepasst und fortentwickelt werden. Auch die sonst so fortschrittlichen Blogger müssen sich umständlich selbst behelfen: Über Plugins kann eine «Ähnliche Artikel»-Funktion

Ole (24) ist in Großhansdorf bei Hamburg aufgewachsen und hat an der

nachgerüstet werden, die anhand von Worthäufigkeiten Zusammen-

Universität Bremen Politikwissen-

hänge erkennen möchte. Das funktioniert rein technisch zwar super,

schaft gelernt. Dort arbeitete er für

aber nicht selten frei von Sinn.

das Forschungsjournal «Neue Soziale Bewegungen». Zurzeit studiert er Journalismus an der Hamburg Media School. Er arbeitet in der Schlussredaktion von «Spiegel Online» und für das Zeitgeschichteportal «einestages» und schreibt seit August für medienlese.com. Eines seiner dort gepflegten Steckenpferde

ist

modernes

Editorial Design.

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http://medienlese.com/2007/08/30/im-test-loki/

Von Ronnie Grob am 30. August 2007 um 13:59 Uhr Kommentare (2) Kategorien: Zeitschriften, Test

Im Test: LOKI

LOKI, kurz für Lokomotive, nennt sich «das führende Schweizer Magazin für den Modellbahnfreund». Auch wenn wir von Modellbahnen gar nichts verstehen, lesen und testen wir es. Wenn Peter und ich nicht gerade Texte schreiben für Blogwerk, dann sind wir zusammen in unserem Hobbyraum bei unserer Anlage und fahren unsere Bahnen im Kreis — nein, das ist nicht die Wahrheit. Wahr ist aber, dass Peter mir letzte Woche die Ausgabe 3/2006 der LOKI mitgebracht hat. Und dass ich darauf am Bahnhofskiosk Zürich einen jungen Hippie, der Zeitschriften einräumt, nach langem, erfolglosem Suchen leise gefragt habe, ob er auch was zu «Eisenbahnen» hätte. Worauf er mir sehr gewissenhaft die richtige Reihe zeigte. Worauf ich mich bedankte. Worauf ich mich räusperte. Worauf ich das aktuelle Exemplar an der Kasse bezahlte. Und dann sofort tief in meinen Rucksack versenkte. Im Test: Die Ausgabe 7—8/2007. Zielgruppe — Häusliche Männer in karierten Hemden, oft zwischen 40 und 70. Offiziell klingt das so: «Aktive Modelleisenbahner, Anlagenbauer, Modellbauer, Sammler, Freunde der Modelleisenbahnen, Vereine, Vereinigungen sowie der Fachhandel.» Titelseite — Ein braunes Cover mit einer braunen Lokomotive drauf, dahinter ein gelbes Postauto. Irgendwie ein Reisser. «GE 6/6 der RhB - Rhätische Krokodile», das sagt einem Outsider vermutlich nicht mehr und nicht weniger als ... überhaupt nichts. Aufmachung — Unaufgeregte, vielleicht etwas spiessige Schrift auf vor allem weissem Hochglanz. Wenige gestalterische Überraschungen und wenn, dann eher misslungen. Gute bis sehr gute Fotos. A4. Preis — CHF 11.80/8.10 Euro pro Ausgabe. 20 Franken für drei Ausgaben. 111 Franken für 11 Ausgaben. Auslandsabopreise auf Anfrage. Inhalt — Der neugierige Leser erfährt schon auf der Titelseite: Das hier ist ein Fachmagazin. Wenn du keine Ahnung hast und dir auch keine Ahnung verschaffen willst, dann geh wieder nach Hause. Die LOKI ist was für Kenner, für Könner, für Wissende. Als Beispiel führen wir eine Anzeige auf Seite 64 an, Rubrik «Spur H0»: «Lima TEE-Wg. 1Apüm 309167 1 Avüm 309168 1 WRmh 3 09217 30 - 1 NPZ EW» o. Schwenkt. 10- 1 Güterwg. 303570 1Wg 3090 44 1Eaos 3090453 K 2 SBB 303546 40- alle Wg o. KK OK.» Das wirkt etwas wie eine Religion, von der Nichteingeweihte ausgeschlossen sind. Die Inserenten sind übrigens ohne Ausnahme männlich und heissen Alois, Daniel, Fredy, Heinz, Jürg, Karl-Heinz, Max, Peter, Ruedi, Simon, Urs oder Werner.

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Autoren bei medienlese.com:

Klaus Jarchow

Klaus (54) lernte früh, sich mit Sprache zu wehren. So geriet der ausgebildete Historiker an den Journalismus, an das politische PresseHighlight — Der hervorragende Text von Werner Schaffner ab Seite 78, in der er seine eigene Anlage rund um den fiktiven Ort Altstätten AG vorstellt. Es gelingt ihm darin, dem modellbahnfernen Leser Anhalts-

sprechertum und — ach! — auch in die Werbung. Heute lebt er als «Gebrauchsschriftsteller» und «Ghost-

punkte über die eigene Faszination zu vermitteln. Er erzählt, wie er in

writer» in Bremen, er verfasst Selbst-

den 1960er-Jahren, als das Familienauto noch keine Selbstverständ-

darstellungen, Reden, Editorials etc.,

lichkeit war, bei Bahnfahrten vom Eisenbahnvirus angesteckt wurde:

wozu er den Kunden Worte verleiht.

«Ich erinnere mich noch heute gut an das leicht unheimliche, mulmige

Seit September schreibt er außerdem

Gefühl beim Durchfahren des langen Hauenstein-Basistunnels. Ver-

für medienlese.com.

stärkt wurde dieses Gefühl noch dadurch, dass dann mein Vater mir die schlimmen menschlichen Tragödien schilderte, welche sich beim Bau des Tunnels ereigneten.» Die Vision des Modellbahnfreunds klingt keineswegs kleingeistig, sondern wie die eines grossen Künstlers: «Darstellen möchte ich nicht eine heile Welt, sondern das Leben, so wie es sich an einem Ort präsentiert, wo viele und verschiedene Menschen aufeinandertreffen.» Auch die Aufgaben und Ziele des Modellbahnfreunds werden sehr plausibel geschildert:

Markus Kirchsteiger

«Wichtig ist mir, dass ich einerseits auf der verschlungenen Acht fahren kann, andererseits im Kopfbahnhof Altstätten AG viel Rangierarbeit erledigen darf.» Der sehr schöne und authentische Bericht des von einer Leidenschaft Besessenen schliesst mit:

Markus (20) hat seine ersten journalistischen Erfahrungen mit einem

«Mir ist das Spielen und Träumen mit, aber auch von der Bahn sehr

Wochenmagazin gesammelt, das er

wichtig. Nicht vergessen möchte ich an dieser Stelle, meiner Frau zu

an Familie, Nachbarschaft und in

danken, welche in den vergangenen Jahren viel Verständnis für mein

der Schule verkaufte. Mittlerweile

Hobby aufgebracht hat.»

studiert er an der Fachhochschule Johanneum in Graz Journalismus

Sex-Appeal — Null. Zero. Nada. Nix. Es sei denn, man versteht die in die Tunnels einfahrenden Züge als Ausdruck einer tieferen Sehnsucht. Fazit — Ein Heft wie eine gute Anlage, strukturiert und penibel detailverliebt. Doch auch so spröde und unsexy wie das Synthetikgras auf den Kunststoffhügeln. Überzeugt es denn fachlich? Vermutlich.

und

Unternehmenskommunikati-

on. Der passionierte Leser stieß zunächst als regelmäßiger Leser zu medienlese.com und wurde nach ein paar Monaten auch zum Autor. Er schreibt bei uns

Bewertung — 6/10 Punkte

vor allem über die österreichische Medienlandschaft.

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Kommentare zu Beiträgen auf medienlese.com

http://medienlese.com/2007/06/09/eine-replik-an-stefan-niggemeier/

Eine Replik an Stefan Niggemeier 7 Kommentare

Eva Schweitzer schrieb am 12. Juni 2007, 19:26 Uhr

Ich verstehe die ganze Debatte nicht. Festangestellte sind verpflichtet, ihre ganze Kraft einer Redaktion zur Verfügung zu stellen, Freie arbeiten auf eigene Rechnung und dürfen nicht nur, sondern sollen und müssen ihre Texte so oft wie möglich verkaufen, wie dpa und AP das ja auch tun. Natürlich ist es sinnvoll, mit Redakteuren Absprachen zu treffen, wer wann was druckt und sich dran zu halten. Aber das einzige «Gesetz», das gilt, ist das Urheberrecht und das sieht bei Tageszeitungen einfaches Nutzungsrecht vor. Alles andere ist Verhandlungssache. Wenn ich — nur so als Beispiel — ein Exklusivinterview mit George W. Bush habe, wo er sagt, er ist nur in den Irak einmarschiert, weil er damals besoffen war, kann ich das auch gleichzeitig an Stern, Spiegel und Focus und Al Jazeera verkaufen (in diesem ohnehin eher unwahrscheinlichen Fall empfiehlt sich die Zuziehung eines Agenten und mehrerer Bodyguards). (...) Eva Schweitzer zu einer Diskussion über Mehrfachverwertung von Texten im Journalismus

http://medienlese.com/2007/10/29/12-jahre-alter-online-witz-in-der-nzz-am-sonntag/

12 Jahre alter Online-Witz in der NZZ am Sonntag 10 Kommentare

Jean-Claude schrieb am 30. Oktober 2007, 11:33 Uhr

Die Frage ist natürlich auch: Warum lassen wir Leser uns solchen Schrott unentwegt gefallen. Man hat den Eindruck: Es geht immer schlimmer und dreister in diese Richtung. Das ist nicht Kulturpessimismus, sondern der Zorn eines intensiven und interessierten Lesers über einen Journalismus, der immer mehr verludert und verkindet. So weit unter seinen Möglichkeiten war der Schweizer Journalimus nach meiner Beobachtung seit Jahren nicht. Das hat nichts mit Ideologie zu tun. Mit Können bzw. dem Gegenteil schon eher. (...) Jean-Claude über den Zustand des Journalismus

http://medienlese.com/2007/05/01/mbc-1/

Blogwerk-Medienblogcharts: Ausgabe 1.0 der Top 50 30 Kommentare

Gero von Randow schrieb am 2. Mai 2007, 05:54 Uhr

es fehlt www.zeit.de/meckern ZEIT-Online-Chefredaktor Gero von Randow ergänzt die Medienblogcharts

20


http://imgriff.com/

Über imgriff.com

Die Leserbindung

Schöner arbeiten und besser leben — darum geht es bei imgriff.com,

Bei imgriff.com ist das Publikum

unserem Produktivitätsblog. Hier nehmen wir Methoden und Tricks

König.

unter die Lupe, die beim effizienteren, kreativeren oder einfach an-

scheid und halten mit ihren eige-

genehmeren Arbeiten helfen sollen. Wie genau geht eigentlich Brain-

nen Erfahrungen nicht hinterm Berg.

Unsere

Leser

wissen

Be-

storming? Wie kann man die tägliche E-Mail-Flut bewältigen? Gibt es Strategien gegen die ewige Prokrastination, gegen das, was man frü-

Wenn wir einen Dateimanager für Win-

her «Aufschieberitis» nannte? Was steckt hinter der «Getting Things

dows vorstellen, nennen die Leser in

Done»-Methode? Und wie kann ich sie am besten umsetzen? Wir tes-

den Kommentaren drei weitere. Wenn

ten digitale To-do-Listen und Werkzeuge für kollaboratives Arbeiten —

wir Tipps geben, wie man morgens gut

aber glauben nicht daran, dass ein Stück Software ein Allheilmittel für

aus dem Bett kommt, entspannt sich

alle Arbeitsprobleme sein kann. Manchmal geht eben nichts über das

eine engagierte Diskussion über Sinn

Notizbuch, die Karteikarte, den Post-it-Zettel. Und zu unseren liebsten

und Zweck des frühen Aufstehens.

Empfehlungen gehört der kreativitätsfördernde Spaziergang — bei jedem Wetter. Das nämlich ist einer der ganz wenigen Tricks, die bei

Wir binden die Leser darum gezielt

jedem Menschen funktionieren.

ein: Sie schicken uns auf Aufforderung Fotos ihrer Arbeitsplätze, erklären

imgriff.com ist seit März 2007 online und wird derzeit von drei Auto-

uns ihre Lieblings-Tools und schrei-

ren betreut.

ben manchmal sogar selbst Blogbeiträge. «Sparen durch Ausgeben» heißt der Text, den imgriff.com-Leser René Landgrebe erst als Kommentar verfasste und dann leicht überarbeitet als Artikel bei uns veröffentlichte. Sie finden ihn hier1.

1

tinyurl.com/26usg3

21


http://imgriff.com/2007/06/29/der-opt-out-monat/

von Florian Steglich am 29. Juni 2007 um 10:25 Uhr Kommentare (8) Kategorien: Tricks, Vereinfachung

Der Opt-out-Monat

Die Flut nutzloser Informationen kennen wir alle. Mails, die wir nicht brauchen, Anzeigenblättchen im Briefkasten. In der Regel sind wir bereits so trainiert (oder: abgehärtet), dass vieles erst gar nicht wirklich ins Bewusstsein vordringt. Spam? Löschen. Anzeigenblättchen? In den Papierkorb im Hausflur werfen. Anders sieht es mit solchen Informationen und Verpflichtungen aus, die wir irgendwann mal angefordert haben oder eingegangen sind: Mitgliedschaften in Vereinen, die wir aus Sentimentalität noch aufrechterhalten. Zeitschriftenabonnements, die wir irgendwann mal wirklich wichtig fanden. RSS-Feeds zu Themen, die mal unsere Schwerpunkte waren. Newsletter für Produkte, die wir längst woanders beziehen. Solche Dinge beanspruchen irgendwann zu viel Aufmerksamkeit, man hört sich stöhnen, wenn man an sie erinnert wird. — «Ach, das schon wieder.» Zeit für einen Opt-Out-Monat! Getreu der These, dass hehre Vorsätze viel leichter umzusetzen sind, wenn man sie nur für einen begrenzten Zeitraum trifft, halte ich 30 Tage für ideal, um so einigen Ballast loszuwerden. Ich habe Anfang Juni meinen «Opt-out-Monat» begonnen (Opt-out ist ein Begriff, den wir eigentlich aus dem E-Mail-Marketing-Bereich kennen), er ist bald rum und die Bilanz ist bislang hervorragend: Tschüss, Ihr Newsletter von «Spex», «NEON», «Gourmondo» und «Visions Weekly», die ich nie so richtig wollte. Auf Wiedersehen, Du eigentlich sehr (sehr!) empfehlenswerter Newsletter von «eurotopics», der Du mir täglich ein gerade wichtiges politisches oder gesellschaftliches Thema in Europa nahebringen wolltest — ich hab Dich leider viel zu selten gelesen. Ciao, geschätzte Fitug-Mailingliste, die ich seit zwei oder drei Jahren nur noch unbesehen in einen Ordner umgeleitet habe. Adieu, Ihr RSS-Feeds diverser wirklich schöner Musikblogs. Weg mit Dir, Du Uralt-Konto meiner Heimatbank, über das nur noch ein einziger Dauerauftrag abgewickelt wurde. Am Anfang fällt es leicht, jeden Tag etwas «zu kicken». Es macht sogar großen Spaß, geht in aller Regel schnell und gibt ein gutes Gefühl. Ein Kandidat dieser einfachen Tage zu Beginn ist der

22


Autoren bei imgriff.com:

Florian Steglich

Florian (27) fing Ende 2004 an, sich näher mit Blogs zu beschäftigen. Ein erster eigener Versuch fand noch ziemlich unter Ausschluss der «Mark-all-as-read-Ordner» im E-Mail-Programm oder RSS-Reader — also die Ordner, in die wir immer brav neue Nachrichten einlaufen lassen, die wir dann aber lediglich im Abstand von

Öffentlichkeit statt, der zweite dann unter dem Dach des HoltzbrinckVerlags. Florian lebt in München und

drei, vier Wochen alle mit einem Klick als gelesen markieren.

studiert in Leipzig Journalistik. Hier

Die stören ohnehin schon lange. Weg damit!

wie dort kämpft er regelmäßig mit langen Bookmark-Listen, überquel-

Später wird es allerdings von Tag zu Tag schwerer, jedenfalls wenn

lenden E-Mail-Postfächern und de-

man sich nicht einfach mit einem RSS-Feed (von 400) zufriedengibt.

ckenhohen Papierstapeln. Sein Schrei-

Ich verbringe täglich mehr Minuten mit Suchen und Abwägen. Opt-out-

ben für imgriff.com ist so gesehen eine

Ehrenpunkte gibt es für die schwierige Kategorie

Art Kriegsberichterstattung.

Abos von Zeitungen und Zeitschriften, die man wirklich liebt. Eigentlich wirklich liebt. Deren ältere Ausgaben aber schon einen Stapel bis zur Hüfte bilden — man wollte «die ja eigentlich noch mal auswerten». Ich werde diese Ehrenpunkte nicht bekommen, fürchte ich. Das Zeitungsabo zu kündigen, bringe ich einfach nicht übers Herz (es zu behalten hat — als Journalistikstudent — außerdem irgendwie was von «support our troops»). All die anderen Notizen auf meiner Gekündigt-

Marcel Weiss

Liste (mitschreiben verstärkt das gute Gefühl!) sind aber auch so befriedigend genug. Sehr zu empfehlen also, so ein Opt-out-Monat. Und demnächst probiere ich die Variante «RSS-out-Monat»: Jeden Tag einen Feed kündigen und bloß keinen neuen aufnehmen!

Marcel (28) ist ein Infojunkie. Er liest Hunderte RSS-Feeds und verbringt ungesund viel Zeit vor dem Rechner. Um das Optimum aus dieser Zeit zu holen, testet er leidenschaftlich gern die neuesten Programme und Webdienste, die ihm dabei helfen können, das letzte Quentchen Produktivität aus dem PC zu quetschen. Und darüber schreibt er seit Juli 2007 auch auf imgriff.com. Nebenbei arbeitet er an seiner Diplomarbeit in Betriebswirtschaftslehre und bloggt privat auf neunetz.com über die neuen Entwicklungen im Web. 23


http://imgriff.com/2007/10/01/5-tipps-fuer-eine-bessere-online-reputation/

Von Marcel Weiss am 1. Oktober 2007 um 19:16 Uhr Kommentare (7) Kategorien: Tricks

Fünf Tipps für eine bessere Online-Reputation Schon mal den eigenen Namen gegooglet? Die Informationen, die man heute über Menschen im Netz finden kann, werden immer wichtiger. Wir geben ein paar Tipps, wie man seinen Online-Ruf beeinflussen kann. Nicht nur die neue Bekanntschaft aus der Bar von gestern Abend schaut später im Internet nach, was Du denn so für ein Mensch bist, sondern auch jeder Personalchef, der Deine Bewerbungsunterlagen auf dem Tisch liegen hat. Wer außerdem im IT-Bereich arbeitet oder «irgendwas mit Medien» macht, der sollte ein gesteigertes berufliches Interesse daran haben, die online verfügbaren Informationen über sich selbst zu lenken. Denn so kann man nicht nur Katastrophen abwenden, sondern sich sogar berufliche Chancen schaffen. In den USA bereits gang und gäbe: Erfolgreiche Blogger arbeiten als Freelancer in ihrem Feld, weil sie sich online einen tadellosen Ruf erarbeitet haben und als Experten anerkannt sind. In den USA gibt es außerdem bereits die ersten Stimmen, die meinen, dass man in ein paar Jahren ohne eigene Online-Identität gar nicht mehr eingestellt werde. Nach dem Motto: Über den gibt es online nichts zu erfahren, das kann nichts Gutes heißen ... 5 Tipps, wie man den eigenen Online-Ruf stärken kann: 1. Domain mit eigenem Namen registrieren Eine Domain in Form von VornameNachname.de kann man als erste Anlaufstelle mit den wichtigsten Informationen für Leute nutzen, die online nach einem suchen — eine OnlineVisitenkarte also. Ich beispielsweise habe marcelweiss.de registriert. Umgeleitet werden die Besucher von dort automatisch auf mein Blog. Vorteil einer Umleitung zu einer bestehenden Site: Man hat nur eine zentrale Stelle, die man pflegen muss. 2. Nicht anonym, sondern unter Klarnamen bloggen Wenn man über sein Fachgebiet bloggt, bietet es sich an, das unter Klarnamen zu tun. Nicht nur steigert man hier die eigene Sichtbarkeit und wird im Optimalfall zu einem anerkannten Experten. Da Blogs aufgrund ihrer hohen Verlinkungsrate untereinander bei Google hoch eingestuft werden, werden auch Google-Ergebnisse zum eigenen Namen in der Regel auf das eigene Blog verweisen. 3. Suchmaschinen im Auge behalten Während man bei Google eher indirekt auf die Ergebnisse einwirken kann, sieht das bei den neueren Personensuchmaschinen zum Teil anders aus. Spock scheint sich in diesem Feld als die führende Personensuchmaschine abzuzeichnen. Hier kann man sich anmelden und das eigene Profil claimen. Wenn ein anderer User etwas daran verändert, wird man benachrichtigt und kann es gegebenenfalls korrigieren lassen.

24


Autoren bei imgriff.com:

Dominik Tschopp

Dominik (27) ist eigentlich schon seit

dem

ersten

Einloggen

ins

Internet fasziniert von den Möglichkeiten des Web. Deshalb beschäftigt Auch wenn man nicht immer und überall ein Händchen darauf haben kann, was andere über einen sagen, sollte man trotzdem wissen, was da draußen so an Informationen zirkuliert. Mit einem Google-Alert

er sich in seinem Studium der Publizistikwissenschaft und der Informatik

schwerpunktmäßig

mit

neuen

zum eigenen Namen und eventuell mit einer Spezifizierung (wenn man

Medien. Soeben hat Dominik mit

Hans Müller heißt) ist man schon recht gut bedient. So kann man not-

seiner Abschlussarbeit (Emotionen bei

falls zeitnah reagieren und beispielsweise eine Gegendarstellung auf

Computerspielen) begonnen, schreibt

der eigenen Site veröffentlichen oder andere Maßnahmen in Angriff

nebenbei Texte und engagiert sich im

nehmen. 4. Andere aufräumen lassen Wo eine Marktnische, da ein Unternehmen, das diese besetzen will. Reputation Defender behauptet, alle online verfügbaren Informati-

Sportverein. Und wie man diese Tätigkeiten unter einen Hut bringen kann, darüber berichtet er seit kurzem bei imgriff.com.

onen finden zu können und die verunglimpfenden auf Wunsch ihrer Kunden zu entfernen. Inwieweit das tatsächlich funktioniert und wie bei $15.95 pro Monat eventuell notwendige Anwaltskosten abgedeckt werden, weiß ich allerdings nicht. Weitere Unternehmen werden in nächster Zeit sicher in diesem Bereich auftauchen, da der Bedarf hier stetig zunimmt. 5. Selbstdisziplin

Johannes Kleske

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viele Studenten auf Studivz ihre Saufbilder einstellen, Gruppen mit dubiosen Namen beitreten und auf ihren Pinnwänden sich gegenseitig zu noch dubioseren Aktionen gratulieren, ohne anscheinend auch nur einmal an die Möglichkeit eines zur Recherche das Studivz nutzenden Personalchefs zu denken. Nuff said.

Johannes (28) ist ein undisziplinierter Nichtstuer. Damit er trotzdem irgendwie etwas aus seinem Leben

Fazit

machen kann, sammelt er Produk-

Man sollte sich immer genau überlegen, was man im Netz über sich

tivitätstricks, um sie schonungslos

selbst veröffentlicht, und ein Auge darauf haben, was andere an Infor-

an sich selbst zu testen. Darüber

mationen verbreiten.

hat er bis zum Sommer 2007 viel

Aber: Man wird nie die volle Kontrolle darüber haben, was über einen im Internet geschrieben wird. Das würde auch dem Wesen des Internets widersprechen. Es hilft aber schon ungemein, wenn man die erste Seite auf Suchmaschinen wie Google und Co. im Griff hat und sich an prominenter Stelle so präsentiert, wie man selbst gesehen werden

bei imgriff.com geschrieben, bis er — völlig unverstanden von uns — entschied, sich das mit der 9-to-5-Festanstellung mal mit eigenen Augen anzusehen,

möchte. Ob das dann der anbiedernde Ja-Sager oder der rebellieren-

und nicht mehr so viel schrieb.

de Punk ist, ist eine Frage des eigenen Charakters. Hauptsache: Man

Johannes bloggt privat auf

entscheidet selbst.

tautoko.info

und

lebt

Karlsruhe. 25

in


Kommentare zu Beiträgen auf imgriff.com

http://imgriff.com/2007/11/01/tipp-fuer-den-umzug-bananenkisten-statt-umzugskartons/

Tipp für den Umzug: Bananenkisten statt Umzugskartons 5 Kommentare

Truman schrieb am 30. November 2007, 21:13 Uhr

Und ich empfehle zusätzlich noch Melonenkisten! Sie sind megastabil und man kann — falls fehlt — auch noch recht fix kleine Langlöcher zum Greifen reinschneiden. Mein persönlicher Tipp: MELONENKISTEN!!!

http://imgriff.com/2007/11/22/alternativen-zum-moleskine-ii-landkarten-recycling-bei-etsycom/

Alternativen zum Moleskine (II): Landkarten-Recycling 1 Kommentar

Juicy schrieb am 22. November 2007, 20:10 Uhr

Ich hab mir jetzt auf euren Tipp hin 'nen Lefa-Heft gekauft und bin echt zufrieden. Moleskine ist nicht mehr so mein Ding, denn so super verarbeitet sind die im Vergleich zu anderen guten Notizbüchern dann doch nicht.

http://imgriff.com/2007/10/30/sparen-durch-ausgeben/

Sparen durch Ausgeben 10 Kommentar

Hanno schrieb am 1. November 2007, 04:43 Uhr

(...) Wichtig finde ich auch zu wissen, was man wofür ausgibt, nicht genau, aber so in etwa, als Anfangsfragestellung bietet sich dafür diese Frage an: Ist mir meine: Wohnung wirklich X% Handy wirklich Y% Sportverein wirklich Z% wert, wenn ich für meine Ernährung lediglich Q% ausgebe? Wobei die Begrifflichkeiten natürlich individuell sind. Grüße Hanno imgriff.com-Leser Hanno gibt eigene Erfahrungen mit der persönlichen Finanzplanung weiter.

26


http://fokussiert.com/

Über fokussiert.com

Die Bildkritik

fokussiert.com ist als viertes Themenblog der Blogwerk AG im Juli

Die Spezialität von fokussiert.com ist

2007 gestartet. Das Fachblog behandelt alle Bereiche rund um die di-

die Bildkritik, ein unseres Wissens

gitale Fotografie. Einsteigermodelle und Hosentaschenkameras über-

einzigartiges Angebot an die Leser.

lassen wir in der Regel den Kollegen von neuerdings.com — fokussiert.

Dabei lassen wir ausgewählte Foto-

com richtet sich sowohl an Profi- als auch an ambitionierte Hobbyfo-

grafien, die uns die Leser per E-Mail

tografen, also Mitglieder jener rasch wachsenden Gruppe der «Pro-

zugesendet haben, von Profifotogra-

sumer», die die Fotografie dank der kostengünstigen Digitaltechnik

fen beurteilen und veröffentlichen

als anspruchsvolle Freizeitbeschäftigung oder Zweitkarriere entdeckt

diese Bildkritiken — mit Tipps und

haben. Wir testen digitale Spiegelreflexkameras und sämtliches Zube-

Anregungen für Verbesserungen —

hör auf Objektiv und Linsen, geben Tipps zur Bildbearbeitung und für

wiederum auf fokussiert.com. Das

gelungenere Aufnahmen schwieriger Objekte und widmen außerdem

Ganze ist für die Einsender kostenlos.

der Kunst und der Ästhetik große Aufmerksamkeit.

Ein Servicegedanke, der Kern unseres Konzeptes ist: Bessere Bilder sind

fokussiert.com ist seit Juli 2007 online und wird derzeit von vier

das Ziel, das wir mit unseren Lesern

Autoren betreut.

gemeinsam haben. Wenn wir helfen können, freuen wir uns.

27


http://fokussiert.com/2007/10/30/taryn-simon-die-geheime-gesellschaft/

Von Juri Gottschall am 30. Oktober 2007 um 16:13 Uhr Kommentare (0) Kategorien: Hingehen, Ästhetik

Taryn Simon

Die geheime Gesellschaft Die amerikanische Fotografin Taryn Simon fasst jene Geschichten in Bilder, die wir nicht sehen möchten. Bis Januar zu sehen in Frankfurt. Wir haben bereits auf die Ausstellung hingewiesen, wollen Taryn Simon und ihren versteckten Geschichten aber noch ein weiteres Posting widmen: Sie fotografiert verstörende Szenen und unwirkliche Wahrheiten der westlichen Gesellschaft. Auf einer Fotografie eine kranke Frau, die in Wirklichkeit eine Schauspielerin ist — sie testet, ob Ärzte die richtigen Diagnosen stellen. Ein Mann hat gerade im Rahmen eines Sterbehilfeprogramms ein tödliches Medikament bekommen — Simon porträtiert ihn. Den «Amerikanischen Index des Verborgenen und Fremdartigen» nennt die Künstlerin Simon ihre Werke, für die sie die entlegensten und ausgefallensten Orte ihres Landes bereist. Sie fotografiert in Forschungslabors und bei militanten politischen Gruppierungen. Für die Genehmigungen ihrer Fotos kämpft sie jahrelang und selbst dann muss sie sich noch an die absurdesten Bedingungen halten. So fotografierte sie zum Beispiel die Atombrennstäbe in einem Lager für Atommüll. «Als Fotografin war ich besessen von diesem einzigartigen blauen Licht, das durch radioaktive Strahlung entsteht, die den zentimeterdicken Stahlmantel der Kapseln durchdringt.» Simons Fotos sind ästhetische Bilder, niemals geschmacklos oder enthüllend. Unheimlich und beängstigend werden ihre Fotografien erst, wenn die Fotografin die Geschichten dazu erzählt. Wie die eines vermeintlichen Gefangenenlagers, dessen Insassen ein Vermögen dafür bezahlen, schlecht behandelt zu werden. «Für ein Wochenende leiden sie unter Schlafentzug. Dauernd heißt es: Aufstehen, niederknien! Sie bekommen nichts zu essen, kein Wasser. Für viele Leute ist das eine Art Fetisch. Aber es gibt auch andere: Die haben einen Freund oder einen Verwandten verloren, der in Kriegsgefangenschaft gestorben ist. Und jetzt wollen sie selber erleben, was er durchmachen musste.» Ihre Motive wählt sie anhand ihrer eigenen Ängste und Unsicherheiten aus. So recherchiert sie monatelang nach unheimlichen Geschichten, deckt Skandale auf und bemüht sich zum Teil jahrelang darum, sie fotografieren zu dürfen.

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Autoren bei fokussiert.com:

WolfDieter Roth

Wolf-Dieter (44) begann 1995 ins Netz zu schreiben — auf der Homepage,

die

man

bei

Compuserve

anlegen musste, wenn man nicht «Ich will wissen, was mir Angst macht. Seit dem 11. September ist jede Art von Information sehr angstbestimmt. Bei allem, was man liest, hat man das Gefühl, dass es keine tatsächliche Wahrheit dahinter

nur eine aus wirren Zahlenfolgen bestehende E-Mail-Adresse verwenden wollte. Mittlerweile schreibt er

gibt, dass es nur um die Verbreitung von Angst geht. Ich will also ganz

vorwiegend auf fremden Websites:

einfach hingehen und direkt persönlich erfahren, was passiert.»

2004 entwickelte er für den HeiseVerlag

«Telepolis

Geektools»,

das

Aber nicht nur die erschütternden und tragischen Geschichten doku-

erste Gadgetblog in Deutschland, Seit

mentiert Simons in ihren Bildern. Manchmal sind es auch nur Kuriosi-

2007 ist er bei Blogwerk und arbeitet

täten, die sie der Welt nicht vorenthalten kann. So entdeckte sie eine Blindenausgabe (!) des «Playboys» und kämpfte ewig darum, eben dieses Heft im «Playboy»-Hauptquartier ablichten zu dürfen.

dort hauptsächlich für neuerdings.com und fokussiert.com.

Taryn Simons Fotografien tragen den Betrachter an die merkwürdigsten Orte und lassen Dinge ans Licht treten, die wahrscheinlich besser im Dunkeln geblieben wären. Die Fotografien enthüllen eine Ebene unserer Gesellschaft, von der wir sicher nicht gedacht hätten, dass sie überhaupt existiert. Ihre Bilder sind noch bis zum 20. Januar 2008 im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt zu sehen.

Juri Gottschall

Website: tarynsimon.com

Juri (28) liebt die Fotografie, seit er «Bitte lächeln» sagen kann. Bereits als Kind funktionierte er den elterlichen Keller zur Dunkelkammer um und füllte unzählige Familienalben mit seinen Schnappschüssen. Schon früh schrieb er auch übers Fotografieren — und tut das auch heute noch. Dabei interessieren ihn nicht nur Technik und Produktion, sondern besonders Ästhetik und die Geschichten hinter den Bildern. Juri lebt in München. Mehr von ihm gibt es auf jurigottschall.com.

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http://fokussiert.com/2007/11/27/hdri-die-high-dynamic-range-imaging-technik/

Von Uli Eberhardt am 27. November 2007 um 11:45 Uhr Kommentare (0) Kategorien: Fotolexikon

HDRI — Die «High Dynamic Range Imaging»-Technik HDRI ist die Abkürzung für High Dynamic Range Imaging-Bilder mit großem Dynamik- oder Kontrastumfang. Dabei handelt es sich um eine neue Technik, welche Bilder mit Hell-DunkelUnterschieden ermöglicht, welche Digitalkameras eigentlich gar nicht erfassen können. Die klassische Szene ist der Blick aus dem Fenster. Draußen ist es hell, der Innenraum im Vergleich dazu wesentlich dunkler. Mit nur einer Aufnahme kann der Fotograf bei der Belichtung zwischen zwei Prioritäten wählen: Entweder draußen richtig belichten (und drinnen wird‘s zu dunkel). Oder dem Innenraum genügend Licht geben und vor dem Fenster wird alles überbelichtet. Hier kann die HDRI-Technik weiterhelfen: Wir machen mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungen — von «richtig» für die Lichter bis zu «richtig» für die Schatten. Später am Computer werden diese Aufnahmen zu einer verschmolzen, in der die Bildpartien «korrekt» belichtet sind. Ein HDRI-Bild aus drei Aufnahmen: Helle Spiegelungen und dunkle Baumrinde im Griff

Hier bleibt nichts weiß ohne Zeichnung — und es wird auch nicht zu viel schwarz im Schatten. Spezielle Software übernimmt die korrekte «Mischung» der Aufnahmen. Das Bild oben wurde aus den nebenstehenden, unterschiedlich belichteten Bildern hergestellt: Die Vorteile von HDRI sind offensichtlich, wenn es um unbewegte Motive mit einem sehr hohen Kontrastumfang geht. Damit zeigen sich auch gleich die Nachteile: Ein Stativ braucht‘s in jedem Fall, damit sich die Einzelaufnahmen deckungsgleich aufeinander legen lassen. Und bewegen darf sich am besten nichts — keine Wellen, keine Blätter oder Grashalme. Von Autos oder Menschen gar nicht zu reden. Sonst passen die Einzelbilder nicht zusammen, die Konturen werden unscharf oder sehen aus wie doppelt belichtet. Ein zweiter Nachteil ist, dass die Bilder manchmal unnatürlich wirken, wenn die Schatten im Vergleich zu den Lichtern zu hell wiedergegeben werden. Hier muss der Fotograf seinem Gefühl für ein stimmiges Bild vertrauen und die richtige Balance finden. Nicht jedes Bild verträgt einen Kontrastumfang von acht oder sogar mehr als zehn Blendenstufen (ein Kamera-Chip ist normalerweise zu einem Kontrast von fünf bis sechs Blendenstufen in der Lage). Bei der HDRI-Technik ist derzeit vieles im Fluss. Um Bewegungsunschärfen zu vermeiden, gibt es die neue Idee des «High Speed HDRI». Hier werden mit Hilfe der Bracketing-Funktion der Kameras ganz schnell hintereinander die Einzelaufnahmen in definierten Belichtungsschritten gemacht. Am besten mindestens drei, besser fünf oder noch mehr. So werden Bewegungsun-

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Autoren bei fokussiert.com:

Uli Eber- hardt

Uli (48) ist Journalist von der Pike auf. Fotografie ist seine große Passion schon seit Jugendzeiten, sie stand nach dem Abitur als eine der schärfen möglichst ausgeschlossen und die Belichtungen lassen sich in ausreichend feinen Schritten einstellen.

beruflichen Möglichkeiten zur Wahl. Weil die Hochschule die Bewerbungsmappe ablehnte, wurde Uli doch Redaktor. Die Liebe zur Fotografie

Seit CS2 ist die Funktion «Zu HDR zusammenfü-

blieb bestehen. Mit den neuen digi-

gen» Bestandteil von Photoshop. Inzwischen gibt

talen Möglichkeiten lebte sie wieder

es eine Reihe von Software-Werkzeugen für Win-

auf. Uli kündigte seinen Job, um mehr

dows und Mac, die diese Technik weiter verfei-

Zeit für die Passion zu haben. Bei

nern — entweder als Plug-ins zu Photoshop oder als eigenständige Programme. Photomatix heißt eines, Photoacute ein anderes.

fokussiert.com

schließt

sich

also

ein Kreis: Passion und Profession kommen zusammen.

Trotz aller Vorteile dieser neuen digitalen Technik bleibt es am Ende im Urteil des Fotografen, ob die Ergebnisse einer ästhetischen Beurteilung standhalten. Und «automatisch» geht sowieso gar nichts. Handwerkliche Fertigkeiten bleiben gerade hier weiter gefragt.

Thomas Rathay

Wir werden auf das Thema HDRI ausführlich zurückkommen. In der Kategorie «Fotolexikon» erscheinen Erklärungen und Erläuterungen zu fotografischen Begriffen und Techniken in loser Folge. Korrekturen, Zusätze, Tipps, Hinweise und Fragen bitte per Mail an: tipps@fokussiert.com.

Thomas (37) besaß seine erste Spiegelreflexkamera 1984. Seit 2005 ist er freier Photo-Reporter und Photo-Designer, lebt und arbeitet in

Bild 1: Auf die Schatten gemessen — die Spiegelungen sind überbelichtet

Stuttgart und schreibt von Anfang an für fokussiert.com. Seine Kamera hat er immer dabei — natürlich

Bild 2: Eine mittlere Belichtung — wo die Lichter immer noch zu hell sind

auch bei seinen vielen Reisen mit Fahrrad, Motorrad oder Kanu.

Bild 3: Auf die Lichter belichtet — die Schatten werden zu dunkel (Alle Fotos: U. Eberhardt)

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Kommentare zu Beiträgen auf fokussiert.com

http://fokussiert.com/2007/09/12/panasonic-lumix-dmc-l10-live-view-und-gesichtserkennung/

Panasonic Lumix DMC-L10: Live View mit Schwenk 6 Kommentare

Claudia schrieb am 21. November 2007, 21:04 Uhr

Hallo Günter, da gäbe es außer der Panasonic die E-330, die von allen, die sie besitzen, gehütet wird eben wegen dieses Schwenkmonitors, der auch noch zwei verschiedene Live-View-Modi kann (E-510 kann nur noch einen). Dort wäre der Blitz gut aufgehoben. Ab und zu werden gebrauchte Exemplare in der Oly-e.de-Fundgrube verkauft. Ebenfalls nutzbar ist der FL-50 bei der soeben vorgestellten E-3, am oberen Ende der Qualitäts- und Preisskala, die ebenfalls einen schwenkbaren Monitor hat.

http://fokussiert.com/2007/10/26/mondfotografie-iiiii-eine-sache-von-minuten/

Mondfotografie: Eine Sache von Minuten 2 Kommentare

bluetime schrieb am 28. Oktober 2007, 20:05 Uhr

Was für ein geniales Bild, was für ein geniales Blog!

http://fokussiert.com/2007/10/14/keine-gesichter-in-googles-streetview-in-europa/

Keine Gesichter in Googles: Streetview in Europa 2 Kommentare

NAM schrieb am 19. Oktober 2007, 12:05 Uhr

Ich fände es toll wenn fokussiert.com allgemein über Fotorecht aufklären würde … Wann darf ich nun Leute oder Gebäude fotografieren, darf ich sie veröffentlichen ohne kommerziellen Nutzen??? Das fände ich gut.

http://fokussiert.com/2007/10/11/die-richtige-perspektive-im-alltag/

Die richtige Perspektive im Alltag 5 Kommentare

KAI schrieb am 11. Oktober 2007, 16:16 Uhr

Das Niveau seiner Arbeiten bleibt zwar nicht ganz auf voller Höhe, aber sehr sehr viele Fotos sind echt Klasse und machen Lust, direkt wieder mit der Kamera loszuziehen. Danke für den Link!

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http://fraulich.com/

Über fraulich.com fraulich.com ist das jüngste Blog im Stall und erst am 30. November 2007 gestartet. fraulich.com ist ein Blog von und für Frauen, ein Frauenblog also. So nennen wir es aber nur ungern, weil das bloß nach den «klassischen Frauenthemen» zwischen Beauty und Fashion klingt. Und die sind alles andere als Schwerpunkt bei fraulich.com. Stattdessen ist jedes Thema möglich, dem unserer Anicht nach eine weibliche Sicht gut täte. Um diesen besonderen Blickwinkel auf die Welt geht es uns bei fraulich.com. Da kommt die aktuellste Mütter-und-Herd-Debatte ebenso dran wie der Einfluss der US-Talkmasterin Oprah Winfrey auf den Präsidentschaftswahlkampf, eine Kulturgeschichte des Kopftuchs ebenso wie Spielerfrauen im Fußballstadion. fraulich.com wird von einer Redaktorin und sechs Autorinnen betreut.

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Redaktorin bei fraulich.com:

http://fraulich.com/2007/12/01/ hospitalityclubs-die-gastfreundschaft-ist-garantiert-meistens/

Ruth Bossart

Ruth (39) ist das blog‘sche Wesen noch etwas fremd. Doch Unbekanntes zieht sie an wie das Licht

Von Annett Altvater am 1. Dezember 2007 um 11:02 Uhr Kommentar (2) Kategorien: Sein

Hospitalityclubs — Gastfreundschaft (meistens) garantiert

die Motten: Wenn nicht in Luzern oder Zürich, war ihr Heim (meist ohne Herd) in Lodz (Polen), Sambor (Ukraine) oder Beijing. Die letzten

Dank Hospitalityclubs findet man auf der ganzen Welt neue Freunde. Plus stinkende Bäder, speckige Tischdecken, kranke Kinder und das Ende der Welt.

Jahre verbrachte sie — mit Küche — in Tokio, wo sie als Korrespon-

Nur noch wenige Meter trennen uns von unserer Unterkunft. Doch wir

dentin für Schweizer Zeitungen und

sitzen in der Falle: 50 Meter vor uns nicht angeleinte, bellende Hunde.

Radiosender arbeitete. Nach einem

Grosse Hunde. Um uns herum ist es so dunkel wie in deutschen Städ-

mehrmonatigen Mutterschaftsurlaub

ten während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg.

bricht sie mit fraulich.com zu neuen virtuellen Ufern auf.

Wir sind in Rumänien, 15 Kilometer nördlich von Bukarest, kurz vor dem Haus unserer Gastgeber. Nach einem Tag in der Stadt sind wir zu früh aus dem Bus ausgestiegen und zwei Kilometer durch die Nacht gestiefelt, jetzt hoffen wir, dass Roman uns rettet. Roman ist ein freundlicher Rumäne, der ausserhalb der Stadt ein Haus gebaut hat. Er hat uns eingeladen. Leider wohnt er nicht nur am Ende der Welt, sondern es fehlt auch das Geld, um das Haus zu heizen. Dank Hospitalityclub.org kann jeder solche Orte kennen lernen: Man hinterlässt ein Profil auf der Website, bietet selbst ein Plätzchen an (oder auch nicht) und sucht potenzielle Gastgeber. Allein reisende Frauen haben übrigens gute Chancen bei allein wohnenden Männern – die sie besser nicht nutzen sollten. Die ruppige Gastfreundschaft bei Romans Familie ging so: Morgens bat ich um Tee, dann assen wir die Cornflakes, die ich prophylaktisch eingekauft hatte. Falls es was gäbe, das wir nicht mögen. Es gab dann aber gar nichts. Abends hockten wir mit den Eltern bei Bier aus Plastik-Literflaschen am Küchentisch und unterhielten uns soweit möglich — der Küchen-Fernseher beanspruchte den grössten Teil der Aufmerksamkeit. In der Türkei nahmen wir nach dem gleichen Muster Kontakt zu Einheimischen auf: Suchen tolles Essen und nette Unterhaltung, bieten Übernahme der Rechnung. In Istanbul bescherte uns ein Pärchen an zwei Abenden das beste Essen unseres Türkei-Aufenthalts, angeregte stundenlange Gespräche und die gemeinsame Flucht aus einem Acappella-Konzert. Nur nach langer Diskussion durften wir sogar einen Teil der Rechnung übernehmen. Wer uns nächstens mit einem Gegenbesuch beglückt? Nicht die neuen Freunde aus der Türkei (die EU hat sie nicht reingelassen!), sondern Roman mit Familie.

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Beobachtungen zur Medienkonvergenz von Andreas Göldi

http://medienkonvergenz.com/

Über medienkonvergenz.com

Klein, aber fein

IT, Telekommunikation und Medien wachsen immer mehr zusammen.

medienkonvergenz.com gehört nicht

Mit diesem fundamentalen Trend beschäftigt sich Andreas Göldi schon

zu unseren zugriffsstärksten Blogs —

seit bald 15 Jahren. Anfang 2005 startete er sein Blog zu diesem The-

und soll das auch nicht werden. Es ist

ma und medienkonvergenz.com gehört heute fest zum Establishment

im Blogwerk-Portfolio sozusagen das

der deutschsprachigen Business-Blogs.

spezialisierte Fachjournal. Die Artikel sind dementsprechend deutlich

Die Spannbreite der behandelten Themen reicht von Neuigkeiten aus

länger als sonst in Blogs üblich und

der Medienbranche («Facebook-Werbung: Wo bleiben die Klicks?»)

sprechen ein kundiges, stark am The-

über Analysen zu Businessmodellen («Zeitungen ohne Papier — geht

ma interessiertes und involviertes

das finanziell überhaupt?») bis hin zu Artikeln über grundlegendere

Publikum an. Wir wissen von meh-

Themen im Umfeld der digitalen Medien («Die Rolle von Einfachheit»).

reren CEOs und CIOs aus der Medi-

Medienkonvergenz.com versteht sich als kritische, aber innovations-

en- und Internet-Branche, die medi-

freundliche Stimme zu den Entwicklungen an der Schnittstelle von

enkonvergenz.com regelmässig lesen.

neuen und alten Medien. Besonders am Herzen liegt Andreas Göldi

Beiträge aus dem Blog wurden schon

ausserdem das Thema Firmengründung, und darum beschäftigt sich

mehrfach in Fachpublikationen zi-

ein Teil der Beiträge mit Geschäftsideen, Venture Capital und Erfolgs-

tiert. Und auch die überdurchschnitt-

tipps für Jungunternehmer.

liche Qualität der Kommentare zeigt, dass hier Experten diskutieren.

medienkonvergenz.com ist seit Februar 2005 online. Seit Sommer 2007 läuft es unter dem Blogwerk-Label.

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http://medienkonvergenz.com/2007/07/15/die-overhypedunderhyped-liste-sommer-2007/

Von Andreas Göldi am 15. Juli 2007 um 20:41 Uhr Kommentare (12) Kategorien: Allgemein

Die Overhyped/Underhyped-Liste, Sommer 2007 In- und Out-Listen werden von Zeitschriften gern publiziert, wenn den Redaktoren (gerade im Sommer) wieder mal nix anderes einfällt, um das Heft vollzukriegen. Warum sollte man das als Blogger nicht auch dürfen? Darum ist hier die erste inoffzielle Liste der derzeit am meisten über- und underhypten Themen im Bereich der digitalen Medienkonvergenz. Zur Erklärung: Overhyped sind solche Konzepte/Firmen/Technologien, die meiner Meinung nach viel zu viel Aufmerksamkeit kriegen. Underhyped sind diejenigen, die meiner Vermutung nach mal noch viel wichtiger werden, obwohl sie heute noch weitgehend unter dem Radarschirm der Presse fliegen. Schreiten wir nun ohne weiteres Zögern zu den Ernennungen: 3D-Welten Overhyped: Second Life Mal im Ernst: Immer, wenn ich mal in Second Life reinschaue, ist nichts los. Zwar sind da theoretisch Millionen von Leuten registriert, aber nur wenige davon tauchen jemals auf. Das hat inzwischen sogar die Werbewirtschaft gemerkt, nachdem sich die Werber zunächst noch darüber freuten, endlich auch virtuell Plakate aufhängen zu können. Underhyped: World of Warcraft und andere Multiplayer-Games Multiplayer-Games beschäftigen hingegen tatsächlich Millionen von Leuten intensiv, weil es da nämlich noch um mehr geht als virtuelles Sightseeing. Mobiltelefonie Overhyped: Mobiles Fernsehen Sorry, aber kaum jemand schaut sich längere Videos oder Fernsehsendungen auf einem winzigen Screen und mit einer immer wieder stotternden Verbindung an. Und das wird auch so bleiben. Solange die mobilen Netze nicht perfekt und die Screens nicht erheblich grösser sind, bleibt mobiles Fernsehen eine Totgeburt. Underhyped: Mobiles Web Nach den WAP-Flops der letzten Jahre ist hingegen das Mobile Web in anhaltende Ungnade gefallen. Mit der neusten Generation der Mobilgeräte, die endlich richtige Browser bieten, wird es aber eine Auferstehung erleben. Denn der Informationszugang unterwegs macht nicht nur Spass, sondern ist auch wirklich nützlich. Etwa richtig: Das iPhone Der unglaubliche Hype rund um das iPhone ist gerechtfertigt, aber aus anderen Gründen, als man vielleicht denkt. Es bietet keine neuen Features, die es noch nie zuvor gab. Aber es macht dank seiner wunderbaren Benutzeroberfläche erstmals auch dem Durchschnittsuser

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Andreas Göldi

Andreas Göldi schreibt seit bald drei Jahren das Blog «Beobachtungen

zur

Medienkonvergenz».

Nebenbei testet er auch gelegentklar, was man mit Smartphones eigentlich machen kann. Man glaubt nämlich gar nicht, wie viele Leute nicht wissen, dass man mit Handies

lich neue Gadgets für neuerdings. com. Während seines Studiums an

auch E-Mail abrufen, im Web browsen, Musik hören oder Landkarten

der Universität St.Gallen arbeitete

abrufen kann. Das iPhone hat all das ins Bewusstsein der breiten Mas-

Andreas Göldi an Forschungspro-

se gebracht und ist schon allein darum revolutionär. Ausserdem wird

jekten in den Bereichen E-Banking,

Apple die Mobilfunkbetreiber zu günstigen Datenflatrates zwingen,

E-Commerce

und das ist genau der Impuls, den das mobile Web braucht.

Seine Diplomarbeit schrieb er 1995

Online-Werbung Overhyped: Pay-per-Click (PPC) Ja. Google verdient damit sein Geld. Und PPC ist viel effizienter als andere Werbung. Aber ehrlich gesagt ist es nicht so spannend, wie viele Leute klicken, denn viele haben sich einfach nur verirrt.

und

Groupware

mit.

über die strategischen Potenziale des Internets für die Medienbranche. 1996 gründete er mit zwei Studienkollegen zusammen die namics AG, die heute mit etwa 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die grösste Schweizer

Underhyped: Pay-per-Action (PPA)

Internetagentur ist. Im Jahr 2000 wur-

Wenn die Leute hingegen nach dem Klick auch tatsächlich was kaufen

de das Unternehmen vom Schweizer

oder wenigstens weitere Infos bestellen, ist das sehr relevant. Als

Medienkonzern PubliGroupe SA über-

Google neulich in den PPA-Markt eingestiegen ist, hat das ausserhalb

nommen, für den Andreas Göldi 2004

der Insiderpresse allerdings kaum jemand bemerkt. Das wird sich ändern. PPA ist das neue PPC. Digitale Medien

— 2005 einen neuen Geschäftsbereich im Sektor Crossmedia-Werbung aufbaute. Im Moment befindet er sich in

Overhyped: Online-TV mit User Generated Content (Youtube etc.)

einer beruflichen Kreativpause, die

Super, mein iPhone hat auch Youtube. Aber gebraucht habe ich das

er bisher grösstenteils in den USA

bisher nur für Demozwecke, denn der meiste Content ist einfach viel

am MIT zwecks Weiterbildung ver-

zu schlecht. Youtube hat sicher eine anhaltende Karriere als grösste

brachte. Aktuell arbeitet er an einem

Video-Deponie der Welt vor sich, aber ob sich das auch mal in ein

neuen Start-up-Projekt im Bereich

lukratives Geschäft umwandeln lässt, bezweifle ich immer mehr.

Online-Marketing.

Underhyped: Downloads von professionellem Videocontent Wenn die Filmfirmen nicht so dumm wären, könnten wir alle längst wunderbar Kinofilme in höchster Qualität per Internet herunterladen. Aber die Studios werden ja leider grösstenteils von Anwälten geleitet und die verteidigen lieber die alten Pfründen, statt neue Märkte zu erobern. Irgendwann wird es aber nicht mehr anders gehen und dann wird es endlich Zugriff auf umfassende Filmbibliotheken geben. Und zwar zum Download, denn im Zug oder im Flugzeug funktioniert Streaming halt leider nicht.

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Kommentare zu Beiträgen auf medienkonvergenz.com

http://medienkonvergenz.com/2007/11/26/rich-vs-king-warum-unternehmer-sich-selber-feuern-sollten/

“Rich vs. King”: Warum Unternehmer sich selber feuern sollten 9 Kommentare

MATTHIAS schrieb am 28. November 2007, 21:33 Uhr

Super spannend! Also: 1. Ohne zu schleimen: Das ist klar der beste deutschsprachige Blog über unser Business, und ich halte Andreas analytische Fähigkeiten für absolut außergewöhnlich, selten eine so fundierte Meinung zu diesen ganzen Themen gelesen. 2. Den Grundaussagen der Studie würde ich intuitiv auch zustimmen. 3. Beim Lesen hatte ich aber GENAU DAS GLEICHE PROBLEM wie Dr. Dean! Irgendwie kommt die Studie mit der falschen Methodik zur richtigen Aussage (...)

http://medienkonvergenz.com/2007/09/12/ wenn-user-redakteur-spielen-warum-guter-journalismus-immer-noch-eine-zukunft-hat/

Wenn User Redakteur spielen: Warum guter Journalismus immer noch eine Zukunft hat 3 Kommentare

GOGGI schrieb am 12. September 2007, 21:39 Uhr

Natürlich braucht es guten Journalismus. Selbst für die trendigsten Meldungen reichen gebrochenes Deutsch und schlecht recherchierte News nicht, um Leser zu binden. Und das müsste das Hauptaugenmerk sein: Der Leser soll Lust haben, wieder zu kommen. Allerdings teile ich Deine Ansicht nicht, dass die Einseitigkeit der News, welche die Leser interessieren, beängstigend sein soll. Die Leser sind nämlich durchaus in der Lage, ihre Quellen auszusuchen. Blogs sind für technische und unterhaltsame Themen da, traditionelle Zeitungen für das vertiefte Wissen. Und hier muss man zugeben, dass ohne Vorkenntnisse Meldungen in den Inland-, Ausland- und Politikseiten oft schlicht nicht verstanden werden. Es liegt also vielmehr am Journalisten, den Content so aufzubereiten, dass er vom Leser als lesenswert eingestuft wird. Blogs müssen daher nicht mehr Politik liefern, Zeitungen auch nicht mehr Lifestyle.

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Peter Hogenkamps Blog

http://blog.hogenkamp.com/

Über blog.hogenkamp.com

Der Blogreflex

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ich nicht müde werde zu

Manchmal fragen mich Leute, woher

predigen, dass «digitales Tagebuch» die schlechtestmögliche deutsche

mir eigentlich die Ideen zum Bloggen

Übersetzung von «Blog» sei – aber selbst mit blog.hogenkamp.com

kommen. Die Frage ist völlig falsch ge-

ein privates Sammelsurium-Blog führe, das als waschechtes Tagebuch

stellt. Richtig wäre: «Wie hältst Du es

durchgeht.

bloss aus, fast alles nicht zu bloggen?»

Ich schreibe es der Tatsache zu, dass ich weniger diszipliniert bin

Ich habe einmal an einem beliebigen

als Andreas Göldi. Er führt mit medienkonvergenz.com ein inhaltlich

Tag in einer beliebigen Stunde – am

hochstehendes monothematisches (wenn er es auch weit fasst) Blog.

30.11.2007 von 6 bis 7 Uhr, ich war

Ich aber brauche mein «Varia»-Gefäss für die Psychohygiene, sonst

auf dem Weg ins Büro – meine «Blog­

schwappt es über an Orte, an die es nicht gehört, wie etwa, als mir an

reflexe» mitgezählt, also die spon-

der WM 2006 die Laptop-Tasche geklaut wurde und ich darüber im

tanen Gedanken: «Darüber könnte

Firmenblog schrieb.

man etwas schreiben.» Es waren 14 in einer Stunde, also dürfte ich

Bei hogenkamp.com dagegen gibt es keine Themenvorgabe, daher

auf den Tag hochgerechnet locker

kann ich auch nicht abweichen, ich kann mich seitenlang auslassen

auf 100 kommen. Wirklich posten

oder ganz kurz halten. Ein schlichtes Foto eines MacBook Pro mit der

tue ich davon vielleicht 2 am Tag.

Überschrift «Ich hab‘s getan» löste immerhin 30 Kommentare aus. Wohlverstanden,

dabei

geht

es

Tür an Tür mit den Themenblogs, von ihnen verlinkt, aber doch recht

nicht um Twitter-artige Statusmel-

weit weg, schreibe ich für Friends & Family (stimmt wörtlich, da sogar

dungen wie: «In Zürich angekom-

mein Vater kommentiert) und bin weit vom anstrengenden Profi-Pub-

men. Es regnet», sondern um klei-

lishing entfernt.

ne Storys mit einer Aussage und hoffentlich

einer

kleinen

Pointe.

Manchmal überlappen sich auch die Inhalte mit den Themenblogs, denn oft stelle ich mir vor dem Schreiben die Frage: Schreibe ich

Ich würde gern wenigstens mal einen

etwas «Richtiges» – oder etwas für hogenkamp.com? Und trotzdem

Tag lang alle bloggen. Allerdings wür-

kommt oft genug auch hier etwas Richtiges raus.

de das sicher etwa drei Tage dauern.

Derzeit sind es über 5000 Leute (Unique Clients), die mein Blog jeden

Stattdessen habe ich wenigstens die

Monat besuchen. Mit medienkonvergenz.com liege ich damit einiger-

genannte Stunde von 6 bis 7 Uhr mal

massen gleichauf.

gebloggt2.

2

tinyurl.com/2lf2kp

39


http://blog.hogenkamp.com/2007/10/18/die-vorhersehbaren-seltenzugfahrergruppen/

Peter Hogenkamp

Peter Hogenkamp (39) sah im April 2003 zum ersten Mal ein(en) Blog (in der Schweiz «der», in Deutsch-

Von Peter Hogenkamp am 18. Oktober 2007 um 06:53 Uhr Kommentare (8) Kategorien: Reisen & Verkehr

Die vorhersehbaren Seltenzugfahrergruppen

land «das», was ihn als lange in der Schweiz lebenden Deutschen in die permanente Identitätskrise stürzt) und wusste: Das will ich auch

Als täglicher Pendler finde ich Leute, die selten Zug fahren, irgendwie putzig. Sie verabreden sich in dem Abteil, in dem ich sowieso immer sitze. Der eine fährt ab St. Gallen, der andere erst ab Flawil. Der eine

machen. Er begann das Usability-

wirkt ein wenig nervös, dass sie sich verpassen könnten, also ruft er

Blog nutzbar.ch, aber da zunächst

den anderen noch an oder simst, in welchem Wagen er sitzt, und an

nur gefühlte fünf Personen mitlasen,

dessen Einsteigebahnhof guckt er hektisch aus dem Fenster, ob er ihn

liess er es schleifen bis zu seinem

vielleicht auf dem Bahnsteig stehen sieht. Sonst steht er auf und hält

Sabbatical 2005, in dem er Bloggen

noch kurz den Kopf aus dem Abteil.

als ideale Prokrastinationsmethode neu entdeckte. Im Jahr 2000 war Peter Mitgründer

Wenn der zweite eingetroffen ist, begrüssen sie sich sichtlich erfreut mit «Hoi Ruedi» und «Sali Kurt». Als Erstes sprechen sie darüber, wie früh es doch noch ist und wann beide aufgestanden sind. «Ich um halb fünf.» — «Ich erst um viertel vor.»

der Usability-Agentur Zeix AG, für die er auch heute noch gelegentlich tätig

Obwohl beide also eher selten Langstrecke fahren, haben sie ein

ist. Im Mai 2006 gründete er die Blog-

Halbtax-Abo, wie sich das in der Schweiz gehört. Dennoch oder gerade

werk AG und weiss immer noch nicht,

deshalb müssen sie nun darüber sprechen, dass Zugfahren auch mit

was er als Funktionsbezeichnung auf

Halbtax ganz schön teuer geworden ist. «95 Stutz hab ich bezahlt.»

seine Visitenkarten schreiben soll. «Founder and CEO» klingt nur auf Englisch erträglich.

«Ich hab eine Tageskarte für 90.- genommen, das ist billiger, hat sie gesagt.» Das unscheinbare «sie» deutet darauf hin, dass er das Ticket am Vortag am Schalter gekauft hat. Da der eine ganz offenbar einen Fehler gemacht hat — 5 Franken mehr ausgegeben trotz zehn Minuten kürzerer Strecke — wird das Thema rücksichtsvollerweise nicht

Peters heutiges Leben ist geprägt

vertieft.

vom schnellen Umschalten zwischen Blogwerk, Zeix, Zugfahren und Fami-

Mindestens einer von beiden hat die Verbindung ausgedruckt und

lie. Manchmal hätte er daher gern

zusammen mit dem Ticket in eine Klarsichtmappe gesteckt. Irgend-

mehr Zeit – und hofft, er würde diese

wann zwischen Wil und Winterthur (eine halbe Stunde vor Zürich)

nicht nur zum Bloggen einsetzen.

holt er das Dokument hervor und schaut, auf welchem Gleis in Zürich der Anschlusszug abfährt. Mein Lieblingsdialog: «Ah, Gleis 12, das ist ja gleich nebenan.» — «Super, das ist ja praktisch.» Stimmt, weil es in den 11 Minuten von 6.49 bis 7.00 Uhr auch knapp werden könnte, die 30 m bis Gleis 18 zu laufen, noch dazu mit dem kleinen Rucksack über der Schulter. Eine gewisse Beruhigung tritt ein, Zuversicht, dass man Bern wirklich pünktlich erreichen wird. Zusammenpacken und aufstehen (und mit «Exgüsi» an mir vorbeiwollen) tun sie dann sicherheitshalber trotzdem schon deutlich vor der Einfahrt in Zürich.

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Kommentatoren

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Ausgewertet wurden die vier Blogs neuerdings.com, medienlese.com, imgriff.com und fokussiert.com seit dem Launch. Die Kommentare wurden exportiert, zusammengeführt und sortiert. Trackbacks wurden nicht berücksichtigt.

Gysel

Fabian

41


Glossar

Blog

RSS-Feed

Kurzform von «Weblog». Zunächst nur eine

RSS steht für «Really Simple Syndication» und

bestimmte Art von Website, für die eine be-

meint eine Technik, mit der der Inhalt eines

stimmte Art von Software verwendet wird (z.B.:

Blogs auf Abruf zum Leser kommt, so dass der

WordPress). Als solche ein Gefäß für die unter-

nicht mehr die Website aufrufen muss.

schiedlichsten Inhalte vom privaten Tagebuch bis zur Online-Fachzeitschrift. Deshalb ziemlich

Tags

spannend.

Schlagworte, mit denen ein Blogartikel versehen werden kann. Kann das Suchen und Finden

Blogosphäre

sehr erleichtern, sofern sinnvoll angewandt,

Gesamtheit aller Weblogs. Da die Bloggerei sich

aber auch einigermaßen nutzlos werden, sofern

ausdifferenziert hat, spräche man mittlerweile

drauflosgetaggt wird.

sinnvoller von mehreren Blogosphären. Technorati Google

Eine auf Blogs spezialisierte Suchmaschine mit

Der Suchalgorithmus von Google belohnt viele

einigen Unzulänglichkeiten. Zählt außerdem die

Eigenschaften von Blogs, etwa die starke Ver-

Verlinkungen innerhalb der Blogospäre.

netzung und die häufige Aktualisierung, mit guten Plätzen in den Trefferlisten. Kann aber auch

Trackback

nerven. Bei medienlese.com sind wir ganz froh,

Eine Art automatische Fußnote, die unter einem

dass die Heerscharen von Googlebesuchern, die

Blogeintrag auftaucht, wenn ein anderes Blog

auf der Suche nach «Keira Knightley» bei uns

diesen verlinkt.

landeten, mittlerweile wieder fernbleiben. Wisdom of Crowds Kategorien

Die Weisheit der Masse. Daran glauben wir

Kategorien in Blogs sind so etwas wie die Res-

wirklich. Die Leser wissen immer mehr.

sorts einer Zeitung. Manchmal werden sie aber auch verwendet wie Tags. Machen wir auch oft,

WordPress

werden wir aber beim Relaunch ändern.

Eine populäre Publishing-Software, ein CMS

(Content Management System) für Blogs. Relaunch Haben wir vor. Bald. Versprochen. Eigentlich

WP-Guru

fehlt uns dafür nur noch ein WP-Guru.

(Abk. f.: WordPress-Guru) Freie Stelle bei Blogwerk, die wir gern vergeben würden. Bitte melden unter jobs@blogwerk.com

Impressum: Redaktion und Gestaltung: Blogwerk AG 8026 Zürich, Design: Anita Elsenhans, Korrektorat: Waldemar Ziegler Copyright © by Blogwerk AG 2007, Druck: Tschudy Druck AG, St.Gallen, Auflage: 1.000 Exemplare

42


Kathrin Grannemann Autorin

Damian Amherd Autor

Florian Steglich Redaktor

Nunzio Mannino Autor Johannes Kleske Autor Kurt Haupt Autor

Dominik Tschopp Autor

Marcel Weiss Autor Klaus Jarchow Autor Ronnie Grob Autor Ole Reissmann Redaktor

Ruth Bossart Redaktorin

Markus Kirchsteiger Autor

Juri Gottschall Autor

Peter Hogenkamp CEO

Lea Barmettler Assistentin

Thomas

Peter Sennhauser Chefredaktor

Fabienne Steiner Account Manager

Uli Eberhardt Autor Rathay Autor Andreas Gรถldi Verwaltungsrat und Autor

Corina Hany Projektleiterin Corporate Blogs

WolfDieter Roth Autor


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