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Neues Projekt der SVB

Genusskrone SEITE III

Die Sieger 2012

SEITE VI

Ö S T E R R E I C H

FA C H I N F O R M AT I O N D E R L A N D W I RT S C H A F T S K A M M E R N

ÖSTER R EIC H-AUSGAB E 1. AUGUST | JAH RGANG 2012

JOSEF SIFFERT, GÜNTHER ROHRER, LK ÖSTERREICH

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m Osten und Nordosten Österreichs, also im GetreideHauptanbaugebiet, herrschten zwischen Herbst 2011 und Frühjahr 2012 außerordentlich trockene Bedingungen. Auch die „sibirische Kälteperiode“ mit Temperaturen bis minus 25 °C im Februar führte in manchen Regionen zum Erfrieren von Wintergetreide. Aber auch Spätfröste setzten heuer dem österreichischen Ackerbau zu. Die Gesamt-Getreideernte wird daher geringer. Auslöser für das Minus ist eine äußerst schwache Ernte im Osten und Nordosten Österreichs. Der dortige Verlust von fast 50 Prozent der Ernte kann durch Normalernten im Westen Niederösterreichs, in Oberösterreich und anderen Getreideanbaugebieten nur zum Teil ausgeglichen werden. Insgesamt werden heuer im Sommer nur ca. 80 Prozent der Vorjahresernte eingebracht werden können. Die Erntepressefahrt der Landwirtschaftskammer und der RWA nahm Gerhard Wlod-

Trockenheit und Frost bringen geringere Getreideernte 2012 Für betroffene Betriebe sind heuer Betriebsprämie und Hagelversicherung überlebensnotwendig

FOTO: MICHAL

kowski, Präsident der LK Österreich, zum Anlass, um auf aktuelle Verhandlungen über die GAP-Reform hinzuweisen: „Ein Ziel der Reform der EUAgrarpolitik sei es, so der Agrarkommissar, Europas Landwirtschaft ‚grüner’ zu machen. Der Weg dahin soll demnach

Vermarktungs-Vielfalt Heuer findet das Jahr der Genossenschaften statt. Genossenschaftliche Organisationen wie die Lagerhäuser stellen einen Eckpfeiler unserer Wirtschaft und Gesellschaft dar. Das gilt insbesondere für die Landwirtschaft. Unser Ziel ist es, mit einem breiten Portfolio an Vermarktungsmodellen für den Landwirt das jeweils beste Ergebnis zu

über das ‚greening’ der GAP beschritten werden. Dabei wären jedoch 7 % der Flächen aus der Produktion zu nehmen, was angesichts weltweit steigender Nachfrage nach Lebensmitteln abgelehnt wird. Darüber hinaus hat Österreich mit seinem Umweltprogramm

enorme Vorleistungen erbracht und bereits heute das erreicht, was die Reform erst bringen soll. Daher dürfen die neuen Regeln nicht das Vorbild Österreich bestrafen, sondern die Leistungen der heimischen Bauern müssen als ‚greening’ anerkannt werden. Die LK Ös-

HANNES LANG

sem sorgen in schlechten erreichen. Das ist besonRWA-AUFSICHTSRATSVORSITZENDER Jahren Absicherungstechders in Zeiten wichtig, in niken dafür, das Preisridenen wir mit schlechten siko möglichst gering zu Ernteaussichten konfronhalten. In guten Jahren ist tiert sind. Dabei ist uns es hingegen das Ziel der allen klar, dass es das Ei RWA- und Lagerhaus-Vermarktung, die des Columbus für die Vermarktung nicht guten Preise an die Bauern weiterzugegibt. Jeder Landwirt kann nur das jeweils ben. Der Landwirt erzielt damit in jedem für ihn beste Vermarktungsmodell wähFall eine gute durchschnittliche Verlen. Ein typisch genossenschaftliches marktung, ohne viel Risiko einzugehen. Modell ist die Poolvermarktung. Bei die-

Kommentar


BAUERNJOURNAL AGRARPOLITIK

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1. AUGUST 2012

Generalanwalt

Rothensteiner folgt Konrad Die Generalversammlung des Österreichischen Raiffeisenverbandes hat Generaldirektor Walter Rothensteiner einstimmig zum neuen Generalanwalt gewählt. Rothensteiner tritt damit die Nachfolge von Christian Konrad an, der sich nach 18 Jahren aus dieser Funktion zurückzieht. „Der Raiffeisenverband ist ein starker freiwilliger Verbund, der sich auch in diesen herausfordernden Zeiten der Verantwortung für Österreich stellt“, so der scheidende Generalanwalt Christian Konrad. „Diese Verantwortung nach innen und nach außen immer wieder bewusst zu machen und wahrzunehmen, das sehe ich bei Walter Rothensteiner in guten Händen.“

„Raiffeisen hat in Österreich große Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft. Unsere Unternehmen sind mit rund 60.000 Arbeitsplätzen Österreichs größter privater Arbeitgeber. Viele dieser Arbeitsplätze befinden sich in Regionen, in denen es an hochwertigen Arbeitsmöglichkeiten mangelt“, unterstrich der neue Generalanwalt Rothensteiner in seiner Antrittsrede. Das Spektrum der Raiffeisen-Unternehmen reicht von Finanzdienstleistern über den Agrar- und Warenbereich bis hin zu Industriebetrieben. Raiffeisen sei heute mehr denn je ein stabiler und berechenbarer Faktor in der österreichischen Wirtschaft. Rothensteiner: „Wir wissen, woher wir kommen, haben klare Ziele und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Dabei wollen wir Nutzen für die Gesellschaft stiften, aus deren Mitte wir kommen.“

terreich verlangt daher, dass wie bei den Biobauern die Teilnahme am Agrarumweltprogramm per Definition als Erfüllung der ‚greening’-Vorschriften gilt. Diese Forderung Österreichs, die bereits auf einige Zustimmung in Brüssel gestoßen ist, muss voll und ganz erfüllt werden.“

Bauern in der Not nicht alleine „Ob die Ernte einen Wert hat, hängt von Preis und Ertrag ab. Beides ist riskant. Heuer zeigt sich, dass für Bauern, deren Ernte von Witterungsschäden betroffen ist, Betriebsprämie und Hagelversicherung überlebensnotwendig sind“, betonte Hermann Schultes, Präsident der LK Niederösterreich. Er ergänzt: „Damit ist klar, was wir für die nächste GAP-Periode verteidigen und ausbauen müssen.“ Schultes weiter: „Die Landeshilfe und der Sonderkredit von Raiffeisen zeigen den Bauern, dass sie in der Not nicht allein sind. Wir brauchen aber verlässliche Risikobegrenzungsmodelle für die Zukunft.“ Mit ihm einer Meinung zeigt sich Andreas Leidwein, Vorsitzender des Pflanzenbauausschusses der LK Niederösterreich, wenn er an die Verantwortlichen der Raiffeisenlagerhäuser appelliert, bei der Anzahlung der heurigen Ernte mutiger und großzügiger zu sein: „Wer rasch hilft, hilft doppelt.“

Risiko braucht einen angemessenen Ausgleich „Als Landwirt arbeitet man mit und in der freien Natur. Da gibt es keine Garantie für einen optimalen Produktionsverlauf, sondern man muss mit den Wetterrisiken gekonnt umgehen. Nichtsdestotrotz bedeutet weniger Ernte weniger Einkommen für die Bäuerinnen und Bauern und letztendlich auch, dass weniger Rohstoffe für die Lebensmittelversorgung zur Verfügung stehen. Um diese ständige Mengen- und Preis-

Machten sich selbst ein Bild von der heurigen Ernte: von links Franz Windisch, Präsident LK Wien, Franz Stefan Hautzinger, Präsident LK Burgenland und AMA-Verwaltungsratsvorsitzender, Bezirkskammerobmann Manfred Zörnpfenning, Hermann Schultes, Präsident LK Niederösterreich, Gerhard Wlodkowski, Präsident LK Österreich, Andreas Leidwein, Vorsitzender des Pflanzenbauausschusses der LK Niederösterreich und Hannes Lang, Aufsichtsratsvorsitzender der RWA. FOTOS: MICHAL

volatilität bei Ackerkulturen abzufedern, ist eine Verankerung von angemessenen Ausgleichszahlungen für die Hauptproduktionsgebiete Österreichs in der GAP 2014 bis 2020 mehr denn je erforderlich“, erklärt Franz Windisch, Präsident der LK Wien.

Betriebsprämien: Spielräume der EU nutzen „Die Landwirtschaft in Österreich steht derzeit vor der Umstellung des bisherigen Betriebsprämienmodells in ein Regionalmodell. Die ersten Ernteergebnisse 2012, nach denen wir uns im Burgenland auf einen Ertragsrückgang von bis zu 20 Prozent einstellen müssen, verstärken die Ansicht, dass diese Modell-Umstellung unter Berücksichtigung solcher Gegebenheiten erfolgen muss“, erklärte Franz Stefan Hautzinger, Präsident der LK Burgenland und AMA-Verwaltungsratsvorsitzender. Weiter: „Wir müssen Spielräume der EU etwa in der Unterscheidung von Intensitätsgrenzen nutzen und lange Übergangsfristen für die Betriebe ermöglichen.“

Hannes Lang, Aufsichtsratsvorsitzender RWA Raiffeisen Ware Austria AG, informierte über die vielfältigen Vermarktungsmöglichkeiten, die die RWA den Bauern anbietet (siehe Kommentar Seite I) und stellte auch die Bio Getreide Austria kurz vor: Seit vergangenem Jahr ist die RWA über ihre Tochter BGA Bio Getreide Austria GmbH auch in der Vermarktung von Bio-Getreide tätig. Diese hatte 2011 ein erfreulich gutes Jahr, so Lang: „Die BGA erzielte ein respektables Aufkommen und konnte mit dem Poolsystem gute Erträge für die Biobauern erzielen. Dank der guten Vermarktungserfolge sind im Vorjahr keine Lagerbestände übriggeblieben. Dadurch bietet die BGA für die neue Ernte durch die Bank saubere Träger und beste Lagermöglichkeiten. Für die Kontrahierung 2012 freut sie sich über regen Zuspruch der Landwirte, wenngleich sich bereits jetzt gegenüber 2011 Ertragseinbußen abzeichnen. Ziel der BGA ist in jedem Fall wieder eine professionelle Vermarktung der ihr anvertrauten Bioernte, wobei aufgrund der kleineren Erntemenge mit besseren Qualitäten gerechnet werden kann.“


BAUERNJOURNAL SICHERHEIT 1 . AU G U ST 2 0 1 2

III

F IT 4 L I F E: SVB DU RC H L E U C HTE T L E B E N S G EWO H N H EITEN VON KI N DER N U N D J UGEN DLIC H EN

Kinder sind unsere wertvollsten Schätze Unfallprävention beginnt bei den Kindern. Wer früh lernt, Gefahren zu erkennen, lebt auch im Alter sicherer. Die Aktion „Fit4Life“ der SVB sorgt dafür, dass Kinder und Jugendliche in einer sicheren Umgebung aufwachsen. Im Rahmen der Präventionsaktivitäten der Sozialversicherungsanstalt der Bauern hat die Kindersicherheit einen überaus großen Stellenwert. Die SVB rief daher die Aktion „Fit4Life“ ins Leben. Warum? Kinder und Jugendliche, die in einer sicheren Umgebung mit sicheren Gewohnheiten aufwachsen, behalten diese sicheren Gewohnheiten auch als Erwachsene bei. Um Synergieeffekte zu nutzen, wurde 2011 erstmals eine gemeinsame Schwerpunktaktion zwischen der Sicherheitsberatung und der Gesundheitsförderung gestartet. Die Aktion ist bis 2014 geplant. Es sollen bestehende Aktivitäten optimiert und auf Basis einer Studie über bäuerliche Kinder und Jugendliche attraktive Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Si-

Fit4Life zeigt, wo Gefahrenquellen am Bauernhof lauern.

cherheit und Gesundheit der bäuerlichen Familien geplant werden.

Ergebnisse der Studie Welche Ergebnisse hat die SVB-Studie ans Licht gebracht: Die Studie hat gezeigt, dass sich Kinder und Jugendliche aus bäuerlichen Haushalten in vielen Punkten gesundheitlich in einer besseren Situation befinden als andere Kinder und Jugendliche. Bäuerliche Kinder und Jugendliche sind nicht nur deutlich ernährungsbewusster als andere Gleichaltrige, sondern haben auch eine viel höhere Ernährungsqualität, sie essen also gesünder und vielseitiger.

Prävention ist eine ganz wichtige Aufgabe So bewertet die SVB-Obmann-Stellvertreterin Theresia Meier, sie ist Vizepräsidentin der LK Niederösterreich, die Aktion „Fit4Life“: „Prävention ist für die SVB eine ganz wichtige Aufgabe, der sie im Besonderen durch ein auf die Bedürfnisse des Berufsstandes ausgerichtetes Programm nachkommt. Daher ist es auch wichtig, diese Angebote regelmäßig zu evaluieren und neu auszurichten. Ein besonderes Augenmerk kommt den Kindern und Jugendlichen als künftige Hofübernehmer zu. Die vorliegende Studie bietet nun Ergebnisse, an denen wir unsere Arbeit in Hinkunft ausrichten können.“

Bei Bauernjugendlichen liegen sowohl die Bewegungsintensität als auch Bewegungshäufigkeit im Vergleich zu anderen Jugendlichen deutlich höher. Dazu passend wird weniger Zeit vor dem Fernseher und dem Computer verbracht. Zwei von fünf Jugendlichen sind körperlich sehr aktiv, viele betreiben fast täglich Sport, auch in Sportvereinen. Im Vergleich zur Ernährung liegen bei der Bewegungsfreudigkeit die Burschen deutlich voran. Weiters haben sie weniger Unfälle als in der gleichaltrigen Durchschnittsbevölkerung und in der Folge ein höheres seelisches Wohlbefinden und eine höhere Lebenszufriedenheit. Problembereiche sind allerdings der Alkoholkonsum sowie das nach objektiven und auch subjektiven Kriterien bewertete höhere Körpergewicht.

Was wird noch gemacht? Bereits seit 1998 erfolgt bei der Geburt eines Bauernkindes eine Sicherheitsberatung für Haushalt und Betrieb. Die Eltern erhalten umfangreiche Infomaterialien (Broschüren, Checklisten, Bezugsquellen etc.). Wei-

ters werden Kindersicherheitsartikel vorgezeigt (z. B. Steckdosenschutz, Fenstersicherung, Schubladenstopp usw.). Von der Gesundheitsförderung werden Vorträge in ländlichen Volksschulen gehalten. Dabei werden die Schüler kindergerecht, beispielsweise mit dem Film „Moritz auf Sicherheitstour“, angesprochen. Auch in allen landwirtschaftlichen Schulen ist die Sicherheitsberatung zur Thematik „Arbeitssicherheit“ präsent. So gibt es die Verhaltens- und Verhältnisprävention zu den Bereichen „Rauchfreie Schule“, „Gesunde Wirbelsäule“, „UKK Walkingtest“ mit Beachtung der Rahmenbedingungen (z. B. Buffetund Schulessen, Schul-, Jugendkultur …) SVB-Gesundheitsaktionen Im Rahmen der Sekundärprävention werden von der SVB folgende medizinische bzw. therapeutische Gesundheitsmaßnahmen speziell für Kinder und Jugendliche angeboten: ■ Meeresklimatische Aufenthalte bei Atemwegsund Hauterkrankungen ■ Aufenthalte mit orthopädischem Schwerpunkt ■ Heilpädagogische Aufenthalte mit logopädischer Behandlung und Legastheniebetreuung ■ Fit-ins-Leben-Aufenthalt (für übergewichtige Kinder und Jugendliche) ■ Gesundheitsmaßnahme „Junge Familie“ – Ziel ist eine Hilfestellung für Mütter mit Kleinkindern in akuten Belastungssituationen, deren seelische und körperliche Gesundheit durch eine aktive Erholung langfristig verbessert werden soll


Bauernjournal    direktvermarktung

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1. AUGUST 2012

GenussKrone 2012/2013 : höchste auszeichnunG für die besten reGionalen lebensmittel

Die Sieger der begehrten Trophäe Ende Juni wurden 25  Direktvermarkter mit der  GenussKrone 2012/2013  ausgezeichnet. Auf  diesen Erfolg können die  Preisträger besonders  stolz sein, stellt die  GenussKrone doch die  höchste Auszeichnung  für regionale  Spezialitäten dar. Desirée Bruhin, AgrAr.projekt.verein

Im Wettstreit um die begehrte Siegertrophäe nahmen 130 Finalisten aus acht Bundesländern teil. Die 25 Siegerinnen und Sieger der GenussKrone 2012/2013 haben sich die Auszeichnung wirklich verdient. Alle eingereichten Produkte zeichneten sich durch die große Sorgfalt der Auswahl der Rohstoffe und Verarbeitung sowie die Produktion im Einklang mit der Natur aus. Die Siegerprodukte überzeugten die geschulten Gaumen der Jury mit ihrer einzigartigen Geschmacks- und Aromavielfalt. Die GenussKrone Österreich wird jedes zweite Jahr vom Agrar.Projekt.Verein an die

Die begehrte Siegertrophäe: 130 Finalisten aus acht Bundesländern hatten sich am Wettstreit um die begehrte Siegertrophäe beteiligt. 25 Direktvermarkter wurden letztendlich mit der GenussKrone 2012/2013 geehrt. FoToS: AGrAr.ProjekT.Verein/FoToProFiS lechner

Besten der Besten in den Kategorien Brot, Käse, Obstprodukte, Rohpökelwaren und Fisch verliehen. Nur Direktvermarkter, die auf Landesebene für ihre Produkte bereits prämiert wurden, qualifizierten sich für den bundesweiten Wettbewerb. Allen nominierten Produkten ist gemeinsam, dass die Rohstoffe aus Österreich stammen und hier verarbeitet wurden. Klar definierte Kriterien garantieren die regionale Herkunft und die hohe Qualität dieser bäuerlichen Spezialitäten. Die eingereichten Produkte wurden von einer Fachjury einer normierten sensorischen Bewertung unterzogen. Die Fak-

LK-Präsident Gerhard Wlodkowski: „In unserem Land erzeugen bäuerliche Direktvermarkter täglich regionale Spezialitäten in konstant hervorragender Qualität. Sie tragen damit wesentlich zum Erhalt von landwirtschaftlichen Betrieben bei.“

toren Geruch und Geschmack, die auch den Konsumenten beim Einkauf beeinflussen, wurden dabei am stärksten gewichtet. Das strenge Prüfverfahren garantiert, dass nur die Besten mit der GenussKrone Österreich ausgezeichnet werden. Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, dazu: „Prämierungen sind ein Ansporn für Lebensmittelproduzenten, die Produktqualität zu steigern und innovative Produkte zu vermarkten. Die 130 GenussKrone-Finalisten waren der beste Beweis für die hohe Qualität bäuerlicher Produkte und eine gelungene Direktvermarktung. Der direkte Kontakt der Kon-

sumenten zu den Erzeugern stärkt die Sicherheit und das Vertrauen in bäuerliche Lebensmittel.“ Im Rahmen einer feierlichen Gala in Velden überreichte Gerhard Wlodkowski die GenussKrone an die 25 Sieger der einzelnen Kategorien. Zwei Jahre lang können sich die Sieger mit der Auszeichnung schmücken und ihre Produkte mit der GenussKrone versehen. Die GenussKrone wird in Kooperation mit den Landwirtschaftskammern und der Initiative Genuss Region Österreich mit Unterstützung von Bund, Ländern und EU und der AMA Marketing GmbH. durchgeführt.

GenussKrone-Gala: Im Casineum in Velden, Kärnten, wurde die höchste Auszeichnung für regionale Lebensmittel verliehen. Diese 25 Direktvermarkter zählen somit zu den besten regionalen Lebensmittelproduzenten Österreichs.


Bauernjournal    direktvermarktung 1 . AU G U ST 2 0 1 2

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www.genusskrone.at

Die GenussKrone  im Überblick Die GenussKrone steht für: bäuerliche Direktvermarkter, die mit ihren qualitätsvollen Produkten die Heimat genussvoll erlebbar machen. Die Kategorien: Fünf Hauptkategorien: Brot, Käse, Obstprodukte, Rohpökelwaren, Fisch mit 25 Unterkategorien.

Die Sieger der Kategorie Käse: Im Bild von links: Martin Rogenhofer (Juryleiter), LK-Präsident Johann Mößler, Sennerei Huban, Familie Steger (Jaidbachalm), Ulrike und Reinhold Hopfgartner, Birgit und Sepp Mosser, Ingrid und Franz Sonnberger, Familie Stöbich (Biokäserei St. Leonhard), Vizepräsident Karl Grabmayr.

Wie viele Betriebe haben insgesamt mitgemacht? 130 Betriebe mit 139 Produkten aus acht Bundesländern. Dabei sind 25 GenussKroneSieger hervorgegangen. Die Juryleiter: Brot: Johann Kapplmüller, HTL für Lebensmitteltechnologie Wels; Fisch: Franz Siegfried Wagner, Technisches Büro für Lebensmittel und Biotechnologie; Käse: Martin Rogenhofer, Lebensmitteltechnologisches Zentrum – FranciscoJosephinum; Obst: Wolfgang Lukas, Landesobstbauverband Niederösterreich; Rohpökelwaren: Wolfgang Wernert, Fleisch-Technologiezentrum Hollabrunn. Die Projektträger/Kooperationspartner: Agrar.Projekt.Verein, Gutes vom Bauernhof, Genuss Region Österreich, Landwirtschaftskammer Österreich, AMA – Marketing GmbH.

Die Sieger der Kategorie Rohpökelwaren: Im Bild von links: Casino-Direktor Othmar Resch, Familie Zapfel, Metzgerei Natter, Familie Mitteregger, Familie Skraben, Familie Sturbmayr, Franz Grasmann, RLB-Vorstandsdirektor Gert Spanz, Wolfgang Wernert (Juryleiter).

Die Sieger der Kategorie Obstprodukte: Im Bild von links: Monika und Johannes Zarl, Familie Adelsberger, Obfrau Genuss Region Österreich Margareta Reichsthaler, Siegfried Quendler (Obst- und Weinbauzentrum St. Andrä), Familie Hirmann, Familie Reindl, Obstveredelung Haas, Anton und Theresia Haspl (Mostgut Kuchlbauer), Familie Nikles, Anton Heritzer (Projektleiter GenussKrone und Obmann der Direktvermarkter), Familie Sonnberger (Kategorie Käse).

Die Sieger der Kategorie Brot: Im Bild von links: Friederike Parz, LK Kärnten, Stephan Mikinovic (AMA Marketing GmbH), Familie Fuchshuber, Alois Grabner (Lebensministerium), Familie Riedlbauer, Familie Ratheiser (Bio-Sonnenhof).

Die Sieger der Kategorie Fisch: Im Bild von links: Kärntens Agrar-Landesrat Achill Rumpold, LK-Präsident Gerhard Wlodkowski, Familie Hofbauer, Forellenzucht Schröcker, Gerhard Marzi (Forellenhof Marzi), Fischmeister Helfried Reimoser.


Bauernjournal    Beratung

VI

1. august 2012

BauernJournal Information der Landwirtschaftskammern

Redaktionsleitung: Chefredakteur Dr. Josef Siffert Landwirtschaftskammer Österreich, Sitz in Wien, Bundesangelegenheiten und Verbindung zum Agrarnet Telefon: 01/53441­8521 E­Mail: j.siffert@lk­oe.at Chefredakteur Ing. Wolfgang Dürn­ berger, Bakk.Komm, „Salzburger Bauer“, Sitz in Salzburg, Leiter der Koordination und Produktion

Besucht wurden auch der Frischehof Robier und der Betrieb Hofer, auf dem Käferbohnen hergestellt werden.

eu Ropäisc h e ag R aR b e R ate R tagte n i n deR stei eR m aR K

Berater: Mehr Innovationen Ende Juni erörterten  mehr als 300  Agrarberaterinnen  und -berater aus der  EU in der Steiermark  die zukünftigen  Herausforderungen der  Landwirte und zogen  Rückschlüsse auf ihre  Beratungsarbeit.  RosemaRie Wilhelm, lK steieRmaRK

Produktion: Telefon: 0662/870571­230, E­Mail: presse@lk­salzburg.at Redaktionsteam: Dipl.­Ing. Ulrike Raser, Landwirtschaftskammer Niederösterreich Mag. Karin Windpessl, Landwirtschaftskammer Oberösterreich Mag. Rosemarie Wilhelm, Landwirtschaftskammer Steiermark Matthias Leitgeb, Landwirtschaftskammer Burgenland Dipl.­Ing. Rudolf Fritzer, Landwirtschaftskammer Kärnten Ing. Wolfgang Dürnberger, Bakk.Komm, Landwirtschaftskammer Salzburg Bernhard Ammann, Landwirtschafts­ kammer Vorarlberg Mag. Anita Scheibmayr, Landwirt­ schaftskammer Tirol BA Barbara Müllner, Landwirtschaftskammer Wien Ludmilla Herzog, MAS, Landwirt­ schaftskammer Österreich Fachredaktion: Chefredakteur Ing. Wolfgang Dürnber­ ger, Bakk.Komm., Adelheid Widmoser

Interessiert zeigten sich die Berater an der Holunderproduktion.

Medieninhaber, Herausgeber: Landwirtschaftskammer Östereich, Schauflergasse 6, 1014 Wien „Die Landwirtschaft“, Wiener Str. 64, 3100 St. Pölten

Das Motto des Arbeitstreffens lautete „Landwirtschaft 2020 – Einkommen, Marktanforde­ rungen und Lebensqualität in Einklang bringen“. Gene­ ralsekretär Reinhard Mang vom Landwirtschaftsminis­ terium stellte den Teilneh­ mern das Projekt „Unterneh­ men Landwirtschaft 2020“ des Landwirtschaftsministers vor. Mang: „Die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte, die Sicherstellung der Produktion von gesun­ den und sicheren Lebensmit­ teln und der Umwelt­ und Kli­ maschutz sind Eckpfeiler.“ In diesem Zusammenhang wur­ den acht Projektgruppen vom Landwirtschaftsministerium eingerichtet, um diese Ziele in der österreichischen Land­ wirtschaft umzusetzen. Weiters wurden die Agrarbe­ rater motiviert, Innovationen

auf landwirtschaftlichen Be­ trieben zu fördern. „Kreativi­ tät und Innovation sind Pro­ zesse, die Zeit, Geduld und Partner brauchen. Für die Weiterentwicklung der Be­ triebe ist es vor allem wichtig, sich mit seinem Umfeld zu vernetzen und Partner mit ins Boot zu holen, die vermeint­ lich mit der eigenen Sparte gar nichts zu tun haben“, mo­ tivierte Gastreferent Hans Ler­ cher, Studiengangsleiter Inno­ vationsmanagement des Cam­ pus02.

Die Vielfalt steirischer Betriebe Beeindruckt zeigten sich die europäischen Agrarberater von den landwirtschaftlichen Betrieben in der Steiermark. Besucht wurden beispiels­ weise Bauernhöfe mit Kren­,

Käferbohnen­ und Gemüse­ produktion. Weiters Rinder­ halter, Kernöl­ und Holun­ derproduzenten. Auch das heiße Eisen „Raumordnung und Stallbau“ sowie die har­ ten Auflagen in den Wasser­ schutz­ und Schongebieten wurden bei Exkursionen auf­ gezeigt. „Hut ab vor den steirischen Bäuerinnen und Bauern. Sie schaffen es, mit relativ klei­ nen Betrieben Nischenpro­ dukte und erstklassige Le­ bensmittel herzustellen und können so ihre Höfe erhalten. Ich würde mir wünschen, dass auch in meiner Region die Bäuerinnen und Bauern sowie deren Kooperations­ partner in gleichem Maße zu ihren Produkten stehen und diese wertschätzen“, betonte ein Agrarberater aus Deutsch­ land.

„Der Bauer“, Auf der Gugl 3, 4021 Linz „Landwirtschaftliche Mitteilungen“, Hamerlinggasse 3, 8011 Graz „Mitteilungsblatt der Landwirtschafts­ kammer Burgenland“, Esterhazystraße 15, 7001 Eisenstadt „Kärntner Bauer“, Museumgasse 5, 9020 Klagenfurt „Salzburger Bauer“, Schwarzstraße 19, 5020 Salzburg „Unser Ländle“, Montfortstraße 9­11, 6901 Bregenz „Landwirtschaftliche Blätter“, Brixner Straße 1, 6021 Innsbruck „Die Information“, Gumpendorferstraße 15, 1060 Wien Das „BauernJournal“ ist eine Eigen­ beilage oben angeführter Zeitungen Grafik: Günther Oberngruber, Karl Krolokh, Sabine Wieder. ©Art­Copyright by Landwirtschafts­ kammer Salzburg. Grafik, Layout und Produktion: Landwirtschaftskammer Salzburg Druck: Medien­Druck Salzburg GmbH. (Sbg., Vlbg.) Herold Druck, Wien (Wien, NÖ, Tirol) Mangold & Partner, Wr. Neustadt (Bgld.) Styria Druck, Graz (Stmk.) Carinthia Druck, St. Veit/Glan (Ktn.) Landesverlag Druckservice, Wels (OÖ) Das „BauernJournal“ erscheint zweimal im Monat.


Bauernjournal    Bildung 1 . AU G U ST 2 0 1 2

Vi i

Die vielfältigen Lehrgänge des LFI

Almwirtschaft stärken

Teil 62: Weiterbildung in der Almwirtschaft

Die vielfältigen Arbeitsfelder auf der Alm: Das LFI bietet eine Fülle an Spezialwissen: www.lfi.at

Mit zwei umfassenden  Zertifikatslehrgängen  und einer großen  Vielfalt an kürzeren  Lehrveranstaltungen  bietet das LFI eine Fülle  an Spezialwissen für  die Almwirtschaft.  Uschi sorz, lk österreich

„Sowohl für die Nahrungsmittelproduktion als auch für das ökologische Gleichgewicht und im Tourismus erfüllt die Almwirtschaft bedeutende gesellschaftliche Aufgaben“, sagt Susanne Rest, LFI-Bildungsmanagerin und Bundesgeschäftsführerin der Almwirtschaft Österreich. „Und als zentraler Teil der heimischen Landwirtschaft, speziell der Berglandwirtschaft, steht die Almwirtschaft durch die sich verändernden Rahmenbedingungen aktuell vor sehr großen Herausforderungen.“ Etwa durch das Auslaufen der Milchquote, aber auch durch zunehmenden Personalmangel. „Um die Almwirtschaft in Zukunft zu stärken, ist es

zum Beispiel wichtig, einen Herkunftsschutz für die hochwertigen Almprodukte zu schaffen und eine spezifische Vermarktungsstrategie für Milchalmen auf die Beine zu stellen“, erklärt die Expertin. „Darüber hinaus brauchen wir aber auch mehr qualifizierte Leute, die die Arbeiten auf der Alm fachgerecht durchführen können.“ „Almen sind ein komplexer Lebens- und Wirtschaftsraum und erfordern neben dem landwirtschaftlichen Basis-Know-how auch ein ausgezeichnetes almwirtschaftliches Spezialwissen.“

Multifunktionale Almwirtschaft Neben dem schon länger bestehenden LFI-Zertifikatslehrgang „Almführer/in“, der auf einen Zusatzverdienst durch erlebnispädagogische Wissensvermittlung abzielt, erfüllt daher auch der neue Zertifikatslehrgang „Almpersonal“ eine wichtige Funktion. „Menschen, die nicht aus der Landwirtschaft kommen, oder solche, die nicht mehr auf dem aktuellen Stand sind,

brauchen eine solide Grundausbildung“, verdeutlicht Rest. Daher sei dieser Lehrgang in gewisser Weise auch das Herzstück der neuen Bildungsoffensive „Multifunktionale Almwirtschaft“.

Fundiertes Spezialwissen vermitteln „Im Rahmen dieser Initiative möchte das LFI gemeinsam mit den Almwirtschaftsvereinen Almbäuerinnen, Almbauern und Almpersonal durch die Vermittlung von fundiertem Spezialwissen gezielt unterstützen“, führt sie aus. Mit 120 Unterrichtseinheiten sind Zertifikatslehrgänge die umfangreichsten und anspruchsvollsten Bildungsmaßnahmen des LFI, und jener für das Almpersonal befindet sich in Österreich gerade – sehr erfolgreich – in der Pilotphase. „Bei der ersten Umsetzung des Kurses in Kärnten war die Teilnehmerschar ganz bunt gemischt“, erinnert sich die Bundesgeschäftsführerin an den Lehrgang, den sie im Vorjahr persönlich begleitet hat. „Das Echo war enorm positiv

Foto: Lk ÖSterreIch

und jeder konnte viel Wertvolles für sich mit nach Hause nehmen.“

Große Vielfalt an Ausbildungen Neben diesen intensiven Ausbildungen gibt es aber auch eine große Vielfalt an kürzeren Schulungen und Informationsveranstaltungen. „Mit Kursen für Almweidemanagement, Milchverarbeitung, Naturvermittlung oder traditionelle Handwerkstechniken wenden wir uns an unterschiedlichste Zielgruppen“, berichtet Rest. „Und da das alles wichtige Themen für die Almbäuerinnen und -bauern sind, wird das Angebot sehr gut angenommen.“ Ab Herbst wird der Katalog mit dem neuen Bildungsprogramm für die Almwirtschaft bei den Landes-LFIs und den Almwirtschaftsvereinen erhältlich sein. Web-Tipp: Auf www.youtube/almwirtschaft stellt die Bildungsoffensive „Multifunktionale Almwirtschaft“ Kurzfilme zur autodidaktischen Aneignung von traditionellen Handwerkstechniken zur Verfügung.


Bauernjournal    forst

VIII

1 . au g u st 2 0 1 2

nen Vorteil, da damit fossile Energieträger wie Öl oder Gas ersetzt werden. Gelingt es, den jährlichen Holzver­ brauch bis etwa 2015 zu ver­ doppeln, so würden 6,2 Mill. Tonnen CO2 eingespart, was den Jahresemissionen von mehr als vier Mill. Pkw ent­ spricht.

Holzbau im Vormarsch

101 Wohnungen haben in dem mehrgeschoßigen Holzbau Platz.

Foto: PRoHolz

Wo h n h au s i n Wi e n a ls P i o n i e r d e s m e h rG e s c h o s s iG e n h o lz bau s

Österreichs größter Holzbau  feiert die Dachgleiche 101 Wohnungen,  sieben Geschoße und  2.400 m3 verbautes  Brettsperrholz – so die  Eckdaten des größten  Wohnbauprojektes aus  Holz in Österreich. Der  Rohbau war in knapp  drei Monaten fertig. GreGor Grill, lK Österreich

In der Wagramer Straße in Wien entsteht seit Jahresbe­ ginn der höchste Wohnbau Österreichs in Holzbauwei­ se. Der Auftraggeber, eine gemeinnützige Wohnbau­ gesellschaft, begründet die Entscheidung für Holzmas­ sivbauweise mit den ökolo­ gischen Vorteilen, die Holz als Baustoff bietet. Rund 2.400 Tonnen CO2, die im verbauten Brettsperrholz ge­ speichert sind, entsprechen etwa den Jahresemissionen von rund 1.700 Mittelklas­ seautos.

Durch das verwendete Holz wurden auch andere Mate­ rialien wie Beton oder Stahl ersetzt, was zusätzlich Emis­ sionen einspart. Daneben de­ monstriert das Projekt die technischen Möglichkeiten der Holzbauweise in einer unglaublichen Geschwin­ digkeit; der Rohbau benö­ tigte wegen des hohen Vor­ fertigungsgrades der Holz­ elemente gerade einmal drei Monate. Grundlage für die Umsetzung des Holzbaus war die Wiener Techniknovelle 2008, die einen Einsatz von massiver Holzbauweise für Gebäude mit maximal sieben Geschoßen ermöglicht.

Intensive Holzwerbung wirkt Bauen mit Holz ist im Vor­ marsch, seit kurzem auch im mehrgeschoßigen Bereich. International sind Projekte österreichischer Holzbauun­ ternehmen in London, Zü­ rich und Berlin bereits mit

bis zu neun Geschoßen um­ gesetzt worden, was hei­ mischen Holzprofis ange­ sichts des hohen heimischen Know­hows Sorgen bereite­ te. Intensive Holzwerbung und Lobbying haben nun auch in Österreich die Türen für Holz weiter geöffnet. Vo­ raussetzung für solche Hoch­ häuser aus Holz sind die technische Machbarkeit und die Erfüllung der strengen Brandschutzrichtlinien für mehrgeschoßige Holzbauten. Auch die Verbindung von Holz mit anderen Baumateri­ alien wie z. B. Beton zu Ma­ terialverbundstoffen garan­ tiert, dass alle Anforderungen hinsichtlich Bauphysik er­ füllt werden. Einen entschei­ denden Faktor für den ver­ mehrten Einsatz von Holz lie­ fert die Natur kostenlos mit. In einem Kubikmeter Holz ist 1 t CO2 gespeichert. Am Ende des Lebenszyklus der Holzprodukte können die­ se energetisch genutzt wer­ den und bringen erneut ei­

Eine kürzlich präsentierte Studie des Institutes für Holzforschung der Universi­ tät für Bodenkultur in Wien zeigt, dass der Anteil aller bewilligungspflichtigen Bau­ vorhaben in Holzbauwei­ se von 25 Prozent im Jahr 1998 auf 39 Prozent im Jahr 2008 stieg. Sehr positiv ent­ wickelte sich in diesem Zeit­ raum der Anteil von Ein­ und Zweifamilienhäusern, landwirtschaftlichen Gebäu­ den und Um­ und Zubauten aus Holz. In Österreich wur­ de 2008 z. B. mehr als jeder zweite landwirtschaftliche Zweckbau in Holz ausge­ führt. Damit ist hier bei 54 Prozent der höchste Holz­ bauanteil aller Bauvorhaben in den untersuchten Gebäu­ dekategorien zu verzeich­ nen. Nachholbedarf besteht bei Industrie­ und Gewer­ bebauten und besonders bei öffentlichen Bauvorhaben. Dies kann als Zeugnis der er­ folgreichen Holzwerbung ge­ sehen werden, die private Konsumenten sehr gut er­ reicht. Die Nachhaltigkeit des Baustoffes Holz, seine gute Energie­ und Umweltbi­ lanz sowie der hohe Grad an Vorfertigung sind entschei­ dende Argumente für dessen verstärkten Einsatz in der Architektur. Gleichzeitig er­ öffnet Holz eine völlig neue Formensprache und Flexibi­ lität in Planung und Umset­ zung. Experten sind sich ei­ nig, dass im großvolumigen Wohnbau eine ähnliche Ent­ wicklung wie im Ein­ und Mehrfamilienhausbau zu er­ warten ist. Infos unter: www.proholz.at

BauernJornal August 2012  

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