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Alm-/Weidemeldung Fristen beachten

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Landjugend In Vielfalt vereint

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Ö S T E R R E I C H

FACHINFORMATION DER LANDWIRTSCHAF TSKAMMERN

MAI 2014

Am 25. Mai findet die Wahl zum EUParlament statt. GAP-Chefverhandlerin Elisabeth Köstinger, skizziert künftige Herausforderungen. LISA NEUMANN, ANDREAS THURNER, LK ÖSTERREICH, BRÜSSEL

Von insgesamt 766 EU-Abgeordneten sind 19 österreichische Abgeordnete in 22 Ausschüssen des EU-Parlaments tätig. Im Rahmen des Ausschusses Landwirtschaft und ländliche Entwicklung engagiert sich Elisabeth Köstinger – neben den stellvertretenden Ausschuss-Mitgliedern Karin Kadenbach (S&D) und Ewald Stadler (fraktionslos) – besonders für die österreichische Land- und Forstwirtschaft. Mit dem „BauernJournal“ sprach Elli Köstinger über Erfolge der letzten Wahlperiode, die intensive Zeit während der Plenartage

VIELE HERAUSFORDERUNGEN IM EU-PARLAMENT

„Die Ärmel hochkrempeln und anpacken!“ in Straßburg sowie über zukünftige Projekte. Was ist seit 2009 gelungen und worauf sind Sie besonders stolz? Das waren mit Sicherheit die Verhandlungen zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Die vier GAPGesetze regeln die größten Budgetfonds im EU-Haushalt und sind die Grundlage für die land- und forstwirtschaft-

Bauernfamilien sichern Vielfalt 2014 hat die UNO offiziell zum Internationalen Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe ausgerufen. Die österreichische Landwirtschaft besteht mehrheitlich aus Familienbetrieben und unsere Bauernfamilien erbringen neben der Lebensmittelversorgung noch viele Leistungen für Gesellschaft und Umwelt. Mit dem Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft der Bäuerinnen zum Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe wollen wir die Stär-

lichen Leistungszahlungen. Als Chefverhandlerin für die größte Fraktion im Europaparlament, die Europäische Volkspartei (EVP), saß ich bei allen Verhandlungsrunden mit am Tisch. Insgesamt dauerte es zwei Jahre bis zur politischen Einigung. Der Abschluss der Verhandlungen wurde fraktionsübergreifend gefeiert, denn es war auch für das Europäische Parlament eine Premiere.

BUNDESBÄUERIN ANDREA SCHWARZMANN

ken der bäuerlichen Familienbetriebe wie etwa die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen, hohe Produktqualität und Schaffung von Arbeitsplätzen in ländlichen Regionen einmal mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken. Österreichs Konsumenten schätzen die Arbeit der Bauernfamilien und haben eine Sehnsucht nach Vielfalt und guter Qua-

Wie sieht ein typischer Plenartag für Sie und Ihr Team in Straßburg aus? Eine Plenarwoche in Straßburg erstreckt sich über vier Tage von Montag bis Donnerstag. In der Regel geht es um acht Uhr los und endet um elf Uhr abends. Dazwischen liegen Gespräche, Verhandlungen und Abstimmungen. Es geht ziemlich rund in diesen vier Tagen, aber es ist ein tolles Gefühl nach monate- oder

lität. Unsere bäuerlichen Familienbetriebe können diese Sehnsüchte stillen. Voraussetzung dafür ist eine wertschätzende Familienpolitik, die faire und leistungsgerechte Abgeltung der öffentlichen Leistungen sowie der weitere Ausbau regionaler Kooperationen und nicht zuletzt auch der Schutz von regionalen Spezialitäten.

kommentar


Bauernjournal agrarpolitik

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Weitere Umsetzungsschritte gesetzt

Agrarausschuss des EU-Parlaments setzt Nachbesserungen durch Die Mitglieder des Agrarausschusses im Europa-Parlament haben im Finale der GAP-Reform besonderes Verhandlungsgeschick bewiesen. Gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag der Europäischen Kommission wurde unter anderem ein höherer Gewichtungsfaktor für stickstoffbindende Pflanzen sowie eine Evaluierung der GreeningBestimmungen nach dem ersten Umsetzungsjahr durchgesetzt. Die EU-Grundverordnungen zur GAP wurden bekanntlich bereits am 20. Dezember 2013 im Amtsblatt der EU veröffentlicht. In diesen Verordnungen ist verankert, dass die Europäische Kommission (EK) zu einzelnen Artikeln mittels sogenannter „Delegierter Rechtsakte“ Detailbestimmungen betreffend die Umsetzung festlegt. Das Prozedere sieht hierzu vor, dass die EK entsprechende Vorschläge (Delegierte Rechtsakte) vorlegt. Diese Vorschläge werden dann rechtswirksam, wenn binnen einer Frist von zwei Monaten sowohl der Europäische Rat (EULandwirtschaftsminister) als auch

jahrelangen Verhandlungen die Gesetzestexte abzustimmen. Es lässt sich sagen, dass in Straßburg der letzte Feinschliff an den Berichten vorgenommen wird. Im Grunde hat man sich bereits im Vorfeld auf einen Grundtenor geeinigt. Einzelne Textpassagen sind dann noch offen. Über

das Europäische Parlament keinen Einspruch erheben. Detailbestimmungen über die Umsetzung einzelner Artikel in der Verordnung zu den Direktzahlungen (Greening) sind bei den Parlamentariern im Agrarausschuss jedoch auf heftigen Widerstand gestoßen. Überbordende Bürokratie und mangelnde Praxistauglichkeit wurden attestiert. Gegenüber der EK signalisierten die Mitglieder des Agrarausschusses, darunter die Österreicherin Elisabeth Köstinger, bis zuletzt Entschlossenheit, die vorgelegten Delegierten Rechtsakte aus diesen Gründen zurückzuweisen. Letzteres hätte für die EK

diese wird bis in die Nacht hinein verhandelt. Oft entscheiden feine Nuancen im Wortlaut des Textes über Annahme oder Anlehnung im Plenum. Welche Projekte stehen in der kommenden Parlamentsperiode an?

„Ich gehe zur Europawahl, weil Europa eine starke Landwirtschaft braucht – wir Bauern setzen das um, denn nur wir Bauern decken den Tisch!“ Hermann Schultes Präsident LK Österreich

möglicherweise ein „Zurück an den Start“ bedeutet und damit die rechtzeitige Implementierung der neuen GAP in den Mitgliedsstaaten per 1. Jänner 2015 ernsthaft infrage gestellt. Um eine mögliche Zurückweisung der Delegierten Rechtsakte durch den Agrarausschuss und in der Folge durch das Plenum des Europäischen Parlamentes abzuwenden, hat die EK reagiert und im Wege von ergänzenden Leitlinien zur Interpretation der Delegierten Rechtsakte einige strittige Punkte ausgeräumt. Diese Punkte betreffen unter anderem: n  Greening – Ökologische Vorrangfläche (ÖVF):

Agrarpolitisch gibt es in den kommenden Jahren viel zu tun. Wir müssen die Rahmenbedingungen weiterentwickeln, um die Zukunft der bäuerlichen Familienbetriebe zu sichern. Auch der ländliche Raum muss weiterhin aktiv gestaltet werden. Landgemeinden stehen vor großen Herausforderungen. Sie müssen einerseits attraktive Lebens- und Wirtschaftsräume bleiben und Arbeitsplätze sichern, andererseits aber auch die Infrastruktur anbieten. Zusätzlich will ich mich in der kommenden Legislaturperiode im Umweltausschuss einbringen. Thematisch hat kein anderer Bereich so viel Einfluss auf die Land- und Forstwirtschaft wie die Umweltpolitik der EU. Da gilt es die Ärmel

Gewichtungsfaktor für die Anrechnung von stickstofffixierenden Kulturen wird von 0,3 auf 0,7 angepasst (dazu wird die EK gleich zu Beginn der nächsten Gesetzesperiode einen entsprechenden Delegierten Rechtsakt vorlegen) n  Etliche Klarstellungen bezüglich Umsetzung spezifischer Vorgaben (z. B. Ökologische Vorrangflächen: Anrechenbarkeit von Landschaftselementen, Erntemöglichkeit von Kulturen, Möglichkeit der Anlage von Winterkulturen, …) Darüber hinaus hat die EK zugesichert, dass die GreeningBestimmungen bereits im ersten Jahr nach der Implementierung einer Evaluierung unterzogen werden. Sollte sich dabei herausstellen, dass sich die Verpflichtungen zu Ökologischen Vorrangflächen merkbar auf das Produktionspotenzial in der EU auswirken und mit einem unverhältnismäßigen administrativen Aufwand einhergehen, so sollen die dafür verantwortlichen Bestimmungen entsprechend überarbeitet werden.

hochzukrempeln und anzupacken (lacht).

ElisabEth KöstingEr: „Die ländlichen Regionen müssen attraktive Lebens- und Wirtschaftsräume bleiben.“ Foto: Europäisches Parlament


Bauernjournal HagelversicHerung M a i 2 01 4

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Agrarversicherer AIAG, zum UNO-Weltklimabericht fest.

Sorgsamer Umgang mit der Ressource Boden

steigenDe schäDen durch Wetterextreme erfordern eine umfassende Absicherung.

Fotos: ÖHV

uno-weltklImaberIcht

Klimawandel führt zu steigenden Schäden in der Landwirtschaft Zunahme der Wetterextremereignisse macht umfassendes Risikomanagement für die Landwirtschaft immer wichtiger. Wie der jüngste UNO-Weltklimabericht belegt, nehmen Wetterextremereignisse wie Überschwemmungen und Trockenheit in ihrer Intensität und Häufigkeit zu. Es ist allgemein bekannt, dass der Klimawandel eine Folge der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen ist. Wenn man bedenkt, dass die Kosten im Zusammenhang mit der Klimaveränderung bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf rund 20 Prozent des weltweiten BIP ansteigen könnten, ist neben einer Reduktion der Treibhausgasemissionen auch ein entsprechendes Risikomanagement aufgrund der steigenden Schäden durch Wetterextremereignisse notwendig. „Weltweit gibt es den Trend zu mehr Private-publicpartnership-Versicherungsmodellen. So hat beispiels-

weise Amerika in seiner kürzlich beschlossenen Farm Bill die jährlichen finanziellen Mittel für die Versicherungssysteme zur Ertragsabsicherung von Naturkatastrophen in der Landwirtschaft von 5 auf 9 Milliarden US-Dollar fast verdoppelt. Österreich hat jetzt schon ein Private-public-

partnership-Modell für die Absicherung von Hagel- und Frostschäden in der Landwirtschaft und nimmt damit bereits eine Vorreiterrolle in Europa ein“, stellt Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung und Präsident der weltweiten Vereinigung der

Landwirtschaft ist Klimaschützer Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen (1990 - 2012)

Industrie +17%

Verkehr +54%

Landwirtschaft -12%

Quelle: Umweltbundesamt, Jänner 2014

Die LanDwirtschaft ist bei der Reduktion der klimaschädigenden Emissio-

nen auf Kyoto-Kurs.

Boden ist ein bedeutender CO2- (und Wasser-)Speicher. Wenn man bedenkt, dass täglich mehr als 22 Hektar der natürlichen Ressource „Boden“ durch Verbauung verloren gehen, kann CO2 nicht mehr in dem Ausmaß gespeichert werden. Die Erderwärmung wird somit beschleunigt. Zusätzlich wird bei vermehrt auftretenden Starkniederschlägen weniger Wasser aufgenommen und die Schäden bei Überschwemmungen steigen. Umso wichtiger ist es daher, guten landwirtschaftlichen Boden nicht durch Verbauung der Bewirtschaftung zu entziehen und damit einerseits die Lebensmittelversorgung zu gefährden und andererseits den Klimawandel zu beschleunigen. So sind ressourcenschonende Landwirtschaft und die Verwendung erneuerbarer Energien erfolgreich umgesetzte Beispiele für eine klimafreundliche Landwirtschaft.

Landwirtschaft ist Klimaschützer, jedoch Klimaopfer Nr. 1 Die Landwirtschaft ist mit ihrer Werkstatt unter freiem Himmel vom Klimawandel als erste und am stärksten betroffen. Gleichzeitig ist sie aber ein wichtiger Akteur beim Kampf gegen den Treibhauseffekt. „Als einziger Sektor ist die Landwirtschaft bei der Reduktion der klimaschädigenden Emissionen auf KyotoKurs. So steht einer Reduktion der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen von knapp 12 Prozent ein Plus von 54 Prozent für den Bereich Verkehr gegenüber. Der forcierte Klimaschutz ist schon alleine im Sinne unserer zukünftigen Generationen weiterhin ein Gebot der Stunde“, so Weinberger abschließend.


Bauernjournal landjugend

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schwerpunkt themen 2014

Landjugend: In Vielfalt vereint Das Landjugendjahr 2014 steht unter dem Motto „In Vielfalt vereint – Vielfalt Landwirtschaft & Vereintes Europa“.

90.000 Mitglieder

Größte Jugendorganisation

ElisabEth gnEissl und michaEl hEll, landjugEnd östErrEich

Dieses Motto spiegelt auch den Erfolgsfaktor der Organisation mit rund 90.000 Mitgliedern wider und widmet sich, sowohl im agrarischen als auch im gesellschaftlichen Bereich, zukunftsträchtigen Themen. Unter dem Titel „Vielfalt Landwirtschaft“ beschäftigt sich die Landjugend mit der Vielfalt, die uns die österreichische Landwirtschaft bietet, und blickt dabei über ihren Tellerrand in andere europäische Länder hinaus. Dabei erkennen wir, welch hohes Maß an Flexibilität, Innovationskraft und Engagement von unseren Bäuerinnen und Bauern gefordert und an den Tag gelegt wird. Wie gesund und intakt unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft ist, wird oft erst bewusst, wenn wir sie mit Agrarriesen oder weniger entwickelten Nationen vergleichen. Die Erhaltung einer nachhaltigen, bäuerlichen Landwirtschaft liegt uns, als Jugend im ländlichen Raum, besonders am Herzen. Daher ist es uns ein spezielles Anliegen, uns im kommenden Jahr auch intensiv mit der familienbetriebenen Landwirtschaft auseinanderzusetzen.

Wir alle sind das vereinte Europa Das komplexe Zusammenspiel der Institutionen innerhalb der Europäischen Union, die Strukturen unserer Interessenvertretungen in Brüssel, künftige Entwicklungen

bundEslEitErin ElisabEth gnEissl und bundEslEitEr michaEl hEll

präsentieren die Schwerpunktthemen 2014 der Landjugend Österreich.

Foto: Landjugend Österreich

und Mitgliedstaaten sowie die Aufgaben und Funktionen des Europäischen Parlaments, all das sind Themen, mit denen sich die Landjugend im kommenden Jahr auseinandersetzt. Denn gerade für Jugendliche bietet die Europäische Union zahlreiche Chancen – sei es ein Auslandsstudium, ein Praktikum oder ein Austausch, um neue Leute und Länder kennenzulernen. Erst durch die Europäische Union ist vieles möglich geworden, was vor einiger Zeit noch undenkbar war.

60-Jahr-Jubiläum: Gebündelte Vielfalt In der Europäischen Union werden 2014 auch die Weichen für die Zukunft gestellt. Im Mai wird ein neues Parlament gewählt. Die Jugend ist aufgerufen von ihrem Wahlrecht am 25. Mai Gebrauch zu machen, denn nur so kann man aktiv mitentscheiden und mitgestalten! So unterschiedlich und einzigartig das einzelne Mitglied ist, so einzigartig ist die gebündelte Vielfalt aller Landjugendlichen. Dieses

Gemeinschaftsgefühl, dieses Vereintsein in den letzten Jahrzehnten, lässt die Landjugend heuer in ein Jubiläumsjahr starten. Die Landjugend Österreich mit all ihren Landes-, Bezirks-, Gebiets- und Ortsgruppen feiert 2014 ihr 60-jähriges Bestehen.

Broschüren als Informationsgrundlage Unter dem Motto „In Vielfalt vereint“ wünscht die Landjugend Österreich ein spannendes und tolles Jahr 2014. Feiert gemeinsam mit uns unser 60-jähriges Bestehen und erhebt, wo immer ihr die Möglichkeit habt, eure Stimme! Die Landjugend Österreich wird sich in den nächsten Monaten bei Veranstaltungen, Bewerben und unterschiedlichsten Aktionen intensiv mit den Themenfeldern „Vielfalt Landwirtschaft“ und „Vereintes Europa“ auseinandersetzen. Als Arbeits- und Informationsgrundlage dafür dient die eigens erstellte Broschüre, die ab sofort in den Landjugend-Referaten sowie im Internet unter www. landjugend.at erhältlich ist.

Die Landjugend Österreich ist mit rund 90.000 Mitgliedern die größte Jugendorganisation des ländlichen Raums. Der Fokus der Landjugend liegt in der Weiterbildung ihrer Mitglieder und in der aktiven Gestaltung des ländlichen Raums. Sie betreut u. a. den EU-weit anerkannten Lehrgang „aufZAQ“, eine Ausbildung im jugend- und freizeitpädagogischen Bereich, und bietet als einzige Stelle in Österreich landwirtschaftliche Fachpraktika im Ausland an.


Bauernjournal arge Bäuerinnen M a i 2 01 4

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Mentoring-PrograMM der arge Österreichische Bäuerinnen

durch einblick zu mehr Weitblick Ein spezielles Mentoring-Programm hilft Bäuerinnen, die sich verstärkt in öffentlichen Funktionen engagieren wollen. Dabei gibt eine erfahrene Bäuerin ihr Wissen an eine weniger erfahrene Kollegin weiter.

ßerdem lässt mich an ihrem großen Netzwerk teilhaben“, schwärmt Hofer.

Ein Gewinn für beide Seiten

ulrike raser, lk Nö

N

ach wie vor ist die bäuerliche Funktionärswelt fest in männlicher Hand. Die Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen hat nun ein eigenes MentoringProgramm ins Leben gerufen. Damit will sie jungen Frauen Mut machen, sich vermehrt in agrarischen Gremien einzubringen. Eine erfahrene Person, die sogenannte Mentorin, unterstützt dabei eine weniger erfahrene Person, im Fachjargon Mentee genannt. Die routinierte Bäuerin hilft mit konkreten Tipps und gibt ihr Wissen sowie Kontakte weiter. Die junge Kollegin wiederum kann einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Mentorin und Mentee sind ein Team Seit Weihnachten sind sie Mentorin und Mentee – Silvia Toth und Christine Hofer, beide aus dem Bezirk Oberpullendorf. Die eine ist Bezirksbäuerin, die andere deren erste Stellvertreterin. „Als das Projekt präsentiert wurde, habe ich mich spontan als Mentorin zur Verfügung gestellt“, erzählt Silvia Toth. Dabei will sie ihre vielfältigen Erfahrungen als Funktionärin weitergeben. „Damit“, wie sie sagt, „auch

Zwei, die sich versteheN: Mentorin Silvia Toth und Mentee Christine Hofer sind durch das Mentoringprojekt so „richtig zuammengewachsen“. Foto: ARGE Bäuerinnen Burgenland

jemand anderer davon profitieren kann“. Seit 2012 ist die quirlige Winzerin Bezirksbäuerin, davor war sie 15 Jahre lang Stellvertreterin. Dazu kommen noch 17 Jahre als Ortsbäuerin und Erfahrungen im Landesbäuerinnenrat. Seit Kurzem ist sie auch Kammerrätin. Zudem war sie 20 Jahre lang in der Pfarre engagiert. Und das alles macht die vierfache Mutter neben ihrer Arbeit am Winzerbetrieb mit Ab-Hof-Verkauf. Ihr war schnell klar, wem sie ihr Wissen vermitteln will, nämlich ihrer Stellvertreterin Christine Hofer. Wird diese doch vielleicht mal ihre Nachfolge als Bezirksbäuerin antreten.

Engagement ist nicht nur Männersache Als eine der wenigen Milchbäuerinnen im Burgenland produziert Christine Hofer Butter, Käse und Joghurt für den eigenen Hofladen und bis zu vier Tage pro Woche steht sie als Seminarbäuerin

vor Schulklassen. Seit 2012 ist sie erste Bezirksbäuerinstellvertreterin, davor war sie zweite Stellvertreterin. Ortsbäuerin ist sie seit 17 Jahren. Dieses „Amtl“ habe die zweifache Mutter gleich nach der Hochzeit bekommen, erzählt sie mit einem Schmunzeln. In ihren Spitzenzeiten hatte Hofer bis zu sechs Ämter gleichzeitig inne – und das nicht nur bei den Bäuerinnen. „Das waren ansonsten fast nur Männergeschichten. Ich war oftmals die einzige Frau“, berichtet sie. „Das war nicht immer leicht, bei Gott nicht.“ Wenn die umtriebige junge Frau so erzählt, hat man das Gefühl, dass sie eigentlich gar kein Mentoring mehr braucht. Trotz der eigenen Erlebnisse profitiere sie aber sehr davon, versichert sie. Ihre Mentorin habe vor allem mehr Erfahrungen im Bereich der Landwirtschaftskammer. „Silvia weiß, was sich intern abspielt und hat ein immenses Hintergrundwissen. Au-

Eine Mentoring-Beziehung ist für beide Seiten eine Bereicherung. Einerseits macht es Freude, seine Erfahrungen weiterzugeben, andererseits gehört es auch dazu, Feedback zu geben und anzunehmen. Diese Rückmeldung zum Verhalten der anderen erfolgt in beide Richtungen. „Offen und ehrlich zu loben, aber eben auch dort nachzuhaken, wo es noch Verbesserungspotenzial gibt“, erklärt Bezirksbäuerin Toth, der man die Begeisterung über dieses Projekt richtig anmerkt. Außerdem sind Mentees meist weniger betriebsblind und bringen neue Ideen und andere Sichtweisen ein. Was ist das Besondere am Mentoringprogramm? Worin unterscheidet sich das Verhältnis der beiden zur Beziehung anderer Bezirksbäuerinnen und deren Stellvertreterinnen? „Natürlich bezieht man seine Stellvertreterin mit ein, aber als Mentorin macht man das bewusster. Mentoring ist das, was man als Bezirksbäuerin und Stellvertreterin sowieso tut, aber halt in verstärkter Form“, erklärt Mentorin Silvia Toth. Und ihr Mentee ergänzt, dass für sie das ehrliche Feedback besonders wichtig sei. Die beiden sind jedenfalls froh, sich auf dieses Experiment eingelassen zu haben. Weitere Informationen zum Mentoring-Programm: Elisabeth Lenz, Ländliches Fortbildungsinstitut Österreich, Tel. 01/53441-8534, Mobil 0676/83441-8534, E-Mail: e.lenz@lk-oe.at


Bauernjournal ländliche entwicklung

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LänDLIchE Ent wIckLung 2014 – 2020

Intelligentes und nachhaltiges Wachstum für den ländlichen Raum Die Ländliche Entwicklung spielt für ein lebenswertes Österreich eine zentrale Rolle. Zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher leben in ländlich geprägten Regionen. Durch intelligentes, nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum werden diese Gebiete als attraktiver Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum gestärkt.

D

as neue Programm für die Ländliche Entwicklung wurde mit großer Sorgfalt und Bedacht erarbeitet. Die betroffenen Personengruppen waren von Beginn an aktiv in die Gestaltung der Maßnahmen eingebunden. Die Programmschwerpunkte stellen sicher, dass der Sektor Landwirtschaft innovativ, professionell und wettbewerbsfähig bleibt. Dabei wird darauf geachtet, dass die heimischen Betriebe besonders umweltschonend und nachhaltig wirtschaften. Konsumentinnen und Konsumenten werden sich auch weiterhin auf sichere, qualitativ hochwertige, leistbare Lebensmit-

tel verlassen können. Zahlreiche Maßnahmen wirken dem Klimawandel und dem hohen Ressourcenverbrauch aktiv entgegen. Die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen wird gefördert und Schutzgebiete wie Nationalparks und Biosphärenparks werden gesichert. Davon profitiert ganz Österreich.

Ländlicher Raum als Entwicklungsmotor Die Ländliche Entwicklung in Österreich ist eng mit der europäischen Entwicklungsstrategie „Europa 2020“ verbunden. Ihr Ziel ist intelligentes, nachhaltiges und ausgewoge-

Ländlicher Raum: Wirtschaftsstandort und Lebens- und Erholungsraum

LE-Maßnahmen mit sechs Prioritäten 1. Wissenstransfer und Innovation 2. Lebensfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe 3. Organisation der Nahrungsmittelkette, Verarbeitung und Vermarktung, Tierschutz und Risikomanagement 4. Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der mit der Land- und Forstwirtschaft verbundenen Ökosysteme 5. Ressourceneffizienz und Übergang zu einer kohlenstoffarmen und klimaresistenten Wirtschaft 6. Soziale Inklusion, Armutsbekämpfung und wirtschaftliche Entwicklung

nes Wachstum in der gesamten Europäischen Union. Die Maßnahmen des Programms eröffnen neue Erwerbschancen für den ländlichen Raum. Auch soziale Aspekte, die Wirtschaft und der Ausbau der Infrastruktur

Die Ländliche Entwicklung erö

werden unterstützt. Der ländliche Raum wird attraktiver – als Wirtschaftsstandort und insbesondere auch als Lebensund Erholungsraum. Nicht zuletzt stellt das Programm auch die Bewirtschaftung in benachteiligten Regionen sicher. Diese Gebiete dürfen ökonomisch und ökologisch nicht vernachlässigt werden.

Finanzielle Mittel effizient eingesetzt In der Ländlichen Entwicklung kommt europaweit das Modell der Kofinanzierung zum Einsatz. Den EU-Mitteln werden auch nationale Mittel beigestellt. Damit wird die Wirkung der Programme erhöht. Für den Zeitraum von 2014 – 2020 konnten mehr als 3,9 Mrd. Euro an EU-Geldern für die Ländliche Entwicklung in Österreich sichergestellt werden. Zusammen mit der nationalen Kofinanzierung ergibt sich für die Jahre 2014 – 2020 ein finanzieller Rahmen von etwa 1,1 Mrd. Euro jährlich. Mit diesem gegenüber der Vorperiode leicht reduzierten Finanzrahmen können die wesentlichen Programmschwerpunkte weiterentwickelt und neue Herausforderungen aktiv in Angriff genommen werden.


Bauernjournal ländliche entwicklung Entgeltliche Einschaltung

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ng eröffnet neue Erwerbschancen für den gesamten ländlichen Raum. auch soziale aspekte, die Wirtschaft und die infrastruktur werden unterstützt. Fotos: AMA-MArketing, kArl-rudolF Huber, bMlFuW/r. neWMAn

Neue Investitionsförderung Das Wachstum des ländlichen Raums wird stark von der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe geprägt. Darum stellt die Investitionsförderung eine der Hauptmaßnahmen des Programms dar. Sie steigert die wirtschaftliche Durchsetzungskraft der heimischen Landwirtinnen und Landwirte und erhöht die Umwelt- und Ressourceneffizienz der Betriebe. Gezielte Investitionen tragen zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation auf den Höfen bei. Wichtig ist auch, dass der Tierschutz sowie Hygiene- und Qualitätsbedingungen in der Produktion auf diese Weise sichergestellt werden können. Die Möglichkeit der frühzeitigen Antragstellung sorgt dafür, dass dringende Investitionen bereits in Angriff genommen werden können.

Gezielte Förderungen – starke Schwerpunkte Im Vergleich zur vergangenen Periode werden die Obergrenzen für Förderungen deutlich erhöht. Dadurch wird auch dem gestiegenen Investitionsbedarf Rechnung getra-

gen. Zugleich kommt ein neues, wirkungsorientiertes Auswahlverfahren zum Einsatz. Es gewährleistet eine weiterentwickelte Zielorientierung und eine strategisch gesteuerte Schwerpunktbildung.

ÖPUL: Umwelt und Wirtschaft im Einklang Der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen und der langfristige Schutz des Weltklimas sind große Herausforderungen, die im neuen Programm erhöhte Aufmerksamkeit erhalten. Die Weiterentwicklung des Agrarumweltprogramms ÖPUL war daher besonders wichtig.

Biologische Vielfalt und Klimaschutz im Grünland Die bäuerliche Grünlandwirtschaft bildet einen wesentlichen Schwerpunkt des neuen ÖPUL. Die Maßnahmen aus diesem Bereich dienen der Erhaltung und Entwicklung artenreicher Grünlandflächen.

Sie bilden den Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen.

Fruchtbarer Boden, sauberes Wasser und Artenvielfalt im Ackerland Im heimischen Ackerbau wird eine umweltgerechte und an den Standort angepasste Bewirtschaftung gefördert. Das Programm erhält und verbessert die Bodenfruchtbarkeit und den Humusgehalt von Ackerflächen. Bodenerosion wird reduziert. Spezielle Maßnahmen wirken auch der Verunreinigung des Wassers durch Nährstoffe und Pflanzenschutzmittel entgegen. Blühstreifen und verschiedenartige Landschaftselemente wirken sich positiv auf die pflanzliche und tierische Vielfalt der heimischen Kulturlandschaft aus. Spezielle Flächen für blütenbesuchende Insekten („Biodiversitätsflächen“ wie z. B. „Bienenweiden“) sollen diese Wirkung verstärken und werden daher besonders gefördert.

ÖPUL „ÖPUL“ ist die Abkürzung für Österreichisches Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft. Dieses Umweltprogramm bildet weiterhin den bedeutsamsten Schwerpunkt der LE.

Bio bleibt attraktiv Biologisches Wirtschaften wird weiterhin umfassend unterstützt. Die Maßnahme wurde weiterentwickelt und auch finanziell aufgestockt. Die biologische Landwirtschaft wirkt sich durch ihren ganzheitlichen Ansatz positiv auf Boden, Wasser, Luft, Artenvielfalt und Klima aus. Zudem wird Nutztieren ein artgerechtes Leben ermöglicht. Weitere Infos zum Thema Ländliche Entwicklung online auf le2020*.bmlfuw.gv.at


Bauernjournal agrarpolitik

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NeueruNgeN beI der LebeNsmIt teLkeNNzeIchNuNg

Neue Verordnung zur Verbraucherinformation Infos über Allergene bei losen Lebensmitteln

Mit 13. Dezember 2014 gelten einige Neuerungen bei der Lebensmittelkennzeichnung. Ziel der Verordnung der Europäischen Union ist die bessere Information der Verbraucher beim Lebensmitteleinkauf. Im Folgenden sind die wichtigsten Vorschrifen, die auch auf Direktvermarkter zukommen werden, aufgelistet.

Zukünftig muss auch bei offenen Lebensmitteln oder Speisen über Allergene informiert werden, wie beispielsweise am Marktstand, bei Feinkost-Theken, in Gasthäusern, Bauernläden oder Buschenschanken. Zur Umsetzung der Anforderungen werden eine Verordnung und Leitlinien verlautbart. Die Information an die Kunden kann mündlich erfolgen, Angaben darüber, welche der 14 Allergene wo enthalten sind, werden betriebsintern zu erfassen sein.

martin ortner, LK Österreich

Nährwertdeklaration für DV-Produkte

D

ie Angaben auf den Etiketten sollen besser lesbar sein und mehr Informationen beinhalten. Am Etikett soll zum Beispiel die Herkunft von Fleisch und Geflügel und die Angabe der Nährwerte stehen, allergene Stoffe müssen hervorgehoben werden. Neu ist, dass Verbraucher auch über Allergene bei offenen Waren informiert werden müssen. Von einer verpflichtenden Nährwertkennzeichnung sind Direktvermarkter ausgenommen, außer sie beliefern den Großhandel oder verweisen auf besondere Nährwerte.

Vorgeschriebene Mindestschrifgröße Alle verpflichtenden Informationen müssen an einer gut sichtbaren Stelle sowie deutlich und gut lesbar angebracht sein. Neu ist eine vorgeschriebene Mindestschriftgröße von 1,2 mm für Kleinbuchstaben. Nur bei einer Verpackungsoberfläche von weniger als 80 cm2 darf die Schriftgröße 0,9 mm sein. Wesentlich ist, dass Schriftart, Kontrast, Hintergrund etc. eine gute Lesbarkeit gewährleisten.

Produzenten, die etiKetten auf Vorrat anfertigen, sollen sich über anstehende Änderungen bei der Lebensmittelkennzeichnung in den Direktvermarktungsreferaten der jeweiligen Landwirtschaftskammer informieren. Foto: Ortner

Hervorheben von Allergenen in der Zutatenliste Bei verpackten Waren mussten schon bisher alle Zutaten, also auch alle allergenen Stoffe, aufgelistet werden. Neu ist, dass allergene Stoffe in der Zutatenliste hervorgehoben werden müssen, z. B. durch Schriftart oder Hintergrund. Der Wortlaut „enthält …“ und das Allergen ist zu schreiben, wenn keine Zutatenliste erforderlich ist bzw. wenn das Allergen nicht aus der Bezeichnung hervorgeht. Als allergene Stoffe gelten die 14 in der Verordnung (Anhang II) angeführten Stoffe oder Erzeugnisse (namentlich

alle glutenhaltigen Getreide, Milch, Eier, Sellerie, Senf, Sulfite, sämtliche Nüsse, Erdnüsse, Sesam, Sojabohnen, Lupinen, Weichtiere, Fisch, Krebstiere).

Für Lebensmittel von Direktvermarktern wird es keine verpflichtende Nährwertkennzeichnung geben. Die Nährwertdeklaration (Brennwert, Menge an Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz je 100 g oder 100 ml) wird für bäuerliche Produkte nur dann verpflichtend, wenn Produkte über den Großhandel vermarktet werden (gilt ab 13. Dezember 2016). Achtung: Werden Aussagen über einen besonderen Nährwert eines Lebensmittels gemacht, so gilt auch jetzt schon eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung.

durch die Verordnung sollen Verbraucher besser informiert werden.


Bauernjournal forst und eu M a i 2 01 4

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Acht gelassen. Zusätzlich werden andere Ziele wie z. B. die Holzmobilisierung und die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien gefährdet.

In der euopäischen Forstpolitik ist laut Köstinger in der Kommision eine bessere Koordination nötig.

IntervIew mIt elIsabeth KöstInger

Starke „forstbewusste“ Vertretung im eU-Parlament notwendig Forstwirtschaft und EU: Wie kann man die EUForstpolitik stärken? Martin Höbarth, Leiter der Abteilung Forst- und Holzwirtschaft, Energie der LK Österreich, sprach mit Elisabeth Köstinger, Mitglied des EU-Parlaments. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung schafft nicht nur

Seit 2009 iSt elli KöStinger

die österreichische Vertreterin für Landwirtschaft, Fischerei, Außenhandel und Frauenpolitik im Europäischen Parlament.

Einkommen, sondern liefert auch einen sehr wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Inwiefern beeinflusst die Forstwirtschaft Ihre Arbeit als EU-Parlamentarierin? Eigentlich unterliegt die Waldbewirtschaftung innerhalb der EU der eigenständigen Verantwortung der Mitgliedstaaten, denn nach den EU-Verträgen gibt es keine gemeinsame Forstpolitik. Tatsächlich wirken aber zahlreiche EU-Gemeinschaftspolitiken wie Landwirtschaft, Umwelt, Energie und Klima stark auf den Forst ein. Sie stellen dabei ihre eigenen Interessen in den Mittelpunkt und sehen nicht den Wald mit seinen vielen Wirkungen, vor allem der Holzproduktion. Dadurch entstehen zum Teil gegensätzliche Zielsetzungen. In meiner Arbeit als Mitglied des EU-Parlaments habe ich immer versucht, die Gesamtheit des Waldes zu repräsentieren und mich für die nachhaltige Waldbewirtschaftung einzusetzen. Das möchte ich auch in Zukunft machen. Welches Beispiel können Sie uns für den Einfluss auf die österreichische Forstwirtschaft nennen? Ein Beispiel sind geplante Nachhaltigkeitskriterien für

feste Biomasse, welche für die Energieerzeugung eingesetzt werden. Nach massiven Einwänden der waldreichen Mitgliedsländer wie z. B. Österreich, Finnland und Schweden wird nun über Umwege versucht, Nachhaltigkeitskriterien für die gesamte Waldbewirtschaftung zu schaffen. Geplant ist die Überprüfung der Nachhaltigkeit bis auf Betriebsebene, was zu einer Produktkennzeichnung führt. Angewandte Zertifizierungen wie z. B. das erfolgreiche PEFCSystem werden dabei aber nicht anerkannt. Dass solche bürokratischen Hürden keinen Beitrag zur Sicherung der Nachhaltigkeit, sondern viel mehr das Ende einer nachhaltigen, multifunktionalen Waldbewirtschaftung darstellen, wird dabei außer

Welche Schritte sind für die Stärkung der Forstpolitik in der EU notwendig? Jede Generaldirektion (GD) sieht hauptsächlich ihren Themenbereich in Bezug auf den Wald. So interessiert die GD Klima hauptsächlich die CO2-Speicherung im Wald, die GD Umwelt will Wildnisgebiete zur Stärkung der Biodiversität, die GD Energie drängt wegen der Pelletsimporte aus Übersee auf Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse. Man sieht, die Forstpolitik leidet an fehlender Koordination innerhalb der Kommission. Alle Versuche der Branche, eine gemeinsame Klammer zu schaffen, waren bisher nur bedingt erfolgreich. Die neue Forststrategie soll die Koordination der verschiedenen Generaldirektionen verbessern.Die Entwicklungen in Bezug auf die Forst- und Holzwirtschaft müssen ständig aufmerksam beobachtet werden, damit sich Österreich aktiv in die Prozesse aller EU-Gremien einbringen kann. Dafür ist auch eine starke Vertretung im EU-Parlament entscheidend und wichtig. Ich möchte mich weiterhin für die Waldbesitzer einsetzen, damit sie die Wälder auch in Zukunft nachhaltig bewirtschaften und daraus Einkommen erzielen können.

„Ich gehe zur Europawahl, weil es wichtig ist, unsere Spitzenkandidatin für den ländlichen Raum in Europa zu stärken.“

Andrä Rupprechter Landwirtschaftsminister


Bauernjournal invekos

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jedeS gealpTe Tier muSS der ama gemeldeT werden

Alm-/Weidemeldungen 2014 Jeder Tierauftrieb auf eine Alm ist an die Agrarmarkt Austria (AMA) zu melden. Jedes bis zum 15. Juli aufgetriebene gealpte Rind, Pferd, Schaf und jede Ziege ist grundsätzlich förderfähig. Nach dem 15. Juli aufgetriebene Tiere können nur mehr als Ersatztiere z. B. für die Erfüllung der 60 bzw. 110 Alpungstage herangezogen werden. Harald WaitscHacHer, aMa Franz eberHarter, lK tirol

Für die fristgerechte Abgabe der Almauftriebsliste und der Alm-/Weidemeldung Rinder ist der Almbewirtschafter (Almobmann) verantwortlich. Die Almauftriebsliste bei reinen Rinderalmen kann bereits im Zuge der Mehrfachantragstellung abgegeben werden. Dabei ist vor allem auf die Angaben zu Behirtung und Erreichbarkeit der Alm entsprechend zu achten. Almen mit „gemischtem“ Auftrieb (Rinder und sonstige RGVE) müssen die Almauftriebsliste bis 1. Juli (Nachreichfrist bis 15. Juli) über die zuständige Bezirksbauernkammer/das Bezirksreferat einreichen.

Alm-/Weidemeldung Rinder Bis spätestens am 15. Tag nach dem Almauftrieb muss die Alm-/Weidemeldung bei der AMA eingelangt sein. Nur durch die fristgerechte Übermittlung ist gewährleistet, dass alle mit der Alpung in Zusammenhang stehenden Prämien und Förderungen ausbezahlt werden. Auch für die Gewäh-

Spätestens 15 Tage nach dem almauftrieb muss jedes Tier der ama gemeldet sein

rung der Mutterkuhprämie und der Milchkuhprämie ist eine fristgerechte Alm-/Weidemeldung unbedingte Voraussetzung. Die AMA stellt unter www. ama.at das Merkblatt „Alm-/ Weidemeldung Rinder 2014“ zur Verfügung, darin werden alle wichtigen Punkte zum Thema umfassend erklärt. Der sicherste Weg der Almmeldung ist über www.eama.at. Die Meldung kann nur vom Almbewirtschafter (Obmann) vorgenommen werden. Dafür benötigt er von jedem Auftreiber die Betriebsnummer und die entsprechenden Daten (Ohrmarkennummern, Auftriebsdatum, voraussichtliches Abtriebsdatum) aller aufgetriebenen Tiere. Vorteil bei der Meldung über das Internet ist, dass direkt bei der Eingabe die Daten auf ihre Richtigkeit geprüft werden und es dadurch keine falschen Eingaben durch Ziffernstürze oder Ähnliches gibt. Auch alle Änderungen zur Almmeldung wie z. B. vorzeitiger Almabtrieb usw. können – ausgenommen Ersatzrindmeldung – jederzeit auf diesem Weg problemlos und sicher durchgeführt werden. Zu beachten ist allerdings, dass der Almbewirtschafter über die Betriebsnummer der Alm und nicht mit der

seines Heimbetriebes in e-AMA einsteigen muss. Weiters sei an dieser Stelle darauf verwiesen, dass Geburtsmeldungen ausschließlich vom Heimbetrieb durchzuführen sind. Es wird empfohlen, rechtzeitig vor Beginn der Almsaison die Gültigkeit und Funktion des e-AMA-Pin-Codes zu überprüfen. Sollte dieser nicht mehr bekannt oder ungültig sein, ist ein neuer Pin-Code direkt auf der Startseite von e-AMA oder per Telefon unter 01334/3930 anzufordern. Erfolgt die Alm-/Weidemeldung Rinder nicht über das Internet, sondern per Meldeformular, ist wie folgt vorzugehen: n  Spätestens am Auftriebstag füllt der Auftreiber der Tiere das Formular „Alm-/Weidemeldung Rinder“ aus. Dabei ist besonderes Augenmerk auf die korrekte Angabe der Ohrmarkennummern zu legen und darauf, dass gemolkene Milchkühe durch Setzen des entsprechenden Kreuzes auch eindeutig als solche erkenntlich sind. Der Auftreiber unterschreibt das Formular, behält sich den zweiten Durchschlag und übergibt das Formular im Zuge des Almauftriebes an den Almbewirtschafter. n  Der Almbewirtschafter kontrolliert die Angaben, unter-

Foto: Fürstaller

schreibt ebenfalls, behält sich den ersten Durchschlag und versendet das Original möglichst umgehend am besten per Einschreiben an die AMA. Das Formular muss innerhalb von 15 Kalendertagen in der AMA eintreffen. n  Vorgedruckte Formulare „Alm-/Weidemeldung für Rinder“ hat der jeweilige Almbewirtschafter auf Datenbasis des Vorjahres erhalten. Leerformulare sind in allen Bezirksbauernkammern erhältlich. Wichtiger Hinweis: Für die Einhaltung der Meldefrist von 15 Tagen ist der Eingang der Meldung in der AMA maßgeblich. Der Postweg ist in der 15-tägigen Meldefrist enthalten. Die Meldungen sind daher entsprechend früher abzusenden.

Erforderliche Meldungen während der Almzeit n  Viehverkäufe oder Verendungen werden vom Betrieb des Tierbesitzers über die Rinderdatenbank gemeldet. Es ist keine zusätzliche Almabtriebsmeldung für die betroffenen Rinder notwendig. n  Ändert sich das Abtriebsdatum gegenüber dem auf der Meldung angeführten Datum (= voraussichtliches Herden-


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Abtriebsdatum), so ist eine eigene Meldung (Korrektur) notwendig, am besten online im e-AMA-Rindernet. Erfolgt diese Meldung schriftlich auf dem Postweg, so ist dafür der Durchschlag des Alm/Weideformulars zu verwenden. Am Formular ist für das tatsächliche Abtriebsdatum eine eigene Spalte (Korrekturfelder „Herden-/Einzel-Abtriebsdatum“) vorgesehen. Dazu sollte der Almbewirtschafter das Formular (Durchschlag) kopieren (es könnte im Laufe des Almsommers noch einmal eine vorzeitige Abtriebsmeldung erforderlich werden), auf dieser Kopie die entsprechenden Eintragungen vornehmen und sie so zeitgerecht per Post versenden, dass sie verlässlich innerhalb von 15 Tagen bei der AMA einlangt, bzw. per Fax unter 0133151/495 an die AMA übermitteln. Jede Korrekturmeldung ist vom Almbewirtschafter (Obmann) zu unterschreiben. n  Werden auf der Alm Kälber geboren, so sind sie automatisch mit der Geburtsmeldung auf der Alm gemeldet. Meldeund kennzeichnungspflichtig ist der Heimbetrieb. Wird ein Kalb direkt von der Alm verkauft, so reicht die Abgangsmeldung für das Kalb. Wird ein Kalb vor dem gemeldeten Almabtrieb der Herde auf den Heimbetrieb gebracht, ist jedoch eine Meldung des Almabtriebs durch den Almbewirtschafter (Obmann) erforderlich. Dazu muss die Ohrmarkennummer des Kalbes auf die Kopie der Alm-/Weidemeldung Rinder geschrieben und in der Spalte „vorzeitiger Almabtrieb“ das Datum der Verbringung auf den Heimhof eingetragen werden. Diese Korrektur ist ebenfalls binnen 15 Tagen an die AMA einlangend zu übermitteln.

Meldepflicht auch für Gemeinschaftsweiden Die angeführte Beschreibung gilt im selben Umfang auch für Gemeinschaftsweiden. Auch in diesen Fällen muss

jeder Weideauftrieb bekannt gegeben werden. Die Meldepflicht besteht für alle Tiere, die auf der Weide zusammenkommen – auch die Rinder des Weidebesitzers sind zu melden. Die Meldung ist wie bei den Almen im AMA-Rindernet oder mittels Formular „Alm-/Weidemeldung Rinder“ möglich.

Ersatz von gealpten Tieren Tiere, die vorzeitig von der Alm abgetrieben werden, können grundsätzlich ersetzt werden. Um die Prämienfähigkeit zu erhalten, ist allerdings eine Ersatzmeldung mit einem Tier derselben Kategorie (z. B. Milchkuh) erforderlich. Das Ersatztier muss binnen zehn Tagen auf der Alm sein. Für die Ersatzmeldung ist ein eigenes Formular („Alm-/Weidemeldung eines Ersatzrindes“) zu verwenden. Die Meldefrist von max. 15 Tagen ist sowohl bei der Korrektur der Abtriebsdatums (auf der Almmeldung – sofern es nicht möglich ist, die Meldefrist über das Formular „Alm-/Weidemeldung eines Ersatzrindes“ einzuhalten) als auch bei der Ersatzmeldung einzuhalten. Die Ersatzmeldung ist auch über e-AMA oder per Fax unter 0133 151/ 495 an die AMA möglich.

Bei „höherer Gewalt“ ist kein Ersatztier notwendig Im Falle „höherer Gewalt“ ist kein Ersatztier notwendig, um die mit der Alpung zusammenhängenden Förderungen trotzdem auszulösen. „höhere Gewalt“ liegt z. B. bei Blitzschlag oder Absturz vor und muss mit einer entsprechenden Bestätigung z. B. vom Tierarzt belegt werden. Die Meldung „höhere Gewalt“ ist bis zum zehntenTag nach dem Ereignis notwendig. Für Fragen im Zusammenhang mit der Alm-/Weidemeldung stehen die Mitarbeiter der Landwirtschaftskammern gerne zur Verfügung.

XI

eIn renommIertes weIngut feIert

900 Jahre Stift Klosterneuburg Das Stift Klosterneuburg und das dazugehörige Stiftsweingut wurden 1114 gegründet. Heuer wird das 900-JahrJubiläum gefeiert. Das ganze Jahr über finden zu diesem Anlass Veranstaltungen und Ausstellungen statt, es wird eine Neuauflage der Prägung eines Leopoldipfennigs durch die Münze Österreich geben, eine JubiläumsMessgarnitur des Goldschmieds Wolfgang Hufnagl und eine „Kultur-App“ für das Smartphone u. v. m. Außerdem wurde ein eigener Jubiläumswein, ein Rotwein-Cuvée, kreiert. Das Stiftsweingut ist heute eines der renommiertesten

Weingüter Österreichs und war von Anfang an Bestandteil der stiftlichen Gründung und ein Hauptzweig deren Wirtschaft. Gemeinsam mit den Einkünften aus dem Grundbesitz sichert es heute wie damals das Auskommen des Klosters. Seit Jahrhunderten spielt das Stift die Rolle eines landwirtschaftlichen Mustergutes, das neue Techniken im Weinbau in seinem Einflussbereich bekannt macht; eine Tradition, die durch die mit stiftlicher Hilfe gegründete Klosterneuburger Weinbauschule bis heute fortgesetzt wird. Stiftsfest: So, 15. Juni, 11 Uhr n  Festmesse und Festumzug n  symbolische Grundsteinlegung und Segnung n  Kinderprogramm n  Live-Musik

LK-Broschüre

Photovoltaik in der Landwirtschaft Dank sinkender PhotovoltaikPreise liefert das eigene Dach den Strom zu günstigeren Konditionen als der Energieversorger. Wie die Eigenverbrauchslösung funktioniert und welche Möglichkeiten sich daraus für bäuerliche Betriebe ergeben, stellt die Fachbroschüre dar. Neben den allgemeinen Grundlagen der Technik, Planung und Wirtschaftlichkeit setzt die Broschüre einen besonderen Schwerpunkt auf die fachgerechte Ausführung. Auf einem Bauernhof ist die Anlage besonderen Belastungen wie Staub, Dreck und Ammoniak ausgesetzt. Die Broschüre ist zu einem Preis von

15 € in der LK Steiermark, Tel. 0316/8050-1433 oder E-Mail christine.wallner@lk-stmk.at, erhältlich.


Bauernjournal agrarmarkt austria

XII

M a i 2014

Das neue aMa-BIosIegel

Mehr Bio, mehr Qualität Durch einen ambitionierten Schritt wurde das AMA-Biozeichen um Qualitätskriterien für die Produktion erweitert, die über den Grundstandards liegen. Zusätzlich verlangt die neue Richtlinie hundert Prozent biologische Zutaten.

Die AMA-Marketing hat den gesetzlichen Auftrag zur Absicherung der Qualität heimischer Lebensmittel. „Bio-Lebensmittel sind bei Tests häufig im Bereich der besten Produktqualität zu finden, aber wie überall gibt es auch Ausreißer. Mit der neuen Richtlinie wollen wir dazu beitragen, die Produktqualität von BioLebensmitteln durch konkrete Anforderungen zu heben und abzusichern“, erklärt Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing. Seit 1. Juli 2010 ist das EUBio-Logo verpflichtend auf allen Bio-Lebensmitteln anzubringen, die in der EU produziert werden. Dieses Zeichen übernahm die Aussagen des bisherigen AMA-Biozeichens. Das neue AMA-Biosiegel garantiert – wie schon bisher – die biologische Produktion von Lebensmitteln. Zusätzlich steht es für eine ausgeprägte Qualitätsausrichtung: Es kennzeichnet nun BioProdukte, die höheren Qualitätsanforderungen entsprechen, als die Grundstandards vorsehen. Martin Greßl, Leiter des AMA-Qualitätsmanagements, ist sicher, mit dieser zusätzlichen Dimension in der Produktqualität ein Vorreiter

haltiges Verpackungsmaterial verwendet werden, wenn es mit Bio-Lebensmitteln in Kontakt kommen könnte.

Transparente Herkunft der Rohstoffe

Die AMA stellte kürzlich das neue AMA-Biosiegel sowie die dahinterliegenden Qualitätsrichtlinien vor. Im Bild von links Barbara Köcher-Schulz (AMA-Bio-Marketing), Michael Blass (Geschäftsführer), Martin Greßl (AMA-Qualitätsmanager) Foto: AMA/APA/Preiss

und Beispielgeber für die BioBranche zu sein und den Konsumentenerwartungen noch besser zu entsprechen.

Hundert Prozent biologische Zutaten Konsumenten erwarten ausschließlich Bio, wenn Bio draufsteht. Die Grundstandards erlauben bei zusammengesetzten Lebensmitteln eine Bio-Kennzeichnung, wenn 95 Prozent der Zutaten aus biologischer Landwirtschaft stammen. Die AMA verlangt mit Einführung der neuen Richtlinie mehr Bio, nämlich hundert Prozent biologische Zutaten bei landwirtschaftlichen Rohstoffen.

Ausgezeichnete Produktqualität Ihren Anspruch auf mehr Qualität will die AMA mit konkreten Qualitätskriterien und Anforderungen an die „gute Herstellungspraxis“ und an hohe Hygienestandards absichern. Werden Lebensmittel mit dem

AMA-Biosiegel ausgezeichnet, müssen ihre chemischen, mikrobiologischen und sensorischen Eigenschaften höchsten Vorgaben entsprechen. Beispielsweise ist eine garantierte Rindfleischreifung von mindestens neun Tagen bei Edelteilen vorgeschrieben. Bei Milchprodukten werden die jeweils höchste Qualitätsstufe laut dem Österreichischen Lebensmittelbuch sowie die erste Güteklasse nach dem AMA-Gütebewertungsschema gefordert. Das wird durch regelmäßige Produktanalysen überprüft. Bio-Konsumenten wollen größtmögliche Naturbelassenheit. Daher gibt es Einschränkungen bei den Zusatzstoffen. Rund ein Viertel der Zusatzstoffe, deren Verwendung die EU-Bio-Verordnung erlaubt, ist bei AMA-Biosiegel-Produkten verboten. Langfristiges Ziel der AMA ist eine weitere Reduzierung der erlaubten Zusatzstoffe. Auch bei den Verpackungen gibt es Anforderungen: So darf kein chlor-

Für die Herkunft der Rohstoffe gilt unverändert: Rot-weiß garantiert den heimischen Ursprung der wertbestimmenden landwirtschaftlichen BioZutaten sowie die Be- und Verarbeitung in Österreich. Das schwarz-weiße AMA-Biosiegel kennzeichnet Produkte, die – unabhängig vom Ort ihrer Gewinnung und Herstellung – die AMA-Qualitätskriterien erfüllen. Qualitätskriterien

Unabhängige Kontrolle Der ganzheitliche AMAQualitätsansatz kommt auch beim Kontrollsystem zum Ausdruck: Eigenkontrollen, sind als Basis der Kontrollpyramide regelmäßig durchzuführen und zu dokumentieren. Darauf bauen Überprüfungen durch externe, unabhängige Kontrollstellen auf. Wichtig ist dabei eine entsprechende Qualifizierung der Kontrollorgane. Die AMA setzt hier einen Ausbildungsschwerpunkt. Zusätzlich zu den Betriebskontrollen werden die Lebensmittel selbst stichprobenartig geprüft –durch objektive Laboranalysen und sensorische Überprüfungen. Die Arbeit der Kontrollorgane wird auf dritter Ebene ebenfalls evaluiert. Dazu erfolgen gezielte Überkontrollen.


Bauernjournal Mai 2014