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38 :: Fr端hling 2013 Studentenzeitschrift des Studienganges Buchhandel/Verlagswirtschaft der HTWK Leipzig

Leipziger Lerche Der junge Blick auf die Branche

Lesen und lesen lassen Alternate Reality Games Mit der Lerche unterwegs in Leipzig Ein Hund schreibt B端cher


Editorial :: 3

Editorial Leipziger Lerche Frühling 2013

Liebe Leserinnen und Leser, vom 14. bis 17. März öffnet die Leipziger Buchmesse einmal mehr ihre Tore für Literaturinteressierte aus aller Welt. Wie gewohnt erscheint zu diesem Ereignis die druckfrische Leipziger Lerche, mit allem, was das Leseherz begehrt. Mit dem Thema Vorlesen verbinden viele von uns positive Kindheitserinnerungen. Heute nehmen Hörbücher und Co. einen nicht unwesentlichen Teil im literarischen Sortiment ein. In unserem Spezial ab Seite 13 widmen wir uns allen Facetten des „Lesen und Lesen lassens“. Der Film The Artist gewann im vergangenen Jahr zahlreiche Oscars. Filmhund Uggie veröffentlichte daraufhin im Oktober 2012 seine eigene Autobiographie. Die verrückte Geschichte befindet sich auf Seite 6. Eine moderne Schnitzeljagd auf den Spuren eines Buches ist im Rahmen des Alternate Reality Games möglich. Ab Seite 8 lesen Sie, wie Sie Teil dieser spannenden Community werden können, in der die Grenzen zwischen Fiktion und Realität zu verschwimmen scheinen. Die Kurt-Wolff-Stiftung versteht sich als Interessenvertretung unabhängiger deutscher Verlage, die durch den fortschreitenden Konzentrationsprozess im Verlagswesen und Buchhandel zunehmend unter Druck geraten. Lesen Sie ab Seite 10 mehr zum Thema. Kanada, ein Land mit literarischer Besonderheit. Gleich zwei Buchmärkte erfreuen sich hier großer Beliebtheit. Carolyn Wood, Geschäftsführerin des kandischen Verlegerverbandes sowie Michel Brûlé, Verleger, stellen sich im Interview ab Seite 12 unseren Fragen. In unserer Rubrik „Leben und studieren in Leipzig“ begaben wir uns auf eine aufregende Spätkauf-Tour quer durch Leipzig. Was unser Redakteur Olaf Behnke an diesem Abend erlebte, lesen Sie ab Seite 32.


4 :: Inhalt

Inhaltsverzeichnis Editorial ........................................................................................................................................................................ 3 Themen, die uns bewegen Nachgefragt ................................................................................................................................................................ 5 Auf den Hund gekommen .................................................................................................................................... 6 „This is not a game“ - oder doch? ...................................................................................................................... 8

Jetzt auch auf Facebook:

Leipziger Lerche

Branche Die Kurt Wolff Stiftung ....................................................................................................................................... 10 Comic vs. Comic .................................................................................................................................................... 14 Buchmarktforschung Ein Land - Zwei Buchmärkte ............................................................................................................................. 12 SPEZIAL „Lesen und lesen lassen“ Ohren auf! ............................................................................................................................................................... .16 Deutschlands größtes Vorlesefest .................................................................................................................. 18 Einsteigen, bitte! .................................................................................................................................................. 20 Spaß am Lesen ...................................................................................................................................................... 21 Die neuen Vorlesehelfer ...................................................................................................................................... 22 Bücher und Bildung ............................................................................................................................................. 24 HTWK Leipzig HTWK Bauvorhaben ............................................................................................................................................ 26 Dichterwettstreit mit ganz viel Sahne .......................................................................................................... 27 Hochschulfreiheitsgesetz .................................................................................................................................. 28 Studieren lernen mit StudiFIT ........................................................................................................................... 31 Rezensionen – Aufgeschlagen Liebe auf Russisch ................................................................................................................................................ 30 Raum ......................................................................................................................................................................... 30 Abgeschnitten ...................................................................................................................................................... 31 Von den Sternen bis zum Tau ........................................................................................................................... 31 Leben und studieren in Leipzig Fünf nach elf ........................................................................................................................................................... 32 Gewinnspiel ............................................................................................................................................................ 34 Impressum .............................................................................................................................................................. 34

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Themen, die uns bewegen :: 5

Nachgefragt Liest du noch? Oder hörst du schon?

Bücher werden sicher nie ersetzt, auch wenn ich es ab und zu ganz angenehm finde ein Hörbuch zu hören. Ich habe früher viel vorgelesen bekommen. Früher habe ich das dann sogar mit einem Kumpel auf Kassette nachgelesen. Friedrich, Wirtschaftsingenieurwesen

Ich lese, weil ich mich bei Hörbüchern nicht konzentrieren kann. Da bin ich abgelenkt und mache immer etwas anderes nebenher. Meine Mutter hat mir aber immer vorgelesen, um mich zum Einschlafen zu bringen. Christoph, Verlags- und Handelsmanagement

Beides. Ich lese total gerne Bücher und ich höre jeden Abend „Harry Potter“. Mein Freund hasst das. Außerdem lese ich gerne Mädchen-Kitsch-Zeug mit Feen und Elfen. Nathalie, Soziale Arbeit

Hat man ein wunderbares Hörbuch gehört, kann einem das passende Buch die entstandene Welt eigentlich nur noch verschönern. Andersrum ebenso (vorausgesetzt es ist gut gelesen). Die Mischung macht's. Und genießt nicht jeder gerne eine schöne Geschichte, ohne die Hände unter der Decke hervorholen zu müssen? Juliane via facebook

Die Interviews führten Sabrina Sack und Cornelia Vöhringer, Fotos: Sabrina Sack

Wir haben studentische Preise. Macht euch ein Bild von unserem Sortiment und schaut vorbei. Wir freuen uns auf euch. Öffnungszeiten: Mo-Fr 12.45 - 13.30Uhr in der Vorlesungszeit HTWK Leipzig, 3. Etage rechts (Li 311), Karl Liebknecht Straße 145, 04277 Leipzig Tel.: (0341) 30 76-54 54 lehrbuchhandlung_bumerang@web.de


6 :: Themen, die uns bewegen

Auf den Hund gekommen Die neue Autobiographie eines Filmstars Zum Buch Titel: Uggie – My story Verlag: Gallery Books (Imprint von Simon & Schuster) Erscheinungsdatum: 16. Oktober 2012 Seitenzahl: 240 Infos zum Buch: http://www.simonandschuster.com Buchtrailer: http://www. youtube.com/ watch?v=0gZ3Ks84fVk

Arnold Schwarzenegger, Keith Richards, Lothar Matthäus – sie alle haben es getan, ihre eigene Biografie veröffentlicht. Im Oktober 2012 wurde ein weiterer Weltstar in diesen Kreis der Unsterblichen aufgenommen. Die Rede ist vom Publikumsliebling aus „The Artist“, dem französischen Stummfilm, der beim Oscar 2012 kräftig abräumte. Nein, nicht Jean Dujardin, der damals als bester Hauptdarsteller geehrt wurde. Gemeint ist Uggie, der rauhaarige Jack Russell Terrier, der schon bei der Preisverleihung seinen zweibeinigen Kollegen die Show stahl.

uns ist. Die Autobiographie eines Hundes, ausführlich ausgebreitet auf sage und schreibe 240 Seiten. Seichte Unterhaltung eben. Doch scheinbar kann man als Verlag gutes Geld mit solch niedlichen Tieren verdienen. Wie wäre es also mit einem Buch über Sandy den Brillenpinguin und die unsterbliche Liebe zu seinem Tierpfleger. Oder der Geschichte von Yvonne dem Hausrind und ihrem Traum von der Freiheit. Ganz sicher würde auch Petra der Trauerschwan mit seiner Autobiographie „Liebe macht blind“ die Menschen zutiefst berühren … Wiebke Weber

Uggie - My Story

Cute Marketing Ein Hund, der ein Buch schreibt, Signierstunden gibt und durch Europa tourt? Für Uggie selbst ist diese Berühmtheit mit Sicherheit kein Glück. Auf den Fotos einer Buchpräsentation sieht man schon an der Körperhaltung, wie unwohl er sich inmitten der Menschenmasse fühlt. Freude wird er nicht dabei empfinden, „sein“ Buch in der Schnauze zu halten. Was für ein Hundeleben! Auch muss man nicht darüber streiten, von welch literarischem Wert ein solches Buch für

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© Gallery Books

Seit seinem überraschenden Rückzug aus dem Filmgeschäft war es etwas ruhiger um ihn geworden, doch nun meldet sich der Hunde-Star aus dem Ruhestand zurück. In seiner bei Gallery Books erschienenen Autobiographie „Uggie – My story“ erzählt der Vierbeiner nicht nur von seiner Karriere als Schauspieler und seiner heimlichen Liebe zu Reese Witherspoon, er packt auch mächtig über das Showbusiness aus und gesteht einen Beinahe-Mord an einer Katze. Aus der Hundesprache übersetzt und zu Papier gebracht wurde das Ganze von Autorin Wendy Holden.


8 :: Themen, die uns bewegen

„This is not a game“ – oder doch?! Alternate Reality Games - Werbung, ohne zu werben

© cabbit

Spielen ist etwas für Kinder und vor lauter Werbung wissen wir gar nicht mehr, wo wir hinschauen sollen. Teilweise ist das sicher wahr, allerdings können gelungene Werbemaßnahmen auch ganz anders aussehen. Viele Buchverlage haben ein neues, interaktives Marketinginstrument für sich entdeckt!

Weitere Informationen zum Thema ARG und Transmedia Storytelling findet ihr unter: www.argreporter.de,

„Folge dem Kaninchen“ – wer hier an die Matrix oder an „Alice im Wunderland“ denkt, liegt gar nicht so falsch. Auch bei den Alternate Reality Games (ARG) gelangt ihr durch ein sogenanntes „Rabbit Hole“ in eine andere Welt. Doch auch wenn die Geschichten anfangs fiktiv erscheinen – nach und nach wird die Grenze zwischen Phantasie und Realität zu einem fließenden Übergang. Was mit einer geheimnisvollen Mail an wenige Teilnehmer beginnt, endet eventuell mit einem Live-Event, zu dem Menschen aus ganz Deutschland anreisen. Die Idee stammt aus den USA, wo das erste ARG als Marketingaktion zum Film „A.I.“ gestartet wurde. Im Abspann eines Trailers und auf Plakaten fand man den Namen einer „Therapeutin für künstliche Intelligenz“. Versuchte man mehr über diese Frau herauszufinden, stieß man online auf weitere Hinweise und schon befand man sich auf dem Weg mitten in einen komplizierten Mordfall. Seitdem verbreiten sich die ARGs rund um den Globus.

www.argn.com

Wie finde ich das „Rabbit Hole“?

www.transmediamanifest.com

Im Grunde ist ein Alternate Reality Game eine Art Schnitzeljagd, in welche jeder einsteigen kann, der Lust dazu hat. Ihr möchtet von An-

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fang an dabei sein? Auf der Homepage www. folge-dem-kaninchen.de könnt ihr euch registrieren und entscheidet selbst, ob ihr nur eure E-Mailadresse oder auch Telefonnummer und Wohnadresse angeben möchtet. Je mehr Informationen ihr preisgebt, desto mehr Kanäle stehen dem „Puppet Master“ offen, um euch zu erreichen. Vielleicht bekommt ihr also eine SMS von einer unbekannten Telefonnummer, unter der ihr einen weiteren Hinweis erhaltet. Oder ihr findet eine Postkarte im Briefkasten, deren Absender ihr nicht kennt – allerdings bittet der Schreiber euch dringend eine bestimmte Website zu besuchen. Ab diesem Zeitpunkt könnten die weiteren Zeichen überall zu finden sein. Vielleicht ist es ein Graffiti, Plakate oder sogenannte Artefakte, je nachdem, wie groß das ARG angelegt ist. Natürlich könnt ihr auch jederzeit in schon laufende ARGs einsteigen. Hier hilft euch ein „Guide“, wo alles bisher Geschehene und die gewonnenen Erkenntnisse nachgelesen werden können. Wer sich Sorgen bezüglich der Weitergabe persönlicher Daten macht, kann beruhigt sein. Es entspricht weder dem Konzept der Veranstalter, noch der Intention der Auftraggeber, die Angemeldeten mit unerwünschter Werbung zu bombardieren. Weiterhin sind ARGs normalerweise kostenlos, außer ihr möchtet ein Event besuchen oder verschickt Briefe oder SMS. Auch hier liegt die Entscheidung, wie intensiv ihr euch beteiligen möchtet, bei euch. Aber wer ist eigentlich der Puppet Master?! Hinter dem Begriff „Puppet Master“ versteckt sich nicht etwa ein mysteriöser Fremder, sondern einfach diejenigen, die das ARG organisieren. Meist sind dies Agenturen, die sich professionell um Planung und Umsetzung kümmern. In Deutschland ist vm-people die bekannteste Agentur für virales Marketing und Veranstalter für zahlreiche ARGs.


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Seit 2004 arbeitet vm-people mit bekannten Partnern wie Thalia, Carlsen oder PONS zusammen. Im Vordergrund steht der Spaß, die Spannung, das Rätseln und Entdecken. Eigentlich ist es auch nicht nötig zu wissen, auf welches Produkt oder welche Dienstleistung das ARG abzielt. Die Kunst eines guten ARGs besteht eher darin, das Produkt zu bewerben ohne es direkt zu benennen! Außerdem lautet ein „Grundsatz“ im ARGJargon: TINAG – „This is not a game.“ Die Teilnehmer sollen nicht das Gefühl haben „zu spielen“, das Geschehen hat keine Unterbrechungen oder läuft nur tagsüber ab. Auch mitten in der Nacht kann die Handlung euch einholen! Als ARG’ler werdet ihr zu Agenten und ermittelt in einem streng geheimen Fall der Polizei. Ihr erforscht ominöse Vorgänge auf der ganzen Welt oder erfahrt von einem bisher unbekannten Projekt der Regierung. Alles ist möglich und trotzdem hat alles eine Verknüpfung zur realen Welt. Transmedia Storytelling

Was steckt hinter dem „Holger-Komplex“? Inzwischen gibt es sogar das „Transmedia Manifest“, welches auf der Frankfurter Buchmesse 2011 im Rahmen der „StoryDrive-Konferenz“ vorgestellt wurde. Inhalte sind einerseits die wichtigsten Grundsätze des „Transmedia Storytelling“, andererseits Richtlinien, die beachtet werden sollten, um zukünftig noch bessere ARGs zu veranstalten. Zusätzlich wurde auf der Frankfurter Buchmesse der „HolgerKomplex“ präsentiert, eine eigene spannende Idee der Referenten, die gekonnt eine Brücke zwischen Wirklichkeit und Fiktion baut. Ihr möchtet jetzt selbst einmal Teil eines ARGs sein? Vielleicht ist das nächste Rabbit Hole näher als ihr denkt … Melanie Hotz

© Doro Martin

Der Begriff des „transmedialen Erzählens“ umfasst das Erzählen und Verbreiten eines Inhaltes über mehrere verschiedene Medien, wie Film, Internet oder Buch. Ziel ist es, den Inhalt so aufzubereiten, dass auf möglichst vielen Kanälen möglichst viele Menschen erreicht werden, sodass ein komplex verbundenes und spannendes Konstrukt entsteht. Es ist also möglich, einen leidenschaftlichen Buchleser mit einem Hinweis auf einem Lesezeichen zu erreichen und gleichzeitig die Aufmerksamkeit eines Bloggers mit einem Werbebanner zu erregen. Beide finden über verschiedene Medien hinweg zusammen und arbeiten – zuerst vielleicht sogar unwissentlich – gemeinsam an einem Fall. Denn in der Zusammenarbeit liegt ein wesentlicher Hauptgedanke der Alternate Reality Games. Alleine wäre es weder so spannend, noch so unterhaltsam bei einem ARG mitzumachen.

Viele Rätsel erscheinen einem auf den ersten Blick unlösbar – fallen einem anderem aber vielleicht leichter! Verschiedene Persönlichkeiten mit völlig unterschiedlichen Interessen werden zu einer Gemeinschaft, die Ideen teilt und sich gegenseitig weiterhilft. Ob in Foren, Chats oder beim persönlichen Treffen – Teamwork steht im Fokus. Die Teilnehmer eines ARGs sind also bei weitem nicht nur Zuschauer. Sie können aktiv am Geschehen mitwirken oder die Richtung der Entwicklung lenken.

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10 :: Branche

Die Kurt-Wolff-Stiftung Zur Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene © Kurt Wolff Stiftung

Das Jahr 2013 steht ganz im Zeichen Kurt Wolffs. Der 21. Oktober ist Wolffs 50. Todestag und der Kurt Wolff Verlag würde seinen 100. Geburtstag feiern. Aus Anlass dieses Jubiläumsjahres stellt die Leipziger Lerche die nach ihm benannte Stiftung vor. Die Kurt-Wolff-Stiftung versteht sich als Interessenvertretung unabhängiger deutscher Verlage. Sie will zur Erhaltung der kulturellen Vielfalt beitragen, die durch den fortschreitenden Konzentrationsprozess im Verlagswesen und Buchhandel zunehmend unter Druck gerät. Die gemeinnützige Stiftung wurde im Jahr 2000 von unabhängigen Verlagen und dem damaligen Kulturstaatsminister Dr. Michael Naumann gegründet und hat seit 2002 ihren offiziellen Sitz im Haus des Buches in Leipzig. Eine zentrale Verlegerpersönlichkeit Zitat „Ich dagegen denke mir den Verleger wie soll ich sagen - etwa als Seismograph, der bemüht sein soll, Erdbeben sachlich zu registrieren. Ich will Äußerungen der Zeit, die ich vernehme, soweit sie mir irgendwie wertvoll erscheinen, überhaupt gehört zu werden, notieren und für die Öffentlichkeit zur Diskussion stellen.“ (Kurt Wolff an Karl Kraus, 14.12.1913)

Ihr Namensgeber war einer der wichtigsten Verleger der Literatur des Expressionismus. Kurt Wolff begann seine Verlagslaufbahn zusammen mit Ernst Rowohlt, bis er 1912 seinen eigenen Verlag gründete. Sein Haus brachte bekannte Autoren wie Werfel, Trakl und Walser heraus. Auch gilt Wolff als Entdecker von Franz Kafka. Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus verließ er Deutschland und zog über Italien und die Schweiz schließlich in die USA. Ein Preis für Independents Auf der Leipziger Buchmesse wird jedes Jahr das Lebenswerk, das Gesamtschaffen oder ein herausragendes Verlagsprogramm eines deutschen oder in Deutschland ansässigen unabhängigen Verlegers mit dem Kurt-WolffPreis ausgezeichnet. In diesem Rahmen wird auch der Kurt-Wolff-Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro verliehen. Mit diesem werden vorbildliche Einzelprojekte, die für die Vielfalt in der Literatur einen besonderen Beitrag leisten, ausgezeichnet. Die Preisträger 2013 sind

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der Wallstein Verlag und der Verlag binooki. Die Stiftung arbeitet eng mit anderen kulturellen Einrichtungen aus dem Verlagswesen, dem Buchhandel, Bibliothekswesen sowie mit Schriftstellern, Künstlern und Journalisten zusammen. Außerdem veröffentlicht sie regelmäßig ihren Katalog „Es geht um das Buch“, in dem 65 Kurt-Wolff-Verlage mit einem Kurzportrait und den aktuellen Spitzentiteln vorgestellt werden. Über die Bedeutung der Kurt-Wolff-Stiftung für die teilnehmenden Verlage sprach die Leipziger Lerche mit Frank Milschewsky, Vertriebsleiter von Jacoby & Stuart, einem Verlag für Kinderbücher, Sachbücher, Kochbücher und Graphic Novels in Berlin. Welche Aufnahmekriterien gibt es bezüglich der Ausrichtung der Verlage und der Qualität der Bücher? Die Verlage bekennen sich zu den Statuten und Zielen der Stiftung, legen ein Programm mit einer unverwechselbaren Handschrift vor und sind regelmäßig verlegerisch tätig. Die Verlage müssen konzernunabhängig sein und ein allgemeines Programm aus den Bereichen Literatur und Sachbuch haben. Denn: Ziel der Stiftung ist die Förderung und Erhaltung der vielfältigen Verlags- und Literaturszene in Deutschland, für die man uns weltweit bewundert. Publiziert werden Bücher, die etwas bewegen wollen und sollen und sich vom Mainstream abheben. Die in der Regel hochwertig hergestellten Bücher verschweigen das Miteinander von Inhalt und Form nicht. Von den Mitgliedsverlagen sind schon diverse Titel von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet worden. Reine Ratgeber- oder Kinderbuchverlage haben übrigens keine Chance aufgenommen zu werden.


Branche :: 11

Bandbreite unterschiedlicher Themen, der verschiedenen Schreibstile und auch ganze Verlagsprogramme kennenzulernen.

Marcella Melien und Wiebke Weber

© Kurt Wolff Stiftung

Bietet die Stiftung eine Orientierungshilfe für Leser? Aber ja! Die Buchhändler können die Broschüre „Es geht um das Buch“ kostenlos von der Stiftung beziehen und an die Kunden weitergeben. Die jährlich erscheinende Broschüre stellt 65 unabhängige Verlage in einem Kurzporträt und jeweils drei Neuerscheinungen vor. Sie wird von den Absolventen der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig gestaltet. Die Vorauswahl von 195 Neuerscheinungen geben einen guten Überblick über die Jahresproduktion der unabhängigen Verlagsszene. Orientierung bieten natürlich auch der Kurt-Wolff-Preis für das vorbildhafte Verlagsprogramm und der Nachwuchspreis, die jeweils auf der Leipziger Messe verliehen werden. Auf den Messen finden Diskussionsrunden statt und über das Jahr gibt es sehr viele Veranstaltungen der teilnehmenden Verlage.

© Frank Milschewsky

Welche Vorteile und Verpflichtungen hängen mit der Aufnahme in der Stiftung zusammen? Die Unterstützer der Stiftung verpflichten sich, einen finanziellen Beitrag zu leisten. Der Buchmarkt revolutioniert sich gerade. Bisherige Verbindlichkeiten werden in Frage gestellt. Und: Bei der Vielzahl von Verlagen und Neuerscheinungen verlieren Buchhändler und Leser leicht den Überblick. Viele Verlage kämpfen darum, nicht unter die Wahrnehmungsschwelle zu rutschen. Die Stiftung bietet hier in beide Richtungen für Verlage und den Buchhandel eine gute Orientierung. Für mich ist der wichtigste Vorteil die Vernetzung, wir sind auf den Informationsaustausch unter Gleichgesinnten dringend angewiesen. Der Kontakt zu Kollegen auf Messen, Versammlungen oder in der Nachbarschaft ist entscheidend. Es entstehen Initiativen. So zum Beispiel die Buchhandlung „Das besondere Buch“, die der Dittrich-Verlag in seinen Verlagsräumen in Berlin ins Leben gerufen hat. Dort werden die Bücher der Stiftungsmitglieder ausgestellt und auch verkauft. Hier erhalten die Leser die Chance die große


12 :: Buchmarktforschung

Ein Land – zwei Buchmärkte In Kanada wird in zwei Sprachen veröffentlicht Zahlen und Fakten Jährlich veröffentliche Titel: ca. 13.000 Anteil E-Books am Markt: ca 10%, langsameres Wachstum als in den USA. Der Grund: Leser in den USA hatten leichteren Zugang zu E-Readern. Amazon verkaufte sein Kindle vorerst nicht in Kanada. Durchschnittlicher Preis: Taschenbuch ca. 20 kanadische $, Hardcover ca. 38$, E-Book ca. 12$. Tendenz: fallender Preis. Anzahl Verlage: Insgesamt: ca. 250; große Konzerne: Random House, Penguin, Wileys, Harper Collins. Association of Canadian Publishers: ein Verband von ca. 125 englischsprachigen, kleinen bis mittelgroßen Verlagen in kanadischer Führung.

Das zweitgrößte Land der Erde teilt sich in zwei Sprachräume und damit auch zwei Buchmärkte auf: das französischsprachige Quebec im Osten und die restlichen, englischsprachigen Provinzen. Dabei unterscheiden sich die Regionen nicht nur durch die Sprache, sondern auch durch unterschiedliche gesetzliche Handlungsrahmen für Buchhändler und Verleger. Carolyn Wood, Geschäftsführerin des kanadischen Verlegerverbands, und Michel Brûlé, Verleger aus Quebec, gewähren uns faszinierende Einblicke in ihre Arbeit und ihr Land. Vor einigen Jahren startete die Kampagne „National reading Company“ mit dem Ziel, eine lesende Gesellschaft aus den Kanadiern zu machen. „Dabei sind sie das schon“, so Carolyn Wood. Nach einer Studie belegt „Lesen“ Platz zwei der liebsten Freizeitbeschäftigungen – geschlagen nur von „Fernsehen“ auf der Spitzenposition und sogar noch vor „Zeit mit der Familie verbringen“ auf Platz drei. Die Public Library von Toronto zählt zu einer der meist besuchten Bibliotheken in Nordamerika. Das hohe öffentliche Interesse beweist der Radiowettbewerb „Canada reads“: hier stellen Prominente ihre Lieblingsbücher vor. Zwei unterschiedliche Systeme Nur wenige Verlage veröffentlichen sowohl englische als auch französische Bücher. Das liegt weniger an der Sprachbarriere als an den unterschiedlichen Gesetzeslagen; die Verlage müssten sich dabei auf zwei rechtliche Systeme einstellen. In Quebec sind Schulen beispielsweise verpflichtet, ihre Bücher bei Buchhandlungen zu bestellen. Dies sichert den Buchhändlern einen großen Teil ihres Umsatzes und sorgt für das Weiterbestehen kleiner, unabhängiger Läden. Auch in den englischsprachigen Provinzen unterstützt die Regierung Verlage bei ihrer Arbeit. In ganz Kanada ist das Canada Coun-

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cil for the Arts (Kanadisches Konzil für die Künste) tätig, das Wert auf literarische Qualität und kulturelle Relevanz legt. Oft werden Lyrik, Theaterstücke oder Kurzgeschichten gefördert. Je höher der kulturelle Beitrag, desto höher ist die Förderung. Außerdem gibt es das Department of Canadian Heritage (Abteilung für kanadisches Erbe), das wirtschaftlichen Erfolg belohnt. Darüber hinaus haben die einzelnen Provinzen ihre eigenen Einrichtungen, wie das Ontario Arts Council und die Ontario Media Development Corporation, die Film, Fernsehen, Musik und Verlage unterstützen. Bücher als Publikumsereignis Etwa 70 Prozent der Bücher, die in Kanada gelesen werden, kommen aus den USA oder England. Auffällig ist, dass kanadische Kinderbuchverlage auch international überdurchschnittlich erfolgreich sind. Es gibt keine große Lizenzmesse wie die Frankfurter Buchmesse. Publikumsmessen, wie der Salon du Livre in Montreal, sind in Quebec häufig und beliebt. Aber auch im englischsprachigen Teil: „Word on the Street“, ein Outdoor-Lesefestival für Bücher und Zeitschriften, begonnen in Toronto, ist inzwischen auf sechs Städte ausgeweitet. In Toronto zählte man eine Million Besucher. Die Provinz Quebec hat ihre eigene Kultur. Hier wird ein Französisch gesprochen, das noch der Sprache der ersten Besatzer ähnelt, aber auch einige englische Einflüsse aufweist. Trotz internationaler Metropolen wie Montreal ist in einigen Köpfen noch der Gedanke des Separatismus, der Abspaltung Quebecs vom restlichen Kanada, verankert. Michel Brûlé, Autor und Verleger aus Montreal, Quebec, ist seit 1993 in der Buchbranche tätig und besitzt drei Verlage: „Les intouchables“, „Cornac“ und „Michel Brûlé“. Er verlegt historische, Politik- und Jugendbücher, sowie indianische Literatur. In seinen besten Jahren


Buchmarktforschung :: 13

beschäftigte er 15 Mitarbeiter und veröffentlichte 80 Bücher im Jahr. Nun reduziert er auf neun Mitarbeiter und weniger als 30 Bücher. „Die Quebecer fühlen sich weder als Amerikaner, noch als Kanadier, noch als Franzosen“, sagt Brûlé im Gespräch mit der Leipziger Lerche. LEIPZIGER LERCHE: Sie reduzieren ihr Team und ihre Veröffentlichungen. Wie pessimis tisch sehen Sie die Zukunft? Was könnten Gründe für die Krise sein? Michel Brûlé: Es fällt mir schwer, eine gute Mannschaft zu zerstören. Ich versuche, alles positiv zu sehen, aber auch realistisch. Hindernisse wird es immer geben und ein Leben in Nostalgie ist nicht wichtig. Ich versuche, eine Erklärung für die Krise zu finden. Vielleicht sind die Menschen zu sehr daran gewöhnt, nichts mehr für Inhalte zu bezahlen.

Was ist Ihnen als Verleger wichtig? Der Kontakt zu den Leuten ist wichtig. Das Ziel ist, sie zu interessieren. Die Idee eines Buches ist entscheidend, aber es muss auch gut geschrieben sein. Quebec hat die meisten Buchmessen in Kanada. Wie kann man sich diese Messen vorstellen? Sie sind sehr beliebt. Es sind Publikumsmessen, die Leute kommen, um die Autoren zu sehen und Autogramme zu bekommen. Sozusagen eine Pflichtveranstaltung. In Quebec gibt es keine Buchpreisbindung wie in Deutschland. Sehen Sie darin einen Nachteil? Nein, denn dadurch gibt es Bücher billig in großen Märkten wie Walmart. Die Menschen, die dort einkaufen, suchen Sonderangebote. So werden sie zum Buchkauf verleitet. Außerdem unterstützt die Regierung auch kleine Buchläden. Marcella Melien © Anja Fuhrmann

Gibt es vorherrschende Themengebiete? Es gab eine große Fantasy-Welle. Der Geschmack richtet sich sehr nach der Mode, man liest bestimmte Bücher, um mitreden zu können. Deshalb werden besonders viele internationale Bestseller gekauft. Für mich persönlich ist durch die Occupy-Bewegung und die Studentenproteste des „printemps érable“ deutlich geworden, dass Solidarität, Freundschaft und soziales Engagement wichtig sind. Deshalb plane ich ab 2013 eine Serie mit politischen Büchern für Jugendliche.

darin an. Für mich ist es nur ein Ersatz für ein richtiges Buch.

Ist Frankreich ein wichtiger Geschäftspartner? Ich habe schon Lizenzen für etwa 100 Titel nach Frankreich verkauft, aber keine Lizenzen von dort eingekauft. Die großen Gruppen aus Frankreich haben ihren eigenen Vertrieb in Quebec. Wie hoch ist die Nachfrage nach E-Books? Das Interesse ist schwach. Ich mache auch EBooks, aber ich strebe keine Vorreiterposition

Michel Brûlé

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14 :: Branche

Wie Verlage Geschichten ein Gesicht geben Comic vs. Comic beim Kleinverlegertag © Anja Fuhrmann

„Comics sind nur etwas für Kinder.“ Um dieses Vorurteil zu widerlegen und die Besonderheiten des Comic-Markts kennenzulernen, lud der 19. Kleinverlegertag an der HTWK Leipzig 2012 Comic-Verlage zur Diskussion ein. Der Studiengang Buchhandel/Verlagswirtschaft organisierte die Veranstaltung in Kooperation mit dem Arbeitskreis kleinerer, unabhängiger Verlage des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Zu Gast waren Vertreter der Verlage Reprodukt, Schaltzeit sowie Schreiber & Leser. „Die meisten Verleger kommen über ihre Begeisterung für Comics dazu und professionalisieren sich im Lauf der Zeit“, hat Christian Maiwald von Reprodukt beobachtet. Andreas Illmann von Schaltzeit hat BWL studiert. Durch einen „schönen Zufall“, den Auftrag für einen Karikaturenband, kam er zum Comic-Verlegen. „Man kann Projekte schnell und selbstständig durchziehen und arbeitet mit Leuten, die etwas zu sagen haben“, benennt er die Vorteile.

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Edition Buchhandel

Band 13

Praxiswissen Verlag

3., aktualisierte und erweiterte Auflage 2012 Michael Schickerling, Birgit Menche

»Im doppelten Sinn ein ›Handbuch‹: zum einen, weil es eine fundierte Einführung in die zentralen Arbeitsbereiche eines Verlags ist, und zum anderen, weil man es immer wieder einmal zur Hand nehmen kann – und wird.« (Ralf Laumer in einer Rezension zur ersten Auflage)

Bücher machen Ein Handbuch für Lektoren und Redakteure Programmplanung • Projektmanagement • Manuskriptbearbeitung • E-Books • Rechtliche Aspekte • Herstellung • Vertrieb • Werbung und Öffentlichkeitsarbeit • Berufsbild Lektor • Freie Mitarbeiter in Verlagen Adressen • Literaturtipps • Checklisten Mit Beiträgen von Klaus-W. Bramann, Michaela von Koenigsmarck und Sybil Volks 3., aktualisierte und erweiterte Auflage

Mit vielen Neuerungen • E-Books • Social Media • Digitale Verlagsauslieferung

.. Bramann

Leseproben unter: www.bramann.de

Edition Buchhandel erklärt Zusammenhänge. Band 5 Band 11 Band 16 Band 22 Band 23

Wirtschaftsunternehmen Verlag Betriebswirtschaft für Verlagspraktiker Warengruppen im Buchhandel Verlags-PR – ein Praxisleitfaden Buying, Protecting and Selling Rights (dt. Ausgabe)

i nfo@bramann.de Leipziger Lerche 38 |www.bramann.de Frühling 2013

Verknüpfung von Bild und Text Der Unterstellung, Comics seien Trivialliteratur, hält Schreiber entgegen: „Natürlich sind sie für das Kind im Erwachsenen gedacht, aber eben auch intuitiv, emotional und bieten eine andere Erfahrung als ein Buch.“ „Das Gehirn arbeitet mit der Verknüpfung von Bildern und Texten, dem werden Comics gerecht“, sagt Illmann. Alles Einfache werde als infantil abgetan, zu Unrecht, denn „es ist eine hohe Kunst, schwierige Sachverhalte einfach darzustellen“. „Die Karikatur hat eine große Tradition in Deutschland“, sagt Maiwald. Ziel seines Verlags ist es, eine Comic-Kultur zu etablieren. Marketinginstrument Weihnachtsmarkt

Zusammenhänge verstehen Bücher machen

Philipp Schreiber übernahm Schreiber & Leser von seiner Mutter. Comics gehörten für ihn zum Alltag, er selbst war aber kein großer Fan. „Diese Distanz hat den Vorteil, dass ich nicht dazu verleitet werde, aus Liebhaberei unwirtschaftliche Projekte anzufangen“, sagt er.

Statt auf Regalplätze bei den Buchhändlern zu hoffen, haben die Comic-Verleger ihre eigene Nische gefunden: „Wir besuchen nicht-klassische Weihnachtsmärkte“, erzählt Maiwald. „Dort treffen wir genau die Leute, die unsere Bücher lesen wollen.“ Die Buchmessen, vor allem in Frankfurt, nutzen die Verlage eher für das Lizenzgeschäft. Reprodukt lädt Zeichner als Interviewpartner an den Messestand ein. „Aber es war sehr deutlich, dass wir aus der Comic-Ecke raus müssen, weil wir im Ansturm auf die Mangas untergegangen sind“, so Maiwald. Eine weitere Möglichkeit des Kundenkontakts sind soziale Netzwerke. Schreiber & Leser nutzt Facebook als Kontakt zur jungen Zielgruppe. „Daran, wie oft ein Motiv geteilt wird, können wir seine Beliebtheit ablesen“, sagt Schreiber. Marcella Melien

Bramann


SPEZIAL :: 15

Spezial

Lesen und lesen lassen

Comic vs. Comic beim Kleinverlegertag


16 :: SPEZIAL

Ohren auf!

© Steffi Milde

Bücher sind nicht nur zum Lesen da… Nächste Station: „Leibniz-Straße, Zugang zur Deutschen Zentralbücherei für Blinde“. Jeden Tag fahren wir an ihr vorbei und doch ist sie vielen Sehenden unbekannt. Nicht dagegen den Blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland. Seit 1894 existiert die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) und ist damit die älteste öffentliche Blindenbücherei. Ungefähr 10.000 Nutzer leihen bei der DZB aus. Der Bestand umfasst dabei alle Bereiche der Literatur. Von Romanen bis zur Lyrik, vom Kinderbuch bis zur Fachlektüre - rund 15.800 Lesetitel stehen den Nutzern rund um die Uhr zur Verfügung. Wenn wir an Blinde denken, denken wir zunächst an die mittlerweile an vielen Orten präsente Blindenschrift. Aber die DZB bietet noch sehr viel mehr Dienste an. So existiert beispielsweise LOUIS- der Leipziger OnlineUnterstützungs- und Informationsservice, ein Beratungsdienst für blinde Computeranwender. Oder das 2003 mit dem Bundesministerium für Arbeit und der Blindenselbsthilfe ins Leben gerufene Projekt „DaCapo“, ein Notenübertragungsservice, der mithilfe einer Software Noten in Braille-Noten umsetzt. Durch die wegen Alterserkrankungen wachsende Zahl an Späterblindenden steigt außerdem die Nachfrage nach Hörbüchern, da das Erlernen von Punktschrift im Alter schwierig ist. Seit 1956 produziert die DZB daher in eigenen Studios Hörbücher. Mittlerweile stehen rund 21.000 Hörbücher zur Verfügung, die ins In- und Ausland verliehen werden. Gesprochen werden die Hörbücher von Schauspielern, Rundfunksprechern und Spracherziehern. DAISY gibt es nicht nur im Zeichentrick Die Hörbücher unterscheiden sich von denen des Buchhandels vor allem dahingehend, dass sie vollständig aufgesprochen sind. Außer-

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dem haben sie besondere Kennzeichnungen zur Handhabung für Blinde, die ihnen das Hören erleichtern. Die größte Herausforderung ist allerdings die Länge der Hörbücher. Würde man beispielsweise die vollständige Fassung von „Herr der Ringe“ auf Audio- CDs aufspielen, müsste der Leser 36 CDs erwerben, um das ganze Werk zu erhalten. Aus diesem Grund wurde das DAISY- Format (Digital Accessible Information System) entwickelt. Als DAISY werden die Standards und Technologien bezeichnet, die von den Blindenbüchereien der Welt entwickelt wurden. So ist es möglich, im DAISY-Format bis zu 40 Stunden lange Hörbücher aufzunehmen, in ihnen zu blättern und von Kapitel zu Kapitel zu springen. Der große Vorteil von DAISY-CDs ist neben der langen Laufzeit vor allem auch die Qualität. Jede Tonspur ist zudem neben dem Haupttext mit Zusatzinformationen versehen. Für jedes DAISY-Hörbuch ist ein ganz spezielles Abspielgerät nötig, welches mit dem Benutzer kommuniziert und sehr einfach zu bedienen ist. Neben dem Springen innerhalb des Hörbuches kann auch die Sprechgeschwindigkeit variiert werden ohne dass die Stimme verzerrt wird. Die Geräte selber können nicht bei der DZB ausgeliehen werden, sondern nur bei externen Firmen. Der Preis bei einem Neukauf läge zwischen 300 und 400 Euro. Mittlerweile ist es aber auch möglich, mit Hilfe einer Software (als Freeware erhältlich) DAISY-CDs über den eigenen Computer abzuspielen. Ursprünglich konnten die Hörbücher, aus urheberrechtlichen Gründen nicht im Handel verkauft werden. Erst im September 2005 gelangte das erste DAISY-Hörbuch in Zürich in den Buchhandel. In Deutschland kann man seit August 2006 DAISY-Hörbücher kostenpflichtig downloaden.


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Die Hörbuch-Ausleihe in der DZB Ausleihen kann die DAISY-Hörbücher grundsätzlich jeder, der einen Nachweis über eine schwerwiegende Sehschädigung vorlegt. Dies kann ein Attest, ein Schwerbehindertenausweis oder ein Nachweis über die berufliche Tätigkeit sein. Dies ist aus urheberrechtlichen Gründen nötig. Da es sich um Blindensendungen handelt, werden die Hörbücher in ganz Deutschland portofrei mit der Deutschen Post verschickt. Im Moment stehen etwa 20.000 DAISY-Hörbücher zur Verfügung. Die DZB empfiehlt im Vorhinein eine Liste von 50 Wunschtiteln anzulegen, damit eine fortlaufende Ausleihe gewährleistet wird. Sobald ein Hörbuch an die DZB zurückgeschickt wurde, gibt diese sofort das nächste auf. Wenn auf der ursprünglichen Wunschliste nur noch 15 Titel zurückbleiben, bekommt der Kunde eine Mitteilung. Natürlich sind auch zu jeder Zeit Einzelbestellungen möglich. Die komplette Ausleihe wird - wie in anderen Bibliotheken auch - über ein Computerprogramm abgewickelt. Vor Ort oder online können mit Hilfe von Sehenden die gewünschten Bücher ausgewählt werden. Nach Kategorien sortiert finden sich alle derzeit verfügbaren Titel. Aber auch für die gezielte Suche ist eine spezielle Maske auf den Seiten der DZB vorhanden. Die Hörbücher können sogar an abweichende Lieferadressen geschickt werden. So müssen sehbehinderte Menschen also auch im Urlaub oder bei Kuraufenthalten nicht auf den gewohnten literarischen Genuss verzichten. Grundsätzlich leiht die DZB nur an ihre Mitglieder aus. Der Antrag kann direkt online ausgefüllt werden. Steffi Milde, Cornelia Vöhringer

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Deutschlands größtes Vorlesefest „Wir lesen vor – überall & jederzeit“ Im November jeden Jahres wird der bundesweite Vorlesetag veranstaltet. Er ist eine Initiative der Wochenzeitschrift DIE ZEIT, der Stiftung Lesen und der Deutschen Bahn AG. Jährlich finden sich freiwillige Helfer und auch zahlreiche Prominente zusammen um gemeinsam in Kindergärten und Schulen aber auch an ungewöhnlichen Orten vorzulesen. Zum neunten Mal fand dieser am 12. November 2012 statt und verzeichnete einen erneuten Rekord mit über 48.000 engagierten Vorlesern. 2003 wurde die Initiative „Wir lesen vor – überall & jederzeit“ von der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Stiftung Lesen ins Leben gerufen. Viele verschiedene Vorleseaktionen wurden unter diesem Motto gebündelt und sollten Kinder wieder stärker mit Büchern in Kontakt bringen und somit ihre Lesefreude wecken. Die Initiatoren wollten damit der Tatsache entgegen wirken, dass nur noch in rund einem Drittel aller deutschen Haushalte mit Kindern im Alter von null bis zehn Jahren vorgelesen wird. Das Resultat ist, dass ein Viertel aller 15-Jährigen nicht richtig lesen kann und fast die Hälfte nie ein Buch zum Vergnügen in die Hand nimmt, sondern häufig nur, wenn es von der Schule gefordert wird. Vorlesen und auch Erzählen ist Grundstein, um die Lust und Freude am Lesen und an Büchern bei Kindern zu wecken. Nicht nur die sprachliche Ausdrucksweise und Bildungschancen können somit verbessert werden. Auch Analphabetismus und Leseschwächen kann vorgebeugt werden, wenn Kinder frühzeitig mit Büchern in Kontakt kommen. Den Höhepunkt der vielen, verschiedenen Aktionen bildete der erste Vorlesetag am 12. November 2004 unter dem Motto „Große für Kleine“. Zahlreiche freiwillige Vorleser und auch viele Prominente aus Politik, Sport und Kultur engagierten sich an diesem Tag und gingen in ihre Kindergärten oder Grundschu-

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len zurück, um den Kindern aus ihren Lieblingsbüchern vorzulesen. Der erste bundesweite Vorlesetag verzeichnete mehr als 2.000 Teilnehmer und wurde somit zu einem erfolgreichen (Vor-)Leseereignis. Entwicklung Im Laufe der Jahre stieg die Teilnehmerzahl kontinuierlich an, bis im Jahre 2012 alle bisherigen Rekorde gebrochen wurden. Der neunte bundesweite Vorlesetag übertraf das Vorjahr um das Vierfache. Waren es 2011 noch 12.000 Teilnehmer so meldeten sich 2012 über 48.000 Freiwillige in über 12.000 Veranstaltungen an, um in Kindergärten, Schulen, Seniorenheimen, Bibliotheken und Büchereien vorzulesen. Auch andere Kultureinrichtungen wie beispielsweise Museen oder Fernseh- und Hörfunkstudios wurden zur „Vorlesestube“ umfunktioniert. Auch an ungewöhnlichen Orten wurde gelesen. So las der Boxer Alexander Dimitrenko Kurzgeschichten im Riesenrad auf dem Hamburger Dom vor. Ähnlich überrascht dürften auch die Passagiere des Fluges LH 2137 von Münster über München nach Wien gewesen sein, als plötzlich„Tatort“-Schauspielerin Christine Urspruch zum Mikrofon griff und begann, aus ihrem Lieblingsroman „Abschalten“ von Martin Suter vorzulesen. Veranstaltungs-Highlights setzte auch die Deutsche Bahn AG, die seit 1996 Partner und Mitglied der Stiftung Lesen und seit mehreren Jahren Initiator des bundesweiten Vorlesetages ist. Über 700 Mitglieder engagierten sich beispielsweise im Vorlese-Tipi im Berliner Hauptbahnhof oder im Deutsche Bahn Tower. Auch das ICE-Werk in Hamburg Eidelstedt und das Deutsche Bahn Museum in Nürnberg wurden zum Veranstaltungsort für Vorlesestunden umfunktioniert. Zudem wurde auch in sogenannten Vorlesezügen Schulklassen und Kindergruppen in Hannover, Hof,


Friedrichroda und – in Kooperation mit dem Rhein-Main-Verkehrsbund – in Frankfurt am Main von Mitarbeitern und Prominenten vorgelesen. Deutschlands größtes Vorlesefest reichte sogar über die Landesgrenzen hinaus. So wurde auch in Mexiko-Stadt, an der Deutschen Schule in Chiang Mai (Thailand) und am Goethe-Institut in Addis Abeba (Äthiopien) vorgelesen.

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2013: Zehntes Jubiläum Auch 2013 wird wieder vorgelesen und zudem ein Jubiläum gefeiert. Schon jetzt kann man sich und seine Veranstaltung auf www.vorlesetag.de für den 10. bundesweiten Vorlesetag am 15. November 2013 anmelden. Gesucht werden wie in jedem Jahr engagierte freiwillige Leser, die Spaß und Freude am Vorlesen haben und diese mit Kindern und Jugendlichen und auch Erwachsenen teilen wollen. Auch Veranstaltungsorte können auf der Website gesucht und gefunden werden. Auch um die Mithilfe von Büchereien, Bibliotheken und anderer Kultureinrichtungen wird gebeten. Auf der Website finden sich zusätzlich wertvolle Tipps für die Organisation einer Veranstaltung, was auch die Gestaltung der Räumlichkeiten einbezieht. Auch für das Vorlesen werden Hinweise gegeben, um die Kinder und auch andere Zuhörer am effektivsten zu erreichen oder in die Geschichten mit einzubeziehen. Bereits 1.243 Vorleserinnen und Vorleser haben sich schon jetzt angemeldet. (Stand: 21.01.2013) Bleibt nur noch zu hoffen: … und wenn sie nicht aufgehört haben zu lesen, dann lesen sie noch heute vor. Und auch in Zukunft. Sarah Strehle

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© Stiftung Lesen

14. bis 17. März 2013 Leipziger Buchmesse

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Spaß am Lesen Leipziger Lesekompass empfiehlt lesefördernde Literatur für Kinder Im Meer der Neuerscheinungen fällt es vielen Eltern schwer, den richtigen Lesestoff für ihre Kinder zu finden. Der Leipziger Lesekompass bietet einen wertvollen Ratgeber und empfiehlt lesefördernde Bücher, die Spaß machen.

© Fotos: Leipziger Messe

Jedes Jahr erscheinen mehrere tausend Kinderbücher – den Überblick zu behalten fällt da manchmal schwer. Welches Buch bietet meinem Kind Spaß am Lesen lernen? Die Bedeutung des Lesens sollte nicht unterschätzt werden, bildet sie doch die Kernkompetenz für die Bildungs- vor allem aber berufliche Entwicklung eines jeden Kindes. Nur wer früh lernt, dass Lesen Spaß macht, entwickelt ausreichende Lesefertigkeit. Genau hier setzt der Leipziger Lesekompass an und richtet sich dabei an Lehrer, Erzieher und natürlich Eltern.

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Die Orientierungshilfe für lesefördernde Literatur ist eine Initiative der Leipziger Buchmesse und der Stiftung Lesen. Eine unabhängige Jury prämiert Titel, die sowohl Leseratten, als auch Lesemuffel ansprechen. Vorgestellt werden jeweils zehn Medien aus drei Kategorien: Kinder von zwei bis sechs Jahren, von sechs bis zehn Jahren sowie von zehn bis 14 Jahren. In der fachkundigen Jury befinden sich Experten aus Kindertagesstätten, Schulen, Bibliotheken, Buchhandel, Fachpresse, Social Media Vertreter und jugendliche Lesescouts. Am 14. März 2013 wird der aktuelle Leipziger Lesekompass vorgestellt. Ein Rahmenprogramm wie ein Kreativwettbewerb, sowie Praxisworkshops für Lehrer und Erzieher runden das Angebot ab. Laura Becker


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Einsteigen bitte! Wenn die Fahrt mit Bus und Bahn zum literarischen Höhepunkt wird Lesereisen, Autogrammstunden und die einfache Präsentation von Novitäten in Buchläden scheinen vielen Autoren und Verlagen mittlerweile zu gewöhnlich. Um die Leserschaft zum Kauf zu bewegen und möglichst werbeträchtig auf sich aufmerksam zu machen, greifen viele Verlage zu außergewöhnlichen Methoden. Neuester Trend: die Autorenlesung in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Guerilla-Lesungen auf dem Doppelsitz Hierbei handelt es sich um Privatpersonen oder Autoren, die mit einem Buch, Gedicht oder anderem Schriftstück bewaffnet für literarische Unruhe sorgen. Häufig sind es Studenten, die damit auf Veranstaltungen, Theaterstücke oder Konzerte an der eigenen Universität oder Hochschule aufmerksam machen wollen. Neben dem Lesen in Verkehrsmitteln wird diese Form des Marketings auch in Supermärkten, Baumärkten und anderen öffentlichen Plätzen praktiziert. Mit der Zuhilfenahme von sozialen Netzwerken kündigen einige Autoren ihre Lesungen vorher sogar noch kurzfristig an. Dadurch wird es möglich, auch in relativ kurzer Zeit noch ein paar begeisterte Mitfahrer zu mobilisieren. Wenn es bei der täglichen Fahrt auf Ihrer Linie also irgendwann einmal soweit sein sollte: nicht wundern, sondern zurücklehnen und genießen. Steffi Milde © Steffi Milde

Wenn man bei Google die Tags Lesung und Straßenbahn eingibt, liefert die Suchmaschine über 230.000 Treffer. Neben den Seiten der Verkehrsbetriebe und Verlage, die für die speziellen Veranstaltungen werben, finden sich auch Facebook-Seiten von Autoren und Hinweise auf YouTube–Videos. Diese neue Form des Marketings scheint besonders in den letzten Jahren immer beliebter zu werden. So veranstaltet zum Beispiel die Rheinbahn regelmäßig Krimi-Lesungen in einem Rundkurs um den Düsseldorfer Hauptbahnhof. Dabei lesen im historischen Gefährt wechselnde Autoren. In diesem Jahr wird es fünf solcher Veranstaltungen geben. Im Gegensatz zu anderen Aktionen dieser Art müssen hier Karten für neun Euro das Stück erworben werden. Auch die Leipziger Verkehrsbetriebe veranstalteten in der Vorweihnachtszeit eine Lesung in einem Sonderwagen der Linie 4. Dabei las die Autorin Annett Gröschner aus „ Mit der Linie 4 um die Welt“. In dem Reisebericht beschreibt Gröschner ihre ganz persönlichen Erfahrungen, die sie mit Linie 4 in insgesamt 34 Städten machte – u.a. Paris, Minsk, New York, Dresden, Buenos Aires und Magdeburg. Was liegt da wohl näher als auch die Lesung in einer Straßenbahn stattfinden zu lassen? Das Ziel, mit einer solchen Aktion eine möglichst hohe Marketingwirkung zu erreichen, wird dabei meist nicht verfehlt. Und auch für die Zuhörer scheint diese Form der Präsentation wesentlich reizvoller und entspannter. Neben diesen geplanten und gut organi-

sierten offiziellen Lesungen mit Autoren gibt es auch sogenannte Guerilla-Lesungen.

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Die neuen Vorlesehelfer Lesestift, Tablet und Co. © obs/ Verlag Friedrich Oetinger

Multimedia hält Einzug ins Kinderzimmer. Stifte, die Bücher zum Sprechen bringen, Vorlese-Apps, die nicht mehr nur einfach Geschichten erzählen, sondern die jungen Leser durch Spiele mit in die Geschichte einbeziehen. Das Vorlesen wird vielfältiger. Kinderbuch-Apps und E-Books

Die Auswertung der „Vorlesestudie 2012“ kann auf der Homepage der Stiftung Lesen heruntergeladen werden. Auf dieser Seite finden Sie außerdem eine Empfehlungsliste mit 12 Kinderbuch-Apps. www.stiftunglesen.de/ vorlesestudie-2012

Lesestifte Digitale Lesestifte erweitern das klassische Buch durch Audiodateien, wie Geräusche, Musik und Sprache. Diese werden abge-

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Tiptoi, Ting und Toystick So heißen die drei großen Lesestifte. Im Oktober 2010 brachte Ravensburger seinen tiptoiStift auf dem Markt. Der Verlag hat sein audiodigitales Lernsystem für Kinder ab vier Jahren entwickelt. Dieses ist ein Riesenerfolg für das Unternehmen. Innerhalb von zwei Jahren wurden eine Million Stifte und Startersets und über zwei Millionen dazu passende Bücher, Spiele und Puzzles verkauft.

© Ravensburger

Die Vorlesestudie

Digitale Varianten von Kinderbüchern boomen, ob für Tablet-PC, Smartphone oder EBook Reader. In den App-Stores finden sich zahlreiche Titel zu bereits bekannten Helden und erfolgreichen Kinderbüchern, wie z.B. die „Pixi“-Apps von Carlsen und „Der kleine Pirat“ von Oetinger. Aber auch der Kleine Rabe (Zuuka!), Pippi Langstrumpf (Oetinger) und Räuber Hotzenplotz (Thienemann Verlag) sind vertreten. Diese digitalen Kinderbücher sind mehr als nur eine reine Umsetzung der Buchvorlage. Neben der Vorlesefunktion integrieren sie Musik, Animationen, Videos, Aufnahmefunktion und Spielelemente. Durch einfaches Antippen, Wischen oder Schütteln erwachen die Bilder zum Leben, und die Kinder können selbst über den weiteren „Lese“-Verlauf entscheiden. Die Inhalte werden so direkt und sehr individuell erlebbar. Daneben existieren auch E-Books mit Vorlesefunktion. Während Apps eher eine spielerische Umsetzung der Buchvorlage sind, orientieren sich E-Books stärker am Papier-Buch. Seiten werden umgeblättert, der gerade vorgelesene Text wird optisch hervorgehoben. Zwar sind Apps deutlich umfangreicher in Hinblick auf Funktionalität und Multimedialität, die Entwicklungskosten für die Verlage sind dafür aber wesentlich höher.

spielt, wenn die Kinder mit dem Stift bestimmte Worte, Zeichen oder Bilder antippen. Spielerisch soll so vor allem bei Leseanfängern der Spaß und die Lust am Lesen gefördert werden. Wie funktioniert ein Lesestift? Der Stift ist ein Speichersystem für MP3-Dateien, die über einen integrierten Lautsprecher abgespielt werden. Die Audiodateien kopiert man mittels USB-Datenkabel aus dem Internet auf den Stift. Auf den Buchseiten selbst befinden sich für das menschliche Auge unsichtbare Codes, die vom Sensor an der Spitze des Stifts ausgelesen werden. Manche Bereiche der Buchseiten können auch doppelt belegt sein, sodass beim zweiten Antippen eine andere Audiodatei abgespielt wird.


Auch der Toystick von Chefeu kam schon 2010 heraus. Dieser funktioniert nur mit Noris-Produkten. Besonders an ihm ist die Aufnahmefunktion, über die Eltern auch eigene Bücher aufsprechen können. Ting (chinesisch für „Hören“) ist ein offenes, nicht verlagsgebundenes System. Die Kunden sollen den Stift für viele Bücher verschiedener Verlage nutzen können. Mit dabei sind Cornelsen, Kosmos, Langenscheidt, arsEdition und Brockhaus. Der Stift wird von der Augsburger Druckerei Himmer vertrieben. Seit Januar 2013 ist der überarbeitete TINGsmart erhältlich, der sich durch eine schnellere Reaktionszeit sowie eine übersichtliche Tastenanordnung auszeichnet. Nicht nur für Kinderbücher eignet sich der Einsatz eines solchen Audiostifts. Durch einfaches Tippen kann zum Beispiel die korrekte Aussprache der Wörter in einer Fremdsprache angehört werden und im Naturführer werden Tierlaute abgespielt. Die Stifte zeigen, dass technischer Fortschritt auch Printprodukte bereichern kann. Die „Vorlesestudie 2012“ Natürlich können weder Apps noch Lesestifte ein Ersatz für das elterliche Vorlesen sein. Das sollen sie auch nicht. Sie sind eher eine Ergänzung. Kinder, denen das Lesen noch schwer fällt, können an Bücher herangeführt, beim Lernen unterstützt und motiviert werden. Auch die „Vorlesestudie 2012“ der „Stiftung Lesen“ hat ergeben, dass digitale Medien neue Chancen für das Vorlesen eröffnen. Befragt wurden 500 Eltern mit mindestens einem Kind im Alter von zwei bis acht Jahren. Digitale Vorlesearten bieten neue Möglichkeiten auch bildungsferne Schichten zu erreichen. In Familien mit formal niedriger Bildung sind Smartphones und Tablets mit 71 und 27 Prozent ebenso verbreitet wie in den befragten Familien mit formal hoher Bildung (81 und 26 Prozent). Tablets sind auf dem Vormarsch und jede dritte Familie mit Tablet nutzt bereits Kinderbuch-Apps. Aus der Umfrage geht aber auch hervor, dass digitale Versionen das Buch selbst nicht ersetzen können. Eltern entscheiden gezielt zwischen Print und Digital, meist abhängig von der jeweiligen Lesesituation. Während für die Gute-Nacht-Geschichte im Bett immer noch lieber ein Buch zur Hand genommen wird, ist die App praktischer für das Lesen unterwegs. Besonders beliebt sind elektronische Angebote bei den Vätern. Diese lesen ihren Kindern zwar deutlich seltener vor, nutzen aber häufiger als die Mütter elektronische Medien. Vielleicht können Kinderbuch-Apps das Vorlesen ja jetzt auch für die Männer wieder attraktiver machen. Wiebke Weber


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Bücher und Bildung Das Leipziger Projekt „Vorleseladen“ Trotz des erwiesenen positiven Einflusses auf die Entwicklung lesen 42 Prozent der Eltern in Deutschland ihren Kindern nur gelegentlich oder nie vor, wie eine Studie der Stiftung Lesen von 2007 herausfand. Das Leipziger Projekt „Vorleseladen“ versucht, einen Ersatz für die Kinder zu schaffen, die in ihrem Elternhaus kaum mit Büchern in Berührung kommen. Vorlesen fördert die „kognitiven, emotionalen und sozialen Kompetenzen“ von Kindern – so steht es im Ergebnisbericht einer repräsentativen Umfrage der Stiftung Lesen von 2011. Bei der Befragung von 10bis 19-Jährigen zeigten sich nicht nur ein positiver Einfluss des Vorlesens auf das spätere selbstständige Leseverhalten, sondern auch auf Erfolg in der Schule, Freude an musischkreativen Aktivitäten sowie Sport. Ehrenamtliche Studenten lesen vor

Der Vorleseladen in Lindenau

Ein etwa vierjähriges Mädchen steht vor dem Bücherregal im Vorleseladen. Schnell hat es sich entschieden, nimmt ein Buch und setzt sich damit

auf ein Kissen in dem aus Stoffbahnen gebauten Lesezelt. „Alice im Wunderland“ soll ich vorlesen. Aber der Text ist lang und die Aufmerksamkeitsspanne der Kleinen kurz. Also schlägt sie vor, dass wir uns abwechseln. Ich lese eine Seite, dann ist sie an der Reihe und flüstert mir ins Ohr: „Ich kann das aber gar nicht, ich tue nur so!“ Anhand der Bilder erzählt sie eine Geschichte, wie Lewis Carroll sie nicht zu träumen gewagt hätte. In solchen Momenten wird mir klar, dass nicht nur die Kinder, sondern auch ich selbst vom Vorlesen profitiere. Gemeinsam mit etwa 25 Studenten aus verschiedenen Studienfächern bilde ich das ehrenamtliche VorleserTeam. Einmal die Woche öffnen die beiden Läden für zwei Stunden, wobei immer mindestens zu zwei Vorleser anwesend sein müssen. Die Kinder kommen aus der Nachbarschaft, die Kleinen mit ihren Eltern, die Älteren alleine oder mit Freunden. Meistens wissen sie genau, welche Bücher sie wollen, ob sie selbst lesen, lieber zuhören – oder einfach nur etwas erzählen möchten. Bildung als Privileg

© Marcella Melien

Frank Martin, gelernter Buchhändler und Pfarrer der Evangelischen Studentengemeinde (ESG), initiierte das Projekt und betreut es seither. Die Idee entstand bereits 2008. In den zwei darauf folgenden Jahren eröffneten die Läden in der Herrmann-Duncker-Straße in Lindenau und der Gundremannstraße im Stadtteil Paunsdorf. Beide stellt die Leipziger Wohnungsbaugesellschaft (LWB) zur Verfügung. „Eigentum verpflichtet“ sei der Grundgedanke des Projekts, sagt Frank Martin und erklärt: „Der Umgang mit Büchern und das Vorlesen ist geistiges Eigentum, das zur Weitergabe verpflichtet.“ Das Ziel bestehe darin, einen Ausgleich zu schaffen: „Unser Bildungssystem ist ungerecht, es gibt Bildungsgewinner und -verlierer.

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Aus dem Privileg der Bildung entstehen Pflichten.“ In diesem Sinne haben Professoren der Universität Leipzig die Inneneinrichtung der Läden finanziert. Die Bücher stammen aus Verlagsspenden. Obwohl es ein Projekt der ESG ist, muss man als Vorleser nicht der Gemeinde angehören. Es wird auch nicht aus der Bibel vorgelesen und die Erziehung zum christlichen Glauben spielt keine Rolle. „Die Hauptsache ist, Geschichten zu erzählen, die den Kindern Mut für ihren Alltag machen“, so Frank Martin. Während der Öffnungszeiten können die Kinder kommen und gehen, wie sie möchten. „Es ist ein Bildungs-, kein Betreuungsangebot“, betont Frank Martin.

Des Weiteren können die Leseläden anderen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden. So zum Beispiel einer Kindergruppe aus dem Asylbewerberheim in Grünau, die den Laden in Lindenau besuchte. Dort gibt es auch eine Partnerschaft mit einem Kindergarten, der einmal die Woche zu Gast ist. „Das ist schön, weil die Kinder eine sehr positive Einstellung gegenüber Büchern haben und traurig sind, wenn das Lesen ausfällt“, sagt Martin.

Mehr Informationen und Kontaktdaten finden Sie auf www.esg-leipzig.de/ vorleseladen Wer ehrenamtlicher Vorleser werden möchte, kann sich bei Frank Martin melden: fmesg@gmx.de.

Marcella Melien

Aufbau eines Netzwerks Damit möglichst viele Kinder von dem Angebot profitieren können, bemühen die Vorleser sich um weitere Vernetzungen. Es besteht die Idee, mobile Leseteams zu bilden, die beispielsweise Kinderheime besuchen.

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26 :: HTWK Leipzig

HTWK Leipzig Bauvorhaben Es kommt zusammen, was zusammen gehört Nach dem die Leipziger Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur im Jahre 1992 erstmals Studenten immatrikulierte, ist sie mehr als 20Jahrespätermitknapp7000Einschreibungen eine der größten Hochschulen Deutschlands. Einziges Manko: einige Fakultäten sind in ganz Leipzig verteilt. Ziel ist es nun bis 2014, einen einheitlichen Campus zu schaffen, an dem sich möglichst alle Studenten der HTWK wohlfühlen. Wir schreiben das Jahr 2009, die Fakultät Medien bekommt Ende Oktober auf der GustavFreytag-Straße ihr neues Medienzentrum, mit eigener Druckerei, verschiedenen Maschinensälen sowie Audio- und Video-Studios. Gleich nebenan öffnet die neue Hochschulbibliothek mit mehr als 360.000 Bestandseinheiten. Erklärtes Ziel: eine moderne und studentenfreundliche Hochschule mit Campus, Mensa und Bibliothek verwirklichen. Um diesem Vorsatz noch ein Stück näher zu kommen, werden Pläne für eine Umsiedlung einzelner Fakultäten erstellt. Denn noch immer sind die Fakultäten Maschinenbau und Energietechnik, Elektrotechnik und Informationstechnik sowie ein Teil der Fakultät Medien nicht auf dem Campus in Connewitz angesiedelt. Maschinenbau und Energietechnik fristet sein Dasein bis dato in Markkleeberg, Elektrotechnik und Informationstechnik im Leipziger Musikviertel und ungefähr die Hälfte der Medienstudenten verweilt auf dem Gutenbergplatz 2-4. Hallo Connewitz Kürzere Wege für Studenten und Mitarbeiter, optimale Auslastung der Bibliothek und der Mensa sowie ein gemeinsamer Campus, sind nur drei Vorteile der Vorhaben. Projekt Nummer eins ist die Renovierung der alten Bibliothek in der Gustav-Freytag-Straße 42. Die Erneuerung des ca. 2.500 m² großen Gebäudes kostet den Freistaat circa 7,5 Millionen Euro. Die Fakultät Medien darf sich zur Fertigstellung im Juli 2013 über einen weiteren Hör-

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saal, mehrere Seminarräume, PC-Kabinette und ein Fotolabor freuen. Der Hinterhof des neuen Gebäudes mit Ruhezonen und Wiesen soll in diesem Zusammenhang ebenfalls fertig gestellt werden. Projekt Nummer zwei betrifft die Fakultät Maschinenbau und Energietechnik. Hier wird auf der Karl-Liebknecht Straße, gegenüber des Lipsiusbaus, ein komplett neues Objekt gebaut. Der erste Spatenstich war im März 2012. Übergeben werden soll das Gebäude Anfang des Wintersemesters 2014, nach gut zweieinhalb Jahren Bauzeit. Die Nutzungsfläche beträgt 2.000 m² und die Projektkosten belaufen sich auf circa 26 Millionen Euro, die vom Freistaat Sachsen sowie dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) getragen werden. Doch nicht nur die Studenten und Mitarbeiter der Fakultät Maschinenbau und Energietechnik können voller Stolz ihre neuen Kabinette, Praktikumsräume, Mitarbeiterbüros und Seminarräume in Anspruch nehmen. Auch die Fakultät Bauwesen erhält einen eigenen Maschinenpark im Erdgeschoss. Optisch wird sich das neue Instituts- und Laborgebäude der HTWK Leipzig an die Bibliothek und das Medienzentrum anpassen. Richard Götz


Dichterwettstreit mit Sahne Der Poetry Slam der Lehrbuchhandlung BuMerang Am Donnerstag, den 13.12.2012, öffneten sich zum dritten Mal die Türen der Wärmehalle Süd für den „all-semesterlichen“ PoetrySlam der Lehrbuchhandlung BuMerang der HTWK Leipzig. Schon André Herrmann, als Moderator und Pausenschmankerl, machte den Abend lohnenswert. Vor allem aber überzeugte der diesjährige Slam mit wundervollen Beiträgen und der passenden Atmosphäre. Bei einem PoetrySlam zählt das Selbstgeschriebene. Er ist eine Art Dichterwettstreit, bei dem jeder auftreten und Texte vortragen kann, Form und Inhalt sind dabei nicht vorgegeben. Meist ist er in Runden aufgeteilt, nach denen das Publikum durch Applaus-Voting entscheidet, wer weiterkommt. Am Ende steht der Gewinner fest. Zwei Poeten waren durch den Wintereinbruch gesundheitlich angeschlagen und mussten leider absagen. Dies tat dem Abend aber keinen Abbruch. Jeder der verbleibenden Teilnehmer hatte so die Möglichkeit, gleich zwei seiner Texte vorzutragen. Linn Penelope Micklitz (kurz LPM), Henning Olf, Raymonde Will und Peter Thiers nutzten diese Chance dankbar. Den Anfang jedoch machte André Herrmann, welcher sowohl solo als auch im „Team Totale Zerstörung“ mit Julius Fischer deutschlandweit auf den Slambühnen bekannt ist. André Herrmann trat mit einem Text über sein jährliches, immer wieder amüsantes Klassentreffen in der Heimat auf. Nach dem ersten Teil dieser Anekdote folgte die erste Runde der Teilnehmer. Raymonde Will brachte mit ihrem raffinierten Wortwitz die Zuhörer zum Schmunzeln. Henning Olf, der Neuling in der Runde, bestritt seinen fünften Slam überhaupt und machte trotzdem eine gute Figur. Peter Thiers zeigte, dass er nicht ohne Grund Stammgast auf vielen Leipziger Slambühnen ist. Linn P. Micklitz sprach so manch einem im Publikum mit ihren tiefgehenden Texten aus der Seele. Nach einer kurzen Pause und dem zweiten Teil von Herrn Herrmanns Erfahrungen vom Klassentreffen ging auch der Slam in die zweite Runde. Die Texte handelten unter anderem von „Beziehungen im Kopf“ (Henning Olf ), kleinen Mentos-Omas (Linn P. Micklitz) und ganz viel Sahne (Peter Thiers). And the winner is ... Nachdem alle Texte vorgetragen waren, ging es an die Entscheidung. Als ein paar Zuhörern schon vom Klatschen die Hände schmerzten, stand die Gewinnerin des Abends fest. Die Philosophie-Studentin Linn Penelope Micklitz hatte mit ihren berührenden, witzigen und doch recht schroffen Texten das Publikum überzeugt. Mit einem verbleibendem wohligen Gefühl klang der Abend in der Wärmehalle Süd aus. Das Team der BuMerang freut sich schon jetzt auf nächstes Jahr mit alten Bekannten und vielen neuen Gesichtern. Juliane Kessel


28 :: HTWK Leipzig

Hochschulfreiheitsgesetz Interview mit dem Studentenrat der HTWK Leipzig Das komplette Interview findet ihr auf wwww.lercheleipzig. blogspot.de sowie www.stura.htwk-leipzig. de

Das neu überarbeitete sächsische Hochschulfreiheitsgesetz wurde am 26.09.2012, mit einer Landtagsmehrheit bestehend aus CDU, FDP und NPD beschlossen. Dies hat weitreichende Änderungen in Bezug auf sächsische Studierenden und deren Hochschulen zur Folge. In einem Interview äußert der Studentenrat (StuRa) der HTWK Leipzig seine Kritik an dem Gesetz. LEIPZIGER LERCHE: Ihr als Studentenrat habt euch in den letzten Monaten besonders intensiv mit dem neuen Hochschulfreiheitsgesetz auseinandergesetzt. Was wird sich an Sachsens Universitäten und Hochschulen dadurch ändern? StuRa: Hochschulen haben nun die „Freiheit“ Unternehmen zur Erfüllung ihrer Aufgaben zu gründen, oder sich an solchen zu beteiligen. Die Hochschulentwicklungsplanung soll zukünftig in Zielvereinbarungen zwischen der Hochschule und dem Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) festgehalten werden, wobei die Zielerreichung maßgeblich Einfluss auf die Mittelvergabe nimmt. Im Fokus der Studierenden sollte allerdings stehen, dass nun beim Überschreiten der Regelstudienzeit um mehr als vier Semester Studiengebühren in Höhe von 500 Euro erhoben werden. Weiterhin können Studierende nun nach Ablauf eines Semesters, im Zuge ihrer Rückmeldung, ihren Austritt aus der Verfassten Studierendenschaft erklären. Außerdem entfällt der Freiversuch in modularisierten Studiengängen. Was findet Ihr daran bedenklich? Bekommen die Studenten dadurch nicht mehr Freiheit und Autonomie? Bedenklich ist vor allem die politische Auffassung, dass Hochschulen unternehmensähnlich sind beziehungsweise gemacht werden. Unternehmensgründung zur Erfüllung von Aufgaben kann nicht im Sinne der Lehre erfolgen. Das Generieren von Drittmitteln ist

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immer auch geknüpft an Forderungen Dritter, dessen sollte man sich durchaus bewusst werden. Eine freie Lehre ist in einem wirtschaftlichen Konkurrenzkampf wohl nicht mehr denkbar. Die Austrittsoption aus der Verfassten Studierendenschaft ist ein weiterer Versuch unter dem Deckmantel der Freiheit alles zu ermöglichen. Tatsächlich verzichtet ein Student der HTWK Leipzig mit seinem Austritt auf die Mitbestimmung und die Wahrnehmung von diversen Angeboten, um 8,10 Euro einzusparen. Für uns ist dies die Freiheit, „Mundtot“ zu sein und ein weiteres Zeichen dafür, dass Hochschulpolitik ohne die größte Gruppe an den Hochschulen – den Studierenden - betrieben werden soll. Der Studentenrat der HTWK Leipzig unterstützt die Studierenden mit verschiedenen Angeboten. Könnt Ihr ein paar davon nennen? Wir bieten ein großes soziales Beratungsangebot von Finanzen bis BAföG, Sozialen Hilfen, Studieren mit Beeinträchtigungen, psychosozialen Hilfen, sowie Hilfen für Ausländische Studierende. Unsere Beratung ist unabhängig, vertraulich und kostenlos und kann von jedem Studierenden in Anspruch genommen werden. Wir gewähren eine kleine finanzielle Unterstützung für Studierende mit Kind sowie Sozialdarlehen und vermitteln an weiterführende Stellen, wenn dies nötig ist. Neben den Beratungsangeboten sind Vertreter des StuRa in allen hochschulrelevanten Bereichen involviert. Wir veranstalten jährlich das Hochschulsommerfest und versuchen den Einstieg unserer Neuimmatrikulierten durch die Erstsemestereinführungstage zu erleichtern. Der Studi-Kalender ist ebenfalls Bestandteil dessen. Richard Götz


30 :: Rezensionen

Aufgeschlagen Unsere Buchtipps © Ullstein Verlag

„Liebe auf Russisch“ von Galina Dursthoff

Ullstein Verlag 16,00 € 272 Seiten, gebunden ISBN: 978-3550087257

Russen lieben anders. Melancholischer. Leidenschaftlicher. Sehnsüchtiger. Diesen Eindruck hat jedenfalls Galina Dursthoff, Literaturagentin und jahrelange Kennerin der russischen Literaturszene und sich deshalb daran gewagt, diese Gefühle lesbar zu machen. „Die gesamte russische Literatur ist ein Denkmal der unglücklichen Liebe“, schreibt die Herausgeberin in Ihrem Nachwort. 16 russische Autoren hat sie in ihrer Sammlung einheimischer Geschichten über das Glück und Unglück der Liebe schreiben lassen. So folgt der Leser bei Alla Bossart den Blicken der jungen Bronka, die heimlich einen alten Mann liebt, bekommt bei Ljudmilla Ulitzkajas Geschichte Einblick in die Liebeswelt der 60-jährigen Ruheständlerin Ljalja oder nimmt in der Geschichte der 2006 ermordeten Anna

Politkowskaja an der Lebensfreude von Wika und Sascha teil, die ihre junge Liebe trotz Krieg feiern. Maria Kramm

© Piper

„Raum“ von Emma Donoghue

Verlag: Piper 19,99 € 416 Seiten, gebunden ISBN: 9783492054669

Jack ist fünf Jahre alt. Er lebt allein mit seiner Ma auf 12 m². Sie haben keine Fenster, nur ein kleines Oberlicht. Die Tür nach draußen ist für die Beiden immer verschlossen. Das ist „Raum“ - und Jack erzählt die Geschichte aus seiner eigenen Sicht. Es gibt einen Fernseher, ein paar Bücher, einen Schrank, eine Badewanne. Jack kann mit seiner Ma malen, lesen und toben. Er weiß nicht, dass außerhalb von „Raum“ noch etwas existiert, also ist er mit seinem Leben ganz zufrieden. Wären da nicht die seltsamen Besuche von „Old Nick“, bei denen er sich verstecken muss und Ma immer ganz komisch wird. Aber wenn nur „Raum“ real ist, wo kommt dann Old Nick her? Eines Tages erfährt Jack von seiner Ma, dass sie ihm nicht die Wahrheit gesagt hat. Sie möchte „Raum“ verlassen – denn vor der Tür wartet die ganze Welt. Jack ist zuerst gar nicht be-

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geistert, aber um seiner Ma zu helfen, hecken die Beiden einen Plan aus… „Raum“ ist ein außergewöhnliches Buch, allein auf Grund der Erzählperspektive. Verschachtelte Sätze voller Fremdwörter sucht man hier vergeblich, Emma Donoghue schreibt so, wie ein Fünfjähriger erzählen würde. Dadurch kann man nur erahnen was in Jacks Mutter vorgeht – dass sie aber nicht freiwillig in „Raum“ wohnt ist klar! Was wirklich passiert ist, erfährt man erst später und es ist faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich Kinder und Erwachsene mit solch einem Erlebnis umgehen. „Raum“ ist keineswegs ein Kinderbuch oder weniger anspruchsvoll, es zieht den Leser in seinen Bann und öffnet eine eigene kleine Welt. Melanie Hotz


Rezensionen :: 31

Die junge Comiczeichnerin Linda versteckt sich auf Helgoland vor ihrem brutalen ExFreund. Ein Sturm schneidet die Insel völlig vom Festland ab. Nur wenige Stunden später steht Linda in einer pathologischen Abteilung und erhält telefonische Anweisungen, wie sie eine Leiche sezieren muss. Am Handy ist Paul Herzfeld, ein Rechtsmediziner, dessen Tochter Hannah verschwunden ist. Er hat Lindas Nummer zusammen mit dem Namen seiner Tochter beim Obduzieren einer grausam verstümmelten Leiche gefunden. Der Zettel war in einer Kapsel im Schädel der Toten versteckt. Und dies soll nicht der letzte schockierende Hinweis sein! Das ist der Anfang von „Abgeschnitten“. Bestsellerautor Sebastian Fitzek und Rechtsmediziner Michael Tsokos schaffen es, trotz dieser unglaublich klingenden Story, einen

plausiblen Plot aufzubauen, der nie den Bezug zur Realität verliert. Verschiedene Erzählperspektiven und kurze Kapitel sorgen dafür, dass man „Abgeschnitten“ fast nicht aus der Hand legen kann. Eine Anspielung jagt die nächste und dennoch bleibt die Spannung auf höchstem Niveau. Mehrere Handlungsstränge verflechten sich nach und nach zu einem perfide ausgeklügelten Spiel, das fesselnd und schaurig zugleich ist. Es mag teilweise etwas schwer fallen, keine der verschiedenen Erzählpassagen aus den Augen zu verlieren. Trotzdem liefert „Abgeschnitten“ eine spektakuläre Auflösung, die nicht nur unterhält, sondern auch eine leise Gesellschaftskritik übt und zum Nachdenken anregt.

© Droemer Verlag

„Abgeschnitten“ von Sebastian Fitzek und Michael Tsokos

Verlag: Droemer 400 Seiten, gebunden 19,99 € ISBN: 978-3426199268

Melanie Hotz

Dass Physik wirklich Spaß machen kann, beschreibt Jens Soentgen in seinem Buch „Von den Sternen bis zum Tau: Eine Entdeckungsreise durch die Natur“. Ganz unverhohlen zeigt der Chemiker und Philosoph seine Begeisterung für Naturphänomene und deren physikalische Zusammenhänge und weckt beim Leser die unbändige Lust, sofort ins Freie zu stürmen, um sich von dem Geschriebenen zu überzeugen. Soentgen erzählt klar und verständlich und schlägt für das eigene sinnliche Erleben der Phänomene viele kleine Experimente vor, die ohne große Mühe nachzumachen sind. So kann man beispielsweise mit einer Erbse in der ausgestreckten Hand die Entfernung zum Mond bestimmen oder mit einer CD Licht in Regenbogenfarben auffächern. Die Illustrationen von Vitali Konstantinov

© Peter Hammer Verlag

„Von den Sternen bis zum Tau“ von Jens Soentgen sind verspielt und unterstreichen den gelungenen Versuch, die moderne Naturwissenschaft sowohl Kindern als auch Erwachsenen nahezubringen. Maria Kramm

Peter Hammer Verlag 405 Seiten, gebunden 24, 90 € ISBN: 97833779502913

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32 :: Leben und studieren in Leipzig

Fünf nach elf Eine Späti-Tour im Leipziger Süden

© Daniel Spiess

In einer Konditorei Karli Ecke Kurt-EisnerStraße verschaffen wir uns mit Kaffee und Kuchen eine Grundlage und besprechen die Situation. Der Auftrag: eine Reportage über eine Späti-Tour in Leipzig. Tim soll mich begleiten, was er nur widerwillig tut, deshalb muss ich ihn mit Zucker und Koffein bestechen. „So eine Tour muss man machen”, sagt er, „aber nicht drüber schreiben”, sagt er auch. „Das ist eine Reportage”, versuche ich ihm zu erklären. „Man muss über alles berichten, erst recht, wenn jemand sagt, man sollte es nicht tun!”

Viertel nach sechs. Der erste Späti des Abends heißt „Tante Emmas Lädchen” und sieht gar nicht so aus. Ein junger Mann begrüßt uns freundlich, was ich genau registriere und überlege, ob ich mir die Art der Begrüßung notieren solle. Ich stehe vor dem Verkäufer und lächle ihn an. Nach einer Gedenksekunde fragt er, ob er mir helfen könne und ich fange an mich zu kommunizieren, bevor es komisch wird: „Wir wollen etwas kaufen!” Im nächsten Augenblick stellt Tim Augustiner auf die Theke, vier Stück. „Sollen wir jetzt schon mit vier Bieren starten?”, frage ich ihn. „Natürlich”, ent-

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gegnet er mir, „der Abend wird lang!” Ich bezahle und wir setzen uns kurz auf die kleine Bank vor dem Späti. Das erste Bier des Abends wird geöffnet. Wir laufen die Steinstraße hoch zur Karli, dann Richtung Süden. Vor „Stretchcat” bleibt Tim stehen und hält sein Handy hoch. Er zeigt mir auf seinem 4,5 Zoll Display via Augmented Reality, dass es sich bei „Stretchcat” um einen Lampenladen handelt, der sogar eine Internetseite hat. Ich bin verblüfft. Auf der Homepage entdeckt er eine Lampe, die ihm gefällt. Wir betreten den Laden und Tim erfährt, dass gefragte Lampe nicht zum Verkauf steht, weil eine Kollegin sie bei sich zuhause aufgehängt hat. Tims Enttäuschung hält sich aber in Grenzen, weil die Lampe ein Vermögen gekostet hätte. Während wir unser zweites Augustiner öffnen, zeigt uns der Lampenmann, wie er in Handarbeit alte Lampen aufpoliert, um sie dann für hunderte Euros zu verkaufen. Wir bedanken uns für den interessanten Exkurs und ziehen weiter. An der Haltestelle HTWK steigen wir in die 9 und fahren bis zur Mathildenstraße. Dem Gähnen eines Hundes können wir beide nicht widerstehen und lachen über die lustigen Spiegelneuronen in unseren Köpfen. Im Edelspäti „Le Cygne” trinkt Tim einen Espresso, von dem er ganz begeistert ist, oder - ich bin mir nicht sicher - vielleicht ist er auch vom Mädchen begeistert, das ihm den Espresso zubereitet hat. Ich trinke nur Club Mate, weil ich das Koffein aus der Stechpalme besser vertrage als das aus der Kaffeebohne. Tim werden auch die exzellenten Baguettes mit getrockneten Tomaten, hauchdünnen Scheiben Hartkäse und leckerem Schinken aus Italien empfohlen. Er verzichtet, weil ihm der Kuchen noch schwer im Magen liegt. Damit wir uns wieder auf unsere Aufgabe konzentrieren, führe ich ihn zu den Kühlschränken und wir inspizieren die Getränke-


Leben und studieren in Leipzig :: 33

auswahl. Tim hält mir eine Flasche vor die Nase: „Kennst Du das?“ „Das ist sehr gut”, sage ich und gebe mit meinem Spezialwissen an, „muss man aber direkt vom Fass trinken, mit fränkischer Bratwurst und Schwarzbrot. So, aus der Flasche für zwischendurch ist das nichts.” Ich durchforste weiter die vielen verschiedenen Produkte vom „Schwan” aber Tim unterhält sich schon wieder mit dem Mädel an der Kasse. Ich muss ihn aus dem Späti zerren, weil ich merke, dass unsere Mission zur Nebensache wird. Wir spazieren die Wolfgang-Heinze-Straße hoch und wollen im „Lazy Dog” einkehren. Das ist nicht leicht, denn im Türeingang kläfft uns ein sehr aufgewecktes Hündchen an. Die erste Hürde überwunden, werden wir im Laden von bösen Blicken der Spätifrau und zweier Kunden begrüßt. Wir sind offensichtlich nicht willkommen. Vielleicht erwartet man im „Lazy Dog” generell nur Stammkunden. Ich überlege, für die Reportage einen veganen Hot Dog zu kaufen, lasse es aber sein, weil ich der Verkäuferin nicht zutraue aus dem Heizkessel tatsächlich etwas Veganes zu angeln. Wir kaufen zwei Schnäpse und verschwinden. Wieder mit der Linie 9 fahren wir von Connewitz Kreuz bis Arthur-Hoffmann-/RichardLehmann-Straße und gehen in „Onkel Toms Hütte”. Dort dröhnt guter Old School Hip Hop aus den Boxen und wir treffen unseren Freund David. Der versucht gerade, einem anderen Kunden die Vorteile der Legalisierung von Marihuana nahezulegen. Das Gespräch ist langweilig. Meine ganze Aufmerksamkeit haben die überdimensional großen Schlümpfe, die der Späti anbietet. Ein Schlumpf ist so groß wie meine Hand, wobei ich keine besonders großen Hände habe, aber die Schlümpfe sind wirklich groß. Einer kostet 30 Cent. Ich kaufe zwei. Auf die Frage, ob er uns zum Südplatz begleitet, antwortet David sofort mit Ja.

Im Park am Heinrich-Schütz-Platz setzen wir uns auf eine Bank. David zündet einen Joint an und reicht ihn mir rüber. Ich lehne ab und ergänze, dass ich großen Ärger mit dem Dekan bekäme, wenn ich in der Studentenzeitschrift vom Konsumieren illegaler Drogen berichten würde. „Aber Schnaps ist in Ordnung, oder wie?“, fragt er entsetzt. „Was weiß ich?“, schulterzucke ich ihm. „Exzesse mit Alkohol gehen wohl auch nicht. Ist politisch oder so … unkorrekt“, versuche ich ihm zu erklären. „Fuck you!“, sagt er und hält Tim den Joint hin. „Könnt ihr mir mal ein bisschen helfen?! Das hier ist eine ernste Sache für mich!“, sage ich. „Quasi eine Prüfungsleistung.“ David: „Das hättest Du uns aber vorher sagen sollen, dann hätten Tim und ich die Tour alleine gemacht.” Tim pustet mich an und schimpft: „Genau!” Ich versuche das Thema zu wechseln und frage David, was er am Abend noch geplant hat. „Ich muss erst mal mein Fahrrad finden“, berichtet er. „Ich bin mir ganz sicher, es letzte Nacht irgendwo auf der Karli angeschlossen zu haben.” Ich denke: er sollte weniger kiffen. Fünf nach elf. Nachdem wir uns einen köstlichen Döner im „El Amir” kredenzen lassen, steuern wir den „Südplatzspäti” an. Er ist geschlossen. Wir sind fassungslos. David schlägt mit der Faust gegen die Tür und schreit: „Macht sofort die Tür auf, wir haben hier einen Job zu erledigen!” Aber es nutzt nichts. Ich schaue durch das Fenster und sehe ein Hinweisschild: „Kein Sex mit Nazis!” Der „Südplatzspäti” sollte eine prominente Rolle in der Reportage einnehmen, weil er ein Späti der Spitzenklasse ist. Aber die Öffnungszeiten sind eine Katastrophe. Spätis in Leipzig sind zwar oft erste Anlaufstelle eines Abends aber, im Gegensatz zu Millionenstädten, nicht letzte. Wir brechen hier die Tour ab und gehen ins „Horns Erben”.

Tante Emmas Lädchen Kochstraße 35 Le Cygne Herderstraße 1 Lazy Dog (geschlossen) Wolfgang-Heinze-Str. 16 Onkel Toms Hütte Arthur-Hoffmann-Str. 120 Südplatzspäti Schenkendorfstraße 20

Olaf Behnke

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34 :: Gewinnspiel

Gewinnspiel Gewinnt eines von drei spannenden Büchern © Lehrbuchhandlung BuMerang

1. Wann eröffnete der erste Vorleseladen in Leipzig? a. 2008 b. 2009 c. 2010

Und? Beim Lesen gut aufgepasst? Dann sollte die Beantwortung unserer Fragen keine Probleme bereiten. Mitmachen lohnt sich, denn als Preis winkt eines von drei Büchern, gesponsert von der LehrbuchhandlungBuMerang: „Drei Uhr früh in Hollywood“ von Laura Waco, „Warum gibt es kein Bier auf Hawaii?“ von Frank Schwellinger und „So oder so“ von Jon McGregor. Eine E-Mail mit den Lösungen sowie eurem vollständigen Namen und Anschrift sendet ihr bitte an: quiz-leipzigerlerche@gmx.de

2. Zum wievielten Mal findet der bundesweite Vorlesetag am 15. November 2013 statt? a. zum 9. Mal b. zum 10. Mal c. zum 15. Mal

Die Gewinner werden aus allen richtigen Einsendungen ausgelost und von uns per E-Mail benachrichtigt. Einsendeschluss ist der 31.05.2013. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

3. Für welchen Film wurde das erste große Alternate Reality Game als Marketinginstrument eingesetzt? a. Butterfly Effect b. A.I. c. Matrix

Allen Gewinnern unseres Rätsels der Ausgabe 37 gratulieren wir herzlich. Je eines von drei spannenden Büchern ging an Claudia aus Dautzschen, Gesa aus Leipzig und Frank aus Hamburg.

4. Wo fand das Lesefestival „Word on the Street“ zum ersten Mal statt? a. Montreal b. Toronto c. New York

Impressum „Leipziger Lerche“

Das Team der Leipziger Lerche

Layout: Olaf Behnke, Sarah Strehle, Laura Becker, Marcella Melien, Melanie Hotz

ISSN:

1430-0737

Auflage:

3.300 Exemplare

Titelfoto: © Laura Becker

Herausgeber:

Hochschule für Technik, Wirtschaft und

Editorial:

Kultur Leipzig, Fakultät Medien,

Titelfoto Cover Spezial: © Sarah Strehle

Studiengang Buchhandel/Verlagswirtschaft,

Reproduktion/Druck:

Anke Schlegel, Roger Troks,

Karl-Liebknecht-Str. 145, 04277 Leipzig

Hausdruckerei der HTWK,

Internet:

www.fbm.htwk-leipzig.de

Gustav-Freytag-Str. 40, 04277 Leipzig

E-Mail:

lerche-online@htwk-leipzig.de

Weiterverarbeitung:

IGT Colordruck GmbH,

V. i. S. d. P.:

Alexander Melzer

Mommsenstraße 2, 04329 Leipzig

© Laura Becker

Chefredakteur: Laura Becker Redaktion:

Olaf Behnke, Richard Götz, Melanie Hotz,

Marcella Melien, Steffi Milde, Sabrina Sack, Sarah Strehle, Cornelia Vöhringer, Wiebke Weber Anzeigen: Richard Götz, Steffi Milde, Sabrina Sack, Cornelia Vöhringer, Wiebke Weber

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Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung bei der Papierfabrik Schleipen und der Lehrbuchhandlung BuMerang.


tudiengang B Buchhandel uchhandel / V  / Verlagswirtschaft erlagswirtschaft SStudiengang

Fakultät Medien Regelstudienzeit: 6 Semester (inkl. Praxissemester) Voraussetzungen: allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife Studienabschluss: Bachelor of Arts » Buchhandel / Verlagswirtschaft «

HTWK Leipzig Dezernat Studienangelegenheiten Postfach 30 11 66 04251 Leipzig www.htwk-leipzig.de

Studium Rund ums Buch Besuchen Sie den Gemeinschaftsstand der Hochschulen auf der Leipziger Buchmesse 2013, Halle 5, am Stand C510.

14. März 2013

16. März 2013

17:00–18:00 Uhr

10:00-11:00 Uhr „Hör mal wer da spricht“

Alumnitreffen

Interview mit Hörbuchsprecher Oliver Rohrbeck und Produzentin Johanna Steiner

Leipziger_Lerche 38  

Die Frühjahrsausgabe 2013!

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