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www.lk-noe.at DIE ZEITUNG DER NÖ LANDES-LANDWIRTSCHAFTSKAMMER

NR. OKTOBER 2013

Foto: Pöchlauer-Kozel

Holz gewinnt im Ofen S2

S6

Biomasse vergrößert Vorsprung

Was leisten die Kessel „Dann heizt uns mit“ mit Scheitern, Hackgut Martin Bürgmayr versorgt zwei Nachbarn mit Wärme und Pellets?

Die Nummer Eins beim Heizen S4

Holzbrennstoffe sind am günstigsten

Kesseltausch rechtzeitig planen S 12

1a – Waldhackgut

Geld mit Holzabfall verdienen

S5

So wird Nahwärme ge- S 14 Vom Spalten bis zum fördert Zustellen So bleibt Brennholzverkauf ein Geschäft

S 16

Ab S 18 Recht für Nahwärmeversorger Sozialrecht Arbeitsrecht Gewerberecht Steuerrecht

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DIE LANDWIRTSCHAFT

hOlz gewinnt im Ofen

Die Nummer Eins unter den Energiequellen für das Beheizen von Wohnräumen

Die Biomasse vergrößert ihren Vorsprung

Biomasse meist verwendeter Energieträger zur Wärmeerzeugung PJ 200.000 180.000 160.000 DI Herbert Haneder Ref. Technik und Energie Tel. 05 0259 25301 herbert.haneder@lk-noe.at

140.000

Kohle, Koks

120.000

Solar, Wärmepumpe

100.000

Strom Heizöl, Flüssiggas

80.000

Erdgas

60.000

Holz

40.000 20.000 0 2003/04

Holzbrennstoffe liegen klar an erster Stelle, wenn es um das Beheizen von Gebäuden geht. Wie gut Biomasseheizstoffe tatsächlich im Rennen liegen, weiß LK-Mitarbeiter Herbert Haneder.

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2005/06

2007/08

Trotz intensiver Werbe- und Förderkampagnen der Mineralölindustrie fiel teures und klimaschädliches Heizöl mengenmäßig mit 45 Petajoule (PJ), sogar hinter Erdgas (46 PJ), auf Rang drei zurück. Biomasse liegt mit 64 PJ klar auf Rang eins.

Wie heizen die Österreicher? Laut aktueller Mikrozensuserhebung der Statistik Austria werden von den 3,6 Millionen Hauptsitz-Wohnungen Österreichs 1,4 Prozent mit Gaskonvektoren, 4,5 Prozent mit Elektroheizungen (fest verbunden), 6,4 Prozent mit Einzelöfen, 25 Prozent mit Fernwärme und 62,7 Prozent mit Zentralheizungen beheizt (siehe Tabelle: So heizen die Österreicher). Seit 2003/04 verzeichneten Holzzentralheizungen einen Zuwachs von 41 Prozent, dafür sind um 16 Prozent weniger Ölheizungen in Betrieb. In den letzten 20 Jahren wurden 157.000 Hackgut- und Pelletskessel errichtet, das heißt, zumindest jede vierte Biomassezentralheizung ist bereits automatisiert und beim Komfort einer Öl- oder Gasheizung beinahe gleichzusetzen. Zirka 120.000 moderne Stückholzkessel stehen technisch weit über den sogenannten „Allesbrennerkesseln“. Lange Nachlegeintervalle und Pufferspeicher ermöglichen ein Durchheizen über die gesamte Heizperiode. Österreichische Heizkesselhersteller warten bei Biomasselkessel mit weltweit führen-

2009/10

2011/12

der Technologie auf. Hoher Komfort, geringe Emissionen und hohe Wirkungsgrade zeichnen die Anlagen aus. Außerdem sind Holzbrennstoffe wesentlich billiger als Öl oder Gas. Der Austausch alter „Allesbrennerkessel“ und der Ersatz von öl- oder gasbetriebenen Anlagen auf modernen Holzfeuerungen bietet ein enormes Potential. Im Sanierungsbereich wird anstelle der Ölheizung überwiegend auf umweltfreundliche Pelletsanlagen oder Pellets-/ScheitholzKombianlagen gesetzt.

Förderung für Öl-Brennwertkessel ist kritisch zu hinterfragen Um den Markt nicht komplett zu verlieren, wirbt die Mineralölindustrie im Sanierungsbereich krampfhaft für den Umstieg auf Öl-Brennwertgeräte. Gelockt werden die Kunden mit Einsparungspotentialen von bis zu 40 Prozent und Zuschüssen von 2.000 bis 5.000 Euro, je nach Alter und Kesselgröße. Diese Wirkungsgradsteigerung ist selbst bei überdimensionierten Anlagen, die älter als 30 Jahre sind, schwer möglich. Die Effi zienzsteigerung durch den Brennwerteffekt ist rein physikalisch mit maximal sechs Prozent begrenzt. Die Förderungen zahlt der Kunde letztendlich über das Heizöl selber. Stellt man auf Biomasse um, amortisieren sich die Mehrkosten der Anlage durch den günstigeren Brennstoff in wenigen Jahren.


Oktober_2013

Bioenergie NÖ bewährt sich seit zehn Jahren

So heizen die Österreicher Heizungsart

Anzahl

Prozent

Einzelofen

235.169

6,4%

Gaskonvektor

50.365

1,4%

Elektroheizung

163.662

4,5%

Zentralheizung

2.284.907

62,7%

912.727

25,0%

Fernwärme

3.646.830

Biomasse hält Wertschöpfung in der Region

100,0% Quelle: Statistik Austria

Zentralheizungen 2003 bis 2012 2003-04

2005-06

2007-08

2009-10

2011-12

Erdgas

833.904

848.587

871.901

882.926

880.557

Heizöl, Flüssiggas

802.099

817.858

761.281

706.683

673.685

Holz, Hackschnitzel, Pellets, Holzbriketts

398.359

484.872

508.632

538.912

561.766

Solar, Wärme25.825 pumpen

34.268

52.370

90.007

106.863

Elektr. Strom

36.849

47.415

46.130

57.174

51.617

Kohle, Koks, Briketts

44.186

28.672

23.000

16.662

10.419

Quelle: Statistik Austria

Förderaktion „Holzheizungen 2013“ endet am 31.10.2013 Gefördert werden neu installierte Pellets- und Hackgutzentralheizungsgeräte bis maximal 50 kW, die einen oder mehrere bestehende fossile Kessel oder elektrische Nacht- oder Direktspeicheröfen ersetzen, sowie Pelletskaminöfen, wenn dadurch der Einsatz fossiler Brennstoffe reduziert wird. Die Errichtung von Neuanlagen ohne Ersatz einer fossilen Anlage wird nicht gefördert. Die Förderhöhe beträgt für Pellets-/Hackgutzentralheizungen 1.000 Euro und für Pelletskaminöfen 500 Euro als nichtrückzahlbarer Investitionskostenzuschuss) Antragstellung Einreichen können ausschließlich Privatpersonen, die Anlage muss überwiegend privat genutzt werden. Der Antrag zur Förderung kann erst nach Umsetzung der Maßnahme gestellt werden. Die Antragstellung ist ausschließlich online bis 31.10.2013 möglich. Zur Förderung kann man nur Projekte einreichen, die in diesem Zeitraum umgesetzt wurden und für die alle Schlussrechnungen sowie die vom Professionisten bestätigte Errichtungsbestätigung vorliegen. Man kann zusätzliche Fördermittel der Länder und Gemeinden in Anspruch nehmen. Die gleichzeitige Inanspruchnahme einer weiteren Bundesförderung, wie zum Beispiel über den Sanierungsscheck 2013, ist nicht möglich. Details zur Förderaktion „Holzheizungen 2013“ sowie weiterführende Informationen finden Sie unter www.holzheizungen2013.at DI Herbert Haneder, Ref. Technik und Energie Tel. 05 0259 25301, herbert.haneder@lk-noe.at

In Summe konnte die Bioenergie NÖ bereits mehr als 50 BiomasseNahwärmeprojekte in NÖ umsetzen.

Präsident Hermann Schultes gratulierte zum zehnjährigen Jubiläum: v.l. Aufsichtsrat Karl Sommer, Hermann Schultes, Obmann Gerhard Rathammer und Bürgermeister Edmund Binder. Foto: Manfred Kirtz

Mit den 344 land- und forstwirtschaftlichen Mitgliedern werden 610 Kundenobjekte mit Wärme aus rund 37.000 Schüttraummetern regionalem Waldhackgut versorgt. Dadurch können jährlich 2,5 Millionen Liter Heizöl und 8000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Praktische Umsetzung

LK-Präsident Hermann Schultes anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Bioenergie NÖ: „Speziell die Bioenergie NÖ ist seit zehn Jahren ein Garant für den Einsatz regionaler bäuerlicher Biomasse bei ihren Nahwärmeanlagen. Die Kunden der Bioenergie NÖ haben eine sichere Wärmeversorgung und die Gewissheit, dass ihr Geld nicht an weit entfernte Lieferanten aus Ländern ohne Demokratie, dafür aber vielen Umweltlasten geht. Unsere Wärme kommt aus der Region und die Menschen, die dafür arbeiten, geben ihr Geld auch wieder in der Region aus. Das ermöglicht Arbeitsplätze und soziale Sicherheit.“

Der technische Betrieb sowie die Bereitstellung des Waldhackguts erfolgt durch eine örtliche Gruppe. Geschäftsführung, Buchhaltung und Rechnungswesen werden zentral durchgeführt. Dadurch kann sich die Betreibergruppe vor Ort auf den Betrieb der Anlage und um die Zufriedenheit der Kunden kümmern. Möglich wurde dieses Modell durch die Trägerorganisationen der Genossenschaft, unter anderen die LK NÖ, dem Waldverband NÖ mit den Waldwirtschaftsgemeinschaften, dem NÖ Heizwerkverband und AGRAR PLUS GmbH sowie vielen engagierten Land- und Forstwirten. Durch die Struktur ist es möglich, für öffentliche Stellen, Wohnbauträger und Gewerbebetriebe einen Ansprechpartner für biogene Wärmelieferung bereitzustellen, der das Projekt umsetzt und eine örtliche Betreibergruppe etabliert. 3


Die landwirtschaft

holz gewinnt im ofen

Der Heizkostenvergleich zeigt es Schwarz auf Weiß

Holzbrennstoffe sind am günstigsten

Die Heizkosten können das Haushaltsbudget stark belasten. Je nach Gebäudedämmung, Kesseltechnologie und dem verwendeten Energieträger können die Unterschiede enorm sein.

Jährliche Brennstoffkosten in Euro (inkl. Ust.) Durchschnittliches Einfamilienhaus Baujahr 1985, 22.500 EURkWh Nutzwärmebedarf, Brennstoffpreise September 2013 2.500 2.273

2.000

Brennstoffkostenvergleich Die jährlichen Brennstoffkosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einer Heizlast von 15 Kilowatt bei den unterschiedlichen Heizsystemen zeigt die Grafik. Der Brennstoffkostenvergleich zeigt, dass die regional verfügbaren Holzbrennstoffe Hackgut und Scheitholz am günstigsten sind. Selbst mit den umweltfreundlichen Pellets heizt man wesentlich billiger als mit den fossilen Brennstoffen. Bei den Brennstoffpreisen wurden für Fichtenhackgut 21 Euro je Schüttraummeter, Buchenscheitholz 80 Euro je Raummeter, Pellets 256 Euro je Tonne, Erdgas 0,0729 Euro je Kilowattstunde und für Heizöl 0,98 Euro je Liter angesetzt. Verglichen wurden die Holzheizungen mit Gas- und Ölbrennwertgeräten. Bei einem Vergleich mit Geräten ohne Brennwerttechnologie würden die Unterschiede noch gravierender ausfallen.

Höhere Anschaffungskosten amortisieren sich rasch Wer eine Heizung austauscht oder neu installiert und auf eine regionale Energieversorgung Wert legt, darf seine Entscheidung nicht nur von den Anschaffungskosten abhängig machen. Biomasseheizungen sind in der Anschaffung zwar teurer als Öl- oder Gaskessel, doch die Kosten für den Brennstoff sind wesentlich günstiger. Je höher der Heizwärmebedarf, umso rascher amortisieren sich die höheren Anschaffungskosten einer Biomasseheizung. Ein Heizkostenvergleich, der nicht nur die Brennstoffkosten sondern auch die Investitionskosten und laufenden Be4

1.640 1.446

1.500 1.216 1.000 788

500

0

Hackgut (Fichte)

Scheitholz (hart)

Pellets

triebskosten mit zum Beispiel Wartung, Instandhaltung und Rauchfangkehrer bei unterschiedlicher Heizsystemen berücksichtigt, wird von der Regionalenergie Steiermark angeboten. Unter www.regionalenergie.at werden monatsaktuell die gesamten Kosten für die Raumwärmeerzeugung einer Heizperiode bei verschiedenen Kesselleistungen verglichen. Eine Grafik gibt einen guten Überblick über die Vollkosten und anhand des Textteiles kann man jede Berechnung mit eigenen Werten und Investitionskosten durchführen. Für die Wahl des richtigen Heizsystems sind die Heizlast des Gebäudes und damit der Wärmebedarf sowie die Verfügbarkeit des Brennstoffes ausschlaggebend. Speziell im Niedrigenergieoder Passivhausbereich ist aufgrund der geringen Heizlasten oft nur mehr eine Kleinstwärmepumpe oder ein Kamin- oder Kachelofen erforderlich. Bei Wohnungen im städtischen Bereich kommen aus Platzgründen meist nur Erdgas oder Fernwärme in Frage. Im

Erdgas Heizöl Brennwertgerät Brennwertgerät

Holz ist der älteste und nach wie vor günstigste Brennstoff. Er ist klimaneutral, regional verfügbar und in Österreichs Wäldern wächst mehr Holz zu, als verbraucht wird. Grafik: Haneder/Mitmasser

Tausch von Ölheizungen liegt noch ein hohes Potential für Biomasseheizungen. In landwirtschaftlichen Betrieben sind in der Regel Kesselleistungen ab 20 Kilowatt installiert. Das dafür notwendige Scheitholz oder Hackgut ist meist verfügbar und sichert eine günstige Wärmeversorgung. DI Herbert Haneder Ref. Technik und Energie Tel. 05 0259 25301 herbert.haneder@lk-noe.at


oktober_2013

Förderungsmöglichkeiten für Nahwärmeanlagen

So wird Nahwärme gefördert

Für Landwirte, die eine BiomasseHeizanlage errichten und öffentliche Gebäude, Wohnhausanlagen, Gewerbebetriebe oder einen oder mehrere Nachbarn mit Wärme versorgen, ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Fördermöglichkeit gegeben. Die „Nahwärmeförderung“ im Rahmen der „Betrieblichen Umweltförderung“ des Bundes richtet sich an Betriebe, sonstige unternehmerisch tätige Organisationen, Vereine, konfessionelle Einrichtungen und unter bestimmten Voraussetzungen auch an Landwirte, wenn sie im Rahmen der Landwirtschaftsförderung (M 311) nicht förderbar sind. Abwicklungsstelle ist die Kommunalkredit Public Consulting GmbH. Die Förderwürdigkeit für Landwirte ist abhängig von der Anzahl der Abnehmer und des verwendeten Brennstoffes. Es müssen mindestens zwei räumlich getrennte Objekte, von denen zumindest eines nicht im Eigentum des Förderwerbers steht, versorgt werden. Bis drei Abnehmer kann man Waldhackgut alleine verwenden, ab vier Abnehmern muss zumindest ein geringer Anteil an Sägenebenprodukten wie Spänen, Spreißeln oder Rinden verwendet werden.

Welche Bedingungen sind einzuhalten? Den Förderantrag muss man vor Baubeginn und Lieferdatum der Anlage elektronisch einreichen. Es ist der Nachweis eines effizienten Betriebes sowie die Einhaltung bestimmter Anlagenkennzahlen, wie die Mindestwärmebelegung oder der Netzverlust, zu erbringen. Die Angemessenheit der Investitionskosten der Anlage mit Kessel, Nahwärmeleitung und Baulichkeiten ist anhand von Vergleichsangeboten oder eines Preisspiegels nachzuweisen. Für das Ablesen der gelieferten Wärme sind Wärmemengenzähler bei den Abnehmern zu installieren. Zusätzlich ist ein Zähler nach dem Biomassekessel oder

Pufferspeicher oder vor Austritt aus dem Heizhaus zu installieren. Dieser ist erforderlich, um die Netzverluste zu ermitteln. Ein Stromsubzähler für Kesselhaus und Netzpumpe ist einzubauen. Es müssen mindestens vier Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden. Die maximale Förderung beträgt 900 Euro je eingesparter Tonne CO2 und die Mindestinvestitionssumme 10.000 Euro.

Art und Höhe der Förderung Bei der Förderung handelt es sich um einen Direktzuschuss. Der Standardfördersatz beträgt 25 Prozent der förderfähigen Nettoinvestitionskosten. Werden mindestens 80 Prozent Waldhackgut aus einem Einzugsbereich von 50 Kilometern eingesetzt, dann ist ein Nachhaltigkeitszuschlag von fünf Prozent vorgesehen.

Technische Voraussetzungen Einer der wichtigsten Parameter für einen effizienten Betrieb einer Nahwärmeanlage ist die Wärmebelegung des Nahwärmenetzes. Diese muss mindestens 900 Kilowattstunden pro Laufmeter Trassenlänge betragen und gilt für die Förderstelle als unterster Grenzwert. Zusätzlich darf der Netzverlust maximal 20 Prozent der ins Nahwärmenetz gelieferten Wärmemenge betragen. Diese Kriterien sind notwendig, da lange Leitungen hohe Investitionskosten und Abstrahlverluste verursachen.

Bis drei Abnehmer kann man Waldhackgut allein verwenden, ab vier Abnehmern muss ein geringer Anteil an Sägenebenprodukten dabei sein. Foto: LK NÖ/Pöchlauer-Kozel

Welche Anlagen(teile) sind förderfähig Die förderungsfähigen Kosten setzen sich aus den Kosten für die Anlage sowie für Planung und Montage zusammen. Dies sind die Heizzentrale inklusive maschineller Einrichtung, Heizraum, Brennstofflageraum, Fernwärmeleitungen inklusive Grab- und Wiederherstellarbeiten und Übergabestationen. Nähere Informationen und Antragstellung unter: www.umweltfoerderung.at/ nahwaermeversorgung Kommunalkredit Public Consulting Türkenstraße 9, 1092 Wien Serviceteam Nahwärmeversorgung: 01/31631-719 Über die praktische Machbarkeit, Fördermöglichkeiten, die erforderlichen Umsetzungsschritte bis zur Unterstützung bei der Fördereinreichung bietet LK NÖ ein entsprechendes Beratungsangebot. DI Herbert Haneder Ref. Technik und Energie Tel. 05 0259 25301 herbert.haneder@lk-noe.at

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Die landwirtschaft

holz gewinnt im ofen

Kesseltausch rechtzeitig planen

Was leisten die Kessel mit Scheitern, Hackgut und Pellets? Hat der Heizkessel zwanzig Jahre gut funktioniert, sollte man trotzdem nicht zuwarten, bis der Betriebsdruck sinkt und Kesselwasser austritt. Besser ist es, einen Tausch rechtzeitig und sorgfältig zu planen. Was dabei zu berücksichtigen ist und welche Kessel die Nase vorne haben, verrät LK-Experte Karl Furtner. Kessel machen meist in der Heizsaison Probleme und Reparaturen sind selten von Dauer. Ein neuer Kessel ist auch nicht in wenigen Tagen geliefert und installiert. Außerdem nimmt sich niemand Zeit für eine eingehende Beratung oder eine Anlagenbesichtigung, wenn er friert.

Sanieren spart Heizkosten Vor jeder Neuinstallation sollte man die Nennwärmeleistung, auch als Kesselleistung bekannt, überprüfen. Ältere Gebäude haben einen jährlichen Heizwärmebedarf von 180 bis 240 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche, sanierte 70 bis 100 Kilowattstunden. Deshalb kann man die erforderliche Kesselleistung um dreißig bis fünfzig Prozent kleiner wählen als früher, man spart etwa 30 bis 40 Prozent Brennstoff. Ältere Gebäuden verlieren viel Wärme durch unzureichende Wärmedämmung oder undichte Fenster und Türen. Gemessen an den Sanierungskosten, ist die zusätzliche Dämmung der Obergeschoßdecke eine einfache und sehr wirksame Maßnahme, gefolgt von der Dämmung der Außenmauern und dem Fenster- und Türentausch. Jedem Kesseltausch soll daher eine wärmetechnische Sanierung des Hauses vorangehen. Dabei schützt eine fundierte Beratung und fachgerechte Ausführung vor Baumängeln, insbesondere, wenn kein trockenes Mauerwerk vorhanden ist.

Kesseltausch mit Heizungsumstellung Die Beratungspraxis zeigt, dass vor Neuinstallationen nicht nur der Kessel ge6

tauscht wird, häufig wird eine Heizungsumstellung überlegt. Naturzugkessel wurden weiterentwickelt, dienen oft aber nur mehr als Beistellkessel zu einer Öloder Gasheizung. Deren Absatz stagniert, trotz höherer Wirkungsgrade und schamottierter Nachbrennkammer. Großteils werden bei Stückholzkesseln Vergaser- oder Saugzugkessel gekauft, in Österreich jährlich 6.000 bis 8.000 Stück. Ihr Vorteil ist der hohe Wirkungsgrad von rund neunzig Prozent, das große Füllvolumen, die elektronische Leistungsregelung und die lange Brenndauer von acht bis 20 Stunden. Die Kombination mit einem Pufferspeicher ist unerlässlich, da-

Mit sauber gespaltenem Holz kann man den Brennraum dicht befüllen, um Hohlbrand und Anlagenstillstand zu vermeiden Foto: LK NÖ/Furtner


OktOber_2013 mit eine Kesselfüllung sauber verbrennt und die Wärme zwischengespeichert werden kann. Damit vermeidet man schädlichen Teillastbetrieb und eine Kessel- und Kaminversottung.

Komfortabler heizen mit Scheitholz Dieses Anlagenkonzept erlaubt eine automatische Steuerung der Raumtemperatur, überwiegend die Verfeuerung von Halbmeterscheitern und ein problemloses Anheizen und Nachlegen. Mit sauber gespaltenem Holz kann man den Brennraum dicht befüllen, um Hohlbrand und Anlagenstillstand zu vermeiden. Günstig ist eine große Füllöffnung und ein Brennrauminhalt von sechs Litern pro Kilowatt Kesselleistung. Das Anzünden und Schüren vereinfachen Hersteller mit einer separaten Anheiztüre, man-

che bieten eine automatische Zündung an. Vereinzelt sind die Einbringmasse – Länge, Breite und Höhe des Kessels – ohne Verkleidung wichtig, damit er durch bestehende Heizraumtüren oder Stiegenabgänge passt. Der Stromverbrauch für Saugzuggebläse, Zündung und Steuerung ist anlagenspezifi sch, bewegt sich jedoch in der Größenordnung von 250 bis 300 Kilowattstunden pro Jahr.

Hackgutfeuerung heizt vollautomatisch Eine Hackgutfeuerung bietet den höchsten Heizkomfort. Seit Jahren werden jährlich rund 3.500 Stück österreichweit verkauft und die Typenvielfalt beginnt bei einer Kesselleistung von 15 Kilowatt. Ein dichtes Netz an Lohnhackern gewährleistet eine leistungsfähige Hackgutproduktion mit Leistungen von 120 bis 180 Kubikmeter pro Stunde, je

nach Lage und Abfuhrleistung. Wird vorgelagertes Holz gehackt und das Hackgut in gut durchlüfteten Gebäuden gelagert, ist eine Nachtrocknung mit geringem Temperaturanstieg nicht aus zu schließen. Eine Selbstentzündung oder Gesundheitsgefährdung durch Schimmelbildung ist nicht zu befürchten.

Niedriger Arbeitsaufwand und geringe Kosten Der Arbeitsaufwand beschränkt sich pro Heizsaison auf ein zwei- bis dreimaliges Füllen des Hackgutvorratsraumes, sowie die laufende Entaschung und Anlagenkontrolle. Von Vorteil sind die geringeren Brennstoffkosten, speziell wenn man eigenes Holz nutzen kann. Zusätzlich zum Heizraum ist ein Hackgutvorratsraum zum Beispiel im Quadrat von vier mal vier Metern erforderlich,

der leicht zugänglich und ohne Handarbeit mit einem Kipper oder Frontlader zu befüllen sein soll.

Jahresmenge überdacht und gut durchlüftet lagern Der Hackgutvorrat in Kubikmeter für ein Jahr sollte zwei bis 2,5 mal die Heizlast des Kessel betragen. Für die Lagerung der Jahresmenge reicht ein gut durchlüfteter überdachter Schuppen oder Hallenabschnitt mit befestigtem trockenem Boden. Der Brennstoffeintrag, die Zündung und Anlagenreglung erfolgt automatisch dem Wärmebedarf entsprechend. Die Kesselreinigung funktioniert bei den meisten Fabrikaten automatisch. Eine automatische Entaschung mit einer Austragschnecke verbessert den Bedienungskomfort. Der wöchentliche Kontroll- und Wartungsaufwand beschränkt

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Foto: LK NÖ/Furtner

Holzpellets sind genormt Holzpellets sind ein genormter Brennstoff, dessen Eigenschaften mit der ÖNORM M 7135, der seit 2011 – EN 14961 – 2 Klasse A1 oder DINplus genau festgelegt sind. Mit dem Einkauf von genormten Pellets beugt man Anlagenstörungen vor.

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Die Größe des Pelletslagers richtet sich nach dem Umfang des automatischen Kesselbetriebes. Für einen Ganzjahresbetrieb und ein Gebäude aus den 80iger Jahren mittlerer Größe ist mit einem Verbrauch von etwa 0,6 Kubikmeter, etwa 400 Kilogramm Pellets pro Kilowatt Kesselleistung zu rechnen. Für den Lagerraum sind 0,9 Kubikmeter je Kilowatt zu empfehlen, um Reserven zu haben. Außerdem ist das Lager nicht bis zur Decke nutzbar. Bei einer bestehenden

Wärme aus Holz

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Von der Konstruktion her gibt es einige Alternativen. Bei der Kombination eins Stückholz- mit einem Pelletskessel gibt es zwei getrennte Brennräume. Die Pelletseinheit ist an die Brennkammer des Stückholzkesselteils angekoppelt. Der Platzbedarf ist nicht höher als 0,7 bis einen Quadratmeter. In diesem Fall ist eine Nachrüstung der Pelletseinheit möglich. Gängig sind auch Kombikessel, die Pellets und Stückholz

Pelletslager dimensionieren

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Stückholz und Pellets

Holzpellets sind in einem landwirtschaftlichen Haushalt dann ein Thema, wenn Holz vorhanden ist, aber bei Urlaub oder Krankheit ein vollautomatischer Heizungsbetrieb gewünscht wird. Daneben gibt es Interessenten, die nur begrenzt eigenes Holz nutzen können und je nach Preislage auf andere Brennstoffe zurückgreifen müssen. Beides ist mit Kombikesseln für Scheitholz und Pellets möglich. Die Mehrkosten

Prozent und mehr. Je nach Konstruktion sind bei Nennlast Unterschiede von ein bis drei Prozent. Praktisch ist das untergeordnet, nachdem die Anlagenkonzeption und die Qualität des Brennstoffes mehr Einfluss haben.

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Scheitholz/Pellets-Kombikessel als Alternative

separat verbrennen, aber die Brennkammern zu einem Kessel zusammengebaut haben. In beiden Fällen kann die Pelletsflamme das Brennholz automatisch zünden. Eigene Pelletsbrenner, die ähnlich einem Ölbrenner seitlich oder frontal an einen bestehenden Kessel angeflanscht werden können, werden auch vertrieben. Das setzt baurechtlich voraus, dass Kessel und Brenner gemeinsam typengeprüft sind. Trotz der Vielfalt konstruktiver Lösungen ist beim Kauf auf den Preis, die Bedienerfreundlichkeit und auf die Art und den Umfang der Serviceund Reinigungsmechanismen zu achten. Ausbrand- und Abgasqualität kann Prüfberichten entnommen werden. Die Wirkungsgrade schwanken in Nuancen, erreichen aber die gewünschten 90

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gegenüber einer reinen Pelletsheizung sind je nach Kesselsystem 4.000 bis 6.000 Euro zuzüglich der Kosten für den Pufferspeicher. Die Holzpellets können in einem bis zu 20 Meter vom Heizraum entfernten Raum lagern. Er muss trocken und von außen zugänglich sein. Pellets sind auch in Batterietanks, Gewebesilos oder Erdtanks lagerbar. Beim Umstieg von Öl auf Pellets kann man den Öllagerraum nutzen.

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Hackgut ist mit einem Frontlader, Gebläse, Förderband, Schnecken oder eigenen Pumptankeinrichtungen transportierbar. Jede zusätzliche Manipulation verursacht aber Arbeit, Staub und Kosten. Für den Brennstoff gibt es eigene Normen, welche die Größe, den Wasser- und Aschegehalt sowie die Schüttdichte als die wichtigsten Eigenschaften verbindlich festlegen.

Mit dem Einkauf genormter Pellets beugt man Anlagenstörungen vor.

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sich auf fünf bis zehn Minuten. Regelmäßiges Reinigen ist eine Voraussetzung für einen guten Wärmeübergang und den hohen Kesselwirkungsgrad von über 90 Prozent. Die Angebotspalette bietet sehr flexible Einbaumöglichkeiten. Einigermaßen trockene Kellerräume sind als Vorratsraum nutzbar und mit Befüllschnecken (Mehrkosten zirka 2.000 Euro) gut zu beschicken. Nachdem gelegentlich eine Lärmentwicklung durch die Raumaustragung befürchtet wird oder die Zufahrt zum Lager schwer möglich ist, ist die Anlagenerrichtung in Nebengebäuden ein Thema. Wird jedoch die Anlage mit einem Pufferspeicher kombiniert, kann die Raumtemperatur in der Nacht abgesenkt werden, sodass die Anlage praktisch außer Betrieb ist.

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Die landwirtschaft

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OktOber_2013

Pufferspeicher erleichtert Leistungsregelung Bei Biomassefeuerungen ist die Leistungsregelung die größte Herausforderung. Der Kessel sollte zumindest auf Halblast geregelt werden können. Der Wärmebedarf eines Gebäudes ist jedoch in unseren Breiten während der Heizperiode oft geringer. Altanlagen haben daher häufi g einen hohen Brennstoffverbrauch, starke Rauchgasbildung, sowie verrußte Kessel und Kamine. Pufferspeicher sind für

Scheitholzkessel deshalb unerlässlich. Der Pufferspeicher ist ein vollisolierter Wasserbehälter, der überschüssige und vom Haus nicht benötigte Wärme auf Abruf speichert. Seine Dimensionierung erfolgt nach der ÖNORM EN 3035. Als Erfahrungswert reicht 14 mal das Füllraumvolumen des Kessels.

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In den meisten Prospekten ist der Füllrauminhalt angegeben. Beispielsweise hat ein 33 Kilowatt-Saugzugkessel einen Brennstoff-Füllraum von 160 Litern. Dafür wäre eine Puffer von mindestens 2.000 Litern erforderlich. Die Auslegung schwankt von 50 bis 100 Liter je Kilowatt Kesselleistung. Der Vorteil ist, das zum Beispiel in der Übergangszeit nach dem Ausbrand des Kessels noch für Stunden Wärme zur Verfügung steht und die Raumtemperatur automatisch regelbar ist. Das Forschungsinstitut Bioenergy 2020+ in Wieselburg hat festgestellt, dass moderne Scheitholzkessel mit Pufferspeicher im Emissionsverhalten und in der Anlageneffi zienz automatischen Feuerungen ebenbürtig sind.

Pufferspeicher überzeugt bei allen Biomasseheizungen Hackgutfeuerungen werden zunehmend mit einem Pufferspeicher kombiniert. Die Kombination reduziert den Teillastbetrieb sowie die

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Zentralheizung ersetzen rund 350 Kilo Holzpellets einen Raummeter Hartholz oder 260 Kilogramm einen Raummeter Weichholz. Wurden beispielsweise in einem Haus mit 200 Quadratmetern Wohnfl äche (Kesselleistung 26 Kilowatt) bisher dreißig Raummeter Hartholz verheizt und soll künftig zum Beispiel ein Drittel Holzpellets verwendet werden, wäre ein Lagerraum oder Gewebetank für mindestens 3,5 Tonnen Holzpellets erforderlich. In vielen Fällen steht genug Raum zur Verfügung. Hier ist es meist sinnvoller, das Pelletslager auf einen Ganzjahresbedarf auszulegen. Der Lagerraum ist brandbeständig auszuführen. Befüllleitungen, Einstieg und Baugenehmigung sind in jedem Fall notwendig, gleich ob der Raum acht oder vierundzwanzig Kubikmeter fasst.

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Die landwirtschaft

holz gewinnt im ofen

Anlagenstarts und erlaubt eine sinnvolle Brauchwasserbereitung im Sommer. Eine Solaranlage wäre noch umweltfreundlicher. Selbst für Pelletsfeuerungen sind Pufferspeicher vorteilhaft. Dadurch wird die Ein- und Ausschalthäufigkeit der Kesselanlage reduziert und es können sich positive Effekte hinsichtlich Verbrauch, Emissionen und Lebensdauer ergeben. Pelletsfeuerungen sind dank des genau dosierbaren Brennstoffs über einen weiten Leistungsbereich sehr gut regelbar. Dennoch stellt Bioenergy 2020+ fest, dass sie mit einem Pufferspeicher betrieben auf der Emissionsseite deutliche Vorteile haben, lediglich der Nutzungsgrad reduziert sich um rund drei Prozent.

bau, bei Hackgut- und Pelletsfeuerungen bauliche Adaptierungen und die Kaminsanierung verursachen weitere Kosten. Beispielsweise kann für eine 20 Kilowatt Anlage von folgenden Größenordnungen ausgegangen werden: Saugzugkessel mit Puffer: 16.000 Euro Kombikessel mit Puffer: 23.000 Euro Pelletsfeuerung: 17.000 Euro Hackgutfeuerung: 28.000 Euro

Über die optimale Nutzung eines Pufferspeichers entscheidet die Planung der Gesamtanlage vom Kessel bis zur Wärmeabgabe und die fachgerechte Installation. Dieser Heizungsumbau kann auch den Austausch der Heizkörper erfordern, um die Heizung mit geringerer Vorlauftemperatur betreiben zu können.

Neuer Kessel verlangt meist neuen Rauchrohranschluss Beim Kesseltausch ist in den meisten Fällen der Rauchrohranschluss des Rauchfanges zu ändern und eine Kaminsanierung erforderlich. Eine Sanierung kostet 200 bis 300 Euro pro Laufmeter. Neue Kessel haben Großteils einen Rauchrohrdurchmesser von 13 bis 20 Zentimeter und Abgastemperaturen von 100 bis 200 °C, alte hingegen 300 °C und mehr.

Nie ohne Rauchfangkehrer Schließt man den neuen Kessel an einen alten Fang an, ist damit zu rechnen, dass die Abgase noch im Kamin kondensieren und das Mauerwerk durchnässen. Der Rauchfang ist zu sanieren oder im schlimmsten Fall abzutragen. Für feste Brennstoffe sind säurefeste, feuchtigkeitsunempfindliche und Rußbrand beständige Fänge erforderlich. Der Rauchfangkehrer soll in jedem Fall eine Begutachtung durchführen, denn er hat auch das Attest für die Baubehörde zu erstellen.

Anlagen- und Betriebskosten Die spezifischen Investitionskosten zeigen eine erhebliche Bandbreite, sie sinken mit zunehmender Anlagenleistung. Ausschlaggebend ist nicht alleine der Kessel. Die Montage, der Verteilerum10

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Vor allem beim Einbau einer Hackgutfeuerung legen die Baubehörden verstärkt Wert auf den Brandschutz, sodass eine brandbeständige Ausführung des Hackgutvorratsraumes mit der Raumaustragung erhebliche Mehrkosten verursachen kann. Dafür sind die Brennstoffkosten geringer und Holz kann in jeder Stärke als hochwertiger Brennstoff genutzt werden. An laufende Kosten sind der Brennstoff, die Kehrgebühren, Strom, Wartung und Instandhaltung zu nennen.

Regelmäßig reinigen Nicht zu vernachlässigen ist die regelmäßige Reinigung. Der alte Kessel hatte außer einer Umwälzpumpe, einem Zugregler und dem Mischer keine bewegten Teile. Das Saugzuggebläse, die Lambdasonde, die elektronische Steuerung und das Fördersystem eines neuen Kessels erfordert mehr Pflege. In jedem Fall ist der Bedienungsanleitung mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Nur so funktioniert die Heizung während ihrer kalkulierten Lebensdauer von 20 Jahren zufriedenstellend.

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PAKETE AKTION Kurz gefasst Biomassefeuerungen haben heute einen hervorragenden technischen Reifegrad erreicht. Kundenzufriedenheit und optimale Brennstoffnutzung sind erst gewährleistet, wenn die Dimensionierung, Installation und die Wärmeverteilung passen, trockener Brennstoff eingesetzt und Sommerbetrieb vermieden wird.

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04.09.201


OktOber_2013

Hoval AgroLyt®: Modernes Heizen

LogWIN Klassik: Kessel mit 99 Vorteilen

HERZ Energietechnik GmbH

Heizen mit Stückholz

Holzvergaser jetzt mit gratis Zündung

Alles aus einer Hand

Der Brennstoff Holz liegt im Trend. Der Holzvergaserkessel Hoval AgroLyt® setzt hier gleich in mehrfacher Hinsicht Maßstäbe: bei der Effi zienz und der ökologischen Qualität ebenso wie beim Bedienungskomfort.

Jetzt kurze Zeit mit gratis Zündung – der neue LogWIN Klassik vom Salzburger Heizungsspezialisten Windhager.

Bedienkomfort und bequeme Reinigung Neben der Ausrichtung auf Effi zienz und Langlebigkeit steht beim Hoval AgroLyt® der Bedienkomfort im Mittelpunkt. Die Türen für Beschickung, Anheizen und Entaschung sind wärmegedämmt, und eine Luftspaltkühlung sorgt für angenehme Oberflächentemperaturen. Je nach Wunsch wird das Gerät mit links oder rechts angeschlagenen Türen geliefert. Eine eigene Absaugautomatik verhindert Rauchbelästigung beim Öffnen der Fülltüre. Auf die bequeme Entaschung und Reinigung des AgroLyt® haben die Entwickler besonderes Augenmerk gelegt: Dank der breiten Aschenkammer mit dem völlig ebenen Boden kann der Heizkessel rasch und gründlich nach vorne entascht werden. Die Reinigung der Heizflächen erfolgt über einen Hebel von außen.

Ein komplettes, harmonisches Ganzes dank Hoval Systemtechnologie Der Kessel kann mit Pufferspeichern in verschiedenen Größen und Wassererwärmern ergänzt und so zum komfortablen Komplett-Wärmeerzeugungssystem ausgebaut werden. Für eine weitere Verbesserung der Umweltbilanz bietet sich die Kombination mit einer Hoval Solaranlage an. Die erprobte Systemtechnik und die Hoval TopTronic®-Regelung des AgroLyt® sorgen dafür, dass alle Teile perfekt miteinander korrespondieren und eine Anlage entsteht, die sich durch Wirtschaftlichkeit und Betriebssicherheit auszeichnet. Ergänzt wird diese Gesamtlösung durch den Hoval Kundendienst, der durch seine Verfügbarkeit an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr noch zusätzliche Sicherheit bietet. www.hoval.at Anzeige

Insgesamt 99 Vorteile machen den neuen LogWIN Klassik von Windhager zu einem besonders praktischen Alleskönner. Die Befüllöffnung ist bei diesem Holzvergaser zirka ein Viertel größer als bei vergleichbaren Kesseln. So können die Holzscheite besonders bequem eingelegt werden. Durch die optionale automatische Zündung ist kein Anheizmaterial mehr erforderlich. Die LambdaTherm-Verbrennungsregelung sorgt gemeinsam mit der patentierten Brennkammer für ein sauberes und effi zientes Holzheizen. Damit beim Entfernen der Asche kaum mehr Staub aufgewirbelt wird, kann man die Aschelade direkt unter der Anzündtür einhängen. Durch seine kompakte Bauweise benötigt der LogWIN Klassik rund ein Drittel weniger Platz als andere Holzvergaser. Er verfügt über einen stufenlos drehbaren Abgasanschluss und passt sich den unterschiedlichsten Kaminsituationen an. Seine robuste Konstruktion aus langlebigen Bauteilen, die verschleißfreie Brennkammer, sowie bis zu 5 Jahre Vollgarantie geben hohe Sicherheit beim Heizen. Wie alle Windhager Biomasse-Heizungen wird auch dieser Qualitätskessel am Firmensitz in Seekirchen bei Salzburg hergestellt. Wer den LogWIN Klassik bis 31. Oktober 2013 kauft, erhält die automatische Zündung im Wert von 667,20 Euro gratis dazu. Nähere Informationen zum Holzvergaser und dem Aktionsangebot bis 31. Oktober sind unter www.99vorteile.com oder unter Tel. 06212/2341-278 erhältlich. Anzeige

Aktionen für Stückholz-, Pellets-, Hackgut- und Wärmepumpenanlagen Mit den modernsten Pellets- und Hackschnitzelheizungen bis 1000 kW, den Holzvergaserkesseln bis 40 kW sowie den Wärmepumpen bis 18 kW stellt HERZ ein komplettes Sortiment von modernen, kostengünstigen und umweltfreundlichen Heizsystemen mit höchstem Komfort und bester Bedienerfreundlichkeit her. Die HERZ Energietechnik GmbH erfüllt die strengen Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens und darf offi ziell dieses staatliche Gütesiegel führen. Umweltfreundliches Handeln und nachhaltige Produktion werden bei HERZ großgeschrieben. Noch bis Ende des Jahres bietet HERZ Energietechnik seinen Kunden ehrliche Aktionspakete zu günstigen Preisen an. Für alle Anforderungen wurde ein passendes Komplettpaket geschnürt. Überzeugen Sie sich selbst von den Vorteilen, der Qualität und der Produktvielfalt! www.herz.eu Anzeige

Mus-Max ist international dabei Robust gebaut, leichtzügig beim Hacken und absolut saubere Hackschnitzel – mit diesen Argumenten überzeugt der „kleine“ High-Tech-Mobilhacker WT 7 LZ seine Kunden europaweit. Der WoodTerminator 7 LZ ist ein preisgünstiges Einstiegsmodell für die Hackguterzeugung. In der Hackerklasse bis 50 cm Einzugshöhe bringt dieser Trommelhacker überlegene Hackleistungen, denn die große Einzugsöffnung von 64 x 50 cm (BxH) gewährleistet ein störungsfreies, vollautomatisches Hacken. Nähere Informationen: Landtechnik Urch GmbH, Tel. 03464/2252 oder unter www.mus-max.at! Anzeige 11


DIE LANDWIRTSCHAFT

hOlz gewinnt im Ofen

Waldhackgut, Holzarten, Logistik Wald-Heizwerk, Kosten-Erträge

Geld verdienen mit 1a-Waldhackgut

lk-Beratung

Waldhackgut behauptet sich am Energieholzmarkt. Wie Waldbesitzer Beratung, die Werte schafft Hackgut bester Qualität erzeugen und damit Geld verdienen können, weiß LKForstexperte Heinz Steindl. Ernte und Lagerplatz Üblich und wirtschaftlich ist die teilmechanisierte Ernte. Sie bedeutet Schlägern mit der Motorsäge und Rücken mit einem Krananhänger. Unternehmer setzen auf die hochmechanisierte Holzernte mit Harvester und Forwarder. Der Holzlagerplatz sollte möglichst am Rand der Schlagfläche geschaffen werden. Die Rückedistanz sollte unter 500 Metern liegen und keine öffentlichen Straßen queren.

Hacken und Transport von Hackgut ins Zwischenlager oder Heizwerk Am Markt sind Firmen mit unterschiedlichen Hackern nach Größe, Antriebsart, Heizungsberatung Hackleistung und damit Kosten je Stunde Ihre Die Situation: Ihre Heizungsanlage ist veraltet tätig. Hackleistung hängt neben der oder defekt. Der Brennstoffverbrauch ist zu hoch Maschinengröße vor allem vom Hackbzw. der Heizkomfort ist unzureichend. Es schafft ist Ihnen Beratung, dieoder Werte holz Kronenund noch(Faserholzstämme nicht klar, welches System für Ihre Situation Astmaterial) und ist. dessen ordentlicher am besten geeignet Sie sind an der Verwendung neuerab. biogener Brennstoffe interessiert. Sie Lagerung Leistungsstarke Hackmawollen eine firmenunabhängige schinen erfordern für den Beratung. Hackguttransport Traktoranhänger mit zumindest 30 Unser Angebot für Sie: Wir erheben und anaSchüttraummetern Hänger,WärmeverAbschiebelysieren gemeinsam Ihrejederzeitige wägen, mit Container oder HackgutsorgungLKW und bieten eine Entscheidungsgrundlage für die Wahlbis des95 Heizungssystems. Wir beraten LKW-Züge Schüttraummetern. Dies Sie übergroßzügige die Einbau- undHolzlagerplätze Fördermöglichkeitenan und bedingt bieten einen Heizkostenvergleich an. befestigten LKW-befahrbaren Straßen. Zwischen der Holzlager Ihr Nutzen: SieStraße erhaltenund eine dem fachlich fundierte braucht die Hackmaschine zumindest Entscheidungsgrundlage von unabhängiger Stelle.vier Meter breiten befestigten einen Standplatz. Kostenbeitrag: kostenfrei, 30 Euro Hofpauschale Beratungsort: am Hof Ihr Ansprechpartner: Ing. Karl Furtner, karl.furtner@lk-noe.at, Tel. 05 0259 25307

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Trocknung bestimmt die Qualität

Einsparungen sind beim Hacken von Faserholz oder Großmengen über 600 Schüttraummeter je Lagerplatz, sowie beim Transport unter 20 Kilometern möglich.

Mit der Trocknung des Holzes bestimmt der Waldbesitzer die Qualität des Hackgutes für die Lagerfähigkeit und den Heizwert.Die Möglichkeiten zum Trocknen:

Fotos: LK NÖ/Pöchlauer-Kozel

Sommerschlägerung und Aufarbeiten der Bäume nach sechs bis acht Wochen. Nadeln oder Laub entziehen dem Holz in dieser Zeit Wasser und der Wassergehalt sinkt um rund zehn Prozent. Laubholz enthält während der Vegetationszeit auch rund zehn Prozent weniger Wasser als nach dem Blattfall im November. Bei Weichlaubhölzern wie Pappel, Weide und Birke ist diese Methode von Vorteil, weil diese am vielen Wasser „ersticken“ würden und an Heizwert verlieren. Auch bei Eiche kann man so schon nach acht Wochen lagerfähiges Hackgut mit rund 30 Prozent Wassergehalt erzeugen.

Was zählt zu Energie aus dem Wald: Waldpflege: Holz aus der Standraumregulierung und der Durchforstung Endnutzung: Kronenholz und Faulholz – Nadeln und Reisig sollen im Wald bleiben! Maißholz: Nutzungen im Nieder- und Mittelwald Windschutzanlagen: Pflege und Nutzung Flurgehölze von Feldrainen und entlang von Bachläufen Energieholz von Kurzumtriebsflächen auf Acker oder Grünland Strauch- und Baumschnitt von Kommunen Rinde, Sägespäne und Hackgut von der Sägeindustrie

Verwirrung Einheiten AMM

fm

Srm

MJ

to frisch

fm

Srm

MJ

Pappel

1

2,4

6,1

18.000

1 (W55)

1,1

3,17

7.200

Weide

1

1,9

4,8

18.000

1 (W50)

1,2

3,52

7.600

Robinie

1

1,3

3,4

18.000

1 (W35)

0,88

2,54

11.100

Angaben in to frisch, AMM (Atro to mit Rinde), lufttrocken to (rd. 20% Wassergehalt), fm, Srm, MJ

12


oktober_2013 Rundholz über einen Sommer auf Poltern lagern Dies ist die häufigste Lagerart und bringt außer den oben genannten Baumarten den erwünschten Wassergehalt von 30 Prozent oder darunter für die Einlagerung in einer Halle oder im Heizungsbunker. Ein sonniger und vor allem luftiger Platz mit Unterlagern für den Polter verbessert die Trocknung um bis zu zehn Prozent. Hackguttrocknung in Piles (Haufen) im Freien oder in offenen Hallen Diese Art der Trocknung ist problemlos, wenn beim Einlagern der Wassergehalt bei nur mehr 30 Prozent oder darunter liegt. Bei mehr als 30 Prozent Wasser sinkt der Heizwert durch Erwärmen und „Selbsttrocknung“ bis zu sechs Prozent pro Monat. Schimmel kann sich bilden, der gesundheitlich bedenklich sein kann. Starkregen kann im Freien gelagertes Hackgut völlig durchnässen. Technische Trocknung mit Abwärme Die Abwärme stammt oft aus Biogasanlagen. Hackgut wird in Trocknungscontainern mit Siebboden mittels Warmluft „durchgetrocknet“. Der Wassergehalt liegt dann nur mehr bei sechs bis acht Prozent.

Erzeugungskosten Faustregel vier mal vier Als durchschnittliche Werte kann man für jeden Arbeitsschritt Schlägern, Rücken,

Zwischengelagertes Hackgut weist einen Wassergehalt von rund 20 Prozent auf.

Hacken und Transportieren vier Euro je Schüttraummeter zur Kostenkalkulation bei Hackgutmengen ab zirka 300 Schüttraummetern heranziehen. Bei der Schlägerung können sich die Kosten erhöhen, zum Beispiel bei Durchforstung gegenüber Kahlschlag oder bei der Rückung über 500 Meter Rückedistanz. Einsparungen sind beim Hacken von Faserholz oder Großmengen über 600 Schüttraummeter je Lagerplatz, sowie beim Transport unter 20 Kilometern möglich. Der Hackguttransport mit Traktor und landwirtschaftlichem Hänger ist ebenfalls nur bis 20 Kilometer gegenüber LKW-Transport günstiger.

Holzerlös frei Heizwerk Den Erzeugungskosten von rund 16 Euro je Schüttraummeter stehen Hackgutpreise frei Heizwerk von zumindest 90 Euro je AMM bei Großanlagen und 100 Euro je AMM für

kleinere Abnehmer gegenüber. Wird Hackgut aus einem Zwischenlager an Kleinstabnehmer geliefert, können 110 Euro AMM erzielt werden. Zwischengelagertes Hackgut weist einen Wassergehalt von rund 20 Prozent auf. Somit ergibt sich ein Preis je Tonne Hackgut von 88 Euro frei Heizung. Die Preise verstehen sich ohne die Mehrwertsteuer von zehn oder zwölf Prozent bei pauschalierten Waldbesitzern.

Maßeinheiten im „Bioenergie-Geschäft“ Mit der Wärmeerzeugung, und teilweise auch Stromerzeugung, aus Holz haben zusätzliche Maßeinheiten beim Holzverkauf und Holzeinkauf an Bedeutung gewonnen, und sie haben damit auch vielfach für Verwirrung gesorgt. Beispiel: Der Waldbesitzer nutzt (oder lässt nutzen) in Schüttraummetern – der Heizwerkbetreiber will Atro-Tonnen kaufen und der Wärmeempfänger Kilowattstunden bezahlen. Die Tabelle auf Seite 12 gibt hier Auskunft Für den Heizwert ist das Holzgewicht (AMM) entscheidend. Verschiedene Holzarten mit ihrem unterschiedlichen Wassergehalt im Frischezustand oder nach der Lagerung entscheiden über den Energieinhalt je Schüttraummeter. Die Maßeinheiten zeigt die Tabelle auf Seite 13.

Ein Beispiel Die Erlöse für das Hackgut sind je nach Baumart sehr unterschiedlich. Beispiel bei einem Erlös von 100 Euro/AMM: Nadelholz fünf Schüttraummeter für eine AMM ergibt 20 Euro je Schüttraummeter frei Heizwerk. Bei 16 Euro für die Erzeugung bleibt ein Holzwert von vier Euro je Schüttraummeter. Laubholz Robinie, Hainbuche, Eiche: 3,8 Schüttraummeter für eine AMM ergibt 26 Euro je Schüttraummeter frei

Heizwerk. Bei 16 Euro für die Erzeugung bleibt ein Holzwert von zehn Euro je Schüttraummeter. Laubholz Pappel, Weide: 6,5 Schüttraummeter für eine AMM ergibt 15,40 Euro je Schüttraummeter frei Heizwerk. Die Erzeugungskosten von 16 Euro je Schüttraummeter werden nicht erreicht! DI Heinz Steindl Forstsekretär BBK Korneuburg Tel. 05 0259 24306 heinz.steindl@korneuburg.lk-noe.at

Maßeinheiten SRM

Schüttraummeter

FMO

Festmeter mit Rinde und ohne Rinde gemessen

FMM

Festmeter mit Rinde und mit Rinde gemessen

RMM

Raummeter in Rinde und mit Rinde gemessen

AMM

Atrotonne mit Rinde und mit Rinde gemessen

Atroto

Tonne von absolut trockenem Holz (0% Wasser)

Lutroto

Tonne von luftgetrocknetem Holz

kWh

Kilowattstunde

MWh

Megawattstunde

MJ

Megajoule 13


DIE LANDWIRTSCHAFT

hOlz gewinnt im Ofen

Vom Spalten bis zum Zustellen

So bleibt der Brennholzverkauf ein gutes Geschäft

Brennholz ist ein heiß begehrtes Gut. Unter welchen Bedingungen sich das Erzeugen und Verkaufen für den Waldbesitzer lohnt, rechnet LK-Experte Johann Sandler vor. Sommerfällung verkürzt Produktionszeit Fällt man die Stämme im Sommer oder Frühherbst und lässt sie mit den Ästen liegen, verkürzt sich die Produktionszeit um gut ein halbes Jahr. Die Blätter entziehen dem Holz Wasser und senken den Feuchtegehalt auf weniger als 30 Prozent. Nach längstens einem Monat sind sie vertrocknet und die Bäume können weiter verarbeitet werden. Diese Methode eignet sich nicht für die Sägerundholzproduktion, weil dieses im Sommer wegen der Gefahr von pilzbedingten Verfärbungen nicht gekauft wird.

Mehr Zeit sollte man haben Der Zeitaufwand für die Produktion von einem Raummeter kann sehr stark schwanken. Wichtig ist die optimale Ablauforganisation in Verbindung mit den örtlichen Gegebenheiten am Brennholzplatz. Weite Wege oder ein Transport der gespaltenen Meterstücke kosten Zeit. Die Maschinenausstattung, die Holzdimension und Holzbeschaffenheit – glatte Stammstücke aus Durchforstungen oder starke und verwachsene Teile aus dem Kronenbereich alter Bäume – und die körperliche Verfassung der Arbeitenden erschweren standardisierte Vorgaben. Die Werte für die traditionelle Erzeugungsmethode mit viel Handarbeit zeigt Tabelle 1. Häufi g unterschätzt man den Zeitbedarf für die Zustellung. Beladen, Hinund Rückfahrt, Abladen und der, bei ofenfertigem

14

Brennholz gewünschte Transport bis ins Lager, müssen in die Preiskalkulation einbezogen werden.

Umrechnungszahlen helfen Umrechnungszahlen sind für die Verrechnung und Kalkulation notwendig und führen häufi g zu Missverständnissen. Die Umrechnungszahlen laut ÖNORM M-7132 zeigt Tabelle 2. Zum Beispiel kann ein Schüttraummeter ofenfertiges Stückholz aus 0,5 Festmeter ohne Rinde (FMO) Rundholz oder 0,7 Raummeter (RMM) Scheitholz erzeugt werden. Relativ häufi g reklamieren Kunden die Mengen, weil sie beispielsweise zehn Raummeter Scheitholz kaufen, auf 33 Zentimeter ablängen, im Holzlagerraum wieder aufstellen und beim Nachmessen feststellen, dass nur mehr neun oder weniger Raummeter vorhanden sind. Der scheinbare Schwund ergibt sich daraus, dass sich kürzere Stücke enger schichten lassen und dass Kunden aus Platzgründen Räume zwischen den einzelnen Holzstücken möglichst klein halten. Man sollte bereits beim Verkaufen auf dieses Phänomen hinweisen.

Kosten nicht aus den Augen verlieren In Anlehnung an den Zeitbedarf lassen sich die Kosten für den Raummeter Buchenbrennholz grob anschätzen. Motorsäge, Traktor und Holzspalter: 10 Euro/RMM Arbeitszeit (Stundenlohn 12 €): 16 Euro/ RMM Wert des Holzes (Preisbasis Buchenfaserholz 50 €/FMM): 35 Euro/RMM Gesamtkosten: 61 Euro/RMM Wegen des ständig gestiegenen Preises für Buchenfaserholz bleibt erst ab einem

Mit Mechanisierung steigende Nachfrage bedienen Die anhaltend hohe Nachfrage nach hartem Brennholz macht es in Regionen mit niedrigem Laubholzanteil schwer, geeignetes Faserholz aufzutreiben. Höhere Verkaufserlöse und gute Absatzmöglichkeiten müssten auch zu Produktionssteigerungen führen. Hochwertiges Brennholz braucht zwei Sommer, um mit einem Wassergehalt von etwa 20 Prozent als trocken zu gelten und die Anforderungen der Kunden zu erfüllen. Die Erzeugung ist zeitaufwendig und körperliche Schwerarbeit. Große Mengensteigerungen sind nur von Betrieben zu erwarten, die sich auf die Brennholzsortimente spezialisieren und den Produktionsablauf mechanisieren. Kombinationsmaschinen, die in einem Arbeitsgang ablängen und spalten und mit einem Förderband das Holz auf einen Anhänger transportieren, steigern die Leistung enorm. Für Erzeuger von ofenfertigem Brennholz, die vor allem Kleinkunden direkt beliefern, sind jene Maschinen besonders geeignet, die das abgelängte und gespaltene Holz zum Beispiel in Kunststoffnetze mit einem Raummeter Fassungsvermögen ablegen. Kombinationsmaschinen rechnen sich nur für große Erzeuger und bei überbetrieblichem Einsatz. Andererseits: ein leichtes Nachhinken der Produktion hinter der Nachfrage hat wegen steigender Preise auch seine guten Seiten.

Verkaufspreis von mindestens 62 Euro pro Raummeter Brennholz hart frei Waldstraße neben dem Arbeitseinkommen ein Gewinn für den Waldbesitzer übrig. Der Wert des eingesetzten Holzes ist auf zu berücksichtigen. Zur Erzeugung eines Raummeters benötigt man 0,7 Festmeter. Den Rindenanteil von acht Prozent kann man beim Brennholz mitverkaufen. Jeder sollte sich fragen, ob für ihn der


oktober_2013 Verkauf des Faserholzes oder dessen Weiterverarbeitung zu Brennholz betriebswirtschaftlich günstiger ist. Die Erzeugung von Brennholz weich ist unter einem Raummeterpreis von 40 bis 45 Euro ein Verlustgeschäft. Das größte Sparpotenzial findet man beim Traktor, der den Holzspalter antreibt. Wegen der geringen Belastung reicht ein älteres und leistungsschwächeres Fahrzeug. Eine überbetrieblich organisierte Mechanisierung würde die Erzeugungskosten weiter senken und den hohen Anteil der Lohnkosten vermindern. Zustellen oder Liefern von Brennholz kosten Zeit und Geld. Vor allem bei Kleinmengen bis drei Raummetern kann ein Zuschlag von 20 Euro/RMM und mehr nötig sein.

Brennwert Die Energie, die beim Verbrennen frei wird, hängt von der Holzart und dem Wassergehalt ab. Langsam gewachsenes Holz von mageren Standorten oder aus dichten Beständen hat je Festmeter oder Kilogramm mehr Sonnenenergie gespeichert als in den baumartenspezifischen

Durchschnittswerten unterstellt wird (siehe Tabelle 3). Der Heizwert von einem Raummeter Buchenholz liegt um 500 Kilowattstunden höher als der von Fichtenholz, obwohl ein Kilo Fichte mehr Energie enthält als die gleiche Menge Buche. Derzeit ist hartes Brennholz etwa doppelt so teuer wie weiches. Nach dem Energieinhalt wäre nur eine Preisdifferenz von 25 Prozent gerechtfertigt. Die Energie von 2.100 Kilowattstunden von einem Raummeter Buche entspricht zirka 200 Litern Heizöl. Etwa fünf RMM Hartholz ersetzen rund 1.000 Liter Öl.

Rechtliche Bestimmungen Die österreichischen Holzhandelsusancen (ÖHU) unterscheiden: Brennholz hart: Rot- und Weißbuche, Ahorn, Esche, Birke, Ulme Brennholz weich: Fichte, Tanne, Weißkiefer, Lärche Die Lieferung anderer Holzarten ist gesondert zu vereinbaren. Rundlinge über 16 Zentimeter Durchmesser sind zu spalten. Einzelne Stücke mit weichfaulen Stellen sind zulässig, weichfaule Stücke nicht.

Abweichungen von diesen Bestimmungen sind beim Verkauf am besten schriftlich zu vereinbaren. Schichtholz wird in Raummetern einschließlich Rinde gemessen. Es ist so aufzusetzen, dass keine vermeidbaren Zwischenräume entstehen. Bei der Übergabe muss Brennholz auch im trockenen Zustand maßhaltig sein. Das bedeutet fünf Zentimeter Übermaß für die Höhe bei nassem Holz. Für Kreuzstöße werden 15 Prozent abgezogen. Der Preis für Brennholz beim Verkauf an den Endverbraucher versteht sich immer inklusive zehn Prozent Mehrwertsteuer. Ist der Käufer ein Händler, sind von pauschalierten Waldbesitzern zwölf Prozent zu verrechnen.

Der Abnehmer kauft mit dem Auge

Zeitbedarf zur Erzeugung von 1 Raummeter in min.

Arbeitsleistung in Raummeter je Stunde

Ablängen auf 1-Meter-Stücke

20

3

Spalten

35

1,7

Aufstellen

25

2,4

1 Std. und 20 min

0,75 RMM

Bei den Kunden gelten vor allem die Trockenheit mit maximal 25 Prozent Feuchte, die Sortenreinheit, die exakte Ablängung und gleichmäßige Stückgröße nach der Spaltung, die glatte Spaltfläche ohne abstehende Fasern sowie die Gesundheit und Sauberkeit des Holzes als Qualitätskriterien. Das schöne Aussehen des Holzes ist wichtig, wenn es vor dem Verheizen als dekoratives Element dient. Lieferanten, die häufig ofenfertiges Heizmaterial verkaufen, sortieren deshalb das Holz nach dem Spalten nach Größen und nach gefälligem Aussehen.

Stückholz

DI Johann Sandler Forstsekretär BBK Krems Tel. 05 0259 24309 johann.sandler@lk-noe.at

Tab 1: Traditionelle Brennholzerzeugung mit viel Handarbeit Arbeitsschritt

SUMME

Tab 2: Umrechnungszahlen nach ÖNORM M-7132 Rundholz FMO

Scheitholz RMM

1 FMM Rundholz

1

1 RMM Scheitholz, geschichtet

geschichtet RMM

geschüttet Srm

1,40

1,20

2,00

0,70

1

0,85

1,40

1 RMM Stückholz, geschichtet

0,85

1,20

1

1,67

1 RMM Stückholz, geschüttet

0,50

0,70

0,60

1

Kurz gefasst Der Brennholzmarkt hat die lang überfällige Preis- und Nachfragebelebung erfahren. Die Preissteigerungen sind ein notwendiger Anreiz zur Produktionssteigerung. Mit den Preisanhebungen beim Industrieholz haben sich allerdings auch die Kosten für das eingesetzte Holz erhöht. Die überbetriebliche Mechanisierung kann einen Engpass bei der verfügbaren Arbeitskapazität vermeiden und zur Senkung der Erzeugungskosten beitragen

Ein Tipp für Praktiker Bei Durchforstungen oder Endnutzungen fallen neben dem Sägerundholz viele Stammstücke unter dem Mindestdurchmesser von 25 bis 30 Zentimetern und sehr viel Holz aus dem Kronenbereich an. Für den Eigenbedarf oder die Vermarktung von Brennholz sollte man die am besten geeigneten Stücke aussortieren. Das sind für Brennholz Stämme zwischen 15 und 35 Zentimetern Durchmesser. Dadurch steigert man die Leistung bei der Produktion, erleichtert sich die Arbeit und erzeugt qualitativ hochwertigeres Brennholz. Sehr starke, krumme und grobastige Stücke sowie einen Großteil der Äste kann man an die Industrie oder an Fernheizwerke und Heizkraftwerke verkaufen. Diese übernehmen das Holz meist nach Gewicht und zahlen je atro-Tonne. Qualität und Beschaffenheit spielen keine Rolle.

Tab 3: Heizwertvergleich einiger Holzarten in kWh bei 15 bis 20% Feuchte: Holzart

1 RMM Rundholz entspricht

1 kg Stückholz entspricht

Eiche

2150 kWh

4,23 kWh

Buche

2100 kWh

4,2 kWh

Birke

1900 kWh

4,3 kWh

Fichte

1600 kWh

4,4 kWh 15


DIE LANDWIRTSCHAFT

hOlz gewinnt im Ofen

Reportage: Martin Bürgmayr, Plankenberg, versorgt zwei Nachbarn mit Nahwärme

„Dann heizt uns halt mit“

Die eigene Heizung muss erneuert werden und der Bruder beschwert sich über immer teurer werdendes Heizöl. Wie Martin Bürgmayr mit der Nahwärme dann mehr als zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen hat, erklärte er uns kürzlich bei einem Besuch in seiner Heizanlage. „Wenn du eine neue Heizung baust, dann heizt mich halt mit“, meinte Martin Bürgmayrs Bruder. Was eigentlich als Witz gedacht war, wurde für die Brüder und noch einen weiteren Wärmeabnehmer ein Projekt mit Mehrwert für alle. Seit dem Vorjahr heizt Bürgmayr sein eigenes Haus und versorgt die zwei Abnehmer vis a vis von seinem Hof mit Wärme für Heizung und Warmwasser. Die beiden Kunden ersparen sich insgesamt 9.000 Liter Heizöl pro Jahr, zwei Heizkessel und zwei Kamine mit den Gebühren für den Rauchfangkehrer. Bürgmayr hat sich ausgerechnet, dass die Abnehmer in Summe 2.200 Euro weniger pro Jahr für Heizkosten ausgeben, im Vergleich zu Heizöl. Das sind 27,5 Prozent Ersparnis. Den zweiten Abnehmer hat Bürgmayr einfach gefragt und ihm mit einer Kostenaufstellung gezeigt, was die Nahwärme im Vergleich zu einer neuen Pelletsheizung bringt. „Auch wenn der zweite Kunde sich nicht beteiligt hätte, mein Bruder und ich hätten auch ohne ihn die Nahwärmeversorgung umgesetzt“, ist Bürgmayr überzeugt. „Aber mit einem Dritten, der nur dreizehn Meter Leitungslänge und 30 Kilowatt Heizleistung mehr benötigt, rechnet sich die Investition besser.“

Eigener Wald und regionale Lieferverträge Die Hackschnitzel kommen überwiegend aus dem eigenen Wald. Um Engpässe zu vermeiden, hat Bürgmayr vorsorglich Verträge mit zwei Lieferanten aus der Region abgeschlossen. 16

Das eigene Hackschnitzelholz lagert er ein bis zwei Jahre auf Unterlager aus Baumstämmen, um den Kontakt des Holzes mit dem Boden zu vermeiden. An einem sonnigen Tag im Herbst häckselt er in zwei Stunden den Bedarf für eine Wintersaison. In den Vorratsbehälter passen rund 25 Kubikmeter. Rund 180 Kubikmeter Hackschnitzel hat er von der Inbetriebnahme am 8. November 2012 bis 30. Juni 2013 verbraucht. Den Sommer über benötigen die Kunden nur Warmwasser.

15 Jahre ununterbrochen Wärme und Warmwasser liefern Bürgmayr hat sich verpflichtet, 15 Jahre lang permanent Wärme für Heizung und Warmwasser zu liefern. Der Wärmelieferung- und Bezugsvertrag legt den Wärmepreis fest, der an den NÖBiowärmeindex jährlich angepasst wird. Die Wärmemengenzähler sind

Auf dem Holzlagerplatz trocknet der Rohstoff für Hackschnitzel aus dem eigenen Wald. Martin Bürgmayr (vorne) hat Holz für zwei Jahre vorrätig. Herbert Haneder, LK NÖ hat ihn bei der Umsetzung beratend begleitet. Foto: LK NÖ/Pöchlauer-Kozel

beim Kessel und bei den Abnehmern montiert. „Die Differenz ist der Leitungsverlust. Er liegt bei zirka dreizehn Prozent“, erklärt Bürgmayr. „Diesen Verlust trage ich auch mit.“ Er muss die Zähler alle fünf Jahre eichen lassen. Bei Problemen sendet die Anlage an sein Handy automatisch eine Störmeldung. „Die Nachbarn bemerken gar nicht, dass es eine Störung gegeben hat, denn bevor die Wohnung auskühlt, ist der Schaden repariert“, erklärt Martin. Die in den Pufferspeichern vorrätige Wärme hält


OktOber_2013 auch bei minus 20 Grad die Wohnräume drei bis vier Stunden warm. Der Kundendienst ist binnen einer Stunde vor Ort. Das war für Bürgmayr ein Grund, sich für diese Firma zu entscheiden.

Einzelrohrleitungen verlegt Bürgmayr musste im vorhanden Heizraum nur die Brandschutztür erneuern. Der 100-Kilowatt Hackgutheizkessel ist mit Raumaustragung ausgestattet. Die Wärme speichern zwei Puffer mit je 1.500 Liter Fassungsvermögen. Die Fernwärmeleitungen bestehen aus zwei Leitungssträngen – einem für den Vor- und einem für den Rücklauf. „Eine Doppelrohrleitung hatte wegen der Straßenausbauten zu wenig Platz“, erklärt Bürgmayr. Um bei den Grabungen die Wasser- und Starkstromleitungen nicht zu beschädigen, hat er sich bei der Gemeinde die Pläne besorgt. „Wir haben unsere Leitungen ein bis 1,2 Meter unterhalb der Versorgungsleitungen der Gemeinde verlegt“, erklärt Bürgmayr.

Orientierung mit LK-Beratung „Ich habe in „Die Landwirtschaft“ gelesen, dass man sich bei der LK NÖ über die Errichtung von Nahwärmeanlagen

beraten lassen kann und die Grundberatung Biomasse Nahwärmeversorgung angefordert“, erinnert sich Bürgmayr. Herbert Haneder von der LK NÖ hat ihn durch das Projekt begleitet. „Das Abarbeiten der Checkliste nahm viel Zeit in Anspruch“, erinnert sich Martin. „Unter anderem musste ich zwei Vergleichsangebote bringen.“ Er ist überzeugt, dass Nahwärmeprojekte wegen ihrer Komplexität gute Beratung brauchen, wie die Grund- und Umsetzungsberatung der LK, zu der auch die Förderabwicklung zählt. Für das gesamte Projekt hat Bürgmayr 62.200 Euro ausgelegt. Die Bundesförderung war für Bürgmayr ausschlaggebend, dass er sich für die Lieferung von Nahwärme entschlossen hat. Die Bundesförderung deckt 25 Prozent der Kosten ab, die Anschlussgebühr macht rund 28 Prozent der Gesamtkosten aus. Da er sich verpflichtet hat, Holz aus der Region zu verwenden, wurden ihm fünf Prozent Nachhaltigkeitszuschlag gewährt. Steuerlich ist die Nahwärmeversorgung für Bürgmayr eine bäuerliche Nebentätigkeit, weil sein Haupterwerb die Stiermast ist. Die Linien im linken Bild geben den Verlauf der Wärmeleitungen von Bürgmayr (re) zu den Abnehmern links der Straße wieder. Von den Grabungsarbeiten für die Leitungen sieht man nichts mehr. Foto: LK NÖ/Pöchlauer-Kozel, Land NÖ

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Beratung, die Werte schafft Im Haus von Bürgmayrs Bruder stehen Pufferspeicher und Ölkessel (rechts) für Notfälle bereit. Foto: LK NÖ/Pöchlauer-Kozel

„Durch die Nahwärmelieferung kann ich mein Hackgut veredelt weiterverkaufen und meine Kunden sparen Heizkosten“, freut sich Martin Bürgmayr über die gelungene Umsetzung. Paula Pöchlauer-Kozel

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Grundberatung: BiomasseNahwärmeversorgung

Ihre Situation: Sie beabsichtigen alleine oder als Beratung, die Werte schafft Gemeinschaft eine Biomasseanlage zu errichten und damit weitere Objekte mit Wärme zu versorgen. Unser Angebot für Sie: Wir informieren Sie über die grundsätzliche technische Machbarkeit und die erforderlichen Umsetzungsschritte. Wir machen eine Grobabschätzung der Wirtschaftlichkeit des geplanten Vorhabens und geben Informationen über Fördermöglichkeiten und -voraussetzungen. Ihr Nutzen: Sie können vor einer konkreten Planung die praktische Machbarkeit, die weiteren Umsetzungsschritte und die Fördermöglichkeiten des Projektes in Erfahrung bringen. Kostenbeitrag: kostenfrei, 30 Euro Hofpauschale Beratungsort: am Hof Ihr Ansprechpartner: DI Herbert Haneder, herbert.haneder@lk-noe.at, Tel. 05 0259 25301 Mehr Beratungsangebote unter: www.lk-noe.at/beratungskatalog

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Die landwirtschaft

holz gewinnt im ofen

Rechtliche Vorgaben

Sozialrecht für Biomasse-Nahwärmeversorger

Gemäß Bauernsozialversicherungsgesetz (BSVG) erstreckt sich die Pflichtversicherung bei Erfüllung weiterer Voraussetzungen auch auf Tätigkeiten, die nach ihrer wirtschaftlichen Zweckbestimmung in einem sachlichen Naheverhältnis zum land- und forstwirtschaftlichen Betrieb erfolgen. Der Betrieb von Anlagen zur Erzeugung und Lieferung von Wärme aus Biomasse mit einer Brennstoffwärmeleistung von vier Megawatt ist bei Einhaltung der bestimmter Voraussetzungen von der Gewerbeordnung ausgenommen. Die sozialrechtlichen Auswirkungen sind etwas komplex, wobei zu unterscheiden ist, ob die Wärmeerzeugung im Rahmen eines landwirtschaftlichen Nebengewerbes oder im Rahmen eines echten Gewerbebetriebes erfolgt. Wird eine derartige Anlage im Rahmen einer landwirtschaftlichen Nebentätigkeit betrieben, ergibt sich daraus eine zusätzliche Beitragsgrundlage in der bäuerlichen Sozialversicherung.

Beispiel einer pauschalen Beitragsgrundlagenermittlung Ein Landwirt mit 7.000 Euro land- und forstwirtschaftlichen Einheitswert betreibt eine Biomasseanlage und hat aus der Lieferung von Wärme 20.000 Euro jährlich erzielt. Monatliche Beitragsgrundlage ausschließlich nach Einheitswert: 1.223,90 Euro. Daraus resultieren monatliche Beiträge bei der SVB von 327,76 Euro (PV 207,60 Euro, KV 96,25 Euro, UV 23,91 Euro). Monatliche Beitragsleistung für die Einnahmen aus der Biomasseanlage 20.000 Euro, davon 30% = 6.000 Euro dividiert durch 12 = 500 Euro. Die Gesamtbeitragsgrundlage beträgt daher 1.758,17 (Einheitswert 1.258,17 Euro, Beitragsgrundlage Biomasseanlage 500,00 Euro). Der monatliche Gesamtbeitrage bei der SVB beträgt daher 458,01 Euro (PV 290,10 Euro, KV 134,50 Euro, UV 33,41 Euro). 18

Landwirtschaftliches Nebengewerbe Pauschale Beitragsgrundlage für die Wärmeerzeugung Für „Einkünfte“ aus dem Betrieb einer Biomasse-Nahwärmeanlage ist die Beitragsgrundlage auf Basis von 30 Prozent der sich aus den Aufzeichnungen ergebenden „Einnahmen“ inklusive Umsatzsteuer aus dieser Tätigkeit zu ermitteln. Dieser Betrag wird gezwölftelt und der „Einheitswertbeitragsgrundlage“ zugerechnet. Aufzeichnungs- und Auskunftspflichten Die Betriebsführer haben die erforderlichen Aufzeichnungen zur Ermittlung der Beitragsgrundlage aus dem Betrieb der Biowärmeanlage zu führen. Die sich aus den Aufzeichnungen ergebenden Einnahmen sind bis spätestens 30. April des dem Beitragsjahr folgenden Kalenderjahres der SVB bekannt zu geben. Kleine Beitragsgrundlagenoption Die Betreiber solcher Anlagen können auch beantragen, dass die tatsächlichen Einkünfte aus dieser und anderen Nebentätigkeiten laut Einkommensteuerbescheid für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge herangezogen werden. Dabei muss der Betriebsführer zur Ermittlung der Sozialversicherungsbeiträge nach dem Einkommenssteuerbescheid einen Antrag stellen. Diesen hat er spätestens bis zum 30. April des dem Beitragsjahr folgenden Jahres einzubringen. Die Option gilt für mindestens ein Jahr, der Widerruf ist spätestens bis zum 30. April des dem Beitragsjahr folgenden Jahres möglich. Bis zum Vorliegen des Einkommensteuerbescheides wird eine vorläufige Beitragsgrundlage festgelegt. Die endgültige Beitragsgrundlage ergibt sich an Hand des Einkommensteuerbescheides. Zu beachten ist, dass die Beiträge in diesem Fall jedenfalls von der monatlichen Mindestbeitragsgrundlage (Wert 2013: 713,77 Euro) zu bezahlen sind.

Gestaltungsmöglichkeiten in Hinblick auf die spätere Pensionsleistung Die aus der Wärmeerzeugung resultierenden zusätzlichen Beitragsgrundlagen bei

der SVB können zwischen den Betriebsführern und hauptberuflich beschäftigten Angehörigen „verschoben“ werden. Dies setzt einen Antrag sämtlicher Betriebsführer voraus und führt insgesamt weder zu einer Mehrbelastung noch zu einer Ersparnis von Sozialversicherungsbeiträgen („Beitragsneutralität“). Die durch die Verschiebung „besser“ versicherten Angehörigen können dadurch ihre Pension erhöhen. Beitragsätze und Beitragsgrundlagen im BSVG, Werte ab 1.1.2013 Beitragssätze: Pensionsversicherung (PV) 16,5% Krankenversicherung (KV) 7,65% Unfallversicherung (UV) 1,90% Mindest- bzw. Höchstbeitragsgrundlage nach Einheitswert: Mindestbeitragsgrundlage PV: 386,80 Euro Mindestbeitragsgrundlage KV und UV: 713,77 Euro Höchstbeitragsgrundlagen PV, KV und UV: 5.180 Euro Mindestbeitragsgrundlage bei kleiner Option für Nebentätigkeiten 713,77 Euro Mag. Wolfgang Dobritzhofer Ref. Soziales Tel. 05 0259 27302 wolfgang.dobritzhofer@lk-noe.at


OktOber_2013

Betrieb einer gewerblichen Biomasseanlage Wird die Anlage zur Erzeugung und Lieferung von Wärme im Rahmen eines Gewerbebetriebes geführt, so entsteht Beitragspflicht nach dem Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz (GSVG). Beitragssätze und Beitragsgrundlagen, Werte 2013 Beitragssätze: PV 18,50%, KV 7,65%, UV 8,48 Euro (monatlicher pauschaler Beitrag für AUVA) Mindest- und Höchstbeitragsgrundlage: Mindestbeitragsgrundlage PV 673,17 Euro Mindestbeitragsgrundlage KV 689,81 Euro Höchsbeitragsgrundlage PV, KV 5.180 Euro Bei Mehrfachversicherung ist grundsätzlich die Höchstbeitragsgrundlage zu beachten.

Es ist zu unterscheiden, ob die Wärmeerzeugung im Rahmen eines landwirtschaftlichen Nebengewerbes oder im Rahmen eines echten Gewerbebetriebes erfolgt Foto: LK NÖ/Pöchlauer-Kozel

Rechtliche Bestimmungen

Was ist arbeitsrechtlich zu beachten?

Bei Fragen des Arbeitsrechtes ist zunächst entscheidend, ob Leistungen selbstständig oder unselbstständig erbracht werden. Außerdem muss man unterscheiden, ob man die Anlage im Rahmen einer bäuerlichen Nebentätigkeit, oder in Form eines Gewerbebetriebes führt.

traggebers, Weisungsgebundenheit bezüglich Arbeitszeit, Arbeitsort und arbeitsbezogenem Verhalten sowie das Vorliegen eines Dauerschuldverhältnisses.

Betrieb im Rahmen eines bäuerlichen Nebengewerbes

Ist ein Dienstverhältnis gegeben, so unterliegt dieses arbeitsrechtlich den Bestimmungen des Landarbeitsgesetzes beziehungsweise den jeweiligen Landarbeitsordnungen der Länder. Vor Arbeitsantritt hat eine Meldung bei der Gebietskrankenkasse zu erfolgen. Sobald die gültige tägliche beziehungsweise monatliche Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird, gilt Vollversicherungspfl icht nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG). Die tägliche Geringfügigkeitsgrenze beträgt derzeit 29,70 Euro, die monatliche Geringfügigkeitsgrenze beträgt 386,80 Euro (Werte 2013).

Familieneigene Arbeitskräfte Kinder, Enkel, Wahl-, Stiefund Schwiegerkinder von Personen, die einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb auf eigene Rechnung und Gefahr führen, unterliegen bei hauptberufl icher Beschäftigung in diesem Betrieb der Pfl ichtversicherung nach dem Bauernsozialversicherungsgesetz (BSVG). Für den Betriebsführer selbst und seine Familienangehörigen (Ehegatte/Ehegattin, Kinder, Enkel, Wahl-, Stief- und Schwiegerkinder, Eltern und Schwiegereltern, Geschwister des Betriebsführers), besteht Unfallversicherungsschutz bei der SVB. Fremdarbeitskräfte Hier ist zu unterscheiden, ob die Arbeitsleistung selbstständig oder in Form eines Dienstverhältnisses erbracht wird. Die Abgrenzungskriterien können hier nur angerissen werden. Für ein Dienstverhältnis typisch sind die Eingliederung in den Betrieb des Auftraggebers, das Arbeiten mit Betriebsmitteln des Auf-

Erfolgt eine selbstständige Arbeitsleistung von benachbarten Land- und Forstwirten, wird dies zu einer zusätzlichen Beitragspfl icht bei der SVB führen.

Arbeitnehmerschutz und Aufzeichnungen Die Mindestlohnvorschriften und die einschlägigen Vorschriften über den Arbeitnehmerschutz sind zu beachten. Außerdem muss der Dienstgeber Arbeitszeitaufzeichnungen führen. Die Sozialversicherungsbeiträge betragen insgesamt 39,15 Prozent des Bruttolohnes, exklusive 1,53 Prozent Beitrag zur betrieb-

lichen Vorsorgekasse. Davon entfallen 17,87 Prozent auf den Dienstnehmer und 21,28 Prozent auf den Dienstgeber. Ab einer gewissen Höhe der Summe der Bruttoentgelte werden auch Kommunalsteuer und ein Beitrag an den Familienlastenausgleichsfonds fällig. Mag. Wolfgang Dobritzhofer Ref. Soziales Tel. 05 0259 27302 wolfgang.dobritzhofer@lk-noe.at

Gewerbliche Betriebsanlage Der Einsatz von familieneigenen Arbeitskräften – sofern er nicht außerhalb von Dienstverhältnissen erfolgt – ist stets bei der Gebietskrankenkasse nach dem ASVG zu melden. Auch selbstständige Dienstleistungen eines Landwirtes für einen anderen Landwirt kommen nicht im Rahmen einer landwirtschaftlichen Nebentätigkeit in Betracht – ein Gewerbeschein wäre notwendig. Kollektivvertragsrechtlich gilt für Angestellte in solchen Anlagen der Kollektivvertrag der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen. In Bezug auf die Arbeiter der genannten Unternehmen wird auf den Kollektivvertrag für die Metallindustrie verwiesen. Entsprechende Auskünfte erteilt der Fachverband „Gas- und Wärme“ der jeweiligen Wirtschaftskammern. 19


Die landwirtschaft

holz gewinnt im ofen

Die 33.000 Euro Steuergrenze

Nahwärmeerzeugung

Was sieht die Gewerbeordnung vor? Die Energieerzeugung durch Landwirte in Form von Verbrennen von Hackgut ist in der Gewerbeordnung als landwirtschaftliches Nebengewerbe geregelt. Unter den Begriff „Nebengewerbe“ versteht man Tätigkeiten, die nur dann als Nebengewerbe der Land- und Forstwirtschaft ausgeübt werden dürfen, wenn sie folgende Begriffsmerkmale erfüllen: eine organisatorisch mit der Land- und Forstwirtschaft eng verbundene Erscheinungsform und eine Unterordnung der nebengewerblichen Tätigkeit gegenüber der Landund Forstwirtschaft, also der land- und forstwirtschaftlichen Haupttätigkeit. Daher ist zu prüfen, ob die Energieerzeugung wirtschaftlich untergeordnet ist im Verhältnis zu seiner land- und forstwirtschaftlichen Haupttätigkeit, etwa Forstwirtschaft. Laut Verwaltungsgerichtshof ist in jedem Einzelfall auf alle wirtschaftlichen Merkmale, insbesondere auf das Ausmaß der Wertschöpfung, auf die Höhe des Ertrages, der Kosten und den Aufwand an Arbeitskräften und Arbeitszeit Bedacht zu nehmen.

Geringfügigkeit Ein landwirtschaftliches Nebengewerbe muss gegenüber der landwirtschaftlichen Hauptproduktion geringfügig sein. Ein exakter Prozentsatz, ab dessen Überschreitung nicht mehr von Geringfügigkeit gesprochen werden kann, kann weder dem Gesetz noch der Judikatur entnommen werden. Die Erzeugung und Lieferung von Wärme aus Biomasse ist in der Gewerbeordnung geregelt. Darunter versteht der Gesetzgeber den Betrieb von Anlagen zur Erzeugung und Lieferung von Wärme aus Biomasse mit einer maximalen Brennstoffwärmeleistung bis einschließlich vier Megawatt, durch natürliche Personen, Gesellschaften bürgerlichen Rechts 20

Ein landwirtschaftliches Nebengewerbe muss gegenüber der landwirtschaftlichen Hauptproduktion geringfügig sein. Foto: agrarfoto.com

oder land- und forstwirtschaftlichen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften. Eine solche Anlage ist rechtlich nur zulässig, wenn in dem betreffenden Versorgungsgebiet zum Zeitpunkt des Einlangens des Ansuchens keine leitungsgebundenen Energieträger, ausgenommen elektrischer Energie, vorhanden sind. Durch eine Verordnung des Landeshauptmannes kann von diesem Erfordernis in bestimmten örtlich begrenzten Gebieten Abstand genommen werden. Für das Nebengewerbe der Energieerzeugung muss möglicherweise eine Betriebsanlagengenehmigung nach der Gewerbeordnung eingeholt werden. Unter der Voraussetzung, dass der Kapitaleinsatz für das Nebengewerbe der Energieerzeugung im Vergleich zum Kapitaleinsatz im Rahmen der land- und forstwirtschaftlichen Haupttätigkeit unverhältnismäßig hoch ist, muss man zwingend um eine solche Betriebsanlagengenehmigung ansuchen. Mag. Michael Maschl LL.M. Ref. Recht Tel. 05 0259 27103 michael.maschl@lk-noe.at

Verkaufen pauschalierte Landwirte Wärme, die sie aus hauptsächlich eigenen Rohstoffen erzeugt haben, kommt die Regelungen für Nebenbetriebe zur Anwendung. Eine Zurechnung zur Land- und Forstwirtschaft erfolgt nur, wenn eine wirtschaftliche Unterordnung vorliegt. Der Nachweis der Unterordnung kann entfallen, wenn die Einnahmen aus dem Nebenerwerb, Be- und Verarbeitung einschließlich Wärmeverkauf insgesamt 33.000 Euro inklusive Umsatzsteuer nicht übersteigen und die land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundfläche mindestens fünf Hektar oder die weinbaulich- oder gärtnerisch genutzte Grundfläche mindestens einen Hektar beträgt. Bei der Ermittlung der 33.000 Euro Grenze sind Einnahmen aus Buschenschank, Privatzimmervermietung und bäuerlicher Nachbarschaftshilfe auf ÖKL-Selbstkostenbasis nicht zu berücksichtigen. Unterhalb der 33.000 Euro Grenze kann der Gewinn aus dem Wärmeverkauf pauschal ermittelt werden, indem von den Bruttoeinnahmen 70 Prozent Betriebsausgaben abgezogen werden. Umsatzsteuerlich fallen die Einnahmen unter die Umsatzsteuerpauschalierung, sofern der Betrieb pauschaliert ist. Der Landwirt kann bei Lieferung an Private zehn Prozent, bei Lieferung an Unternehmer für deren Unternehmen 12 Prozent Umsatzsteuer in Rechnung stellen und behalten. Für diese Investitionen steht kein Vorsteuerabzug zu. Soll die Vorsteuer verrechnet werden, kann zur Regelbesteuerung für den gesamten Betrieb optiert werden, wenn dies wirtschaftlich sinnvoll ist. Oder man löst den Heizbetrieb aus dem landwirtschaftlichen Betrieb heraus und betreibt ihn als eigenständiges Unternehmen unter einer anderen Unternehmeridentität. Hier sind die am besten geeignete Rechtsform, förderungstechnische sowie gewerbe-, sozialversicherungs- und steuerrechtliche Auswirkungen zu beachten.

Gewerbe bei mehr als 33.000 Euro Bei Überschreiten der 33.000 Euro Grenze, ist der Wärmeverkauf den Einkünften aus Gewerbebetrieb zuzurechnen, weshalb keine pauschalen Betriebsausgaben zustehen. Der Gewinn ist grundsätzlich durch Einnahmen/Ausgaben-Rechnung zu ermitteln. Liegen Einkünfte aus Gewerbebetrieb vor, unterliegt der Heizbetrieb auch nicht mehr der Umsatzsteuerpauschalierung. Umsatzsteuer und Vorsteuer sind zu verrechnen. Dr. Rainer Gehringer, Ref. Steuer, Tel. 05 0259 27202


Die landwirtschaft schwerpunkt oktober 2013