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P.b.b. Verlagsort: 3100 St. Pölten 11Z039072M

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DIE ZEITUNG DER NÖ L A NDES -L A NDWIRTSCH A FTSK A MMER

NR. JUNI 2013

Foto: Pöchlauer-Kozel

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Wie Profis am Hof Getreide lagern Wann sich ein Hoflager lohnt, wie der Mähdrescher das Getreide schon bei der Ernte aufs Lager vorbereiten kann, wie man Lagergetreide vor Schädlingen schützt und auf viele weitere Fragen antworten LK-Experten im Schwerpunkt.

Schwerpunkt Seite 4

Getreide hoch oder flach lagern? Schwerpunkt Seite 14

Getreide reinigen und konservieren

Biomasse boomt

Große Küstentanne

Immer mehr Öl- und Gaskessel machen Holzheizungen Platz. Eine Erhebung der LK NÖ zeigt, dass sich im vergangenen Jahr 22.500 neue Konsumenten für Biomasse entschieden haben. Details ab Seite 32.

Gastbaumart Nummer Drei ist die Große Küstentanne. Werner Ruhm vom BFW Wien stellt eine schnellwüchsige, trockenheits- und schneedrucktolerante Alternative für unsere Mischwälder ab Seite 28 vor.

Adressänderung bitte an: NÖ Landwirtschaftskammer Wiener Straße 64, 3100 St. Pölten Tel. 05 0259 29300, Fax 05 0259 95 29300 presse@lk-noe.at


lk aktuell

WIEN NORD

Die landwirtschaft

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juni_2013

Hermann Schultes persönlich

Aus meiner Sicht

Liebe Leserin, lieber Leser! Im Zweifel für die Bienen!! Neonicotinoide Anwendungen werden für mehrere Kulturpflanzenarten und den Gartenbereich ab 1. Dezember von der EU verboten. Jetzt haben die Bienen gewonnen, jubeln die Sieger in den Medien und verlangen gleich die nächsten Verbote wichtiger Betriebsmittel. Aber haben sie auch gewonnen? Gewonnen haben sie journalistische Neugierde, das Interesse der Behörden, auch das Bewusstsein, dass Bienen je nachdem, womit der Imker Krankheiten behandelt, biologischen oder konventionellen Honig liefern, dass Imker in Zukunft nur mit Hilfe von Tierärzten oder amtlich befugten Kräften überhaupt ihre Milbenbekämpfung durchführen dürfen, aber auch das Interesse der Werbewirtschaft und der wahlkämpfenden Parteien. Sie stehen im Scheinwerferlicht und die Öffentlichkeit ist jetzt am Wohlergehen der Bienen interessiert und fragt, ob die Imker alles richtig machen.

Wo es Sieger gibt, gibt es auch Verlierer. Verloren hat die Saatgutwirtschaft. Maissaatgut wird mit viel mehr Risiko vermehrt werden, Raps und Erdfloh werden wieder für gute Pflanzenschutzmittelumsätze sorgen, Grünerbsen werden zur Zitterpartie. Die Gentechnikfreiheit wird für vom Maiswurzelbohrer betroffene Regionen und für die Schweinemäster in diesem Gebiet an Überzeugungskraft verlieren.

Sieger sind nie zufrieden. Die Propagandawalze gegen den modernen Pflanzenschutz hatte viele Unterstützer. Kunterbunte Verwechslungen und ahnungslose Experten mit zwei Stunden Pflanzenschutzausbildung aus Wikipedia haben die Zeitungen gefüllt. Jede Unwahrheit war erlaubt. Und so manche stille Vereinbarung wurde gebrochen. Hat sich in den letzten Jahren doch die Meinung durchgesetzt, dass Bio- und konventionelle Bauern sich nicht auf Kosten des jeweils anderen profilieren müssen, hat sich durch Aussagen des Bio-Austria Obmannes Rudi Vierbauch einiges geändert. Seine Kampagne gegen Beizen und Round up hat viele konventionelle Landwirte aufgebracht. Jetzt

hält man sich gegenseitig die bienen- oder umweltgefährdende Wirkung der verwendeten Betriebsmittel unter die Nase. Ich frage mich, wer was zu gewinnen hat, wenn man sich gegenseitig beweist, dass Insektizide wirksam Schädlinge bekämpfen und dass keine Wirkung ohne Nebenwirkungen zu haben ist. Dein Gift, mein Gift unser Gift! Wer behauptet, dass Schädlingsregulierung/bekämpfung mit lauwarmem Regenwasser funktioniert, pflanzt die Bauern und täuscht die Konsumenten. Tatsache ist, dass Lebensmittel noch nie so sicher waren wie heute! Gewonnen hat der Maiswurzelbohrer, haben die Blattläuse, die Drahtwürmer. Sie werden sich bedanken, weil sie wieder ihren Teil der Ernte bekommen.

Wann ist es aus? Aus wird es nie. Solange wir versuchen, aus unserer Erde Erträge zu erwirtschaften, werden wir produktiv und wettbewerbsfähig sein müssen. Die Konsumenten verlangen den heutigen Stand der Technik. Auch wenn wir uns über die Markterfolge der Biolandwirtschaft freuen, kommen 98 Prozent der Schweine und ihre Futtergrundlagen aus der konventionellen Landwirtschaft. Da gilt harter Preiskampf. Deshalb werden alle, die in Österreich Sonderbedingungen verlangen, noch lange ihre Reibebäume haben und die Medien bedienen. Behauptete Bedrohungen werden immer ihre Multiplikatoren finden. Regenwürmer, Schmetterlinge, Singvögel sind wunderbar geeignet, um Emotionen zu wecken und damit Kampagnen zu fahren. Besonders dann, wenn wie bei den Bienen kein Beweis verlangt wird und Aussagen und Daten, die nicht kampagnenkonform sind, verschwiegen werden. So geht Freiheit verloren. Noch habe ich die Worte von Professor Karl Crailsheim in den Ohren, dem einzigen Wissenschaftler aus Österreich, der fachlich kompetent eine öffentliche Aussage getroffen hat: Er ist weder für noch gegen ein Verbot. Er hat vor jeder Entscheidung eine Prüfung der Alternativen verlangt. Genau darum geht es! Das wäre der Weg. Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir bald wieder Themen haben, die die Bauern nicht spalten, sondern zusammenführen.

Herzlichst, Ihr

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Die landwirtschaft

lk aktuell

Praxisbezogener Unterricht am Bauernhof auch für angehende Lehrer

Neuer Impuls für Projekt „Schule am Bauernhof“

Seit mittlerweile zehn Jahren bietet das Projekt „Schule am Bauernhof“ Kindern verschiedener Schulstufen einen Blick hinter die Kulissen von landwirtschaftlichen Betrieben. Zukünftig soll das Angebot auch in der LehrerAusbildung eine Rolle spielen. „Wir leben in keinem agrarpolitischen Disneyland“, erklärt Agrar-Landesrat Stephan Pernkopf. Vielmehr sieht er das Projekt „Schule am Bauernhof“ als Möglichkeit, Bewusstsein zu schaffen für die Produktion von Lebensmitteln. „12.500 Schüler in Niederösterreich durften im vergangenen Jahr die Realität auf einem Bauernhof kennen lernen“, so Pernkopf. Eine beachtliche Zahl, die zukünftig auf 15.000 erhöht werden soll.

„Schule am Bauernhof“ als ein fixer Bestandteil der Lehrerausbildung Dabei geht es den Projektverantwortlichen derzeit vor allem darum, auch die Lehrer ins Boot zu holen. „Um unseren Kindern die bestmögliche Ausbildung geben zu können, müssen wir auch das Lehrpersonal bestmöglich schulen. Deshalb erweitern wir künftig das SchülerAngebot auch auf die Lehrer-Ausbildung“, meint Pernkopf. Erklärtes Ziel ist es, dass jeder Lehramtsstudent während seiner 4

Ausbildung zumindest einmal einen Bauernhof unter die Lupe genommen hat. Landwirtschaftliches Know-How für Studenten und Schüler lautet somit die Devise. Rund 60 Betriebe in Niederösterreich nehmen an der Initiative „Schule am Bauernhof“ teil. Darunter auch sechs Bauernhöfe in St. Valentin, Bezirk Amstetten. Seit März 2011 öffnen diese Landwirts-Familien ihre Tore für Schüler der Region. Dafür haben sie entsprechende Themen zusammengestellt. Für die niederösterreichische Landesbäuerin Maria Winter ein wichtiger Blick hinter den Vorhang landwirtschaftlicher Produktionsabläufe: „Wir wollen mit ‚Schule am Bauernhof‘ keine Geschichten erzählen, sondern die Realität zeigen.“ Dabei möchte die Landesbäuerin besonders ein wesentliches Problem aus dem Weg räumen: „Wenn wir nicht mehr wissen, woher der Hamburger kommt, dann wird es eng.“ Von der neuen Initiative werden in Zukunft rund 2.000 Studierende der niederösterreichischen Pädagogischen Hochschulen profitieren. Auch Bildungs-Landesrätin Barbara Schwarz fordert „Schule am Bauernhof“ als fixen Bestandteil in allen Bildungseinrichtungen: „Die Initiative ‚Schule am Bauernhof‘ für Kinder und Pädagogen wirkt auf dreifache Weise: Sie schafft Bewusstsein für Nahrungsmittel und deren Produk-

Sechs Landwirtsfamilien aus St. Valentin präsentierten gemeinsam mit Agrar-Landesrat Stephan Pernkopf (4.v.r.) und Bildungslandesrätin Barbara Schwarz (4.v.l.) einen neuen Impuls für das bewährte Projekt „Schule am Bauernhof. Foto: LK NÖ/ Eva Posch

tion, sie macht regionale und saisonale Kreisläufe in unserem Bundesland sichtbar und sie unterstützt die nachhaltige Wissensvermittlung, indem sie Leben im ländlichen Raum mit allen Sinnen begreifbar macht.“ Diese Ansicht teilen auch Projektbefürworter Vizerektorin der Pädagogischen Hochschule Krems (PHK) Beatrix Konicek und LandesschulratsPräsident für NÖ Hermann Helm. Aber nicht nur von der PHK und dem Landesschulrat wird die Initiative unterstützt. Als Mitträger des Projektes „Schule am Bauernhof“ setzt sich auch die Landwirtschaftskammer Niederösterreich für den praxisbezogenen Unterricht am Bauernhof ein. Eva Posch

Zertifikatslehrgang „Schule am Bauernhof“ Im Kurswinter 2013/2014 findet in der LK NÖ eine 10-tägige Ausbildung statt. Die genauen Termine und der Kursbeitrag sind im Referat Direktvermarktung unter Tel. 05 0259 26202 zu erfragen. Nähere Informationen sind auf www.schuleambauernhof.at erhältlich.


juni_2013

Landwirtschaft bringt‘s:

LK NÖ-Präsident leitete Arbeitsgruppe zu Klimaschutz

Umweltleistungen zum Wohle aller

Österreich und Bayern bauen auf Gemeinden

Auf die vielfältigen Umwelt­ leistungen der Bäuerinnen und Bauern machte die Landwirtschaftskammer NÖ Anfang Mai bei der „Woche der Landwirtschaft“ aufmerksam.

Alle zwei Jahre findet die Bayrisch-Österreichische Strategietagung statt. Mehrere Arbeitsgruppen tagten. LK NÖ-Präsident Hermann Schultes leitete die Gruppe „Klimaschutz als kommunales Handlungsfeld“.

Dass Landwirtschaft und Umwelt nicht im Widerspruch zueinander stehen, sondern miteinander eng verbunden sind, war Thema der österreichweiten „Woche der Landwirtschaft“. Mit der Broschüre „Landwirtschaft bringt´s“, die die Umweltleistungen der Landwirtschaft klar aufzeigt, will die LK NÖ die Konsumenten für dieses Thema sensibilisieren. „Wir wollen Landwirtschaft im Dienste der Menschen betreiben, und zwar so, dass auch die nächste Generation davon leben kann und wir den notwendigen Respekt für unsere Arbeit erleben dürfen“, verdeutlichte Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, bei der Präsentation des Folders auf Stift Göttweig.

Wichtiger Zukunfts- und Wirtschaftsfaktor Landesrat Stephan Pernkopf verwies auf die ökologische, kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft. So werden über 90 Prozent der Nutzfläche über das Österreichische Umweltprogramm bewirtschaftet. Mit dem Leben von Traditionen leisten die Landwirte einen wesentlichen Beitrag zu einem lebendigen ländlichen Raum und damit auch für den Tourismus. „Darüber hinaus investieren sie pro Betrieb 24.000 Euro jährlich in die regionale Wirtschaft“, unterstrich Pernkopf. „Damit die Bauern diese wertvollen und gesellschaftlich erwünschten Leistungen erbringen können, muss der Mehraufwand auch künftig abgegolten werden“, skizziert Schultes die politischen Herausforderungen. Landesrat Stephan Pernkopf, LK NÖ-Präsident Hermann Schultes und Abt Columban Luser sind sich einig, dass die Bäuerinnen und Bauern mit ihrem Wirtschaften große Schöpfungsverantwortung übernehmen. Foto: LK NÖ/Posch

Eine stärkere Vernetzung der einzelnen Gemeinden und eine effizientere Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinaus, standen bei der Bayrisch-Österreichischen Strategietagung am 16. und 17. Mai im Mittelpunkt. Besonders der Energiesektor stellt dabei für die Gemeinden eine Herausforderung dar, die es auch in Zukunft zu meistern gilt. „Der Import fossiler Energieträger verursachte 2012 ein Handelsbilanzdefizit von 13 Milliarden Euro. Dieses Geld fehlt den heimischen Regionen und Haushalten“, erklärte LK NÖ-Präsident Hermann Schultes in seinem Eröffnungsstatement. Dabei machte er auf regionale Probleme und Lösungen aufmerksam. „Ohne den Einsatz von Bioenergie wäre der heimische Kaufkraftabfluss um 3,2 Milliarden Euro höher“, gibt Schultes zu bedenken.

LK NÖ-Präsident Hermann Schultes gab in Bayern als Arbeitsgruppen-Leiter wichtige Einblicke zu erneuerbarer Energie und Klimaschutz. Foto: STMELF/Schüßler

in Niederösterreich umgesetzt werden. Etwas, das nur mit Hilfe der aktiven Mitarbeit der Bürger möglich war.

Wertschöpfung für die Region „Durch die verstärkte Einbindung der Gemeindebürger in die Mitgestaltung wird eine Grundlage für die Umsetzung innovativer Projekte im Bereich erneuerbarer Energien geschaffen“, so Schultes. Vor allem für die Gemeinden sind diese Maßnahmen wichtig, wie Schultes weiter erklärt: „Das Geld bleibt vor Ort, Wertschöpfung entsteht und der Wohlstand wächst.“

Biowärme in NÖ 2012 Eine Ansicht, die auch Bioenergie NÖ-Obmann Gerhard Rathammer teilt. Nahwärme auf Basis land- und forstwirtschaftlicher Betreiber in Niederösterreich zu etablieren, lautete von Anfang an das Ziel dieser Genossenschaft. In Summe konnten bereits 50 Biomasse-Nahwärmeprojekte

610 Biomassenah- und Fernheizwerke versorgen 32.000 Kunden. Für die Wärmeerzeugung werden 4 Millionen Schüttraummeter Hackgut, 20.000 Tonnen Stroh und 1,2 Millionen Sägerestholz verbraucht. Es gibt rund 100 Fernwärmegenossenschaften. Die Gesamtwertschöpfung beträgt 87,2 Millionen Euro. 5


DIE LANDWIRTSCHAFT

LK AKTUELL

Die Landessieger stehen fest

Neue Königin und beste Weine bei Gala präsentiert 3

15 Weine und ein Sekt holen sich den Landessieg. Aus 3.400 eingereichten Weinen und Sekten bestimmte eine neunköpfige Jury die Besten der Besten. Ende April ging es für zehn Kostkommissionen anständig zur Sache. Ganze 3.400 Winzer-Spezialitäten galt es für die Experten auf Geschmack und Qualität zu prüfen. Nach vier Tagen intensiver Verkostung standen die Finalisten fest und 65 gute Tropfen zogen ins Finale ein. Dort bestimmten neun Jurymitglieder, wer sich heuer mit dem Titel Landessieger schmücken darf.

Weinjahr im Zeichen des Frostes punktet mit Qualität Alles in allem keine leichte Aufgabe wie die Verantwortlichen der Prämierung wissen: „Der Jahrgang 2012 hat im Vergleich zu anderen eine ausgesprochen gute Qualität, was eine Entscheidung natürlich erschwert.“ Trotz Spitzenqualität bleibt auch ein Wermuts-

Gute Teilnehmerquote trotz schlechter Erträge Dennoch reichten 720 Betriebe ihre Produkte ein. Nur 100 Weine weniger als im Vorjahr waren bei der Verkostung mit dabei. Für die Organisatoren des Wettbewerbs ein Zeichen, dass sich Winzer gerne einer unabhängigen Verkostung stellen. Aber auch die Auszeichnung selbst und die zusätzliche Werbung sind wesentliche Kriterien, die für eine Teilnahme sprechen. Schon im vergangenen Jahr bezeichnete Weinbaupräsident und LK NÖ-Vizepräsident Josef Pleil den Landessieg als einzigartige Marketingchance für Newcomer und etablierte Weinproduzenten.

Europäischer Preis für Weinkultur verliehen Im Rahmen des 61. Deutschen Weinbaukongresses in Stuttgart wurden zwei europäische Weinkulturpreise verliehen. Einer ging an LK NÖ-Vizepräsident und Präsident des Österreichischen Weinbauverbandes Josef Pleil. „Dank seiner Strategien und Initiativen hat Josef Pleil den österreichischen Wein wieder erfolgreich auf den internationalen Märkten platziert.“ So lautete das Urteil der Fachjury. „Ich wurde damit vollkommen überrascht“, erklärt Pleil. Umso größer war die Freude. Denn der Preisträger weiß, wie wichtig diese Auszeichnung für die österreichische Weinkultur ist: „Es ist eine Anerkennung über die Grenzen hinaus. Die anderen sehen, dass bei uns gut gearbeitet wird.“ Foto: Deutscher Weinbauverband

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Die Landessieger

tropfen bei den Winzern zurück. Denn die Ausbeute im vergangenen Jahr ließ durchaus Wünsche offen. „Das letzte Weinjahr stand für viele Winzer im Zeichen des Frostes. Mit 2,15 Millionen Litern war es die zweitgeringste Weinernte seit 15 Jahren“, so die Profi s der Bezirksbauernkammer Krems.

Österreichs Weinkönigin Elisabeth Hirschbüchler (l.) gratulierte der neuen NÖ Weinkönigin Tanja Dworzak. Sie wurde im Rahmen der NÖ Weingala gekrönt. Foto: : NLK/Burchhart

Kreis der Besten 2013 Doch nicht nur die Landessieger profitieren von dieser Prämierung. Insgesamt 120 Weine und fünf Sekte bilden heuer den sogenannten „Kreis der Besten“. Bei diversen Events können die jeweils Besten pro Sorte verkostet werden. So kann sich das Publikum auch gleich persönlich von der Topqualität der eingereichten Sorten überzeugen. Eva Posch

Fachtag für Winzer In den Weingärten der Weinbauschule Krems-Landersdorf geht es am Mittwoch, 26. Juni, fachlich zur Sache. Vorträge, Info-Stände und Vorführungen werden geboten. „Änderungen bei Investitionen ab 2014“ oder„Minimalschnitt im Spalier“ sind nur zwei der Bereiche, welche die Experten an diesem Tag durchleuchten. Begonnen wird um 9 Uhr. Infos: www.wbs-krems.at.

Sekt: Weingut Stift Klosterneuburg – Mathäi Brut 2010 Welschriesling: Weinbau Walter Bauer – Welschriesling 2012, Ebenthal Grüner Veltliner leicht: Weingut Hagn – Hundschupfen 2011, Mailberg Grüner Veltliner gehaltvoll: Weingut Doris und Gotthard Eichberger – Weinviertel DAC Reserve 2011, Eibesbrunn Riesling: Helga und Karl Schuster Diebenstein 2012, Großriedenthal Sauvignon Blanc: Weinbau Andreas Urban – Sauvignon Blanc 2012, Wullersdorf Weißburgunder: Weingut StichGaismayer – Weißburgunder Selektion 2012, Bad Pirawarth Chardonnay: Weingut Karl Alphart – Chardonnay Reserve 2011, Traiskirchen Sortenvielfalt Weiß: Weingut Josef Wannemacher – Gemischter Satz 2012, Hagenbrunn Weine über neun Gramm Restzucker: Weingut Schwertführer 47er – Traminer 2012, Sooß Prädikatsweine: Weingut Jana und Josef Piriwe – Rotgipfler Trockenbeeren-Auslese 2009, Traiskirchen Zweigelt klassisch: Weingut Hagn – Blauer Zweigelt 2011, Mailberg Zweigelt Reserve: Weingut Aumann – Reserve Zweigelt 2011, Tribuswinkel Blauer Burgunder, St. Laurent: Weingut Stift Klosterneuburg – St. Laurent Reserve 2011 Sortenvielfalt Rot: Weingut Elfriede und Josef Heinzel – Merlot 2011, Deinzendorf Cuvée rot: Weingut Gottschuly-Grassl – G3 2010, Höflein


juni_2013

Wieselburger Messe Inter-Agrar lockt mit Beratungsleistungen, Informationsständen und Showprogramm

Land- und Forstwirtschaft als Messehit

Von Donnerstag, 27. Juni bis Sonntag, 30. Juni öffnet die Wieselburger Messe „INTERAGRAR“ ihre Tore. Viele Highlights warten. Rund 560 Aussteller, ein umfassendes Produktspektrum und die traditionellen Messeschwerpunkte Land- und Forstwirtschaft locken auch heuer wieder zahlreiche Besucher auf das Messegelände in Wieselburg. Denn die größte landwirtschaftliche Fachmesse Niederösterreichs geht von 27. bis 30. Juni über die Bühne und hält für die Gäste so einiges bereit.

viel geboten. Vor allem die Schweinezucht steht heuer im Mittelpunkt des Messegeschehens. In der Tierhalle (Halle 13) und dem Vorführring erwarten die Fachbesucher Tiervorführungen und Bewertungen. Doch auch die einschlägige Beratung durch die Experten vor Ort kommt dabei nicht zu kurz. Als weiterer Höhepunkt im Rahmenprogramm werden am Sonntag die Österreichischen Staatsmeisterschaften im Schafscheren im Vorführring des Freigelände 4 über die Bühne gehen. Nur wenige Schritte weiter ebenfalls am Freigelände 4 informieren Profis über alte Haustierrassen.

Beratungsleistung pur

Landtechnik hautnah erleben

So befindet sich in der 1.200 m² großen Halle 12,das Beratungszentrum der NÖ Landwirtschaftskammer. Hier sind nicht nur der Rinderzuchtverband oder die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer vertreten. Auch das Futtermittellabor Rosenau, der Tiergesundheitsdienst aber auch die ARGE der Bäuerinnen oder die Landjugend stehen dort den Besuchern Rede und Antwort.

Beim Beratungsstand der BLT Wieselburg Francisco Josephinum erwarten die Besucher die neuesten Erkenntnisse aus dem Bereich der Landtechnik. Dabei werden im speziellen folgende Themen aufgegriffen: Sprit sparen in der Landwirtschaft, Pflanzenölkraftstoff für Traktoren und eine Vergleichsuntersuchung bei verschiedenen Holzspaltern der 20-Tonnen-Klasse. Namhafte Unternehmen nutzen die Wieselburger Messe als Informationsplattform.

Neueste Forsttechnik im Blick Auch heuer wieder ist das über 6.000 m² große Forsttechnikzentrum fixer Bestandteil der Messe. Dafür konnte der eine oder andere neue namhafte Aussteller gewonnen werden. Damit ist eine zusätzliche Aufwertung des Angebotes garantiert. Neben der Präsentation neuester Forsttechnik runden diverse Showelemente das Programm ab. Damit aber noch lange nicht genug: Auch im tierischen Bereich wird

Neben der Land- und Forstwirtschaft ist der Bereich Bauen und Wohnen als weiterer Messeschwerpunkt vertreten. Themen wie Inneneinrichtung, Baubereich und Energienutzung spielen eine wesentliche Rolle. Ein umfangreiches Angebot also, dass mit einem Besuch der Genusszone in der Wieselburg Halle noch zusätzlich ab-

Das Forsttechnikzentrum bei der INTER-AGRAR in Wieselburg hält für Jung und Alt sehr viel Spannendes parat. Foto: Wieselburger Messe

gerundet werden kann. Denn bäuerliche Schmankerl und ein Bühnenprogramm warten. Für weitere Unterhaltung sorgt das traditionelle Volksfest, das bereits am Mittwoch, 26. Juni, mit dem alljährlichen Bieranstich beginnt.

INTER-AGRAR 2013 27. bis 30. Juni täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Nähere Informationen sowie weitere Programmhöhepunkte sind unter www.messewieselburg.at erhältlich.

www.messewieselburg.at

... mit Volksfest

27.- 30. 6. 2013 7


Die landwirtschaft

lk aktuell

Generalversammlung der Rübenbauern mit Blick auf Europa

„Hoffen auf Verlängerung der Zuckerquoten“

Bei der Generalversammlung des Rübenbauernbundes für Niederösterreich und Wien wurde Obmann Ernst Karpfinger in seiner Funktion bestätigt. Er thematisierte Probleme und Chancen für die Zukunft. Besonderes Augenmerk legte Obmann Ernst Karpfinger vom Rübenbauernbund für Niederösterreich und Wien auf die Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union und mit ihr auf das Schicksal der Zuckermarktordnung. „Die EU-Kommission versucht die Quotenregelung aufzuheben,

ohne die Konsequenzen einer übereilten Entscheidung seriös zu prüfen“, erklärt Karpfinger. Das Europäische Parlament aber spricht sich für eine Aufrechthaltung der Zuckermarktordnung bis zum Jahr 2020 aus. „Wir hoffen, dass sich das Parlament mit seiner Meinung durchsetzen kann und den widersinnigen Komissionsvorschlag umdrehen kann“, so der Obmann. Neben dem gestiegenen Rübenpreis spielten auch die Auflagen an die Rübenbauern bei der Versammlung eine Rolle. „Diese Anforderungen werden bald den Bogen unserer Möglichkeiten überspannen“, gibt er zu bedenken.

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NÖ Bauernbund-Direktorin Klaudia Tanner (3.v.l.) , Rübenkönigin Barbara Klaus und Rübenbauernbund-Obmann Ernst Karpfinger gemeinsam mit den Gastrednern. Foto: RBB

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juni_2013

Aus dem Land Meinung von Redakteur Hans Gmeiner www. gmeiner-meint.blogspot.com

Bar jeder Vernunft

Erschienen in der Raiffeisenzeitung NR. 19 vom 08.05.2013

Der Furor, der sich in Österreich rund um den Schutz der Bienen entlud, war erstaunlich. Und er war bestürzend. Bestürzend nicht, weil sich die Landwirtschaft dagegen verwehrte, das Kind mit dem Bad auszuschütten, sondern bestürzend vor allem deswegen, weil sich zeigte, wie schnell in diesem Land Stimmungen erzeugt werden können, in denen jedes Stück Vernunft und Besonnenheit hinweg gefegt wird und in denen nichts als blinde Hatz betrieben wird. Fakten spielten dabei keinerlei Rolle mehr, Betroffene konnten nicht mehr ihre Meinung sagen, von Abwägung keine Spur. Es ging nur mehr ums Niedermachen. Da war jedes Maß verloren, jede Relation über den Haufen geworfen. Österreich zeigte seine hässliche Seite. Undemokratisch, unzivilisiert und unwürdig. Das Niveau der Diskussion war beschämend. Der Druck, den die Allianz aus NGO, politischen Parteien und Medien entwickelte, kann Angst machen. Er kann sich gegen jeden wenden – nicht nur gegen einen Landwirtschaftsminister oder eine Bauernvertretung, die vielleicht ungeschickt agiert hat. Wie sich der Druck hochgeschaukelt hat, wie er gezielt angeheizt wurde, wie er genutzt und wie damit gespielt wurde, wirft viele Fragen auf. Da war nicht viel von Verantwortung zu spüren oder gar von Respekt. Da ging es vor allem um die schnelle Schlagzeile und den möglichst originellen Sager, darum, dem politischen Gegner eins auszuwischen, darum, für das eigene Spendenkonto zu werben oder, wie mancher Handelsbetrieb, schnell Kassa und guten Wind zu machen. Da wurde in der Wortwahl gnadenlos überzogen und ging es in den Analysen selten um die Sache, sondern sehr viel öfter darum, seine eigenen Süppchen zu kochen. Da war kaum etwas zu sehen von besonnenen Kräften, da wurde von „Bienenkillern“ geredet, weil „Bienenmörder“ manchen noch zu wenig schien. Was da niederging, ist nicht verwunderlich in diesem Land, das immer noch von Lagerdenken geprägt ist. Und es hat zu tun mit einer schwachen, dem Populismus verfallenen Politik, die das Feld frei gemacht hat für Einrichtungen wie NGOs, die abseits jeder demokratischen Legitimation immer öfter ganze Branchen in ihren Würgegriff nehmen. Die Landwirtschaft weiß ein Lied davon zu singen. Die Auseinandersetzungen rund um den Schutz der Bienen sind aber auch Ausdruck dafür, wie produktionsfeindlich und wirtschaftsfeindlich unsere Gesellschaft geworden ist. Und das gilt nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für viele andere Wirtschaftszweige. Man will zwar ihre Produkte, und das möglichst billig, aber man will die Produktion nicht. Dass das so ist, daran ist durchaus nicht nur eine Seite Schuld. Allzu oft hat man von allen Seiten zu wenig Verständnis gezeigt. Man hat verlernt, sachliche Diskussionen zu führen. Der Rammbock bestimmt die Diskussionskultur. Bei einem solchen Stil bleibt das ganze Land auf der Strecke. Demagogie, Hetze gar, wie wir sie in den vergangenen Wochen erlebten, sind keine Grundlagen für eine Weiterentwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft, die allen zugute kommt. Nicht einmal für die Bienen. Denn, dass die Neonicotinoiden allenfalls eine von mehreren Ursachen für das Bienensterben sind, ist im Sturm der Entrüstung längst untergegangen. Wie man den anderen Ursachen Herr werden kann, war nie Thema.

Urlaub und Kulinarik gelungen kombiniert Echter Urlaub und echte bäuerliche Spezialitäten dafür stehen die beiden Initiativen „Urlaub am Bauernhof“ und „Gutes vom Bauernhof“. Wie sich beides zu einem wahren Erlebnis ländlichen Raumes vereinen lässt, zeigt in Zukunft eine gut durchdachte Kooperation. Ab sofort sind auf den jeweiligen Webseiten auch die Partnerbetriebe verzeichnet. Ein Schritt, den auch „Urlaub am Bauernhof“-Bundesobmann Klaus Vitzthum willkommen heißt: „Diese Kooperation ist ein wertvoller Baustein in unserer Strategie, in der wir vielfältige Kooperationen und Synergien mit bäuerlichen Partnern nutzen wollen.“ Foto: Urlaub am Bauernhof Agrana erzielte Rekordergebnis im vergangenen Geschäftsjahr „Erstmals über 3 Milliarden Euro Konzernumsatz“, so lautet die erfolgreiche Jahresbilanz der AGRANA Beteiligungs-AG für das vergangene Geschäftsjahr. Auch AGRANA Vorstandsvorsitzender Johann Marihart zeigt sich von diesem Ergebnis erfreut: „Es gelang uns in einem schwierigen Umfeld das Vorjahr bei Umsatz und operativem Ergebnis erneut zu übertreffen.“ Nur im Segment Frucht belasteten Reorganisationsmaßnahmen in Europa sowie Rückstellungen aufgrund aufgedeckter Unregelmäßigkeiten bei einer mexikanischen Tochtergesellschaft das Ergebnis der Betriebstätigkeit mit 19,1 Millionen Euro. Eine Briefmarke für die Waldkönigin Viktoria Hutter (2.v.r.), die niederösterreichische Waldkönigin, konnte Landesjägermeister Josef Pröll (3.v.r.) ihre personalisierte Briefmarke überreichen. Für Viktoria I. ein Erlebnis, das sie nicht so schnell vergessen wird. Foto: Gerald Pfabigan

Maschinenring eröffnet neue Räumlichkeiten Schon seit Anfang März kann sich das Team des Maschinenrings über neue Büroräume im Wirtschaftszentrum St. Pölten freuen. Denn seit dem finden dort Kundenbetreuer sowie Spezialisten für Forst und Baumdienstleistungen genug Platz, um ihre Arbeit zu verrichten. Ende Mai wurde das Büro den Maschinenring-Mitarbeitern, Kundenbetreuern und Nachbarn bei einem ausgiebigen Business-Frühstück präsentiert. Am vergangenen Mittwoch, 29. Mai, fand die offizielle Eröffnung statt, die aufgrund der Begräbnisfeier des ehemaligen Landeshauptmann Ludwig verschoben werden musste. Gäste aus Politik und Wirtschaft ließen es sich nicht nehmen und nahmen an der verspäteten Eröffnungsfeier teil. Auch Agrarlandesrat Stephan Pernkopf fand lobende Worte für die Expansion. Denn die neuen Räumlichkeiten bieten nun auch Platz für zusätzliche Arbeitsplätze. Foto: Maschinenring

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Die landwirtschaft

pflanzenbau

P rod u ktio n

Maßnahmen gegen Ährenfusariosen bündeln

S 12

Von der Vorfrucht bis zum Fungizid

Internetwarndienst für Kartoffelbauern S 16

Was bietet das Kuhhotel in Wildendürnbach? S 18

Milchquotenregelung neigt sich dem Ende zu

Umsetzung der Begleitmaßnahmen liegt im Plan S 19

Weltmilchtag erobert Kinderherzen S 20

Wasser: Futtermittel mit Kraft S 22

Neue Gütesiegelrichtlinie für Schweinehalter S 23

Gefahren bei der Bienenzucht S 24

Schafwolle mit hoher Qualität erzeugen S 26

Bodentypen des Waldes unter der Lupe betrachtet S 28

Große Küstentanne überzeugt mit Toleranz Ab S 30

Invekos

Ährenfusariosen mindern Ertrag und Qualität bei Getreide. Das Befallsrisiko lässt sich nur mit einem Bündel von Maßnahmen reduzieren. Die Pilzgattung Fusarium kann alle Getreidearten befallen. Mit Abstand am meisten betroffen sind Durumweizen, Weichweizen und Triticale. Roggen und Gerste zeigen beim Mykotoxinmonitoring der Landwirtschaftskammer die geringsten Anfälligkeiten. Durch einen Fusariumbefall können sich giftige Stoffwechselprodukte bilden, so genannte Mykotoxine. Diese Gifte, wie Deoxynivalenol oder Zearalenon, lassen sich durch Reinigungsprozesse nur zum Teil entfernen. In feuchten Jahren sind auch in Niederösterreich höhere Befallswerte möglich.

Höchstes Fusariumrisiko bei Maisvorfrucht Das größte Gefahrenpotential für einen Befall mit Ährenfusariosen sind Ernterückstände von Mais. Das zeigen die Ergebnisse des Mykotoxinmonitorings der Landwirtschaftskammer. Bei Durumweizen spielen auch Ernterückstände von Weizen eine wichtige Rolle. In einem Fungizidversuch der Landwirtschaftskammer Oberösterreich trat 10

Nach Infektionen durch Fusarien kommt es zu bleichen Ähren mit lachsrosa Färbung. Fotos: LK NÖ/Schmiedl

nach Vorfrucht Sojabohne und Grubber ein hoher Fusariumbefall auf. Laut Literaturhinweisen können auch auf Sojabohne Fusarium-Arten vorkommen, die Getreide und Mais befallen. Von den Strohresten auf der Bodenoberfläche werden die Fusarium-Sporen ausgeschleudert, die Weizen und Triticale bei geeigneter Witterung während der Blüte infizieren. Wenn der Pilz von den Ährchen in die Spindel wächst, dann stirbt der Ährenteil oberhalb der Befallsstelle ab. Die Symptome sind rosa bis lachsfarbige Ähren, die später bleich werden. Kümmerkorn und Taubährigkeit sorgen für Ertragsverluste, die Mykotoxine für Qualitätsverluste.

Sorte richtig wählen und Ernterückstände der Vorfrucht einarbeiten Durch die Wahl einer weniger anfälligen Sorte kann man das Befallsrisiko reduzieren. Gerade bei Weichweizen sind Sorten mit geringer Anfälligkeit am Markt. Durumweizen ist generell höher anfällig.


juni_2013 Informationen zur Sortenanfälligkeit sind im Feldbauratgeber der Landwirtschaftskammer zu finden. Am besten ist es, die Ernterückstände aus der Vorfrucht zu beseitigen, zum Beispiel durch intensives Häckseln und nachfolgende Bodenbearbeitung mit dem Pflug oder zumindest durch Einarbeiten mit dem Grubber. Da aber meist Reste von Maisstroh und Stoppeln an der Bodenoberfläche verbleiben, sollte man auch Fungizide gezielt einsetzen.

Infektion bei feuchter Witterung in der Blüte Infektionsgefahr besteht in der Getreideblüte bei Temperaturen über 16 °C und ab zwei bis vier Millimeter Niederschlag. Die Fungizide wirken gegen FusariumArten nur sehr kurz. Die Behandlungen müssen daher bei heraushängenden Staubbeuteln ein bis zwei Tage vor oder besser nach der Infektion erfolgen. Eine Unterstützung dafür bietet die FusariumPrognose auf www.warndienst.at, bei der auch die Niederschläge für den eigenen Standort angepasst werden können.

Richtiges Fungizid einsetzen Für Fusariumbehandlungen muss das richtige Fungizid gewählt werden. Mehrjährige Versuche der Landwirtschaftskammer Oberösterreich zeigen, dass die einmalige Behandlung vor dem Ährenschieben mit Azol-Strobilurin-Kombinationen den Fusariumbefall sogar noch fördert. Gezielte Behandlungen in die Weizenblüte konnten die Mykotoxinwerte um 50 bis 70 Prozent reduzieren. In den feuchteren Anbaulagen sind meist Doppelbehandlungen sinnvoll. Zum Fahnenblatt-Stadium werden zwei

Drittel der Aufwandmenge einer AzolStrobilurin-Kombination oder eines Azol-Carboxamid-Fungizids gegen Blattkrankheiten eingesetzt. In die Blüte wird bei Infektionsgefahr ein Fungizid mit Fusariumwirkung ausgebracht. Geeignet sind Folicur mit einem Liter pro Hektar, Osiris mit 2,5 Liter pro Hektar, Prosaro mit einem Liter pro Hektar, Pronto Plus mit 1,5 Liter pro Hektar, Tebu Super 250 EW mit einem Liter pro Hektar und Zantara mit einem Liter pro Hektar. Auch die Kombination von 1,25 Liter pro Hektar Pronto Plus mit 1,1 Kilogramm pro Hektar DON-Q besitzt eine gute Wirkung.

Applikationstechnik ist entscheidend In den trockeneren Anbaulagen, wo die Abreifebehandlung oft erst zum Ährenschieben erfolgt, sollte der Einsatz dieser breit wirksamen Fungizide bei Infektionsgefahr gezielt in die Blüte erfolgen. Dadurch können auch Braunrost und die Septoria-Spelzenbräune erfasst werden. Bei Temperaturen über 25 °C sollte man die Behandlungen in den Abendstunden oder am frühen Morgen durchführen. Für eine optimale Anlagerung der Spritzbrühe auf der Ähre sollte die Wassermenge 200 bis 250 Liter pro Hektar betragen. Gute Erfahrungen wurden mit Doppelflachstrahl-Injektordüsen gemacht, da sie die Ähren von zwei Seiten benetzen. DI Johannes Schmiedl Ref. Pflanzenschutz Tel. 05 0259 22602 johannes.schmiedl@lk-noe.at

Kurz gefasst

Strohrückstände von der Maisvorfrucht sind Ausgangspunkt für Fusariumbefall bei Getreide.

Fusarien können alle Getreidearten befallen. Am meisten betroffen sind Durum-, Weichweizen und Triticale vor allem nach Mais als Vorfrucht. Ertragsund Qualitätsverluste sind die Folge. Bei der Bekämpfung entscheiden das richtige Fungizid und die Applikationstechnik über den Behandlungserfolg. Die Fungizidbehandlung bietet aber nur in Kombination mit den pflanzenbaulichen Maßnahmen entsprechende Wirkungssicherheit. Die Beseitigung von Ernterückständen aus der Maisvorfrucht und der Anbau von Sorten mit geringer Fusarium-Anfälligkeit sind dabei zentrale Maßnahmen.

Bayer informiert:

Wirkung der Rübenfungizide sichern Sehr zeitige und permanente Infektionen, eine zu späte Bekämpfung aber auch eine verminderte Wirksamkeit der Fungizide führte 2012 vielfach zu einem starken Cercosporabefall, der den Ertrag reduzierte. 2013 muss der Spritzstart zeitiger, vor Sichtbarwerden der ersten Symptome gemacht werden, um eine gute Wirkung zu ermöglichen. Untersuchungen zeigen, dass die Wirkung der Rübenfungizide in Österreich nicht mehr so stark ist wie in anderen Ländern. Um trotzdem gesunde Blätter zu erreichen, ist bei Infektionswetter eine zeitigere Cercospora-Bekämpfung vor Sichtbarwerden der ersten Symptome notwendig. Neben den Empfehlungen der Agrana gibt auch das Prognoseprogramm proPlant auf www. warndienst.at je nach Risikofaktoren eine gebietsspezifische Spritzstartempfehlung, die beachtet werden sollte. Eine verminderte Dauerwirkung der Fungizide ist eine weitere Konsequenz der schlechteren Wirkung. Daher müssen bei Infektionswetter die Spritzabstände verkürzt werden. Ein neutraler Spritzabstandsrechner auf www.warndienst. at hilft, die Dauerwirkung der Fungizide besser einzuschätzen und die Folgebehandlung rechtzeitig zu machen. Viele Versuche zeigen, dass Sphere SC (RegNr-A 2978) das leistungsstärkste Strobilurin-/ Azolfungizid gegen Cercospora ist. Es erhöht zudem die Assimilationsleistung und die Stress- und Trockenheitstoleranz der Rübe. Deshalb soll es bei zeitigem Infektionsbeginn zu den ersten zwei Behandlungen eingesetzt werden. Weitere Informationen auf www.agrar.bayer.at Anzeige Strobi-/Azolfungizide wie SPHERE SC überzeugen in Wirkung, Ertrag und Rentabilität! je 3 Anwendungen der diversen Fungizide

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Kontrolle

Azolfungizide

Schnitt von 2

Strobi-/Azol

Mehrerlös* in €/ha * abzüglich Fungizid- und Applikationskosten

Schnitt von 3 Exaktversuchen Agrana in NÖ 2011

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Die landwirtschaft

pflanzenbau

Internetwarndienst unterstützt Fungizideinsatz im Kartoffelbau

Die Mittel im Kampf gegen Alternaria und Phytophthora Ertrag und Qualität im Kartoffelbau muss man durch kombinierte Strategien gegen Krautfäule und Dürrfleckenkrankheit sichern. Die Internetplattform www.warndienst.at unterstützt Landwirte und Berater bei der gezielten Behandlung gegen diese Krankheiten. Neben der Krautfäule hat die Alternaria-Dürrfleckenkrankheit durch die beiden Pilze Alternaria solani und Alternaria alternata in den letzten Jahren für Ertragsverluste im Kartoffelbau gesorgt. Während der PhytophthoraPilz mäßig warme Temperaturen zwischen zehn und 25 °C mit längerer Blattnässe benötigt, sind für die Alternaria-Arten Temperaturen über 22 °C und ein Wechseln von Feucht- und Trockenperioden optimale Voraussetzungen für eine Ausbreitung. Die immer häufiger auftretenden regionalen Unwetter erhöhen nicht nur das Befallsrisiko für Phytophthora, sondern auch und für Alternaria, da diese Krankheit nach Starkregen und anschließend heißer Witterung optimale Bedingungen vorfindet.

Fungizidwahl an Infektionsdruck ausrichten Bei hohem Infektionsdruck durch Krautfäule sollte man zum Spritzstart systemische Fungizide (Ridomil Gold MZ, Epok, Fantic M, Galben M, Infinito, Axidor) einsetzen. Herrscht während der Hauptwachstumsphase weiter 12

hoher Infektionsdruck, ist der Einsatz von lokalsystemischen Produkten (Acrobat Plus, Banjo Forte, Revus, Revus Top, Valbon, Tanos, Curzate M, Cymoxanil-M, Kupfer-Fusilan) zu empfehlen. Bei drohender Gefahr durch frühe Stängelphytophthora nach Staunässeperioden sind bereits vor Reihenschluss systemische und lokalsystemische Fungizide einzusetzen. Kontaktfungizide mit sporenabtötender Wirkung (Electis, Canvas, Ranman, Banjo, Nando 500 SC, Winner, Zignal) und Orvego Duo sollten speziell nach der Hauptwachstumsphase bei höherem Krautfäule-Infektionsdruck eingesetzt werden. Diese Produkte haben auch eine bessere Regenfestigkeit. Kontaktmittel ohne sporenabtötende Wirkung (Dithane Neo Tec, Penncozeb, Vondac, Polyram, Bravo 500, Kupfer-Präparate) eignen sich vor allem für nieder-

schlagsärmere Perioden mit niedrigem Infektionsdruck. Bei sichtbarem Krautfäulebefall sollte zur Stoppspritzung ein lokalsystemisches Präparat mit einem sporenabtötenden Kontaktmittel kombiniert werden. Derartige Kombinationen sind auch nach Unwettern mit Hagel zu empfehlen, vor allem wenn in der näheren Umgebung bereits Krautfäule auftritt. Bei Teilnahme an der IP Erdäpfel gemäß ÖPUL sind die aktuellen Bestimmungen für den Fungizideinsatz zu beachten.

Alternaria und Phytophthora kombiniert bekämpfen Eine Alternaria-Epidemie wirkt sich vor allem auf Sorten der mittleren und späten Reifegruppen aus, die im August und September noch Ertrag bilden. Fungizide mit Wirkung gegen Alternaria muss man bereits vor der Ausbreitung auf die oberen Blätter vom Spritzstart bis zur Abreife einsetzen. Die meisten Kraut-

Eine falsche Fungizidstrategie führt oft zu starkem Befall mit Krautfäule. Foto: LK NÖ/Schmiedl

fäulefungizide wirken auch gut gegen Alternaria und mindern den Befall. Epok, Infinito, Axidor, Banjo Forte, Revus, Banjo, Nando 500 SC, Winner, Zignal, Canvas und Ranman besitzen keine oder nur eine geringe Teilwirkung gegen Alternaria. Diese Produkte kann man mit alternariawirksamen Fungiziden kombinieren. Vor allem bei höheren Niederschlagsmengen und in beregneten Beständen sind in Sorten der mittleren und späten Reifegruppen Kombinationen mit den AlternariaSpezialfungiziden Ortiva und Signum zu empfehlen. Der erste Einsatz von Ortiva oder Signum sollte sieben bis acht Wochen nach Feldaufgang erfolgen. Bei günstiger Witte-


juni_2013

Ein Internet-Warndienst unterstützt Fungizideinsatz

Regionale Befallsübersicht auf der Startseite Im Monitoring erhält der Benutzer bereits auf der Startseite mit einer Übersichtskarte erste Informationen über den Befall mit Phytophthora und Alternaria auf ausgewählten Beobachtungsflächen. Die Felderhebungen erfolgen wöchentlich durch eingeschulte Mitarbeiter der Landwirtschaftskammern und der Warndienstpartner in praxisüblich behandelten Kartoffelbeständen, auf denen bis zum Phytophthora-Erstauftreten Spritzfenster ohne Fungizidbehandlung angelegt sind.

Auf der Startseite werden über Auf der Internetplattform ein News-Ticker-Feld auch www.warndienst.at wurde kurze Warnhinweise gegeben, im Rahmen einer Kooperation zum Beispiel Befallsmeldunvon Landwirtschaftskamgen von anderen Praxisflämern, Pflanzenschutzmitchen und Empfehlungen zum telfirmen, AGRANA, der NÖ Spritzstart. Auf der ÜberSaatbaugenossenschaft und sichtskarte zeigt die Farbe der proPlant GmbH ein Warnder Monitoringstandorte, ob dienst für den Kartoffelbau Infinito2013_DLWS_97x128_2012 24.01.13 12:46 Seite 1 Befall im Spritzfenster oder eingerichtet.

Das Allzeit-Fungizid vom Start bis zur Ernte Einzigartig in seiner Wirkungsweise

Zielsicher gegen Kraut- und Knollenfäule

RegNr-A: 3111 ® = e.Wz. der Bayer Gruppe. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Bitte beachten Sie die Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung.

rung für Alternaria hat sich die Anwendung zur dritten und vierten Krautfäulespritzung bewährt. In spätreifenden Sorten ist meist eine weitere Behandlung in der ersten Augusthälfte wirtschaftlich. Zur kombinierten Bekämpfung von Phytophthora und Alternaria sollte auch Revus Top in die Spritzfolgen eingebaut werden. Der Einsatz erfolgt in der Hauptwachstumsphase und bringt einen Wirkstoffgruppenwechsel zur Vorbeugung gegen Resistenzen bei Alternaria.

In IP 4x zugelassen Bester Standard bei Kontaktfungiziden nach Euroblight

Sicherheit auch gegen resistente Stämme

Besonders schnell regenfest

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Ranman® ist eine eingetragene Marke von Ishihara Sangyo Kaisha Ltd (ISK), Japan

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Die landwirtschaft

pflanzenbau

Belchim: Gegen Kraut- und Knollenfäule

RANMAN

Mit dem bekannten Wirktstoff Cyazofamid ist das Produkt RANMAN laut internationalen Bewertungen der EUROBLIGHT im europäischen Fungizidvergleich ein unverzichtbarer Baustein in der Kraut- und Knollenfäulebekämpfung in der Kartoffel.

in der behandelten Fläche vorhanden ist. Mit dem Mauszeiger kann man auf der Karte für jeden Standort eine kurze Übersicht des aktuellen Befalls abfragen.

Die Prognose beim Kartoffelwarndienst zeigt Tage mit günstigen Infektionsbedingungen an.

Standortinformationen und KrautfäuleAbstandsrechner

einer Drei-Tages-Prognose kann man im Monitoring oder auf expert.map abrufen. Auf expert.map wird mit einer Übersichtskarte anhand der Farbe der Wetterstationen ein Überblick gegeben, in welchen Regionen Infektionen möglich waren oder prognostiziert werden.

Genauere Informationen über die letzte Bonitur gibt die Regionenseite, wo das Datum des Erstauftretens im Spritzfenster und die aktuelle Befallsstärke auf der behandelten Fläche für alle Standorte einer Region dargestellt sind. Auf der Regionenseite kann man für jeden Standort eine Detailseite mit allen Bonituren aufrufen. Sowohl auf der Startseite als auch auf der Detailseite ist ein Krautfäule-Abstandsrechner verfügbar, der nach Auswahl der Fungizide oder Fungizidmischungen und Anpassung der Niederschläge Informationen zur Wirkungsdauer gegen Phytophthora gibt. Zur Berechnung der Wirkungsdauer gegen Alternaria liegen noch zu wenige Daten vor. Zusätzlich befinden sich auf der Startseite sowie auf der Regionen- und der Detailseite Hinweise und Empfehlungen für Pflanzenschutzmaßnahmen, die Berater der Landwirtschaftskammern erstellen.

Regionale Infektionsprognose auf Übersichtskarte Die Infektionsbedingungen für Phytophthora und Alternaria inklusive 14

Foto: Schmiedl

Durch Anklicken einer Wetterstation erhält man für einen Betrachtungszeitraum von 23 Tagen genauere Informationen, wann Infektionswetter geherrscht hat und prognostiziert wird. In der Grafik kann man auch auf die davor liegenden Wochen zurückblättern. Die Kombination von Infektionsprognose und Monitoring soll Landwirte und Berater bei der Einschätzung des regionalen Befallsdrucks und bei der Optimierung der Spritzfolgen unterstützen. DI Johannes Schmiedl Ref. Pflanzenschutz Tel. 05 0259 22602 johannes.schmiedl@lk-noe.at

Durch die einzigartige Formulierung in 2 Phasen – bei der RANMAN B den Wirkstoff RANMAN A optimal gegen die Krankheitserreger der Phytophthora verteilt, ist es das TOP - Kartoffelfungizid im Blattschutz und sichert in den Abschlussbehandlungen durch seine sporizide Wirkung die Gesundheit der Kartoffelknollen. Im Gegensatz zu anderen Fungiziden ist RANMAN auch hocheffektiv wirksam bei wärmeren Perioden, in denen die direkte Keimung aus Sporangien in den Vordergrund tritt. Durch die Formulierung ist das Produkt schon 15 Minuten nach der Spritzung vollkommen regenfest und überzieht die behandelte Pflanze mit einem Schutzfilm bei gleichmässiger Verteilung auf dem Blatt und schützt auch zuverlässig den Neuzuwachs an Blattgewebe. Diese Eigenschaft bietet Vorteile bei unbeständiger Witterung in der Vegetationsperiode, aber auch beim Einsatz auf Beregnungsbetrieben. Die registrierte Aufwandmenge von 0,2 l/ha RANMAN A und 0,15 l/ha RANMAN B – schützt Ihre Kartoffeln in allen kritischen Phasen vom Blattzuwachs über die Blüte bis zum Abschluss und ist im IP – Programm für einen 4- maligen Einsatz pro Saison gelistet. Sollte die Alternaria zusätzlich bekämpft werden, empfiehlt sich die Zumischung von registrierten Spezialfunigiziden gegen die Dürrfleckenkrankheit. RANMAN gegen Kraut – und Knollenfäule in der Kartoffel – und Sie sind auf der sicheren Seite in der Qualitätsproduktion der Kartoffel. www.belchim.com Mail: info@belchim.com

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Juni_2013

AGRANA – Betaexpo am 13. Juni 2013:

Intensivierung.Wachstum.Erfolg

Österreichs größtes landwirtschaftliches Schaufeld bietet am Donnerstag, 13. Juni 2013, ab 8.30 Uhr in Tulln eine interessante und vor allem praxisorientierte Diskussionsplattform. Umfassendes Schaufeldangebot Den Besuchern werden spezielle Schaufeldführungen zu den Hauptthemen Getreide, Kartoffel, Mais und Zuckerrübe geboten. In Kooperation mit Dünge-, Saatgut- und Pflanzenschutzmittelfirmen können Schauparzellen zu aktuellen Themen des Ackerbaus besichtigt werden. Ein Schwerpunkt der ist dem Thema Bodengesundheit gewidmet. Gezeigt wird in diesem Zusammenhang die Erfolgsgeschichte der EUF (Elektro-Ultrafiltrationen) Methode - sie feiert heuer ihr 40-jähriges Bestehen – mit der Böden auf ihren Nährstoffgehalt hin untersucht werden können. Aus den profunden Bodenanalysen können Einsparungen in der Stickstoffdüngung bei gleichzeitig optimaler Stickstoffversorgung im Boden abgeleitet werden und Maßnahmen zur nachhaltigen Steigerung der Ertragsfähigkeit definiert werden.

Prominentes Diskussionsforum Nachhaltig wirtschaften und gleichzeitig mehr produzieren, ist dies möglich? Wie stellt sich die Situation in Österreich und der Europäischen Union dar? Haben wir noch Spielraum zur Intensivierung? Wie kann Wachstum nachhaltig erfolgen? Diese Fragen stehen beim prominent besetzten Diskussionsforum mit DI Josef Pröll, Vorstandssprecher der LeipnikLundenburger Invest Beteiligungs AG, Dr. Heinz Schweer, Direktor der VION GmbH, Dr. Rainer Schechter, Direktor der Südzucker AG Geschäftsbereich Zuckerrüben, Maria Winter, Landesbäuerin in Niederösterreich und Norbert Fischer, Landwirt in Niederösterreich, im Zentrum.

AGRANA Maschinenvorführungen Bei den Maschinenvorführungen liegt der Schwerpunkt neben Düngerstreuer und

Donnerstag, 13.6.2013 • 8.30 Uhr Südgelände • Zuckerfabrik Tulln

Pflanzenschutzgeräten mit automatischer GPS Teilbreitensteuerung, GPS unterstützter Einzelkornsaat, Bodenbearbeitungsgeräten und Sätechnik für Getreide auch auf Mähdreschertechnik.

AGRANA Beratungsprogramm Zuckerrübe Aufstiegshilfen für das Erklimmen des „Mont Blanc“ bietet das aktuelle Beratungsprogramm im Zuckerrübenbau. Angesichts der volatilen Agrarmärkte und des steigenden Wettbewerbs zwischen den Ackerkulturen – auch mit Zuckerrohr – ist es im Rübenbau von enormer Wichtigkeit, Hektarerträge und die gesamte Qualität der Zuckerrüben zu steigern. Angesichts dieser Fakten wurden folgende Schwerpunktthemen erarbeitet, die bei der diesjährigen und auch den kommenden BETAEXPO Veranstaltungen praxisnah thematisiert werden: Saattechnik und Sämaschinenqualität Aussaattermin und Pflanzendichte Angepasste und termingerechte Herbizid- und Fungizidstrategien Düngung und Bodengesundheit Themen rund um die Ernte

Fotowettbewerb „Zuckerrübe im Fokus“ Alle Pflanzen- und Naturfreunde, Interessierte, Profis und Amateure werden eingeladen, am BETAEXPO Fotowettbewerb 2013 unter dem Motto „Zuckerrübe im Fokus“ teilzunehmen. Die Preise und Teilnahmebedingungen erfahren Sie direkt auf der BETAEXPO am 13. Juni 2013 und unter www.betaexpo.at. Die Gewinnerfotos werden beim AGRANA | Familientag am 22. September 2013 in Tulln prämiert.

Verlosung anlässlich 25 Jahre AGRANA AGRANA feiert 25 Jahre und freut sich, dieses Jahr tolle Kulturpreise im Zuge einer großen Verlosung auf der BETAEXPO zu vergeben. Neben vielen interessanten Sachpreisen und Sofortgewinnen werden auch Theaterabende verlost. Ankündigung: AGRANA | Familientag am Sonntag, 22. September 2013 Anzeige

INTENSIVIERUNG. WACHSTUM. ERFOLG. Mit Nachhaltigkeit! www.betaexpo.at

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Die landwirtschaft

tierhaltung

Reportage: Teil 2: Fred Zehetner und Dani Wintereder betreiben gemeinsam die BOA-Farm – Best Of Austria

Was bietet das Kuhhotel in Wildendürnbach?

Warum im Kuhhotel am Mitterhof alle Kälber bis 14 Uhr zur Welt kommen und was es heißt, Heu am Stängel zu füttern, haben die BOA Farmer Fred Zehetner und Dani Wintereder uns kürzlich verraten. Das Kuhhotel in Wildendürnbach bietet „Suiten“ für Ochsen und Stiere, für trächtige Kalbinnen und Kühe, für männliche und weibliche Absetzer. Von November bis März verköstigen die BOA-Farmer 600 Stück Rinder im Kuhhotel mit 16 Tonnen

Betriebsspiegel BOA Farm Beefcattle Daniela Wintereder (34) und Fred Zehetner (52); Kinder Konstantin (9), Julius (6), Vincent (22 Monate) Flächenbewirtschaftung 320 Hektar Wiesen, Weiden, Ackerfutter, Grünschnittroggen, Luzerne Tierhaltung 650 Rinder, davon 220 Mutterkühe (150 Aberdeen Angus, 50 Galloway – vollkanadische Genetik, 20 Shorthorns) Biobetrieb seit 1993 Eigener EU-konformer Schlachthof 16

Futter pro Tag. Jede Gruppe bekommt eine eigene, von Fred und Dani zusammengestellte, Totale Mischration aus Stroh, Luzernesilage, Hafersilage und Dinkelspelzen vom Futtermischwagen vorgelegt. Nur die Kälber fressen Heu ad libitum. Hirsestroh fressen alle gerne. Die wärmeren Monate verbringen die Tiere auf den Weiden. Fred und Dani bauen Roggen-WickeGemenge an. „Entwickelt sich der Aufwuchs bis zur Ernte gut, dann silieren wir ihn. Sollte er sich durch zu wenig Regen schlecht entwickeln, dürfen die Rinder das Wicke-Roggenfeld abweiden“, erklären die beiden. Im Sommer gibt es noch Grünschnittrogen, Ackerfutter und Luzerne.

BOA-Farmer Fred Zehetner stellt in seinem Kuhhotel in Wildendürnbach jeder Kuh mit Kalb 45 Quadratmeter zur Verfügung. Die Liegefläche ist überdacht und eingestreut. Futter gibt es am Barren vis a vis. Fotos: LK NÖ/Pöchlauer-Kozel

38 Quadratmeter „Zimmerfläche“ Wenn die Rinder nicht gerade auf der Weide sind, hat jedes Tier im Schnitt 38 Quadratmeter „Zimmerfläche“ zur Verfügung. Der Liegebereich ist großzügig überdacht und eingestreut. Der Barren aus Beton liegt gegenüber. Den Boden haben die BOA-Farmer technisch abgedichtet mit Zement, Schotter und Betonit. Vor dem Barren haben sie über die ganze Barrenlänge eine vier Meter breite Fläche mit Beton befestigt und erhöht. „Im Win-

Dani Wintereder mit Konstantin, Vincent, Julius und Fred Zehetner vor dem „kochess-trink-stadl“, den sie am 19. und 20. Mai gemeinsam mit dem Schlachthof offiziell eröffnet haben. Foto: Zehetner


Juni_2013 ter geht der Stier als letzter zum Futter, riecht die Kühe an, dabei braucht er durch die breite Erhöhung keine Stufen zwischen den Kühen nehmen“, nennen die beiden den Grund für den breiten Betonstreifen. Schon im Kuhhotel gewöhnen sich die Kälber an den Elektrozaun und respektieren ihn später auf der Weide ganz selbstverständlich. „Kein Kalb rennt mehr durch den Zaun“, haben die beiden beobachtet.

Mist und Windschutz Die Lauf- und Fressfläche schieben sie vierzehntägig ab. Ein Lohnunternehmen bringt den Mist aus. „Haben wir zu wenig Stroh, streuen wir den trockenen Mist wieder ein“, berichten Fred und Dani. Windschutzwände aus Holzbrettern trennen die großzügig angelegten Abteile ab. Hinter der Liegefläche aufgetürmte Strohballen bieten zugleich auch Schutz vor dem Wind.

Fangstand ist das Herzstück „Der Fangstand ist das Herzstück des Kuhhotels“, betonen die BOA-Farmer. „Ist das Rind im Fangstand, können wir jederzeit und ohne Gefahr an das Tier herangehen.“ Sie können mit Hilfe des Standes 55 Rinder pro Stunde wiegen. „Klauenpflege gibt es bei uns nur im Schlachthof“, schmunzeln die beiden. Tiere, die Probleme bei den Klauen haben, schlachten die BOA-Farmer ohne Ausnahme. Dazu gehören auch Kühe mit einer Zwischenkalbezeit von mehr als 369 Tagen. Bei einer Zwischenkalbezeit von zum Beispiel 14 Monaten würden in acht Jahren nur sechs Kälber geboren“, geben Fred und Dani zu bedenken.

Zwei Abkalbeschwerpunkte Der Stier geht von 1. April bis Ende Juni in der Herde mit. Dann trennen die beiden die Herde in eine Kuhgruppe mit Kuhkäl-

Die Gatter sind so angebracht, dass er die Tiere optimal zwischen den Stallbereichen lenken kann, im Hintergrund der Barren.

Die BOA-Farmer haben den Zugang zum Herzstück des Stalles, den Fang- und Behandlungsstand so angelegt, dass ihn die ausgewählten Tiere automatisch passieren müssen. bern und Ochsen und in eine Kuhgruppe mit Stierkälbern. Die Abkalbeschwerpunkte sind von Jänner bis März und von September bis November. Kühe, die sich nicht daran halten, wandern in den Schlachthof. Die Kälber, die von Jänner bis März auf die Welt kommen, bleiben bis Ende Oktober bei ihrer Mutter, jene zwischen September und November geborenen bis Juni des folgenden Jahres.

Kälber bis 14 Uhr geboren Die Kälber kommen im Kuhhotel zur Welt, fast alle zwischen fünf Uhr morgens und 14 Uhr. Dafür ist Fred und Danis Fütterungsstrategie verantwortlich. Ab 14.30 startet der Futtermischwagen mit dem Füttern. Die hochtragenden Kühe sind um 17 Uhr die letzten. Doch schon am 14.30, wenn sie den Futtermischwagen hören, denken sie nur ans Fressen und nehmen das Futter bis spätesten zehn Uhr am nächsten Tag auf. „Dann kommen in der Ruhe- und Relaxphase ab fünf bis 14 Uhr fast alle Kälber ohne menschliche Hilfe auf die Welt“, erklären Fred und Dani. Bei jenen, die bis 15.30 noch nicht geboren sind, helfen sie mit. Meistens handelt es sich dann um Zwillingsgeburten, zu große Kälber oder sie liegen verkehrt. „Wechselt eine Kuh unmittelbar vor der Geburt ständig zwischen Stehen und Liegen, dann liegt das Kalb zu 99 Prozent verkehrt“, wissen die beiden.

Windschutzwände aus Holzbrettern trennen die großzügig angelegten Abteile ab.

Trockenstellen weckt Überlebenstrieb 14 Tage vor dem Trockenstellen füttern Fred und Dani den Kühen nur Stroh und trockene Weide. „Durch das knappe Futterangebot verstoßen die Kühe die Kälber, weil ihr Überlebenstrieb stärker ist“, begründen die beiden. Sie nehmen die Kälber aus der Gruppe, entwurmen sie und stallen sie auf. Das Absetz- oder 200-Tagegewicht der Angus-Kälber muss zwischen 320 und 350 Kilogramm liegen, jenes der Galloway zehn Prozent darunter. Deckstieranwärter dürfen schwerer sein.

Luzernepellets für Kalbinnen Haben die Kalbinnen mit 400 Kilogramm etwa 60 Prozent des Endgewichtes erreicht, füttern sie Fred und Dani drei Wochen lang mit zwei Kilogramm Luzernepellets pro Tier und Tag. „Der Eiweißschub motiviert die Eierstöcke“, erklären die beiden. „Die Kalbinnen kommen für zwei Zyklen, also 42 Tage zum Stier. Werden sie in dieser Zeit nicht trächtig, scheiden sie aus.“ 90 Prozent der männlichen Tiere kastriert der Tierarzt, wenn sie einen Monat alt sind. Im Alter zwischen 22 und 28 Monaten schlachten Fred und Dani die Ochsen. Das Schlachtgewicht liegt zwischen 330 und 380 Kilogramm. Die Ochsen mästen sie ohne Mais und Getreide. „In trockenen Gegenden nehmen die Tiere besser zu, obwohl das Gras schon braun ist“, hat Fred beobachtet, der aus einer Gegend mit viel Niederschlag stammt. „Der Grund ist die bessere Futteraufnahme, sie fressen mit dem Heu am Stängel mehr Trockenmasse als mit Gras in feuchteren Gebieten.“ Den Weg der Rinder vom Kuhhotel zu den Ab Hof Kunden und Wiener In-Lokalen erfahren Sie in der nächsten Ausgabe. Wer wissen möchte, wie die BOA-Farmer Rinder züchten, kann in der April-Ausgabe ab Seite 22 nachlesen. Paula Pöchlauer-Kozel

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Die landwirtschaft

Milchwirtschaft

LKV-Kennzahl Juni

Vorletztes Milchquotenjahr hat begonnen

Harnstoff liefert Was kommt nach dem 1. April 2015? Leistungsinfo Die richtige Eiweißversorgung der Milchkuh erkennt man sicher am Harnstoffgehalt, den die Auswertung des LKV-Tagesberichts auf Seite Eins anzeigt. Eine optimal gefütterte Milchkuh baut im Pansen das Pflanzeneiweiß aus Grundund Kraftfutter ab und wertvolles Mikrobeneiweiß auf. Das Mikrobeneiweiß und das im Pansen nicht abgebaute Eiweiß stehen dem Tier für die Milchbildung zur Verfügung. Im Zuge des Pansenstoffwechsels entsteht Harnstoff als Zwischenprodukt, den auch die Milch enthält. Der Tagesbericht des LKV zeigt den Harnstoffgehalt der Milch beim „Ergebnis der Probemelkung“ in der Spalte „Harn“ direkt auf der ersten Seite an. Bei bedarfsgerechter Fütterung liegt der Wert zwischen 15 und 30. Ein Minuszeichen hebt Harnstoffgehalte unter 15 hervor und zeigt, dass das Futter zu wenig Eiweiß enthält. In diesem Fall kann die Kuh die angebotene Energie oft nicht mehr zur Gänze in Milcheiweiß und damit in Milchleistung umsetzen. Eiweißreiches Grundfutter oder entsprechendes Eiweißfutter im Kraftfutter verbessern die Versorgung.

Seit 2008 wissen Milchlieferanten, Milchkäufer, Handel und Kunden, dass die EU-Milchquotenregelung im Rahmen der EU-Milchmarktordnung ausläuft; Zeit zu reagieren. Ab 1. April 2015 werden keine einzelbetrieblichen Mengenregelungen mehr bestehen. Nachdem sich der Staat und die EU aus der Marktbeeinflussung zurückziehen, steigt die Verantwortung der Milchkäufer. Befragungen und Studien lassen erahnen, wie sich die Milchanlieferung, der Milchabsatz und die Herausforderungen verändern. Darauf rechtzeitig und richtig zu reagieren und die Zeit bis 2015 zu nützen, ist das Gebot der Stunde. Mehr abgelieferte Milch bedeutet mehr Kapazitäten auf allen Ebenen, vom Milchsammelwagen über Tourenoptimierung, Personal, Tanks, Verarbeitungskapazität, Reifekapazität bis zu Lagerraum und Exportkapazitäten. Verstärktes Marketing von allen Beteiligten in der Wertschöpfungskette ist gefragt.

Begleitmaßnahmen planmäßig umgesetzt Liegt der Harnstoffgehalt über 30, wird das Futter-Eiweiß im Pansen zum Beispiel durch Energiemangel von den Mikroben nicht mehr zur Gänze verbraucht. Die frei werdenden Abfallprodukte muss die Leber entgiften. Sie belasten den Stoffwechsel der Kuh zusätzlich. Die Fütterung ist unbedingt zu überprüfen und je nach Ursache bei der Energie- oder Eiweißversorgung ist zu reagieren. So kann man aus der Info über den Harnstoffgehalt der Milch teures Eiweiß-Futter gezielt einsetzen und die Gesundheit der Kuh schonen.

Im Zuge des „Health Checks 2008“ wurden Begleitmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Auslaufen der EU-Milchquotenregelung vereinbart. So wurde die Fettkorrektur halbiert, die jährliche Milchkuhprämie für Nachteile beim Übergang zum Quotenende gewährt und die Quote fünfmal jeweils um ein Prozent erhöht, um einen möglichst sanften Übergang für die Zeit nach der Milchquote zu gewährleisten. Mit 1. April 2013 wird die Quote jedes Milchlieferanten wieder um ein Prozent

Ergebnis der Probemelkung Nr.

Name

Lebensnummer

L.

Tg.

v_ Mkg

M-kg

Fett %

19 22 25

SELLA GAMS BLEME

AT 123.456.789 AT 223.456.789 AT 323.456.789

10 241 8 109 2 80

25,0 34,0 33,0

13,2 32,4 34,6

4,30 3,12 148 4,32 3,36 80 4,05 3,20 75

18

Eiw %

Zellz. FEQ 1,38 1,29 1,27

Harn. Kl. 19 11 32 +

2 4 6

Wohin mit dem Mehr an Milch ab April 2015 bedeutet für die Abnehmer eine große Herausforderung. Foto: agrarfoto.com

erhöht. Die Mitteilung der AMA erfolgt im Herbst 2013 und gilt rückwirkend.

Klare Ansagen der Milchkäufer in NÖ Von den 6.000 Milchlieferanten in Niederösterreich werden rund 580 Millionen Liter Kuhmilch an die Genossenschaften Berglandmilch, Milchgenossenschaft NÖ (MGN) und Gmundner Molkerei geliefert. Alle drei Unternehmen haben ihren Mitgliedern und Eigentümern mitgeteilt, dass es nach dem 1. April 2015 keine Mengenbeschränkung für die Lieferung geben wird. Die Genossenschaften werden gemäß ihrer Statuten die gesamte angelieferte Milch ihrer Mitglieder der bestmöglichen Veredelung und Vermarktung zuführen. Die Molkereiunternehmen in Niederösterreich sind sich der Herausforderung nach 2015 bewusst, investieren in Kapazitäten, schaffen Markt, verstärken die Marketingmaßnahmen, informieren ihre Mitglieder und bereiten sich so auf die Zeit nach dem 1. April 2015 vor. Dipl.-Päd. Ing. Josef Weber Tel. 05 0259 23301 josef.weber@lk-noe.at


Juni_2013

Bäuerinnen lassen Kindergartenkindern die Welt der Milch schmecken und begreifen

Mili machte sich auf den Weg nach Wien

„Mili on Tour“, das erfolgreiche Kindergartenprojekt der Bäuerinnen aus Waidhofen/Ybbs war zu Gast in Kindergärten in Wien. Durch gute Medienpräsenz des Projektes wurde die Kindergartenpädagogin Julia Schatz auf „Mili“ aufmerksam und lud die Bäuerinnen ein. So machten sie sich mit „Mili“ auf den Weg nach Wien, um auch dort den Kindern Nutztierhaltung und Milchwirtschaft erfahrbar zu machen. In einen Bus packten sie „Mili“ und die Arbeitsmaterialien für die Stationen Tierfamilien, Melken, Butterschütteln, Milchbestandteile angeln und Sicherheit am Bauernhof, Malbücher sowie Bauernbrot, Käse und Obers.

60 Kinder staunten, kletterten und melkten In Meidling, dem zwölften Wiener Gemeindebezirk, wurden die Bäuerinnen von 60 Kindern eines Betriebskindergartens schon aufgeregt erwartet. Dann zählte nur mehr, „Mili“ zu bestaunen, zu erklettern und natürlich zu melken. Den Kleinen wurde sehr schnell bewusst, wie schwer das geht. Besonders wichtig war die Anwesenheit eines „echten Bauern“, dem Schulmilchbauern Alexander Aschauer aus Laab/Walde, der die Schulmilch zum Projekttag lieferte.

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Bitte kommt bald wieder Bei allen Stationen herrschte Hochbetrieb und die Käsejause schloss das Erlebnis ab. Als Dankeschön bekamen die Bäuerinnen von den Kindern eine selbst gebastelte Kuh mit schriftlichen Eindrücken von diesem Vormittag: Das war echt cool. Ich werde auch mal Bäuerin, wenn ich älter bin. Ich habe die Kuh bei ihren Zitzen gemolken, kannst Du Dir das vorstellen?! Das wollen wir nächste Woche noch einmal machen und Bitte kommt bald wieder. Ein schöner Erfolg für praktiziertes Milchmarketing der ARGE-Bäuerinnen des Bezirkes Waidhofen/Ybbs und ein toller Beweis für den Antrieb beim Kindergartenprojekt: „Wir haben`s drauf – wir packen`s an – wir machen es gemeinsam“. Dipl.-Päd. Ing. Josef Weber Ref. Milchwirtschaft Tel. 05 0259 23301 josef.weber@lk-noe.at

Die Waidhofner Bäuerinnen Margarete Jagersberger, Poldi Hirtenlehner, Maria Stockinger und Erika Pfaffenlehner zeigten Wiener Kindergartenkindern die Welt von „Mili“. Foto: LK NÖ/Hirtenlehner

Veranstaltungen zum Weltmilchtag am 1. Juni 2. Juni Betrieb Ströcker-Grandl, Nöstach Dritte Gebietsrinderschau mit Milchbar der NÖ Landjugend, einer Rindfleischmeile, einem Publikumswettmelken und einem Milchlehrpfad. Veranstalter: Milchgenossenschaft Niederösterreich, NÖ Genetik, NÖM AG, NÖ LK und ORF NÖ 7. Juni in der Neuen Mittelschule Melk Gesundheitstag mit Milchlehrpfad, Schulmilch, Butter schütteln und Melkbewerb. 11. Juni Frühjahrstagung des Bezirksschulrates Horn Leistungen der Milchbauern und die Qualität der Milchprodukte werden im Rahmen der Präsentation vorgestellt 19


Die landwirtschaft

tierhaltung

Nur mit genügend Wasser fließt die Milch

Das unterschätzte Futtermittel

Bekommen Kühe nicht genügend Wasser zu saufen, nehmen sie weniger Futter auf und die Milchleistung sinkt. Hier erfahren Sie, welche Ansprüche Kühe an das Wasser stellen, von der Menge bis zur Art der Tränke. Kühe haben sehr sensiblen Geruchssinn Wasser muss sauber, geruch- und geschmacklos sowie bakteriologisch unbedenklich sein. Der Geruchssinn der Rinder ist zehn bis 15 mal sensibler als der des Menschen. Deshalb reagieren sie empfindlich auf verschmutztes oder abgestandenes Wasser. Tränken sind täglich zu kontrollieren und zu reinigen. Vor allem Futterreste können Tränken sehr rasch verschmutzen. Bewährt haben sich kippbare Tränkebecken, die sich leicht reinigen lassen.

Vier bis fünf Liter Wasser je Kilogramm Milch Der Wasserbedarf der Rinder richtet sich nach der Umgebungstemperatur, dem Alter und nach dem Wassergehalt des Futters. Der Gesamtwasserbedarf über Tränke und Futter liegt bei zirka vier bis fünf Liter Wasser je Kilogramm Milch. Das Tränkewasser deckt davon durchschnittlich 83 Prozent ab. Somit benötigt die Milchkuh 50 bis 130 Liter täglich. Die Menge kann im Einzelfall auch noch nach oben abweichen. Hitzestress beeinflusst den Wasserbedarf zusätzlich.

Die optimale Tränke Beim Saugtrinken muss das Maul zirka drei bis vier Zentimeter tief in eine freie Wasseroberfläche eintauchen können. Die maximale Höhe der Tränke darf 80 Zentimeter vom Boden nicht überschreiten. So können Kühe mit leicht abwärts gesenktem Kopf in langen Zügen Wasser aufnehmen. Damit alle Herdenmitglieder stressfrei Wasser aufnehmen können, sind mehrere Tränkebecken mit mindestens drei Metern Freiraum rundherum erforder20

lich. Als Richtwert gilt, dass pro Kuh in der Gruppe mindestens zehn Zentimeter Wassertroglänge zur Verfügung stehen soll. Mindestens zwei Tränkebecken muss man je Gruppe bereit stellen, um auch rangniedrigeren Tieren stressfreies Saufen zu ermöglichen.

Bis zu zwölf Liter in 30 Sekunden Durchschnittlich saufen Kühe 30 Sekunden. In dieser Zeit nehmen sie vier bis zwölf Liter Wasser auf. Dies ergibt eine Trinkgeschwindigkeit von 24 Litern pro Minute. Diese Trinkgeschwindigkeit bedingt auch einen entsprechend starken Nachlauf der Tränker. Bei Trogtränken wird ein Wasserdurchsatz von 60 bis 80 Litern pro Minute empfohlen. Im Anbindestall sollten mindestens zehn Liter pro Minute nachfließen, auch wenn mehrere Tiere gleichzeitig trinken. Überprüfen kann man dies am besten, indem man eine Minute lang gleichzeitig mehrere Tränken bedient und das Wasser in Eimern auffängt.

Kälbern ab erstem Tag Wasser anbieten Frühes Anbieten von Wasser, Heu und Kraftfutter fördert die Vormagenentwicklung der Kälber. Bereits ab den ersten Lebenstagen soll man Kälbern frisches

Wasser ist das wichtigste und zugleich das billigste Futtermittel. Wasser wird als selbstverständlich angesehen und deshalb oft zu wenig beachtet. Foto: LK NÖ/Groißmayer

Wasser anbieten. Spätestens ab der 2. Lebenswoche muss Wasser zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen. Mit zunehmendem Alter ist es dem Kalb nicht mehr möglich, den Flüssigkeitsbedarf durch die Tagesmilchmenge zu decken. Es muss auch zwischen den Tränkezeiten seinen Durst stillen können. Da die Kälber das Wasser schluckweise nehmen, sind Selbsttränker oder Eimer zu verwenden, keinesfalls der Nuckeleimer. Eine entsprechende Wasserversorgung bildet die Grundlage für eine leistungsangepasste Versorgung, ausreichendes Wachstum, hohe Fruchtbarkeit und entsprechende Leistungsfähigkeit der Rinder. DI Gerda Weinberger Tel. 05 0259 23304 gerda.weinberger@lk-noe.at


Juni_2013

Stier des Monats

Eber des Monats

GS Vabene

Palma 5783 NN

GS Vabene wurde aufgrund seiner hohen genomischen Zuchtwerte bereits als Jungvererber vermarktet. Die Kuhfamilie, aus der Vabene stammt, erfüllt bei Leistungsbereitschaft und Exterieur höchste Ansprüche. Vabenes Mutter, die Ress Tochter Lore, zeigt eine Durchschnittsleistung von 12.000 Kilogramm und seine Großmutter von 14.000 Kilogramm.

Hervorragende Töchter Insgesamt haben 50 Vabene Töchter in Niederösterreich gekalbt. Die hohen genomischen Leistungszuchtwerte mit plus 1.000 Kilogramm in der Milch bei leicht unterdurchschnittlichen Inhaltsstoffen zeigen auch seine Töchter, die abgekalbt haben. Die Einsatzleistungen liegen bei einem Herdenniveau von 7.300 Kilogramm bei durchschnittlich 26.6 Kilogramm. Die ersten 15 Töchter liegen bei der 100 Tageleistung bei 2.831 Kilogramm. Auch die Doppelnutzung vererbt Vabene hervorragend. Sämtliche Einzelzuchtwerte des Fleischwertes wie Nettozu-

Die ersten abgekalbten GS Vabene Töchter bestätigen die Zuchtwerte und weisen ihn als sehr ausgeglichenen nachkommengeprüften Vererber aus.

Eber des Monats der Besamungsstation Hohenwarth ist Palma 5783 NN.

Palma ist großrahmig, gut bemuskelt und stressstabil.

Foto: NÖ Genetik

Palma zeigt sich als großrahmiger Eber, mit sehr guter Bemuskelung und ist stresstabil. Er stammt aus der Zucht von Martin Schmidradner aus Mitterkilling. Palma ist eine gelungene Kombination aus zwei leistungsstarken Linien, denn mit Pavia, Ebro und Fugal sind drei Topvererber

vertreten. Die positiven Abweichungen in allen Teilzuchtwerten unterstreichen das Ergebnis.

nahme, Ausschlachtung und Handelsklasse sind deutlich positiv.

Eignung für Besamen von Kalbinnen Bei den Fitnesszuchtwerten fällt vor allem die Eignung für Kalbinnenbesamungen auf. Die Melkbarkeit sollte man allerdings beachten. Sehr einheitlich und uniform züchtet GS VABENE in der Eutervererbung. Die gut aufgehängten Euter sind im Voreuter sehr lang ausgeprägt, zeigen starke Zentralbänder und die Strichstellung vorne als auch hinten ist als ideal zu bezeichnen. Die korrekten, sehr stabilen Fundamente könnten mitunter mit einer etwas strafferen Fessel ausgestattet sein. Hinsichtlich Rahmen und Körpervererbung liegen seine Töchter im Durchschnitt.

Foto: Hohenwarth

Weitere Infos: www.besamung-hohenwarth.at www.gutstreitdorf.at

Palma 5783 NN in der BLUP - Zuchtwertschätzung MS: 117

Tgz +18

FV - 0,03

Mfa +0,4

FBZ 101,8

KL +1,2

Fachbroschüre BIO-SCHWEINEZUCHT Die Fachbroschüre „BIO-SCHWEINEZUCHT“ informiert über Rassen, Zuchtmethoden und eigene Nachzucht speziell für Biobauern. Die Broschüre gibt Anhaltspunkte zur Entscheidung für mögliche Rassen, Kreuzungen und Zuchtziele. Für den Biolandbau sind Mütterlichkeit bei freier Abferkelung, Raufutter- und Eiweißverwertung und herausragender Fleischgeschmack entscheidende Kriterien. Zu bestellen bei Monika Fuchsbauer, LFI unter Tel. 05 0259 26100 um drei Euro.

Fachbroschüre

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MIT UNTERSTÜTZUNG

VON BUND, LÄNDERN UND

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.

nachzucht

EUROPÄISCHER UNION

1

Ernst Grabner, NÖ Genetik

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Die landwirtschaft

tierhaltung

AMA Gütesiegelrichtlinie hat sich für Schweinehalter geändert

AMA-Richtlinie in neuem Kleid und mit freiwilligen Modulen Das AMA-Gütesiegel stand im Vorjahr unter medialem Beschuss. Die AMAMarketing hat auf die Kritik reagiert und die Richtlinie überarbeitet, um freiwillige Module erweitert, graphisch neu aufbereitet und an die Betriebe verschickt. Die AMA-Gütesiegelrichtlinie hat sich bei Aufbau und Anforderungen nur unwesentlich geändert. Auf die Betriebe mit einem Erzeugervertrag mit der AMA-Marketing kommen nur wenige Änderungen zu. Eine generelle gentechnikfreie Fütterung ist nicht vorgesehen.

Der Grund für freiwillige Module Gentechnikfreie Fütterung und Haltungsanforderungen deutlich über dem gesetzlich vorgeschriebenen Niveau wurden gefordert und haben das AMA-Gütesiegel gehörig unter Druck gesetzt. Strenge, regelmäßig stattfindende Kontrollen

Blindes Vertrauen war gestern Sie erhalten Ihre Schlachtabrechnungen erst Tage oder Wochen nach dem Verkaufstermin? Sie erhalten kein vom unabhängigen Klassifizierer ausgestelltes Klassifizierungsprotokoll? Das muss so nicht sein! Blindes Vertrauen war gestern, selbstständige Kontrolle ist angesagt! Mithilfe der ÖFK-Datenbank und der Internetseite www.oefk.at können Sie Ihre Klassifizierungsergebnisse nur wenige Stunden nach dem Schlachten einsehen. Sie können kontrollieren, ob die Abrechnung in Ordnung ist und Sie haben gleich nach dem Verkauf die Sicherheit, wie es um die Qualität oder das Gewicht Ihrer verkauften Tiere steht. Melden Sie sich einfach auf der Internetseite der Österreichischen Fleischkontrolle www.oefk.at mit Betriebsnummer und AMA-Pincode an und erfahren Sie mit wenigen Mausklicks, wie der unabhängige Klassifizierer vor Ort am Schlachthof Ihre Tiere klassifiziert hat. 22

und hundertprozentig nachvollziehbare österreichische Herkunft beim Schweinefleisch zählten nicht. Um den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen und um das AMA-Gütesiegel in seiner grundsätzlichen Konstellation nicht zu gefährden, reagierte die AMA-Marketing. Es wurden neue Module entwickelt, die auf das bestehende AMA-Gütesiegel aufgesetzt werden können. Die freiwilligen Module umfassen die gentechnikfreie Produktion und besondere Haltungsformen. Der Markt wird zeigen, ob die Module von den Konsumenten angenommen werden.

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Frischfleisch

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Gentechnikfreie Produktion Wer das Modul „Gentechnikfreie Produktion“ wählt, muss zu den Anforderungen des AMA-Gütesiegels die Richtlinie zur „Gentechnikfreien Produktion“ von Lebensmitteln und deren Kennzeichnung gemäß dem österreichischen Lebensmittelbuch und deren Kontrollvorgaben einhalten. Der Betrieb darf zum Beispiel keine gentechnisch veränderten Futtermittel einsetzen.

Besondere Haltungsformen Beim Modul besondere Haltungsformen gibt es mehrere Abstufungen, wie etwa die Bio-, die Stroh-, die Freiland-, die Auslauf- und die Almhaltung. Dafür muss der Betrieb die zusätzlichen Anforderungen für den jeweiligen Bereich einhalten.

www.ama-ma

rketing.at

In neuer Aufmachung informiert die Broschüre zur AMA-Gütesiegelrichtlinie unter anderem über die freiwilligen Module. Foto: AMA

Die Richtlinie schreibt die Hygienemaßnahmen nun genauer fest. So ist eine regelmäßige Stallreinigung/Desinfektion zwischen Aus- und Einstallen vorgeschrieben. Sind die Schweine häufig verschmutzt, so ist in Abstimmung mit dem TGD-Betreuungstierarzt ein schriftlicher Maßnahmenplan zur Verbesserung der Situation zu erarbeiten und umzusetzen.

Änderungen beim Gütesiegel Die Richtlinie für die Schweinehaltung wurde von Grund auf neu gestaltet und übersichtlich aufbereitet. Geändert haben sich die Anforderungen der Betreuungsintensität und der betrieblichen Hygiene. Das Betreuungspersonal muss den Tierbestand zumindest zweimal täglich kontrollieren. Den Tieren muss man Beschäftigungsmaterial in organischer Form anbieten. Nur Eisenketten alleine reichen nicht. In der Schweinehaltung hat die betriebliche Hygiene einen hohen Stellenwert.

Einsteiger ins AMA-Gütesiegel gesucht Die Erzeugergemeinschaft Gut Streitdorf ist auf der Suche nach Schweinemästern aus Niederösterreich, die ins AMA-Gütesiegelprogramm einsteigen möchten. Interessierte Landwirte melden sich bei der EZG Gut Streitdorf. Ing. Stefan Mader Ref. Qualitätssicherung Tel. 05 0259 23406 stefan.mader@lk-noe.at


juni_2013

Bienenzucht

Zuchterfolg ist immer nur Etappensieg

Harte Naturauslese macht Carnica stark

Warum Zucht auch bei Bienen nicht am Stand treten darf und wo Gefahr droht, erklärt Imkermeisterin Heidrun Singer.

Das Ursprungsgebiet der Carnica ist der Balkanraum in Südost-Europa und ihre natürliche Verbreitung erfolgte bis zu den Alpen in Mitteleuropa. In ihrer Verbreitung und Gebietseroberung hatte die Carnica viele „Hindernisse“ zu überwinden und zu bewältigen.

Die österreichische Carnica Biene wird ob ihrer überragend positiven Eigenschaften wie Sanftmut, Sammeleifer, Langlebigkeit, Widerstandskraft gegenüber Krankheiten und Umweltanpassung, weltweit geschätzt. Die Carnica gilt als die „zahmste“ Bienenrasse. Dieser Umstand ist im Hinblick auf das trendige urbane Imkern, also die Haltung von Bienen im dicht besiedelten Raum, von großer Bedeutung.

Stillstand heißt verlieren Zucht und Zuchterfolg sind stete Prozesse und immer nur Etappensiege. Jeder Stillstand in der Zucht ist dem Verlieren gleich zu setzen. Die vorhandenen Erbfaktoren bestimmten den Zuchterfolg, den man ständig überprüfen muss. Nur intensive Neuselektion aus einer großen Anzahl von Vergleichskolonien kann die Möglichkeit schaffen, wertvolle Erbvermittler zu erhalten. Nur die Vielzahl und die Vielfalt der Vatervölker in ihrer Gesamtheit garantiert, dass trotz gelenkter Zucht, die von der Natur vorgegebene Mannigfaltigkeit der Genkombinationen erhalten bleibt.

Österreichische Pioniere der Bienenzucht haben im vorigen Jahrhundert durch gelenkte Völkerführung, Prüfung und Auslese die Grundvoraussetzung für die Auswahl nachzuchtwürdiger Erbvermittler geschaffen. Dazu zählen maßgebend auch Liane und Wolfgang Singer mit ihrer Zuchtstation auf dem Ötscher. Foto: www.carnica-singer.at

Drohnen fremder Rassen gefährden Zuchtfortschritt Die Anpaarung verschiedener Carnica-Stämme und Linien ist in der Zucht vorteilhaft. Sie gewährleistet die notwendige Blutauffrischung und eine Neuverfestigung der Erbanlagen. Katastrophale Folgen handelt man sich ein, wenn die Carnica-Königin von Drohnen einer fremdartigen Bienenrasse begattet wird. Durch diese Fremdpaarungen läuft Österreich Gefahr, innerhalb kürzester Zeit ein unwirtschaftliches Rassengemisch von Bienen zu beherbergen.

Naturauslese als Ausgangspunkt beachten und sich an den biologischen Vorgaben und Gegebenheiten der Jetzt-Biene orientieren. Verantwortungsvolles Züchten bedeutet Veredeln und jede Vergewaltigung des Biens wird in einem Desaster enden, denn nur in symbiotischer Gemeinsamkeit mit unserer Biene sind wir stark und können die volkswirtschaftlichen Erfordernisse des 21. Jahrhunderts erfüllen.

Naturauslese ist Ausgangspunkt

Heidrun Singer www.carnica-singer.at

Um den erreichten Stand in der Bienenzucht zu erhalten, muss der Züchter die

Lange Kälteperioden, gefolgt von beachtlicher Erwärmung mit schnell erblühenden und kurz andauernden Trachtquellen haben die Carnica in ihrem Überlebenskampf geformt. Diese sehr harten Umweltbedingungen mit kargem Futterangebot erforderten im Erbgut der Carnica eine große Widerstandskraft gegen Krankheit bei kleinster Volksgemeinschaft, intensive Vorratseinlagerung von Pollen und Honig und eine große Entwicklungsund Vermehrungsfähigkeit, um schnell erblühende und kurz andauernde Trachtquellen für das Überleben zu nützen. Diese Naturauslese war sehr hart und erforderte im Erbgut der Carnica eine Anpassung an alle Wechselformen der Umwelt, um bestehen zu können. Erfolgreich Imkern und Züchten ist nur möglich, wenn der Züchter die Biologie der Honigbiene beachtet und das in Jahrtausenden durch Naturauslese Erschaffene und die durch Mutation erworbene Existenzbejahung nicht zerstört. Das radikale Ausmerzen von allem Untauglichen und Krankhaften war die natürliche Auslese bis zu dem Zeitpunkt, wo der Mensch die Möglichkeit fand, in das Naturgeschehen einzugreifen. Vor allem seit der Zuckerfütterung kann der Imker auch Bienenvölkern mit unerwünschten Eigenschaften ein Überleben ermöglichen und Erbvermittler mit negativen Anlagen verbreiten. Heidrun Singer

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Die landwirtschaft

Tierhaltung

Wollpanorama – Von der fachgerechten Schur bis zum Klavierfilz

Wie man Schafwolle mit hoher Qualität erzeugt

Die Verarbeitung von Schafwolle erlebt jetzt wieder einen kleinen Aufschwung. Worauf es bei der Schur und der Wollqualität ankommt, wo überall man Wolle einsetzen kann und was sie einbringt, erläutert Johann Hörth vom NÖ Landeszuchtverband für Schafe und Ziegen. Laut Tierhalteverordnung sind Schafe je nach Rasse mindestens einmal im Jahr zu scheren, ausgenommen Haarschafe. Für eine fachgerechte Schur gibt es Profis. Es werden aber auch für Schafhalter immer wieder Kurse angeboten, um das Schafescheren zu erlernen. Vor der Schur sollte man darauf achten, dass beim Einfüttern und Einstreuen keine Pflanzenteile ins Vlies kommen. Genügend Einstreu verhindert grobes Verschmutzen. Die Schur läuft reibungslos ab, wenn man die Tiere in trockenem Zustand auf einer sauberen Fläche schert. Nach der Schur sortiert man die Wolle und trennt verschmutzte Bauch-, Bein- und Schwanzbereiche ab. Vliese werden auch nach Rasse und Farbe sortiert. Verfilzte Vliese entsorgt man und stellt keine Jungtiere dieser Schafe nach. Die Wolle lagert man trocken und wegen Mottenbefall nicht länger als zwei Jahre in Wollsäcken oder Big Bag`s.

Qualität steigern Die Qualität der Wolle kann man erhöhen mit Scherkursen zum Erhalt hochwertiger Wollvliese Informationen über Schureinrichtungen und Schurstände auswaschbaren Markierfarben der Ausbildung zum Wollsortieren Sammel- und Sortierzentren Verbesserung des Wissens über Fütterung und Haltung. Es gibt auch die sogenannte“ Hungerwolle“.

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Wollpreise decken kaum Schurkosten Je nach Rasse, Stallklima und Haltungsform sind die Wollqualitäten sehr unterschiedlich. Es ist überhaupt ein Problem der verschiedenen Rassen und Kreuzungen, für den Wollhandel interessante homogene Partien bei der Wollfeinheit und der Farbe zu erreichen. Dies wirkt sich massiv auf die Rohwollpreise aus, die großteils zwischen 0,2 bis 1,1 Euro pro Kilogramm liegen. Diese an die Schafhalter bezahlten Preise decken kaum die Kosten der Schur und es gibt keine Anreize, die Wollqualität zu verbessern.

Schlachtkörper der Haarschafrassen entsprechen in Qualität oft nicht Deshalb greifen Schafhalter immer öfter auf Haarschafrassen zurück, um der Schur zu entgehen. Dass diese Rassen oft nicht die geforderte Schlachtkörperqualität bieten, wird leichtfertig übersehen.

Laut Tierhalteverordnung sind Schafe je nach Rasse mindestens einmal im Jahr zu scheren, ausgenommen Haarschafe. Außerdem verbessert die Schur die Leistungsfähigkeit der Tiere. Foto: LK NÖ/Hörth

Was Sie noch wissen sollten Mit Schmutzwolle kann man dem Wildverbiss vorbeugen. Dazu bringt man Wolle auf dem Wipfel der Jungpflanze an. Wolle verrottet am Grünland schwer, im Acker leicht. Wolle hilft, sich vor UV Schädigungen der Haut zu schützen. Wolle filtert Giftstoffe aus der Raumluft Wolle ist kein Abfall, sondern ein Spitzenprodukt der Natur.


Juni_2013

Schafwolle ist nachwachsender Rohstoff Derzeit gibt es weltweit zirka 1,1 Milliarden Schafe, der Großteil davon lebt in China, Australien und Neuseeland. Von den 1,2 Milliarden Kilogramm Wolle kommen 17,5 Prozent aus Europa. Bei der weltweiten Faserproduktion beträgt der Anteil der Schafwolle allerdings nur 1,7 Prozent und schneidet im Vergleich zu den synthetischen Fasern mit 59,3 Prozent mengenmäßig schlecht ab. Als natürlicher nachwachsender Rohstoff beträgt der Erdölverbrauch zur Herstellung von einem Kilogramm Endfaser bei Schafwolle nur ein Fünftel von zum Beispiel Nylon. Daher gehört die Schafwolle sowohl in der Erzeugung wie auch in der Verarbeitung mit Förderungen für nachwachsende Rohstoffe gleichgestellt.

Situation Österreich In Österreich gibt es etwa 420.000 Schafe, davon werden etwa 240.000 Tiere geschoren. Das ergibt etwa 600 bis 700 Tonnen Schmutzwolle. Nur ein Teil wird weiter verarbeitet. Der Rest landet oft auf dem Misthaufen. Bei sachgerechter Behandlung könnte mehr Wolle verkauft werden und wertvolle Produkte daraus entstehen.

Produkte aus Wolle International gehen 66 Prozent der Wollproduktion in die Bekleidungsindustrie. In Österreich sind es mit Sicherheit weniger, da unsere Wollen rassen- und klimabedingt in der Regel für Bekleidung

Wie alles begann Vor über 10.000 Jahren wurden die Menschen sesshaft und hielten sich als erste Haustiere Schafe, zuerst nur für Fleisch und Milch. Viele Jahrtausende dauerte es, bis sich die heutige Rassenvielfalt und damit unterschiedliche Wollqualitäten herauskristallisierten. Entscheidend für die Wollfeinheit war, und ist das regionale Umfeld, in der die Rasse entstand. So sind bei Nomadenvölkern in Afrika noch jetzt Haarschafe vorherrschend, zum Beispiel kein Wollansatz bei Kamerunschafen. Im klimatisch bevorzugten Spanien entstanden feinwollige Merinorassen und in Berggebieten mit großen Temperaturschwankungen auch im Sommer eher grobwollige Bergschafrassen. Mischwollige Rassen mit feinwolligen Unterhaaren und groben Oberhaaren entstanden in den Mittelgebirgslagen wie im Wald- und Mühlviertel.

zu grob sind. Wolle finden wir überall im täglichen Leben, angefangen von der Flugzeuginnenausstattung, über verschiedene Filter, Isolierungen, Bettwaren, Druckverbände bis zum Klavierfilz wird Schafwolle verwendet. In pelletierter Form wird sie seit einigen Jahren auch als Biodünger für Gemüse verwendet. Ansonsten gibt es noch einige kleine Gewerbebetriebe, die in Österreich Schafwolle verarbeiten. Der NÖ Landeszuchtverband für Schafe und Ziegen führt jährlich eine Wollsammlung für seine Mitglieder durch, bei der jedes Jahr rund 40 Tonnen vermarktet werden.

So vielfältig wie die Wolle, so vielseitig sind auch die Produkte aus Schafwolle. Als nachwachsender Rohstoff ist sie der Kunstfaser in weiten Bereichen überlegen und nicht wir Schafhalter wollen mit unseren Tieren die Kunstfaser kopieren, sondern wir erzeugen das Original und die Kunstfaser will möglichst nahe ans Original herankommen. Foto: Elke Salzer/pixelio

Zusammengestellt von Johann Hörth NÖ Landeszuchtverband für Schafe und Ziegen Quellenangabe: I.W.T.O International Wool Textile Organisation, Statistik Austria

Österreichische Schafschurmeisterschaft in Wieselburg am 30. Juni Der Niederösterreichische Landeszuchtverband führt in Zusammenarbeit mit der Messe Wieselburg und dem Österreichischen Bundesverband für Schafe und Ziegen (ÖBSZ) am 30. Juni die 2.Österreichische Staatsmeisterschaft in der Schafschur durch. Laut Artikel 15 der Europaratsempfehlung für das Halten von Schafen müssen „Schafe von Wollrassen mindestens einmal im Jahr geschoren werden. Das Scheren muss so durchgeführt werden, dass den Tieren so wenig Schaden oder Stress wie möglich zugefügt wird.“ 15 der besten Schafscherer treten gegeneinander an, gewertet wird nach der Schur- und Wettkampfordnung der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände. Preisrichter sind Schafscherer aus Deutschland. Oberrichter ist Rainer Blümelhuber, mehrfacher Deutscher Meister. Die Sieger bekommen wertvolle Sachpreise und Pokale. Der Niederösterreichische Landeszuchtverband für Schafe und Ziegen bietet bei der Niederösterreichischen Lammbraterei während der gesamten Messedauer Lammspezialitäten an. Ort: Messegelände Wieselburg Vorführring neben Halle 13 Datum: 30. Juni ab 9.30 Uhr, Siegerehrung und Preisübergabe um 16.00 Uhr 25


Die landwirtschaft

Forstwirtschaft

Rendsina, Braumlehm, Braunerde, Podsol und Semipodsol, Parabraunerde, Pseudgley und Gley

Zu welchem Typ zählt Ihr Waldboden?

Die Bodeneigenschaften sind für die Ertragsfähigkeit unserer Wälder von großer Bedeutung. Auch bei der Baumartenwahl muss man den Boden mit berücksichtigen. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Waldbodentypen Niederösterreichs. Die Bodendecke, die uns in der Landschaft entgegentritt, ist das Ergebnis des Zusammenwirkens aller Umweltbedingungen. Die wichtigsten Faktoren sind dabei Klima, Relief und vor allem das Grundgestein. Darüber hinaus beeinflussen auch die Vegetation und die menschliche Bewirtschaftung die Waldböden.

Vielzahl von Bodentypen Da die bodenbildenden Faktoren und damit auch die Entwicklungsprozesse in Niederösterreich äußerst unterschiedlich sind, entwickelte sich eine Vielzahl von Bodentypen. Böden gleichen Entwicklungszustandes mit übereinstimmenden Merkmalen und Eigenschaften werden zusammengefasst und einem Bodentyp zugeordnet. Die Böden gleichen Typs 26

zeichnen sich durch gleiche Horizonte aus, die im Bodenprofil zu erkennen sind. Dabei darf nicht übersehen werden, dass es in der Natur vielfach fließende Übergänge zwischen den verschiedenen Bodentypen gibt. Waldböden unterscheiden sich ganz wesentlich von landwirtschaftlich genutzten Böden. Bei gleicher geologischer Grundlage und gleichem Außenklima sind sie ökologisch etwas ganz anderes. Der Einfluss des Waldes auf den gegebenen Boden ist tief einschneidend, es bestehen intensive Wechselwirkungen zwischen der Waldvegetation und dem Boden.

Rendsina Rendsinen sind flachgründige Verwitterungsböden auf Kalkgestein und Dolomit mit verschiedenen Humusausbildungen. Sie besitzen einen mehr oder weniger deutlich ausgeprägten dunklen Mineralbodenhorizont, der unmittelbar auf dem Gestein aufliegt. Infolge einer geringen Gründigkeit und der damit verbundenen geringen Wasserhaltefähigkeit sind Rendsinastandorte meist trockene Standorte. Rendsinen sind erosionsanfällig. Wichtig ist eine ausreichende, am besten

Magere Braunerde auf Weinsberger Granit im Waldviertel. Foto: LK NÖ/Grünwald

dauerhafte Beschattung und Vegetationsbedeckung. In Abhängigkeit von der Exposition, das ist die Himmelsrichtung, wechseln unter sonst gleichen Voraussetzungen Ertrag und Baumartenzusammensetzung relativ stark. Da Rendsinen fast immer mit Braunlehmdecken wechselnd im Gelände anzutreffen sind, gibt es eine ganze Reihe von Verzahnungstypen zwischen diesen beiden Böden. Rendsinen sind der dominierende Bodentyp im südlichen kalkalpinen Niederösterreich.

Braunlehm Braunlehme sind meist sehr stark plastische Böden mit ocker bis rotbrauner Farbe und einem scharfen Übergang zu dem darunter liegenden Kalkgestein. Diese in den Kalkalpen nicht seltenen Böden bilden wegen ihrer besseren Wasserhaushaltsverhältnisse verglichen mit Rendsinen, mit denen sie oftmals verzahnt vorkommen, meist auch ertragreichere


Juni_2013 Standorte. Empfindlich sind Braunlehme gegen Bodenverdichtung, wie zum Beispiel durch Waldweide. Es kann dann zu einem Stauhorizont im Oberboden kommen. Dies wirkt sich ungünstig auf das Waldwachstum aus. Braunlehme sind im Allgemeinen nur im erosionsgeschützten Gelände, wie etwa in Mulden und Verebnungen, anzutreffen.

Die Gruppe der Podsole zählt zu den typischen Nadelwaldböden. Magere, podsolige Braunerden und Semipodsole stehen an der „Kippe“: sie sind labil und empfindlich gegen Versauerungsschübe durch Biomasseentzug und Immissionen („Saurer Regen“). Sie können dadurch leicht aus dem Gleichgewicht gebracht werden, sekundäre Podsolierung ist möglich.

Braunerde Braunerden sind durch Braunfärbung und einen allmählichen Übergang des Oberbodens in das Ausgangsmaterial gekennzeichnet. Sie entstehen durch fortgeschrittene chemische Verwitterung des Ausgangsgesteins, wobei das Einwirken kohlensäurehaltigen Wassers und der Humussäuren entscheidend ist. Freigesetztes Eisen oxidiert und färbt den Boden braun. Je nach Nährstoffgehalt, Basensättigung und Verwitterungseigenschaften des Ausgangsgesteins ist die Qualität der Braunerden sehr verschieden. Es gibt nährstoffreiche Braunerden mit gut entwickeltem Mullhumus, aber auch saure, basenarme Braunerden mit Moderhumus, geringerer biologischer Aktivität und ungünstigerer Struktur. Die Braunerde ist vor allem ein Boden warmer, mäßig feuchter Laubmischwaldstandorte. Braunerden kommen häufig im Alpenvorland, Wald- und Weinviertel vor.

Podsol und Semipodsol Bei verstärkter Einwirkung von Humussäuren beginnen die Tonminerale zu zerfallen. Die löslichen Bestandteile werden mit dem Sickerwasser aus den obersten Bodenschichten ausgewaschen und in tieferen Bodenhorizonten angelagert. Dieser Verlagerungsprozess heißt Podsolierung. Er hinterlässt im Oberboden einen für die Podsole typischen bleichen Bodenhorizont, der mit blanken, sandigen Quarzteilchen angereichert ist. Podsole werden daher auch häufig Bleicherden genannt. Semipodsole sind Übergangsformen zwischen Braunerde und Podsol. Kühlfeuchtes Klima mit hohen Niederschlägen, Basenarmut, also geringe Mengen an Calcium-, Magnesium-, Kalium und Natriumionen und durchlässiges Gestein fördern die Podsolierung. Podsolige Böden dominieren auf den sauren Graniten und Gneisen des Waldviertels. Der Podsolierungsgrad nimmt mit steigender Seehöhe aufgrund des ungünstigeren Klimas zu.

Parabraunerde Dieser Boden ist durch mechanische Verlagerung von Tonsubstanzen mit dem Sickerwasser gekennzeichnet. Dadurch wird der Boden in einen tonärmeren heller gefärbten oberen und einen wesentlich bindigeren, intensiv ocker gefärbten unteren Horizont differenziert. Diese Verlagerung findet im Gegensatz zum Podsol bei höherem pH-Wert und ohne chemischen Zerfall der Tonminerale statt. Parabraunerden kommen vor allem im Alpenvorland und im Weinviertel vor. Sie sind meist gute Waldböden in den Laubwaldgebieten.

Pseudogley und Gley Für die Pseudogleye ist merkmalsprägend, dass sich über undurchlässigen oder schwer durchlässigen Schichten Niederschlagswasser beziehungsweise Sickerwasser staut. Dieser Staukörper kann zum Beispiel aus Tonschiefer oder tonigem Sandstein bestehen. Im darüber liegenden Oberboden wechseln Perioden von Vernässung mit Perioden völliger

Austrocknung ab. Typisch ist eine Marmorierung aus braungrauen und rostbraunen Farbtönen. Ein tief liegender Stauhorizont wirkt sich auf das Waldwachstum günstiger aus. Der forstliche Wert dieser Böden wird vor allem durch das Ausmaß der Wechselfeuchtigkeit und Undurchlässigkeit bestimmt. Nur wenige Baumarten wie Tanne, Stieleiche oder Schwarzerle können Staunässe-Horizonte durchwurzeln und damit auch für andere Arten aufschließen. Bewirtschaftungsfehler wie reiner Fichtenanbau und Kahlschlagwirtschaft können sehr negative Folgen haben. Pseudogleye sind vor allem im Alpenvorland und in der Flyschzone anzutreffen. Gleyböden werden im Gegensatz zu den Pseudogleyen von Grundwasserschwankungen beeinflusst, sie sind aber in einigen Eigenschaften den „unechten“ Gleyen ähnlich. Gleye sind nicht an ein bestimmtes Ausgangsgestein gebunden, entscheidend ist der Grundwassereinfluss. DI Wolfgang Grünwald Abt. Forstwirtschaft Tel. 05 0259 24102 wolfgang.gruenwald@lk-noe.at

Neuerscheinung: Bildatlas der wichtigsten Waldbodentypen Böden sind das Fundament unserer Wälder. Ein wertvolles Nachschlagewerk zum Thema „Waldböden in Mitteleuropa“ wurde vor kurzem unter Federführung von Ernst Leitgeb vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) in Wien herausgegeben. Der mit exzellenten Fotografien ausgestattete Bildatlas liefert in Kombination mit profunden Kommentaren zum Baumwachstum und zur Waldbewirtschaftung und unter Einbeziehung wesentlicher bodenanalytischer Daten wertvolle Hinweise für die Praxis. Das Buch ist ein kompakter und geländetauglicher Waldboden-Atlas für alle bodenkundlich Interessierten in Lehre, Praxis, Verwaltung, Beratung und Planung. Bestellung unter gudrun.csikos@bfw.gv.at oder Tel. 01 87838 1216. Preis 59 Euro.

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Die landwirtschaft

forstwirtschaft

Gastbaumart Nummer Drei

Die Große Küstentanne, tolerant bei Trockenheit und Schneedruck Die Küstentanne ist im westlichen Nordamerika heimisch, wo sie an der Pazifikküste vom südwestlichen Kanada bis nach Kalifornien, bis in Höhenlagen von 1.600 Metern vorkommt. Meist kommt sie in Mischbeständen vor, vergesellschaftet mit Nadel- und Laubbäumen. Bei der Großen Küstentanne unterscheidet man Küsten- und Inlandsherkünfte. Aufgrund dieser Vielfalt an Lokalrassen ist für Anbauten außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes die Herkunft von entscheidender Bedeutung. In Europa wurde die Küstentanne bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts angebaut; Ende dieses Jahrhunderts gab es bereits ein Netzwerk an Versuchsanbauten.

Eine der Schnellwüchsigsten und Größten Die Große Küstentanne ist eine der schnellwüchsigsten und größten Tannenarten weltweit. Das macht sie für Waldbesitzer interessant. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet sind Höhen bis zu 70 Metern und Durchmesser (Brusthöhendurchmesser – BHD) von bis zu 1,5 Metern möglich. Sie bevorzugt tiefgründige, nährstoffreiche, frische, gut durchlüftete Böden, kommt aber als ausgesprochen standortstolerante Baumart mit feuchteren als auch mit trockeneren Standorten zurecht. Sehr kalkhaltige, flachgründige Böden sagen ihr nicht so zu.

Verträgt trockene Sommer gut Untersuchungen haben ergeben, dass die Küstentanne für die sich abzeichnenden Bedingungen des Klimawandels gut geeignet erscheint. Die richtige Herkunft vorausgesetzt, ist sie selbst an ein Klima mit ausgeprägter Sommertrockenheit gut angepasst. In der Jugend ist die Rinde glatt, grau und mit vielen Harzblasen bedeckt, ältere Bäume haben eine rot28

braune schuppenförmige Borke. Die Nadeln sind relativ lang und dicht und eignen sich daher zur Schmuckreisigund Christbaumproduktion; ihre Nadelstreu ist gut zersetzbar. Die Baumart gilt aufgrund ihrer Pfahlwurzel als sehr sturmfest, außer auf wechselfeuchten Standorten. Auch gegen Schneebruch ist sie relativ unempfindlich.

Schwächen auf Kremser Versuchsflächen Auf den Kremser Versuchsflächen des Instituts für Waldwachstum und Waldbau des Bundesforschungszentrums für Wald zeigte die Küstentanne ein gutes Wachstum. Im Alter von 42 Jahren erreichte sie maximale BHD von rund 39 Zentimetern und Höhen von 27 Metern. Diese Dimensionen liegen im Vergleich zur österreichischen Ertragstafel deutlich über den Werten der heimischen Tanne. Sie erwies sich jedoch auf diesem Standort als sturmgefährdet und als sehr

Die Große Küstentanne. Abies Granis, bewährt sich auf einer Versuchsfläche bei Ottenstein. Zielstärke: In 40 bis 60 Jahren mindestens 45 Zentimeter starkes Holz. Fotos: Ruhm

anfällig auf Hallimaschbefall, der zum Absterben der befallenen Bäume führte. Aufgrund dieser Ausfälle wurden diese Versuchsflächen mittlerweile aufgelassen. Auf der einzigen noch bestehenden Fläche mit Küstentanne im Waldviertel bei Ottenstein wurde im Alter von nur 25 Jahren bei einer mittleren Höhe von mehr als 20 Metern und einem Durchmesser von rund 28 Zentimetern zwischen 260 bis 290 Vorratsfestmeter erreicht. Im Zuge der Durchforstung wurden bis dahin zwischen 160 und 270 Vorratsfestmeter entnommen und konnten zum Tannenpreis verkauft werden.


Juni_2013 60 Jahren durchaus brauchbares Holz. Dieses ist sehr hell, harzfrei, ohne ausgeprägte Kernfärbung, nicht witterungsfest und wenig beständig gegen Pilz- und Insektenbefall. Holztechnologische Untersuchungen haben ergeben, dass sich das Holz nur unwesentlich von dem unserer heimischen Tanne unterscheidet, aber unter dem Niveau der Fichte liegt. Die Holzeigenschaften werden mit zunehmendem Alter und geringerer Jahrringbreite günstiger.

In der Jugend ist die Rinde der Großen Küstentanne glatt, grau und mit vielen Harzblasen bedeckt.

Die Nadeln der Großen Küstentanne sind relativ lang und dicht und eignen sich daher zur Schmuckreisig- und Christbaumproduktion.

Halbschattenbaumart mit raschem Jugendwachstum

Gefährdungen

Als Halbschattenbaumart kommt sie in der Jugend mit Überschirmung gut zurecht, verjüngt sich auch problemlos unter Schirm. Mit zunehmendem Alter benötigt sie mehr Licht. Anders als unsere heimische Tanne hat die Küstentanne ein sehr rasches Jugendwachstum. Sie eignet sich besonders als Mischbaumart mit Douglasie, Fichte und Buche. Gruppenoder streifenweise Mischungsformen sind der Einzelmischung vorzuziehen.

Starke Durchforstungen vermeiden Pflanzung ist sowohl auf Freifläche als auch unter Schirm möglich. Reihenabstände von 2,5 bis drei Metern und Abstände in den Reihen von zwei Metern haben sich bewährt. Das entspricht zirka 1.600 bis 2.000 Pflanzen pro Hektar. Bei diesen Pflanzenzahlen sind Läuterungen nicht notwendig. In späteren Bestandesphasen sollte man starke Durchforstungen vermeiden, da die Küstentanne mit ihrer langen, schmalen Krone relativ wenig Platz braucht. Zu stark freigestellt bildet die Küstentanne extrem breite Jahresringe. Sie mindern die Holzqualität, die nur eingeschränkt für höherwertige Sägeholzprodukte geeignet ist. In der frühen Stangenholzphase werden vor allem grobastige, stark vorwüchsige und schlecht geformte Exemplare entnommen. Bei einer Bestandeshöhe von zwölf bis 15 Metern werden zirka 200 Z-Bäume ausgewählt und mäßig stark freigestellt. Astung (grün, trocken) kann den Wert des Bestandes steigern. Zielstärke: In 40 bis 60 Jahren mindestens 45 Zentimeter starkes Holz.

In der Anwuchsphase empfindlich gegenüber Spätfrostschäden und Trockenheit. Großer Brauner Rüsselkäfer kann zu starken Ausfällen führen. Sehr anfällig gegen Stamm- und Wurzelfäuleerreger, wie zum Beispiel Wurzelschwamm und Hallimasch. Empfindliche Schäden durch Verfegen und Schlagen (Reh-, Rotwild).

Das Holz der Großen Küstentannte wird für Kisten, Verpackungen, schichtverleimte Träger, Blindholz im Möbelbau, Konstruktionsholz im Innenausbau und Industrieholz, wie zum Beispiel für die Holzschliff- Zelluloseproduktion und für Faser- Spanplattenholz verwendet. Mit der Küstentanne verfügen wir über eine sehr wüchsige Baumart, die angesichts einer zukünftig wahrscheinlich abnehmenden „Fichtenverfügbarkeit“, bedingt durch Klimaveränderungen, in der Praxis stärker beachtet werden sollte. Dipl.-Ing. Werner Ruhm Bundesforschungszentrum für Wald Institut für Waldwachstum und Waldbau werner.ruhm@bfw.gv.at

Holzeigenschaften Als sehr schnell wachsende Baumart, vorausgesetzt sie wurde waldbaulich richtig behandelt, liefert sie in 40 bis

Waldfest in Raabs an der Thaya lockte mehr als 2000 Besucher an

Über ein breit gefächertes Programm konnten sich die 2000 Besucher beim Waldfest in Raabs an der Thaya freuen. Neben einer Maschinenausstellung und einer Forstmaschinenvorführung wurde ein Kinderprogramm geboten. Mit dabei (v.l.): Landeshornmeister Johann Hayden, Landesjägermeister-Stellvertreter Albin Haidl, Waldkönigin Viktoria I, WaldverbandObmann Franz Fischer und Vizebürgermeister Leo Witzmann. Foto: Pfabigan 29


Die landwirtschaft

invekos

Aktuelle Informationen:

Korrekte Alm-/Weidemeldungen sichern Prämien

Die Einhaltung von Meldefristen entscheidet über den Erhalt von Prämien. Die Obmänner tragen dabei große Verantwortung. Welche Fristen sind bei der Beantragung zu beachten? Der Mehrfachantrag Flächen musste bereits bis 15. Mai, die Alm- und Gemeinschaftsweideauftriebsliste muss bis zum 01.07. abgegeben werden. Eine verspätete Abgabe ist noch bis 15.07. möglich. Die Übermittlung der Alm/Weidemeldung RINDER, Korrekturmeldungen und Meldungen von Ersatzrindern haben innerhalb von 15 Tagen an die AMA zu erfolgen, bei Übermittlung per Post muss der Postweg entsprechend beachtet werden. Verspätet eingelangte Meldungen führen zu einem Meldeverzug und somit zum Prämienverlust für betroffene Tiere.

Die Alm- und Gemeinschaftsweideauftriebsliste 2013 (AGWL) Die AGWL beinhaltet die Daten der Alm bzw. der Gemeinschaftsweide und deren Bewirtschafter, den Erschließungsgrad als Basis für die Höhe der Alpungsprämie und den Behirtungszuschlag, Angaben zur Behirtung und die Daten der Auftreiber von Schafen, Ziegen und Pferden sowie die dazugehörigen Stückzahlen nach Kategorie. Wichtig ist die Angabe des Abtriebsdatums. Bei einem früheren oder späteren Abtrieb muss dies, schon bei einer Abweichung von nur einem Tag, jedenfalls gemeldet werden. Die AGWL muss als Auszahlungsantrag für ÖPUL - Alpung und Behirtung, Ausgleichszulage und Einheitliche Betriebsprämie immer abgegeben werden. Die AGWL ist bis spätestens 15.07. abzugeben. Für die geforderte Mindest-Alpungsdauer sind maximal zwei Wochen vor dem Abgabetermin der Auftriebsliste anrechenbar, auch wenn der Auftrieb tatsächlich früher stattgefunden hat. Der Altersstichtag für die Kategoriezuteilung bei Schafen, Ziegen und Pferden ist der 01.07.2013. Die Daten zu den Rindern und deren Auf30

treibern werden mit der Alm/Weidemeldung Rinder aus der Rinderdatenbank entnommen.

werden, dieses Datum in die jeweilige Zeile zu schreiben und keine Striche, Anführungszeichen oder sonstige Zeichen zu verwenden.

Die Alm/Weidemeldung RINDER 2013 Mit der Alm/Weidemeldung RINDER 2013 werden alle Daten zum Bewirtschafter der Flächen, Herkunftsbetrieb der Rinder, Ohrmarkennummern der Rinder, Angabe gemolkene Kuh sowie die dazugehörigen Auf- und Abtriebsdaten übermittelt. Die Alm/Weidemeldung RINDER 2013 wird vom Bewirtschafter der Flächen und vom Herkunftsbetrieb der Tiere unterschrieben. Die aktuellen Formulare bestehen aus drei Blättern, wobei das erste Blatt mit den Originalunterschriften so rasch als möglich an die AMA gesendet werden muss. Als Frist zur Einlangung in der AMA gelten 15 Tage, wobei der Eingangsstempel in der AMA entscheidend ist. Die Meldungen können seitens des Bewirtschafters der Flächen auch im Internet mittels eAMA durchgeführt werden, wobei auch hier diese Meldefrist gilt. Korrekturen zum Abtriebsdatum sind unbedingt notwendig und können über den Durchschlag Alm/Weidemeldung Rinder 2013 oder über eAMA (Erfassungsdatum = Meldedatum) durchgeführt werden.

Korrekturverpflichtung des Abtriebsdatums Die Korrekturverpflichtung des voraussichtlichen Abtriebsdatums besteht, sofern sie nicht taggenau eingehalten wird. Die Korrektur erfolgt durch Verwendung der Korrekturfelder auf dem ersten Durchschlag. Diese kann im Korrekturfeld Herden-Abtriebsdatum erfolgen, wenn alle Tiere des Auftreibers betroffen sind. Ist allerdings nur ein einzelnes Tier betroffen, so erfolgt die Korrektur im Korrekturfeld Einzel-Abtriebsdatum in der jeweiligen Zeile des betroffenen Tieres. Die Meldung muss innerhalb der 15-tägigen Meldefrist in der AMA einlangen. Die Zuordnung des korrigierten Abtriebsdatums muss eindeutig zu jedem Tier sein. Es kann daher nur empfohlen werden, wenn einzelne Tiere korrigiert

Für AZ, ÖPUL und die EBP können nur Rinder berücksichtigt werden, die bis zum 01. bzw. 15.07. (Ende der Nachreichfrist) auf der ersten Alm/Gemeinschaftsweide gemeldet wurden. Folgen weitere Meldungen zu einem Standortwechsel (Weitertrieb, Abtrieb, Unterbrechung …) der Tiere, muss die Meldung innerhalb der 15-tägigen Meldefrist in der AMA einlangen.

Änderungsmeldung Abtriebsdatum für Rinder - drei Möglichkeiten 1. Auf dem ersten Durchschlag des Formulars der Alm/Weidemeldung RINDER wird das tatsächliche Abtriebsdatum in das bzw. die Korrekturfelder eingetragen und vom Bewirtschafter der Flächen unterschrieben an die AMA per Post oder Fax übermittelt. 2. Mittels Schreiben mit folgendem Inhalt: Daten des Bewirtschafters, des Auftreibers, Ohrmarkennummer des Tieres bzw. der Tiere, tatsächliches Abtriebsdatum und Unterschrift des Bewirtschafters. Diese Meldung kann ebenso per Post oder Fax innerhalb von 15 Tagen an die AMA übermittelt werden. 3. Im Internet unter www.eama.at hat der Bewirtschafter der Alm oder Weide die Möglichkeit, das korrekte Abtriebsdatum im RinderNET unter dem Menüpunkt „Alm-/Weidemeldungen KORREKTUR Abtriebsdatum“ zu erfassen. Die Meldefrist von 15 Tagen ist unbedingt einzuhalten. DI August Bittermann Ref. Haltung und Fütterung


juni_2013

Weidezeitenformular bis 31.7. abgeben:

Rückblick und Vorschau:

Ökopunkte NÖ

Mehrfachantrag/Herbstantrag Online 2013

Ökopunkte-Betriebe, die eine Beweidung durchführen und Gemeinschaftsweiden, die an der Maßnahme Ökopunkte teilnehmen, sind verpflichtet, ein Weidezeitenformular abzugeben.

Seit 2012 bietet die Agrarmarkt Austria (AMA) das Service an, flächenbezogene Ausgleichszahlungen online – also direkt von zu Hause aus – zu stellen.

Aus den Angaben im Weidezeitenformular errechnet die AMA den durch Beweidung ausgebrachten Stickstoff (kg N). In der Flächennutzungsliste des MFA 2013 war auf allen beweideten Grünlandschlägen der Prämienstatus „FW“ zu vergeben. Die Summe der beweideten Fläche (ha) wird herangezogen, um den durch Beweidung ausgebrachten Stickstoff pro Fläche (kg N/ha) auszurechnen. Dieser Wert dient für die Ermittlung der ÖkopunkteAnzahl im Parameter „Düngerart“ und für die Ermittlung der Nutzungsintensität auf Dauerweiden und Hutweiden. Abgabetermin für das Weidezeitenformular ist Mittwoch, der 31. Juli 2013. Es gibt keine Nachreichfrist. Bei verspäteter Abgabe kann keine Ökopunkte-Prämie für die Beweidung ausbezahlt werden!

Die Online-Antragstellung (MFO) ist ein nächster Schritt in der Nutzung neuer technischer Möglichkeiten. Diese Serviceleistung bietet verschiedene Vorteile, wie zB einfacher Einstieg mit Betriebsnummer und PIN-Code, Zugang unabhängig von BBK-Öffnungszeiten (Zeit- und Wegersparnis) und vieles mehr – eine Chance für interessierte Landwirte, die genutzt werden soll!

Angaben im Weidezeiten-Formular Tierart mit Altersgabe (bei Milchvieh Angabe der Milchleistung) Stückanzahl der Weidetiere Beweidungszeitraum (von …. bis…) Art der Weidehaltung (Stundenweide, Halbtagsweide oder Ganztagsweide)

Ausfüll-Hinweise Beweidung durchgehend mindestens fünf Tage, um als Weidegang gewertet zu werden Alter der Tiere mit Stichtag 1. Juli angeben (für nach 1. Juli geborene und geweidete Tiere kein Eintrag ins Weidezeitenformular notwendig) Weide- und Zinsvieh (von anderen Betrieben) ins Weidezeitenformular eintragen Tiere (vom eigenen Betrieb), die auf Almen, Gemeinschaftsweiden aufgetrieben werden, nicht ins Weidezeitenformular eintragen DI Martina Löffler, Ref. Ackerbau und Grünland

Was bringt ein Online-Antrag?

Voraussetzungen für einen erfolgreichen Online-Antrag Betriebsnummer, PIN-Code und EDVtechnische Ausstattung gegeben alle Feldstücke sind vollständig und aktuell digitalisiert (über BBK unter Mitwirkung Landwirt) selbstständige Schlagdigitalisierung (durch Schulung und praktische Übung erlernbar)

Anwendung des Programms zum Erstellung des Online-Antrages bekannt

Zahlen für 2013 In Niederösterreich haben rund 800 Antragsteller einen Online-Antrag (MFO) 2013 gestellt. Ein Teil davon, rund 100 Landwirte, hat in 11 Kursen, angeboten durch die LK NÖ, Hilfestellung beim Erlernen der Online-Antragstellung (vor allem Schlagdigitalisierung) in Anspruch genommen. Der Rest konnte dies erfolgreich selbstständig umsetzen. Alle gestellten Anträge wurden zeitgerecht und vollständig gestellt. Dieses Ergebnis und die Rückmeldungen der Anwender zeigen, dass der Online-Antrag keine „Hexerei“ darstellt und umsetzbar ist, wenn man sich damit auseinander setzt. Auch für den Herbstantrag (HA 2013) wird dieses Service angeboten. Bei Bedarf werden auch wieder Schulungen der LK/BBK angeboten werden. Die nächste Chance für Sie zum Online-Antrag! DI Andreas Schlager Ref. Ackerbau und Grünland

Hochsaison für Vorortkontrollen Derzeit besteht „Hochsaison“ für Vorortkontrollen. Beachten Sie in Ihrem eigenen Interesse folgende Punkte: Laufende, aktuelle, vollständige Führung von Aufzeichnungen Teilnahme an der Vorortkontrolle (=mitgehen bei Flächenvermessungen) Abweichungen durch Teilnahme aufklären, diskutieren und sich nachvollziehbar erklären lassen Kontrollorgan ist nicht berechtigt, Auswirkungen zu beurteilen („ist eh alles in Ordnung“ kann trügerisch sein) Kontrollergebnis von AMA-Mitarbeiter erklären lassen, Anmerkungen gegebenenfalls schriftlich anbringen Zugesandten Kontrollbericht mittels beigelegtem Merkblatt kritisch durcharbeiten, bei Unklarheiten Rücksprache bei zuständiger BBK durchführen (Terminvereinbarung) Nicht nachvollziehbare Kontrollfeststellungen sofort schriftlich beeinspruchen. Zu späte Beeinspruchung von Kontrollergebnissen kann dazu führen, dass Zahlungen verspätet oder gar nicht geleistet werden. Umstände, die zu vermeiden sind. Der hiezu notwendige Aufwand rechnet sich jedenfalls. DI Gerald Hohenauer

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Die landwirtschaft

Technik

markt

Investition in eine sichere und nachhaltige Zukunft

S 32-36

Biomasse liegt im Trend

Biomasseheizungen als nachhaltige Alternative Biowärme-Index sorgt für mehr Durchblick bei Preisanpassungen S 37

Förderaktion Holzheizung und Sanierungsscheck S 38

Neue Förderaktion für Sonnenstrom gestartet S 40

Feldvorführung Mulch- und Direktsaat am 25. Juni S 41

Bund fördert – jetzt auf Pflanzenöl umrüsten S 42

Blitzschlag

Gebäude innen und außen schützen S 44

Hochpreisiger Saisonstart für Kartoffeln S 46

Markt – Neue Rapsernte trifft auf leere Lager S 48

Ideen erFAHREN mit Sojabohne S 49

_Mit Beratung von lk-projekt für jede Herausforderung gerüstet _Höfe für „Bauernjause“ gesucht

Biomasseheizungen sind komfortabel, klimafreundlich und nutzen noch dazu nachwachsende Ressourcen. Immer mehr Konsumenten folgen dem Trend und greifen auf Holzbrennstoffe – als Reaktion auf die steigenden Ölpreise. Eine Erhebung der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer zeigt, welche Heizsysteme derzeit den größten Beliebtheitsgrad für sich verbuchen. 2.204 Euro im Jahr müssen Konsumenten bei den derzeitigen Preisen für ihre Ölheizung in einem mittelmäßig isolierten Einfamilienhaus aufbringen. Das ist eine stolze Summe. Wie der Brennstoffkostenvergleich zeigt eine Ausgabe, die sich minimieren lässt. Denn wesentlich günstiger als fossile Brennstoffe kommen regional verfügbare Hölzer. Dabei sind Hackgut und Scheitholz am günstigen. Etwas teurer aber trotzdem noch günstiger als mit Öl und Gas heizt man mit

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Hackschnitzel und Co. erfreuen sich bei den Konsumenten großer Beliebtheit. Neben einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis spricht auch die Umweltfreundlichkeit für das Heizen mit Biomasse. Foto: LK NÖ/Pöchlauer-Kozel

Pellets. Biomasseheizungen sind in der Anschaffung teurer. Sie punkten aber mit günstigeren Kosten für den Brennstoff. Die Kosten für Rauchfangkehrer, Service- und Instandsetzung sowie die Betreuung sind bei den Heizkosten ebenfalls zu berücksichtigen. In der Regel gilt: Je höher der Heizwärmebedarf, desto schneller rechnen sich die höheren Anschaffungskosten von Biomasseheizungen.

Boom der Biomasse setzt sich fort – 22.500 neue Anlagen im Vorjahr Eine 50 Kilowatt-Hackgutanlage verbraucht im Schnitt 130 Schüttraummeter Fichtenhackgut. Das entspricht 10.000 Litern Heizöl. Damit liegen die Brennstoffkosten für Biomasse um 6.800 Euro niedriger als bei Öl. Selbst in einem Ein-


juni_2013 familienhaus mit einer 15 Kilowatt-Anlage spüren die Eigentümer die Ersparnis. Die Zahlen sprechen für sich. Eine Erhebung der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer zeigt, dass rund 22.500 neue Holzheizungen im Jahr 2012 errichtet wurden. Damit sind insgesamt 3.573 neue Hackgut-, 11.971 Pellets- und 6.887 moderne Stückholzkessel im Kleinanlagenbereich bis 100 Kilowatt zu verzeichnen. Die weltweit führende österreichische Biomassekesseltechnologie kam vorwiegend zum Einsatz. Von etwa 2,3 Millionen Zentralheizungen in Österreich ist bereits jede Vierte eine Stückholz-, Hackgut- oder Pelletsheizung.

25.000 Jährlich

neu errichtete Biomassekessel bis 100 kW

20.000

15.000

10.000

5.000

0

Hackgutheizungen bis 100 Kilowatt Bäuerliche Betriebe verwenden vorwiegend Hackgutheizungen mit einer Leistung bis 100 Kilowatt. Aus arbeitstechnischen Gründen bauen sie die Heizanlage oft außerhalb des Wohnbereiches in ein Wirtschaftsgebäude ein. Eine Nahwärmeleitung verbindet sie mit dem bestehenden Heizsystem. Kleine Hackgutanlagen versorgen zunehmend Gewerbebetriebe, moderne Geschoßwohnbauten und Reihenhausanlagen mit Wärme.

Moderne Stückholzkessel sind beliebt Moderne Stückholzkessel sind nach wie vor beliebt und legten im vergangenen Jahr um neun Prozent zu. Der Komfort gegenüber einer Hackgut- oder Pelletsheizung ist etwas geringer, aber ausgestattet mit einem entsprechenden Pufferspeicher ist ein Durchheizen über die gesamte Heizperiode möglich. In Kombination mit einer Solaranlage fällt in den Sommermonaten das lästige Einheizen für die Warmwasserbereitung weg.

Ölheizungen weiter rückläufig 15 Prozent weniger Ölheizungen wurden errichtet. Sie werden fast nur mehr bei Sanierungen eingesetzt. Trotz

2002

2003

2004

2005

2006

Hackgut

2007 Pellets

anhaltend hoher Heizölpreise wurden im Vorjahr rund 5.000 Ölkessel errichtet. Im Vergleich dazu waren es im Jahr 1999 noch 31.500 Stück.

Öl- und Gasheizungen in Dänemark bereits verboten Während in Dänemark seit 1. Jänner 2013 die Installation von Öl- oder Gasheizungen in Neubauten bereits verboten ist, in Altbauten ab 2016, liegt das Verbot in Österreich in weiter Ferne. Die Mineralölwirtschaft gewährt weiterhin Förderungen für neue Ölkessel. Damit sichern sich die Verantwortlichen die Bindung der Heizölkunden für die nächsten Jahre. Diese Vorgehensweise widerspricht den Zielen Österreichs. Die Devise lautet, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energien zu steigern. Der Brennstoff Pellets kostet, verglichen mit Heizöl, bei gleicher Energiemenge rund die Hälfte. Dieser Umstand, steigendes Umweltbewusstsein und der hohe Komfort führten im Vorjahr zu einem Rekord bei der Neuinstallation von Pelletskesseln. Ein wesentlicher Teil entfiel auf den Austausch alter Ölheizungen. Aufgrund

2008

2009

2010

2011

2012

Stückholz

des geringen Lagerraumbedarfes entscheiden sich viele, den bestehenden Tankraum als Pelletslagerraum zu nutzen. Die Pellets kann man bis zu 20 Meter entfernt vom Heizraum lagern. Ein automatisches Saugsystem versorgt den Kessel mit dem Brennstoff. In Niederösterreich darf man Lagerbehälter mit Pellets bis zu einer Gesamtmenge von 15 Kubikmeter in Heizräumen aufstellen, wenn sich im Heizraum nur die zugehörige Pellets-Feuerstätte befindet. Die Nennleistung von 26 Kilowatt darf man nicht überschreiten. Ein Wohnhausbesitzer, der sich für Heizöl entscheidet, verbrennt jährlich etwa 3.000 Liter wertvolles Öl. Mit derselben Menge Diesel könnte ein Auto bis zu

Brennstoffpreise im Überblick Fichtenhackgut liegt derzeit bei 21 Euro pro Schüttraummeter. Ofenfertig zugestellt kommt Buchenscheitholz auf 80 Euro pro Raummeter. Pellets werden mit 235 Euro pro Tonne gehandelt. Im Vergleich dazu kostet Erdgas 0,072 Euro pro Kilowattstunde und für Heizöl legt man 95 Cent pro Liter aus.

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Die landwirtschaft

Technik

60.000 Kilometer fahren. Der Einbau neuer Gasheizungen ist mit 46.400 Stück gegenüber 2011 um 2.300 Anlagen gestiegen. Die Bereitschaft, von Erdgas auf einen anderen Energieträger zu wechseln, ist speziell im urbanen Bereich gering. Die höheren Energiekosten nimmt der Bauherr wegen der relativ niedrigen Errichtungskosten für Gasgeräte oft in Kauf. Erdgas braucht keinen Lagerraum.

Vor allem bäuerliche Betriebe verwenden Hackgutheizungen mit kleinerer Leistung. Der Heizraum wird häufig im Wirtschaftsgebäude außerhalb des Wohnbereiches errichtet. Foto: LK NÖ/Pöchlauer-Kozel

Wärmepumpe als weitere „grüne“ Alternative Auch die Wärmepumpenbranche konnte Zuwächse in den Verkaufszahlen verzeichnen. Mit etwa 13.300 Stück wurden um 11 Prozent mehr Anlagen installiert als im Jahr davor. Richtig dimensionierte Heizungswärmepumpen arbeiten besonders in Neubauten oder nachträglich gut gedämmten Häusern sehr effizient. Vorausgesetzt, sie sind mit Fußboden- oder Wandheizung ausgestattet. Vorsicht ist meist bei Radiatorenheizungen in Kombination mit Wärmepumpen geboten. Je höher die erforderliche Vorlauftemperatur des Heizungswassers ist, desto schlechter ist die Effizienz der Wärmepumpe, und die

Jahresarbeitszahl bestimmt Effizienz bei Wärmepumpen Abgegebene Wärmemenge im Verhältnis zur aufgenommenen elektrischen Energie der gesamten Wärmepumpen-Heizanlage über ein Jahr, ergibt die Jahresarbeitszahl. Ein Beispiel: Gibt eine Wärmepumpe in einem Jahr 10.000 Kilowattstunden Wärmeenergie an das Gebäude ab (entspricht einer Heizlast von etwa sieben Kilowatt) und benötigt dafür 2.500 Kilowattstunden Strom, so liegt die Jahresarbeitszahl bei vier. Bei einem Strompreis von 20 Cent pro Kilowattstunde sind dies 500 Euro Heizkosten pro Jahr. 34

Stromkosten steigen enorm. Ein Maß für die Effizienz einer Wärmepumpe ist die Jahresarbeitszahl. Hier wird die abgegebene Wärmemenge im Verhältnis zur aufgenommenen elektrischen Energie der gesamten Wärmepumpen-Heizanlage über ein Jahr berechnet.Diese Zahl sollte über 3,5 liegen (siehe Infobox). Energieversorger bieten für Wärmepumpen niedrigere

Strompreise – sogenannte unterbrechbare Tarife – an. Je höher die Temperatur der Wärmequelle und je geringer die Vorlauftemperatur des Heizsystems umso effizienter arbeitet eine Wärmepumpe. Die Vorlauftemperatur im Heizsystem sollte nicht über 35 Grad betragen. Sonst kann es bei bei den Stromkosten zu bösen Überraschungen kommen.

Grundwasser- und Erdwärmepumpen sind effizient Bei richtiger Auslegung arbeiten die Grundwasserwärmepumpen am effizientesten. Die Jahresarbeitszahlen liegen zwischen 4,0 bis 4,5 und auch darüber. Ausreichend Grundwasser und eine wasserrechtliche Genehmigung sind erforderlich. Daher kann man dieses System nicht überall einsetzen. Eine gute

Jährliche Brennstoffkosten in Euro inkl. USt. (durchschnittliches Einfamilienhaus Baujahr 1985, 22.500 kWh Nutzwärmebedarf, Brennstoffpreise Mai 2013)

Heizöl Brennwertgerät

2.204

Erdgas Brennwertgerät

1.620

Pellets

1.327

Scheitholz (hart)

1.216

Hackgut (Fichte)

788

0

500

1.000

1.500

2.000

2.500


Juni_2013 Leistung erbringen auch Erdwärmepumpen. Das sind Sole/Wasser-Wärmepumpen mit Flachkollektoren oder Tiefenbohrung. Ihre Arbeitszahlen betragen zwischen 3,5 bis vier. Die Luftwärmepumpe ist in der Anschaffung meist die günstigere Variante. Sie erreicht eine Arbeitszahl von zwei bis 3,2, aber nur unter optimalen Bedingungen. Für ein bestehendes Wohngebäude, ohne Fussboden- oder Wandheizung ist diese Variante nicht geeignet. Oft werden Luftwärmepumpen bei einer Radiatorenheizung mit einem zusätzlichen elektrischen Heizstab angeboten. Damit kann die Wärmepumpe Vorlauftemperaturen von 65 Grad erreichen. Hier ist aber mit hohen Strom- und Heizkosten zu rechnen.

Kachel- und Kaminöfen bieten weiteren Absatzmarkt für Scheitholz Bei den neu errichteten Kachelöfen, Kaminen und Herden ist eine Steigerung feststellbar. Eine jährliche Erhebung der Regionalenergie Steiermark verzeichnet über 52.000 Einzelöfen. Davon sind mehr als 9.000 Kachelöfen. Kaminöfen werden errichtet, um den Heizölverbrauch und die damit verbundenen hohen Kosten zu reduzieren. Diese Einzelfeuerungen kann man mit Biomasse wie Scheitholz, Holzbriketts oder Pellets befeuern. Damit bieten sie für die Land- und Forstwirtschaft einen weiteren Absatzmarkt

Trend hin zu Kleinheizwerken mit möglichst kurzen Leitungen Ein Zuwachs von 20 Prozent ist bei Anlagen im mittleren Leistungsbereich bis 500 Kilowatt zu verzeichnen. Sie liefern häufig W Nahwärme für öffentliche Gebäude, Wohnhausanlagen oder Gewerbebetriebe. Die Erfahrung zeigt, dass nur mit kurzen Wärmeleitungen oder entsprechenden Großabnehmern eine hohe Wärmebelegung des Netzes erreicht werden kann. Ein Umstand, der für einen wirtschaftlichen Betrieb unerlässlich ist. Der Trend geht von Großprojekten mit kilometerlangen Leitungstrassen hin zu mehreren kleineren Heizwerken mit kürzeren Leitungslängen im gleichen Versorgungsgebiet. Für die Wirtschaftlichkeit von Großanlagen zur Ökostromproduktion ist neben einem entsprechenden Einspeisetarif auch die regionale Verfügbarkeit der Holzbiomasse sowie die effiziente Abwärmenutzung Voraussetzung. Diese Voraussetzungen fehlen oft, deshalb sind in den letzten Jahren kaum mehr Projekte umgesetzt worden.

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Die landwirtschaft

technik

Durchblick im Heizkosten-Dschungel: NÖ Biowärme-Index 2012

Preisanhebungen einfach berechnen

Empfehlungen und mehr Der NÖ Biowärme-Index ist bei bestehenden Verträgen nicht immer anwendbar. Die gleichen Indexfaktoren und die gleiche Gewichtung der Indizes müssen gewählt werden, damit er greifen kann. Ist das nicht der Fall, ist eine einvernehmliche Vertragsänderung zu prüfen. Dafür wird ein Mustervertrag des Landes Niederösterreich empfohlen. Verträge vorzeitig aufzulösen, ist nicht zu empfehlen. Mit den Kunden ist eine Vertragsanpassung im Einvernehmen anzustreben.

Wie der Mietzins sind auch die Wärmepreise indexgesichert. Damit ist Jahr für Jahr eine Anpassung an die wirtschaftlichen Bedingungen erforderlich. Foto: agrarfoto.com

In Niederösterreich liefern Biomasseheizwerke Wärme an Privatkunden, Siedlungsgenossenschaften und öffentliche Einrichtungen. Der Biowärme-Index ermöglicht den Betreibern eine rasche und durchschaubare Anpassung der Wärmepreise.

Berechnung bezieht auch den Preis von Energieholz und die Baukosten mit ein. Der Biowärmeindex erspart den Anlagenbetreibern die laufende Indexerhebung. Manche Wärmelieferanten verzichten auf eine Preisanpassung, da eine jährliche Erhebung der Faktoren aufwendig ist.

Biomasseheizwerke schließen mit ihren Partnern langjährige Wärmelieferungsverträge ab. Jedes Jahr passen sie die Wärmepreise den wirtschaftlichen Gegebenheiten an. Ähnlich wie der Mietzins sind diese Kosten durch einen Index gesichert. Zur leichteren Berechnung der Anpassung dient der Niederösterreichische Biowärme-Index. Neben der Preisentwicklung von Konkurrenzbrennstoffen berücksichtigt er die Kaufkraft. Die

Der NÖ Biowärme-Index macht eine exakte, nachvollziehbare und rasche Abstimmung der Kosten auf die derzeitige Marktsituation möglich. Das beugt Diskussionen über mögliche Preisveränderungen vor. Die Erhebung der Indexdaten führt die Landwirtschaftskammer im Auftrag der Niederösterreichischen Landesregierung durch. Die Experten ziehen vor allem die Durchschnittswerte des Vorjahres zur Berechnung heran.

Leichtere Preisanpassung durch den NÖ Biowärme-Index für Betreiber

Anpassung um 1,37 Prozent erforderlich Aus den Daten ist ersichtlich, dass die Preise für Energie, Bau und die allgemeine Lebenshaltung gestiegen sind. Die Preise für Biowärme sind somit nur um 1,37 Prozent gegenüber dem Vorjahr anzupassen. Die genauen Ergebnisse werden bis ersten Juli von Statistik Austria veröffentlicht. Einzige Ausnahme: Der Energieholzindex, den die Landwirtschaftskammer selbst aktualisiert. Ing. Karl Furtner Ref. Technik und Energie Tel. 05 0259 25307 karl.furtner@lk-noe.at

Verwendete Indizes

Anteil

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

Verbraucherpreisindex (VPI) insgesamt 2005

20 %

100

101,5

103,7

107,0

107,5

109,5

113,1

115,9

VPI für Strom, Gas u. andere Brennstoffe (COICOP 4.5)

20 %

100

106,1

112,4

118,8

115,9

119,6

126,4

131,1

Energieholzindex

40 %

1,052

1,176

1,293

1,266

1,273

1,401

1,549

1,543

Index für Wohnhaus- und Siedlungsbau 2005

20 %

100

104,6

109,2

114,9

115,6

119,3

122,0

124,5

1

1,072

1,142

1,163

1,162

1,229

1,312

1,330

NÖ Biowärme Index 36


Juni_2013

Der richtige Weg zur finanziellen Unterstützung

Förderaktionen bringen grüne Energie ins Haus

Neben einer Förderaktion für Holzheizungen bringt auch der Sanierungsscheck finanzielle Unterstützung beim Tausch des Heizungssystems. Einige Punkte gilt es dabei jedoch zu beachten. Förderaktion Holzheizungen 2013 Gefördert werden neu installierte Pelletsund Hackgutzentralheizungen bis 50 KW. Sie müssen jedoch bestehende fossile Kessel, elektrische Nacht- oder Direktspeicheröfen ersetzen. Auch bei Pelletkaminöfen ist ein Antrag auf Förderung möglich. Auch hier ist wichtig, dass der neue Ofen den Einsatz fossiler Brennstoffe reduziert. Die Förderhöhe beträgt für: Pellet-/Hackgutzentralheizungen 1.000 Euro Pelletkaminöfen 500 Euro. Antragstellung Die Antragstellung ist online von 21. März bis 31. Oktober diesen Jahres möglich. Eine Förderung erfolgt nur bei Projekten, die in dieser Zeit auch umgesetzt wurden. Eine Schlussrechnung sowie eine vom Professionisten bestätigte Errichtungsbescheinigung muss vorgelegt werden. Es können zusätzliche Fördermittel der Länder und Gemeinden in Anspruch genommen werden. Die Inanspruchnahme einer weiteren Bundesförderung, wie beispielsweise über den Sanierungsscheck 2013 ist jedoch ausgeschlossen.

Sanierungsscheck 2013 Ist im privaten Wohnbau eine thermische Sanierung geplant, kann ein Ansuchen auf den Sanierungsscheck erfolgen. Dabei ist wichtig, dass das Gebäude älter als 20 Jahre ist. Förderungsfähig sind die Dämmung von Außenwänden und Geschossdecken, die Erneuerung von Fenstern und Außentüren sowie die Umstellung von Wärmesystemen auf erneuerbare Energieträger. Die Voraussetzungen Vor der Realisierung muss eine An-

Förderung – Direktzuschuss Antragstellung bis 30. Juni 2013 (Konjunkturpaket) bis 31. Dezember 2013 Fertigstellung bis 31. März 2014 bis 31. Dezember 2014 - 30 % der förderbaren Kosten (inkl. USt) - 20 % der förderbaren Kosten (inkl. Ust.) - für thermische Sanierung max. 7.000 Euro - für thermische Sanierung max. 5.000 Euro - für Wärmeerzeuger max. 2.000 Euro - für Wärmeerzeuger max. 2.000 Euro plus Zuschläge von 300 bis 500 Euro zB für Energieausweis, Holzfenster, uä (Förderbare Kosten sind Material, Montage und Planung durch befugte Firmen.)

Beispiel förderbare Kosten Zuschuss thermische Sanierung eines Einfamilienhauses 22.000 € 5.000 € (7.000 €) Ersatz alte Ölheizung – Einbau Pelletsanlage 16.000 € 2.000 € Einbau neuer Holzfenster 14.000 € 500 € natürliche Dämmstoffe 500 € Energieausweis 300 € max. Förderung 8.300 € (bzw 10.300 € mit Konjunkturbonus) tragstellung über eine Bausparkasse zwischen 14. Jänner und 31. Dezember diesen Jahres stattfinden. Energieausweise vom Bestand und nach der Umsetzung der Maßnahmen Der Heizwärmebedarf (laut Energieausweis) muss sich um 20 bis 30 Prozent reduzieren und darf bei einer umfassenden Sanierung 75 kWh pro m² und Jahr nicht überschreiten. Eine Umstellung des Wärmesystems wird nur dann gefördert, wenn das Gebäude bereits „gut gedämmt“ ist oder gleichzeitig wird. Geförderte Maßnahmen sind von einer befugten Firma bis 31. Dezember 2014 durchzuführen. Förderbar sind Einzelmaßnahmen und „Generalsanierungen“ Gebäudedämmung (Mindeststärke des Dämmmaterials 16 cm) Fenster- und Türentausch (U-Wert unter 1,35 W/m²K)

Fernwärmeanschluss Umstieg auf ein Holzzentralheizungsgerät (max. 50 kW Kessel) Einbau einer Wärmepumpe (COP = 4) Solaranlage bei Einbindung ins bestehende Heizsystem (mindestens 15 m²) Antragstellung über die Allgemeine Bausparkasse, die Bausparkasse der Österreichischen Sparkassen AG, die Raiffeisenbausparkasse und die Bausparkasse Wüstenrot erforderliche Unterlagen: Antrag, Energieausweis, Grundbuchauszug, Kostenvoranschläge Für mehrgeschoßige Wohnbauten und denkmalgeschützte Gebäude gelten besondere Förderungsbedingungen. Ing. Karl Furtner Ref. Technik und Energie Tel. 05 0259 25307 karl.furtner@lk-noe.at

Förderaktion Holzheizungen 2013

Sanierungsscheck 2013

Details zur Förderaktion „Holzheizungen 2013“ sowie weitere Informationen finden Sie unter www.holzheizungen2013.at Kommunalkredit Public Consulting GmbH Tel. 01/31631 740

Bedingungen für den Sanierungsscheck unter www.sanierungsscheck2013.at. Weitere Infos über die jeweilige Bausparkasse oder Kommunalkredit Public Consulting Tel. 01/31631 264 37


Die landwirtschaft

Technik

Anträge ab sofort bis Ende November stellen

Photovoltaik-Förderung 2013 ist gestartet

Die diesjährige Förderaktion für Photovoltaik-Anlagen bis fünf Kilowatt ist gestartet. Der Prozess für die Antragsteller wurde vereinfacht und gerechter gestaltet. Die Registrierung ist bereits möglich und wie sie funktioniert, erfahren Sie im folgenden Beitrag Registrierung ist laufend möglich Die Förderaktion 2013 verläuft anders als alle bisherigen Photovoltaik-Förderaktionen. Der Prozess wurde vereinfacht und gerechter gestaltet. Die Registrierung ist bereits seit 12. April laufend möglich. Die noch zur Verfügung stehenden Mittel kann man über die Internetseite www.pv2013.at abrufen. Pro Kilowatt-Peak werden 300 Euro an Förderung für Aufdachanlagen zugeschossen. Für die Registrierung sind die Zählpunktnummer, der Netzbetreiber, eine technische Beschreibung und die Kosten der Anlage sowie der Standort und Angaben über den Betreiber anzuführen. Dafür gibt es eine Registrierungsnummer mit persönlichem Zugang zur Online-Plattform. Damit sind auch die zugesagten Mittel gesichert. Nach zwölf Wochen verfällt diese Nummer. Die Registrierung sollte nur dann erfolgen, wenn die baulichen Voraussetzungen für die Errichtung bereits gegeben sind.

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Anträge bis Ende November möglich Die letzte mögliche Einreichung ist mit 30. November fixiert. Das ist auch davon abhängig, ob dann noch Mittel zu vergeben sind. In Summe stehen 36 Millionen Euro im Rahmen der Förderaktion zur Verfügung. Das entspricht einer etwa 24.000 Anlagen. Mit der einmaligen Regis-

trierung wird der Förderbetrag für zwölf Wochen reserviert. Abgewickelt werden die Anträge von der Kommunalkredit Public Consulting.

Strom aus Sonnenkraft liegt im Trend Photovoltaik-Anlagen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Für die


Juni_2013

Weiterführende Informationen zur Photovoltaik-Förderung 2013: www.pvaustria.at www.pv2013.at www.energieberatung-noe.at www.klimafonds.gv.at

Anlagen werden bevorzugt ungenutzte Dachflächen genutzt. Sie sind einfach zu montieren und haben nahezu keinen Wartungsaufwand. Auch der finanzielle Anreiz kommt dabei nicht zu kurz. Durch die bisher sinkenden Anlagenkosten und eine Förderung ist Solarstrom eine gute Alternative. Hinzu kommt der Wunsch vieler Anleger – mangels attraktiver Kapitalverzinsung – das Geld sinnvoll in zukunftsweisende Technologien zu investieren. So wurden im vergangenen Jahr in Niederösterreich Anlagen mit einer Gesamtleistung von 175 Megawatt errichtet, was nahezu dem Volumen der bisher errichteten Anlagen entspricht. Damit standen Ende des Jahres rund 340 Megawatt umweltfreundlicher Strom aus Photovoltaikleistung im Land zur Verfügung. Eine Bilanz, die auch heuer durch die Förderaktion aufgewertet werden soll.

Größe entscheidet über Förderung

Die Anlagengröße ist entscheidend für das jeweilige Fördermodell. Zwei unterschiedliche Varianten stehen den Antragstellern zur Verfügung.

Nach dem Ökostromgesetz gibt es zwei Fördermodelle. Entscheidend hierbei ist die Anlagengröße. Bis zu einer Höhe von fünf Kilowatt Anschlussleistung wird die Anlage über eine Investitionsförderung unterstützt, auch wenn sie tatsächlich größer dimensioniert wird. Über fünf Kilowatt gibt es generell nur eine Tarifförderung. Die Variante der Förderung von Anlagen über fünf bis 500 Kilowatt hat traurige Berühmtheit erlangt. Tausende Antragsteller haben zu Silvester oft vergeblich versucht, eine Zuteilung über das Internet zu erlangen, weil die Fördermittel aus dem Ökostrombeitrag mit Jahresbeginn vergeben wurden. Binnen weniger Minuten waren Millionenbeträge durch die Abwicklungsstelle für Ökostrom Österreich aufgeteilt.

Foto: Rainer Sturm/pixelio

Die Förderung für die Kleinanlagen obliegt dem Klima- und Energiefonds der Bundesregierung. Diese Mittel wurden in den ver-

P H O T O V O LTA I K

Der Weg zur geförderten Anlage Die Planung sollte mit der Unterstützung eines Fachbetriebes erfolgen. Auch ein Zählpunkt beim jeweiligen Energieversorgungsunternehmen ist für die Antragstellung erforderlich. Ist die Planung abgeschlossen, muss ein konkreter Termin für die Installation und Fertigstellung der Photovoltaik-Anlage vereinbart werden. Mit der einmaligen Registrierung wird der Förderbetrag für zwölf Wochen reserviert. Bis dahin muss die Fertigstellung erfolgen. Nach spätestens zwölf Wochen wird der konkrete Förderantrag mit Rechnung, Prüfbefund und Endabrechnungsunterlagen gestellt. Die Anlage muss zu diesem Zeitpunkt betriebsbereit sein, der Netzanschluss kann dann später erfolgen. Eine Antragstellung für die Förderaktion ist grundsätzlich bis 30. November diesen Jahres möglich, soweit dann noch finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

gangenen Jahren im Mai vergeben. Bereits 2012 wurde das System je nach Bundesland gestaffelt. Kleinanlagen sind auf den durchschnittlichen Haushalt abgestimmt. Da die Anlage und nicht der Strom gefördert wird, muss man für einen wirtschaftlichen Betrieb möglichst viel vom eigenen Strom selbst verbrauchen. Der Überschuss geht ins Stromnetz und wird zum Marktpreis von sechs bis acht Cent pro Kilowattstunde vergütet.

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Die landwirtschaft

Betriebswirtschaft

Lindner Premiere:

Symposium und Feldvorführung am 25. Juni am Seehof Donnerskirchen

Unitrac 82ep in Wieselburg

Mulch- und Direktsaat in Theorie und Praxis

Die neue Motorengeneration benötigt einen Liter Treibstoff weniger als die Vorgängermodelle – Produktionsstart für die Unitrac-ep-Modelle erfolgt im August. Bei seinen Fahrzeugen setzt Lindner auf Effizienz: Im Vorjahr wurden mit dem Geotrac 84ep und dem Geotrac 134ep die ersten Traktoren der Geotrac-Serie 4ep präsentiert, im heurigen März folgte der Geotrac 114ep. Bis 2015 werden alle Fahrzeuge auf den efficient-power-Standard umgestellt. Den Startschuss bei den landwirtschaftlichen Transportern bildet der Unitrac 82ep, der auf der Wieselburger Messe (27. bis 30. Juni 2013) seine Weltpremiere feiert.

Weniger Treibstoff Mit Hilfe des Rußpartikelfilters erfüllt der Unitrac 82ep die Abgasstufe 3B. Technische Highlights sind die kippbare Komfortkabine, die 4-Rad-Lenkung und die hydraulische Federung mit Niveauregelung. Die 4-Rad-Lenkung, durch die der Unitrac einen Wendekreisradius von 3,5 Metern schafft, bietet Lindner bei der laufenden Frühjahrsaktion übrigens kostenlos an.

ep-Serie wird weiter ausgebaut Das zweite Modell der Unitrac-ep-Reihe stellt der Tiroler Landmaschinenspezialist auf der Suisse Public in Bern vor (18. bis 21. Juni 2013). Darüber hinaus ist der Unitrac 92ep mit einer 2-Kreis-Hydraulik samt Komfortbedienung versehen.

Über den Unitrac In den Fuhrparks von Gemeinden, Liftgesellschaften, Profi-Landwirten und Transportunternehmen stehen europaweit mehr als 2.500 Unitrac-Transporter von Lindner im Einsatz. www.lindner-traktoren.at Anzeige

Am Dienstag, 25. Juni finden am burgenländischen Seehof Donnerskirchen der Gutsverwaltung Esterhazy ein Symposium und eine Feldvorführung statt. Dabei dreht sich alles rund um das Thema Mulch- und Direktsaat. Um 9 Uhr ist es soweit: Die Vorträge des Symposiums starten und das bei jedem Wetter. Experten geben unterschiedliche Einblicke in das weitläufige Thema. Neben Vortragenden der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer stehen auch Fachkräfte aus Wissenschaft, Forschung und Praxis den Teilnehmern Rede und Antwort. Auch eine Feldvorführung wartet auf die Interessierten. Sie beginnt um etwa 14.30 Uhr und stellt die Thematik auch bildlich dar. Bei Schlechtwetter wird die Vorführung auf Donnerstag, 27. Juni verschoben. Der Beginn ist dann für 14.00 Uhr angesetzt. Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro.

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Mulch- und Direktsaat bietet vor allem in Trockengebieten Möglichkeiten, knappe Wasserressourcen so gut wie möglich einzusetzen. Foto: LK NÖ/Deimel

Das Programm Begrünungsmanagement im Trockengebiet Gernot Bodner, BOKU Internationale Erfahrungen mit Direktsaat Rolf Derpsch, Berater Paraguay Versuche zu Minimalbodenbearbeitung und Erosionsschutz Josef Rosner, Land Niederösterreich Praktische Erfahrungen mit Direktsaat Karl Zaussinger, Wullersdorf und Johann Peck, Andau Mähdruschsaat Willi Peszt, LK Burgenland Betriebswirtschaftliche Aspekte der Mulch- und Direktsaat Gerald Biedermann, LK NÖ Praktische Maschinenvorführung Michael Deimel, LK NÖ


Juni_2013

Neue Fördermöglichkeiten des Bundes für den Einsatz von Pflanzenöl als Treibstoff

Jetzt Umrüsten auf Pflanzenöl auch für einzelne Landwirte interessant Im Oktober des Vorjahres startete das Land Niederösterreich eine Förderaktion für Traktoren mit Pflanzenölantrieb. Nun ist auch der Bund mit einem neuen Förderansatz nachgezogen. Der Bund bietet zwei neue Förderansätze an. Als erste Möglichkeit werden Fahrzeuge mit alternativem Antrieb und Elektromobilität gefördert. Anträge kann man für bis zu zehn Fahrzeuge mit weniger als 3,5 Tonnen stellen. Die zweite Möglichkeit trifft das Mobilitätsmanagement von Betrieben, Bauträgern und Flottenbetreibern. Hier fallen auch Traktoren hinein, die mit bis zu 1.500 Euro gefördert werden. Die Antragstel-

lung ist jetzt auch für einzelne Landwirte möglich. Die Anfrage und Genehmigung muss noch vor dem Umrüsten erfolgen. „Bäuerliche Betriebe sind durch die Förderaktion auf Pflanzenöl als Treibstoff aufmerksam geworden. Sie lassen ihre Traktoren umrüsten oder achten beim Kauf auf die Möglichkeit, Pflanzenöl als Treibstoff einzusetzen“, so Josef Breinesberger, Geschäftsführer Bundesverband Pflanzenöl Austria und Gerhard Zinner, Geschäftsführer der Waldland Firmengruppe. Mehr als 50 Traktormotoren sowie Strom- und Bewässerungsaggregate werden bei Waldland im Jahr für den Betrieb mit Pflanzenöl adaptiert. Die Umrüstkosten fördert das Land NÖ mit bis zu 1.500 Euro. Hannes Blauensteiner Waldland

Viele Fördermöglichkeiten von Land und Bund machen den Einsatz von Pflanzenöl als Treibstoff interessant. Foto: Waldland

Nähere Informationen www.umweltfoerderung.at/verkehr, obe@waldland.at oder Tel. 02826/7443 0.

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Die landwirtschaft

Technik

Blitzschutzanlagen auf dem letzten Stand der Technik minimieren Schadensrisiko an und in landwirtschaftlichen Gebäuden

Gebäude innen und außen gegen Blitzschlag rüsten

Eine Blitzschutzanlage nach dem letzten Stand der Technik schützt Personen, Tiere, bauliche Anlagen und die im Gebäude vorhandenen Elektroinstallationen und elektronischen Anlagen. Im nachfolgenden Beitrag wird ein Überblick über die Errichtung einer Blitzschutzanlage gegeben.

Der äußere Blitzschutz fängt Blitzeinschläge auf und leitet den Strom in die Erde weiter. Netzförmige Fangeinrichtungen am Dach und entsprechende Ableitungen schützen das Gebäude vor Schäden. Foto: LK NÖ/Wagner

Zuerst schätzt ein Sachverständiger das Risiko ab, bevor der Baubescheid für die Neuerrichtung eines landwirtschaftlichen Gebäudes eine Blitzschutzanlage vorschreibt.

Blitzschutz im Eigeninteresse Eine umfassende Risikobewertung entscheidet darüber, ob ein Blitzschutz notwendig ist. Wenn beim Neubau kein Blitzschutz vorgeschrieben wird, liegt die Errichtung im eigenen Interesse des Landwirtes. Dies gilt ebenso für das Nachrüsten bei bereits bestehenden Gebäuden. Denn eine entsprechende Anlage kann das Schadensrisiko deutlich reduzieren.

Aufbau und Planung Eine Blitzschutzanlage besteht aus einem äußeren und einem inneren Blitzschutzsystem sowie einer Erdungsanlage. Art und Typischer Abstand (ÖVE/ Schutzklasse ÖNORM EN 62305-3 I 10 II 10 III 15 IV 20

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Anordnung sollte man bereits im Planungsstadium berücksichtigen, da mit minimalem Aufwand die Wirksamkeit des Blitzschutzsystems erhöht werden kann. Vor der Planung einer Blitzschutzanlage muss eine Blitzschutzklasse festgelegt werden. Je nach Gefährdungspotenzial unterscheidet der Fachmann zwischen vier Schutzklassen. Deren Wirksamkeit nimmt von Schutzklasse I zu Schutzklasse IV ab. Erfahrungsgemäß liegen landwirtschaftliche Gebäude mit ihren elektrischen Anlagen meist im Bereich der Schutzklasse III.

Schutz vor Schäden Der äußere Blitzschutz hat die Aufgabe, Blitzeinschläge aufzufangen, den Blitzstrom vom Einschlagpunkt zur Erde

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abzuleiten und in der Erde sicher zu verteilen. Netzförmige Fangeinrichtungen am Gebäudedach, die über Knotenpunkte mit den Ableitungen

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juni_2013 verbunden sind, schützen das Gebäude vor thermischen und mechanischen Schäden. Ableitungen sind vorzugsweise gleichmäßig auf den Umfang zu verteilen, jedoch sollten sie wenn möglich, an jeder Ecke des zu schützenden Objektes angebracht werden. (Tabelle)

Innerer Blitzschutz Der innere Blitzschutzes muss gefährliche Funkenbildung innerhalb einer baulichen Anlage verhindern. Das lässt sich vor allem durch folgende Maßnahmen bewerkstelligen: Potenzialausgleichsverbindungen zwischen Bauteilen des Blitzschutzsystems und der leitenden Elementen innerhalb einer baulichen Anlage. Trennung zwischen den Teilen. Problematisch sind zu geringe Sicherheitsabstände zwischen Blitzableiter und elektrischen Anlagen innerhalb eines Gebäudes. Bei zu geringem Sicherheitsabstand kann ein Lichtbogen auf leitende Teile innerhalb des Gebäudes überspringen und Schäden verursachen.

werden. Schäden an Steuereinrichtungen von Lüftungsanlagen können Tierbestände gefährden. Auf landwirtschaftlichen Betrieben sind die verschiedenen elektronischen Einrichtungen besonders sensibel. Überspannungsschutzeinrichtungen sind gesetzlich vorgeschrieben. FI-Schutzschalter und Überspannungsableiter sind insbesondere nach Gewittern zu kontrollieren. Darüber sollte man diese Schutzeinrichtungen ein mal im Monat kontrollieren. DI Eduard Wagner BBK Amstetten Tel. 0664 60 259 25405 eduard.wagner@lk-noe.at

Kurz gefasst Gewitter sind keine zu unterschätzende Gefahr für Mensch, Tier und bauliche Anlagen. Blitzschutzanlagen bieten zwar keine hundertprozentige Sicherheit, reduzieren aber das Schadensrisiko deutlich. Rechtzeitig vor Baubeginn sollten mit einem Elektrofachmann die Details einer entsprechenden Anlage abgeklärt werden.

Blitzschutzpotentialausgleich Abhilfe schafft nur ein Blitzschutz-Potenzialausgleich mit Kombiableiter. Besonders kritisch sind eingeschleppte Überspannungen, die durch Blitzschlag an Freileitungen und Kabelstrecken verursacht

Als Grundlage dienen ÖVE/ ÖNORM EN 62305, ÖVE/ ÖNORM E 8049-1 und ÖKLMerkblatt Nr. 43 (Elektroschutz mit Potenzialausgleich und Potenzialsteuerung in Rinderställen).

Bäuerlicher Kollektivvertrag

Verhandlung der Löhne ist abgeschlossen Lohnverhandlungen zwischen LK NÖ und NÖ Landarbeiterkammer ergaben eine Erhöhung der Mindestlöhne und Aufrechterhaltungen von Überzahlungen. Am 22. Mai gingen die Lohnverhandlungen zwischen der NÖ Landwirtschaftskammer und der NÖ Landarbeiterkammer auf die Zielgerade. Bei den Verhandlungen über die Lohnrunde 2013 zum Bäuerlichen Kollektivvertrag konnten die verantwortlichen Sozialpartner eine Einigung erzielen. Eine Anhebung der Mindestlöhne um 2,9 Prozent ist fixiert. Dabei erfolgt eine Aufrundung der Monatslöhne auf jeweils volle 10 Cent.

Überzahlungen unverändert Sofern gegenüber den Mindestlöhnen Überzahlungen erfolgen, müssen diese betragsmäßig aufrechterhalten werden. Die Erhöhung der Mindestlöhne kann also nicht zu einem Wegschmelzen der Überzahlung führen. Eine verpflichtende Aufwertung der Überzahlung ist jedoch nicht vorgeschrieben. Neben dieser Lohnerhöhung konnten die Verhandlungspartner eine weitgehende Übereinkunft hinsichtlich eines wechselseitigen Forderungspaketes treffen. Dieses umfasst einerseits Klarstellungen hinsichtlich der Abgeltung bestimmter betriebsnotwendiger Fortbildungen der Dienstnehmer. Davon sind Kraftfahrer und Anwender

Mit 1. Juni erfolgte eine Erhöhung der Mindestlöhne für Landarbeiter um 2,9 Prozent. Foto: Pixelio/Bigeasy Shoots

von Pflanzenschutzmitteln betroffen. Andererseits machten die Kollektivvertragspartnern von gesetzlich eingeräumten Gestaltungsmöglichkeiten Gebrauch. So ist nun eine Vereinfachung bei der kurzfristigen zwischenbetrieblichen Überlassung von Arbeitskräften vorgesehen. Außerdem erfolgte ein weiterer Ausbau der Flexibilität bei der Festlegung der Normalarbeitszeit („Durchrechnung“). Die genauen Bestimmungen und die aktualisierte Lohntafel sind auf der Homepage der NÖ Landwirtschaftskammer unter www.lk-noe.at abrufbar. In der nächsten Ausgabe der Landwirtschaft erfolgt eine eingehendere Darstellung der neuen – zunächst einmal mit Wirksamkeit für ein Jahr befristeten und abgeschlossenen – Regelungen. Sämtliche Änderungen sind mit 1. Juni 2013 in Kraft getreten. Mag. Wolfgang Dobritzhofer Tel. 05 0259 27302 wolfgang.dobritzhofer@lk-noe.at

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Die landwirtschaft

markt

Sehr gute Ausgangslage für hochpreisigen Start in die neue Erdäpfelsaison

Optimistischer Blick Richtung Saisonstart

Erdäpfel aus der letzten Ernte sind in ganz Europa knapp. Die Frühkartoffeln aus den Mittelmeerländern sind schon so gut wie ausverkauft. Nun wartet die Erdäpfelbranche auf den Start der Heurigenernte. Angesichts der Ausgangslage blickt man sehr optimistisch in die neue Saison. Jahr 2012 geprägt von Spätfrost und Hitze Die heimische Erdäpfelernte war 2012 überschaubar. Sie startete, bedingt durch den Frost Mitte Mai, gut eine Woche später als 2011 in der zweiten Juniwoche. Davor konnte man nur geringe Mengen für die Direktvermarktung ernten. Wie schon in den Jahren davor kamen die ersten Heurigen aus dem Burgenland und der Steiermark während Niederösterreich erst ein bis zwei Wochen später einstieg. Die Haupternte fand bei durchwegs guten Rodebedingungen statt und die Lagerqualitäten waren daher sehr zufriedenstellend. 44

Allerdings erzielten die Bauern in den einzelnen Regionen sehr unterschiedliche Erträge. Im Waldviertel waren sie speziell bei den Stärkekartoffeln durchwegs zufriedenstellend, da die Pflanzen beim Frost noch nicht ganz aufgelaufen waren und dadurch kaum geschädigt wurden. Im weiteren Vegetationsverlauf gab es immer wieder Niederschläge und somit gute Bedingungen für das Wachstum. Anders war die Situation im Weinviertel und im Marchfeld. Durch den Spätfrost und die darauffolgende Hitze fielen die Erträge dort unterdurchschnittlich aus. Betroffen waren in diesem Gebiet überwiegend Erdäpfel für die Verarbeitungsindustrie und für den Speisemarkt. Dies zeigt sich nun zum Vermarktungsende besonders deutlich. Das Angebot wird gerade bis zum Start der Heurigen reichen, auch wenn es immer schwieriger wird, optisch schöne und somit waschbare Ware zu bekommen.

Europaweit knappes Angebot Im Rest Europas stellt sich die Situation noch drastischer dar. Die großen Chips-

Angesichts der weitgehend geräumten Lagerbestände sowie der hohen Preise bei ausländischen Frühkartoffeln blickt man optimistisch Richtung Saisonstart. Fotos: LK NÖ/Kamptner

und Pommeserzeuger in Belgien, Holland und Norddeutschland zahlten zuletzt Preise um die 30 Euro für Verarbeitungsrohstoff. Das hat entsprechende Auswirkungen auch auf den Speisemarkt. In Deutschland rechnet man mit einer frühzeitigen kompletten Umstellung auf ägyptische und israelische Frühkartoffeln. Die sind heuer entsprechend teuer. Deutsche Marktexperten berichten von Preisen um die 75 Euro je Dezitonne frei Packstation. Die Preise liegen damit deutlich über dem Niveau der letzten Jahre.

Auspflanzungsbeginn heuer später In Niederösterreich starteten die Erdäpfelpflanzungen heuer später als sonst bei zunächst guten Bedingungen. Im Weinviertel waren sie bis Ende April bis auf wenige Ausnahmen so gut wie abgeschlossen. Auch im Waldviertel ging es zunächst


juni_2013 zügig voran und so konnte bis zum Einsetzen der teils starken Mainiederschläge der überwiegende Teil gepflanzt werden. Die Pflanzgutgröße war heuer für die meisten Anbauer sehr zufriedenstellend. Sie war kleinfallend und so konnte man bei selber Menge Pflanzgut etwas mehr auspflanzen. Die ersten Auswertungen aus den MFA-INVEKOSDaten bestätigen das. Im Speisebereich gibt es in Niederösterreich eine Flächenausweitung von rund 420 Hektar (siehe Grafik). Die Fläche liegt damit um 5,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Welche Auswirkungen dieses Plus auf die Erntemenge und damit das Preisniveau bei den mittelfrühen- und späteren Sorten haben wird, hängt nun hauptsächlich von der Witterung ab.

Deutliche Rückgang bei Stärkekartoffeln Ein deutlicher Rückgang zeichnet sich bei den Stärkekartoffeln ab. Da der Großteil der Stärkekartoffelflächen im Waldviertel liegt, wo zu Redaktionsschluss noch nicht alles gepflanzt werden konnte, kann es speziell in diesem Bereich noch zu Verschiebungen kommen. Der Trend dürfte sich aber bestätigen. Im Waldviertel wurden die Kontraktmengen etwas erhöht, während sie im Weinviertel zurückgegangen sind. Auch die Agrana hat rund 600 Hektar Eigenanbau

eingestellt, was die Flächenreduktion um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erklärt.

Wie schon 2012 und in den Jahren davor kamen die ersten Heurigen aus dem Burgenland und der Steiermark während Niederösterreich erst ein bis zwei Wochen später einstieg.

Mit einem Flächenrückgang um etwa 50 Hektar bei den Speiseindustriekartoffeln fällt die Reduktion kleiner aus als erwartet. Besonders im Weinviertel waren viele Landwirte mit der Vertragsgestaltung unzufrieden. Dass die Flächeneinschränkung nun doch nur bei knapp zwei Prozent liegt, wird wohl ebenfalls mit dem im Schnitt kleinfallenderen Pflanzgut zu tun haben.

Nutzungsarten verschieben sich Bei den Heurigen setzt sich der Trend einer Verschiebung in die südlichen Bundesländer – allen voran ins Burgenland – weiter fort. Hatte Niederösterreich vor acht Jahren noch 70 Prozent Anteil an der Frühkartoffelfläche, so liegt er heuer nur mehr bei 51 Prozent. Das Burgenland steigerte sich im selben Zeitraum von sechs auf 19 Prozent. Geringfügig nahm die Fläche auch in der Steiermark zu. Die klimatischen Bedingungen in den südlicheren Regionen haben in den letzten Jahren Vorteile gebracht. So konnte man schon früher und mit größeren Mengen auf den Markt kommen. Einen gewissen Vorsprung wird es auch heuer geben. Ob er aber so deutlich ist, wird sich zeigen, heuer war es flächendeckend zu lange

kalt. In den ganz frühen Gebieten wurden bereits im März einzelne Felder mit frühen Sorten bepflanzt. Die Knollen lagen dort nun sehr lange bei kalten Temperaturen und Frost im Boden. Sie sind zwar im April gut aufgelaufen, ob die Ansätze und im weiteren Verlauf auch die Erträge nicht doch sehr unter diesen Stressbedingungen gelitten haben, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen.

mark rechnet man damit, den Lebensmitteleinzelhandel ab der zweiten Juniwoche mit neuer Ware versorgen zu können. Voraussichtlich nur wenige Tage später können heuer auch das Marchfeld sowie die frühen Gebiete im Raum Stockerau mit der Heurigenernte beginnen. Angesichts der weitgehend geräumten Lagerbestände sowie der hohen Preise bei ausländischen Frühkartoffeln blickt man optimistisch Richtung Saisonstart.

Ab zweiter Juniwoche in Handel Kleinstmengen an Heurigen für die Direktvermarktung werden bereits geerntet. Im Burgenland und der Steier-

DI Anita Kamptner Ref. Ackerbau und Grünland Tel. 05 0259 22141 anita.kamptner@lk-noe.at

Bioerdäpfelfläche in Niederösterreich NÖ gesamt von 2012 auf 2013: + 0,4 %

2.500 -19%

Erdäpfelfläche in Niederösterreich

2.000 -8,2%

NÖ gesamt von 2012 auf 2013: - 2,8 %

20.000

1.500

18.000

- 15,3%

16.000 14.000

-1,8%

12.000 10.000

1.000

+8,2%

500

8.000

-4,6%

+ 5,8%

6.000 4.000

-3,7%

2.000 0

2003

2004

Saatkartoffel

2005

2006

Frühkartoffel

2007

2008

Speisekartoffel

2009

2010

2011

Speiseindustriekartoffel

2012

Stand 21.5.2013

-0,8%

Stärkekartoffel

Innerhalb der Nutzungsrichtungen gibt es in NÖ Verschiebungen, die Gesamterdäpfelfläche ging leicht zurück.

0

+ 3,2% 2003

2004

Saatkartoffel

2005

2006

Frühkartoffel

2007

2008

Speisekartoffel

2009

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Speiseindustriekartoffel

2012 2013 (Stand 21.5.2012) Stärkekartoffel

Die gesamte Bioerdäpfelfläche bleibt annähernd stabil. Durch Vorgaben des Verarbeiters wurden die Stärke- und industrieflächen zurückgenommen, die Speiseflächen wurden hingegen ausgeweitet. 45


Die landwirtschaft

MARKT

Rapsanbaufläche in NÖ auf höchstem Wert seit 10 Jahren

Neue Rapsernte trifft auf leere Lager Beim Raps scheint sich das Ende der Lagerbestände abzuzeichnen. Somit richtet sich der Blick auf die neue Ernte, welche weltweit durchschnittlich ausfallen dürfte. Sorgen bereitet das massenhafte Auftreten des Rapsglanzkäfers in NÖ. DI Andrea Ribisch Ref. Betriebswirtschaft andrea.ribisch@lk-noe.at

gungen förderlich bleiben, wird eine generelle Entlastung des Marktes durch eine größere Rapsernte erwartet. OIL WORLD zufolge könnte die Rapsernte 2013 in der EU-27, in der Ukraine und in Russland heuer wieder größer ausfallen. Ebenso werden große Ernten in den GUS-Staaten und in Kanada erwartet. Die höheren Erwartungen ließen die Kurse an der Matif jüngst wieder leicht nachgeben.

Viel Fläche – wenig Ernte: Raps praktisch ausverkauft

Neue Herausforderungen in der Produktion und Vermarktung

Österreichweit wurde die Rapsfläche für die Ernte 2012 zwar ausgedehnt, dennoch wurden nur 148.500 Tonnen (-17 Prozent zu 2011) geerntet. Auch EU-weit fiel die Rapsernte kleiner aus. Der EU-weite Produktionsrückgang beim Raps bei einer gleichzeitig steigenden Nachfrage führte dazu, dass Raps aus der Ernte 2012 mittlerweile fast ausverkauft ist. Das Analyseinstitut OIL WORLD und der Internationale Getreiderat (IGC) gehen davon aus, dass die weltweiten Lagervorräte bei Raps auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gefallen sind. Wie prekär die Versorgungsbilanz beim Raps tatsächlich ist, zeigte sich beim Auslaufen des Februar-Kontraktes auf der Matif in Paris. Zum Ende der Laufzeit legten die Kurse eine regelrechte Rallye hin, ehe der Schlusskurs bei EUR 484,50 je Tonne zu liegen kam. Es ist davon auszugehen, dass die Spannung bis zur neuen Ernte anhalten wird. Sollten die Wetterbedin-

Nachdem die Europäische Union nur einen Bruchteil der Weltrapsproduktion einfährt, hängt die Preisentwicklung beim Raps wesentlich von dem auf den internationalen Märkten verfügbaren Angebot ab. Dabei ist der Einfluss der zunehmenden Nachfrage nach Rapsöl zur energetischen Verwertung nicht zu vernachlässigen. Raps hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Bestandteile von Biodiesel etabliert. Sollten sich die neuen Pläne der EU-Kommission zur CO2-Reduktion bewahrheiten, könnte die Biospritproduktion in Europa gänzlich uninteressant werden. Durch das geplante Indikatorsystem würde europäischer Biodiesel nicht mehr mit Biodiesel aus Übersee konkurrieren können. Dadurch würde die Nachfrage nach Raps marktwirksam negativ beeinträchtigt werden. Einen weiteren Unsicherheitsfaktor über die zukünftigen Rapsmengen stellen – neben der Diskussion rund um

stiere

schweine

ferkel

Die Schlachtstierpreise erlebten in den letzten zwei Monaten eine seit längerem nicht gekannte Talfahrt. Zwar ist das Ö Angebot rückläufig, da im 1. Quartal rd. 2.500 inländische Stiere weniger als in den Jahren zuvor geschlachtet worden sind und auch der Absatz im Inland hat sich sehr zufriedenstellend entwickelt. Dem Markt zu schaffen machen nach dem Wegfall der Lieferungen in die Türkei, dem größten EU-Abnehmer der letzten Jahre, aber die fehlenden Exportmöglichkeiten. In Ö nahmen zudem die Schlachtungen importierter Stiere um rund 50 Prozent zu. In den nächsten Wochen sollte die Preistendenz jedoch stabiler als zuletzt ausfallen.

Die schwierige Marktsituation schrieb sich im Mai fort. Die letzten Monate waren für die Mäster so aussichtslos wie schon lange nicht mehr. Mit der leichten Angebotsreduktion gibt es nun Ende des Monats leichte Entwarnung. Dieser Aufschwung darf aber nicht überschätzt werden. Branchenvertretern zufolge dürfte das Angebot in nächster Zeit wieder üppig ausfallen. Diese Mengen können nicht ausreichend vom bereits gut laufenden Frisch- und Grillfleischgeschäft aufgenommen werden. Somit bleiben die Sorgenkinder die Sektoren Verarbeitung und Export. Fehlen weiterhin wichtige Impulse aus diesen Absatzkanälen, könnte die Situation wieder kippen.

Weiterhin schwierig bleibt die Situation am NÖ Ferkelmarkt. Der schleppende Absatz im Mastschweinebereich wirkt sich weiterhin drückend auf den Ferkelbereich aus. Da die Inlandsnachfrage zu schwach ist, ist die Branche nun bemüht, den Überschuss in Rumänien abzusetzen. Da auch Deutschland und Holland über zu viele Ferkel verfügen, ist mit einem Konkurrenzkampf um die niedrigsten Preise zu rechnen. Mit dem Gewicht der Ferkel steigen mittlerweile die Kosten für die Ferkelproduzenten. Die weitere Entwicklung wird maßgeblich vom Mastschweinesektor bestimmt werden. In nächster Zeit sollten die Preise aber stabil bleiben. €/30 kg Ferkel

€/kg 4,0

Italien Bayern

3,5 3,0

Österreich

Tschechien

2,5 2,0

46

4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4

€/kg 1,9 Italien Österreich 1,8 Tschechien Deutschland 1,7 Bayern 1,6 Österreich Niederlande 1,5 Dänemark 1,4 1,3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4

75 70 65 60 55 50 45 40 35 30

Niederlande Bayern Dänemarkt Deutschland Österreich Niederösterreich

4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4

B

N


Juni_2013

Nachdem die vorjährigen Erntemengen in den wesentlichen Sojabohnenerzeugerländern aufgrund von Dürren wesentlich schwächer ausgefallen sind, erwartet man nun für die kommende Ernte vor allem für Südamerika Rekordernten. Bedingt durch die anhaltenden Logistikprobleme in brasilianischen Häfen kam es zu wochenlangen Exportstopps, wodurch Soja wieder empfindlich teuer wurde. Europäische Futterwerke mussten zwischendurch die Produktion auf getreidelastige Rationen umstellen, wodurch die Nachfrage nach Getreide merklich anstieg. Die weltweite Sojabohnenversorgungsbilanz ist nach wie vor sehr eng, und die international steigende Nachfrage verhindert eine Entspannung der knappen Versorgungslage. Die weitere Preisentwicklung bei Soja bleibt

Schlachtkühe gerieten im Mai in den negativen Sog am Rindermarkt. Angebotsseitig ist die Rinderproduktion 2013 EUweit von Rückgang geprägt und es hat sich an der geringen Verfügbarkeit von Kühen nichts geändert. Auf der Nachfrageseite machen sich allerdings die rückläufigen Exporte nach Russland, der geringe Preisunterschied zum Schlachtstier und die schwachen Schweinepreise bemerkbar. Auch die Falschdeklaration von Pferdefleisch scheint nun mit Verspätung doch Auswirkungen auf die Verarbeitungsindustrie zu haben. Insgesamt könnte sich daher trotz geringen Angebots der Preisdruck auf Schlachtkühe erhöhen. €/kg Frankreich 3,5

Rapsanbaufläche und Ernte 2005 bis 2013 in Niederösterreich Quelle: Statistik Austria, AMA

50.000

100.000

Anbaufläche Erntemenge

40.000

80.000

30.000

60.000

20.000

40.000

10.000

20.000

0

0 2005

2006

2007

2008

Tschechien

Mit 1. Mai bezahlten die in NÖ tätigen Molkereigenossenschaften ihren Lieferanten folgende Milcherzeugerpreise in Cent pro Kilogramm: Konventionelle Milch: Berglandmilch, netto 35,76 Milchgenossenschaft NÖ, netto 34,02 Gmundner Milch, netto 34,40 Biomilch: Berglandmilch, netto 41,81 Milchgenossenschaft NÖ, netto 39,52 Änderungen beim Milcherzeugerpreis werden jedem Milchlieferanten aufgrund des Milchliefervertrages im Milchgeldanlageblatt mitgeteilt. Frankreich

Bayern

2,5

Österreich

2,0 1,5

Nach der schwachen Ölsaatenernte 2012 wurden die Lager aufgrund der großen Nachfrage schnell geleert und die Bilanz bleibt bis zur neuen Ernte knapp. Der für die Ernte 2013 maßgeblichen Rapsanbau wurde in NÖ auf 33.126 ha erneut

milchpreise

kühe

3,0

Niederösterreich: Ausblick für Raps

gesteigert (plus 3 Prozent zu 2012). Dies ist die größte Anbauausdehnung seit 2002. Problematisch zeigen sich die Rapsglanzkäferkalamitäten des heurigen Jahres, wodurch einige Bestände im Mai umgebrochen werden mussten. Die Bestände, die vom Käfer verschont blieben, lassen auf eine durchschnittliche bis leicht überdurchschnittliche Ernte hoffen. Fraglich bleibt allerdings, wie sich Rapsbestände zukünftig angesichts zunehmender Resistenzen schützen lassen.

in t

Künstliche Knappheit bei Sojabohnen

abzuwarten, denn die Restbestände sind begrenzt, und die hochtrabenden Erntemeldungen der neuen Ernte wurden noch nicht bestätigt.

in ha

die Neonikotinoide – die fortschreitenden Resistenzen von Rapserdfloh und Rapsglanzkäfer dar. Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Behandlungsintensität mit Pflanzenschutzmitteln bei Winterraps zukünftig deutlich ansteigen wird. Dieses Thema trifft vor allem auf Mittel der Wirkstoffklasse der Pyrethroide zu, welche mit der Zeit unwirksam zu werden drohen.

Tschechien Qualitätsergebnisse: Im März 2013 entsprachen 99,41 % der Bayern in NÖÖsterreich angelieferten Milch der 1. Güteklasse. Für 90,70 % der angelieferten Milch wurde auch der S-Zuschlag von bis zu 1,45 Cent/kg ausbezahlt.

2009

2010

2011

2012

2013

Kreditzinsen Im März 2013 betrugen laut ÖNB die durchschnittlichen Zinsen für bestehende EURO-Kredite von (nicht-finanziellen) Unternehmen _ mit Laufzeit bis zu 1 Jahr....2,23 % _ mit Laufzeit 1 bis 5 Jahre.... 2,61 % _ mit Laufzeit über 5 Jahre....2,37 % für neue Kredite _ bis 1 Mio. Euro.................... 2,38 % Bezugszinssätze im April 2013 _ 3 Monats-EURIBOR.............0,21 % _ Sekundärmarktrendite.....0,98 % AIK-Zinssatz vom 1.7.-31.12.2013 Der Bruttozinssatz für die Agrarinvestitionskredite beträgt 1,500 %. Daraus ergibt sich ein Nettozinssatz für den Kreditnehmer von 0,960 % (36 %iger Zinsenzuschuss) 0,750 % (50 %iger Zinsenzuschuss 0,375 % (75 %iger Zinsenzuschuss) Der genannte Bruttozinssatz beinhaltet laut Sonderrichtlinie bereits Spesen. Das bedeutet, dass auch Entgelte für die Kontoführung durch den angeführten Zinssatz bereits abgedeckt sind!

4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4

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Die landwirtschaft

Betriebswirtschaft

Neues Thema bei Ideen erFAHREN startet am 27. Juni

Exklusiv für NÖ Bauernbundmitglieder

Rund um die Sojabohne

Unfall-Zusatzschutz bei Arbeit und Freizeit

Im Weinviertel widmet sich die Exkursionsreihe Ideen erFAHREN der Sojabohne. Deshalb wird sich im Juni alles um die gelbe Bohne drehen. Der Bogen spannt sich von Anbau, Verarbeitung und Vermarktung bis hin zur Verkostung.

schufen innovative Speisesojaverarbeiter, welche die Bohne fermentieren oder vermahlen. Aber auch der Anbau von Soja für die Verfütterung hat noch Potential. Das Angebot an GVO-freiem Soja nimmt weltweit laufend ab. In Österreich steigt der Bedarf jedoch stetig an. Grund dafür ist der Trend zur Biolandwirtschaft und zur gentechnikfreien Fütterung.

Start in der BBK Korneuburg Am 27. Juni startet die neue Exkursionsreihe von Ideen erFAHREN mit dem Namen „Rund um die Sojabohne“. Dabei spielen Anbau, Verarbeitung und Vermarktung eine Rolle. Vor allem jene, die an eine Aufnahme der Kultur in die eigene Fruchtfolge denken oder an Erfahrungen aus erster Hand interessiert sind, werden dabei voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Gestartet wird in der Bezirksbauernkammer Korneuburg. Die weiteren Exkursionstage werden vor Ort vereinbart.

Speisesoja und Futtermittel Schon vor 140 Jahren erkannte der österreichische Agrarwissenschaftler Professor Haberlandt die Bedeutung dieser Öl- und Eiweißfrucht. Er schuf die Grundlagen für ihren weltweiten Siegeszug. Das vergleichsweise kleine Österreich ist innerhalb der EU der drittgrößte Produzent von Sojabohnen. Auch wenn die Bohnen zum überwiegenden Teil in der Fütterung eingesetzt werden, steht bei österreichischen Landwirten die Produktion von Speisesoja im Vordergrund. Die Basis dafür 48

Gelbe Bohne mit Potenzial Die mehrtägige Exkursionsreihe Ideen erFAHREN möchte daher mit dem Thema „Rund um die Sojabohne“ das Potential der gelben Bohne durchleuchten und ihre Bedeutung für die heimische Landwirtschaft zeigen. Geplante Inhalte sind Besichtigungen in Hinblick auf Sorten, Saattechnik, Pflanzenschutz, Anbau von Sojabohnen im biologischen Landbau, Saatgutvermehrung und Aufbereitung, Sortenspektrum für die Produktion von Tofu sowie Speisesoja in der Lebensmittelverarbeitung, wie zum Beispiel Soja-Snacks und Produkte aus Biosoja. Ing. Robert Höllerer und DI Marianne Priplata-Hackl Ref. Betriebswirtschaft Tel. 05 0259 25122 robert.hoellerer@lk-noe.at

Anmeldung und Infos Anmeldungen werden bei den Bezirksbauernkammern oder bei Carina Staminger unter Tel.05 0259 25120 entgegengenommen. Der geförderte Teilnehmerbeitrag für alle Exkursionstage beträgt EUR 30,-. Weitere Infos: www.lk-noe.at/ ideenerfahren.

Die schwere Arbeit in der Landwirtschaft birgt besondere Gefahren. Laut Statistik ereignen sich jährlich in Österreichs Land- und Forstwirtschaft rund 5.000 Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten. (Quelle: Sozialversicherungsanstalt der Bauern). Darüber hinaus stellt das Unfallrisiko in der Freizeit eine zusätzliche Bedrohung dar. Denn der Verlust oder die Einschränkung der Arbeitskraft hat meist einen beträchtlichen Einfluss auf den laufenden Betrieb bzw. das Fortbestehen einer Landwirtschaft. Als Mitglied des NÖ Bauernbundes haben Sie mit Ihrer Servicekarte automatisch einen Basis-Unfallschutz. Mit dem BeitragsInkasso gilt dieser wieder für ein weiteres Jahr. Versicherungsschutz besteht für Arbeitsunfälle mit Todesfolge. Die Leistungen für die Hinterbliebenen betragen: 16.000 Euro bis zum 60. Lebensjahr 5.000 Euro ab dem vollendeten 60. Lebensjahr Natürlich weiß auch Dr. Hubert Schultes, Generaldirektor der NV, dass kein Geld der Welt ein Menschenleben ersetzen kann. „In vielen Fällen stellt unsere Kollektivversicherung aber eine wichtige Überbrückungshilfe zur

Weiterführung des Betriebes dar“, erklärt Schultes. Zusätzlich bietet die NV ein attraktives Leistungspaket als freiwillige und ideale Ergänzung zum Unfalltodschutz der Servicekarte an: Zusatz-Versicherungsschutz nach Unfällen in der Arbeit und Freizeit: Bei Unfall-Tod zusätzlich Versicherungssumme 15.000,– Euro. Bei Unfall-Invalidität Versicherungssumme 20.000,– Euro mit Progression bis 80.000,– bei 100 % Invalidität (Leistung ab 20 % Invaliditätsgrad). Zusätzlich für den Freizeitunfall: Rückhol-, Bergungsund Hubschrauberbergungskosten; deckt Rückhol- und Bergungskosten bis 5.000,– Euro und bietet somit wertvolle zusätzliche Sicherheit auf der Straße, im Ausland, in den Bergen. Das Paket erhalten Sie für nur einmalig 27,– Euro. Wegen des hohen Berufsrisikos zahlt sich für Landwirte die Aufstockung durch eine Zusatzversicherung auf jeden Fall aus. Für ein persönliches Beratungsgespräch sind unsere Berater ganz in Ihrer Nähe. Niederösterreichische Versicherung AG Neue Herrengasse 10, 3100 St. Pölten 02742/9013-0, www.noevers.at

Anzeige Versicherungstipps von Generaldirektor Hubert Schultes, Niederösterreichische Versicherung AG. Foto: zVg


Juni_2013

Mit dem Team von lk-projekt für jede Herausforderung gerüstet

Aktion „Bauernjause“ – bewegen und genießen

Vier Augen sehen mehr als zwei

Höfe für „Bauernjause“ im Oktober gesucht

Der lange harte Winter hat den Start in die diesjährige Anbausaison erschwert. Die Berater von lk-projekt standen ihren Kunden mit Rat und Tat zur Seite. Gemeinsam trotzten sie den Temperaturen und dem Lichtmangel. Gerade eben noch in den Winterschuhen, ist das erste Halbjahr auch schon um. Ungewöhnlich spät hat heuer die Anbausaison begonnen. Schuld daran war der lange harte Winter. Teilweise konnte gerade noch rechtzeitig gesät werden. Das Gemüse im Glashaus verlor beispielsweise bis zu zwei Wochen an Produktionszeit. Von Jänner bis April fehlten uns bis zu 30 Prozent des natürlichen Lichtes. Doch aufgrund bester technischer Voraussetzungen und nicht zuletzt guter, kompetenter Beratung meisterten die Kunden von lk-projekt auch diese Herausforderung.

Sicherheit durch kompetente Beratung Prozess begleitend sind die Spezialisten in der Lebensmittelproduktion vom Saatgut bis zur Verpackung als steter

Begleiter mit dabei und bieten Sicherheit in der Produktion und Kulturführung. Neben der Sicherheit ist auch Information einer der wichtigsten unternehmerischen Erfolgsfaktoren. Die Profis von lk-projekt sind dementsprechend überzeugt: „Die richtige Information zur richtigen Zeit kann für den Erfolg oder Nicht-Erfolg entscheidend sein. Unsere Beratungsleistungen sind in mannigfaltigen Produktionsrichtungen und Projekt sowie Prozess begleitend einsetzbar.“

Lösungen finden. Erfolge erzielen. Zukunft sichern Exklusiv stehen sie ihren Kunden zur Seite und das ganz nach dem Motto „vier Augen sehen mehr als zwei“. Dabei verlieren sie auch ihr Credo „Lösungen finden. Erfolge erzielen. Zukunft sichern.“ nicht aus den Augen und bilden mit ihrer Erfahrung und ihren Hilfestellungen ein gutes Fundament für unterschiedliche Projekte. Nähere Informationen auf www.lk-projekt.at.

Bereits zum vierten Mal soll die Aktion „Bauernjause“ das Bewusstsein der Bevölkerung für regionale Lebensmittel stärken. Dafür werden bäuerliche Betriebe gesucht, die den Gästen im Oktober ihre Türen öffnen. Den ganzen Oktober wird in den Regionen Niederösterreichs wieder einiges aufgetischt und eingeschenkt. Denn die Aktion „Bauernjause“ dauert dieses Jahr einen Monat lang.

Wer bei der Aktion „Bauernjause“ mitmacht, bringt die Leistungen der Landwirte den Konsumenten wieder ein Stück näher. Foto: Bauernjause_weinfranz

neben den regionaltypischen Leckerbissen auch die sportliche Komponente nicht zu kurz. Deshalb müssen die Betriebe auch gut zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sein. Ausgeschilderte Wander- oder Radwege, aber auch organisierte Wanderungen in Kooperation mit Gemeinden sind willkommen.

Teilnahme und Vorteile DI Gregor Hoffmann lk-projekt GmbH Tel. 05 0259 42303 gregor.hoffmann@lk-projekt.at

Exklusiv stehen die Berater von lk-projekt ihren Kunden zur Seite und das ganz nach dem Motto „Vier Augen sehen mehr als zwei“. Foto: lk-projekt

„Den Nationalstolz der Bevölkerung in punkto regionaler Lebensmittel stärken“, lautet dabei die Devise. Das soll mit Hilfe regionaltypischer Jausen-Kreationen mit überwiegend betriebseigenen oder regionalen Zutaten erreicht werden. Das Logo der „Bauernjause“ kennzeichnet die Jause. Sie soll auch leichte Komponenten wie mageres Fleisch, Aufstriche sowie saisonales Gemüse oder Obst beinhalten. Die Aktion steht unter dem Motto „bewegen und genießen“. So kommt

An der Aktion „Bauernjause“ können sich Betriebe mit landwirtschaftlicher Betriebsnummer und einem Buschenschank oder Almausschank beteiligen, die im Oktober geöffnet haben. Die teilnehmenden Betriebe werden in der landesweiten Öffentlichkeitsarbeit zur Aktion mitbeworben und erhalten kostenloses Werbematerial. Anmeldungen bis 30. August bei der Landwirtschaftskammer NÖ, Referat Direktvermarktung Tel. 05 0259 26500. 49


Die landwirtschaft

Leben

l eben

Pflanze des Monats

S 52

Das tropische Fensterblatt bringt Harmonie ins Haus

Beste Mostproduzenten von Landjugend gekürt S 53

1.200 Teilnehmer bei abgelaufener Bildungssaison der Landjugend S 54-55

Bildungskalender S 56

Neues Zukunftsfeld für Landwirte macht Schule Das Fensterblatt gehört zur Familie der Aronstabgewächse. Es wirkt sich positiv auf die Kommunikation in Gruppen aus.

S 57

Termine S 58-59

Anzeigen S 59

Gewinnspiel: Die Garten Tulln S 60

Mit Tipps und Tricks zum Grillerlebnis

Das Fensterblatt – botanisch Monstera deliciosa genannt – stammt aus dem tropischen Mexiko. Es ist ein Blickfang in großen Räumen und versprüht tropisches Flair. Als Luftbefeuchter und Sauerstoffspender ist es die perfekte Pflanze für Büro, Wohnzimmer und Co. Auffällig am Fensterblatt sind die zuerst herzförmigen und ganzrandigen, später jedoch gelappten und durchlöcherten Blätter. Diese sind extrem groß und besonders geformt. Dadurch wird das Gewächs zu einem regelrechten Blickfang in großen Räumen, wo es sich nach Herzenslust ausbreiten kann. Im Alter kann es auch blühen und eine kolbenförmige, wohlriechende Frucht bilden. In seiner Heimat Mexiko klettert das Fensterblatt an Bäumen hoch und bildet einen verholzenden Stamm. Auffällig sind die zahlreichen Luftwurzeln, die der Ernährung dienen, wenn sie in den Boden reichen. Aufgrund seiner kletternden Lebensweise benötigt das Fensterblatt für optimalen Wuchs ein tragfähiges Gerüst. Die Luftwurzeln sollten nicht abgeschnitten werden, sondern ins Substrat geleitet werden. Nur so ist die Pflanze optimal versorgt. Das Substrat sollte ganzjährig feucht – nicht nass – gehalten werden. Alle zwei

50

Foto: Gert Eichberger

Wochen ist eine Düngung empfehlenswert. Im Winter kann auf ein Intervall von drei Wochen übergegangen werden. Ein heller Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung und Zimmertemperatur sind für das tropische Gewächs ideal. Als Substrat dienen lehmig-humose Mischungen. Die großen Blätter machen das Fensterblatt zu einem sehr guten Luftbefeuchter und Sauerstoffspender. Auf Menschen wirkt es harmonisierend, hilft Ängste zu überwinden und strahlt Ruhe aus. Außerdem soll es die Kommunikation in der Gruppe verbessern. Daher ist es für Gemeinschaftsräume wie Büro, Besprechungsraum, Wohnzimmer und Wartezimmer ideal. Christian Kornherr Ref. Garten und Gemüsebau Tel. 05 0259 22405 christian.kornherr@lk-noe.at

Ausstellung Von 7. bis 9. Juni zwischen 9 und 18 Uhr findet in Gutenstein vor dem Schloss die Fuchsienausstellung statt. Neben Vorträgen wird auch ein entsprechendes Rahmenprogramm geboten.


JUNI_2013

Gedenken an die Geburt von Johannes dem Täufer

Eine sommerliche Weihnacht

Ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Weihnachtsfest wird am 24. Juni die Geburt von Johannes dem Täufer gefeiert. Dieses Fest ist eng verbunden mit den althergebrachten Bräuchen rund um die Sommersonnenwende. Auch das Feuer spielt seit jeher eine Rolle. Priesterweihen, Pfarrfeste, Kirtage oder die mittelalterliche Tradition der Johannesfeuer: Die Bräuche, die sich um den Johannestag ranken, könnten vielfältiger kaum sein. Bis heute ist die Position, die Johannes der Täufer in der katholischen Kirche einnimmt, unbestritten. Er ging als Wegbereiter und Vorläufer Christi in die kirchliche Geschichtsschreibung ein. „Johannes ist seit den Anfängen der Kirche einer der meist verehrten Heiligen“, weiß auch Abt Columban Luser vom Stift Göttweig zu berichten. Dabei nimmt er im Kreis der Heiligen eine Sonderstellung ein. Denn anders als bei allen anderen wird nicht nur sein Todestag gefeiert. Auch seiner Geburt ist mit dem 24. Juni ein eigener Gedenktag gewidmet.

Johannes der Täufer ist der einzige Heilige neben Maria, dessen Geburtstag ebenso wie sein Sterbetag gefeiert werden. Foto: pixelio/Dieter Schütz

Geburt von Johannes kündigt Erlöser an Den Grund dafür sieht Abt Columban in der engen Verbindung zu Jesus: „Mit der Ankündigung der Geburt Christi erfolgt zeitgleich die Information an Maria, dass ihre Tante Elisabeth im sechsten Monat mit Johannes dem Täufer schwanger ist. Johannes wird ein halbes Jahr vor Weihnachten geboren und kündigt mit seiner Geburt bereits den Erlöser an.“ Ein Umstand, der dem Tag auch den Namen sommerliche Weihnacht gab.

Heidnisches Feuer wurde christlich Doch auch so mancher heidnische Brauch wurde mit diesem kirchlichen Hochfest christlich einfach umfunktioniert. So werden die zur Sommersonnenwende entzündeten Feuer auch gerne Johannesfeuer genannt, wie Abt Columban erklärt.

Seit dem Mittelalter ist diese feurige Tradition auch in Österreich geläufig. Dabei gibt der Geistliche jedoch eines zu bedenken: „Seit der Aufklärung haben die Feuerbräuche neuen Aufwind bekommen. Allerdings mit anderem Akzent, vor allem im Dritten Reich.“ Dementsprechend ist Abt Columban nur wenig angetan von den Bräuchen rund um den Johannestag. Dennoch würde er sich für den Festtag an sich mehr Bedeutung wünschen. „Johannes der Täufer war ein geradliniger kompromissloser Mensch, der unserer Zeit viel zu sagen hätte“, meint der Göttweiger Abt und zeigt sich von der Stärke des allseits bekannten Heiligen beeindruckt. Eva Posch

Bauernregeln und Lostage Sa

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Weltelterntag

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Vatertag

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Schafskälte

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Schafskälte

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Schafskälte

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Schafskälte

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Schafskälte

So

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Schafskälte, Schwendtag

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Schafskälte

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Schafskälte

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Sommeranfang

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Peter und Paul

So

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Schwendtag

Weltumwelttag

Johannes der Täufer

Siebenschläfertag

Was sind Schwendtage? Damit sind verworfene Tage gemeint. Es heißt, dass man an Schwendtagen keine neue Arbeit starten oder eine größere Reise antreten soll. Was ist der Siebenschläfertag? „Wie´s Wetter heut am Siebenschläfertag, es sieben Wochen bleiben mag.“ So lautet eine Bauernregel. Der Tag erinnert an eine Legende: Während einer Christenverfolgung flüchteten sieben Gläubige in eine Höhle. Ihre Verfolger mauerten sie ein. Statt zu sterben, schliefen sie ein und erwachten 200 Jahre später, als der Eingang freigelegt wurde. 51


Die landwirtschaft

Landjugend

Anmeldefrist für Landjugend-Projektmarathon gestartet

Beste Mostproduzenten von Landjugend gekürt

„TatOrt“ für die Jugend

Most und Kultur auf Schloss Schallaburg

Auch heuer können beim diesjährigen Projektmarathon Landjugendmitglieder ihr Können unter Beweis stellen. Anmeldungen für Projekte werden bereits entgegen genommen.

Beim Mostfest der Mostviertler Landjugend wurden die 16 besten Mostproduzenten ausgezeichnet.

Die Landjugend Kilb restaurierte im vergangenen Jahr einen alten Gewölbekeller. Mit dem neuen Veranstaltungsort überzeugten sie Ortsansässige und Jurymitglieder. Foto:Landjugend NÖ

Organisationstalent, Kreativität und Durchhaltevermögen sind von 30. August bis 1. September von den Mitgliedern der Landjugend gefragt. Denn an diesem Wochenende geht auch in diesem Jahr wieder das österreichweite Projektwochenende „TatOrt Jugend“ über die Bühne. Ein Projekt, das mittlerweile zu einem wahren Aushängeschild der Landjugend geworden ist. Denn seit dem Beginn der Aktion hat sich einiges getan. Immer mehr Gruppen haben sich in den letzten Jahren

bereit erklärt, ein gemeinnütziges Projekt in ihrer Heimatgemeinde umzusetzen. Noch bis 10. Juli können Projekte für den diesjährigen Marathon angemeldet werden.

Nähere Informationen In nur 42,195 Stunden muss ein Projekt in der jeweiligen Heimatgemeinde der Landjugendmitglieder umgesetzt werden. Auch die Öffenlichkeitsarbeit fließt neben der Umsetzung, dem Projektmanagement und der Nachhaltigkeit in die Jury-Bewertung mit ein. Anmeldeschluss ist der 10. Juli. www.noelandjugend.at www.tatortjugend.at

Landjugend-Kabarettabend in Kilb Am 14. Juni sorgen die „Comedy Hirten“ im Kilber Veranstaltungszentrum K4 für Angriffe auf die Lachmuskeln. Karten sind im Landjugendbüro in St. Pölten oder unter noe@landjugend.at erhältlich. 52

Ein Hoch auf den Most hieß es beim Mostfest der Mostviertler Landjugend auf der Schallaburg. Doch schon im Vorfeld sollte sich für die Landjugendmitglieder alles um dieses traditionsreiche Getränk drehen. Nach unzähligen Mostkosten auf Orts- und Bezirksebene begaben sie sich auf die Suche nach den besten Mostproduzenten. Insgesamt 16 konnten sich schlussendlich durchsetzen und wurden im Renaissanceschloss für ihre hervorragenden Moste ausgezeichnet.

Beliebt bei Alt und Jung Dabei zeigte sich einmal mehr die große Beliebtheit des Mostes bei Alt und Jung. Von der Bedeutung des fruchtigen Getränks für die Region waren auch die Ehrengäste allen vor‑ an Agrar-Landesrat Stephan Pernkopf und Nationalrat Karl Donabauer, überzeugt. Von der Qualität der Siegermoste konnten sich die Besucher dann selbst ein Bild

Mostkönigin Christina Schmatz (Mitte) und die Mostprinzessinnen genossen gemeinsam mit Agrar-Landesrat Stephan Pernkopf die Stimmung auf der Schallaburg. Foto: Landjugend NÖ machen. Verkostungen und regionale Schmankerl warteten auf die Gäste. Ein entsprechendes Rahmenprogramm rundete den Tag noch zusätzlich ab.

Die Siegerproduzenten Adolf Adelsberger, Randegg Josef Fenzl, Scheibbs Augustin Frühwald, Reinsberg Gerhard Gatterer, Obergrafendorf Lorenz Harrauer, Ruprechtshofen Josef Hössinger, Ollersbach Thomas Kaiser, Wilhelmsburg Franz Karlinger, Wieselburg Ludwig Auer, Stephanshart Herbert Längauer, Opponitz Josef Moderbacher, Obergrafendorf Thomas Rosenbaum, Rohrbach Konrad Sonnleitner, Waidhofen/ Ybbs Franz Spanseiler, Matzleinsdorf Josef Weissinger, WieselburgLand Manfred Zeilinger, Euratsfeld


Juni_2013

Landjugend zieht Bilanz über vergangene Bildungssaison

1200 Teilnehmer bei Landjugend Agrarkreisen Weiterbildung, gegenseitiger Austausch und Meinungsbildung standen für Landjugendmitglieder und Junglandwirte bei insgesamt 70 Veranstaltungen in ganz Niederösterreich auf dem Programm. „Erfolg auf ganzer Linie.“ So lautet die erfreuliche Bilanz der Landjugend in Hinblick auf die abgelaufene Bildungssaison. Vor allem die Umstellung der bisherigen Struktur der Agrarkreise auf Hauptbezirksebene brachte Positives. So konnten die Agrarkreisleiter mit den Agrarkreissprechern der einzelnen Landjugendbezirke insgesamt 70 Veranstaltungen organisieren. Über 1200 Teilnehmer nutzten das breit gefächerte Bildungsangebot.

Themen regten zu Diskussionen an Dabei legten die Landjugendmitglieder und die Junglandwirte besonderes Interesse bei kraftfahrrechtlichen Bestimmungen im Straßenverkehr, E-AMA Schulungen oder auch bei der fachgerechten Anwendung von Pflanzenschutzmitteln an den Tag. Doch auch marktbezogene Themen spielten eine Rolle. Fragen zur Warenterminbörse und dem Nutzen der Landwirtschaft diskutierten Teilnehmer gemeinsam mit Referenten der Landwirtschaftskammer und der einzelnen Bezirksbauernkammern.

Referenten der Landwirtschaftskammer Niederösterreich und der einzelnen Bezirksbauernkammern vermittelten Themengebiete jugendgerecht und regten zu Diskussionen an. Foto: Landjugend NÖ

Beim Landes-Agrarkreisleiter-Treffen wurde nicht nur diese gute Bilanz präsentiert, auch ein Workshop mit dem Titel „Stimmungsvolle Agrarkreise“ wartete auf die Agrarkreisleiter. Verschiedene Möglichkeiten landwirtschaftliche Themen jugendgerecht aufzuarbeiten, standen dabei im Mittelpunkt.

Eine Bildergalerie der etwas anderen Art Was passiert, wenn Bäuerinnen die Freude am Malen für sich entdecken, stellten 14 Hobbykünstlerinnen am Mittwoch, 29. Mai in der Bezirksbauernkammer Melk unter Beweis. Mit ihren Arbeiten verwandelten sie die Räume der Bauernkammer in eine einzigartige Bildergalerie. Mit dabei (v.l.): Melker-Kammerobmann Robert Wieser, Bezirksbäuerin Elisabeth Schwameis, Malkursleiterin Else Schwameis, Hermine Artner und Kammersekretär Martin Auer. Foto: LK NÖ/Posch

Aus dem

Leben Jetzt und hier: leben, entscheiden und handeln Unlängst sitzt mir eine sichtlich verzweifelte Landwirtin gegenüber und spricht unter Tränen folgenden Satz aus: „Ich brauch nur jemanden, der für mich die letzten 30 Jahre ausradiert…“. Ein Wunsch, den niemand für sie erfüllen kann, der aber in der einen oder anderen Form wohl schon von den meisten von uns gedacht wurde – „hätte ich das nur nicht gesagt/getan“, „hätte der andere damals doch so und nicht anders gehandelt“, „wäre das vor Jahren doch anders gelaufen“. So sehr wir es uns auch wünschen, keiner von uns kann das Rad der Zeit auch nur um eine Minute, geschweige denn um Jahre oder Jahrzehnte zurückdrehen. Taten und Worte wurden in die Welt gesetzt, haben sich in unserem Leben und dem der involvierten Mitmenschen ausgewirkt und unser Sein geprägt – im Guten, aber auch im Erschwerenden und Krankmachenden. Jeder Tag unseres Lebens birgt auf’s Neue für uns die Chance für eine heilsame Wende. Erst wenn der letzte Atemzug getan ist, ist es zu spät. Manchmal erkennen wir nicht unmittelbar, sondern erst einige Zeit später, eventuell auch Jahre danach, wie sich destruktive Aussagen oder Handlungen von uns selbst oder anderen auf unser Leben auswirkten. Die in der Vergangenheit gesagten Worte oder Handlungen können wir nicht ändern oder ungeschehen machen. Was wir aber können, ist im Hier und Jetzt die Verantwortung für unser Leben tragen und entsprechend agieren – endlich das Gespräch suchen und ein ehrliches „Es tut mir leid“ aussprechen, endlich mutig für mich selbst eintreten und mir und meinen Bedürfnissen Platz in meinem Leben geben, endlich als Erwachsener die Verantwortung für’s eigene Leben übernehmen und Schritte zur Veränderung setzen. Der Herbst des Lebens bringt oft auch ruhigere Momente mit sich, in denen sich alte Wunden laut zu Wort melden oder sich die in Kauf genommenen Entbehrungen nicht mehr wegdrängen lassen. Zwar können wir Vergangenes nicht mehr ändern, aber wir können jeden Tag mutig Schritte für ein gutes Leben setzen. Schließlich beginnt heute der Rest meines Lebens. DI Anna Eckl Dipl. Lebens- und Sozialberaterin sowie Beraterin in der LK NÖ Tel. 0664/602 592 5801

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Die landwirtschaft

Bildungskalender

www.lfi.at/noe, www.landimpulse.at

Die Kursbeiträge bei geförderten Veranstaltungen wurden unter Annahme der beantragten Förderung von im Normalfall 66 Prozent berechnet.

Bildungskalender

Persönlichkteit & Kreativität NLP Masterausbildung Modul 10 15.06.13; 09:00-17:00 Ort: Maria Ward Haus, 3100 St. Pölten Kosten: EUR 110,Anmeldung: 02272/61157

Gesundheit & Ernährung Komm & koch mit den Bäuerinnen! Bäuerliche Knödelküche 21.06.13; 18:30-22:30 Ort: BBK Waidhofen/Ybbs Kosten: EUR 49,-, inkl. Rezeptbroschüre Anmeldung: 05 0259 26200 Komm & koch mit den Bäuerinnen! Gartenfrische Salate 14.06.13; 19:00-23:00 Ort: BBK Amstetten 14.06.13; 17:00-21:00 Ort: BBK Melk 14.06.13; 13:00-17:00 Ort: BBK Waidhofen/Thaya 21.06.13; 19:00-23:00 24.06.13; 19:00-23:00 25.06.13; 19:00-23:00 Ort: BBK Zwettl 28.06.13; 19:00-23:00 Ort: BBK Gmünd Anmeldung: 05 0259 26200 Kosten: EUR 49,-, inkl. Rezept broschüre Komm & koch mit den Bäuerinnen! Herzhafte Pfannengerichte 21.06.13; 13:00-17:00 Ort: BBK Waidhofen/Ybbs Kosten: EUR 49,-, inkl. Rezeptbroschüre Anmeldung: 05 0259 26200

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Bauen, Energie & Landtechnik Ergänzungskurse für die Landwirtschaft - Klasse EzB nur praktische Prüfung Außenkurs der Fahrschule Horn 10.06.13-11.06.13; 09:00-16:00 Ort: Bildungswerkstatt Mold Kosten: EUR 237,- KB inkl. Lehrunterlagen, EUR 42,5 Nächtigung, Vollpension Anmeldung: 05 0259 29510 Erneuerbare Energieanlagenschau für Wärme, Strom, Kälte, Treibstoffe 19.06.13; 18:00-22:00 Ort: LFS Tulln Kosten: EUR 15,Anmeldung: 02272/62515 Errichtung von Trockensteinmauern 20.06.13; 08:30-17:00 11.07.13; 08:30-17:00 Ort: LFS Krems Kosten: EUR 95,Anmeldung: 02732/87516 Traktorführerschein - Klasse F - Außenkurs der Fahrschule Horn 01.07.13-12.07.13; 09:00-16:30 Ort: Bildungswerkstatt Mold Kosten: EUR 575,- pro Person inkl. Lehrunterlagen, EUR 286,6 Nächtigung, Vollpension Anmeldung: 05 0259 29510

Dienstleistungen und Einkommenskombination Tiere in der Wiese 02.07.13; 13:00-17:00 Ort: Gasthaus „Zum Alten Jagdschloss“, Alland Kosten: EUR 35,Anmeldung: 05 0259 26500

Pflanzenproduktion Sommerschnitt bei Obstbäumen 12.07.13; 09:00-14:00 Ort: LFS Gießhübl Kosten: EUR 25,Anmeldung: 07472/62722

Tierhaltung

29.06.13; 14:00-18:00 Ort: LFS Pyhra 12.07.13; 08:00-12:00 12.07.13; 13:00-17:00 Ort: LFS Warth Anmeldung: 02629/2222-0 Kosten: EUR 15,-

Umwelt und Biolandbau

„Varroa“ – Richtige Behandlung schützt vor Verlusten 12.07.13; 13:00-17:00 Ort: LFS Warth Kosten: EUR 15,Anmeldung: 02629/2222-0

Almkräuter und deren gebräuchliche Verwendung 15.06.13-16.06.13; 09:00-17:00 Ort: Göstling an der Ybbs Kosten: EUR 75,Anmeldung: 05 0259 26100

Almweideverbesserung unter dem besonderen Aspekt der Unkrautregulierung (TGDAnerkennung: 0,5h) 11.06.13; 09:00-17:00 Ort: Mamauwiese, Puchberg am Schneeberg Kosten: EUR 30,Anmeldung: 05 0259 46700

Aus der Landschaft lesen lernen 13.07.13; 09:00-17:00 Ort: Traismauer Kosten: EUR 55,Anmeldung: 05 0259 26100

Bürstling, Germer und Co. Verbesserung von Almweiden (TGD-Anerkennung: 0,5h) 13.06.13; 09:00-17:00 Ort: Reisalm, Kleinzell Kosten: EUR 25,Anmeldung: 05 0259 46700 Bienen: Praxis 3 - Honigernte - LFS Pyhra 15.06.13; 09:00-13:00 15.06.13; 14:00-18:00 Ort: LFS Pyhra Kosten: EUR 15,Anmeldung: 02629/2222-0 Bienen: Praxis 4 - Varroa Richtige Behandlung schützt vor Verlusten – 29.06.13; 14:00-18:00 30.06.13; 09:00-13:00 30.06.13; 14:00-18:00 Ort: LFS Mistelbach 29.06.13; 09:00-13:00

Das Wasser-Greiskraut: Eine Giftpflanze im Waldviertler Grünland 05.07.13; 15:00-18:00 Ort: Gasthaus Nordwaldhof, Bad Großpertholz Kosten: EUR 15,Anmeldung: 05 0259 26100 Doldenblütlereine Freilandnachschau 08.07.13; 09:00-14:00 Ort: Betrieb Summer, Weißenkirchen/Perschling Kosten: EUR 29,Anmeldung: 05 0259 26100 Färben mit Pflanzenfarben 27.06.13-28.06.13; 09:00-17:00 Ort: Fremdenzimmer Haider, Weitra Kosten: EUR 80,Anmeldung: 05 0259 26100


Juni_2013 Fehnhaube, Herrgottsitz und Kogelsteine - Schafbeweidung auf den Trockenrasen bei Eggenburg (Naturschutzplan-Weiterbildung) 06.07.13; 09:00-13:00 Ort: Gasthaus „Zum goldenen Kreuz“, Eggenburg Anmeldung: 05 0259 26102

Wiesentypen im Waldviertel und das giftige Wasser-Greiskraut; (Naturschutzplan-Weiterbildung) 05.07.13; 09:00-13:00 Ort: Gasthof Traxler, Gmünd Anmeldung: 05 0259 26102

Kindern und Jugendlichen Natur spannend vermitteln 11.06.13; 08:30-16:30 Ort: LFS Warth Kosten: EUR 40,Anmeldung: 05 0259 26100

Ideen erFAHREN - Tierhaltung mit Lebensqualität 13.06.13; 09:00-17:00 Ort: BBK Wr. Neustadt Kosten: EUR 30,- für alle 3 Exkursionstage Anmeldung: 05 0259 41400

Landformen - Yspertal 21.06.13; 09:00-17:00 Ort: Yspertal Kosten: EUR 35,Anmeldung: 05 0259 26100 Pflanzenmonographien ausgewählter Pflanzenarten Der Thymian 02.07.13; 09:00-17:00 Ort: LK NÖ, St. Pölten Kosten: EUR 59,Anmeldung: 05 0259 26100 Smoothies,Cocktails & Co mit Wildkräutern und Beeren aus dem eigenen Garten 04.07.13; 17:00-21:00 Ort: Landhaus Kraus, Kronberg Kosten: EUR 42,Anmeldung: 05 0259 26100 Steppe im Marchfeld - die Umgebung des ältesten Naturschutzgebiets Österreichs (Naturschutzplan-Weiterbildung) 02.07.13; 15:00-19:00 Ort: Obersiebenbrunn Anmeldung: 05 0259 26102 Tiere, Pflanzen und Lebensräume in unserer Kulturlandschaft (Naturschutzplan-Weiterbildung) 11.06.13; 16:30-19:30 Ort: Raiffeisen-Lagerhaus GmbH, Winzendorf Anmeldung: 05 0259 26102

Artenreichtum rund um den Bauernhof

Unternehmensführung

Veranstaltungen CDN-C CDNPH-C NÖ LM ländl. Haflinger u. Ponies, Haflingercup, Sommer Dressurcup 15.06.13; ab 08:00  16.06.13; ab 08:00  Ort: LFS Tullnerbach Anmeldung: 02233/52436 Getreidebautag 14.06.13; 13:00-16:00 Ort: LFS Warth Anmeldung: 02629/2222

Bei der Veranstaltung „Tiere in der Wiese“ am Dienstag, 2. Juli in Mayerling lernen Kursteilnehmer die Tierwelt in der Umgebung eines Bauernhofes besser kennen. Anbieter von Schule am Bauernhof, Natur- und Landschaftsführer sowie Teilnehmer des Projekts „Landwirte beobachten Pflanzen und Tiere“ kommen am 2. Juli auf ihre Kosten. Denn sie lernen beim Seminar „Tiere in der Wiese“ nicht nur die Artenvielfalt rund um einen Bauernhof besser kennen. Auch einfache

Methoden der Wissensvermittlung werden unterrichtet. Dabei werden die Teilnehmer mit Ideen und Unterlagen ausgerüstet, um die Natur Kindern und Erwachsenen auf ihren Betrieben entsprechend näher zu bringen. Feste Schuhe und ein Regenschutz sind mitzunehmen.

Seminar „Tiere in der Wiese“ Am Dienstag, 2. Juli von 13 bis 17 Uhr im Gasthof „Zum alten Jagdschloss“, Mayerling 13. Anmeldung und Infos: Referat Direktvermarktung, Martina Hermann, Tel. 05 0259 26500, direktvermarktung@lk-noe.at.

Lizenzprüfung 26.06.13;  -  Ort: LFS Tullnerbach Anmeldung: 02233/52436 Schulinformationstag 14.06.13; 08:00-11:00 Ort: LFS Krems Anmeldung: 02732/87516 Tag d. offenen Schulgärtnerei 14.06.13; 10:00-18:00 15.06.13; 10:00-18:00 16.06.13; 10:00-18:00 Ort: LFS Langenlois Anmeldung: 02734/2106 Tag d. offenen Tür 16.06.13; ab 09:00 Ort: LFS Gießhübl Anmeldung: 07472/62722

Weitere Veranstaltungen finden Sie unter www.lfi.at/noe und www.landimpulse.at.

Foto: Gerald Pfabigan

Landformen - Spitzer Graben 05.07.13; 09:00-17:00 Ort: Spitz Kosten: EUR 35,Anmeldung: 05 0259 26100

Seminar „Tiere in der Wiese“ präsentiert Vielfalt in der Natur

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Die landwirtschaft

Leben

Tiergestützte Pädagogik, Therapie und soziale Arbeit an der hlfs Sitzenberg

Aus den

Schulen

Tierisches Erlebnis mit Lerneffekt

Bildung im Fokus Text

In der Landwirtschaftlichen Fachschule Obersiebenbrunn standen bei der Veranstaltung „Fokus Bildung“ Themen rund um die zeitgemäße Pädagogik im Mittelpunkt. Mit dabei LK NÖ-Präsident Hermann Schultes (4.v.r.). Gesundheitstag in Sooß Bei der Aktion „Fit4Life-sei dabei“ – einer Initiative der Sozialversicherung der Bauern – drehte sich in der Fachschule Sooß alles um die Gesundheit. Viele Stationen zu Themen wie Ernährung oder Fitness warteten auf die Schüler. Direktorin Rosina Neuhold (1.v.l.) sowie SVBObfrau und LK NÖ-Vizepräsidentin Theresia Meier (2.v.l.) waren begeistert. Feierlaune in Hollabrunn

Das Stallfest der LFS Hollabrunn stand diesmal ganz im Zeichen der „350-Jahr-Feier“, bei der man das 110-jährige Bestehen der Fachschule, 30 Jahre Schulneubau, 120 Jahre Landesweingut Retz und 90 Jahre Absolventenverband würdigte. Mit dabei auch 2. Landtagspräsident Johann Heuras (2.v.r.). Hornloses Kalb macht Schule Mit der Geburt des Kalbs Putzi setzt die LFS Warth einen wichtigen Schritt für die Zukunft. Denn erstmals wurde im Lehr- und Versuchsstall der Schule ein hornloses Kalb geboren. Einen Weg, den Direktor Wolf Wallner (l.) und Tierzuchtexperte Hans Rigler weiterverfolgen wollen. 56

Schüler der hlfs Sitzenberg lernen im Rahmen eines Schulprojektes, dass Tiere am Bauernhof nicht nur als Nutztiere eingesetzt werden können. Auch pädagogische, therapeutische und soziale Zwecke sind möglich. „Wenn wir nicht auch in unserer Freizeit an dem Projekt arbeiten würden, wäre es nie so zustande gekommen“, erklärt Ilse Strasser Lehrerin an der HLFS Sitzenberg. Denn die 31 Schüler der 4. Klasse haben sich gemeinsam mit ihrer Professorin einiges vorgenommen. Tiergestützte Pädagogik, Therapie und soziale Arbeit am Bauernhof standen das ganze letzte Schuljahr im Zentrum des Unterrichts im Fach Projektmanagement. Das Ziel ist laut Strasser schnell erklärt: „Ich wollte die soziale Richtung in der Landwirtschaft hervorheben. Die Schüler lernen ein neues Gebiet kennen und es macht allen wirklich Spaß.“

An drei Tagen im Mai machten die Viertklässler der hlfs Sitzenberg auf ein neues Zukunftsfeld in der Landwirtschaft aufmerksam. Soziale Arbeit und Tiergestützte Pädagogik standen dabei im Mittelpunkt.

An drei Tagen im Mai durften die Auszubildenden auch in der Praxis ihr Können unter Beweis stellen. „Wir haben eine Sonderschule, eine Neue Mittelschule und ein Seniorenheim zu uns eingeladen“, erklärt Strasser und ist stolz auf das Engagement ihrer Schützlinge. Diese haben sich für die Gäste drei unterschiedliche Stationen einfallen lassen. Kälber, Pferde und eine Kreativstation warteten auf Jung und Alt. Damit aber nicht genug: Eine Befragung in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer NÖ, eine Green Care-Broschüre und ein eigenes Kunstwerk sind in Arbeit.

zukünftig meinen Schülern zu zeigen, dass Tiere am Bauernhof auch anders genutzt werden können“, so die Lehrerin. Ein Vorsatz, den ÖKL-Projektleiterin Kornelia Zipper für sehr bedeutsam hält: „Man kann tiergestützte Intervention für unterschiedliche Zielgruppen einsetzen und es ist ein neues Zukunftsfeld für die Landwirtschaft.“

Neues Arbeitsfeld für die Zukunft

Eva Posch

Auch in Zukunft möchte Strasser die soziale Komponente in ihre Unterrichtsfächer einfließen lassen. Seit April des vergangenen Jahres macht die Pädagogin einen entsprechenden Lehrgang, den das Österreichische Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung (ÖKL) ins Leben gerufen hat. „Es ist mir wichtig,

Foto: hlfs Sitzenberg

Informationen und mehr Nähere Infos zum ÖKL-Lehrgang unter www.bauernhof-therapietiere.at und zum schulischen Angebot der hlfs Sitzenberg unter www.schloss-sitzenberg.at erhältlich.


Juni_2013 Sprechtage der SVB Amstetten 5.6, 19.6. 8.30-12 und 13-15 Uhr

Baden 3.6., 17.6., 8-12 u. 13-15 Uhr

Bruck/L. 10.6., 24.6. 8.30-12 u. 13-15 Uhr

Gänserndorf 6.6., 13.6., 20.6., 27.6. 8-12 und 13-15 Uhr

Gmünd

Rechtsberatung

Steuersprechtage

Nachstehend die nächsten Rechtssprechtage in den BBK und in der NÖ LK in St. Pölten jeden Dienstag, Vormittag. Für komplizierte Angelegenheiten ist es zweckmäßig in St. Pölten vorzusprechen und einen gesonderten Termin in der Rechtsabteilung in St. Pölten unter der Tel.-Nr. 05 0259 27000 zu vereinbaren.

jeweils 9-12 Uhr Hollabrunn: Amstetten: Korneuburg: Wr. Neustadt: Zwettl:

Amstetten

13.6., 27.6. 8.30-12 u. 13-15 Uhr

7.6., 5.7., 9-12 und 13-14 Uhr

Hollabrunn

Baden

10.6., 24.6. 8-12 u. 13-15 Uhr

17.6., 13-15 Uhr

Horn

Bruck/Leitha

5.6., 12.6., 19.6., 26.6. 8-12 und 13-15 Uhr

17.6., 9-11 Uhr

Gänserndorf

Korneuburg

6.6., 4.7., 9-12 und 13-14 Uhr

18.6., 8-12 u. 13-15 Uhr

Gmünd

Krems

13.6., 13-15 Uhr

4.6., 18.6., 8.30-12 und 13-15 Uhr

Hollabrunn

Lilienfeld

21.6., 9-12 u.13-14 Uhr

5.6., 19.6., 8.30-12 und 13-15 Uhr

Horn

Melk

Korneuburg

6.6., 13.6., 20.6, 8.30-12 und 13-15 Uhr

Mistelbach 5.6., 19.6., 26.6., 8-12 und 13-15 Uhr

Neunkirchen 11.6., 25.6., 8-12 u. 13-15 Uhr

Scheibbs 3.6., 10.6., 17.6., 24.6., 8.30-12 und 13-15 Uhr

St. Pölten jeden Mi, Do u. Fr, 8.30-12 und 13-15 Uhr

Tulln 4.6., 25.6., 8-12 u. 13-15 Uhr

Waidhofen/Thaya 3.6., 10.6., 17.6., 24.6., 8.30-12 und 13-15 Uhr

Waidhofen/Ybbs 12.6., 26.6., 9.00-12 u. 13-15 Uhr

Wr. Neustadt 6.6., 20.6., 8-12 u. 13-15 Uhr

Zwettl 4.6., 11.6., 18.6., 25.6., 8.30-12 und 13-15 Uhr Die Landwirtschaft Die monatliche Zeitschrift der NÖ Landes-Landwirtschaftskammer Herausgeber: NÖ Landes-Landwirtschaftskammer, Wiener Straße 64, 3100 St. Pölten Medieninhaber und Verleger: NÖ Landes-Landwirtschaftskammer Wiener Straße 64, 3100 St. Pölten Herstellung: Herold Druck und Verlag AG Faradaygasse 6, 1030 Wien Herstellungsort: Wien Verlagsort: 3100 St. Pölten

5.6., 3.7. 9-12 u. 13-15 Uhr 10.6., 8-12 Uhr

Krems 27.6., 9-12 u. 13-15 Uhr

Lilienfeld 26.6., 13-15 Uhr

Melk 13.6., 9-12 Uhr

Mistelbach

7.6. 14.6. 17.6. 21.6. 28.6.

Märkte in Niederösterreich Zuchtrinderversteigerungen Bergland: 19.6. Zwettl: 12.6. Kälberversteigerungen Bergland: 13.6., 27.6. Warth: 10.6. Zwettl: 11.6. Steuertermine 17. Umsatzsteuer für den Voranmeldungszeitraum April – Finanzamt Lohnsteuer für den Monat Mai – Finanzamt 4,5 %iger Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds für den Monat Mai – Finanzamt Kommunalsteuer für den Monat Mai - Gemeinde(n) 30. Abgabetermin für die Steuererklärungen auf elektronischem Wege

27.6., 9-12 u. 13-15 Uhr

Neunkirchen 24.6., 9-12 und 13-15 Uhr

Scheibbs Tullnerfeld 13.6., 14-16 Uhr

Waidhofen/Thaya 13.6., 9-11 Uhr

Wr. Neustadt 3.6., 1.7., 9-12 und 13-15 Uhr

Zwettl 20.6., 9-12 u. 13-15 Uhr

Anzeigen: Manuela Schilcher, Tel. 05 0259 29303 Redaktionssekretariat: Eva Kail E-Mail: presse@lk-noe.at, Tel. 05 0259 29300 Wiener Straße 64, 3100 St. Pölten

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Ein Fest auf der Alm Am 15. Juni stehen im Wechselgebiet die Almen mit ihren Hütten im Mittelpunkt. Denn das 7. „Schwaigen-Reigen“- Festival geht über die Bühne. Gestartet wird um 10 Uhr mit jeder Menge Volksmusik. Nähere Infos auf www.schwaigen-reigen.at oder unter Tel. 0800/808117. 2. Green Care Tagung Am Mittwoch, 19. Juni findet im Festsaal der HBLFA Schönbrunn die zweite Green Care Tagung statt. Dabei wird einmal mehr gezeigt, was passiert, wenn Landwirtschaft und Soziales zusammen wachsen. Pionierbetriebe und Zukunftsperspektiven werden präsentiert. Anmeldungen unter Tel. 01 5879528 30 oder teresa.herdlicka@lk-wien.at. Ernährung aber richtig Am Donnerstag, 6. Juni um 19 Uhr zeigt Ernährungswissenschafter Christian Putscher in der LFS Sooß, auf was es bei Ernährung wirklich ankommt. Feldtag und Weinbautag Am Montag, 17. Juni wartet die LFS Hollabrunn mit einem traditionellen Highlight auf. Der Feldtag samt Versuchsbesichtigung wartet und beginnt um 9.30 Uhr. Treffpunkt ist im Gasthaus „Sturm“. Tags darauf wird ab 10 Uhr zum Weinbautag geladen. Start ist in der Verarbeitungshalle des Landesweinguts Retz.

26.6., 9-11 Uhr

Zulassungsnummer: 11Z039072M Redaktion: DI Paula Pöchlauer-Kozel, Mag. Eva Posch Satz und Layout: Anneliese Lechner, Marlene Mitmasser Fotoredaktion: LK NÖ

Termine

Die Landwirtschaft erscheint monatlich; Jahresbezugspreise einschl. Postgebühr im Inland € 25, im Ausland € 37. Nachdruck und fotomechanische Wiedergabe - auch auszugsweise - nur mit Genehmigung des Verlages, veröffentlichte Texte und Bilder gehen in das Eigentum des Verlages über. Es kann daraus kein wie immer gearteter Anspruch, ausgenommen allfällige Honorare, abgeleitet werden. Auch wenn im Text nicht explizit ausgeschrieben, beziehen sich alle personenbezogenen Formulierungen auf weibliche und männliche Personen. Alle Angaben erfolgen mit größter Sorgfalt, Gewähr und Haftung

müssen wir leider ausschließen. Satz- und Druckfehler vorbehalten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Unterlagen besteht keine Gewähr auf Veröffentlichung und Rücksendung. Ein Rechtsanspruch auf Veröffentlichung von Inseraten, welcher Art auch immer, besteht nicht. Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz: Medieninhaber: NÖ Landes-Landwirtschaftskammer, (Körperschaft öffentlichen Rechts) Wiener Straße 64, 3100 St. Pölten Kammerdirektor: DI Franz Raab Grundlegende Richtung: Förderung der Gesamtinteressen der Land- und Forstwirtschaft.

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juni_2013

Buchtipps

Ein blühendes Abenteuer

Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd

Idyllisches Erlebnis für Gartenfans in Tulln

Warum sollten Schweine nicht von einer Hochzeitstorte naschen? Welche Gefahren lauern bei der Rettung von Regenwürmern? Diesen und vielen anderen Fragen geht Autor und Tierarzt Hans Christ in seinem Buch auf den Grund. Humorvoll erzählt er dabei Geschichten aus seiner alltäglichen Praxis. 214 Seiten, erschienen im Verlag F. Sammler unter ISBN 978-3-85365-252-7 zum Preis von 19,90 Euro.

Wie viel ist genug? – Die Gier und wir Das Thema könnte aktueller gar nicht sein. Immer schneller und erfolgreicher lautet in unserer Gesellschaft oftmals die Devise. In ihrem Buch zeigen die Autoren Hans und Katrin Meister die Eigenheiten unserer Wohlstandsgesellschaft auf. Warum wir vom Geld getrieben sind, warum wir uns immer weiter von der Natur entfernen und Nahrungsmittel um die Welt reisen, sind dabei nur einige der Themen, die sie behandeln. Das Vater-Tochtergespann liefert in ihrem Text- und Bildband einen möglichen Ausweg aus dem Hamsterrad. 191 Seiten, erschienen im STOCKER Verlag, unter ISBN: 978-3-7020-1381-3 zum Preis von 19,90 Euro.

Schauer: Fertigstallkonzept der Marktführer jetzt für Rinder

Die Marktführer in Sachen Fertigstallkonzept bauen auf dem Erfolg von „DuoModulsystem Schwein“ auf und präsentieren neu zur Wieselburger Messe ein Konzept für Milchvieh- und Rinderbetriebe – das „DuoModulsystem Rind“. Die Anforderungen an die Landwirte werden immer höher. Flexibilität und ein gewisser Weitblick bei Investitionsmaßnahmen stellen die Basis für ein Fortbestehen des Betriebes dar. Auch die Baubranche nimmt sich den Bedürfnissen der Landwirtschaft an und produziert Lösungen. Firma WOLF Systembau hat den Bedarf erkannt und bietet in Kooperation mit Firma SCHAUER Agrotronic neben dem bekannten „DuoModulsystem Schwein“, ab sofort auch ein Fertigstallkonzept für Rinderlaufställe „DuoModulsystem Rind“ an. Die Stalleinrichtung und Entmistung sind mit robusten und leisen Top Safe Vario Sicherheitsselbstfangscherengittern, Komfort Liegeboxen und Pendelschiebern Typ Vario Compact ausgestattet. Weiterhin besteht die Möglichkeit, in der Ausstattung flexibel auf Kundenwünsche einzugehen. Sogar ein automatischer TMR Fütterungsroboter (mit Silmatic Silagevorlagerung), welcher eine schmale Futtertischbreite von bis zu 1,9 Metern zulässt, wird angeboten. Die Montagevarianten reichen von der Regiemontage bis zur Komplettmontage. www.schauer-agrotronic.com Anzeige

„Die Garten Tulln“ verspricht Spaß und Spannung für die ganze Familie. Rund 60 Mustergärten, ein Naturspielplatz, Kanufahrten und vieles mehr werden den Besuchern geboten. „Einfach einmal die Seele baumeln lassen.“ So lautet das Motto für Gartenliebhaber in „Die Garten Tulln“. Denn die 60 unterschiedlichen Themengärten laden die Besucher geradezu ein, die Natur in all ihren Facetten auszukosten. Vom traditionsreichen Bauerngarten über den idyllischen Rosengarten bis hin zum modernen Gesundheitswassergarten findet alles auf dem weitläufigen Gelände seinen Platz.

Neben 60 Themengärten sorgen spezielle Freizeitangebote wie Kanufahren für Spaß und Spannung in „Die Garten Tulln“. Foto:Alexander Haiden

dem 30 Meter hohen Baumwipfelweg sind nur zwei der vielen Möglichkeiten. Selbst für die kleinen Besucher ist gesorgt, denn die Kinder kommen am größten Abenteuer- und Naturspielplatz Niederösterreichs auf ihre Kosten. Für das leibliche Wohl ist im Restaurant mit Seerosenterrasse bestens gesorgt.

Öffnungszeiten und mehr Noch bis Anfang Oktober ist die Landesgartenschau in Tulln täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Nähere Infos sind unter www.gartentulln.at erhältlich.

Tipps vom Profi für zu Hause Experten der „Natur im Garten Akademie“ und von „Die Garten Tulln“ stehen den Interessierten Rede und Antwort. Tipps und Tricks für den eigenen Garten zu Hause, kommen dabei nicht zu kurz. Doch auch das zusätzliche Angebot kann sich sehen lassen. Kanufahrten oder ein Spaziergang auf

Mitspielen und gewinnen Dreimal zwei Karten werden verlost. Gewinnen Sie für sich und eine Begleitperson einen Tag im Gartenparadies „Die Garten Tulln“. Anruf oder E-Mail genügt: Tel. 05 0259 29300 oder an presse@lk-noe.at. Das Glückslos entscheidet. 59


Die landwirtschaft

Leben

Buchtipp: Grillen mit Adi & Adi

Feuer und Flamme für die Welt des Grillens

Grillprofi Adi Matzek und Haubenkoch Adi Bittermann zeigen, worauf es beim Grillen wirklich ankommt. Dabei ist nicht nur die Leidenschaft wichtig. Auch auf die richtige Technik und das passende Rezept kommt es an. Große Steaks, jede Menge Rauch und ein „kühles Blondes“ in der Hand: Das Herumwerken am Grill strahlt für viele eine ganz besondere Faszination aus. Davon kann Adi Matzek ein Lied singen. Denn der Grilltrainer und Grilldoppelweltmeister aus Horn ist dem heißen Rost schon vor mittlerweile 15 Jahren verfallen. „Seit 1998 beschäftige ich mich profimäßig intensiv mit der Speisenzubereitungsform dem Grillen und der generellen Outdoorzubereitung von Lebensmitteln“, erklärt Matzek. Dabei strahlt das gesellige Miteinander beim Feuer etwas Einzigartiges für den Grillmeister aus. „Das Wir-Gefühl kombiniert mit einer gemeinsamen Mahlzeit, die vorbereitet und zubereitet wird, erlebt man nirgendwo ursprünglicher als beim Grillen“, ist der Profi überzeugt.

Eine Meinung, die viele Grillfreunde teilen, so auch Adi Bittermann. Der Haubenkoch aus Göttlesbrunn steht ebenso wie Matzek leidenschaftlich gerne vor den glühenden Kohlen: „Als Koch kommt man unweigerlich zum Grillen. Dieses Thema zieht mich seit Jahren in seinen Bann.“ Bereits im Jahr 2000 begann Bittermann als Griller aktiv zu werden. Er bemerkte schnell, dass der Grill einzigartige Geschmäcker und Aromen ermöglicht. In ihrem Buch „Grillen mit Adi & Adi“ fassen sie Rezepte und andere Erfahrungsschätze für Grillfans zusammen. Dabei zeigen sie, was sich alles auf dem Grill zubereiten lässt und geben viele nützliche Ratschläge. Ein Tipp den sich Matzek schon vorab entlocken lässt: „Nicht alle Produkte auf einmal auf den Grill legen. Die Produkte dem Gargrad nach am Grill zuzubereiten. Das senkt den Stresspegel für den Grillmeister enorm und schafft auch die Möglichkeit, die Gäste in das Grillgeschehen mit einzubinden.“ Das 213-seitige Werk ist im Pichler Verlag erschienen und unter ISBN 978-3-85431-604-6 um 19,99 Euro erhältlich. Eva Posch

Sicherheitstipps für Grillmeister Den Standort des Grillers gut wählen. Bei Holzkohlegrillern auf Windschutz achten. Bei Gasgrillern ist eine gute Durchlüftung notwendig. Nur im Freien nie auf Balkonen oder in Garagen grillen. Nie zum Auskühlen in einen Raum stellen. Feuerlöscher, Löschdecke oder Kübel mit Sand griffbereit halten. Zwei bis drei Meter Sicherheitsabstand zu brennbaren Materialien und zu Fenstern halten. Nie Benzin oder Spiritus zum Anzünden verwenden. Bei Gasgrillern Anschlüsse zwischen Gasflasche und Griller vorher prüfen. Gasflaschen nicht im Keller oder in geschlossenen Räumen lagern. Gasflasche immer stehend verwenden. Nie ohne Kleidung und ohne Schuhe grillen. Nie über den Griller beugen. Den Griller nie unbeaufsichtigt lassen. Quelle: Sicherheitstag der NÖ Versicherung mit Unterstützung der Betriebsfeuerwehr des Regierungsviertels St. Pölten

Fledermauserl vom Grill (für vier Portionen) 600 Gramm Fledermauserl Kräutermarinade: 3 Zweige Thymian 1 Bund Basilikum 1 rote Chilischote 4 Knoblauchzehen 1 Esslöffel Senf 1/4 Liter Rapsöl Das Fledermauserl ist ein kleiner unbewegter Muskel vom Schwein. Es ist sehr zart und kurzfasrig. Da das Fleisch marmoriert ist, gilt es als Geheimtipp zum Grillen. Für die Marinade Kräuter, Chili und Knoblauch grob zerkleinern. Dann mit Senf und Öl vermischen. Das Fleisch in die Marinade einlegen und mindestens drei bis vier Stunden durchziehen lassen. 60

Beim Grillen vergessen viele, dass auch hier Sicherheit das oberste Gebot ist. Der Grillmeister sollte nie Benzin oder Spiritus als Anzündehilfe verwenden und das entsprechende Grillwerkzeug ist absolutes Muss und gehört zur Basisausrüstung mit dazu. Foto: www.foto-fine-art.de/pixelio


Die Landwirtschaft Juni 2013